W"" ■l’Ä «Vs h?8 “’«> in s- xs,’^itx' ^'Februar irn, iSS uh- Und J^'Strnnq C««ba4| s Sotmte' iSann in, J? ^Ich r-Stohi 8~is?i'l9tam'r M 0.07 «m 'E -'N, K Esch«: JltiL 2.ä2^>; $erl. >9.Äh?Äil ii VA ift Jt: W (IjutDon 11 A,."_ E!che, (EriÄ «Ä|tie-;5iÄi LKsrs Bujt 2. S^agreinigunj - »lau untechrichene ÄM. nW ocrfteigert. Auskunst Neuh.Lauboch. (Bünftiflt Wetterauer Säufer. n 2Z. Februar 1932. Bürgermeisterei: hägy. te Fischfilets von 40 Pfennig an üochiische ■ von 30 Pfennig an aus,Cuxhaven1 Btt 1511A TilipheiMH age .Beginn am Frei- )2 verkaufen wir naben-Hosen n, daß Ihnen die itigen Kleidungsacht wird. Da wir ewöhnliches lei- gegen bar und ise besagen noch ten sprechen für ; unsere Auslagen. Ihr Urteil gefällt E Qualität i-H6sen 495 .6.95, *•*’ 1.95 2.95 3.95 4.95 «Men-Hosen .....1.50 5,95 lif6* (er.rt°s'.,ei"e 1.95 Nr. 48 Erster Blatt 182. Jahrgang Freitag, 26. gcbruar 1952 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ProtfM*» »erleg: vrßhl'lcht UnivtifitätS'Bi*. >»t> Stditruderel H. rangt hi Skfctn. Lchnftltilaag und Scha'-ttaht 7. Zinahme von »njeige« für die laqftnummft bi* zum Nachmttiag vorher. Prtis für | mm HLHe für Anzeigen von 27 mm drette örtlich 8, au*wärt» 10 Reichspsennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reich« Pfennig. Platzvorschr,ft 20“. mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wtlh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Ar. Wilh. Lange; für Feuilleton DrH.Tbnriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchern und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in Niesten Erscheint täglich.auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezigrprels: Mit 4 Beilagen BDL 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, üernfprechanfchlßffe unter Sammelnurnmer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riehen. Postscheckkonto: Sronffurt am Main 1168«. Oer Tag des Reichskanzlers. Große 'Beöe Brünings im Reichstag. — Scharfe Auseinandersetzung mit der Opposition. — Stürmische tlnterbrechungen. Eindrucksvolles Bekenntnis zu Hindenburg. 'Oer Kanzler spricht. Berlin, 25. ßebr. 3ni Reichstag nimmt noch einer Rede des '2lbq. Leicht von der Bayerischen Boltsparlei unter aUgemeiner Spannung Reichskanzler D r. Brüning bas Wort. Die Loge ist außenpolitisch so gespannt, roie selten vorher Die Situation ändert sich non Tag zu Tag. Wir leben in einer Zeit mit gleicher Nervenanspannung wie im Kriege. Es ist tatsächlich schon ein blinder Krieg in wirtschaftlicher Beziehung in der ganzen Welt entbrannt. 3n einer solchen jeit fommt alles darauf an, mit Kaltblütigkeit und ohne Rücksicht auf innerpolitische Agitation die Sache des Landes zu betrachten, zu formulieren und zu verteidigen. Wenn man Kritik übte an meinem Auftreten in Genf, so will ich. ohne näher auf die Einzelheiten einzugehen, vor allem ein ganz klares Wort grundsätzlich auslprechen: Ich werde mich nie dazu verleiten lassen, eine Prestige- Politik zu machen mit Rücksicht auf Agi- lationsbedürfnisse im Innern, wodurch die Lebensinkeressen des deutschen Volkes auf lange Sicht gefährdet werden könnten. (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.» Diese Stellungnahme wird in der Welt auch verstanden. (Lärm rechts und Rufe: Siehe Litauen!) Es würde aber eine ganz an- b e r e Kraft hinter dieser Politik stehen, wenn dos deutsche Bolt sich entschließen könnte, in ent« scheidenden Punkten der Außenpoli« tik auf innerpolitifche Auseinander- setzungen zu verzichten. (Lebhafte Kund- gcbunaen in der Mitte, Lärm bei den National- sozialistcn.) In der M e m c l f r a g e sind hier scharfe und un- berechtigte Kritiken an dem deutschen Gesandten in Kowno geübt worden. Der lstesandte Morath, der fünf Jahre lang auf dem schwierigen Posten in Kowno unter wenig erfreulichen Umständen uner« müdlich die deutschen Interessen wahrgenommen Hot, verdient nicht diele Kritik. Ich muß es auch ab- lehnen, auf Angriffe der litauischen Regierung, die ich für unverantwortlich und vertragswidrig halte, mit vorzeitigen Reprefsivmaßnah- men zu reagieren. (Lebhafte Anrufe bei den Nationalsozialisten). Ich habe ausdrücklich betont, mit vorzeitigen Repressiomaßnahmen. 3m ITlcmelgebiet kämpft eine tapfere, seit 700 Jahren, deutsche Bevölkerung um die Wahrung ihrer autonomen Rechte und Erhaltung ihrer Kultur und Tradition. Die deutsche Regierung hat den ihr als Ratsstaat vom Statut gewiesenen weg beschritten. Ls wird sich jcht zeigen, ob die litauische Regierung normale Beziehungen im THemelgeblet Herstellen wird, ob sie sich an ihre internationalen Verpflichtungen hallen wird. Ich werde nicht zögern. Repressivmaßnahmen gegen Litauen zu ergreifen, wenn die Umstände e» im richtigen Augenblick erforderlich machen. (Beifall.) GS hat mich eigentümlich berührt, daß bei einer so ernsten Frage der Abg. Rosenberg die Behauptung aufgestellt hat, daß 40 biS 50 Prozent des Personals der deutschen Gesandtschaft in Kowno litauische Staatsangehörige seien. Unter den Angestellten befindet sich eine Dolmetscherin, die, als Reichsangehörige geboren, einen sogenannten Balten geheiratet hat. (Stürmische Heiterkeit und Rufe: Rosenberg ist ja auch ein Balte.) Dann ist dort ein litauischer Bote beschäftigt, ein baltischer Pförtner und ein b a 1 ti scher Hilfsbote. (Große Heiterkeit.) Zu den Aeußerungen des Abg. v. Zreytagh-Loringhovcn hinsichtlich der Zollunion betont der Kanzler, es sei bereit- jetzt Gemeingut aller wirtschaftlich und politisch Einsichtigen in Europa, daß Oesterreich auf seinem eigenen Wirtschaftsraum nicht selbständig wirtschaftlich bestehen könne. Die Reichsregierung ist auch heute bereit, an allen Maßnahmen teilzunehmen, die ins Auge gefaßt werden sollten, um die wirtschaftliche Lage Oesterreichs zu erleichtern. (Sehr gut! bei der Mehrheit. Rufe rechts: Soweit Frankreich es erlaubt!) Hebet den Verlaus der Genfer Abrüstungskonferenz heute schon zu urteilen, scheint mir verfrüht. Die Auffassung des Abg. v. Freytagh-Loringhoven über das bisherige Ergebnis in Genf wird aber von weiten Kreisen nicht geteilt, besonders nicht vom Ausland. Herr v. Freptagh-Loringhoven hat anscheinend entweder meine Rede nicht gelesen, oder kein Verständnis sür Formulierungen, die eine deutliche und klare kritische Stellungnahme gegenüber den Vorschlägen bedeuteten. «Lärm rechts.) Die in- und ausländische Presse jedenfalls, mit ganz wenigen Ausnahmen, hat den Sinn meiner Genfer Abrüstungsrede einwandfrei verstanden. (Beifall bei der Mehrheit: Lärm rechts.) Der Konventionsentwurf der Vorbereitenden Abrüstungskonferenz wurde auch gestern nicht a l S Diskussions-Grundlage genommen, sondern nur als Rahmen. Gegenüber dem Abg. Rosenberg (Rats.) und seiner gestrigen außenpolitischen Kritik, erklärte der Kanzler, finde er er eigentümlich, daß Bllfgficöer der Reichstag», die sich im Inland an Kritik nicht genug tun könnten, gegenüber ausländischen Pressevertretern eine ganz entgegengesetzte Haltung einnähmen. (Lebhafte» ftorll Hört!) Der Führer einer Oppositionspartei, sv fährt der Kanzler fort, hat einer amerikanischen Zeitung gegenüber erklärt, daß er den Ion meiner Rede In Genf zwar im allgemeinen nicht leiden könne, daß er aber den darin geäußerten Standpunkt, besonder» auch im Hinblick auf die Abrüstung, al» eine angenehme Ueberraschung empfinde. (Stürmisches hörft hört! — Lärm und Ruse rechts: Namen nennen?) Der Kanzler nennt den 71 amen de» Ritters v. Epp, worauf bei den Rationalsozialisten neue lärmende Unterbrechungen eintreten, die mit Zurusen auch von der Regierungsbank beantwortet werden. Das für die deutsche Zukunft und die deutsche Wirtschaft bedeutsamste Problem, so fährt der Kanzler fort, ist die Reparationsfrage. Herr v. Freylagh hat eine Reihe von Beßaup- tungen ausgestellt, die nicht nur die Tatsachen auf den Kopf stellen, sondern mich sehr zweifeln lassen an der Stabilität seines Gedächtnisses. (Heiterkeit.) Er hat sich an Gerüchte gehalten, die nicht- mit dec Wirklichkeit zu tun haben. Er sowohl wie der Abgeordnete Rosenberg haben so getan, als ob in der ganzen Reparationsfrage Wirtschaftslage und Die Reparationskonferenz ist nun endgültig a u f 3uni festgesetzt worden. Deutschland hätte dringend gewünscht, daß durch einen früheren Zeitpunkt die wirtschaftliche Depression, die von dieser offenen Frage ausgeht, schneller beseitigt und das allgemeine Vertrauen wieder her- gestellt würde. Andere Staaten waren nicht dieser Meinung, und die Reichsregierung kann daher eine Verantwortung nicht dafür übernehmen, daß die Reparationskonferenz erst kurz vor dem Juli Zusammentritt. Die Reichsregierung hält an der Auflassung fest, daß die Lösung der Reparationsfrage die Voraussetzung der Verständigung auch über andere wirtschaftliche Fragen bildet, die notwendig ist, damit wir zur Milderung der Arbeitslosigkeit in der ganzen Welt kommen. Die Reichsregicrung wird alles tun, um einer durchgreifenden Deflation Zu begegnen. Die Maßnahmen des Preiskommissars sind zu einem gewissen Abschluß gekommen, ©eitere Maßnahmen werden noch hinsichtlich der öffentlichen Tarife für Gas, Elektrizität usw. gefordert. wir werden zu verhindern wissen, daß die Preise plötzlich wieder in die höhe gehen. Den Brotprel» wollen wir stabil hallen. Alle» hangt davon ab, daß d i e deutsche Währung stabil gehalten wird. Dazu gehört eine Ltatspolitik, die die sichere Deckung aller Ausgaben garantiert. Die notwendige B e - lebung des Arbeitsmarktes zur Behebung der gegenwärtigen Rot fetzt voraus, daß der lähmende Pessimismus weicht. Dieser Pessimismus wird gefördert durch die Art und weife der politischen Agitation, die zwischen Regierung und Staat getrieben wird. Weil wir die Wirtschaft beleben und weil unsere Politik stark beeinflußt wird durch die innenpolitische Agitation in dieser kritischen Zeit, darum habe ich den versuch gemacht, die parlamentarische cs keinen Besuch in Eheguers und anschließende Aktionen gegeben habe. K c t n ■ p o • litischer Schritt ist in den kritischen Tagen unternommen worden, ohne in engster Fühlung mit der amerikanischen Regierung zu stehen. Damit ist die Behauptung widerlegt, als ob wir durch Schritte unsererseits die Initiative Hoovers auch nur im geringsten geschädigt oder gestört bitten. Mn dem französischen Ministerpräsidenten habe ich alle schwebenden Fragen besprochen. Jeder Mann weiß, daß der Zweck meiner Pariser Reise der Vorbereitung der Londoner Konserenz diente, über deren Bedeutung sich Herr v. Frey» tagh gänzlich auSgeschwiegen hat. «Abg. v. Fretz- tagh |Dn.s: .Es ist doch nichts dabei heraus- gckommenl") Ihnen scheinen die ganzen Maßnahmen der Stillhaltekommission mit ihren für Deutschlands Wirtschaft außerordentlich wichtigen Konsequenzen vollständig entgangen zu fein. «Sehr wahr! bei der Mehrheit > Seine Bemerkungen über den Lahton-Bericht sol.te Herr v. Freytaqh am besten aus dem Stenogramm seiner Rede s re*;en. (Beifall.) ES ist unglaublich, mit wellhem Mangel an Gewissenhaftigkeit er der Reichsregicrung, die in diesem Punkte doch auch seine These eingehalten hat, Schwierigkeiten macht. Die Unterhaltungen mit dem französischen Botschafter haben ganz auf der Linie dessen gelegen, was ich in dem bekannten Interview mit dem WTB. zur Repa- rationSfrage f e st g e l e g t habe. innere Spannungen. Verlängerung der Amtszeit des üjerm Reichspräsidenten herbeizuführen. Ich habe von vornherein auf dem Standpunkt gestanden, daß eS gegenüber einer sich noch fo scharf gebärdenden nationalsozialistischen Bewegung nicht opportun sei, mit Maßnahmen vor- zugehen. die an daS Sozialistengesetz vergangener Jahre erinnern. (Minutenlang anhaltender Lärm bei den Rationalsozialisten und Kommunisten.) DaS ist auch die Grundtendenz des Erlasses deS R e i ch s w e h r m i n i - ster«. daß. wenn sich ein Bestreben seitens deS Führers oder der Führung einer solchen Bewegung zeigt, unbedingt die Massen auf dem Wege der Legalität weiterzuführen, man solche Bemühungen nicht von vornherein zu rück weisen kann. (Zurufe bei den Sozialdemokraten.) DaS bedeutet aber nicht ein weichliches Zurückweichen vor Drohungen. Sollten Sie (zu den Rationallozialisten) etwa zu Methoden früherer Zeit zurückkehren, dann würden wir ebenso entschlossen wieder einen anderen Weg wählen. (Beifall bei den Sozialdemokraten. — Anhaltende lärmende Unterbrechungen bei den Rationallozialisten und Rufe: Wecken Sie Grzesinskis Hundepeitsche?« Wenn der Abg. Goebbels gesagt habe, die R e i ch s- regierung sei schuldig an dem s i ch entwickelnden Bürgerkrieg, so ist das, sagt der Kanzler mit erhobener Stimme, daS stärkste Stück aus dieser ganzen Debatte. (Erneute Tumultszenen bei den Rationalsozialisten, in denen ein Teil der Aus- sührungen des Kanzlers verloren geht: Präsident Lobe kann dem Kanzler nur mit Mühe Gehör verschaffen.) Der Kanzler betont, die Rechlsopposition rede immer vom System und meine dabei manchmal da« System Brüning, manchmal des System des 9. Rovember. (Bule bei den Rationalsozialisten: Das ist das gleiche!) Brüning und der Nationalsozialismus. Reichskanzler Dr. Brüning ruft erregt: Am 9. Rovember 1918 war ich in der Gruppe Win- terfelb, die zur Riederwerfung der Revolution gebildet worden war. (Beifall in der Mille, Lärm bei den Rotionalsozialislcn.) wenn der Abg. Rosenberg meine vaterländische Gesinnung verdächtigt (großer Lärm bei den Nationalsozialisten), so muh ich e» oblehnen, darüber Belehrungen von einem Mann entgegenzunehmen. der in jener Zeit noch gar nicht entdeckt halte, welche» Vaterland er überhaupt hat. (Stürmischer Beifall der Mehrheit.) Die Behauptung, daß ich mit meiner Person schuld fei an dem Nicht Zustandekommen einer Einheitskanbidalur des Reichspräsidenten o. Hindenburg muß ich in llebereinftimmung mit den dafür in Ixrage kommen, den Stellen als eine bewußte Unwahrheit bezeichnen. (Stürmische Hört! • Hört! - Rufe.) Den Führern der nationalen Opposition ist ebenso bekannt wie mir. daß ich diese Schuld nicht trage. Ich habe mehrfach dem Reichspräsidenten meine Demission angeboten, um die Dahn frei zu machen. Selbst- verständlich wollte ich meinen Posten nur verlosten. um die Bahn für den Aufstieg freizumachen, aber nicht für das Chaos. (Beifall.) Die Forderungen einer Truppe, die letzten Endes darauf hinausliefen, ihr den gesamten Staatsapparat auszuliefern, haben das Scheitern der 'Bcrhanblun- gen verschuldet, die i ch nicht geführt habe. Zu derartigen Experimenten roor der Reichspräsident, dem während seiner ganzen Präsidentschaft die Einigkeit und Konzentration aller Kräfte am Herzen gelegen hat, in feinem Augen blick bereit. Ich muß das fcftfteUen, damit nicht im Wahlkampf immer wieder mit solchen Lügen operiert wird. Ich habe mich den Bestrebungen, die Opposition an die Macht heranzulasten, nicht widersetzt, weil ich immer hoffe, daß es dem maß- volle nFuhrer gelingen würde, die Massen der Anhänger im Zaume zu halten. Ich habe freilich nie ein Hehl daraus gemacht, daß bei einer solchen Beteiligung der Opposition an der Regierung ich mit meiner Person nicht mehr in Frage käme. (Zuruf bei den Nationalsozialisten.- Sie würden wir auch nicht akzeptieren!) Jedermann ist sich aber klar darüber, daß die beiden bürgerlichen Parteien und auch andere ©nippen, die sich ihnen zuzählen, in den Rechen der Oppofttion 3 u keiner Einigung über irgendeine politische Frage kommen können. Das babe ich zwar vorausgesehen, aber mir dorn» Vorwürfe zu machen, geht doch wohl zu weit. (Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Sie tonnen auch nicht von mir verlangen, daß ich Ihnen aut- Höflichkeit zu einer Einigung verhelfe, indem ich gcwistermaßen über meine eigene p o l i tische Leiche hinwegspringe. (Erneute Heiterkeit und 3uftimmung.) Ebensowenig bin ick» schuld daran, daß Sie nicht al» Erste dar aus gekommen sind, den Reichspräsidenten von Hindenburg aufzustellen. Sie (noch rechts) jammern immer darüber, daß Sie nicht an die Macht kommen. Es sind unzählige Versuche in den letzten Jahren gemacht worden, mit den Rechts Parteien zusammen zu regieren Wer klug ist Im politischen ßeben, braucht daß zwar nicht so start herauszuschreien, erregt aber die anderen nicht (Händeklatschen und Heiterkeit bei der Mehrheit.) Wer eine Minderheitsregierung im Reichstag unterstützt, sichert sich auf alle Falle dagegen, daß er völlig von jedem Einfluß ausgcfdjIoHen ist. Die Deutfchnationalen haben es im Sommer 1930 in der Hand gehabt, auf diese Weife die Macht zu erobern. Wenn man überhaupt von schuldhafter Verkettung, van Umständen ober politischen Ereig- nissen sprechen will, dann müssen Sic (nach rechts) nicht beim 9. November 1918 anfangen, sondern bei den politischen Fehlern der Vorkriegszeit. (Beifall.) Mein System hat mH Ihrer Dar- ffeltung nichts )u tun. Mein System, da» ist die Befchreltung der fachlich notwendigen Linie ohne Rücksicht darauf, was poll- lisch mit mir ober mit meiner Partei geschieht. Ich denke nur daran, da» deutsche Volk In diesem furchtbar schweren Kampf so zu führen, daß es fchrittweife vor wärt» kommt. Und wenn ich immer wieder Hoffnungen in diesem Kampfe schöpfen konnte, bann, weil ich einem Manne bienen konnte, wie bem Reichspräsidenten o. Hindenburg. (Stürmischer, langanhaltender Beifall bei der Mehrheit.) wer do» Glück hat, diesem Mann dienen zu können, wird auch Verständnis dafür haben, daß ich alle» daran- fetje und mit mir die Mehrheit de» deutschen Volke», daß dieser Mann weiter die Geschicke de» deutschen Volke» leiten kann, vergessen Sie eine» nicht: von der Wiederwahl de» Reichspräsidenten o. Hindenburg hängt e» auch ab, ob die Welt glauben soll, daß im deutschen Volk noch Ehrfurcht und Achtung vor der Geschichte und der geschichtlichen Per- sönlichkeit besteht. (Stürmischer Beifall bei bet Mehrheit) Abg. Nr. Goebbels (Rats.): Eine Beleidigung dcSHerrn Reichs- Präsidenten kam in meiner ersten Rede gar nicht in Frage Ich habe wegen des Lärms der Sozialdemokraten meinen Satz nicht vollenden können. Er sollte lauten: „Sagemir, wer dich lobt, und ich will dir lagen, wer du bist. Gelobt von der Asphaltpresse, gelobt von der Partei der Deserteure, gelobt vom Zentrum und der Staatspartei, gelobt aber auch von den Rationallozialisten. das kann es nicht geben!" (Lachen bei der Mehrheit und Rufe: „Das ist ein jüdischer Dreh, das ist talmudistisch!") Wir stehen in Ehrfurcht vor Hindenburg Er ist eine Persönlichkeit, die man dem nationalen Lager weggenommen hat. Er gehört seinem Ramen und feiner Vergangenheit nach zu uns und nicht zu denen, die ihn heute loben. Der Reichskanzler beklagt den lähmenden Pessimismus, der unsere Wirtschaft schädigt. Die Urfache des Pessimismus ist die Existenz Ihre« Kabinett«. Der Pessimismus wird verschwinden, wenn Ihr Kabinett verschwindet. Adolf Hitler war geneigt, die Ausland- presse über unsere politischen Ziele aufju- klären, weil durch die Ihnen. Herr Reichskanzler. hörige Systempreffe schamlose Lügen über untere außenpolitischen Ziele verbreitet werden. Wenn ein Berliner Jude in einer Pariser Pazifistenversammlung sagte. Hitler c* est la guerre!, fo ist das Landesverrat. (Lebhafter Beifall bc' den Rationalfozialisten.) Wir haben mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß der Reichskanzler am 9. Rovember 1918 in einem Sturmbataillon gegen die Revolution gestanden hat. Er hat aber später durch die Ueber- nahme des Reichskanzleramts den 9 Rovember legalisiert und salonfähig gemacht. (Lebhafter Beifall bei den Rationalfozla- liften.) In den sieben Jahren seiner Präsidentschaft Hot Hindenburg nur in wenigen Fällen nach den nationalso^alistischen Grundsätzen regiert. Er hat stch mit Locarno einoerftanben erklärt und ent gegen unteren Warnungen und Mahnungen de" P vu NA plan unterschrieben. Durch seinen Pakt mit Brüning hat er gleichzeitig einen Pakt mit der Sozialdemokratie abgeschlossen. Wenn Demokratie noch einen Sinn haben soll, dann ist der Gewählte an das Mandat gebunden, do» (hm seine Wähler gegeben haben. (Beifall bei den Nationalsozialisten.) Darum hat ihm unsere Bewegung Adolf Hitler als Kandidaten entgegen- gestellt. Hitler hat vier Jahre in einem bayrischen Bataillon an der Kricgsfront gestanden. Er ist drei- mol verwundet worden und lag am 9. November 1918 als Kriegsblinder im Lazarett Pasewalk. Es ist verständlich, daß ein solcher Mann die deut, sche Staatsbürgerschaft nicht auf die gleiche Weise erwerben will wie irgendein galizischer Jude. Wir werden das System besiegen, gegen das wir kämpfen. Wir verstehen darunter das System, dessen Presse Anfang November 1918 schrieb: „Es ist unser Wille, daß die deutsche Kriegsflagge nicht siegreich heimgeführt wird." (Widerspruch bei den Soz.) Es ist das System, das die französische Faust küßt. (Rufe bei den Komm.: „Ihr biedert Euch doch bei Frankreich an!") Es ist das System, das mit Barmat Blutsbrüderschaft macht und die Parteibuchbeamten eingeführt hat. (Rufe links: ..Hitler ist doch Parteibuchbeamter geworden!") Am 13. Marz wird dieses System vernichtet werden und Hitler wird siegen. (Stürmischer Beifall bei den Rats.) Abg Oingeldey (NVp.) stimmt Dem Reichskanzler darin zu, daß die Außenpolitik nicht der Erreichung innerpolitischer Ziele dienstbar gemacht werden dürfe. Die Regierung habe es aber versäumt, die Kräfte innenpolitischer Bewegungen ihrer außenpolitischen Arbeit nutzbar zu machen. Der Reichskanzler steht sicherlich grundsätzlich auf dem Boden des Privatwirtschaft- lichen Systems, aber die in fein en Rot Verordnungen angewandten Methoden tragen durchaus den Charakter staats- kapitalistischer Wirtschaft. Die Ak- ti o n d esP reisabbaukommissar 8 mußte den größten Bedenken begegnen, weil sie begleitet war von Maßnahmen, die die Produktionskosten erhöhen mußten. Die Ausgaben der öffentlichen Hand steigern sich weiter. Der Ausgleich des Etats wird gefährdet durch die Unsicherheit in den Finanzen der Länder und Gemeinden. Den Reformbestrebungen der Regierung auf dem Gebiete der Arbeitslosenversorgung stellen sich immer wieder die parteipolitischen Bestrebungen der Sozialdemokratie hemmend in den Weg. Auf dem Gebiete der Verwal- tungs- und Berfassungsreform muß endlich ein entscheidender Schritt nach vorwärts getan werden. Dem außenpolitischen Ziel des Reichskanzlers in der Tributfrage stimme ich aus vollem Herzen zu, aber ich stelle die sorgenvolle Frage, ob mit der von ihm angewandten Methode das erstrebte Ziel erreicht werden kann. Wir verlangen die Proklamierung einer breiten nationalen Front als Grundlage einer nationalen Politik. Ich bedauere, daß di« Deutschnationalen nicht 1930 die Macht er- Siffen haben, die ihnen zur Verfügung stand. om Reichskanzler ist in diesen ernsten Tagen nicht das geschehen, was wir von ihm erwarten konnten. Bei der Reichspräsidentenwahl muß der Streit um die Regierung zurücktreten. Die Frage um das einigende Symbol des deutschen Volkes ist eine historische Lebensfrage der Nation. Der Reichspräsident v. Hindenburg hätte dem deutschen Volk einen schlechten Dienst erwiesen, wenn er seine Kandidatur an parte ipolitischeBin. düngen gelüpft hätte. Die Kandidatur des Stahlhelmführers Düsterberg hat nicht die mindeste Aussicht und bedeutet nur eine bedauerliche Zersplitterung. Für uns gilt noch das Wort, mit dem vor sieben Jahren der „Stahlhelm" für Hindenburg eintrat: Die Treue ist das Mark der Ehre! Abg. Roßmann (Goz.) erklärt: Mit der Rotverordnungspolitik der Regierung sei die Sozialdemokratie nicht einverstanden. Wir wissen, daß es bei der bevorstehenden Reichspräsidentenwohl um das Generalziel geht, den faschistischen Vormarsch abzuschlagen. Um dieses Generalzieles willen, nicht aus Sympathie für die Drüningregierung und ihre Politik, werden wir für Hindenburg stimmen. Wir wollen keinen Bürgerkrieg, aber wir werden dem Gegner mit den gleichen Waffen zu begegnen wissen, die er anwendet. Abg.Döbrich (O.Landv.) betont, daß seine Fraktion eine Umbildung des Kabinetts unter verantwortlicher Beteiligung aller Rechtsparteien immer für dringend notwendig gehalten habe. Die Abhängigkeit der Regierung von der Sozialdemokratie werde immer unmöglicher. Die Arbeit des Kabinetts würde dadurch gehemmt, seine Maßnahmen kamen meist zu spät, waren unvollständig und konnten eine gründliche Wandlung zum Besseren nicht bringen. Mit Bedauern sei festzustellen, daß manche der vom Reichsernährungsministerium schon lange vorgeschlagenen Maßnahmen infolge der vorhandenen Widerstände verspätet oder nicht ausreichend zur Durchführung kommen konnten. Ganz besonders sei zu bedauern, daß jetzt die Person Hindenburgs in den politischen Kampf hineingezogen werde und die angestrengte Dolkswahl dadurch zu einer Parteiwahl zu werden drohe. Die Landvolkpartei sei jedoch völlig frei von parteipolitischen Erwägungen für die Wahl Hindenburgs eingetreten. Abg. Dr. Reinhold (Slaatsp.): Wenn in der Memelfrage nicht schnell etwas Durchgreifendes geschieht, dann erwarten wir von unserer Regierung die schleunige Durchführung der vom Kanzler heute angekündigten Maßnahmen. Darüber hinaus müssen wir immer wieder betonen, daß die im Versailler Diktat getroffene Regelung der Ost grenzen unerträglich ist und immer wieder den Frieden erschüttern muh. Die Reparations- last kann nicht nur ihrer Höhe wegen, sondern wegen des gesamten Systems nicht länger aufrecht erhalten bleiben. Die Reparationen sind tatsächlich tot und Tote werden nicht dadurch lebendig gemacht, daß man ihnen den amtlichen Totenschein verweigert. Wir wollen nicht abgesch'ossene Verträge zerreißen, aber wir wollen die Tatsache international anerkannt sehen, daß die Weiterzahlung von Reparationen und Kriegsschulden unmöglich geworden ist. Darin besteht in Deutschland eine Einheitsfront. Wir erwarten von der Regierung, daß sie das Ziel in der Reparationsfrage, das vom ganzen deutschen Volk erstrebt wird, in ruhiger, geschickter Arbeit weiterverfolgen wird. Wir wollen nicht, daß die Früchte einer langen entbehrungsreichen Politik unter dem Druck der Rot vernichtet werden durch eine sinnlose Politik der Abenteuer. Wir wollen das Große groß sehen und darum wählen wir Hindenburg! (Beifall bei der Staatspartei.) Weiterberatung Freitag 10 Llhr. Hindenburg lehnt jede Bindung an Parteien erneut ab. Oer Reichspräsident über seine Kandidatur. — „Nur meinem Gewissen und dem Vaterlande verpflichtet." Berlin. 25.Jebr. (WTB.) Der Herr Reichs- Präsident empfing heule den Arbeilsaus- schuß der Vereinigten Hindenburg- Ausschüsse. die ihm ihren Dank dafür aus- sprachen, daß er sich erneut bereit erklärt habe, das Amt des Reichspräsidenten zu übernehmen. Der Arbeitsausschuß sei gewillt, sich mit oller Kraft für die Wiederwahl einzusehen. aber den Wohlkampf nur sachlich und in ritterlicher Form zu führen. Reichspräsident v. Hindenburg begrüßte in seiner Erwiderung den Entschluß des Arbeitsausschusses, den nun leider unvermeidlich gewordenen Wahlkampf in vornehmer Form zu führen und alles zu vermeiden, was zu einer Verschärfung der vorhandenen Gegensähe führen könnte. „Ich habe", so betonte er. „die Kandidatur nur auf der Grundlage voll- ster Ueberparteilichkeit übernommen und es auf das bestimmteste abgelehnt, irgendwelche Bindungen den Parteien gegenüber einzugehen oder irgendeine Bedingung onzunehmen: ich werde auch weiterhin jede Festlegung nach der einen oder anderen Seile ablehnen. Ich bin Ire ritz ä n d e r des ganzen deutschen Volkes, nicht der Beauftragte einer Partei oder Parteiengruppe und will nur meinem (Be- wissen und dem Vaterlande verpflichtet sein." was der Vorredner als Beleidigung feiner Partei _ empfinde, ja nicht von ihm konstruiert sei, sondern Aeußerungen maßgebender Führer der nationalsozialistischen Bewegung seien. Einem nationalsozialistischen Antrag, bei der Reichsregierung wegen Drosselung derEin- fuhr ausländischen Ob st es und GemüseS vorstellig zu werden, stimmen außer dem Antragsteller G ö ck e I (Rat.-Soz.) auch die Abgeordneten Frau Pringsheim (Soz.), Blank (Zentr.) und G u m b e l (Soz.) zu. Das Haus hat sich bis auf 20 Abgeordnete geteert. Freitag Abstimmungen. Hitlers Einbürgerung. Zum Regierungsrat bei der braunschweigischen Gciaudischaft in Berlin ernannt. Braunschweig, 25. Febr. (TU.) Das braunschweigische Staatsministerium hat, wie bereits gemeldet, am Donnerstagnachmittag Adolf Hitler zum Regierungsrat ernannt. In der amtlichen Verlautbarung heißt es u. a.: „Das Staatsministerium hat beschlossen, Adolf Hitler mit Wirkung vom heutigen Tage in den braunschweigischen Staatsdienst als Regierungsrat unter B.erufung in das Beamtenverhältnis einzustellen und ihn mit der Wahrnehmung d e G-e f ch ä f t e eines Sachverwalters bei der braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin zu beauftragen. Die Aufgaben des Herrn Hitler werden insbesondere darin bestehen, für die Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen des Landes Braunschweig in weitestem Umfange tätig zu sein, namentlich sich auch der Erlangung vonAufträgenfürdiebraun- schweig ische Wirtschaft anzunehmen. Mit dieser Aufgabe Hitlers ist eine Vertretung Braunschweigs beim Reichsrat nicht verbunden. Adolf Hitler wird ersucht, unverzüglich seinen Dienst bei der braunschweigischen Gesandtschaft In Berlin anzutreten." Das nationalsozialistische Wirtschafisprogramm. Ein Bortrag Gottfried F ders. Berlin, 24. Febr. (ERB.) Der Wirtschaftslach* verständige der Nationalsozialisten, Gottfried Feder, sprach in der Technischen Hochschule über „Neue Wege in Finanz und Wirtschaft". Das Wirtschaftsprogramm der NSDAP, stelle den Satz auf: Gemeinnutz vor Eigennutz. Das Fundament der nationalsozialistischen Wirtschaftslehre laute: „Jedem nicht das Gleiche, sondern jedem das Seine." Zu der Frage staatlichen Eingriffes in die Privatwirtschaft erklärt Feder, daß es für die NSDAP, im Produktionsprozeß, wo alle schöpferischen Kräfte angespannt werden müßten, keine irgendwie geartete Einmischung geben werde. Dagegen halte man es für richtig, wenn der Staat Aufgaben aus Handel, Verkehr und Geldwesen übernehme und erfülle. Besonders werde also die Forderung nach 23er-- staatlichung des gesamten Geld- und Kreditwesens verwirklicht werden. In' einem nationalsozialistischen Reiche würde auch keine Mark neu gedruckt werden, die nicht durch neugeschaffene, volkswirtschaftlich nützliche Werte mindestens hundertprozentig gedeckt sei. Von den lebenswichtigen Industrien werde vor allem auch die Elektri- zitätswirtschaft sozialisiert werden müssen. Don der Landwirtschaft müsse der harte Druck der Absatzfrage genommen werden. Die Pläne der NSDAP. gingen auf eine Wiedereingliederung von mindestens 4,5 Millionen Arbeitslosen in den Wirtschaftsprozeh hinaus, und zwar soll der Arbeitsmarlt in Höhe von einer halben Million du.ch Einführung der Arbeitsdienst- Pflicht, in Höhe von einer weiteren halben Million durch eineLlmänderungderHaus- zinssteuererhebung, von noch einer halben Milliost durch die Förderung des Sied- lungs- und Bauwesens (Zurückführung aufs Land) entlastet werden. Bis zu drei Millionen weitere Arbeitslose hoffe man durch eine Beschränkung der Einfuhr wieder beschäftigen zu können. Auch solle eine gewisse Beschränkung der Ausfuhr nach na» tionalpolitifchen Gesichtspunkten durchgeführt werden in der Richtung, daß der Aufbau bestimmter Industrien im Auslande nicht durch deutsche Ausfuhrartikel gefördert wird. Schließlich sind eine fünfteilige berufs- ständische Gliederung des deutschen Volkes entsprechend feiner Schichteneinteilung sowie die Errichtung eines besonderen Reichswirt- schaftsrates, eines Außenhandelsamtes, einer Devisenzentrale in Verbindung mit verschiedenen besonderen Industrie- Projekten weitere Merkmale des von Feder entwickelten Programms, das bezwecken soll, jedem Deutschen ein auskömmliches Einkommen und dis Sicherung seiner Arbeit zu geben. Die Lehren der Pfundeniwerinng. Ein Bortrag Geheimrat Kastls. Amsterdam, 25. Febr. (ERD.) Vor dem Riederländischen Arbeitgeberverband hielt das Präsidialmitglied des Reichsverbandes der deutschen Industrie Geheimrat K a st l, Berlin, einen Vortrag über „Wirtschafts- und Währungskrise". Er legte darin die Gefahren dar, die sich für ein Land, das eine Entwertung feiner Valuta zulaffe, notwendigerweise ergeben müßten. Er wies auf England als warnendes Beispiel hin. Die Entwertung des Pfundes habe der englischen Industrie zwar einige Belebung gebracht, diese habe aber wegen der handelspolitischen Abwehrmaßnahmen des Auslandes und der sinkenden Kaufkraft der Bevölkerung nur in gering e m Umfange ausgenutzt werden können. Die Ausfuhr Englands fei daher auch nicht gestiegen, und man müsse abwarten, wie sich seine Handelsbilanz gestalten werde, wenn die alten Vorräte verbraucht seien und man neue Rohstoffe in Amerika und anderen Ländern zu hohen Preisen einkaufen müsse. Zn Deutschland habe man einsehen müssen, daß die Aufgabe desGoldstandards zur Zerstörung des Privateigentums, zur Erhöhung der Produktionskosten und zur Erschütterung des Rechtsgefühls führen müsse. Man müsse daher nicht durch Inflation, sondern durch organische Anpas- fung der Produktionskosten an daS gesunkene Marktniveau die Voraussetzungen für eine Gesundung des Wirtschaftslebens schaffen. Kampf um die Ausschüsse in Genf. Tardieu drückt einen politischen Ausschuß zur Behandlung der Sicherheitsfrage durch. Genf, 25.Febr. (WTB.) JrnHauptausschuß der Abrüstungskonferenz wurde der Antrag des britischen Außenministers Sir Zohn Simon behandelt, den Konventionsentwurf des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses als Rahmen für die weiteren Arbeiten der Son* ferenzzu nehmen. Dieser Antrag hat inzwischen eine Formulierung gefunden, aus der unzweideutig zu erkennen ist, daß der Konventionsentwurf nicht die verpflichtende Grundlage für die Konsercnzarbeiten bildet, sondern daß jede Delegation in der Lage ist, ihre eigenenVor- schlüge im Laufe der späteren Debatte zu entwickeln und auch folche Anträge zu stellen, Oie eine grundsätzliche Umgestaltung des Konventionsentwurfes bezwecken. Der deutsche Botschafter R a d o l n h erklärte sich von der Formulierung des britischen Antrages befriedigt. Der Entschließungsentwurf bekam dann in seinem Schlußsatz folgenden Wortlaut: Die Konferenz beschließt. ihre Beratungen in dem Rahmen des Konventionsentwurfes zur Herabsetzung und Verminderung der Rüstungen zu führen, wobei allen Delegationen die volle Freiheit gewahrt wird, ihre eigenen Vorschläge im Laufe der späteren Verhandlungen zu entwickeln und ihre Anträge in Form von Aenderungen, Zusätzen oder Streichungen im gegebenen Augenblick vorzubringen. Tardieu erklärte, der Wkommensentwurf des Völkerbundes sei einstimmig vom Ausschuß als die Grundlage der Verhandlungen angenommen worden. Deshalb mußten entgegen dem von der Vollkonferenz bereits angenommenen Beschluß die Einzelausschüsse der Konferenz entsprechend den Bestimmungen dieses Abkommensentwurfes gebildet werden. Tardieu verlangte ferner die Einsetzung eines vierten politischen Ausschusses, der die gesamten politischen Sicherheitsfragen durcharbeiten soll. Rach dem französifchen Standpunkt könne die Abrüstung nicht nur auf dem Gebiet technischer Maßnahmen behandelt werden, sondern es müßten gleichzeitig auch die politischen Fragen maßgebend fein. Der politische Ausschuß müsse sich mit der Organisierung des Friedens und der Kontrolle der Rüstungen befassen. Dieser Vorstoß Tardieus entspricht der Haltung Frankreichs auf der Abrüstungskonferenz, das Sicherheitsproblem gleichzeitig mit dem Ab- rüstungsproblem zur Verhandlung zu stellen und das praktische Ergebnis auf dem Gebiet der Abrüstung von der gleichzeitigen Schaffung neuer Sicherheitsgarantien und der Stabilisierung des durch den Versailler Vertrag geschaffenen Zustandes abhängig zu machen. Der französische Vorschlag stieß auf unerwartet starken widerstand. Die Vertreter von Deutschland, Italien, den vereinigten Staaten, der Türkei und Holland lehnten den Vorschlag ab, während die Vertreter von Sudslawien und Rumänien sofortige uneingeschränkte Annahme des Vorschlags forderten. Der englische Außenminister enthielt sich einer eindeutigen Stellungnahme. Da die Aussprache eine für den französischen Standpunkt offensichtlich ungünstige Wendung nahm, fuchte Tardieu in einer großen Rede die Wider- stände zu überwinden. Die französische Abordnung wünsche, daß ihre Vorschläge in einem politischen Ausschuß behandelt würden, da die Gegensätze nur so überwunden werden könnten. Die Konferenz könne nur erfolgreich fein, wenn ein politischer Ausschuß sich mit der äußerst schwierigen Frage der Organisierung des Friedens befasse. Rach mehrfachem energischem (Eingreifens lat- bieus wurde der starke widerstand, der anfänglich gegen den französischen Antrag geltend ge- macht wurde, aufgegeben und der französische Antrag einstimmig angenommen. Der politische Ausschuß, der nun gebildet wird, soll die gesamten nach französischer Auffassung mit der Abrüstungsfrage zusammenhängenden politischen Fragen behandeln. Der Kon- ferenzausschuh beschloß ferner, Ausschüsse für Land-, See-, Luft- und haushaltsftagen einzusehen. Botschafter N a d o l n y, der noch bis zum letzten Augenblick die Einsetzung eines politischen Ausschusses scharf bekämpft und wiederholt darauf hingewiesen hatte, daß keinerlei mit der Abrüstungsstage zusammenhängendes politisches Material zur Verhandlung stehe, gab schließlich feinen Widerstand auf. Als Außenminister Simon einen persönlichen Appell an ihn richtete, nicht die Verhandlungen in einer Atmosphäre der Mißstimmung beginnen zu lassen, er habe volles Verständnis für die deutsche Haltung. Alle würden es jedoch hoch einschätzen, wenn der Vertreter Deutschlands einen einstimmigen Beschluß über die Einsetzung eines politischen Ausschusses ermöglichen würde, zumal er, Nadolny, nur die Frage der Zweckmäßigkeit aufgeworfen und keineswegs grundsätzliche Bedenken gegen diesen Ausschuß vorgebracht habe. Nadolny betonte,, daß er keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Ausschuß Vorbringen wolle. Die deutsche Abordnung sei bereit, einen Beweis ihres guten Willens zur Zusammenarbeit zu bringen. Nachdrücklichst müsse er jedoch feftfteUen, daß d i e R i cht l i n i e n für die Arbeiten des politischen Ausschusses vom Hauptaus- schuß festgesetzt werden müßten. Der Antrag der ASDAP. aus „VennögenSverteiiung" im Hessischen Landtag. Darmstadt, 25. Febr. (WHP.) In der heutigen Sitzung, die wesentlich ruhiger verlief als die an den vorangegangenen Tagen, wurde vor kaum beschlußfähigem Hause zunächst die von der Regierung beantragte Erstreckung des Finanzgefetzes 1931 bis zum 30. September 1932 zur Beratung gestellt. Abg. Dr. Müller (RSDAP.) lehnte die Vorlage ab. Abg. Dr. Riepoth (DVP.) meinte, man werde wahrscheinlich wochenlang zuerst im Ausschuß und dann im Plenum zu dem neuen Etat reden und Beschlüsse fassen, aber dann werde er doch von der Regierung durch Rotverordnung in Kraft gesetzt werden. Nachdem auch die Abgeordneten Böhm (Dntl.), Glaser (Lv.), Hammann (Korn.) und Galm (KPO.) der gleichen Ansicht Ausdruck gegeben hatten, wurde oie Vorlage gegen Sozialdemokraten und Zentrum abgelehnt. Ein kommunistischer Antrag, in dem die Einstellung aller Zahlungen, Steuern des Reiches, des Landes und der Kommunen sowie der Organisationsbeiträge verlangt wird, wurde nach Ausführungen der Abg. Dr. Wagner (N.), Lux (S.), Blank (Zentr.), Fenckel (Lv.), Dr. Best (N.), Glaser (Lv.) und Weckler (Zentr.), die sämtlich die kommunistischen Anträge als undurchführbar und demagogisch zurückwiesen, gegen die Antragsteller a b g e l e h n t. Abg. H e i n st a d t (Zentr.) erstattet bann Be> richt über die Verhängungen im Ausschuß zu dem nationalsozialistischen Antrag auf „Vermögensverteilung", d. h. „Nachprüfung und eventuelle Beschlagnahme des auf unlautere Art erworbenen Vermögens der Bant- und Börsen- fürsten und Ostjuden". Abg. Dr. Gumbel (Soz.) erinnert an die Reichstagsderhanülungen über den gleichen nationalsozialistischen Antrag. Dort feien die Ratio- nalsozialisten die Antwort schuldig geblieben, wie man die „Dank- und Börsenfürsten" erfassen könne. Wer sei „raffender", und wer fei „schaffender" Kapitalist? Welcher Dumme glaube, daß die Nationalsozialisten wirklich ernsthaft an die Herangehen würden, die ihr Antrag treffen müßte, die aber doch die Geldgeber der Rationalsozialiften darstellten. Abg. Jung (Rats.) bezeichnet die beiden Vorredner als die Beschützer der „Bank- und Börsenfürsten" vom Schlage eines Jakob Goldschmidt oder eines Katzenellenbogen. Die bei den Nationalsozialisten stehenden Industriellen müßten umlernen, und sie würden auch lernen, als Nationalsozialisten Opfer zu bringen. Das Volk habe ein Recht, daß die Taschen der Kriegs- und Börsengewinnler zur Linderung der allgemeinen Not geleert würden. Abg. Heinstadt (Z.) vermißt gangbare Wege zur Durchführung des Antrages. In der Raffenfrage sehe man dieselben ungeklärten Begriffe, um gewisse Sympathien zu Haschen. Der Redner verliest die Rede Hitlers zur Preisgabe Südtirols und Antworten der Südtiroler. Die Nationalsozialisten müßten logischerweise nicht nur dem Bankenkapital, sondern auch dem oft personell verbundenen Industriekapital den Kampf erklären. Abg. Gumbel (Soz.) erklärt die Zustimmung der Sozialdemokraten zu dem Antrag, „um die Demagogie der Hitler-Partei" zu entlarven". Abg. Dr. N i e p o t h (DVP.) betont, kein Mensch im Hause glaube, daß der Antrag durchführbar sei. Mit Ausnahme des Punktes „Verstaatlichung des Bankwesens", die zur Politisierung des Kredit- wesens führen müsse, stimme die Volks- Partei dem Antrag zu, weil sie keinen An- laß habe, sich schützend vor unrechtmäßiges Eigen- tum zu stellen. Abg. Dr. Best (NSDAP.) erklärt, der Passus „fremdstämmig" sei in dem vorliegenden Antrag nur ein technischer Begriff. Die Beleidigung Hitlers durch den Abg. Heinstadt in der Südtiroler Frage weise er entschieden zurück. Niemals habe Hitler daran gedacht, Südtirol auf weite Sicht aufzugeben. Abg. Heinstadt (Zentr.) erwidert, daß da-, en i. a.: i)n ' r amtlidkn f Hi'le'r m t&lsminilt«' Ä -rs bei h7r h'?Qfl« braun. MB »s™ 4nh i fflun» f.' ‘ ^zunthinen ®;> Mr-LZ CS W** T" ““fin U 1 ^4 die ^nttag. nWn.20 Hgrvrdv». ^Serung. nut ' ’?e'li« S'Ä’b'i t"11"- ijmiitag 9[hni?jer,t15 ff- alioziaWscht sprogramm. Ottfried Kdertz. M.) Der WiitschastLsach. rlsoz-alisten. (Bollfritb $7. "chn'Ichen hochilbuie über Ä®l^H • Das Will. ?DAP. stelle den Eatz aus: ->gsnnuh. Lar Funda, ischen Wiltschastrlehre laute: !, sondern jedem dar Leine/ n Eingriffes in die Privat. dab es für die NLL2P. rozeß, wo olle fchöpfni. I werden mühten, keine te Einmischung geben an es für richtig, wenn d t r aus handel, Lerkehr ibernehme und erfülle, die Forderung nach Ler«. gesamten Geld, und mirklicht werden. In einem eiche würde auch keine Mark e nicht durch neuaeschoffene, che Werte mindestens hun- . Bon den lebenswichtigen llem auch die Llektri. azialifiert Mrden müs- ertschast müsse der hart» g e genommen werden. LDW. gingen auf eine erung von winde« >nen Arbeitslofen in zeh hinaus, und M t in Hohe von einer haid.n MgderArbcitsdiens!- von einer weiteren Mn mSnderungderHaus- ung, von nÄ einer hat ic Förderung des S«ed' .wesens (3unMm werden. Bis zu dm M slosc hoffe man durch eine r Einfuhr wieder ',tÄ; efLnfteilrgebeE ZS--« beit zu geben- e Lehren ^entwertung. fSehcimratKa^ \ Febr. (E 5 das -bcitgeberverba^.^r beut' -s Reichsverban^^ttnen eim^aVnb®ä^Aföe ^tenär, bi< -feS"5? ÄSS" vertunsDe lebu^ . Mr e>n'S hgndclspn e?°?AAelsbilAA feien zPriva/e/nskost^hls unS,f, haher E ^nPal b.“|-si*1* Aus der Provinzialhauptüadt. Drehen, den 26. Februar 1932. Zahnarzt, Mutter und Kind. Don Luise Seepacher, Dresden. Die Notwendigkeit der Schulzahnpflege ift allgemein anerkannt. Dagegen wird dlc Zahnpflege der vorfchulpflichtigen Binder In weiten Streiten noch arg vernachlässigt. Eine zahnärztlich« Deaul- fichtigung der Kindergärten gibt es leider noch nicht. Die Eltern heben bedauerlicherweise noch vielfach auf dem irrtümlichen Standpunkt, datz es auf die Beschaffenheit der Milchzähne nicht ankommt, da fie sowie bald wieder auSfallen. Sie wissen nichts davon, datz kranke Mrlchzähne schlechtes Material der zweiten Zähne zur Folge haben. Würde aber schon das Kleinkind dem Zahnarzt zugeführt, so hätte dies nicht nur den Borteil, daß die Schulzahnärzte bei den Ambern ein wesentlich besseres Material vorfänden, sondern bas Sttnb würbe sich auch viel leichter an di« zahnärztliche Durchsicht des Wundes gewöhnen. Für den Zahnarzt ift es viel leichter, das kindliche Dertrauen zu gewinnen, wenn die ersten Male «ine Behandlung überhaupt nicht notwendig ist oder, falls selbst ein kleines Loch vorhanden ist. dieses schmerzlos gefüllt werden kann. Es ist doch verständlich, wieviel ruhigeres Ar- beiten der Zahnarzt hat, wenn er nicht auf Widerstand bei dem kleinen Patienten stöftt, sondern ihn unbehindert behandeln kann. Es bleibt ihm viel eher die Zeit zu einem freundlichen Wort, zu einem Scherz, die zu einem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Arzt und Kind führen. Zum gröstten Teil find die Eltern oder fonstigen Erwachse nen in der Umgebung des Kindes daran fchuld, wenn es schon bei dem ersten Besuch dem Zahnarzt verängstigt und widerstrebend entgegen- tritt. Doch lästt sich auch in solchen Fällen fast jedes kleine Kind schon günstig beeinflussen durch di« Erklärung, daß ein Arzt stets nur vorübergehende Schmerzen bereite, um dauernde, viel ärgere zu verhüten. Danz falsch ist es. einem Äinbe etwa zu erzählen. eS tut nicht weh beim Zahnarzt' dann fichlt es sich bet der ersten schmerzhaften Behandlung belogen und verliert olles Vertrauen. Ebenso töricht ist es, Kindern bei Wäschereien oder sonstigem Anlast irgendwie mit dem Zahnarzt und der unangenehmen Bohrmaschine zu drohen. Die meisten Kinder empfinden sogar bas Surren der Bohr- mafchine bei schmerzloser Behandlung als etwas sehr Lustiges. Auch im Behandlungszimmer kann das Berhal- ten des Erwachsenen, der da- Kind begleitet, ouherordentlich viel Einslust haben. Wenn die Mutter etwa neben dem Patientenstuhl steht und mit verängstigter Miene jeden Handgriff verfolgt, womöglich viel dazwischenredend, erschwert die» die Behandlung ungemein. Es gibt leider immer noch unzählige Erwachsene, die es ungeheure Lieberwindung kostet, zum Zahnarzt zu gehen, und die stets so lange warten, bi» sie Schmerzen dazu zwinaen und eine langwierige unangenehme Behandlung in Frage kommt. Wird dann in Gegen- wart von Kindern darüber zu Haufe gejammert und geklagt, so ist es nicht zu verwundern, wenn in dem kleinen Dehirn ganz düstre Bilder vom Zahnarzt entstehen. 3n Familien, in denen eS Regel ift, datz alle Familienmitglieder In Zeitabständen von einem Viertel- oder einem halben Jahr, je nach der Beschaffenheit der Zähne, sich diese vom Zahnarzt durchsehen lassen, dürften sich die Kinder am leichtesten, ohne unnötige Furcht ebenfalls daran gewöhnen. DieAblösungderGondergebäudesteuef Die hessischen AuSführungsvorschriften über di« Ablösung der Sondergebäudefleuer sind nunmehr erlassen. Da eine Ablösung vor dem 1. April 1932 für den Steuerpflichtigen am günstigsten ist, weil dann schon mit Beginn deS neuen Steuer- jahreS die Steuer fortfällt, kann den Hauseigentümern, die ihre Sondergebäudesteuer ab- lösen wollen, nur empfohlen werden, einen dahingehenden Antrag bei dem zuständigen Finanzamt alsbald zu stellen. Rähere Auskunft über die Ablösung erteilen die Finanzämter. Keine Herabsetzung des Schulgeldes in Hessen. Auf eine Kleine Anfrage des Abg. Böhm < Deutschnational) hat die Regierung erklärt, dast infolge der gespannten Finanzlage d«S Staates eine Herabsetzung des Schulgelde« jetzt nicht möglich ift. Bornotizen. — Tageskalender für Frei tag : Stadtthaeter Diesten, ..Die tolle Lola". 20 bis 22.15 Uf>r. — Oberhessischer Kunstverein. Turmhaus am Brandplah, 15 bis 17 Uhr, Frühjahrs- Kunst - Aus stellung. — Deutscher und Oesterreichi- scher Alpenverein, 20.30 Uhr, Singsaal deS Real- gdmnasiums, Lichtbilder-Vortrag über .Hoch- alpine Leistungen der Verteidiger TirolF'. — Oberhesl. Desellschast für Vatur- und Heilkunde, Raturwisfenfchaftliche Abteilung. 20.15 Uhr. Phv- siologisches Institut, Friedrichstraße, Sitzung. — DHE. Hotel Hopfeld. Leseabend von Amtsgerichtsrat Gros — Fröbel-Seminar, 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, Gartenstr. 30, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhof strotze: .Schön ist die Manöverzeit". — Astoria-Lichtspielc, Seltersweg: .Hilfek Ueberfall!" und .Der Herr vom Finanz-- amt". — Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Heute, 19 Uhr. „Die tolle Lola", Operette von Kadelburg und Redner, Musik von Hugo Hirsch. Eine Wiederholung der erfolgreichen Faschingsinszenierung in der Ausstattung der Erstaujsuhrung. Heinrich Hub. der zugleich die männliche Hauptrolle spielt und singt, führt Regie. Am Pult Walter Moehl, der die Musik für die Ausführung bearbeitete. Tänzerische Gesamtleitung: Ewald Böulke: au» seiner 'Tanzgruppe stammen auch die Girls. Beginn dieser ausgezeichne.en Abendunterhaltung: 20 Uhr. Ende: 22.15 Uhr Gewöhnliche Operettenpreise. — Sonntag. 28. Februar. 19 Uhr. letztes Gastspiel von Frau Auguste Prasch-Grevenderg. Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, in der einmaligen Aufführung des Lustspiel- von Earl Röstler „Die fünf Frankfurter". Frau Prasch- Grevenbcrg spielt eine ihrer schönsten Rollen, die Frau Gudula. Trotz des Auftretens der gefeierten Künstlerin ermötzigte ©reife. Die Vorstellung gilt als Fremdenvorstellung. Beginn: 19 Uhr. Ende: 2130 Ubr; Spielleitung: Karl Volck. — Der „Fall Dehn" bildet den Gegenstand eines Vortrags, den Professor Messer in der Vorläufig kein Vierstreik in Gießen. Beibehaltung der bisherigen Ausschankpreise. — Vie Gastwirte erwarten Dierfleuerfenkung ab 20. März. Di« Freie Dastwirte-Innung von Sietzen und Umgegend hatte auf gestern nachmittag eine öffentliche Da st Wirteversammlung in das Gasthaus „Hindenburg ' t nberufen, die außerordentlich stark besucht war. Die Der amm- lung hatte sich mit der Beschlutzfa u..g uoer die Bier Preisfrage und über die Durchführung bet Polizei! chen Anordnungen im Rahmen der PreissentungSaktion zu delchäftigen Der zweite hessische Dcrbandsvor chende Döring- Darmstadt gab zunächst «inen Ucbetblid über di« Entwicklung der wirtschaftlichen Derhält- nifs« im Dastwirtsgewerbe im Verlaufe deS letz- t«n Jahrzehnts, wobei er festftellte, datz au 6 b«m «inst blühenden und fteuerfräf- tlg«n Gewerbe ein Rotstandsberuf geworden sei, in dem schon viele Gastwirte zugrunde gegangen seien und weite Kreis« immer mehr vom Zusammenbruch bedroht würden. Gr kam dann auf das D ie r p r «is d i k t a t des ReichSkommilfars für Preissenkung zu sprechen und stellte hierbei mit Bitterkeit und Bedauern fest, datz die Pretssenkungsbehörde für unsere Gegend leider nur einen Rotstand für di« Brauereien, aber nicht auch ein« Rot des DastwirtSgewerbeS anerkenne und den wirtschaftlichen Fragen der Daststätten- inhaberüberhaupt mit grotzer Welt- fremdheit und mangelnder Sachkenntnis gegenüber st «he. Der Redner wies weiter darauf hin. datz die Reichsregierung auf Vorstellung der Derbandsleltung in Berlin «ine Blerfteuerfenfung um 7 Alk. pro Hektoliter ab 20. AlSrz jugejagt habe. Es bestünden aber noch gewifs« Zweifel hinsichtlich der Erfüllung dieser Zusage, da man in dieser Beziehung früher schon mancherlei (Ent- töuschungen erlebt habe. Weiter machte der Redner darauf aufmerksam, datz bei dem Bierpreis- diktot des Frankfurter Unterfom» m l f f a r s für Hessen und Hessen-Nassau dem (9 a ft- »Irtsgeroerbe «In Vielfaches dessen an Preissenkung aufgezwungen worden fet, was man den Brauereien zuaemutet habe. Die hessische Der- banbsleitung habe sich mit der Hessischen Regierung in Verbindung gesetzt und in wiederholten Verhandlungen, bei denen die Hess. Regierung in anerkennenswerter Weise den wirtschaftlichen 9n- ieressen des Gastwirlsgewerbes vollstes Verständnis entgegenbrachte, ein Ergebnis erreicht, mit dem man sich einstweilen zufrieden erklären könne. Er (Red- ner) sei von dem Sachbearbeiter im Hess. Ministe- rium des Innern, Oberregierungsrat Knoll, aus- drucklich ermächtigt worden, folgendes zu erklären: stein Gastwirt wird bestraft werden, wenn er den Lierausschankprels jetzt nicht senkt und seine Entscheidung zurückstellt, bis eine endgültige Regelung dieser Jrage erfolgt ist. Wenn bet Preissenkungskommissar wegen Verweigerung der Preissenkung bestrafen will, kann dies nur durch die Regierung geschehen, diese wird sich aber dafür einfetzen, däh in keinem Aaste wegen Beibehaltung des bisherigen Blerpretfes Bestrafung erfolgt. Bei trief er Sachlage empfahl der Redner dringend. im gegenwärtigen Augenblick von dem als Abwehrmohnahme ins Auge gefotzten Dierstreik abzufehen, do bei der verständnisvollen und entgegenkommenden Haltung der Hesi.schen Regierung eine Notwendigkeit zu diesem Streik zur Zeit nicht bestehe. Der Redner warnte auch davor, sich etwa aus parteipolitischen Dründen in einen Streik zu begeben, ober parteipolitische Bestrebungen tn die rein beruf-ständisch« und winschaftlich« Organisation hineinzu- tragen. Das Dastwirtsgewerbe werde jetzt gut tun. wenn eS zunächst den 2 0. März abwarte, um zu sehen, ob di« von der ReichSre^ierung z u- gefagt« Diersteuersenkung etntrete ober nicht. Man erwart« bestimmt, datz da» gegebene Versprechen erfüllt werb«, sollt« bas nicht ber Fall sein, so werbe man auch vor dem schorssien Abwehrmittel, dem Dierstreik, nicht zurück- schrecken. Die ausfchlutzreichen Darlegungen deS Redners wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Aussprache war sehr lebhaft und gab einer ganzen Reihe von Rednern Anlaß zur Meinunasaußerung. Auf die einzelnen Reden näher einzugehen, ist uns mit Rücksicht auf die beschränkten Raurnoerhältnissc nicht möglich. Zusammenfasienb ist zu berichten, datz an ber gegenwärtigen Höhe des Bierausschankpreises nicht bas Dastwirtsgewerbe die Schuld trage, dafür vor allem die gewaltige Erhöhung der Sier ft euer, die heute etwa 22 bis 23 Mark pro Hektoliter ausmache, verantwortlich sei. Ferner müsse auch die exorbitante Höhe der übrigen Steuerlasten des Gewerbes berücksichtigt werden. Weiterhin wurden gewisie Beanstandungen der Preispolitik ber Brauereien laut, wobei man namentlich einen geringeren Bierlieferungspreis von Brauereien in Darmstadt und Friedberg gegenüber anderen Bewirten Oberhefsens hervorhob Ferner wurde von Dem Hauptredner noch klargestellt bah bei bet gegenwärtigen Sachlage bk Gastwirte nicht nur ble bisherigen Bierpreise beibehalte«» könnten, sondern auch zum Aushang von Preisschildern nicht gezwungen seien. Ber lokalen polizeilichen Anordnung stehe in beiden Fällen die obenerwähnte Stellungnahme der Re- ?ierung entgegen wenn auch die bisherigen Der- andlunaen mit Der lokalen Polizeidienststelle nach dieser Richtung hin unbefriedigend gewesen seien. Verhandlunaen mit der Stadtverwaltung wegen einer Ermäßigung ber Bierfteuer führten nicht zu dem erhofften Erfolg, ba btt Stadt bei ihrer Finanzlage auf diese Einnahme nickt verzichten könne. Einstimmig kam die Versammlung zu dem Ergebnis, den Empfehlungen des zweiten Ber- bandsvorsitzenben Döring folgend, an dem bisherigen Bierpreis fest zuhalten und von einem Bier ft reit zunächst abzufehen, Im Vertrauen darauf, daß die Zusage ber Reichs- regierung. bic Biersteuer vorn 20. März ab um 7 Mark zu ermäßigen, elngelöst wirb. Aula deS Gymnasiums (Südanlage) am Samstag, 27. Februar, 15 Uhr, halten wird. 3n diesem „Fall" — so schreibt man uns — handelt eS sich um ein höchst bedeutsames religiös-sittliches Problem, zugleich auch um das Prinzip der Lehrfreiheit unserer Hochschulen. Es darf darum auf ein lebhaftes Interesse für diesen Vortrag gerechnet werden. Zu ihm ist jeder, dem es um eine Klarstellung zu tun ist, willkommen. (Siehe gestrige Anzeige.) — Kulturfilm« im Lichtspielhaus Bahnhofstraße. 2lm Sonntagvormittag kommen im Lichtspielhaus Bahnhofstraße wieder einige Kulturfilme zur Aufführung. Der erste Film führt nach Locamo und in das Maggiatal, in enge Gasten und malerische Winkel der ober- italienitaen Städtchen dieses Gebietes, in die Basilika des hl. Victor in Muralto, sowie in die landschaftlich reizvolle Umgebung. Ein zweiter Film bringt den Besuchern das Wunderwerk deutscher Technik, den R'.esendampfer .Bremen", nahe. 3m Filmbild hat man Gelegenheit, den Stapellauf. di« Taufe, die Vorbereitungen zur Ausreise, zu sehen, das Schiff in feinen wesentlichen Teilen kennenzulemen und einen Katapultstart deS Postflugzeuges zu beobachten. Sin dritter Film führt nach Zürich, an den Züricher See, im Flugzeug über die Stadt, in die alten Zunfthäuser, in die älnioerfität. die Technische Hochschule, in Die Volkssternwarte, zum Strandbad, nach dem Sihl- tal und seinem Wildpark, nach Ginsiedeln zum Wintersport und in die Landschaft der nächsten Umgebung von Zürich. Die Vorstellung beginnt, wie stets, um 11.15 Uhr. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. • Weitere starke Zunahme der Wohlfahrtserwerbslosen in Hessen. 3m Volksstaat Hessen find nach den neuesten Ermittelungen des Hessischen Landesstatistischen Amts die von den Arbeitsämtern anerkannten, bei den Bezirksfürsorgestellen gezählten Wohl- sahrtSerwerbslosen gegenüber dem Vormonat von 36 033 aus 39 164 am 31.3anuar gestiegen. Um die gleiche Zeit des Vorjahres waren 23 514 Wohlfahrtserwerbslose ermittelt worden. ” Herrenlose Fahrräder. Bei der Kriminalabteilung sind nachstehend ausgeführte Fahrräder sichergestellt, die herrenlos aufgefunden wurden: Herrenrad Marke „Brennabor", Herrenrad Marke ./Torpedo". Herrenrad Marke ..Opel", Herrenrad Marke „Kayser", Herrenrad Marke ..Patria". Herrenrad Marie unbekannt, schwarzer geschweitzter Rahmen, Herrenrad stark abgenutzt. Bereifung noch gut erhalten. Herrenrad mit schwarzem Rahmen und Karbidlaterne, Herrenrad mit gelben Felgen und roten Oummi- griffen, Herrenrad mit schwarzem Rahmen und gelben Felgen und ein Damenfahrrad Marke „Mifa". Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden gebeten, während der Bureaustunden bei der Kriminalabteilung Zimmer 63 vorzusprechen. •• Fahrraddiebstähle. Der Polizeibericht teilt mit: Rachstehende Fahrräder wurden in der letzten Zeit hier gestohlen: Herrenfahrrad Mark« .Kurmann", Fabriknummer 20 136, Herrenrad Marke.Raumann-Germanla". Fabriknummer 10 21116; Herrenfahrrad Marke „Lhattia" mit schwarzem Rahmen, gelben Felgen und Komet- frcilauf; Damenfahrrad Marke „Goldrad" mit schwarzem Rahmen, schwarzen Felgen und grauer Bereisung. Für das Raumann-Germania-Rad blieb ein Kurmann-Rad mit schwarzem Rahmen und gelben Felgen am Tatort stehen. — 3n den letzten Tagen wurden vor dem Arbeitsamt eine elektrische Fahrradlaterne, gezeichnet B. D., aus einem Vorgarten in der Marburger Straße ein Dynamo Marke „Bauer" und aus verschiedenen Gartenhäuschen Am Rodtberg einige HandweriS- zeuge entwendet. *e .FrühlingSfahrt zum Mittel- meer.“ 3n der Reuen Aula sprach am Montagabend vor vielen Zuhörern im Rahmen einer Veranstaltung deS Kaufmännischen Vereins und des OrtSgewerbevereins Dr. phil. Kaufmann über eine Reife nach dem Mittelmeer. 3n über zweistündigem Vortrag wußte der Redner viel Wissenswertes zu erzählen. Er gab zunächst eine impressionistische Schilderung einer solchen Fahrt, die er dann in systematischer Betrachtung aller Etappen von Genua aus vor den Zuhörern auf» rollte. Er erzählte von der eindrucksvollen Schönheit der Aetna, den llassischen Stätten Siziliens und der Pracht deS MeereS in diesen Breiten: er schilderte weiter Griechenland und Athen, die Stadt und die großartigen Bauwerke der Akropolis: er lieft vor dem geistigen Auge seiner Zuhörer in großen Hmriffen Vergangenes lebendig werden und gab gleichzeitig einen äleberblirf über die gegenwärtige politische Situation auf der Balkanhalbinsel. Weiter führte er feine Zuhörer an den Bosporus, nach Stambul, vor und in die Hagia Sofia, in das rege Leben der Straften dieser orientalischen Stadt und gab in interessanter Gegenüberstellung der Gegensätze einen Einblick in daS Wirken Kemal Paschas, der in der Türkei bekanntlich grundlegende Reformen deS öffentlichen und privaten LebenS durchführte. Don besonderem 3nteresse waren ferner die Darlegungen über Land, Leute. Wirtschaft, Kultur und Geschichte Palästinas; er vergatz auch nicht, der dortigen deutschen Ansiedlungen Erwähnung »u tun. Den Abschluft des VortragS bildeten die Ausführungen über Aegypten; auch hier gab der Redner einen Einblick in das Wesen der Dinge, in das merkwürdige Land und seine uralte Kultur, in daS aufstrebende Wirtschaftsleben und die auch dort nicht unbekannten Krifen. Rach einem Besuch der Pyramiden, der Königsgräber usw., nach einer Schilderung von Kairo führte Der Vor- trauende seine Zuhörer entlang der Adriattschen Küste nach Venedig und damit in daS Abendland zurück, das man für kurze Stunden im Geiste verlassen hatte. Eine Anzahl photographischer Aufnahmen, die den Vortrag angenehm belebten, hielten daS Wesentlichste inuTiloe fest. Der Vortrag wurde beifällig aufgenommen. AlterSvereinigung 1 8 8 2/193 2. Arn Samstagabend fand im Hotel Schütz die Heber- gäbe der von der Altersvereinigung 1879/1929 gestifteten Fahne statt, wobei auch die Alters- Dereinigungen aus den 3ahren 29, 30 und 31 zahlreich vertreten waren. Die Hcbergabe erfolgte durch den Vorsitzenden der Altersvereim- gung 1931. August Baller, während Die übrigen vertretenen Altcrsvercinigungen durch ihre Vorsitzenden den aktiven Fünfzigern Glückwünsche übermittelten. 3m übrigen trugen musikalisch« Darbietungen heitere Vorträge und gemeinsame Lieder wesentllch zur Geselligkeit bei. Große ©traffammer Gießen. * Gieften. 23. Frbr Heute wurde der schwer« Autounfall, bei dem der bekannte Mufillehver Gör lach ouS Gießen fein Leben einbüftte. nochmals in der Berufungsinstanz verhandelt. Der Verunglückte fuhr im März vorigen 3ahres abends in der Dunkelheit mit feinem Fahrrad von Dieften nach Heuchelheim Mnicrweg» wurde er von dem Auto eines Kaufmanns aus Leun von hinten ungefähren, schwer verletzt und verstarb an Ort und 6teile. Der Autofahrer wurde vom Be- zirkSichöffengericht wegen fahrlässiger Tötung zu zwei MonatenGeiangnis oerurtetlt. Der Angeklagte legte Berufung ein. um feine Freisprechung zu erwirken desgleichen die Staatsanwaltschaft, welch« ine erkannte Strafe für zu niedrig hielt. 3n der umfangreichen, biS In die Abendstunden dauernden Verhandlung vor der Strafkammer wurde eine große Z.ihl von Zeugen und bret Sachverständige vernommen. Die Beweisaufnahme gestaltet« sich zuungunsten de» Angeklagten. Es wurde erwiesen, datz er den Musikichver bereits In größerer Entfernung vor sich gesehen, datz er aber die Geschwindigkeit seines Wagens nicht ermäftigt hat, sondern darauslosgefähren ist. Die Behauptung des Angeklagten, ber Getötete sei plötzlich von dem rechten Bankett herkom- mend vor ihm aufgetaucht, wurde widerlegt. Der Staatsanwalt führte auS, dem Angeklagten falle grobe Fahrlässigkeit zur Last Selbst wenn «s richtig fei, datz et von den Scheinwerfern zweier entaegenkommender Lastauto» geblendet worden, sv tonne ihn dies nicht entlasten. Dann hätte er eben ganz halten müssen: keinesfalls hätte er In der Dunkelheit und noch Lage der Hmftänbe mit der gleichen Defchwindigkeit weiterfahren dürfen. Mit Rücksicht auf das schwere Verschulden beantrage er 5 Monate Gefängnis. Das Berufungsgericht schloft sich in der Hauptsache diesen Ausführungen an und erhöhte die Straf« vvnzwei auf vierMonateDefängnis. Taten für Freitag 26. Februar. Sonnenaufgang: 7.20 Uhr, Sonnenuntergang: 1747 liftr. - Mondaufgang: —, Monduntergang: 8.34 Uhr. 1802: der französische Dichter Viktor Huao in DesanTvn geboren. — 1861: König Ferdinand von Bulgarien in Wien geboten. — 1871: Unterzeichnung des Präliminarfriedens zu Derfailles. Jtunöfuntproflramm. SamStag, 27. Februar. 7.20: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: »Der Untergang Karthagos", Hörbild von Alpha. 12.05 (Don Berlin!: Konzert. 13.05 (Don Köln): Mittagskonzert. 15.15: Stunde der 3ugend. 16.20: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: »Der Himmel im März und April. Unser Abendstern", Dortrag von Professor (Jbmunö Gütig. 19 (Don Wien): Haydn-Reliquien. 19.35: Dichtergalerie: Rudolf Älerander Schröder. 20.05 «Don Kassel): Bunter Abend. 23 bis 24. Tanzmusik. Die Wetterlage. 0-rfortri!oi(S eenrr ® nn» e-dc«t ® Nenig •otaet't e*te<* • ■ ' c. y - tekhltr Ott y Sufllud-f',1 (5 MurewUt! "erstell Olt ereilt fliegen »it dem Winde Oie eoden Itebonea dienenden Ze» len (jeden e < Temperatur in Pie t rn rerDmdto One eit fltr'.htm •ul neereimreiu emetrecBoeien lukdrutu Leerte rvorautzsage. lieber Rorddeutfchland und namentlich in dem Äüftcngcbiet ist mildere 2uft vorgedrungen, durch Deren ein luß sich Eintrübung und einzelne Schneefälle einstellten. Unser Gebiet, beyerrscht vom hohen Druck und kalter Lust, erhielt heute Aacht- froft bis zu —6 Grad. Da die Störung über Finnland und der Rordsee sich feit gestern abend wieder abgeslacht hat. dürfte keine stärkere Beeinflussung bis nach Mittel- und Süddeutfchland erfolgen, sondern nur zeitweise Bewölkung auftreten. 3m wesentlichen hält der Hochdruckeinfluh rwch stand, so datz ferner nächtlich« StrahlungS- fröste ein treten. Aussichten für SamStag Roch Rächt- frost, dunstig oder leicht wolkig, sonst aufheiternd, trocken. Lufttemperaturen. Am 25. Februar, mittags: -- 0,5 Grad Dell. obendS: — 1,7 Grad Tel. Am 26. Februar, morgens: — 5.3 Grad Cels. Maximum: -- 2.0 Grad (Self., Minimum: — 5.9 ®rab Eeis Sonnenscheindauer: 41/< Stunden. Amtliche Idinterfpartnachrichien. Vogelsberg, choherodskopf: Klar, ml« nus 12 Grad, 10 cm, im Wald 15 em Pulverschnee» Spo«Möglichkeit im Wald gut. Schwarzwald, Feldberg. Klar, minus 11 Grad, 35 cm Pulverschnee, Sportmägllchkeit sehr gut. Alpen, Garmisch-Partenkirchen, «klar, minus 12 Grad, 25 cm Pulverschnee, Sparlmöglsch- keit sehr gut. 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Don * # * Unser Pariser '-Mitarbeiter. der uni erst Anfang Februar drei aufschlußreiche Aussätze gefanbt hat. schielt uns angesichts be» unendlichen Ernste» der europäischen Situation zwei weitere Arbeiten. Der Der- sasser, welcher gerade in dieser gespannten Epoche in Pari- lebt und dort täglichen Kontakt mit politischen Menschen hat. sieht natürlich viele Dinge kühler und distanzierter al» der Inland-Deutsche, den, die unerhörten Sorgen und da« innnenpolitische Durcheinander den Dlid oft genug trüben. Und cS ist vielleicht noch nie so nötig gewesen wie gerade jetzt, das, jeder Mensch, dem da» Wohl und Wehe Deutschland» am Herzen liegt, sich einmal srei mache von den gciuhlSmäs'igen Bewertungen der Lage — und seien diele noch so begreiflich, ja noch so berechtigt — und nicht» andere» sehe al» die Wirklichkeit in ihrer ganzen Härte und ganzen Schärfe. Wir geben den nachsolgenden Erwägungen Roum, weil wir wissen, welcher niemals ruhenden Sorge um do» Schicksal Deutschland» und damit der acsamten europäischen Kultur sie entspringen. I. Pari», am 22. Februar 1932. Wie man sich auch wende und wie man sich drehe, immer wieder stößt man — bei der Erwägung der europäischen Lage - aus den einen und einzigen Schlülselpunkt: die Frage der deutsch - sranzösischen Beziehungen. Ich habe dieser luge einen sehr klugen und mit deutschen Derhältnissen vorzüglich vertrauten sranzösischen Diplomaten sagen hören, daß er die außerordentliche Verschlechterung der deutsch- französischen Beziehungen deswegen nicht bedauert, weil sie beiden Dölkern einen wahren Schrecken einjage, die für beide gleich grauenvollen Eventualitäten einer neuen kriegerischen Verwicklung vor Augen führe - und also alle denkenden Menschen diesseits und jenseits der Grenze einfach dazu zwinge, etappenweife eine erträgliche Ausgestaltung de» beutsch-sranzosischen Verhältnisse» herbcizusühren. Sollte tatsächlich die ttr- kenntni» der Rotwendigkeit, der Unerläßlichkeit, eine solche Wirkung haben, so könnte man da» augenblickliche Regativ ja schließlich in Kauf nehmen. und ebenso alle üblen Folgen, die e» gerade für Deutschland gehabt hat. Aber die Sorge, daß sich diese» Regativ bi» zur Unerträglichkeit, lln- behebbarkeit unter dem Druck der öffentlichen Meinungen in beiden Ländern noch verschärfe, scheint mir doch noch vorherrschend - - und ich bin - - bei dem augenblicklichen Stand der innerpolitischen Dinge, sowohl in Deutschland al» auch in Frankreich, nicht durchaus davon überzeugt, daß die Vernunft sich wirklich Geltung verschal en unb unzweideutige Resultate zeitigen könne. Die große nationale 'Bewegung, welche heute durch ganz Deutschland geht, Hot sich in der Epoche ihrer sichtbar werdenden Evolution zu sehr der Kampfrufe gegen Frankreich bedient, um heute die Geister, die sie geweckt hat. ohne Schaden für sich selbst, durch Vernunft bannen zu können., und da» saturierte französische Ruhebedürsni» (wer Deute verschlungen hat, will verdauen), hat sich zu sehr in den Glauben einlullen lassen, ein fo mangelhafter und bösartiger Vertrag wie der von Versailles könne tatsächlich die unabänderliche Basi» einer neuen europäischen Ordnung bedeuten. Selbstverständlich gibt es eine große Anzahl denkender Franzosen, welche loyal genug sind, die Mängel und die Unhaltbarkeit de» Versailler Vertrages ruhig zuzugeben. Aber wie schwer effektiv eine Abänderung ist, welcl)en unberechenbaren Erschütterungen f e in Europa und Rasputins Wiederkehr. Dvn Stiir Dassel. Da» war vor fünfzehn Iahren, in Zarskoje Selo, in der Residenz des Zaren, wenige Wochen vor der Zertrümmerung seines Throne». als ich in ein Paar Augen f ah. die ich nie vergeben werde. In die Augen Grigori RafputinS. Vierzehn Tage vor feiner Ermordung.... In ganz Rußland, überall, sprach man von dem seltsamen mächtigen Manne im Flüsterton. Er wurde gehaßt, dieser Mann, den man nicht kannte, von dem man so gut wie gar nicht» wußte. Am stärksten im Ollizierkorps — hier aus dem Empfinden heraus, daß er Schatten auf die DotteSgnadenkrone wart. Hier, in Zarfkoje Selo, bekam ich näheres zu hören: Rasputin — wie sonderbar, wörtlich übersetzt bedeutet der Raine .Wegelosigkcit" - der sibirische Dauer auS dem kleinen gottverlassenen Dorf Pokrowskoje, der Analphabet, war in unglaublich kurzer Zeit nach einem Debüt im Salon der Gräfin Ignatjew der Elou der hvperdekadenten Damenzirkcl Petersburg» geworden. Seine Verehrerinnen behandelte er so, wie sie eS verdienten Rasputin» Lächeln erhob. se,n Unwillen konnte töten, er ernannte, befahl. Dann sah ich ihn selber: Ein älterer Kamerad. Oberst S., und ich wurden zu einer Ein- weihungSfeier — e» handelte sich um eine Palast-Dependance — geladen. Einige zwanzig Personen waren anwesend. Hofchargen. Priester. Beamte. Plötzlich ging ein Raunen. Flüstern durch den Saal: .Er wird kommen, hat sich im letzten Moment entschlossen....!" Cs war. al» wenn eS der Zar selber wäre. Oberst S. wurde bleich bis an die Lippen und zischte. .Ich gebe ihm nicht die Hand, dem Hund, mag kommen, was da Willi..." Im selben Augenblick im Vorraum eine tiefe fonotc Stimme, Unb dann erschien Grigori Rasputin im Saal. Helles Schneelicht flutete herein und lieh alle Einzelheiten deutlich erkennen. Sine kräftige Gestalt in Mittelgroße, ein hogereS derbeS Bauerngesicht. lange» strähnige» Haar, dunkler Bart. Gekleidet war er in ein dunkle» Ruffenhemd. umgürtet mit einer geflochtenen Seidenfchnur. Auf der Brust ein klobige» Goldkreuz an schwerer goldener Kette. Die breiten, weitausladenden Pluderhosen staken in hohen Stiefeln. Sr bekreuzigte f ich zuerst gegen die Ecke hin, zum Arrangement von Heiligenbildern, bann darüber hinaus Hervorrufen könnte, da» werden sie fich auch nicht verhehlen. Da» wird fich auch fein Deutscher verhehlen, sofern er nicht vergißt, daß an Versailles ja nicht nur Deutschland und Frankreich, sondern noch eine ganze Reihe anderer Rationen beteiligt sind, Deren Stimme in die Waagschale fällt Wenn in der Frage der Reparati onen England und Italien auf Seiten Deutschland» zu finden sind: so ist e» natürlich deshalb, weil ihrer beider nackteste» Inieresse cs verlangt, baß Deutschland nicht ökonomisch und finanziell zu Gunsten Frankreich» ruiniert werde . . Wie sich aber die Lage gestalten würde, wenn durch radikale Aenderung de» Vertrage» von Dersaille» Deutschland große neue Ausst egmoglichkeiten ge- feben würden da» ist. ganz besonders was Eng - and anbetrifft, eine ganz andere Frage Man hat, wenn man die Acußerungen de» deutschen Durchschnittsmenschen h.rt, daS Ge- sühl. daß in Deutschland der englischen Politik gegenüber dieselbe Blindheit herrscht, wie vordem Krieg. Immer und immer wieder läßt sich der Deutsche durch daS Rebensächliche fangen, immer und immer wieder fällt er auf Gesten herein, deren Sinn er nicht durchschaut, immer und immer wieder wird er Opfer gewisser Stimmungen und Reigungen, die vielleicht raffen- und blutmäßig begreiflich, aber in ihrer politischen Auswirkung einfach verderblich sind. Wenn ein paar Schwätzer. die eben einmal die Rase nach London hln- eingesteckt haben, nach ihrer Rückkehr enäf)Len, in England sei ein wahrer Franzofenhas, fo glaubt er solchen Blödsinn und freut fich wie ein Schuljunge. Denn ihm daS gleiche aus Italien berichtet wird, so sieht er schon die Einkreisung»- front gegen Frankreich geschlossen — vergißt aber vollständig, wie sehr er l e l b ft von Frankreich und feinen Trabanten eingekreist im Herzen Europas liegt. Er greift natürlich - da man c» ihm fo beigebracht hat und da e» ihm Tag für Tag in Reden und ZeitunaSaussätzen serviert wird - auf die berühmte .Geschichte" zurück (welche, trotz Schiller alle» andere al» die Lehrmeisterin der Menschheit ist), und zaubert sich ein neues 1813 an die Wand Er verbaut sich systematisch die klare Aussicht in die politische Gegebenheit, nimmt seine Wünsche für die Wirklichkeit und ahnt nicht, daß er auf solche Art der Wegbereiter seines eigenen Untergänge» werden muß. Es ist weiß Gott eine undankbare Ausgabe, gerade im Augenblick der heutigen Erregbärkeit der Gemüter, diese Dinge mit der ganzen Unerbittlichkeit der Einsicht bei ihrem rechten Ramen zu nennen! ES genügt eine einzige Unbesonnenheit verworrener Heißsporne: und da» nie mehr gutzumachende Unglück ist da. Es genügt ein einziger zündender Funke falscher deutscher Romantik, und Europa brennt von neuem auf: und mit ihm, in seinem Herzen. Deutschland, daS von allen Seiten eingeschlossene. Dann sei auch Frankreich nerlcren, tagen Träumer. Rein: dann hat Frankreich. waS seine tollsten Chauvinisten sich nie hätten träumen lassenI Dann hat Frankreich, was feine gehässigsten Reaktionäre heimlich wünschen: einen Anlaß! Alle deutschen Politiker haben gesagt, daß an einen Krieg nicht zu denken sei. Die der Rechten, die der Mitte, die der Linken. Die um Hugenberg, die Harzburger, die um Hitler und Hitler selbst, der sehr viel weniger romantisch erscheint, als die ihn aöorierende Iugend. Gut. Gut und selbstverständlich. Aber dann sorge man dafür, — c» ist höchste Zeit — daß die Welle von Hysterie in Frankreich, von Erregung in Deutschland, endlich zurückflute. bann sorge man dafür, daß der Iugend nicht Dinge suggeriert werden, die unverwirklichbar sind! Dann sorge man dafür, daß überhaupt erst einmal wieder eine Atmo- drehte er sich um und überflog die Versammlung mit schnellem, erfassendem Blick. Run sah ich seine Augen. Sah und fühlte, daß ich in die Augen eines ungeheuren Menschen gesehen habe. Eines Menschen von unglaublicher Energie. Reben mir ein kurzes unterdrückte» Stöhnen — Oberst S. schloß in diesem Moment mit seiner Karriere ab — und dann die mit lauter, heiserer Stimme hervorgestoßenen Worte: .Offiziere haben in diesem Raume nichts verloren. Ich befehle Ihnen, mich zu begleiten!..." Damit ging er durch die Totenstille des Saale» an Rafputin vorbei in betont straffer Haltung zur Tür hinaus. - Ich folgte etwas langsamer und konnte so sehen, i$ic Aasputin ihn mit einem amüsierten Tlick verfolgte — etwa fo. wie man das Groteske in der plötzlichen Unart eine» Kindes aufnimmt. Als ich nun selber an ihm vorbeidefilierte, sah ich sekundenlang in die starren Augen. Ietzt fchienen sie mir schneeweiß und tot zu sein, aber daS machte ja wohl meine begreifliche Aufregung. Schon an der Tür angelangt, hörte ich ihn mit knurrendem Lachen sagen: .Lauf' nur mit, Söhnchen, gehorchen mußt du ja, das gehört sich schon so!..." Vierundzwanzig Stunden später rollte Oberst S. an die Front ab. Plötzlicher Befehl, obgleich fein Lungenschuh durchaus noch nicht au »geheilt war... Und dann schlug die Stichflamme au» der fchwelenden ®lut; sie erschlugen den mächtüjcn sibirischen Bauern und warfen seinen Leib in die eiskalte Rewa ... In einem großen Berliner Lichtspieltheater im Westen rollt ein Rasputinfilm. Es zog mich hinein. Und dann sah ich etwas, was ich nicht für möglich gehalten hätte: absolut echte 6$enerie. Typen, Kostüme und — nun schon historisch gewordene — Einzelheiten, wie »ch sie noch niemals in einem sogenannten Russenfilm, madu in ger- many, gesehen habe! Conrad Deidt als Rasputin! Es wäre gewiß absurd, wenn ich behaupten würde, ich hätte den Blick oder auch nur feinen nicht mit Worten wiederzugebenden Ausdruck erkannt. Davon kann natürlich keine Rede fein. Aber ich kann mir nicht vvrftellen, daß eine intensivere Auslegung dessen, was ich gesehen uni) gefühlt hatte — damals, vor 15 Iahren —, möglich ist. Und da» in einem Berliner Theater, dargeftellt von einem deutschen Schauspieler, der kein Wort russisch spricht! s p h a r e geschaffen werde, innerhalb derer Politik gemacht werden kann! In keiner Atmo- fphäre Der Angst oder de» Halle» kann Politik gedeihen und zu wirklichen Ergebnissen führen. Es kommt in der Politik niemals auf bat leidenschaftliche prinzipielle Hin- und Herrechten an, sondern auf d e n E r f o I g , fei er noch fo gering Wenn man heute vermeint, über Strese- mann die Achseln zucken zu dürfen, so begeht man einen unver^e blichen Irrtum ©trefemann hatte Erfolg. Wirklichen, nicht Scheinerfolg. Richt bie raschere Rhenilandräumung verkörpert diesen Erfolg (über sic und Locarno al» Preis läßt fich sehr diskutieren) — sondern die Bereinigung der deutfch-franiofischen Atmosphäre Da» ist alle»? Run: da» ist so viel, wie sich diejenigen gar nicht träumen lallen, welche e» fertig gebracht haben, diese Atmosphäre wieder so zu trüben, daß beute kaum ersichtlich ist. wie eine neue Aufklärung des Horizontes erreicht werden soll. Erst wenn man mit offenen Augen sieht, wo wir heute wieder angelangt sind, begreift man - rückwärtsblickend — wo wir einmal waren. C» ist mehr alS naiv zu behaupten, erst die .nationale Erhebung" der Iugend habe die Regierung dahin gebracht. die Reparationszahlung zu verweigern. Dein: da», was der Franzose „la force des chu- ses“ ober auch „Force majcure " nennt, hat oen Kanzler zu einem .Unmöglich" gezwungen Die Zusammenhänge müssen, wenn man weiter kommen will, doch schließlich so gesehen werden, wie sic sind! Alle Kenner der Lage sind sich darüber einig, daß die große wirtschastlichc Krise in allererster Linie eine Vertrauenskrise ist. Der .TempS" hat über diese Frage vor einigen Wochen einen Leitartikel gebracht, der zum Besten und Temünftigften gehört, was je in dieser Zeitung veröffentlicht worden ist. Die Vertrauenskrise in Frankreich hat sich zur Katastrophe entwickelt. alS der Rachsolger ©trefemann» Herr Curtius (unter Bülows Einfluß), in der Frage der deutsch-österreichischen Zollunion den starken Mann, den .aktivistischen" Politiker glaubte markieren zu können. Es liegt uns allen noch schwer im Magen, daß er sich für feine miserabel und mit geradezu sträflicher Sorglosigkeit vorbereitete .Aktion" nicht nur in Frankreich, sondern auch in den heute schon fast al» Bundesgenossen gewerteten Ländern England und Italien eine hundertprozentige Ricderlage holen mußte Al» bann im Iuli 1931 Deutschland leine heillose Gelkstage em- gestehen mußte, als Herr Luther im Flugzeug über London nach Par,» suhr und eine Anleihe großen 5hl# wollte war ob mit Recht ober Anrecht ist gleichgültig, nur die Tatsache zählt da» Vertrauen in bie beutfche Politik s o erschüttert. daß kein französifcher Staatsmann e» hätte wagen können, dem Sparer mit dem Anlin- nen einer Anleihe für Deutschland zu kommen' Unb Frankreich wäre das einzige Land gewesen. da» eine Anleihe hätte geben können. ia bestimmt auch gegeben hätte, wenn die ruhige Linie der Streseninnn-Politck lortgelubrt worden wäre . SrfüllungSpolitik" beißt nicht Ylntertoer- fungSpolitik auf ewige Zetten. Erlullungspolltik — im Ltrefemannfchen Sinne heißt Versuch, zu erfüllen, solange alol die wirtschaftlichen Vorbedingungen deS Voungplan» tu Recht bestanden und 2i die deutsche Arbeitslosen Versorgung nicht solche Summen verschlang, daß eine Reparationszahlung ess ekt'v unmöglich wurde. Automatisch wäre die Lage eingetreten, m der der Kanzler bie Unmöglichkeit der weiteren Reparationszahlung hätte proklamieren müssen, aber die psvchologifche Situation wäre, ohne die Ikrtraucnöftörungcn. natürlich eine viel bessere geweseit. ja bretfacb besser, da England und Italien unsere Partner in dieser Frage waren Keiner nationalistischen Bewegung hätte e» bedurft, um einen verantwortungsvollen Staatsmann — fei er. wer er sei — zu einem durch die Umstände befohlenen .Rein" zu bewegen. Da» Unmögliche kann nicht gefordert werden. 6» kommt aber sehr darauf an. auf welcher psycho- logischen Basis diele» .Unmöglich" auSgesprohei, wird. Immer und immer wieder - selbst an Stellen. wo man e» nicht erwarten sollte erweist sich der Deutsche al» völlig unfähig, die franzö- fisOflrnridi, I 100 6d)UItnfl Siumanii»f Steten . . . . €direeot|d)f Sieten ..... €tbrori<« Sloten. . . . . . Gporn.tj Sloten . . . . . Ung.midx Sloten ... Bcichsdankdiskont 7 o k> 4 ®eemn« iu 5000 Di. 16 eroinn« iu 3000 Dl. 234304 277559 285929 40 ®tt>inn« iu 2000 DI 112054 114047 115575 221933 256219 268485 346774 383211 388559 82 öeeinne zu 1000 DI. J. B. HA USER, GIESSEN AM OS WAL DSGARTEN Amtsgericht Gießen. Am 5. November v. 3. hat ein hiesiger Docker- meister bereit- um 4 35 Ahr Arbeiten zur Herstellung von Backwaren verrichten lassen und damit die gesetzlich«, bi- 5 Llhr andauernde Ruhepause nicht eingehalten. Darin lag ein Der st oh gegen die Paragraphen 5 und 12 der au- naheliegenden sozialen Gründen erlassenen und im allgemeinen streng gehandhabten Dervrdnung vom 23. Nov. 1918. die Arbeitszeit der Bäckereien und Kondi- ton;en betr.. der dem Angeklagten eine Geld- st r a s e von 50 M k., die im Falle der ilncin- brtnglichkeit mit 10 Tagen Gefängnis zu ver- bühen ist, einbrachte. Gr war wegen de- nämlichen DcrgchenS — um ein solches handelte es sich, nicht etwa nur um eine älebertrctung — bereit- vorbestraft. Llllerding- liegen die Dorstrafen schon eine Reihe von Jahren zurück. Der Bäckermeister gab unumwunden zu. dah zur fraglichen Zeit von seinen Leuten so, wie behauptet werde, gearbeitet worden sei, doch die- sei ohne sein Wollen und Wissen geschehen. Diese Derlei- digung konnte ihm aber nichts nützen, da er füg seinen Betrieb verantwortlich und eventuell verpflichtet ist, Dorkehrungen zu treffen, wodurch derartige ^leberschreitungen der Arbeit-zeit nach Möglichkeit auSgefchlofsen werden. Ein anderer Bäckermeister hat sich ganz des nämlichen Dergchens schuldig gemacht, seinen Einspruch gegen den ihm dieserhalb zugegangenen Strafbefehl aber rechtzeitig noch vor den 3n der heutigen Bormittaaszlehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 12 «Winut 3000 M. 1258 51409 90091 117558 150065 347027 68 etbtnne zu 2000 TL 24 54 9 51827 57523 78414 hielt . , res-H. an in haU XUbaani poltert 7 75 Mk. Spelsezlemer von 450 Mk. an herum dem Eisenbahnangeftelltcn K Mank übertragen. Weiter wurde beschlossen, den Beitrag auf der seitherigen Höhe zu belassen. Lauter, 25. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein seine Gencraloerfamm- lung ab. Den Jahresbericht erstattete der erste Dor- sitzende. 2m abgelaujenen Jahre fanden 42 Ling "linden statt, die gut besucht waren. Der Verein letzt sich aus 5 Ehren», 31 aktiven und 11 passiven Mitgliedern zusammen. Die Rechnungsablage gab zu keinerlei Beanstandung Anlast, Io vast dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte. Der Monatsbei» trag wurde von 50 auf 30 Pf. ermäßigt. Krciö Alsfeld. ch. Deckenbach, 23. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein ,.Eintracht" 1 Generalversammlung ab. Der kcit'cnbericht des Dereinsrechners lieh erkennen, dah die Kasscn- lage des DereinS günstig ist. Die Mitgliederzahl ist im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres gestiegen. Fünfzig aktive und sieben passive Mitglieder gehören dem Derein an. Ldw. S ch o l l >11.. der einzige noch lebende Mitbegründer des DereinS. wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Der bisherige Dorstand wurde wiedergewählt. .Mitio Lauterbach & Lauterbach, 23.Febr. Das Beamten» Orts- und KrciSkartell Lauterbach hielt dieser Tage seine Jahreshauptversammlung ab Der Dorsitzende, Iustizobersekretär Höll, erstattete den Jahresbericht Sodann gab der Rechner, Obersteuersekretär M 5 l i ch . d n K'ssen- bericht. Der Barbestand deS OrtSkartellS beträgt 126,62 Mark, der de- KreiSkartellS 233,23 Mark. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. 3m Anschluss daran sprach der Dorsitzende über einige aktuelle Fragen der Beamtenschaft. HerrDröh (Frankfurt) hielt einen Dortrag über wirtschaftliche Belange der Beamten. Der Dorstand wurde einstimmig w edergew h't. Postsekre ar i. R. N ö l - l c r tnu Je als Dertretcr der Pensionäre in den Dorstand einbezogen. Zu den beim KreiSamt statt- findenden Derhandlun-'en über die Senkung der Preise für Waren deS täglichen Bedarf- sollen zwei Beamtenvertreter hinzugezogen werden. Ihr* Federvieh vor dem Verlaufen, vor unlleosamen Zugntien und vor Raubzeug durch einen engmaschigen Drantxaun, er bildet auch des Nachte ein sicheres Gewahrsam. Drahtgeflechte In allen Maschen weiten, Binde- und Stachel draht sowie das riehtlgeWerkzeugfürdleAufstellungbekommende bei mir. Konfirmanden- A n^iinn Kommunikanten-H 11L U y U Qualitätsware, preiswert blau Kammgarn, Melton Mk. 16.50 1 8.50 21.- 25.- 29.- bericht ging hervor, dah der Derein mit einem Mitglieder stände von 84 (darunter 4 Ehrenmitglieder. Kriegsveteranen aus 187071) in daneue De'chäitsiahr eintrat. Die Iahresrechnung ergab an Einnahmen 432.49 Mark. Ausgaben 429,99 Mark, so dah ein Dorrat von 2.53 Mark verblieb. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt Bei der Dorstandswahl wurden folgende Kameraden neu- bzw. wiedergewählt: Lehrer Strack. , 1 Dorfitzender. Landwirt Ludwig Becker, 2. Dorsitzender! Weihbindermeister Ehr Ranft. Rechner, Landwirt Ehr.st. Wallenfels, Schriftführer- Schuhmachcrmcister Ldw. Krieb, Maurermeister Christoph Paulus, Eisenbahn- assistent Nachtigall und Rechner Form- Hais al» Beisitzer: Landwirt Andreas Wagner als Dertrauensmann für die Kriegsbeschädigten: Fuhrunternehmer L. S t o o s, Fahnen- 11° Ä chen, Ar w flu4 kann na flcfK&l EM ^Sieben Linien v fcin !» wenn m,: *? >14" Derwaltung.rat der Bcruner Handelsgesellschaft hat auf Antrag der Geschäftsinhaber beschlossen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Generalversammlung, die Dividende auf das Kom- manditkapital von 28 Millionen Reichsmark auf vier Prozent (im Vorjahre acht Prozent) sest- zusetzcn und die verbleibenden 425 010,73 Mk. auf neue Rechnung vorAutragen. • Schubert & Salzer, Maschinens a- brik AG.. Chemnitz. 3n der gestrigen AR.-Sihung wurde beschlossen, der auf den 19. März einzuberufenden GD. vorzuschlagen, auS dem mit rd. 1,98 (3,05) Millionen Mk. auSge- wiesenen Lleberfchuh eine Dividende von 10 (12) Prozent zu verteilen. Frankfurt schwach. Frankfurt a. M., 26. Febr. (WTB. Drahtmeldung.) Tendenz: uneinheitlich, eher abbröckelnd. Der heutige Börsen sreiver kehr e.öffnete in äusserst stiller Haltung. Die Spekulation bekundete aus den bekannten Gründen weiterhin grobe Zurückhaltung, zumal die innerpolitische Situation nach wie vor ein Unsicher'- hcitSmoment blieb. Da auch von den Auslandbörsen keine Anregung auszehen konnte, hielt sich das Geschäft in engen Grenzen. Die Ermässigung der Neuyvrkcr D'.skontrate machte nur wenig Eindruck. Die heute statt indende Aufsichtsratssitzung bei der AGG. mahnte zur Zurückhaltung. Die Tendenz charakterisierte sich als uneinheitlich m t e.ner unverkennbaren Deinung zur Schwache. Besonders am Elektromarkt trat dies bei einzelnen Werten deutlich hervor. ^uLG. lagen gegenüber gestern 3, Gesfürel etwa 4 und Siemens etwa 2 Proz. schwächer, während die übrigen Werte dieses Marktes bis zu 1 Proz. niedriger genannt wurden. Weiler schwach lagen auch heute wieder am Kalimarkt Durbachaktien, die erneut 4 Proz. einbühten: die Werte des Salzdetsurth-Konze.n blieben hingeaen unverändert. Don Nebenwerlen gaven Deutsche Linoleum 1 Pro-, nach. Etwas regere 11 mfat) tätigfeit entwickelte sich für Reichsbankanteile, die im Zu- L Sic selbst nahm ihr chls von meinem Besuch nämlich nicht, wenn, alte Ä* MÄ“ >rstänkmlSlosem W an. estrchtung. dah man der Arm konnte: aber : fim FaNe durchaus ÄTbatte keinen ZtocL K- * Ufa sehr schlimme' schon? Än VÄ t**S-m* Sle das? sang- '. antworieic einet « 5?* ” hinrecht- Weitere Besserung des ^eichsbankstatus. B e r l i n , 25. Febr. Nach dem Ausweisder Reichebank v o m 2 3. Februar hat sich in der dritten Februarwoche d e gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Scheck-, Lombard- und Effekten um 127.0 Millionen auf 3475,1 Mill. Mk verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -lcheck- um 105,3 Mill, auf 3144,1 Mill Mk. abgenommen, die Bestände an Reichsschahwechseln um 6,4 Mill auf 10,5 Mill. Mk zugenommen, die Lombardbestände- um 29,3 Mill, auf 158,6 Millionen Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 156,4 Mill. Mk. in die Kassen der Reichtbank zurückgefloffen, und zwar hat sich der Umlauf an Reich-banknoten um 152,0 Mill, auf 4003.2 Mill. Mk.. derjenige an Rentenbankscheinen um 4,4 Mill, auf 404,1 Mill. Mark verringert. Unter Berücksichtigung, dah in der Bericht-Woche Rentenbankscheine tn Höhe von OJ Mill. Mk. getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 23,1 Mill Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 331,8 Millionen eine Abnahme um 38,9 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- sähiaenDevisen hoben sich um 2,7 Millionen auf 10*5,5 Mill. Mk. erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 0,9 Millionen auf 929,6 Millionen Mark, die Bestände an deckungSsähigen Devisen um 1,8 Millionen auf 145,9 UltlL Mark neue 3nhaberin einer neuen Konzession. Zunächst erhielt sie gegen Entrichtung des Stempels nur eine vorläufige Zapferlaudnis, später wurde ihr aber, nachdem die BedürfniSfrage verneint worden war — in dem Orte befanden sich schon neun Wirtschaften, die kl. schlecht gehen — von der Verwaltungsbehörde die nachgesucht« Konzession versagt. Damit war auch die vorläufige Zap<- erlauonis hinfällig. Die Polizei stellte jedoch fest, dah die Anaeklagte nichtsdestoweniger den Wirt- schaftsbetried weiter ausüdte. Hierüber zur Rede gestellt, verteidigte sie sich damit, der Ablehnung-- KM A'ZK i'ÄLö?. ‘Ä'jgS unter 5er n den einzelnen MetbVtTinTS WJ« Musikstücke, kl, IM Durgevneistcr Diejer Ifl9e hielt Obst. Kn hm einen JJortr g bau • Besonders wies.? pslanzungen stark auftre» p °mpsohl die Spritzung lmcum. An den Aarlraa prache an. - Der Kreis, nownfter und 12. Dejem» 'urgermeisterwahl ’t Da gegen dieses Urteil rsolgte, beschloß der ®e> Wahl am 20. März vor» !br. Am Camitag sand Sammlung der Spar- 1 statt. Dem Geschäft-» >an. L. Sommerlad die Genossenschaft, trotz vergangenen Jahre, eine lung genommen hat. Dir )2 Mark auf 102 (54 M rzahl ist von 93 auf 130 nö und dem Au'sichtsrat 'lung erteilt. Das fat» de Dorstand-mitglied, Schisfnie lSiesten) rwi.hlt, M'Wm tou-.» llitgl.eder deS AMchitz» d VH. und Karl Kaspar , wieder in den Auisichti» »erstorbene Dvrstandsmit» vrfter a.D. Hh-Koch II. I Aufstchtsrais Ä. Ära» und zum Kontrolleur ge» hch. Stein II. zum Auf» n. ______ Oöft-n.SflrtenDdüoe. ein Sieben Sonntag, den 28.Februar, nachmittags 3% Ubr, im Laote von iZaulstiw, Bohn» bosstrasse 57 — Eingang durch den Hof: SWMMHIlW Rechnuugsbericht (^gnwiungswablen zum Vorstand Bortrog oon 6artnünfD?ttor EHnelt tön Gemüse- Atantbttttn, orten Vergütung nnö Betörnpfnng Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. nach der gestrigen Rede des Reichskanzlers, die etwas überraschend gekommene Diskontermähigung in Neuyork und die 4prozentige Dividendenerllärung )G. verwies, zeigte sich zu Beginn des offiziellen Freiverkehrs keine einheitliche Tendenz. Die bevorstehende Abstimmung im Reichstag, die heutige Bilanzsitzung der AEG. und eine abermalige Kupserpreissenkung waren Unsicherheits» faktoren genug. Außerdem fand das gestrige energische Bekenntnis des Zlanzlers zur Aufrechter» haltungdeL deutschen Währung, das er in seiner Rede zum Ausdruck brachte, und sein (Ein- setzen für eine gemäßigtere Deflation^» Politik viel Beachtung. Rein technisch drücken wohl auch die jetzt fast täglich stattfindenden Der- fteigerungen von Wertpapieren auf die Kurse. 3m allgemeinen ist zu sagen, daß der Ordereingang bei Bekanntmachung. Die Fuhrleistungen des Städtischen Hochbauamtes für Rechnungsjahr 1932 sollen neu vergeben werden. Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich ist, sind bis zum 1543V Freitag, den 4.2Jlän 1932, vormittags 10 llhr, hier einzureichen. Gießen, den 25. Februar 1932. Stöbt Hochbauamt. ® r a o e rt 3 Allendorf. (Ld a ), 24. Febr. Dieser laae Derhandlungen zurückgezogen, so dah es bei der ielt der hiesige Ä t i e g e r D ej e i n jc.nc 3atz- in diesem Falle fertgJcqien Strafe verbleibt den Banken heute etwas zugenommen hat. und daß die Umfapläiigfeit zu Beginn der Börse etwas großer war. als gestern. Ipater jedoch nach Erledigung der Orders wieder nachließ. Wahrend sich $unäd)ft nur Abweichungen von 0.5 Prozent zirka nach beiden Seiten ergaben, bröckelten fpater die Kurie aUacmem etwas ab. Pie Mangel des Frei- ocrkehrs scheinen übrigens langsam überwunden zu werden. An den einzelnen Märkten war heute folgendes zu bemerken: cdiiffahrtsaftien und Aerkehrswerte waren nur unwetentlich reranbert, bröckelten aber im Verlaufe überwiegend etwas ab, Reichsbankanteile waren weiter gefragt, bei ersteren regten die ziemlich guten Abfchiußzifscnn an. bei letzteren Di- videndehotinungen. Ztunstseidewerte waren behauptet. Don Montanpapieren zogen Rheinische Braun» kohle etwas starker an, von Maltroerien waren Bur- bad) schwach, oon -lektropapieren buhten Gestürel und AEG. •mehrere Prozent ein. Auch Berliner Straft und Licht gingen im Verlaufe um 2 Prozent zuruck. Valutapapiere waren heute rückgängig, besonders Svenska lagen schwach und unterschritten wieder die Parigrenze. Festverzinsliche Werte über» wog Abgabenneigung, die Kursrückgänge gingen über K Proz. hinaus Reichsschuldbuchforderungen konnten sich nach schwächerem Beginn wieder befestigen. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche. 5d)t»ctnemarh in vtzrünberg Grünberg, 25 Febr Der neu eingefübrte Februar-Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 194 Ferkeln zu verzeichnen Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bi- fechsi Wochen alt 13 Mk.. 6—8 Wochen 15—18 Mk., 8-13 Wochen 20-26 Mk. Tendenz: lebhaft. Lchwetnentarlt in Lbtylar. < Wetzlar, 25. Febr. Dar gestrige Schweinemarki war mit 392 Ferkeln und 21 Läufern beschickt. Anfangs war der Handel schleppend. später lebhafter. Die Preise zogen bedeutend an. Der Markt wurde geräumt 'S» kosteten 5—6 Wochen alle Ferkel 15—16 Mk.. 7 8 Wochen alte 17-21 Mk.. 9-10 Wochen alte 22-23 Mk. je Stück. Für Läufer und Springer wurden bi» zu 30 Mk. je Stück bezahlt. Gewinnauszug 5. Klasse 38. Preußtsch-Süddevlfche (264. Preuß.) Staats-LoUerie Sichern Sie^ 25 .Vtbninr 26.^rtnior ZmtlKhr Sotitruna SmtlidK IRchtrumi CNH» »rir <^elt> »rttf bdliBglon . fclrn 6.633 49.95 6.647 50.05 6.653 49.95 6.667 50,05 l'tag . . 12.465 12.485 12.465 12.485 VutapeB . 56.94 57.06 56.94 57,06 ko Na . . 3.057 3.063 3,057 3.063 ('.’.lanb 169.93 170.27 169.93 170,27 Ctlo 79.27 79.43 79,27 79,43 eoptnbcgcs. 80.57 80.73 80.72 80.88 klockdolw 80.87 81,03 60.92 81.08 London . . 14.64 14,68 14.64 14.68 Cufni’i atm 1.028 1,032 1.028 1.032 W tu cod 4.209 4,217 4.209 4.217 tlrtfld . . 58.59 58,71 58.64 58,76 Italien . . . 21.88 21,92 21,88 21.92 tarti . . 16.57 16,61 16,57 16.61 81.99 82,15 81.98 82.14 Gpanitn 32.67 32.73 32.67 32,73 Tanjtg 82.02 82.18 82.02 82.18 ^ap