Ich bei normales politisches Leben Der» Ich habe Parteien für nie ein Die Berücksichtigung des Handwerks im Arbeitsbeschaffungsprogramm. Ach begrüße es deshalb, wenn auf der Tagung Des ADGB. Herr Abgeordneter Tarnow die Bereitschaft der Gewerkschaften erklärte, dem wirtschaftlichen Teile des Regierungsplanes die Chance zuzubilligen, feine Brauchbarkeit unter Beweis zu stellen. Denn nur durch die willige Mitarbeit unseres ganzen Balkes kann das Werk der Krifen- uberwindung gelingen. gebung dieser Arbeiten, soweit es technisch irgend möglich ist, Handwerk und Mittelstand heranzu- zrehen. 2l,uch die Steuer gutscheine und die Besch ä f t i g u n g s p r ä in i e werden dem Handwerk erhebliche Vorteile bringen, die für den Handwerker von entscheidender Bedeutung sind. Die Beschäftigungsprämie wird insbesondere auf Die mittleren Betriebe belebend wirken. Gerade beim Handwerk ist eine Möglichkeit zu Neueinstellungen, besonders für Hausreparaturen u. dgl. vielfach gegeben. Ausdrücklich ist bestimmt, daß Anspruch auf die Beschästigungsprämie die Unternehmer sämtlicher gewerblicher Betriebe haben. Damit werden die reinen Privatbetriebe, insbesondere auch das deutsche Handwerk, vor den Privatwirtschaftlichen Betrieben der öffentlichen Hand begünstigt. 3n diesem Zusammenhang kann ich Ihnen Mitteilen, daß die Reichsregierung zur Zeit eine Verordnung vorbereitet, die die Wirtschaftsbetriebe der öffentlichen Hand einer periodischen Prüfung unabhängiger Stellen unterwirft und eine Einschränkung der privatwirtschasllichen Betätigung der öffentlichen Hand zum Ziele hat. Grundsätzlich steht die Reichsregierung auf dem Standpunkt, daß die wirtschaftliche Betätigung der öffentlichen Hand sich auf die Betriebe und Produktionszweige beschränken soll, deren Bedeutung für das volksganze so groß und deren Struktur so einfach ist, daß sie zentral bewirtschaftet werden können. Die Zeiten, da man tatenlos beiseite stand, in dec von parteipolitischen Rücksichten diktierten stillen Hoffnung, der andere werde mit seinen Plänen Schiffbruch erleiden, müssen vorüber sein. Ganz zu Anrecht werde der Reichsregierung vor- geworsen, ihre Sorge gelte in erster Linie der Grohherrschaft. Ein solcher Vorwurf verkennt völlig die enge Verflechtung, die alle Zweige deo Volkswirtschaft miteinander verbindet. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm wird aber für die f mdwerkliche Wirtschaft nicht nur den mittelbaren Ruhen bringen, sondern es werden in Auswirkung des Programms gewaltige Summen an Aufträgen dem Handwerk unmittelbar zufliehen. Die öffentlichen Stellen sind bereits mit der Erteilung beträchtlicher Aufträge vorangegangen. Insgesamt werden von ihnen in den nächsten Monaten 3/< Milliarden Reichsmark in Aufträge gegeben werden. Pläne für weitere öffentliche Arbeiten, die in großem Umfange von den Kommunen vergeben werden sollen, sind in Vorbereitung. Mit Rachdruck wird darauf hingewirkt, daß alle beteiligten verantwortlichen Behörden und Stellen bei der VerAnnahme von Huje.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- blameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den Übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An- zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Berlin, 24. DH. (TU.) Auf der Dbermei. ftertagung des Berliner-Märkisch^ n Handwerks sprach heute Reichskanzler von Pa pe n. Er führte aus: Ich betrachte es als meine Aufgabe, auch vor Ihnen in erster Linie die Grundgedanken der Wirtschaftspolitik der Reichsregierung zu entwickeln. Seien Sie versichert, daß alles, was das Handwerk und den Mittelstand in dieser schweren Notzeit bewegt und bedrückt, offenes Ohr bei uns findet und uns Veranlassung gibt, nach Linderung und Abhilfe zu suchen. Deutschland Hai keinen Kaum für einen Karieienstaai. Oie Frage der öfaateform fleht nicht zur Debatte. Der Regierung wird vorgeworfen, daß sie einen bekannten Warenhauskonzern gestützt und damit gegen die Interessen des Mittelstandes gehandelt habe. Das trifft nicht z u. Die gute alte Tradition des Handwerks geht aber über das rein Wirtschaftlich-e hinaus. Rein, meine Herren, nur aus innerster Lieberzeugung, nur aus dem Glauben heraus, läßt sich die Ausgabe lösen, ein Volk zu führen. Ich bin zu Ihnen gekommen, weil ich in den Vertretern des Handwerks etwas anderes sehe als nur die Vertreter irgendeiner Devölkerungs- schicht. Das Handwerk hat die Eigentümlichkeit an sich, daß es keine Arbeitsmarktpartei darstelt, sondern einen Berufsstand. Wer die marxistische Idee des Klassenkampfes ablehnt, wird in der Ausgestaltung der Berufsstände und der Arbeitsgemeinschaft den Weg zur Volksgemeinschaft finden. , fannt. Aber es wird Zeit, daß die zur Führung der Gesinnungsgemeinschaft Berufenen endlich einmal die individuelle politische Wil- lensbildung wieder Herstellen. Wir sehen unsere Ausgaben darin, unsere sozialen und Politischen Einrichtungen wieder aufzubauen und au befestigen, worin eine neue unerschütterliche Grundlage für die Rechte des Volkes gelegt wird. Wenn man der Regierung vorhält, jetzt sei keine Zeil für eine verfassungsrefocm, ein so großes Derk müsse man verschieben, bis die deutsche wirtschaft wieder gefestigt sei, so stellt diese Auffassung die Dinge auf den Kops. Kein! Die deutsche Wirtschaft wird nicht gefestigt werden können, roenn nicht gleichzeitig gefestigte politische Verhältnisse hergestellt werden. Und man wird den politischen Verhältnissen keine feste und dauerhafte Gestalt geben können, roenn man nicht die Fehler beseitigt, die unsere Verfassung in den letzten 13 Jahren gezeigt hat. Eine Dertassung soll dem Volkswillen die Wege weisen zur verantwortlichen Mitarbeit an der Leitung der Geschicke von Staat und Volk. Der Wille des Volkes kann, aber in einem passen. Auch der letzte Kreditnehmer kann dann mit verringerten Produktionskosten rechnen. Ich muh hier eine Behauptung richtig stellen, die ün Wahlkampfe eine gewisse Rolle spielt. Der Regierung wird vorgeworfen, daß sie wenn nicht alle Zeichen trügen, fein Ende erreicht. Durch die Beschränkung der Produktion sind die Vorräte zahlreicher repräsentativer Güter so stark vermindert, daß die nunmehr wieder nottoenbige Wiederauffüllung der Läger zu einer Belebung Der Märkte und damit zu einer Steigerung der Erzeugung führen muh. Allenthalben drängt der in der Depression erfahrungsgemäh stark auf geflaute Crneuerungsbedarf nach Befriedigung, insbesondere an Fabriken und Wohnhäusern sind Re- fcaraturen in riesigem .Umfange rückständig, die bald erfolgen müssen, wenn nicht große Werte verloren gehen sollen. Dieser Bedarf ist der beste und nachhaltigste Anstoh für einen Wiederaufstieg der Produktion. Erleichternd kommt hinzu, dah die Geldflüssigkeit auf den internationalen Geld- und Kapitalmärkten größer ist, als je beobachtet werden konnte. Wenn auch diese Bewegung sich zunächst auf die Gläu- bigerlänocr beschränkt hat, so greift sie in der letzten Zeit unverkennbar auch auf Deutschland über. Es hat sich die Möglichkeit ergeben, den Reichsbankdiskont von 5 auf 4 v. H. 8U.. festem Die Reichsregierung wird sich nach Möglichkeit eine weitere Senkung angelegen fein lassen. Dem wird sich schrittweise das ganze ZinsNiveau des Landes an- Weiterhin hat die Reichsregierung eine Reihe von Maßnahmen getroffen, die der besonderen Not des Handwerkerstandes steuern sollen. Im Mittelpunkt dieser Maßnahmen steht die Bereitstellung von 5 0 Millionen Reichsmark für die Vornahme von Hausreparaturen. Schon jetzt wird von diesen Zuschüssen in sehr großem Umfange Gebrauch gemacht, obwohl die erforderlichen Durchführungsbestimmungen erst vor wenigen Tagen erlassen worden sind. Nach einer Mitteilung aus Kreisen des Hausbesitzes sind bereits in 10 Tagen Anmeldungen der Reichszuschüsfe zu Reparaturen an Hausgrundstücken in etwa 250 OrtQn im Gesamtbeträge von rund 23 Millionen Reichsmark eingegangen. Die überwiegende Mehrzahl darunter betrifft Aufträge über 500 Reichsmark. Insgesamt wird mit Auftragserteilungen von 3 00 bis 4 0 0 Millionen Reichsmark gerechnet. Es wird dafür Sorge getragen, daß auch Aufträge erteilt werden, die erst im Frühjahr ausgeführt werden können. Die eben von mir erwähnten Durchführungsbestimmungen sehen ausdrücklich ein Verbot der Schwarzarbeit vor, das bei der hier vorliegenden Begrenzung auf ein verhältnismäßig enges Arbeitsgebiet und bei den vergleichsweise einfachen Kontrollmöglichkeiten durchführbar ist. Die Voraussetzungen des freiwilligen Arbeit s d i e n ft e s find so eng umgrenzt, dah ein Hinübergreifen in die Sphäre der Wirtschaft nicht erfolgen wird. Die Reichsregierung hat der Bank für deutsche Industrieobligatia- nen 50 Millionen Reichsmark Reichsschatzanweisungen zugeführt, die diese in die Lage setzen sollen^ längerfristige Kredite an kreditbedürftige Unternehmer, insbesondere des Kleingewerbes, zu geben. 3d) habe schon öfter betont, daß das schwere Werk, die deutsche Wirtschaft wieder zu neuem Aufstieg zu führen, vom vertrauen breitester Volksschichten getragen sein muh. Alle Vernunftgründe sprechen heute dafür, daß dieses vertrauen in eine günstigere wirtschaftliche Fortentwicklung wieder gerechtfertigt ist. 3n den letzten Wochen hat die Besserung der Delt- wirtschaftslage angehalten. Der Preisverfall der Rohstoffe, von dem der Zusammenbruch der Weltwirtschaft ausging, hat, Die bisherigen Maßnahmen der Reichsregie- rung haben sich, das darf ich wohl erneut feststellen, bis jetzt als richtig erwiesen. Bewährt hat sich vor allem der Grundgedanke der Maßnahme, in erster Linie die Initiative des Unternehmertums wieder anzuregen und den Binnenmarkt, der ja gerade für Handwerk und Kleingewerbe entscheidend ist, zu stärken. Auch die Kritik, die der Wirtschaftsplan auf der Tagung der Zentrumspartei in Münster erfahren hat, bedeutet im Kern nur eine Zustimmung zu den Grundideen unseres Programms. Wenn man dann allerdings als Kardinalfehler dieses Programms eine angeblich einseitige Hilfe an die Unternehmer feft(teilen äu können glaubt, so geht dieser Vorwurf völlig fehl. Denn unsere Maßnahmen gelten der wirtschaftlichen Rettung des gesamten deutschenVol- k e s. Ich möchte auch meinen, daß der Derbesse- rungsvorschlag, das Steuergutscheinsy- st e m auch auf die Einkommensteuer auszu- dehnen, technisch undurchführbar und praktisch außerordentlich gefährlich ist. Die Reichsregierung hat sich mit der Frage, ob nicht auch die Lohnempfänger durch Steuergutscheine entlastet werden könnten, sehr eingehend befaßt. Es stehen der Durchführung dieses Gedankens aber unüberwindlichetechnische Schwierigkeiten entgegen, ja es würden sich nicht zu verantwortende Ungerechtigkeiten ergeben. Bei dem Steuerabzug vom Arbeitslohn kann das Steuergutscheinverfahren deshalb nicht angewandt werden, weil der Arbeitgeber unmöglich mit einem etwa unter Pari auf gekauften Steuergutschein den Steuerabzug vom Arbeitslohn entrichten darf, während gleichzeitig dem Arbeitnehmer der volle Steuerbetrag abgezogen wird. Eine Kontrolle solcher Vorgänge ist völlig unmöglich. Aus diesem Grunde nrufjte auch die veranlagte Einkommensteuer aus dem Steuergut- scheinversahren heraus bleiben, weil eine Bevorzugung des Veranlagten, also des größeren Arbeitnehmers vor dem kleineren, unter keinen Umständen zu rechtfertigen gewesen wäre. Die Ausdehnung des Steuergutscheinverfahrens auf Die Einkommensteuer würde dem Arbeitgeber die Möglichkeit geben, mit denSteuergeldern seiner Arbeitnehmer zu spekulieren. Wollte man nun gar weiter solche für gezahlte Einkommensteuer ausgegebenen, doch auf kleine Qkträge lautenden Steuergutscheine „unmittelbar in Verbrauch" umsetzen, so würde man damit Durch eine starke Ausweitung der Zahlungsmittel unzweifelhaft eine wirklich begründete Inflations- aefahr heraufbefchwören. Wenn also Herr Prälat K a a s in Münster in seinen kritischen Bemerkungen zu dem Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung meint, wir unternähmen „höchst gewagte Experimente", so glaube ich, daß diese Kennzeichnung weit zutreffender auf den eben geschilderten Vorschlag der Zentrumspartei an» Autoenöen ist. Wir wissen, dah unser Plan gewisse Risiken in sich trägt, aber wer nicht wagt, gewinnt auch nicht. «i*. 25i SvübauSsabe ErfcheinttägUch, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild. Die Scholle Monatr-vezugspreir: Mit 4-Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ i «O Zustellgebühr .. J-25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschiijffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach^ richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Druck und Verlag: SrSHI'sche UniverfitÄr-vuch- UN» Stclndruckerel R. Lange in Sichen. Schkiftleitung und SeschSsirftelle: Schnlftratze 7. Reichstag keinen Ausdruck finden, der nur einig ist in der Verneinung. Deshalb muh das Volk befähigt werden, feinen Willen nicht durch den Reichstag, sondern auch durch seine anderen Vertretungen geltend zu machen. Zu ihnen gehören die Berufsvertretungen. Aber neben diesen positiven Bemühungen werden vom Auslande mit besonderer Aufmerksamkeit die Methoden verfolgt, mit denen eine gewisse deutsche Presse Len Wahlkampf führen zu müssen glaubt. Darunter fällt das Geschrei von der bevorstehenden Restauration der Monarchie in Deutschland. Ich möchte nicht den geringsten Zweifel darüber lassen, dah wir niemandem im Auslande das Recht zuerkennen, darüber zu urteilen, welche Staatsform für Deutschland die geeignetste sei. Darüber hat allein das deutsche Volk zu entscheiden. Aber ich habe es schon einmal betont und lege Wert darauf, es unmißverständlich zu wiederholen: Wir haben eine solche Fülle von Problemen zu lösen, daß roir froh sind, uns nicht auch noch über Fragen der Siaatsform sorgen zu müssen. Diese Frage steht nicht zur Debatte. Offene Briefe, Ansprachen, Kundgebungen von allen Seiten prasseln heute auf die deutsche Oeftenl- lichkeit hernieder. Ich denke nicht daran, mich mit ihrem Inhalt auseinanderzusetzen. In aller Politik gibt es schließlich nur ein Argument, das ist der Erfolg, lieber unsere Aufgabe: Wirtschafts- Programm und Verfassungsreform wind man nicht bis zum 6. November urteilen können. Lassen Sie mich von dieser Stelle einen Blick zurückwerfen auf den Weg, den wir in diesen letzten fünf Monaten gegangen sind. Er ist wahrlich nicht arm an Ereignissen und an Arbeit. Er zeigt, daß wir fei nerber Aufgaben, deren Lösung von der deutschen Staatsführung zum Teil schon seit Jahren verlangt wird, ausgewichen sind. Ich muß es als den Gipfel blinder Parteilichkeit bezeichnen, wenn der Führer einer nationalen Bewegung aus unwahren Tatsachen dem Ausland Waffen g e g e n fr i e eigene schwer ringende Regierung schmiedet. Ich beklage dieses Verhalten im nationalen Interesse. Aber auch dieser Dolchstoß wird uns nicht verhindern, den Kampf um Deutschlands Recht gradlinig fortzuführen. Im Innern hat die Regierung alles daran gesetzt, Ordnung, Arbeit und Brot zu schaffen. Sie hat die Sonderbestimmungen aufgehoben, die gegen einzelne politische Bewegungen galten und hat damit die Gerechtigkeit und die gleichmäßige Behandlung jedes Staatsbürgers wiederhergestellt. Gegen den Versuch politischen Terrors hat sie mit drakonischen Maßnahmen durchgegriffen. Die parleiherrschaft in Preußen ist beseitigt und damit der Weg zur geordneten Slaalsfiih- rung beschritten morden. Die Regierung hat damit begonnen, den Staatsapparat zu vereinfachen und ihn von parteipolitischen Einflüssen zu reinigen. Sie hat das Streben der deutschen Jugend zum Dienst am deutschen Volk und Valerland in den Schuh des Staates genommen und ihm ein Betätigungsfeld gegeben. Sie hat den Weg frei gemacht, um den deutschen Staat wieder mit der Kraft der nationalen Idee und mit den tausendjährigen Wahrheiten des christlichen Glaubens zu erfüllen, und sie ist dabei, dieses Werk durch den Entwurf einer neuen Verfassung zu krönen. Dieser kurze Rückblick sollte zeigen, daß die Reichs- regierung die ersten fünf Monate ihres Bestandes hindurch zielbewußt gehandelt und die großen Ausgaben in Angriff genommen hat, von Herrn Erfüllung das Wohl Deutschlands abhängt. Eine Anzahl von politischen Parteien hat in diesen Tagen Aufrufe veröffentlicht zur Einigkeit und zur Mitarbeit an alle, die guten Willens sind. Wenn wir auch den Parteien st aat für immer aus Deutschland verbannt sehen wollen, so begrüßen wir doch den Willen der in diesen Parteien wirkenden staatsbürgerlichen Kräfte, sich zu gemeinsamem Werk zusammenzuschließen. Jede M i 11) i I f e zu diesem Ziele i st ein Gewinn. Aber es muß klar fein, daß wir alle nicht herrschen, sondern dem Staate dienen wollen. Und ich versichere Ihnen, daß es in den vergangenen fünf Monaten noch keinen Tag gegeben hat, an dem die Reichsregierung nicht in allen ihren Mitgliedern völlig einig und geschlosst n gewesen wäre, ohne Rücksicht auf Parteien, Klassen oder Interessengruppen ihre Pflicht gegenüber Gott und dem Vaterlande zu tun. Mögen andere undeutsche Parteikämpfe führen, für uns gilt allein der Wahlspruch: Mit Hindenburg für ein neues Deutschland! Am Schluffe der Rede, die oft durch Beifallskundgebungen unterbrochen wurde, erhob sich die Versammlung und brachte dem Reichskanzler stürmische Ovationen dar. In einer Schlußansprache gas der Vizepräsident der Berliner Handwerkskammer, Volkmann, die Versicherung ab, daß Das deutsche Handwerk dem Reichskanzler auf freut von ihm beschrittenen Wege folgen wevfr- Mit einem dreifachen Hoch auf fräs deutsche Daterk. . und dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes sand die Tagung chren LldschUch. Der Reichskanzler spricht vor dem Handwerk. Ke.nepolmk Der "»^»genLntereffenveriretung.-Beseiiigung der öffentlichen Hand aus der Privatwirischaft.-Das Ziel der Verfassungsreform geordnete politische Verhältnisse und Festigung der Wirtschaft. 182. Jahrgang Dienstag, 25. Oktober 1952 SiehenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen In diesem Zusammenhang muß ich ein offenes Wort 3ui den programmatischen Ausführungen des Führers der Zentrumspartei in Münster sagen, den Ausführungen, die mir für eine große und, wie sie selbst immer betont — staats- erhaltende Partei ein allzu reichliches Maß von Verneinung enthielten. Der Führer des Zentrums stellt in dem Bestreben, feine Partei und das Parlament von den Vorgängen des 12 September reinzuwaschen, die Dinge auf den Kopf, wenn er behauptet, die R e g i e r u n g habe eine Aussprache gescheut und sei dem offenen Kampf mit dem Parlament ausgewichen. Das Gegenteil ist der Fall. Aber es verdient fe-stgehalten zu werden, warum eigentlich der Reichstag sich selbst ausgeschaltet hat. Als der kommunistische Abgeordnete T o r g l e r den Mißtrauensantrag auf die Tagesordnung zu setzen versuchte, regte sich kein Arm in dieseni ganzen Hause, um Widerspruch zu erheben und den ordnungsmäßigen Ablauf der Debatte zu gewährleisten. 3n keinem anderen Parlament der Welt wäre wohl ein solcher Vorgang möglich gewesen. Er ist kennzeichnend für das Maß, mit dem die Parteibureaukratie den Parlamentarismus unfruchtbar gemacht hat. die Funktion von Gesinnungs- Gelungener Flugraletenstari auf dem Flugplatz Tempelhof t o ' f. H " - < - iX 7, WM , __ 2Iuf dem Flugplatz Tempelhof führte der Raketen forscher Tilling die von ihm konstruierte Flug- rokete vor, die eine Höhe von 800 m erreichte. Auf dem Höhepunkt angelangt, entfaltet die Rakete automatisch ein Flügelpaar, das den Raketenkörper im Gleitflug wieder zur Erde zurückführt. Dieses Raketenmodell käme also, wenn erst größere Schußweiten erzielt werden können, für eine außerordentlich schnelle und trotzdem sichere Postbeförderung in Frage. — Unser Bild zeigt links den Raketen- konstrukteur Tilling mit seiner Rakete und rechts den Aufstieg der Rakete. Mussolinis Echo in England und Amerika. Oie italienische Llnterstühung -es deutschen Gleichberechtigungsanspruchs wird von der presse beider Länder begrüßt. Washington erklärt. Washington, 24. Oft. (WLD.) Die Turiner Rede Mussolinis wird im Staatsdepartement mit g r ö ß t e r A u f m e r k s a m k e i t quit- ticrt Die Ausführungen des italienischen Ministerpräsidenten über die Berechtigung des deutschen Standpunktes in der Rüstungsfrage werden als eine erfreuliche und mutige Tat begrüßt, die viel zur baldigen Beseitigung der gegenwärtig vorhandenen Schwierigkeiten beitragen dürfte. Zu der wichtigen Frage, welche Stellung die hiesigen politischen Kreise zu Mussolinis Appell an Amerika einnehmen, wagt man sich hier so kurz vor den Wahlen nicht zu äußern. Bekanntlich ist Präsident Hoover wegen seiner angeblichen Bereitschaft, die Schulden der Alliierten £u streichen, von der Hearst-Presse und anderen Blättern scharf angegriffen worden, und man vermeidet daher jetzt jeglichen Anschein einer Geneigtheit zu Verhandlungen. Englands Zustimmung. London, 24. Oft (WTB.) Mussolinis -Rede in Turin wird in der Morgenpresse besonders wegen ihrer Aeuherungen über die deutsche Forderung nach Gleich, b e r e ch t i g u n g , die Frage der Kriegsschulden und den Völkerbund als bedeutungsvolle politische Kundgebung gewürdigt. Der liberale „Rews Chronicle" lobt die Offenherzigkeit, mit der sich Mussolini geäußert habe, und sagt, die Unterstützung die er in seiner Rede der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung habe zuteil werden lassen, sei nur eine sehr laute und deutliche Wiederholung dessen, was schon seit langer Zeit als italienischer Standpunkt bekannt war. Es sei aber wertvoll, eine so unverhohlene und entschiedene Zusicherung zu besitzen. Diese Erklärung, ebenso wie die an Deutschland gerichtete Warnung vor einem Aufrüsten würden dazu beitragen, die Luft zu klären. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" führt au£: Die Rede wird in britischen Kreisen warm begrüßt. 'Denn in ihr macht Mussolini es sogar noch deutlicher als in seinen früheren Kundgebungen, wie nahe der britische und der italienische Standpunkt in den europäischen Hauptfragen einander sind. Die Anerkennung, die der Duce der „energischen Initiative" Macdonalds auf der Lausanner Konferenz und den dort erreichten bemerkenswerten I Erfolgen zollt, ist besonders befriedigend und zeigt, daß der nicht besonders günstige Eindruck, der zunächst in der italienischen Öffentlichkeit entstanden war. jetzt verflogen ist und daß das Ergebnis von Lausanne besser gewürdigt wird. Mussolini ist mit dem britischen Premierminister einig bezüglich der Zweckmäßigkeit der Abhaltung einer viermächtekonferen; zur Erörterung der deutschen Gleichberechtigungsfor- dcrung. Rom ist ebenso wie London bereit, diese Forderung als recht und billig und außerdem auch im Interesse der internationalen So- lidaritäl und Zusammenarbeit zu unterstützen und befindet sich ebenfalls mit London in Lleber- einstimmung in der Verurteilung einer etwaigen deutschen Forderung nach Aufrüstung. Aus aller Well. . Russische Emigranten als Falschmünzer. Dor der 11. Strafkammer beim Landgericht III Berlin begann dieser Tage ein Falschmünzer» prozeß. Den Falschmünzern wird vorgeworfen, in den letzten Jahren englische 100-Pfund-Noten und amerikanische 500-Dollar Noten hergestellt und in Verkehr gebracht zu haben. Hauptangeklagter ist der 59jährige russische Kunstmaler Iwan Miassjie- I d o f f. Er mar vor dem Kriege mehrfacher Mil- I lionär und hotte große Besitzungen in der Krim. Angeklagt sind ferner der Kaufmann Basil M a - monoff, der Kaufmann Arkady Uralsky- Udinzeff und der Journalist Alexander Re- lido f f. Die Russen waren in der Mehrzahl Offiziere weißgardistischer Armeen, die sich später in Deutschland als Kaufleute durchzusetzcn versuchten. Miassjiedoff ist bereits 1922 wegen Falschmünzerei ZU drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Deckeneinstur; bei einer Hochzeitsfeier. — 14 Personen getötet. 3n der Nähe yon Girgeh (Oberägypten) stürzte in einem Hause, in dem eine mohammedanische Hochzeit gefeiert wurde, der Fußboden des zweiten Stockwerks ein, in dessen Räumen sich die zahlreichen weiblichen Gäste zum Hochzeitsmahle versammelt hatten. Die Anwesenden stürzten in das erste Stockwerk, wo ebenfalls viele Gäste weilten. 14 Personen büßten i h r Leben ein. Auch die junge Ehefrau befindet sich unter den Toten. Zwei tödliche Abstürze von der kampenwand. An einem der letzten Abende wurde die Ret- tungsexpedition der Bergwacht in Rosenheim (Oberbayern) benachrichtigt, daß nachmittags zwei Touristen vom Hauptgipfel der Südwand der Kampenwand abgestürzt seien. DieErpedition brach sofort auf. Rachts meldete sie ins Tal, daß sie die beiden Abgestürzten tot aufge - fanden habe. Es handelt sich um den 24jährigen Studierenden an der Holzfachschule in Rosenheim, Martin Wilfmaier aus Gankofen, bei dem zweiten Toten um einen gewissen Lehmann der aus Prien am Chiemsee stammt und dort verheiratet war. Mord an einer Greisin. Seit etwa einer Woche wird die 63 Jahre alte Witwe Sophie Bopp aus Stettin am Heuchelberg (Württemberg) vermißt. Dieser Tage fand man ihr Kopftuch mit Blutspuren. Als des Mordes an ihr verdächtig wurde der 40 Jahre alte Landwirt und Totengräber August Rü ding er in Stetten festgenommen. Er ist Mitbesitzer des Hauses, in dem die Witwe Bopp wohnte. Er leugnet noch die Tat. Seine Frau hat aber bereits ein Geständnis abgelegt. Die Leiche der Witwe Bopp wurde noch nicht gefunden. Der Todesschuh im Wohnwagen. — Mord oder Selbstmord? Unter dem dringenden Verdacht, ihren Ehemann, den 62 Jahre alten Schausteller August Zeranski, in dvm gemeinsamen Wohnwagen e r- schossen zu haben, ist die 64 Jahre alte Schaustellerin Marie Zeranski in Berlin fe ft genommen worden. Es ist indessen auch möglich, daß der Ehemann, der in der letzten Zeit ein bedrücktes Wesen zeigte, durch ständigen Streit mit feiner Frau zermürbt, selbst Hand an sich gelegt hat. Die Untersuchung der Mordkommission wird erst völlige Klarheit schaffen. Millionen-Geldstrasen für die Anführer einer Schmugglerbande. Vor der Strafkammer in Wuppertal ging in den letzten Tagen ein Prozeß zu Ende, dem einer der größten Schmuggelfälle der letzten Jahre zugrunde lag. Die beiden Hauptangsklagten wurden zu Gefängnisstrafen von 1 Jahr 6 Monaten, bzw. 1 Jahr 3 Monaten und außerdem zu einer G e l d - strafe von je einer Million RM., sowie je 100 000 bzw. 50 000 RM. Wertersatz verurteilt. Die Schmugglerbande hat nach den Berechnungen der Sachverständigen innerhalb von 2 Jahren etwa 25 000 Kilogramm Schmuggelware eingeführt und dabei mindestens 2j Millionen RM. an Zöllen hinterzogen. Zusammenstoß in einer ägyptischen Haschischkneipe. Als der Leiter der Kriminalpolizei von Alexandria dieser Tage in Begleitung des italienischen Konsuls eine Durchsuchung in einem von Angehörigen der oberen Stände besuchten Schlupfwinkel der Haschischraucher vornahm, wurden beide von einer Bande von Haschischrauchern beschossen. 'Beide blieben wie durch ein Wunder unverletzt. Zwei Polizeibeamte wurden verwundet. Dem Führer Der Bande gelang es zu entkommen. Zwei seiner Helfershelfer und 13 Haschischkäufer wurden verhaftet. Vier Todesurteile des Sondergerichts in Rowno vollstreckt. In Rowno iWolhynien) verurteilte das Sonder- gericht vier Männer, die wegen Spionage- tätigkeit zugunsten Sowjetrußlands angeklagt toarcn, zum Tode durch Erhängen. Da der polnische Staatspräsident von seinem Gnadenrecht keinen Gebrauch machte, wurde das Urteil kurz darauf auf dem Hofe des Getängnisfes vollstreckt. Das Urteil im Kellinghusener Ausruhrprozeß. Das Sondergericht in Kiel verurteilte in dem Prozeß wegen der Bauernunruhen in Kellinghusen vom 11. September d. I . wo es im Anschluß an eine Zwangsversteigerung zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen war, einen Arbeiter Sievers aus Oldendorf zu e i n c m *3 ahr Zuchthaus, einen weiteren Arbeiter zu vier Monaten Gefängnis und einen dritten Arbeiter zu acht Wochen Gefängnis: die übrigen fünf Angeklagten wurden freigesprochen. Verkehrsunglück in der Schwei;. — Zwei lote, zwei Schwerverletzte. Auf offener Landstraße bei Aarau (Schweiz) stießen ein Auto und ein Motorrad zusammen. Die Insassen des Autos wurden herausgeschleu- dert. Der Lenker des Wagens war sofort tot. während sein Begleiter eine Quetschung am Kops erlitt. Der 23jährige Motorradfahrer wurde schwer verletzt und starb kurze Zeck darauf im Krankenhaus. Sein Bruder, der ihm in einem Abstand von fünfzig Meter mit feinem Motorrad folgte, fuhr in das querstehende Auto und erlitt schwere Beinverletzungen. Sein Mck- fahrer wurde ebenfalls verletzt. Die Unglücks - ftättc bot ein wüstes Trümmerfeld. Zwei Todesopfer einer Explosion. In den Betrieben der Continental-Werke in Hannover explodierte ein Dulkamsierapparat. Zwei Arbeiterinnen wurden tödlich verletzt. Wie bisher festgestellt werden konnte, ist das Unglück durch Abvlatzen eines Deckels an einem Vulkanisier- kessel entstanden. Die beiden Arbeiterinnen erlitten Schädelbrüche, die ihren Tod herbeiführten. London im Dunkel. Die Stadt ist seit Montag in undurchdringliche Finsternis gehüllt Es ist dunkler als um Mitternacht. Diese Erscheinung wird offiziell mit der Windstille und einem dichten Rebel über der Stadt erklärt. „Graf Zeppelin" unterwegs. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist gestern um 9.22 älhr über Desaneon gesichtet worden. Es hatte Kurs auf Lyon. Rach einem Funkspruch von Bord des „Graf Zeppelin" befand sich das Luftschiff um 16 Uhr MEZ. an der französischen Küste bei St. Marie. Das Luftschiff ist bereits aus der Region der Gegenwinde heraus und hat eine Stundengeschwindigkeit von 110 Kilometer. Roch ein Toter der „Rlobe" geborgen. 3n den letzten Tagen wurde von dem Fischerboot „Heiligenhafen 61" die Leiche des 06er- signalgastes Reinhardt Säckel von der „Riobe" geborgen. • Säckel stammt aus Reichenbach im Vogtland. Von dem Feuerschiff „Fehmarnbelt" wurde der Tote durch das Verkehrsboot des Kreuzers „Königsberg" nach Kiel übergeführt. Säckel wird in Reichenbach beigesetzt werden. Nle„RömischeGiaaisze«iung" vom Fahre 113. Eme zeitgemäße Entdeckung. Don Dr. Gustav W. (Lberlein, Rom. auf Befehl Mussolinis die „herrlichste Straße der Welt" ausgeschachtet wurde, die Via dei Monti ober Straße der Berge, die der Via del Mare, der Pido führenden Autostraße auf dem Fuße folgte, Straßen, die wieder vom Kapitol ausgehen wie seinerzeit die berühmten Weltstraßen, stich der Spaten in einen der letzten, noch nicht erfor chten Schutthaufen einer versunkenen Kultur. Denn ohne Rücksicht auf das, was fallen mußte, es waren ganze Straßenfluchten, wurde eine schnurgerade Schlucht von der Piazza Venezia zum Kolosseum gezogen, das der Duce nun von seinem Arbeitszimmer im Palazzo Venezia aus sehen kann. Schwache Naturen könnten vielleicht unter der Wucht der so entstan- denen, auch symbolischen Verbindungen erzittern — denn dieser klobige Palast wurde aus den blutgetränkten Quadern des Kolosseums erridftet. Am 28. Oktober, dem zehnten Jahrestage des Marfchcs auf Rom, wird der eigenwillige Mann auf dem Throne der Casaren und'Dolkstribuncn diese Straße der antiken Wunder eröffnen. Und die feinen Spuren folgen, sehen plötzlich aus dem Zeitenjchoße aufsteigen den Tempel der Venus Genetrix, das Forum Cäsars, den Trajansmarkt, die Basilica Ulpia — Bauten, von denen wir wußten, die wir ahnten, aber nicht schauen konnten, weil die Erde sic deckte, auf der Goethe noch Kühe und Schafe weiden sah und der Rompilgcr von gestern zwischen unsagbar sck)eußlichen Mietshäusern und Werkstätten herumirrte. Und als allmählich die Marmortrümmer aufsticgen wie Klip- pen aus dem Meere der Vergessenheit, die Back- steinkerne der Monumente, die zerschlagenen Säu- o ’ c0- Hainen es nicht wenige Archäologen mit Zweifeln zu tun, denn allzuwcnig ist uns aus der damaligen Stadtchronik erhallen geblieben. Wo Eäsar aufgchört und Trajan angefangen hatte, wer wollte das mit Bestimmtheit sagen? Aber Musiolini hat unheimliches Glück: just am 2agc der Wissenschaftler, die zu Tausenden in Rom zusammenströmte», zwei Wochen vor dem Decen- nalc, dem Reoolutionsfeiertage, wird in Ostia das .ümtsbkiü aus der fraglichen Epoche gefunden und gwt so getreulich Auskunft, wie man es von einer lapidaren Zeitung nur verlangen kann. Unsere heutigen Tageszeitungen und besonders me «taatszeitungen hatten, wie man weiß, ihre Vorläufer in den Annalen des römischen Reiches, den von Cäsar eingeführten Acta diurna oder Acta urbana, aus denen die Provinzblätter ihren Stoß bezogen. An allen Ratshäusern des Reiches oder an bestimmten Tempeln wurden die wichtigsten Auszüge angefdjlagen oder vielmehr angemauert, denn man fchrieb auf haltbares Papier, holzfrei, versteht sich: auf Marmor. Und daher kommt es, daß wir verhältnismäßig gut Über die Tagesereignisse vor neunzchnhundert Jahren unterrichtet sind. Frei- lich haben die Hausfrauen von dem „Altpapier" damals aud) keinen respektvolleren Gebrauch gemacht, die Zeitungstafeln endeten als Pflaster, als Bretter zu Huhn erstatten, als Türschwellen. Eine solche Tür- schwelle fiel nun dem Leiter der Ausgrabungen in Ostia, der alten Hafenstadt Roms, in die Hand, er las sie, las mal wachsendem Interesse und raste dann spornstreichs damit nach Rom, zu Musiolini: Hier, o Duce, die Römische Staatszeitung von 108 bis 113! Das Wichtigste in wenigen Worten! Redigiert von dem Pressechef Trajans. Man liest da zunächst von all dem Schönen und Guten, was fürs Volk getan wurde. Mit Festen fängt's an, mit Festen hört's auf. Brot und Wein und Spiele! Die erste Volksbelustigung im Jahre 108 dauert 13 -Lage, die zweite 117. Hundertsiebzehn, vom 19. August bis zum 15. Oktober. Auf dem Lande die Sagra, wie heute, das Traubenfest, in der Stadt der Zirkus. Das einemal kämpften 350 Paare von Gladiatoren, das anderemal aber treten 4941 in die Arena, also fast genau zehntausend Männer. Unter den '.Ko,.- [nhi, die sich solchermaßen Dank errangen, zeichnet lener Julius Philopappus, der sich sein Grabmal in 2fthen auf der Akropolis errichten ließ. 3m Jahre 109, so sagt das Amtsblatt, vollendete Trajan die riesigen Thermen, die an Umfang und Luxus ihresgleichen nicht hatten, und zwar errichtete er sie zum Teil auf den Trümmern der vor fünf 3ahren niedergebrannten Residenz Neros. Als zweites Dolksgeschenk wird eine Naumachia erwähnt, eine Seeschlacht, dann kommt eine technische Leistung ersten Ranges: die Wasserleitung aus dem weit entfernten See von Bracciano, biqelbe, die später von den „Barbaren" abgeschnitten wurde, um Rom zur Uebergäbe zu zwingen, worauf sie Paul V. zu beginn des siebzehnten Jahrhunderts wiederherstellte. Das Wasser, so heißt es auf dem historischen Zeitungsblatt ausdrücklich, kam der ganzen Stadtbevölkerung zugute und daher war man um eine Gelegenheit zum Festefeiern nicht verlegen. 110 und 111 scheinen ruhige Jahre ohne Beideutung für das Volk gewesen zu sein, 112 dagegen starb Trajans Schwester Marciana — dreitägiges, ununterbrochenes Spiel in drei Theatern gleichzeitig- Ein Winzerfest, wie es dis dahin unerhört war. | Auch wurde — hier erkennt man den einschaltenden Rotstift des Lokalredakteurs — der Vulkanustempel in Ostia restauriert. Dann wieder sensationelle Daten: Am 12. Mai 113 wurde von Trajan nicht nur die ihm zu Ehren errichtete mächtige Säule auf [einem Forum, um die sich das erste Filmband schlingt, sondern auch der Tempel der Venus Genetrix auf dem Forum Cäsars eingeweiht: Imperator Trajanus templum Veneris in Foro Caesaris et columnam iu foro suo dedicavit. Da haben wir's nun also schwarz auf weiß, Stein in Stein, es ist kein Zweifel mehr möglich. Professor Guido Cal za, dem die Aufdeckung des sandoerschlungenen Ostia untersteht, kann stolz sein auf seinen Fund. Wir von der Zeitung auch. Da sieht man doch wieder einmal die Macht der Presse. Hoffentlich findet man in Ostia nicht eine Zeitung, in der drei Tage später wieder alles dementiert wird. Zeitschriften. — Im September Oktoberheft der Euro päi- schcn Gespräche (Verlagsbuchhandlung Dr. Walther Rothschild, Berlin-Grunewald) berichtet Harald (£. Roos über „Mitteleuropa" und tritt im Gegensatz zu den von Frankreich verfolgten Donau- plänen für eine schärfere Abgrenzung des mitteleuropäischen gegenüber dem südosteuropäischen Raume em. Der Südosten gehört den Ungarn, Rumänen, Südslawen und Bulgaren; während das eigentliche Mitteleuropa neben Deutschland, Oester- reid) und der Schweiz auch die Tschechoslowakei umfaßt. Je deutlicher dte Trennung Mitteleuropas von dem neuerwachten eüboften wird, um so unbefangener kann das Donauproblem gelöst werden, dessen Kardinalpunkt in dem Ziviltsationsabstand zwischen den Ländern Mitteleuropas und Südost- furogas liegt. Im Gegensatz zu dieser mitteleuropäischen Lösung sucht Dr. Herbert Schroeder in einem Artikel „Der hanseatische Block" nachzuweisen, daß man nicht vom Kontinent aus sondern von den europäischen Randmeeren einen brauchbaren An- faö zu europäischer Neugliederung findet. Das um Jiorb. und Ostsee orientierte Europa ist durch die Idee des Hanseatentums zusammengefaßl, und bildet eine kulturelle und wirtschaftliche Einheit, der neben Deutschland, den baltischen und skandinavischen Staaten auch England und Holland angehören: wahrend sich der Rest Europas um das Mittelmeer gruppiert. Die bisherige Ost-West Spannung Euro- pas würde auf diese Weise durch eine Nord-Süd -Spannung ersetzt werden. Der Tod im Weinkeller. Ein ungewöhnlicher Vorfall hat sich in einem Weinkeller in einem Dorf in der Rahe der Stadt Essegg in Slawonien ereignet. Wie Belgrader Blätter berichten, begab sich der Besitzer eines Weinberges, ein alter Bauer namens Jgnio Ve- litsch in seinen Keller, wo der neue Wein sich in Gärung befand. Don dem dichten Weindunft, der den Keller erfüllte, wurde er betäubt und blieb bewußtlos liegen. Als er nicht wieder herauS- kam, eilte sein einbeiniger Sohn zu seiner Rettung herbei. Er sah den Vater liegen, glitt aber bet dem Versuch, ihn herauszuziehen, mit fernem Holzbein aus, stürzte hin und blieb ebenfalls ohne Bewußtsein am Boden. Gin dritter Mann ver. suchte nun die Rettung, wurde aber auch betäubt, infolgedessen brach unter den nun herbeigeeilten Rachbarn eine Panik aus, und eine 3eitlang wagte sich keiner in den vom Weindunft erfüllten Kellen Man versah sich schließlich mit Ga-maSken, und me nun eingeleitete Rettungsaktion brachte Vie drei Betäubten ans Licht. Aber der alte 'Bauer und der dritte Mann waren schon tot, während der junge Velitsch, dessen Körper näher am Eingang gelegen hatte, wieder ins Leben zurück- gerufen werden konnte. Sochschulnacknchten. Professor Dr. Ernst Waldschmidt-Leite Leiter des Institut« für Biochemie an der Deut- Eü>chfchille mPrag, der bereits in diesem ^ruhiahr aus Einladung der Regierung der Der- elnigten Staaten von Rordamerika eine Dortrags- reife in Amerika unternommen hat, erhielt von der amerikamschen Regierung erneut die Einladung, mit drei Assistenten seines 3nftitut6 für längere all ^ad KrebssorschungS-Jnftitut *1} abelpfcia zu kommen. Professor Waldschmidt-Leih wird, nachdem ihm von der ttchechslowakischen Regierung Urlaub erteilt wor- beu ist, die Ausreise nach Amerika Anfang Ro- oember antreten. Die Rockrseller^tistung hat dem (^lehrten einen jährlichen Zuschuß zu For- fchungSzwecksn bewilligt. Professor Waldschmidt- Leitz ist auch Inhaber des Paul-Ehrlich-Preises: er ist em Sohn des in Wetzlar im Ruhestand lebenden AmtsgerichtSrat Waldschmidt Der österreichische Bundespräsident hat den a.o. Professor an der Technischen Hochschule in Karlsruhe und Abteilungsleiter im Hauptla- botatonum der I.-G.-Farbenindustrie AG., 2ub- wigshafen, Dr. Hermann Mark, zum orbent- lidjcn Professor für Chemie, an der ilniPcrfität m Wien ernannt Der Reichspräsident empfing jetzt die Olympiakämpfer, die in Los Angeles ingen aus. Gleich Ml M X M MM M SW WWWs -M bem 1 in • too 8 ju 9t- aus i’ncn gnis Ge- 'den veizi men. bleu* tot, Äotf mrh nauf inen stör* der* Dit* ide* han- öMi Sie iglüd nsitr. litten Kern Sen. >ruch bat Ichen treitf )hat Teter. nem tobt aber :tne$ Pech in , der blieb :aul* ttimg r bei wem ohne Der* iu6t Iten anfl Iten iten, ichic alte väh- r am uüä* Die vorstand berufenen Personen und die genaue Be* folgung der für die Wahl gültigen Bestimmungen sind Voraussetzungen für die Durchführung einer Wahl. Personen, die gegen diese Bestimmungen verstoßen, können in eine Geldstrafe bis zu 1000 Mark genommen werden. Bornotizen. — Aus dein Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Erstaufführung von Ernst Steffens Operette „Die Toni aus W^en". Spie.leitung Intendant Dc. P r as ch: musikalische Leitung: Kapellmeister Moehl; Tänze: Ballettmeister Ewald Bä ulke. Mit- wirkendc: Damen: Beling, Berger, Flemming, Koch: Herren: Druck, Dieten, Fierment, Geiger, Foerderer, Hamel, Hauer, Heyser, Hub, Kühne, Michel, (Bold. Spieldauer von 20 bis 22.30 llhr. Operettenpreisei Bei Borstellungen, zu denen Operettenpreise gelten, zahlen Studierende den nächst niederen Platz: auf Schülerkarten wird keine Ermäßigung gewährt. Die Intendanz macht nochmals darauf aufmerksam, daß llmtauschgut- schcine bis spätestens 13 Uhr des Borstellungstages beantragt sein müssen und spätere Anträge nicht mehr berücksichtigt werden können. Schrecken der Spielbank Hinter den Kulissen von Homburg und Monte Carlo. Sängertag in Gießen Sportlern die von der Reichsregierung gestiftete Ehrenplakette überreicht. — Unser Bild zeigt von links nach rechts den Boxer Campe, der beim Olympia den Europameistertitel errang: Jo naty, der sich als bester Sprinter der weißen Rasse erwiies: Exzellenz Dr. Lewa Id, den Präsidenten des Deutschen Olympia-Ausschusses: Reichsinnenminister Freiherr v. Gayl: den Nürnberger Brendel, der im Ringen eine Goldmedaille errang: Eller von der siegreichen Rudermannschaft des BRC.» den Ringer Sperling, der in seiner Klasse Zweiter wurde: Buhtz, der mit Botzelen d>e.Silberne Medaille im Doppelzweier errang: Dr. D i e h m, den Generalsekretär des Reichsausschusses für Leibesübungen, und den Zehnkämpfer Eberle, der eine Silberne Medaille holte. Das Spiel ist eine Leidenschaft, die nicht auszurotten ist, denn von jeher hat die Aussicht auf leichten und schnellen Gewinn den Geist erregt und verführt. Durch eine Laune des Zufalls Reichtümer zu erlangen, zu denen sonst nur ein langer und mühevoller Weg führt, ist ein Ziel, das Menschen verlocken wird, solange Menschen leben. In unseren Tagen ist Monte Carlo gleichsam zum Inbegriff der Spielleidenschaft geworden, denn diese Zauberstadt an der Azur-Küste ist die berühmteste „Spielhölle" oder auch bas berühmteste „Spielparadies", wie man will. Monte Carlo hat aber im 19. Jahrhundert einen Vorgänger gehabt, der nicht minder weltbekannt war, nämlich die S p i e l b a n k von Homburg, und beide Gründungen verdankten ihr Aufblühen derselben Persönlichkeit, dem Südfranzosen Francois Blanc. Dieser Mann wußte sich den Spielteufel dienstbar zu machen und ihm unermeßliche Reichtümer abzugewinnen, ohne sich selbst mit ihm näher einzulassen. Die Geschichte dieses Mannes und seiner Gründungen erzählt Egon Caesar Conte Cort, in seinem im Insel-Verlag in Leipzig erschienenen Buch „Der Zauberer von Homburg und Monte Carlo, das die wilde Erregung des Spielsaals in seinen Seiten aufsängt und so ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der menschlichen Natur wird. Es ist ein ewiges Ringen waghalsiger Spieler mit der Bank um den Sieg, und wenn auch die Bank schließlich immer die Oberhand behalten hat so ist sie doch durch solche tollkühne Hazandeure bisweilen in gefährliche Lagen gekommen. Als die Pariser Spielbanken 1832 geschlossen wurden, da wanderten Roulette und „trente et qua- rante“ nach deutschen Städten aus, unter denen Homburg der berühmteste „Tempel dos Glücks" wurde. Blanc wußte^die reichen Ausländer hierher zu locken, die große mummen zurückließen. Da kam z. B. eine russische Gräfin Sophie Kis se lew, die im Rollstuhl zur Spielbank gefahren werden mußte und wahnsinnige Summen verlor. Man sagte von ihr, sie spiele nur einmal am Tage, aber dann von 1 1' b is 2 3 U hr. Der erste Spieler großen ohte, der nicht nur die Bank öfters sprengte, sondern auch sonst die Ver- waltung erzittern vieß, war der Priru C£ I) a r I c s Lucienne Bonaparte, em Vetter Napoleon* III. Er spielte mit ungeheurer Zähigkeit, mit fabelhaftem Glück und großen Mitteln, und zog sich am Abend eines einzigen Tages nut einem Gewinn von nicht weniger als 560 000 Franken -urück Es war ein Glück für die Bank, daß er dann abreiste: sie suchte sich gegen ähnliche Angriffe dadurch zu sichern, daß sie den Hocksteinsatz auf 8500 Gulden beschränkte. Zugleich aber ernannte man, daß das Sprengen der Bank nicht nur eine Gefahr, sondern auch ein Vorteil sein kann, denn die Erzählung von den mühelos gewonnenen Schätzen, die die Welt durchstiegt, wirkt als Reklame und lockt Scharen anderer an, die nicht so glücklich Die Landeskriminalpolizeistelle Gießen ist $ur Zeit mit der Aufklärung der zahlreichen Einbrüche beschäftigt, die in den letzten Wochen in Gießen und in einer Anzahl Orten der Umgebung ausgeführt wurden. Die Ermittelungen — über die wir auf Wunsch der Kriminalpolizei bisher nicht berichteten, um das Ergebnis der polizeilichen Maßnahmen nicht durch eine vorzeitige Berichterstattung zu gefährden — sind schon feit Ende voriger Woche umfassend im Gange. 3n den Bereich der Nachforschungen fallen die Einbruchsdiebslähle in Gießen, Trohe, Alten- Buseck, Großen-Bufeck, Lollar, Daubringen, Mainzlar, Staufenberg, bei denen die Einbrecher im Verlaufe ihrer Tätigkeit immer dreister wurden und schließlich sogar in einem Orte im Verlaufe einer Rächt an mehreren Stellen auftraten. Der erste Schlag gegen die Täter — es handelt sich um eine Gesellschaft von mehreren Einbrechern und um eine Anzahl Hehler — konnte von der Gendarmeriestation in Lollar geführt werden, der verdächtige Beobachtungen auf einem Grundstück des Arbeiters K. in Mainzlar gemeldet worden waren. Nachdem die Gendarmerie Lollar den ersten Schritt getan hatte, fiel die weitere Verfolgung der Angelegenheit der Landeskriminalpolizeistelle Gießen zu, die schon bei den ersten Fest- tellungen erkannte, daß man hier offenbar Aus her pwvinzialhauvtüaht. Gießen, den 25. Oktober 1932. Wahlehrenami tff staatsbürgerliche Ehrenpflicht! Don der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Für die am 6. Noveniber stattfindende Reichstagswahl find entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen Wahlvorstände für die einzelnen Bezirke, bestehend aus dem Wahlvorsteher, seinem Stellvertreter, dem Schriftführer und 3 bis 6 Beisitzern zu bilden. Das Amt eines Mitgliedes des Wcchloorstandes ist ein Ehrenamt und kann nur dann abgelehnt werden, wenn die gesetzlichen Bestimmungen dies zulassen. Da die Wahrnehmung gemacht wurde, daß Personen, die zu einem Wahlehrenamt berufen wurden, die Berufung ohne Angabe von stichhaltigen Gründen ablehnten, werden die in Frage kommenden Bestimmungen zur Kenntnisnahme nachstehend bekanntgegeben: Jeder Wähler hat die Pflicht zur Ueber- nahme der ehrenamtlichen Tätigkeit eines Wahlvorstehers, Stellvertreter eines Wahlvorstehers, Beisitzers oder Schriftführers im Wahl- vorstand, eines Beisitzers des Kreiswahlausschusses, des Verbandswahlausschusses oder des Reichswahlausschusses. Die -Berufung zu einem der Wahlämter dürfen ablehnen: 1. die Mitglieder der Reichsregierung und der Landesregierungen; 2. die Mitglieder des Reichstags, des Reichsrats, des Reichswirtfchaftsrats und der Dollsvertre- tungen der Länder, sowie des Preußischen Staatsrats: 3. die Reichs-, Landes- und Gemeindebeamten, die amtlich mit dem Vollzüge des Reichswahlgesetzes, oder mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit betraut find; 4. Wähler, die als Bewerber auf einem Kreis* Vorschlag oder einem Reichswahlvopschtage benannt sind: 5. Wähler, die das sechzigste Lebensjahr vollendet haben: 6. Wählerinnen, die glaubhaft machen, daß ihnen die Fürsorge für ihre Familie die Ausübung des Amtes in besonderem Maße erschwert: 7. Wähler, die glaubhaft machen, daß sie aus dringenden beruflichen Gründen oder durch Krankheit oder durch Gebrechen verhindert sind, das Amt ordnungsmäßig zu führen: 8. Wähler, die sich am Wahltage aus zwingenden Gründen außerhalb ihres Wohnortes aufhalten. Die rechtzeitige Bildung der Wahlvorstände, das Erscheinen und die Mitwirkung der in den Wahl* sind, sondern mit leeren Beuteln abziehen müssen. Diesem ersten „Schrecken der Bank" folgten andre. Das größte Aufsehen machte ein spanischer Handelsreisender Thomas Garcia, der seine Gewinne bis auf 800 000 Franken steigerte. Dadurch war der Spielbank jeder Gewinn genommen; auf die Dauer aber hatte die Bank doch einen längeren Atem als Garcia. Als er einmal im Unglück war, zwang der Spanier den berühmten Klavierspieler und Komponisten Rubinstein, der auch eine große Spielratte war, ihm 20 000 Franken, die er ihm geliehen hatte, wiederzugeben, und mit diesem Geld, das er für besonders glückbringend hielt, gewann er wieder große Summen. Die Künstler, die nach Homburg engagiert wurden, um durch ihre Darbietungen das Leben dort glänzender zu gestalten erlagen fast alle Sen Lockungen der Roulette, Die Patti ebenso wie dic Lucca. Sie alle verloren ihr Geld, denn sie verfügten nicht über die großen Summen und die Charakterfestigkeit, die notwendig sind, um ein glücklicher Spieler zu sein. Zu dieser Schar der typischen, zum Verlieren bestimmten Kursaalgäste gehörte auch der berühmteste aller Besucher Homburgs, D o- st o j e w s k i, der das dortige Leben und die Psychologie der Spielleidenschaft überhaupt in seinem in drei Wochen entstandenen Roman „Der Spieler" unvergeßlich dargestellt hat. Der große russische Dichter verfügte nur über so geringe Mittel, daß er in den „Spielbüchern" gar nicht erwähnt wird, und er war viel zu heißblütig, um beim opiel bi# notwendige ruhige Ueberlegung 3U behalten. Viele haben wie er alles verspielt, sind zu tragischen Opfern dieser Leidenschaft geworden. Aber nicht sie wurden zum „Schrecken der Spielbank", sondern die Leute mit großen Mitteln und starkem Willen, die stets möglichst gleiche Beträge setzen, auch im Gewinn nicht übermütig werden, sondern zur rechten Zeit den grünen Tisch zu verlassen wissen; sie sind diejenigen, die die Bank wirklich schädigen, und wenn sie über große Mittel verfügen, auch große Gewinne machen können. Nachdem die Spielbanken in dem unterdessen preußisch gewordenen Homburg verboten waren, wurde das Kasino um die Mitternachtstunde der Jahreswende von 1872/73 geschlossen. Der Rausch, der hier ein internationales Publikum erfaßt hatte, lebte aber in gesteigerter Weise in Monte Carlo auf, wo Blanc aus ein paar armseligen Fischerhütten einen Traum von Luxusschlössern und Hotels hervorzaubelte. Die Erfahrungen, die er in Homburg gesammelt hatte, nützte er hier im größten Stile aus. Wohl traten auch in Monte Ca^lo „Schrecken der Bank" auf, wie z. B. der sog. Malteser und andere, die in wenigen stunden Hundert* tausende erbeuteten. Aber die Bank war jetzt gegen alle Anstürme gerüstet, und nicht^konnte Den Besuch so vermehren, als die Erzählu^^ der Spieler, die einem solchen aufregenden tiamri zwischen Kasino und Spielgast beiwohnten. ** Unzulässige Nachbildung von in» und ausländischen Geldscheinen zu Reklamezwecken. Das Polizeiamt teilt mit: Mer Rachbildungen in- oder ausländischer Geldscheine zu Reklamezwecken verwendet oder in Verkehr bringt, macht sich nach § 360 pos. 4 Reichsstrafgesetzbuch strafbar. Zuwiderhandlungen werden unnachsichtlich zur Anzeige gebracht. ** Straßensperrung, mitgetei.lt vom Oberhessischen Automobil-Club E. V. (21. v. D.) Gießen: Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird die Strecke Rieder Weisel — Ostheimim Zuge der Straße Butzbach—Usingen vom 24. Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Butzbach—Hochweisel. ** Wiedersehensfeier des ehemaligen Reserve - Infanterie - Regime n t s 8 8. Zu der am 29. und 30. Oktober 1932 in Hanau stattfindenden 1. Wiederfehensfeier des ehem. Res.-Jnf.-Regts. 88 ist das Musikkorps des Ausbildungs.(Hess.)Bataillons 15. Inf.-Regt. zu Marburg unter Leitung von Obermusikmeister P f ri e m e gewonnen. Die Reichbahn gibt vom allen Stationen im Umkreis von 200 Kilometer nach Hanau Sonntagskarten aus. Räheres ist durch den Hanauer Arbeitsausschuß Kurt Hof- acker, Studienrat, Hanau, Spessartstraße 6 zu erfahren. Taten für $ienetau, 25 Oktober 1825: der Komponist Johann Strauß (Sohn) in Wien geboren; — 1836: der Komponist George Bizet in Paris geboren; — 1865: der Maler Walter Leistikow in Bromberg geboren. Am Sonntagnachmittag fand hier im Restaurant „Bürgerhof" der Sänger tag des Gaues Gießen-Stadt und -Land ' m H e f s i - schen Sängerbund statt. Nach dem „Deutschen Sängergruß" und dem durch den Gesangverein „Heiterkeit" Gießen unter seinem Dirigenten Schöttler in musterhafter Weise_zu Gehör gebrachten Mozartfchen Chore „O Schutzgeist begrüßte der Gauvorsitzende Emil Koch (Gießen) die Sänger, Vertreter und Dirigenten, sowie die Ehren* gälte und dankte der .Heiterkeit" für ihren Gesang. Sodann erstattete er den Jahresbericht, aus dem zu ersehen war, daß es auch im verflossenen Jahre im Gau aufwärts gegangen ist. Zu Beginn des Geschäftsjahres setzte sich der Gau Gießen aus 34 Vereinen mit 1392 Sängern zusammen. Neu ein- gelreten sind im Laufe des Geschäftsjahres Zwei Vereine, nämlich: .Männergelangverein Klein-Rechtenbach und Gesangverein „Jugendfreund" Stein* berg; ausgeschieden ist die Gesangsabteilung der Polizeibeamten, Gießen, so daß sich der Gau heute aus 35 Vereinen mit 1633 Sängern zusammensetzt, wovon, wie eine Erhebung ergeben hat, etwa 41,2 o. H. erwerbslos sind. Trotzdem, wie diese Zahl zeigt, die Gesangvereme unter der wirtschaftlichen Not stark zu leiden haben, muh hervorgehoben und ganz besonders anerkannt werden, daß der größte Teil dieser bedauernswerten/ aus dem Wirtschaftsprozeß ausgeschalteten Sanges- frrüber treu zu seinen Vereinen steht und in per Pflege des deutschen Liedes Ablenkung und Erho* lung findet. , Der Vorstand und der Musik* und Fachausschuß kam im abgelaufenen Geschäftsjahr zu vier «itzun* gen zusammen, um über Zwecke und Ziele des Gaues zu beraten. ...... . Die diesjährigen Gau- bzw. Dezirksliedertage fanden in der üblichen Weise statt, und zwar am 28. Mai in Gießen, am 5. Juni für den Bezirk II (Lumdatal) in Geilshausen, am 26. Juni in Großen- Linden für den Bezirk I (Hüttenberg-Schiffenberg). Mit den beiden ersten waren Wertungssingen ver* bnnben. Die auf den Liedertagen gebotenen Leistungen können als sehr befriedigend bezeichnet werden, jedoch sollte allmählich dazu übergegangen werden, diese Liedertage auf eine andere künst 1 erische Grund! age zu stellen, wozu natürlich die Chor- meister als die geistigen Führer der Organisation allein berufen find. Die Beteiligung am XI. Deutschen Sängerbundes- fest in Frankfurt a. M. war seitens des Gaues, sowie des gesamten Hessischen Sängerbundes nicht so, wie man es sich gewünscht hätte, obwohl das Fest im Bundesgebiet lag. Hier hat sich gezeigt, wie gerade di, Sänger in Hessen unter der wirtschaftlichen Depression zu leiden haben, die es dem größten Teil unmöglich machte, den hohen Festbeitrag, der Veranlassung gu zahlreichen Erörterungen war, sowie die sonstigen Kosten aufzubringen. Eine Maß. nafyrne. der Leitung des HSB., die die Möglichkeit der Beteiligung ohne Entrichtung des vollen Fest- beitrages brachte, kam leider zu spät, um Erfolg zu haben. Mit Auszeichnungen durch den He-ssischen bzw. Deutschen Sängerbund konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder eine Anzahl Sänger bedacht werden. Die goldene Ehrennadel des ,HSD." für 50jährige aktive Sängertätigkeit und den Ehrenbrief des „DSB." konnte verliehen werden: dem Sänger Jean Arnold (Heiterkeit Gießen). Die silberne Ehrennadel für 40jährige ©angestätigfelt erhielten: die Sangesbrüder Jhs. Harnisch („Sängerkranz" Watzenborn), Hrch. L uh III, und Wilh. Kraus- köpf („Germania" Grdßen-Linden), Karl Sommer und Gg. Wahl („Frohsinn" Garbenteich), L. Pfeffer II. und W. H a a s I. („Heiterkeit" Annein das Reh der ganzen Einbrüche am laufenden Banb in der kehlen Zeil gegriffen halle. Die umfassenden polizeilichen Maßnahmen hatten bisher mehrere Verhaftungen zur Folge, ferner ist man auch den Hehlern auf die Spur gekommen, jedoch sind zwei Haupttäter zur Zeit noch flüchtig, da es ihnen gelang, vor der Hinzuziehung der Gießgyer Landeskriminalpolizei zu entschlüpfen. Bei den Haussuchungen in Mainzlar wurden Rundfunkapparate, Kleider, Stte- fel, ein Motorrad, Fleisch, Fett und Wurstwaren, eine große Menge Zigaretten, Kolonialwaren, Spi- rituofen usw. gefunden. Das gesamte Diebesgut rührte von den Einbrüchen her, die die Gesellschaft in den letzten Wochen in den obenbezeichneten Orten verübt hatte. Ein weiterer Teil der Beute konnte dank der umfassenden Nachforschungen der Kriminalpolizei bei verschiedenen Hehlern sichergestellt werden. Die weiteren polizeilichen Ermittlungen sind zur Zeit mit Nachdruck im Gange. Nach Lage der Sache dürfte damit zu rechnen sein, daß weitere Verhaftungen vorgenommen werden. Daß man an der richtigen stelle und in durchgreifender Weise zupackte, beweist die Tatsache, daß seit mehreren Tagen die Linbruchsläligkeil vollständig aufgehörl bat. Offenbar sind also die Gendarmerie und die Polizei der ganzen Einbrecherorganisation stark ins Gehege gekommen. rod), Gg. Seipp („Eintracht" Leihgestern), Hrch. Vogel (Männergesangoerein Staufenberg). Mit der Ehrennadel für Verdienste für 25jährige Dorstandstätigkeit wurden ausgezeichnet: die Sanges- brüber Jhs. Harnisch („Sängerkranz" Watzenborn), Gg. W a l d s ch m i d t („Liederkranz" Leihgestern), Johs. Leun und PH. Schmidt („Harmonie" Großen-Linden), Johs. Ruppe! und Hrch. Linkmann („Eintracht" Butzbach), Hch. Germer („Arion" Klein-Linden). Der (Bau dankt allen Jubilaren für ihre treue Pflichterfüllung im Dienste des deutschen Männergesanges. Das verflossene Geschäftsjahr ist als ein innerhalb des Gaues ruhig verlaufenes-zu bezeichnen. Man konnte im allgemeinen die Wahrnehmung machen, daß bei allen Anlässen von größeren Veranstaltungen Abstand genommen wurde, und daß alle Vereine bestrebt waren, mit geringem Kostenaufwand ihrer Sache gerecht zu werden. Es sollte auch für die Zukunft das Bestreben jedes deutschen Männergesangvereins sein, im Interesse der Aufwärtsentwicklung keine Opfer zu scheuen. Mit dem Wunsche einer besseren Zukunft und fernerem Blühen und Gedeihen schloß der Vorsitzende seine Ausführungen. 'Der Bundesrechner Latsch (Daubringen) erstattete nunmehr den Kassenbericht. Die Einnahmen des Bundes beliefen sich im Geschäftsjahr 1931/32 auf insgesamt 1326,09 RM., die Ausgaben auf 968,93 RM., so daß ein Ueberschuß erztelt wurde von 357,16 RM., ein Mehr von 63,33 RM. gegenüber dem Vorjahr. Der Gauliedertag schloß mit einem geringen Fehlbetrag, der aus der Gaukasse gedeckt wurde. Da die Rechnungsprüfer die Richtigkeit der Rechnung feststellten, wurde dem Gaiirech- ner Entlastung erteilt, wobei der Vorsitzende Gelegenheit nahm, ihm für seine treue Arbeit im Namen des Gaues mit warmen Worten zu danken. Am 28. und 29. Oktober findet in Bad - N a u - heim der Sängertag des „HSB." statt, der, wie der Gauoorfitzende betonte, von besonderer Bedeutung sei, da dort u. a. das Arbeitsprogramm für die Gaue, sowie neue Richtlinien für die Ausgestaltung der Gauliedertage aufgestellt werden sollen. Auch soll über die Beiträge Beschluß gefaßt werden. Eine Anzahl Vertreter verlangt Herabsetzung der Beiträge. v . Ein Antrag des Gaues Gießen, der sich nn wesentlichen mit einem ähnlichen des Bundesvorstandes deckt, fordert die unbedingt notwendige Reueinteilung der Gaue in der Gruppe Oberhessen des HSV. nach wirt- schafts- und verkehrsgeogrophischen Gesichtspunkten. Von verschiedenen Rednern wurden die hier bestehenden, gänzlich unhaltbaren Zustände aufs schärfste kritisiert. Mit allem Nachdruck soll die Bildung eines Ausschusses, der sich ernstlich mit der Sache befaßt, betrieben werden. Dem Antrag des Gaues Bingen, den Hessischen Sängerbundestag 1933 zu erhalten, soll zugestimmt werden. Weiter nahm man noch zu einigen anderen Anträgen Stellung. . Der Gauliedertag 1 9 33 soll Ende Mm oder anfangs Juni stattfinden. Heber den Ort ent- spann sich "eine lebhafte längere Aussprache. Der Gesangverein „Arion"-Klein-Lin.den hatte den An- traa gestellt, den Tag dort abzuhalten. Dieser Antrag hätte auch Annahme gefunden, wenn nicht der Antragsteller ihn schließlich überrascheicherweise in letzter Minute zurückgezogen hätte. So wurde dann Gießen als Festort bestimmt. Der Gauliedertag soll in der seitherigen Weise verlaufen, jedoch soll die Durchführung im einzelnen unter Berücksichti- gung der heute zum Ausdruck gekommenen Wünsche > Dom Musikausschuß überlassen bleiben. Buntes Allerlei. Ein Dogelparadieö des hohen Nordens. Die Daren-Insel im Polarmeer, die 20 Kilometer lang and 14 Kilometer breit ist, bildet eins der einsamen Eilande des hohen Nordens. Die einzigen ständigen Bewohner sind vier Mitglieder der meteorologischen und drahtlosen Station, die von der norwegischen Negierung unterhalten wird. Die Insel, die 1596 von dem holländischen Seefahrer Willem Darents entdeckt wurde, erhielt von ihm ihren Namen, weil er hier mit „einer riesigen Bärin zusammenstieh, die allen Angriffen mit Musketen, Hellebarden und Aexten siegreich Widerstand leistete. Die Insel ist ein wüstes Gebiet, von dem große Teile überhaupt keinen Pflanzenwuchs geigen, sondern mit losen Felsstücken bedeckt sind. Ihre Tierwelt war bisher noch nicht erforscht worden; diese Aufgabe hatte sich eine englische Expedition gestellt, deren Mitglieder, Bertram und Lack, im Iuni und Iuli dieses Iahres sieben Wochen hier verweilten. Sie haben ein wahres Bogelparadies ent- deckt; unter den gefiederten Bewohnern befanden sich sogar einige Landvögel, und zu ihrem Erstaunen fanden sie ein paar Stare mit einem Nest, die nördlichsten Store, die bisher festgestellt worden sind. Ängeheuer zahlreich sind die Seevögel; die Südklippen, die an einzelnen Stellen bis 500 Meter hoch aus dem Meere oufragen, sind zweifellos die bevölkertsten Dogelplähe der nördlichen Halbkugel. Lummen bedecken jedes Fleckchen und sind an manchen Stellen so zahlreich, dah man nicht den geringsten Boden bemerken kann. Auge, Ohr und Nase werden gleichermaßen überwältigt, wenn man sich mühsam den Weg durch die hier sitzenden Bögel bahnt, die so zahm sind, daß sie sich streicheln lassen, während sie ihre Eier ausbrüten. Es sind zwei Arten von Lummen, die hier vertreten sind, die gewöhnliche Lumme und die Drunnich-Lumme, die ein ausgesprochener Polarvogel ist. Beide wohnen in denselben Kolonien zusammen, und man konnte beobachten, dah bei den häufigen Balgereien unter den brütenden Vögeln Eier und Iunge zeitweise von fremden Eltern adoptiert wurden und sogar von solchen der anderen Art. Die Vögel scheinen nicht imstande zu sein, ihre eigene Brut von der anderer Tiere zu unterscheiden. Manche Lummen brüteten auf Eiern, die im vorhergehenden Iahre gelegt worden sein muhten und die von ihnen bei ihrer Rückkehr im Frühling mit Beschlag belegt wurden. Die Expedition hat die erste genaue Aufnahme der ganzen Tierwelt auf der Büreninsel durchg rführt. Ein Gefängnis mit einem Gefangenen. Augenblicklich scheinen die Irländer — wenigstens in strafrechtlicher Hinsicht — das anständigste Volk Europas zu sein. Wenn man erfährt, dah das Gefängnis in Cork in Nordirland zur Zeit nur einen einzigen Gefangenen in seinen gastlichen Mauern beyerbergt, so hält man dos als normaler Mitte'europäer für ein Märchen oder für einen paradiesischen Zustand, den man sich nur im Traum vorzustellen wagt. Aber es ist so. In diesem Gefägnis mit 500 Zellen befindet sich nur ein Gefangener, der unter der liebevollen Obhut von einem Gefängnisdirektor, einem Arzt, einem Geistlichen, einigen Strafanstaltsbeamten und vier Wärtern steht. Die einzige Sorge der Gefängnisverwaltung ist, dah der Sträfling sich vielleicht auf die Dauer zu einsam fühlen könnte, weshalb das Gericht ständig bestrebt ist, ihm Gesellschaft zu verschaffen. Aber das ist vergebliche Mühe. In den letzten Wochen ist in Cork nur ein Fall von Trunkenheit zur Aburteilung gekorn- men.^Auch der Gefangene hat nur eine Strafe wegen Sachbeschädigung abzusitzen. Glückliches Irland! SJ.-fpor< Deutschlands Tennisrangliste 1932. Der Ranglisten-Ausschuh des Deutschen Tennis- Bundes hat soeben die Rangliste für das Icchr 1932 veröffentlicht. Sie weist bei den Herren 29, bei den Damen 12 Namen auf und bringt kaum eine Ucberra'chung. Bei den Herren führt selbstverständlich Daniel $ renn vor G. v. C r a m m, während bei den Damen Hilde Krahwinkel die Liste anführt. Im einzelnen haben die Listen folgendes Aussehen: Herren: 1. Daniel Prenn, 2. Gottfried von Cramm, 3. bis 5. Iaenecke, Nourney, Haensch, 6. bis 8. Frenz, Schwenker, Wetzel, 9. W. Menzel, 10. bis 12. Dr. Buh, Dr. De'sart, Weihe, 13. bis 20. Bräuer, Fuchs, Gokewich, Hartz, Lorenz, Remmert, Tü'cher, Zander, 21. bis 25. Heitmann, Henkel, Heydenreich, Lund, Oppenheimer. 26. bis 27. Meffert, Satz, 28. bis 29. Pohl- hausen, Walch. Nicht klassifiziert wurden Daller, Froitzheim, Klein-chroth, Kuhlmann und Rahe. Nicht mehr ausgenommen Eichner, Erwen, Gustke, Lindenstädt, Denker. Damen: 1. Hilde Krahwinkel, 2. Marielouise Horn, 3. Frau v. Reznicek, 4. Aenne Peih, 5. bis 7. Friedlebcn, Hammer, Schomburgk, 8. Kall- meyer, 9. Frau Neppach, 10. bis 11. Sander, Weihe, 12. v. Cnde-Pflügner. Nicht ausgenommen wurden: Cilly Auhem, Buh, Stephanus. Nicht mehr klassifiziert Frl. Kohnert. Die diesjährige Herrenliste umfaßt also neun Namen weniger als im Vorjahre. Eichner (Glei- wih), Erwen (Frankfurt), von Gustke (Görlitz), Lindenstädt (Vertin) und Denker (Harburg) sind nicht mehr mit ausgenommen worden. Im allgemeinen ist zu der Klassifizierung wenig zu be- merken. Lund ist gefühlsmäßig nicht nach den Resultaten betrachtet --- vielleicht etwas zu tief gerutscht und Weihe, der doch in erster Linie ein Sicherheitsspezialist ist, eher ein wenig zu hoch. Aber im Grunde bleibt bei den heutigen ungleichen Trainings- und Turnierverhältnissen vom dritten Platz an jede Klassifizierung problematisch. Unbestritten und unwiderlegbar ist lediglich die Position der Spitzenspieler/bei denen man diesmal Daniel Prenn mit Recht allein an die erste Stelle gesetzt hat. Bei den Damen ist die Rangfolge in diesem Zahre leichter durch Ziffernergebnisse zu belegen als bei den Herren. An der Rangfolge der vier Ersten, von denen Nr. 3 (Reznicek) und Nr. 4 lPcitz) - letztere wahrscheinlich auch unter dem günstigen Eindruck ihrer Siege in wichtigen Doppelkonkurrenzen — um einige Stufen ausrückten, ist ohne Zweifel nichts auszusetzen. Zweifelhaft könnte sein, ob Frau Friedleben, die immerhin einige recht gute Ergebitisse hatte, nicht Über Ham- itzcr und Schomvurgk gehört. Frl. Kohnert ist diesmal nicht mehr berücksichtigt. Dah Cilly Äußerns Name sich in diesem Iahre nicht in der Liste der Damen beendet, war zu erraten. Mit der Verminderung der Gesamtzahl der Damen von 16 auf 12 kann man sich ebenso einverstanden erklären wie mit der Einschränkung der Herrenliste. Deutschlands Elf gegen Ungarn. Der Spielausschuh des Deutschen Fußball- Bundes hat noch am Sonntagabend die Mannschaft aufgestellt, die am 30. Oktober in Budapest das Länderspiel gegen Ungarn bestreitet. Die Mannschaft wird in folgender Aufstellung spielen: Iakob (Iahn Regensburg); Schütz (Eintracht Frankfurt). Wendl (München 1860); Grämlich (Eintracht Frankfurt), Leinberger (Spvgg. Fürth), Knöpfte (FSV. Frankfurt); Fischer (1. FC. Pforzheim), Lachner (München 60), Malik (Breslau 08), R. Hofmann (Dresden), Kobierski (Fortuna Düsseldorf). Garmisch-Partenkirchen oder Schreiberhau? Das Rennen um die IV. Olympischen Winterspiele. Als die ersten Meldungen auftauchten, daß das ideal gelegene Garmisch-Partenkirchen vom Deutschen Olympischen Komitee als Austragungsort für die lV. Olympischen Winterspiele 1936 ausevsehen werden soll, trat Schreiberhau auch als Bewerber auf. Die dortige Gemeinde lieh nichts unversucht und lud die maßgebenden Herren zu einer Besichtigung des Geländes ein, der aber wohl nicht Folge geleistet wurde. Vielmehr statteten Dr. Lewald und Dr. D i e in am letzten Wochenende Garmisch- Partenkirchen einen Besuch ab. Schreiberhau gibt aber das Rennen noch lange nicht verloren. Die dortige Kurverwaltung macht jetzt durch ein großartiges Projekt erneut von sich reden. Oberhalb der 900 Meter hoch gelegenen Josephinenhütte soll noch in diesem Jahre ein Eisstadion errichtet mer« den, das bei einer Fläche von 200 mal 300 Meter eine Sonderstellung in Europa einnehmen würde. Für rund 30 000 Zuschauer soll Sichtmöglichkeit geschaffen werden. Die Vorarbeiten sind bereits in Angriff genommen worden und die Unterlage des Stadions auf einem abgeholzten Waldstreifen zwischen der Himmelsgrundschayze und der Autorenn- strecke ist in der Nähe des Bahnhofs Iafephinen- hükte im Entstehen. Die Entscheidung, wer in diesem Wettstreit den Sieg davontragen wird, fällt am ll. November auf der Tagung des Deutschen Olympischen Ausschusses in Berlin. Vor der Begnadigung Ladoumögues? „Als für,; vor den Olympischen Spielen der Französische Leichtathletik-Verband seinen prominentesten Vertreter, den Weltrekordmann Jules Ladoumögue Wirischafi. Die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 22. Oft. (WSN.) Ueber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau berichtet das Landarbeitsamt Hessen, Frankfurt a. M.: Die Zahl der Arbeitsuchenden stieg in der ersten Oktoberhälfte um 3531 auf 311 626. In der gleichen Zeit des Vorjahres setzte die jahreszeitliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes bereits stärker ein, die Zunahme betrug damals 5156, der Bestand allerdings nur 276 821. Das Arbeitsbsfchasfungsprogramm der Reichsregierung und die Verordnung zur Belebung der Wirtschaft haben also anscheinend bereits einen günstigen Einfluß auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes ausgeübt, insofern, als sie ein schnelles Steigen der Arbeitsuchendenziffer bis jetzt verhindert haben. Durch die Maßnahmen der Reichsregierung fanden nach den Schätzungen der Arbeitsämter in der Zeit vom 1. bis 14. Oktober runb J27OO Personen zum Teil bei Notstandsarbeiten (Straßenbauten), zum Teil in verschiedenen Wirtschaftszweigen, u. a. in der Industrie der Steine und Erden, in der Tabakindustrie usw. Beschäftigung. Die Verschlechterung des Gesamtarbeitsmarktes wurde verursacht durch Entlassungen in den Saison - Außenberufen (Landwirtschaft, Baugewerbe und Lohnarbeit wechselnder Art). Auch die Zahl der arbeitsuchenden Angestellten stieg nicht unerheblich an, ferner wurden aus den meisten handwerkerberufen zahlreiche jugendliche Arbeitskräfte nach Beendigung der Lehrzeit entlassen. Die Industrie der Steine und Erden, mit Ausnahme der Ziegel-Industrie, die Chemische Industrie,, das Spinnstoffgewerbe, die Lederindustrie, das Nah- rungs- und Genußmittel- und Bekleidungsgewerbe hatten zum Teil namhafte Abgänge zu verzeichnen. In der Arbeitslosenversicherung wurden Mitte Oktober 13 001 Personen unterstützt, das sind 1491 weniger als am 30. September 1932. Die Krisenfürsorge zählte 60 727 Hauptunterstützungsempfänger, 2923 weniger als am Stichtag vorher. Die Zahl der Notstandsarbeiter ist in der Zeit vorn 1. bis 30. September ganz erheblich gestiegen, und zwar um 2524 gleich rund 60 v. H. auf 6671 einschließlich 317 Wohlfahrtserwerbslosen. Verrechnungen im Warenverkehr mit dem Auslande. In den letzten Monaten find mit verschiedenen Ländern, in denen eine Devisenbewivtsch af - tung besteht oder die Bezahlung deutscher Waren aus anderen Gründen erschwert ist, Vereinbarungen zwischen der Reichsbank und der Zenkralnotenbank des betreffenden Landes geschloßen worden, um die Bezahlung des deutschen Exports sicherzustellen. Zur Durchführung dieser Vereinbarungen ha-t der Reichswirt'chaftsmini- ster angeordnel, daß alle Reichsmarkzahlungen, die für Warenlieferungen aus dielen Säubern im Rahmen der Devisengenehmigung geleistet werden, auf das bei der Reichsbank Berlin bestehende Girokonto der betreffenden ausländisches Notenbank geleistet werden müssen. Ist Zahlung in der Währung des Lieferlandes vereinbart, so kann der deutsche Schuldner den geschuldeten Betrag bei der Reichsbank kaufen und im Auslände an den betreffenden Exporteur auszahlen la'*en. Dagegen sind Zahlungen in dritter Valuta im allgemeinen ausgeschlossen. '^Universum Film AG. (Ufa) Der- I i n. Die Aufsichtsratssihung der Universum AG. (Ufa), Berlin, nahm den Bericht des Vorstandes über den Rechnungsabschluß für 1931 32 entgegen. Cs wurden ausgewiesen: Betriebsüberschuß 29,01 (im Vorjahre 30,46) Millionen Mark, Steuern 4,2 (4,48) Millionen Mark, Zinsen 1,43 (1,66) Millionen Mark und Abschreibungen 18.73 (18,83) Millionen Mark. Es ergibt sich ein Reingewinn von 2 019 000 ( 3 002 000) Ml. Der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer Dividende von 4 (im Vorjahr 6) Prozent vorgeschlagen werden. Die Liquidität der Bilanz hat sich nur unwesentlich verändert. * Verkauf der Anlagen des Siegen-Solinger Guhstahlaktienver- e i n s. Nachdem die Verhandlungen der Norddeutschen Eisengesellschaft AG., Berlin, wegen eines Erwerbs des Feinblechwalzwerkes des Siegen—Solinger Gußstahl-Aktien-Dereins, Solin» gen zu keinem Ergebnis geführt haben, erfährt WTB.-Handelsdienst, daß die »Hansa"-Eisen- und Metallhandelsgesellschaft m. b. H. in Düsseldorf, die bereits den größten Teil der sonstigen Anlagen des Siegen—Solinger Guhstahl-Aktien-Der- eins erworben hat, nun auch das Feinblechwalzwerk gekauft hat. frankfurter Abendbörse freundlich. Frankfurt a. M., 24. Oft. Die Stagnation der heutigen Mittagsbörse übertrug sich auch auf den Abendoerkehr. Die Stetigkeit der Neuyorker Anfangshaltung übte keinen Einfluß auf die Kurs-^ geftaltung aus. Die Stimmung war jedoch im aU-' gemeinen freundlich, JG.-Farben bröckelten gegen den Berliner Schlußkurs zwar etwas ab, blieben aber gegen den Frankfurter Schlußkurs, ebenso wie Metallgesellschaft (plus 0,5 v. H.) und Mannesmann (plus 0,90 v. H.) gut behauptet. Im Verlaufe hörte jedes Geschäft auf, und JG.-Farben bröckelten auf 93 v. H. ab. Am Rentenmarkt waren Altbesitz auf niedrigerer Basis gefragt, Reichsschuldbuchforderungen blieben unverändert. Altbesitz 48,75, Reichsbank 125, Gelsenkirchen 37,50, Kali Aschersleben 97, AEG. 31,50, JG.-Farben 93,25 bis 93, Metallgefell- schäft 34, Hapag 16,25, Mannesmann 50. zum Berufssportler erklärte, herrschte in der internationalen Sportwelt allgemeine Verwunderung. Trotzdem verfügt der disqualifizierte Ladvumögue in Frankreich noch über eine große Anhängevschar. So ist es nicht Zweiter verwunderlich, wenn man jetzt hört, daß sich maßgebende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Frankreich für eine Requali- fifation ,Zules" einfehen. Verbandsspiele in Hessen. Während seine gefährlichsten Rivalen Alemannia-Olympia Worms und der Titelverteidiger Mainz 05 sehr glatte Siege erkämpften, büßte Wormatia Worms ganz unerwartet einen Punkt ein. Gegen Lorsch, also gegen einen der sichersten Abstiegskandidaten, konnte der Altmeister nur 3:3 spielen. Die Wormser Kombinierten haben dadurch Wormatia wieder eingeholt, sie spielten in Bürstadt 4:0. Mainz 05, das zwar einen Punkt zurückliegt, aber auch ein 'Spiel weniger hat, siegte gegen Mombach überraschend hoch 6:0. Der SD. Wiesbaden kommt jetzt langsam in Fahrt, diesmal verbesserte er seine Position durch einen 2:0-Sieg über Kastel. Langen schlug den Tabellenletzten Urberach glatt 3:0. Segelflug in Grünberg. Am Sonntag trat die hiesige Segelfliegergruppe zum ersten Male mit einer Vorführung ihres Flugzeuges an die Öffentlichkeit. Es galt, das von den Mitgliedern unter allerlei Schwierigkeiten selbst erbaute Fl ugzeugzu taufen und seine Flugtüchtigkeit zu erproben. Mehrere hundert Zuschauer hatten sich am Wartturm, dem Ort der Vorführung, versammelt. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden der hiesigen Fliegergruppe, Herrn Forstassessor Eckstein, der die Schwierigkeiten der Vorstellung schilderte, sowie nach weiteren Worten von Bürgermeister Dr. Mildner und stud. phil. Schmidt, Gießen, die beide der hiesigen Gruppe besten Erfolg wünschten, wurde das Flugzeug unter den üblichen Formen auf den Namen »E Griewe" getauft Hierauf führte stud. Schmidt zwei Flüge aus. die beide sehr gut gelangen. Rundfunkprogramm. Freitag, 28. Oktober. 7.05 .Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert U auf Schallplatten. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Was muß jeder vom Luftschutz wissen?", Vortrag von Major Hennig, Werbeleiter der Ortsgruppe Frankfurt des Deutschen Luftschutzverbandes. 18.50: „Der Weg aufwärts — Zur heutigen: Lage des Handwerks", Gespräch zwischen Dr. Knöpp u. A. Moll jr. 19.30: Freiburg. Rund um den Stefansdom; Original Wiener Schrammelmusik. 20: Abschied vom Lederstrumpf (IV). Don Paul Laven. 20.30: Bässe fingen (II). Fjodor Schaljapin. Eine Schallplatten-Unterhaltung von Hans Rosbaud. 21: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. Anschließend: Nacholympisches Allerlei, Gespräch zwischen Olympiakämpfer Max Danz und Redakteur Mar Freund über die deutsche Olympia-Expedition 1932. 22.45 bis 24; Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. Ul. Berlin Schluß» hirt Schlußk. Abenb- bilrfc Schluß- lure Schlußk. Mittag» börse 'Datum 22.10. 24.10. 22.10. 24-10. 6% Svimthe ReichiMliieihev.192. 71,5 71,25 71,5 71 i% tijcm.7%IL Reichten!. V.19LV 6',4% Doung Anleihe bon 1930 . 87 87,13 87 87,13 72 71.25 72 71,25 Deutsche ßlnl.-jlblöf.-Gdnilb mit eiu8lu|..?Rcd)tcn...... 48,75 48.75 48.8 48.7 Des,U. ohne Au-Iol.-Rechte . . 6% ehern 8%j>e|i. «olleltaat 1980 6,25 6.2 6,25 6,2 (tiicUabU). 102%)...... 65,75 64,25 65,75 64.25 ObcrijeHcn Provinz-Anleihe mli Auslos.-Rechten..... Deutsche Komm, eammclabl. - - Wnlelbc Gerte 1 ..... . 6% ehem. 8% yrantl. Hyp.-Banl 45,75 46,75 46'25 46,5 QJolbDfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Frankl. Hi)p.-Baiil 76,5 76.13 — — Wol&p' • 16 unkundbar bis 1936 bZ',% ehem. 4 srrankf.Hyp. Bank Liqu Piandbriese . . . 75,75 75,75 — — 79,75 79.9 — — 6%% ehem. 4 Rheinische Hvv.-Bauk Liau.-Aoldpie. . . 6% ehem 8% Pt. Landespsand- 80,25 80.25 — - brirfmiftaii Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Lande4psand- brlefanftalt Pfandbriefe R. m 72,5 72 72,5 72,75 73 73 — — 4% Oeflccrctdilidie Ok-lDtenlc . 11,5 11.5 11,5 11 4,20% Ccftrncidiildic Gilbrrrentr 1.05 1.05 1.05 4% Ungarische Goivrente .... 6,25 6.5 6.5 6 9 4% Ungarische StaaNrcntc v. 1910 6,65 6.25 6.4 4;-% deSgl. von 1013 ... — — 5% abgest. Soldmerikaner von 99 5,75 5.75 _ _ 4% Türkische Hollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Aulnli 3,25 3,3 - 3.25 Serie 1....... — 3,25 3,25 ___ 4% doilgl. Serie II...... 5% Rumän. vereinh. Rente 6.1903 —— 3.25 3.35 _ 4,8 5 4.9 5 4Z4%Rumün.oereinh.Rentev.I91g 8,25 8.1 8,3 4,3 19.65 4% Rumänische vereinh. Rente 214% Anatolier . . 4,2 19.25 4.3 20.13 4.25 19.71 Jranffurt a.M. Berlin Schluß» hird Schlußl. Abmd» börse Schluß» furei Schluß». Mittag« bönc Calum 22.10. 24-10- 22.10. 24-10- Hamvurg-Amenta Pale'. . Hamburg-Südam. Dampfschijj i 16,65 16.25 16,5 16.13 . 0 -- Hansa Dampsschis, . . . < — — 28,75 ’ 17 - Norddeutscher Lloyv ... . ( 17 16,65 16.5 A.G. fnr Lerkedröweien Akt. . 0 39 39 37.75 Berliner Handelsgejelijchast . 4 90,5 90,5 90,5 90,25 Commerz- und Privat-Bank . O 53,5 53,5 53,5 53,5 Darmstädter und Nalionalbanl Deutsche Bank und 0 DiSrouto-Aesellschasl. . . 0 75 71 75 75 Dresdner Ban ...... 0 61,75 61,5 61,75 61,75 Reichsbau' ...... 1 125,13 125 125,13 125,5 ei.c.iy.. ... . 0 32 31,5 32,13 31,25 Bergmann........ . 0 — — 20,75 Glcttr. Lieserungsgeiellschaft. 6 — — 6^,75 — t'lrfit und Sralt . 1 85,13 85 85,13 85 Feiten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische 0 53 53 53 — Unternehmungen .... •1 70 67,5 70,25 67.25 Rheinische Elektrizität . . . bB 71,5 72 71,75 72 G(finden & Eo....... ü 69,5 69 69.25 68 Siemens & Halske..... 9 — 114,5 115 113,5 Vabmetjer & Eo....... jß 105 105.5 38 107 38.75 106 37,25 ©uöcruj......... Deutsche Erdöl...... 4 5 69,9 70 69,9 70 Gelsenkirchener...... 8 37,5 72 37,5 70,5 37,5 71,5 35 37 70,5 35 Haroener......... Hoesch Eisen........ Ilie Bergbau....... 0 6 10 Ilse Bergbau Genüsse . . . 95 95.5 95 32,13 96 30,75 <19 13 »lüdnetivcrlc . .... ti 33 50 32 50 Manne« mann-Rohren . . . 6 Mansseider Bergbau .... O 9.5 19.5 19 5 Cberidilel. ftotsröerte . . . t» 38,75 26,13 161,75 63.9 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen . . . "Kbeinftabl........ 10 6 26 161.5 64 25,65 161.5 63 25,65 161 63.13 Jranlfurt a. 2)1. Berlin Schluß» hird Schlußk. Abend» börse Schluß» furi Schluß'. Mittagbörse tOatum 22.10. 24.10. 22-10- 24.10. Riebet! Montan...... — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 22 22,25 22,5 21,5 Olavi Minen....... 0 16 15 .5 15.75 15,25 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 97,75 97 98 98,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 101,5 101 102 101 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 161 162 162,5 161,5 I. G. Farben-Induftrte . . . 7 93,5 93 93,65 93.5 Scheideanstalt....... 10 139,25 139.5 — Goldschmidt..... . . . 0 25.5 25,25 25,25 25,13 RütgerSwerke....... . 0 38,75 38,25 38,4 38,13 Metallgeielllchaft...... • Vs 34 34 34,5 — Philipp Hohmann..... . o 54 53.5 54 53 Zementwerk Heidelberg. . . Eementwerk Karlstadt. . . . . 4 48.5 49 . C 50 49 — — Wavb & Fred tag ... . 0 4,65 4,5 — Schultheis Patzenhofer . . . Mu «Allgemeine Kunstseide' 0 — 57,4 56 0 54,75 53,5 54 13 53,25 Bemberg. .... 0 — 52 52,13 51 Hellsioss Waldbos..... 0 42.5 42,5 42,13 42.13 Zellstoff Aschaffenburg . . . 0 28 28 29 Dessauer Gas....... . 7 — 88,9 89 Daimler Motoren..... . 0 19,5 19 19,25 19 Deufche Linoleum .... . 0 44 43,5 — 44 Lrenstein & koppel .... . 0 32,5 32 Leonhard Tieft .... . 6 44 43.5 44,5 43,5 SoenZka........ 0 Ebade.......... 12 — 152 161,5 — frankfurter Maschinen . . . . 0 - - - Griftner......... Mainkraftwerke Höchst a. M . :! 26 52 ?T 52.13 26 Süddeutscher Zucker .... . 8 - 131 130 — Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 22-Ottober 24.Oktober Amtliche Noiieruna »elb 1 Brie* Amtliche Notierung Seid | Srie« tzelsingfort . Men.... Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Cslo .... Kopenhagen. Stockholm London. . . Buenos -Ittel Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schwei, . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . 6,194 51,95 12,465 3,057 169,73 71.98 74,08 73,63 14,27 0,913 4,209 58,54 21,55 16,56 81,34 34,49 82,02 0,979 0.294 5.594 13,100 6,206 52,05 12,485 3,063 170,07 72,12 74,22 73,77 14,31 0,917 4,217 58,66 21,59 16,60 81,50 34,55 82,18 0.981 0,296 5.606 13,102 Banknoten. 6.144 51.95 12,465 3,057 169.83 71,43 73,33 73,03 14,13 0,913 4.209 58.54 21,55 16,57 81,39 34,49 82.07 0.969 0,294 5,595 12,87 6,156 52,05 12,485 3,063 170,17 71,57 73.47 73,17 14.17 0,917 4.217 58,66 21,59 16,61 81,55 34,55 82.23 0,971 0,296 5,606 12,89 Serkin, 24-Oktober «eld »rlrl Ämerikanische Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... französische Roten........ Holländische Roten........ Italienische Noten....... Norwegische Roten........ Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarische Roten........ 4.20 58.38 73,05 14,09 16,53 169,46 21,50 71,26 2,455 72,85 81,21 34.35 4,22 58,62 73,35 14,15 16,59 170,14 21,58 71,54 2,475 73,15 81,53 34,49