Nr. 251 Erstes Matt (82. Jahrgang Dienstag, 25. Oktober 1952 Erscheint täglich, außer Sonnlags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild ■ Die Scholle monats:Be$ugspreiS: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Kronkfurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck lind Verlag: vriihl'iche llnlverfitäts-vuch- und Ltelndruckerel «. kange in Lietzen. Schriftleliung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20 \ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil L D. Th.ßümmel sämtlich in Biegen. Die Parteien im Wahlkampf. Hitler spricht in Pommern. Berlin, 24. Oft. (TU.) Auf seiner Deutschland- Reise berührte Adolf Hitler am Montagnachmit- tag K ö s l i n. In einer stark besuchten Kundgebung, in der einleitend Rechtsanwalt G r a f v. d. G o l tz - Stettin das Wort ergriff, setzte Hitler auch hier begeistert begrüßt seinen Zuhörern die Gründe auseinander, aus denen er sich habe weigern müssen, in die jetzige Regierung o. Papen einzutreten. Am Abend desselben Tages kam er nach Stettin. „Man will von mir", jo erklärte er auch hier, „immer nur die Beantwortung der einen Frage, der Frage nämlich, warum ich am 13. August dieses Jahres die Angebote, die man mir machte, ausschlug, warum ich also nicht in den Zug gestiegen bin, den man da hat Vorfahren lassen." Die Antwort gab er auch hier wieder in demselben Sag: Er sei deshalb nicht eingestiegen, weil er hinterher wieder hätte aussteigen müssen. Das sei schon einmal den Deutschnationalen sehr schlecht bekommen. Zum Vizekanzler, der nur dann Kanzler sein dürfe, wenn der richtige Kanzler einmal krank oder nicht da sei, der nur repräsentieren dürfe, habe er nun einmal kein Talent. Das Angebot des preußischen Ministerpräsidentenposten sei in sich widerspruchsvoll gewesen. Entweder hätte er der Nachfolger des Herrn Braun werden müssen, dann aber hätte ihn der Preußische Landtag zu wählen gehabt, oder er wäre der Nachfolger des Herrn Bracht geworden, und dann wäre er auch auf diesem Posten der Untergebene des Herrn v. Papen gewesen. Hitler beschäftigte sich bann mit dem Pro- g r mm des Kabinetts von Papen. Wirtschaftlich sei seine, Hitlers, Kritik als gerechtfertigt erraten. Das Problem der Arbeitslosigkeit sei nicht gelost. Schon jetzt nehme die Zahl wieder zu. Wenn dabei die Regierung erkläre, die Zunahme sei geringer als im Vorjahre, so beweise das, wie beweiben man bereits geworden sei. Die Kraft einer Regierung beruhe nicht auf dem Gewicht von äußeren Machtmitteln, sondern auf ihrer Verbindung mit dem t i e ffien Wesen, Denken und Fühlen des Volkes. Die wirtschaftlichen Krisen seien immer nur Schlußpunkte einer Entwicklung, Ergebnisse einer seelischen Zer- s e tzung. Das deutsche Volk hätte den Krieg nie verloren, wenn diese Zersetzung nicht als das Werk der Politiker eingetreten wäre. Zu dieser Zersetzung sei der K l a s s e n r i ß durch das Volk gekommen. Wenn das so wetter- gchen würde, könne das Reich nimmer bestehen ötgen diese Zersetzung habe er (eine Bewegung aufgebaut, eine Bewegung zur Ueberwindung der Pa Heien und der Klassen, tief verwurzelt im wirklichen Volk. Auf diese Bewegung sei zu bauen. Aber er sei es dieser Bewegung Ichul- dig, daß er nur dann in eine Regierung gehe, wenn er seinen Millionen treu bleiben könne. Das sei sein Wert, das sei der große Einsatz, den er bringe. Weil er der Führer dieser Mionen fei, verlange er die Führung, solange er nicht wisse, daß ein besserer da sei. Die Kraft dieser -Ulanen werde größer sein als der Wille eines kleinen Stlun-- gels. Hitler schloß: Erst mufc b i e d e u t s ch e Zwietracht überwänden werden, dann erst die deutsche Not. DmgeldeyspnchtmDarmstadt für d,e Deutsche Do kspartei. Darmstadt, 24. Ott. In einer Kundgebung der Deutschen Volkspartei am Montagabend äußerte sich der Führer der DVP., Reichstagsabgeordneter D i n g e l d e y, u. a. über die Zukunft des deutschen Parteiwesens. Die nationalliberale Bewegung, aus der bk Deutsche Volkspartei hervorging, sei niemals em eraig im Parteisinn gewesen, wie ia auch ihr Wahlspruch „Das Vaterland über die Partei" beweise. Die Deutsche Dolksparte, habe in den letzten Jahren schwere Zeiten durchgemacht, weil die turbulenten Verhältnisse des öffentlichen gebens den Sinn für Besonnenheit, Staatsführung und Bürgerfr eil) e 11 mehr und mehr vergessen ließen. Das habe sich aus die Partei ausgewirkt, die manchen Anhänger verlor. Heute sei aber eine umgekehrte Bewegung unverkennbar, wie der Verlaus des Wahlkampfes zeige. In gleichen Maße wie das Vertrauen im Lande erwache und die Resignation verschwinde, sei auch die Zugkraft der Deutschen Volkspartei starker geworden. Man habe ihr seinerzeit vorgeschlagen, gemeinsam mit den kleinen Gruppen der Mitte den Wahlkampf zu führen. Das konnte sie nicht tun, weil fie auf eine klare staatspolitische Linie bedacht mar, die ein einmütiges Bekenntnis zum Programm des Reichspräsidenten und seiner Regierung verlangt. Das Ziel der DVP ginge dahin, ,ür diese entscheidungsoollen Wahlen e i n e m ö g l i ch st g r o ß e Zusammenfassung aller nationalen Kräfte herbei- iufuhren die sich hinter die Politik des Reichsprasi- benten stellten. Leider sei dieses Ziel nicht erreicht worden. Die DVP. habe deshalb em w a h l t e ch- nisches Abkommen mit den Deutsch- nationalen erneuert, das sich aber nur auf di., Reichsliste beziehe, die Listen in den Wahlkreisen nicht berühre und d i e S e l b st a n d i g k e i t des Wahlkampfes beider Parteien nicht beeinträchtige. Die Partei könne dies, weil fie mit den Deutschnationalen die gleiche Ansicht über die Aufgaben der setz,gen Reichsregierung höbe Jenseits dieser Wahlen und ihrer Zielsetzung. Mtänben selbstverständlich auch ferner verschiedene Auffassungen über das politische Wollen der beiden Parteien. Insbesondere könne die DVP. eine Wirtschaftspolitik, die einseitig auf Kosten der deutschen Industrie und ihrer Arbeitnehmer durchgeführt werde, niemals mitmachen. Die DVP. stelle aber im gegenwärtigen Augenblick alle Fragen zurück, die zü einem späteren Zeitpunkt eine große Rolle spielten und kämpfe im Burgfrieden mit den benachbarten Parteien für das Programm Hindenburgs. Brüning in Bingen. Dingen, 24. Ott. (WSR.) 3n einer Zentrumsversammlung kritisierte Dr. Brüning besonders scharf die Wirtschaftspolitik der Reichsregierung, die Hoffnungen erwecke, die nicht alle erfüllt werden könnten. Man habe den Parteien und dem Parlament vorgeworfen, daß fie Popu- larrtätshascherei treiben und nicht unabhängig genug seien zur rettenden Tat. Heute, wo die Regierung sich nicht auf eine Mehrheit im Reichstag stützen kann, muh fie die Gunst des Volkes zu gewinnen suchen durch Versprechungen, und sie gerät in die Gefahr, ihre Unabhängigkeit an Jnteressenverbände preiszugeben. Die Regierung ist die freieste und unabhängigste, die sich auf eine Mehrheit in der Volksvertretung stützt, und die stark genug ist, die Volksvertretung zu führen. Die größte Sorge, die uns augenblicklich bedrückt, ist die Verschleierung der Kassenlage und des Haushaltes des Reiches. Wir wissen heute nicht, wie hoch die Anleihen sind, welche die Regierung schon ausgenommen hak. Wie sollen die Länder und besonders die notleidenden Gemeinden einen ordentlichen Haushalt führen können, wenn sie nicht wissen, wie hoch die Hebertoeifungen vom Reich sind? Ist es vielleicht so, daß man uns von den Rotverordnungen nur die schönen Blumen gezeigt hat und daß nach den Wahlen die Enthüllungen über die Kassenlage des Reiches und über den Haushalt kommen, so wie die Enthüllungen schon bei der Dürgersteuer gekommen sind? Die Verhandlungen mit den Nationalsozialisten hätten keineswegs das Ziel gehabt, die Regierung ohne weiteres zu stürzen, sondern das zu tun, was die Regierung nicht tat, nämlich im Reichstag eine arbeitsfähige Mehrheit zu schaffen. Eine Reform der Weimarer Verfassung könne nicht von der Hand gewiesen werden. Doch sei die Reform durch einige Aenderungen der Geschäftsordnung des Reichstags und durch eine Steigerung der Bedeutung des Reichsrates ohne weiteres vorzunehmen. Die Pläne aber, die auf die Schaffung eines im Volke nicht verwurzelten Oberhauses abzielten und die das deutsche Volt in seiner direkten Vertretung entrechten wollten, müßten scharf abgelehnt werden. Ein Volk, das 14 Jahre lang beispiellose Opfer getragen habe, habe seine politische Mündigkeit hinreichend unter Beweis gestellt, und man dürfe ihm nicht zum Lohn für das Bestehen dieses Opferkampfes seine Freiheit rauben. Das Urteil des Staatsgerichtshofes im Verfafsungsstreit Reich-Preußen. Leipzig, 25. Oktober. (2BIB. Funkspruch.) Im Prozeß vor dem Staatsgerichtshof der Länder Preußen, Bayern und Baden gegen das Reich verkündete Reichsgerichtspräsident Dr. B u m k e wenige Minuten nach 12 Uhr folgendes Urteil: Die Verordnung des Reichspräfiden- ten vom 20. Juli 1932 zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiete des Landes Preußen ist mit der Reichsverfassung vereinbar, soweit sie den Reichskanzler zum Reichskommissar für das Land Preußen bestellt und ihn ermächtigt, preußischen Ministern vorübergehend amtliche Befugnisse zu entziehen und diese Befugnisse selbst zu übernehmen oder anderen Personen als Kommissaren des Reiches zu übertragen. Diese Ermächtigung durfte sich aber nicht darauf erstrecken, dem preußischen Staatsministerium und seinen Mitgliedern die Vertretung des Landes Preußen im Reichstag, im Reichsrat oder sonst gegenüber dem Reiche oder gegenüber dem Landtag, dem Staatsrat oder gegenüber anderen Ländern zu entziehen. Soweit den Anträgen hiernach nicht entsprochen wird, werden sie zurückgewiesen. Der Standpunkt der Reichsregierung. Berlin, 25.Off. (OB. Funkspruch.) Wie wir aus Kreisen der Reichsregierung erfahren, sieht man das Urteil des Staatsgerichtshofes in der preußischen Klagesache gegen das Reich als eine vollständige Bestätigung der Verordnung des Reichspräsidenten vom 20. Juli d. I. an. Das Urteil entspricht auch dem Standpunkt der Reichsregierung hinsichtlich der politischen und parlamentarischen Vertretung des Landes Preußen. Diese Frage ist von der Reichsregierung stets als eine offene Frage behandelt worden. Der Reichskanzler hat weder in feiner Eigenschaft als Reichskommissar für Preußen, noch durch seine Organe die Vertretung des Landes Preußen im Reichsrat oder im Reichstag für sich beansprucht, oder im Landtag bzw. Staatsrat ausgeübt. Ebensowenig sind die ordnungsmäßigen Vertreter des Landes Preußen für den Reichsrat und den Staatsrat vom Reichskommissar instruiert worden. Was im übrigen die sonstigen bisher getroffener Maßnahmen anbetrifft, so bleiben diese in vollem Umfange bestehen. Der französische Generalstab widerW sich dem EichecheWlon Paul Boncours. Paris, 24. Oft. (TU.) Der 5 tubiena us- schuh des obersten Landesverteidigungsrates ist unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten zusammengetreten, um die Prüfung des französischen Sicherheits- und Abrüstungsplanes fortzusehen. Die Meinungsverschiedenheiten, die im Ausschuß zwischen dem Kriegs- minifter PaulBoncourals dem. geistigen Urheber des Planes einerseits und General wey- gand als dem obersten Befehlshaber der franzö- fischen Streitkräfte andererseits ausgetaucht sind, konnten bisher nicht beigelegt werden. Luftfahrt- Minister Painleve erklärte im Anschluß an die Sitzung, daß alle Anstrengungen gemacht würden, um bis zum 3. November fertig zu werden. Die strittigen Punkte seien jedoch von solcher Bedeutung, daß man sie von Grund aus behandeln müsse. Kriegsminister P a u l B o n c o u r und Marineminister L e y g u e s haben ihrerseits darauf hingewiesen, daß die Meinungsverschiedenheiten grundsätzlicher Natur seien und daß es unter diesen Umständen zweifelhaft sei, ob der Plan bis jum 3. November sertiggestellt werden könne. Der einzige Punkt, über den d i s h e r e i n e E i n i- g u n g erzielt werden konnte, ist die Luftfahrt. Aus diesem Gebiet werde Frankreich einen Abrüstungsplan unterbreiten, der nach Ausfassung der maßgebenden Kreise die Sicherheit Frankreichs in keiner Weise bloßstellt. Bei der Abrüstung zur See handelt es sich nur um eine bedingte Einigung, da die Annahme dieses Teiles vom Marineminister davon abhängig gemacht wurde, daß L n g l a n d sich zu den g l e i ch e n Abrustungs- Maßnahmen zur See bereiterkläre, wie Frankreich. Unüberwindliche Schwierigkeiten sind aber bei der Abrüstung der C a n b ft r eilte ä f t e aufgetreten, wo bie Vorschläge Paul Bon- cours auf ben energischen Wiberstanb des großen General st abes stoßen. General weyganb , Marschall p e t a i n unb sämtliche Mitglieber des Obersten Kriegsrates sollen sich gegen jede Herabsetzung der Landstreit- kräfte ausgesprochen haben. Nach einer neueren Havas-Meldung sollen sich die anfänglichen Meinungsverschiedenheiten zwischen ben AusschuhmUgliebern als weniger e r n ft heraus- gefkllt haben unb im wesentlichen hätten sich alle Stanbpunfte einanber genähert. Der Ausschuß habe baher konkrete Ergebnisse erzielt, bie dem Obersten Verteidigungsrat unterbreitet würden. Dieser werde Freitag vormittag unter Vorsitz des Präsidenten der Republik zusammentreten. Danach werde ein 2fii- nisterrat dem konstruktiven französischen Abrüstungsund Sicherheitsplan eine endgültige Form geben. Der Plan werde sicher am 3. November dem Büro der Abrüstungskonferenz vorgelegt werben. Scharfe Angriffe der Sozialisten. Soll der Sicherlzeitsplan ben Militärs geopfert werden? Paris, 24.Oft. (TU.) Leon Blum wendet sich im „Populaire" äußerst scharf gegen den Chef des Großen Generalstabes, General Wey * gant>, der durch feine Kritik an dem französischen Sicherheits- und Ab- rüstungsplan die Bemühungen der französischen Regierung in Genf erfchwere und das Ansehen Frankreichs herabwürdige. Der Führer der Sozialisten fordert die Regierung auf, energisch gegen die Einwendungen Weygands Stellung zu nehmen. Er weist darauf hin, daß Weygand dem Studienausschuh des Obersten Landesverteidigungsrats mit feinem General Weygand, der Dberfommanbierenbe der französischen Armee und Vizepräsident des obersten französischen Kriegsrats. Rücktritt gedroht habe, falls die von ihm vorgefchlagenen Abänderungen an dem Plan nicht vorgenommen würden. Es gehe nicht an, daß Paul-Boncour eine weitere Vertagung der Abrüstungskonferenz beantrage, nur weil es den französischen Militärs nicht passe, den Abrüstungsweg zu beschreiten. Die Regierung solle lieber auf d i e weitere Mitarbeit Weygands verzichten, als Frankreichs Ansehen in der Welt in Frage za stellen. Es sei geradezu ein Skandal, daß die Lösung der schwersten politischen Frage, die auf Frankreich und der ganzen Welt laste, von den Entschlüssen eines Militärchefs abhängig gemacht werde, der in der Republik einen viel zu großen Platz einnehme. Blum wendet sich sodann direkt an die Regierung und droht ihr mit politischen Schwierigkeiten, wenn sie die Interessen des Friedens und die Sicherheit Frankreichs einem General Wehgand opfere. Eine derartige Haltung würde zwischen ihr und den Sozialisten einen unüberbrückbaren Abgrund herbeiführen. „M a t i n" weift darauf hin, daß General Weygand zu loyal sei und zu gemäßigt denke, als daß er gegen die Befehle, für die die Regierung die Verantwortung trage, öffentlich auftreten würde. — Etwas anders lieft sich ein Artikel des „E ch o de Paris" aus der Feder Pironeaus, von dem bekannt ist, daß er das Vertrauen des Genera l ft a b e s genießt. Hier ist von einem Dementi keine Rede, im Gegenteil, Pironeau schreibt, General Wey'gand habe nur seine Pflich t als verantwortlicher Führer und Schützer der militärischen Sicherheit des Landes getan. Weygand sei der Ansicht, daß Paul-Boneours Plan, der ohne seine Mitarbeit zustande gekommen sei, die Sicherheit des Landes gefähr- 1 j ch schwäche. Sehe er doch auch Mindestherabsetzungen ohne jedwede Gegenleistung vor. Wie steht Frankreich zur Abrüstung? Paris, 25. Ott. (WTB. Funkspruch.) Im Mittelpunkt d r bevcrst Headen außenpolitischen Kammerdebatte werden nach Ansicht der radikalen „Republique" die Wieder- aufrüstungspläne stehen, die von der französischen Oeffentlichkeit nach wie vor mit großer Hartnäckigkeit der Reichsregierung in d i e Schuhe geschoben werden. Die Strömungen, die sich gegenüber diesen angeblichen Plänen geltend machen, werden von der „Republique" wie folgt geschildert: Die radikalste sei die des Abgeordneten Louis Marin. Sie trete dafür ein, daß man gegebenenfalls sogar daslinkeRheinuferbe- sehen müsse. Sollte das zum Kriege führen, so müsse die Lösung eben heißen: Vorwärts. Die zweite Gruppe verkörpere dieRüstungs» industrie, die dafür eintrete, daß Frankreich zwei Geschütze bestelle, wenn in Deutschland ein Geschütz in Auftrag gegeben werde, kurz, daß Frankreich eben immer weiter rüste. Die dritte Richtung sei die der Pazifisten. In ihrem Lager vertrete man den Standpunkt, daß Frankreich die Initiative zu einer weitgehenden Abrüstung ergreifen müsse, da Deutschland sich darauf berufe, daß die anderen Länder nicht abgerüstet hätten. Dazu erklärt nun „Republique", es fei sehr zu wünschen, daß gerade diese Auffassung, die seit einiger Zeit in der Presse mehrfach zum Aus< druck gekommen sei, auch auf der Kammer- tribüne vertreten werde. Je schärfer sich die Regierung dem Gedanken einer Wiederaufrüstung Deutschlands widersehe und je entschiedener sie diesem Gedanken eine eigene Abrüstungspolitik entgegenstelle, um so größer werde die Mehrheit der Republikaner sein, die sich um die Regierung scharen, um den Friedensgedanken gegen jede Art von Rationalismus zu verteidigen. D»e englisch-amerikanische Aussprache. Fortführung der Abrüstungskonferenz. London 24. Oft. (TU.) Der amerikanische Der» freier bei der Abrüstungskonferenz, Norman Davis, hatte eine Besprechung mit Macdo » nald und Sir John Simon in der Amtswohnung des Premierministers. Im Vordergrund der Erörterungen stand die A b r ü st u n g s f r a g e. Beiderseits wird versucht, festzustellen, wie weit und in welcher Hinsicht sich eine Ueberein ft immun g in den Richtlinien ergeben kann, die England und Amerika bei ihrer Abrüstungspolitik verfolgen. Beide Teile sind sich darüber einig, daß a n dem Grundsatz der Nichtwiederauf- rüstung fest gehalten werden soll. Von amerikanischer Seite aus, auf der man die Viermächtekonserenz als völlig erledigt betrachtet, werden energische Anstrengungen gemacht, eine Annäherung Englands an die Hoover s ch e n Abrüstungspläne durchzusehen und auf diese Weise eine weitergehrnde Zusammenarbeit zwischen den beiden angelsächsischen Ländern au ermöglichen. Wenn es im Augenblick wohl auch noch verfrüht ist, von einem gemeinsamen englisch-amerikanischen Plan zu sprechen, so bewegt sich die Tendenz doch namentlich in der Richtung, durch ein Einvernehmen zwischen England und Amerika der Abrüstungskonferenz neues Leben einzuhauchen und die Verhandlungen damit auf eine neue Grundlage zu stellen. Da auch die Frage der Methoden zur Wiederingangbringung der Abrüstungslon'erenz bei der Besprechung in der Dvwningstreet an - - schnitten wurde, so rechnen jetzt politische Krc.se durchaus mit der Möglichkeit, daß die englischamerikanische Aussprache zur Eröffnung neuerWege führen kann, die eine Fortsetzung der Genfer Verhandlungen er. möglichen sollen, ohne daß vorher eine Vier- Mächtö'konserenz stattgefunden hat. Hieraus würde es sich erklären, daß England die Besprechungen mit den anderen Mächten über den Zusammenkunftsort der Dier-Mächtekonferenz noch nicht wiederaufgenommen hat, sondern sich abwartend verhält. Nie Arbeitslosenunruhen in London. Tas Rathaus wird abgesperrt. London, 24. Okt. (TU.) Das Londoner Rathaus wurde am Montag in einen polizeilichen Belagerungszustand verseht, da man im Zusammenhang mit dem Empfang einer Arbeit-llcsenabordnung eine Wiederholung der großen Llnruhen der vergangenen Woche befürchtete. Insgesamt wurden etwa 1000 Schutzleute zu Pferde, zu Fuß und im Kraftwagen aufgeboten, die das Rathaus und die anliegenden Straßen besetzten. Sämtliche Tore des Gebäudes waren fest verriegelt und von innen mit Stühlen und anderen Möb In verbarrikad erk worden. Auch außerhalb des Rathauses wurden an einem gefährlichen Punkt Barrikaden errichtet, die mit Schutzleuten beseht wurden. Der Arbeibtslosenausschuß verlangte vom Londoner Stadtrat u. a. Vorbereitungen für die Unterbringung von über 3000 arbeitslosen Hungermarschierern zu treffen, die am Mittwoch aus allen Teilen Rord- englands und Schottlands in London eintreffen sollen. Die Hungermarschierer wollen große Kundgebungen im Hhdepark und auf anderen öffentlichen Plätzen veranstalten und am Dienstag dem Unterhaus eine von einer halben Million englischer Arbeitsloser unterzeichnete Bittschrift über die Bedürfnisse der Arbeitslosen überreichen. Im Unterhaus erklärte Gesundheitsminister Sir Hilton V o un g, er wisse wohl, daß es sich u m eine von Kommuni st en angestiftete Angelegenheit handele. Er werde jedoch die Behörden ermahnen, nicht so scharf gegen die Hungermarschierer vorzugehen. Erbitterter Wahlkamps in USA. Gunst ge Aussichten für die Lcniotratcn Neuyork, 24. Okt. (TU.) Der Wahlkampf in den Vereinigten Staaten nimmt täglich an Hartnäckigkeit zu. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Roosevelt, der auf seiner zweiten Wahlreise den mittleren Westen besucht, spricht täglich an vier Stellen immer vor riesigen Menschenmengen. Er wird in seiner Werbetätigkeit anderwärts von den Demokraten Ritshie, Smith und Baker unterstützt. Hoover, der für die Republikaner kandidiert, beabsichtigt angesichts der in den verschiedenen Probeabstimmungen zum Ausdruck gekommenen ungünstigen Wahllage weitere Wahlreden in Neuyork, im mittleren Westen und vor allem im Westen zu halten. Er wird unterstützt von Mills, Coolidge und Hulley. Auch die Hochfinanz und die Schwerindustrie nehmen lebhaften Anteil an der Wahl Propaganda. Der ganze Süden der Vereinigten Staaten ist heute demokratisch. Selbst Hoovers eigener Wahl- float, Kalifornien, dürfte eine demokratische Mehrheit erhalten. In W a l l st r e e t stehen die Wetten für Roosevelt 2:1. Allenthalben wird eine große Wahlbeteiligung erwartet. Die Hoover-Leute arbeiten vor allem mit der Behauptung, daß eine Wahl Roosevelts den Ruin für die Vereinigten Staaten bedeuten würde. Roosevelt strebt Handelsverträge auf Gegenseitigkeit an Stelle der jetzigen amerikanischen Schutzzollpolitik an. Die Wiederbelebung des internationalen Handels ist ihm schon deshalb wichtig, um den Schuldnern der Vereinigten Staaten die Abtragung der Schulden zu Italien und die deutsche Gleichberechtigung. Mussolini als Kronzeuge. Der Duce hat sich schon des öfteren in Reden und Zeitungsaufsätzen für die Berechtigung der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung eingesetzt. An dem Entsetzen der Pariser Presse kann man feststellen, daß er das nie so deutlich und wirksam getan hat wie eben jetzt in seiner Turiner Sonntagsrede. Zum erstenmal hat nämlich Mussolini, über seine bisherigen bloßen Andeutungen hinausgehend, dieFolgerungenaufge- zeigt, die sich für Deutschland und dann schließlich auch für Italien zwangsläufigergeben müssen, wenn der Völkerbund die Hegemonie einer Macht in Europa, und zwar „eine auf einer Ungerechtigkeit aufgebaute Hegemonie" nicht zu beseitigen vermag. Sie ist nur zu beseitigen in der Zusammenarbeit vollkommen gleichberechtigter Staaten. Mussolini zeigt sich in seiner Rede wieder einmal als der bewunderungswürdige Realpolitiker, der auch bei sehr weit gesteckten Zielen nicht im pathetischen Bekenntnis steckenbleibt, sondern gleichzeitig den gangbaren Weg des Erfolges aufzeigt. Er will uns im höheren Interesse der Abrüstung nicht die Wehrfreiheit sofort in Bausch und Bogen gegeben wissen. Er stellt eine Bedingung, und er macht Unterscheidungen, über die sich durchaus reden läßt. Er unterscheidet zwischen Gleichberechtigung und Wehrfreiheit. An diesem Punkte liegt überhaupt ein Mißverständnis, das die bisherigen Verhandlungen start überschattet hat. Wir haben ja gar nicht das Recht zur beliebigen Aufrüstung verlangt. Die Gleichberechtigung ist in einer viel glücklicheren Weise hergestellt, wenn die anderen die Abrüstungsver- pflichtung in dem gleichen Maße übernehmen, in dem sie uns durch den Versailler Vertrag aufgezwungen wurde, und wenn die Abrüstungsverpflichtungen aller Staaten einschließlich Deutschlands in einer allgemeinen Abrüstungskonvention feft- gelegt werden. Rach dem Vorschlag Mussolinis soUte es durchaus noch möglich fein, auf diesem Wege wenigstens eine Etappe weiter zu kommen. Mussolini sagt, daß man die juristische Gleichberechtigung Deutschlands bei seinem Wiedereintritt in die Mrüstungsverhandlungen anerkennen soUe, wenn sich Deutschland verpflichte, während der Dauer dieser Verhandlungen n cht aufzurüsten. Gerade im Hinblick auf das auch von uns verfolgte Ziel ließe sich darüber durchaus reden. Es wäre natürlich sinnlos, während der Abrüstungsverhandlungen maßlos aufzurüsten, wenn wir irgendwie damit rechnen müßten, daß am Ende eine allge- me ne Abrüstungskonvention allen Staaten Ab- rüstungsverpslichtungen auferlegt. Andererseits könnten wir wieder durchaus an den Verhandlungen teilnehmen, wenn die Anerkennung unserer Gleichberechtigung gleichzeitig die Folgerung einschließt, daß das Ergebnis dieser Verhandlungen die Freiheiten und Einschränkungen in gleicher Weise für Deutschland und für die anderen Staaten f e st st e l l e n soll. Wenn die nationalistische Parises Presse jetzt wieder in der bekannten Weise jammert, daß die französischen Rüstungen doch nur defensiven Charakter hätten, gut, dann müssen eben wir auch im Herzen Europas, umgeben von waffenstarrenden Rationen, das gleiche Recht der ausreichenden CBerteibigungdmafo- nahmen in Anspruch nehmen. Aber darin hat nun Mussolini auch wieder Recht, daß bei dem negativen Ausgang der Abrüstungskonferenz das absolute Fiasko des Völkerbundes gegeben sei und daß dann Deutschland als erste Ration Genf endgültig den Rücken kehren werde. ermöglichen. Die Streichung der Kriegsschulden lehnt Roosevelt ab. Er ist Anhänger des Völkerbundes, aber nicht in dessen augenblicklicher Gestalt, weil der Völkerbund in seiner jetzigen Form dem Wilsonplan nicht entspreche. Roosevelt wünscht ferner die Aufrechterhaltung des Briand-Kellogg- Paktes. Die Einmischung der Vereinigten Staaten in die inneren Angelegenheiten fremder Länder lehnt der demokratische Präsidentschaftskandidat ab. Die beiden großen amerikanischen Parteien bemühen sich zur Zeit hauptsächlich um die Stimmen der Farmer. Eine Richtigstellung. Berlin, 24.Okt. (ERB.) Die .Tägliche R u n d s ch a u", die dem den nationalsozialistischen Gedankengängen nahestehenden „Tat-Kreis" gehört, veröffentlicht eine Auflagenachricht der Reichsregierung, in der Angaben, die das Blatt gestern veröffentlicht hatte, als unrichtig bezeichnet werden. Daß die Reichsregierung die Kontingentierung der Einfuhr nicht aufgegeben hat, beweist schon, daß die Verhandlungen über die Buttereinfuhr soeben mit gutem Ergebnis abgeschlossen worden sind. Hierdurch wird auch die Behauptung von dem bevorstehenden Rücktritt des Reichsernährungsministers hinfällig. Reichsfinanzminister und Reichsernährungsminister haben die Sanierungsverordnungen für die Landwirtschaft im engsten Einvernehmen ausgearbeitet. Die Verordnungen haben die Zustimmung sämtlicher Kabinettsmitglieder gefunden. Die Behauptung, der Herr Reichsfinanzminister habe sich geweigert, die Verordnung zu unterschreiben, und habe ihren Vollzug nur dadurch ermöglicht, daß er in Ur* laub gegangen fei, bedeutet eine Verdächtigung, die a l s völlig unwahr aufs schärfste zurückgewiesen werden muh. Ebenso unwahr ist die Behauptung, der Herr Reichspräsident habe sich von dem Präsidenten Frei- herm v. ßünind Vortrag über die Lage in der Landwirtschaft halten lassen. Frhr. v. ßünind ist überhaupt nicht beim Herrn Reichspräsidenten gewesen. Kleine politische Nachrichten. Am Sonntag, den 23. Oktober, dem letzten Tage für die Einreichung der Wahlvorschläge, waren 2 3 Reichswahlvorschläge beim Reichswahlleiter eingeggngen. Am Dienstagvormittag wird vom Reichs Wahlausschuß über ihre Zulassung entschieden werden. * In einer westdeutschen kommunistischen Zeitung wird behauptet, der Bevollmächtigte des Reichskommissars für Preußen Dr. Bracht haben sich nach Essen begeben, um an einer Besprechung mit Adolf Hitler und Fritz Thyssen teilzunehmen. Amtlich wird erklärt, daß dem Reichskommissar von derartigen Besprechungen in Essen nichts bekannt ist, und daß er auch nicht an solchen Besprechungen Teilgenommen hat. Am 27. Oktober wird das neue Reichs- turatorium für Jugendertüchtigung zu feiner ersten Sitzung zusammentreten. Dem Kuratorium gehören u. a. an: Reichsminister a. D. Dr. Geßler, Staatsminister a. D. Dominicas, Reichsminister a. D. Dr. Haslinde, Staatssekretär a. D. Le wo Id, Generalsekretär Dr. Diem, Geheimrat Sauerbruch und der Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst, Dr. S y r u p, ferner als Vertreter der Verbände Rittmeister a. D. v. Morozowicz (Stahlhelm), Oberleutnant a. D. Krüger (SA.) und General- präfes WoUker (Katholische Verbände). ♦ Die Truppen Paraguays haben das bolivianische Gran Chaco - Fort Arce erobert. Das Fort soll nach blutigen Kämpfen und nach Durchbrechung der bolivianischen Verteidigungslinie genommen worden sein. Die Bolivianer seien auf dem Rückzug nah Liguata. Don LaPaz wird die Meldung durch die lakonische Mitteilung des bolivianischen Kriegsministeriums bestätigt, daß das Fort von den bolivianischen Truppen geräumt worden sei. Aus aller Welt. Revolveranschlag auf eine Berliner Opernsängerin. In Berlin ereignte sich kurz nach Beendigung der Vorstellung in der städtischen Oper, wo Richard Wagners „Siegfried" am Sonntagabend gespielt wurde, am Hinteren Bühnen- ausgang der Oper eine blutige Tragödie. Als die 38 Jahre alte Kammersängerin Gertrud Binde r n a g e l auf die Straße hinaustreten wollte, begegnete sie ihrem Ehemann, dem 53 Jahre alten Bankier Wilhelm Hintze, mit dem sie in eine Auseinandersetzung geriet, die bald sehr heftige Formen annahm. Plötzlich zog Hintze eine Pistole aus der Tasche und jagte seiner Ehefrau, die sich in diesem Augenblick abgewendet hatte, um wieder in die Oper zurückzukehren, eine Kugel in den Rücken. Frau Bindernagel brach mit einem Aufschrei zusammen. Passanten, die sich inzwischen infolge der erregten Unterhaltung an- gesammelt hatten, wollten sich auf den Täter stürzen, um ihn zu lynchen. Doch erschienen in diesem Augenblick Polizeibeamte, die Hintze f e st n a H m e n. Die Kammersängerin wurde nach dem Krankenhaus transportiert. Ihr Befinden wird von den behandelnden Aerzten als leidlich bezeichnet. Die Lebensgefahr ist jedoch noch nicht beseitigt, da der Darm zerrissen ist und die Möglichkeit einer Bauchfellentzündung besteht. Die Kugel konnte noch nicht aus dem Körper entfernt werden, was jedoch nach Ansicht der Aerzte keine Rolle spielt. Die Patientin darf nichts essen, sie ist aber bei Bewußtsein. Das Motiv bet Tat sollen Familienstreitigkeiten gewesen sein. Frau Bindernagel habe Scheidungsklage gegen ihren Mann eingeleitet. Frau Bindemagels Laufbahn begann an der Berliner Staatsoper. Sie übersiedelte dann für einige Zeit nach Mannheim, von wo sie vor zwei Jahren an die Städtische Oper nach Berlin zurückkehrte. Veruntreuungen bei der Dresdner Ortskrankenkasse. Von der Dresdener Kriminalpolizei wird über Veruntreuungen bei der Dresdener Ortskrankenkasse folgendes mitgeteilt: Größere Hn- regelmähigkeiten bei der Allgemeinen Orts- trankenkasse in Dresden bildeten in den letzten Tagen den Gegenstand umfangreicher kriminalpolizeilicher Erörterungen. Durch einen Beamten der Prüfstelle des Landesverbandes sächsischer Krankenkassen war festgestellt worden, daß verschiedene Rechnungsbelege fehlten. Dem für das Fehlen der Belege verantwortlichen Sekretär Händtsche wurde von seiner Dienstbehörde eine Frist zur Regelung der Angelegenheit gesetzt. Händtsche verübte hierauf Selbstmord. Bei den nunmehr von der Kriminalpolizei und Beamten der Prüfstelle erfolgten Rachprüfungen wurde festgestellt, daß er feit 1926 in mitunter recht plumper Weise Rechnungen gefälscht und mit dem Besitzer einer Badeanstalt Hand in Hand gearbeitet hatte. Die Höhe der veruntreuten Gelder dürfte sich nach den. bisherigen Feststellungen auf mindestens 80000 b i s 90 000 Mark beziffern. Im Anschluß an diese Feststellungen hat die Ortskrankenkasse größere Personalveränderungen vorgenommen. Reun Beamte wurden vorläufig ihres Dienstes enthoben, darunter auch der Hauptkassierer und der Leiter der Prüfungsabteilung. 45 Beamte wurden an andere Dienststellen versetzt. Die Allgemeine Ortskrankenkasse teilt mit, daß sie für die veruntreuten Gelder in der obengenannten Höhe Sicher st ellungen erlangt habe. Aus der proviuzialhauptfiadi. Gießen, den 25. Oktober 1932. Oer Umbau von Wohnraum für Llniversitätszrvecke. Die Pressestelle der Landesuniver- s i t ä t teilt uns mit: In der Frühausgabe des „Gießener Anzeigers" vom Donnerstag, 20. d. M., befindet sich unter „Ein- gesandt" mit der Ueberschrift „Eine Warnung an das Hessische Ministerium" eine Auslassung, die sich mit dem gegenwärtigen Umbau des der Universität gehörigen Hauses Ludwigstraße 34 beschäftigt. Aus dem Umstand, daß die in diesem Hause wohnenden beiden 'JJXeter ihre Wohnungen räumen müssen, schließt der Einsender, daß dem hessischen Staat jährlich 1700 bis 1800 RM. Mietzins entgehen, ein Ausfall, der angesichts der finanziellen Notlage des Staates nicht tragbar fei, und fügt weitere Erwägungen ähnlicher Art an. Insbesondere glaubt er die Notwendigkeit der freiwerdenden Räume für die Bedürfnisse des Kunstwissenschaftlichen Instituts und der Theologischen Fakultät, für die sie bestimmt sind, verneinen zu müssen. Ohne auf einige ganz abwegige Bemerkungen einzugehen, die übrigens durch ein Zweites „Eingesandt" in der Frühausgabe bu Samstagnummer des „Gießener Anzeigers" zum Teil zutrefjend widerlegt worden sind, fei dazu folgendes bemerkt: Die Zahl der Hörer kunstwissenschaftlicher Dor- lesungen betrug im Sommer-Semester d. I. an der Landesunioersität etwa 60, die Zahl der Theologie- Studenten etwa 250. Sie ist in den letzten Jahren ebenso, wie die Zahl der Studenten ber Landes- Universität überhaupt, ständig und zwo? in höherem Maße als an anderen Universitäten gestiegen. Obwohl der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Ausbildung besonders bei der Kunstwissenschaft und der Theologie in seminaristischen Uebungen liegt, fehlte es bei beiden Lehrgebieten bisher an irgendwie hierzu geeigneten Räumlichkeiten. Es mußten behelfsmäßig zufällig freie Hörsäle und Seminar- räume in Anspruch genommen werden, das kunstwissenschaftliche Seminar mußte seine Uebungen sogar doppelt abhalten. Den wiederholten dringenden Anträgen der Universität hat das Hessische Ministerium für Kultus und Bildungswejen in diesem Jahre nun stattgegeben und die Herrichtung der bisher vermieteten Räume im Hause Ludwigstr. 34 für Seminarzwecke des kunstwissenschaftlichen Instituts und der Theologischen Fakultät veranlaßt. Dafür schulden die Dozenten und die Studenten in gleichem Maße dem Hessischen Ministerium aufrichtig Dank, weil nunmehr für die Zukunft ein erfolgreicher Unterricht gesichert ist. Wenn damit dem hessischen Staat ein jährlicher Mietzins von 1600 RM. entgeht, so spielt dieser Betrag wirklich keine Rolle gegenüber den ideellen Vorteilen, die durch die Ueberlaffung der Räume für Seminar- zwecke bei einer Anzahl von über 300 für ihre Benützung in Betracht kommenden Studenten durch die intensivere Ausgestaltung des Unterrichts erreicht wird. Aber auch materiell erleidet der hessische Staat kaum eine Einbuße, weil ja die Studenten für die Beteiligung an seminaristischen Uebungen Gebühren entrichten müssen, von denen ein namhafter Betrag in die Staatskasse fließt. Unannehmlichkeiten, die den bisherigen Wohnungsmietern entstehen, sind leider unvermeidlich und müssen in Kauf genommen werden, da nun einmal „Gemeinnutz vor Eigennutz" geht und gehen muß. Daß durch den Umbau Gießener Gewerbetreibenden und Arbeitern eine Derdienstmöglichkeit zukommt, darüber wird zudem jeder sozial Denkende erfreut sein. Daß die frühere Bendersche Fabrik in der Bis- marckstraße nicht schon längst umgebaut und der ihr zugedachten Verwendung für Universitätszwecke zugeführt werden konnte, hängt mit der finanziellen Lage des Staates zusammen und wird von der Universität lebhaft bedauert. Dringend notwendig wären auch diese Räume für das Wirtschaftswissen, schaftliche Institut, das Musikwissenschaftliche Institut, das Institut für Leibesübungen und die Amtszimmer des Allgemeinen Studentenausschusses. Neue Spenden für die Gießener W n^ernoihilfe. Für die Winternothilfe 1932/33 gingen, wie das Städtische Wohlfahrtsamt mitteilt, weiter folgende Spenden ein: Firma Dänninger stellt der Winternothilfe den Betrag von 600 Mk. zur Verfügung. Die nachstehend genannten vier Mitglieder der Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes des Deutschen Rahrungsmittcl-Grvßhandels Berlin stiften für die Winternothilfe folgende Waren: Denner, Krumm 8- Sauer: 100 Pfund Graupen, 100 Pfund Erbsen, 100 Pfund Bohnen, 100 Pfund Reis, 100 Pfund Haserslocken; Die richtige Ernährung Ihres Kindes ist in körperlicher und geistiger Beziehung bedeutsam für sein ganzes Leben. Geben Sie Ihrem Kinde von frühester Jugend an regelmäßig Ovomaltine, die wunderbare, ärztlich warm empfohlene, wohlschmeckende Kraftnahrung ausEi. Malz. Milch und Kakao DieKindernehmen jasogerneOvo- maltineundentwickeln sich prächtig dabei! Auch für Erwachsene gibt es keine bessere Körper- und Nervennahrung. Ovomaltine ist leicht verdaulich und gut bekömmlich. Lieber an etwas Anderem sparen, aber Ovomaltine nehmen! Originaldosen zu RM 1.15, RM 2.15 und RM. 4 — in allen Apotheken u. Drogerien. Ein Gratismuster erhalten Sie von der Fabrik Dr AAVander G m.b.H-, Abteilung 79 Osthofen-Rheinhessen. 7519 V erfolgt nach Deutschland floh, dort starb er 1559 in der Nähe von Hamburg. In einer humorgewürzten Tischrede deutete Pfarrer Sattler (Wieseck) u. a. das Familienwappen und knüpfte daran den Wunsch, daß es dem Vorsitzenden vergönnt sein möge, in gleich jugendlicher Frische auch den nächsten Familientag zu leiten. Großer Hühnerdiebstahl in Röthges. In der letzten Nacht drangen, wie die Landeskriminalstelle Gießen mitteilt, Einbrecher in die Geflügelfarm des Bürgermeisters Metzger in Röthges bei Grünberg ein. Die Täter stahlen etwa 120 bis 130 Hühn er und verschwanden damit spurlos. Die polizeilichen Nachforschungen sind im Gange. Nächtliche Einbrüche in Vilbel. 3n der Nacht zum Montag wurden in Vilbel zwei Einbrüche verübt. Wie die Lan- I deskriminalpvlizeistelle Gießen uns mitteilt, drangen die Täter in ein S'pezereiwarengeschäft in der Frankfurter Straße ein, wo sie Tabalwaren (Feinschnitt), große Mengen Zigaretten, Rollschinken, Speck und Wurstwaren stahlen. Bei dem zweiten Einnbruch in einem anderen Hause nahmen die Täter außer Lebensmitteln auch noch zwei Fahrräder (em Herren- und ein Damenfahrrad) mit sich. Nach den Einbrechern wird gefahndet. Gießener Wochenmarktpreisc. * Gießen, 25. Okt. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarit das Pfund: Kochbutter 90 bis 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 1 4 5i8 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8, rote Ruben l, Spinat 15, Römischkohl 8, Llnter-Kohl- rabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 100, Tomaten IS.bis 25, Zwiebeln 8 bis 10, Meer- rettid> 30 t"’ 60, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis j, Kartoffeln 3, Aepfel 15 bis 30, Dirnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Pfirsiche 30 bis 50, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 80, Gänse 70 bis 80, Düsse 35; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 50 bis 60, ausländische Eier II bis 12, inländische Eier 12 bis 13, Blumenkohl 30 bis 60. Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10 Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35; das Dund: Radieschen 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 bis 28(1 Weißkraut 2,20 bis 2,50, Wirsing 4 bis 4,50, Rotkraut 5, Aepfel 12 bis 25 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stabt» theater: 20 bis 22.30 II c, „Die Toni aus Wien". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand- platz: 15 bis 17 Uhr, Ausstellung „Frauen der Gegenwart". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Quick". — Vortrag August Pauli. Man schreibt uns: Am Mittwoch, 26. Oktober, 20.15 Uhr, spricht der von früheren Vorträgen in Gießen betannte August Pau l i - München zum Thema: „Helden — Heilige — Geistmenschen. Der Wandel der Menschheit in alten und neuen Idealen". August Pauii war früher protestantischer Pfarrer, wurde dann Mitarbeiter bei Johannes Müller und ist Milbe- Es ist halb so schlimm. Der Herr raucht ja Blaupunkt weiter, und für 50 Wertmarken bekommt Frauchen immer wieder 16 neue Stickereien. So hat er für 4 Pfg. eine fabelhafte, große Zigarette. sie hat Freude an neuen Handarbeiten, und die Kinder haben außerdem Soldaten -Bilder, und wenn Frauchen die Stickereien nun nicht braucht, gibt es dafür 10 Zigaretten gratis für beide. i8lauyunht4Pf. mit Stickereien und Soldaten Bildern WALDORF ASTORIA G-MBH Bflü KW IflOÖ Den W Roman von Gert Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Ich konnte doch nicht anders, Heinz! Ich konnte dich doch nicht an das Leben verlieren", schluchzte sie. Aber der Mann blieb stumm. Inzwischen war das Krankenauto eingetroffen, und Altendorf wurde vorsichtig hineingehoben. „In die Klinik von Professor von Röym, Dis- marckstrahe fünf! Ich komme für alles auf. Erste Klasse! Der Verletzte ist mein Schwager!" sagte Lohgarten und bekannte sich damit zum ersten Male zu dem rätselhaften schönen Menschen. Er muhte hier noch verschiedenes ordnen, muhte Herrn Wiedener anrufen. Ilse wurde inzwischen mit dem Wagen weggefahren, der schon so manches unruhige, leidenschaftliche, stillstehende Herz gefahren hatte. Nach einiger Zeit war der Platz vor der Fabrik leer. Nur am Tor lehnte noch eine schmale, schlanke Gestalt. Lohgarten sah sie, trat hinzu. Seine Stimme klang rauh, als er fragte: „Traute, haben Sie sich in diesem Drama Vorwürfe zu machen?" „Nein! Ich schwöre es Ihnen." Da beugte sich der Mann und küßte die kleinen zitternden Hände. „Traute! Liebe kleine Traute!" In diesem Augenblick kam ein alter, gebückter Mann heran. Vater Dolscher! Der gekommen war, um nach Traute zu suchen, die heute so ungebührlich lange ausgeblieben war. Nauh klang Die Stimme des alten Mannes: „Herr Lohgarten, ich werde die Traute doch lieber mit nach Hause nehmen. Es — ist — hier gefährlicher loben für sie." „Dolscher, ich werde Ihnen morgen alles erklären. Ieht kann ich es nicht. Aber es ist gut, dah Sie gekommen sind. Traute wird Ihnen alles erklären, was sich hier zugetragen hat. Ich bin froh, dah ich sie jetzt unter gutem Schuh weih: ich hätte sie nicht begleiten können, da noch viel Schweres zu erledigen ist", sagte Lohgarten. Dolscher fand kein Wort. Was hätte er denn auch sagen sollen nach diesen ernsten, ruhigen Worten des Chefs? Er zog die Mütze, nahm Trautes Hand. „Aus Wiedersehen, Herr Lohgarten! Komm, Traute!" □do»ch einmal tauchte der Dlick der Hellen, scharfen Männeraugen in die Augen Trautes: ein stummes Grüßen, dann ging Traute am Arm ihres Vaters davon. Lohgarten blickte ihr nach und fühlte es schon jetzt, daß aus all dem Furchtbaren und Grauenvollen dieses Abends nun doch noch ein reines, wahres Glück für ihn erblühen würde. Dann ging er schnell hinauf. Cr rief Herrn Wiedener an, aber der war nicht daheim, und der Diener sagte, daß der gnädige Herr sich mit dem gnädigen Fräulein habe im Hotel Prinz Christian zum Abendessen treffen wollen. „Es ist gut — danke!" lohgarten überlegte. ' lse war also allein in der Stadt gewesen. War sie mit der Absicht, sich mit Altendorf zu treffen, in die Stadt gefahren? Oder war alles nur ein fürchterlicher Zufall für fie? Denn aus den wirren Reden Hilrnas wußte er doch, daß fie Traute Dolscher niederfchießen wollte und auch glaubte, es getan zu haben? Er besann sich plötzlich. Wo war denn nur Paul Vetters, sein Geschäftsfreund, hin? War der einfach fortgefahren? Ta erklang hinter ihm eine Stimme: „Lohgarten, ich bin noch hier. Vielleicht brauchen Sie mich in all dem Schweren, das so plötzlich gekommen ist? Mein Wagen steht noch unten. Vielleicht kann mein Chauffeur uns noch da- und dorthin fahren? Sie werden sicherlich noch Verschiedenes erledigen müssen, und ich stehe Ihnen gern zur Verfügung." Lohgarten drückte ihm dankbar die Hand. „Was für ein lieber Kerl Sie sind, Detters. Ich bin froh, Sie zu haben. Es ist allerdings schwer, wenn n;an ganz allein ist. ünt) — ich muß den alten Wiedener finden: er ist nicht daheim auf seinem Gut, er ist in die Stadt gefahren, wo er sich mit seiner einzigen Tochter treffen wollte. Wenn er wüßte, daß sie inzwischen - — es ist furchtbar. llnt> meine Schwester! Meine arme, unglückliche Stiefschwester! Ich kann es noch immer nicht fassen, daß sie diese Tat begangen hat. Sie war immer so still und fügsam diesem Manne gegenüber, der ihr das Grausamste angetan hat, was ein Mann seiner Frau antun kann. Und immer war sie wieder machtlos, wenn er wieder zu ihr kam mit seinem liebenswürdigen Lächeln, mit dem er alle Welt sich zu Füßen zwang. Ich werde zuerst zu meiner Stiefmutter fahren, die mit in der Villa am Pfeilsring gewohnt hat und die ich jetzt dort wohl auch bestimmt an treffen werde. Also zunächst dorthin und dann zum Hotel Prinz Christian, wo Herr Wiedener seine Tochter erwartet." Die beiden Herren gingen hinunter, wo der Chauffeur die Tür des Wagens aufrih. Und Lohgarten war in der Tat froh, jetzt diesen warmherzigen, guten Menschen, diesen Paul Vetters, neben sich zu haben. „Du siehst so furchtbar emft aus, Fritz. Ist etwas Schlimmes passiert? Und schon, daß du hierherkommst, deinen Fuß überhaupt jetzt über diese Schwelle setzt, ist ein Zeichen, daß dich etwas Desonderes herführt." „Wo ist Hilma, Mama?" fragte er. „Hilma? Sie wird schlafen. Wenigstens ist in ihren Zimmern alles ruhig. Aber Liesbeth sagte mir, dah der gnädige Herr abgereift fei. Sie hat mit einer Droschke und den Koffern zum Dahnhof fahren müssen, während mein Schwiegersohn zu Fuß nach dem Industrieviertel zu gegangen ist." „Mama, Hilma ist nicht daheim!" „Nicht? Mein Gott, wie siehst du denn aus? Was ist geschehen?" Da legte er den Arm um sie, führte sie zum Sofa und setzte sich dicht neben fie. Und nun erzählte er ihr alles, was sich am heutigen Abend vor dem Tor seiner Fabrik zugetragen. Still und starr saß die Frau dann neben ihm. Und er schwieg auch. Nach einer Weile fragte die Mutter: «Und wo ist Hilma?" „Im Gefängnis. Die Gerechtigkeit geht ihren Lauf. Doch man wird fie wahrscheinlich schon morgen wieder in Freiheit sehen müssen. Zumindest wird man sie in eine Krankenabteilung überführen muffen; Haft kommt bei ihrem Zustand nicht mehr in Frage." „Und Heinz?" „Schwerverletzt! Ich lieh ihn zu Professor von Röhm bringen. Wenn er noch gerettet werden kann, wird er dort gerettet werden. Doch es ist wohl keine Hoffnung. Ilse Wiedener aber ist tot. Ich will jetzt zu ihrem Vater." Frau Lohgarten legte den Kopf an die Brust des Sohnes. Sie weinte nicht! Aber unendliches Leid ftanö in ihrem Gesicht. Und er strich ganz sacht und zärtlich über den grauen Scheitel. Nach einer Weile fragte die Mutter: „Wirst du bann zu Heinz Altendorf gehen? Ich möchte dich begleiten. Ich — wollte noch ein paar Worte mit Heinz sprechen, wenn es möglich wäre." „Gut, Mama, mache dich fertig und erwarte mich dann hier. Ich werde dich hier abholen und ich denke, dah es nicht allzu spät werden wird." Sie begleitete ihn bis zum Tor, wo das Auto hielt. Noch ein paar liebe Worte, und er schritt zum Wagern Er sah noch, wie die Mutter tiefgebeugt zum Hause zurückschritt. Als er den Speisesaal des Hotels Prinz Christian betrat, wurde er fröhlich angerufen. „Hallo — ein netter Zufall, lieber Lohgarten. Ich war schon ganz wütend: erwarte meine Tochter und sie kommt nicht. Sie war mit einer Freundin zur Modenschau gegangen am Nachmittag. und nun wollten wir hier zusammen essen. Na, Sie leisten mir doch ein bißchen Gesellschaft?" Sibel schob Herr Wiedener seinen Arm in den Lohgartens. Der sagte schwer: „Herr Wiedener, wir werden nicht gemütlich beisammen fein können — ich bringe eine traurige Nachricht." „Traurige Nachricht? Wie das? Ist — etwas mit meiner Tochter passiert? Reden Sie doch, lieber Lohgarten!" Da sagte ihm Cobgarten, was geschehen war. Schweratmend saß der alte Herr im Stuhl. Kreidebleich war das Gesicht. Die Dacken hingen schlaff herunter. „Ich habe es ja gewußt, daß etwas kommt. Die ganzen Tage vorher hab' ich das Gräßliche in allen Gliedern gefühlt. Mein Gott, mir wird schlecht." Der Kellner brachte ein Glas frisches Wasser. Lohgarten mühte sich um den alten Mann. Freunde von Herrn Wiedener waren hier. Sie kamen jetzt und hörten voll Schrecken, was sich ereignet hatte. Fritz Lohgarten bat die Herrschaften, sich Herrn Wiedeners anzunehmen, da er selbst noch etwas sehr Wichtiges vor habe. Sie versprachen es' und brachten Wiedener nach Hause. Fritz Lohgarten aber fuhr mit feinem Freund Detters, der geduldig im Wagen gewartet hatte, zu der Villa am Pseilsring zurück, um die Mutter abzuholen. Dreizehntes Kapitel. Heinz Altendorf öffnete die Augen. Er erkannte zuerst Fritz Lohgarten, dann feine Schwiegermutter. „Wo — ist — Hilma?" „Sie ist zu krank, um kommen zu können." „Was ist mit mir?" Der Arzt, der am Kopfende des Dettes stand, trat vor und sagte lächelnd: „Herr Altendorf, bitte ganz ruhig liegenbleiben. Sie wurden niebergeschossen, und mit Ihnen Fräulein Ilse □Siebener/' „Ilse □Siebener? Was geht — mich — diese Dame — an? Ich habe nur Traute Dolscher ge* liebt, niemand sonst. Aber — sie — wollte von mir nichts wissen — sie — liebt wahrscheinlich Fritz — Lohgarten. Er und immer wieder cr! Er sollte sterben. Ich wollte zu ihm, wollte ihn niederschießen wie einen tollen Hund. Statt dessen hat es mich selbst getroffen. Wer — hat — das getan?“ «Das weiß man noch nicht." Der Arzt sagte es ganz ruhig. „Ich könnte ja sagen: Fritz Lohgarten war es! Aber cr hat es nicht getan. Doktor, machen Eie mir nichts vor: ich muh sterben. Das Herz rebelliert! Gut so, aus also! Und der QKorDer hat gut getroffen. Soll er gesegnet fein; wenn Traute mich nicht lieben kann, hat das Leben keinen Wert mehr — für mich. Fritz Lohgarten, komm zu mir — fo — ganz — dicht. Sieh, wir find Drüder. Dein — mein Vater liebte die Artistin Rose de Iuan, und dann sagte cr — ihr. daß eine Heirat mit einer fahrenden Artistin für ihn niemals in Frage käme. Da — nahm meine Mutter — den häßlichen, buckligen Großindustriellen Max Lerhofs zum Manne, um sich zu rächen. Ich war ihr Werkzeug, ich, der als Sohn Lerhoffs galt Ich habe dich gehaßt um meiner Mutter willen. Und ich habe dich ruinieren helfen. Die Zeit war meine treue Helferin, diese schwere wirtschaftliche Krise! Ich nahm Hilma zur Frau, um den Ruin der Lohgartens noch intensiver betreiben zu können, und diese Frau war mir gleichgültig, manchmal sogar widerwärtig. Ich habe meine Kunst vernachlässigt um meiner Rache willen; ich wollte dich völlig vernichten Da habe ich Traute Dolscher lennengelemt Aur um ihretwillen fand ich mich zu meiner Kunst zurück. Aber es war alles umsonst. Dieses schöne, reine Geschöpf wies jede Annäherung weit von sich. Sie sagte mir, sie liebe einen andern Mann. Genaue Erkundigungen taten mir kund — dah Traute niemand kannte, daß sie gar keinen Verkehr hatte und dah es sich höchstens um dich handeln konnte» wenn sie behauptete, einen andern zu lieben. Und da schwoll mein Haß ins Unermeßliche. Ich wollte dich nunmehr gänzlich vernichten. Es war ja nun alles gleich. Wenn sie mich faßten, dann war es gut, und wenn ich entkam — dann war es auch gut. Es — ist anders gekommen. Nun geht — es zu Ende. Um Verzeihung bitteit werde ich — dich nicht. Du könntest es \a auch nicht. Ich — meine, mir verzeihen Du lebst! Einer von uns muhte zugrunde gehen Ich habe das schwarze Los gezogen Gut so." Fritz Lohgarten hielt erschüttert die heihen Hände des Todwunden „Das also war es? Druder, ich verzeihe dir! Es fällt ein häßliches Licht auf die Vergangenheit, doch wir sind alle nicht ohne Fehl. Vergib auch du und vergiß nicht, daß ich an dieser Vergangenheit schuldlos war." Heinz Altendorf richtete sich auf. „Ich — danke — dir. Ich — hätte so gern — noch einmal — die kleine Traute gesehen Sie war die erste Frau, die mir nicht verfiel, und — sie — war doch noch — so — jung! So — köstlich jung!" Ein Dlutstrom quoll aus dem Munde des Verletzten „Ich — das Leben war — sehr schön Doch — nun hatte es keinen — Wert — mehr für — mich." (Schluß folgt.) GL ben (Lfebigstrabe 83). den 25. Oktober 1932. Die Einäscherung fand aufWunsch des Entschlafenen in derStille statt. 751) i In tiefer Trauer: Minna Belitz, geb. Schmidt Fritz Belitz, Malermeister Gustav Adolf Belitz, Kaufmann. Am Freitag, 21. d. M., früh morgens entschlief plötzlich und unerwartet infolge Herzlähmung mein lieber Gatte, unser guter Vater Gustav Belitz, Malermeister kurz vor Vollendung seines 65. Lebensjahres. Italtall», Moste Rost-Stäbe empfiehlt ?ieoA Ed.,ar Sorrmann, Eisenhandlung Arbeiisvergebung. Für die Errichtung van zwei Fünf- familien-Wohnhäuscrn für den Eifen- bahner-Heimstätten-Berein e. &. m. b. H. in Gießen, Am Wartweg (Freiligrath- straße) füllen im Wege öffentlicher Aus- schreibung vergeben werden: Elektrische Anlagen, Jnstallafionsarbeiten, Putzarbeiteu, Glaserarbeiten, Schreinerarbeiten, Schlosserarbeiten, Anstreicherarbeiten, Plaftenarbeiten, Estridjarbeiten, Tapeziererarbeiten. Angevotsvordrncke, soweit Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten bei Architekt W. Lchättler, Gießen, Wilhelm* straße 6. Einsicht in die Pläne und Aus- fünfte daselbst in den Rachmittagsstunden. Einreichungstermin: 31. Clfobct 1932, 14 Nhr, beim Vorstand. Die Lefsnnng der eingegangenen Angebote, die mit entsprechender Aufschrift versehen sein müssen, findet im Beisein etwa erschienener Be- io erbet am gleichen Tage um 14 Ilhr im BahnhosShofel Hopfeid, Gießen, statt. Zuschlagsfrist: Drei Wochen. 7507D Eisenbahner-Heimstäften-Verein e. ©. m. d. tz. Müller. Pauly. Oeffentlicher Vortrag 00243 von ÄiigUNt Pauli, München: Mi-W-Wmiscko Der Wandel der Mensc hell: Alle und neue Idea'el Mittwoch, den 20. Oktober. 20.15 Uhr, Universität, 1.St.. Saal 141 Zur Unkostendeckung Beiträge nach Selbsteinschätzung erbeten: Mk.0.30 bis Mk. 1.00. Erwerbslose nach Belieben oder frei. Die ChrlstengemelnschaH. Mittwoch, den 26. Ottober 1932 nachm. 2 ilhr, versteigere ich dahier, Aeuenweg 28, ,3um Löwen" zwangsweise gegen Sarzavlung: I. Büfetts, Kredenzen, Kleiderschränke, Sofas, 1 Lerd, Bücherschränke, Schreibtische, Kassenschränke, 1 Photographion, Schreibmaschinen, 1 Hochfrequenzappa* rat, Grammophone, 2 Registrierkassen, 2 Rohrsessel, 1 Pürschbüchse, 1 Schrot- repetierflinte, 4 Mappen Denkmäler des Theaters, 12 Bände Gerhard Hauptmann, Ladentheken, Warenschränke, Warenregale, 1 Schwammschrank, ein Drogenschrank, 1 Pianino, 1 Photo- apparat, 1 Personenauto, 4-Sitzer, zwei Schäftesteppmaschinen, 1 Radioapparat (kombiniert, Telefunken), 1 Oelbehältcr, 1 Kaffeebehälter, Zigarren, verschiedene Weine und Schnäpse, Pfeifen, Mutze, Tabake, Seife, Parfüms. 7511V Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiefecker Weg 16 — Telephon 3383. Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge , _ Postkarten bei BrÜhl, Schulstraße 7 Geschäftskarten Jnpenieur- Flugzeugbau,Flieger- ngenicur schu|e>papiertechnik Schule Elg. 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Oktober 1932 Wollen die Völker Äon Viscount Philip Snowden, Der Gedanke der Weltabrüstung hat sich in letzte«. Zeit f a st zu einer Farce entwickelt, die für den europäischen Frieden das Schlimmste befürchten läßt. Es besteht offenkundig die Absicht bei den noch in Genf versammelten Völkern, lediglich einige unverbindliche Erklärungen abzugeben, die kein Volk festlegen, und die Last und Bedrohung der Rüstungen nicht wesentlich vermindern. Dabei bedeutet selbst eine Reduktion der zahlenmäßigen Kriegsrüstungen noch nicht einmal unter allen Umständen eine Reduktion der verschiedenen Militärbudgets Der Londoner Flottenpakt, der gewiß erhebliche Summen an dem zukünftigen Flottenbauprogramm einsparte, zwang sogar für die nächsten vier Äahre zu einer Erhöhung des Marinebudaets Aber das wesentlichste Ziel der Abrüstung ist es auch nicht, Ersparnisse in den Staatshaushalten zu machen, sondern den Krieg überhaupt als politisches Mittel auszuschließen. Und von diesem Gesichtswinkel aus ist man bisher überhaupt niemals an das Problem herangegangen. Im Gegenteil bildete die Aufrechterhaltung kriegsmäßig ausgerüsteter S>eere eine stillschweigende Voraussetzung ihrer Verhandlungen. Und diese eine Voraussetzung hat noch zwei andere Voraussetzungen im Gefolge, nämlich erstens, daß die nationale Sicherheit die Aufrechterhaltung von Kriegsrüstungen erfordert, und zweitens, daß die Möglichkeit kriegerischer Verwicklungen immer gegeben ist. Diese Tatsachen stehen hinter allen Vorschlägen auf Rüstungs- emschränkung und den Vorschlägen auf Abschaffung oder Einschränkung gewisser Methoden der Kriegführung. Man begnügt sich also mit dem Versuch, den Krieg „human" zu gestalten. Schon einmal, auf der Haager Friedenskonferenz, wurde dieser Versuch gemacht, aber im Weltkrieg hat sich gezeigt, wie recht der britische Admiral Fisher hatte,'als er diesen Bestrebungen antwortete: „Ihr unterhaltet euch darüber, wie man den Krieg human gestaltet; ih'' könntet genau so gut versuchen, die Hölle zum Christentum zu bekehrenI" Man will die Zahl und das Kaliber der schweren Artillerie begrenzen, Luftangriffe auf Zivilbevölkerung verbieten, eine Maximalgröße für Tanks festsetzen und den chemischen Krieg unterbinden. Aber ist es für den Soldaten wirklich ein so großer Unterschied, ob er von einer achtzölligen ode? einer fünfzehnzölligen ©rennte in Stücke gerissen wird? Ist es für eine Trupps wirklich ein (o großer Unterschied, ob sie von einem Zwänzig-Tonnen-Tank oder von einem Ungeheuer von 25 Tonnen zu blutigem Brei zermalmt wird? Wenn man den Völkern überhaupt gestattet, sich so weit zu rüsten, daß ihnen die Kriegführung ermöglicht wird, so werden sie im Ernstfälle sich nicht durch papierne Beschlüsse von dem vollen Gebrauch ihrer Machtmittel ab- halten lassen. Denn schließlich ist es ja der Sinn einen neuen Krieg? ehemaligem brifiicben Schatzkanzler. des Krieges, so viele Feinde wie irgend möglich zu .töten, und der letzte Krieg hat gezeigt, daß nie- m a I s ein Volk vor der Anwendung von Machtmitteln zurückschrecken wird, die es für wirkungsvoll hält. Im Lichte dieser Tatsachen bedeuten die Verhandlungen über Rüstungsbegrenzung nur ein frevelhaftes Spiel mit d e rn Problem des drohenden Krieges. Auf solchem Wege kann die Kriegsgefahr nicht aus der Welt geschafft werden. Ja man kann, wenn man in Genf nicht in einem anderen Geiste die Verhandlungen fortsetzt, es keinem Staate verübeln, unter diesen Umständen Maßnahmen zum Schutze seiner Bürger zu treffen. Dabei haben sich die Staaten, die in Genf vertreten sind, moralisch und durch ausdrückliche Erklärungen verpflichtet, durch Abrüs ung den Krieg aus der Welt zu schaffen. Die Millionen Soldaten der Entente, die auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges gefallen sind, fochten in dem festen Glauben, durch ihr Leid und ihr Blut den Kriegen ein für allemal ein Ende zu machen. Das hatten ihnen ihre Führer versprochen. Aber 14 Jahre nach dem Ende dieses Krieges treffen die in Genf versammelten Völker noch immer keinerlei Sin ft alten, i h r gegebenes Wort einzulösen und die neue Generation vor ähnlichen Schrecken zu bewahren. Sie verschwenden ihre Zeit damit, festzulegen, daß die Soldaten des künftigen Krieges nur durch kleinkalibrige Geschosse getötet werden dürfen. Die unglückliche Rote, die Sir John Simon an Deutschland richtete, betont zwar mit Nachdruck, die Verpflichtungen, die Deutschland aus dem Vertrage von Versailles erwachsen, aber sie will üb er sehen, daß die Alliierten in Versailles ebenfalls d i e Notwendigkeit ihrer eigenen Abrüstung anerkannt haben. Es scheint, daß weder die feierlichen Versprechungen im Vertrage noch die spezielleren Verpflichtungen des Kellogg-Paktes die kriegerische Mentalität der Staatsmänner irgendwie geändert haben. Denn wenn die Bedingungen des Kellogg-Paktes in der Tat als bindend betrachtet werden würden, so würden alle Argumente für die Aufrechterhaltung der Rüstungen hinfällig werden. Was nottut, das sind nicht Verhandlungen über Rüstungsbeschränkung und „Humanisierung" des Krieges, sondern ein entschlossener Wille zur A b r ü st u n g. Die Völker würden es enthusiastisch begrüßen, wenn der Weg zu ehrlicher Entwaffnung beschritten werden würde. Gewiß kann das kein Volk für sich allein, und es ist ungerecht, in der Rüstungsfrage mit zweierlei Maß za messen. Gewiß muß auch jedes Volk die Möglichkeit behalten, die Ruhe im Innern aufrechtzuerhalten und sich gegen Ueberfätte zu wehren. Ader zwischen den für H ■re ...... Blick auf die Kundgebung der Deutschen Kolonialgesellschaft im Reichstag anläßlich ihres 50jährigen Bestehens. Auf dem Präsidentenstuhl Exzellenz Schnee, der letzte Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. diese Zwecke notwendigen Waffen und der Aufrechterhaltung einer vollständigen Kriegsrüstung liegt eine Welt. Und man kann als Minimum verlangen, daß alle Völker ihre Rüstungen auf den Stand, der Deutschland beim Friedensschluß auf erlegt wurde, herabsetzen. Alles was darüber hinausgeht, muß bei den minder bewaffneten Ländern ein Gefühl der Unsicherheit Hervorrufen und notwendig das Verlangen nach einer Sicherheit gewährleistenden Rüstung wachrufen. Gelingt eine Rüstungsbeschränkung auf diesen Stand nicht, so.sehe ich trübe in die Zukunft. Dann deuten alle Zeichen auf d i e Möglichkeit einer ernften Störung des europäischen Friedens. Die Verantwortung für dieses Unglück wird auf die Staatsmänner der schwer- gerüfteten Großmächte fallen. Nur durch ein Verlassen des bisherigen Weges und eine Rüstungsbeschränkung in dem obengenannten Umfange kann dieses Unglück abgewandt werden. Frieden und Ab« rüftung liegen in der Hand der Völker. Noch ertönt ihr Wunsch nach Frieden nicht laut genug. D ie Zeit drängt jedoch. Die Stimme der Vernunft verlangt die Abschaffung der Kriegswaffen. Gewiß, der Weg zu dem Ziele ist schwer, aber es ist d er einzig mögliche! Büchertisch. — Wie spart man in Hessen Son* dergebäudesteuer? W ie löst man sie ab? Don Regierungsrat 3. Kemmerer, unter Mitwirkung von Steuersyndikus S ch i n t (Verlag Philipp L. Fink, Groß-Gerau. Gebd. 2,80 Mk.s. - 50. - Der Verfasser hat die zahlreichen im Gesetz, in Verordnungen und in Ministerialerlassen sich vorsindenden Vefreiungsmög- lichkeiken von dieser Steuer in übersichtlicher Weise zusammengestellt. Gemeinverständliche MOTOR COMPANY A O — 8 Zylinder 14/65 PS - ■ ■■■ Typen 4 1 Alter Preis Zylinder 8/40 PS 4 Zylinder 15/50 PS Ersparnis Neuer Preis After Preis Ersparnis Neuer Preis Sport-Coupd — -4050^ 250.- 3800.- 100.- 3950- Tudor.......... -420fr~* 250.- 3950.- 100.- 4100.- Luxus-Tudor..... —4375.^"“ 250.- 4125.- 100.- 4275- Roadster.....__ 250- 4075.- 100.- 4225.- Luxus-Roadster ,j 250- 4375- 100.- 4525.- Phaeton___..... 250.- 4425.- 100.- 4575- Fordor .......... 600.- 4275- 450.- 4425.- Luxus-Fordor „UWr- 600.- 4500.- —5400^~ 450.- 4650.- Cabriolet, 2sitzig 250- 4790.- -5040*- 100.- 4940.- Cabriolet, 4sitzig 250.- 5125- 100.- 5275- Chassis t Lieferw. 250.- — c> 2600.- _w«r=" 100.- 2750.- Fordor V-8 ....... 3 SO.- 5275.- Tudor V-8 nur . 4950 ■ Luxus-Fordor V-8. -5050.-- SSO.- 5500.- W M V • * U 1 J Ul « « r M . MM / e Preise ab Werk Köln a. Rh. Änderungen vorbehalten. Die Credit-A. G. für Ford-Fahrzeuge finanziert Ihren Ankauf wichtigsten Modelle ab 25. Oktober 1932, wie folgt: rer Auffassung, daß eine weitgehende Motorisierung Belebung der Wirtschaft führen muß, ermäßigen wir OR COMPANY A-G* KÖLN *RH leistungsfähig, dauerhaft, wirtschaftlich mehr denn je führend in Preiswürdigkeit FORD MOT Die FORD - gibt bekannt :\ Entsprechend unse Deutschlands zur die Preise unserer Autorisierte Ford-Verkaufstelle Gießen: Krahn &Comp., Frankfurter Str. 82 Jel.3039 1 -Ausführungen erleichtern Das -bec|lanZ>ni8 Der einzelnen Vorschriften. Don Vorteil sind die den einzelnen Ttireiungdnu glufcteilen beige, ügten Muster-Veispiete von Anträgen — Die Zentralheizung und ihre Bedienung. Bon Dr.-Jng. H Dieterich. (Industrie-Verlag Carl Haenchen, Halle a. S.) 71 — Eine lehrreiches Büchlein für Hausbesitzer, Hausverwalter usw., das bestens empfohlen fei — Sonntagsruhe und Ladenschluß. Für Arbeitgeber, wie Arbeitnehmer gleich wichtig find die gesetzlichen Vorschriften über Sonntagsruhe und Ladenschluß. Die einen sollen vor unlauterer Konkurrenz bewahrt und die anderen in ihren sozialen Rechten geschützt werden. Das Gesetz will weiter die Heiligung des Sonntags und der Feiertage sichern. Verstöße, die zu polizeilichen und strafrecht- lichen Ahndungen führen, beruhen zu einem großen Teil auf Unkenntnis der an verschiedenen Stellen niedergelegten Bestimmungen, wie sie u. a. die Gewerbeordnung, das Kinderschutzgesetz und die Bäckereiverordnung enthalten. Es ist ein Verdienst der von dem hessischen Ministerialrat Hechler bearbeiteten amtlichen Handausgabe der Bestimmungen über „Sonntagsruhe und Ladenschluß", daß sie rechtliche Klarheit auch für diejenigen schafft, die zu den Einzelheiten der verwickelten Gesetzesmaterie nicht die vollständige Uebersicht haben können. Die im Hessischen Staatsoerlag Darmstadt erschienene, 183 Seiten starke Broschüre (3,50 Mark) sammelt nicht nur die vielen reichsgesetzlichen wie landes- und polizeirechtlichen Vorschriften in systematischer Anordnung, sie führt auch die Entscheidungen an, in denen die Auslegung zum Teil veralteter Bestimmungen Rücksicht auf die veränderten Zeitoerhält- nisse genommen hat, was z. B für Turn- und Sportverbände wichtig zu wissen ist. Ein sorgfältiges Register erleichtert die Benutzung des Werkes 11. — Landwirtschaftsrecht Sammlung der reichsrechtlichen Vorschriften über die Landwirtschaft und den Verkehr mit landwirtschaftlichen Erzeug- nisien. Textausgabe mit Verweisungen und Sachverzeichnis von Dr. Otto Woerner, Ministerial- rat, Vorstand der Bayer. Landeskulturrentenanstalt. (Verlag von C. H. Beck, München. Gbd. 9,50 Mark.) 555. — Der Landwirtschaftspraxis wird mit diesem Buche ein Dienst erwiesen, da die Uebersicht über die Fülle der in zahllosen Bänden des Reichsgesetz- und Reichsministerialblattes zerstreuten Vorschriften bereits verloren geht Die Woernersche Sammlung erspart jedem Benutzer das mühsame und zeitraubende Aufsuchen der einzelnen Bestimmungen und eine Nachprüfung ihrer Geltung oder Aenderung. &. A.-6port. Fußball Ergebnisse aus dem Sau Gießen-Wetzlar. Dezirksklasse II. Aßlar — Weilburg 2: 3 (1:2); Wetzlarer SV II — Löhnberg: Steindorf — SC. Wetzlar 3: 7 (2:5); Burgsolms gegen Oberbiel 5:2 (3:0); Butzbach — Lollar 7:2; Laubach — Daubringen 0: 1 (0:0); 1900 Gießen II gegen VfB. Gießen II 4:1 (0:0). G a u k l a s s e I. Holzhausen — Gräveneck S: 1 (5:0); Allendorf — Hirschhausen 7:1 (2:1); Weilburg (I — 11 tm 2:3 (1:2); Löhnberg II gegen Stockhausen 0:2 (0:1); Werdorf — Hermannstein 4:3 (2:1); Aßlar II — SC. Wetzlar II 2:2 (2:1); VfB. Gießen III - Butzbach II 3:5; Dieder-Weisel — 1900 Gießen III 11:0; Steinbach — Grohen-Buseck 4:9 (3:5): Wieseck gegen Dutenhofen 2:5 (1:1). Gauklasse 11. Merenberg 11 — Obershaulen ausgefallen; Waldhausen — Gaudernbach 3:1 (1.1); W rbelau II — Laubuseschbach 0:4 (0:2); Weilmünster — Wirbelau I 1:3 (0:1); Oberndorf II - Oberbiel 11 5:1 (1:1); Bieber - Lol» lat III 1:2 (0:1); Garbenteich II — Lich II 3:3 (0:3); Wuschenyeim — Butzbach 111 verlegt: Dieder-Weisel II — Leihgestern II 6:6. Bezirksklasse 1 (Gruppe Lahn). Ockers- Hausen — Wallau 2:2 (2: 1); Frohnhausen gegen VfB. Gießen 2:2 (1:1): Bottenhorn - Breidenbach 3 3 (2:1). Erläuterungen zumReichsbankausweiS vom 22. Oktober 1932. Berlin, 25,Oft. (MTV. Funkspruch.) Dach Dem Ausweis der Reichsbank vom 22. Oktober 1932 hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks Lombards- und Effekten um 145,2 Millionen auf 3086,9 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 130,3 Millionen auf 2616,9 Mil- Honen Mark, die Bestände an Reichsschahwechseln um 7,8 Millionen aus 22,8 Millionen Mark und die Lombardbestände um 7,1 Millionen auf 85,0 Millionen Mark angenommen. An Reichsbanb- not en und Rentenbankscheinen zusammen sind 113,5 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 105 Millionen auf 3414 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 8,5 Millionen auf 392,3 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankfcheinen auf 34,8 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 376,9 Millionen Mark eine Zunahme um 9,9 Millionen Mark. Die Bestände an Gold- und deckungsfähigen Devisen haben sich um 2,1 Millionen auf 934 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 1000 Mark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,1 Millionen auf 137,2 Millionen Mark zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 22. Oktober 27,4 Prozent gegen 26,5 Prozent am Ende der Vorwoche. Berliner Börse unsicher. Berlin, 25. Ott. (WTB. Funkspruch.) Während die vorliegenden Nachrichten die Erwartung einer freundlicheren Börsentendenz rechtfertigten, zeigte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs, daß Die Kurse infolge der anhaltenden Geschäftsstille wieder zur Schwäche neigten. Hinzu kam, daß die bevorstehende Wahl die innerpolitifchen Besorgnisse etwas in den Vordergrund treten läßt. Auch die Exportaussichten werden wegen des anhaltenden Rück- §angs des englischen Pfundes weiter wenig günstig curteilt. Der Reichsbankausweis für die dritte Oktoberwoche war mit einer Gesamtentlastung um etwa 145 Millionen, Notenrückflüssen von 105 Millionen, einer Wechsel- und Scheckentlastung von 130 Millionen, einer Devisenzunahme von 2 Millionen und einer Besserung der Deckung um beinahe 1 v. H. als durchaus normal und günstig anzusprechen. Eine Beruhigung stellte auch das De- »rurze Sportnotizen Bei dem S ch ü l e r - G e r ä t e w e t t k a m p f des Mio. Gießen wurde nicht um den Hans- Fischer-, sondern um den Hans-Fink-Ge- dächtnispreis gekämpft. * Einen neuen Schwimmrekord stellte im Leipziger Karolabad hie Mannschaft von Stern Leipzig über 4 X 100 m Rücken mit 5:14,6 auf und verbesserte die alte deutsche Höchstleistung um genau drei Sekunden menti der -schweizerischen Diskontbank dar trog-- dem waren Elektrische Licht & Kraft auf Schweizer Angebot 2,75 o. H rückgängig und Chadeaktien bei kleineren Umsätzen erneut 1,50 Mark abgeschwach. Allgemeine Lokalbahn verloren bei einem Angebot van nur 12 Millionen 2,65 o. H. Im Übrigen waren die Verluste ziemlich klein und gingen nur in Ein- zelfällen über 1 o. H. hinaus bis zu 1,75 v. H. Ganz selten waren geringfügige Besserungen fcstzu- stellen An einzelnen Märkten glaubte man, daß etwas Lombardware herauskomme Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr still, hier und da traten geringfügige Veränderungen nach oben oder unten ein. Das Urteil des Staalsgerichts- hofes im Preußenkonflikt wurde von der Börse als ein recht salomonisches Kompromiß bezeichnet; ein Einfluß auf die Tendenz war nicht festzustellen. Die gestrige Reichskanzlerrede wirkte sich dagegen am Rentenmarkt etwas aus, da sie die Diskont- Hoffnungen genährt hatte. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen gingen nach freundlicher Eröffnung wieder etwas zurück. Höjch-Obliga- tionen waren in Reaktion 0,75 v. H. schwächer. Auch Pfandbriefe schienen nur knapp behauptet zu liegen. Ausländer lagen aeschäftslos, für Russen und Türken bestand kleines Interesse. Frankfurt schwächer. . Frankfurt, 25. Oft. (WTB. Drahtmeldung.) An der heutigen Börse herrschte eine schwächere Stimmung vor. Nachdem die Papenrode und die Nachrichtep aus der Montanindustrie den Vormittagsverkehr noch einigermaßen günstig beeinflußt hatten, wurden im amtlichen Verkehr diese Momente durch die Befürchtungen argentinischer Transfer- Schwierigkeiten und die Pfundschwäche abgelöst. Das Geschäft hielt sich in engen Grenzen, die Abschwächungen gingen aber im allgemeinen nicht über,den Rahmen von 1 v. H. hinaus. Dem Charakter der verstimmenden Momente entsprechend lag zuerst der Elektromarkt niedriger, an dem besonders Chadeaktien 2 und Licht und Kraft 2,75 o. H. verloren. Im übrigen lagen AEG. 0,25 und Rheinische Elektro-Mannheim 1 v. H. niedriger. Von Chemie- werten gaben IG. 0,75 und Mtgerswerke 0,39 nach. Am Montanmarkt lagen Rheinische Braunkohlen stärker im Angebot (minus 1,50 v. H.), Mannesmann waren mit minus 0,90 v. H und Stahl- oerein mit minus 0,25 v. H. gleichfalls etwas schwächer. Don Nebenwerten tendierten Daimler und (Eontilinoleum unverändert, dagegen büßten Iuna- hans 0,13, Zellstoff Waldhof 0,65 und Aku 0,75 o. H. ein. Am Rentenmarkt war etwas lebhafteres Geschäft zu verzeichnen. Nach anfänglich gut behaupWirtschaft. teten Kurien überwogen auch hier kleine Abschwächungen. Deutsche Anleihen gaben bis zu 0,25 o. H. nach, während Reichs'chuldbuchsorderungen sich im gleichen Ausmaß erhöhen konnten. Am Aus» landsrentenmarkt verloren Anatolier 0,25, dagegen gewannen 4prozentige Rumänen 20 Pfg. Der Pfandbriefmarkt lag sehr ruhig, Gold- und Liguidationspfandbriefe sowie Kommunalobligationen waren mit zirka minus 0,25 v. H. knapp behauptet. Industrieobligationen lagen wenig verändert. Rinöermarft in Hießen. Auf dem heutigen Nutzoiehmarkt waren aufgetrieben 895 Stück Großvieh, 239 Fresser, 191 Kälber. Auswärtige Käufer waren zahlreich oertreien. Es kosteten: Milch'ühe ober hochtragende Kühe 1. Qualität 350 bis 400 RM., 2 Qualität 200 vis 280, 3. Qualität 100 bis 140; Schlachtkühe a) 145 bis 240, b) 40 bis 100, Rinder, */i» bis Kjätjrig 60 bis 120, %• bis 2jährig 70 bis 160, tragend 150 bis 300 RM.; Kälber, das Pfund Lebendgewicht 25 bis 33 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Markt- verlauf: sehr schleppend, verbleibt Ueberftanb — Nächster Markt: 8. November. Gewinnauszug L Klasse 40. Preußisch-Südbeutsche (266. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zivar je einer auf die Lose gleicher Nummer in Abteilungen I und II den beiden 2. Ziehungstag 22. Oktober 1932 3n der heutigen Donnittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 ®«tohtne gu 10OOOO HL 331354 2 »tDtnne »u 10000 M. 232552 2 Gewinn, zu 5000 M. 185325 4 Gewinne zu 3000 M. 68068 171888 8 Gewino. zu 2000 W. 49747 195677 273353 287024 24 Gewinne zu 1000 M. 60113 139884 163392 175734 215363 227656 237753 242221 363953 370415 374161 396951 36 Gewinne zu «00 M. 8287 8576 79718 93056 110499 117543 141781 147309 250171 261730 285343 310358 326633 32876I 331020 334173 388302 398403 48 Gewinn, zu 500 M. 3883 4479 9287 69515 79837 87865 106680 121746 143667 175955 176548 181506 213113 238563 295439 298751 299417 325888 354795 359280 366495 368097 383466 383523 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinn, zu 5000 M. 397236 8 Gewinne zu 3000 W. 67668 169496 197076 388775 10 Gewinne zu 2000 M. 22718 80736 296666 321298 331504 18 Gewinn« »u 1000 M. 37117 100620 131684 207041 211680 291522 365582 370635 392945 34 Gewinne ,u 800 M. 6485 110752 116428 121949 152908 164590 184075 194781 195391 236127 266384 279914 343300 381186 383744 393110 394426 _ 46 Gewinn« »u 6d0 M. 14791 21498 41371 58244 75876 110660 194284 206995 220362 237953 263287 265061 292556 303581 306603 309211 311020 337093 338065 338897 348701 379147 398261 Die Ziehung der 2. Klasse der 40. Preußisch- Süddeutschen (266. Preußischen) Staats-Lotterie findet am 18. und 19. Novemher 1932 statt. Im Pariser Autosalon waren wieder zahlreiche Wagen mit Continental-Reisen ausgestellt. Conti- reifen sind auch im Ausland bekannt und octdiabt jt.aM Qenuise wenden, sclunaclckafitee ducckMAGGT Würze ___—— 1 ■■ 1 "■ —" «Auch beim Nach füllen erhalten Sie Gutscheine • ■ ■ Bekanntmachung. Betlo.uug von fluotoiungorcd)icn oer AhlösungSanleihe dcr Stadt Gießen III. Ziehung: 19. Oktober 1932. Auszahlung 2. Januar 1933. Gezogen wurden: Gruppe A, zu uom 1000,— RM. = 2 Stück: Nr. 12, 37 Gruppe B, zu nom 500,— RM. = 3 Stück: Nr. 3, 6,71 Gruppe C, zu nom. 200,— RM. = 13 Stück: Nr. 5, 22, 39, 74, 85, 122, 209, 245, 270, 306, 322, 332, 349. Gruppe D, zu nom 100,— RM. — 26 Stück: Nr. 13, 145, 153, 157, 169, 187, 231, 258. 297, 308, 315, 369, 370, 375, 382, 442, 486, 499, 564, 685, 608, 619, 636, 667, 720, 750. Gruppe E, zu nom 50,— RM. — 65 Stück: Nr. 25, 44, 52, 94, 96, 120, 170, 205, 231, 241, 242, 263, 291, 316, 316, 361, 389, 417, 437, 491, 506, 624, 645, 697, 723, 727, 734, 749, 797, 825, 857, 879, 895, 954, 1008, 1012, 1031, 1101, 1119, 1185, 1204, 1248, 1393, 1450, 1457, 1621, 1643, 1569, 1573, 1689, 1600, 1613, 1675, 1681, 1688, 1767, 1771, 1783, 1810, 1826, 1830. 1847, 1849, 1860, 1924 Gruppe F. zu nom. 25,— RM. — 98 Stück: Nr. 22, 36, 48, 98, 106, 131, 133, 173, 207, 246, 304, 332, 361, 414, 510, 518, 612, 628, 649, 651, 660, 667, 678, 701, 710, 883, 931, 948, 1021, 1026, 1072, 1077, 1091, 1140, 1153, 1316, 1488, 1610, 1536, 1539, 1662, 1595, 1596, 1601, 1631, 1694, 1712, 1719, 1763, 1770, 1789, 1792, 1808, 1886, 1892, 1893, 1900, 1917, 1948, 1952, 1970, 1975, 1979, 2000, 2046, 2108, 2116, 2120, 2121, 2122 2127, 2160, 2238, 2244, 2270, 2363, 2393, 2470, 2471, 2495, 2506, 2633 2563, 2561, 2585, 2607, 2661, 2685, 2706, 2707, 2755, 2783, 2787, 2804, 2813, 2838, 2849, 2938. Gruppe G, zu nom 12,50 RM. 80 Stück: Nr. 53, 57, 59, 115, 124, 152, 163, 176, 224, 234, 255, 305, 339, 419, 442, 481, 504, 539 , 554 , 649, 669, 699, 705, 714, 803, 864, 884, 936, 976, 1033, 1108, 1109, 1117, 1125, 1195, 1197, 1206, 1229, 1267, 1294 1358, 1373, 1388, 1492, 1513, 1574, 1647, 1658, 1701, 1753 1866, 1876, 1878, 1912, 1928, 1989, 2027, 2069, 2068, 2080, 2081, 2169, 2166, 2167 2170, 2190, 2195, 2198, 2199, 2223, 2245, 2258, 2266, 2273, 2310, 2313, 2324, 2348, 2370, 2373. Die ausgelosten Stücke werden zum echs- und einhalbfachen ihres Nennbetrags eingelöst. Außerdem werden bei der Einlösung Zinsen in Höhe von 5% des Einlösungsbetrags für die Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1932 vergütet. Beispiel: Bei der Einlösung werden gezahlt für ip 100,— RM. Nennwert der Auslosungsscheine. ...... 650,— RM. Dazu 5% Zinsen für 7 Jahre = 35% . . . . 227,50 „ Zusammen: 877,50 RM. Die Einlösung erfolgt bei der Stadtkasse Gießen, und zwar vom 2. Januar 1933 ab, gegen Rückgabe der gezogenen Auslosungs- rechte nebst Schuldverschreibungen der Ablösungsanleihe im gleichen Nennbeträge. Gleichzeitig wird noch bemerkt, daß von der I. Ziehung (31. Oktober 1930) und von der 'I. Ziehung (22. Oktober 1931) die nachstehenden Stücke bisher nicht eingelöst worden sind: I. Ziehung. Gruppe C, Nennwert 200,— RM.: Nr. 4, 140, 192 = 3 Stück. Gruppe D, Nennwert 100,— RM.: Nr. 79, 97, 99, 193, 342, 819, 827 = 7 Stück. Gruppe E, Nennwert 50,— RM : Nr. 39, 409, 910, 995, 1200, 1225, 1379, 1400, 1488, 1671, 1904 = 11 Stück. Gruppe F, Nennwert 25,— RM.: Nr. 71, 83, 90, 219, 270, 276, 278, 279. 290, 292, 321, 327, 617, 893, 1045, 1362, 1371, 1398, 1449, 1515 1660, 1665, 1932, 2112, 2652, 2899, 2903 2911, 2934, 2939, 2893 -- 31 Stück. Gruppe G, Nennwert 12,50 RM.: Nr. 166, 220, 223, 244, 399, 543 1411 1418, 1419, 1423, 1522 1527, 1614, 1719, 1723, 1740, 1785, 2340, 2371, 2395, 2411, 2414 = 22 Stück. II. Ziehung. Gruppe D, Nennwert 100,— RM : Nr. 88, 175, 341, 374, 412 = 5 Stück. Gruppe E, Nennwert 50,— RM.: Nr. 200, 1128, 1330 = 3 Stück. Gruppe F, Nennwert 25,— RM.: Nr. 94, 337, 345, 645, 825, 1173, 2304. 2817, 2931 = 9 Stück. Gruppe G, Nennwert 12,50 RM.: Nr. 79, 181, 185, 202, 270, 1421, 1841, 1859, 2363 = 9 Stück 7514O Gießen, den 20. Oktober 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Dr. Seid. Zum Weltspartag 1932! 29. Oktober 1932 [©er Gilberschah in der Kupserkanne. y Dem Landwirt S. K. In Gr. B. wurden tttrz- \ lich'l 500 Mark au8 dem Kleiderschrank gestohlen fl Dort hatte er den hohen Betrag, der durchweg y aus lauter Silbennünzen bestand, tn einet Kupserkanne aufbewahrt. Ais der Besitzer den Diebstahl bemerkte, mochten leit der Tat schon einige Tage vergangen seim Man vermutet, dass der Dieb durch ein Fenster des 'infam gelegenen Hauses eingestiegen ^wa^nd sich die Bewohner auf dem Felde befanden. Alle Sorgen vor Geldverlusten hören aus, wenn daS Geld zur Sparkasse getragen wird D°tt dringt e« Zins nutzen und ttagt gleichzeitig zur Ankurbelung der Wirtschaft bei. denn Sparen schafft Arbektk Darum spare bei der *468 D Vezirkssparkasse Gießen! Bekanntmachung. Nachdem Die Zustellung Der Bescheide über Die vürgersteuer 1932 an die Zahlungspflichtigen stattgefunden hat, wird als Tag, an Dem die sämtlichen Bescheide als zugcstellt zu gelten haben, der 21. Lk- tobet 1932 hiermit festgesetzt. 7508C Gießen, den 22. Oktober 1932. Bürgermeisterei Gießen. ___________I. B.: Dr. Seid.___________ Ve> steigerungs - Anzeige Freitag, den 28. Oktober 1932, oormil kags 10 Uhr, versteigere ich zwangsweise gegen Barzahlung in Trais-Horloff bei Hungen (Oberhessen): 7497D einen Omnibus (Brennabor). Kaufliebhaber wollen sich an der Bürgermeisterei in Trais-Horloff einfinden. Laubach, den 24. Oktober 1932 Brunner, Gerichtsvollzieher. Nichtraucher in 3 Tagen durch Nllok-Mnndwasser Zu haben in d. Drog. Winterhoff,Kreuzplatz 10, W. Kilblnger Nachfolger, Seltersweg 78a. 7»?U Detektiv K. Gerz, Bad-Nanhebn, Kar- Straße 17 rrlebw alle üertraulirtie 'Itrioat' ii (ypichäftDannele* aenbeiten, roic Auskünfte, Beobachtungen, Ermittlungen Beschaffung o Be- meismal in Stroh u. ioilvrot streng Di. f Lvrechsi 9b 12»/. u. 3—6 Uhr In gefalzten Bogen In Heftform In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift dienen den Belangen von Handel und Verkehr, übersichtlich angeordnet Induetrle und Gewerbe, Landwirtschaft und Be- sorgfältig gedruckt hörden Lieferung schnell, gut und pre.awert BrOhPeche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 Druckschriften Tillich 4. 6 nnd mit d. 2 Lieblingen Lilian Harvey Hans Albers Das Zusammenspiel von Lilian Harvey und Hans Albers, das ständige AufeinandereinResteUtseln während aller Stadien des Liebe-werbens. das anfängliche Gegeneinander und endliche Füreinander dieses einzigartigen Film-Liebespares schlägt nicht nur das Publikum restlos in Bann: Die beiden KUnwtler «elbrnt werden mitgeri«*en von dem kiinwtleriNchen Fluidum den Partner*. Lilian Harvey und Hans Albers vollbringen — beschwingt von der Glückhaftigkeit und Stärke dieses künstlerischen Erlebnisses — eine einmalige, überragende Leistung! Gutes Beiprogramm. Ufa-Ton-Woche. Lichtspielhaus / Gießen Heute Dienstag Premiere des neuen Ufa - Groß-Tonfilms