llr. (99 Avühausgabe 182. Jahrgang Donnerstag, 25. August 1952 Erfchetnr tägltd),eußei Sonntags vnd Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Iustellgebliht . . -25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, lfernsprechanschlüsse anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen poftfchcdfonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnirf und Derlag: vrühl'sche Univer^lltts Such- und Steinörucferet R. Lange tn Giehen. Sd)riftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für R«- Klameanzeigen oon 70 inm Brette 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20 mehr. Chefredakteur Dr. Frtedr Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil lErnft Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen. Absage der Preußenregierung an den Landtag. Die kommissarische Regierung will sich nur auf Hindenburgs Vertrauen stützen. Berlin, 24.2hig. (BDZ.) Die Mitteilung, das; der Vorsitzende des 3usti;unlersuchungs- ausschusses des Preußischen Landtags Mbg. Dr. j reif le t (Ralf.) sich nach Beulten begeben habe, um an Orl und Stelle nachzuprüfen, welche Einwirkungsmöglichkeilen dieser Un.tersuchungsausfchutz bzw. der Landtag überhaupt im Falle des Beuthener Urteils gegen d i e SA.-Leute habe, hat in parlamentarischen, wie politischen Kreisen die Frage in den Vordergrund gebracht, welche Befugnisse das Parlament überhaupt gegenüber der kommissarischen Staatsregierung habe. Dem Nachrichtenbüro des BDZ. wird hierzu aus gut unterrichteten Kreisen erklärt, bei den bevorerforderlich. Der Aeltestenrat tritt bekanntlich am Dienstag vor der Vollsitzung des Landtages zusammen. Gegen die Kreiszusammenlegung in Preußen. München, 24. Aug. (CNB.) Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz veröffentlicht heute einen Aufruf öjr preußischen national- sozialistischen Landtagssraktion. der sehr stark gegen die von der Preußenregierung verordnete Zusammenlegung der Landkreise Stellung nimmt und behauptet, daß dabei den Wünschen und Rechten der betroffenen Bevölkerung nicht genügend Rechnung getragen worden sei: auch die wirtschaftliche, soziologische verkehrs- technische und geschichtsbegründete Struktur der einzelnen Kreise sei nicht beachtet worden. Darüber hinaus würden die Kreisausschüsse in einer Weise zusammengesetzt, die der Berwaltungswillkür jeden Weg öffne und zudem dem Willen der Bevölkerung in keiner Weise entspreche. Die nationalsozialistische Fraktion des Preußischen Landtags, so heißt es wörtlich, hat sich im Bewußtsein ihrer Ausgabe, den Weg zu einem organischen künftigen Staatsaufbau freizuhalten, entschlossen, ihre ganze Tatkraft dafür einzusetzen, im letzten Augenblick die Rücknahme dieser sinnlosen, im Endergebnis keinerlei Ersparnisse bringenden Verwaltungsreformen zu erzwingen. Sie mache sich damit zum Sprachrohr der Sorgen der Bevölkerung stehenden Verhandlungen des Landtagsplenums und feiner Ausschüsse werde sich die kommissarische Regierung voraussichtlich aus den Standpunkt stellen, daß sie dem Landtag gegenüber weder verantwortlich, noch an seine Beschlüsse gebunden sei. Das würde bedeuten, daß die kommissarische Regierung es abletjne, sich durch einen etwaigen Zitierungsbeschluh einer Landtagsmehrheit ohne ihren eigenen willen vor den Landtag, oder seine Ausschüsse zwingen zu lassen. Die kommissarische Regierung dürste die Meinung vertreten, daß sie allein dem Reichspräsidenten verantwortlich sei, da sie ja auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur w'ederherstellung öer öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Preußen eingesetzt fei. Die kommissarische Regierung scheint dabei nicht die Absicht zu haben, sich grundsätzlich von jeder Mitarbeit im Parlament fernzuhatten Dagegen dürste sie klarlegen, daß es lediglich einen A k t des Entgegenkommens darstelle, wenn sie dem Landtag oder seinen Ausschüssen sachliche Auskünfte erteile Das gilt insbesondere wohl für etwaige Interpellationen der Fraktionen, die zum Teil zu den blutigen Zusammenstößen usw. bereits eingebracht worden sind 3m übrigen hört man in politischen Kreisen, daß nach Ansicht der kommissarischen Regierung die verfassungsmäßigen und geschäftsordnungsmäßigen Rechte des Landtags gegenüber dem Reichskommissar und seiner Regierung nicht wirksam werden könnten, vor allem also nicht die Bestimmungen über Miß traueneanträge. 3n diesem Zusammenhang wird betont, daß die Reise des Abg. Freister nach Beuthen gewissermaßen aus eigenes Risiko erfolgt sei, da die kommissarische Regierung diesem Unternehmen völlig sernstehe. Nach den einschlägigen Bestimmungen der Verfassung konnte übrigens der Zustizuntersuchungsausschuh sich erst dann mit dem Beuthener Urteil beschäftigen, wenn im Landtag ein entsprechender Antrag eingebracht wird und wenn eine Mehrheit beschließt, diesen Antrag dem Untersuchungsausschuß zu überweisen. Auch dann hätte der Vorsitzende des Ausschusses persönlich keine besonderen Befugnisse, solange er sich nicht auf Beschlüsse des Untersuchungsausschusses stützen könnte. 1 was im übrigen die Vorstöße gegen die Notverordnungen der kommissarischen Regierung auf dem Gebiet der Verwaltungsund 3ustizresorm anlange, so hat nach Mei- nung unterrichteter politischer Kreise auch hier der Landtag nicht das Recht, i I) t e Aufhebung durchzusehen. Einmal stützen sich diese Notverordnungen auf die grundsätzliche Spar- ermächtigung des Reichspräsidenten, gegen deren Anwendung nach Meinung des Staatsgerichlshofs die Parlamente nichts unternehmen können, dann aber werden ja auch die Rechte des Parlaments gegenüber der kommissarischen Regierung generell beftritfen. Sine Erklärung Brachts in Sicht. Berlin, 24. Aug. (BDZ.) Wie das Nachrichten- bureau des BDZ. meldet, beabsichtigt der stellvertretende Reichskommissar für Preußen, Dr. B r a ch t, bei Wiederzusammentritt des Preußischen Landtags in der nächsten Woche eine Erklärung über die Stellung abzugeben, die die kommissarische preußische Staatsregierung gegenüber dem Landtag einnehmen wird. Nach Beuchen einberufen. Berlin, 24. Aug (TU.) Der Vorsitzende des Justizüberwachung s-A u s s ch u s s es des Preußischen Landtages, Abg. Dr. Freisler (Rat.-Soz.) hat den Ausschuß für den 2. und 3. September nach De u t h e n einber uf en. Der Ausschuß soll sich dort an Ort und Etel e mit den Todesurteilen gegen die fünf Nationalsozialisten befassen. Die nach der Geschäftsordnung des Landtages für die Abhaltung von Aus- schußsitzungen in der vollfitzungsfreien Zett erforderliche G e n e h rn l g u n "d tag Präsidenten ist vorn Präsidenten Kerr für den vorliegenden sall bereits er teilt worden. Außerdem ist noch, wie k^retts berichtet, für die Gewährung von ^agesgeldern bei Ausschußsitzungen, die nicht am ^tz stattfinden, die Genehmigung des Aeltestenrats fiDaimowerDanoiungen in enöDeuttoW. Besprechung zwischen Brüning und Straßer? DerIin, 24. Aug. (TU.) Wie Berliner Abendblätter melden, treffen sich am heutigen Mittwoch in Stuttgart Vertreter des Zentrums und der V S D A P, um über eine Koalition zwischen Zentrum und national- sozialisten im Reich und in Preußen zu verhandeln. Die Meldung, daß sich an den Besprechungen in Stuttgart auch R a t i on a l s o z i a l i st en beteiligen und Gregor Straßer sich dorthin begeben habe, wird von maßgebender nationalsozialistischer Seite nicht b e st ä t i g t. Dagegen dürfte feststehen, daß sich nationalsozialistische Führer, u. a. Gregor Straßer und Göring, nach Süddeutschland begeben haben, nachdem erst kürzlich in Stuttgart eine Besprechung von Zentrumsführern stattgefunden hat, an der auch der Verhandlungsführer des Zentrums für Preußen, Graß, sowie Dr. Brüning, beteiligt waren. Die Besprechungen galten, wie man annehmen darf, den Möglichkeiten einer Z u- sammenarbeitzwischendem Zentrum und den Rationalsozialisten. Verhandlungen zwischen beiden Parteien über die Regierungsbildung in Preußen waren schon für Dienstag in Berlin angesetzt, dann aber wieder abgesagt worden. In unterrichteten Kreisen hört man,.daß diese vorläufige Absage aus den Wunsch namentlich Dr. Brünings zurückging, im gleichen Zuge auch eine Regelung der Ver- hältnisse im Reich anzustreben. Dies entspricht der wiederholt zum Ausdruck gebrachten Forderung des Zentrums, die RSDAP. nun auch mit der vollen Mitverantwortung zu belasten. Daß es sich bezüglich des Reiches um eine ausgesprochene „x o a I i t i o n" handeln könnte, ist um so weniger anzunehmen, als etwaige Verhandlungen über eine Zusammenarbeit der beiden Parteien ohnehin auf große Schwierigkeiten stoßen und selbst mit dem Ziele der Wahl eines Ministerpräsidenten in Preußen nicht leicht fein werde ilm so schwieriger dürfte eine Ausdehnung des Verhandlunqsprogramms auf das Reich fein. Besprechung zwischen Brüning und Gregor Straßer? B e r I i n , 24. Aug. (CNB.) In politischen Kreisen interessiert man sich lebhaft für die Fühlungnahme, die in Süddeutschland zwischen dem Zentrum und den Nationalsozialisten stattgefunden hat. Heute sind zwar führende Vertreter des Zentrums unter sich beisammen gewesen, man sprich! aber auch davon, daß gestern eine Zusammenkunft zwischen Dr Brüning und Gregor 5 t r n • ß c r stattgefunden hat, und zwar wahrfcheinlich in Konstanz am Bodensee. Die bisherigen Besprechungen scheinen jedoch noch kein positives Ergebnis gebrach! ^u haben, und es ist deshalb wohl nicht ausgeschlossen, daß die Verhandlungen noch weitergehen Für das Zentrum haben sie offensichtlich den Zweck, dis zum Zusammentritt des Reichstags über die dann gegebenen Möglichkeiten Klarheit zu schaffen, und zwar sowohl über die Frage der Wahl des Reichstagspräsidenten, die ja gleich in den ersten Tagen nach dem Zusammen- tritt des Reichstags ftattfindet, als auch über die parlamentarischen Möglichkeiten einer Regierungsneubildung Solange diese Fühlungnahme noch nicht abgeschlossen ist, läßt sich über das Ergebnis natürlich schwer etwas sagen. Vorläufig ist nur festzustcllen, daß man die Aussichten in politischen Kreisen vorwiegend skeptisch beurteilt. Wiederausnahme des Veuiyem Prozesses. Eine Ankündigung des SA.-Stobscheks Höhm 11 5 »WM »4, M Blick auf die Anklagebank in Beuthen während der Urteilsverkündung. Czaja 1 Gastwirt Lach mann (zum Tode verurteitt): 2- Sauer Hadamik (freigesprochen), 3 Gastw.rt Hoppe (zwei Jahre Zuchthaus): 4. Kontrolleur Müller (zum Tode verurteilt): 5 Pol,ze.wacht- meifter a. D. Nowak (freigesprochen): 6. Häuer Graupen er (zum Tode verurteil): 7. Hauer _ । . .. .. ,____.j___o n iinibn iium Tnhp npHirtptih• 9 Elektrotechniker (freiaelprochen); 8. Grubenarbeiter Wollnitza (zum Tode verurteilt): 9. Elektrotechniker u y Kottisch (zum Tode verurteilt). Rohm bei den Verurteilten. Beuthen, 24. Aug. (TU.) Am Mittwochmittag trafen hier der Stabschef der SA., Röhm, Rechtsanwalt Dr. Lütge b run e, der SA.-Führer Ost, Abgeordneter Heines, und mehrere andere SA- Führer ein. Rechtsanwalt Lütgebrune versuchte von dem Gericht die Erlaubnis zu erwirken, daß Stabschef R ö h m und H e i n e s die Gefangenen besuchen dürften. Während Röhm die Erlaubnis hierzu erteilt wurde, wurde sie Heines verweigert. Röhm gab den Verurteilten im Auftrage der Reichsleitung der NSDAP. Kenntnis davon, welche Schritte von ihr zur W i e d e r a u f n a h m e d e s V e r f a h- r e n s und zu der Nichtoollftreckung des Urteils eingeleitet worden feien. Röhm noch nicht beim Kanzler. Berlin, 24. Aug. (CNB.) lieber den beabsichtigten Besuch des obersten Führers der SA., Hauptmann Röhm, beim Reichskanzler erfahren wir von unterrichteter Seite, daß bisher noch keine Anmeldung des Hauptmanns Rohm erfolgt ist und daher auch noch nicht gesagt werden kann, ob und wann ein Empfang beim Reichskanzler stattfinden wird. Bayerische Stimmen. München, 24. Aug. (CAD.) Die »Daye- rische Staatszeitung" äußert zum Beu- tfjener Urteil und zur Kundgebung der Reichsregierung, daß die Regierung darin nicht anders handeln könne, als den rock er de bronce der Staatsautorität aufzurichten, so furchtbar an sich auch der Gedanke lei, daß dem Gesetz fünf Menscheck zum Opfer fallen sollen, die in politischer Leidenschaft an dem Leben eines anderen sich vergingen. Aber die Staatsautorität könne und dürfe sich nicht der Straße beugen, wenn sie sich nicht selbst preisgcben wolle. In dem Kommentar der Batzerischen Volks» parteikorrcspondenz werden die Kundgebungen Hitlers als eine „offenkundige Legalisierung, ja eine Verherrlichung der Täter" bezeichnet und der Auffassung Ausdruck gegeben, daß solche Kundgebungen die „wirksamsten Wegbereiter des Bolschewismus" feien. öer „Angriff" auf eine Woche verboten Berlin, 24. Aug. (WTB.) Wie der Berliner Polizeipräsident mitteilt, ist das nationalsozialistische Berliner Organ „D e r Angriff" wegen Beschimpfung und böswilliger Verächtlichnng des Herrn Reichskanzlers in der Mittwoch- Rummer und wegen Aufreizung zum Llngehor- fam und zur Auflehnung gegen die Staatsgewalt in den beiden letzten Rummern mit sofortiger Wirkung b i s einschließlich 31. August verboten worden. (Sine Nichliastellunq. Berlin, 24. Aug. (ERB.) Im „Angriff" wird heute in polemischer Form behauptet, daß Reichskanzler v. P a p e n und Reichswehrminister ».Schleicher wenige Stunden nach dem Beuthener Urteil der Premierenaufführung eines Berliner Operettentheaters beigewohnt hätten. An amtlicher Stelle wird Wert gelegt auf die Feststellung, daß weder der Reichskanzler, noch der Reichswehrmini st er an diesem Tage überhaupt im Theater gewesen sind- SA.-Kundgebung in Beuthen. Deu then. 24. Aug. (ERB.) Dor dem Beuthener Gerichtsgebäude sammelte sich heute gegen mittag eine große Anzahl uniformierter SA.. Leute unter Führung des Reichstagsabgeordneten Heines an, um den Stabschef der SA. Röhm zu empfangen, der im Auftrag Adolf Hitlers die im Potempaer Prozeß verurteilten SA.-Leute besuchte. In wenigen Minuten hatten sich vor dem Gerichts- gebäude, auf tem Kaiser-Franz-Josephs-Plah, sowie in den anliegenden Straßen mehrere tau* sendPersonen angefammelt, so daß die Polizei zur Aufrechterhaltung des Straßenverkehrs zwei Hundertschaften einsetzen muhte. Die SA.- Leute riefen: „Heraus mit unseren GefangenenI" und fangen nationalsozialistische Lieder. Gnadengesuch des Giahlhk rn Ter Äönigln-Luife-Äund an den Neichspräftdenien Berlin, 24. Aug. (TU.) Die Reichspressestette des Stahlhelms teilt mit: Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, hat sich mit einem Schreiben an den R e i ch s k a n z 1 e r als die in der Eigenschaft als kommissarischer preußischer Ministerpräsident zuständige Instanz mit der Bitte gewandt, die durch das Beuthener Urteil über fünf Angehörige der SA. verhängten Todesstrafen auf dem Gnadenwege oon den Verurteilten abzuwenden. Der Stahlhelm begründet fein Gnadengesuch insbesondere mit dem Hinweis auf den geringen Zeitunterschied zwischen dem Inkrafttreten der Notverordnung und der Durchführung der Tat, die es ausschloß, daß die Täter von den neuen Strafbestimmungen Kenntnis haben konnten. Ein weiteres Gnadengesuch hat der Königin- Luise-Bund an den Reichspräsidenten gerichtet. Handgranatenanschlag in Cosel. Cosel, 24. Aug. (WTB.) Gegen das Finanz- a m t wurden in der vergangenen Nacht zwei Stielhandgranaten geschleudert. Sie fielen in den Vorgarten und richteten nur geringen Schaden an. Personen wurden nicht verletzt. Es ist noch nicht geklärt, ob der Anschlag dem Finanzamt oder einem im gleichen Hause wohnenden Mitglied der NSDAP, gatt. Herriot über Deutschland. Paris, 24. Aug. (TU.) 3m Kabinettsrat am Mittwoch berichtete der Ministerpräsident und Außenminister Herriot über die außenpolitische Lage. Der Minister für öffentliche Arbeiten, DaIadier, hielt anschließend «inen Vortrag über die Eisenbahnsrage, Landwirtschaftsminister C a r d e y unterrichtete sein« Kollegen über die ernste Lage auf dem französischen Getreidemarkt. Reben der kurzen amtlichen Mitteilung ver- lcnttet, daß Herriot sich in seinem Bericht hauptsächlich mit der Lage in Deutschla n d und ihren möglichen Rückwirkungen auf die deutsche Politik gegenüber Frankreich besaht habe. Ein französischer Kommentar. Paris, 24. Aug. (TL1. Funkfpruch.) Der „Ternps" beschäftigt sich in seinem Leitartikel mit der Lage in Deutschland und wirft die Frage auf, ob es noch möglich sei, nach dem Todesurteil von Beuthen den Bürgerkrieg zu vermeiden und ob ferner die Regierung gezwungen sein werde, die Reichswehr gegen die Rationalsozialisten aufmarschieren zu lassen. Das Blatt bezeichnet sowohl die Lage Hitlers, wie die des Reichskanzlers v. Pa - Pen als sehr ernst. Beide seien in tragischer Weise gezwungen, eine schwere Verantwortung auf sich zu nehmen, um ihr Ansehen und ihren Einsluh im Lande zu retten. Beim Reichskanzler gehe es um das Ansehen der Regierung, wahrend Hitler einen Teil seiner -Anhänger einbüßen müsse, wenn es ihm nicht gelinge, das Todesurteil abzuwenden. Das Wirtschastsprogramm Papens. Einzelbesprechunien heute beendet. Berlin, 24. Aug. (ERB.) Wie wir erfahren, werden die wirtschaftlichen Einzelbesprechungen, die während der ganzen letzten Woche unter Leitung des Kanzlers mit den verschiedenen Ministerien stattgefunden haben, am morgigen Donnerstag zum Abschluß gebracht, so daß dann das Reichskabinett sich am Freitag und Samstag mit den Wirt- fchaftsrnaßnahmen beschäftigen kann, mit denen der Reichskanzler in der nächsten Woche vor den Reichstag treten wird. Schwierige Ananzlage Anhalts. Ter Rückgang der Rerchssteuerüderwrisungen. Dessau, 24. Aug. (ERD.) Mit Rücksicht auf den außerordentlich starken Rückgang der Reichs- steuerübcrweisungen hat das a n h a l t i s ch e Staatsmini st erium einen dringenden Appell an den Reichsfinanzmini st er gerichtet und darauf hingewiesen, daß der Haushalt des Landes und der Gemeinden völlig in Ilnordnung gerate. Es komme hinzu, daß Ausgleichsmöglichkeiten nicht mehr vorhanden und Kredite nicht mehr zu erhalten seien. Wenn die außerordentlich ernsten Kassenschwierigkeiten nicht zum finanziellen Zusammenbruch führen sollten, sei allerschnellstes Einschreiten der Reichsregierung dringend geboten. Zur Beruhigung der Oeffentlichkeit bitte das Ministerium möglichst um baldige Mitteilung, welche Rotmaßnahmen das Reich in Kürze zu ergreifen gedenke. Oie Kinanznot der Landkreise. Berlin, 24. Aug. (ERB.) Wie der Landkreis t a g mitteilt, ist der Präsident des Deutschen Landkreistags, Dr. v. Stempel, gestern bei der Reichsregierung vorstellig geworden, um auf die Auswirkungen der letzten Rotverordnung auf die Landkreise hinzuweisen. Die Rotverordnung, so habe Dr. v. Stempel betont, habe nicht die Entlastung gebracht, die man von ihr erhofft hätte. Der Landkreistag müsse an Hand zahlreicher Berichte aus allen Teilen Deutschlands feststellen, daß die F i - nanzentlastung der ländlichen Bezirksfürsorgeverbände durch die Wohlfahrtshilfeverordnung vom 3uni dieses Jahres völlig unzureichend sei. Die durch die Wohlfahrts-Erwerbslosenfürsorge besonders stark belasteten Landkreise bedürften dringend weiterer Hilfe. Darüber hinaus müsse durch Erhöhung der Reichsmittel und Aenderung des Berteilungsschlüssels denjenigen Landkreisen geholfen werden, die entgegen den Absichten der Reichsregierung eine erhöhte, über die Reichsdotationen vielfach hinausgehende, neue finanzielle Belastung erfahren hätten. Oie Bürgersteuer. Berlin, 24. Aug. (ERD.) Dom Deutschen S t ä d t e t a g wird uns mitgeteilt: Der Deutsche Städtetag hat die Reichsregierung gebeten, die Bürger st euer für das Rechnungsjahr 19 32 vom Oktober 1 932 ab in sechs Raten einziehen zu lassen. Don einem Teil der Presse wird dazu behauptet, daß dieser Antrag eine Derdoppelung der Dürgersteuer bezwecke oder bedeute, da die Dürgersteuer für 1932 schon in den Monaten Januar bis Juni 1932 erhoben sei. Diese Behauptung beruht auf einem Irrtum: In den Monaten Januar bis Juni 1932 ist erst die Bürgersteuer für das Rechnungsjahr 19 31 erhoben worden. (Das Rechnungsjahr läuft bekanntlich vom 1. April bis 3l. März.) Der für die Gemeinden, wie den Steuerzahler unmögliche Zustand, daß eine Steuer erst zur Hälfte im nachfolgenden Rechnungsjahr zur Erhebung kommt, soll auf Wunsch der Städte dadurch beseitigt werden, daß die Bürger- Ein Echo macht Bankrott. Don Bruno Manuel In dieser tragischen Zeit, da wir auf manchen Genuß verzichten müssen darf es nicht wundernehmen, daß auch ein Echo nicht zu halten ist. Mangels Nachfrage droht es einzugehen. 2)05 Echo, welches ein fünffaches Echo darstellt, Hai im Bodetal gegenüber dem Hexentanzplatz seinen Sitz. Besuchern des Harzes ist es aufs erfreulichste bekannt. Sie fühlten sich gern zu ihm hingezogen. Haben seinetwegen weder Kosten noch Mühe gespart und können nicht über die Tatsache hinwegkommen, daß es der Zeit zum Opfer fallen soll. Was seine Herkunft anbelangt, so wurde das Echo 1852 von dem herzoglich braunschweigischen Oberförster Stiege erstmalig bemerkt. Selbiger lag auf der Roßtrappe dem Weidwerk ob. An der Stelle, wo die Jungfrau Brunhilde den sagenhaften Sprung über den Bodekessel tat, lief dem Förster eine voluminöse Wildsau in den Weg. Er riß die Flinte empor, zog den Hahn und siehe da: fünffach hallte es wider. Solchermaßen kam die Welt in den Besitz des Echos. Das Echo, welches sich vom Tage seiner Geburt an äußersten Wohlwollens erfreute, hat eine Völkerwanderung zur Folge gehabt. Die Mehrzahl aller Deutschen erschien, es wahrzunehmen. Es mußte fortwährend wiederholt werden. Seinetwegen sind im Laufe der Jahre beträchtliche Mengen Pulver verschossen worden. Es verschaffte sich Einlaß in den Baedeker. Und da man es nur gegen eine Gebühr zu hören bekam, wurde es ein rentables Echo. Es ernährte den mit seiner Handhabung betrauten Invaliden und warf noch einen Ueberschuß für den Staat ab. In den Jahren der Inflation, als wildfremde Völker den Harz durchzogen, wuchs es zu wirtschaftlicher Bedeutung heran. Es wurde in wertbeständiger Valuta bezahlt. Soviel ich weiß, war es damals das einträglichste Echo weit und breit. Wohl dem, der es besaß! Jetzt ist es jedoch in wirtschaftlicher Bedrängnis. Es läuft Gefahr, in Konkurs zu geraten. Zwar kann man gegen Zahlung von 30 Pfennig noch immer das Anrecht erwerben es zu hören. Man darf sogar fünfzig Pfennig zucken und wird als Beigabe auch das Gewitterecho vernehmen, das unmittelbar daneben liegt. Es rühmt sich heftigen Getöses und wird erzeugt, indem der staatlich kon- zessionierte Invalide zwei Pistolen nimmt. Mit der einen schießt er nach links, mit der andern nach steuerraten für 1932 vom Oktober 19 32 b i s März 1 9 3 3 eingezogen werden. Eine Erhöhung oder gar Derdoppelung der Dürgersteuer erfolgt dadurch nicht. Die Gemeinden sind bei ihrer äußerst schwierigen Finanzlage darauf angewiesen, daß die für das Rechnungsjahr bestimmten Steuern auch in demselben Rechnungsjahr eingehen, damit vor allem die Arbeitslosenunterstützungen gezahlt werden können. Der Antrag wird die sorgfältigste Prüfung bei den zuständigen Reichsressorts finden. Dabei werden auch 'Bedenken, wie sie hinsichtlich des vorzeitigen Derbrauchs der Bürger- [teuer durch die Gemeinden verschiedentlich zur Sprache gebracht worden sind, erwogen werden. Eine Entscheidung über den Antrag ist noch in keiner Weise getroffen worden. Was wird aus der Staatspartei? Berlin, 24. Aug. (DDZ.) Wie das Rachrichtenbureau des Vereins Deutscher Zeitungsverleger meldet, hält die Deutsche Staatspartei am 3. und 4. ©ep'z“ ber in Berlin eine Tagung ihrer Dor nde ab. Den Hauptverhandlungsgegenstand 2d die Frage bilden, in welcher Form die Partei weitergeführt werden soll. Es wird dem Rach- richtenbureau gegenüber von maßgebender Stelle betont, daß die Pressenachrichten unrichtig seien, wonach drei Richtungen in der Stoatspartei vorhanden wären, von denen die eine die sofortige Auflösung der Partei, die andere die Aufrechterhaltung w die dritte den gemeinsamen 11 e 6 e r t r i 11 zur Zentrums- Partei verlange. Die Ansicht, daß eine bürgerlich-republikanische Partei ohne konzessionelle oder klassenmäßige Bindung bestehen müsse, sei vielmehr Gemeingut aller Anhänger dec Deutschen Staatspartei. Der Ausgang der letzten Reichstagswahlen habe an der bereits vor den Wahlen verkündeten Bereitwilligkeit, im Rahmen einer verbreiterten republikanischen Mitte aufgehen zu wollen, nichts geändert, sondern im Gegenteil diese Bereitwilligkeit der Deutschen Staatspartei noch verstärkt. Solange aber die Vor- aussehungen dafür fehlten, d. h. solange keine tragfähige neue Parteigruppierung zu erkennen sei, dürfte die Dorstandssihung zu dem Beschluß führen, die bisherigen Organisationen der Partei aufrechtzuerhalten. Schwere Strafen gegen Kommunisten. 15 ahre Zuchthaus in Kiel. Kiel, 24. Aug. (WTB.) Rach mehrtägiger Verhandlung verurteilte das hiesige Schwurgericht den der KPD. angehörenden Arbeiter Weißig aus Reurnünster, der amll.Ro- vember v. I. bei einem politischen Zusammenstoß den Rationalsozialisten Martens aus Bordesholm durch einen Pistolenschuß getötet, sowie den praktischen Arzt Dr. Mülle r und den Bankbeamten Degemann aus Reumünster schwer verletzt hatte, wegen schweren Landfriedensbruchs, vollendeten Totschlags und versuchten Totschlags in zwei Fällen zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Die Untersuchungshaft wurde voll angerechnet. 10 Iah e Z lchthaus in Berlin. Berlin, 24. Aug. (ERD.) Dor dem Berliner Svndergericht hatten sich heute der 20jährige kommunistische Hausdiener Paul S ch m i d t k e wegen schweren Landfriedensbruchs und der 25jährige nationalsozialistische Arbeiter Franz Dickel wegen unbefugten Waffenbesitzes zu verantworten. Für Schmidtke war eine Der- treterin der Jugendhilfe erschienen, da der Angeklagte noch minderjährig ist. Rach der Vernehmung der Angeklagten beantragte der Staatsanwalt gegen Schmidtke die durch die Rotverordnung vorgeschriebe::e Zuchthausstrafe von zehn Jahren und gegen Dickel eine Gefängnisstrafe von neun Monaten. Das Urteil lautete gegen Schmidtke auf zehn Jahre Zuchthaus, der Rationalsozialist Dickel wurde freigesprochen. Der Anklage liegt ein p 0 l i t i s che r Zu s a m - rechts. Um sich die werte Kundschaft zu erhalten, läßt er sodann eine bewegte Schilderung von Brun- Hildens Ritt über den Bodekessel folgen nebst einem Hinweis auf jene mammuthafte Fußspur im Fels- geftein die er höchst zufriedenstellend als Abdruck eines Pferdehufes ausgibt. Wer aber glaubt, das Echo ernähre noch immer seinen Mann, der weiß nichts von unseren momentanen Nöten. Man dort das Echo deswegen nicht tadeln. Es tut fein Möglichstes. Kein vernünftiger Mensch wird an ihm etwas auszusetzen haben. Es hat weder durch Alter noch durch Abnutzung gelitten. Es leidet höchstens unter der Wirtschaftskrise. Man verlangt es nicht mehr zu hören. Denn wir sind ein armes Volk und könnn uns ein Echo nicht leisten. Es herrscht vielfach der Glaube, daß ein Echo nichts kosten dürfe. Es sei Nationaleigentum. Dem widerspricht aber die Tatsache, daß es der Gewerbesteuer unterliegt. Es ist also ein staatserhaltendes Echo. Und übt seit achtzig Jahren eine gewinnbringende Funktion aus. Das Echo kann infolge der anatomischen Beschaffenheit seiner Zuhörer nicht gedeihen. Man sieht Touristen die Roßtrappe bevölkern und darauf warten, daß jemand das Echo sich etwas kosten läßt. Findet sich ein Zahlungskräftiger, bann nehmen sie kostenlos daran teil. Sie verschaffen sich einen unrechtmäßigen Vorteil. Sie nassauern das Echo. Wenn es längst verklungen ist, tauchen Touristen auf, die es auch unterwegs vernommen haben. Natürlich halten sie es für überflüssig, um Wiederholung nachzusuchen. An dieser Unzulänglichkeit geht das Echo allmählich zugrunde. Es ist sicher daran schuld. Denn zu einem gebührenpflichtigen Echo gehört eine akustische Barriere. Ein Mechanismus, der es Nassauern verbietet, daran teilzunehmen. Satak Ähnlichkeit. Klaus und Horst, zwei Brüder, in Kvpe.chazen, sahen sich so ähnlich, daß es schon lächerlich war. Die Eltern konnten sie kaum unterscheiden, geschweige denn fremde Menschen. Einer war immer ähnlicher als der andere ... Sie standen gut miteinander. Aber einmal kam es, daß sie sich trennen mußten. Horst hatte in einer anderen Stadt eine Stellung in Aussicht. Gr reiste ab. Seine Tätigkeit, das viele Herumschmökern in alten Werken, strengte seine ohnedies recht kurzsichtigen Augen mehr an. als es gut war. Oie Lage der deutschen Lustfahrt. Was lehrt der Europa-Hundflug? Die Tage des Eurvparundflugs haben nicht nur eine rein sportliche Bedeutung. Der internationale Wettbewerb gibt den Flugsachverstandigen eine willkommene Gelegenen, Dergleiche zwischen der Entwicklung der deutschen und der ausländischen Luftfahrt zu ziehen. In Staaken, auf dem Flugplatz in Berlin-Lempelhof, im Reichsverkehrsministerium, ebenso wie im Berliner Flugverbandshaus trifft man die Sachverständigen, hört ihre Meinung und vernimmt ihre Forderungen. Bemerkenswert ist es, daß die Schlüsse, die aus den bisherigen Erfahrungen des Europarundflugs, die aus der Gesamtlage der deutschen Luftfahrt überhaupt gezogen werden, einmütig sind und bei dem überwiegenden Teil des deutschen Volkes ein zustimmendes Echo finden werden. Deutschland darf seinen Flugsport nicht unterstützen. „Erleben wir es nicht gerade beim Europarundflug, wie schwer gehandicapt trotz hervorragender persönlicher Leistungen die d e u t s ch e Luftfahrt ist?" Einer der Flugleiter erklärt das mit Bitterkeit. Die Pariser Luftfahrtvereinbarungen von 1926 verbieten es Deutschland, seinen Flugsport zu unterstützen. Während in England, wie in allen anderen Ländern die Fliegerklubs, in denen die jungen Sportflieger ausgebildet werden, staatliche Unterstützung genieben, müssen sich in Deutschland die Sportflieger unter fast untragbaren materiellen Opfern ausbilden lassen. Aber dies ist nur eine der Schranken, die uns im Wettbewerb mit den ausländischen Fliegern behindert und zurückwirft. Grundsätzlicher und entscheidender ist nach wie vor das Derbot jeglicher Militarflie- gerei in Deutschland. Don der Seite der Landesverteidigung her gesehen liegen die Probleme klar. Äetne wichtige deutsche Stadt, ausgenommen einige Jndustrieplätze Mitteldeutschlands, ist mehr als zweihundert Kilometer, also eine gute Flugstunde von der Grenze entfernt. Das Ruhrgebiet, das oberschlesische Revier, sind für französische und polnische Militärflieger in kurzer Zeit zu erreichen Mehr als zehntausend Flugzeuge bedrohen Deutschland von allen Seiten. Abgesehen von diesen Gesichtspunkten der Landesverteidigung jedoch ist das Problem der Militärluftfahrt auch für die deutsche Luftfahrt als solche ein außerordentlich wichtiger, in seiner Bedeutung kaum erfannter Faktor. Opfer für die Luftfahrt! Die Sachverständigen verweisen auf die Tatsache, daß eiire rasche technische Entwicklung der Flugzeuge, nur dann möglich ist, wenn Aufträge für Flugzeugbauten in einem Ausmaße gegeben werden können, daß sich eine oftmalige Reukonstruktion verlohnt. Die Derkehrs- lustfahrt allein kann in diesem Ausmaße nicht für Aufträge sorgen. In den anderen Ländern werden für die Militärluftfahrt Serienaufträge an die Flugzeugfabriken gegeben, und vom Dau des Flugzeugkörpers bis zu den Ravigationsinstru- mentcn und dem Funkgerät wirkt sich dieses Mehr an Auf trägen in Dervesserungen aus, hinter denen Deutschland mit gebundenen Händen heute zu- rückstehen muh. Die Vorteile der Wechselwirkung von Militärluftfahrt und Zivilluftfahrt gehen noch weiter: die Ausbildung der Flieger, die Anlage der Flugplätze, die durch die Militärluftfahrt geschieht, kommt der Sport- und Verkehrslustfahrt in starkem Maße zugute. Was wird aber in anderen Ländern auch an Opfern für die Luf tf ahr t dargebracht! Frankreich verausgabt für die Luftfahrt pro Kopf der Bevölkerung jährlich 13,32 Mark, lind Deutschland — 68 Pfennige! Die Schlüsselstellung bet Verkehrsluftfahrt. Die Militärluftfahrt ist uns, wie gesagt, verboten, die Sportluftfahrt darf gleichfalls nicht mit staatlichen Mitteln unterstützt werden. Der Ansatz einer deutschen Luftfahrtentwicklung liegt also bei der Verkehrsfliegerei. Und auch dann, wenn einmal die Beschränkungen des deutschen Luftverkehrs fallen, wird die Derkehrs- fliegerei ihre Dedeutung beibehalten. Del geeigneter Unterstützung können wichtigste Versuche, wie das Problem des lüft- und wassergekühlten Motors, sehr wohl im Rahmen der Verkehrsfliegerei zu Ende geführt werden. Gerade weil Deutschland heute noch keine Militärluftfahrt aus- üben darf, muh es Versuche, die einem künftigen Luftabwehrkampf dienen können, in der Verkehrsfliegerei — im Rahmen der Verträge — durchführen. Dazu gehört zunächst eine ft a - bile Lage der Verkehrsluftfahrt, die es beute in Deutschland nicht gibt. Länder wie Holland, Frankreich, England haben sieben-, zehn-, ja, zwanzigjährige Verträge mit ihren Luftverkehrsgesellschaften, so daß diese Gesellschaften langfristig über bestimmte Gelder verfügen können. In Deutschland muh der L u f t * faltetet von Jahr zu Jahr neu genehmigt werden. Dedenkt man, daß es zwei Jahre dauert, bis ein Großflugzeug vom Reißbrett in die Luft steigen kann, so wird die Unmöglichkeit d"ieser kurzfristigen Etatsgewährung offensichtlich. Ein stillschweigendes Abkommen, das den Trägern der deutschen Luftfahrt drei Jahre lang eine bestimmte Unterstühungssumme zusicherte, läuft jetzt ab. An seine Stelle muh ein langfristiges klares Abkommen treten. Es darf nicht Vorkommen, dah, wie im Jahre 1929/30, das Reichsverkehrsministerium 64 Millionen für die Luftfahrt fordert und der Ausschuh des Reichstages, das sogenannte Streichquartett, diese Summe auf 28 Millionen zusammenstreicht, um sie dann wieder, erschreckt übet die eigene Kühnheit, auf 40 Millionen zu erhöhen. Die deutsche Luftfahrt kann viele Gewitterböen vertragen, einem jährlich wiederkehrenden Etats-Sturm ist "sie insofern nicht gewachsen, als ihre Entwicklung' schwer gehemmt wird. Insbesondere die Leistungen der deutschen Verkehrsluftfahrt, die Organisation der deutschen Lufthansa ist Bürgschaft genug, um die vorsichtige Verwendung eines langfristig bewilligten Etats zu gewährleisten. Fördert man s 0 die deutsche Luftfahrt unter Hintanstellung aller schädlichen Pläne einer Internationalisierung der Verkebrsluftfahrt, so darf man trotz aller Hindernisse an den Aufstieg der deutschen Luftfahrt glauben. menst 0 h zwischen Kommunisten und Rational- sozialisten zugrunde, der sich in der Rächt zum 15. August im Osten Berlins ereignet hatte. Rach den bisherigen Ermittlungen wurden mehrere Ra- tionalsozialisten von etwa 2) Kommunisten. Überfällen. Die Angreifer gaben dabei mehrere Schüsse ab, durch die jedoch niemand verletzt wurde. Als Schütze wurde von der Polizei der Angeklagte Schmidtke ermittelt. Einschränkung der deutschen Kohlenlieferung an Belgien. Brüssel, 24. Aua. (WTB.) Zum Abschluß der deutsch • belgischen Kohlenverhandlungen wurde heute folgendes CommuniquS Der- Jahre waren vergangen, ohne dah die Brüder hsich wiedergesehen hatten. Da faßte Horst eines Tages den Entschluß, doch einmal in die Heimat zu fahren. Er schrieb Klaus davon. Und sie verabredeten sich in der Vorhalle des Hotels „Großer Hof". Don der Dahn lief Horst, so schnell er konnte, die Straßen entlang, bog um diese und jene Ecke und stand endlich vor dem Portal des Hotels. Ausgeregt stolperte er über die Schwelle und — siehe da — war das nicht Klaus? Da vorn, nur ein paar Schritte entfernt Horst breitete freudig die Arme aus, um den Bruder herzlich zu begrüßen. „Klaus, alter Junge, wie geht's, wie steht's?" Und damit rannte er vorwärts. „Du, freust du dich denn §ar nicht, daß ich da bin? Warum sagst du enn nichts?" Atemholend hielt er inne. Don Klaus keine Spur — aber groß, strahlend, höhnisch lachte ihm ein riesenhafter Spiegel entgegen, der seine etwas kleinlaut gewordene Freude, den verdutzten Blick und die schlaff herab- hängenden Arme in krasser Wirklichkeit zurückwarf. Horst verstand noch immer nicht. Aber die Menschen, die diese Szene mit- angesehen hatten und nicht wußten, worum es sich handelte, packten den armen Mann, schleppten ihn in ein Zimmer, legten ihn aufs Bett und machten abwechselnd kalte und warme Umschläge für seinen heißen Kopf bereit. Oer Zauberdoktor im Swasiland. Mshuduwane Zwane, der „Premierminister" von Swasiland, hat infolge eines über ihn gefällten llrteilsspruches zwei Monate lang in der Haft, die durch Zwangsarbeit verschärft wird, Gelegenheit darüber nachzudenken, ob es gut und nützlich ist, den Rat eines Zauberdoktors einzu- holen. Während der Derhandlung tarnen aus den Zeugenaussagen interessante Tatsachen über den Zauberglauben und seine seltsamen Formen, wie sie heute noch in jenem Gebiete Südafrikas im Schwange sind, zutage. So berichtete eine Zeugin, daß sie zugegen gewesen war, wie ein Msutu- Zauverdoktor geholt wurde, damit er den Schuldigen an den in letzter Zeit vorgekommenen Bränden und dem Sterben des Viehs ausfindig mache. Der Wundermann befestigte einen hohlen Kürbis auf einem Metallgefäß und sprach in eine öffentlicht: „Die Verhandlungen zwischen einer deutschen und einer belgischen Delegation von Regierungsvertretern über die K 0 tz- len f r a g e , die vom 22. bis 24. August in Brüssel ftattgefunben haben, sind heute nachmittag zu einem vorläufigen Abschluß gelangt. Es ist eine Vereinbarung in Aussicht genommen, die mit Wir- Jung oom Oktober ab eine Einschränkung der b e u t sch en Kohleneinfuhr vorfleht. Belgien wird Deutschland für die Einschränkung einen a n« bermeitigen Ausgleich auf inbuftriel« lern Gebiete gewähren, über besten Einzelheiten im Laufe des Monats September weiter verhandelt werden soll." Verantwortlich für Politik: 3.93.: Ernst Blumschein. Deffnung der Fruchtschale hinein. Es kamen seltsam pfeifende Tone heraus, die die Zeugin nicht zu deuten wußte, die aber nach des Zauberers Behauptung nichts anderes besagten, als dah Mampulu, ein Junge des Stammes, der Schuldige sei. Für diese seine Leistung forderte der Wundermann ungefähr eine Summe von 8 Mark von jedem der Anwesenden, die in großer Zahl dem Schauspiel beiwohnten, begnügte sich aber schließlich mit einem „Gesamthonorar" von 25 Wk. Ein anderer Zeuge, Mpunzana mit Ramen, gab Auskunft über bie gewöhnlich übliche Formen der Zauberkunst. Als aufgeklärter Mann hielt er nichts von dem Befragen eines Kürbisses, sondern lachte über die Leichtgläubigen, die sich auf diese Weise hatten anführen lassen. Die von dem Zau- bermanne, dem sogenannten Jsangoma oder QJo- kupengula, aus geführte Prozedur spielt sich gewöhnlich so ab, daß er zunächst eine Prise nimmt und wie ein Stier brüllt, um die Geister zu seinem Beistand herbeizurufen. Dann beschwört er mit lauter Stimme: „Gestehe die Wahrheit", und die Antwort, die er erhält, wird unzählige Male wiederholt. Wenn der „Patient", den er in Arbeit hat, allein anwesend ist, dann dauert diese Behandlung immerhin eine gute Weile. Der Zauberer geht dann durch den ganzen Kraal und nimmt alles weg, was schädlich ist, einschließlich der Medizinen, deren er habhaft werden kann, well er ihren Gebrauch nicht versteht. Die wichtigsten seiner Zaubermittel, durch die er weissagt, sind das Werfen von Knochen und der Tanz. Dabei sprechen nach der Meinung des aufgeklärten Mpunzanas nicht gerade die Knochen zu dem Wundermann, aber aus der Art, wie sie zu Boden fallen, erfährt er alles, was er wissen will. Sochfchulnacbnchkn. Prof. Dr. Kurt GoerttlerinKiel ist zum Prosektor am Anatomischen Institut der 'Universität Zürich als Rachfolger von Paul Don- w i l k e r berufen worden. Donwiller hat einen Ruf als Professor und Leiter der Morphologischen Abteilung am Staatlichen Physiologischen Forschungsinstitut in Moskau angenommen. Der Tübinger Ordinarius der Pharmakologie Professor Dr. Felix Haffner hat den Ruf an der Universität Heidelberg als Rach- fölger von Professor W. Heubner abgelehnt. Wrt. Mi die '"'■tafll.H -DZ s» ft Sgs ssT NS DS- eine ftg, sluttfaört die wie °, baben ließen-, M «euu* thnmte Beider der- muh der Lust. u ^ahr neu ge- •man, dah es Mi ljugzrua vom 2eih. lann, so wird die rkurzsristitzen chchtlich. Ein still, s den Trägern der chre lang eine br. >e zulicherte, lauft 6 ein langsristi. n treten. Ss dars im Jahre 1929 30, m 64 Millionen sür der Autschuh des Ltreichquarteit, diese »usammenstreicht, um irr die eigene Kühn* chöhen. Die deutsche itterböen vertragen, )en Etats-Stum ist als ihre Entwicklung' esondere die Leistun« ustsahrt, die Oraani- rnnsa ist Mrglchast Verwendung eines :§ zu gewährleisten, tsche Luftfahrt unter Mitten Pläne lifittung der barf man froQ aller her beulten falt' wen zwischen einer igischen Delegation lern über die Koh - 124. August in Srüflel le nachmittag zu einem j gelangt. Es ift eine lommen, die mit ®ir‘ inschrankungder uhr vorsieht. Belgien Kränkung einen a n • chausindustriel« Jerbehenainjelg«1] mber weiter verhandelt HHtBlurn|chem. ■ifuin. kamen feit; die die Zeugin mcht nach des Zauberer« Stammes, dervw Leistung forde^ . Summe von T S«*ßS Ä? Ä’iS 6 y ; u Einern ®alc i,d uwWj, Al. ientj. ^ gcri tiefe ft, gute Vflal und iMi<^2benKn; habha' A sie W& cht verli ^ ^jssagt, durch di» er 7 £ant aufg^u aus ^^s er x all«®' w i ist-um .(erin^W’r> Lr von^Vbat e r 400 Mark Wohlfahrtsunter st ühung au-ge-ahlt wurden, auf die er tatsächlich keinen Anspruch hatte. Wegen fortgesetzter schweren Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug wurde er dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Ein auswärtiger Zimmermeister hatte für einen Holzhändler Brennholz an verschiedene Abnehmer verteilt, die von diesem ausgestellten Rechnungen auf höhere Beträge abgeändert und Gelder eingenommen, ohne sie angeblich vollständig abgeliefert zu haben. Die heutige Hauptverhandlung ergab keine einwandfreie Aufklärung, so daß die Sache zwecks weiterer Ermittlung durch die Statsanwaltschaft vertagt werden muhte. Hamburg- in besonderen anHustellen. Aach Ansicht der Hervorragendsten dieser Sachverständigen, nach Ansicht Robert Kochs, konnte die Seuche dadurch ausbrechen, dah einige am Amerika-Quai untergebrachte russische Auswanderer cholerakrank waren und durch ihre Auswurfstoffe, die durch die Kanalisation in di« Elbe gelangten, aus der wiederum das Trinkwasser geschöpft wurde, sämtliche Rohrleitungen der Stadt vergiftet hätten. Die offiziellen Hamburger Stetten wehrten sich natürlich gegen diese Art der Darstellung, die einen großen Skandal über ihr Haupt heraufbeschworen hätte, und brachten Dutzende von entgegengesetzten Gutachten auf den Plan. Mittlerweile entwickelte sich die Cholera, da nur sehr wenig Grundsätzliches gegen sie getan werden konnte, in fürchterlicher Weise. Es gab ein Massensterben wie in den 3ahren de- schwarzen Todes im Mittelalter. Namentlich in den Arbeitervierteln starben ganze Strahenzüge aus. 3m Laufe von sechs Wochen wurden von der amtlichen Statistik über 2 0 0 0 0 Krankheitsfälle zugegeben, von denen 9000 tödlich verliefen. Die Stadt glich einem ungeheuren Friedhof. Der Verkehr ruhte »fast vollständig. Sämtliche privaten und öffentlichen Fahrzeuge, vom Schiebkarren bis zum Möbelwagen, wurden für den Transport der Toten und Erkrankten requiriert. Zeitgenössische Chroniken berichten von Wagen, in denen unter einem weihen Tuch, eine hvchausgeschichtete Masse von Körpern lag. Wer Geld hatte, floh aus dieser Stadt — und wurde überall in Deutschland von Ort zu Ort gejagt, da man in jedem Menschen aus Hamburg einen Bakterienträger vermutete. Wer sich aber diesen Luxus einer Flucht nicht leisten konnte, der wurde überfallen von der Krankheit und — vielleicht noch schrecklicher — von der ständigen, wahnsinnigen Todesangst, die zu hy- stertscAn Krankheitserscheinungen führte. Arbeitslosigkeit. Hungersnot, Mangel an keimfretem trinkbarem Wasser machten sich überall bemerkbar. Auf einem großen freien Platz in der Hamburger Vorstadt Eppendorf hatte man, da Krankenhäuser und Schulen nicht mehr als Spitäler langten, eine Zeltstadt aufgerichtet, zugleich Totenkammer und Lazarett. Wiederholt kam es vor. dah Apotheken von der verzweifelten Menae gestürmt wurden, äleberall tauchten fliegende Händler mit irgendwelchen Desinfektionsmitteln auf, die sie zu Wucherpreisen verkauften. Das Leitungsnetz der Stadt war gesperrt. Die Wasserversorgung wurde dadurch aufrechterhalten, daß Lokomobilen mit großen Kesseln abgekochten Wassers, das unentgeltlich an die Bevölkerung verteilt wurde, auf den Straßen standen — für eine große Stadt ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie auS dieser Stadt des GrauenS schließlich wieder eine moderne Großstadt werden konnte — tper vermag es zu sagen? 3edenfalls waren die Kinderasyle Hamburgs noch jahrelang gefüllt mit fremden Waisen, die ihre Eltern in der Epidemie verloren hatten. Diese Kinder erscheinen nach einer zeitgenössischen Hamburger Statistik mit einer Zahl von über 4000. und die Zeitersparnis einer solchen Verbindung wohl zu schätzen wissen. Und nicht zu den letzten Lobrednerinnen des Flugsports gehören jene Frauen, die ihre Hochzeitsreise durch die Lüfe gemacht und dort die ersten Luftschlösser ihrer jungen Ehe gebaut haben. Wohin Europas alte Kleider wandern. Es gibt viele ungekrönte Könige in Europa. Einer von dieser Gattung ist Lipos Tichin, Europas .Altkleider-König", der bei seiner gegenwärtigen Anwesenheit in Budapest, wo sich augenblicklich der Markt für seine Ware wieder belebt hat, dem Mitarbeiter eines englischen Blattes eine Unterredung gewährt hat. Dabei sprach er von den Aussichten seines Handels und den dunklen Wegen, die seine W«re wandelt. Lipos Tichin ist von Geburt Grieche, und seine eigentliche Residenz ist London, von wo aus die alten Kleider zu den Verteilungsstellen in Tunis, Marokko, Algier, Madagaskar und an anderen Orten während der Regenperiode von 3uni bis Oktober verschifft werden. Von diesen Stellen aus besuchen die Reisenden Tichins mit seiner Ware die Neger, Buschmänner, Berberstämme und Senegaldörfer, und verkaufen die Kleider gegen Felle, Elfenbein, Gold, ungeschliffene Diamanten oder Krokodilhäute. Der am meisten begehrte Artikel ist der feierliche Nachmittags- und Abendanzug der verflossenen englischen Mode, und es schadet auch gar nicht, wenn die Ellenbogen des Anzugs ausgebeult, der Rücken glänzend und die Beinkleider nur etwa halb so lang sind wie eigentlich notwendig. Bei einer Temperatur von über 30 Grad stolziert der Senegalneger unter der brennenden Sonne im Schmucke eines schwarten Rockes, dessen Sitz manches zu wünschen übrig läßt. Unb sollte der Gatte vielleicht doch dieses Kleidungsstück allzu unbequem finden, so ist seine weibliche Ehehälfte mit Freuden bereit, die Gelegenheit zu benützen und es selbst anzulegen. Wenn die Reisenden bemerken, daß eine bestimmte Mode nicht emschlagen will, dann veranstalten sie sogleich eine Filmvorstellung, in der weihe und farbige Schauspieler im Schmuck der verschmähten Anzüge erscheinen. Der Erfolg ist durchschlagend; denn ein jeder der Eingeborenen wünscht ebenso elegant zu sein wie der Held auf der Leinwand, und die Kleiderlager sind in kurzem bis zum letzten Stück geräumt. Amtsgericht Gießen. Bekanntlich ist es verboten, Steine oder andere harte Körper oder Unrat, wozu alles Verunreinigende gehört, auf Menschen, Tiere, fremde Häuser oder eingeschlossene Besitzungen zu werfen. Die Einwohnerin eines Nachbardorfes hat Ruß auf einen ganz schmalen, ihr gehörenden und ihrem Hause entlang-iehenden Geländestreifen geschüttet, wobei auch, wie ein Zeuge bekundet, Ruh in die Nachbarhofreite flog und diese verunreinigt hat. Die Frau hat das offenbar, in der Absicht der Schikane getan, trotzdem aber gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben. Die in diesem festgesetzte Geldstrafe blieb bestehen. 3m Falle der Uneinbringlichkeit ist ein Tag Haft zu verbüßen. Anfangs April d. 3. kontrollierte ein Polizei- Oberwachtmeister in Uniform im Auftrage des Polizeiamts eine Metzgerei in der Steinstrahe. Einem Gesellen, der ihn nach seiner Kontroll- befugnis fragte und schriftlichen Ausweis verlangte, gab er die nötige Auskunft, erklärte ihm auch, dah er auch ohne Auftrag jederzeit zum Nachsehen berechtigt sei. Der Geselle, der die Tätigkeit des Beamten angeblich als eine unzulässige Belästigung befand, der auch vor Gericht erklärte, daß ihm dieser besonders aufsässig fei, rief ihm nun zu: „Machen Sie, dah Sie rauskommen, ich sage es Ihnen nicht dreimal, wenn Sie nicht gehen, sollen Sie einmal sehen, was ich mit 3hnen mache" und rief ihm auch beim Weggehen noch ein Schimpfwort nach. Der Geselle erhielt hierauf ein Strafmandat wegen Beleidigung, gegen das er Einspruch einlegte. 3n der Hauptverhandlung erklärte der Polizeibeamte, daß er sich durch daS Verhalten des Angeklagten auch in der Ausübung seines Dienstes beschwert gefühlt habe, widerlegte auch durch seinen Eid. daß die Angabe des Angeklagten, das Schimpfwort habe sich auf einen Metzgerlehrling und nicht auf ihn, den Beamten, bezogen, der Wahrheit entspreche, denn der Lehrling habe sich in einer entfernten Ecke befunden. Das Gericht nahm an, daß hier nicht nur Deamtenbeleidigung, sondern in den brutalen Worten des Angeklagten auch der Tatbestand der strafbaren Nötigung (Verhinderung des Polizeibeamten in der rechtmäßigen Ausübung des Dienstes) vorliege, und erhöhte die ursprüngliche Geldstrafe dem Anträge des Amtsanwaltes entsprechend auf 60 Mark, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit entsprechender Gefängnisstrafe zu verbüßen ist. Gleichzeitig erhielt der Beleidigte die Befugnis zugesprochen, den Urteildtenor eine Woche lang an der Amtstafel des Polizeiamts öffentlich bekannt zu machen. Oie Hessische Handwerskammer und die Schlachtsteuer. WSN. D a r m st a d t, 24. Aug. Die hessisch« Handwerkskammer hat an den hessischen Finanzminister eine Eingabe gerichtet, worin um eine unzweideutige Erklärung über die Einführung der Schlacht steuer in Hessen gebeten wird. Die Handwerkskammer bekennt sich als entschiedene Gegnerin der Schlachtsteuer, sie verlangt aber, falls sie durch eine Notverordnung eingeführt wird, daß vorher mit den führenden Personen aus dem Mehaergewerbe Rücksprache genommen wird, damit bei der Festsetzung der einzelnen Sätze die Härten der preußischen Schlachtsteuer vermieden werden. Ferner wird verlangt, daß die S t e u e r - Vergünstigung für Hausschlachtun- gen in Wegfall kommt und daß eine Er- mäfjigung der örtlichen Schlachtgebühren, die höher sind als in Preußen, slattfindct. Handwerks- kammermitglied Becker (Offenbach) macht den Vorschlag, dah der Staat dieHälstederEin- nahmen der Schlachtsteuer ben Kommunen ü b c t to e i ft. die sie zur Senkung ihrer Gebühren verwenden sollen. Mit diesem Vorschlag wird sich auch der hessische Städtetag beschäftigen. Oer Einsiedler als Falschmünzer. WSN Dillenburg, 24. Aug. Zu der Verhaftung des Einsiedlers Reineck. der in einem alten Bergwerksstollen bei Seelbach im oiegcr- lanb hauste, werden nunmehr noch interessante Einzelheiten bekannt. Reineck stand schon (an* aereZeitiMVerdachtderFalschmün- xerei Aus diesem Grunde wurde er in letzter 3Cit scharf beobachtet. Zwei Beamte stellten sich auf die Lauer, und in einem günstigen Augenblick wurde zur Verhaftung geschritten. Als man die Höhle näher untersuchte, fand man zahlreiches Material zur Herstel^ng von Falschgeld. Ein näherer Einblick in die Behausung des Einsiedlers ergab, dah diese eine Tiefe von drei bis vier Metern hatte und nur ganj fti- mitiv eingerichtet war Das Ruhelager bestand lediglich aus einer Holzpritsche die mit Moos und alten Lumpen bedeckt war. Neunzehn Iahre hat Reineck auf diesem primitiven Nachtlager seiner Ruhe gepflegt. Außerdem enthielt das Erdloch einen alten Ofen, der zur Zuberer- Frauen als Fliegerinnen. In der fieberhaft schnellen Entwicklung, die der Flugsport in den letzten Jahrzehnten genommen, spielt auch die Frau eine entscheidende Rolle, mag es sich um stolze 2Il(einf(üge in wüste Gegenden ober um einen Dauerflug handeln, wie er neuerdings von Mrs. Victor Bruce in zäher Ausdauer unternommen wurde. Schon in den frühesten Anfängen der Luftjchiffahrt haben sich Frauen sowohl durch ihre persönlichen Leistungen wie durch selbstlose Mitarbeit und Unterstützung wichtiger Fluge her- vorgetan. Denn, so führt Roger Fuller in einem Londoner Blatte aus, in der Welt der Lüste herrscht eine glückliche Gleichheit der Geschlechter. Biele Fliegerinnen haben die Aviatik mit einer Leidenschaft ergriffen, wie sie brennender keinen Flieger beseelen kann. Navigationskunde, die Technik und das handwerksmäßige Ausbessern der Apparate, den „Blind"- und den Nachtflug hat manche von ihnen zum Gegenstand ihrer eingehendsten Studien gemacht. Während die Frau auf vielen anderen Gebieten durch ihre geringeren körperlichen Kräfte in einem Wettkampf mit dem Manne von vornherein benachteiligt ist, ist dieser Umstand in der Luft nicht von entscheidender Bedeutung. Keine schwere, starke Hand ist notwendig, um eine gewöhnliche Maschine zu lenken, während andererseits viele Eigenschaften der Frau gerade die für einen guten Flieger typischen sind. Ein leichter, empfindsamer Tastsinn, verbunden mit einer schnellen Entschlußfähigkeit, wie sic so viele Frauen besitzen, sind Grunderfordernisse für einen guten Piloten. Dazu kommt, daß, wie die Erfahrung vieler Flüge über weite, oft eintönige Strecken gezeigt hat, gerade der Pilotin jene Ruhe des Temperaments eignet, die dieses ermüdende Gleichmaß zu ertragen vermag. Aber neben jenen Frauen, die sich als selbständige Fliegerinnen hervortun, ist heute auch die Zahl der weiblichen Pasia- giere auf den Fluglinien im ständigen Wachsen. Denn der in die Zukunft gerichtete Blick sieht bereits die Zeit vor sich, da das Flugzeug das wichtigste, weil das schnellste Verkehrsmittel sein wird, dessen sich besonders die im geschäftlichen Leben stehende Frau genau so wie der Mann wird bedienen muffen Auf den englischen Fluglinien gibt es jetzt schon eine Anzahl von weiblichen Fluggästen, die regelmäßig ein- bis zweimal wöchentlich nach dem Kon- tinent, nach Paris oder nach andern europäischen Hauptstädten, in die ihre Geschäftsverbindungen sie । führen, hinüberfliegen und die die Annehmlichkeiten Dießen, ben 25. August 1932. Spinnen, die Geschwüre verursachen. Einem Münchener Mediziner wurden auch in diesem Sommer, wie verschiedentlich schon in manchen früheren 3ahren, Kinder mit sonderbaren Geschwüren vorgestellt. Diese Geschwüre, die durch eine besondere Hartnäckigkeit auffielen, wurden eigenartigerweise stets an Kindern vorgefunden die aus den Sommerferien heimge- kchrt waren Die Merkwürdigkeit der Geschwüre lehrte, daß sie durch 3nsekten erzeuat sein konnten. daß allerdings Flöhe. Läuse, Ameisen oder MoSkitos von vornherein auSschieden. Trotz jahrelangen Suchens ist man dem Uebeltäter erst jetzt aus die Spur gekommen. Es handelt sich um eine etwa sechs Millimeter lange Spinne von schwarzer Färbung auS der Klasse der kleinen Agelemiden. die mit zwei über und vor dem Mund liegenden Kieferklauen ausgerüstet ist. An jeder dieser Klauen befindet sich eine Giftdrüse von Schlauchform. Die Anordnung der beiden Giftdrüsen bringt es also mit sich, dah von dieser Spinne, im Gegensatz zu den anderen Insekten, die nur eine einzige Stichwunde erzeugen. gleich zwei Sttchwunden, unmittelbar nebeneinander! egend, hervorgerufen werden. Da unter den deutschen Spinnarten bisher nur die Wasserspinne, ferner der »Dornfinger" und schließlich auch die Kreuzspinne als giftig angesehen wurden, müssen unsere bisherigen Erkenntnisse ergänzt werden. Gs kann nach den Folgen, welche von iyn Stichen dieser Spinnen hervorgerufen werden, kaum noch ein Zweifel sein, daß man es auch hier mit einer giftigen Spinne zu tun hat. Die Stiche lösen ein starkes Brennen und einen heftigen 3uckreiz aus. aber nicht etwa im Augenblick, da die Spinne den 3nhalt ihrer Giftdrüse in die Haut des Menschen eingespritzt hat, sondern erst viel später. Meist merkt man das Brennen erst, wenn man das Bett verlassen hat. An den Hautstellen, wo die Spinne ihre Giftdrüse entleert hat, trifft man meisten- in großer Zahl Knötchen von roter Farbe, die den Umfang eine- Hirse- oder auch eines LinsekomeS auf- weisen. Zuweilen finden sich biS zu dreißig solcher Knötchen an einer bestimmten Körperstette vor. Dabei wird von der Spinne kaum eine Körper- Partie verschont. Der Juckreiz kann bis zu etwa vierzehn Tagen anhalten, er wird um so stärker, je mehr das Knötchen an Ausdehnung zunimmt. Später stellen sich Giterbläschen ein, und allmählich wird eine immer größere Hautfläche von der Geschwürbildung heimgesucht. Geschwüre, die sich bereits entwickelt haben, bedürfen der Röntgenbehandlung. Haben die Geschwüre erst einmal einen größeren Umfang angenommen, dann kann die Behandlung unter Umständen langwierig werden. Es haben sich Fälle ergeben. Da sich die Geschwüre biS zu mehreren Monaten einer Behandlung widersetzten. Die Folgen der Spin» nenstiche lassen sich meistens wesentlich beschränken, wenn man die Bißstellen sofort mit essigsaurer Tonerde oder mit Mentholspiritus betupft. Dr. P. W. Daten für Freitag 26 Angnst. 1813: Sieg Blüchers über die Franzosen an der Katzbach, Theodor Körner fällt bei Gadebusch: — 1914: Sieh der Deutschen bei Verdun: — 1915: die Deutschen erobern Brest-Litowsk: — 1921: der Politiker Matthias Erzberger auf dem Kniebes ermordet: — 1921: der Dichter Ludwig Thoma in Rottach gestorben. Taten für Lamötag, 27 Augnst. 1576: der italienische Maler Tizian in Venedig gestorben: — 1770: der Philisoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel in Stuttgart geboren. SJL-'fpott Stuttgart—Bonn—Paris. Schlechtes Wetter... Don den Europafliegern, die am Mittwochmorgen von Lyon nach Stuttgart aufgebrochen find, ist außer Cuno nur der polnische Flieger Giedgowd in Stuttgart eingetroffen. Die übrigen Teilnehmer mußten wegen schlechten Wetters aus dem Woge nach St. Gallen nach Lyon zurückkehren. Start in Stuttgart. Die Europarundflieger Osterkamp, Lusser, Mor- zik, Kaller-Tschechoslowakei, Freh, Kleps-Tschecho- slowakei, Poß und Hirth, die in Stuttgart übernachtet hatten, sind am Mittwoch früh nacheinander in der Zeit von 6.10 bis 6.47 Uf)c nach Bonn gestartet. Der Flieger Cuno, der um 6.42 üfjr in St. Gallen gestartet war, traf in Böblingen um 7.37 Hfjr ein. von Massenbach als Erster in Paris. Die Spitzengruppe der Europaflieger, die in St. Gallen, Böblingen und Bonn übernachtet hatte, traf am Mittwoch früh auf dem Flughafen Orly bei Paris ein. Als erster landete v. Massenbach um 7.45 4lhr. Es folgten Marienfeld um 9.28 ilfjr, Lusser um 9.47 Hhr, Morzik um 10.01, Poß um 10.06 .ilfjr, Kaller um 10.10 ilfjr, Fretz um 10.11 Ahr. Massot ausgeschlossen. Don den Teilnehmern am Europarundflug trafen am Mittwoch der Deutsche Hirth um 10.36 Ahr und der Tscheche Kleps um 10.23 Ahr in Orly ein. 3n der Gesamtwertuny liegen die beiden Polen Zwirko und Karpinski an erster und zweiter Stelle. Ihnen folgen Poß an dritter, der Schweizer Fretz an vierter, Hirth an fünfter, Sund an sechster und Morzik an siebenter Stelle. Der Sportausschuß des Aeroklubs von Frankreich hat den Europafkieger Massot wegen seines unsportlichen Verhaltens für die Dauer von drei Jahren ausgeschlossen. Alle deutschen Flieger in Paris. Im Laufe des Mittwochnachmittag sind nun auch die letzten deutschen Teilnehmer in Orly gelandet. 19 Maschinen haben nunmehr die zweite Etappe erledigt. Wegen des schlechten Wetters mußten die übrigen noch ausstehend/n sechs Piloten einen Amweg machen, dürften aber noch rechtzeitig in Paris eintreffen. In dieser Gruppe befindet sich auch der führende Pole Zwirko, der Wohl nun durch den neuen Zeitverlust die Führung im vorläufigen Gesamtklassement an Wolf Hirth oder Poß. evtl, auch an Morzik wird abgebcn müssen. Oie Verbandsspiele der neuen Jußbattsaison. Am 4. September beginnen nach mancherlei Schwierigkeiten der die Ein- und Zuteilung der Dereine zur Gruppe Lahn die Verbandsspiele der 1. Serie in der 1. Bezirksklasse. In der jüngsten Ausgabe der amtlichen Bekanntmachung des Westdeutschen Spielverbandes sind die Termine bereits genannt. Die Ligamannschaften der beiden hauptsächlichsten Fuhballsport pflegenden Dereine 1900 und VfB. treten in diesen Der- bandsspielen Mannschaften gegenüber, die den Gießener Sportlern und dem Publikum nicht fremd sind. Besonderen Reiz verspricht man sich von den Begegnungen mit der Liga des Sportvereins Wetzlar, wenn man von den Begegnungen unter den beiden Lokalgegnern selbst ganz absehen will. Die Derbandsspiele zwischen den beiden hiesigen Vereinen haben über das Odium des bisherigen Prestigekampfes hinaus noch den Reiz des Kampfes um die Punkte an sich. Folgende Termine wurde festgesetzt (die Spiele finden jeweils auf dem Platze des zuerstgenannten Vereins statt): Spieloereinigung 1900. 4. September: 1900—Frohnhausen 11. September: Wallau—1900 25. September: 1900—Breidenbach 2. Oktober: Bottenhorn—1900 9. Oktober: 1900—Wetzlar 16. Oktober: Lokaltreffen VfB.-1900 6. November: 1900—Ockershausen. vsv. Gießen. 4. September: Wetzlar—VfB. 18. September: VfB.—Breidenbach 25. September: Bottenhorn—VfB. 2. Oktober: VfB.—Ockershausen 9. Oktober: Wallau—VfB. 16 Oktober: VfB.-1900 23. Oktober: Frohnhausen—VfB. Leichtathletik -er Spielvereinigung 1900 Gießen. Sehr gute Leistungen der Jungen und Mädchen in Frankfurt. Als einziger Westdeutscher Verein beteiligte sich die Spielvereinigung 1900 mit einigen Jungen und Mädchen an den 1. Nationalen Iugendwett- kämpfen des IG.-Sportvereins Frankfurt. Der Veranstaltung wurde durch die Teilnahme von etwa 200 Jugendlichen aus Nürnberg, Heilbronn, Frankental, Worms, Darmstadt, Offenbach usw. und vor allen Dingen aus Groß-Frankfurt selbst, ein überaus würdiger Rahmen gegeben. Dementsprechend waren auch die gezeigten Leistungen ganz ausgezeichnet. So blieben beispielsweise alle fünf Endlaufteilnehmer des 400-Meter-Laufs unter 55 Sekunden (der Sieger Stern, Frankfurt, erzielte mit 53,6 Sekunden die beste Tagesleistung). Am so erfreulicher ist es daher, daß die Spielvereinigung 1900 fünfmal in der Siegerliste erscheint, und zwar mit zwei 2. und drei 3. Siegen. Auch die Nichtplacierten (Salzberg und Berghöfer II.) warteten mit guten Leistungen aus. Leider gab es auch diesmal wieder einen Ausfall durch Verletzung. Koch III., der sowohl über 50 wie auch über 100 Meter überlegener Vorlaufssieger wurde und in ausgezeichneter Form schien, muhte wegen Zerrung im Zwischenlauf aufgeben. Nachstehend die Ergebnisse, in denen die 1900er erfolgreich waren: Ballweitwerfen f. Mädchen: l.Thier- gardt, 2G.-Sportverein Frankfurt, 55; 2. Hüne- mörder, IG.-Sportv. Frankfurt, 55; 3. M. Lösch, 1900 Gießen, 54,85 Meter. Die drei Siegerinnen waren ihren Konkurrentinnen deutlich überle'gen. Hochsprung für Mädchen: 1. Fuchsschwanz, IG.-Sportverein Frankfurt, 1,35; 2. G. Guth, 1900 Gießen, 1,30; 3. Noll, 1880 Frankfurt, 1,30 Meter. Die 2. und 3. Siegerin wurde erst nach einem erbitterten Stichkampf ermittelt, wobei Gretel Guth das bessere Ende für sich hatte. Leider kostete dieser ermüdende Kampf den Spielvereinigungsmädchen den sicheren Sieg in der darauf folgenden Staffel. 4X1 00-Meter-Staffel f ü r Mädchen: 1. IG.-Sportverein Frankfurt, 58,2; 2. Spielvereinigung 1900 (M. Lösch, R. Lippert, L. Diehl. G. Guth), 0,75 Meter zurück; 3. Sport-Club 1880 Frankfurt, 61 Sekunden. Anschließend an die Hochsprungkonkurrenz gelaufen, wurde hier die beste Chance des Tages zunichte. Nach dauernder Führung der Gießenerinnen, konnte IG. nur ganz knapp gewinnen. Diese Staffel war das schönste Rennen des Tages. 75-Meter-Lauf f. Mädchen: 1. Hüne- mörder, IG.-Sportverein Frankfurt, 10,2; 2. Goldberg. Barkochba Frankfurt, 10,7; 3. Fuchsschwanz, IG.-Sportverein Frankfurt, 11,1; 4. L Diehl, 1900 Gießen, 11,1 Sekunden. L Diehl und G. Guth standen im Endlauf und wurden nur knapp geschlagen. Hochsprung (Jugend, Klasses 1914/15): 1. Hinrichs, BSC. Offenbach, 1,615; 2. Hummel, 1. FC. Nürnberg, 1,61; 3. Herrmann, 1900 Gießen, 1,595; 4. Wienemann, Alemannia Worms, 1,595 Meter. Auch hier kam es zu einem heftigen Stichkampf, den wiederum der 1900er mit seiner jetzt besten Leistung für sich entschied. 1500-Meter-Lauf (Igd., A 1914/15): 1. Senger, Post-Sportverein Frankfurt, 4:31,6; 2. Scheibbs, Fußballverein Frankental, 4:32,3; 3. B e r g h ö f e r I., 1900 Gießen, 4: 33,1 Minuten. Bei starkem Feld ein spannendes Rennen zwischen den drei ersten Siegern. Berghöfer hatte sich durch dauernde Führung zu stark verausgabt, um seine spurtschnelleren Gegner am Vorbeigehen zu hindern. $. C Teutonia Steinberg VfR. Vuhbach I — FL. „Teutonia" I 1:4. Die in dieser Spielserie das erstemal auf den Plan tretende Jugend spielte in Klein-Linden und brachte ein anerkennenswertes Anentschieden (2:2) mit nach Hause. Die 2. Mannschaft mußte ersatzgeschwächt in Dutenhofen gegen die dortige 1. Mannschaft antreten. Da nicht genügend aktive Spieler zur Stelle waren, sprangen ältere Spieler ein und gaben damit den jüngeren ein Beispiel. Gegen die spielstarke Platzmannschaft hatten die Teutonen einen schweren Stand. Die Niederlage fiel mit 8:3 ziemlich hoch aus. Der Torwart fehlte. Die 1. Mannschaft der Teutonen trug auf dem ungewohnt großen Platz des BfN. Butzbach ein Spiel gegen den Plahbesitzer aus. Die Steinberger rechneten mit einer knappen Niederlage. Es kam aber anders. Nach einer kritischen Situation vor dem Steinberger Tor, nach einigen weiteren flot- Oer Sieger „Rund um Berlin." Bartholomäus gewann gegen eine Konkurrenz von über 150 Fahrern die große Radfernfahrt „Rund um Berlin". ten Angriffen der Butzbacher, fanden sich^ die Teutonen und liefen zu großer Form auf. Der Spielaufbau der Teutonen brachte den Gastgeber oftmals in Gefahr. Während im Feld ein ziemlich ausgeglichenes Spiel gezeigt wurde, erwiesen sich die Butzbacher vor dem Tor weniger entschlossen. Das Halbzeitergebnis lautete bereits 4:1 für die Gäste aus Watzenborn-Steinberg. Nach der Pause strengten sich die Gastgeber sehr an, spielten auf Sieg, es gelang ihnen jedoch nicht, das Ergebnis zu ändern. Sporiabteilung des Turnvereins Lollar Am Sonntag war der Fußball-Club Leihgestern mit zwei Mannschaften in Lollar zu Gast. Die 2. Mannschaft der Gäste verlor gegen die gleiche von Lollar nach durchweg schönem Spiel ganz knapp mit 4:3. Die beiden ersten Mannschaften lieferten sich einen fairen Kampf, den Lollar erst zum Schluß mit 6:1 für sich entschied. Beide Mannschaften gaben sich in der ersten Spielhälfte die größte Mühe, Tore zu erzielen, aber über 1:1 kamen sie nicht hinaus. Lollar war in der ersten Hälfte von großem Schußpech verfolgt. Bei etwas mehr Glück hätte das Resultat leicht höher lauten können. Erst gegen Schluß des Spiels zeigte Lollar sein Können und erzielte in den letzten 15 Minuten fünf schöne Tore. Die 1. Schülermannschaft hatte einen großen Erfolg, indem sie die 1. Schüler von 1900 Gießen mit 2:0 geschlagen nach Hause schickte. Die Handball-Abteilung trug mit zwei Mannschaften Meisterschaftsspiele aus und verlor gleich die ersten Spiele. Die 2. Mannschaft hielt sich mit 4:6 für Ruttershausen noch einigermaßen. Die 1. Mannschaft mußte zum Altmeister Londorf und verlor nach einem harten Spiel, unverständlich hoch. 8:1 lautete das Ergebnis. Schwimmen „Quer durch Franlfurt". Das am Sonntag auf dem Main zum Austrag kommende internationale Stromschwimmen „Quer durch Frankfurt" hat ein unerwartet großes Interesse gefunden. Don 44 Vereinen des DSD. und der DT. sind über 300 Teilnehmer gemeldet worden. In den beiden großen Staffeln gehen je zehn Mannschaften an den Start, während in der ersten Herrenklasse zwölf Teilnehmer den Kampf im Cinzelrennen aufnehmen werden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uh: Samstag nachmittag geschlossen Wirtschaft. Zahlungseinstellung der Emelka. * München, 24. Aug. Die Münchener Lichtspielkunst AG. (Emelka), München, hat heute ihre Zahlungen eingestellt und strebt zunächst ein außergerichtliches Vergleichsverfahren an. Laut „M. N. N." begründet die Derwaltung diese Maßnahme wie folgt: Die Zahlungseinstellung der Emelka Theater AG. läßt auch für die Emelka einen erheblichen Derlust sicher erscheinen und schließt in diesem Zusammenhang die Möglichkeit weiterer Derpflichtungen nicht aus. Diese Derluste zwingen die Emelka, im Interesse ihrer Gläubiger die Zahlungen einzustellen. Die Gesellschaft beabsichttgt, ihre kleinen Gläubiger (bis zu 500 Mk.) voll zu befriedigen und wird sich sogleich nach Fertigstellung des Status mit einem Dorschlag an die Gläubiger wenden. Der Betrieb der Gesellschaft wird voll aufrecht erhalten. Die Rekonstruktion des gesamten Konzerns, bisher durch die verworrenen Majoritätsverhältnisse gehemmt, ist in Angriff genommen und wird weiter gefördert werden. Die Bayerische Film GmbH., die ein völlig selbständiges Antemeh- men darstellt, wird durch die Zahlungseinstellung der Münchener Lichtspielkunst AG. nicht berührt. ' Devisenhöchst betrüge für den Monat September. Der Reichswirtschaftsminister hat angeordnet, daß die Importeure für den Monat September den Höchstbetrag ihrer allgemeinen Genehmigungen — ebenso wie bereits für die Monate ab Mai — nur bis zur Höhe von 50 v. H. in Anspruch nehmen dürfen. * Voigt & Haeffner A G., Frankfurt am Main. In der heutigen Sitzung des Aufsichtsrats der Voigt & Haeffner AG., Frankfurt a. M., wurde die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1931 vorgelegt. Der Abschluß ergibt bei 7,287 (9,893) Millionen Reichsmark Aufwendungen für Löhne und Unkosten und 0,814 (0,717) Millionen Reichsmark Abschreibungen aus Anlagen, Außenstände und Beteiligungen unter Auflösung der gesetzlichen Rücklage von 1 239 310 Reichsmark einen Verlust von 2 013 908 (258 048) Reichsmark. * Umdie Sanierung der Vereinigten Stahlwerke. Die im Zusammenhang mit der auffälligen Kurssteigerung der Aktien der Vereinigten Stahlwerke AG. in den letzten Tagen aufgetauchten Gerüchte über eine bevorstehende Sanierung des Stahlvereins, wobei man ein Zusammenlegungsverhältnis von 10:3 oder von 4:1 nannte, werden dem WTB.-Händelsdienst von Verwaltungsseite als reine Kombinationen bezeichnet. Irgeno« welche Beschlüsse innerhalb der Verwaltung seien überhaupt noch nicht gefaßt worden. Die Sanierung des Unternehmens würde erschwert durch seine hohen Anleiheverpflichtungen von 483 Millionen Reichsmark, da man das Aktienkapital nicht erheblich unter die Nominalhöhe der Anleihen herabsetzen könne. Durch die Jnteressenahme des Reiches am Stahlvereinskonzern, das, wie es heißt, zunächst durch einen Vertrauensmann die Verhältnisse prüfen lassen will, werden die Sanierungsbeschlüsse wohl noch etwas auf sich warten lassen. Ohne die Zuführung neuer Mittel sei eine Reorganisation jedenfalls schwer denkbar. Frankfurter Abendböise geschästölos. Frankfurt a. M., 24. Aug. Trotz der wieder festen Auslandbörsen blieb die Abendbörse davon unberührt und lag nahezu geschäftslos. Man verhielt sich gegenüber der weiteren innerpolitischen Entwicklung sehr abwartend. Im Ver- gleich zu den Berliner Schluhkursen war die Tendenz als behauptet anzusprechen. Nur AKU. blieben beachtet und gewannen 0,5 Prozent. Im. Verlaufe neigten die Kurse infolge der Geschäftsstille eher nach unten. Am Rentenmarkt gaben Altbesih 0,25 Prozent nach, konnten sich aber dann wieder um 0,1 Prozent erholen. Späte Reichsschuldbuch- sorderungen und Guldenrussen waren im Freiverkehr auf dem Schlußniveau unverändert. Altbesih 49 bis 49,1, Neubesih 5,30 bis 5,35, Schutzgebietsanleihe 3,82, Harpener 63, Stahlverein 15,75, AKU. 46,75, Scheideanstalt 135, IG -Far- ,ben 87,90, Holzmann 44, Lahmcyer 90,25, Siemens 129,75, Norddeutscher Lloyd 14,25. Schweinemarkt in W» tzlar. 0 Wetzlar, 25. Aug. Der gestrige Schwei- n e m a r k t war mit 395 Ferkeln und 18 Läufern beschickt. Der Handel ging' langsam, der Markt wurde fast geräumt. Cs wurden bezahlt: für 5—6 Wochen alte Ferkel 12 bis 14 Mark, für 7—8 Wochen alte 15 bis 17 Mark, für 9—12 Wochen alte 18 bis 22 Mark je Stück. Aeltere Ferkel und Läufer kosteten je nach der Stärke bis zu 38 Mark. Rirdhficbe Itocbridtfen. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 27. August. Freitag abend 6.55 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.10. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 6.30 Uhr. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o H, Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- furd Echlußt. Abend- börse Schluß» Iure Schlußk. Mittag- börse Datum 23.8- 24-8. 23.8. 24.8. 6% Scutidje Reichsanleihe v. 192. 59,5 59 59,5 59,65 6% ehcm. 7°/<>Dt. ReichSanl. v.1929 5%% Dvung-Anleihe von 1930 . 68,75 68,5 68,5 68,8 62 — 60,5 — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslof.-Rechlen ..... 48,5 49,13 48,25 49,25 Desgl. ohne Ausloi.-Rechte . . 5,25 5,35 5,2 5,4 Stehern 8A>H«st'. Volksstaat 1929 (rüdsatjlb. 102%)...... Oberhejsen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten...... — 52,5 52,75 52,75 46,5 — — — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 46,2 46,75 46,6 47,25 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bonl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 69,5 69,75 — — 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpte 16 unkündbar bis 1936 b'/r% ehem. 4’/t% Franks.Hhp.- Bant Ligu Psandbriese . - - 69,5 69 — — 77,75 78 — — 6'/,% ehem. 4'/t% Rheinische Hnv -Bant Ligu.-Goldpie. . - 78,25 77,75 — — 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- brietanslaii Psandbriese R. 19 67,5 67,5 67,5 — 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesansia» Psandbriese R. 10 68 68 — — Frankfun a.2Jl. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Millag- börie Dalum 23-8. 24-8- 23-8. 24.8. Pamburg-Amecna Pate. u 13,9 14 13,9 14 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 Hansa Dampfschiff < — 22,5 22,4 Norddeutscher Llopv .... ( 14,75 14,25 14,75 14,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. 0 36 36 36,75 37,25 Berliner Handelsgesellschaft . 4 89 89 88,75 88,75 Commerz- und Privat-Bank . 0 53,5 53,5 53,5 53,5 Darmstädter und Nationalbant 0 18,5 18,5 Deutsche Bank und Disconlo-Gesellschast . 0 75 75 75 75 Dresdner Banl...... 0 18,5 18,5 61,75 61,75 Reichsbant ...... 1. 127 127 127,4 127,5 A.E.G.......... 0 32,5 32,5 32,5 32,5 Bergmann........ 0 — —— Elektr. Lieseningsgesellschasl. 5 66 66,5 67 67,5 Licht und Kraft...... 6 73,75 77,5 77,25 77,65 Fellen & Guilleaume.... c 42,5 43,5 43 44 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen ... 4 64,75 65 64,9 65 Rheinisch?Elektrizität . . . 5D 66 66 66 65,75 Schuckeri & Co....... O 68,75 68,5 69 68,25 Siemens L Halske..... f 129,25 129,75 130,5 129,75 LahmeyerLCo....... 10 89 90,25 89 90,5 4% Oefterretchische Goldrente . 4,20% Oesterreichische Silberrentr 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4j/2% desgl. oon 1913..... 5% abgesi. Goldmexikaner von 99 4% Taktische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I......... 4% desgl. Serie 11....... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Vr%Rumän.vereinh.Nenrev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente 2fc% . Anatolier...... 10,25 — 10,25 10,25 —— 1,25 1,15 6,13 6,35 6,55 6,25 6,2 6,2 6,35 6,4 — — 5,6 6,75 6,75 — — 3,3 3,3 3,35 3,4 3,4 3,3 3,6 3,6 3,3 3,3 3,45 3,45 5,2 — 5,1 9,75 9,5 9,6 9,55 4,4 4,25 4,3 4,25 17,25 17,3 17,25 17,3 Buderus..........4 Deutsche Erdöl.......6 Gelsenkirchener.......8 Harpener..........0 Hoesch Eisen.........6 Ille Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... Rludncriucrlc . ......6 Mannesmann-Röhren .... 6 Mansselder Bergbau.....0 Oberschles. Kokswerke .... 8 Phönix Bergbau......4’, Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl.........6 — — 31,5 31,5 70,5 71,5 70,75 70 34,5 33 34,75 33 62 63 62 62,75 — — 29,25 29 — — 127,25 125,5 — — 89,5 — — — 26 25,25 45 45 44,9 43,9 16 — 15,25 13,75 —— — 34,75 34,13 18 18 18,25 17,75 178,5 182 179,5 181 52,75 52,75 52.75 51,75 Frankfuri a. Dl. Berlin Gchluß- fure Schlußk. Abend« börse Schluß- lurs Schlußk. Mittagbörse Datum 23.8. 24.8. 23.8. 24-8. Rlcbekk Montan . . . . . 7,l — — — Vereinigte Stahlwerke . . . . 0 16,65 15,75. 16,5 15,9 Otavt Minen .... . . 0 14 14 13,75 14 Kaliwerke Aschersleben . . 6 97 95 96,75 97 Kaliwerke Westeregeln . . 6 102,5 101 102,5 101,5 Kaliwerke Salzdetfurth . 9 172 172 172 173 I. G. Farben-Jndustrte . . . 7 88,25 87,9 88 87,9 Scheideaustalt.... . . 10 136 135 — — Goidschmidt..... . . . 0 23,75 23,4 23,75 23,9 RütgerSwerke . . . . . . . . 0 36 35,75 36,25 35,5 Metallgeiellschast. . . . . . . 0 32 — 32,9 32,75 Philipp Holzmann . . . . . . O 45 44 45,13 44,5 Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt. . ... 4 . ... 0 44,25 38 38 — WahbLFrehtag . ... 0 5 5- 5 5 Schultheis Payenhoser . . . 0 — — 55,25 54 Akn (Allgemeine Kunstseide) 0 45 46,75 43,25 46,25 Bemberg........ 0 37,25 39,25 37 38,9 Zellstoss Waldhos..... 0 31,75 32 32 31,25 Zellstoss Aschassenburg . . . 0 22,5 — 23 23,25 Dessauer Gas....... — — 86,75 86,75 Daimler Motoren..... 15 15,75 15 15,65 Deutsche Linoleum .... . 0 37,75 38 38 38,13 Orcnstein & Koppel .... . 0 — — 28,25 28,75 Leonhard Tietz...... . 6 42,5 42 43 41,25 Svenska . ....... 0 — — —— — Chade.......... 12 173 170-5 170 170 Frankfurter Maschinen . . . . 0 — _ Griyncr......... . 0 19 18.5 19,25 ' 20 Mainkraslwerle Höchst a. M.. . i 54,5 Süddeutscher Zucker .... . 8 108 I 109 108,5 I 108,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M 23-August 24. August Amtliche Geld Notierung | Brjci Amtliche Notierung Geld | Brie HelsingsorS . 6,264 6,276 6,264 6,276 Wien.... 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . — — —— Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,78 170,12 169,73 170,07 Oslo.... 72,98 73,12 72,98 73.12 Kopenhagen. 77,62 77,78 77,62 77,78 Stockholm 74,83 74,97 74,83 74,97 London. . . Buenos Aires 14,57 14,61 14,57 14.61 0,893 0,897 0,893 0,897 Neuport . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,41 58,53 58,41 58,53 Italien. . . 21,60 21,64 21,60 21,64 Paris . . . 16,50 16,54 16,50 16.54 Schweiz . . 81,77 81,93 81,77 81,93 Spanien . . 33,82 33,88 33,82 33,88 Danzig. . . 81,97 82,13 81,97 82,13 Japan . . . 0,959 0,961 0,939 0,941 Rio de Jan.. Jugoslawien. 0,324 6,693 0,326 6,707 0,324 6,693 0,326 6,707 Lissabon . . 13,21 13,23 13,29 13,31 Banknoten. Berlin, 24.August Geld STIef Amerikanische Noten....... 4,20 Belgische Noten......... fiR 95 Dänische Noten......... 77,44 7L76 Englische Noten......... 14,53 14,59 Französische Noten........ 16,46 16,52 Holländische Noten........ 169,36 170,04 Italienische Noten....... 21,56 91 ,64 Norwegische Noten........ 72,80 73,10 Deutsch-Oesterreich, » 100 Schwing Rumänische Noten........ 2,49 2.51 Schwedische Noten........ 74,65 74 95 Schweizer Noten......... 81,59 81,91 Spanische Noten......... 33,82 Ungarische Noten........ Al« 5 •SrtSSS Auch Dt’.n6n flumm ®,WI •ET#’’"*? Aeuischlan! 2on unserer T 3n der W* 6t“ÄÄ' Don StunDMu äs ST wirtschaft uoch Mit Sehen D« M Herrn von Schwerin-Krv^ -er Planwirtschaft. ganz großen Art zusammenhängen, m Die letzte Frage 1 Was beschließt jene allen politischen - scheidende Beschluss« Hindenburg? > gibt es nur cim leitung, und diese Hindenburg lehnt i sc außenstehende B einzige Ort, wo m Scheidungen der nach sann, das kleine B der Reichskanzlei, in bild das Kabinett z einigt. Inmitten al die Gerüchte zugleich samteindruck kann n wir stehen dicht v Entscheidung, die t wird, als die Löst geht um die Jleuo wirt Die Reichshaupts cungsvicrtel mit fein ungewohntes Md: £ Male haben sich die 2 Langnani-Derein, bor fefknbifc zu den Lerti ^ttschcWammern ii Wirtschaft schiät svn und zweitrangigen T. sind die Führer se zwischen der DM gen und den ersten hin und her. Diese ähnlicher Geschlvssei dem lZ.Iuli 1931 : die Danken ihre Ec eine Neuordnung cmer Planwirtschaf! ledoch verwandelten oleme in eine Disfu utischen Gegnern. tagt, länger als ein spricht man in dir 3nM erste Echo im »"m Rücktritt A.^elcnburg ganze Pc lede wir ft und 'ft verschwunden. M wirtschastsfr, teÄ Bö? Ms- “»« .ine ä ’hn, ö c n si „ , ftruno ”ciÄ, f?,rl ii' btÄr^S9 haben habe die her ?Wlä8* ’^offung ^Senwärt ?Aeu- Di Klügsten ,? trefj W-A; wenv^'UenHngwe Her