Donnerstag, 25. August 1952 182. Jahrgang Hl 199 Erstes Matt Auflösung — und was dann? 19 er Rcdaltion. W* l? Uh: Samstag ’nen bezeichnet, 3rgeno- ’ Der Verwaltung feien morden. Die Sanierung erfdjtoeri durch feine len von 483 Millionen tientapital nicht erheblich er Anleihen herabsehen Mhme des Reiche; am wie es Heißt, zunächst n die Verhältnisse prüfen anierungsbeschlüsse wohl lassen. Ohne die Zusüh« Reorganisation jedenfalls annaqme von Anzeige», für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. 58.» 77, 16,« 169,76 Sj 72,88 7,65 «'S 33,6« Eriche,nl täglich, nutzet Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,-vezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- - richten Anzeiger Giehen. Postscheckkonto: Rranffurt am Blain 11686. 14,5 0,893 209 58,41 »'S 16,50 81,72 33,82 81JI •■2 f.69 13,29 — oTw'1 sich heraus eine Mehrheitsrcgierung zu bilden vermag. Die Regierung wird es also vor sich selbst zu entscheiden haben, ob sie in den drei Monaten Frist, die sie sich durch eine neuerliche Auslösung verfassungsrechtlich unanfechtbar zu schassen vermag, so grundlegende, durchgreifende und überzeugende Wiederaufbauarbeit leisten kann, dah sie durch Talen den heule noch bestehenden Willen zur Opposition in ihren Bann zwingt, um dann, gestützt auf die grohe Leistung, ihren willen auch zur Umgestaltung der Verfassung und des Wahlrechts den Parteien ohne Schwierigkeiten aufzwingen zu können oder ob sic durch die Verfassungsreform sich überhaupt erst die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten auf lange Sicht schaffen kann. 3n drei Monaten kann sicherlich allerlei gearbeitet werden. Aber ob es in drei Monaten überhaupt irgendeiner Regierung möglich ist, den tiefinden Sumpf gefahrenen Karren schon wieder so weit yerauszuziehen, dah kein Zweifel mehr am Enderfolg bestehen kann, das ist doch noch die grohe Frage. Zu groh ist die Rot und zu gering noch der Wille in weiten politisch verhetzten Dolkskreisen, unter Deiseftestel- lung bisheriger Gegensätze in williger Gefolgschaft zusammenzuarbeiten. Wenn unter diesen Llmständen die Reichsregierung sich dafür entscheiden sollte, die Verfassungsformen von oben her ohne allzu ängstliche Rücksicht auf die Bestimmungen des bisher gellenden verfaffungsrechls zu ändern, so übernimmt sie zweifellos eine sehr schwere Verantwortung. Wenn sie auf ihren Wegen schließlich zum Erfolg gelangen kann, so wird am Ende alle Welt ihren Mut rühmen. Bleibt aber auch der , konstruktive Aufbauplan" des Kabinetts Papen in den Ansätzen stecken, so würden uns solch« kühnen staatsrechtlichen Methoden nur in noch schwerere politische Konflikte stürzen, als wir sie heute durchleben. Die Verantwortung der Männer um Papen wird riesengroß. 7276 52,05 12,485 3.063 ’S 77.78 74,97 14.61, 0,897 4,21 58 53 21,6} 1i.S< II.« 33.88 0,13 0,941 ,326 6,70 13.31 Freie Wirtschaft oder Planwirtschaft? Deutschland so oder so?—Zwei Fronten ringen um ein Arbeitsbeschaffungsprogramm bölse geschastslos. I. Aug. Trotz der wieder , b die Abendbörse davon i geschastslos. Wan er weiteren innerpolili« < b to a r t e n b. 3m Acv , ßfilufifurfen war die ■■ ju/prechea. Hur 2WH. men 0,5 Prozent. 3m infolge der ^elWls» tzaben Allbelih 0,25 - ,ich aber dann wieder , Späte Äeichsschuldbuch« .. aussen waren im Fm- i uveau unverändert. 2llt< sitz 5.30 bis 5,35 kchuh. rpener 63, Stahlverein ideanftalt 135. I Lahmeyer 90,25, Sie ,0t Lloyd 14,25. ft in rö.tzlar. Der gestrige Schwei« Ferkeln und 18 Laufern ng laiglam. der Markt ® je 'm» S"--« T264* 51.95 12,465 3,057 169,73 72.98 Srpt: urchKranlsurf. £ L\uncttoflrtet iWf L kennen aufnehmen Reichsbanner bis zu den Nationalsozialisten, über Koalitionsfragen verhandelt wird, so geschieht dos nicht mit dem Gedanken einer Koalition der Parteien, die kaum denkbar ist, sondern im Sinne einer Notgemeinschast zur Arbeitsbeschas- s u n g. So haben sich im 'Augenblick der höchsten Not die p o l i t i s ch en Fronten in Wirtschafts- fronten verwandelt. 0er Wechsel im Reichswirtschasts Ministerium. Berlin, 25. Aug. (WTB. Funksvruch.) Der Herr Reichspräsident hat den Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Trendel en- bürg auf fcinen Antrag in den einstweiligen Ruhe st and verseht und den Direktor im einstweiligen Ruhestand Geheimen Regierungsrat Dr. Karl Schwarzkopf -um Staatssekretär im Reichswirtschaftsmini st erium ernannt. Der Reichspräsident, der Reichskanzler und der Reichswirtschaftsmini st e r haben an den scheidenden Staatssekretär Dr. Trendelenburg Schreiben gerichtet, in denen die Tätigkeit Dr. Trenbelenburgs in wärm, sten Worten gewürdigt wird. Das Schreiben des Reichspräsidenten hat folgenden Wortlaut: „Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Ihrem Anträge entsprechend habe ich Sie mit dem beifolgenden Erlasse von dem Amte des Staatssekretärs im Reichswirtschaftsministerium entbunden. Ich gedenke bei diesem Anlasse in aufrichtiger Anerkennung der wertvollen Dienste, die Sie in fast zehnjähriger Tätigkeit in diesem Amte der deutschen Volkswirtschaft und damit dem Vaterlande geleistet haben, und spreche Ihnen für Ihre vorbildliche Pflichttreue und unermüdliche Arbeit namens des Reiches, wie eigenen Ramens herzlichen Dank aus. Ich gebe der Erwartung Ausdruck, daß Ihre reiche Erfahrung und Ihre umfassenden Kenntnisse auch fernerhin dem Reiche nutzbar sein werden. Mit freundlichen Grüßen von Hindenburg." Oie Gründe für den Rücktritt. lieber die Gründe, die zum Rücktritt des Staatssekretärs Dr. Trendelenburg geführt haben, erfahren wir von unterrichteter Stelle: In den Z i e l e n hat zwischen dem Reichswirtschaftsminister Dr. W a r m d o l d und Staatssekretär Dr. Trendelenburg volle Einmütigkeit bestanden, aber hinsichtlich des Tempos der Aktivierung der Wirtschaftspolitik, d. h. der unverzüglichen Durchführung der Demeinden. idlldwft Sabbatfeier den Ä *'&*- Don unserer Berliner Redaktion. 3n der Wilhelmsträße in Berlin wächst die | Spannung von Tag zu Tag, man möchte sagen I von Stunde zu Stunde. Spannung bedeutet nicht j Klärung. Mit wachsender Spannung sind die k Gegensätze, die Fronten für und gegen die P la n* | wirtschaft noch unübersichtlicher geworden. | Aus welcher. Seite steht W a rmbold? Wie I weit gehen die „sozialistischen" Gedanlengänge V Herrn von Schleichers? Wie denkt Graf Schwerin-Krosigk über die Forderungen £ 6er Planwirtschaft, soweit sie mit einem ganz großen Arbeilsbeschassungsprogramm ? zusammenhängen, und wie Herr von Papen? | Die letzte Frage aber, die wichtigste, lautet: - Was beschließt jener greife Führer, der jenseits F ollen politischen Lärms schwerwiegende, entscheidende Beschlüsse saßt, Reichspräsident v o n Hindenburg? Zwischen Reudeck und Berlin F gibt es nur eine einzige direkte Telephon« \ (citung. und diese endet in der Reichskanzlei j Hindenburg lehnt in diesen Tagen mehr denn ' fc außenstehende Besucher ab. ilnb so ist der | einzige Ort. wo man näheres über die Entscheidungen der nächsten Tage und Wochen hören * kann, das kleine Beratungszimmer im Reubau 6er Reichskanzlei, in dem sich unter dem Bismarck- feilb das Kabinett zu Sitzungen ohne Ende vereinigt. Inmitten all dieser Anklarheit wechseln 6ie Gerüchte zugleich mit den Stunden. Der Ge- ; samteindruck kann nur folgender sein: Anklage gegen Weiß und Heimcnnsberg. Berlin, 25. Aug. (WTB. Funkspruch) Die Iustizprcssestelle teilt mit: Die Staatsanwaltschaft I Berlin hat gegen die nicht mehr im Amt befindlichen Polizeivizepräsidenten Dr. Bernhard Weiß und Potizeikommandeur Magnus Heim a n ns- bcrg Anklage wegen Vergehens gegen den §3 der Verordnung des Reichspräsidenten betr. die Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Groß-Berlin und der Provinz Brandenburg vom 20. Juli 1932 erhoben. Den Angeschuldiaten wird zur Last gelegt, am 20. Juli der im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassenen Anordnungen des Generalleutnants von R u n d ft c d t, des damaligen Militärbefehlshabers, sich der weiteren Amtsausübung zu enthalten, zuwidergehandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, das Hauptverfahren vor der Großen Strafkammer des Landgerichts 1 in Berlin zu eröffnen. Beuchen. Demonstrationen und -Insschrcilunqcn. Beuthen, 24. Aug. (211.) Rachdem fich am Dienstag die Erregung in Beuthen fast völlig . gelegt hatte, ist es im Laufe des Mittwochabends wieder sehr unruhig geworden. In den Straßen lebte der Fußgängerverkehr über das normale Maß aus. Die Polizei war genötigt, den Streifendienst erheblich zu verstärken. Es kam auch verschiedentlich zu Ausschreitungen und Ansammlungen. In einigen Geschästen und Lokalen wurden die Schaufenster und Fen- sterfcheiben eingeworfen. Die Polizei gibt hierüber folgenden Bericht heraus: „Zwischen 17.30 und 18 Uhr wurden die Schaufensterscheiben des Geschäfts Kochmann in der Gartenstraße eingeschlagen. Ilm 22 Uhr wurden in der Bahnhofstraße zwei Fensterscheiben im Lokal von Weinstein zerschlagen. Um dieselbe Zeit wurden im Volks- haus mehrere Fensterscheiben eingeworfen. Hier konnte ein Täter festgenommen werden. Es handelt sich um einen Angehörigen der RSDAP. Um 22.30 Uhr zogen 300 bis 400 Rationalsozialisten, zum Teil in Uniform, zum Teil in Zivil, Männer und Frauen um das Gerichtsgebäude herum und skan- dalicrtcn. Die Polizei drängte sie ab. Um dieselbe Zeit sammelten sich auch mehrere hundert Personen auf dem Kaiser-Franz-Iosephs-Plah. Die Polizei schritt ein und trieb die Menge auseinander. Festnahmen erfolgten nicht. Von der Waffe ist kein Gebrauch gemacht worden." Neun Verhaftungen. Die Polizeipresse st elle ergänzt ihren Bericht über die Vorfälle in Beuthen noch wie folgt: „Um 22.15 Uhr wurde auf der Bahnhofstraße der Schaukasten der „Oberschlefifchen Volks stimme" eingeschlagen, nachdem kurz zuvor in der Gvmnasialstrahe zwei Fensterscheiben eines gewissen Goldstein eingeschlagen worden waren. Um 23 Uhr wurde auf der Bahnhofstraße die Schaufensterscheibe der Firma Steinhauer & Tiefenbrunn eingeschlagen und die Auslage geplündert. Ein Täter wurde festgenommen. Es handelt sich um den Arbeiter Fischer, der angibt, ein Paar Hosen mitgenommen zu haben. Die Ermittlungen in dieser Angelegenheit sind noch nicht abgeschlossen. Um 24 Uhr versuchten Ecke Schul- und Klucko- wiher Straße junge Burschen die Fensterscheiben des kommunistischen Büros einzuschlagen. Sie zertrümmerten aber nur die Fensterscheibe eines angrenzenden Kellers. Gegen 18 Uhr war noch eine zweite Scheibe des Geschäfts Kochmann in der Gartenstrahe eingeschlagen worden. Um 23 Uhr wurde auf der Bahnhofstraße ein Personenkraftwagen fichergestellt und die sechs Insassen auf Grund des Demonstrationsverbotes und wegen fortgesetzten ruhestörenden Lärms verhastet, so daß insgesamt acht Personen von der Polizei im Laufe der Vorgänge am Mittwochabend in Beuthen verhaftet wurden. In der Bahnhofstraße versuchten Arbeitslose, ein jüdisches Abzahlungsgeschäft zu plündern. Sie wurden jedoch von uniformierten Rationalfozialisten daran gehindert und der Polizei übergeben; ein Mann wurde verhaftet. Gegen Mitternacht war die Ruhe wiederhergestellt, nachdem den £21.- Formationen, unter denen sich auch Breslauer Gruppen befinden, bekannt geworden war, daß ein Abtransport der zum Tode Verurteilten vorerst nicht stattsindet. perfonenfrandporfemiftafffroftwagen verboten. Oppeln, 25. Aug. (TU.) Der Regierungspräsident hat au* Grund des § 14 des Polizeiverwaltungsgesetzes vorn l.Iuni 1931 die 03 e * sörderung von Personen zu politischen Zwecken durch Lastkraftwagen für Oberschlesien verboten. Bannmeile um das Beuthener Gericht. Oppeln, 25. Aug. (TU.) Rach einet zweiten Verordnung des Regierungspräsidenten von Oberschlesien ist in einem besonders begrenzten Stadtgebiet um das Landgericht Bei»» then jede Ansammlung oder Zusammenrottung von einzelnen Personen und Gruppen auf der Straße verboten. Auch das Befahren der Straßen in diesem Bezirk mit Lastwagen zu wir stehen dich! vor einer großen historischen Entscheidung, die wichtigere Ergebnisse bringen wird, als die Lösung der politischen Krise. Es geht um die Neuorientierung unserer gesamten Wirtschaftsführung. Die Rcichshauptstadt bietet, was die Regierungsviertel mit seiner Umgebung anbetrifft, ein ungewohntes Bild: Seit geraumer Zeit zum ersten Male haben sich die W i r t s ch a f t s f ü h r e r vom Langnam-Verein. vom Bergbaulichen Verein in Essen bis zu den Vertretern der ostdeutschen Land- Avirtschaftskammem in Berlin versammelt. Die Wirtschaft schickt sonst zumeist nut ihre Sindici unt> zweitrangigen Vertreter. In diesen Tagen sind die Führer selbst gekommen, sie pendeln zwischen der Wilhelmsträße, den Derbandssihun- een und den ersten Besprechungen im Reichstag »in und her. Diese Wirtschaftsführer waren in «hnlicher Geschlossenheit zum letzten Male nach Dem 13. Juli 1931 in Berlin. Auch damals, als Die Danken ihre Schalter schlossen, glaubte man «ine Reuordnung unserer Wirtschaft im Sinne einer Planwirtschaft stehe dicht bevor. Sehr bald jedoch verwandelten sich damals die sachlichen Pro- llcmc in eine Diskussion zwischen persönlichen po- litischen Gegnern. Die Entscheidung wurde vertagt, länger als ein Jahr... Spricht man in diesen Tagen im Reichsverband Der Deutschen Industrie vor, oder vernimmt man 1,as erste Echo im Reichswirtschaftsministerium mach dem Rücktritt des Staatssekretärs Dr. Trendelenburg, so fällt eines besonders aus: Das ganze persönliche Intrigenspiel, das jede wirtschaftspolitische Erörterung so schwer belastete, und Entscheidungen verhinderte, ist verschwunden. Statt dessen bilden sich zwei Wirtschaftsfronten, die Politiker aller Richtungen in sich aufnehmen. Hm Dr. 2 u 11) e r, ber Öen Sl a m p f gegen eine Äreöiterrocitcrung über die bestehenden Bankgesetze hinaus mit aller Schärfe ausgenommen tat, und der die Autarkiefrage in den Vordergrund schiebt, scharen sich die Jndustrieoerbände, die Anhänger der freien Wirtschaft, die in zahlreichen politischen Lagern zu finden sind. Und auf ler anderen Seite bildet sich die Front der P l a n » wirtschaft, die zum Zwecke der Arbeitsbeschaf- sung eine Führung der Wirtschaft durch den Staat fordert. Und hier gruppieren sich vom Reichsbanner bis zu den Nationalsozialisten alle planwirtschaftlichen Kräfte. Die Mitglieder der Reichsregierung haben sich bisher für keine der beiden Seiten entschieden, auch wenn man von dem Reichswehrminister von Schleicher wissen will, daß er den planwirtschaftlichen Gedankengängen nahesteht, auch wenn in der Wilhelmsträße von mehreren Seiten her erklärt wird, Hindenburg habe die ihm von Landrat G e r e k e unterbreiteten Borschläge eines Milliarden-Arbeitsbe- ichaffungsprogramms gebilligt. Sicht man die Lage rein politisch an, so zeigt fich kaum ein Ausweg. Selbst eine Reichstagsauflösung und Heraufsetzung des Wahlalters dürften der Reichsregierung in einem neuen Parlament keine Mehrheit schaffen. Die Lage wird aber in Berlin gegenwärtig nicht politisch, sondern w i r t s ch a f t s - politisch gesehen, und jeder Ausweg aus der Srife, der sichtbar ist, erscheint gangbar nur unter der psychologischen Voraussetzung eines mitreißenden Arbeiksbeschasfungsprogramms. Zahlreiche Abgeordnete sind bereits in Berlin und im Reichstag zu treffen. Man sollte denken, daß wenigstens sie noch über parlamentarische Fragen brüteten. Aber auch sie beraten heute über ein — Wirts chaftsprogram m und Wege aus ber 21 r b e i t s n o t, die parteilichen Gesichtspunkte treten zwangweise in den Hintergrund, weil jjl 74-85 81'S 33.82 Zwecken der Personenbeförderung ist untersagt. Zuwiderhandlungen werden mit Erhebung eines Zwangsgeldes bis zu 150 Mark bedroht. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. 3m übrigen bleiben die Bestimmungen der bisherigen Notverordnung über Demonstrations- und Umzugsverbot davon unberührt. Hessische Proteste. D a r m st a d t, 24. Aug. (WSR.) Der Gauleiter der hessischenNationalsozialisten Abgeordneter Lenz erläßt eine Anordnung, wonach am Samstag, 27. August, in allen Ortsgruppen der NSDAP. Mitgliederver- sammlungen zum Protest gegen die Todesurteile des Beuthener Sondergerichts stattfinden. Englische Kommentare. London, 25. Aug. (END. Funkspruch.) Zu der durch das Beuthener Urteil geschaffenen Lage bemerkt „Morning Post", der politische Kampf in Deutschland scheine in ein besonders dunkles und gefahrenbergendes Stadium seiner Entwicklung zu treten. Das Blatt führt etwa aus, daß die Tat von Potempa von den Parteigenossen der Verurteilten mehr und mehr glorifiziert und schließlich sogar als Ausfluß hoher Tugend und Vaterlandsliebe bezeichnet würde, was dem Blatt die Bemerkung abnötigt, dies sei ein genügender Beweis für die außerordentliche Degradierung, in die das politische Leben Deutschlands gefallen sei. Politischer Mord werde nicht nur verziehen, sondern verherrlicht, und zwar von einem Manne, der erst vor 14 Tagen den Reichspräsidenten darum ersuchte, mit den Vollmachten eines Mussolini versehen zu werden und der Grund zur Annahme gegeben habe, daß er die Orgie der Gewalttaten, die von einem Teil seiner Anhänger begangen wurde, nicht billige. Kein zivilisierter Staat, so hebt „Morning Post" hervor, könne gs sich leisten, solche Blutrache innerhalb seiner Grenzen zu dulden und noch weniger, sie als Ausdruck eines edlen Idealismus gepriesen zu sehen. Allerdings dürfe nicht verkannt werden, daß sich die Reichsregierung in ihren Bemühungen, den Terror zu tilgen, einem äußerst schwierigen Dilemma gegenübersehe. Mit denselben Fragen befaßt sich der heutige Leitartikel der „Times", der aufzeigt, wie die Nationalsozialistische Partei und ihre Presse seit dem Tage, an dem das Beuthener Urteil gefällt wurde, die Begnadigung ihrer Parteigenossen mit Drohungen gefordert und die Regierung von Papen in maßlosen Worten beschimpft habe. Auf diese und die übrigen „hysteri- schen Kundgebungen" habe die Reichsregierung mit Würde geantwortet. Das Blatt spricht von der „scharfen Zurückweisung", die Hitler durch die Regierung erhalten habe, und meint, das Regie- ru n g sm a n i fe st werde von den Nationalsozialisten, die tatsächlich das Recht forderten, an allen ihren politischen Gegnern Rache zu nehmen, als eine Herausforderung angesehen obzwar es doch der Verteidigung des Gesetzes und des nationale nRufes diene. Ganz in Uebereinstimmung mit der Regierungserklärung bemerkt dann das Blatt, daß nichts dem deutschen Namen mehr Schaden zugefügt habe, als die Zunahme der brutalsten politischen Verbrechen. Dies seien Vorkommnisse, die nicht mit der Entschuldigung begründet werden dürften, daß die Strenge des Versailler Vertrages, oder die Bitternis der allgemeinen Wirtfchaftsnot das Volk zur Verzweiflung getrieben habe. Aus diesem Grunde wird von dem Blatt auch die Einführung der Todesstrafe für derartige Verbrechen begrüßt, aber hinzugefügt, so ausgezeichnet auch die Re- gierung die Anwendung des „Terrordekretes" verteidige, so sei es doch nicht sicher, ob Herr Vornan von Hertha Fricke ^Irheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ich könnte sie fragen!" dachte er mit einer großen Glückseligkeit. „Ich könnte sie mir vielleicht rasch gewinnen! — Aber die arme Renate hat sie noch so nötig! Sie kann sie nicht entbehren! — Ich muß wohl warten! Wer weiß, wie bald sie frei wird! — Und es ist ja etwas so Köstliches, sie so oft sehen zu können! Sonntags mit dem unaussprechlichen Glück im Herzen! — Wir werden immer glücklicher dabei!" Sagt nicht Fritz Reuter, daß der Verkehr zweier Menschen vor der Verlobung das Schönste und Reizvollste im Leben sei? — Oh, Dr. Heinrich Andresen war bescheiden — konnte abwarten! Wenn er jetzt fragen würde, nach dieser Bekanntschaft von wenigen Wochen, wäre es nicht zu früh? — Konnte dies holdselige Fräulein von Diemen nicht vielleicht sagen: „Herr Doktor, wir kennen uns doch zu wenig!" Oder: „Solange Renate lebt, habe ich nicht Zeit, an mich zu denken!" — Beides sähe ihr ähnlich, und mit beidem hätte sie recht! Warum also sollte er eilen? — Er hatte ja die Sonntage! — Diese einzig schönen zweisamen Sonntage! — Charlottenhof war ein wenig stiller geworden. Der große Schwarm hatte sich verlaufen. Die römischen Bäder lagen über den grünsamtenen Rasen in ihrer antiken Pracht. Verschlafen plätscherten die kleinen Wasserstrahlen in di« steinernen Becken. Die Goldfische und Silberkarpfen schossen im Bassin umher. Ein lustiger kleiner Vogel schmetterte ein glückliches Lied in die sommerliche Luft. Er saß unbekümmert auf dem ernsten, steinernen Kopf eines Säulenheiligen und pfiff auf die Weisheit, die einst in diesem Schädel entstand. Sie standen beide, der Doktor und Eva-Marie, «in wenig zueinander geneigt, schauten dem kleinen gefiederten Sänger zu und lächelten über ihn. „O du kleiner verständiger Kerl, du!" sagte da Doktor Heinrich in einer plötzlichen Sommer- fveu.de. „O wieviel mehr recht hast du, als der Epiktet, als der Asket — als alle Lebensweisheit zusammen! Wenn man dich versteht, du kluges Bürschlein! — Leben ist Liebe, Liebe ist all^l — Liebe und stirb! — Das ist des Lebens Sinn und Erfüllung!" „Still! — Still! Doktor! Er fliegt sonst weg!" flüsterte Eva ihm ins Ohr. ilm ihren Mund zuckte es vor verhaltener Lust. von Papen in der Lage sein werde, es an- xuwenden. Die Beuthener Urteile hätten die Nationalsozialisten zu erbitterten Feinden gemacht. Für die Aussichten auf politischen Frieden sei es leider unwichtig, daß die Sozialdemokraten, die Deutschnationalen und andere wichtige Parteien den Appell der Nationalsozialisten um Milde unterstützten, wozu komme, daß auch die deutsche Presse in ihrer überwiegenden Mehrzahl eine Begnadigung erwarte und fordere. Eine Begnadigung aber würde — ab- Msehen davon, daß sie das Regierungsdekret dem Papierkorb überantwortete — entweder Argwohn über die Unparteilichkeit der Regierung, oder Zweifel air ihrer Fähigkeit, sich den Extremisten von rechts zu widersehen, auslösen. Dor allem würde sie die Nationalsozialisten stärken, die nach den Worten des Berliner „Times"-Korrespon° denten „einen neuen Triumph verkünden und von Verantwortlichkeit weiter entfernt sein würden als je." So weist auch die „Times", ebenso wie die „Morning-Post" auf ein Delemma hin, das, wie das Blatt meint, es nicht überraschen ließe, wenn das Kabinett den Versuch, mit Hilfe des Parlaments zu regieren, aufgebe und dem Reichspräsidenten empfehlen werde, den Reichstag aufzulösen, besonders da durch die Taktik der Sozialdemokraten und die Gewalttaten der Nationalsozialisten der Regierung jede Hoffnung auf eine Zusammenarbeit mit einer solchen Körperschaft zunichte gemacht werde. Oesterreich gestattet Hitler die Einreise. Wien, 24. Aug. (TU.) Die österreichischen Nationalsozialisten forderten bereits vor einigen Wochen, das Einreiseverbot für Hitler aufzuheben. Wie nun die „Deutsch-Oesterreichische Tageszeitung", das Parteiorgan der Nationalsozialisten in Oesterreich, berichtet, hat der Ministerrat beschlossen, diesem Begehren der Nationalsozialisten in der Weise nachzukommen, daß Hitler die Einreisebewilligung für den 17. und 18. September, dem Zeitpunkt deS geplanten Landesparteitages der NSDAP., erteilt werde. In der Begrünvung heißt es nach den Mitteilungen der Zeitung, daß ein vollkommenes Einreiseverbot deshalb bedenklich wäre, weil eS den Nationalsozialisten für den bevorstehenden Wahlkampf einen gewaltigen Werbestoff liefern würde. Todesstrafe für General Sanjurjo beantragt. Madrid, 24. Aug. (WTB.) Unter ungeheurem Andrang des Publikums begann heute der Prozeß gegen die Führer des letzten Putschversuchs. Nach Verlesung der Anklageschrift erhielt General Sanjurjo das Wort. Er führte aus, einer der Gründe, die ihn zur Ausführung seines schon vor länger als einem Monat gefaßten Plans bewogen hätten, seien fortgesetzte Verleumdungen des Heeres gewesen, über die in allen spanischen Garnisonen, namentlich in Sevilla, starke Erregung geherrscht habe. Von der Vorbereitung einer Revolutionsbewegung in Madrid habe er zufällig Kenntnis erhalten und sei daraufhin am 19. August in Begleitung seines Sohnes und Adjutanten abgereist. Liebrigens leugnet Sanjurjo jegliche Verbindung zwischen der Aufstandsbewegung von Madrid und Sevilla. Der General st aatsanwalt hat die Todesstrafe für General Sanjurjo und lebenslängliches Zuchthaus für die drei übrigen Angeklagten beantragt. Aus aller Welt. Piccards Gondel in Zürich. Die Gondel Prof. P i c c a r d s ist in Zürich eingetroffen. Sie wurde von der wartenden Menge mit Beifall begrüßt. Die Gondel weist von der Landung her verschiedene Beulen auf und ist mit zahlreichen Inschriften bedeckt. Prof. P i c c a r d erschien in Begleitung von Bundespräsident Motta und dessen Gemahlin. Der Bundespräsident besichtigte die Gondel eingehend. Der englische Polarforscher Wolkins f. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Nach einem bei der grönländischen Verwaltung eingelaufenen Telegramm des Kolonieverwalters in Angmassa- lik hat der englische Polarforscher W a t k i n s bei Kajakulykka den Tod gefunden. Watkins hatte sich in einem Kajak allein auf die Seehundsjagd begeben. Das Motorboot seiner Expedition nahm an diesem Tage Kartenaufnahmen vor. Später fand die Motorbootsbesahung den Kajak Watkins' mit Wasser gefüllt an der Küste treibend. In der Nähe des treibenden Kajaks fand man die Hose des Forschers auf einer Eisscholle auf. Die Expedition nahm sofort zusammen mit Grönländern eine genaue ilnterfudjung vor, die bis Mitternacht und dann den ganzen nächsten Tag andauerte, doch verlief die Suche nach Watkins bisher erfolglos. Riefengetreideheber für Rußland. Die Deutsche Werft in Hamburg hat für Rußland den größten bisher erbauten Getreideheber fertiggeftellt und zur Ablieferung gebracht. Der Transport befindet sich unterwegs nach einem Hafen am Schwarzen Meer. Der Heber leistet nach der in Hamburg vorgenommenen Probe stündlich bis 175 Tonnen und überschreitet damit die Forderung des Austraggebers bei weitem. Granaten im Mineralbrunnen. Aus Dreis in der Eifel wird gemeldet: Bei den Vorbereitungsarbeiten zur Inbetriebnahme eines Mineralbrunnens stießen Arbeiter auf etwa 1 00 Granaten, Kaliber 10,5, die von den deutschen Truppen auf dem Rückmarsch 1918 zurückgelassen worden waren. Die Behörde wurde verständigt. Ein Feuerwehrkommando wird die Entladung der Granaten vornehmen.' Unterschlagungen bei einer Hamburger Firma. Nachdem die Llnterschlagungen des früheren Geschäftsführers K o ß bei der Hamburger Webwaren-Einkaufs-Gesellschaft aufgedeckt worden sind, hatte der Senat das Rechnungsamt mit bet Prüfung des Gefamtbetriebes der Webwaren-Einkaufsgesellschaft beauftragt. Diese Prüfung, die vor einigen Tagen abgeschlossen worden ist, hat ergeben, daß die von Koß veruntreute Summe etwa 400 000 Mark beträgt. Der Senat hat nunmehr einen Senatskommissar mit der weiteren Untersuchung beauftragt und angeordnet, daß der jetzige alleinige Geschäftsführer der Wefewaren-Einkaufs-Gesell- schaft vorerst feines Amtes enthoben wird. Sprengstoffonschlag im Kreise Landsberg. Aus Landsberg wird gemeldet: In einer der letzten Nächte riß ein starker Kanonenschlag, der von einem Sprengkörper herrührte, die Bewohner des Dorfes Gennin aüs dem Schlaf. Der Anschlag richtete sich gegen das Grundstück des Maurers S i e p e 11. An einem Bretterzaun war der Sprengkörper niedergelegt worden. Der „Herr Dr. Andresen — waren Sie bis jetzt ein Epiktet oder solch lustiger Vogel?" „Das ist recht, Sie liebes Mädel! Scherzen Sie! Es steht Ihnen entzückend —!" Der Vogel war fortgeflogen, sie gingen weiter. „Das ist keine Antwort!" lächelte Eva-Marie leise. „Ich war ein sehr lustiger Student--und kein Asket!" sagte er ehrlich. „Also kein Säulenheiliger!" meinte Eva-Marie. „Das freut mich!" „Warum?" forschte der Doktor. „Wir sollen lieber Menschen als Heilige sein!" sagte sie leise. „Oder gefällt Ihnen solch heilige Elisabeth wie Frau Renates strenge Pflegerin, die schon die Stirn runzelt, wenn Klein-Gerti einen luftigen Schulstreich erzählt, mit dem sie die Lehrerin überlistet haben? Ich wette, w»nn die Lehrerin ein richtiger, warmherziger Mensch ist. lächelt sie im Innern darüber, wenn sie auch offiziell eine Strafarbeit über die munteren, kleinen Geister verhängen mußte! Aber bei der heiligen Elisabeth hätten die kleinen Dinger gewiß in Sack und Asche büßen müssen!" „Und würden damit zu Heuchlern erzogen!" setzte Dr. Andresen gedankenvoll hinzu. „Rein, liebes gnädiges Fräulein, diese Elisabeth ist viel unheiliger, als Sie denken!" „Oh, warum denn?" fragte Eva-Marie. Dieses „Oh" klang, als wollte sie die Pflegerin entschuldigen. „Sie ist ein Egoist!" sagte der Arzt ernst. „Sie könnte über Leichen gehen, um zu ihrem Ziel zu gelangen!" „Und was für ein Ziel hat sie?" fragte das Mädchen ängstlich. „Sie will herrschen! Vielleicht würde sie deshalb gern einen Doktor heiraten! Sie herrscht dann, wenn auch in einem kleinen, begrenzten Reich, über Kranke und Personal, vielleicht auch über die Aerzte, wenn sie mehr Wissenschaftler sind als Menschenkenner!" „Vielleicht gibt es einen passenden Arzt für sie!" scherzte Eva-Marie. „Der arme Kerl täte mir leib! Ich würde ihn warnen!" sagte Andresen. Es war kein Spott, es klang wie innerste Ueberzeugung. „Ich habe versucht, Schwester Elisabeth freundlich näherzukommen!" erzählte das junge Mädchen. Es war, als ob sie einem Freunde ihre Gedanken sagte. „Warum versuchten Sie das?" Er sah ihr hübsches Profil und freute sich daran. Eva-Marie wendete den Kopf. „Warum?" Nun doch, weil wir beide das gleiche Ziel, das gleiche Streben haben, Frau Renates Leiden zu lindern, es ihr weniger fühlbar zu machen!" „Ach, Sie großes Kind! Sie und diese Elisabeth haben ganz verschiedene Ziele! Sie werden ihr niemals näherkommen!" „Nein, sie mag mich nicht leiden!" sagte Eva- Marie traurig. „Ich kann nicht dafür, aber ich begreife es!" „Ich begreife es nicht!" lächelte der Doktor verliebt. „Dann sind Sie ungerecht!" antwortete das Mädchen. „Schwester Elisabeth ist länger da als ich, sie hat mehr gelernt, sie muh eine gewissenhafte und oft unangenehme Arbeit tun, sie muß nachtwachen! Und ich, Herr Doktor? Ich 'lese Renate ein bißchen vor, ich finge ihr Lieder, ich schwatze mit ihr, und ich beziehe dasselbe Gehalt wie Schwester Elisabeth, ich habe es besser als sie, denn ich werde von Renate verwöhnt, und —" sie wurde ein wenig verwirrt und rot, wie eine junge Rose, es kleidete sie entzückend, „und Sie verwöhnen mich auch!" Er zog glücklich ihren Arm durch seinen. Sie ließ es geschehen. „Heinrich Andresen", dacht« sie zärtlich, „du guter, lieber, prächtiger Mensch!" „Wohin werden wir am nächsten Sonntag wandern, Eva-Marie?" fragte er. Sie schüttelte den Kopf. „Gar nicht, Herr Doktor! Wenn Gerti kommt, so daß ich frei bin, dann wollte ich mir von Samstag mittag an Urlaub erbitten, um meine Mutter zu besuchen!" „Ihre Mutter, Eva-Marie? Sagten Sie nicht einmal, daß Ihre Mutter starb, als Sie noch klein waren?" „Ja, Herr Doktor! Aber ich habe eine zweite Mutter, die Exzellenz von Diemen, Vaters zweite Frau! Es ist mir unmöglich, .Stiefmutter' zu ihr zu sagen. Sie war mir alles, was eine Mutter sein kann! Ich habe sie sehr liefe! Und sie mich auch!" „Es will mir scheinen, als ob lauter gute Menschen ihren Lebensweg begleiteten, Sie Glückliche! Vielleicht ist es das Richtige, und Sie wurden darum so liebenswürdig, wie Sie sind! Aber ich bitte, doch von der Urlaubsreife afezusehen! Renate ist bald wieder so weit, daß sie in ein Krankenhaus muß. Eine neue Operation steht bevor. Reisen Sie dann, ja? Bringen Sie Renate das kleine Opfer?" „Gern!" sagte bas Mädchen. „Wenn die Operation ihr doch Genesung bringen könnte!" „Nach menschlichem, d. h. nach wissenschaftlichem Ermessen nicht!" antwortete Dr. Andresen. „Aber sie kann das Ende noch aufhalten, kann der Kranken, falls sie glückt, noch ein paar Jahre erträglichen Lebens schenken!" „Weiter nichts?" sagte Eva-Warie traurig. „Wir wollen ehrlich gegeneinander sein! Was hilft ein Trost, der Täuschung ist?" „Und Ihr Bruder, Herr Doktor?" „Er weiß es", sagte der Arzt still. „Und wie trägt er es?" fragte das Mädchen mitleidig. „Nach seiner Art!" antwortete Dr. Andresen. „Er hat keine feine oder zarte Seele! Er liefet 1 Der thüringische ßanbtagsabgeorbnete Sauckek, Führer der NSDAP.-Fraktion. wurde vom Landtagspräsidium mit der Neubildung der thüringischen Regierung beauftragt. Zaun ist vom Luftdruck niedergelegt worden. Ein dahinter stehender Stall wurde eingedrückt. Am Wohnhaus wurden die Scheiben demoliert. Bereits vor einigen Tagen wurde eine Drofesch r i f t an den Sohn des Siepelt und später auch im Garten ein bombenähnlicher Gegenstand gesunden. Erstbesteigung der Jungfrau von der Ostfeite her. Im Jahre 1909 versuchte der Schweizer Alpinist Fischer erstmals von der GuggiHütte aus durch den Kuhlauenen-Gletscherbruch und die verbindende Fels- und Eisrippe über den Ostgrat den Gipfel der Jungfrau zu erreichen. Der Versuch blieb damals erfolglos. Dieser Tage ist es nun zwei Alpinisten, Hans L a u p e r aus Zürich und Alfred Züricher aus St. Gallen, zusammen mit den Führern Joseph K n u b e l und Alex ® r a ü e n gelungen, die Erstbesteigung durchzuführen. Sie erreichten nach 12ftün- diger mühsamer Arbeit den Gipfel. Das Flugzeug der norwegischen Ozeanflieger zertrümmert. Die norwegischen Flieger Solberg und Petersen, die von Harbour Grace zum Ozean- flug nach Oslo starten wollten, sind in einer der letzten Nächte bei dem Ort Darbys Harbor auf Neufundland mit ihrem Flugzeug abgestürzt. Das Flugzeug wurde zertrümmert, die Flieger blieben unverletzt. Die „fliegende Familie" gestartet. Die „fliegende Familie", das Neuyorker Ehepaar Hutchinson mit zwei Töchtern im Alter von acht und sechs Jahren, ist in St. John (Neu- Braunschweig) zum Flug nach London gestartet. An Bord des Flugzeugs befinden sich außer der Familie noch vier Mann. Nächstes Ziel der Flieger ist Port Menier auf der im St. Lortznz- Golf gelegenen Anticosti-Insel. Don dort soll der Flug auf der Gronau-Linie in Etappen fortgesetzt werden. Kunst und Wissenschaft. 4500 Mark Erzählerpreis. Die Monatsschrift „die neue l i n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) hat auch in diesem Jahr einen Erzählerpreis ausgesetzt. 4500 Mark sind für bas Jahr 1932 für bte besten deutschen Erzählungen ausgeschrieben worben. Sechs Preise stehen zur Verfügung. Der 1. Preis beträgt 1500 Mark. Zur ehrenamtlichen Uefeer- nahme ber Jury haben sich wiederum bereit erklärt: Paul Fechter, Berlin: Alfons P a q u e t, Frankfurt: Helene v. N o st i h, Berlin: Wilhelm v. Scholz. Zürich: Bruno C. Werner, Berlin. Die näheren Bebingungen enthält bas September- hest ber „neuen linie". feine Frau wohl auch nach seiner Art! Aber ich habe seine Art nie verstanden. Er ging immer seinen Weg, ohne nach uns zu fragen, nach meiner Mutter und mir. Auch mit unserer Schwester verstand er sich nicht. Meine Schwester ist nun längst verheiratet. Wenn ich selbst in das Haus meines Bruders komme, so ist es das Mitgefühl mit meiner Schwägerin und der fleinen Gerti. Und in der letzten Zeit leuchtet in seinem Haus noch ein anderer Stern! Oder ist es eine kleine Sonne, Eva-Marie?" Sie schwieg und lächelte. Sein Werben verletzte sie nicht. Sie waren einander sicher. Daß er noch nicht sprach, Eva-Marie begriff es, sie verstand ihn wohl! Wo ber Todesengel über dem Hause schwebte, in dem sie war, war es nicht Zeit, an Glück und Hochzeit zu denken. „Ich kann warten!" dachte auch sie mit einem tiefen Glück. „Wir wissen doch voneinander — Renate braucht mich noch! Und ihr, ihr, ber Guten, der Aermsten, verdanke ich doch im Grunde all dies Köstliche!" „Ich gehe später auf Urlaub, Herr Doktor!" sagte sie. „Ich werde Mama schreiben! Nun wollen wir gehen und bei der historischen Mühle Kaffee trinken, das versprachen Sie mir doch! Und wir wollen nicht zu spät zurück fein!“ Frau Renate Andresen war allein mit Eva- Marie. Es war ein wundersamer Spätsommertag. Man hatte sie auf ihren Wunsch in den Garten gebracht, der, obwohl von den hohen Häusern umgeben, doch ein freundlicher und vornehmer Anblick war. Saubere Rosenrabatten mit hochstämmigen Rosen, hohen Zedern und Ma- gnolienfeüschen, dazwischen schneeweiße, blanke Gartenmöfeel und mit Goldk es bestreute Wege. Ein kleiner, gepflegter Luxusgarten, so recht zum Ausruhen und Wandeln nach reichem Mahl, ein Plätzchen für verwöhnte Leute, ein Schmuck am schönen Haus. Es war Samstag. „Heute habe ich einen guten Tag!" sagte die Kranke zu Eva-Marie, die ihr eben bi« seidene Decke über bi« Knie breitete, bie herabgeglitten war. „Ich bin froh, daß ich dich heut« ganz allein habe. Mein Mann kommt nicht, er hat geschäftliche Unannehmlichkeiten, und die graue Motte, die Schwester Elisabeth, hat Besprechungen mit den Aerzten und Schwestern bei Professor Bier! Ich weih, was da los ist, Eva-Marie! Ich muß wieder ans Messer!" Sie sah wehmütig aus. Ihre Wangen hatten wieder jene Röte und ihre Augen jenen Glanz, der sie schön macht« und doch von Vergehen sprach, wie die farbige Tracht des Herbstes. „Liebling!" schmeichelte Eva-Mari«. „Es soll doch besser mit dir werben!" Sie legte ihre weiße Wange auf Renates Scheitel, bamit biese bie feuchten Augen nicht sehen sollte. (Fortsetzung folgt.) rKsk erschiene^ Iicher eiJzrta[Cheiu’ Böll'g £ öiecine sehens wert f*- jn trag tit gegen untDI so "Nutschtnnd. rUlVf7nnt Man ”• hiefcr Vorstoß Ms |iw Q(f offenkundig aus Deutschlands N dem deutschen ttlc möglich unvore n ermöglichen, s« d r I «inder.Krane Leningrader Matt 4 wiedergegeben. W | Stelle vom 3. J £ Kriegsmacht D \ Sachverständiger für I aus: In Verbindung I Aeichswehrininisters ' Umgestaltung der I bourgeoise Prcssekai - fiungsgleichyeit mt schen Mächten sei er l hinzuweisen, daß D Süden im Dersaille : meesiäcke als Schlu benutzt habe. Tor Dienstzeit die IOC l vollen Apparat zur trainierten und hod Bestandes. Um die Ernstfälle 1 bis 1V: • Pieren. Die halbn eigentlich Durchgang iierung, würden gci len. Und diese Tru waffnet sein. Denn vor den Versailler wenig Gewehre, M | Besitz. Die Reichst I den nicht mit einer Maschinengewehren t Krieg ziehen, fanden . ihre %ad)bQtfeinbe, t beziehe sich a Kampsmittel, wie z. r gase ustv. Besonders grohe Fortschritte er Skoda in der Tscheche Ingenieuren geleitet würdiger Zufall, ba1 für Schweden gebau Flachgelände Deuts«! lacher verhalte es s - leien so gebaut, do ; stellen, jederzeit oh, aus den Bau von ; konnten. (!) 2n der cheiM Deutschland noch in Erzeugung von Gif Gasbomben für Ki Wrgestellt. (I) Mit Deneralstab ein mäd ZV™9 wenigst« vrierchaiMr oufzux londer» im Dosten w jungen habe.- dor Sjh li ® Mi» Sem Nt Ä,orw ZK deutsche Arm? ,?^l nicht nöt^^l et .Friedrichs^ gelt ändern m lchcn toJ. gönnen ■ gut bedorluber ein« ?r«nee verfüg ' au*9c' «Meinen 1"’ Q.n gu ?nt^ienft ff9el lei dienst brin utWQnh l'.eren. ħet ob ein gut r Ung bc sÄ01* g S» i’"'« in® Äsr bw; " "’,QS Moskau, August 1932. nur ein Krieg bevor, und das ist der gegei Kapitalismus!" rief jüngst Maxim Gorki en den um ein peinliches Versehen eines Aus der proviuzialhaupistadt Frau Unteroffizier oder Frau Feldwebel titu- an die ein gehet Wissenschaft. Er-ahlerPrelS, eneuelinie" (Xttlas 'S"-»!; jtupnuiisiiiuDi iit| juiiyp jzw^uii w v i i i, der Literat des Kreml, den Jungkommunisten auf deren Unionskonserenz zu. Und Karl Radek erzählt in Deutschland noch immer in der Welt, und die Erzeugung von Giftgasen in Massen und von Gasbomben für Kriegszwecke sei folglich auch 'i Hergestellt. (I) Mit der Chemie habe der deutsche Ocneralstab ein mächtiges Mittel in der Hand, einem Krieg wenigstens im Anfang den Manö- Wföen Ojeanfliegcr nmetl, Solberg und Pe> 5ur ®r«» zum Ozean- wollten, sind in einer der t Darbijs Harbor aus Neu- Mg abgestürzt. Do; Ammert, die Flieger einzelnen Blattes handelt, so schwenkt der Kreml »isenkundig auf die Seite der Gegner könnten. (!) 3n der chemischen Industrie gar herrsche it au$ in bielem Jahr jließt. 4500 War! sind ie bestendrulsch" Ambra tooxbea. DrHi Drx \.W& «* c chrmaMHen Uettt- sich wiederum bereit et« Berlin; W^aquet, toftift. Berlin; W” mo S. Werner, Berlin. en enthält das September- amitie" gestartet. je“, das Aeuhorker Sbeit zwei Töchtern im Alter en, ist in St. John (Benag nachLondonae- Flugzeugs befinden sich vier Mann. Aächstes Ziel üer auf der im 6L Lorenz- i-3nfel. Don dort soll der Linie in Etappen fort- ' ^urde eine 5)rnf. mi ch t kennt. Man weih zunächst nicht recht, 'es Eiepelt und Ihn?,,' »ie dieser Vorstoß zu qualifizieren ist. Ieden» ambenähnlichn f Ul'ün- cen Aipfel. Bon den vielerlei Auslegungen des russisch- lpolnischen RxchtanariffSverttages eit der AuSlandSpresse hat beim Kreml am me^ sten die italienische Ansicht gefallen, daß durch Frankreichs Rolle in Po- land abfprinflt und sich Frankreich zukehrt (man will wissen, daß General o. S ch l e i ch e r ein Militärbündnis mit dem Kreml ablehne). Man hat nicht mehr Genüge an der Exportkreditpolitik im bisherigen Rahmen, und man ist äußerst ungehalten über den nationalen Kurs zuungunsten des sozialistisch-kommunistischen, so daß Radek jüngst in den „Jswestija" sich sogar zu der Warnung an Deutsch- land verstieg: „Man kann nicht zugleich gegen Versailles und die marxistische Arbeiterschaft im eigenen Lande kämpfen!" An ein sonstiges Europa aber richtet sich der Artikel deshalb, weil er den Anschein erwecken will, als könne er gegen Deutschland eine französische Anleihe, oder einen Deutschlands in der Rüstungsfrage irtn. Um dem deutschen ZeitungSleser eine so weit wie möglich unvoreingenommene Beurteilung zu ^möglichen, sei der Inhalt des gemeinten Ar- tilele in der „Ktasnaja Gaseta" — denn um dies Leningrader Blatt handelt eS sich — sinngetreu wiedergegeben. In einem Aufsatz an führender Stelle vom 3. August, überschrieben „'S) i e Kriegsmacht Deutschlands", führt ein Sachverständiger für Militärfragen, W. Kaisarow. auS: In Verbindung mit den Erklärungen des Reichswehrministers v. Schleicher über die Umgestaltung der deutschen Weltmacht und die b-vurgeoise Pressekampagne für die deutsche Rü- spungSgleichheit mit den übrigen imperialistischen Mächten sei es durchaus (II) aktuell, darauf h-inzuweisen, daß Deutschlands Bourgeoisie die Lücken im Versailler Vertrag bezüglich der Qlr- meeftärfe als Schlupfwinkel für die Aufrüstung benutzt habe. Dor allem verwandele die lange Dienstzeit die lOOOOC-QIrmee in einen macht- ö ollen Apparat zur Schaffung eines ausgezeichnet trainierten und hochqualifizierten Kommandeur- Sestandes. Um diesen Bestand könnten sich im Lrnstsalle 1 biS 1'/. Millionen Soldaten gruppieren. Die halbmilitärischen Privatverbände, eigentlich Durchgangsetappen der Iugendmilitari- icrung, würden genügend Menschenmaterialstellen. Und diese Truppen würden auch nicht unbe- öaffnet sein. Denn Deutschland habe, verborgen ; vor den Dersatller Kontrollkommissionen, nicht Sen Dertrag Frankreichs Rolle in Po - Len spürbar geschwächt worden sei. Zum Teil sind auch wir dieser Meinung, wenn uns cmch die amerikanischen Gewinne hierbei toefent- Lcher erschienen, als die französischen Einbußen. Völlig überraschend aber kommt jetzt eine Wen- tung zutage, die eines noch aufmerksameren Hin- sihenS wert ist. Hatte die Sowjeiprefse schon et- Lche Urteile der polnischen Presse, daß der Der- hrag sehr wohl als eine Beweis für die Mög- I chkeit einer russisch-polnischen Poli- tit gegen Deutschland anzusehen sei, still- l hweigend, also unwidersprochen wiedergegeben, I, erfolgte schon bald darauf ein Dorstoh gegen Deutschland, wie ihn die deutsch- cussische Geschichte seit Rapallo noch nach feinet M jJ rftanU. 6t ging WJ ich uns fragen, na4 ?2luch mit unlet-tSch^ Deine SchD«net >n Denn ich komme, fo W Lnen frögerin und her nww“ generalstab ein mächtiges -UCtttel in oei ,n Zeit leuchtet in sti . 6gnem Krieg wenigstens im Anfang den Stetn! Oder ist es ein- ------------ ------------ Hc Sein Derben verleg i Safi et noch landet IW' ^verstand ibdengel ube . an °S'°kdies ^st. f Urlaub, ^^Bun Mama wrC' Mhlc rfP* lein!'* iU 4 mit Eva- anderfamer jn >n s ihren W hohen bw°hi ö»«; fchneevew^.^ s,n ^garten. M Ka-ns^," fagte JJ KM Timt nweAn, sondern ebenso gut bewaffnet wie hre Rachbarfeinde, wenn nicht besser. (!) Das Slelche beziehe fick auf alle anderen technischen Kampfmittel, wie z- V. Tanks, Flugzeuge, Giftgase usw. Desonderö im Tankbau seien offenbar gwße Fortschritte erzielt, denn der Tankbau bei Skoda in der Tschechoslowakei werde von deutschen Ingenieuren geleitet, und es sei ein gar merkwürdiger Zufall, daß die auf den Skoda-Werken tue Schweden gebauten Tanks sich besser für das Zlachgelände Deutschlands eignen. (!) Roch ein- »Ocher verhalte es sich mit den Flugzeugen; sie 'eien so gebaut, daß die Fabriken, die sie her- ttllen, jederzeit ohne große Schwierigkeiten auch j-uf den Dau von Kampfflugzeugen übergehen " liercharakter auszuzwingen. (II) Das be- 'OnderS im Westen wichtig, wo Deutschland keine Festungen habe; dort würden die standhaften >Lastruppcn die Grenzstriche überdecken, die Oeutschland Passiv zu verteidigen beschlossen hcbe, während in den Zwischenräumen die kleine, aber leicht bewegliche, gut bewaffnete und aus- gebildete Kampfarmce in Aktion trete. Und indem diese Armee auf die feindlichen Frontflügel einwirke, werde sie der mit Feuerwaffen über- ’attigten, schwerfälligen und schlecht beweglichen tranzösischen Armee wesentlich überlegen sein. Freilich, ihren Weltkriegsbestand werde die deutsche Armee nicht erreichen. Aber das sei audj nicht nötig. Heute gelte mehr denn je das Woiü Friedrichs II., daß „man nicht mit der Zahl; ’onöcm mit Können Krieg führt". Die Deutschen würden über eine im Vestand einheitliche, qut versorgte, ausgerüstete und vorbereitete Armee verfügen; an qualifizierten Kräften werde str keinen Mangel leiden. Der Militär- und Kriegsdienst sei in der mittleren und Klein- Dourgeoifie Deutschlands populär; der Militärdienst bringe guten Lohn und Ehre. Iedes Mädchen aus dem Dürgerstand lasse sich gern den Gründungstag würdig zu begehen. Die für Sonntag, 16. Oktober, vorgesehene Feierstunde läßt Sonntag, 16. Oktober, vorgclehene Feierstunde wyt die Teilnahme der Dehörden und Organisationen erwarten. In dieser Feierstunde wird die Ucber* reichung eines geschichtlichen Dokuments seitens der Edeka-Kaufmannschast erfolgen. Es wird Aufhandels sowie seinen Dienst am Volke. Ueber diese Veranstaltung hinaus wird die Gdeka-Kauf> Augen führen. Altertumsfund in Alsfeld hat dazu geführt, daß an der Stadtmauer eine Stadt im Iahre 1646 beschossen wurde und bann einen mehrtägigen Ansturm der Feinde abzuwehren hatte. Der AltertumSfund wurde dem Alsfelder Museum überwiesen. Wettervoraussage. Der hohe Druck, der sich von dem Rordmeer in südöstlicher Richtung über Deutschland erstreckt. bestimmt weiterhin die Wetterlage. Im Vereich feiner obsinkenden Luft bleibt es heiter und leichter Frühnebel, sonst meist heiter und trocken. tagsüber weitere Erwärmung, nachts noch kühl. gsuder weitere Erwarmung, nacyts nocy ruyr. Aussichten für Samstag: Fortdauer : morgens inimum 9,5 12,8 Grad. Maximum 19,8 Grad, Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 24. August: abends 23 Grad; am 25. August: mor> gens 18,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11K Stunden. prcchstunven der Redaktion. Gewlnnauszug Nachdruck verboten Ohne Gewähr Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden gleicher Nummer tu Abteilungen I und II 23. August 1932 13. Zlehungstag In der heutigen Dormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 1466 6410 23838 4311t 181441 167125 176641 5281 11593 12707 16254 208569 64065 65393 76007 86934 89735 106777 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 ®«totun« m 1OOOO M. 190746 266437 71157 71300 73510 86883 96030 2 Prämien zu Gewinnrabe verblieben: Im fe 600000, 100 Schlußprämien zu Je 8000, 2 Ge- roinne zu je 200««, 2 zu je 100000, 4 zu je 7500h 4 zu fe 500)0, 18 zu je 25000, 112 zu Je 10,00, 248 zu je 5000. 542 zu je 3000. 1554 zu Je 2000, 3160 zu je 1000, 5262 zu Je 500, 15952 zu je 400 M. Haarglanz“ adstringiert das Haar, mit dem hodiwertigen, kosmetisch wlrk- 107319 183399 228246 265228 312546 397020 328090 285726 121308 132870 200442 248188 311619 369830 133730 161890 187253 252122 351100 154 »etoinnt >u 500 OT. 544 9 6117 1 5068 1 5794 16289 23360 26161 28244 40358 42831 47998 48346 49209 54694 84682 85396 86109 89447 91440 92254 96042 138830 162372 183728 212748 228682 286965 320851 334811 387819 118111 144780 192343 210404 247774 267388 277608 307527 330720 355774 389293 140343 202205 279266 321333 379665 48437 304130 100749 393876 213866 287593 327036 383161 219583 290890 331793 104309 176991 219956 263237 308276 394639 123890 185663 230853 269679 351981 125300 152822 195094 217021 250980 271923 281774 309251 333484 356017 391505 48856 188509 230421 310187 368404 117230 140501 191585 207278 243176 262034 277593 306179 329597 316298 377163 107783 140355 167496 201855 214025 231168 292501 321091 341851 393791 133892 167493 191083 265094 370751 112554 149863 178950 211058 221389 267345 311897 323628 361866 203049 226120 252683 272531 287349 313031 336686 361186 391929 127535 137296 161298 179751 149273 199176 247304 293979 377990 204854 228161 253276 276361 288657 314141 338803 367668 394819 115253 151851 179625 211993 225280 271702 312415 326531 364231 101702 175482 203665 256168 294911 381959 229532 295591 333377 229369 295757 132626 157275 183708 212262 226069 285158 314910 328018 376800 108775 14S-;3G 173358 210012 218123 249427 297611 321587 343817 399783 113778 139657 186104 205892 242028 254315 276758 302733 319920 341547 370168 124840 187502 238747 276741 377102 21014 22624 36221 52814 148373 151099 153918 233706 259930 289396 370999 385092 4177 20710 25927 32771 2 CPetotnne n 25000 M. 124632 2 »etolnne au 10000 HL 59031 168 »ftDinnt IU 500 HL 17584 24591 30750 32078 35021 40890 42866 46105 46854 47615 54763 55624 111682 114292 113075 283687 14781 118665 117446 161631 278000 279856 291948 395104 14 Ottoinne rd 5000 HL 209959 243545 291258 14 »etoinne Ru 3000 M. 132357 264188 371556 64 ®«trinn» ru 2000 HL 6 Wetn nne ru 5000 Hl. 12 ®ttD tung und die Rotwendigkeit des ehrbaren Kleine eiserne Geschüykugel freigespült wurde, die 15 Zentimeter Durchmesser hat und nahezu 30 Pfund schwer ist. Die Kugel stammt aus dem 30jährigen Krieg, bei dem die der Wetterlage. Lufttemperaturen am 24. 2luguft: mittags 19 Grad Celsius, abends 14 Grad; am 25 August: morgens 12,8 Grad. Maximum 19,8 Grad, Minimum 9,5 WSR. AlSfeld, 24. Aug. Das heftioe Unwetter am Sonntag, bei dem lange Zeit ein wolkenbruchartiger Regen niederging. •• Eine schwarzledcrne (Selöbörfe, die vermutlich aus einem Diebstahl herrührt, ist bei der Kriminalabteilung sichergestellt. Der Eigentümer wolle auf Zimmer 24 der Kriminalabteilung vorsprechen. •• 25 Iahre .Edeka". Der Edeka-Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften blickt in diesem Iähre auf sein 25jähriges Bestehen zurück. Die ihm angeschlossenen 430 Genossenschas- ten mit ihren 30 000 Mitgliedern rüsten sich, um straff und elastisch wird. „Haarglanz" erhalten Sie mit jedem weißen Beutel Schwarzkopf-Schaum- pon, dem milden Haarpflegemittel und auch 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen 76 ®«toinne |B 1000 Hl. ___ . ---------- — . 16811 24857 41699 52940 70446 85276 126433 ------ ------ 141453 152084 155TO4 161321 176014 179869 181018 186W0 193117 206284 Sie Berwalümgsresonn in Seffen-Aaffau des erhöhten 5919 D Dünsbergverein. ab Bahnhof. Oberzollinspektor Heb und Familie. | Mietgesuche"! [Stellenangebote] 04911 O-Zimin.-Wohnung S'Ä (abgeschlossen), von V/U/Illlvlf jungen älter. Dame gesucht. Ihren Zwecken entspricht. £016 0 In jedes Haus ein Radio! Lichtspielhaus • Gießen Auszugs-Mehl jetzt Pfd. 0,24 Weizen-Mehl, fein... .jetzt Pfd. 0,22 6012 C 0.22 Mineralwasser — Himbeer-Sirup 0.55 5% Rückvergütung! 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Für die sieben anHeute letzter Tag: Der ungeheure Afrika-Tonfilm Trader Horn GEG-MALZKAFFEE Pak« 1 uu ^Pfund-Paket. G EG - KO R N KAFFEE ^Pfund Paket LU “VIlHItHI I LL i/iPfund,Paket Malzkaffee, lose....................... Gerstenkaffee, lose................... Aus eigener Kaffee-Rösterei: Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust, der uns betroffen, danken wir innigst Ganz besonderen Dank sprechen wir dem Herrn Pfarrer Reu sch für seine trostreichen Worte und dem Gesang' verein »Liederkranz« für seinen erhebenden Gesang am Grabe aus. ergeben gesundheitlich hervorragende volksgetränke mit vorzüglichem Geschmack und Hroma. / Zür die Güte bürgt ihre Herkunft aus der GEG-MALZKAFFEEFABRIK .......0.22 .......0.42 Pfund 0.28 Pfund 0.20 S & F-Sparmarken auf alle Waren I 6014 a ist die billigst«! Wir beraten Sie. Wir entwarfen. Wir drucken gut Brühl’sche Druckerei, Gießen,.Schulstr. 7, Anruf 2251 Sonntag, den 28. Anglist. 15 Uhr Einweihung Radio-Schwan ist die Radio-Zentrale! für sämtliche Markengeräte. — bilden bie sich Ihr Urteil selber und lassen Sie sich fachmännisch beratenI Dann erhalten Sie das Radio-Gerät, das Dienstag u. Freitag ab 5 Uhr: ZnieH* Konrad Wifen er Bäckerei,Sieinstr.35 Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden meist mehr ale sie nützen können. Deshalb sparen Sie bei Ausgabe der besten Drucksache ; sie Stets frisch gerösteter KAFFEE feinste Mischung in verschiedenen Preislagen niste dem Drllkreise zugeteilt worden. Der äußerste Norden, das Einzugsgebiet der Eder, wurde dem Kreise Frankenberg zugewiesen. Auch das ist an sich naturgemäß. Wenn trotzdem aus der Bevölkerung Widerspruch erhoben wird, so ist das aus geschichtlichen, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen verständlich. Das Gebiet neigt geschichtlich zu % Pfund 0.80 0.75 0.70 0.60 In allen Verteilungsstellen des Konsumverein Wenige Monate nach dem Tode unserer unvergeßlichen Mutter ist am 23. August unerwartet unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Otto Heßler Gerichtsvollzieher i. R. kurz vor Vollendung des 64. Lebensjahres infolge Herzschlages von uns gegangen. Im Namen der tieftrauemd Hinterbliebenen: Dr. Otto Heßler Maria Brück, geb. Heßler. Gießen (Bahnhofstr. 29II), Darmstadt, den 24. August 1932. Die Einäscherung erfolgt Freitag, den 26. August, nachmittags %3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. — Wir bitten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. Gießen u. Umgegend erhältlich. — Warenabgabe erfolgt nur an Mitglieder der die Hufbeschlag- vrüfg. gemacht hat. SchrlftLAngeb. unt. 04912 an d. Gieß.A. ( Verkäufe | Einfamilienhaus Neubau, Nähe Gießens (Bahnstation), steuerfr., beziebb.,f. 8000 Mark bei 2000 bisZOOOMk.Anzahl. z.verk. Näh.ö. Laor, -Ostanlage 43 I. Zirka 200 Zentner Gtrohmist zu verk. oder gegen Stroh und Hafer zu tauschen.Abel.Weh- steinstraße 19. M90e Seit langen Jahren bereits wird, besonders aus den Kreisen der Wirtschaft und der Verwaltung, eine Neugliederung des Deutschen Reiches gefordert. Diese Forderung entspricht den unabweisbaren Bedürfnissen des wirtschaftlichen Lebens, das die bestehenden Länder-, Provinz- und Kreisgrenzen sehr oft als eine schwere Hemmung und ein nicht mehr zeitgemäßes Hindernis empfand und mit Recht empfinden mußte. Daß durch solche Hemmungen und Hindernisse im wirtschaftlichen Leben Verteuerungen eintreten mußten, liegt auf der Hand. Vor dem Kriege, als Deutschland noch ein reiches Land war, konnte dies zur Not ertragen werden. Der Weltkrieg ließ Deutschland verarmen. Es ist daher nicht überraschend, daß die Stimmen, die eine Verwaltungsreform, eine Neugliederung fordern, nach dem Kriege immer lauter erschollen. Und heute ist die Erkenntnis der unbedingten Notwendigkeit einer durchgreifenden Neuordnung in alle Volkskreise eingedrungen. Die neue preußische Regierung hat sich in erster Linie aus Ersparnisgründen dieser Notwendigkeit nicht verschlossen und eine Verwal ° tungsreform angebahnt. Sie mußte sich naturgemäß auf das preußische Staatsgebiet beschränken, lieber eine Zusammenlegung preußischer Kreise ist sie aber nicht hinausgekommen. Eine solche Reform kann nicht genügen; sie muß in einen größeren Rahmen eingesponnt werden. Es muß über die jetzigen Landesgrenzen hinausgegrif- fen werden. Wo es das Wirschaftsleben und die Sparsamkeit erfordern, müssen die Ländergrenzen als überlebt fallen. Neue Reichsländer, die geographisch, stammesgeschichtlich, kulturell und wirtschaftlich in sich geschlossene Einheiten darstellen, sind zu schaffen. Eine solche Reform muß von den von der Natur gegebenen Tatsachen ausgehen. Solche Tatsachen sind die Lage, der Bodenaufbau und der durch ihn bedingte Verlauf der fließenden Gewässer. Dos Vorkommen der Bodenschätze, die Entwicklung des Großgewerbes und der Landwirtschaft, der Ausbau der Verkehrswege, die Lage der Hauptknotenpunkte des Verkehrsnetzes müssen ebenfalls als naturgegebene Tatsachen Berücksichtigung finden. Auch stammesge- schichtliche und damit zusammenhängend kulturlichc Gegebenheiten dürfen nicht unberücksichtigt bleiben. Eine von solchen Forderungen aus bestimmte Neugliederung ist naturgemäß oder organisch. Sie steht noch aus. Aber sie muß und wird kommen. Betrachten wir nun von solchen Gesichtspunkten aus die Neuordnung in Hessen-Nassau, soweit sie uns näher berührt. Sie betrifft die Kreise Ab morgen bis Sonntag: Der große sensationelle Kriminal- und Detektiv-Tonfilm | Mitternachtsliebe ■ Hauptrollen: Adalbert v. Schlettow, Daniele SH Parole, Alfred Loretto. I Berliner Btirsen-Courier schreibt: I Das Publikum äußerte lebhafte Anerkennung für AD I die künstlerischen Werte des Films . . Der Film SH I setzt in heftigem Tempo ein, mit einer faszinieren- DW den Bild- und Tondynamik . . . besonders starker M HH Eindruck ... man ist gefangengenommen von einer I | starken inneren Spannung ... Augusto Genina in- I I zeniert auch diesnoch mit einersolchenLebensfülle. I I Außerdem die neueste Ufa-Tonwoche H D und erstklassiges Beiprogramm. I | Kauf g esu ehe"] WMMk gebraucht, zu kaufen ges. Schr. Angeb. u. 04913 an den G. A. | Empfehlungen | Freibank Samstag von 8 Uhr ab eoiiD Mschverkauf IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU Usingen, Wetzlar, Dillenburg (Dillkreis), Biedenkopf, Frankenberg, Marburg und Kirchhain. Als eine besondere Erscheinung in diesem Gebiete muß die Zugehörigkeit des Kreises Wetzlar zu der räumlich weit abgelegenen Rhcinprovinz erwähnt werden. Sie ist in der geschichtlichen Entwicklung Preußens begründet. Von Natur aus hat der Kreis Wetzlar mit der Rheinprovinz nichts zu tun. Seine nun erfolgte Eingliederung in den Regierungsbezirk Wiesbaden entspricht der geographischen Lage des Kreises durchaus. Sie ist organisch. Die Zusammenlegung der Kreise Marburg und K i r ch h a in kann ebenfalls als naturgemäß bezeichnet werden. Sie berührt Gießen in keiner Weife. Der Kreis Usingen wird aufgehoben und mit Homburg v. d. Höhe vereinigt. Nur die in dem seitherigen Kreise Usingen liegenden Taunusdörfer Espa, Kleeberg und Weiperfelden werden vom Kreise Usingen weggenommen und dem Kreise Weglar zugeteilt. Dasselbe Schicksal hat Brandoberndorf im Solmsbachtale. Das Solmsbachtal ist ein aus dem Taunus kommendes Seitental der Lahn. Die durch das Solmsbachtal laufende Eisenbahn führt nach Wetzlar. Dementsprechend neigt das Solmsbachtal wirtschaftlich nach Wetzlar. Die Angliederung Brandoberndorfs an den Kreis Wetzlar erscheint daher als naturgemäß. Die genannten Taunusdörfer hätten ebensogut, vielleicht noch besser, dem Kreise Friedberg zugewiesen werden können. Aber Friedberg ist hessisch. Der Kreis Biedenkopf wird aufgehoben und den Kreisen Wetzlar, Dillenburg und Franken- berg angegliedert. Ein Blick auf die beigegebene Uebersichtskarte zeigt, daß der Kreis Bindenkopf ein in jeder Beziehung unglückliches Gebilde ist. Mit einer außerordentlich großen Nordsüderstreckung reicht er vom Sauerland (Bromskirchen) bis an die Lahn bei Waldgirmes und Naunheim und über die Dill bei Hermannstein. Seine Ausdehnung von Westen noch Osten dagegen ist gering. Seine Gestalt ist also recht unglücklich. Eine Bahnlinie, die den Süden mit dem Norden des Kreises verbinden könnte, fehlt. Daraus ergeben sich die großen Schwierigkeiten für die Erreichung der Kreishauptstadt und für die Verwaltung. Landschaftlich ist der Kreis durchaus keine Einheit. Der äußerste Süden gehört zum Gießener Becken. Der Norden liegt im Einzugsgebiete der Eder und damit der Weser. Die Neuordnung mußte einen solchen' Kreis verschwinden lassen. Der Kern des/Kreises ist in völlig richtiger Erkenntnis der natürlichen Verhäll- deren Dörfer dieses Zipfels ist die neue Ordnung dagegen keineswegs naturgemäß. Da hierdurch wirtschaftliche Belange Gießens stark berührt werden, ist ein» genauere Darlegung wünschenswert. Der die sieben Dörfer Rodheim a. d. Bieber, Fellingshausen, Ärumbad), Frankenbach, Wilsbach, Königsberg und Bieber einschließende Teil des Zipfels möge kurz als das Biebertal bezeichnet werden, auch wenn die drei Dörfer Krumbach, Wilsbach und Frankenbach ihm streng genommen nicht angehören. Das Biebertal ist ein Seitental der Lahn. Es verbindet seine Dörfer also mit dem Lahntal, oder mit Gießen, dem nahen bedeutenden Eisenbahnknoten- und Wirtschaftsmittelpunkte. Von Wetzlar ist das Biebertal durch einen vom Königsstuhl bis in die Nähe Kinzenbachs verlaufenden Höhenzug scharf abgetrennt. Die das Biebertal erschließende Biebertalbahn mündet in Gießen. Auch geschichtlich ist das Biebertal eng mit Gießen verbunden. All diese unbestreitbaren Tatsachen erfordern die Zu- Weisung des Biebertales zu demKreise Gießen. Ohne Landzusammenhang mit dem übrigen Kreise Wetzlar waren die altpreußischen Dörfer Vetzberg, Gleiberg, Krofdorf, Launsbach, Wißmar, Odenhau- sen und Salzböden. Auch sie gehören ihrer Sage und ihren wirtschaftlichen Beziehungen entsprechend unbedingt zu Gießen. Diese Ausführungen zeigen, daß die preußische Derwaltungsreform einen Fortschritt bedeutet. Trotzdem wird sie den natürlichen Verhältnissen durchaus nicht immer gerecht. Das vermag nur eine Neugliederung des gesamten Reichsgebietes. Sie muß daher das Ziel bleiben. Hn. Schwindel mit Insektenpulver. WSB. Frankfurt a. M., 24. 2lug. Seit etwa vier Monaten reist der etwa 24jährige Paul Schüller mit feiner 19jährigen Geliebten durch Süddeutschland und verkauft in den einzelnen Städten ein von ihm selbst hergestell- t e s Pulver zur älngeziefervertilgung. Wie er bei seiner Vernehmung zugegeben hat, ist dieses Pulver höchstens fünf bis sieben Pfennige wert, während er es für 95 Pfennig an den Mann bringt. Seinen Käufern hat er erzählt, daß es sich um ein Fliegen vertilgungsmittel handelt, das aber auch gegen Hühnerläufe angewandt werden kann. Ferner soll es Käfer und Motten töten und Fliegen und Bienen verscheuchen. Sch. wurde festgenommen, seine Begleiterin kam in Schuhhaft. Das junge Mädchen soll sich an den Verkäufen nicht beteiligt haben. Verantwortlich für Politik: I. V.: Emst Blumschein. Älttio- ©eleQenheitslöDfe! 4-PS.-0pe! - Zweisitz, wenig gefahren, tadelloser Wagen. Opel, Gießen Frankfurter Str. 52 Tel. 2847 . 5700A Wegen Wot! abFabrik feine Maß- anzugstoffe, grange- streift Pf effer u.Salz hlauWollkammgarn v. Mir. 6.80 u. 7.80. Erga, Gera 167.""" Ein Bett (Eiche) mit Matratze, Dezimalwaage mit Gewicht, billig abzug. 04910 Hofmamrstr. 8 v. Hobelbank spottbillig zu verk. Alicenstraste 29 oots (Hinterbau). Falläpfel verkauft 5855D Wißmarer Weg.33, Fernsprecher 3659. Prar. ^itjaLe-n, BliZzkX 6009 esnj«8s ’ ".I>h b rührt iVy« i e"s»ert ben- 'lt ei». KKst Wi ÖQhnlM K5 Otr' Zrr-Kr ^sÄSt K'^ZS ' Tießen n,V°^ch""i L-LZ MLr^ -äs? l'Stt* 1 * **!- ^lektenpulver. t^d4 ?9' Scif etwa iinhiM «^rigc Paul ‘ Itlblt hergeßett. ezlelervertilgung. Die er Lieben hat, ist dieser »s sieben Pfennige wert, Stemig an den Monn erzählt, daß es sich zsmittel handelt, das aber angewandt werden kann. 0 Motten töten und Flie.' «uchen. Lch. wurde sest. -iterin kam in Lchuhhalt 'II sich an den Verkäufen ben. >k: 3.33.: Ernst Äumschein.^ m 28. Angunt, 15 Ihr Einweihung es erhöhten 5919D lerg-'Turms unserer Heimat sind hen- ien. Kraftpost-Verbindun.- ingshausen 1335 und 143) Dünsbcrgvereln. sfe Drucksache i gtanzelge kenn Ihre Werbet zen. Geringwertige Drucktec^* 'X reis eie nützen können. Delhi» 13be der beeten Drucksache; i'• Ist die dllttg^ Ar entwerten. Wir drucken e* tiliC 8 Ubr 6M1D lauf §. Sieben Schied«*''"- red Wrel«' les5$e'&“st«*e; eeiPr°^ im _____ US Sonn'»=: änsa,!°ln.-e Tonfilm ladio-Schwan Radio-Zentrale! ür sämtliche Marken- jeräTe. - öi’den Sie sieb In: jrteil selber und lassen S,t ,ich fachmännisch beraten, nSiedasRadj-0-Gerät.da.i, ;n entspricht '016 HauseinRadio Dienstag u. vreitag ab 5 Ubr: 1666 KonradWiboer BäckereiMenKL hOsM -M 8 SM. ans ßinfrieoißMfl.wS> - Jul.WeHh0^ Telephons ehe] Itfllf kauten lgeb.u- t@JL ÜR Ur. 3)9 Zweites Blatt Wer soll regieren? 23on Or. h. ( MeeSmann*. Die Frage, wer im Reich künftig regieren soll, möge im nachstehenden einmal lediglich vorn Standpunkt der einfachen Tatsachen, nicht vorn Standpunkt irgendeiner Partei aus beantwortet werden. Die legten Reichstagswahlen haben nach keiner Richtung ein# regierungsfähige Mehrheit gebracht. Der Herr Reichspräsident hat deshalb vorläufig dem von ihm berufenen überparteilichen Kabinett die Vollmacht belassen, die Regierungsgeschäfte zu führen. Zwar sind Versuche gemacht worden, die größte Partei, die Nationalsozialisten, an der Regierung zu beteiligen, diese Versuche des Herrn Reichspräsidenten und des Herrn Reichskanzlers sind jedoch an der Erklärung Hitlers gescheitert, daß er in das Kabinett nur eintreten könne, wenn ihm die Führung der gesamten Regierung übertragen würde. Daß der fr-'rj; Reichspräsident auf diese Bedingung nicht ein- , .g. haben ihm die Nationalsozialisten sehr übel genommen. Ist das berechtigt? Die Nationalsozialisten pochen darauf, daß sie mit 220 Mandaten die stärkste Partei des Reichstags seien und daher einen Anspruch auf die Führung der Regierungsgeschäfte hätten. Das ist zweifellos ein Irrtum. Die Zahl der Mandate beträgt von der Gesamtzahl erst 37 v. H. also kaum mehr als ein Drittel. Hätten sie mehr als die Hälfte der Mandate erhalten, so ließe sich der Anspruch wenigstens nach dem Sinn der Verfassung rechtfertigen. Mit einem solchen Ergebnis hatte die Parteileitung auch wohl gerechnet. Auch ihr Verhalten gegen andere Parteien, wie die Deutfchnationalen, die auf demselben nationalen Boden wie sie stehen, zeigte dies, denn diese wurden mit einer geradezu verletzenden Mißachtung behandelt. Man könnte es begreifen, wenn eine Partei, die für sich in Anspruch nimmt, eine ganz besondere staatspolitische Richtung oder Bewegung zu vertre- ton, es mit diesem ihrem Charakter nicht vereinigen kann, eine andere Partei als grundsätzlich gleichberechtigt anzusehen und zu behandeln. Ader in solchem Falle bleibt ihr nichts anderes übrig, als so lange zu kämpfen, bis sie die zahlenmäßige Mehrheit im Parlament besitzt. Es erscheint nicht logisch, wenn eine Partei, die von der Vorstellung ausgeht, daß das deutsche Volk in seiner weit überwiegenden Mehrheit hinter ihr stehe, die aber dann bei einem mit einem Riefenaufwand von Propaganda durchgeführten Wahlfeldzug nur 37 v. H. der Mandate erhält, dennoch beansprucht, die Führung der Regierungsgeschäfte übertragen zu bekommen. Es gäbe allerdings noch eine andere Rechtfertigung für diesen Anspruch, dann nämlich, wenn die Partei nachträglich sich zu der Auffassung bekennen würde, daß eine Koalitionsregierung unter den gegebenen Verhältnissen geboten sei und sich zugleich in der Lage fühlte, eine solche Koalitionsregierung herzustellen. Die einzige ernstlich hierfür in Betracht kommende Möglichkeit wäre das Zusam- mengehen mit dem Zentrum. Dann hätten wir wie- der eine ausgesprochene Parteiregierung. Wir wissen nicht, ob rein taktisch der Zusammenschluß der beiden Parteien möglich ist. Es gibt ja, namentlich beim Zentrum, sehr weitgehende taktische Möglichkeiten, wie das seine Haltung während der verflösse- nen 13 Jahre gezeigt hat. Vielleicht lassen sich auch bic* anscheinend unversöhnlichen Gegensätze zwischen Zentrum und Nationalsozialisten durch taktische Erwägungen überbrücken. Aber was würde das deutsche Volk dazu sagen? Es ist im allgemeinen schwer, beim deutschen Volk von einer politischen Meinung zu sprechen. Aber in dem einen Punkt sind sich doch mindestens 75 v. H. der deutschen Wähler und Wählerinnen heute einig, daß man die Parteiwirllchaft als Regierungsmaxime gründlich satt hat, selbst in weiten Kreisen solcher Parteien, die sich als die Hüter des demokratischen Gedankens ausgeben. Der Parlamentarismus als Regierungsmaschinerie hat gründlich versagt. Schon ♦ Wunschgemäß geben wir dem Herrn Verfasser Gelegenheit, in unseren Spalten seine Ansicht zur gegenwärtigen innerpolitischen Lage darzulegen. ' D. Red. Wie MWniS Rotor arbeitet. Ein Hiefenprogramm rationalisierter Tagesarbeit. Muffolini hat bei der Neuordnung seines Re- gierungsapparates, dem fünf feiner Minister zum Opfer fielen, zu seinen vielen Pflichten noch zweiMinisterposten übernommen und man fragt sich, wie er cs möglich macht, alle diese Lasten auf seinen Schultern zu tragen. Er hat selbst einmal die Antwort darauf gegeben, als er bet einer Versammlung des Großen Faschistenrates sagte: »Ich habe meinen Motor nach meinem Programm eingestellt: ich habe meine Togesa^ett rationalisiert: ich habe alle Zerstreuung undVer- geudung meiner Zeit und Kraft auf ein Mindestmaß herabgesetzt und ich habe dieses Höchstmaß der Leistung durch ein Prinzip erzielt, das ich allen Italienern ernpfehle: die Arbeit jedes^ages muh genau durchdacht und dann ebenso methodtsch wie regelmäßig während dieses Tages durchgeführt werden Nichts darf zurückbleiben. Alle gewöhnliche Arbeit muß mit fast mechanischer Genauigkeit erledigt sein, und es muß noch Zett bleiben für ungewöhnliche Aufgaben Meine-^Tätigkeit erscheint mir leicht, zum großen Tetl deswegen, weil sie abwechslungsreich tst. Ich kann alles leisten, weil der Wille vom Glauben getragen wird und weil mein Geist gern meinem Willen gehorcht." Liest man in der Zeitung täglich von dem Nie- senprogramm, das der Duce durchgeführt hat, so schwindelt einem fast der Kopf von den vielen amtlichen Handlungen und Empfängen, neben denen noch ein Morgenritt, eine Fechtpartie, ein Bad am Strande von Ostia, eine Stunde englischen Unterrichts, die Mitwirkung bei einem Geigen-Quartett, die Besprechung über ein Drama mit Signor Forzano, die Dor ührung eines Films oder ähnliches erscheinen können. Man muß sich den regelmäßigen Gang seines Tagewerks klar machen, um diese höchste Oekonomie in der Ausnützung seiner Zeit zu verstehen. Mussolini steht um 7 Ufjr auf und unternimmt einen Ritt auf dem Gelände der Villa Torlonia, wo es einen trefflichen Reitweg mit Hindernissen gibt, die er mehrfach nimmt, wenn er nicht einen weiteren Ritt nach den Borghese-Gärten ober nach der Campagna antreten kann. Der Duce liebt Pferde und hat vier Araber und zwei italienische Iagdpferde in seinen Stallen. Dieser Worgenritt gibt ihm die Elastizität, die er braucht, und er fühlt sich danach, wie er gesagt hat, .vollkommen Donnerstag, 25. August 1952 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) 9er Abschied von den Opfern der „Niobe". —_ ....................-.....— Die Einzelbestattung eines,Berliner Opfers der „Nwbe"-Katastrophe auf dem Stahnsdorfer Waldsriedhof. Reichswehrsoldaten tragen den Sarg des Offiziersanwärters Georg Gutjahr zur letzten Ruhestätte. Die Trauerfeier auf dem Kieler Garnisonfriedhof. Links das Massengrab, in dem 22 der jungen Seeleute beigefetzt wurden. r V>. *' MX?/- * t -v* ...... ■- . ....... Brüning mußte ohne das von der Verfassung vorgeschriebene Vertrauen der Mehrheit des Reichstags regieren und sich mit der Ablehnung von Miß- trauensanträgen als Surrogat behelfen. Inzwischen ist die ganze Gesetzesmaschinerie infolge der Arbeitsunfähigkeit des Reichstags auf Notverordnungen ,;umgestellt". Diese Arbeitsunfähigkeit des Reichstags ist es doch, die bei dem Herrn Reichspräsidenten gerüstet, um die schweren Aufgaben zu bewältigen, die mir jeder Tag bringt.“ Nach dem Morgenritt folgt eine kurze Hebung im Säbelfechten, eine Wcffe, die er dem Rapier oder dem Florett vorzieht. Sein Fechtlehrer, der Cavaliere Ro - d o l f i, schildert den Duce als einen .furchtbar gefäh-lichen Gegner". Nach einem lauen Bade nimmt Mussolini sein Frühstück ein, bestehend aus ein paar Früchten und einer Tasse Milchkaffee. Dann fährt er im Kraftwagen nach dem Palazzo Venezia, wo er ben Vormittag mit Kabinett-Sitzungen und Erlebigung ber wichtigsten Amtsgeschäfte »erbringt. Er hat jeben Tag Besprechungen mit bem Generalsekre- tär der faschistischen Partei, mit bem Chef bes Pressebüros, bem Polizeichef, dem Staatssekretär bes Innern und andern hohen Beamten. Er unterrichtet sich auch über die wichtigsten Äußerungen der Weltpresse. Um 13 Uhr begibt er j sich nach Hause und nimmt sein Mittagessen, das I aus Salat und Obst, aus etwas Fisch ober ge- kochtem Fleisch und aus Milch besteht Wein trinkt er niemals: er genießt auch niemals starken Kaffee und raucht nur gelegentlich eine Zigarette Sein alter Koch C e s i r a bereitet ihm die einfachsten Gerichte, bie ihm in ber schlichtesten Weise ge- reicht Werbern Am frühen Nachmittag hält er ein wenig Ruhe, unb seine Lieblingssorm ber -Erholung" besteht barin. am Steuer seines Super- Fiat nach Ostia oder Castel Porzano zu rasen um dort ein Bab zu nehmen. In den Palazzo Venezia zurückgekehrt, beginnt er gegen 16 Uhr mit seinen Sekretären bie Durcharbeitung ber K o r r e sp o n b e n z unb ihre Erledigung. Um 17.33 setzen bie Empfänge ber Gesanbten. Minister unb sonstigen Besucher ein: bie auswärtigen Angelegenheiten teerten besprochen. Durch ein Glas Milch unb etwas Mineralwasser gestärkt, arbeitet er bis 2? 33 Uhr, bann fährt er nach Hause unb nimmt sich irgenb- cin Buch mit das man ihm währenb bes Tages empfohlen hat Das Abenbeslen um 21 Uhr besteht aus Obst unb Milch. Finbet eine Versammlung bes Faschistenrates statt, bie stets um 22 Uhr beginnt bann ist ber Abenb bamit ausgefüllt: sonst Ijeft er unb spielt Geige. Dieses Instrument ist seit seiner Iugenb sein unzertrennlicher Begleiter unb er hat sich auch während seines Va- gabunbenlcbenä in ber Schweizer Verbannung nie von ihm getrennt Ar , Das größte Opfer, daß Mussolini feiner Ausgabe bringt, ist die Einschränkung seines Familienlebens, das ihm so sehr am Herzen liegt Seine Gattin, Donna Röchele, widmet — sicher nur nach schweren inneren Kämpfen — der Ueberjcugung zum Durchbruch verhalfen hat, daß nur mit einer überparteilichen Regierung prak- tisch zu arbeiten ist. Und nun soll das vollkommen gescheiterte parlamentarische System wieder in einer neuen Parteiregierung aufleben? Und dazu getragen von zwei Parteien, die sich lediglich der Macht zu liebe aus taktischen Erwägungen bei sonstigen größ- sich ganz ihrem Heim unb den Äinbcm unb nimmt an den Rcpräsentationspflichten ihres Gatten nicht teil. In ben zehn Iahren, in denen Mussolini an der Spitze der Regierung steht hat er niemals länger als drei Tage Ferien gemacht und diese kurze Freizeit stets mit seinen Kindern auf seinem kleinen Gut in der Romagna verbracht. Persien wird modern. Persien besitzt 500 Flugzeuge, während das uralte Ochsenfuhrwerk noch überall durchs Land zieht als Zeuge eines gemächlicheren Zeitalters. Die Straßen, bie von ber Küste nach Teheran führen, umfassen an bie 200 Kilometer unb bie Signale warnen vor nicht weniger als 200 gefährlichen Kurven. Trohbem sausen Tag unb Nacht in gefährlichstem Tempo bie mobemsten Wagen vorüber, von Eingeborenen gelenkt Die Schluchten rechts unb links von biesen halsbrecherischen Straßen sinb, wie man erzählt, gefüllt mit ben Wracks von gestranbeten Autos unb ben Leichen ber Kamele. Unb boch sträuben sich bie Automobilisten mit Hänben unb Füßen bagegen, baß eine behörbliche Prüfung ber Bremsen vor Antritt einer solchen gefährlichen Bergtour angeorbnet werben soll. Es wirkt phantastisch. so schilbert ein englischer Beobachter ben Einbruch wenn neben ben bahinrasenben Autos die Kamel-Karawanen sich bewegen wie zu Abrahams Zeiten — wenn sie nicht rechtzeitig ausweichen, sinb sie verloren. Derart vollzieht sich ber Hanbel im mobernen Persien, bas — fast viermal so ausgedehnt wie Deutschland — den Vorposten von Zentralasien bildet. Die Modernisierung nimmt von Tag zu Tag ein schnelleres Tempo an in diesem Lande, dessen Schah-Diktator ursprünglich Stallknecht gewesen sein soll. Ietzt ist bie Krone bes Darius in seiner Familie erblich. Er soll übrigens eine einbrucksvolle Erscheinung sein. Teheran, bie Hauptstabt, ist eine einzige riesige Werkftatt. Die Straßen ermangeln fast ausnahmslos ber Pflasterung. Man stößt bei jebem Schritt auf Sanb-, Stein- ober Zement- Haufen unb auf bie Gerüste von Neubauten: benn in allen Stabtteilen sinb bie alten Gebäube nicbergeriffen worben unb bie mobemften cotahl- konstruktionen wachsen empor. Alle persischen Stäbte wachsen treibhausartig, nicht in bie Breite, fonbern in bie Höhe. Sie strecken sich nicht aus nach der Wüste, bie sie umgibt, auch nicht nach den nahen Bergen, fonbern in ben Himmel. Cs gibt eine Pferbebahn, wie ein Zugeständnis an Der Kommandant der „Niobe", Slapitänleutnant Nuhfus (rechts) begibt sich zu der Trauerfeier auf dem Garnisonfriedhof in Kiel. Wieder ein Toter der ,/Riobe" geborgen Kiel, 25. Aüg. (WTB. Funkspruch.) Im Feh- mar n-Belt wurde gestern wieder ein Toter der „Niobe"-Katastrophe geborgen. Es handelt sich um den Marineoberzahlmeister Schirmann aus Kiel. ten Gegensätzen zusammenfinden könnten? Zwei Parteien, von denen die eine außerdem wiederholt erklärt hat, daß sie selbst Gegner des Parlamentarismus ist und von denen die andere überhaupt keine bestimmten staatspolitischen Grundsätze kennt, sondern auf einer konfessionellen Grundlage beruht? Wenn man so die Dinge betrachtet und lediglich das Interesse des Landes im Auge hat, das doch auf irgendeine Weife regiert werden will, dann wird man, mag man fönst einer Partei angehören, welcher man wolle, sich sagen müssen, daß bis auf weiteres die jetzige Reichsregierung, die auf kein Parteiprogramm festgelegt ist, aber doch wenigstens eine einheitliche und nationale Führung hat erkennen lassen, das gegebene für uns ist, unb es müßte Pflicht aller Fraktionen sein, denen es nicht auf Parteiherrschaft ankommt, die jetzige Regierung fo lange im Amte zu belassen, bis einmal die Wähler sich für eine bestimmte andere Regierung entschieden haben. Um aber auch dies vorweg zu nehmen: In absehbarer Zeit ist hierauf nicht zu rechnen, da die letzte Reichstagswahl eine solche Kräfteverteilung gezeigt hat, daß Aenderungen wesentlicher Art von neuen Wahlen nicht zu erwarten sind. Oer Zeppelin-Besuch an Goethes Geburtstag. WSN. Frankfurt a. M . 24. Aug. Dr. Hugo Eckener hat nunmehr bas Programm für ben Besuch bes Luftschiffes „Graf Zeppelin“ bei der großen G o e t h c - D e - bächtnisfeier am Sonntag, 2L. August, in Frankfurt a. M. mitgeteilt. Das Luftschiff wirb am Sonntag, gegen 10.30 Ubr über Frankfurt erscheinen unb zunächst einen Lorbeerkranz abwerfen, unb zwar auf bem Platz vor bem Schauspielhaus. bie gute alte Zeit, währenb bie mobernsten Autobusse burch bie Hauptstraßen sausen. Die Pferbe sinb mit kabbalistischen Zeichen tätowiert, Mähne unb Schweif mit Hennah rot gefärbt. Hennah spielt in Persien überhaupt eine große Rolle: man sieht rotgelb gefärbte Nägel unb Hanb- flächen unb rotgefärbte Bärte. Alle Perser tragen übrigens heutzutage biefclbe Kopfbebeckung: eine Art Militärmühe, bie aus vielen grellbunten Tuchstückchen zusammengenäht ist. Im mobernen Persien nimmt der englische Einfluß ftänbig ab; es ist vor allem Deutschland, bas neben Frankreich ein gutes Geschäft in Persien macht; 50 Prozent de« gesamten Hanbels aber hat neuerbings Rußland in die Hand bekommen. Eine neue russische Bank ist jüngst in Teheran gegründet worden, die überaus rührige russische Handelsvertretung zeigt eine bemerkenswerte Geschicklichkeit. Täglich wächst auch der Import von deutschen Flugzeugen, llebcrall entstehen neue Flughallen, Deren Personal ausschließlich aus deutschen und französischen Spezialisten besteht. Durch die Gebirge werden neue Straßen gebaut, Häfen werden angelegt und die Oelgewinnung auf den Bahrein- Inseln im Persischen Golf wächst ununterbrochen. Deutsche und französische Ingenieure bauen die Eisenbahn, die Benbershahpur am Persischen Golf mit Bendershah an der Bucht von Astrabad verbinden wird. Oas späte Brautpaar. Dor einem Standesamt in Hamburg erschien kürzlich ein Paar, von dem man annehmen konnte, daß es vielleicht bie Absicht habe, seine golbene Hochzeit urkunblich zu bestätigen. Er war ungefähr 70. sie nicht viel jünger. Es hanbelte sich aber wirklich um ein Brautpaar, das gekommen war. um vor dem Standesbeamten die Ehe zu schließen. Dieses Paar war 44 Iahre verlobt. Ietzt endlich, nach fast einem halben Iahrhundert. kann cs Hochzeit machen. Der Vater des Bräutigams wollte nicht, daß ber Sohn bas geliebte Mäbchen heiratete. Gegen ben harten Willen bes Vaters kam ber Sohn nicht auf, er verlegte sich auf den Trotz und sagte: die oder keine. Unb bas Mäbchen sagte: wir warten. So warteten sie Iahr um Jahr. Der alle Vater gab nicht nach, bis ber Tob ihm im 95. Lebensjahr den störrischen Willen brach. Inzwischen sind auch bie Kinber alt geworben ... aber nicht zu alt, um auf bas Glück, bas ihnen 44 Iahre lang versagt blieb, zu verzichten. ) x x M 9 J.-fpori Gtartverlosung zum Gießener Giädteachier. Der Städteachter wird in diesem Jahre vom Gießener Ruderclub „Hassia" ausgerichtet. Die Rennen finden am Sonntag, 4. September statt. Die Startverlosung von gestern abend hatte folgendes Ergebnis: Der Achter des Vereins Rudersport 1913 Gießen startet auf 1, GRG. auf 2, Ruderclub „Hassia" auf 3 und der Wetzlarer Ruderclub auf Start 4. Das Vorrennen, das für den Städteüchter notwendig ist, wird bereits am Sonntagvormittag (10 Ähr) gefahren und sieht die drei Gießener Vereine im Wettbewerb, da ja bekanntlich der Wetzlarer Ruderclub ohne weiteres am Rennen um die Entscheidung (um 17 Uhr) teilnimmt. Folgende Mannschaften sind gemeldet: Verein Rudersport: Haas, Dechert, Wellhöfer, Beck, Haller, Keller, Fröhlich, Immel, St.: Mühlich. Gießener Rudergesellschaft: Weidia, Roll, Flimm, Georgi, Köhler, Decker, Reuroth, Götz, St.: Loh. Gießener Ruderclub Hassia: Müller, Leuning, Liehr, Denzler, Hüttenberger, Dehus, Eisenbach, Weller, St.: Wolf. 3m vorigen Jahre konnte sich die Gießener Rudergesellschaft den ehrenvollen Preis sichern. Rachdern die Mannschaftsaufstellungen vorliegen kann man auch einen Ueberblick über die Chancen des diesjährigen Rennens gewinnen. Arn stärksten ist zweifellos der Achter der Gießener Rudergesellschaft, der sicherlich auch diesmal das Rennen für sich entscheiden wird. Die Wetzlarer werden sich kaum durchsetzen können und auch diesmal das kürzere Ende ziehen müssen. Ein interessanter Kampf sollte sich im Vorrennen zwischen den Mannschaften von Ruderclub „Hassia" und Verein Rudersport entwickeln. Der zweite Platz ist eine Prestige-Angelegenheit, der die beiden Vereine nicht geringe Bedeutung beilegen. Dem Rennen dürfte sicherlich ob seiner rein lokalen Bedeutung viel Interesse zugewandt sein. $. ep. V. 1926 Steinbach. Am Sonntag war der Fuhballsportverein Steinbach mit der 1. und 2. Mannschaft in Ettingshausen zu Gast. Die 2. Mannschaft traf schon zunächst auf eine körperlich sehr überlegene Mannschaft. Trotzdem entwickelte sich aber ein flottes und durchaus nicht einseitiges Spiel. Das Unentschieden von 0:0 entsprach dem Spielverlauf. Die 1. Mannschaft befand sich, was die körperliche Konstitution anbetrifft, gegenüber der 1. Mannschaft des Gastgebers, ebenfalls etwas im Hintertreffen. Steinbach war aber trotzdem dauernd tonangebend. Dabei hatte die Mannschaft dem ausgezeichneten Mittelläufer viel zu verdanken. In der 15. Minute fiel der Führungsund gleichzeitig der Siegestreffer für Steinbach. In der Folge nahm der Kampf an Tempo zu, zu weiteren Torerfolgen kam es jedoch auf keiner Seite. Rach der Pause gingen die Gastgeber sofort zu einem Generalangriff über, der aber auch nicht den gewünschten Erfolg zeitigte, da die Steinbacher Hintermannschaft auf der Hut war und blieb. Insbesondere verdankte Steinbach das knappe Resultat dem Tormann, der sehr sicher arbeitete. Die Spiele wurden sehr fair ausgetragen. Handball im Latin-Oünsbera-Gau Die Ergebnisse des ersten Spielsonntags im Lahn- Dünsberg-Gau brachten verschiedene Ueberraschun» gen. Unerwartet kam vor allem die Niederlage der Mannschaft von Atzbach im Spiel gegen Wieseck, sowie die klare Niederlage Burkhardsfeldens gegen Steinberg. In den Spielen der Bezirksklassen kamen nicht weniger überraschende Ergebnisse zustande. To. Londorf I — Lollar I 8:1 (2:0). Der Gast bereitete im ersten Spiel in der Gau- klasse eine große Enttäuschung Die Mannschaft konnte gegen den Altmeister nicht aufkommen, während dieser in allen Mannschaststeilen gut besetzt war Bereits in der ersten Minute ging Londorf in Führung und buchte bis zur Pause einen wei- teren Erfolg. Nach dem Wechsel kam Lollar am Anfang etwas aus und erzielt sein Ehrentor. Damit waren die Gäste am Ende, während der Gastgeber mit weiteren 6 Toren einen hohen Sieg sicher- stellte. Tv. Ahbach I — To. wieseck 1 2:3. Auch dieses Spiel brachte eine Ueberraschuny, da man allgemein mit einem Siege des Platzbesitzers gerechnet hatte. Trotzdem die Gäste nur 10 Mann zur Stelle hatten, gewannen sie nicht unverdient. To. Wißmar I — Tv. Kinzenbach I 13:3 (5:1). Beide Mannschaften lieferten sich ein ruhiges und faires Spiel. Die Gäste hatten in diesem Spiel schon in der ersten Hälfte klar verloren. Nach dem Wechsel blieb der Platzbesitzer weiter Überlegen und erhöhte in regelmäßigen Abständen Tv. Garbenheim 1 — Tv. Waldgirmes 1 7:2 (3:0). Der Gastgeber war während der ganzen Spielzeit tonangebend, während die Gäste im Sturm und der Läuferreihe wenig boten, war die Hintermannschaft stets auf dem Posten und trug keine Schuld an der hohen Niederlage. Tv. Launsbach I — To. Rodheim I 16:3. Der Platzbesitzer war während der ganzen Spielzeit überlegen und ließ die Gäste nicht aufkommen. Tv. Allertshausen I — To. Rordeck I 3:4 (0:1). Beide Mannschaften lieferten ein sehr zerfahrenes Spiel. Nordeck geht in der ersten Hälfte durch einen Strafwurf in Führung und erhöhte auf 2:0. Dann errang Allertshausen den ersten Gegentreffer, dem ober Nordeck zwei weitere Tore folgen ließ. Bis zum Schluß vermochte der Gastgeber den Hüter der Gäste noch zweimal zu bezwingen. To. Lollar II — logg. Ruttershausen I 4:6 (2:3). Das Spiel sah zunächst Lollar überlegen und zu zwei Erfolgen kommen. Ruttershausen vermochte aber schon einige Zeit später mit zwei Toren den Ausgleich herzustellen und durch einen weiteren Treffer die Führung zu Übernehmen. Nach dem Wechsel glich Lollar aus und mit je einem Erfolg auf beiden Seiten stand das Spiel kurz vor Schlug unentschieden, als es den Gästen gelang, durch zwei Tore den Sieg sicherzustellen. Steinbach I — Burkhardsfelden 1 12:8 (7:3). Dieses torreiche Treffen brachte eine große Ueber- raschung. Der Sieg Steinbachs ist jedoch in jeder Hinsicht verdient. B. nahm das Spiel zu leicht und mußte es erleben, daß Steinbach immer tonangebend blieb. Außerdem hatte der Gästetorhüter einen schwarzen Tag. Tv. Erda I — Tv. Ahbach II 10:3 (3:2). Erda fand sich zu Anfang des Spieles nicht zu- jammen, während Atzbach ein schönes Spiel zeigte und bald die Führung übernahm. Jedoch folgte Der Ausgleich auf dem Fuße und mit einem weiteren Tor wurde die Platzmannschaft immer besser und erzwang offenes Spiel. Mit je einem Erfolg auf beiden Seiten schloß die erste Hälfte. Nach dem Wechsel ließ Atzbach merklich nach und die an Spielerfahrung stärkeren Platzbesitzer errangen einen sicheren Sieg. Tv. Allendorf I — Tv. Staufenberg I 10:3 (5:2). Der Gaumeister errang einen jederzeit sicheren Sieg und zeigte sich in einer guten Verfassung. Bereits bis zur Pause hatte sich die Mannschaft einen Besserung des Reichsbankstatus. Berlin, 25. Aug. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. A u g u st hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 168,8 Millionen auf 3241,3 Millionen Mark verringert. Im einelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 133,6 Millionen auf 2779,9 Millionen Mark, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 20,8 Millionen auf 3,8 Millionen Mark, und die Lombardbestände um 14,4 Millionen auf 92,5 Millionen Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 133,9 Millionen Mark an die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 126,2 Millionen auf 3616,9 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 7,7 Millionen auf 392,4 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 34,7 Millionen erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 353 Millionen Mark eine Zunahme um 14,5 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigenDevisen haben sich um 12 Millionen auf 911,7 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 5 Millionen auf 768,1 Millionen Mark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 7 Millionen auf 143,6 Millionen Mark zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 23. August 25,2 v. H., gegen 24 v. H. am Ende der Vorwoche. Berlin abwartend. Berlin, 25. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Zurückhaltung, die in den heutigen Vormittagsstunden im Verkehr von Büro zu Büro zu beobachten war, übertrug sich auch auf den offiziellen Börsenbeginn. Die besseren Rachrichten aus der Wirtschaft traten der anhaltenden innerpolitischen U n si cher- h e i t gegenüber in den Hintergrund, und das Publikum übte vor dem Reichstagsbeginn in seinen Entscheidungen Zurückhaltung. Rur Spezialpapiere waren weiter gefragt und bei ziemlich engem Markte stärker befestigt. So zogen Elektrisch Licht und Kraft, Berlin-Karlsruher In- dustriewerke, Aku, Schultheis und Wasserwerke Gelsenkirchen bis zu 2 Prozent an. Auch Monte- capini lagen mit plus 1,25 Mark bemerkenswert fest. Anderseits sanden seitens der Kundschaft auch Tauschoperationen von Aktien gegen se st verzinsliche Werte statt, da die gestrige Luther-Rede durch ihre Betrachtungen über die Stabilität der Währung das Interesse mehr auf Anlagen gelenkt hat. Auch machte der Reichsbankausweis für die dritte Augustwoche einen guten Eindruck und ließ die Hoffnung auf eine baldige Diskontsenkung größer werden. Die Devisenzunahme um 12 Millionen und die Besserung der Deckung auf 25,2 Prozent nach 24 Prozent waren für die Börse eine angenehme Ueoerraschung. Montanwerte waren weiter eher angeboten, besonders Gelsenkirchen und Rhein. Braunkohlen lagen gedrückt. Auch die Mehrzahl der Elektrowerte neigte zur klaren Vorspruna von 3 Toren erkämpft, den sie im zweiten Spielabschnitt noch wesentlich erhöhte. Tv. Kesselbach I — Allendorf II 0:10 (0:3). Beide Mannschaften erschienen mit nur 8 bzw. 10 Spielern. Die Gäste waren dem Platzbesitzer dauernd überlegen und landeten einen sicheren Sieg. Arbeiter-Turn- und (Sporfbunö. Heuchelheim II — Gleiberg I 3:1. Beide Gegner lieferten sich ein flottes Spiel. Bei Halbzeit lag Heuchelheim mit 1:0 Toren in Führung. Kurz nach Seitenwechsel stellte Gleiberg den Ausgleich her. Zum Schluß blieb aber doch Heuchelheim mit obigem Resultat sicherer Sieger. Die Ju- gendmannschasten beider Vereine trennten sich mit dem Unentschieden 2:2. * Die 1. Mannschaft des Fußballsportvereins Hungen 1930 griff am Sonntag zur ersten Male in die Verbandsspiele ein. Der Gegner, die 1. Mannschaft des Fußballvereins Utphe, wurde glatt mit 8:0 Toren geschlagen. Das Freundschaftsspiel der 2. Mannschaften der beiden Vereine endete mit einem 2: 0-<Äeg für Utphe. Schwäche, Chadeaktien büßten 3 Mark ein. Die anhaltende Kupferpreisbewegung blieb auf den Otavikurs ohne Einfluß, dagegen konnten Mans- felber um 1 Prozent anziehen. 3m Verlauf« hatten Berlin-Karlsruher Industriewerke eine weitere Sonderbewegung und gewannen erneut 2 Prozent. Contigummi blieben freundlich veranlagt. Die fe st verzinslichen Werte scheinen recht uneinheitliche Tendenz zu haben. Altbesitzanleihe und Reichsschuldbuchforderungen zogen bis zu 0,5 Prozent an, dagegen neigten Industrieobligationen zur Schwäche, auch Pfandbriefe waren eher angeboten. Das Geschäft in Rusfenwerten ist bei wenig veränderten Kursen ziemlich klein geworden. Die übrigen Auslandrenten lagen völlig vernachlässigt. Auch im späteren Verlauf wurden Spezialpapiere weiter beachtet und konnten ihren erreichten Kursstand gut behaupten, während auf den übrigen .Marktgebieten meist kleine Verluste festzustellen waren. Am Geldmarkt ermäßigte sich der Satz für Tagesgeld auf 5Ve Prozent und vereinzelt auf 5 Prozent in der unteren Grenze. .Die übrigen Sähe blieben unverändert. Sronffurf wenig verändert. Frankfurt a. M., 25. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Die undurchsichtige innerpolitische Situation hemmte auch an der heutigen Börse fast jede Unternehmungslust der Kundschaft, als auch der berufsmäßigen Spekulation. Die Stimmung war nicht unfreundlich. Die erneute Aufwärtsbewegung an der gestrigen Reuyorker Börse fand zwar Beachtung, vermochte aber keine Belebung des Geschäftes herbeizuführen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren die Kursveränderungen nur minimal. Weiter fest tendierten Kunstseideaktien, von denen AKU. 1,5 Prozent und Bemberg 1 Prozent gewannen, ferner zeigte sich etwas Interesse für amerikanische Kunstseiden-Shares, die im freien Markt etwa einen halben Dollar anzogen. An den übrigen Marktgebieten waren die Veränderungen, wie schon gesagt, klein. Es eröffneten IG.-Farben 0,1 Prozent, Holzmann 1 Prozent und Daimler 0,25 Prozent höher. Rur Licht und Kraft waren mit plus 1,75 Prozent stärker gebessert. Anderseits gaben Rütgerswerke und Reichsbahnvorzugsaktien je 0,25 Prozent nach. Gelsenkirchen Bergwerk waren mit 33 Prozent unverändert. Die übrigen Marktgebiete tagen vollkommen geschäftslos. Am Rentenmarkt erhielt sich einiges Interesse für Reichsaltbesih und späte Reichsschuldbuchforderungen, die etwa je 0,5 Prozent anzogen. Reubesitz war kaum verändert. Der Auslandrentenmarkt war ohne Interesse, lediglich für russische Prioritäten flackerte vorübergehend einiges Geschäft auf. Goldpfandbriefe waren nur unwesentlich verändert, dagegen neigten Liquidationspfandbriefe überwiegend zur Schwäche. Etwas fester lagen Schuhgebietanleihen mit plus 0.1 Prozent. Reichsschuldbuchforderungen bröckelten später wieder leicht ab. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Aug. Auftrieb: 80 Rinder, 915 Kälber, 129 Schafe, 530 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 39 bis 42 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 34 Italien gibt auf, Deutschland führt. Links: Die Ankunft des deutschen Spitzenfliegers Seidemann in Rom. Seidemann, ein aktiver Spvrtflieger der Reichswehr, legte mit seinem kleinen Heinkel-Eindecker die 2460 Kilometer lange Strecke von Rom nach Paris in knapp 14 Stunden zurück und erzielte damit die weitaus beste Durchschnittsgeschwindigkeit aller Teilnehmer. — Rechts: Der Italiener S ufter stürzte mit seinem Flugzeug bei der Wendemarke Albenga (an der italienischen Mittelmeerküste) ab, wobei er selbst schwer verletzt, und fein Begleiter getötet wurde. Wirtschaft. OieC un!> der Die pachj aen über di jo lieber 1 seiner 6tel in das bet Seit einer vorzugsweise M dergerrchle Dezlrien der O! reits ihre TM nehmen. Lhr besonders schars bei doch aus f als das etwa b Fall ist. 3m 1 „Sondergericht gung, es Han Gericht, und i Rechtspreci tigterweise al Erklärlich ist Gericht schon, Reiche vor vi geeichte zu erir den Aufstände land oder im ' Geltung zu Hel Rur zu leicht k Bevölkerung di die Sondergeri Hochverräter c munislischen ( ihnen angehört im Plauener unerträglich ti greisung von gemessen an d Handlungen ist gewogenen 111 kommen, weil relativ kurzer < die Strafanftalt torium in Sütoja etwa nach diesen Urteil über Co: ihre Tätigkeit a urteilen, besser, i Schluß, dah dies greise, aber in i wirksam werden werde. Das ist m der Ankündigung diesmal jedoch ha .Die Einsetzung schluh der Reichs, he'i auherordentl Wochen hindurch durch das Land ( mitfein scheinbar Unter dem Gebot verordneten Zurgs, kagswahl flackerte omgs von meist fi ? Totschlag her ^Wtoffattentat, " Aufregung, ein E ^gebrochen A"unft der?adi 2 um den dring: y ru sichern fe TebJ KÄ Haltung Pachtung der SÄ’tfame Dü fe ^>bei die Eins Aber selbst *‘ägm™nctt ä Ar gehört Mon fd eine (?nihk Ns frieöenA D°n uw chre A^llei terung zAicht k dabei blie- «14t »S' °b- Utuna Milse ' ßrjoH 5"""' ss’irs Ä/! Hi**'’ bis 38, geringe Mtuüei oo, u) a | e : Mast- (ämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 27 bis 30, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 22 bis 26, fleischiges Schaf» vieh 17 bis 21; S ch w e i n e: oollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 47 bis 50, von etwa 160 bis 200 Pfund 47 bis 50, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 42 bis 48 Mark. — Marktverkauf: Kälber, Schafe und Schweine rege, ausoerfauft. Amtsgericht Gießen. Ein bereits vielfach vorbestrafter Handelsmann ist durch einen Strafbefehl wegen Betrugs in eine Gefängnis st rafevonzweiWochen genommen worden. Er hatte von einem Gewerbetreibenden eine Kuh gekauft. Um alsbald xum Kaufpreis zu kommen, war vereinbart worden, daß dieser ohne jeden Abzug anderen Tages auf dem Gießener Viehmarkt nach dem Weiterverkauf des Tieres an den Gewerbetreibenden ausbezahlt werden solle. Letzterer stellte diese Bedingung, weil er den Handelsmann als wenig kreditwürdig kannte. Obwohl nun anderen Tages die Kuh unter günstigen Bedingung an einen zweiten Handelsmann abgesetzt und sofort in bar bezahlt wurde, spiegelte der ursprüngliche Käufer dem ersten Eigentümer vor, es seien von dem Kaufpreis fünfzig Mark „einbehalten" worden. Der Handelsmann stellte an seinen Abnehmer das Ansinnen, er solle dem Gewerbetreibenden solches auch sagen; auch solle das Finanzamt nicht erfahren, wer der erste Käufer der Kuh sei. Der Verkäufer der Kuh wurde so zunächst um den Betrag von fünfzig Mark geschädigt. Mit seinem gegen den Strafbefehl eingelegten Einspruch hatte der Handelsmann wenig Erfolg. Im Hinblick auf seine Vorstrafen, feine niedrige Gesinnung, die sich in den mehrfachen anderen Täuschungsversuchen offenbarte und die Frivolität des Einspruchs erhielt er statt der ursprünglichen Strafe eine solche von vier Wochen. In der Woche vom 13. bis 20. Juni d. I. hatte ein Mühlenbesiher einen Mühlgraben reinigen lassen. Durch abgerissene Wassergewächse war die Lahn erheblich verunreinigt, der Betrieb in den Badeanstalten gestört und Anlagen des Elektrizitätswerkes gefährdet worden. Rachdern der Besitzer den von ihm gegen einen ihm zugegangenen Strafbefehl erhobenen Einspruch in der Sitzung zurückgenommen hatte, wodurch es bei der erkannten Geldstrafe fein Bewenden behält, wurde das Verfahren eingestellt. Er hat aber die Kosten des Einspruchs zu tragen. Motorraddiebstahl. * Mainzlar, 24. Aug. In der Rächt zum Montag gelang es einem Einbrecher, aus einem verschlossenen Schuppen ein Motorrad, Marke „Triumph", Fabr knumrner 4)472, Erkennungsnummer VÖ 9426 (steuer- und führerscheinfrei) zu entwenden. Der Dieb scheint mit großer Vorsicht zu Werke gef/e/ zu sein, denn zwei Fahrräder, die im Hof^' .den und nicht abgeschlossen waren, wurden au. Montagmorgen zusammengeschlossen vvrgefunden. Jedenfalls wollte der Dieb dadurch verhindern, daß er, falls der Diebstahl bemerkt wurde, auf diesen Fahrrädern verfolgt werden konnte. Die Spur - des Einbrechers, die anfangs durch Felder war in der Richtung nach Staufenberg zu ver- 6° folgen. Die polizeilichen Ermittlungen wurden sofort ausgenommen. Eewtnnanszug Ohne Gewähr Nachdruck verboten 14. Ziehungstag 24. August 1932 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 Gewinne ju 1OOOO W. 245751 381225 187905 230579 1397 5820 7260 24702 84129 86348 88402 128245 143860 1088 7140 10429 31419 50984 54708 59040 62291 67646 83107 83671 94369 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 45513 152342 8954 14888 39221 60396 62583 63645 72115 73838 87572 93606 169978 262215 296526 310810 71037 73461 85701 87138 107010 108948 Im Gewinnrade verblieben: je 500000, 100 Schlußprämien zu 221086 275859 363785 18506 20925 36679 38275 60575 70056 79430 97483 269842 102879 22309 284405 34356 336001 107147 153381 262884 296034 342060 385638 114377 150559 168429 250069 281281 322828 350739 374088 196885 67801 102480 128533 145709 171909 198024 223898 250721 278657 324972 352460 386296 103224 172153 206459 254852 323147 349968 381863 151316 262472 359544 398254 113856 153441 267724 296519 346092 394136 103425 130083 149347 185387 204391 239501 262207 289114 325061 355052 392100 116964 184219 211060 257764 325219 353869 385687 156646 267031 362917 399044 116050 153007 184592 251838 286019 323725 361955 375847 114537 202150 263221 304318 350136 399835 116336 136754 149488 188107 209396 243623 262905 302284 333523 372203 397986 122285 186885 212840 273629 342413 357135 386851 117465 156789 201902 253802 290245 326575 366823 381440 125330 213074 273723 321071 357351 117490 139586 154457 188866 218760 246006 272577 305677 339842 376175 133008 188079 226171 314631 342797 364021 387337 231607 238744 283938 305679 363811 376578 373019 93966 123271 159806 213806 257063 303533 326721 140216 223176 279116 332148 370695 163198 188584 233939 315186 346423 371466 391360 150129 242653 281456 337660 376254 128096 141864 171046 194616 221362 249273 276862 317181 346895 381399 369142 127347 232961 101343 166100 205694 240481 315611 346429 372301 394184 12233 146232 256809 355078 379456 21012 204188 124319 139808 161879 192119 221292 247977 273253 316750 345877 379167 166 Gewinn« zu 500 -m. 7861 12096 13925 21497 25372 34210 39590 40860 42984 47448 49948 50403 111489 146199 167878 236072 278626 314723 345906 373297 2 Gewinne zu 25000 M. 161791 4 Gewinn« zu 10000 M. 166308 368173 372621 384026 132 Gewinn« zu 500 M. 8835 12832 42343 44358 46396 46578 46922 51368 52964 61875 63017 70625 110589 139816 163179 233553 275764 313287 337290 5. Klaffe 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie. 2 Prämien zu je 8000, 2 ©e- 6 Gewinne zu 5000 M. 24 Gewinn« zu 3000 M. 155165 173327 176603 250427 296143 382114 62 Gewinne jn 2000 M. 10 lyem "im >u 6000 M. 243685 332663 22 Gewinne,u 3000 M. 122798 178413 185384 368642 377494 38 Gewinne au 2000 M. 106 Gewinne zu 1000 M. ____ . . 49809 62817 72004 77331 78356 95934 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 183390 225706 262147 369812 378003 90 Gewinn, au 1000 M. 43446 47433 49950 50010 roinne zu je 200(100, 2 zu je 100000, 4 zu je 76000, 4 zu je 50000, 16 zu je 25000, 104 zu je 10000, 232 zu je 5000, 496 zu je 3000, 1454 zu je 2000, 2964 zu je 1000, 4964 zu je 500, 14968 zu je 400 M.