nHtete auch ''ch°n einmal 2f batte und 7 eine halbe kommen. An- Men Dor. ucht. das sie gelassenen zu toetben, sie « <Ä die Wn arf 'M Dvri Fr5 M4S» Ur. 172 Krübaussave 182. Jahrgang Montag, 25. Juli 1932 Erfchernl lägltch,nutzer Sonntags und Feiertags * Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vrzugrprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten i Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. GietzeimAiiMger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche Univer^iais-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Gietzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Rs- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20”, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr H.TKl;not; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil, Max Filter, sämtlich m Gießen. Heute Spruch des Staatsgerichtshoss im Verfaffungskonflitt Preußen-Reich. hdjfeilen, daß entweder der Rcichskommiffar mah- gcblich zu entscheiden habe, oder das bisherige preuhische Staatsminlftcrium. Eine solche Entscheidung würde aber eine Entscheidung zur Hauptsache bedeuten. Jede andere Regelung würde aber nicht zu einem erträglichen Zustand führen. (Es sei untragbar, dah durch das bis- Oer Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung. Leipzig, 23. Juli. (WTD. Funkspruch.) Dor dem Staatsgcrichtshof begann heute vormittag um 11 Ähr die Verhandlung über die von dem vormaligen preußischen Staatsministerium gegen die Deutsche Reichsregierung beantragte einstweilige Versügung, durch die dem von der Reichsregierung eingesetzten Reichskommif- s a r auserlegt werden soll, sichjeder Dien st- ausübungzuenthalt en. Durch diese einstweilige Verfügung soll die öffentliche Verwaltung in Preußen eine vorläufige Regelung finden, bis über die Klage der ehemaligen preußischen Regierung auf Feststellung der Dersas- fungswidrigkeit der Einsetzung eines Reichskommissars in Preußen vom Staatsgerichtshof entschieden ist. Die Zusammensetzung des Staatsgerichtshofs. . Den Vorsitz führt Reichsgerichtspräsi- d e n t Dr. Sumte. Als Beisitzer sind die Reichsgerichtsräte Triebel, Schmitz (Berichterstatter) und Dr. Schwalb sowie die Oberoerwaltungsge- richtsräte Dr. o. Müller (Berlin), Dr. G ü m - bei (München) und Dr. Strieglet (Dresden) tätig. — Die Klage wird von Ministerialdirektor Dr. Bada und Ministerialdirektor Dr. Brecht sowie von Professor Dr. G i e s e (Frankfurt a. M.) ver i treten. Für die Zentrumsfraktion des Preutzifchen Landtags ist Professor Dr. Peters (Berlin» und für die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei im Preußischen Landtage Prof. Dr. Hermann Hel- l e r (Frankfurt a. M ) erschienen. Das Reich wird durch den Ministerialdirektor im Reichsministerium des Innern (9 o 11 h e i n e r vertreten. Als Zuhörer haben sich neben zahlreichen Pressevertretern, auch aus dem Reich, vor allem politisch interessierte Persönlichkeiten und namhafte Staatsrechtslehrer eingefunden. Den Bericht erstattete Reichsgerichtsrat Schmitz. Der Antrag, über den verhandelt werden solle, stehe selbstverständlich im Zusammenhang mit einem zur Verhandlung gestellten Antrag, der dahin gehe, daß die Einsetzung eines Reichskommissars mit der Reichsversassung nicht in Einklang stehe. Die Einsetzung sei zu Unrecht aus dem Artikel 48 der Reichsverfassung begründet worden, weil einmal von einer Richt- e r s ü l l u n g der Preußen nach der Reichsver- sassung obliegenden Ps lichten nicht die Rede sein könne und weil sodann wederdieöffent- liche Ruhe und Sichcrheitge stört oder gefährdet worden sei, noch auch die Maßnahmen des Reichspräsidenten zur Wiederherstellung von Ordnung und Sicherheit er- forderlich waren. Auch die F i n a n z l a g c des Freistaates Preußen könne die Bestellung eines Reichskommissars nicht rechtfertigen- Die von dem Reichskommissar vorgenommenen Regier ungsmahnahmen hätten keinen Anspruch auf Beachtung. Da es unter diesen Umständen unumgänglich sein würde, daß widersprechende Anordnungen ergehen, sei eine ordnungsgemäße Verwaltung nicht mehr möglich. Die schweren Folgen könnten nur dadurch verhütet werden, daß der Staatsgerichtshof eine einstweilige Verfügung im Sinne des Antrages stelle. Preußen erweitert seinen Antrag. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen überreichte Ministerialdirektor Dr. Brecht den folgenden neu formulierten Antrag: Der Slaalsgerichlshos wolle die durch die Aus- nahmeverordnung vom 20. Juli 1932 und ihre Durchführungsbestimmungen entstandene rechtliche und tatsächliche Lage Im Wege der einstweiligen versügung auf eine Reget bringen und dabei insbesondere bestimmen: 1. dah sich der Reichskommissar nicht a l s preuhischer Ministerpräsident oder preuhischer Staatsminister oder Mitglied der preußischen Landesregierung bezeichnen dürfe, 2. dah er den preuhischen Ministern nicht die Eigenschaft als Staatsmini st er absprechen dürfe, 3. dah er und seine Vertreter nicht ohne Vollmacht des Staatsministeriums Preußen Im Reichsrat vertreten oder den Mitgliedern der preuhischen Staatsregierung das Recht zur Vertretung Preußens im Reichsrat und zur Instruktion der Reichsrats- beoollmächtigten entziehen dürfe. 4. dah Veamtenernennungen und -absehungen mit dauernder Wirkung nicht vorgenommen werden können. In längeren Ausführungen begründete Dr. Brecht sodann den Antrag Es sei unzutreffend, daß das Land Preußen die ihm auf Grund der Reichsversassung obliegenden Pflichten nicht erfüllt habe. Was die beiden vom Reichskanzler erwähnten Einzelbeispiele betreffe, daß ein ho- v. J ■’W-i Llick auf die Gerichtsverhandlung. Am Mitteltisch Reichsgerichtspcäsident Dr. Bumke her Funktionär den Kommuni st en Ratschläge gegeben habe, wie sie ihre Terrorakte verschleiern könnten, und weiter, daß ein Polizeipräsident geäußert habe, man wolle die Kreise der Kommunisten nicht stören, so sei die preußische Staatsregierung bis heute noch nicht über die Personen und näheren älmstände unterrichtet. Selbst wenn aber die Vorgänge stattgefunden hätten, so würden diese Aeu- ßerungen nicht «ine Pflichtverletzung des Landes Preußen nach Artikel 48 Abs. I bedeuten. Ganz unhaltbar sei die Absetzung der übrigen Minister mit der Begründung, sie hätten einer Einladung zu einer Sitzung der Staats- rogierung keine Folge geleistet. Die Ablehnung sei erfolgt, weil die Einladung vom Reichskanzler als Ministerpräsident aus- ging. Die preußischen Minister hätten es niemals abgelehnt, zu einer Beratung mit dem Reichskanzler oder dem Reichskommissar zu kommen. Ein Gutachten des Staatsrechtslehrers Dr. Anschütz stellt sich auf den Standpunkt der preußischen Regierung Einwande aus dem Veamlenrecht Als namhafter Spezialist für das Beamtenrecht legte sodann Professor Giese, Frankfurt a. M., dar. wie einschneidend die Verordnung des Reichspräsidenten in das Beamtenrecht eingegriffen habe Ihm sei kein Gesetz bekannt, wonach preußische Staatsminister und andere Beamte, wenn sie der Einladung zu einer Sitzung nicht folgten, a b g e s e h t werden können. Rach Absatz 2 des Artikels 48 könnten nur die sieben dort aufgezählten Grundrechte außer Kraft gesetzt werden. Darunter befänden sich aber nicht die den Beamten nach Artikel 129 der Reichsverfassung gewährleisteten Rechte. Der Erlaß einer einstweili- gen Verfügung sei nicht nur juristisch, sondern auch politisch in höchstem Maße gerechtfertigt. Ministerialdirektor Dr. Brecht betonte, das Staatsministerium baue mit seinem Antrag eine Brücke, um über die nächsten Wochen hinwegzu- kommen. Der Zustand, der jetzt in den Ministerien herrsche, sei furchtbar. Es sei ganz unmöglich, daß es noch 14 Tage so weitergehen könne. Eine vorläufige Regelung sei, unbeschadet der znkünstigen Regelung, unbedingt nötig. Das Reich lehn, eine Zwischenregelung ab. Auf eine Feststellung des Präsidenten Dr. 8 u m k e, dah der preuhische Antrag noch feiner Ausfaffung auf eine gütlich-schiedliche Gewalten- 1 k i l u n g hinausgehe, erklärte Dr. Goltheiner im Namen der Reichsregierung eine solche Gewaltcn- teilung für unmöglich. (Es gebe nur zwei Mög- Genf, 23. Juli. (WT8. Funkspruch.) Der erste Tagungsabschnitt der Abrüstungskonferenz wurde heute vormittag vom hauplausschuß m i t d e r Annahme der bekannten Lntschlie- hung abgefchlossen. Gegen die Refolu- t i o n stimmten zwei Staaten, nämlich Deutsch- landundSowjelruhland. Ls enthielten sich der Stimme 8 Staaten: Afghanistan, Albanien, Oesterreich, China, Bulgarien, Ungarn, Italien und die Türkei. Beim Aufruf Deutschlands gab Botschafter Radolny eine kurze Erklärung ab: herige Staatsmini ft crium Anweisungen ergehen könnten, die der durch den Reichs- kommissar aufgrunb der Verordnung des Reichspräsidenten zu beftimmendcn Gesamtrichtung der preuhischen Politik entgegenge- seht sein könnten. Das würde nur weitere Gegensätzlichkeiten in die preuhische Verwaltung hineintragcn, und damit würde dem deutschen Volk nicht gedient werden. Da das Land preuhen seine pslicht zur Vckämpsung einer ft a a 1 s f e 1 n d 1 i ch e n Partei, die den gewaltsamen Umsturz der Verfassung betreibe, nicht in genügendem Mähe erfüllt habe, sei das Vorgehen der Reichsregierung vollkommen verfaffungsmähig. Vie beantragte einstweilige Verfügung sei keine echte Verfügung, sondern sie bezwecke die Vorwegnahme einer hauptentfcheidung. Der Vorsitzende richtete an alle Beteiligten die Bitte, die schriftlichen Erklärungen und Gegenerklärungen, die nach der Geschäftsordnung des Staatsgerichtshofs notwendig seien, mit der größtmöglichsten Beschleunigung abzugeben, damit das Verfahren in der Hauptsache s o schnell wie möglichzu Ende geführt werden könne. Ministerialdirektor Dr. B a d t sagte die beschleunigte Erledigung aller Schriftsätze und Anfragen für die preußische Regierung unter der Voraussetzung zu, daß er an seine Akten herankönne. Auch Ministerialdirektor Dr. G o t t h e i n c r glaubte die Zusage geben zu können, daß nach dieser Richtung keine Schwierigkeiten bestehen. Die Der- kündung der Entscheidung wurde aus Montagmittag 13 Uhr festgesetzt. Ein sozialdemokratischer Landrat aus der Partei ausgetreten. Stralsund, 23. Juli. (TU.) Der ßanbrat des pommerschen Kreises Franzburg -Barth, Droese, der der sozialdemokratischen Darstellung über die blutigen Vorfälle im R e g a st e r Walde mit der Erklärung entgegentrat, daß er die Ansammlung der Eisernen Front rechtzeitig verboten hätte, ist aus der SPD. ausgetreten. Er begründet diesen Schritt mit den wiederholten Versuchen von Parteigenossen, ihn zu Pslichtverlehungen im Amt zu veranlassen. nach seinem Zusammentritt Im September einzuberufen. Die Vollversammlung der Abrüstungskonferenz hat in einer kurzen offiziellen Sitzung einstimmig die Verlängerung des auf Vorschlag der italienischen Regierung im Vorjahr beschlosienen Rüitungsseierjahres vom 1. November d. I. anaufvierMonate beschlossen. Der Schluß der Sitzung verlief in einer ununterbrochenen Reihe von Dankeserklärungen. Votfchaster R a d o 1 n y und die übrigen Mitglieder der deutschen Abordnung reisten bereits Samstag abend nach Berlin ab. Der Abschluß in Genf. Deutschland und Rußland stimmen gegen BeneschS Entschließung. Verlängerung des TiüstungSseierjahreS. - Vertagung bis zum Herbst. Oer Standpunkt des Reichs tat- Ministerialdirektor Dr. G o t t h e i n e r legte Johann den Standpunkt der Reichsregierung zu den Anträgen der Klageparteien dar. Wenn angenommen wird, daß der Staatsgerichtshof in der 5) a u p t f a ch e zu der Entscheidung gelangt, daß die Einsetzung des Reichskommifsars sich im Rahmen der verfassungsmäßigen Befugnisse Des Reichspräsidenten bewegt, so würde sich aus einer etwaigen emstwelligen Verfügung ein mit dieser Hauptent- jd) ei Dung unverträglicher Zustan d er- geben Der Reichskomrnisfar wäre dann gegen Ver- faffuna und Recht seiner rechtmäßigen Befugnisse ent- kleidet worden. Der Antrag steht also in unlösbarem Zusammenhang mit der Haupb fache Demnach kann der Staatsgerlchtshos nach seiner ständigen Rechtsprechung eine solche einftmeilige Verfügung nicht erlassen. Der neue Antrag Preußens geht dahin, dah der Staatsgerlchtshos eine rechtliche und sächliche Regelung treffe, die sich m ganz bestimmter Richtung bewegen soll. Damit wird dem Staatsgerlchtshos eine Ausgabe zugemutet zu deren Erfüllung er nicht m Der Lage ist. Auch d,e einzelnen vier Ziffern des Antrages stehen immer wieder mit der Hauptsache m Zusammenhang. in dem Antrag genannten Befugnisse sollen Befugnisse der bisherigen preußischen Staatsminister Bleiben Damit wird aber i n öte Hauptsache ein gegriff en. Es fehtt also das Aus- einanöerfallen zwischen der Entscheidung m der L-muvtfacbe und der über Den Erlaß einer einst- Amgen Verfügung, das vom Staatsgerlchtshos selbst alsVoraussetzung für einen solchen Erlaß ausgestellt worden ist. „Die deutsche Abordnung slimml gegen die Entschließung aus den entscheidenden Gründen, die in der gestrigen (Erflärung der Reichsregierung dargelegl worden sind. Die deutsche Abordnung stimmt aber keinesfalls gegen den Grundsatz der entscheidenden Herabsetzung alter Rüstungen und keinessatts gegen die großen Richtlinien des Vorschlages des Präsidenten Hoover. Die deutsche Regierung ist nach wie vor entschlosfen, die große Idee der Abrüstung mit allen Kräften zu vertreten " Der Vertreter L h i n a s gab gleichfalls eine kurze Erklärung ab, daß die chinesische Regierung im Hinblick auf den japanisch-chinesischen Konflikt nicht in der Lage sei, irgendwelche Verpflichtungen zur Abrüstung zu übernehmen. Infolgedessen nahm auch der japanische Botschafter die Entschließung nur unter Vorbehalt an. Die Verhandlungen des hauplausschusses wurden nach der Abstimmung vom Präsidenten für geschlossen erklärt. Die Entschließung ist heute lediglich als eine Empfehlung des hauplausschusses an die konseren; angenommen worden. Sie gelangt in dieser Tagung nicht vor die vollkonserenz, da alle Beschlüsse der vollkonferen; der (E i n ff i m m i g - keil bedürfen und infolge der Ablehnung der Entschließung durch Deutschland und Sowjetruhlano somit die notwendige Einstimmigkeit nicht vorhanden ist Das Präsidium der Konferenz ist zum 2i. September einberufen und wurde bevollmächtigt, die Abrüstungskonferenz innerhalb von vier Monaten pariser Blatter zur Erklärung Radolnys. Paris, 23. Juli. (WTB.) Die Rede her- riots auf der Genfer Abrüstungskonferenz findet in der Pariser Presse allgemein Anerkenn u n g. Anderseits kommen verschiedentlich Zweifel über den substantiellen Inhalt der Benesch-Refolution zum Ausdruck, so namentlich in starkem Maße bei den Sozialisten, von denen ja bekanntlich nach Dem jetzigen StanD in Der französischen Kammer Die Re- gierung herriot abgängig ist. Die Ausführungen Des Deutschen Delegierten N a D o l n y werDcn von Den SonDerberichterstaitern Der großen Rachrichtenblätter kritisiert. Das „Journal" spricht stark übertret- benD von einer Bombe, Die geplatzt sei. — Das ,Echo De Paris" sagt, NaDolni) habe angefün- Dlgt, Daß DeutschlanD gegen Die Entschließung Be- nesch stimmen werDe. Die EnglänDer, Franzosen unD Amerikaner hätten s i ch seit Drei Tagen beharrlich bemüht, wenigstens Die Stimmenthaltung DeutschlanDs zu erreichen. Alles Das sei jeDoch zwecklos geblieben. DeutschlanD habe in Der Abrüstungskonferenz niemals etwas anderes gesehen als Die Gelegenheit, Die Freiheit feiner militärischen Vorbereitungen rote- Der zu erlangen unD sich von Den Klauseln Des Ver- faiUer Vertrages frei zu machen. Die Erklärungen NaDolngs feien tatsächlich, wenn nicht sogar formell unterstützt roorDen von Ungarn, Oesterreich unD 'Bulgarien, Die sich Der Stimme enthielten. Diese Haltung Der ehemaligen FeinDe sei im Lause von mehreren Zusammenkünften vorbereitet roorDen, bei Denen wenigstens einmal auch Italien ver- treten gewesen fei. — „0 u o t i b i e n" spricht non einem Ultimatum Nadolnys unb schreibt, man habe die Maske fallen lassen, einer nach bem anberen. Mussolini habe vor her Abrüstungskonferenz die Erklärung abgeben lassen, bas, er sich weigere, die Resolution Be- nesch zu unterzeichnen, an deren Ausarbeitung doch die italienischen Delegierten teilgenommen hallen. 'Jiabolni) habe gestern Im Namen Deutschlands die feierliche Erklärung abgegeben, die Deutschland erwartete und seit langem vorbereitete. Das Echo in Washington. Kritik an brr deutschen Taktik. Washington. 23. Juli. (END.) Dor Abschluß der ersten Phase der Abrüstungskonferenz, im besonderen der Verlauf der beiden letzten Tage, ist hier mit ungewöhnlichem Interesse verfolgt worden. Im Staatsdepartement hat man sich zunächst auf die Feststellung beschränkt, daß man ohne genaue Information über die Ginzel- Helten der gestrigen Vorgänge noch kein abschließendes Urteil fällen könne, daß man aber naturgemäß jede Entwicklung bedauern müsse, die die Fortschritte einer allgemeinen R ü st u n g S b e s ch r ä n k un g verzögere. Die Blätter bringen vor allem Her- r i o t s Rede in nr öfter Ausführlichkeit, wobei sie seine grundsätzliche Zustimmung zum Hoover- plan hervorheben. Selbstverständlich hat auch Aadolnys Erklärung grofte Beachtung gefunden. Der Inhalt seiner Ausführungen begegnet natürlich keinem Widerspruch, zumal Amerika den Versailler Vertrag nicht ratifiziert hat und daher an der viel umstrittenen gegenwärtigen Begrenzung der deutschen Wehrmacht nicht beteiligt ist- Dagegen sind merkwürdigerweise hier und da Kritiken aufgetaucht, die den Zeitpunkt deS deutschen VorstofteS für ungeeignet halten, weil sie behaupten, daß er In einem Augenblick unternommen worden sei, als man nach sehr langen und schwierigen Verhandlungen die Hoffnung gehegt habe, endlich mit einer e i n st i m m i g e n Resolution zu einem gewissen Abschluft zu gelangen. ES braucht nicht hervorgehoben au werden, daß diese Meinung nicht überall geteilt wird. Don der üblichen Zurückhaltung im Staatsdepartement, da« jede Stellungnahme zu den Erklärungen der einen wie der anderen Seite ablehnt, ist ja schon die Rede gewesen. EinEingesländnispaulSoncourS Die-lbstrichc amHeereüßantzhalt schwächen nicht die Milttärstärke Frankreichs. Paris. 24. Iuli. (XXI.) Der französische Kriegsminister Pa ul-Doncvur erklärte auf der Schlußsitzung de» Kongresses der französischen Reserveoffiziere, daß Frankreich allen anderen Mächten den Beweis geliefert habe, daß e» endgültig auf den Krieg verzichte und feine Armee nur für die eigene Sicherheit -und Verteidigung unterhalte. Die A b- st r i ch e, die kürzlich am HeereshauShalt vorgenommen seien, schwächten in k e i n e r We i s e d i e M i l i t ä r st ä r k e. Für die Zukunft sei eS notwendig, die Organisierung der Verteidigung der französischen Außenpolitik anzupassen. Diese Außenpolitik müsse vornehmlich in der Erweiterung der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit und der Verbesserung der Sicherheit bestehen. Der Rüstungswettlauf müsse aufhören, um Rüstungseinschränkungen Platz zu machen. An den Sicher heitSgarantien, die man Frankreich anbiete, werde man ermessen können, was Frankreich als Gegenleistung dafür zu bieten in der Lage sei. Abrüstung und Sicherheit müßten nach wie vor eng miteinander verbunden bleiben. Schwerer Zusammenstoß in Bunzkau. Bunzl au. 23. Iuli. (TU.) Bei der Rückkehr von Rattonalsozialisten von der Hitlerlundgebung in Liegnih kam eS vor demVollshause in Bunzlarl zu tätlichen AuSeinander- s e tz u n g e n zwischen K o m m u n i st e n und Reichsbanner leuten auf der einen und Völker in Anekdoten. Gesammelt von Wart LerbS. 21 u f Dänisch. Der dänische König Christian IV. empfing im Jahre 1611 einen in höchst kränkenden Ausdrücken gehaltenen Fehdebries von Karl IX. König von Schweden. Christian, diplomatischen Floskeln durchaus abhold, antwortete: „Deine Beschuldigungen sind erlogen. Dein Fehde- brlcf ist ein Narrenstück. Nimm Nieswurz." A u f P o l n i s ch. Als Albrecht v. Haller, der große (Ergrünber seelischer und körverlicher Vorgänge und Zusammenhänge, seine Gedichte veröffentlichte, feierte man ihn In einem Taumel der Begeisterung. Von diesem Taumel ergriffen zu werden, hielt auch Fürst Nadziwill der Oberbefehlshaber des polnischen Heeres, für seine Pflicht; und er erwies nach reiflichem Bedenken dem Dichter die höchste Ehrung, die er zu vergeben hatte, indem er ihm das Patent als Generalmajor in der polnischen Armee sandte. Aus Englisch. Samuel Johnson geriet mit einem gelehrten Kollegen aus Griechenland in einen Streit über die Dornige der Nationen: England ober Griechenland? „Hellas!" jagte der Grieche. „Alle großen Weisen sind von Hellas ausgegangen." „Infolgedessen", sagte Johnson, „ist jetzt auch fei- ncr mehr drin." Auf Französisch. Herr v. Berryer, Ludwigs XVI. allmächtiger PoliAelleulnant, erhielt einst von einem Polizeivogt aus der Umgebung von Poris den folgenden Brief: „Vielgeliebter Herr Amtvbruder! Als ich gcjtern meinen Amtvtag hielt, schalt einer mich einen Suttz- buben. Ich bitte Sie, mir aus Ihrer eigenen Erfahrung mitzuteilen, wie Sie sich in einem solchen Falle verhalten. Dadurch werden Sie, vielgeliebter Herr Amtsbruder, sehr zu Dank veroslichten Ihren gehorsamen Diener .. .* AufIrisch. In Irland erzählt man sich, baß vor hunbert Jahren ein zu hintergründigen Sväßen aufgelegter alter Ebelmann auf dem Totenbette ein seltsames Testa- ment diktierte: Seine (noch sehr junge) Frau sollte, lofern sie unverheiratet blieb, auf dem Vermögen, das er hinterließ, jährlich hundert Pfund Rente beziehen, verheiratete sie sich aber wieder, so sollte sie zweihundert Pfund erhalten. Rationalsozialisten auf der anderen Seite- ES wurden auch mehrere Schüsse abgegeben. Der Reichsbannermann Iosef Schreiber aus Dünzlau wurde getötet und mehrere Ra- tionalsoztalisten und Kommunisten verletzt. Insgesamt soll die Zahl der DerleNten nach einem noch unvollständigen PoliAeibericht, der die Schuldfrage offen läftt, 15 betragen. Bunzlauer und Görlitzer Polizei stellten die Ruhe wieder her. Gerichtliches Nachspiel der Altonaer Unruhen. Altona, 23. Iuli. (MTV.) Im Ermittlungsverfahren wegen der blutigen Vorfälle In Altona sind die Vernehmungen der 92 vorgeführten Personen abegeschlossen. Gegen 71 Beteiligte wurde richterlicher Haftbefehl erlassen. Die übrigen 21 Personen wurden wegen mangelnden Tatverdachtes freigelassen. Die neueren Feststellungen, insbesondere die heute früh erfolgte Ortsbesichtigung durch Vertreter des Gerichtes und der Staatsanwaltschaft lassen es al» sicher erscheinen, daß eS sich um planmäft ige Angriffe gehandelt hat. Die Staatsanwaltschaft wird in Kürze Antrag auf gerichtliche Voruntersuchung stellen. Wo dafür die Voraussetzungen nicht gegeben sind, wird das Schnellgerichtsverfahren einsetzen. Be- relts am Donnerstag wird sich ein Steinsetzer Schultz aus Hamburg wegen Landfriedensbruches vor dem Schnellrichter zu verantworten haben. Günstiger Verlauf der Stuttgarter Länderkonserenz. Preußen kein Präzedenzfall für andere Länder. — Oer Reichskanzler beruhigt Süddeutschland. Vie amtliche Mitteilung. Stuttgart, 23. Dull. (1DIB.) von zuständiger Seite wird mitgeteilt: 3n der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder, die heute unter dem Vorsitz des Reichskanzlers In Stuttgart tagten, wurden die wichtigsten Fragen der auswärtigen und der inneren Politik In eingehender, vertraulicher Aussprache, an der sich alle Minister und Ländervertreter beteiligten, erörtert. Die Konferenz nahm mit Befriedigung von der Zusicherung Kenntnis, daß die Reichsreglerung durchaus auf föbe- raliftIfchem Boden stehe und die Rechte der Lände'r in keiner Weife antaften wolle. Der Reichskanzler betonte, daß die notwendig gewordene Einsetzung eines Reichskom- miffar» in Preuße n nur eine vorübergehende Maßnahme darstelle. Eine Ausdehnung dieser Maßnahme auf die anderen Länder komme nicht in Frage, weil nach Ansicht der Reichsreglerung in den anderen Ländern Ruhe und Ordnung sichergestellt sind. (Er erklärte namens der Reichsreglerung ausdrücklich, daß die Reichs- tagswaht programmäßig am 31. Juli st a 11 f i n d e n würde. Die Reichsregierung hoffe, den Ausnahmezustand in Berlin und Brandenburg in den nächsten lagen aufheben zu können. Soweit von den Ländern Bedenken gegen die Maßnahmen der Reichsreglerung vorgebracht wurden, erkannte der Reichskanzler dankbar deren sachliche Vertretung an. Reichsreglerung wie alle Länderregierungen waren sich darin einig, daß d i e Autorität der Reichsreglerung und der Cänberreglerungen ungeschmälert aufrechterhalten werden mühte. Zu diesem Zweck ist ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten zwischen Reich und Ländern beiderseits anerkannte Rotwendigkeit. * Die Länderkonferenz der Ministerpräsidenten in Stuttgart befaftte sich vorwiegend mit der Frage der Einsetzung des R er ch s k om missa r s in Preußen. In dem Bericht des Reichskanzlers ist besonders bi e bündige u nd o o r d e h a l t - lose Erklärung bemerkenswert gewesen, daß gegen irgend ein anderes Land ein derartiger Schritt nicht geplant sei. Die Voraussetzungen dafür lägen nirgends vor, weil in den anderen Ländern die Organe, die für Ordnung und Sicherheit zu sorgen hätten, in den besten Händen seien. Die Tatsache, daß die Länderregierungen in Süddeutschland nur ge- schäftsführende Regierungen seien, biete keinen Grund zur Einsetzung eines Reichskommissars. Die Verhandlungen, die sich an den Bericht des Reichskanzlers anschlossen, sind in bet Sache scharf aewesen, aber in ruhigem Tone geführt worden. Vor allem hatten die größeren Länder schwere Bedenken und Einwendungen, die sich in erster Linie auf bem Gebiete der Reichspolitik bewegten. Auch die Vorgänge und Ergebnisse in Lausanne flnb in bie Aussprache mit ein« bezogen worden. Die Länderkonserenz war um 17.30 Uhr beendet. Nach der Konferenz unternahm der ReichskanAler mit anderen Teilnehmern eine Fahrt in die Um« flebung Stuttgarts. Um 19.16 Uhr ist der Reichs- kanzler nach Berlin abgereist. Landwirtschaftliche Siedelung im deutschen Osten. (kin Rundfunkvorirag des Reichsernährunasniinisters. Berlin, 23. Iuli. (WTV.) Der Reichsmini- iter für Ernährung und Landwirtschaft, Frei- >err v. Braun, hielt heute abend eine Rundunkrede über das Thema „Landwirtschaftlicke Siedlung". Das für die Siedlung vor allein in Frage kommende Gebiet östlich der Elbe einschließlich Schleswig Holsteins, mit Ausnahme der Staatsgebiete von Hamburg, ßübed, Anhalt, Sachsen und der Provinz Groß-Berlin, umfasse ntnb 18 Millionen Hektar, wovon 10,8 Millionen Hektar nutzbar seien. Von dieser Släcfte entfielen 34 Prozent auf Betriebe von 0,5 bis 20 Hektar, 28 Prozent auf Betriebe von 20 bis 100 Hektar und 38 Prozent auf Betriebe von über 100 Hektar. Diese Zahlen bewiesen, daß auch die ostdeutsche Landwirtschaft einen starken bäuerlichen Einschlag habe. Da die Xlngunft der Verhältnisse in den letzten Iahren die Produktionskraft vieler Betriebe im ganzen Osten außerordentlich geschwächt habe, so bestehe die Gefahr, daß diese Güter durcy Mangel an Kapital immer mehr extensiv ierten. Kein Gläubiger wage sich an diese Güter heran, und die Zett sei abzusehen, wo sie „Warum denn das?" wunderte sich der Notar. Der alte Herr lächelte schmerzlich. „Der arme Kerl wird ' s brauche n", sagte er. A u s Preußisch. Vor Friedrich dem Großen erschien ein altgebienter Offizier und bat um ein Ruhegehalt. „Wir wollen sehen", sagte ber König mitgelaunt. „Bittel" sagte der Offizier, riß Rock und Hemd auf unb zeigte seine Narben. Friedrich lächelte. „Gesehen und bewilligt", sagte er. 21 u f Schwedisch. Ernst Moritz Arndt erzählte, er sei auf seiner Reise durch Schweden einer gewaltigen Kirchenglocke begegnet, die von zwölf Pferden gezogen wurde. Der Kutscher, der Arndts Postkutsche lenkte (Skjuts- bonbe" nennt man solche Leute dazulcmde), sah hinüber unb sagte: „Die armen Pserbel Jetzt müssen sie bie Glocke ziehen, unb nie wirb die Glocke für sie gezogen werden." Ist das nicht, sagte Arndt, ein Stoff zu hundert Elegien unb hundert gefühlovollen Träumereien? Noch einmal auf Englisch. In einer Gesellschaft mußte Johnson eine lange und glühende Lobrede mitanhören, die ein Schotte auf seinen Landsmann Lord Mansfield hielt. „Ist nicht Mansfield schon In jungen Jahren nach England gekommen unb in England erzogen worden?" fragte Johnson. „Das stimmt" gab der Schotte zu. „Aha", nickte Johnson. „Auch aus einem Schotten kann man was ordentliches machen, wenn man ihn jung einfängt." Oie verschwundene Millionen Fracht. Die Kriminalpolizei fast aller Hauptstädte der Welt beschäftigt sich mit einer D I e b st a h l o. affärc, bie einzig dastehen dürste. Von einem Frachtdampfer Ist eine Fracht von Kunstgegenstän- den im Werte von mehreren Millionen spurlos verschwunden. Der Aufgeber des Frachtbriefes befand sich selbst an Bord, auch er ist verschwunden. Im Juli v. I. übernahm ein Kunsthändler In Mo- naco von einer Iran Rodard in Paris eine Sammlung von Kunstwerken im Werte von mehreren M 111 i o n e n M a r k zum Verkauf. Die Sammlung bestand aus kostbaren, zum Teil unersetzbaren Antiquitäten. Besonders wertvolle Stücke waren Teppicharbeiten aus Flandern aus dem 17. Jahrhundert. Die Teppiche zeigen verschiedene Motive. Eins stellt die Hochzeit und den Tod der Kleopatra bar, eine andere Arbeit zeigt die Jagd der Diana. Die Sammlung enthält ferner Holztafeln aus ber spanischen Schule des 15. Jahrhunderts, die Franz von Assist und die heilige Katharina von Alexandrien zeigen, weiter Holztafeln aus ber Kölner Schule be» 15. Jahrhunderts, einen Degen aus der Epoche um 1830, dessen Griff aus Gold unb Emaille ist, unb anderes. Der Kunsthändler in Monaco, der keine Möglich- Feit sah, die Schätze zu verkaufen, übergab die Sammlung bem Kunsthändler Wantura, ber nach seinen Angaben türkischer Nationalität ist und aus Jstambul stammt. Der Türke übernahm die Sammlung unb wollte sie zum Verkauf nach Amerika bringen. Die Kunstyegenstände würben verpackt unb an Bord des französischen Paketbootes „Roma" gebracht zur Beförderung nach Neuyork. In Dllle- franche begab sich ber türkische Händler auch an Bord der „Roma" zur Ueverfahrt nach Neuyork. Seitdem hat man von dem Türken nichts mehr gehört. Er und bie wertvolle Sammlung waren verschwunden. Der Kapitän ber „Roma" konnte durch Vorlage der Auvlandpaplere beweisen, daß die La- buna ordnungsgemäß im Neuyorker Hafen ausgc« schifft wurde. Es blieb keine andere Erklärung, als die, daß der Türke die Millionenfracht unterschlagen hat. Auf Veranlassung der französischen Polizeibe- Hörden stellte die Neuyorker Polizei umfangreiche Nachforschungen nach dem türkischen Händler an. Es konnte bisher nur festaestellt werden, daß Wantura nach seiner Landung In Neuyork einige Wochen in einem kleinen Hotel gewohnt hat, daß er auch eine Firma eröffnete, bie die Bezeichnung führte „M. wnnhiras Corporation“. Die Firma beschäftigte kein Personal, wurde auch bald wieder geschlossen, und der Türke verließ Neuyork. Angeblich soll er nach Rio de Janeiro gefahren sein. Dort konnte aber keine Spur von ihm entdeckt werden. Wenn der Türke die Kunstsammlung tatsächlich untersckla- gen hat, wird er sie nur sehr langsam unb vorsichtig realisieren können, und es erscheint auch ausgeschlossen, daß er versucht, die ganze Sammlung in den Vereinigten Staaten abzusetzen, weil dies der Polizei nicht verborgen bleiben könnte. Es wird angenommen, daß Wantura in Amerika nur einen Teil verkauft, den Rest nach Europa zurückbringt, um Ihn hier als Einzelstücke bei Antiquitätenhändlern abzusetzen. Es werden daher alle in Frage kommenden Kunst- und Antiquitätenhändler in Eil- ropa von bem verschwundenen Kunstwerke verständigt und gewarnt. zur Steppe würden. Die Reichsregterung halte eL für ihre bringende Pflicht, dieProduktionS- fähig keit dieser Flächen zu erhalten. Sie werde gegebenenfalls auf dem Wege der Gesetzgebung dafür Sorg« tragen, daß sie eine ihrer Bodenqualität, Absatz- unb Dertehrslage entsprechende Verwendung fänden. Für die Besiedlung schieden in erster Linie ganz schwere Böden, ebenso leichter und steriler Sand, ferner Güter mit schlechter DerkehnSlage und Absatzferne und endlich Gegenden mit überwiegend klein- und mittelbäuerlichem Besitz aus. Die Möglichkeiten der Siedlung seien daher keineswegs unbeschränkt. Unter Bezugnahme auf daS ReichssiedlungS- geseh und die Betriebszählung von 1907 errechnete der Minister, daß noch rund 690 000 Hektar zur Siedlung bereit stünden. Rehme man die durchschnittliche Dtellengröfte mit etwa 12 Hektar an, dann föhnte man etwa 5 7» bis 58 000 bäuerliche Stellen schaf - f e n. Von dieser Zahl würden etwa 43 000 auf ländlich«, bei der Aufteilung von Groftgütern frei- werdende Arbeiter entfallen und nur der Rest von etwa 1 5 000 Stellen auf zweite Bauernsöhne und Auswanderer aus den Städten. Würde aller Großgrundbesitz der genannten Provinzen aufgeteilt, so könnten aber auch nur etwa 250 000 Stellen geschaffen werden. Man müsse von diesen nüchternen, in den tatsächlichen Verhältnissen begründeten Zahlen ausgehen und nicht von utopischen Millionen. Die Reichsregierung halte es aber für unerläßlich, der Siedlung ein oes ch leu- nigtes Tempo zu geben. Außer den bisher im Etat enthaltenen 50 Millionen Mk. würden also zusätzlich weitere 50 Millionen Mark für SiedlungSzwecke bereitgestellt. Man müsse hoffen, daß es möglich fein werde, durch weitgehende Heranziehung der Selbsthilfe der Siedler, Einschaltung des Freiwilligen Arbeitsdienstes, möglichste Beschränkung der Ausgaben selbst die Gesamtkosten der Besiedlung einer selbständigen Ackernahrung von etwa 15 Hektar auf 6000 Mk., vielleicht auf 5000 Mk.. zu senken. Man müsse sich hüten, Siedlungen zu schaffen, die von vornherein lebensunfähig seien und nur die Zahl der wirtschaftlich Schwachen im deutschen Osten vermehren würden. Eine Protestentschließung der deutschen Kriegsopferverbände. Bremen, 23. Juli. (ERB.) Die Kriegsopfer- verbände „ReIchsverband^ und Zentral- verband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener, die vom 24. bis 26. Juli hier ihren Verbandstag abhalten, veranstalteten gestern als Auftakt zu der Tagung eine Protestkundgebung. In einer Entschließung wurde u. a. erklärt, die Kriegsbeschädigten upb Kriegerhinterbliebenen müßten gegen die zahlreichen Notverordnungen und die Rentenkürzungen schärf st en Einspruch erheben. Man müsse feststellen, daß die Mehrzahl der 400 000 versorgungsbercchtigten Kriegerwaisen in Ihrer Berufsausbildung aufs schwerste gefährdet seien. Der Entzug der Rentenversorgung mangels einer Berufsausbildung fei untragbar. Die Versammlung, heißt es weiter, erwarte bestimmt, daß die Reichsregierung unverzüglich Maßnahmen zur Beseitigung der sich immer mehr verschärfenden Not der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen durchführe. Neue Beamtengehaltskürzungen in Mecklenburg-Strelih. Neu-Strelitz, 24. Juli. (WTB.) Auf Grund des vom Landtage beschlossenen Ermächtigungsgesetzes zum Ausgleich des Staatshaushaltes vom 19. Juli 1932 hat das Staatsministerium eine Verordnung erlassen wonach für das Rechnungsjahr 1932/33 vom 1. August 1932 ab die Dienst- und Versorgungsbezüge der Staatsbeamten um weitere 2% Prozent gekürzt werden: für Ledige und Verheiratete, die keine Kinder zu versorgen haben, e r h ö ht sich die Kürz ung a u f 5 Prozent. Die Verordnung tritt am 31. März 1933 außer Kraft. Kerienabenieuer. Von Hans Niebau. Vier Touristen, drei Herren in mittleren Jahren und eine junge Dame warten vor dem Tor der Haff-Burg. Endlich kommt der Führer. Er ist siebzig Jahre alt, hat ein energisches, rotes Gesicht, und seine Augen funkeln scharf und klug durch die Brillengläser. „Darf ich bitten", sagt er und öffnet das Tor. „Hier sehen Sie", fängt der Führer an, „einen wundervollen Schrank aus dem 14. Jahrhundert. Er stammt" — der Führer guckt einen der Herren an — „aus Ihrer Heimatstadt, aus Nürnberg." Der Herr macht ein betroffenes Gesicht. „Unö dieses Schiffsmodell", fährt der Führer fort, „hat einmal" — und jetzt guckt er den zweiten Herrn an — „in Ihrer Heimatstadt In einem sehr berühmten Hause gehangen: Im Cssighaus in Bremen " Der zweite Herr lehnt sich vor Xleberrafchung gegen die Wand. Der Führer geht weiter und erklärt. „Dieses Bild", sagt er, „müssen S i e" — und er guckt den dritten Herrn an — „kennen. Es ist eine Kopie aus dem 17- Jahrhundert. DaS Original hängt in Ihrer Heimat und ist eine Weltberühmtheit: die Sixtinische Madonna in Dresden." Der dritte Herr ringt nach Atem. „Aber wie ist so etwas möglich?", fragt er, „woher wissen Sie, daß wir —T* „3a, ja", lächelt der Führer. „Ich bin ein alter Mann und überall in der Welt gewesen Isdem Menschen steht im Gesicht geschrieben, welche Luft er atmet, woher er stammt, oder wo er sich lange Zeit aufgehalten hat." „DaS ist ja phantastisch", schütteln die Herren die Köpfe unb fangen an, Trinkgelder in namhafter Höhe zu spenden. ..-Unb woher", fragt die junge Dame, indeft der Alte die Silberstucke in die Tasche gleiten läftt, „woher stamme t ch?" Der Führer macht ein bedenkliches Gesicht. „Bei Frauen ist das schwer zu sagen", murmelt er schließ, sich. „Erstens nehmen sie überhaupt den Charakter der Landschaft, In der sie wohnen, nur sehr unvoll, kommen an. Zweitens verändern sie — nicht wahr? — ihr Gesicht mit künstlichen Hilfsmitteln. Und drittens — der Führer zeigt auf ole drei Herren — „und drittens tragen sie, im Gegensatz zu den Männern, keine Hüte in der Hand, in denen die Her- kunftsbezeicknung in großen goldenen Buchstaben angegeben ist." Aus der provinzialhaupiffadt. Gießen, den 25. 3uli 1932. Der grüne Knollenblätterpilz unser gefährlichster Giftpilz. Don der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde wird uns geschrieben: Die Kenntnis dieses gefährlichsten Giftpilzes ist leider noch viel zu wenig verbreitet. Durch die alljährlich wiederkehrenden Pilzvergiftungen wird dies bewiesen. Der grüne Knollenblätterpilz ist dabet der Hauptübeltäter. Auf sein Schuldkonto sind die meisten tödlich ausgehenden Dilzvergif- tun gen zu verbuchen. manchen Jahren muhten durch die Vergiftung mit dem gefährlichen Knollenblätterpilz bis zu 100 Todesfälle verzeichnet werden. Sein Hut ist gelblich bis grünlich, meist etwas faserig geflammt: er kann aber auch ganz weiblich vorkommen und somit Anlaß geben zu einer leichtsinnigen Verwechslung mit dem Champignon. Blätter, Fleisch und Stiel des Knollenblätter- schwammes sind weißlich. Der Stiel ist zuweilen etwas gelb-grünlich getönt. Das wichtigste Merkmal des Knollenblätterpilzes ist der Knollen am Stielgrund, oft allerdings ganz unsichtbar, weil er mehr oder weniger in den Boden eingesenkt ist. Die weißlichen Hautfetzen am Rande des Knollens umschließen in der Jugend den ganzen Pilz. Diese Iugendformen des Knollenblätterpilzes sind ganz weiß und kommen ähnlich wie Boviste aus dem Bo dem In seinem oberen Teil trügt der Stiel einen herabhängenden Weißen Rina, welcher als Schleier die Blätter in der Jugend schützend überspannt. Der ganze Pilz wird gewöhnlich ungefähr 10—12 Zentimeter breit und ebenso hoch. Der Geruch dieses gefährlichsten Giftpilzes ist honigartig-süßlich, bisweilen widerlich-süßlich, aber nicht unangenehm kartoffelkeimartig, wie das meistens angegeben wird. Der grüne Knollenblätterpilz wächst im Laubwald, besonders unter Eichen. Eine Verwechslung des grünen Knollenbätterpilzes z. B. mit dem Champignon, dem Grünling oder mit grünen Täublingen kann nur durch gröblichen Leichtsinn entstehen. Der Champignon ist leicht an den anfangs rosa, zuletzt dunkebschokoladebraun werdenden Blättern auf der Hutunterseite zu erkennen. Eine knollige Scheide am Stielgrund fehlt ihm: der Geruch der Ct;ampignonarten ist angenehm würzig, öfters anisartig. Der im Kiefernwald vorkommende Grünling ist sofort kenntlich an seiner mehr oder weniger gelben Farbe in allen Teilen: knollige Scheide und Ring fehlen ihm gänzlich, wie dies auch bei den Täublingen der Fall ist. Eßbare grüne Täublinge sollte nur der Kenner sammeln. Nach dem Bericht der medizinischen Fachkommis, non der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde kann eine Gabelspitze voll vom grünen Knollenblätterschwamm den Tod herbeiführen. Die Gefährlichkeit ist deshalb so außerordentlich, weil die Giftwirkung sich erst nach 6 bis 40 Stunden, meist mit Erbrechen und Durchfall, äußert. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sollte man für sofortige gründliche Entlee^umg von Magen und Darm durch Brech- und Abführmittel sorgen, wie auch für sofortige ärztliche Hilfe. Man hüte sich vor allen ähnlichen Pilzen, die eine Knollenfcheide am Stielgrund besitzen. Es gibt bei uns noch eine ganze Reihe von anderen Knollenblätterpilzarten, die zum Teil ebenfalls sehr giftig sind (Fliegenpilz, Pantherpilz usw.). Nur solche Pilze darf man essen, b i e man ganz genau und als unschädlich kennt. 9m Zweifelsfalle wende man sich an die nächste Pilzberatungsstelle oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung). Um die Kenntnis des grünen Knollenblätterpilzes weitest gehend zu verbreiten, hat die Schriftleitung der „Zeitschrift für Pilzkranke" in Darmstadt eine reichsbehördlich empfohlene bunte Wandtafel dieses gefährlichsten Giftpilzes herausgebracht und für den Aushang in vielen deutschen Bahnhöfen gesorgt. Alle vorkommenden Pilzvergiftungen wolle man sofort an die medizinische Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde (Dr. med. Wels- mann, Pelkum bei Hamm in Westfalen) oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt mitteilen, da alle solche Fälle von derselben mit Unterstützung durch das Reichsgesundheitsamt gesammelt und wissenschaftlich bearbeitet werden. ** Personalien vom Vermessungsamt. Auf ihr Nachsuchen wurden die Vermessungs- räte Georg K n a p p zu Gießen und Karl Lichtenfels zu Grünberg mit Wirkung vom 1. August ab in den Ruhestand versetzt. ** Wi «viel Deutsche wählen am 31. Juli? Ueber die mutmaßliche Zahl der Stimmberechtigten am 31. Juli wird der Kölnischen Zeitung von sachverständiger Seite mitgeteilt: Die Zahl der Stimmberechtigten in der Zeit zwischen dem 1. und 2. Wahlgang der Reichspräjidentenwahl dieses Jahres (28 Tage) ist von 43 934 481 um 112 360 auf 44 046 481 gestiegen. Auf einen Tag umgerechnet beträgt die Steigerung 4 013 Stimmberechtigte. Hiernach würde die Zahl der Stimmberechtigten in der Zeit vom 11. April bis 31. Juli (112 Tage) um 4013 mal 112 = 449 456 Stimm- berechtigte auf 44 496 279 oder rund 44 500 000 steigen. Das Gängerbllndesfefl. Volksdeutsche Kundgebung. WSR. F r a n k f u r t a. M., 23. Juli. Nachdem schon gestern abend in der Festhalle eine machtvolle Volksdeutsche Weihestunde stattgefunden hatte, wurde heute vormittag in dec historischen Paulskirche eine Volksdeutsche Kundgebung veranstaltet, die In der Hauptsache von Auslanddeutschen besucht war. Vach einem Orgelvortrag (Bach: Fantasie und Fuge O-Moll) sprach Dr. Hermann Ullmann (Berlin) über „Deutsches Schicksal — Volksdeutsche Zukunft". Er gab zunächst einen Rückblick auf die Gestaltung des deutschen Reiches seit der Kaiserkrönung in Frankfurt a. M. auf die Gestaltung des deutschen Volkes und der deutschen Einheit. Im Weltkrieg entdeckte sich das deutsche Volk neu, bas Rationalgefühl wurde neu geboren. Aber mit dem Frie- densschluh wurde das deutsche Volk wieder aus- einandevgerissen. In einem Dutzend Staaten haben wir Heimatsrechte, doch überall lebt die Sovge um die Muttersprache, das deutsche Lied, die Schulen usw. Die Jugend sieht die Zukunft bedroht. Sehnsucht nach Führung und Autorität beherrscht die junge Generation und wird nicht befriedigt. Es scheint, als ob niemand den im Ausland lauernden Feind sieht, der danach trachtet, Deutschland vollends auf den Boden zu werfen. Die Aus landdeutschen, deren Blick nicht durch Bruderkämpfe verschleiert ist, sehen die Gefahr basser. Das deutsche Volk, trotz seiner ruhmreichen Geschichte und seiner schöpferischen Betätigung auf kulturellem Gebiet, hat aber noch nicht gesprochen. 21 bg. Dr. Hans Otto Rolh (Siebenbürgen) sprach bann zu bem Thema „Volksdeutscher Bekenntni s". Er schilderte namnetlich das Interesse, daß die Ausländsdeutschen an der politischen Entwicklung in Deutschland nehmen und immer genommen haben. Ein starkes Deutschland bedeutete auch für sie ein starkes Auslandsdeutschtum. Seit 1918 erst mache sich eine neue Entwicklung bemerkbar. Machtvoll werfe sich die Frage nach der großen deutschen Volksgemeinschaft auf. Ein Riß gehe durch das deutsche Volk, entscheidende Fragen stehen vor uns. Wird das deutsche Volk jetzt seine Aufgabe erfüllen? Der deutsche Mensch ist in Aufruhr! Möge er nicht vergessen daß unser aller Zeit die Nation ist. Mit dem Gesang des Niederländischen Dankgebetes schloß die Kundgebung. Oie Hauptlonzerie. Das erste große Hauptkonzert vereinigte am Samstagvormittag die Sänger der Bünde aus dem Ausland, sowie der Bünde Baden, Hannover, Nassau, Ostpreußen und Pfalz. Ein äußerst zahlreiches Publikum lauschte mit Begeisterung den Vorträgen der rund 8000 Sänger und dankte oftmals mit nicht endenwollendem Beifall. Die Leitung der Gesamtchöre hatte Prof. Fritz Gamble inr.e. Die Begrüßungsansprache hielt der Präsident des Deutschen Sängerbundes, Geh.-Rat H a m m e r s ch m i d t. Den Mittelpunkt seiner Rede bildete die Verleihung der Ehrenmitgliedsdmst des Bundes an die Pfälzische Liedertafel, deren Gründer und erster Chormeister einer der großen deutschen Liederkomponisten, Friedrich Zelter, war. Mit Einzelvorträgen trat zuerst der Pfälzische Sängerbund unter der temperamentvollen Leitung seines Bundeschormeisters Christian O 11 (Zweibrücken) hervor. Die Einzelvör- träge des Badischen Sängerbundes waren durch die feinfühlige und abgerundete Stabführung von Bundeschormeister Karl Weidt (Mannheim) ausgezeichnet. Der Schlußchor „Lobet den Herrn" von Othegraven gab der ersten großen Sängerveranstaltung einen mächtigen und weihevollen Abschluß. Die große Frankfurter Festhalle war wieder fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als am SamS- tagnachmittag das zweite große Hauptkonzert seinen Anfang nahm. Rund 9000 Sänger, die von den Bünden Hessen, Nordmark, Pommern, Rheinprovinz, Schlesien, Schwaben und Westfalen gestellt wurden, füllten das mächtige Podium. 5>ie Leitung der Gesamtchöre lag bei Rudolf Hoffmann, Bochum, der eine sehr abgerundete Leistung vollbrachte und mit seiner Sängerschar stürmisch applaudiert wurde. Das Programm war diesmal sehr volkstümlich gehalten, einen breiten Raum nahm das deutsche Volkslied ein. Eine kurze Ansprache hielt der stellvertretende BundeSvorsitzende Georg Brauner, Berlin. Mit Einzelvorträgen trat bei diesem Konzert derSchwäbischeSängerbund unter Leitung von Dundeschormeister Wilhelm R a g e l, Ehlingen a. R., hervor. Den Abschluß der Programmfolge bildete ein großer Chor mit Blasorchester von Joseph Marx, .Morgengesang". Gänger-Kundgebung im Stadion. Um 18 Uhr versammelten sich bie Sänger zu einer großen Kundgebung im Frankfurter Stadion. Es mögen 30 000 Sänger und Freunde des Gesanges gewesen (ein, bie bie Frankfurter Sportstätte füllten. Unter Leitung bes ersten Staatskapellmeister Dr h. c. Robert Laugs (Kassett, des Vorsitzenden bes Mu- sikausschusses des Deutschen Sängerbundes, fangen etwa 20 000 Sänger das Bundeslied von C. F. Zelter. „Sanctus" von Franz Schubert und „Heimatgebet" von Hugo Staun. Der Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes, Dr. Karl Hammerschmidt, richtete eine packende Ansprache an die Sänger. Die Kundgebung solle beweisen, daß die deutsche Sängerschaft auch in den Zeiten der Not und der wirtschaftlichen Bedrängnis zu ihren Idealen stehe. Sie solle aber auch zeigen, daß die Grenzen der Staaten nicht zusammenfallen mit den Grenzen des Deutschtums. Mit erhobener Stimme forderte der Redner die Zehntausende auf, Treue zu geloben für das deutsche Lied und das deutsche Volksrum. Mit erhobenen Händen legte die Sängerschaft dieses Treugelöbnis ab, und mächtig brauste zum Schluß das Heil für das deutsche Lied und Vaterland zum Himmel empor. Das Deutschlandlied beendete die Kundgebung. Kundgebung des Hessischen Sängerbundes. Zu einem machtvollen Treuegelöbnis für das deutsche Lied gestaltete sich die große Kundgebung des HessischenSängerbundes am Samstagabend auf dem Börsenplatz. Rach Einbruch der Dunkelheit bewegte sich ein von der hessischen Sängerschaft gebildeter imposanter Fackelzug von der Festhalle durch die Hauptstraßen der Feststadt nach dem Börsenplatz. Auf dem Wege dorthin hatten viele Tausende von Schaulustigen Aufstellung genommen, und auch die für den am Sonntag stattfindenden Festzug errichteten Tribünen waren bis auf den letzten Platz besetzt. Auf dem Börsenplatz richtete der Vorsitzende des Hessischen Sängerbundes, Ministerialrat Dr. S i e g e r t, herzliche Worte der Begrüßung an die Sängerschaft und an die Bewohner der Feststadt. Er zog einen Vergleich mit den früheren deutschen Sängerbundesfesten und kam au dem Schluß, daß trotz der großen Rot des deutschen Volkes sich das 11. Deutsche Sängerbundesfest seinen Vorgängern würdig an die Seite stellen könne. Er ermahnte die Sänger, kräftig mitzuarbeiten an dem Wiederaufstieg des deutschen Volkes. Unter der Stabführung des Bundeschormeisters O. Raumann trug dann die hessische Sängerschaft verschiedene Chöre vor, die von der gewaltigen Menschenmenge, die sich auf und um den Börsenplatz eingefunden hatte, mit stürmischem Applaus belohnt wurden. Rach der Kundgebung zog der größte Teil der hessischen Sänger wieder im Fackelzug nach der Festhalle. andere marschierten in kleineren Abteilungen nach ihren Quartieren. Zweimal eine halbe Stunde: „MleMche"! Wovon Vertreter im Wartezimmer sprechen ... Don Heinz JRofen. Als mich mein Freund, der Stadtvertreter, auffordert, ihn auf feiner Tour zu begleiten, nur zu bem Zweck, in den Wartezimmern, die bie verschiedenen Firmen am Offertentag für die „D e r k a u f s- tanonen", die »Klasfeakguisiteure" und die „K l i n k e n p u tz e r" und die „Stadt- latsche" bereitfteüen, deren Gespräche zu belaufen, greife ich freudig zu. Ich bin allerdings erstaunt, als mich mein Freund bereits um 6 Uhr früh aus dem Bett trommelt. „3a, das ist nun mal so", erklärt er, „wer zuerst in der .Klinkenlatsche" erscheint, ist nicht genötigt, stundenlang auf Abfertigung zu warten!" Immerhin, dank meinem Säumen, wird es halb neun, als wir die „Klinkenlatsche", das Vertreterwartezimmer eines Lebensmittelkonzerns im Berliner Norden betreten. Hier ist bereits Hochbetrieb. Ich sehe mich in bem kleinen Raum, der intensiv nach abgestandenem Zigarrenrauch duftet, um. Es ist eine ziemliche Zumutung, in diesem Verließ zwölf, ja, unter Umständen zwanzig Herren oft stundenlang warten zu lassen. Die Stimmung ist daher die denkbar schlechteste! Mein Freund wird nichtsdestotrotz mit lautem Halloh begrüßt. Ich, „der Novize", drücke mich still in den Winkel und lausche! Der Chef dieser Firma scheint so etwas wie ein Konglomerat aus sämtlichen schiech- ten Eigenschaften zu (ein. Er wird hier in der Klinkenlatsche nur „I 1" genannt, seine Frau, die gleichfalls dem Vernehmen nach ein süßes Stückchen Malheur sein muß, „I 2" während eine weibliche Persönlichkeit „P 3" geradezu ein Engel an (Ein« fidjtjein muß, offenbar die Lagerchefin! „W i e fessele ich meinen Man n?I" ist heute mehr denn je die Losung bei den Vertretern. Ränke und Schliche müssen ersonnen werden, um den Mann zu „packen" und so zu „fesseln", daß er nicht „abspringt"! Einer, ein dicker, grundgemütlich aussehender, kleiner Herr, erzählt: „... werde ich doch fuchsteufelswild, als mir X 2 sagen läßt, X 1 fei' für mich nicht zu sprechen! Siebenmal war ich herkarriolt, um nun so abgewiesen zu werden. Ich runter, treffe P 3 auf der Treppe. .Bestellen Sie der Chefin einen schönen Gruß', sag ich, .und ich laß ihr sagen, ich bin kein schönes Mädchen, sie braucht nicht so auf ihren Mann aufzupassen!' In dem Moment kommt X 1 die Treppe hinauf, mustert mich ängstlich, fragt bann, als ich weitergehe, '}) 3 nach meinem Namen. Am nächsten Tage habe ich meinen Auftrag per Post im Haus. Die Herr- schäften sind meine Dauerkunden! Na, ich bin nicht so ein furchtsames Gemüt wie X 1, dieser alte Sünder! Hab ja auch keinen Drachen zu Hause, den ich zu fürchten habe!" Inzwischen ist die Luft unerträglich geworden. Es ist eine Nichtachtung ohnegleichen, abhängige Menschen so zusammenzupferchen! Ein Scherzbold läßt sich vernehmen: „Wenn Sie am Kurfürstendamm ein echtes Fünfmarkstück für vier Mark fünfzig verkaufen wollen, es wird Ihnen keiner abkaufen!" ??? „Weil keiner mehr soviel Geld hat!" Mein Freund kann nicht länger warten. Er ist noch zu einer anderen Firma bestellt. Ich fange einen vorwurfsvollen Blick auf: Warum hast du so getrödelt!! Wir gehen. Der Scherzbold ruft uns nach: „Also schicken Sie die Ware wie vereinbart! Sie wissen ja: sofortige Kasse! Und heißen Dank für Ihre persönliche Bemühung!" Wieder an der Luft. Uff! „Sag mal, ist das überall so?" „Du wirst dich wundern!" Es ist halb zwölf geworden, als wir die „Klinken- latsche" eines Konzerns am anderen Ende der Stadt betreten. Welch ein Unterschied. Drei große, vornehm tapezierte Warteräume mit Perserteppichen, alten Stichen und Radierungen an den Wänden, mit Klubsofas und Gobelinsesseln, mit- gefüllten (!) Zi« garettentaften, Aschenbechern und modernen Zeitschriften! In jedem der drei Klinkenlatschen Haustelephon und Diktavhon. Ueber dem Eingang Signalbuchstaben, die aufflammen und verebben. Herr Weißnichtwie ist beschäftigt! Herr Werdichwas läßt bitten! Hier ist auch die Stimmung eine ganz andere. Man spricht hier nicht von den Direktoren in Buchstaben und Zahlen, sondern nennt sie bei Namen! Aber so anheimelnd das Milieu, so liebenswürdig die Auskünfte des schönen Anmeldefräuleins sind, um so schwieriger ist es offenbar, hier einen Abschluß zu machen! Der Unterschied zwischen der ersten und dieser „Klinkenlatsche" ist eben vornehmlich Der, daß hier die Abweisungen auf eine aalglatte, höfliche Weise erfolgen! Einer der anwesenden Vertreter, offenbar eine Verkaufskanone ganz großen Formats (für den man die Bezeichnung „Klinkenlatsche" in „Kanonenrohr" umtaufen müßte), berichtet von den Tricks der lieben Konkurrenz, in den Besitz von Fabrikationsgeheimnissen zu gelangen. „Einmal nur bin ich hereingefallen", sagt er „aber gründlich! Das war in der „Klinke" einer Firma, deren Inhaber sich jeden Vorschlag anhören und wo man entsprechend lange warten muß! Ich mache Sprach, so, wie ich ja nie lange warten kann! Und tatsächlich erscheint ein Herr, begrüßt mich, „ah, sehr erfreut!", bugsiert mich in ein anderes Wartezimmer, das auffallend leer ist und horcht mich nach allen Regeln der Kunst aus. Ich war offenbar angeblöbet, denn ich gab ihm alle Geheimnisse preis! Dann verabschiedete er sich hastig, verspricht, mir den Auftrag hineinzu- schicken. Ich warte. Nichts! Melde mich wieder an. Werde empfangen. Kein Mensch weiß von dieser Begegnung, kennt auch nur meinen Partner dem Aussehen nach, kein Mensch weiß, daß ich im Wartezimmer der Ueberseekunden gewesen bin. Das war ein Spion und beileibe kein Vertreter! Kein An« gehöriger unseres Standes würde sich je dazu her- geoen! Ich bin ihm nie wieder in einer ,Klinke" begegnet!" Da es nun bald so weit ist, daß ich nach meinem Begehr gefragt werde, verabschiede ich mich und gehe ... Zwei halbe Stunden aus dem täglichen Kampf ums Geschäft und um die Existenz ... und eine Galerie von abgearbeiteten, müden Gesichtern, vor die erst im gegebenen Moment die obligate Maske bes aufgekratzten Vertreters gestülpt wird... Buntes Oie schöne Susi. Tie Berliner Polizei hat wieder eine Rauschgiftzentral« ermittelt, von der die Lebewelt des Berliner Westens mit Kokain versorgt wurde. In einer stillen Straße des Westens befindet sich eine Bar, die hauptsächlich von Künstlern, Filmleuten usw. besucht wurde. Als Bardame fungierte Hanna Busch, allgemein die „f chöne Susi" genannt. Es wurde angenommen, daß die schöne Susi die Attraktion der Bar war, die jene merkwürdige Zugkraft ausübte. In Wirklichkeit aber konnte man in der Bar Kokain erhalten und daher der rege Besuch. Die schöne Susi stand mit dem Russen Rodstein, einem berüchtigten Hochstapler, Falschspieler und Wechselfälscher, in Verbindung, der der Lieferant des Rauschgiftes war. Rodstein hatte sich in seiner Wohnung ein Geheimtelephon anlegen lassen. Die Rümmer kannte nur die schöne Susi, die von der Bar aus die Bestellungen für Kokain unter einem bestimmten Stichwort an Rodstein übermittelte. Erst nach langwierigen Ermittlungen und Beobachtungen gelang der Kriminalpolizei die Aufklärung der Qlffäre. Rodstein arbeitete mit großer Vorsicht. Wenn er in die Bar ging, oder von dort zurückkam, machte er erst stundenlange älmwege, um etwaige Verfolger uno Beobachter irre zu führen. Die Angelegenheit beweist wieder, daß der Rauschgifthandel trotz aller behördlichen Ünter- drückungsmaßnahmen nicht auszurotten ist. Immer finden sich Menschen, die für das gefährliche Laster den Stofs liefern. Die Beschaffung der Droge bereitet den Schiebern erhebliche Schwierigkeiten. Früher wurde das Kokain hauptsächlich aus Paris bezogen. Infolge der Devisenkontrolle ist der Bezug aus dem Ausland so gut wie unmöglich geworden. Der Bedarf kann nur aus inländischen Vorräten gedeckt werden. Rach Ansicht der Polizei sind die Vorräte noch sehr groß und werden durch die vielen Einbrüche in Apotheken ergänzt. Die Schwierigkeiten der Reubeschasfung zwingen jedoch die Händler zur Rationalisierung. Dies hat das eine Gute, daß dem Koka in schnupfen eine gewisse Grenze gesetzt ist. Der Kokainist bekommt nur ganz minderwertige Mischungen zu kaufen, wenn nicht überhaupt nur irgendein harmloses Schlafpulver. Lehensstatistik eines Sonderlings. Ein 80jähriger Sonderling hat feine Lebe..s- geschichte verfaßt. Dabei kam er zu folgendem Resultat seines Lebens: Schlafen und Ankleiden: 26 Jahre, 312 Tage, 18 Stunden und 22 Minuten. Arbeit: 21 Jahre, 95 Tage, 14 Stunden und 40 Minuten. Schlechte Laune und Aerger: 6 Jahre, 116 Tage, 14 Stunden 40 Minuten. Essen und Trinken: 5 Jahre, 346 Tage, 16 Stunden und 45 Minuten. Liebe: 4 Jahre, 39 Tage, 8 Stunden und 27 Minuten. Ferien: 4 Jahre, 12 Tage, 15 Stunden unb 3 Minuten. Reisen: 3 Jahre, 273 Tage, 18 Stunben und 24 Minuten. Zeitungslesen: 1 Jahr, 243 Tage, 7 Stunden und 18 Minuten. Rasieren: 228 Tage, 2 Stunden und 52 Minuten. Schuhe anziehen: 39 Tage, 19 Stunden und 18 Minuten." Nach der Uhr hat der Mann 30 Tage lang fernes Lebens geschaut. Das Aufschließen feiner Haus- türe kostete ihm 28 Tage, das Einstecken bes Feder- Halters und Füllbleis 21 Tage, b.s Binden der Kra- watten 18 Tage. 18 Tage hat er auch tm Theater zugebracht, 12 Tage lang brauchte er, um feine Allerlei. dicken Zigarren anzuzünden und 13 Tage lang hat er seine Nase geschnäuzt. 12 Tage lang mußte er seinen Kragenknopf suchen, fünf Tage raubte ihm bas Reinigen seines Kneifers und wieder fünf Tage , opferte er dem wohligen Gähnen. Für Kindererziehung hat er 26 Tage gebraucht, für die Er- ziehung von Hunden zwei läge. Zum Schluß erfährt man noch, daß der Biedere in feinem Leben auch gelacht hat: einen Tag, 22 Stunden und 3 Minuten. Wie lange er gebraucht hat, um alles das auszurechnen, darüber hat der gute Alte leider nicht nachgedacht. Er hat uns auch nicht verraten, weshalb er sechs Jahre lang sich geärgert hat, aber die Rechnung mag schon stimmen, wenn er für Liebe vier Jahre und für Zeitungslesen fast zwei Jahre in Rechnung gestellt hat. Allzuviel ist ungesund. Der englische Schriftsteller Stephen Leacock, der kürzlich ein Buch über seine Reisen in Rußland veröffentlicht hat, erzählt eine Geschichte, die, wenn nicht wahr, doch jedenfalls gut erfunden ist. Sie handelt von einem kaukasischen Ingenieur, der nach Rußland kam, um hier unter dem Fünfjahr-Plan einen riesigen Brutapparat aufzustellen, durch den die Hühnerzucht in gewaltigem Ausmaß gefördert werden sollte. Der Apparat funktionierte unter der Aufsicht des Erbauers tadellos und brachte aus 50 000 Eiern nicht weniger als 49 700 Küken hervor. Als er aber auf Befehl von Moskau hin die Bedienung einem russischen Aufseher übergeben hatte, wollte dieser die Sache noch besser machen und durch Erhöhung der Temperatur das Drut- gcschäft beschleunigen. Da zeigte sich wieder einmal, daß allzuviel ungesund ist. Anstatt des erwarteten Küken-Segens bestand nämlich das Ergebnis, das der Apparat hervorbrachte, in 50 000 hartgekochten Eiern. Kampf zwischen Brillenschlangen. Die Königs-Kobra des Rcuyorker Dronx- Park, daS größte Tier ihrer Art in der Gefangenschaft, hat sich jetzt eine schwere Riederlage zugezogen. Sie unterlag in einem furchtbaren Ringkampf mit einer anderen Brillenschlange. Der Leiter des Reptilienhauses in dem Tierpark, Dr. Raymond Ditmars, hatte aus Sumatra eine neue Brillenschlange erhalten und die beiden Schlangen zusammengebracht. Die Königs-Kobra, die sich als alleinige Herrin fühlte, griff den Neuankömmling wütend an, denn sie war ihr mit ihrer Länge von mehr als 3 Meter weit überlegen. Die andere Schlange, die nur 2,5 Meter lang ist, kam aber frisch aus dem Urwald, während die Königs-Kobra durch ihre dreijährige Gefangenschaft augenscheinlich an Kampfkraft viel eingcbüßt hatte. Dr. Ditmars beobachtete mit zwei Wärtern und einem zahlreichen Publikum die Entwicklung des wilden Ringens. Dieses dauerte 20 Minuten, und immer wieder schnellten die Reptilien mit der Geschwindigkeit des Blitzes gegeneinander. Genug Gift, um ein Regiment Soldaten zu töten, wurde aus ihren Zähnen geschleudert, und da man fürchtete, daß der Kampf mit dem Tode eineS der Gegner enden könnte, wurden sie schließlich durch einen starken Wasserstrahl auseinandergebracht. Es war die höchste Zeit, denn die Königs-Kobra war vollkommen erschöpft und verkroch sich in einem Winkel. 9Jt.-*fpont Günther Grönhoff t- Der 23.3uli ist ein schwarzer Tag für die deutsche Segelfliegerei geworden. Rachdem erst kürzlich Ruediger abgestürzt war und am Freitag, obwohl glimpflich abgelaufen, Kronfeld, ist heute Günther Grönhoff mit seinem „Fafnir" ab- gestürzt. Von Sieg zu Sieg hatte der „Fafnir" den 24jährigen Frankfurter geführt. 3m April 1931 legte Grönhoff die 140 Kilometer lange Strecke zwischen Darmstadt und Vuehl mit seinem Apparat zurück. 3m Mai desselben 3ahres gelang es ihm, den Segelflugweltrekord zu erringen, als er die 272 Kilometer lange Strecke von München-Oberwiesenfeld nach Kaaden in der Tschechoslowakei im Gewittersturm überwand. Ein 222-Kilometerflug von der Wasserkuppe bis nach Meitzendorf bei Magdeburg wurde von der Federation Aeronautique 3nternationale als internationaler Rekord anerkannt. 3mmer war hierbei der „Fafnir" seinem Piloten treu geblieben. Rur als Grönhoff auch die Berge bezwingen wollte und mit seinem Apparat auch vom 3ung- fraujoch abzufliegen gedachte, ritz ihm beim Start die Hälfte des Höhensteuers ab. Fast steuerlos gelang es damals dem jungen Piloten mit äuher- ster Energie fast 2000 Meter tiefer glücklich zu landen. Damals wäre dem kühnen Flieger ein Steuerungsdefekt beinahe zum Verhängnis geworden. Heute ist Günther Grönhoffs Schicksal durch ein Versagen der Steuerung besiegelt worden. Die deutsche Segelfliegerei beklagt in Grönhoff einen ihrer Vesten. Wie das Ltnglück kam ... Bis 18 Mr war das Wetter in der Rhön äutzerst ungünstig. Um 18.15 Mr zog dann eine schwarze Wolkenfront heran und fast alle für den Leistungswettbewerb gemeldeten Piloten starteten in schneller Reihenfolge. Groenhoffs „Fafnir" startete zuerst, mutzte aber sofort wieder landen. Die Maschine wurde erneut zum Westhang gebracht und jetzt startete der „ Fafnir" mit Rückenwind. Beim Start schlug die Maschine nochmals auf den Boden auf., Die Steuerung wurde beschädigt. Der „Fafnir" zog mit grotzer Geschwindigkeit in geringer Höhe talabwärts, legte sich schräg und Groenhoff sprang aus 80 Meter Höhe aus dem Apparat. Als der Fallschirm sich öffnete, schlug der Körper bereits auf den Boden auf. Mit schweren Kohfverletzun- gen wurde Groenhoff tot aufgefunden. Die Maschine wurde völlig zertrümmert. 11. Nationale Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900. Die Durchführung der 11. Nationalen Wettkämpfe, über die wir noch eingehend berichten werden, gestalteten sich für die Spielvereinigung zu einem schönen werbenden Erfolg. Die Wettkämpfe standen auf beachtlicher Höhe, wie es schließlich bei der Teilnahme von Deutschen und Landesmeistern nicht anders zu erwarten war. Eine stattliche Anzahl Zuschauer hatte sich eingefunden. Es ergaben sich spannende Wettkämpfe, das Wetter war der Veranstaltung sehr günstig. Hervorragende Leistungen wurden im Kugelstoßen (Berg, IG.-Sportverein 14,82 Meter) und im Diskuswerfen (Kilo, Wetzlar, mit 43,47 Meter) erzielt. Den Wanderpreis für die 4 mal 100-Meter-Staffel gewann endgültig die Frankfurt - „Eintracht" - Mannschaft, lieber 100 Meter gab es einen spannenden Kampf zwischen Mährlein (Eintracht) und W. Müller (1900). Mährlein lief die 100 Meter in 10,9, Müller in 11 Sekunden. Die Wettkämpfe waren vorzüglich organisiert. (Wir berichten noch eingehend über diese Veranstaltung.) Gießen-WLen 0:8. Die Wiener Arbeiter-Futzball-Marmschaft, die am Samstagabend in Dietzen zu Gast war und gegen die 1. Mannschaft der Freien Turnerschaft Gießen auf dem Waldfportplatz des VfB. ein Freundschaftsspiel austrug, hinterließ den denkbar besten Eindruck. Auf Grund ihrer großen technischen Llebevlegenheit ihres ausgezeichneten Kombinationsspieles, chrer vorbildlichen Ballbehandlung gewannen die Gäste das Spiel mit 8:0 Toren. Eingehender Bericht folgt. Internationale Mainzer Mder-Regatta. Oer Gießener Achter nur auf dritten Plätzen. Erster Tag. Die diesjährige internationale Mainzer Ruder- Regatta hat, trotz der schlechten Verhältnisse, eine ausgezeichnete Besetzung in allen Konkurrenzen aufzuweisen. Das Wetter war schön, so daß sich eine außerordentlich große Zuschauermenge eingefunden hatte. Auch das Wasser war ruhig, fast glatt. Leider hatten zwei Entscheidungen des Schiedsgerichtes einen Mißton in die Veranstaltung gebracht. Der Ausgang des Vierer ohne und des Ersten (Einer- rennens war nicht ganz einwandfrei. Im Ersten Einer passierte Paul, RG. Sachsenhausen, mit sieben Längen Vorsprung das Ziel, wurde dann aber, ebenso wie G. Schäfer, Dresden, wegen Verlassens der Bahn distanziert. Ueberraschend kommt der dritte Platz der Gießener RG., die erst am letzten Sonntag in Offenbach gegen Mainz-Kastel ein hervorragendes Rennen gefahren hat. Man hätte die Gießener zumindest auf dem zweiten Platz erwartet. Die in diesem Jahre noch ungeschlagene Maas-Mannschaft der Saarbrücker Undine hat sich auch in der ersten Klasse gut placiert. Oer zweite Tag. Den bei schönem Wetter durch einen leichten Seitenwind gering beeinträchtigten Rennen der Mainzer Regatta wohnten am Sonntag eine Reihe von Ehrengästen, u. a. der frühere Groh- herzog von Hessen, sowie der Ehrenvorsitzende des Deutschen Ruderverbandes, Dr. R u p p e r t i bei. Es gab wieder eine Reihe recht spannender Kämpfe. 3m 3ubiläums-Achter bewies der Seeclub Luzern auch am zweiten Tage, daß er den Kastelern nicht viel nachsteht. Rur mit Lufikastenlänge liehen sich die Schweizer schlagen. Königsberg zeigte sich als eine flott rudernde Mannschaft, die aber durch zu geringes Gewicht gegen die südwestdeutsche Konkurrenz nicht bestehen konnte. 3m Zweier ohne Steuermann gewann Berlin-Wannsee auf Grund kraftvollerer Ruderarbeit mit eineinhalb Längen gegen das Leverkusener Paar Gebr. Stange. 2 Siege, 2 Niederlagen der Gießener Ruderer. Die Giehener Mannschaft konnte am Samstag und am Sonntag im Achter nicht das zeigen, was man ursprünglich in Anbetracht der an den letzten Sonntagen gezeigten Leistungen erwartet hatte. Zwar lieferten die Siebener.durchaus noch achtbare Rennen gegen starke Gegner, über den dritten Platz konnten sie aber nicht hinauskommen. 3n der Hauptsache lag die Ursache dessen in einer schweren 3ndispvsitton des Schlagmannes Götz, der durch Krankheit nicht ganz auf seiner sonstigen Höhe war. 3m Herausforderungs-Achter, der am Samstag gefahren wurde, ergab sich folgendes Resultat: 1. Seeclub Luzern 6:02,5; 2. Akademischer RE. Berlin 6:04,8; 3. Giehener RG. 6:07. Einen schönen Erfolg konnte 3ödt im zweiten Einer (ebenfalls am Samstag) buchen. Er startete gegen ben Cochemer Friederichs und den Hanauer Möller, hielt von Anfang an die Führung und lag im Ziel mit drei Dootslängen vor dem Zweiten. Das Ergebnis: 1. 3ödt-Giehe- ner RG. 8:33; 2. Friederichs-Cochemer RG. 8:39; 3. Möller-Hanauer RG. 8:54. Einen beachtlichen 1. Sieg errangen die Giehener im Grohherzogs-Vierer. Rachdem in den Vvrrennen des stark belegten Wettbewerbs der Hamburger Vierer und der Vierer von Mainz- Kastel ausgeschieden war, setzten sich in der Entscheidung die Giehener mit einer Länge Vorsprung gegen die übrigen Konkurrenten durch. Ergebnis: 1. Gießener RG. 6:48; 2. Ludwigshafener RD. 6:51,2; 3. Frankfurter RG. Germania 6:51,4; 4. Mainzer RV. 6:52. Der Jubiläums - Achter sah die Gießener Rudergesellschaft aus den bereits erwähnten Gründen wieder nur auf einem 3. Platz. Immerhin bleibt beachtenswert, daß sie sich mit nur einer Länge zurück hinter dem Sieger, dem Achter der Mainz-Kaste- ler RG. halten konnten. Es ergaben sich folgende Zeiten: 1. Mainz-Kasteler RG. 6:07; 2. Seeclub Luzern 6:07,2; 3. Gießener RG. 1877 6:13; Mainzer RV. aufgegeben. Deutschland verliert 2:3 gegen USA. Glänzende Leistungen der Deutschen im Davispokalkampf. USA. gewinnt das Doppel. Am Samstag wurde im Pariser Roland Garros Stadion der DavispokalkaMpf Deutschland gegen USA. mit dem Doppel fortgesetzt. Vor rund 4000 Zuschauern konnte das amerikanische Paar Alli- son—van Rhn erwartungsgemäß die deutsche Kombination P r e n n—v. ©ramm glatt schlagen. Die Deutschen leisteten zwar zeitenweise einen sehr hartnäckigen Widerstand, auf die Dauer konnten sie aber den in Hochform spielenden Amerikanern nicht standhalten. Sie muhten schließlich das Match nach drei Sätzen mit 6:3, 6:4, 6:1 verloren geben. Den deutschen Spielern steckten sichtlich noch die Kämpfe des vorangegangenen Tages in den Knochen, während Allison und van Ryn völlig aus- geruht antraten. Dieser Unterschied in der Kondition zeigte sich ganz klar im dritten Satz, als die Amerikaner gegen die ausgepumpten Deutschen leichtes Spiel hatten und um eine Klasse besser waren. Damit stand also der Davispokalkampf Deutschland—USA. 2: 1 zugunsten Amerikas. Oie entscheidenden Einzelspiele. o. Gramm verliert... Am Sonntagnachmittag kamen dann die letzten und entscheidenden Einzelspiele zum Austrag. Der amerikanische Tennismeister Ellsworth V i n e s konnte erwartungsgemäß sein Spiel gegen Gottfried v. Gramm gewinnen. Mit 3:6, 6:3„ 9:7, 6:3 mußte sich der Deutsche erst nach hartem Widerstand geschlagen bekennen. Vor 8000 Zuschauern lieferte v. Gramm einen heroischen Kampf. Der Kampf wurde für die Zuschauer geradezu zu einer Sensation. Den ersten Satz konnte der Deutsche nach einem taktisch hervorragenden Spiel mit 6:3 gewinnen. Auch im dritten Satz zeigte sich v. Gramm von der besten Seite und wurde vom Publikum stürmisch angefeuert. Als er mit 7:6 die Führung an sich riß, glaubte man schon an seinen weiteren Satzgewinn. Doch einige Unsicherheiten und Ermüdungserschei- nungen des Deutschen verhalfen dem Amerikaner noch zu einem 9:7-Satzgewinn. Nach der Pause war v. Gramm auf die Dauer diesem schweren Kampf physisch nicht mehr gewachsen. Zudem wurde Dines zusehends besser. Trotzdem kämpfte v. Gramm noch einmal wie der Teufel und erst nach einem hart umstrittenen Matchball konnte der Amerikaner mit 3:6, 6:3, 9:7, 6:3 das Match <^n sich bringen. ... und Prenn gewinnt. Das zweite Spiel des Tages brachte für Deutschlands besten Tennisspieler, Prenn, einen neuen Triumph. Mit 1:6, 0:6, 8:6, 6:2 mußte sein Gegner Shields eine ziemlich blamable Niederlage ein» stecken. In den ersten beiden Sätzen hatte der Amerikaner überhaupt keine Gt-.ice gegen den in Hochform spielenden Deutschen. Erst beim dritten Satz, als er bereits von den Zuschauern ausgepfiffen wurde, besann sich Shields daraus, daß er seinen Farben die Blamage einer Dreisatzniederlage ersparen müsse. Er konnte auch durch äußerste Energie diesen Satz mit 8:6 an sich bringen. Der vierte Satz jedoch besiegelt sein Schicksal endgültig, denn Prenn nützte seine taktische Ueberlegenheit voll aus und überließ Shields nur zwei Spielgewinne. Deutschland hat somit den Davispokalkampf gegen Amerika mit 2:3 verloren. Diese Niederlage ist aber trotzdem ein großer Erfolg für das deutsche Tennis. Eine so knappe Niederlage gegen den hohen Favoriten für den Davispokal ist für die Weltgeltung des deutschen Tennissportes von außerodentlicher Bedeutung. Vor einer neuen Zinssenkung? (Don unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.) Eine Welle der Geldverbilligung geht durch die ganze Welt. Die Wirtschaftsdepression hat nicht nur Arbeitgeber und Arbeiter, sondern auch das Geld beschäftigungslos gemacht. Das frei gewordene Geld drückt auf die i n t e r n a t i o n a l e n G e l d - und Kapitalmärkte. 3n den meisten Landern ist der offizielle Diskontsatz auf 2 oder 2,5 v. h. gesunken, für täglich kündbare Einlagen werden nur nod) ganz minimale Zinssätze vergütet. Von den kurzfristigen Geldmärkten hat sich die Zins- senkung auf die Kapitalmärkte sortgepflanzt. Eng- land hat eine Konversion seiner hochverzinslichen Staatsanleihen in niedriger verzinsliche mit bestem Erfolge durchgesührt. Frankreich will ihm auf diesem Wege folgen. Alle höher verzinslichen französischen Staatsrenten sollen in 4,5prozentiae umgetauscht werden. Insgesamt wird sich die Konversion aus rund 84 Milliarden Franken 5= und 6pro- zentige französische Renten erstrecken. Das Rentner- volk, das früher an sehr niedrige Zinssätze der Staatsanleihen gewöhnt war, wird sich mit dieser großzügigen Transaktion, die dem französischen Staate mehr als eine Milliarde jährliche Zmser- sparnis bringen wird bereitwillig abfinden. Denn den geringeren Zinssätzen stehen auf anderen Gebieten erhebliche Entlastungen gegenüber unb letzten Endes kommt alles, was der Staat an Zinsen erspart, dem Steuerzahler zugute. . Soll Deutschland inmitten dieser allgemeinen Geldoerbilligung eine Insel verhältnismäßig hoher Zinssätze bleiben? Das würde für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf den Weltmärkten ein nicht zu überwindendes Hindernis sein, da die deutsche Produktion ohnehin durch hohe Steuern und soziale Auf- Wendungen stark vorbelastet ist. Seit einiger Zeit sind aber alle Bemühungen, die deutschen Zinssätze zu senken, auf scheinbar unüberwindliche Widerstände gestoßen. Einer Herabsetzung des Reichsbankdiskonts unter den heutigen Satz von fünf Prozent steht das Bankgesetz entgegen. Obwohl dieses Hindernis mit der Ratifikation des Lausanner Abkommens in Wegfall kommen wird, ist es nicht gelungen den internationalen Notenbankpräsidenten chon jetzt die Zustimmung zu einer Senkung des Reichsbankdiskonts auf 4 Prozent abzuringen. Demgemäß müssen auch die ausländischen Stillhalteschul- den weiter mit 5 Prozent und mehr verzinst werden. Allerdings muß anderseits anerkannt werden, daß die ungünstige deutsche Gold- und Devisenlage die Situation der Reichsbank in der Diskontfrage erheblich kompliziert. Soeben mußten wieder mehr als 50 Millionen Mark Gold aus den knappen Beständen der Reichsbank zur Bezahlung fälliger Schulden an das Ausland abgegeben werden. Die Deckung des Notenumlaufes durch Gold und Devisen beträgt zur Zeit weniger als 25 Prozent, während doch ein 40prozentiges Deckungsver- hältnis die Voraussetzung für eine Herabsetzung des Reichsbankdiskonts auf weniger als 5 Prozent fein soll. Unter diesen Umständen wird eine Beeinflussung des zu hohen deutschen Zinsstandes von der Diskontseite her vorläufig kaum möglich sein. Da die deutsche wirtschaft eine Ermäßigung der Zinslasten dringend braucht, so glaubt man, daß- schon in nächster Zeit eine abermalige Herabsetzung der Zinsen aller festverzinslichen Wertpapiere verordnet werden wird. Man wird den gesetzlichen Höchstzinssatz von 6 auf 5 oder auf 4,5 v. h. herabsehen. Die Wirkungen eines solchen Eingriffs sind für die Inhaber der Rentenwerte die gleichen, wie die einer Rentenkonversion. Der Unterschied besteht nur darin, daß in England und Frankreich die Anleihebeträge denjenigen Inhabern von Renten, die mit der Zins- kürzung nicht zufrieden sind, in bar zurückge- zahlt werden. Das ist in Deutschland nicht möglich. Aber praktisch hat es kaum Bedeutung, da ja nur sehr wenige Rentenbesitzer von diesem Rechte der Rückforderung Gebrauch machen dürften. Was sollen sie auch mit dem Gelde anfangen, da sie es nirgends bei gleicher Sicherheit höher verzinslich anlegen können. Der deutsche Ren ten markt hat sich übrigens schon feit längerer Zeit auf die neue zweite Zinssenkung eingestellt. Sie wird mit größter Wahrscheinlichkeit kommen, sobald sich bei einer Belebung der Konjunktur eine erhöhte Geldnachfrage fühlbar machen wird. Dann wird man zum zweiten Male versuchen, von der Sette der Zinssätze für langfristige Kredite her den Markt der kurzfristigen Leih- gelder im Sinne einer Zinsermähigung zu beeinflussen. Der bei der ersten Zinssenkung erreichte Teilerfolg wird sich auf diese Weise voraussichtlich wiederhole» lassen. So anfechtbar das angewandte Mittel des Zwanaszinfes ist, so billigenswert ist der er- strebte Zweck: die Senkung der deutschen Z i n s k o st e n, ihre Anpassung an die sehr niedrigen internationalen Zinssätze. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v.H, Lombardzinsfuß 6 v. H .yranitur u. MV. öcri.u Schlußkurs Schluß». Abendbörse Schluß- »urs Schluß», mittag» börse. Daium 1 22.7. 1 23.7 22 7. 23-7. t>% Deunche Uletdisanieihe d. 192'. 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 b'/i% Young-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit Auslos.-Rechten...... Desgl. ohne Auslos.-Rechte . 8% Hess. Volksstaat von 1929 krückzahlb. 102%) ... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammeläbl. Anleihe Serie 1 - ■ • • 8% Franks. Hyv^Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 . 1-/2% Franks. HyV^Bank 2tau,- Pfandbriese. . • - ■ 4'/r% Rheinische HvV^Bank-Ltou Goldpse. ... 8% Pr. Landespsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19..... 7% Pr. Landespsandbriesansial!. Pfandbriefe R. 10 4% Oes! erreich Ische Golvrenie 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% deSgl. von 1913 . . . 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihr Serie I 4% desgl. Serie II 5% «Rumän. verein b.Rcnie v. 1903 4^%Rumcin.vereinv.Renlev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente . e^% 1. Anatolier...... — 62 62,5 62,5 54,25 64,5 65 65 — — 63.25 61,9 41,75 42,25 41,75 42.9 5,075 5,3 5,1 5,35 — — 52 50,5 39,5 40 - — — 38,7 39,4 40 69 69 — — 68,5 68,5 — — 79,25 79,25 — — 80,5 81 — — 67,5 67,75 68 68 — — — — 10 10 _ 10,5 — 1,13 — 5,65 — 5,8 5,8 6,5 6,5 6,7 6,55 — 5,45 — 4,5 4,75 —- 4,9 3,2 3.2 3,25 3.25 3,3 3,3 3,35 3,3 3,3 3.3 3,3 3-4 — ——- — 4 7,25 i 7.25 7,3 7,13 3,65 i 3,6 3,55 3,6 — i 16.65 17 1 16,9 Frankfun a.M. Serlin Frankfurt a. M Bei lin Schlußkurs Schluß». Abend» börse Schluß» kurs Schluß». Miltag« börle Schluß» kurs Schluß». Abendbörse Schluß» »urs Schluß». Mittag- börse Datum 1 22.7. 23.7. 22.7. 23.7. Datum 22-7. 237 22.7. 23.7. Hamburg-Amerika Palei . Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa Dampfschiff ... ■ . 0 . o 11,25 = 10,9 11,13 16,5 11,13 17,75 Riebeck Montan......7,2 Vereinigte Stahlwerke .... 4 Olavi Minen......16'/, 12,5 10,25 12.5 10 12.25 10.4 12,5 10,13 Norddeutscher Lloyd .... . 6 12,5 12,4 12,5 12,25 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 89,5 89 A.G- für Verkehrswesen 9111. 26 28 28 29,75 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 — 97 #5 Berliner Handelsgesellschaft . 8 90 90 90,25 90 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 16 155 156 155 156,25 Commerz- und Privat-Bank . Darmstädter und Nationalbcmk Deutsche Bank und Disconto-Gefellschast. . . 7 16 16 53,5 53,5 8 6 18,5 75 18,5 75 18,5 75 18,5 75 I. G. Farben-Jndustrte. . . Verein, chem. Industrie Frank- 12 86,9 86,9 87,13 86,65 Dresdner Bank...... Reichsbank........ 6 12 18,5 122,75 18,5 123,5 18.5 122.75 18,5 123,75 Scheideanstalt....... Goldschmidt........ 10 . 0 134 15,75 134 15,75 15,75 16,4 91.6.®........... Bergmann........ . 7 . 9 24,5 25,5 24,9 25,65 RütgerSwerke....... Metallgesellschaft. . • • ■ • . 6 . 6 29,5 24,5 30 25,25 30 24,75 30,65 24,5 Elektt. Lieferungsgesellschast. 10 — — 58,5 59,25 30,5 30,25 30,5 Licht und Kraft ..... 10 70,25 70 69,75 70 Philipp Hoymann ..... Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . . . 8 30,5 Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische 6>/z 36 36 37,13 36,4 . 7 35 35 — 57 . 7 31 31 Unternehmungen .... 9 56,5 56,75 56,75 Watch & Freytag ..... . 0 — — Rheinische Elektrizität . . . . 9 62 63.5 62.5 63,5 Schuckert L Co....... Siemens & Halske ..... 11 14 12 61 119,75 76,25 25 67 33,5 61 120 78 25,5 67 33 61 119,5 61,13 120,75 77 Schultheis Papenhofer . . . Aku (Allgemeine Kunstseide) 16 0 33,5 33 53 32,75 52 33,13 29 26,13 81,5 11 Buderus......... Deutsche Erdöl...... Gelsenkirchener...... . 4 . 6 . 8 25,5 66,75 33,65 26,25 66,75 33.5 Bemberg......... Zellstoff Waldhof..... Zellstoff Aschaffenburg . . . Dessauer Gas..... • Daimler Motoren . . . . . Deutsche Linoleum .... Orenstein & Koppel .... Svenska ......... 0 12 6 . e . 0 28 27 19 11 28,5 27 19 11 29 26,9 81 11 . U 49,5 . 6 30,5 30 — . 6 23,5 23,13 21,25 45 21,25 44,5 10 _ — 126 126 45 45 Ilse Bergbau Genüsse . . . *. 6 — — 88,5 16 Nlöclncrwerke....... — 21,5 21,65 21.25 ff.babe .......... 173 177,5 175,25 176 Manneemann-Röhren . . . . 6 37,75 -- 37 37,9 Mansselder Bergbau .... Oberschlel. Koks werke . . . Phönix Bergbau...... Rhetnijche Braunkohlen. . . Rhetnstahl ........ . 0 — 11 11 — Frankfurter Maschinen . . . Gritzner......... . 8 *’/, 15,5 15 28,25 15,25 28 15,2 . 0 1 17 17 18,5 — 10 . 6 172 173 47 171,5 47,65 174 47 Matnkraftwerke Höchst a. M.. Süddeutscher Zucker .... 48,5 1 106 47 106,5 — — 22.3uU 2 3. Juli Amtliche Dotierung Geld | 2)ritr Amtliche Notierung Geld | Aries Helsingfor» . Wien. . . Prag . . Budapest . Sofia . . Holland . Oslo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. ( . Italien. . . Part» . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . 6,364 51,95 12,465 3,057 169,68 74,53 80,57 76,82 14,965 0,923 4,209 58,30 21,46 16,485 81,89 33,67 81,97 1,159 0,325 6,693 13,64 6.376 52,05 12,485 3,063 170,02 74,67 80,73 76,98 15,005 0,927 4,217 58,42 21.50 16,525 82,05 33,73 82,13 1,161 0,327 6,707 13,66 6,364 51,95 42.465 3,057 169,68 74,53 80,47 76,72 14,95 0,923 4,209 58,31 21,46 16.485 81,89 33,67 81,97 1,159 0,325 6,693 13,64 6,376 52,05 12,485 3,063 170,02 74,67 80,63 76,88 14,99 0,927 4,217- 58,43 21,50 16,525 82,05 33,73 82,13 1,161 0,327 6,707 13,66 Banknoten. Berlin, 23. Juli Geld ■ »rief ■ “ Amerikanische Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noten ......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Roten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutscl». Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten. ....... Spanische Noten......... 4,20 58,15 80,29 14,91 16.445 169,31 21.43 74^35 2.49 76,55 81,71 33,53 4,22 58,39 80,61 14,97 16 505 169,99 21,51 74,65 2,51 76,85 82,03 33,67