Ur. 172 Erstes Blatt 182. Zahrgang Montag, 25. Juli 1932 Erschein» täglich, außer Sonntags und Feiertags 'Beilagen: Die Illustrierte (Bie^ener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechmischlüfle anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Stanffurl am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrurk und Verlag: vrühl'fche Univer^llttr Such- und Stdnöruderei H. Lange in Siehen. Sdfriftieitnng und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Rs» klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen Das deutsche Ultimatum Wie wichtig den Franzosen die Abrüstungs- Verhandlungen in Genf erscheinen, das erhellt schon daraus, daß der Ministerpräsident H e r - riet selbst zu den letzten Entscheidungen her- beigeeilt ist. Es waren nicht nur die dringenden Erfordernisse einer aufs höchste zugespitzten politischen Lage in Deutschland, die Herrn von Pa- pen abgehalten haben, seinem französischen Kollegen persönlich gegenüberzutreten. Der Außen- minister von Reurath wäre ja schliehlich abkömmlich gewesen. Auch er blieb fern. Das war schon eine nicht mistzuverstehende Demonstration, die in der Schiustrede Radolnhs nur die formale Bestätigung erhalten hat. In dem Fernbleiben deutscher Minister ist zum Ausdruck gebracht worden, dah die neue deutsche Reichsregierung überhaupt nichts mehr mit den Abrüstungsverhandlungen zu tun haben will, solange sie nicht auf der selbstverständlichen Grundlage der Gleichberechtigung geführt werden. Unsere Gegenspieler müssen uns wirklich viel Geduld und Langmut zugetraut haben, wenn sie von der Mitteilung der deutschen Stellungnahme überrascht waren. Fünf Jahre hat der Völkerbund an vorbereitende Arbeiten vergeudet. Schliestlich kamen Abrüstungsverhandlungen von der Dauer eines halben Jahres zustande. An deren Ende wird nun eine Der- tagungsentschliestung gesetzt, die nur eine Reihe von gänzlich belanglosen technischen Einzellösungen in Kleinigkeiten zusammengesastt, die aber d i e Zielrichtung gänzlich aus dem Auge lästt, die im Versailler Vertrag gegeben wurde und nach der die deutsche Abrüstung nur den ersten Schritt auf dem Wege zur allgemeinen Abrüstung darstellen soll. Aus den Kreisen der nationalen Opposition wurde es Herrn Brüning oft zum Vorwurf gemacht, dah er sich auf eine solche Taktik des Zauderns und Hinauszögerns überhaupt eingelassen habe. Vielleicht gehen diese Vorwürfe an der Tatsache vorbei, dah wir bisher immer noch unter dem Druck der Ungewistheit des ungelösten Reparationsproblems standen. Auch die neuen Männer find in Lausanne schliehlich zu der Erkenntnis gekommen, dah es taktisch zweckmähiger ist, eine Frage nach der anderen zu lösen und nicht die Reparationslösung durch gleichzeitige politische Forderungen- zu gefährden. Sie haben es darum zugelassen, dah die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung vertagt wurde. Hätte man die Abrüstungsfrage aus den allgemeinen Zusammenhängen herausnehmen können, so wäre es zweifellos falsch gewesen, als Brüning zu Anfang des Jahres nicht die Feststellung der Deutschland schon im Versailler Vertrag zugesicherten Gleichberechtigung zur Voraussetzung der Verhandlungsteilnahme machte. Rach dem Abschluß von Lausanne konnten es sich Papen und Reurath gestatten, neue Wege einzuschlagen, die eine völlige Abkehr von den bisher geübten QHe- thoden darstellen. Mit der persönlichen Zu- rückhaltung in Genf sollte deutlich gesagt werden, dah die neuen Männer sich nicht mehr durch das beschwert fühlen wollen, was frühere Regierungen getan und verhandelt haben, vielleicht auch nach Lage der Dinge tun muhten. Die Form, in der der deutsche Standpunkt von Radolnh vorgetragen wurde, ist durchaus maßvoll. Sachlich dagegen bedeutet die deutsche Erklärung ein Ultimatum an die Mächte auf der Gegenseite. Bei Beginn der jetzt abgeschlossenen Derhandlungs- - Phase hat der französische Ministerpräsident T a r - d i e u das bedenkliche Wort gesprochen, daß diese Konferenz keine neue Friedenskonferenz fein werde. Herr Nadolny hat demgegenüber die Ausgabe der Verhandlungen so formuliert, daß auch in ihnen dieLiquidationderVergang e'ritz e i t zur Debatte gestellt sei. Der Verlaus bis zum Abschluß mit einer kläglichen Vertagungsformel hat Herrn Tardieu Recht gegeben. Dorum konnte es für Deutschland nichts anderes geben als die Gegner ultimativ vor die Frage zu stellen, ob sie von dem Geist und von den Methoden der bisherigen Verhandlungsführung grundsätzlich und völlig s i ch ob- wenden wollen oder ob sie es vorziehen, wenn Deutschland beiseite tritt und dann wohl auch, ohne sich an überholte Vereinbarungen zu kehren, in der Rüstungsfrage, das tut, was es selbst im Hinblick auf den Rü'stungszustand der anderen für notwendig und zweckentsprechend hält. Die Formulierung des deutschen Standpunktes läßt kein neues Kompromiß mehr zu. Wir können nach dieser Erklärung nicht mehr nach Genf zurückkehren, ehe in vorausgehenden diplomatischen Schritten unsere Gleichberechtigung gesichert ist. Da der Grundsatz an sich seit Versailles schon feststeht, kann es sich nur noch darum handeln, daß er ganz ausdrücklich zur Grundlage für die weiteren Verhandlungen der Abrüstungskonferenz gemacht wird. Es ist zweifellos mit dem deutschen Ultimatum in Genf ein neuer Abschnitt unserer Außenpolitik erreicht. Deutschland unddasVerlrauensabkommen Deutsche Beteiligung an einem Meinungsaustausch. Berlin, 25. Juli. (WTB. Funkspruch.) wie wir von unterrichteter Seite hören, hot die R e i ch s- regierung in der Angelegenheit des sog. Bet- trauensabtommens auf Grund der von ihr einge- Wendung in Amerika? Senator Borah über Lausanne und die Voraussetzungen einer Kriegsschuldenstreichung. Washington, 24. Juli. (WTB.) Jn einer Rundfunkansprache verteidigte Senator Borah das Lausanner Reparationsübereinkommen gegen die in Amerika lauf gewordenen Kritiken und Zweifel. Er betonte, daß Lausanne den weg zu einer besseren Zukunft eröffne, und falls Amerika die Bedeutung der erfolgten Regelung großzügig und klar erfasse, der ganzen Welt aus der gegenwärtigen Periode des Mißtrauens und Elends heraushelfen könne. Die Reparationen seien tot,und insofern fei der verfall- iet Vertrag beendet. Bald würden sicher auch die Erwähnung der Kriegsschuld und andere Artikel fallen. Der Versailler Vertrag müsse den Geboten des Gewissens und der Gerechtigkeit Raum geben, was AmerikasForderungen an die Alliierten anlange, so sei er nicht nur für ihre Herabsetzung, sondern sei nicht einmal gegen ihre völlige Streichung, sofern beide Teile einem Plan zuftimmen, der eine wirklich reale "Aenderung der gegenwärtigen unhaltbaren und für die Zukunft der Zivilisation gefährlichen Weltlage bringe. Amerika werde sich nicht erholen, und weder die Farmer noch die Stadt- bevölkerung würden wieder aufleben, wenn nicht die internationalen Fragen endlich bereinigt würden. Borat) schlägt hierfür eine Weltkonferenz vor, die sowohl Schulden wie Zolltarife und Währungsfragen behandeln solle. Sachverständige jeder Art müßten dieser Konferenz aber fernbleiben, da diese Fragen bereits über das Stadium der Lösbarkeit durch spitzfindige Methoden von Sachverständigen hinaus seien. Großer Eindruck in aller Wett. Der französlsche Nationalismus wittert Gefahren. London, 24. Juli. (CNB.) Die Bekehrung des Senators Borah, des bisher eifrigen Gegners der Kriegsschuldenrevisionen, der gestern Freunde und Feinde durch den Vorschlag einer sofortigen W elt- ko n f e r e n z für Erwägung der Revision oder Streichung der Schulden überraschte, wird als äußerst bedeutsam angesehen. Man erwartet, daß die Haltung Borahs den eingefleischten Anti- revisionisten den Wind aus den Segeln nehmen wird. „Daily Telegraph" fügt hinzu: der hervorragendste Werkführer der Jsolierungspolitik in Amerika fordert jetzt den Präsidenten Hoover auf, mit Europa Reparationen und Kriegsschulden, die Abrüstung, den Goldstandard und die Stabilisierung des Silberpreises zu erörtern. Die Mitwirkung Borahs wird hoch geschätzt wtzrden; denn niemand hat einen größeren Einfluß auf die Stimmung des amerikanischen Volkes In Frankreich ist die Aufnahme der Kundgebung geteilt. „EreNouvelle" schreibt, wenn es Herriot auch nickst gelungen sei, in Frankreich alle für seine Politik zu gewinnen, so habe er doch den entsch letz e n st e n Gegner der Schuldenannullierung in Amerika überzeugt, und darauf komme es an. Zum ersten Mal höre man einen der autorisiertesten Vertreter Amerikas die Notwendigkeit der Schuldenannullierung betonen. „Figaro" schreibt, Borah wolle, daß Deutschland von seinen Kriegsschulden befreit werde und hinsichtlich der Rüstun- gen die Gleichberechtigung erhalte. Borah lege Wert davauf, daß die Amerikaner ihre Gläubigeransprüche an Europa nur aufgäben, wenn Frankreich und einige andere Mächte vorher die Friedensoerträge revidierten. „Ami du Peuple" nennt die Rede Borahs eine Erpressung. In Washington selbst wird der Stellungswechsel Senator Borahs als eines der bedeutendsten politischen Ereignisse angesehen. Borahs Meinungsänderung dürfte die hartnäckigsten Revifionsgegner entmutigen. Man glaubt, daß Borahs Gesinnungswandel durck) die wachsende Einsicht der Amerikaner in die roe 11 • wirts chaftl i che n Zusammenhänge beeinflußt wurde. Man sieht in den Vereinigten Staaten ein, daß es vorteilhaft wäre, sie zugunsten einer allgemeinen Regelung zu opfern. Eine starke Opposition besteht noch in den Kreisen der Re- visionsgegner im Kongreß, die vor allem auch von der Hearst presse unterstützt werden. Sie Entspannung zwischen Reich und Ländern. Die Teilnehmer der Konferenz vor dem württembergischen Staatsministerium. Ganz links: Württem- bergs Staatspräsident Dr. Bolz, neben ihm der hessische Staatspräsident Dr. Adelung. Dahinter rechts: Badens Staatspräsident Dr. Schmitt. In der Mitte der bayerische Ministerpräsident Dr. Held und Reichskanzler von Papen, dahinter rechts: der württembergische Kultusminister B a • zille , rechts: Reichsinnenminister Frhr. von G a y l. Auch Bayern ist beruhigt. Weiden (Oberpfalz), 24. Juli. (ERB.) 3n einer Massenkundgebung der Bayerischen Dolks- partei in Weiden äußerte sich Ministerpräsident Dr. Held über das Ergebnis der Stuttgarter Konferenz wie folgt: „Ich darf feststellen, daß die Befürchtungen, wie sie sich bei uns in den letzten Tagen aufgetan haben, nach den Erklärungen der Herren Reichskanzler v. Papen und Reichsinnenminister von Gayl sich als gegen ft andlos erweisen. Es ist uns in Stuttgart ausdrücklich und bündigst erklärt worden, dah in kein anderes Land von dieser Reichsregierung ein Kommissar geschickt und nicht daran gedacht würde, einen Ausnahme» oder Belagerungszustand zu verhängen, daß in 8 Tagen unter allen Umständen die Reichstagswahlen stattfinden würden und daß das Ergebnis der Wahlen entscheidend sein soll für die Gestaltung der künftigen Geschicke des Reiches." Keine einstweilige Verfügung des Siaatsgerichtshofes. Leipzig, 25. Juli. (WTB. Funkspruch.) Jn der Streitsache zwischen dem Lande Preußen und dem Deutschen Reich verkündete heule mittag um 13.10 Uhr der Vorsitzende des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich, Reichsgerichtspräsident Dr. Bumke, als Entscheidung, dah die Anträge auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung abgewiesen werden. zogenen Erkundigungen der britischen Regierung nunmehr mitteilen lassen, daß sie bereit sei, sich gemäß der englisch-französischen Erklärung vom 13. Juli in den eintretenden Fällen an einem offenen Meinungsaustausch über die in der Erklärung erwähnten europäischen Fragen zu beteiligen. Eine entsprechende Mitteilung geht auch der sranzösischen Regierung zu, die in- zwischen gleichfalls an die Reichsregierung die Aufforderung zum Beitritt zu der Erklärung gerichtet bat Hitlers Wahlfewzug in Sachsen und im Ruhrrevier Hitler sprach am Sonntag in Wuppertal. Essen Gladbeck und Bochum. Er führte u a. aus daß es lächerlich sei, wenn jetzt Zentrum und'Sozialdemokraten anfingen, für die Freiheit zu schwärmen, nachdem beide Parteien 13 Jahre lang die Freiheit verfolgt und miß- braucht hätten. Genau so lächerlich fei es wenn diele Kreise jetzt entdeckten, dah es unmöglich sei, Reparattonen zu zahlen. Von denselben Leuten werde jetzt darüber geschrieben, daß in Lausanne eine Zahlungsverpflichtung von drei Milliarden unterzeichnet worden sei, die noch Dor nicht aUaulanger Seit 3a£un05OerpfIi$tun. aen in Höhe von 130 Milliarden unterschrieben hätten Rur die Rationalsozialisten hätten em Recht 'gegen die Zahlung dieser 3 Milliarden auf- zu treten. Schon jetzt könne gesagt werden, daß diele Summe niemalsgezahl t werden wurde, aanz einfach deshalb nicht, weil die Ra tiv- fflfoTialiften nicht wollten. Es gebe jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder d e n Weg in das demokratisch-marxistische Chaos oderdenMegdernationalenBefrei» u n g. In den letzten Wochen hätten Zentrum, Sozialdemokraten und Kommunisten Dinge entdeckt, die sie in den 13 vergangenen Jahren nicht gekannt hätten. Jetzt auf einmal sage man, die Re- Parationslast sei untragbar. Die RSDAP. wolle keine Parteien neben sich dulden, sie werde ihrem Ziel fanatisch treu bleiben. Die Gegner der RSDAP. versuchten jetzt, sich von der Verantwortung loszulöfen; aber das werde ihnen nicht gelingen. Vielleicht werde der 31. Juli wieder nur ein Zähltag sein, vielleicht aber auch ein Tag der Entscheidung. Arn Samstag hatte der nationalsozialistische Führer in übersallten Versammlungen in Leipzig, Dresden und Zitta gesprochen. Wahlaufruf des Deutschen Landvolks. Berlin, 23. Juli. (TU.) Zur bevorstehenden Reichstagswahl erläßt die Reichsparteileitung des Deutschen Landvolks einen Wahlaufruf, in dem es heißt: Seine Bindung an den Boden des Baten landes, seine daraus erwachsende nationale Gesinnung und sein christlicher Glaube führen den deutschen Bauern unzweideutig nach rechts. Die Bildung der berufsständischen Vertretung des deutschen Ändvolks war der erste Dorstog gegen das parlamentarisch-demokratische System. Wir sind kein Interessenten Haus en wie es uns bisweilen nachgesagt wurde; mir haben ein großes Interesse und e i n e große Leiden,ck^st: Deutschland über alles! Die Wahlen am 31. Jun sollen die große Wendung in der deutschen Staatsführung herbeiführen. Das deutsche Landvolk hat dabei die geschichtliche Aufgabe, die entscheidenden Stimmen in die Waagschale zu werfen. Das deutsche Landvolk bietet die Voraussetzung dafür, daß das Bauerntum sich diejenigen Einflüsse auf Staats- und Wirtschaftsführung sichert, die es braucht, um das Lebensrecht zu sichern. Hugenberg schlagt Schuldenkonvertierung vor. In Liegnitz wies der deutschnationale Parteiführer Dr. Hugenberg darauf hin, daß zu den Voraus- fetzungen einer wirtschaftlichen Gesundung Deutschlands auch die Abtragung desTu r m b a u e s von Schulden gehöre, unter denen die Betriebe seufzen und sterben. Die sogenannte JD ft hilf e", so erklärte Dr. Hugenberg,, hat sich in weitem Umfange zu einem „Massacre von Existenzen" entwickelt. Sie leidet an dem falschen Grundgedanken der Umschuldung, d. h. Ersatz eines Kredites durch einen anderen Es gibt keine Kredite mehr, die man an die Stelle vorhandener Kredite setzen könnte. Da Kapital nicht mehr erzeugt, sondern nur noch verzehrt wird (durch Steuern, Verluste usw.), ist jede Hilfseinrichtung totgeboren, ja führt zur Verschlimmerung, die sich auf Umschuldung ausbaut. Nur ein ehrlich zusammenbrechender Schuldner nt wert, wieder hochzukommen. Tribute und Sozialis- mus'haben die Rente vernichtet und damit auch das Kapital und die durch dies Kapital gesicherte For- öerung des Gläubigers. Der ausländische und inländische Gläubiger muß bei der heutigen Laae froh sein, wenn er seinKapital zurück- e r h ä l t. In bezug auf die Zinsen muß er bescheiden sein, und sofortige Kündigung und Rückzahlung des Kapitals darf und kann er nicht erwarten. Also muß eine „Konvertierung", eine Umwandlung der in Frage kommenden schulden in ganz niedrig verzinsliche und allmählich zu tilgende Amortisa- tionsschulden, erfolgen. Der Tilgungsbetrag muß bei den einzelnen Gläubigerinstituten angesammelt und zur allmählichen Auslosung d^r von dem Verfahren erfaßten Forderungen verwandt werden. Das ist gewiß auch ein Statseingriff. Aber gegenüber den zwecklos Kapital zerstörenden Eingriffen der sogenannten Osthilfe und manchen Diktaten der Notverordnung ist es ein Eingriff der den vom Sozialismus geschaffenen unhaltbaren Zustand endgültig liquidiert und der einen Zustand der Wirtschaft herstellt, in dem sie wieder frei von staatlichen Eingriffen aus sich selbst heraus schaffend und rechnend die Zukunft gestalten kann. Es ist auch der einzige Weg auf den wir wieder zu einem gesunden und natürlichen inländischen Zinsfüße gelangen können. Brüning spricht in Westfalen. In Münster erklärte Dr. Brüning, daß es ihm gelungen fei, die Welt mit ihren eigene^ Argumenten zu überzeugen, daß nämlich eine Streichung der Reparationen für sie selbst ein Glück darstelle. Dr. Brüning verwahrte sich abermals gegen den Vorwurf, daß er durch Staatssekretär Bergmann ein Angebot auf eine Abschlußzahlung habe machen lassen und erklärte dann, man werde eines Tages in der Wirtschaft noch froh sein, daß es noch zwei Parteien in der Mitte gebe, die yentrumspartei und die Bayerische Volkspartei, die zwar sozial seien, aber jedes sozialistische Experiment ablehnten. Es sei gefährlich, wenn man heute die Sozialdemokratie wieder zurückdränge in die Resignation und in den Radikalismus. „Ohne Rücksicht auf Parteiiyterefsen", so schloß Dr. Brüning, „gehen wir den Weg der 23er- antwortuna und der Mäßigung, des Schußes der Bürgerfreiheit, des Kampfes gegen jede Form der Diktatur weiter." In Dortmund hielt auf dem 3. L^eichstreffen der DJK. (Deutsche Jugendkrast) im Stadion „Rote Erde" Dr. Brüning eine kurze Ansprache. Nicht Macht allein kann den Staat retten, nicht Macht, die angewendet wird von einer kleinen Gruppe, sondern Autorität, auf Freiheit und freier Zustimmung aufgebaut. Wie wir auch kämpfen, alles kommt darauf an, die ruhigen Nerven vor der Entscheidung zu behalten. Wir kämpfen gegen die Vorherrschaft einer Partei, wir kämpfen für die Volksgemeinschaft. Wir kämpfen für einen inneren Frieden und gegen den Terror bet Straße, dem wir uns nicht unterwerfen werden. Das sind die Ideale, in denen wir uns einig sind. Wir wollen vor allem Gerechtigkeit, Freiheit und Wahrheit." Aus aller Welt. Tagung der deutschen Kriegsopferverbände. In Bremen tagen vom 24. bis 26. Juli die Kriegsopferoerbände „Reichsverband" und „Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Krieger- Hinterbliebenen." Auf der Tagung, die eine Verschmelzung der beiden Kriegsopferorganisationen herbeiführen will, fand in Anwesenheit von etwa 1500 Delegierten, Ehrengästen und Gästen eine eindrucksvolle Totengedenkfeier statt. Der Vorsitzende des Reichsverbandes deutscher Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebener. Lehmann, hielt eine Gedächtnisrede. Er wies auf die große Zahl von Familien der Hinterbliebenen hin und betonte immer wieder, daß das deutsche Volk nicht nur den Kriegsopfern gegenüber eine Ehrenpflicht anzuerkennen, sondern auch abzutragen habe. Die Kriegsopserorganisationen gelobten auch auf dieser wichtigen Tagung wieder als Dank an die Kameraden ihre Arbeit, Hilfe und Unterstützung den Hinterbliebenen zu widmen. Vach der Feier wurden auf dem Ehrenfriedhof zwei Kränze niedergelegt. 75. Geburtstag des Präsidenten von Venezuela. Auf ein 75jähriges, arbeitsreiches und von ungewöhnlichem Erfolg gekröntes Leben, konnte dieser Tage der Präsident der Vereinigten Staaten von Venezuela, General Jan Vicente Gomez, einer der bedeutendsten Staatsmänner unserer Zeit, zurückblicken. Der Präsident hat innerhalb von kaum 20 Jahren aus einem wirtschaftlich fast völlig ruinierten Lande eines der reichsten und bestoerwaltetsten der Welt gemacht. Auch Deutschland hat allen Anlaß, des Präsidenten Gomez an diesem Tage dankbar zu gedenken, der sich allezeit als treuer Freund Deutschlands und der Deutschen erwiesen hat, ganz besonders während des Weltkrieges, während dessen er nicht nur streng neutral geblieben ist, sondern auch den zahlreichen in Venezuela ansässigen Deutschen alle erdenkliche, auch finanzielle. Unter» ■ stützung hat zuteil werden lassen. Der frühere abessinische Kaiser Zassu wieder gefangengenommen. Wie aus Addis Abeba gemeldet wird, ist der aus dem Gefängnis entwichene frühere abessinische Kaiser Lidj Vassu nach einer ausgedehnten Verfolgung mit 15 000 Mann Regie- rungstruppen nunmehr in der Gebirgsgegend der Provinz Gojjam wieder gefangengenommen worden. Lids Vassu wurde in ein anderes Gefängnis in der Vähe der Hauptstadt gebracht. Der seit längerer Zeit verhaftete König von Gujjam, Vas Hailu, der eines Anschlags zur Wiedereinsetzung des früheren Kaisers beschuldigt war, ist vom Parlament und Oberhaupt zum Tode verurteilt worden, vom Kaiser jedoch zu lebenslänglicher Verbannung mit Verlust sämtlicher Rechte und des ganzen Eigentums begnadigt worden. Generalprobe des Tillingschen Raketenflugzeuges. Der Raketenforscher Ingenieur Tilling hat in aller Stille an der Vervollkommnung des Raketenflugzeuges gearbeitet. Kürzlich fand auf dem Dümmersee der erste Start des Raketenflugzeuges statt. Die Versuche wurden in der Rächt gemacht und brachten vollen Erfolg. Das Flugzeug, das äußerlich den Eindruck eines Riesengeschosses macht, hat das Ziel des Raketenforschers zu einem hohen Grade verwirklicht, nämlich geringe Veschleunigungswerte beim Start mit hoher Reise- und Endgeschwindigkeit zu erzie- len. Der Start wurde auf elektromechanischem Wege bewirkt. Sobald die Reisegeschwindigkeit erreicht war, entfalteten sich in etwa 2000 Meter Höhe automatisch zwei dem Rumpf des Flugzeuges eng angeschmiegte Tragflächen, die nun die Tendenz des fliegenden Geschosses in einen Gleitflug umwandelten. Die Steuerung wird durch vier stromlinienförmig angeordnete Stabili- fierungsslächen bewirkt, die ebenfalls automatisch in Tätigkeit treten. Sie brachten nach einiger Zeit die Rakete, die als Geschoß die Erde verlassen hatte, als Flugzeug zum Erdboden zurück. Der Mord an dem Amlsvorsteher kölhur. Wie bereits gemeldet, wurde der Amtsvorsteher des Ostseebades Zingst, K ö t h u r, vor einigen Tagen erstochen. Allgemein war angenommen worden, daß es sich bei dem Mörder um einen Kommunisten handelte. Der Verhaftete verweigerte bei mehreren Vernehmungen die Angabe seiner Personalien, bequemte sich jedoch schließlich zu einem G e st ä n d n i s. Es handelt sich um einen 40 Jahre alten Staatenlosen namens Pete r e i t, der vagabundierend in den Ostseebädern umherstreift. Petereit gehört keiner Partei an. Bombenanschlag. An einem der letzten Tage ertönte in Limbach (Hessen-Nassau) eine furchtbare Detonation. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß vor einem Grundstück in der unteren Helenenstraße, in dem sich eine Schuhmacherwerkstatt befindet, ein Spreng- stoffanschlag verübt worden war. Auf beiden Seiten des Grundstücks wurden in einer (Entfernung bis zu 70 Meter die Fensterscheiben bis zum dritten Stockwerk von dem ungeheuren Luftdruck eingedrückt. Auch sonst zeigen die Gebäude mehr oder weniger große Schäden. Der Sprengkörper ist vermutlich eine behelfsmäßig angefertigte Bombe. Die Täter sind bisher unbekannt. Personen sind nicht verletzt worden. Gronau in Grönland gelandet. Der deutsche Ozeanflieger von Gronau ist mit feinem „Grönlandwal D. 2053" von Reykjavik (3s- land) nach Grönland gestartet. Gronau ist in Jvig- tut auf Grönland wohlbehalten angekommen. Die Bevölkerung bereitete ihm einen begeisterten Empfang. Vootsunglück auf der Donau. — Drei Tote. • Auf der zur Zeit hochgehenden Donau bei Regensburg übten sich zwei Burschen im Alter von 17 Jahren im Kahnfahren. Schließlich tippte der Kahn um, und beide ertranken, obwohl ihnen ein beherzter Bursche nachgesprungen war, um sie zu retten. Der junge Mann ertrank schließlich selbst. Großseuer in Vaden. In der Amtsstadt V r e 11 e n sind in einer der letzten Nächte vier Anwesen niedergebrannt. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Der Schaden wird auf über 20 0 000 M k. geschäht und ist nur zum geringen Teil durch Versicherung gedeckt. Die Ursache des Brandes ist noch ungeklärt. Grohfeuer an der österreichisch-bayerischen Grenze. Durch eine Brandkatastrophe wurde der größte Teil des an der österreichischen Grenze gelegenen österreichischen Pfarrdorfes K o l l erschlag vernichtet. In zwei Gebäuden brach gleichzeitig Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit über das Dorf ausbreitete. Feuerwehren aus Oesterreich und Bayern eilten herbei, um sich an den Löscharbeiten zu beteiligen. Trotz der größten Anstrengungen gelang es den Wehren erst, das Feuer einzudämmen, nachdem 21 Anwesen den Flammen zum Opfer gefallen waren Zwei Personen werden vermißt. Drei Personen wurden mit schweren Brandwunden und Rauchvergiftungen ins Krankenhaus geschafft. Zahlreiches Vieh kam in den Flammen um. Da das Feuer in zwei Häusern ausbrach, die auf verschiedenen Seiten der Dorfstraße lagen, wird Brandstiftung vermutet. Die personalverändeningen in Preußen. D e r l i n , 23. Iuli. (WTB. Funkspruch.) In der gestrigen Sitzung wurden folgende Personalveränderungen beschlossen: Cs werden mit der kommissarischen WahrnehmungderGeschäfte beauftragt: a) Staatssekretär im Staatsministerium, der Ministerialdirektor Dr. R o b i s . b) Ministerialdirektor im Staatsministerium, der Ministerialrat Dr. Landfried im Finanzministerium. Bei den Oberpräsidien a) in Kassel, b) in Kiel sollen die Geschäfte der Oberpräsidenten durch die Vizepräsidenten bei diesen Oberpräsidenten wahrgenommen werden, c) in Magdeburg wird der Landrat Menge! in Ober-Barnim mit der vertretungsweisen Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt. Mit der vertretungsweisen Verwaltung der R e - glerungspräsidien werden beauftragt: a) in Lüneburg der Geheime Finanzrat Ministerialrat Dr. Reschke: b) in Liegnitz der Vizepräsident beim Oberpräsidiurn der Provinz Brandenburg von Hahnke; c) in Frankfurt (Oder) der Ministerialrat Schönner im Ministerium des3n» nern d); in Merseburg der Ministerialrat Dr. Sommer im Ministerium für Handel und Gewerbe; e) in Ti ün ft er der Oberpräsident Granowski. Der Polizeipräsident von Berlin wird in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Zum Polizeipräsidenten in Berlin wird der Präsident des Polizeipräsidiums in Essen, Dr. Melcher, ernannt. Mit der kommissarischen Derwaltung der Polizeipräsidien werden beauftragt: a) in Königsberg i. Pr. Landrat Berner in Goldap, b) in Kiel Landrat Graf Rantzau in Sege- berg, c) in Kassel Regierungsrat von K o 11 w i tz in Düsseldorf, d) in Altona Oberregierungsrat Diesen- b a ch in Hannover, e) in Erfurt Oberregierungsrat Kretz schmor in Bochum, f) in Essen Polizeipräsident Dr. Wiesmann in Erfurt, g) in Köln Polizeikommandeur Lingens im Ministerium des Innern. Mit der vertretungsweisen Verwaltung des Polizeipräsidiums in Elbing wird Regierungsrat Dr. Gosch decke in Marienwerder, in Oppeln Regierungsrat Dr. Hueter in Oppeln, in H a - gen Regierungsrat Dr. Witze! in Hagen beauftragt. Aus der Provinzialhauptstadt. G t e ß e n, den 25. Iuli 1932. Oer tägliche Traum ... Es geht uns allen ... ja, ich weiß, wir sollen „in Optimismus machen" ... also es geht uns allen nicht sehr gut. Das kleine Auto steht in der Garage als Pfand für die rückständige Miete, die Hundesteuer ist noch nicht bezahlt, der Hauswirt grüßt uns nicht mehr, und das Fernsprechamt droht mit Sperrung. Viele Dinge, die wir noch bis vor kurzem unzweifelhaft besaßen, sind uns gepfändet, sind uns genommen, gehören uns nicht mehr. Nur eins besitzt ein jeder von uns, und das kann man ihm nicht nehmen, nicht pfänden, nicht verkaufen: einen Traum. Einen ganz privaten, heimlichen, sehr beglückenden Traum. Er sieht sehr verschieden aus bei den einzelnen, aber es ist immer derselbe. Der eine träumt davon, daß er in sechs Wochen in irgendein Nest am Meer fahren wird, wo Freunde ein Häuschen besitzen und ihn.eingeladen haben. Er muh nur noch das Reisegeld zusammenbekommen. Der andere hat einen Bekannten, der ihn nächstens mit dem großen Filmmann bekannt machen wird, und der wird ihn dann ... ach, alles ist dann möglich. Der große Filmmann muß nur erst Zeit haben. Der Dritte hat einen Onkel in Bangkok, dem es gut geht. Dem hat er geschrieben, und wie er den Onkel kennt, wird der bestimmt etwas für ihn tun ... der Onkel muh nur erst geantwortet haben. Der Vierte, der Fünfte, der Sechste, alle haben sie eine Reise, die winkt, eine Stellung, die man ihnen verschafft, einen prominenten Bekannten, der aus Amerika kommt, oder ganz schlicht ein Lotterielos. Hinter all diesen Träumen steht ein grohes „Wenn". Aber das stört fast gar nicht, bgnn- so ein Wenn ist bei jedem Traum, unir^toenn es nicht da wäre, dann würde es sich schon um Wirklichkeiten, um Gewißheiten handeln, und Gewißheiten haben immer ihre Haken. Von diesen Reisen, Stellungen, prominenten Freunden träumen all die Leute, die sich das Kino nicht mehr leisten können und darum früh zu Bett gehen. An diesen Träumen zehren sie, von diesen Träumen nähren sie sich, wenn ringsum nicht mehr viel Nahrhaftes zu finden ist, und dieser Traum, nichts anderes als er, ermöglicht es ihnen, sich ein bißchen Optimismus wie ein Feigenblatt vorzuhalten und auf die tägliche Frage: „Wie geht's?" lächelnd zu antworten: „Danke, ausgezeichnet!" Ein Mag des oberhessischen Handwerks. Im Saale des Cafe Leib zu Gießen begingen gestern zahlreiche Angehörige des oberhessischen Handwerks einen besonderen Festtag: d i e Überreichung der Meisterbriefe an ein e große AnzahlIung-Meisterin- nen und Iung-Meister. Wenn auch die Feier diesmal, in Anbetracht der großen Notlage in den weitesten Kreisen des Handwerks, einfacher als in früheren Iahren verlief, so legte sie doch Zeugnis ab von dem guten und tatfrohen Geist, der allen Nöten zum Trotz im Handwerk noch lebendig ist. Der Vorsitzende der Meisterprüfungskommission für die Provinz Oberhessen, Gewerbeschulrat Dr. Dünnings, Gießen, leitete die Feier mit einer kurzen Ansprache ein, in der er zunächst die Vertreter der Behörden und die übrigen Ehrengäste begrüßte und sodann das Ergebnis der Meisterprüfung bekannt gab. Es hatten sich zur Meisterprüfung insgesamt 196 Handwerker gemeldet. Davon bestanden 153, und zwar: 6 Auto-Mechaniker, 10 Bäcker, 20 Elektro-Installateure, 1 Elektro-Mechaniker, 16 Maurer, 9 Metzger, 1 Pflasterer, 2 Polsterer, 3 Sattler, 5 Dauschlosser, 5 Maschinen-Schlosser, 4 Schmiede, 5 Schneider, 5 Schneiderinnen, 1 Handweberin. 19 Schuhmacher, 2 Spengler und Installateure, 10 Schreiner, 5 Wagner, 8 Maler und Weißbinder, 6 Zimmerer, 3 Konditor, 2 Fein- Mechaniker, 1 Bandagist, 1 Uhrmacher, 1 Metall, gieher und Dreher, 1 Schildermaler, 1 Schriftsetzer, 2 Weihzeugnäherinnen. 30 muhten wegen verspäteter Meldung oder in Ermangelung der rechtzeitigen Fertigstellung ihres Meisterstücks bis Herbst oder 1933 zurücktreten. Dr. Dünnings wies dann in seiner Ansprache auf den „Tanz um das goldene Kalb" hin, der in den letzten Iahren unser Volk beherrscht und es bis an den Rand des AbgrundeS gebracht habe. Er betonte, daß nur die Arbeit der Hand, das Werk vom Menschen zum Menschen, nicht aber die Maschine unserem Volke die Rettung bringen könne. Der Mensch mit feiner Handfertigkeitskunst müsse wieder zu Ehren gebracht werden, dem Nachwuchs sei besondere Pflege zuzuwenden. In diesem. Sinne sei auch im Handwerk zu handeln. Zum Schluß sprach er den Iungmeisterinnen und Iungmeistern herzliche Glückwünsche zu der bestandenen Meisterprüfung aus. Der stellvertretende Vorsitzende der Hessischen Handwerkskammer, Bauunternehmer Georg Decker, Giehen, brachte anschließend die Glückwünsche der Handwerkskammer und der Handwerkskammernebenstelle Gießen zum Ausdruck und äußerte seine Genugtuung darüber, daß trotz der Not der Zeit wiederum eine große Anzahl junger Handwerker den Mut zur Meisterprüfung gefunden habe. Wenn auch das Handwerk unter der jetzigen Krise schwer leide, so dürfe es doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufgeben. Schlossermeister Heh, Friedberg, übermittelte die herzlichen Wünsche und Grüße der Handwerkskammernebenstelle Friedberg und betonte, daß auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen der tüchtige Mensch seine Geltung noch nicht verloren habe. Er ermahnte die jungen Meister zu stetem Pflichtbewußtsein und zu engem Zusammenschluß der handwerklichen Organisationen, damit durch gemeinsame Arbeit für das Handwerk und für das Volk wieder bessere Zeiten errungen werden könnten. Stadtralsmttglied Bäcker-Obermeister Loeber-Gießen sprach als Vorsitzender des Ortsgewerchever- e i n s den jungen Meisterinnen und Meistern die besten Wünsche zur bestandenen Prüfung und für ihre handwerkliche Weiterblldung aus. Er forderte den handwerklichen Nachwuchs auf, mit unbeugsamem Mut an die Arbeit und an die Ausfüllung ihres Berufes zu gehen. Weiter betonte er, daß der einzelne sich in dem starken Jnteressenwiderstreit nicht durchsetzen könne, sondern nur von dem Zusammenschluß in den handwerklichen Organisationen auch für den Einzelnen Besserung seiner Existenzverhältnisse zu erwarten sei. Aus diesem Grunde sei es für die Iungmeisterinnen und Jungmeister ratsam, sich den handwerklichen Organisationen anzu- schließen und in deren Rahmen zum Wohle des einzelnen, aber auch zur Stärkung des Ganzen und zur Wiederaufrichtung unseres Vaterlandes beizutragen. — Anschließend sprach der Redner als Vertreter der Gießener Stadtverwaltung und des S t a d t r a t e s. Er betonte, daß er als Vertreter der Stgjit nicht nur die üblichen Grüße und Wünsche überbringe,^sondern auch zum Ausdruck bringen wolle, daß die Stadtverwaltung und der Stadtrat Dorfes Verständnis für das Handwerk und feine Nöten hätten. Der Stadtverwaltung und dem Stadtrat feien die starken aufbauenden Kräfte bekannt, die im Handwerk für das Leben und Wirken der Kommunen vorhanden feien. 21 n diese Kräfte müsse man sich überall in dieser Krisenzeit mehr als je erinnern. Alle öffentlichen Körperschaften müßten sich darauf besinnen, daß das Handwerk pfleglich behandelt werden müsse. Dazu gehöre die Abkehr von allen Dingen, die sich Handwerks- und mittelstandsschädigend auswirken. Dazu gehöre weiter bewußte und betonte Handwerksförderung, sowohl auf dem Gebiete der Steuern, wie auch in der Auftragserteilung. Die öffentlichen Körperschaften müßten sich vor Augen halten, daß es um ihren Bestand besser bestellt sei als bisher, wenn das Handwerk und die übrigen Schichten des Mittelstandes nicht mehr wie bis jetzt nur zu Packeseln der öffentlichen Lasten gemacht würden und noch nicht einmal ein Mindestmaß an wirtschaftlicher Förderung erführen. Der Redner erkannte an, daß unter den gegenwärtigen finanziellen Verhältnissen die öffentliche Hand nicht überall das erwünschte Ausmaß von Förderung für das Handwerk gewähren könne, aber er forderte, daß man sich auch einmal vor Augen halte, daß die beste Sozialfürsorge doch in der Beschaffung von Arbeit liege und hierbei Aufträge an das Handwerk nicht nur für dieses, sondern auch für die Arbeitnehmer von großem Vorteil seien, weil die Arbeit Verdienst bedeute. Die Handwerksmeister und die von echtem Handwerksgeist erfüllten Gesellen zögen Arbeit der sozialen Unterstützung vor. Diese Forderung müßten auch die Jungmeister mit allem Nachdruck vertreten, zum Segen des Handwerks und zum Vorteil der Allgemeinheit. Die Gießener Stadtverwaltung und der Stadtrat würden sich diesem Verlangen zugänglich zeigen, und sie seien bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles zu tun, was dem Handwerk förderlich fein könne. Hoffentlich fei auch bei allen anderen Verwaltungen und bei den Regierungen der gleiche Wille zum Helfen bereit. .Mit der Ermahnung an das Handwerk zu einigendem und gefchloffenem ^'ifammenftehen, damit die gerechte Sache des werks überall wieder die verdiente Achtung i Beachtung finde, schloß der Redner feine eindrucksvolle Ansprache. Regierungsrat Dr. Krüger überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Provinzial- und Kreisverwaltung, sowie der staatlichen Behörden.. Er gab seiner Genugtuung dar- übter Ausdruck, daß das Handwerk trotz vielfacher Bedrängnis immer noch seine starke Lebenskraft bekunde, sich mit Erfolg gegen mancherlei mittelstandsfeindliche Strömungen durchgesetzt und trotz allen Nöten der Zeit festen Boden unter den Füßen behalten habe. Diese Tatsache sei im Hinblick auf die große Bedeutung des Handwerks für unsere Volksgesamtheit besonders zu begrüßen. Der Redner wies sodann auf «die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk vom Lehrling bis zum selbständigen Betriebsleiter hin, ermahnte die jungen Meister zu weiterer umfassender fachlicher Ausbildung, würdigte mit warmen Worten der Anerkennung die handwerkliche Qualitätsarbeit gegenüber der typisierten und normalisierten Massenproduktion, und betonte, daß durch die Tüchtigkeit im handwerklichen Beruf nicht nur das individuelle Arbeitsprodukt, sondern auch der Wert der Persönlichkeit in vielfacher Hinsicht zum Besten der Volksgesamtheit Geltung erlange. Er wünschte den jungen Meistern, daß sie weiterhin immer in den guten Traditionen des Handwerks wirken möchten. Weitere Glückwunschansprachen hielten noch Redakteur B 1 u m s ch e i n als Vertreter des „Gießener Anzeigers", der auf die guten Beziehungen zwischen Presse und Handwerk hinwies und den jungen Handwerksmeistern anriet, nicht einem hoffnungslosen Pessimismus zu verfallen, sondern sich auf einen gesunden Optimismus trotz aller Schwierigkeiten der Zeit und weiter Freude an der Arbeit zu bewahren; Zeitungsverleger Klein als Vertreter des Handwerkerblattes, der zu eifriger Weiterarbeit und ebenfalls zu freudevoller Arbeit an dem Werke des Handwerks, sowie zu geschlossenem Zusam- m^nstehen aufforderte; Schmiedemeister Haas- Annerod, der dem jungen Nachwuchs vor allem ans Herz legte, immer auf Qualitätsarbeit zu sehen. Als Vertreter der Iungmeister dankte Herr H e n r i ch » Gießen mit herzlichen Worten für die Glückwünsche, ebenso sprach Gewerbe- schulrat Dr. Dünnings Dankesworte für alle Förderung, die das Handwerk bisher erfahren habe. Oberreallehrer i.R.H a g g e n m ü l l e r, der jetzt seit 30 Iahren als Schriftführer des Gießener Ortsgewerbevereins und der Meisterprüfungskommission selbstlos im Dienste des Handwerks tätig ist, wurde von den Iungmeistern 1932 durch Ueberveichung einer Ehrengabe gefeiert, die er mit herzlichem Danke und mit der Ermahnung an die jungen Meister zu bestem handwerklichen Streben und Arbeiten entgegennahm. • Die Ansprachen wurden von flotten musikalischen Darbietungen und von guten Gesangsvorträgen des Bäckermeisters Deichert in angenehmer Weise umrahmt. Im Anschluß an den offiziellen Teil hielt frohgestimmte Geselligkeit die Teilnehmer noch einige Stunden beisammen. Ministerialrat Windisch f. Am Samstag ist in Bad-Nauheim, wo er feinen Wohnsitz hatte, der Generaldirektor des Draun- kohlen-Schwelkraftwerks Hessen-Frankfurt A. G. (Hefrag) in Wölfersheim, Ministerialrat a. D. Theodor Windisch, nach schwerer Krankheit im 52. Lebensjahre verstorben. Der Heimgegangene stand lange Iahre im Dienste der Hessischen Regierung und wurde vor einigen Iahren der breiteren Oefsentlichkeit besonders dadurch bekannt, daß er als Sachbearbeiter den von der Regierung in die Wege geleiteten üebergang des staatlichen Werkes Wölfersheim auf die Hessen-Frankfurt A. G. (Hefrag) bearbeitete. Nach dem Defitzwechf« rachen Hein als " der aus die c'unb Handwerk erlsmeislern-m- gesunden OP^ i bewahren, Lier des Hand- teg '**1* *VM «i* ÄX &«. «*> -LS? K« : g^ieILnd an f^SÄ- "S-,K: Uten 7 an- *ÄfÄ'cit (braun* Ml be®, n( A. --s-c er^Ärri* Gafc^annt. dab" A-chcrunS ilM *{** s'.K Ä ? VZ m ®-ute e* i "»*T; lanh 3en ^d nbes beizu. WE S^*4 S Aus »iS '»«te K"u,"d Wir. J d'es? Kräfte 51 mittel, gehöre meiler ®r“n9, sowohl J'"“"« «J. Lasten müh. 'hren Bestand >“5 Handwerk Landes nicht 2 chntlichen trnmal ein j^na «sühren. biN Wy, e Ausmaß von >ren könne, aber mal vor Augen doch in der 8e. bei Aufträge an lonoern auch für rieil seien, weil anboerfsmeifter rsWen gesellen feung vor. Diese Eifler mit allem Handwerks und Eichener Stadt- dcn sich diesem seien bereit, im i tun, war dem sentlich sei auch > bei den Regie- sen bereit Mit ' zu einigendem , damit die ge- l wieder die ver- mde, schloß der dje. üger oünsch« der Pro* otoie der ftaat* Genugtuung bar* ri Koh Vielsacher irfe Lebenskraft iand)ctlei mit* rchgeM uril. , (bobm un to t Wfy lei im des tzandtverls iberä zu hegrö* aus i>ie sozialen veri vom Lehr* bsleiter hin. er* eiteret uinsassen* igte mit öarmen ndloeriliche Qua* ierten und nor* ich betonte, daß verklichen Mruf eitsprodukl fön' hkeil in vielfacher samtbeit SellMg n Mistern, bah Traditionen des erging an Ministerialrat Windisch der Ruf, das Wölfersheimer Werf als oberster Leiter zu betreuen und zu diesem Zwecke die Stellung des Generaldirektors der Hefrag zu übernehmen Er lastete diesem Rufe nach seinem Abschied aus dem Staatsdienst Folge und war vom Zeitpunkt der Gründung der 5>efrag ab. Mitte 1927, als Generaldirektor an der Spitze des Unternehmend tätig. Don ihm wurde die Entwicklung des Wölfersheimer Werks in aufbauender Form mahgeb- lich beeinflußt. Er erwies sich als ein Industrie, sührer mit großem sittlichen Emst und unermüdlicher Schaffensfreude, der durch seine vorbrldlrche Tatkraft und durch seinen Weitblick der Werksentwicklung ein holdes Ziel und großenZnhalt gab. Als Mensch stand er au allen seinen Mitarbeitern und auch zu der Belegschaft des Unternehmens in besten Beziehungen, allenthalben wurde ihm größte Wertschätzung entgegengebracht. Sein allzu früher Tod bedeutet für das Werk einen schweren Verlust. Keine Aufhebung des Kulturbauamts Gießen. Durch oerfchiedene Zeitungen wurde am Samstag die Nachricht verbreitet, das Kplturbauamt in Gießen solle aufgehoben und nach Lauterbach verlegt werden. Wie wir heute früh auf telephonische Anfrage bei der maßgebenden Stelle im hessischen Finanzministerium (Abteilung für Arbeit und Wirtschaft), Ministerialdirektor Prof. Dr. Rößler, erfahren, ist die Nachricht von der Aufhebung bzw. Verlegung des Kulturbauamtes Gießen v ollst ä n d i g unrichtig. Die Aufhebung oder Verlegung des Kulturbauamtes Gießen ist von der Re- gierung überhaupt nicht erwogen worden. Das Amt verbleibt, wie bisher, un verändert in Gi e ß e n und wird von hier aus seinen Kulturbau- aufgaben in der Provinz Oberhessen obliegen. 'Bornoti^cn. — Tageskalender für Montag. GRG., 20.30 Uhr, Bootshaus, Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:: „Kaiserin Elisabeth von Oesterreich". Wettervoraussage. Der hohe Druck über Südfrankreich und den Pyrenäen hat sich ostwärts nach den Alpen ausgebreitet. Unter seinem Einfluß ist auch bei uns im Laufe des gestrigen Tages Besserung eingetreten. Gleichzeitig nahm das neue Nbrdmeertief seinen Weg mehr südwärts nach den britischen Inseln. Die Störung wird uns wieder eine Wetterverschlechterung bringen, wobei es zu Niederschlägen kommt, die später mit dem Einbruch kühlerer Westluft in Schauer übergehen, oder von Gewitterstörungen begleitet sein werden. Der Witterungscharakter bleibt an den beiden nächsten Tagen wieder unbeständig. Aussichten fürDienstag: Eintrübung, wärmer und Riederschläge, dann wechselnd wolkig mit Gewitterstörungen. Lufttemperaturen. Am 24. Juli: mittags 20,2 Grad, abends 16,2 Grad: am 25. Juli: morgens 13,8 Grad: Maximum 20,5 Grad, Minimum 10,0 Grad Celsius; Niederschläge 1,3 mm. Sonnenscheindauer 354 Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 24. Juli: abends 19,4 Grad; am 25. Juli: morgens 16,0 Grad Celsius. Das Segelflugzeug „Fafnir". — Rechts unten: Günther Groenhosf (Frankfurt), der tödlich verunglückte Segelflieger. Mit ihm schied nicht nur einer der mutigsten, sondern ein sehr sympathischer Sportflieger aus dem Leben. Sein Tod wird allgemein auf das Tiefste bedauert. 11. Nationale Wettkämpfe der Gpielvereinigung 1900 Gießen. Dadurch', daß beste süddeutsche und westdeutsche Sportler und Leichtathleten am Start waren, bewegten sich die sportlichen Leistungen auf beachtlichem Niveau. Erwähnenswert: die 102 Meter Don MährIein.Eintracht in 10,9, die vorzügliche Leistung im Kugelstoßen von Berg, I.-G. Frankfurt mit 14,82 und der Diskuswurf von Kilo.Wetzlar mit 43,47 Meter. Maertens -3.4». Frankfurt lief die 200 Meter in der guten Zeit von 22,8 Sek., im knappsten Abstand folgte F e r n a u von Mtv. Gießen mit 23 Sekunden. In ter 4 mal 100-Meter-Staffel holte sich die Ein- tracht-Mannschaft den Wanderpreis endgültig. Die Sieger liefen bei ausgezeichnetem Stabwechsel die Staffel in 44,3 Sek. 3m Stabhochsprung gefiel Jung mit einem Sprung über 3,30 Meter. Eine oute Zeit erzielte Rosengarten von Bar. Kochba-Kassel im 3200-Meter°Lauf der Klasse 3 mit 9:39,4 Min. Die Wettkämpfe brachten im Einzelnen folgende Ergebnisse: Klasse 1. 100 Meter: 1. Mährlein, Eintracht-Frankfurt 10,9 Sek.; 2. W. Müller, 1900 11 Sek.; 3. Maerten, I °G. Sportverein Frankfurt 11,2 Sek. Es entwickelte sich ein heftiger Zweikampf zwischen Mähr, lein und Müller. Der 1920er führte-seinen gün- fügen Start bis zur halben Strecke, dann holt allmählich Mährlein auf und schob sich kurz vor dem Ziel um einen knappen Meter vor. Der Sieg wurde ihm sehr schwer gemacht. 2 00 Meter: 1. Maertens, IG., 22,8 Sek.; 2. Fernau, Mtv. Gießen, 23 Sek.; 3. Schmidt, Eintracht, 23,2 Sekunden. Fernau lieferte dem Sieger einen harten Kampf und wenn auch Maertens mit Sicherheit gewann, so blieb ihm der Gießener doch hart auf den Fersen. Fernau wurde viel beachtet. 800 Meter: 1. Schilling, Eintracht, 2:01,1 Min.; 2. Glagowsky, Dortmund-Hörde, 2:01,1 Min.; 3. Peters, 1900, 2:03,5 Minuten. Glagowsky lag nur handbreite hinter Schilling. Auf der Strecke führten beide abwechselnd. Auf den letzten zweihundert Metern setzte ein heftiger Kampf ein, der den Eintracht- Mann als den glücklicheren Sieger sah. Peters (1900) hielt sich sehr gut. 5000 Meter: 1. Haag, Darmstadt 98, 15:57,7 Min.; 2. Schaaf, 1900, 16:09,3 Min.; 3. Gerhard, 1900, 16:55 Minuten. Es schien sich ein Duell zwischen Haag und Schaaf entwickeln zu wollen. Sch ras blieb Haag stets auf den Fersen und führte verschiedentlich auch; im Endspurt aber lief Haag davon und der Gießener fiel überraschend ab. Gerhard konnte auf dieser Strecke nicht viel tun. Kugel st aßen: 1. Berg, IG., 14,82 Meter. 2. Debus, ASB. Köln, 14,73 Meter; 3. Kilo, VfL. Wetzlar, 13,99 Meter. Berg erzielte mit seinem Wurf über 14,82 die beste Leistung des Tages. Debus stand ihm nicht viel nach, während Kilo hier erwartungsgemäß den dritten Platz belegte. Diskuswerfen: 1. Kilo, VfL. Wetzlar, 43,47 Meter; 2. Debus, ASV. Köln, 41,08 Meter; 3. Berg, IG., 37,79 Meter. Der Sieger blieb hier (ebenfalls erwartungsgemäß) Kilo. Berg mußte sich hier mit dem dritten Platz zufrieden geben. Die Leistung des Siegers gehört mit zu den besten des Tages. Stabhochsprung: 1 Jung, 1900, 3,30 Meter; 2. Stahl, Langen, 2,80 Meter, 3. Best, VfL. Wetzlar, 2,80 Meter. Jung zeigte sich auch ohne besondere Vorbereitung in guter Form. Die 300 zu überspringen gelang ihm trotz alles guten Willens nicht. hochsprung: 1. Pfeffer, ATV. Rheinfranken Gießen, 1,70 Meter; 2. Schuhmann, Hessen Preußen- Kassel, 1,59 Meter; 3. heißer, Frankenberg, 1,53 Meter, hier wurde nichts besonders geboten. Pfeffer gefiel mit 1,70 Meter Klasse II. 200 Meter: 1. heimle, IG., 23,4 Sek.; 2. Scherf, Kasseler Turngemeinde, 23,5 Sek.; 3. Kersch, Postsportverein Frankfurt, 23,6 Sekunden. Die drei Läufer kamen in kurzen Abständen hintereinander ein heimle errang aber verhältnismäßig sicher Sieg. 1500 Meter: 1. Krings, ASD. Köln 4:20,5 Mm., 2. Rupp. Eintracht 4:24.4 Min.; 3. Rosengarten, Dar-Kochba Kassel 4:25,5 Min.; Krings wurde sicherer Sieger. Seinem Endspurt waren die beiden Gegner nicht gewachsen. Speerwerfen: 1. Mohl. OST. Gießen 45,18 Meter: 2. Jakob. OST. 44,20 Meter: 3. Hopfenmüller 42 25 Meter. Die Gießener machten die Angelegenheit unter sich aus. Mohl war hier der erwartete Sieger. Kugelstoßen: 1. Mohl. OSE. 13,39 Meter; 2 Lipp 1900 12,00 Meter; 3. Lindenstruth. MTB. Gießen'11.31 Meter. Auch hier blieben die Gießener unter sich. Mohl sicherte seinem Verein einen zweiten Ersten. , _. , ß Weitsprung: 1. Unverzagt, Eintracht 6,30 Meter- 2. Knappe. Hessen-Preußen 6,22 Meter; 3 Felsing, 1900 6,03 Meter. Klasse III: 100 Meter: 1. Felsing. 1900 11,6 Sek.; 2 Rodriguez. DIK -Giehen 11,6 Sek.; 3. Sieg- Tob fflTtVr LSelntfe, 3/®. 52,9 M.-. 2. Brinkmann, Turngemeinde Kassel 54F Sek.; 3. Schröder, Turngemeinde Kassel 56,8 Set. 3000 Meter: 1. Rosengarten Bar-Kochba Kassel 9:39,4 Min.; 2. Schenk. Eintracht 9:45 Min.; 3. Schrenkel, Diez 9:47 Mm. Weitsvrung: 1. Knappe, Hessen-Preußen- Kassel 6 19 Meter; 2. Felsing, 1900 6,07 Meter; 3. Luh. OSC. 5,80 Meter 4X100-Me ter staffel: 1. Kassier Turngemeinde 46,5 Sek.; 2. MTV. Gießen 46,7 Sek.; 3. 1900 Gießen 47 Sek. Zwischen den Kasselern und den hiesigen Turnern entwickelte sich ein prächtiger Echlußkampf, den schließlich die Kasseler verdient an sich brachten. Wanderpreis: 4xl00-Meterstaffel: 1. Eintracht-Frankfurt (Schmidt. E'.dracher, Unverzagt, Mährlein) 44,3 Sek.; 2. Spv. 1900 Gießen, 1. Mannschaft (Felsing, Schickedanz, Gutthardt — — Ersah für Koch II. - W. Müller) 45 Sek.; 3. MTV. Gießen 45,1 Sek. Die Eintrachtler waren hier nicht zu schlagen. Die beiden Gießener Mannschaften hielten sich sehr gut. Die ausgezeichnete Wechseltechnik der Frankfurter entschied den Kampf. Müller als Schlußmann bei 1900 verhütete eine größere Zeitdifferen.;. Die MTV.er liefen tapfer. 4 mal 1500-Meter-Staffel: 1. Tum- gemeinde Kassel. 19:52 Minuten 2. Spielvereinigung 1900 Gießen, 1. Mannschaft, 20:14 Minuten; 3 1900 Gießen, 2 Mannschaft, (300 Meter zurück). Die Staffel entschieden die Katzeler für sich, weil Bepperling viel Terrain verlor, das Gerhard nicht wieder aufholen konnte. Die 2. Mannschaft fiel sehr zurück. Das $acit der Gießener Vereine. Für die Gießener Vereine blieb bei der starken Konkurrenz nicht viel an ersten Preisen übrig. Die Vereine im Einzelnen errangen: 1900: zwei 1., sechs 2. und fünf 3 Siege. OSC. Gießen: zwei 1. und zwei 3. Siege. Mtv.: zwei 2. und zwei 3. Siege. Die Deutsche Jugendkraft konnte sich einen 2. Sieg sichern. Den Abschluß der Veranstaltung bildete die Siegerehrung im Hotel „Hindenburg". Gchwimmbadeinweihung in Grünberg. + Grünberg, 24. Juli. Ein bedeutungsvoller Tag war heute für Grünberg. Galt es doch, das neue Waldschwimmbad einzuweihen. Knapp 10 Minuten von der Stadt entfernt, dicht an^ber Straße Grünberg—Mücke gelegen, an beiden Seiten von Wald begrenzt, liegt es in einem flachen Wiesental. Der Tatkraft des Bürgermeisters Dr. Mildner, der trotz der Wirtschastsnot die Anlage als Notstandsarbeit errichten ließ, ist sein Entstehen zu verdanken. Zur heutigen Einweihung hatte man dem Bade und der neu hergerichteten Zufahrtsstraße reichen Flaggenschmuck gegeben, und so bot sich dem Beschauer, der gegen 15 Uhr hinausrvanderte, ein farbenfrohes Bild dar. Blau-weiß-rote Wimpel (etabtfarben) in großer Zahl, bazu eine Menge zu» ftrömenber Menschen, bie bas Schauspiel der Einweihung miterleben wollten. Annähernd 2000 Personen umsäumten bie beiden Schwimmbecken. Zur Einweihung hatte bie Schwimmabteilung bes Turnvereins von 1 846 Gießen sich bereitwilligst zur Verfügung gestellt unb war in Stärke von 40 Schwimmern unb Schwimmerinnen erschienen, benen sich eine An,zahl Mitglieder ber Schwimmriege bes Grünberger Turnvereins anschlossen. Nach bem geschlossenen Einmarsch ber Schwimmerschar im Schwimmdreß unb nach einem schneibigen Eröffnungsmarsch des hiesigen Mus-ik- oereins hielt Bürgermeister Dr. Mildner die Begrüßungsansprache. Er begrüßte Oberschulrat hassinger, den Leiter der Zentralstelle für Volksbildung und Jugendpflege, durch dessen Mitwirkung es gelungen war, einen staatlichen Zuschuß zu den Kosten des Bades zu erhalten, ferner bie Vertreter bes Arbeitsamtes Gießen bzw. bas Lan- besarbeitsamtes, benen er ebenfalls für die tatkräftige Förderung dankte. Er verlas dann ein Schreiben ber Provinzial- unb Kreisbehörde, worin diese ihr Nichterscheinen entschuldigen. Weitere Begrüßungsworte richtete er an die Gießener Schwimmer und ganz besonders an ihren Leiter, Herrn Franz Sauer, ebenso auch Dankesworte an den Erbauer des Bades, den Architekten Jäger-Queckborn. Er wies auf die Schwierigkeit des Werkes hin und gab feiner Freude Ausdruck, daß so mancher Feind sich mittlerweile zu einem Freunde des Bades gewandelt habe. Das Bad biene zwei Zwecken: 1. der Hebung ber Volksgesundheit und 2. ber Erweiterung unb Vergrößerung bes Fremdenverkehrs. Seine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede klang in ein hoch auf bie Stabt Grünberg aus. Sobann sprach Architekt Jäger in kurzen Worten über bie Arbeit am Babe, die für ihn als Architekt den Reiz der Neuheit gehabt habe, die aber auch vielen Arbeitslosen Derdienstmöglichkeit gebracht habe. Nach ihm ergriff Obcrfchulrat haffinger das Wort zu einer längeren, eindrucksvollen Festrede. Er führte etwa folgendes aus: Wie alle neuen Sachen beim Volke oft erst gegen Mißtrauen unb Wiberstanb sich burchgesetzt haben, so sei es auch meist bei der Anlage eines Bades, hier treffe man auf die Frage „Wozu ein Bad?" Demgegenüber sei zu betonen, aufbauend auf bem bewährten Alten gelte es Fortschritte zu erzielen unb ber Forderung der Jugend nach Turn- unb Sportplätzen unb Babegelegenheiten Rechnung zu tragen unb sie nicht als Luxusforberung runbroeg abzulehnen. Wenn eine (Bemcinbeoertretung, auf ber in ber heutigen Zeit schwere Verantwortung laste, trotzbem sich zum Bau eines Babes entschließe, so sei sie sich damit einer Pflicht gegenüber der Jugend bewußt. Wie ein vorsorgender Familienvater habe hier bie Stabtoerroaltung eine Anlage geschaffen, bie oorbeugenb gegen Krankheit unb Schwäche, aber auch werbend für bie Stabt wirken solle. Grünberg habe hier ein Werk geschaffen, das sich würdig den Taten seiner jahrhundertealten Geschichet zugesellen könne. So möge bas Bab dienen zum Wohle der Bürgerschaft ©rünbergs unb seiner Umgebung, allezeit auch eine Stätte sein, an der ein gefunbes Geschlecht aufwachse, und die Jugend stets eingedenk sein, daß Großes nur wachsen könne, wenn alle treu zusammen stehen. Mit bem Gesang der ersten Strophe bes Deutschlandliebes klang bie mit starkem Beifall aufgenommene Rebe aus. Für bas Arbeitsamt Gießen und das Landesarbeitsamt sprach dann noch Dr. kohl Gießen. Er betonte, daß beide Aemter sich gerne in den Dienst der Sache gestellt hätten und wies auf die Bemühungen des Bürgermeisters hin, dem es gelungen sei, durch die Beschäftigung der Arbeitslosen namhafte Beträge zur Finanzierung, entweder als direkte Zuwendung oder zu einem verbilligten Zinssatz geliehen, von der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung zu erhalten, hierauf traten die Schwimmer mit ihren Vorführungen auf den Plan, die etwa zwei Stunden dauerten. Durch Erläuterungen des Leiters der Vorführungen, Herrn Sauer, mürben bie Zuschauer über bie einzelnen Darbietungen genau unterrichtet. Es mürben gezeigt: Lagenstaffel für Herren (4 mal 50 Meter); nacheinander kamen hier Brust-, Seit-, Rücken- und handüberhand- schwimmen zur Anschauung. Es folgten Hebungen im Tauchen, Gruppenspringen, Rettungsoorführun- gen und Wasserspiele. Diel Heiterkeit ermeckten humoristische Einlagen, ganz besonderen Beifall riefen bie gezeigten Kunstsprünge hervor, die zum Teil in großer Vollendung gezeigt mürben. Ein Wasserballspiel beschloß bie Vorführungen, bie in jeber Beziehung als gelungen bezeichnet roerben können und sicher werbend für den Schwimmsport gewirkt haben. Eine Mitteilung des Kreisamtes. Vom Hessischen Kreisamt Gießen erhalten wir die nachstehende amtliche Mitteilung mit dem Ersuchen um Veröffentlichung: „Amtlich wird mitgeteilt: Die Bürgermeisterei Grünberg hatte das Hessische Kreisamt Gießen zur Einweihung des Schwimmbades, das die Stadt Grünberg neu erbaut hat, eingeladen Die ressortmäßige Vertretung des Kreisamts fiel Oberregierungsrat Ritzel zu, der es auch übernommen hatte, die Provinz Oberhessen bei den für den 24. Juli vorgesehenen Einweihungsseier- lichkeiten zu vertreten. Kurz vor der Feier teilte der Vürgermeister der Stadt Grünberg dem Vertreter des Kreisamts mit, daß die Anwesenheit des Vertreters zu ernstlichen Störungen der Feier und zu nationalsozialistischen Kundgebungen benutzt werden solle. Würdigung der Bedenken des Bürgermeisters und um den in Frage kommenden Elementen keine Veranlassung zu geben, die Feier zu stören, entschloß sich Oberregierungs- rat Ritzel, der Feier fernzubleiben. Einen anderen Referenten mit der Vertretung des Kreisamtes zu beauftragen, mußte mit Rücksicht auf das Ansehen des Kreisamtes abgelehnt werden." Wirtschaft. Sranffurf still, aber fester. Frankfurt, 25. Juli. (WTB. Drahtmelbung.) Die Börse eröffnete zu Beginn bet neuen Woche in zwar recht ft Hier, aber fefter Tendenz. Die Spekulation nahm kleine Deckungen vor, so baß bei ber Enge bes Geschäftes überwiegend Kursbesserungen von 0,5 bis 1 v. h. eintraten. Im Hinblick auf bas heute zu erwartende Urteil bes Staatsgerichtshofes herrschte starke Zurückhaltung, boch beurteilte man bie innerpolitische Situation nach der Stuttgarter Aussprache zwischen bem Reichskanzler unb ben sübbeutschen Ministerpräsidenten in Börsenkreisen etwas besser. 'Auch bie Ausführungen bes Senators Borah, ber für eine allgemeine Schulbenrevision eintrat, sanden Beachtung. Am Chemiemarkt eröffneten IG. 1,12 v. h., Rütgerswerke 1,5 v. h. unb Deutsche Erböl 0,5 v. h. höher. Don Elektrowerten waren Ges- fürel stark beachtet unb zunächst 1 v. h. fester, um später weitere 1,25 v. h. anzuziehen. AEG. blieben gut behauptet. Mit Kursbesserungen bis zu 0,5 v. h. setzten noch Montanwerte unb Schisfahrtsaktien ein, wogegen bie übrigen Marktgebiete vernachlässigt waren. Der Rentenmarkt war gleichfalls recht f e st. Don deutschen Anleihen gewannen Altbesitz 1,15 v. h. und Neubesitz 20 Pf. Berner- kenswert waren auch die Kurssteigerungen für Reichsschuldbuchforderungen, bie 1,5 v. h. bis 2 v. h. anzogen. Goldpfandbriefe gewannen etwa 0,5 bis 1 v. h. Liquidationspfandbriefe blieben meist behauptet. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a, M., 25. Juli. An ber Produkten- börfe herrschte sehr ft i Ile T enden z. Das Angebot in Neugetreide war etwas stärker, bie Anschaffungen blieben aber bei ben erhöhten fjorberungen klein. Ebenso trat bas Angebot von alter Ware mehr in Erscheinung, bie Deckung beschrankte sich fedoch nur auf ben notroenbigften Tagesbedarf, zumal auch bas Mehlgeschäft äußerst eng war. promptes Roggenmehl hielt bas Interesse noch an, unb bie leicht erhöhten Forberungen würben von dem schwachen Konsum bewilligt. Hafer und Gerste lagen ruhig. Die Notierungen des Futtermittelmarktes blieben unverändert. Es wurden notiert: Weizen 260 Mark, Roggen 220, Wintergerste für Brauzwecke 170 bis 175, Hafer (inländischer) 170 bis 180, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen) 38,15 bis 39,05, Weizenmehl (niederrheini- sches, mit Austauschweizen) 38,15 bis 38,80, Roggenmehl (70 v. h.) 28,75 bis 29,25, Weizenkleie 9, Rog- gentleie 9,25, Erbsen (je nach Qualität für Speise- zwecke) 24 bis 32, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 22 bis 48, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 3 bis 3,40, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 3,50, Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 3,20 bis 3,50, Treber (getrocknet) 10,50 bis 10,75 Mark. Tendenz: ruhig. — Kartoffelpreise: Erstlinge hiesiger Gegend 3,40 bis 3,50 Mark, Böhms allerfrüheste gelbe 2,35 bis 2,45 Mark. Tendenz; stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Juli. Auftrieb: 1257 Rinder, darunter 276 Ochsen, 148 Bullen, 440 Kühe, 358 Färsen, ferner 536 Kälber. 27 Schafe, 3883 Schweine. Cs wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts (jüngere) 31 bis 35 Mk., (ältere) 27 bis 30, sonstige vollfleischige (jüngere) 24 bis 26; Bullen: jüngere, vollfleischige. höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 22 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige. höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 20 bis 24. fleischige 14 bis 19; Färsen (3ung- rinber, Kalbinnen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 31 bis 35, vollfleischige 27 bis 30, fleischige 24 bis 26. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36 bis 40, mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 35, geringe Kälber 25 bis 30. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 49, von etwa 200 bis 240 Pfund 45 bis 48. von etwa 160 bis 200 Pfund 42 bis 46, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 37 bis 42 Mk, offiEE Wir betrauern tief das Ableben unseres lieben A. H. Theodor Windisch Generaldirektor, Ministerialrat a. D. aktiv S.-S. 99 Die G. B. „Germania“ LA.: Moos X- __________5476D Rachdruck verboten! 16 Sortk | Lichtspielhaus / Giehen H Heute Montag; Premiere! Wölfersheim (Oberhessen), 23. Juli 1932. 5477 D 1. | Vermietungen | Herzschwäche 1 Herzerweiterung, asser° 15-Zmrtlinung sucht, Blutdruckleiden, Nervenleiden usw. mit allein Zubehör 5475 c ein Ende macht. Der Weg zum neuen deutschen Reich. 5473 D Wirksam« Werbe-Drucksachen Hefen di« Srühl'sche Druckerei Am 23. Juli starb nach schwerem Leiden gänzlich unerwartet der Vorstand unserer Gesellschaft Wieder lieferbar! 04412 Wieder lieferbar! LVSvrshofevSetiztee FamiBien-DrUCkSaChen Verlobungsanzelgen Vermählungsanzelgen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen Meta tarn sich unendlich wichtig vor. „Gnädige Frau dürfen sich darauf verlassen, sie ist es gewesen." Die Gräfin lachte: „Das muß wirklich ein ulkiges Dämchen sein, die solche tollen Sachen macht. Der Doktor soll froh sein, sie nicht an den Hals bekommen zu haben." Frau von Welp hatte sich erhoben. „Leihe mir dein Auto, Celia, damit ich rasch fortkomme, ich bin im Taxi hergefahren, habe es aber gleich wieder zurückgeschickt." Im Auto der Gräfin fuhr dann Frau von Welp zu ihrer Freundin und erzählte ihr, was sie von Meta gehört. Das Gesicht der Baronin verfinsterte sich zusehends. . ,, „ Endlich litt es sie nicht mehr auf ihrem Stuhl, sie sprang auf und rief, sich die Schläfen haltend: „Das kann ja nicht wahr sein, das darf nicht wahr sein. Damit hätte Lil ja sich und uns schrecklich blamiert!" Die andere machte eine beschwichtigende Bewegung. „Bewahre, Liebste, Sie und den Herrn Doktor geht das alles doch gar nichts an. Jeder blamiert sich eben so gut er kann. Lil Körner hat Sie ja heimlich verlassen, außerdem ist sie mündig und niemand ist verantwortlich dafür, wenn sie Dummheiten macht." — Als Frau von Welp gegangen war, fiel es der Baronin ein, sie hatte vergessen, die Freundin zu bitten, über die entsetzliche Neuigkeit Schweigen zu bewahren und von selbst kam die immer Klatschfreudige nicht auf die Idee. Frau von Welp erzählte denn auch am selben Tage noch verschiedenen Bekannten die neueste Sensation, die sich Lil Körner geleistet. Mittags erfuhr Werner von seiner Mutter, was sie gehört. Er schüttelte den Kopf. „Dieser Meta ist die Phantasie durch gegangen, zu einem so verrückten Streich ist Lil doch nicht fähig." „Ich glaube es aber, Werner", widersprach sie. Er ging erregt im Zimmer auf und ab, zwang Lils Bild vor sich hin. Da stand sie vor ihm, schlank und zierlich, ein feines blondes Menschenkind mit großen leuchtenden Augen. Sie paßte nicht in die Rauheit des Lebens, das so armes Zirkusvolk zu führen gezwungen ist, das seine Tage im Staube der Landstraßen verbringt. Er beharrte: „Lils früherer Zofe ist die Phantasie durchgegangen." Er sann nach. „2ch gehe heute abend in den Zirkus, um nachznforfchen, Mittwoch, den 27. Juli, abends 8^2 Uhr, im Saale des Cato Leib. — Thema: Schlussabrechnung mit dem November-System. ob Lil sich bei den Leuten befindet." Die Baronin erschrak. War das nicht gefährlich? Wenn Werner Lil wiedersah, konnte es dann nicht zur Aussöhnung kommen? Sie sagte erregt: „And wenn Lil nun in dem Zirkus ist, wirst du sie etwa bitten, wieder Heimzukommen?" Er hob abwehrend die Rechte. „Rein, Mutter, das würde ich nicht tun. Denn wenn das mir ganz unglaublich Scheinende Wahrheit ist. paßt Lil überhaupt nicht mehr her. Ich nehme an, Lil hat irgendeine Stellung angenommen und ich hatte ja auch gar nicht die Absicht, mich irgendwie um sie zu kümmern, aber dieser von der Zofe aufgebrachten Geschichte muß ich auf den Grund gehen." Die Baronin bat: „Gehe nicht, Werner, ich bitte dich." „Doch, Mutter, doch", war seine Entgegnung, „ich möchte mir Gewißheit holen, damit wir wenigstens dem Klatsch über Lil, der nun einsetzen wird — denn Frau von Welp ist nicht stumm —, entgegentreten können." Er entfernte sich bald. Doch ließ er sein Auto zu Hause und fuhr mit der Straßenbahn nach dem Schönhof hinaus. Aber er sand den kleinen Wanderzirkus nicht mehr. Zwei spielende Buben berichteten auf Befragen, der Zirkus hätte eigentlich noch ein paar Tage spielen wollen, aber ein Pferdebursche, der auch Iongleur wäre, hätte ihnen heute nachmittag, als der Zirkus abgebaut wurde, wobei sie geholfen hätten, erzählt, man zöge etwas früher nach Rauheim, weil die Kursaison an- gefangen habe und man dort mit besseren Einnahmen als hier rechnen dürfe. Er versprach den Halbwüchsigen drei Mark, die sie unter sich teilen sollten, wenn sie ihm zu sagen vermöchten, was für Menschen zum Zirkus gehört hätten. Da sie beim Aufbauen geholfen, wüßten sie es vielleicht. Er glaube nämlich, feit gestern wäre eine Bekannte von ihm dabei. „Wie sah sie denn aus?" fragte der eine Iunge, ein derber Rotkopf von ungefähr dreizehn Iahren. Er erwiderte und versuchte ganz ruhig dabei zu erscheinen: „Cs handelt sich um eine junge blonde Dame." Der Iunge nickte eifrig: „3a, so eine war dabei? Aber die ließ sich draußen nicht sehen. 3ch mußte beim Direktor aus feinem Wagen was holen und dabei habe ich sie gesehen. Cs ist ein feines Fräulein und ich habe gehört, wie die eine Tochter vom Direktor „Lil" zu ihr gesagt Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ober* vefsingen für das Rj. 1932 liegt vom Mittwoch, dem 27. Juli 1932 ab. 1 Woche auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich zu Protokoll vorgebracht werden. 5485D Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Ober-Bessingen, den 25. Juli 1932. Hess Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Keil. v Redner: 1 .HerrStudienrat Kauer,Wetzlar. 2 HerrLandwirt Dr.Lahr,Ober-Hilbersheim Deutschnationale Volkspartei / Ortsgruppe Giehen# MMtzMMg Das Fachgeschäft | Miete Mk. 78.—. für Gesundheitspflege in der Schulstraße ^aufebenwtfSen 11 und 12 Ubr vor- Die Entwicklung unseres Werkes hat er seit der Gründung in aufbauender Form maßgeblich beeinflußt. Durch seinen Tod erleiden wir einen unersetzlichen Verlust. Er gab unserem beruflichen Leben mit überragendem Weitblick und durch seine vorbildliche Tatkraft Ziel und Inhalt. Stets werden wir seiner in dankbarer Verehrung gedenken. Direktion und Angestellte der Braunkohlen-Schwelkraitwerk Hessen-Frankfurt A.-G. (Hefrag). Dienstag, den 26. Juli 1932, versteigere ich gegen sofortige Barzahlung: zwangsweise nachmitags 2 Uhr im „Löwen". Neuenweg 28, dahier, bzw. an Orl und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokast: 5483D a) Haus-. Büro- und Ladenmöbel aller Art, Standuhren, 1 Ofen, Motore, Radioapparate, 1 Bohnermaschine, 1 Kassenschrank, 1 Krauseschneidema- schine, Strümpfe, Schuhe aller Art, Drahtgeflechte. 1 Eisen- und Blechschere, 1 Stanze, Grammophone mit Platten, 1 Warenschrank, 2 Personen* wagen, 1 Badewanne, Büromaschinen Auf der Straße von Wehlar nach Gießen lEoöenmontel und 1 blauer Nock upciocen gegangen Abz:Mehg.Bönsel, Hammstr. 6482V M MWk Ml. Original Vornan von Anny von panhuyü. Copyright by Verlag A. Bechthold, Braunschweig. mittags. 6487V Herr Ministerialrat a. D. Theodor Windisch hak. Ich mußte über den komischen Namen, bett ich noch nie gehört habe, lachen. Der Iongleur erzählte mir nachher, sie wäre der neue Clown, doch das war natürlich bloß 'n fauler Witz, denn Mädels als Clowns gibt es doch nicht." Er wollte noch etwas sagen, aber Werner Sturm steckte ihm die versprochenen drei Mark zu und verschwand ohne ein weiteres Wort. Verblüfft sahen ihm' die zwei Buben nach, aber dann schlugen sie sich gegenseitig vor Freude auf die Schulter. Die drei Mark waren rasch verdient und ohne jede Anstrengung, alles übrige war ihnen vollkommen gleichgültig. Werner Sturm ging langsam heim. Er wollte den Weg zu Fuß machen, vielleicht befreite ihn die wundervolle Luft hier draußen, die von den Taunusbergen herübergezogen kam, von dem unerträglichen Druck, der jetzt auf seinem Kopf lag. Was er für unglaublich-gehalten, war doch wahr, Lil hatte die Tollheit begangen, mit einem kleinen Wanderzirkus mitzuziehen. Als Clown! Lil, die zierliche, elegante Lil, war in einem der landfahrenden Wagen untergekrochen, darin man aß, schlief und sich für die Vorstellungen ankleidete und schminkte. Sie, in der er noch gestern seine zukünftige Frau gesehen, zog nun mit einem Wanderzirkus von Ort zu Ort, wollte Kleinstädtern, Vorortleuten und Bauern Clownpossen vormachen. War das nicht überspannt? Stand das nicht jenseits aller Vernunft und Kritik? Wenn es ihm nicht so weh getan hätte, wenn er Lils Tun nicht wie «inen Schlag ins Gesicht empfunden hätte, wäre das Ganze ja zum Lachen gewesen. „Vergeßt nicht, daß ich mündig bin!“ hatte sie geschrieben in dem zurückgelassenen Brief. Er begriff Lil nicht, wie kam sie nur auf so eine unbegreifliche Idee! Sehr spät kam er nach Hause. Seine Mutter erwartete ihn, sah ihn fragend an. Er ließ sich in einen Stuhl fallen und sagte stockend: „Es ist wahr, Mutter, ich habe herausgebracht, Lil ist bei dem kleinen Wanderzirkus, aber der Zirkus ist heute schon weitergezogen, sie will als Clown auftreten. Ich brachte das von zwei Bengels heraus, die beim Abbrechen des Zeltes geholfen haben und nichts davon ahnen, um wen es sich bei Lil handelt." Er stützte den Kopf in die Hand. „Mutter, was ist das nur mit Lil, woher hat sie die Reigung zu solchen Dingen, die ihr doch eigentlich unendlich fern liegen müßten?" Die Baronin zuckte die Achseln. (Fortsetzung folgt.) Heute entschlief nach schwerem Leiden Herr Ministerialrat a. D. Theodor Windisch. Der Verstorbene hat seit der Gründung unserer Gesellschaft dem Unternehmen als Vorstand in vorbildlicher Treue gedient und sich unter Aufopferung seiner ganzen Person für die Durchführung der ihm gestellten Aufgaben eingesetzt. Wir verlieren in ihm einen ganz hervorragenden Mitarbeiter, der mit großem sittlichen Emst und unermüdlicher Schaffensfreudigkeit sein verantwortungsvolles Amt verwaltet hat. Seine großen Verdienste um unser Werk, sein liebenswürdiges Wesen und seine vornehmen Charaktereigenschaften sicherten ihm im Leben unsere höchste Achtung. Wir werden ihm auch nach seinem allzufrühen Tode stets ein dankbares Andenken bewahren. Der Aufsicbtsrat der Braunkohlen-Schwelkraftwerk Hessen-Frankfurt A-G. (Hefrag). Wölfersheim (Oberh^ssen), den 23. Juli 1932. __________5478D aller Art, b) voraussichtlich bestimmt: 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Standuhr, 1 Ofen mit Marmorplatte. 8 Stühle mit Ledersitz, 1 Bücherschrank, 1 Schreibtisch 1 Klubsessel, 1 Teppich, 1 Kronleuchter, 1 Ausziehtisch. 2 Freiwillig, nachm. 4 Uhr, im „Rheinischen Hof". Frankfurter Straße/weh- larer weg: 1 schwarzes Pferd (Stute). Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen, Telephon 4039. Meta nickte. „Also das war so: Gestern vormittag, so ungefähr halb neun, mußte ich doch für Frau Gräfin mit dem Auto nach Frankfurt reinfahren, weil ich so früh ein paar für Frau Gräfin wichtige Sachen abholen sollte. Da fuhr ich mit dem Auto am Schönhof vorbei, wo sich seht gar nicht weit von der Landstraße ein kleiner Zirkus befindet, so einer, der sich gar nicht allzuweit in eine große Stadt reintraut. Als ich beim Vorbeifahren ein bißchen neugierig dahinguckte, sah ich mit einem Male Fräulein Körner, die sich mit einem Kerl unterhielt, der wohl zum Zirkus gehörte. Es war ein derber, gewöhnlich aussehender Mensch. Sie kroch mit ihm durch einen Leinwand ausschnitt in den Zirkus hinein. Ich habe sie deutlich erkannt, aber weil ich mir sagte, wie sollte Fräulein Körner dazu kommen, noch dazu um die frühe Stunde, sich da weit draußen mit dem halben Vagabunden aufzuhalten, habe ich gedacht, es handele sich doch nur Um eine Aehnlichkeit. Lieht aber kann ich die Hand dafür ins Feuer legen, sie selbst ist es gewesen." Frau von Welp schnappte vor Erregung nach Luft. Sie stieß abgerissen hervor: „Das klingt ja unglaublich! Sie müssen sich geirrt haben, Metal" Die Zofe schüttelte lebhaft den Kopf. „Gnädige Frau können sich darauf verlassen, ich habe mich nicht geirrt. Glauben gnädige Frau nur. die komische Dame ist jetzt bei den Zirkusmenschen. Wahrscheinlich spielt sie bei ihnen als Clown mit" Sie sind nicht recht gescheit, wollte ihr Frau von Welp zurufen, aber plötzlich erkannte sie, Meta könnte recht haben. Sie erwiderte nachdenklich: „Lil Körner ist derartiges allerdings zuzutrauen." Sie zupfte an ihrem kleinen Spitzensichü herum. „Die neueste Reuigkeit brennt mir auf der Seele, ich glaube, ich muß doch die Baronin allerschnellstens benachrichtigen, sonst tritt die tolle Person noch in dem Armeleutezirkus auf und der Skandal für die Baronin und ihren Sohn ist fertig. Jedenfalls muß die Baronin Bescheid wissen, dazu ver- rf chtet mich meine Freundschaft." ____ Achtung! Rundfunk! Sie hören über die Sender des Sütiwostfunks Jeden Mittwochvormittag von 11.00 bis 11.15 Uhr den sehr Interessanten Lehrvortrog „10 Minuten für die fortschrittliche Hausfrau" aus der Opekta- Küche. — Rezeptdurchgabel tipcken-Opckta Ist Opekta In Pulverform von gleich hoher Qualität wie Opekta flüssig. Beutel zu 23 Pfg. für etwa 2 Pfd. Marmelade, und Kartons zu 45 Pfg. 4ür etwa 4 Pfd. Marmelade. Genaue Rezepte liegen Jeder Packung bei. 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Dieser Film zeigt in vollendetster Fassung das Leben dieser unglücklichen Kaiserin bis zur höchsten Tragik, den Liebestod ihres Sohnes Kronprinz Rudolf mit der Griifln Vetsera auf Schloß Mayerling — die Tragik ihres Vetters König Ludwig von Bayern — den welterschütternden Tod der Kaiserin durch den Anarchisten Lnigo Lucchini in Genf, der dem Leidensweg einer Kaiserin Rezept 4 Pfand Sauerkirschen — entsteint gewogen — gehr gut zerdrücken, mit 4 Pfund Zucker unter Rühren zum Kochen bringen Und 10 Minuten brausend durchkochen.Hierauf eine Normal flasche Opekta „flüssig“ zu 86 Pfg- hin- einrühren a. sofort in Gläser füllen. Genaueste Kochanweisung mit Rezepten Hegt jeder Flasche bei. Vorsicht beimOpekta-Ein- kauft Nicht zu oerwechseln mit ähnlich lauten- L1 jatfl den Geliermitteln. 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C A oE ^ßMtzZ^LZ^ 70 - '■ E a <31 C s e <35 -V ±2 (2/ E o ®t9 8(9 E <35 Ats g a E AtyL NNLLTNELLLLS ® <35 70 O 2 •K ■■ E.^ 2 = t.A ? o -3 ABE 2 iE. 2 (9 2 er,E 3 8 D-b- lICi£C 19 «E ,E m o 3 —c® E o " p-® B 5 B = E _ ®E' oES o o E t 2 = 2 A A 2 2 (9 2 £19 = „ B^E m _ S 2 2 2 2 ro a e a 55 3 07 CT. O 07 CT. <3 E X 70 3 ti E X 3 70 2 3> *7 0 E ■n e E — ^-- o. o s --70 2i ,P 0 2 (9 |<9 ~ Oie. 3 ?- : ■3. s=±t «5; eI®£- £S-> Ä b -7 3^ = cgi CT. ’3 ” ,3 -X" 05 •-- = A —'9 ‘ 3 = Ec 70 s 05 3 3 -3 3 = 5> • E 3^>,y ■°ro=> ct: > «7 cs 07 j3 JD ■=5-52 - 3 3 5 E = 0 I m-8 <3 3’3’ o •'S 78 73 .n = S.t 6? 3 37 <7 <3 EE_ o, 07 ‘-r = N E i‘! ■=5 g 3 =^x ;ifs. •— 5 -o 47 ^7 3 L t3.-K.z3 73 --E- >■>2. XO— 35 E^Z '77 3 HO 3 5 =<9ge^.= SeE ji- 7; ’S o, — *2E ’3£^'.- T"E 3 3 5 8 Ss 2 =.^2 ZIs-Z-tz 3 E.2i-L HO 7? .37 5 iRLTD ----tfl .— C O/ ttii H 3 £3 = e?2 EX c£ „ E.1“ E(9 , .2; L c*~E.l _ E ä = 3 A-- 07 EE"— E = ■ =-E = t:£ "".•Sih 47 70 ^ = >0 o 5 07 J± 2 2 E 70 « «e-E. 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