m. 147 (Elftes Blaff (L) 182. Jahrgang Samstag, 25. Juni 1952 Onitf ««d Pertag: vrLHI'sche Ui,I»er7iüt»-v>ich. «nd LlemLnicktrel R. fange tn «Ie»en. LchMIettnng and »clchSstrltele: fchnNttatze 7. Gegen den kommunistischen Terror und das Verhalten der preußischen Polizei. mühen, die Franzosen bun mehrjährigen „ Berlin, 24.3uni. (035)3 ) Dertreter der nationalsozialistischen preußischen Landtagssrat- tion haben am Freitag den Dertreter des Reichs- Wehrministers Oberst v. Dred o w ausgesucht, um nachdrückliche Vorstellungen wegen der blutigen Zwischenfälle im Duhrgebiet, in Berlin und anderen preuhischen Bezirken au erheben Es wurde erklärt, man werde es sich einfach nicht mehr gefallen lassen, daß täglich unter den Äugen der preuhischen Polizei Dutzende von SD.-Leuten viehisch ermordet oder sonst zusammengeschlagen würden. Oberst v. Dredow erklärte, dah er die vorgetragenen Beschwerden in der nächsten Kabinettssitzung nachdrücklichst behandeln wolle und sagte eine entsprechende Abhilfe zu. Zinsen an die eigenen Steuerzahler zurückfliehen- den Schulden der Gläubigerländer und den Aus- landverpflichtungen 5)eutschlands, die um so drückender empfunden werden, als wir nach der Zerstörung unseres Dolksvermögens durch die Inflation über keinerlei innere Deseroen verfügen. Damit ist auch schon die zweite Behauptung Herriots entkräftigt, die den Engländern gleichfalls sehr in die Augen stach und wirkungsvoll an ihr stark entwickeltes wirtschaftliches Deidgcfühl appellierte. Herriot forderte eine Destzahlung mit der Begründung, dah nach vollständiger Tributstreichung die deutsche Wirtschaft, die sich in der Inflation wie das Deich selber ihrer Schulden entledigt habe, gegenüber den Wirtschaften der bisherigen Tributgläubiger, die nach Fortfall der Reparationen ihre Steuern erhöhen mühten, ungerechtfertigt entlastet sein und also auf dem Weltmarkt einen beträchtlichen Dorsprung erhalten würde. Herriot vergaß, wie schon gesagt, auch hier hinzuzufügen, dah die Schulden des Einen das Vermögen des Anderen waren und beides in der Inflation vernichtet wurde. Deichswirtschastsminister Warmbold hat in Lausanne zudem darauf hingewiesen und der britische Finanzsachverständige Sir Waller Layton hat Warmbolds These unterstrichen, dah eine mit den Tributen belastete deutsche Wirtschaft für das Ausland ein weit stärkerer Konkurrent sei, da sie, um sich die Devisen für die Reparationen zu ver- chaffen, ihre Waren zu Schleuderpreisen auf den Weltmarkt werfen müsse, als Kunde aber aus dem Zwang, Devisen zu sparen, mit der Zeit ganz aus- allen werde. In dieser zwangsläufigen Entwicklung liegt nebenbei auch eine große Gefahr für unsere privaten Auslondsgläubiger, die vielleicht schon am 1. Juli akut werden wird und ein Moratorium für die Auslandsschulden zur Folge hoben müßte. Da die Franzosen hieran nach den Abzügen der Jahre 1930 31 nicht mehr sonderlich interessiert sind, dürfte es sich um so mehr für die Engländer empfehlen, die Streichung der Tribute auch einmal unter diesem Gesichtspunkt verstärkter Sicherung der deutschen privaten Auslandsschulden zu betrachten. Wir dürfen uns aber bei nüchterner Betrachtung der Erfolgsaussichlen der Konferenz von Lausanne nicht darüber täuschen, daß Herriot es mit großem Geschick verstanden hat, sich bei den Engländern, denen die Betriebsamkeit Tardieus sehr auf die Nerven gegangen war, eine wesentlich freundlichere Atmosphäre zu verschaffen, und auch Männer wie Macdonald, wenn fs auf Biegen oder Brechen geht, zu Kompromissen geneigt sein könnten, die mit dem deutschen Standpunkt unvereinbar wären. So ist auch für uns nicht unbedenklich Macdonalds Be- Zunahme von Rnzeiae« für die Tagesnummer oi* zum Nachmittag vorher. Preis für | mm h-he für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig,- für Oie» dlameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Platzvorschnft 20°. mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.f).Ibpriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Dießen. Aationalsozialistische Intervention bei der Michsregierung. Berlin. 25. 3uni. (TU.) Die Reichsrcgie- rung hat die süddeutschen Länder wissen lassen, dach sie die Antworten auf die vom Reichs- Innenminister auf der Länderkonferenz vorgebrachten Wünsche erst für Montagabend erwartet. D:e Dordringlichkeit der ouhenpoliti- schen Probleme hat es der Deichsregierung gestattet. den Ländern Gelegenheit zu geben, die verabredete Frist bis zum Eingang der Antwort zu verlängern. Die Kabinettssihung am Samstag wird sich nur mit den Lausanner Dorgängen beschästigen. DjebayrischeAeaierunglehniAus- hebung des tlnisornwerbotks ab. Manchen, 25. Juni. (MTV. Funkspruch.) Jn der Vollsitzung des Bayerischen Landtages gab Mi- nisterpräsident Held die Erklärung ab, dah das bayerische Gesamtmlnisterium einstimmig beschlossen habe, ce sei nicht in der Lage, dem Ersuchen de» Beichvinnenminister», das allgemeine bayerische Uniformocrbof aufzuhe - den, zu entsprechen, und zwar au» rechtlichen und fachlichen Erwägungen. gebunden, in der Uniformfrage und in der Rufzugsfrage ihren politischen und rechtlichen Auffassungen im Lande zur Geltung zu bringen. Das könne sie aber nicht hindern, den Kampf um ihr Decht und um ihre politische Ueberzeu- gung mit allen Mitteln des Rechts in besonderer Abwehr und Gegenwehr wc.terzuführen. Hitler über die Vorgänge in Bayern. München, 25. Juni. (TU.) Adolf Hiller sprach am Freitagabend in dem überfüllten Zirkus Krone. Er wies auf den inncrpolitischcn Umfchwung der letzten acht Wochen hin und stellte mit Genug- tuung fest, daß es gerade der Reichspräsident v. Hindenburg gewesen sei, der die Wieder- Herstellung des Rechts vollzogen habe. Zentrum und Sozialdemokratie hatten das Glück, daß die heutige Regierung keine nationalsozialistische Regierung sei. Sie sollten dem Himmel danken, daß der Reichskanzler v. Papen heiße und nicht Adolf Hitler. Bei einer nationalsozialistischen Regierung würde es ihnen nicht so leicht gelingen. Mppen in Lausanne. Die Konferenz von Lausanne steht vor dem zwerten Wochenende. Reichskanzler v.' P a p e n benutzt d:e kurze Pause, um in Berlin nach dem Rechten zu sehen, wo grundlegend wichtige innerpolitische Dinge daS Eingreifen des leitenden Staatsmannes erfordern, man braucht nur an die Länderkonferenz und die Kommunistenrevolte zu erinnern. Des Kanzlers Gegenspieler in Lausanne. der französische Ministerpräsident Her- rtot, wird vermutlich diesmal ein beschauliches Wochenende am sonnigen Ufer des Genfer Sees einer Hetzjagd nach Paris mit Kabincttssihungen und Konferenzen vorziehen, wohl auch schon um der Gelegenheit willen, mit dem britischen Premier wieder in engeren Kontakt zu kommen, der während der letzten Tage bedenklich gelockert schien, als für die Franzosen die Gretchenfrage der Konferenz unausweichlich wurde: Wie habt ihr'S mit der Tributstreichung? Dach dem durch die Fünsmächle-Erklärung, dah die Ausführung der Deparations- und Kriegsschuldenzahlungen während der Dauer der Konferenz ausgesetzt ble den sollen, der Konferenz Bewegungsfreiheit gegeben war, scheint jetzt die erste Phase abgeschlossen zu fein. Man hatte schnell erkannt, dah bei den weitgehenden grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten der beiden Hauptpartner .in offiziellen Sitzungen und Debatten am grünen Tisch nicht von der Stelle zu kommen sei. Die Engländer, die die Technik der Verhandlungen vorwiegend bestimmen, lieben zudem nicht den großen Apparat der Konferenz. So begannen vertrauliche Besprechungen, in denen Macdonald als Vermittler die Auffassungen der Franzosen und Deutschen entgegennahm, sie der Gegenseite zur Kenntnis brachte und in langwierigen Der- handlungen eine Annäherung zustandezubringen suchte. Der britische Premier hat nun seine 03er- m.ttlungstätigkeit vorerst eingestellt, um, wie das amtliche Kommunique sagt, der französischen Delegation Gelegenheit zu geben, mit der deutschen Delegation Rücksprache zu nehmen. Das ist auch bereits geschehen, beide Delegationen hatten gestern eine erste Aussprache und es ist anzunehmen, dah diese direkten deutsch-französischen Besprechungen in der nächsten Wochen fortgeführt werden bis zu dem Punkt, wo man wieder auf Englands Derrn.ttlerhilfe wird zurückgreifen müssen. 03ersuchen wir. uns Rechenschaft abzulegen über das Ergebnis dieser ersten Konferenzphase. Da ergibt sich einmal Frankreichs Forderung, nach einer Reihe von 3ahren wirtschaftlicher Erholung, die von Tributzahlungen freibleiben sollen, Deutschland die Verpflichtung zu einer „S ch l u ßz a h lu n g" aufzuerlegen, deren Höhe von einem Sachverständigenausschuß festzustellen sei. Man denkt sich die Modalitäten dieser Zahlung etwa so, dah die Reichsbahn oder gewisse deutsche 3ndustrien — wobei man sich diejenigen aussuchen wird, deren Konkurrenz auf dem Weltmarkt am unangenehmsten empfunden wird — durch eine Reparationsschuld belastet würden. 5>er deutsche Standpunkt ist bekannt, er läuft auf das Brüningsche „non possumus“ hinaus, auch das neue Reichskabinett fordert sofortige und restlose Streichung der Tribute nicht nur aus den in der bekannten deutschen Denkschrift erneut aufgezählten finanziellen und wirtschaftlichen Gründen, die un3 irgendwelche Zahlungen an das Ausland ohne wirtschaftliche Gegenleistung einfach nicht erlauben wollen wir nicht auch die kümmerlichen Reste unserer Wirtschaft der Vernichtung ausliefem, sondern noch weit mehr aus psychologischen Gründen. Die Frage Iau*t nicht mehr, ob Deutschland in absehbarer Zeit noch irgendwelche Millionen oder Milliarden unproduktiver Zahlungen zu leisten imstande ist, wenn man ihm wieder einmal eine Anlaufzeit zum Verschnaufen gewährt hat, sondern jetzt geht es lediglich noch darum, daß von Deutschland und der Welt der Alpdruck der rein politisch begründeten Tribute genommen wird und der Welt durch einen ehrlichen Schlußstrich unter die Tributzahlungen wenigstens von dieser Seite die politische Beruhigung verschafft wird, ohne die eine Erholung der Weltwirtschaft vergebliche Hoffnung bleiben müfjte- Erheblich weniger eindeutig ist der englische Standpunkt. Der britische Premier und mit ihm die überwältigende Mehrheit der öffentlichen Meinung seines Landes haben der Ansicht Ausdruck gegeben, daß eine endgültige Regelung in Lausanne getroffen werden müsse, die für eine Wiederaufnahme der einseitigen und deshalb auch für die Gläubiger schädlichen Tributzahlungen keinen Raum mehr lassen dürfe. Ader Macdonald zog aus mit dem festen Entschluß, nicht ohne einen sichtbaren Erfolg nach Hause zurückzukehren, einen Erfolg, den er gleichermaßen aus innerpolitischen Gründen braucht, um seine Stellung im nationalen Kabinett zu festigen, töie aus außenpolitischen gegenüber Amerika, mit dem er über die Kriegsschulden ins Reine kommen muh. 3n diesem Streben nach einem unbedingten Erfolg liegt, so seltsam dies auch im ersten Augenblick klingen mag, die große Gefahr für die Konferenz von Lausanne. Hier s nd die Möglichkeiten für Verwässerung und zu Kompromissen Und es unterliegt keinem Zweifel. daß Herriot diese Möglichkeiten schon bei Macdonalds Besuch in Paris erkannt hat und seitdem folgerichtig weitergearbeitet hat. Die Behauptung von der im Verhältnis zu Deutschland ungleich höheren Staatsschuld der Gläubigermächte war schon so ein Argument, das auf die englische Psyche gemünzt war. Dabei unterließ Herriot natürlich, den Unterschied zu erläutern zwischen den zum weitaus größten Teil im 3nland aufgenommenen und daher auch mit das Bild der Verantwortlichkeit für die Taten der letzten 13 Jahre zu trüben. Die Nationalsozialisten wurden den Herrschasten der roten und schwarzen thront eine Bilanz auf ft eilen, daß ihnen Hören und Sehen vergehe. Bayerische Minister seien es gewesen, die noch vor wenigen Wochen in Berlin verlangt hätten, daß von reichswegen !legen die Nationalsozialisten noch schärfer eingeritten werde. Hitler wies dann aus die Aüswci- ung der nationalsozialistischen Fraktion aus dem Bayerischen Landtag hin und erklärte unter stürmischem Beifall: „Wir sind entschlossen, entweder durch das Reich unser Recht zu bekommen, oder einen Zustand herbeizuführen, der die Unmöglichkeit dieses Dorgehens jedem eindeutig beweist. Wir werden in Oldenburg und Mecklenburg genau das tun, was die Bayerische Volks- Partei in Bayern macht Dann muß das Reich eingreifen und das rechtswidrige Verhalten der schwarzen und roten Parteien korrigieren." Die Nationalsozialisten müßten es ablehnen, die Politik der Parteien weiterzuführen. Sie seien bereit, die volle Verantwortung zu übernehmen und könnten das tun, wenn das deutsche Volk am 31. Zull seine Pflicht erfülle. Solange könnten sie warten. verlangt, daß daS Reichsinnenministerium auf das schärfste gegen die intellektuellen Urhebeber der Mordhetze Vorgehen solle, damit die nationalsozialistischen Massen nicht in ihrer Verzweiflung von ihrem Rotwchrrccht Gebrauch machten. Es wurde erklärt, daß sich bereit« Zahlreiche russische Tschekistett mit Duldung der preußischen Behörden in den gefährdeten Gebieten befänden. Bilder und genaue Personalien der russischen Tschekisten konnten übergeben werden, ebenso chiffrierte Befehle mit Mordaufträgen unter genauer Benennung der Damen, der Lokale der Mörderkommandos und ihrer Schlupfwinkel. Der Deichsinnenminlster versprach, die geeigneten Schritte zur Wiederherstellung geregelter Zustände innerhalb von 24 Stunden vorzunehmen. Die Aufhebung deS Demonstrations- verbotes in ganz Deutschland soll bis spätestens Mitte nächster Woche mit aller Bestimmtheit zugesagt worden fein. machen. Der in Versailles beschlossene politische Status Europas sollte also während der nächsten fünf oder zehn Jahre keinerlei Veränderungen erfahren dürfen. Das wäre also eine Verallgemeinerung des Locarnopakts für eine bestimmte Zeit wenigstens. Danzig, der polnische Korridor, Ober- schlesien, Oesterreich, es genügt, nur diese Stichmorte aufzuzählen, um die Unmöglichkeit dieser Forderung für uns zu erkennen, für eine Reihe von Fahren unsere Uninteressiertheit an diesem ganzen Komplex der Ostfragen feierlich zu erklären, mag auch heute der Zeitpunkt noch nicht da sein, wo die Revision dieser politischen Ungeheuerlichkeiten von Versailles mit Aussicht auf Erfolg angebahnt werden kann. Aber jeder Tag unter der Herrschaft von Unvernunft, Haß und Machtgier der Polen, Wirtschafls- verfall und Auflösung im Donau-Raum bringt uns unserem Ziel näher, von dem uns keine Beschwörung eines neuen „Gottesfriedens" trennen darf, der in Wahrheit nichts anderes wäre als ein Freibrief für die Nutznießer des Systems von Versailles. „Die Ursachen der Unruhe und des Mißtrauens wer- den nicht dadurch aus der Welt geschafft, daß man sie auf Eis legt. Man muß den Mut haben, die schweren Fehler von Versailles und eines Jahrzehnts verständnisloser Machtpolitik anzuerkennen, und nichts wäre falscher als das mehr und mehr er- wachende Weltgewissen durch einen Pakt des Wohl- verhaltens und Wohlbefindens einzuschläfern." Mit diesen treffenden Worten tut ein führendes Blatt der Opposition Macdonalds Idee ab und nicht an- ders charakterisierte der Reichskanzler von Popen die Aufgabe der Lausanner Konferenz, als er vor der deutschen Kolonie erklärte: „Diese Konferenz darf nicht mit Entschließungen enden, die der Welt nur den Frieden versprechen. Diese Konferenz muß der Welt endlich den Frieden zurückgeben". Auch noch in anderer Weise droht eine Verkoppelung verschiedener Probleme, die für eine Bereinigung der Tributfrage in deutschem Sinne nicht ohne ernste Gefahren ist. Nicht ganz zufällig wer- den die Zusammenhänge zwischen Reparationen, Abrüstung und Kriegsschulden schon durch die Nähe der Konferenzorte am Ufer des Genfer Sees "sinnfällig illustriert. Wir haben hier stets davor gewarnt, irgendwelche Verbindung für uns anzuerkennen, aber die Tributgläubiger können natürlich nicht daran gehindert werden, vom Konferenztisch in Lausanne mit dem einen Auge nach Genf, mit dem anderen nach Washington zu schielen, um zu sehen, wie Amerika sich stellt. Hoovers Abrüstungsbotschaft, die hier schon eingehend besprochen wurde, erwähnt zwar mit feinem Wort das Kriegsschuldenproblem, aber es ist unwidersprochen geblieben, daß der amerikanische Botschafter Gibson in jener mitternächtlichen Unterredung mit Herriot den Franzosen nicht darüber im Zweifel gelassen hat, daß die Bereinigten Die Bayerische Volksparleikorre- spondenz schreibt, der Konflikt zwischen Bayern und der Reichsregierung beruhe wesentlich darin, daß die bettlerische Staatsregierung beim besten Willen sich nicht den politischen Auffassungen der Reichsregierung anschließen könne, daß die Preisgabe der Straße an die uniformierten politischen Verbände der politischen Befriedung dienen würde. Zu diesen politischen Erwägungen komme für die bayerische Regierung noch der Rcchtsstandpunkt hinzu, der es grundsätzlich nicht erlaubt, der Reichsregierung so tief in die Polizeihoheit eingreifenden Maßnahmen zuzugestehen. Diemand werde daher überrascht sein können, wenn der bayerische Ministerrat zu einem durchaus ablehnenden Standpunkt gekommen sei. Wenn die Reichsregierung sich der Stimme Bayerns gegenüber völlig taub zeige, dann müsse man wohl damit rechnen, daß das Reichskabinett zu Maßnahmen greife, durch die eine brutale Verschiebung der Rechtslage Bayerns ein trete. Es sei bereits klar und bent- lich gesagt worden, daß man einen solchen 03er- ordnungsakt der Reichsregierung in Bayern als einen Akt der Vergewaltigung und Willkür betrachten würde. Der bayerischen Staatsgewalt seien bann wohl vorerst die Hände Staaten ohne eine fühlbare Verminderung der Rüstungsausgaben keinen Schuldennachlaß gewähren würden. Hoover, der um seine Wiederwahl kämpft, braucht mehr noch als Macdonald aus innerpolitischen Gründen einen außenpolitischen Erfolg. Gelingt es ihm nicht, in der Abrüstungssrage d'e europäischen Mächte, kurz gesagt Frankreich, zu Rüstungsoerminderungen im Ausmaß seiner formulierten Vorschläge zu zwingen, so verlangt die öfsentliche Meinung von ihm taube Ohren gegenüber jedem Ersuchen aus Streichung der Kriegsschulden. Den Franzosen indessen würde ein Verzicht auf die deutschen Tribute erleichtert, wenn sie die Gewißheit hätten, daß Washington sich zu einem Schuldennachlaß verstände. Die Zusammen- hänge liegen also auf der Hand, und aus ihnen erwächst die Gefahr, daß auch von dieser Seite her die Endlösuna für die Tributfrage, wenn man sie wirklich in Lausanne ernsthaft ansteuert, mit politischen Bedingungen für Deutschland belastet, die uns die Zustimmung unmöglich machen müß- ten. Man denke nur an die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung in der Rüstung, von der auch in Hoovers Abrüstungsoorschlag nicht die Rede ist. Werden diese Dinge durcheinandergemanscht, um den Engländern oder auch Herrn Hoover zu einem Erfolge zu verhelfen, der für uns ein höchst zwei- felhaftes Gesicht erhalten könnte, so wird aus die- sem künstlichen Wirrwor der Probleme für uns die Falle, die Frankreich für uns auszustellen be- ftrebt, ist. Wir sollen den Franzosen das Odium der Schuld für das Scheitern der Konferenzen von Genf und Lausanne abnehmen. Durch Kompromisse, für die sie in Lausanne die Engländer, in Gens die Amerikaner zu gewinnen trachten, sollen wir in die Tackgasse hineingelockt werden, in der sie jetzt sich befinden. Wir dürfen diese Gefahr moralischer Einkreisung nicht unterschätzen, wenn sie auch unkte Delegationen nicht dazu führen darf, im Grundsätzlichen die Linie zu verlassen, für die das gan,ie deutsche Volk sich eingesetzt hat. Wenn alle stricke reißen, hallen die Franzosen zwei Aus- s ch u s s e in petto, mit deren Hilfe die „Endrege- hing" der Tributfrage weiter nach Bedarf auf die lange Bank geschoben werden könnte. Aber „es geht in Lausanne nicht darum, die Ursachen zu suchen, die die Weltwirtschaft in Unordnung gebracht haben. Diese sind zur Genüge bekannt und von allen Sachverständigen der Welt überzeugend und über- einstimmend oft genug dargelegt worden. Heute güt es, die bereits bekannten Fehlerquellen zu beseitigen. Die Zeit der halben Maßnahmen ist vorbei. Die Völker wollen Taten sehen". Nur wenn dieser ernste Appell des deutschen Reichskanzlers auch den anderen Teilnehmern der Konferenz stets als Leit- gebaute vor Augen steht, kann Lausanne für die gequälte Welt eine Wende zum Besseren werden. Erst amMistagEntscheibung über basstmsormverboi berXänber Das Deich seht den Ländern eine neue Frist. Olbends wurden neun Okrtreter der Fraktion vom Reichsinnenminister v. G a y l empfangen, dem in fast zweistündigem Dortrag die Beschwerden der Partei über das 03erhalten der preußischen Polizei vorgetragen wurden. Es wurde .Endregelung" der Tributfrage den ch die politische Gegenleistung eines .Gottesfriedens" schmackhaft zu n Generation zu vermitteln. Die Ekkehardspiele gastier- ten schon in vielen deutschen Städten und sanden allenthalben viel Anerkennung. Der Spielschar war auch schon im Ausland (Dänemark und Schweden) großer Erfolg beschieden. Der Abend bringt ein außerordentlich abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm, das sich auf wertvollste überkommene Geistesgüter des deutschen Volkes gründet und damit die Zuhörer für Stunden zu einer besinnlichen Erinnerung an die ureigensten Kräfte unseres Volkes führen wird. Die Spielfchar wird am Dienstag einen Werbeumzug für ihren Volkskunst- abend veranstalten. Keine H aekf le i s ch-B orra t Sha l- tung im Sommer. Das KreiSamt Dießen gibt bekannt: Mit Rücksicht auf die Bedeutung die dem Hackfleisch bei der Entstehung von Fleischvergiftungen zukommt, ist in die F^ischverkauss- ordnung daS Verbot ausgenommen worden. Hackfleisch während der wärmeren Jahreszeit auf Vorrat herzustellen. und vorgeschrieben, daß solches Fleisch bei Bedarf stets frisch zu bereiten ist. Wir weisen auf diese Borschristen erneut hin und empfehlen, die Durchführung der Borschrift streng zu überwachen. Besondere Aufmerksamkeit ist den Pferdemehgereien zuzuwenden. (Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am morgigen Sonntag kann der Buchdrucker Otto (Ettel Gnauthstraße 1 wohnhaft, in geistiger und körper- licher Frische seinen 75. Geburtstag begehen. Der alte Herr stammt aus Landsberg a. d. W. Dor etwa 55 Jahren kam er nach Gießen wo er seitdem in der Brühl'schen Universitäts-Bucy- u. Steindruckerei R. Lange als Schriftsetzer tätig war. Im Januar 1931 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. •• Auszeichnung von Gesangvereins • Vorstandsmitgliedern. Der Hessische Sängerbund hat für 25)ährige Dorstandstätig- keit im gleichen Verein mit der Ehrennadel „Für Verdienst" ausgezeichnet die Sänger Hch. B i e r a u und Ioh. Dietz (Sängeroereinigung) Lollar, Karl S ch m a n d t (Germania) Wahenoorn-Steinberg, Wilhelm S e i d o l f (MGV.) Wetzlar-Niedergirmes, Ludw. ©ort (Eichenkranz) Dauernheim, Ioh. Ger- m e r (Arion) KleinLinden. * Billige Ferienreise in die Bayerischen Alpen. Wie uns von der Hamburg- Amerika-Linie Gießen mitgeteilt wird, veranstaltet die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. in der Zeit vom 3. biS 10. 3uli eine ungewöhnlich billige Ferienfahrt in da- bayerische Hochgebirge. Die Reichsbahn stellt einen bequemen Sonderzug mit Schnellzugsgeschwindigkeit und mit Berpfle- gungSwagen der „Mitropa", der am 3. 3uli vormittags von Frankfurt a. M. abfährt. Die Fahrt führt über München nach dem 900 Meter hoch Sonntag, 26. 3unL 6.15 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 8.15: Abtei Maria Laach: Katholische Morgenfeier. 9.15: Stunde des Chorgesangs. 10 bis 10.30 Uhr: Don Kufstein. Konzert auf der Heldenorgel. 11.30: Don Leipzig: Reichsfendung: Kantate, von Johann Sebastian Bach. 12.05: Mainz. Gutenberg-Feier. 12.35: Konzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Tugend. 16: Kurshaus Homburg. 18: Eine Viertel- stunde Lyrik, Alfons Paquet, Sprecherin: Ilse Straaten. 18.15: „Das Provinztheater", Vortrag von Kurt Hirschfeld. 18.30: Dreißig bunte Minuten. An- schließend: Sportnachrichten mitVericht vom Leicht- athletik-Dieroerbändekamps in Wiesbaden, Sprecher: Paul Laven. 19.30: Dämmerschoppen bei Cutter und Wegner. Eine Hörfolge um E. T. A. Hoffmann, von Kurt Berendt. 20. Konzert des Rundfunk-Orchesters. 21-05: Alt-Hannooeranifche und Alt - Preußische Märfche. 22: Erzählungen um Goethe: „Der Bäckerjaggele", von Rudolf Jeremias Kreutz. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Montag 27. 3unL 7.05 Uhr: Konzert des Philharmonischen Orchesters. 12: Mittagskonzert. 13: Konzert auf Schallvlatten. 16.30: „Ein rheinischer fficberjunae erzählt", Improvisationen von Paul Laven. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters 18.25: Vortrag. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.15: „Frankfurt zu Goethes Jugendzeit", von Dr. von Holst. 19.30: Dichtergalerie: Eduard Reinacher Leseproben: Gerd Fricke. 20 Uhr: Konzert. Eine besinnliche Stunde in Lied und Dichtung. 20.40 Uhr: M., Hamburg und auf den Deutschlandfender: Vormund- schaftssache Gerd Junker. Ein Hörspiel von Auditor. 22: Kammermusik. Die Glas-Harmonika — ein vergessenes Mufik-Instrument. 22.45 bis 24: Nacht- konzert. Beschwingte Weisen. Dienstag, 28. 3unL 7.05 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 13: Konzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nachmittag. 17: Nachmitragskonzert des Konzert- und Tanzensembles des Württ. Tonkünft- ler-Orchesters. 18.25: „Zur Offenlegung der (Ein- heitsroerte: Wie prüfe ich die Einheitswerte nach?" Berichterstatter: Dr. Köbner, Syndikus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. 18.50: „Europäische Jugend und Abrüstung", Vortrag von Lic. Dr. Hans Hartmann. 19.30: Heinrich Mann lieft Unveröffentlichtes: „Die verlorene Tochter". 20: Unterhaltungskonzert des Philharmon. Orchesters Stuttgart. 21.30: So stehst du aus. (Eine bunte Stunde, AufammengefteUt von Josef (Eberle und Karl Köstkin. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Mittwoch, 29. 3unl. 7.05 Uhr: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50:' Schul- funk: „Das Töpfchengespenst", ein chinesisches Schauspiel. 12: Konzert des Rundfunk orchesters. 13: Konzert auf Schallvlatten 15.20 bis 16.20 Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18.25. Tägliche Begegnungen: „Fürforgepfleger und Pflegling". 18ch0: Junge Generation. Ergebnis der bisherigen Gefpräche. Milwirkende: Ernst Schoen. Dr 'Laut Laven und Dr. Dolf Sternberger 19 30: Freiburg: Rheinische Lieder mit verbindenden Texten 20: Amerikanische Miniaturen, Horsolg« von Oscar Ludwig Brandt. 21 Operetten Konzert des Rundfunk-Orchesters. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 30. 3uoL 7.05 Uhr: Bad Bertrich: grühkonzert. 10.20 bis 10.50: Aus dem Leben in Staat und Wirtschaft: „In einer Kölner Alt-Bierbrauerei" — Leitung Dr Hammer. 12: Konzert auf Schallplatten. 13: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 15: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: Die Schriften von Adolf Loos, besprochen von Pros. Dr. Fritz Wichert. 18.50: .Hndiamr als Petroleummillionäre" Vortrag von Dr. phil. (Earl Wehner, Berlin. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunk- Orchesters. 20.30: M. und Königsberg: Der Absturz, Hörspiel von Hermann Keffer. 21.45: Arnold Schön- berg. Serenade, op. 24, Leitung: Hans Rosbaud. 22.45: Funkstille. Freitag, 1. Juli. 7.05 Uhr: Bad Bertrich: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 13: Konzert auf Schallplatten. 17: Nach- mittagskonzert. 18.50: Aerzteoortrag: .^Operative und konservative Behandlung de» Kropfes." 19.30: „Alli Spinnhuddelmarotte mere-n-an de Naawel a'hängt". Eine Stunde Heiteres aus dem Elsaß. 3ufammengefteUt von Willy Kipp. 20.30: Orchester- konzert des Philharmon. Orchesters Stuttgart. 22: Straßenjungen. Improvisation von Paul Laven. 22.45 bis 24: Konzert auf Schallplatten. Samstag, 2. Juli. 7.05 Uhr: Bad Bertrich: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: „Bilder aus dem Rheingau". Leitung: Paul Laven. 12: Konzert auf Schallplatten. 13: Mittagskonzert. 15.30: Kursaal Bad Kreuznach: „Der lalismann". Märchenoper für Kinder in 2 Akten von 21. Kluges. 16.30: Mannheim: Ernst und Scherz. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunk- Orchesters. 18.25: „Gustav Adols und die Kirchen", Vortrag von Prälaten Prof. D. Dr. Diehl, Darm» ftadt. 18.50: „Wirtschaftsversafsung und Wirtschafts, laae der Völker — Südamerika", Vortrag von Dr. Alfons Goldschmidt. 19.15: 600-Iahrseier der Stabt St. Wendel. Bericht von Ernst Nedhut. 19 4'». Von Hamburg bis Wien. Eine musikalische Reise. 29.40: Festsaal der Liederhalle: 1. Festkonzert der Württ. Hochschule für Musik aus Anlaß ihres 75jährigen Bestehens. 21.35: Eine Stunde Kabarett. Gastspiel der „Katakombe", Berlin. 22.45 bis 24: Nachtmusik des Rundfunk-Orchesters. gelegenen ßuftfurort Älofter Ettal bei Darmisch- Kochis« usw. ein. 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Aber es fliessen nicht nur die französischen Kredite spärlicher, sondern Frankreich hat auch, um die sich zunehmend bemerkbar machende Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit vom eigenen Volke sernzuhalten, neben den tschechischen und nord- afrikanischen Arbeitern vor allen Dingen d i e sehr bedeutende Zahl früher beschäftigter polnischer Arbeiter ab- g e sch oben, die nun, zerlumpt und mittellos in der Heimat einqetroffen. den polnischen Säckel mit ihrem Unterstützungsbedürfnis empfindlich belasten. Der polnische Staatshaushalt mit seinen enormen Rüstungsausgaben, deren Deckung durch Frankreich immer unsicherer wird, lässt sich aus eigener Kraft des Landes nicht im Gleichgewicht 6 al tcn. Um die Beamten- gehälter und ihre Auszahlung ist eS in Warschau noch viel schlimmer bestellt als in Berlin Don weit geringeren Grundgehältern sind weit höhere Abstriche vorgenommen worden als bei uns. Wenn auch di« AahrungSmitlel drüben wesentlich billiger sind, so erfordern die unwahrscheinlich hohen Zölle doch für den sonstigen Lebensunterhalt. besonders Kleidung und Schuhwerk, so hohe Aufwendungen, dass he bei dem heutigen Tiefstand der Deamtengehälter geradezu unerschwingbar sind. 3n Mark umgerechnet, bezieht ein mittlerer Beamter kaum so viel, wie in Deutschland bisher ein gelernter erwerbsloser Arbeiter an Unterstützung erhiell, und das Gehalt eineS älteren Studienrats steht kaum wesentlich über dem eines' deutschen Briefträgers. Voller Reid blicken diese polnischen Staatsdiener auf chre Danziger Berufsgenossen! Die Stimmung im Lande ist miserabel, die Gesa h r e i n c r Revolution gilt als sehr naheliegend. Der finanzielle Zusammenbruch kann nur durch ganz energische Abrüstung vermieden werden. sofern nicht Frankreich wieder tief in den Deutel greift. Aber gerade an Abrüstung denkt Polen zu allerletzt. Einstweilen spielen seine Staatsmänner vielmehr mit dem Gedanken, „praktischen" Gebrauch von dem erreichten Höchststand der Rüstung zu machen und es mit der Verwirklichung deS Traumes: „Gross-Polen von der Dwina bis zur Oder" zu versuchen! Dieses vor dem wirtschastlichen. sinanziellen und innerpolitischen Zusammenbruch stehende und nach dem gewaltsamen Ausweg einer Bereicherung um weite deutsche Landstrecken strebende Polen ist die schwerste und aktuellste Gefahr für den Frieden Europas. Die Befriedung Europas erheischt heute eine gleichzeitige Lösung des Weichsel- und Donauproblems unter dem Gesichtspunkte wirtschaftlicher Vernunft und nicht politischer Unvernunft! Und eS gibt nur einen friedlichen Ausweg: Die Entlastung Polens von Aufgaben, denen es finanziell nicht gewachsen ist. wie: der „amerikanische" Aufbau GdingenS und der ebenso überflüssige Ausbau der Kohlen- (und Kanonen-»Bahn von Oberschlesien dorthin, und die Entlastung von seinen ungeheuerlichen militärischen Aufwendungen durch Zwang zur Abrüstung auf einen Stand, der im Einklang steht mit der militärischen Situation seines grossen westlichen Rachbarn. Die Staatsmänner in D'nf und Lausanne, die sich gegenüber diesen Dingen taub und blind stellen, laden eine schwere Verantwortung vor der Geschichte auf sich. Es wäre jedenfalü ein grosser 3rrtum, gelassen darauf zu warten, dass angesichts deS HineintreibenS ihrcS Lande- in den finanziellen Zusammenbruch die Leiter der polnischen Geschicke von sich aus Vernunft an- nehmen und auf dem gefährlichen Weg« um» kehren müssten und würden. 3m Gegenteil: Alle Anzeichen deuten bisher wenigsten- darauf hin. dass sie, den Zusammenbruch oder die Revolution oder beides vor Augen, nur auf den anderen. d« n unfriedlichen AuSweg bedacht sind, unbekümmert um die unabsehbaren Konsequenzen. Der polnische Staat steht vor einer Schicksal s st u n d e. Sie ist aber auch deutsche — ist europäische Schicksalsstunde! Krisensorgen der Provinz Oberhessen. Aus dem Provinzialtag der Provinz Oberhessen. der am vorigen Mittwoch in Giessen seine diesjährige ordentliche Tagung hielt, drang eine Anklage in die Oeffentlichkeit, wie man sie früher erfreulicherweise nicht hören musste, die aber verdient, in ernster Weise beachtet zu werden. Der Provinzialausschuh ergriff in dieser Sitzung mit seinem Protest gegen die Streichung des Staatszuschusses für die Strassenunterhaltung die Flucht in die Oeffentlichkeit, geleitet von der Hoffnung, dass durch die Qlnlpenbung dieses Mittels unsere Provinz Oberhelsen vielleicht die Erfüllung ihres Rechtsanspruches an den Staat auf Zahlung des Strahenunterhaltungszuschusses erreichen kann. Wer die von uns in dem Sitzungsbericht am Donnerstag (Giess. Anz. Vr. 145 vom 23. 3uni) veröffentlichte Protestschrift des Provinzialaus- schufses an die Staatsregierung unvoreingenommen liest, wird nicht im Zweifel darüber sein können, dass durch die staatliche diktatorische Beseitigung des Strassenunterhaltungszuschusses an die drei Provinzen ein Rechtsti tel der Provinzen verletzt worden ist. Aus der Vorgeschichte des Heber- gangs der Landstrassen in die Verwaltung der Provinzen ergibt sich u. E. ohne weiteres die rechtliche Verpflichtung des Staates zur Leistung des Unterhaltskostenzuschusses in dem vertraglich festgesetzten Ausmass. Die Tatsache, dass die Staatsfinanzen durch die Wirtschaftskrise notleidend geworden sind, stellt keinen stichhaltigen Grund zur einseitigen Aushebung der Zahlungsverpflichtung des Staates dar, zumal die staatliche Finanzverwaltung für viele andere Dinge noch Aufwendungen macht, die nicht im entfern» I testen von solcher Bedeutung sind, wie die mög- | lichst ordnungsmässige Pflege des Strassennetzes. Der hessissche Staat hat bisher seine ZahluiMs- unsähigkeit nicht erklärt. Allerdings hat die Verwaltung der Staatsfinanzen sich in den letzten Monaten dadurch zahlungssähig erhalten, dass sie — wa- in ähnlichen Fällen einer Privatperson übel bekommen würde — Steuergelder der Gemeinden und anderer Behörden monatelang zu- rückbehielt und für ihre Zwecke verwandte, sich aber nicht im mindesten Kopfzerbrechen über die Bedrängnis der Kommunen usw. machte, ebensowenig wie sie gewillt war. die den rechtmässigen Eigentümern der zurückbehaltenen Gelder durch Kapitalaufnahme an anderen Stellen entstandenen Mehrbelastungen für Zinsen und Provisionen zu übernehmen. Jetzt ist man in Darmstadt noch ungenierter geworden. Man geht einfach über eine rechtliche Zahlungsverpflichtung zur Tagesordnung über und fragt keinen Pfifferling danach, wie der Vertragspartner zurecht kommen kann und welche bedenklichen Auswirkungen eine derartige Missachtung von Zahlungsverpflichtungen für die allgemeine Rechtsmoral des Volkes haben wird. Provinzialdirektor G r a e f bemerkte in feiner Etatrede, dass der ursprünglich erwogene Plan, den hessischen Staat auf Zahlung des Staatszuschusses zu verklage n, fallen- gelassen worden sei, da der Ausgang eine- solchen Prozesses immerhin zweifelhaft erscheine. Statt dessen hat man sich mit einem Protest und mit schärfster Verwahrung begnügt, die in Darmstadt natürlich einfach zu den Akten gelegt wurden. Wir bedauern, dass die Provinzen gegenüber der Rechtsverletzung des Staates eine solche Selbstentäusserung bekundet haben, zu der für sie kein Anlass vorliegt. Wir sind der Meinung, dass der Prozess gegen den Staat auf Erfüllung seiner Vertrag-Pflicht u n* bedingt durchgesührt werden muh. Die Steuerzahler'und die mit Sonderabgaben (Straft- fabrjicugfteuer und StempelgebührenN nochmal« reichlich belasteten direkten Verkchr-interefsenten haben ein Recht daraus, den Staat zur Erfüllung seiner Derpslichtungen gegenüber den Provinzen ungehalten zu sehen. Wenn der Staat derartige Wege geht, wie im vorliegenden Falle, so bleibt eben nut der Selbstschutz der Geschädigten durch Anrufung de - Gericht - übrig. Zu unserer 3uftU haben wir da- Vertrauen, dass sic im vollen Bewusstsein ihrer Verantwortlichkeit vor,dem Gesetz und vor den gesunden Moralbegrillen de- Volke« auch da unbeugsam Recht sprechen wird, wo eine Rechtsverletzung durch die Staatsgewalt vorliegt. Wir würden e- begrüben, wenn die Provinzen ihre jetzige Stellungnahme auf heben und sie durch die Entschliessung ersetzen würden, den Prozehweg gegen den Staat zu beschreiten. Dem neugewählten Landtag soll, wie Provinzialdirektor Graes mitteilte, der Beschluss de- Prvvinzialau-schusse- der Provinz Oberheslen al-bald oorgelegt toerben. Damit kann man sich einverstanden erklären. Ader der Appell an den Landtag darf einen Vernicht auf die gerichtliche Geltendmachung des Rechtsansprüche- der Provinz nicht in sich schliessen. Vielleicht wird der neugewählte Landtag von sich au- sofort dafür sorgen, dass die unhaltbare Entscheidung der Regierung schleunigst rückgängig gemacht wird und dem Recht der Provinzen Genüge geschieht. Solange darüber noch keine Entscheidung gefallen ist, wäre von der Inanspruchnahme der Gerichte abzusehen. Sollte aber auch vom neuen Landtag der unmögliche Standpunkt der Regierung gebilligt werden, durch den doch jeder Begriff von Treu und Glauben, von Achtung vor Verträgen verletzt wird, so hätte eben da- Gericht zu sprechen Angesicht- der Grösse des Objekts — es handelt sich um eine jährliche Zuschusssumme von 3Z0000 Mk., die neben dem Au-fall an Steuern usw. in Höhe von 674 OOO Mark wirklich keine Kleinigkeit ist und im Hinblick auf die Folgen für die weiteren Jahre, in denen sich der Staat seiner Verpflichtung dann auf die Dauer entziehen würde, darf ein so resignierter Verzicht, wie er in der gegenwärtigen Haltung der Provinzen vorliegt, nicht Platz greifen. Der Staat mag d i e Million, die er al« Staatszuschuss für die Unterhaltung der Strassen jährlich an die drei Provinzen zu zahlen hat. durch zweckmässige R e f o r m m a ss n a h m e n aus anderen Gebieten der Staatsverwaltung, insbesondere durch Beseitigung von mancherlei überflüssigen Dingen in der Zentralverwaltung ersparen, aber nicht die Provinzen unter Verletzung von rechtlichen Verpflichtungen schädigen. ProvinzialauS- s chüsse werdet hart! • Mit Befriedigung wird die Bevölkerung unserer Provinz zur Kenntnis genommen haben, dass der Provinzialtag durch einstimmigen Beschluss einen von dem Abgeordneten Dr. Riepoth (Schlitz) im Rainen bar Parteien der Mitte eingebrachten Antrag gutgeheissen hat, in dem zur Schaffung von Arbeit-möglichkeiten und im 3ntereffe der Gasversorgung eine- grösseren Teils der Provinz Oberhessen der Vorstand der H e k o g a ersucht wird, im Einvernehmen mit der RuhrgaS-AG die Finanzierungsfrage für die Verlegung der Ferngasleitung von Siegen über Giessen bis Friedberg baldmöglichst zu lösen, damit diese langgehegten Pläne wenigstens schrittweise zur Durchführung kommen können. Während die Regierung durch die Dorenthaltung des Strassenunterhallung-zufchusses die Denrühungen zur Besserung der Verhältnisse auf Rachdruck verboten! 19 Fortsetzung. Wenn sie mit ihm zusammen war, plauderte er oberflächlich über belanglose Dinge, so dass Elisabeth immer verzweifelt war. wenn er von ihr ging. Ein wehes, nagendes Gefühl war in ihrem Herzen, wenn sie an Eckertsburg dachte. 3mmcr wieder fragte sie sich, warum er so zu ihr war. Sie konnte fein Verhalten nicht begreifen. Auch Frau Schelmer war wütend über den Reffen, der wie ein Stock dabeisass. wenn sie ihm von Elisabeths Erfolgen berichtete und von den Einladungen, die für den neuen Star ins Haus regneten. Er war doch sonst so liebenswürdig gewesen, wenn seine Schützlinge vorwärtskamen. Was mochte schuld daran fein, dass er sich hier so verändert zeigte? 3eht war Eckertsburg wieder abgereift. Elisabeth hatte befreit auf geatmet, als er sich verabschiedet hatte. Frau Schelmer und Elisabeth wollten das Alleinsein geniessen, sich zusammen den neuesten Film ansehen. 3m letzten Augenblick, ehe sie ausgingen, erhielt Frau Schelmer ein Telegramm. Sie musste zu einer Kusine fahren, die im Sterben lag. Elisabeth begleitete Frau Schelmer zur Bahn. Als sie gerade die grosse Halle betraten, liefen sie Kurt Lampert in die Arme. Frau Schelmer begrüßte ihn erfreut; hatte sie doch jemand, dem sie Elisabeth für die Zeit ihrer Abwesenheit an» empfehlen konnte. Elisabeth brauchte dann nicht soviel allein zu fein. Der Maler sagte natürlich bereittmlhg zu, sich Elisabeths anzunehmen. e v , Frau Schelmer hatte nichts davon bemerkt, dass der Maler Elisabeth seit ihrem ersten Bühnen- auftreten förmlich verfolgte. Immer war er im Theater, wenn sie fang. Zuerst hatte er sie in d thae Waggonfabrik AG., Gotha, touröe his für das Zwischengeschaftsiahr vorn 1. Juli 31. Dezember 1930 und für dasvolleGeschäft 1931 genehmigt. Es ergibt sich em ™ von 13184 Mark, der auf neue Rechnung^vo Getragen wird. Heber die Geschäftslage wuroe SSt, dah der Auftragsbestand um e wa 35 Prozent geringer sei, als zur gleichen Zeit des ^Schuhfabrik Hassia A.G, Offenbach a.M. Die Generalversammlung der SAih fabrik Hassia A. G., Offenbach M" genehmigie einstimmig den Abschluß für das Geschäftsjahr 1931, der Zeinen Verlust von 150 805 Mark aufweis so daß sich unter Berücksichtigung des Berlustvor träges aus 1930 in Höhe von 132 195 Mark e n Gejamtverlust von 283 000 Mark ergib. Z Deckung die es Verlustes wurde beschlossen, die im BeliN der Gesellschaft befindlichen vorn. 160 000 Mark Aktien, die im Berichtsjahre zum Kurse von 60 Prozent erworben wurden, einzuziehen und das verbleibende Aktienkapital im Verhältnis 4.3 zu- sammenzulegen. Der sich durch diese Transak^on und durch die Auflösung der bisherigen 3 setzlichen Reserve ergebende Buchgewinn wurde- außer zur Tilgung des Verlustes noch zur Vornahme von Sonderabschreibungen auf Oebaube und Abschaffung einer neuen gesetzlichen Reserve *N Hohe von 172 000 Mark verwendet. Infolge der sch«'en gen Wirtschastsverhältnisse hatte die Geselsichaft im Berichtsjahre unter weiterem Absatzruckgang zu leiden. Im laufenden Jahre sei ein weiteres Sinken des Umsatzes festzustellen. Sronffurt schwach. - Befürchtungen der Börse. Frankfurt a.M., 25.Juni. (WTB. Drahtmeldung.) Die Wochenschlußbörse stand unter dem Eindruck wenig erfreulicher Nachrichten aus der Innen- und Außenpolitik. Die Vertagung der Lausanner Verhandlungen auf den Ve- giniOder nächsten Woche wurde mit Enttäuschung aufgenommen. Man war vor allem über dieunnachgiebigeHaltungFrankreichs d e r ft i m m t. Auch innerpolitisch ist noch immer keine Entspnnung zu erwarten, da die Ablehnung im Bayerischen Landtag über die Frage des Uniformverbotes die Lage möglicherweise noch zu ver» chärfen droht. Die Annahme der Steuerantrage im Preußischen Landtag gab Grund zu weiteren Befürchtungen, insbesondere im Hinblick auf das Steuer« Programm der Nationalsoialiften über die Kapitalgesellschaften. Zu diesen Mo- menten kam auch die Abschwächung der gestrigen Neuyorker Börse und die Zusammenstöße im Reich. Die Spekulation nahm zum Wochenende Glatt- stellungen vor, so daß sowohl am Aktien-, als auch am Pfandbriefmarkt wieder größeres Angebot herauskam. An den Aktienmärkten erfuhr das Kurs- niveau eine Senkung van durchschnittlich 1 bis V/i Prozent. Unter starkem Kursdruck hatten IG. mit minus 2% Prozent und Saldzdetfurih mit minus 3 Prozent zu leiden. Am Elektromgrkt hielten sich die Kursabschläge im Rahmen van 1 Prozent. Deutsche Erdöl verloren K Prozent unter Berücksichtigung G.A.-Sport. DasGaufrauenturneninBad-Aauheim Das ursprünglich für Marburg vorgesehene 12. Gaufrauenturnen des Turngaues Hessen findet nun bestimmt am 27. und 28. August in Vad--Rauheim statt. Die Schwierigkeiten, die sich daselbst ursprünglich in bezug auf die Plahfrage entgegenstellten, sind durch das Entgegenkommen von Stadt und Staatsbad behoben. In einer gestern abend in Vad-Rauheim in Anwesenheit von Gaufrauenturnwart R. Paul, Gießen, stattgefundenen Sitzung der Vorstände der Bad- Rauheimer Turnvereine erklärte sich die Dad- Rauheimer Turnerschaft einstimmig zur Heber- nähme bereit und sicherte gute Vorbereitung und eindrucksvolle Durchführung der reinen Arbeitsveranstaltung zu. Es wird mit einer Beschickung von 400 bis 500 Wetturnerinnen gerechnet, die nachmittags in dem einzigartigen Rahmen der Trinkkuranlage durch Massen- und Sondervorführungen für das deutsche Frauenturnen werben werden. Deutschland macht Vorschläge zur Ochmpia-^egatta. _ Obwohl Deutschland noch nicht wkeder Mitglied des Internationalen Ruderverbandes (Fifa) ist, hat der Ausschuß des DRV. für die Olympia-Regatta ein neues Ausfcheidungsfystem in Vorschlag gebracht das eine einwandfreie Ermittlung des zweit- und drittbesten in jedem Wettbewerb gestattet. Es wird dadurch eine Reihe von Zwischenläufen notwendig fein, was aber bei dem in Los Angeles möglichen Vier-Boote- Start und in Anbetracht der verfügbaren Zeit keine Belastung bedeutet. Man darf gespannt sein, ob man von dem in Amsterdam angewandten System abgeht, das seinerzeit die beut- schen Ruderer so schwer benachteiligte. Bücheriisch. — Werner Illing: Der blaue Stern. Roman. 310 Seiten. Leinen 1,85 Mk. Hllstem, Berlin. — (23.) — Es fallt den deutschen Autoren im allgemeinen schwer, das zu bieten, was Werner Illings Roman mit dollen Händen ausstreut: Humor, der lachen kann, ohne zu poltern, der witzig und bisweilen auch geistreich fein kann, ohne sich mit Tiefsinn zu beladen, eine internationale mondäne Atmosphäre zu schaffen, ohne mit grellen Sensationsfarben zu prunken. Man wittert Hochstapelei, Spionage, Film, Man spürt prickelnd abenteuerliche Lust um die geheimnisvolle Erscheinung einer schönen Frau und legt das Buch befriedigt lächelnd nach den letzten Worten beiseite. — Werner Sombart: Die Zukunft des Kapital! stz» u s. Preis 90 Pf. Verlag Buchholz & Weißwünge, G. m. b. H., Berlin-Char- lottenburg II. Die immer offener zutage tretende Notwendigkeit der Neuordnung unseres Wirtschafts. fystems zwingt die Menschen zum Studium der Möglichkeiten. In dem vorliegenden Büchlein beschreitet der bekannte Wirtschaftswissenschaftler Wer- ner Sombart mutig den Weg der geistigen Führung im wirtschaftspolitischen Meinungskampf. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 26. Juni. 5. Sonntag nach Trinitatis. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusge- meinde. 9.30: Studienrat Dr. Ehringhaus aus Kassel. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 8: Pfarrassistent Knell; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtols- Heimer. 20: Missionsstunde im Johannessaal; Missionar Walter aus Beuern. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarraffiftent Knell; zugleich Christen- lehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarr- affiftent Knell. — Elifabeth kleinkinderfchule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Pe- trusgemeinde. 9.30: Pfr. Lic. Waas. 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. — Wie- seck. 9.30; 10.45: Christenlehre. katholische Gemeinden. Samstag, den 25. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Deichte. Sonntag, 26. Juni. 6. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. Freitag, den l.Juli. Gießen. 6.15: Segensamt. — Dich. 6.15: Segens» messe. Sonntagsdienst d.Aerzte u. "Apotheken am 26.6.82 Dr. Ploch. Dr. Meyerhofs. Pelikan-Apotheke. Zahnarzt: Dr. Haubach. *D Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v.H, Lombardzinsfuß 6 v. H. ■ aiuiui u. 2)1. 2Jen Schluß-1 1-Uhr- Schluß»! Anfang» lurd | nun Nir.' | Äurd Dalum 24.6. 25.6. 24.6. 25.6. ti% Dc'Mche ReMinameche v. 19ü"< 52,75 —— 53,5 —— 7% Deutsche Reichoanleilie v. 1920 58,25 — 58.25 — 5^% Voung.Anlelbe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit 60,25 — 60.25 37.5 — OfiiMnt «Nk»cllten....... 37,5 — 36.9 $edgl. ohne AuSIos.-Rechte . 3,7 — 3.75 3.65 6% Hess. AolkSstaat von 1929 45,5 1 /rTirfmfilh 10‘>ok)...... ■ — ■ Lberheilen Provinz-Anleihe mll 36,5 Äue-Ios.-Rechten - - Deutsche Komm. Sammelabl. 32,5 Anleihe Sene 1 . . - - • 8% Franks. Hnp.-Bank Goldpse — 33 — 15 unkündbar bis 193a . . - 7% Franks. Syp.-Banl Goldpse. unkündbar 6iS 1936 Serie 16 64 — — 4y,% Franks. HhP.-Bank Liou. Psandbrlese • 76,75 — — — 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Llou Goldpse. ■ ■ 8% Pr. LandeSpsandbriesanstaU 75 7xr. LandeSpsandbricsanstalt Psandbrlese R. 10 — — 1 - 4% Oesterreich» che Goldrente 4 20% Lesterreichische Gilbcnentc 4% Ungadldie ©olbrentc . • • 4% Ungarildie Stantsrcnte v. 1910 4y.% bcügl. von 1013 - ■ 6% fibgeft. Oolbnicplanct von 99 4% Türkische ßollanlcihe von 191J 4% Türkische Bagdadbohn-Anlewr Gerk I 4% deSgl. Serie I! - - - 5% Ühimän. vereinb. Rente 0.1903 tN%RumSn.vereinh.Rcnlev.l913 4% Rumänische verelnh. Rente • 9)4% i Anatolier...... 8,75 — 1.05 — 4.5 —- 5.65 — — 5 — 2,3 — 2,3 — 2,3 — — — 7 — 3,13 — 15,25 — 8,75 — 1,1 — 4.85 — 5.9 — 4,65 — — 2,4 — 2,4 2,4 2.3 2,3 — —— 7 —— 3,2 3 15,4 15,5 Frank'un a. .01. Äerlin tSchluß- turs 1-Uhr- MirS Schluß-1 lurt | rinsanq- KurS Datum 24.6 25.6 24.6. 25.6. Hamvurg-Amerita Pate, . . t Hamburg-Südam. Dampfichlss. 0 10,65 — 10,75 10,5 — — 41,25 — Hansa Dampsschlss ... 0 —— —— — —— Norddeutscher Lloyd.....6 11,75 10.9 11,4 11 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . — 26 25.4 Berliner Handelsgesellschaft . 8 87 — 87 Commerz- und Prlvat»Bank . 7 16 — 16 — Darmstädter und Naiionalbank 8 18.5 — 18,5 — Deutsche Bank und Tisconto-GescUschast... 6 30 30 _ Dresdner Bank...... 6 18.5 —- 18,5 — Reichsbank........12 124 — 124,75 123,75 A.E.G............7 20 — 20,25 20,13 Bergmann.........9 — — — —- Eleklr. Lieserungsgescstlchaft. 10 — — 54,65 — Lickt und Kraft ... 10 66.25 — 66 65 Felten & Guilleaume . . . . 6y2 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 Rheinische Elektrizität .... 9 35,5 —— 36.9 —— 51,25 50.9 51,75 50,5 64 —— 63.5 — Schinken L Eo.......11 57,5 — 57,5 55,9 Siemens L HalSke.....14 115,75 — 116,5 113,75 Lahmeyer L Eo.......12 76 75,75 75,25 75 Buveru,......... 24 — 24,25 — Deutsche Erdöl.......6 64,25 — 64.5 60,25 Gelsenkirchener.......6 34 —— 34,13 32,75 Harvener.........( 45 — 47,75 48 Voesch Eisen......... •— 26 25,4 Ilse Bergbau.......10 — — — Klöcknerwerke...... . i 22,5 — 23,75 — Köln-Neuessen ......6yt — — — Manne«mann>Röhren . . . . i 37,75 —— 38.4 37,5 ManSselber Bergbau.....< 13 — 13 — | Oberschles. Kaliwerke . . . . I — — 31 30 | Phönix Bergbau . . . 4% 16 — 16.75 16,75 Rheinische Braunkohle«. . . 1( 158 — 157.25 157,75 1 Siheinstahl......... 40 89,5 40,5 39,5 Fronstun a. JJI. Lerlu- Schluß-l lur! 17,5 98 1 97,75 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 24-Zunt 25-Zunl Amtliche Rolicrunq Amtliche Dotierung Geld | Sric1 Eield Srid Helslngsor» . 7,043 7,057 7,043 7,057 Wien. . . . 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . — — — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3.063 Holland . . 170,23 170,57 170,23 170,57 Oslo . . . . 74,83 74,97 74,88 75,02 Kopenhagen. 82,77 82,93 82,82 82,98 Stockholm . 77,97 78,13 78.12 78,28 London. . . 15,20 15.24 15.20 15.24 Buenos Aire 1,948 1,952 0.948 0.952 Rendorl . 4.209 4,217 4,209 4.217 Brüssel. . 58,56 58,68 58.56 58,68 Italien. . 21,43 21,47 21,43 21.47 Parts . . 16,55 16,59 16,55 16,59 Schweiz . 81,92 82,08 81,92 82,08 Spanien . 34,67 34,73 34.67 34.73 Danzig. . 82,37 82,53 82.37 82,53 Japan . . 1,199 1,201 1,199 1,201 Rio de Ian 0,325 0,327 0,325 0.327 Iugoslawteu Lissabon . 6,793 6,807 6,743 6,757 13,84 13,86 13,84 13,86 gtrlln, 24.Juni Geld Silef Amerikanische Roten 4,20 4,22 Belgische Roten......... 58,40 58.64 Dänische Roten......... 82,58 82.92 Englische Roten ...... 15,16 15,20 Französische Roten........ 16,51 16,57 Holländische Roten........ 169,86 170,54 Italienische Roten........ 21,54 21,62 Norwegische Noten........ 74,65 74,95 Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten........ 77,79 78.11 81,74 82,06 34,53 34,67 Ungarische Notar ........ Warum ichfür zarte Sachen nur Persil nehme ? o KAU Persil habe ich immer zur Hand. Ich weiß, daß es schonend und billig wäscht — warum soll ich da ein anderes Waschmittel kaufen? ©Persil bringt mir die größte Bequemlichkeit durch einfaches Kaltwaschen. Ich spare Zeit und Geld, weil ich kein warmes Wasser brauche. Zum Waschen waschechter, farbiger und zarter Sachen nehme ich einen gehäuften Eßlöffel auf je 2 Liter kaltes Wasser. Persil ist ja so ergiebigf ]ch sage immer: Vergebung. Für die Feldbercinigvng Lauter soll der Sau von drei kleineren Eisenbetondrucken vergeben werden. 4777D Die Reichsoerdingungsordnung ist für die Ausschreibung, Vergebung und für die Ausführung maßgebend. Die Verdingung», unterlagen liegen bei uns offen. Angebotsvordrucke sind, soweit der Vorrat reicht, von uns kostenlos au beziehen. Die Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen, ooftsrei bis zum Eröffnungstcrrnin am Samstag. 2. Juli 1932, 10S Uhr. bei uns (Büro Frankfurter Straße 29) einzureichen. Zuschlags- frift 3 Wochen. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Gießen, den 23. Juni 1932. Hess. Ruiturbauamt. 3.S.: gez Mangold, Reg -Baurat. Bekanntmachung. Donnerstag, den 30. d. TU., vormittag, 11 Uhr. soll bei dem Fasclstall dahier em fetter vulle öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Die Bedingungen werden vor der Dersteigerung bckanntge- geben. 4792V Laubach, den 24. Juni 1932. Hessische Bürgermeisterei. ____________Högy.____________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bersrod für 1932 Rj. liegt vom Dienstag, dem 28. Juni, bis einschl. Montag, den 4. Juli 1932, auf unserem Büro zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns schriftlich oder mündlich Einwendungen gegen den Inhalt des Voranschlags erhoben werden. Ls ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Bersrod, den 24. Juni 1932. 4795V Hess. Bürgermeisterei. _____________Becker._____________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rein- hardshain für 1932 Rj. liegt vom Dienstag, dem 28. Juni, bis einschl. Montag, den 4. Juli 1932, auf unserem Büro zur Ein- sichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns schriftlich oder mündlich Einwendungen gegen den Inhalt des Voranschlags erhoben werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Reinhardshain, den 24. Juni 1932. Hess. Bürgermeisterei. __________Gieß.________4796V Lohhoiz-Versteigerung. Freitag, den 1. Juli d. J., vormittag» 10 Uhr anfangend, werden im „Deutschen Haus", dahier, folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: 4820V 14 000 Stück Lohwellen, 800 Stück Eichen-Baumstützen. Brandoberndorf. den 25. Juni 1932. Der Bürgermeister. Stahl. la Lahn-Kies-Splitt gebrochen und gewaschen la Lahn-Sand alle Körnungen, imFluß gebaggert u. gewaschen, beite» Betonmateriel Maln-u.Rheln*nnd allerbilligst C. Rübsamen Fernsprecher 3659 Kytfhäufer-Technikum ca. 5000 Reste stelle Ich ab heute »um Verkauf! Sie finden darunter: Reste vonWa6clikun8UeidenJ3'wollmouMO- linen. Indanthrenstoffen. Schürzen- Siamosen und anderen Waschstoffen weit unter dem regulären Wert Reste von Sportflanellen, Hemdenzeflers, Hemden - Popelinen, Panamas nsw. besonders billig Reste von Crettones, Mako-Batisten, Handtuchstoffen. Wischtüchern,Ne,sein,w. fabelhaft billig Reste von bedr. Kunstseiden - Georgette, bedr. Marocaine, Wollmousselinen, Bemborg-Seiden u. a. Sommerstoffen weit unter Preis Reste also,von fast allen Artikeln in Riesenmengen zu Preisen, die für sich sprechen----- und selbstverständlich alle» in den guten Bernard-Qualitäten! LBernard Stoffspezialhaus • Gießen • Plockstraße 16 ________4787 fieschüflBdrucksechee Rechnungen Briefbiatter Briefumschläge Postkarten BeschBftskarten bet Brühl. BchulstraBe f Preiswerte Angebote I Einige Beispiele meiner Leistungsfähigkeit: Größe 10/4 RM. 19.- 24.- 35. 45 51 Größe 12/4 RM 28.- 36.- 50.- 68.- 86. Größe 16/4 RM 58. 69. 75.- 105.- 126.- darunter bewährte Markenfabrikate Bes. günstig: Teppiche, durchgeknüpft, 2x3 m, Serie I RM. 98.- 2x3 m, „ II „ 119.- Verbindungsstücke von RM.25.50 an Brücken ■ Läufer ■ Felle - Linoleum nur in dem bekannten Spezialhaus für Teppiche und Gardinen von Bahnhofstr. 31, Tel. 3565 Beachten Sie bitte meine Schaufenster Wandem uni» Reisen Bäder und Sommerfrischen ~ v tnrnHfnrm sich eine prächtige Aussick »run? geliebt, der heute ihre Kemenate füllt, so Prunk geliebt, der heute ihre Remenar hätten die Menschen sie langst vergessen. ■* « - 4 - _ <__ff«. AAr 11 /> Kord>r4> Wanderfahrten 26. Iuni 1932 Gießen, den 03884 am Sonntag, dem 3. Juli, von nachmittags 3 Uhr ab und Ballbude 4783V Tanz im Freien und im Rittersaal Inh. Fritz Haag. Ecke Haupt- u. Taunnsstr. Der Vorstand des Gleibergvereins zu Gießen. ■I Ziehung garantiert 6. Juli Gesamt-. Höchst- und Hauptgewinne Mark Kimstslonlerei Kinit 4684 D Cuf^afiitQcIdCotttrie Gießen Ludwigstr. 31 Die Verlobung ihrer Tochter Ilse mitHerrn Fritz Heutzenröder beehren sich anzuzeigen Bad s Nauheim Gasthaus zur Waldlust dessen Plattform sich eine prächtige Aussicht über Ems und das Lahntal bietet und gelangen nach insgesamt 61/2ftünöiger Wanderung zu unserem Endziel, dem reizenden Bad Ems. Dr. I. Horn und Frau luife, geb. Seibel Wiesen durch Dusenborn, dann ein Stück die Landstraße, die später verlassen wird, hierauf durch Wald am Gasthaus Luginsland vorbet über den Alteburgskopf mit interessanten Fels- Partien zum Endziel Schotten. Wanderzeit knapp 5 Stunden. Die; — Holzappel — Nassau — Dausenau — 6ms. Mit Sonntagskarte Limburg (in Diez nachlösen) fahren wir nach dem schön gelegenen Diez mit seinem, die Stadt überragenden Schloß, wandern von hier blauen Punktes nach durch Altendiez über die aussichtsreiche Hirschberger Höhe, durch die freundlichen Städtchen Holzappel und Charlottenberg und weiter auf dem Gebirgskamm nach dem hoch über der Lahn gelegenen Goethepunkt mit herrlicher Fernsicht. Hierauf Abstieg in das Gelbachtal und über die aussichtsreiche Hohelei nach Weinähr. Auf dem Fahrweg wandern wir weiter nach dem hübschen Lahnstädtchen Rassau mit dem Schloß des Freiherrn vom Stein. Dem Lahntal abwärts gehend kommen wir durch das malerische Dausenau mit gut erhaltenen Befestigungsmauern, steigen durch die Weinberge hinauf zum Konkordiaturm, von Gleibergtag|— I Betten Lotterieglück! Die Ziehung der großen Luftfahrt- Geldlotterie findet garantiert nächsten Mittwoch, 6. Juli unter amtlicher Aufsicht statt. 3252 Geldge- winne'und 2 Prämien mit zusammen 10 000 Mark kommen zur Ausspielung. Die letzten Lose sind noch in den durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen zu haben.4810V auf der Burg Gleiberg PROGRAMM: Konzert, Kinderbelustigungen, Kasperle-Theater, Schießstand, Wurf- Ihre Verlobung geben bekannt: 3(fe Horn Jnh Heuhenröder Ernst Datz Frieda Datz, geb. Ester Vermählte Gießen, den 25. Juni 1932 Trauung : Villingen, 26. Juni 03842 i Lichtspielhaus Gießen M Wir verlängern des ungeheueren Erfolges wegen bis Sonntag einschließlich den großen Lustspielschlager Hasenklein kann nichts dafür! ■ mit Lien Deyers, Job.Riemann, J.Tiedtke Niemand versäume dieses herrliche Lustspiel I Ab Montag: 13 Volkstage von Mk. 0.40 bis Mk. 1.30 der schönste Film des Jahres in Neuauffahrung S)er Jfongreß tanzt Das gibt*s nur einmal, Jetzt kommt es wieder I“ " 4803 C Ermäßigter Preis — Erhöhte Wirtsdiaftlidikeit. Hof erfüllt, in den Knänfen d-rDLch-r und.ini 6m Fennen der Wnfferfperer. wrUkurl^ Licht und Schatten zeichnend IPEAu, einem kleinen Dach lein über einer Pforte Plustern sich schneeweiße Tauben, schlagen die Tauber stolz ihr 4794 D kauft man beiRöhr Schotten — Gackerstein — hoherodskopf — Bilstein — Schotten. Der hier beschriebene Aufstieg zum Hoherods- kopf dürfte wohl der bequemste sein, bietet jedoch wenig Schatten. Wir fahren mit Sonntagskarte nach Schotten, durchschreiten die freundliche Kreisstadt bis zum Schulhaus, von wo wir roten Bingen nach am Friedhof vorbei, später durch ein Wäldchen nach Michelbach gelangen. Hier biegt unser Zeichen nach links ab, wir folgen einem Fußpfad, der durch Wiesen und zwischen zwei kleinen Wäldchen hindurch zum Gackerstem (665 Meter) führt. Der früher den Kamm bekrönende charakteristische Fichtenkranz, der dem Berg im Volksmund den Hamen „Die Zahnbürste" gab, ist leider entfernt worden. Heber die Heide mit einigen Quellen kommen wir zum Hoherodskopf (gute Unterkunft im Clubhaus). Zum Abstieg wählen wir blaue Striche, die uns durch Wald und Feld, am Wasserbehälter vorbei, mit unterwegs schönen Blicken auf die Täler und Höhen zum Bilstein, einer mächtigen Basaltkuppe mit großartiger Fernsicht bringen. Die Markierung führt uns abwärts über blumige Möbel u. Polstermöbel gut und preiswert kaufen Sie am vorteilhafteste direkt b. Hersteller Metzger&Schlecht Möbelfabrik, Münzenberg. Sie erhalten dort nur Qualitätsware zu günstigen Bedingungen. Gangbare Modelle vorrätig und Neuanfertigung nach jed. Wunsch und Holzart kurzfristig. 03734 Eintritt: (auch Mitglieder) Erwachsene 50 Rpfg., Studenten best. seit 1860.—Größtes bürgel. Garten- 30 Rpfg., Kinder bis zu 14 Jahren 20 Rplg. restaurant am Platze.—Eigene Schweine- . . , , „ _ , metzgerei. eigene Avfelwemkelt. Büraerl. Von 2 Uhr ab Fahrgelegenheit mit Autobus nach Krofdorf Mittagstisch. Reichh. Abendkarte. Billigste und Gleiberg (Linde). Rückfahrt nach Bedarf Preise. Aufmerksamste Bedienung. 478,D ®cr Rittersaal, die Rüstkammer, dem Haupt- bau gegenüber ist Museum. Richt weniger und nicht mehr. Das wehrhafte Rittertum des Mittelalters hat ausdrucksvollste Gestalt an sich, Turnier und der Kampf in schimmernder Rüstung, der männlichste und gewaltigste, der großartigste und edelste Kampfsport aller Zeiten feiert in ieder- mann Auferstehung im Geiste, angesichts der Rüstungen in diesem Saal, der angefullt ist mit Angriffs- und Verteidigungsgerät. Aber das Bild der Kraft und Gewalt versinkt rasch wieder vor der heiteren Pracht des Sonnenglanzes, der den Uten vie :rf Anders die Kapelle, m der fie betete Dort ist Schönheit und Ruhe, klösterliche ernste Stitte Ernst, der nie gestört war durch alle ^t. Da ist noch vieles wie es war Da schwingt Andacht und Glaube noch zwischen den Säulen, fallt das Licht des Tages durch Scheiben, die von ihr erzählen könnten, wenn ihnen zu sprechen möglich wäre. Don der Heiligen! . Da ist außerdem nach der große Saal, in dem der Sängerkrieg stattfand, nach dE Klii^sor die Barden des Abendlandes gerufen hatte. Riemand ist. der sich dem Zauber des Raumes Wehen könnte, niemand ist aber auch, der Nicht kühl Abstand behielte angesichts des großen Banketttaales ein Stockwerk höher, der in seiner bunten Pracht, mit der prunkvollen Galerie und der schweren Balkendecke, Bewunderung erregt, aber keine normende Empfindung aufkommen läßt. So stehen wir im großen Saal bewundernd, leicht bedruckt, seltsam erregt von dem Raum, der doch nicht zu lösen ist aus der Burg, die uns zugehort und uns so freundlich empfing. Seltsames Konglomerat der Reisewinke. Volksfeste im Juli. Die Stadt Marburg a. d. Lahn feiert am ersten Zulisonntag sein „Schloß- und Trachtenfest" mit Trachtenumzug. Schwälmer Tänzen und einem farbenprächtigen Schwälmer HochMszug. Remagen am Rhein begeht vom 20.Juli bis 5. August sein althergebrachtes „Apollinarisfest". An den beiden letzten Zulisonntagen wird in E r - bach der „Erbacher Markt", das größte Dolks- fest des Odenwaldes, abgehalten. Originelles Gepräge trägt der am 13. und 14. 3uli stattfindende Pferdemarkt in Fritzlar mit seiner Pferdeprämiierung und der Pferdemarktlotterie, bei der man für 1 Mk. einen schweren Ackerwagen mitsamt Pferden und Geschirren im Werte von 3000 Mk. gewinnen kann. Als weitere Gewinne kommen kräftige Landpferde, Fohlen, landwirtschaftliche Maschinen. Motorräder und Haushaltungsgegenstände zur Auslosung. Billige Ferienreiscn in die Schweiz. Das Hapag-Reisebureau in Frankfurt a.Hl. veranstaltet vom 11. bis 15. Suli 1932 eine Sonderfahrt über Basel— Bern—Thun nach Interlaken, dem Mekka der Schweizer Alpen. Ein Ausflug führt u. a. in die Wunder der Bergriefen „Eiger", „Mönch" und „Jungfrau" mit dem Besuch der Trünnnelbachfälle und des Eiger- gletschers. Die Rückreise erfolgt über den Brumg- pah und Luzern am Vierwaldstättersee. Rohere Einzelheiten durch das Hapag-Reisebureau oder deren Vertretungen. Oftpreutzische Burgenrundfahrt. Ostpreußen, das Land, das mit seinen großen und kleinen Städten noch heute deutlich das Gesicht des alten Ordenslandes tragt, ist besonders reich an Burgen, deren größte und schönste bekanntlich die Marienburg, das Königsberger und das Heilsberger Schloß sind. Hm diese ost- preußischen Schlösser und Burgen einmal im Zusammenhang zu zeigen, veranstaltet das Königsberger Reisebureau Robert Meyhöfer vom 2. bis 9 Juli eine Ostpreußische Durgenfahrt, die ab Swinemünde 115 Mark kostet. Folgende Burgen werden besichtigt: Königsberg, Frauenburg, Ca- binen, Elbing, Marienburg, Marienwerder, Rei- denburg, Tannenberg, Allenstein und Heilsberg. Ferner wird voraussichtlich Ende Juli eine Fahrt nach den ostpreußischen Schlachtfeldern des Weltkrieges unternommen werden. (Schluß des redakttonellen Teils.)_________ Frankfurt a. M. Grünberg (Oberh.) sie deshalb... Die Wartburg nimmt uns gern in ihre Hofe. Es erklingen Saiten, die schon Nürnberg Rothenburg, Würzburg, Hildesheim erklingen ließ oder in jedem erklingen lassen würde. 9n den Hosen ist man schnell zu Hause, fühlt sich heimisch an Brunnen, und Toren, in Stuben und Sälen — vielerlei Atem umgibt sofort den, der diesig- brücke überschritt und bewußt kam mit Willen und Wunsch, die Wartburg zu erleben. Alte Burgen haben es manchmal an sich, lmcht zu enttäuschen. Das ist aber meist der Menschen Schuld und zwar derer Schuld, die sich berufen fühlten, guten Willen bezeugten (das sei anerkannt), aber nicht aus erwählt waren. Die Wartburg enttäuscht nicht. 3n ihrer Gesamtt beit nicht — in Einzelheiten ja und leider Mich durch der Menschen übereifriges Zutun! Der Wartburg Erhabenheit konnte aber kein Abbruch getan werden. So bleibt sie uns groß und herrlich, so bleibt sie Wallfahrtsort und Ehrenmal einer Vergangenheit, der wir uns öfter entsinnen ^Äm^ Anfang aber steht die Heilige Elisabeth, llnbeschuhet möchte man ihrer Kemenate nahen, die sie barg, als sie Kind, als sie LandgrafiN war und ^eilige wurde. Gerne entbehrte man des Prunks, der heute die Kemenate übermäßig erfüllt und langatmige Erklärungen des (unvermeidlichen) Führers auslöst. Anders gleitet öer Blick über die bald tausendjährige Truhe, die auch ihre Hände berührten, als über das gold- und silberschimmernde Glas-Mosaik, das Dor toemx gen Jahren entstand und nun bedrückt Elisabeth war abhold jedem Prunk. Hätte sie jemals den Wartburg. Wan muh schon ein rechter Deutscher sein, wenn man die Wartburg ganz erleben will. Man soll wissen, was die Wartburg ist, was sie uns bedeutet was sie war und was sie uns noch fern kann, bevor man sie betritt. Die Wartburg sollte nicht allein das Reiseziel vergangenheitshungriger, historie-lüsterner Ausländer fein, sondern der Wallfahrtsort der Deutschen. Hafer Wallfahrtsort — Dabei ist es aber nicht gut, am lauten Mittag tn dem Städtchen Eisenach einzutreffen und damit mitten tn die Betriebsamkeit zu geraten, die feine Straßen füllt. Besser ist es. eine halbe Rächt zu opfern, am Morgen, kurz vor Tag da zu sein, durch die sauberen und nun noch so stillen Gallen zu marschieren, die von einem sonntäglich erscheinenden Frieden überhaucht sind, der nicht leben Augenblick durch Geräusche gestört wird, denen man doch eigentlich entfliehen wollte. Denn auch in Eisenach ist der Tag erfüllt von Kampf und Ar» beit, von Sorge und Rot — die Wartburg aber thront über der Stadt in jeder Hinsicht und hat weniges nur mit ihr gemein. Es sei denn Rame, landschaftliche Rähe und die dadurch gegebene Verbindung der Derkehrstechnik. Wohl liebäugelt die Stadt zur Burg, prahlt vielleicht sogar nut ihr — anders aber die Burg, die sich selbst genug ist. Ein Eigenes. Großes. Herrliches. Selbstherrliches, eine stolze Burg. Richt weniger liebenswert ist SONDERZUG Schnellzugsgeschwindigkeit — 50% Ermäßigung Verpflegungswagen der Mitropa -- In die bayri; sehen Alpen nach ETTAL (900 m ü.M.), 3. 10. Juh Besichtigung des Klosters Ettal mit der weltberühmten Benediktiner-Abtei — Autoausflüge nach Gannisch- Partenhirchen - Königsschlöss. - Wieß (schönste Rokokokirche Deutschlands) - Reutte - Ehrwald (Tirol) - Zugspitze - Mittenwald - Walchensee - Kochel • Kochelsee Aufenthalt in ETTAL in herrlicher Gebirgslandschaft, dem Paradies der Erholung 4798 d Tellnehmerprels ab Frankfurt am Blain nnr 69.- Reichsmark, alle Kosten für die Fahrt, Unterkunft und Verpflegung. Trinkgelder, Autoausflüge eingeschlossen Pro sp ekte u. Anm el dun g durch: Hapag-Reisebtiro, Hießen, Selterew. 89, n. 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Wie es einem ehemaligen Mönche geziemt: die Stube ist die Schlichtheit selbst. ___ Frisch und ohne Zaudern wird man den kleinen Turm der Burg besteigen, der im Westen den Abschluß der Gebäude bildet. Oben angetommen^ sieht man tief hinab in den Burghof, tiefer huiab aber stü^t der Blick in die Täler aus denen Berg und Feste heraufwachsen: über die aleitet der Blick, über die betoalbeten Hohen und jedermann begreift den Ausruf des Erbauers der Bura der da angesichts der Landschaft gerufen haben soll: „Warte Berg, du sollst mit CBurgen werden!" Der Rame „Wartburg stamme, so sagt man, von diesem Ausruf. Richt soll man wünschen, die Wartburg möge Heimstatt werden. Sie würde dem Alltag verfallen dem wir sie als etwas Festliches ferne halten müssen. Sie mag uns für Stunden bergen und beschenken. Sie mag uns Wallfahrtsort fein und bleiben. Sie mag bewußt werden lassen immer wieder, daß wir ihr verbunden sind durch Geistes Gut und Blut, durch unsere Vergangenheit im Volke, durch unsere Bejahung unseres Volkes in Gegenwart und Zukunft. Wir gehören ihr an, wie sie uns. \ Jlordseehad v* Jnsel Juist Das vornehme Familienbad der Nordsee 17 km langer, sehr breiter, reiner feinsandiger Naturstrand ohne Buhnen und Bauten, der innerhalb von 1—3 Minuten von allen Häusern erreichbar ist. Hotel-Pensionspreise in der Vorsaison von 5.50 Mk. an einschl. Bedienung, in der Hochsaison von 6.50 Mk. an einschl. Bedienung, Pensionshäuser entsprechend billiger. Wesentliche Senkung d.Kurtaxe dem Vorjahre gegenüber. Während derVor-und Nachsaison beträgt die Kurtaxe teilweise nur noch 50% der Vorkriegszeit. Kurkarteninhaber: Kalte Seebäder kostenlos: warme Seebäder Erwachsene 1 Mk., Kinder 50 Pf. 3879 V Prospekte durch die Badeverwaltung und Reisebüros.___ Gtichmaci- ßekömm- HchkeiF unerreicht Speise- und Einmam-Essig Kjr Gesunde und Kranke ! 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