Nr. 120 Erstes Blatt 182. Jahrgang Mittwoch, 25. Mai 1952 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dncf und Verlag: vrKhl'fche UnioersitätL-vUch« und Stetwdruderei R. Lange in Gietzen. Zchriftlettnng und Seschäftrstele: Zchulftratze 7. Uwwflheie »en A»)elae« für bie Tages nummer Dis ZNM Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm höhe für Anzeiqen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, playvorschrift 20' . mehr. Ehefredakleur: Dr. Friebr. Wilh. Lange. Derantworllich für IDolUiM Dr. Fr. Wilh. Lang«; für Feuilleton Dr.H.Tdgrio« ; für ben übrigen Teil Ernst Blumfchein unb für ben Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Er|cheinl täglich,außer Sonnlags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familcenblätter Heimat im Bill» - Die Scholle Dlonat» Bfjugsprtli: Mit 4 Beilagen NM 1 95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe untfrSammeInummer2251 Anschrift für Dtahtnach» richten: Anzeiger Gieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11886. Oie Eröffnung des neuen preußischen Landtags. Starkes Interesse für die Preußenpremiere. Ucbcrfülltc Tribünen Berlin, 24 Mai. (DDZ > Die Premiere deS neuen Preussischen Landtages steht heute im Mittelpunkt aller Berliner Ereignisse. 3n den Mittagsstunden hatten die Rationalfozia» listen noch einmal eine FraktionSsitzung anberaumt und eine Stunde vor Beginn des Plenums traten die Deutschnationalen zu einer konstituierenden Froktionssitzung zusammen. 3m Landtagsgcbäude setzte auch schon in denDvr- Drr S2jabrige General Litzmonn, nationalsozialistischer Abgeordneter, eröffnete als Alterspräsident die erste Sitzung des neuen Preussischen Landtags. Mittagsstunden ein äusserst l c b h a.s t e r P u b l i- kumSverkehr ein, obwohl die Prcblikums- tribünen vorerst noch verschlossen blieben. Die üblichen Gottesdienste beim Auftakt einer neuen parlamentarischen Legislaturperiode haben am Dormittag stattgcfunden. Für die katholischen Abgeordneten zelebrierte das Mitglied des Hauses, Prälat Lauscher, die Messe im Hedwigs-Dom, während für die evangelischen Abgeordneten Oberkonsistorialrat Richter im Berliner Dom die Predigt hielt. Obwohl der Sitzunasbeginn erst für 15 Uhr vorgesehen War und der Preussische Landtag im Gegensatz zum Reichstag nicht pünktlich, sondern mit dem akademischen Viertel beginnt, war bereits kurz nach 14 Uhr, als die Publikumstribuncn geöffnet, wurden, ein so starker Andrang vom Pttolikum zu verzeichnen, dass sämtliche Tribünen im Nu überfüllt waren; sehr viel Besucher hatten nur noch Stehplätze erhalten. Auf den Publikums- tribünen hatte man auch eine Reihe von Photo- graphen untergcbracht, die eifrig mit der Einstellung ihrer Apparate aus das Präsidentengestühl und auf die Bänke der Kommunisten und der Nationalsozialisten beschäftigt waren. In der Diplomaten- löge sah man äusser einigen Bcrtretern der verschiedenen Botschaften und Gesandtschaften auch den Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. Pünder sowie Vertreter anderer deutscher Länder. In der für die Abgeordneten anderer Parlamente rescr- niorten Loge bemerkte man neben Reichstagsabgeordneten vor allem auch Politiker aus den bürgerlichen Parteien, die dem früheren Landtag angehört hatten. Die Plätze auf den Publik umstri- b ü n e n wurden so vergeben, dass möglichst nicht Anhänger verschiedener Parteien auf einer Tribüne saßen. Auch damit wollte man Reibereien vermeiden. Der Plenarsitzttngssaal füllte sich nur allmäh- lich, insbesondere blieben die Bänke der National- sozialisten zunächst leer. Auf der P r e f f e t r i b ü n e, die so stark wie nie zuvor von der in- und ausländischen Presse aller Richtungen besetzt war, wurde vielfach bemerkt, daß Abgeordnete der Deutschnationalen und des Zentrums, die zum erflenmate nach den Neuwahlen den Plenarsaal wieder betraten, mit Erstaunen feststellten, wie weit sie infolge des Wahlausganges — rein räumlich betrachtet — nach links gerückt waren. Die Eröffnungssitzung. Pünktlich um 15.15 Uhr betraten die Ratio» nalsozialisten unter Führung ihres Fraktionsvorsitzenden Abg. Äube einzeln nacheinander in langer Reihe den Sitzungssaal Wenige Minuten nach 15.15 Uhr betrat Oer greise General Litzmann (Ratsoz.) das Präsidentengellühl, begleitet von dem Direktor des Landtages K i c n • a st. Lihmann war im Gehrock erschienen und trug neben dem E. K. l. auch andere hohe Auszeichnungen. Bei seinem Eintritt erhoben sich die Rationalsozialisten und grüßten ihn.mit dem Faschisten- gruß. während sie sich im übrigen auch gegenüber den sofort einsetzenden lebhaften kommunistischen Zurufen völlig ruhig verhielten. Alterspräsident Lihmann musste wegen der von den Kommunisten sofort einsetzenden Rufe »Rieder mit den kaiserlichen Generälen!" und ..Rieder mit dem Faschismus!" sofort und anhaltend von der Glocke des Präsidenten Gebrauch machen. Dann begann er mit lauter Stimme feine Ausführungen, vereinzelt noch von Psissen aus der äussersten Linken unterbrochen: 3d) eröffne hiermit die erste Sitzung des Vierten Preussischen Landtage- (Rufe bet den Kommunisten: »Der letzte Büttel des Kapitals.") Rach den bisherigen Ermittelungen bin ich das älteste Mitglied des Hauses. (Rufe bei den Kommunisten: »Du lebst und unsere Leute liegen unter der Erde! Rieder mit den Generälen!") 3ch bin am 22.3anuar 1850. geboren, stehe also im 83Lcbcnsjahre iRufe bei den Kommunisten ..Sic haben den Krieg ganz gut überstanden!"» 3ch frage, ob in dicker Versammlung jemand ein noch höheres Lebensalter aufweist. Das ist nicht der Fall, also habe ich die Dcrhandlungen zuletten. bis der eigentliche Präsident gewählt ist. 3d) habe vier Beisitzer zu berufen. 3d) berufe die Abgeordneten Hinklcr (Rats.). Haakc (Rats), Pactzcl tSoz.) und Frau Giese (Z.). Der Alterspräsident fordert die Beisitzer auf, zu seiner Rechten und Linken Platz zu nehmen. AlS der Sozialdemokrat sich hieraus neben den Präsidenten seht, wird im ganzen Hause gelacht und von den Kommunisten kommen Oho!-Rufc Der Alterspräsident gedenkt bann, während alle Abgeordneten und Tribünenbesucher sich von ihren Sitzen erheben, des schweren Grubenunglücks, das Jid) kürzlich bei Dorstfeld ereignet hat. Er führt u. a. weiter aus: Äusser der Rückte i t t s e rk l ä r u n g des 6taat6minifte-' riums sind zahlreiche Uranträge von Fraktionen eingegangen. Der neue Landtag hat sich cineGeschäfts- o r b n u n g noch nicht gegeben. Wenn ich infolgedessen für meine Tätigkeit zunächst die Bestimmungen der Geschäftsordnung des bisherrgen Landtags zugrundelege, so bcbcutct dies, was ich hervorzuheben mich für verpflichtet halte, in keiner Weife bie Uebernahme der bisherigen Geschäftsordnung durch den jetzigen Landtag. Die Tagesordnung für Mittwoch. Wahl des Präsidiums. Auf Vorschlag des Alterspräsidenten beschlicht das Haus bann die Einsetzung eines Ael- testenrates. (Lebhafte Zurufe von den Kommunisten: ..Kein Protest gegen Versailles, Voung- plan und Tributzahlungen?! Kein Wort zur Arbeitslosensrage!") Abg. Pieck (Komm.) bringt einen Antrag ein: „Der Landtag spricht dem Geschäftsministerium Draun-Severing das schärf st e Mißtrauen aus". Alterspräsident Lihmann. 3ch schlage vor, die nächste Sitzung abzuhalten am Mittwoch um 13 Uhr mit folgender Tagesordnung: 1. Wahl des Präsidenten, der drei Vizepräsidenten unb der fünf Beisitzer: 2. Bestellung des Ständigen Ausschusses: 3 Feststellung der Zahl der Mitglieder der Ausschüsse: 4- Beratung des Urantrages Kube und Fraktion auf Einstellung von Strafverfahren gegen Abgeordnete. (Zurufe bei den Kommunisten: 3ft Vas alles? — Rochmal zurück, Herr General!) Abg. Kasper «Komm ) beantragt, ferner auf die Tagesordnung zu sehen den Antrag auf Rückgängigmachung aller durch die Kom- muna[t»ertoaltungen oder die Rotverordnungen angeordneten Kürzungen der Wohlfahrtsbezüge sowie des Uraittrages auf sofortige umfangreiche Arbeitsbeschaffung. Der Alterspräsident stellt fest, daß die kommunistischen Anträge auf die Tagesordnung gesetzt seien. Abg. Dr. v. Winterfeld (DN.) beantragt, fol- genden Antrag auf die morgige Tagesordnung zu setzen: „Der Landtag stellt fest: Die Amtsführung durch den bisherigen Ministerpräsidenten und durch die bisherigen Minister, gleichgültig auf welcher for- mellen Rechtsgrundlage sie erfolgen sollte, ent- behrt des Vertrauens des Landtags." Um 15.45 Uhr schloß Alterspräsident Litzrnann die konstituierende Sitzung. Sitzungssaal, Publikums- und Pressetribünen leeren sich rasch. Die Frage deSLandtagspräsidenten geklart? Einigung zwischen Loziatdcmokraten und Nationalsozialisten wahrscheinlich. Berlin, 24. Mai. (VDZ.) Es hat den Anschein, als ob jetzt im preussischen Landtag, wo bis jetzt über die Frage der Präsidiumsbildung völlige Unklarheit herrschte, die Dinge sich gleichsam z u klären beginnen, von nationalsozialistischer Seite verlantet, dass die nationalsozialistische Fraktion, wenn die Sozialdemokraten für den nationalsozialistischen Kandidaten ft e r r I als Landlagsprä- sidcnt stimmen, aus parlamentarischem Anstand heraus auch für einen sozialdemokrati- fchen Vizepräsidenten stimmen würden. Sie würden sich der Stimme enthalten, falls die Sozialdemokraten gleichfalls Enthaltung übten. Die Sozialdemokraten haben nun allerdings beschlossen, den bisherigen Präsidenten witlmacick zur Ivie- derwaht als Landtagspräsidenl vorzuschlagen und für ihn zu stimmen. Man nimmt in parlamentarischen Kreisen aber an, dass die Sozialdemokraten noch mit sich reden lassen, wenn von nationalsozialistischer Seite vor der Abstimmung die Erklärung abgegeben würde, dass die Nationalsozialisten unter den oben erwähnten Bedingungen für einen sozialdemokratischen Vizepräsidenten ihre Stimmen abgeben würden. Beim Zentrum liegen die Dinge so, dass es m ö g H chft nach dem parlamentarischen Brauch stimmen will, d. h. in diesem Falle also für den Kandidaten der Nationalsozialisten als der stärksten Fraktion für den Posten des fanblagspräfibcnlrn. Danach scheinen unter den gegebenen Umständen für die Bildung des Landlagspräsidiums kaum noch Schwierigkeiten zu bestehen, vermutlich wird sich also das tandtagspräsidium zusammensehen aus dem Abg. ft e r r l (NS ) als Präsident. dem Abg. Wlllmaatf (Soz.) als 1. Vizepräsident. dem Abg. V a u m h o s s (Zentr.) als 2. Vizepräsident und, da die ftommunisten am Präsidium auch im allen Landtag nicht beteiligt waren, dem Abg. Dr. o. ft r i e s (DN.) als 3. Vizepräsident Köpfe des neuen Landtags. Ganz links: der chohcnzollernprinz August Wilhelm, Abgeordneter der NSDAP., der zum erstenmal dem Landtag angehört, begibt sich zur Eröffnungssitzung. — In der Mitte oben von links ncuh rechts: Friedrich von Winterfeld, der Fraktionsführer der Deutschnationalen: Ernst Wittmaak (SPD.), der Präsident des alten Landtags: Otto Braun, der zurückgetretene preussische Ministerpräsident — In der Mitte unten von links näch rechts: Stube, der Führer der Nationalsozialisten, die die größte Fraktion des neuen Land tages bilden: Abg. Kerrl, den die Nationalsozialisten als Canbtagspräfibenten benennen; Pieck,.der Frot tionsführer der Kommunisten. Blick in den vollbesetzten Plenarsaal des Preußischen Landtags während der Eröffnungsansprache des Alterspräsidenten General Litzrnann. y:'- * _ 7 * L. ■> F j X - t Ergebnislose Präsidentenwahl in Württemberg. Tas Kabinett vol«, führt die Geschäfte weiter. Stuttgart, 24. Mai. (TU.) In der Dienstag- sitzung des Württembergischen Landtages wurde ein Antrag des Zentrums angenommen, wonach o l s Staatspräsident gewählt ift, wer die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat. Die darauf oorgenom- mene Wahl des Staatspräsidenten hatte folgendes Ergebnis: Dr. Schmid (NS.) 22, Dr. Bolz, der bisherige Staatspräsident (Zentr), 20, ft eil (coj.) 14, Stroebel (Bbd.) 11, Köhler (Komm.) 7, Dr. Dehlinger, der bisherige Fioanzminister (DN.) 4, Dr. B e y e r l e , der bisherige Justiz- Minister 1, Körner (Bbd.) 1. Präsident Tiergen» thaler stellte fest, dass fein K o n d id o t d i e ab- f o 1 u t e Mehrheit erhalten habe Die Stoots- Präsidentenwahl ist somit ergebnislos geblieben- Der Abg. Ä ö Mer (Komm.) beantragte, der Regierung das MissUrouen auszusprechen. Dar auf erklärte der Abg. Bock (Zentr), dass der 21 n» trag, auch wenn er angenommen würde, feine rechtlichen Folgen habe, weil die geschäftsfüh- rende Regierung Dr. Bolz weiter am- t i e r e n würde. Kraft Gesetzes habe die Regierung mit Ablauf der Landtagsperiode als verantwort- liche Regierung ousgehört, bis zur Bildung einer neuen Regierung Hobe die alte Regierung jedoch die Geschäfte weiterzusühren. Der Mißtrouensontrog wurde gegen die Stimmen der Kommunisten und Nationalsozialisten bei Stimmenthaltung der So zialdemökraten abgelehnt. Die Regierung Dr. Bolz bleibt als geschäfts- führendc Regierung weiter im Amt. Der Kurswechsel in Anhalt. De Hau, 24. Mai. (XU.) Das anhattische Staatsmin'sterium hat beschlossen, den Regierungspräsidenten Pa ul ick und' die Kreis- bireftoren Günther-Bernburg undHcinze - Dessau, bis auf weiteres zu beurlauben. Paulick und Günther sind Sozialdemokra-. ten. Dr. Heinze Staatsparteiler. Sie sind noch in den letzten Tagen der Amtstätigkeit des alten Mini st c - riums zu Kreisdirektoren befördert worden. Ferner hat das Staatsministerium dem „Anhalter Anzeiger" in Dessau die Amts- blatteigenschoft wiedergegeben, die ihm vom alten Ministerium gendmmen worden war. 0er hessische Etat durch Notgesetz in Kraft gesetzt. V a r m st a d l, 24. Mai. (TDID.) Amtlich. Durch die Ungültigkeitserklärung der Landtagswahl ist d i e Möglichkeit genommen, daß der Slaats- ooranschlag für das Rechnungsjahr 1932 durchden Landtag verabschiedet wird. Die Regierung ist dadurch gezwungen worden, in Anwendung der Destimmungen des Artikels 9 der hessischen Verfassung durch Rotgeseh die erforderliche etatrechtliche Grundlage für die Führung der Staatsgeschäfte zu schaffen. Das Rotgeseh — das sich übrigens auf den Artikel 48 der Reichsverfassung sowie auf die Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung der haushalte von Ländern und Gemeinden vom 24. August 1931 stützt — ist inzwischen erlassen worden. (Es wird dem neuen Landtag bei seinem Zusammentritt sofort zur Destätigung vorgelegt werden. Oie Kandidatenliste der Hessischen Zentrumspartei. WSN. D a r m st a d t, 24. Mai, In der Sitzung des Landesausschusses der Hessischen Zentrumspartei wurde die von dem Landcsvorstand vorgeschlagene K a n d i d a t e n l i st e, die 40 Namen umfaßt, einmütig genehmigt. Die Liste enthält an der Spitze folgende Namen: Ministerialrat Hoffmann (Darmstadt), Landwirt Blank (Gaulsheim), Amtsgerichtsrat Schul (Offenbach», Gewerkschaftssekre- lär Wespe (Darmstadt), Rektor Winter (Mainz), Frau H a t t c m e r (Darmstadt), Landwirt Weck- I e r (Rockenberg), Professor Dr. S t o h r (Mainz), Studienrat H e i n st a d t (Bensheim), Lederarbeiter Noll (Herrnsheim), Schuhmachermeister Alt- mann (Seligenstadt), Rechtsanwalt Schmidt (Mainz), Glasermeister Dort) (Bingen), Iugendsür- sorgerin Elisabeth S e r a r i (Heppenheim), Arbeiter- sckretar Even (Mainz), Schneidermeister Steinmetz (Dieburg), Landwirt S ch o r k (Horpenrod), Obcrveterinärrat Dr. Roßkopf (Gießen), Land- wird Ludwig (Gonsenheim bei Mainz), Schriftsetzer Ludwig Schmidt (Harheim) und Lehrer G'a h r (Mainz-Kastel). Eine neue Wahlrede Hitlers in Oldenburg. Oldenburg, 25. Mai. (CAB.) Adolf Hitler sprach in Rodenkirchen. Wir kämpfen nur. so sagte Hitler, um das Volk zu erobern, und wir werden noch weiter kämpfen, bis wir. den letzten Proletarier gewonnen haben. Wenn aber jemand mit Gewalt Widerstand leisten sollte, so werden wir diesen Widerstand brechen. Die Macht, die unsere Fahnen erobert haben, kommt von unseren Fahnen nicht wieder weg. Die Deutschnationalen wenden sich gegen jede Art von Sozialismus. Wenn ein deutschnationaler Parteiführer sagt: er lehne den Sozialismus ab. so sage ich Ihnen, hochverehrter Herr Geheimrat. ebensogut können Sie sagen: „Ich lehne den Mond ab!" Weiter wandte sich Hitler gegen den bür « gerlichen, Rationalismus, dessen Gedanken höchstens zu einer Diktatur nach Art Primo de Riveras in Spanien gingen. Allerdings habe man in Deutschland schon eine Diktatur. Es sei bezeichnend, daß Brüning gesagt habe, keine Regierung stände, da Reichswehr und Po- lizer fest hinter ihr senden. Dies sei eine schlechte Empfehlung für die Außenpolitik. Er. Hitler, würde nur sagen, ich regiere, weil das Volk hintek mir steht. Reichswehr und Polizei dürften Gießener Giadtiheater. Gastspiel der Frankfurter Oper: „Rigoletto" bjon Berdi. Die Verdi- Renaissance des letzten Jahrzehntes hat durch neue Bearbeitung der Texte bzw. durch verbesserte älebersetzungen eine beachtliche Zahl von bisher wenig bekannten Opern des Meisters mit mehr oder weniger Glück der deutschen Bühne zugänglich gemacht. Damit hat wiederum eine besondere Verdi-Pflege eingesetzt, die auch den bisher gespielten Werken zugute kam: denn durch die Bekanntschaft mit den anderen Verdi-Opern wurde der Blickpunkt geweitet, das Wesen des Verdischen Stils tiefer erkannt und die neu gewonnene Erfahrung nutzbar gemacht. Bei der Beurteilung von Verdis Opernstil wird man sich stets des starken. Gegensatzes zwischen dem Musikcharakter des Südens und des europäischen Aordens bewußt werden müssen. Im Süden die herrschende Melodie als dem Ausdruck des affektgebundenen Erlebens des Augenblicks durch den Gegenwartsmenschen, im Aorden ein Hinausstreben über die Gegebenheiten durch Reflektion und Vergeistigung im Lichte des Harmonischen und der Polyphonie. Beide Richtungen sind nicht voneinander trennbar, und der Verlauf der Musikgeschichte zeigt eine Reihe von Gelegenheiten, wo Aorden und Süden durch gegenseitigen Austausch ihrer M:rungenschaften neue EntwicklungsmvglichkeUen gewinnen. Die Verschiedenheit des deutschen Musikdramas von der Verdischen Oper wird durch die unterschiedliche Einstellung in der Erfassung der Handlung erklärlich. Das Musikdrama deckt psychologische Entwicklungen in ihrer kausalen Bezogen» heit auf, während Verdi die einzelne Situation schlaglichtartig beleuchtet, sich an ihr entzündet, und zu Entladungen des Affektes führt. Dabei treten für ihn vornehmlich die Höhepunkte leidenschaftlicher Empfindung in den Vordergrund: ihm liegt weniger daran, die inneren Beziehungen zu den folgenden Szenen musikalisch zu vermitteltr, sondern dem kommenden Höhepunkt wiederum eine neue charakteristische Prägung zu geben. In der Entwicklung von Verdis Schaffen war nach sechzehn vorausgegangenen Opern erst dem „Rigoletto" ein dauernder Erfolg beschieden. Mochte cs zum Teil an den früheren Texten gelegen haben, die den Meister nicht innerlich entzündeten. so war ihm im »Rigoletto" ein Stoff Scharferproiestgegendiepolnischenprovokailonen Aussprache im Auswärtigen Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat am Dienstagvormittag unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Frick (Rats.) zusammen. Reichskanzler Dr. Brüning gab eine ausführliche Darstellung der hauptsächlichsten außenpolitischen Probleme: Genfer Verhandlungen. Tribute, ausländische Schulden, Abrüstung. Donauproblem, , Memelland und Danzig. Aach Beendigung der einstündigen Ausführungen des Reichskanzlers erhielt als erster Parteiredner der Abg. Rosenberg (Rats.) das Wort. Es kamen noch die Abgeordneten v. Freytogh- Loringhoven (Dn), Graf Westarp (Kons.), Dr. Wirth (Z.), Stampfer (SPD.). Dr. Kaas (Z.). Goering (Rats.), Dr. Quaah (Dn.), Stöcker (K.). v. Seeckt (D. Bp.), Reinhold (StP.), Dr. Spahn (Dn.), v. Epp (Rats.), Leicht (Bayr. Bp.) und Schneller (Komm.) zum Wort. Darauf gab Botschafter Aadolny einen ausführlichen lieber« blick über die Abrüstungsverhandlungen in Genf. Zum Schluß antwortete Reichskanzler Dr. Brüning auf verschiedene Anfragen, die im Laufe der Diskussionen an ihn gerichtet worden waren. Angenommen wurde ein Antrag des Abg. Dr. Frick (Rats.), nachdem er mit einer Aende- rung des Abg. Leicht (Bayr. BP.) versehen war. mit sämtlichen Stimmen gegen die ©tim-, men der Kommunisten und bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen. Dieser Antrag ersucht die Reichsregierung, alles daran zu sehen, daß die Gleichbeirechti- g u n g, welche besonders von einem Staat als nur „theoretißH" bezeichnet wird, in einwandfreier Formulierung entsprechend namentlich dem Artikel 8 der Völkerbundsakte und unter Ablehnung des § 53 des Konventionsentwurfes a l s tatlächlicheVoraussehung anerkannt wird und als bindende Grundlage für alle weiteren Verhandlungen zu gelten hat. TDeiter wurde mit elf gegen zehn Stimmen ein nationalsozialistischer Antrag angenommen, worin die Reichsregierung ersucht wird, die polnische Republik nicht darüber im Unklaren zu lassen, daß jederAngriffaufdenFreistaatDanzig vom ganzen deutschen Volk als Angriff auf deutsche Lebensrechte betrachtet und dementsprechend beantwortet würde. Ausschuß des Reichstages. Schließlich wurde dn Antrag des Abg. Dr. B e U (Zentr.) und anderer Ausschußmitglieder m i t sämtlichen Stimmen (mit Ausnahme derjenigen der Kommunisten) angenommen, der folgende Forderungen aufstellt: 1. Der Auswärtige Ausschuß hat Kenntnis genommen von der Erklärung des Herrn Reichskanzlers, wonach die berechtigten Interessen unserer deutschen Volksgenossen in Memel und in Danzig gegen jeden unzulässigen Eingriff nachdrücklich g c - schühl werden. 2. 3m Hinblick auf die das deutsche Volk empörenden Vorgänge in Memel und Danzig erwartet demgemäß der Auswärtige Ausschuß, daß die Reichsregierung alle geeigneten Vorkehrungen trifft, um jeden Versuch einer erneuten Vergewaltigung dieser Rechte und Interessen rechtzeitig zu unterbinden. polnische Frechheit. Protest gegen die BTA.-Fcier in Danzig. Danzig, 24. Mai. (TDTD.) Der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, Minister p a p e e , hat am Montag dem Senat der Freien Stadt Danzig eine Rote zugehen lassen, in der es u. a. heißt: Der Schuh und die Forderung, die die Danziger Dehörden der Tagung der3ugendorgoni- sationendesvDA. (Verein für das Deutschtum im Ausland) in Danzig haben zuteil werden lassen, und das rigorose Umzugs- und Uni- formoerbol für die polnischen Pfadfinder anläßlich ihres zehnjährigen Destehens bedeuteten eine flagrante Verletzung der für Danzig geltenden Bestimmungen. Die Rote protestiert ferner gegen eine Ansprache des S enats-vizepräsidenten Viarclnski-Eeyfer bei der TDeihcslunde des VDA. in Heubude. Zum Schluß wird gefragt, welche Schritte der Senat zu tun gedenke, um in Zukunft ein ähnliches öffentliches Auftreten von Angehörigen fremder Länder gegen den Versailler Vertrag auf dem Gebiete der Freien Stadt Danzig zu verhindern. nur Ausdruck der ganzen Volkskraft sein und dem Schuh« des Volkes dienen. Allein sei ihre Kraft nur begrenzt. Reichskanzler und Deutscher Beamtenbund. Berlin, 24. Mai. (CAD.) Zu dem Schreiben des Deutschen Beamtenbundes an den Reichspräsidenten, das sich gegen .die Beschäftigten st euer wendet, wird amtlich daraus hingewiesen, daß der Deutsche Beamtenbund den Reichskanzler Dr. (Brüning um eine 11 n t e r r eb u n g gebeten hatte. Bevor der Reichskanzler, der selbstverständlich bereit war, die Vertreter des Deutschen Beamtenbundes zu empfangen, seine zu stimmende Antwort übermitteln konnte, hat sich der Beamtenbupd an den Reichspräsidenten gewendet. Dazu veröffentlicht die Bundesleitung des Deutschen Beamtenbundes eine Mitteilung, in der es u. a. heißt: Bereits am Donnerstag, dem 19. Mai. ist der Reichskanzler um eine Unterredung gebeten köorden. Dieses Verlangen wurde am 23. Mai mündlich und schriftlich wiederholt. Es ist am 21. Mai noch einmal in einem Telegramm des DBB. wiederholt worden. Trotzdem lag bis Montagabend weder eine Aeuhe- rung des Reichskanzlers noch der Reichsregierung vor. Rachdem in der amtlichen Verlautbarung der Reichsregierung vom 21. Mai ausdrücklich davon die Rede war. daß die Entschließung des Reichslabinetts „wertvolle Förderung durch nebenhergehende Beratungen gegeben, der verwandte Säiten in ihm erklingen lieh. War er doch ein Jahrzehnt früher in ähnlicher seelischer Verfassung getoefen als er „in furchtbarster Seelenqual" (die Gattin und seine beiden Kinder waren innerhalb weniger Monate vom Tode dahingerafft worden) eine komische Oper für die Skala in Mailand schreiben mußte. Hier konnte sich sein musikalisches Ich bis in die tiefsten Resonanzen hinein erschließen und so eine dramatische Oper erstehen, die auch heute noch unter seinen Werken eine Vorrangstellung omni n mit. Cs konnte schon bei früherer Gelegenheit darauf hingewiesen werden, daß die romanische Oper in Frankfurt eine besondere Pflegestätte gefunden hat. Das wurde auch durch die gestrige Aufführung (Inszenierung: Rudolf Scheel) voll- auf bestätigt. Einige Kürzungen im zweiten Akt trugen dazu bei, die innere Konsequenz im Handlungsgeschehen besonders scharf herauszuheben. — Vor ollem sei das hohe musikalische (Niveau der Darbietung betont, das den vielen Feinheiten der Sahtechnik in der Partitur, den situationsgemäß geprägten Instrumentalfarben ebenso Ausdruck gab. wie es den dramatischen Rerv von Verdis Melodik vollends erschloß. Die vielen Kontraste des Bühnengeschehens und der Charaktere im Wandel der Situationen traten mit unvergleichlicher Schärfe der Zeichnung heraus. Die Ensembles waren klar und plastisch durchgestaltet. Das Quartett im letzten Akt ist z. B. eine der höchsten dramatischen musikalischen Eingebungen, die wir Verdi danken. Nirgend zeigte sich eine Heberspihung oder irgendwelche Gewolltheit: die Rhythmik, von starkem Impuls erfüllt, erwies sich so als bedeutungsvoller dramatischer Faktor. Das sei der musikalischen Leitung Helmut Seidelmanns und dem trefflichen Orchester besonders anerkannt. Im Mittelpunkt der Oper steht die Gestalt des Rigoletto. der. aus der menschlichen Gemeinschaft verstoßen, Zuflucht bei der Tochter sucht, die ihm Heimat, Familie, alles zugleich, ist. Eine Kette tragischer Konflikte läßt ihn als einen Geprellten des Schicksals erscheinen. Er ringt sich aus - der Rarrenrnaske heraus zu menschlichem Erleben und wird mit Dem Durchbruch der Menschlichkeit zum Helden. Von dem Willen zur Rache getrieben, unterliegt er jedoch dem Schicksal, wo er selber Vergeltung üben möchte. Adolf Per - mann gab dieser Gestalt menschliche Rähe und Größe. Er wuchs hinaus über das Bühnenspiel mit dramatischer Wucht: bei höchster Reife der. Durchgestaltung ließ er den Kampf zwischenSchick- 1 mit den berufenen Vertretern der beteiligten Bevölkerungskreise" gesunden hätten, konnte nicht angenommen werden, daß ein Empfang beabsichtigt war. Daraufhin e r ft hat die Bundesleitung Stellung genommen. Daß es sich doch um eine Sonderbelastung der (Beamten nach den bisherigen Plänen handelt, geht aus der Freilassung der großen Kreise der Besitzenden und der selbständig Erwerbenden aus der beabsichtigten Beschäftigtensteuer, sowie aus der Tatsache, daß diS Beamten in die Freigrenze nicht einbezogen sind, klar hervor. Woran scheiterte die Hilfe für Oesterreich? Scharfe Kritik des „Journal de Genevc" an der französischen Tonanpolitil. Genf, 24. Mai. (WTB.) „Journal de Geneve" übt unter der Ueberschrift „Die Ohnmacht der Mächte" sehr scharfe Kritik an derHal- t u n g des Dölkerbundsrats zu den Fragen der allgemeinen Wirtschaftsdepression, mit denen er auf feiner soeben abgeschlossenen Tagung befaßt worden war und deren Behandlung er sich durch eine einfache Vertagung entzogen hat Das Blatt erwähnt besonders die zur Entscheidung drängende schwierige Lage Oesterreichs und weist darauf hin, daß ein positiver Vorschlag für eine finanzielle Hilfeleistung für dieses Land gemacht worden fei. sal und Väterlichkeit erleben; er erstand zu heldischer Größe, erfüllt von überwältigenden Triumphgefühlen: um so gigantischer war das Hereinbrechen der Katastrophe. Dazu kam eine hohe, gesangliche Kunst; selbst im Stimmlichen den Zwiespalt bc£ Rarrendaseins spiegelnd, mit einer Modulationsfähigkeit im Stimmklang, die immer wieder aufhorchen ließ, mit sieghafter, strahlend überzeugender Höhe. Dem Willen zum Helden bei Rigoletto, der immer wieder vorn Schicksal durchkreuzt wird, steht Gilda als die Heldin der Tat gegenüber, die sich opfert, um den Vater zu retten. Die Stadien der Entwick-'' hing in der Liebe zu in Vater, im Erwachen der Liebe zu 9)1 albe, im Verlangen nach der Mutter, in der widerfahrenen Kränkung beim Vater Zuflucht suchend, aber selbst im Rachegefühl zur Verzeihung bereit, im Durchdringen zur Opferbereitschaft: dieses Seelendrama ließ Clara Ebers lebenswahr, verinnerlicht, ergreifend durchleben. Es gewann volle Realität durch ihr eminentes gesangliches Können. Im Stimmklang fühlte sie sich in jede Situation ein: Wärme dem Vater gegenüber, schwärmend in der Liebe; die Arie „Teurer Name" mar erfüllt von sentimentaler Gefühlsweichheit und innerer Reinheit, glockenhaft schön, perlend, von wunderbarem Schmelz. Bei aller vollendeten Technik wich sie jedoch mit Recht der ernüchternden Koloraturtradition in der Durchführung ihrer Partie aus. Welche Größe strahlte in den erhebenden Momenten von ihr aus; welche überirdisch verklärte Mezza voce ließ sie in der Schlußszene ganz dem Erdendasein entrückt erscheinen! (Bei John Gläser als Herzog sei besonders seine lebendige Darstellung hervorgehoben; wie er sich der Gilda gegenüber als ein ganz anderer gibt als in] Kreise seiner Höflinge, und wie er im veränderten Milieu des letzten Aktes in Leichtfertigkeit und Haltungslosigkeit mündet. Bewunderungswürdig ist, wie er die italienische Gesangstradition selbst auch in unserer deutschen Sprache ermöglicht und vorbildlich mit strahlendem Ton und vornehmer gesanglicher Linie verwirklicht. Man kann da mit Recht zener Wiener stimmwissen- schaftlichen Zeitschrift vollends beipflichten, die ihn erst vor kurzem unter diejenigen zählte, von denen die jetzigen Tenöre der Mailänder Skala wirkliche italienische Technik lernen könnten. AIS <3raf von Monterone wurde Robert vom Scheidt zum Träger der schicksalhaften Fluchtragik mit kraftvollen zwingenden Akzenten. Dem Sparafucrle vermochte Emil Staudenmcycr die treffenden Züge zu geben. Die Darstellung der Magdalena durch Betty Mergler aber war in» Es wurde, so schreibt das Blatt, ein Vorschlag gemacht, Frankreich hat ihn aber zu- rückgewiesen. Es hat jede finanzielle Hilfe für Oefterreicb von der Einsetzung einer „gemeinsamen Währungsreserve" abhängig gemacht, für diese aber wiederum die vorherige An - nahmedesTardieu-PlaneszurDor» bedingung gemacht. Der Tardieu-Plan ist aber keineswegs rein wirtschaftlicher Olgtur. er ist in weitem Maße ein po li t i sch e rP l an und man behauptet sogar, daß er ohne wirtschaftlichen Inhalt ist. Roch einmal haben politische Heberlegungen die wirtschaftliche Wiederherstellung durch- kreuzt. Aus aller Welt. Oie Bibliotheken und die Not der Zeit. Der Verein Deutscher Bibliothekare und der Verband Deutscher Dolksbibliothe- farc haben in Jena eine gemeinsame Tagung veranstaltet, die aus allen Teilen des Reiches von führenden Vertretern des wissenschaftlichen Bibliothekswesens und der öffentlichen Büchereien besucht war. Anwesend waren die^Direktoren nahezu sämtlicher deutscher Universitätsbibliotheken sowie die führenden Persönlichkeiten der deutschen Tüchereibewegung. Bibliothelsdirektor Prof. Dr. L e y h, Tübingen, zeigte auf Grund genauester statistischer Erhebungen die ungeheuren Schwierigkeiten auf, in die die wissenschaftlichen Bibliotheken durch die plötzliche radikale Beschneidung derZuschüsse seitens der Rot- gemeinschaft der deutschen Wissenschaft und durch die Kürzung ihrer ordentlichen Etats geraten sind. Auch große und führende wissenschaftliche Bibliotheken sind nicht mehr imstande, auch nur die wichtigste ausländische Literatur, insbesondere auch die Zeitschriften und Fortsetzungswerke, weiter zu begaffen. Für die öffentlichen Büchereien wies Bibliothekar Hans Hofmann (Berlin) auf die äußerst kritische Situation hin, die durch die katastrophale Lage der kommunalen Finanzen entstanden ist. Einer außerordentlich großen Steigerung der Benutzung durch die Erwerbslosen, die vielfach über 60 Prozent beträgt, steht eine Kürzung der Mittel von bereits 30 bis 40 Prozent gegenüber. Der deutschen Wissenschaft und Forschung erwachsen durch die Gefährdung der Bibliotheken, dem deutschen Bildungs- und Sozialleben durch die Notlage der öffentlichen Büchereien schwerste Schädigungen. Wirksame Hilfe kann aber nur kommen, wenn die O e f f e n 11 i ch k e i t stärker denn je die Erhaltung der deutschen Bibliotheken und Büchereien fordert. Do X in Berlin begeistert begrüßt Das Flugschiff „Do X" ist am Dienstagnachmittag um 6.27 Uhr unter dem begeisterten Jubel der Bevölkerung, die trotz des unbeständigen Wetters zu Hunderttansenden den See umlagerte, glatt auf dem südwestlichen Teil des Müggel-Sees gelandet. Bereits um 14 ilbr waren die östlichen Ausfallsstraßen Berlins mit tausenden von Radfahrern und ebensovielen Automobilen und Motorrädern belagert. die alle den Müggel» See zum Ziele hatten. Hunderte von Booten hielten sich an der Markierungslinie auf dem See auf. Sämtliche Gartenrestaurants am See wiesen eine Ueberfüllung auf, wie sie bisher noch nie Beobachtet wurde. Auf einem vom Reichsver- kehrsministerium zur Verfügung gestellten Boot fand sich eine Reihe von Regierungsvertretern ein. So sah man Reichsminister Treviranus, Handelsminister Schreiber, Staatssekretär A b e g g . den Kommandeur der Schutzpolizei Oberst Heymannsberg und Oberbürgermeister S a h m. Etwa um 18.20 Uhr war das Flugboot westlich des Müggel-Sees von den ilfern aus sichtbar, begleitet von mehreren Landflugzeugen. Mit starkem Motoren- und Pro- pellergeräusch unter dem Sirenengeheul der Dampfer kreuzte das Riefenflugboot ‘über dem See. Vom Polizeiboot wurde eine große gelbe Rauchbombe abgoschossen, um dem folge des brüchigen Stimmklangs als Fehlbesehung anzusprechen; Die homogene Klanglichkeit des Quartetts im letzten Akt erlitt angesichts des Höchst an des der andern drei Partner eine starke Einbuße. Alle übrigen Vertreter der zahlreichen kleineren Partien, ebenso wie der Chor (Curt K r e h s ch m a r), waren voll am Platze und halfen zur Abrundung des Gefamteindrucks. Bühnenbilder von Karl Löffler und Beleuchtung (Ludwig Keim) verstärkten die Auswirkung der ganz vortrefflichen Aufführung. Dr. H. Zeitschriften. — Im Iuniheft der Münchner Monatsschrift „D i 6 K u n ft" (Verlag F. Brückmann, München) wird die Sammlung Oskar Reinhart in Winterthur, die man als einen letzten Hort der Ueberheferung eines stolzen, kaum erst abgeschlossenen Zeitqsters bezeichnen darf, gezeigt. Entscheidend für diesen Sammler war sein Bemühen, deutsche und Schweizer Bilder, vornehmlich Meister der Romantik, zu sammeln: so stellen Kaspar David Friedrich, Friedrich Wasmann und Hans Thoma Hauptstücke der Sammlung. An Abbildungen sehen wir eine vorzügliche farbige Wiedergabe des Bildes „Kreidefelsen auf Rügen" von Kaspar David Friedrich, Hans Thomas Schwester Agathe, ferner Werke von Wasmann, Leibl, Adolf von Menzel, Robert Zünd u. a. Der kunsthandwerkliche Teil zeigt ein im Krisenjahr 1931 errichtetes Haus, bei dessen Einrichtung der Gedanke leitend war, ein Haus zu erstellen, dessen Unterhalt und Bedienung keine allzu großen Verpflichtungen auferlegt. Die Grundelemente dieses Hauses find die Sonnen- terraffe, ein großer Balkon vor dem Kinderzimmer und die im Freien umlaufende Galerie, die die vollkommene Oeffnung des Wohnraums, der vom frühesten Morgen bis zum späten Abend im Sonnenlicht liegt, zuläßt. — Die Münchner Monatsschrift „Das schöne Heim" (Verlag F. Brückmann) bringt im Maiheft ein Doppelwohnhaus, dessen terrassenförmige Staffelung der Südseite Licht und Sonne zur bestmöglichen Wirkung kommen läßt. Schlichteren Ansprüchen genügen die gezeigten Entwürfe für zwei Kleinhäuser mit etwa 9000 und 18 000 RM. Gesamtgestehungskosten. Einen Wohn-Schlafraum der berufstätigen Frau sehen wir in charakteristischen Ein- zelheiten in mehreren Abbildungen. Auch die Kunst des Tischdeckens wird gepflegt: der Garten ist nicht vergessen. Hauswirtschaftliche Neuerungen, neue Muster künstlerischer Dekorationsstoffe usw. bex schließe»; das reichhaltige Heft« , . , JelN Paris, 24.M rebung, die i” ®ntDel' briin der Führer de Herriot, Minister^ nanzminister F > andi muniquS ausgegeb Die zurückgetretener deuten der ftepiibht hauptsächlichen inten gegenwärtig auf der blemc dargelegt; sie h nie gesetzt, daß sie ih den Altenstücke für alle weiteren 1 halten werden. T a r als Außenminister di nommenc Haltung ,5 Problemen dargelegt riistungskonferenz, r 16. Juni in Lausanne . serenz stellen. Auch di in Mitteleuropa ist t annehmen, daß die gierung nicht in die herriot muß jedoch al Sie MS SZS SS s Vendlge M röjtetum den, int S-e °>'Lr es könne lege^Mckkehr^ Nation tn SS «.Sä sitzL L (Mit Flugboot die Win play anzugeben. M ging dos Flugboot ttotimal an den IZfei Der „Do X“ fehle da Lchen Teil des Cees kreuzte nach dem c/cftl eigens dazu Hergerichte Der Dampfer mit den sofort in die Mhe de; : d'c Besatzung offiziell z Tre^oiranus beglii 6cs ^gschiffes und feil und Wellen Durchfuhr Elins der die Krönung Kinderarbeit bedeute den Mannern Dank, di> und geführt haben. Auck dent werde sich freuen -nc'chshauptstadt die B pe»e Ucberquerung de° M an, wenn sie qiü « dieser scheinbaren ( V-aufopfernde, muhe Sg* “4 «Der Wann, d W Neuyork ist aus Gerung ein Kapitän unter dm Aerdacht d. beuH*Tb beschuldi ^/t'cher ®ehe: ^es britiftf M ■»•'IM »cm ! Kreuzer fi Siel land unkrnLm PJ11 ‘r ches Lord r ‘ergino trf)enc UNI den Tns 1 "K11 ÄÄ SEM Arond aus > b"" b'e 4e.de c England und die internationale Lage. Die Times schlägt eine Pauschalzahlung als Ablösung der Tiibut« vor. London, 24. Mai. (XU.) Die .Time-" meldet, daß die englische Regierung Vorbereitungen zurWiederaufnahme derKriegs- schuldenLahlungen treffe, und -war n,cht nur der laufenden 3ahreSzahlungen, sondern auch einer weiteren zusätzlichen Dumme zur Llbdeckung der infolge de- Hoover-Moratorium- gestundeten letzten OahrcSzahlung Die .TimeS" weist darauf hin, daß die Genfer Abrüstungskonferenz für die Wiederherstellung de- Vertrauen- ebenso wichtig wie die Lausanner Konferenz ift. Man fei sich sachlich darüber einig, das) ein erheblicher Fortschritt Inder Abrüstung dienst- wendige Dorau'-sehung für eine Regelung der Regierungsschulden fei, die wiederum den internationalen Handel lahmlegen. Aber es könne keinen wirklichen Frieden und keine Rückkehr zur Wohlfahrt geben, solange eine Ration in einem 3 u ft a n fr der Unterlegenheit gehalten und ihr der Besitz von Waffen verboten sei, die andere haben dürften. Es sollte nicht unmöglich fein, Pläne zu entwerfen, die da- Gefühl der ungerechten De- handlung in Deutschland beseitigen, ohne die Sicherheit Frankreichs und seiner Alliierten zu gefährden. Auch sollte e- nicht unmöglich fein, einen Plan für eine Regelung der Reparation-- vervslichtungen au-zuarbeiten, vielleicht dadurch, daß eine Pauschalsumme al - Ablösung für die Reparationen angeboten und angenommen wird. Der Plan müsse die Forderung Frankreich- noch Entschädigung erfüllen, Deutschland die Erleichterung brinaen, die e- braucht und damit die internationale Politik von einer störenden Wundebesreien. Si en Fe l schlag in Genf und in Lausanne die Welt in Den Zustand der Stagnation zurückschleudern würde, so mühten alle Anstrengungen gemacht werden, um wenigsten- einen gewissen Erfolg zu erzielen unb die Räder de- internationalen HandelS wieder in Vewegung zu setzen. .Time-' erklärt, dah man sich aber gleichzeitig auch aus einen F e h l s ch l a g vv r b ere i te n und d i e Folgen de- Bankerott- moderner StaatSkunst in- Auge fassen müsse. 3n diesem Falle müsse die britische Reichskonferenz in Ottawa Vereinbarungen zwischen den Mitgliedern de- englischen Weltreiches bringen, die ihnen die Erhaltung ihre- jetzigen Anteil- am Handel sicherstellen und ihnen, wenn möglich, eine Erhöhung des Handels trotz de- Zusammenbruchs der übrigen Welt gestatten. Der Regierungswechsel in Frankreich. Verbot bereitet sich zur Amtsübernahme vor. Paris, 24.Mai. (WTB.) Uebcr die Unterredung, die in Anwesenheit de» Präsidenten Le- b tun der Führer der Radikalen Partei, Eduard Herr io t, Ministerpräsident Tardieu und Fi- nanzminister F l o n d i n hatten, wurde ein C o m- muniquL ousgegeben, in dem es heiht: Die jurürfgetretenen Minister haben dein Präsidenten der Republik in Anwesenheit Herriots die hauptsächlichen internationalen und finanziellen gegenwärtig aus der Tagesordnung stehenden Pro- blcme dargelegt; sie haben Herriot davon in Kenntnis gesetzt, dah sie ihm morgen die betreffen- de n Akten ft ücke übergeben und sich ihm für alle weiteren Auskünfte zur Verfügung halten werden Tardieu hat in feiner Eigenschaft als Außenminister die von seiner Regierung eingenommene Haltung zu den großen außenpolitischen Problemen dargelegt, die sich sowohl aus der Abrüstungskonferenz, wie im Hinblick auf die nm 16.3uni in Lausanne beginnende Reparationskon- serenz stellen. Auch die Finanz- und Wirtschaftskrise in Mitteleuropa ist besprochen worden. Man kann nnnehmen, daß die Bildung der kommenden Regierung nicht in die Debatte gezogen worden ist. Herriot muß jedoch als derjenige gelten, der mit der Bildung der neuen Regierung nach Wiederzusam- mentriU der Kammer betraut werde. Keine falschen Hoffnungen. Unzufriedenheit in London mit den Erklärungen HrriotS. London, 24. Mai. (WTB ) „Daily Telegraph" behandelt in einem Leitartikel die gestrige Erklärung Herriots über Frankreichs Dertragsrechte. Das Blatt sogt, diele Erklä- rung deute darauf hin, daß die Aussichten auf eine wesentliche Aenderung der französischen Politik nur gering seien. Bon der Genfer Abrüstungskonferenz sei unter diesen Umständen nicht viel zu er- hoffen, und ebenso seien allzu optimistische Er- Wartungen bezüglich der Reparationskonserenz von Lausanne nicht am Platze. — „News Ehronicle" schreibt, Herriots erstaunliche Aeußerungen unter- schieden s i ch durchaus nicht von denen T a r d i e u s. Wenn Herriot bis zur Äonfcrenr von Lausanne fortfahre, in der bisherigen Weife zu reden, werde er die außerordentliche Gelegenheit für die Eröffnung einer Politik wahrer europäischer Be- friedung, die ihm durch seinen Wahlsieg gegeben worden sei, nahezu verscherzt haben. Flugboot dir Windrichtung für den Lanbe- platz anzugeben Mit einer eleganten Schleife ging fräs Flugboot in die Kurve und treuste zweimal an den Ufern entlang über dem Dee. Der „Do X“ setzte dann um 18.27 Uhr im östlichen Teil fres Sees aus dem Wasser auf und kreuzte nach dem vkestlichen Teil, wo eS an einer eigens dazu hergerichteten Boje verankert wurde. Der Dampfer mit den Regierungsvertretern fuhr sofort in die Nähe des Do tf, um den Kapitän und die Besatzung offiziell ,ju begrüßen. Reichsminister Treviranus beglückwünschte den Erfinder des Flugschiffes und seine Besatzung zu der glatten und schnellen Durchführung des Fluges Neuyork— Berlin,' der die Krönung sechsjähriger unermüdlicher Erfinderarbeit bedeute. Ganz Deutschland schulde den Männern Dank, die den Do X erdacht, gebaut und geführt hoben. Auch der Herr Reichspräsident werde sich freuen, nach seiner Rückkehr in die Reichshauptstadt die Besatzung zu begrüßen. Doppelte Ueberqucrung des Atlantik! Das höre sich so eiusach an, wenn sie glücklich vollendet sei. Aber hßn- ter dieser scheinbaren Einfachheit berge sich uncnd liche aufopfernde, muhevolle Arbeit, ein unverzagter Mut und ein unerschütterlicher Glaube an den Erfolg. „Der Mann, der üitchener tötete." In Neuyork ist auf Veranlassung der britischen Regierung ein Kapitän namens Fritz Duquesne unter dem Verdacht des Mordes verhaftet wor- den. Er wird bcfchuldigt, wahrend de» Krieges als deutscher Geheimagent den Untergang des britischen Dampfers „Tcnny- f o n" verursacht zu haben, der im Februar 1916 an der brasilianischen Küste infolge cipcr Explosion gesunken ist. Reuter weiß noch zu be- richten, daß bei dem Verhafteten ein Tagebuch gefunden worden sei, das den Titel trage: „D e r Mann, der Kitchen « r tötete". In dem Tagebuch befinde sich eine Karte dcrOrkney- Inseln, und die Stelle, an der im Jahre 1916 der Kreuzer „H a m p s h i r c" mit dem der nach Rußland unterwegs befindliche britische Generolstabs- chef Lord K i t ch e n e r in schwerem Sturm u n - t c r g i n a^ sei mit einem Zeichen versehen sowie mit den Worten „K itchcner hier getötet". Um den Tod von Kitchener haben sich von Anfang an viele Gerüchte und Legenden gebildet. Im all- gemeinen aber hätte die Ansicht vorgeherrscht, daß der Kreuzer durch eine deutsche Mine versenkt worden sei, da einige Tage vor der Kata- strophe ein deutsches U-Boot in den Gewässern nördlich von Schottland Minen ausgestreut Hobe. Großer Heidebrand bei Köln. 3n der Wahner Heide bei Köln brach ein Brand aus. dem mindesten- 1 000 Morgen Heideland und Ginster -um Opfer fielen. — Die Reichsforstverwaltuna hatte auf der Wahner Heide größere Hebungen für die Feuerwehren von Altenrath und von der Wahner Heide veranstaltet, um bei etwa auftretenden Heidebränden genügend vorbereitet zu fein. Kleinere Flächen wurden zu diesem Zwecke an gezündet und die Löfcharbeit in Angriff genommen. Während man gerade dabei war. einen solchen Uebungsbrand zu löschen, entdeckten die Löschmannschaften, daß hinter ihrem Rücken eine Feucrwolke auf» ftieg, die vom Winde rasend schnell vorwärts getragen wurde. Es gelang unter großen Anstrengungen, den Brand zu löschen. Man vermutet, daß bisher unbekannte Personen den Brand böswillig angelegt haben. 30. Privathandelsschultag. Der Verband Deutscher Privathandelsschulen c. D. veranstaltete seine 30. ordentliche Hauptversammlung zu Pfingsten in Osnabrück. 3m Mittelpunkt der Versammlung, zu der das Preußische Ministerium für Handel und Gewerbe Vertreter entsandt hatte, standen zwei Referate übet .Grundfragen zeitgemäßer Wirtschaf tspädagogik" und .Die Privatschule als Helfer". Feftgestellt wurde, daß gerade in der heutigen Zeit die Privatschulen dem Staat wertvolle Dienste leisten, insofern sie es ihm ermöglichen, gut eingerichtete und vorbildlich arbeitende Schulen ohne staatlichen Zuschuß zu erhalten. Daraus abgeleitet wurde die Forderung, daß Staat und Gemeinden heute noch mehr als bisher die Hand schützend über die vorhandenen Privatschulen halten möchten. Eifenbahnkatoftrophe auf der Chinesischen Oslbohn. Sin schweres Eisenbahnunglück, bei dem vierzig Personen getötet und mehrere Hundert verletzt wurden, hat sich runb200 Kilometer öftlid) von Charbin auf der chinesischen Ostbahn zugetragen. Es handelt sich um einenmitFlüchtlingenbesehtenZua. der mit einem anderen Zug zu s a m rn e n st i eß. Die vierzig Im Andenlunnel Cingeschlossenen lebend gefunden. Die vierzig im Andentunnel eingeschlossencn Arbeiter sind sämtlich am Leben. Die Rettungsmannschaft hat eine Verbindung mit ihnen Herstellen können und bemüht sich, sie aus den Trümmern zu befreien. Wettervoraussage.» Die Störung über Deutschland flacht sich ab und wandert in nordöstlicher Richtung weiter. Aber immer noch gelangt an ihrer Rückseite ozeanische Kaltluft nach dein Festlande, wodurch das.wechlelhafte und verhältnismäßig kühle Wetter zunächst erhalten bleibt. Vereinzelt kommt es auch noch zu Niederschlägen, die teils von Gewitterstörungen begleitet (ein werden. Mil dem dauernden Zustrom kühler Luft ist aber Barometeranstieg verbunden, so daß das im Nordwesten lagernde Hochdruckgebiet allmäh- lich nach dem Kontinent hingesaugt wird und Wetter- beruhigung sowie Erwärmung in Aussicht stellt. . Aussichten für Donnerstag: Bewölkt und aufheiternd, vorerst noch mäßig warm und ver- einzelte Niederschläge, teils gewitlerhaster, Art. Aussichten für Freitag: Ruhigeres und wieder «nitfreres, ober noch fein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 24. Mai: mittags 17,4 Grad Celsius, abends 10,5 Grad: am 25. Mai: morgens 10,4 Grad. Maximum 17,6 Grad, Minimum 8,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Mai: abends 18 Grad: am 25 Mai: morgens 13,6 Grad Celsius. — Niederschläge 5,7 mm. — Sonnen- scheindauer 4K Stunden. ®ue der provimialbaupifiadt. Gießen, den 25. Mai 1932. Vorsicht, (Sonnenbrand! Don Dr. meß Tannerl. Der Sommer ist angebrochen. Alle» strömt hinaus in die Natur, und jede freie Stunde wird — wenn irgend möglich — in der frischen Lust, in der Sonne zugepracht. Kein Wunder, denn nach den langen Monaten grauen, bedeckten Himmel» find die Men- schen nach den Strahlen der Sonne geradezu ausgehungert, seelisch wie körperlich. Dah die Sonne wichtigster und aesundheitfordern- der Besiandtcil unserer Hygiene ist, dah sie Krankheiten heilt, das Ausbrechen und Entstehen vieler Krankheiten verhindert, das Wachstum fordert, furtum die billigste und wirksamste Medizin ist, über die wir Dcrfugcn, ist heute schon |o allgemein bekannt, dah e» kaum einer Erwähnung bedarf. Die wenigsten Menschen aber wissen, daß Sonnenstrahlen auch große Schoden anrichten können, und dah sie nur dann wohltätig wirken, wenn sie vernünftig aus- genutzt werden. Man vergesse vor allen Dingen niemals, dah man sich allmählich an die Sonne gewöhnen soll. Nicht bei der erstenchch bietenden Gelegenheit den ganzen Tag über im Badeanzug in die Sonne setzen! Das gibt unweigerlich den schönsten Sonnenbrand! Leider wissen die meisten Menschen nicht, dah der Sonnenbrand keine ganz gleichgültige Erscheinung ist, trotzdem das oft am Abend auftrctende Fieber und der Schüttelfrost eigentlich daraus Hinweisen sollten, dah es sichntm einen Zustand handelt, der eigentlich mit Recht als Krankheit bezeichnet werden muh. Und gar keine angenehme Krankheit ist es, denn die durch die Sonne hervorgerusene, je nach Hautempfindlichkeit des Betroffenen mehr oder weniger starke Hautentzündung ist meist mit sehr großen Schmerzen und starkem Jucken verbunden. Leider wissen die meisten auch nicht, daß der „Sonnenbrand" oft eine sehr unangenehme Folgcerkrankung mit sich bringt, die im Sommer in den Sprechstunden der Aerzte nur zu höpfig ist, nämlich die Furunkulose. Die Haut schält sich ja bekanntlich nach dem Abklingen der Hautenzünduna sehr stark, und die zarte junge Haut, die zum Vorschein kommt, ist naturgemäß für alle Ansteckungen leicht empfänglich. Darum heiht es in bieftm Augenblick, sehr vorsichtig und vor allem — sehr sauber sein! Besser noch ist es, von vornherein vorzubeugen. Man fange mit einer kurzen Sonnenbestrahlung an, zehn Minuten für den Rücken und zehn Minuten für die Brust genügen völlig für den ersten Vormittag. Man vergesse auch die nackten Arme nicht, und daß die Haut über dem Oberarm am Schulter- gelenk besonders empfindlich ift. Einfetten mit Creme ober Hautöl schützt vor allzu starker Verbrennung, aber trotzdem ist es ratsam, mit zehn Minuten anzu- fangen und allmählich, jedesmal um zehn Minuten, zu steigern! Nach der Sonnenbestrahlung soll man mit Talkum ober Körperpuder pudern. Gelblicher oder bräunlicher Puder schützt ebenfalls vor den Sonnenstrahlen: für besonders lichtempfindliche Menschen gibt cs Cremen, die für die Ultraoiolettstrahlen der Sonne undurchlässig sind Besonders vorsichtig sei man mit Kindern: kleine Kinder sollen — wenig- ’ftens zeitweise — in der Sonne ein leichtes weißes Hütchen tragen. Man vergesse auch niemals, daß im Hochgebirge und am Wasser die Sonnenwirkung besonders stark ist. Die See spiegelt ja die Sonnenstrahlen zurück und vervielfacht dadurch ihre Kraft, so daß selbst ein nicht ganz klarer Tag an. der See schon einen ganz ordentlichen Sonnenbrand hervorbringen kann? Die Sommerurlaubslarien der Reichsbahn. lieber bic Sommerurlaubskarten mit 20prozen- tiger Fahrpreisermäßigung, die die Deutsche Reichsbahn ab 1.3uni einfuhrt, werden nunmehr die Äusaabebestimmungen bekannt. Danach werden die Karten für Erholungs- und Urlaubsreifen in der Zeit vom 1. 3uni bis 15. Oktober ausgegeben und gelten zwei Monate. Die Geltungsdauer der zwischen dem 16. August und 5. Oktober auSgegebenen Karten endet am 15. Oktober Eine Fahrtunterbrechung ist auf der Hinfahrt nicht, auf der Rückfahrt dreimal gestattet. Die Karten gelten im allgemeinen nur für die Personenzüge: für Gil-, Schnell-, FD- und FF D-Züge ist der tarifmäßige Zuschlag zu fofen. Sie müssen spätestens fünf Tage vor dem ersten Geltungstage bei der Fahrkartenausgabe des Abgangsbahnhoss ober in den Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reise- bureaus (MER) gelöst werden: vor dem 10. läge vor dem Geltungstage kann ihre Lösung abgelehnt werden. Mehrere Reisende, die gemeinsam hin- und zurücksahren, können auf einen gemeinsamen Fahrausweis abgefertigt werden. Die Sommer- urlaubskarten sind nicht übertragbar: sie sind nur gültig, wenn sie mit Tinte ober Tintenstift unter- schrieben sind. Eine gemeinsame Karte für mehrere Reisende muß von allen Reisenden unterschrieben werden. Auf den Sommerurlaubskarten, die bekanntlich zur Rückfahrt vorn 11. Tage ab gelten, wirb von der Ausgabestelle der Tag beS Reiseantritts, ber früheste Rückreisetag und das Enbe ber Rückreise eingetragen. Zunächst werden die Karten nur im Reichsbahninnenverkehr, einschl. Ostpreußenverkehr, ausgeaeben. Für Privat- und Kleinbahnen, auch für solche, d e von der Reichsbahn betrieben werden, gelten die Karten vorläufig nicht. Reisende, die Sommerurlaubskarten nach Privatbahnen ober Seebäder usw. verlangen, sind auf die Lösung von Karten nach dem Uebergang-bahnhol zu verweisen. Die Entfernung bis zum Üebcrgangsbahnhof muh 233 Kilometer betragen. Sollten sich Privat- ober Kleinbahnen beteiligen, so ergehen später besondere Anordnungen. Vornotizen. — Tages kalender für Mittw och Stadtlheater. 20 bis 22 Uhr: „Seitensprünge". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Deutschnationale Dolkspartei, 20.15 Uhr, Hotel Schütz. Vortrag über ..Vottlosenbewegung". — Oswatdsgarien. 10 bi- 21 Uhr. Ausstellung beS Rieion-Walfisches. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: ..Es wird schon wieder beffer“ und Der Held von Kalifornien". — Aus dem .Stadttheaterbureau wird uns geschrieben' Heute letzte Vorstellung im Mittwochabonnement und überhaupt letzte Tot*- stellung der lustigen Dierakter von Eurt Goetz, die unter dem Sammelnamen .Seltensprünge^ einen großen Erfolg hatten .Tobbv, Taube in der Hand. Hund im Hirn, Minna Tlagbalcna". Spielleitung Peter Fallott. Beginn 20 Uhr. Ende 22.30 Uhr. Al- Sonfrervorstelluna für den Verein für da- Deutschtum im Au-land wird am Freitag. 27. Mäi. 20 Uhr, Karl Schönherrs.Deutsches Heldenlied" .Volk in 31 ot“ in Szene gehen 3m Mittelpunkt des Geschehen- steht Andrea- Hofer. Ein Spiel vom Freiheit-kampf eine- bedrängten Volkes Ende 22.30 Uhr. Die Vorstellung wird noch einmal al- letzte Vorstellung der Spielzeit zu kleinen Pre sen am Den-tag. 31.Mal, wiederholt. •• Sprechtage de r Ministerien Wie amtlich bekanntgegeben wird, sind die Sprechtag« der Ministerien in Darmstadt auf Montag und Freitag, je 10 bi- 12 Uhr. festgesetzt worden. Vorherige Anmeldung in allen Fällen istf zweckmäßig Außerhalb der genannten Zeit sind die Ministerialgebäude, so wird in ber amtlichen Mitteilung betont, mit Rückficht auf die stark« DeschäftSbelastung für den allgemeinen Publii kum-verkehr geschlossen. Au-nahinen find — ab* gesehen von besonder- dringenden Fällen — nutz nach vorheriger Vereinbarung mit dem In Be« tracht kommenden Beamten zulässig ,e Militärkonzert In der Sübanlngt. Bei günstigem Wetter wird morgen, Donnerstag, von 18 b,s 19 Uhr, in der Sstdanlage Platzmusit des Musikkorps unseres Bataillons unter Leitung von Obermufikmeifter Krauhe stattfinden. Dor- tragsfolge I Helden Marsch (nach Perdischen Motiven) von Villingcr. 2. Ouvertüre „Phaedro" von Masscnct. 3. Einleitung zum 3. Akt Tanz der Lehrbuben und Festwiese aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" von Wagner. 4 Ave Maria, Lied, von Schubert. 5. Johann Strauß spielt aufl Eine Auslese aus seinen Meisterwerken von Morena. 6. Der 116er Marsch von C. Krautze •• Militärkonzert al« Werbung f ü t den Rudersport. Am kommenden Samstagabend findet auf dem Bootsplahe der Gießener Rubergesellschaft 1877 ein Militärkonzert, ausge- führt von unserer BataillonSkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauhe, statt. Da- Konzert ist alS Werbung für den Rudersport gedacht. Daher wird im Verlaufe der Veranstaltung eine Ausfahrt sämtlicher Ruderboote der Gießener Ru- bergesellfchaft 1877, deS ©icfiener Ruderklub- Hassia 1906 und des Vereins Rudersport 1913 Gießen, sowie eine Lampionaussahrt der Paddlerabteilungen stattsinden. Der Verein .Uferkritik" Gießen 1922 als Veranstalter lädt im heutigen Anzeigenteil zu regem Besuche des Werbenden frei n. ” Reisegepäckversicherung. Dom 1 Mai ab sind zwischen der Reichsbahn und ber Europäischen Güter- und Reise^päck-Versiche- rungS-AG. neue Vereinbarungen getroffen worden. Die bisherigen Dersicherungsgebühren sind um 20 Prozent ermäßigt worben. An Stelle ber seitherigen Reisegepäckversicherung im ^nnerbeutschen Verkehr mittels Weri- . marken ist eine neue vereinfachte und billige zehntägige Policen-Versicherung getreten, bei der nicht nur daS auf Gepäckschein aufgegebene Reisegepäck, sondern auch das mitgenommene Handgepäck versichert ist. Diese Versicherung deckt nicht nur die Schäden, die während der Beförderung auf der Eisenbahn und anderen Beförderungsmitteln, sondern auch bei der Lagerung und dem Aufenthalt in Hotel-, Pensionen u. a. entstehen. Den Reisenden, die nur Handgepäck mit sich führen, wird eine gute und billige Dersicherungsinöglichkeit für ihr Handgepäck mit einer Minbestversicherungs- summe von 500 Mark geboten, für die eine Prämie von 1,50 Mark zu zahlen ist. Diese Handgepäckversicherung kann auch an den Fahrkartenschaltern gleichzeitig bei der Fahrkartenlösung abgeschlossen werden. 3m internationalen Reifegepäckverkehr wird die Versicherung mit Wertmarken beibehalten. Die Haftungsbeschränkung von 2000 Mark ist aufgehoben und die Versiche- rungggebüfrren sind um 20 Pro-, herabgesetzt. Policen mit einer Gültigkeitsdauer für ein und zwei Monate, bei denen auch da- mitgenommene Handgepäck versichert ist, sind an den Gepäckschaltern erhältlich Auch die Prämien für die Policen sind um 20 Prozent herabgesetzt. Die Versicherungen bieten wesentliche Vorteile, weil die Haftung der Versicherungsgesellschaft die durch die Eisenbahn-DerkehrSorbnung und die Tarife festgesetzte Entschädigung übersteigt. Dies trifft besonders bei den Versicherungen mittel- Der- sicherungskarten- und Policen zu, die für alle Reisen und Ausenthalte gelten und auch das Handgepäck umfassen, für das die Eisenbahn bekanntlich nicht haftet. 3m Schadensfälle hat der Versicherte den Schaden durch die zuständigen AmtSstellen (Eisenbahn, Post- oder Polizeiverwaltung) feststellen zu lassen und den Tatbestand der Europäischen Güter- und Reisegepäck-Der- sicherungs-AG. anzuzeigen. " „Beamtenschaft und Krise." Unter diesem Motto wird die Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten am 4. und 5 3uni in Friedberg ihren 12 Vertretertag abhalten Der erste Tag ist der Behandlung geschäftlicher Angelegenheiten gewidmet. Außerdem soll zu der Anstellungsnot der Deamtenanwärter und den Rechtsverhältnissen der kommunalen Angestellten Stellung genommen werden. Auf der öffentlichen Kundgebung am 5- 3um sprechen Dr. Fritz H a - neid. Berlin, und der Geschäftsführer der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten. 3ean R e ck, Offenbach, über das Thema: „Beamtenschaft und Krise". Rundfunkprogramm. Donnerstag, 26. ZHaL 7.05 bis 7.25 Uhr: Schallplattenkonzert: anschließend von Bad Homburg: Konzert des Kurorchesters. 8.30 bis 9.30: Katholische Morgenfeier am Fronleich, namsfeste. 12: Mittagskonzert des Rundfunk-Orche- fters. 13: Konzert auf Schallplatten. 15.30 bis 16.30: Stunbc der Jugend. 16.30: Militärkonzert. 18.25: Zeirfragen. 19.30: „Das Mädchen von Zncatlan" von Otw ®mc(in. 20: Aus dem Großen Haufe der Würt- tembergifchcn Landestheater: „Die toten Augen", eine Bühnendichtung in einem Aufzug von Hans Heinz Ewers und Marc Henry, Musik von Eugen d'Albert. Zähne: Odol'Zahnp^ta. LUDWIG. STAMM pbeise: 3-252 49r ■58.- 68.- **■!?* L*ag5S ftcllcn- Ä gcioih in®. sKK •s>ys 95?.e»* s?-sä l°x a» -®r« ^"VL7 M Äelrfiei ’g' natürliche Ls oft »ö-FA Dotterblumen und -ane warte am WfSJS ganze Wiesen mit WE' Auch blühende Baume z Sen und Alleen falb den Degriss Mutenslor schließen, als ein einzelr aber die Ausnahme nur einer Blumenpflanze st bedachte Lichtbildner fei lassen streben' mit der Morgentaues, tm W vor schattigem Hmtergn oslogenheit vieler Licht! dos Bildwichtigc bei m einzustellen. Dann wird läßt die Blume oder bei vortreten. Beliebt und nahmen in natürlichen nahmen). Sinngemäß gilt alles Blumenstrauß daheim ii Zimmerblume am Fenste der fortgeschrittene Lich gen erzielen, wenn er d neten Fensters mit aufs ist es auch leicht, durch Gegenlichtaufnahmen zi Sonne von vorn in den ' i Bild häßlich verschleier von Blumen am Fenstei schirm (weißes Tuch oder der von der dunklen Zim ! wirft und.harte llnfcrfa Dunkel mildert. Als Aufnahmematerial her genannten Bilder nu ton in Frage, die meist terllüht werden müssen, fiehlt sich die Anwendr i bei entsprechend längere 6inbrud weißer Blüten ften kommen auch ohne geglichenen Motive, z. von Pechnelken, Staude p'ne usw. Rote, gelbe (bicfc wegen der feinen gelben Staubgefäße erf j nele Aufnahmematerial Säst noch anspruchsvl ^ulnahmen, die fach Eme oder Blüte nid Pfaffen wollen, fonde ^ngefotm. Zu ihnen w notig sein, da ^rvhe erzielt wird, oöe N, bas hinterher ert Ichaftliche Betrachtung an (Form der Staubgel Wine -Zeile Aeue Arien ®r. Hel, Erdteil, £ ^meere karpern E ?an ( toorfen L ^überall dtr uSmitiP* A ^nhöngenden ben °uf|e9angen ÄrQ9*n i Schanden ist &l€t ^genutzt toit bi Rückstoß? Die'' Geweh L Kugell Klen alle “geübte jLNöeo. 1 xn unfere Ä,M-ni ? 1 too bie ■Ä- kr- D ». L^haltnisse u-a e fein !Wen d, !kn können'^ ^n her v, Turbinen - benuh S*??'1** öiiltfn“ n die ez-L aU nirfit e9t| ob n KIL?Z Nachdruck verboten! 23. Fortsetzung. .Fahr nicht mehr mit dem tollen Grasen allein in die Stadt, Ernst!" „Olein, kleiner Schlaumeier. Ich werde das nicht mehr tun. wenn du lieb und nett bist und keine scheußlichen Launen mehr hast. Ich bin um den Finger zu wickeln, aber nur im Guten, kleine Frau 3m Dösen trumpft mein Pommerscher Dickschädel auf, und du ziehst den kürzeren. Aber sag mal, Trautelchen, es ist doch viel besser, wrr vertragen uns nun für immer?" Sie schlang die Arme um seinen Hals. „3a, abgemacht." .. _ * Da hob er sie zu sich empor und küßte sie Hertz. Dazwischen flüsterte er: „Weißt du. eigentlich ift'8 schade, daß Wir zu Lüderitz' müssen. Hier wäre es doch nun eigentlich sehr gemütlich gewesen." „3a, aber es geht nicht gut. daß wir absagen. Wir haben keinen Grund, und sie warten doch." „3a, sie warten", sagte er zwischen den Zähnen, blickte auf seine Schwägerin und stellte seine kleine Frau auf die Füße. Lisa stand in ihrem kostbaren Kleide, mit spbt- tischem Lächeln da. „Ah. es tut mir leid, daß ich gestört habe. Ich sah euch erst, als ich bereits im Zimmer stand." 3hr tief ausgeschnittenes Kleid lieh das blendende Weiß der Haut sehen. 3hr blondes Haar war kleidsam frisiert. „Du störst durchaus nicht. Lisa. Mann und Frau dürfen sich ruhig küssen.' 'Aber, Kleine, beeile dich mit dem Umziehen. Wir müssen jetzt wirklich gehen. Und dein Haar ist nun auch nicht mehr in Ordnung." „3ch beeile mich." Ganz weich und zärtlich klang Trautes Stimme. Er nickte ihr zu, und sie huschte hinaus. Lisa trat auf ihren Schwager zu: „Traute muß sich auf deinen Befehl hin umziehen? So weit also ist es schon?" „3a, Gott sei Dank, daß es so weit ist, Lisa", sagte er sehr vergnügt. „Und hast du nicht Angst, daß Traute einmal fortverlangen könnte, wenn du die Zügel gar zu straff spannst?" „Olein! 3etzt glaube ich das nicht mehr, liebe Schwägerin. Aber sag mal, wäre es nicht besser, auch du würdest ein passenderes Kleid anziehen? Bose von Lüderitz ist eine sehr einfache, liebe Frau." „Bon mir aus kann sie das ja sein. Ich habe nichts dagegen. Aber man soll auch mich nach meiner Fasson selig werden lassen." „Das stimmt. Also bleibe so! Auf den Beifall der Damen wirft du jedoch nicht zu rechnen brauchen." Und in diesen letzten Wochen war er immer so lieb zu ihr gewesen, war nicht in die Stadt gefahren, hatte ihr dies und jenes gekauft, von dem er gewußt hatte, daß es sie freute. Und nun tat er. als ob ihm ihr Fortgehen nicht im geringsten berühre. War denn das nur möglich? Sie hatte die Hände vor das Gesicht geschlagen und beobachtete ihren Gatten. Sie liebte ihn doch. Und sie wollte doch niemals von ihm fort. Olein! Um alles nicht wieder heim zur Mutter, die immer mit weinerlicher Stimme sprach. Die nur ihren Schmerz um den Vater kannte. Trotzdem er ihr eigentlich das Leben bald zur Hölle gemacht. , , Mit verschränkten Armen lehnte Polzenhagen am Schrank. Keinen Schritt kam er ihr entgegen. Keinen Schritt! Trotz und Eigenwillen mußten von selbst weichen. Er hatte sie ehrlich liebgewonnen, die kleine hübsche Frau mit dem dunklen Wuschelkops. Doch dem Einfluß ihrer Schwester mußte er sie gänzlich entziehen, sonst wurde feine Ehe niemals das. als was er sie sehen wollte. Traute ließ die Hände sinken. „Ernst!" „Ola, Kindel?" „Emst, ich werde mich umziehen. 3ch ziehe mein schwarzes Samtkleid an.“ Er schwieg. Schwieg, weil er jetzt wußte, daß auch sie ihn lieb genug hatte, um seinetwillen alles andere zurückzustellen. „Du hast — mich — aber nicht — lieb! Wie hättest du sonst sagen können, daß — daß ich — mit Lisa Polzenhagen verlassen soll?" Wie ein stammelndes Kinderweinen klangen die Worte zu ihm herüber. Mit einem Schritt war er bei ihr. „Trautelchen, ich hab' dich lieb. Glaub doch nicht, daß es mir leicht gefallen wäre, wenn du gegangen wärst. Aber ich hätte es verwunden. Denn du wärst mir nichts mehr wert gewesen, wenn du um eines Kleides willen die Achtung deines Mannes aufs Spiel gesetzt hättest." „Emst, wenn doch Lisa wieder ginge! 3ch — „Sie macht dir das hübsche Köpferl warm — weih ich. Weiß ich alles. Aber zeig ihr, daß du mich lieb hast und ihre Ratschläge nicht willst — sie nicht brauchst, diese gründlich verkehrten Ratschläge" Traute lehnte den Kopf an seine Brust. liebe Frau von Polzenhagen, und auf Sie, Emst Die andern sind schon da. Und sie freuen sich auch alle sehr." Klaus von Lüderitz aber blickte in Lisa AnS- brücks Augen, die ihn so sonderbar ansahen. Ein gefcchrliches Spiel begann. Und Rose von Lüderitz sah es genau so gut, wie Polzenhagen und seine Frau es bemerken mußten. Traute schmiegte sich ängstlich an ihren Mann. Er drückte ihren Arm zärtlich. „Still. Kindel! Augenblicklich kann ich nichts tun. aber ich mache der infamen Sache ein Ende." Traute schwieg. Aber sie begriff nicht mehr, wie sie nur einmal hatte versuchen können, sich gegen den Willen ihres Mannes aufzulehnen. Sie liebte und fürchtete ihn. Und das war gut so! Rose von Lüderitz aber schloß die Augen. 3etzt wußte sie. weshalb ihr Mann immer wieder auf die Treppe hinausgelaufen war. um zu sehen, ob denn der Polzenhagener Wägen noch nicht bald käme. Er hatte es nicht erwarten können, daß die schöne Frau nach Deschow kam! Das war es. Darum war er die letzten- Tage so ruhelos gewesen. Sollte es mit ihrem friedlichen Glück nun vorüber sein, weil eine ränkesüchtige Frau kam und es ihr zu zerstören wagte? — — 3n Roses .Augen schossen Tränen. Doch sie drängte sie tapfer zurück. Rein, nicht auch noch ein Schauspiel geben! Traute von Polzenhagen trat zu ihr. schritt plaudernd mit ihr davon. Sie war so herzlich wie noch nie, und Rose freute sich dieser so offen entgegengebrachten Freundschaft. Traute sagte „Wollen totr nicht du zueinander sagen? 3ch bin oft allein, wenn mein Mann draußen auf den Feldern ist. Wir könnten uns doch manchmal auf ein Stündchen ganz ungezwungen besuchen?" In Roses braunen Augen stand plötzliche Abwehr. Wollte Traute von Polzenhagen der Schwester Gelegenheit geben, Klaus von Lüderitz öfter zu treffen? Wie gemein das wäre! Kaum hatte Rose diesen Gedanken Raum gegeben, bereute sie es auch schon. Und als habe Traute von Polzenhagen ihre Gedanken gelesen, sagte sie leichthin: „Ich werde schon bald wieder allein fein. Meine Schwester fährt schon in den nächsten Tagen wieder zu unserer Mutter zurück." Ein schluchzendes Aufatmen neben ihr tat ihr kund, wie sehr Rose bereits litt. 3n Traute war unzähmbarer Zorn auf die Schwester. 3etzt erst sah sie sie im rechten Licht» und sie erschrak bis ins tiefste Innere hinein. Zärtlich strich sie über Roses braunes Haar: „Ich bin deine Freundin, Rose. Will du die meine fein?" (Fortsetzung folgt.) »Will ich das? Ich will sie höchstens ärgern." „Ich will dir etwas sagen, Lisa: Wenn du mtf solchen Vorsätzen zu meinen liebsten Freunden gehst, dann bleib lieber hier — es ist besser/ „Philister!" „Das hast du wahrscheinlich auch deinem Manne gesagt, als er für deine Launen kein Verständnis hatte." Die Worte kamen sehr scharf aus Polzenhagens Munde. Er hatte nie auf ihre zerrüttete Ehe an- gespielt, so viele Male er sich auch über fte geärgert hatte. Jetzt aber wurde es ihm zu bunt. Mit großen Augen sah Lisa ihn an: „Du willst mir Borwürfe machen?" „Bestimmt nicht. Aber mein dickes Fell hat auch mal ein Loch. Ich habe dich gern mit hierher genommen, weil ich Mitleid mit dir hatte. Aber ftir Intrigen habe ich kein Verständnis." Lisa lachte schrill, dann wandte sie sich ab und verließ schnell das Zimmer. — Gerade wickelte Ernst von Polzenhagen seine kleine Frau in einen warmen Mantel, als Lisa durch die Halle kam. . Fahrt allein; mir ist nicht gut. 3ch habe heftige Kopfschmerzen." „Laß die Mucken und komm mit! Polzenhagen polterte es laut und ungehalten. Traute strich über seine große, braune, etwas harte Hand. Er wurde sofort freundlicher. „Jetzt siehst du wunderschön aus, Lisa. Bleib so und komm mit!“ Sein Blick streifte mit Anerkennung ihr vornehmes, hochgeschlossenes Kleid. Donnerwetter, dachte er. Donnerwetter noch mal. Schön ist sie doch, meine Frau Schwägerin! Ein wundersamer Duft schwebte durch die Halle. Der Diener und das Mädchen hoben die Olafen. Polzeyhagen dachte, daß er Traute, wenn er nächstens mit ihr zur Stadt fuhr, auch solches Parfüm kaufen wolle. Er half auch Lisa jetzt in ihren Mantel und fuhr sehr befriedigt mit seinen beiden Damen nach Deschow hinüber. Landrat Herrberg mit Frau und Tochter und die Familie von Tilschow. bestehend aus Vater, Mutter, zwei hübschen Söhnen und einer reizenden jungen Tochter, waren bereits anwesend. Klaus von Lüderitz kam dem Freund und seinen zwei Damen entgegen. Er sah in dem dunklen Abendanzug sehr gut aus. Der blonde Hüne sah sich nach seiner Frau um. winkte ihr. Sie kam. lächelte liebenswürdig, fast ein bißchen befangen, weil ihr die elegante, schöne Erscheinung der Schwester von Frau von Polzenhagen für kurze Zeit fast den Atem verschlug. Dann aber sagte sie, „Herzlich willkommen. Wir haben uns so sehr auf &ie gefreut, gnädige Frau. Auf sie auch. .....Jenner Roman von Gert Gothberg. Copyright by Martin Fsuchtwcmger, HaÜ*. 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Ich draußen au' $ manchmal n besuchen?" »lchliche D>- Phagen bet Dan Luderin »art'. in Aam ge- al» habe anken gelesen. 'tonne» Haar Dill du d'c letzung folgt.) Blumen und Blüten im Lichtbild. Von Walther Appell. du den schönsten und dankbarsten Ausgaben, die der Frühling und der Sommer dem Lichtbildner stellen, gehört das Gebiet der Dlumenphotogro- phie. Es birgt gewiß manche Schwierigkeit in sich, lohnt aber die ausgewandte Mühe mit s rohem Gedenken an sonnige Sommerstunden, das noch in trübe und kalte Wintertage leuchtet. Voraus- fctzung für ein gutes Gelingen von Blumen- und Dlütenausnahmen ist neben dem phototechmschen Eifer und Wissen die Liebe zur Batur und die ein- I fühlende Verbundenheit mit ihren Erschcinungs- p formen in aller Mannigfaltigkeit. ■ Das Thema .Blumen und Blüten" läßt sich I' photographisch von verschiedenen Seiten an- 1 Pocken Selbstredend handelt es sich hier nicht um die Ausstellung eines starren Systems, sondern Inur um eine notwendige Ordnung, zwischen deren Gruppen Liebergänge und Verbindungen gut möglich sind. Meist werden Blumen und Blüten im Lichtbild des Photoliebhat^rs Stimmungsträger oder Stimmungssaktoren sein Mit andern Worten die Blume wird als Erlebnis des fühlenden, Nicht so sehr des. denkenden Menschen. Sic kann dazu an ihrem natürlichen Standorte stehen, und fcirb oft überhaupt landschaftlich ersaht werden Dotterblumen und Anemonen am Bach. Weg- warte am Feldrain. Kornblumen im Aehrenseld, ganze Wiesen mit Margeriten oder Glockenblumen. Auch blühende Bäume, z B. Kastanien oder Obstgärten und Alleen sind hier zu nennen, die oft . Den Begriff „Blütenslor" noch überzeugender um- schlief?en, als ein einzelner Zweig cs könnte. Gilt aber die Ausnahme nur einem Blütenzweig oder einer Blumenpslanze, so wird der aus Stimmung bedachte Lichtbildner sein Motiv persönlich zu er- fassen streben mit den glitzernden Perlen des Morgentaues, im Gegenlicht, sonnenbeschicnen vor schattigeni Hintergrund. Hier sei auch die Ge- pslogenheit vieler Lichtbildner erwähnt, nur auf dos Bildwichtige bei aan^ offener Blende scharf einzustellen Dann wird alles andere unscharf und läßt die Blume oder den Blütenzwcig klarer hervortreten Beliebt und ratsam ist dies bei Aufnahmen in natürlichen Farben (Autochrom-Auf- nahmen) Sinngemäß gilt alles Gesagte ebenso für den Blumenstrauß daheim in der Dale oder für die Zimmerblume am Fenster 3n beiden Fällen kann IN Istr.H uiinnen! essen d Sportkleidung 78.00 grat'8 68.00 gr« 18 58.00 grat'8 49.00 gr«*® 37.50 grat'8 iW sHr itött 15. i W. * * annde” NE" sSS- der fortgeschrittene Lichtbildner schöne Wirkungen erzielen, wenn er die Spiegelung des geöffneten Fensters mit auss Bild bringt. 3m Zimmer ist es auch leicht, durch Abdecken der Linse bei I Gegenlichtaufnahmen zu vermeiden. daß die I Sonne von vorn in den Apparat scheint und das , Bild häßlich verschleiert. Seitliche Aufnahmen n von Blumen am Fenster sollten nicht ohne Licht- I1' fchirrn (weißes Tuch oder Pappe) gemacht werden, i der von der dunklen 3i mm er feite ber Licht zurück- toirft und harte Unterschiede zwischen Hell und Dunkel mildert Als Aufnahmematerial kommen für alle bisher genannten Bilder nur orthochromatische Platten in Frage, die meist noch durch Gelbfilter unterstützt werden müssen. Für blaue Blumen cmp- ; fichlt sich die Anwendung eines starken Filters । bei entsprechend längerer Belichtung, da sonst der dindruck weißer Blüten entsteht Am farbrichtig- fttn kommen auch ohne viel Hilfsmittel die aus- peglichenen Motive, z. B Heckenrosen, Gruppen von Pechnelken, Stauden vom Fingerhut, der Lupine usw. Bote, gelbe und auch weiße Blüten tdiese wegen der seinen Schattierungen und der gelben Staubgefäße erfordern immer daS geeignete Aufnahmematerial Fast noch anspruchsvoller sind jene Arten von Ausnahmen, die sachlich-wissenschaftlich eine , Blume oder Blüte nicht als Stimmungsmoment entfallen wollen, sondern als botanische Erschci- rungssorm. Zu ihnen wird meist doppelter Doden- epszug nötig fein, damit annähernd natürliche Größe erzielt wird, oder eine gute Vergrößerung muß das hinterher erreichen. Denn für wiffen- f schaftlichc Betrachtung kommt es auf die gc-. ‘»neue Wiedergabe charakteristischer Einzelheiten or (Form der Staubgefäße ufw r Um aber nicht | nur einzelne Teile scharf zu bekommen, ist hier im Neue Arien des Antriebs. 13tm Or Oelmul Thomasius Sie Rakctenfahrzcugc und Raketenflugzeuge haben insofern wie Raketen gewirkt, als fie eine neue Erleuchtung brachten. Böch wiffen wir nicht, wchin der Weg führen wird, ob wirklich einmal die Zeit kommt, wo man in Bruchteilen einer ötunbe über Weltmeere hinweg von Erdteil zu Erdteil, ober wo man gar nach fremden Welt- sörpern fliegt. Allüberall wird noch erprobt, ent- toorfen und gerechnet Aber weit über den Kreis der unmittelbar mit dem Baketenverkchr zufaminenhängenden Fragen ist uns ein Licht darüber ctfgcgangen. daß hier noch eine Energiequelle vorhanden ist. die wir bisher noch nicht genügend orsgenuht haben. Sick Energiequelle ist der Rückstoß. Denn wir ein Gewehr abschießen, treiben die Bulvcrgafe die Kugel vomc zum Lauf hinaus. 5e dehnen sich nach allen Seiten aus und finden hinten keinen Ausweg. Sie nach dieser Richtung crsgeübte Kraft empfinden wir als einen Stoß regen untere Schulter Scr Büchstoß tritt überall auf. wo die Verhältnisse ähnlich liegen wie beim Bewehr. E-s brauchen durchaus nicht unbedingt Bote zu fein, die ihn hcrbciführcn Auch -Flüssigkeiten können feine Entstehung bewirken. Er wird hauptsächlich dazu benutzt, um bestimmte Arten von Turbinen in Umdrehungen zu verletzen. Außerdem dient er noch zu einer Anzahl von bvnderzwecken Die Rakete. gleichfalls durch den Rückstoß der in ihr sitzenden und zur Explosion gebrachten Ladung in die Höhe geschleudert, hat den Sekanten nahe gelegt, ob man den hier wirksamen Rückstoß nicht auch dazu verwerten könne, um sshrzcuge und für Derkehrszwecke geeignete, in d e Höhe gescholtene Körper anzutreiben. Von h er aus gehen die Gedankengängc weiter. Reue lüiwendungsgebiete für den Rückstoß werden gc- ruj)t und darüber hinaus ist die ganze Frage kV« An t riebs ms Rollen ch-kvnimen -Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Aus Natur und Technik. Gegensatz zu vorhin möglichste Tiefenschärfe durch Abblenden geboten. Eine Betonung des natürlichen Standortes der Pflanze kann auch hier in Detracht kommen, aber ebenfalls aus fachlichen und weniger aus stimmungsmähigcn Gründen. Baute an altem Gemäuer, Mauerpfeffer auf Felsen oder Ilmmallungen, Wollgras tm Sumpf, Wafferhahnenfuß oder Frofchlefelkraut in fließendem oder stehendem Gewässer ufw. Der Photofportler. der zugleich Aaturfreund und -fenncr ist, kann damit wichtige Arbeit aus dem Gebiet des Heimatschuhcs und Pflanzenschutzes leisten, indem er gute und kennzeichnende Aufnahmen selten gewordener oder in bestimmten Gegenden schon vom AuSsterben bedrohter Pflanzen und Blumen macht. Schulen, Sammlungen usw »erben daran oft Interesse haben, ebenso Zeitschriften. Auch Bilderwettbewcrbe gibt es für diese Motive oft Für all diese Arten von Blumen- und Blüten- bilbem werden meist nur kurze Momentbclichtun- gen geeignet fein, da Pflanzen oder ihr Hintergrund in der Qlatur fast immer bewegt find Doch kann bei Heller Sonne und hoch- oder höchstcmp- findlicher Platte trotzdem bis in die mittleren Werte abgeblendet werden. Damit ist auch gesagt, daß nicht unbedingt ein sehr teurer Apparat für Dlumenaufnahmen Bedingung ist Dagegen wird Dcrwendu'ig des Stativs nur selten zu entbehren fein, schon wegen der zuverlässigen Scharfeinstellung. Lieberhaupt wird cs sich bei dem. wovon wir reden, allermeist um bedachtsam vorbereitete Aufnahmen handeln, seltener um rasche Schnappschüsse im Lorübergehen Sowohl im Freien als auch daheim können die andern Arten von streng sachlich gesehenen Blumenbildern gemacht werden Sic stellen sich aus Freude am bildnerischen Können der Aatur Themen wie diese- der Stern der Margerite, das Filigran des Schierlings, das Wundergebilde der Rose, die tränenden Herzen der Hcrzblume, die Plastik der Tulpen ober der Schneebälle, die Bizarrerie der Lippenblütler und der Orchideen. . Hierfür wird durchweg ein Photographieren mit ruhigem, neutralem Hintergründe gewählt werden, vielfach in der Aufsicht, damit daS Beabsichtigte stärker zur Geltung kommt. Siele Gruppe von Blumen- oder Blütcnbildern kann überdies auch praktische Bedeutung erlangen, denn sie eignet sich direkt ober indirekt gut als Vorbild für kunstgewerbliche Muster oder weibliche Handarbeiten. Aur der Vollständigkeit halber fei erwähnt, daß Blumen und Blüten gern als schmückende Beigaben zu Personenaufnahmcn verwandt werden, doch muh das mit Geschmack und eigentlich nur im Freien geschehen Das Wendegefühl. Ein neuer menschlicher Sinn. Von prof. Or. E. Everling, Berlin. Seit über dreißig Jahren kann der Menfch fliegen. 3m letzten Zehntel dieser Entwicklung lernte er auch durch Wolken und Bebel, ohne Sicht der Erde, fliegen, aber seit der tausendfachen Zeit trägt er eine bisher nicht erkannte Fähigkeit mit sich, die er erst bei diesem Bebel- flufl richtig verwerten kann Kursänderungen, Kurven, Wendungen, die sonst nicht wahrgenommen werden, durch einfache Kopfbewcgungcn feft- zustetten 3m Allgemeinen orientiert sich der Flieger ja lediglich mit feinen Augen Sa bei geben ihm das Druckgefühl seines „Sitzfleisches" und der GleichgcwichtSsinn im inneren Ohr einen ungefähren 3nhalt dafür, ob er bei einer Kurve die richtige Schräglage hat Das Flugzeug muß sich ja genau wie em Fahrrad oder Auto im Bennen, wie ein Schlittschuhläufer oder ein Eilen- bahnzug in die Kurve legen Dabei wirken die Zentrifugalkraft und die Schwerkraft zusammen, so daß der 3nsasse vermeint, waagerecht zu sitzen, während in einem schnellfahrenden Zuge die benachbarten Häuser und Schornsteine, im Flugzeug Erde urtb Himmel schräg zu stehen scheinen. FÜNEN LAND . Lübeck» rr----- % DÄNE c 7?/, tyir' <: s Rosteck Links: Das Brückenprojekt über den Slorstroni, das an die Stelle der Fährverbindung Masnedö—Dre- hooed zwischen Seeland und Falster treten soll. Oben rechts: Situationsplan für die durch den Brücken- neudau erschlossene Derkehrsoerbindung. Unten rechts: Die geplante Storström-Brücke in ihrer gesamten Ausdehnung. Das dänische Parlament berät ein großes Eisenbahnbrückenprojekt, dessen Unkosten sich auf 75 Millionen Kronen, die auf 9 Jahre verteilt werden sollen, beziffert werden. Der Gesetzentwurf sieht den Bau einer Hochbrücke über den Storström vor, deren Länge mit 3300 Meter die aller anderen europäischen Brücken übertreffen wird Die Brücke soll neben den Eisenbahnlinien auch eine Autostraße ausneh- men, und so die Verbindung auf der Strecke Kopenhagen—Warnemünde bedeutend beschleunigen ilnfcr den an Zahl ständig zunehmenden Bemühungen. den Rückstoß auszunutzcn verdient seine Lösung dieser Frage deshalb besondere Beachtung. weil üe schon in kürzester Zeit den Bc- weis erbringen soll ob sich die an sic geknüpften Hoffnungen erfüllen ober nicht. Ein aus Dänemark stammender Erfinder hat ein Boot gebaut, mit dem er auf Flüssen gute Erfolge erhielte Gr will jetzt damit über den Atlantischen Ozean von Amerika zunächst nach England und dann weiter nach Dänemark fahren. Von der Art biefes Bootes können wir uns am besten einen Begriff machen, wenn wir uns ein Flachboot vorstellen. in daS ein beträchtlich vergrößerter Apparat in der Art der bekannten del- trifchcn Haartrockner eingebaut ist. Ser Haartrockner stößt einen Luftstrom durch ein Bohr hinaus. Sas gleiche getchieht im Boot Das Boot hat unten an seinem flachen Boden drei Kiele und zwilchen ihnen zwei lange Schlitze, also eine Art von Böhren, die von vorne nach hinten führen Siele Schlitze sind dem Ausstoßrohr des Fön zu vergleichen Sie ausgestoßene Luft strömt durch sie aus und entweicht am Heck Durch den Ausstoß wird das Boot in der cntgegcngdehen Bichtung. allo nach vorwärts getrieben und zwar mit beträchtlicher Schnelligkeit Das Probeboot fuhr mit sechs Pferdestärken auf dem Hudson- Fluß. Sas neue, bereits fcrtiggcftcHtc Ozean- boot besteht aus Leichtmetall und ist mit einem zum Antrieb des Föns dienenden Motor von etwa über 100 Pferdestärken ausgerüstet. Der Erfinder hofft damit in weniger als vierundzwanzig Stunden von Amerika nach England zu kommen. Sabel ist eine Drehzahl des Fönrades von 10 000 Umdrehungen in der Minute zugrunde gelegt. Aber auch im Flugzeug will man neue Kräfte nutzbar machen. Hier herrschte lange Zeit ausschließlich der Benzinmotor. Hierauf kam der Schwerölmotor jetzt ist man, vielleicht angeregt durch den Gedanken an die Ausnutzung des Rückstoßes, bei der Turbine angelangt und zwar bei ber Dampfturbin e. 3m ersten Augenblick ntog es merkwürdig anmuten, bah man in ein Flugzeug Dampfkessel unb Dampfmaschinen. wenn auch bie Gestalt ber Dampfturbine. einbauen soll. Sie im Flugzeug arbei- tenben Maschinen sollen bei möglichst geringem Gewicht eine möglichst hohe Leistung ergeben. Sampfkefsel unb Dampfmaschinen können wir uns gar nicht anbcrs als zu schwer für Flugzwecke vorstellen. Lokomotiven, selbst Turbincnlokomo- tiven. im Flugzeug erscheinen uns undenkbar. Der aber ber nunmehr mit ben Vorbereitungen zum Bau eines Sampsturbinenflugzeuges begonnen hat. ist ein alter Flieger, Flugzeug- unb Maschinenbauer. Er ist feit Jahrzehnten auf bi eien Gebieten mit großem Erfolg tätig unb hat sich einen bcbcutcnben Bamen gemacht Das bereits auf Stapel gelegte Flugzeug wirb mit einer Turbine von über 2000 Pferdestärken ausgerüstet werden Es wird sich äußerlich von ben bisher gebrauchten Typen in keiner Weile unterscheiden. Der Kefsel kommt an eine geeignete Stelle des Fahrgestells zu liegen unb wird mit C'elfeuerung verletzen fein. Die Turbinen bieses neuen, von Flugkapitän A. E. Richardson erdachten Flugzeuges werden unmittelbar hinter den beiden Propellern sitzen Große Waffer- vorräte kann man in einem Flugzeug nicht mitführen. Deshalb wirb ber Dampf, nachdem er bie Turbine in Umdrehungen verletzt hat. in eigenen Verdichtern wiederum zu Walser verdichtet, das in ben verhältnismäßig kleinen Kelle! zurück- strömt, um hier von neuem in Dampf vcrwanbelt zu werden. Ser Kreislauf des Dampfes vollzieht lich vollkommen selbständig. Es ist kein Heizer und auch fonst niemand zur Bedienung vorhanden. Alles, was zu tun ist. um die Verbrennung zu regeln und den Dampfdruck puf der richtigen Höhe zu halten und fonst den Betrieb zu einem sicheren zu machen, geschieht vom Führerstande aus. Die Geschwindigkeit des Flugzeugs wird durch Ventile in ben Dampfzuleitungen geregelt. die gleichfalls vom Führersitz aus betätigt werden. Die Turbinen werden aus Leicht- metall hcrgestellt Dadurch wird die hauptsächlichste Forderung erfüllt, um die es fich bei Antrieb handelt nämlich höchste Leistung bei gc- Mittwoch, 25. Mai 1952 Diese Illusion ist schon bann zwingend, wenn man sich ferner Augen bedienen kann, in viel höherem Maße aber beim Bebelflug, wenn man weder ben Horizont noch eine waagerechte Wolkenbank erblickt 'Sann lann der Flieger nicht mehr feftftellen. ob er lich im ungestörten Geradeaus- flug ober, mit richtiger Schräglage, in einer Kurve befinbet. Bei einer solchen ungewollten Kurs- änberung beginnt der Kompaß zu ..laufet»1', so bah man nach seiner Anzeige nicht mehr geradeaus zu steuern vermag Sie Folge ist ein unbeabsichtigtes schräges Abrutschen das bei tiefhängenden Wolken ober Bebelbänken zu Unfällen führen kann Sie hochentwickelte 3nstrumententechnik hat dem Flieger nun eine Beihe von Hilfsmitteln beschert. bie meist auf der Verwendung des Kreisels beruhen unb entweder bie wahre Beigung ober bie Kursänderung anzeigen Gewöhnliche Pendel oder Wasserwaagen sind ja hierzu ebenso wenig brauchbar wie das ..fliegerische Gefühl" dcS Menschen selbst, d h. der bisher bekannte Gleichgewichtssinn. Wie aber, wenn solche Hilfsmittel einmal versagen ober aus irgendeinem Grunde nicht verfügbar fein sollten? Sann hilft dem Flieger eine ne i entdeckte Form des natürlichen Fluggcfühls. Vei meinen Versuchen, sie zu finden und der Flugsicherung dienstbar zu machen, ging ich von der Lieberlegung auS. daß auch der Kopf des Menfchen, nämlich fein Gleichgewichtsgefühl und feine Empfindlichkeit für Verlagerungen des Kopf- inhalteS, die gleiche Kreifclwirkung aufweisen müssen, wie die als Wendezeiger bekannten Meßgeräte. Man braucht zu diesem Zwecke z B nur ein kurzes Hin- und Herwiegen deS Kopfes auszuführen. Wenn dos Flugzeug eine Kurve macht, bat man alsdann etwa die Empfindung, als ob die gegenüberliegende Kabinenwand sich abwechselnd höbe und senke, und zwar hebt sie sich scheinbar, wenn man beispielsweise, in der Rechtskurve den Kops nach rechts bewegt. Das nachfolgende Senken. daS durch ein anschließendes Links- wiegen des Kopses beroorgerufen wird, läßt erkennen, daß es sich hier nur um eine Schem- empfindung handelt Dadurch gewinnt man eine beutlidjc Llnterfcheidung von einer wirklichen Schräglage oder Drehung des Flugzeuge« gegenüber seiner jeweils richtigen Stellung Diese ilebcrlegungen, die man auch auf den kurvenreichen Strecken der Untergrundbahn ober anderer Schnellfahrzeuge bestätigen kann, wurden zuerst in einer drehbaren, völlig verschlossenen Kammer, sodann in einer ganz verhängten Flugzeugkabine an verschieden gearteten Versuchspersonen nach- geprüft. Bach anfänglichen Mißerfolgen gelang es. sehr genaue Angaben nicht nur über die Richtung. sondern auch über die ungefähre Größe der Drehungen nach rechts ober links zu erhalten unb diese vom GeradeauSflug deutlich zu unterscheiden Die so bestätigt» Empfindlichkeit für Wendebewegungen kann durch Uebung gesteigert werden. Es gelang in einigen Fällen ganz langsame Kurven, die bis zu drei Minuten für eine volle Drehung erforderten, vom Geradcausslug zu unterscheiden. 3n der Drchkammer gelangten einzelne Versuchspersönen zu noch höherer Empfindlichkeit bei der Angabe von Drehungen im Gegensatz zum Stillstand. 3m Flugzeug wird man zwar durch Böen und andere Einflüsse der Bewegung im Luftmeer etwas abgelenkt; doch spielt dies beim Fluggewohnten keine Bolle, vielmehr ist im Flugzeug die Empfindlichkeit gerade gegenüber dem seitlichen Wiegen dcs Kopfes höher, weil die Achse der wirklichen Fliigzeugdrchung senkrecht im Baum steht, also die Kopfbcwcgung an verschiedenen Stellen ihrer Bahn wechselnd starke Empfindungen auslöst, da die Drehachse im Verhältnis zum 3nfaffen seitlich schräg steht. Damit ist also eine Fähigkeit des Menschen entdeckt worden, die er zwar bei verschiedenen Gelegenheiten- beobachten kann, die ihm aber erst in ber ungewohnten dritten Dimension, unb aerobe bei bem von ben meisten Flugtieren gc- miebenen Bebelflug ohne Augenverbinbung mit ber Erbe, von wirklichem Butzen ist unb in kritischen Fällen sogar bie Bettung bebrütet! ringftem Gewicht Mit biesem Flugzeug wird eine Frage angeschnitten, die vielleicht in weitem Maße neugcftaltenb auf bie Zukunft bes Flugverkehrs wirken kann Auch bei Schiffen sucht man neue Formen be« Antriebs, von denen man mancherlei Vorteile erhofft. 3m Vordergründe steht gegenwärtig der elektrische Antrieb. Während früher die Maschine unmittelbar auf die Schiffsschraube arbeitete, wird jetzt ein elektrischer Kraftwerk dazwischen geschoben. 3rgcnbeine Maschine treibt die Stromerzeuger an. Der Strom wird dazu verwendet, um Elektromotoren zu speisen, die bie Schrauben in Umdrehungen versetzen. 3e nachdem die im Kraftwerk zum Antrieb der Stromerzeuger verwendete Maschine eine Dampfmaschine ober ein Dieselmotor ist. unterscheidet man dampfelektri- fchen, turbinenelektrischen, dieselelektrischen und eine Beihe sonstiger Arten von Antrieben. Das Bemerkenswerte an bietet ganzen Entwicklung ist. daß man sie anfangs nur für kleinere Schiffe geeignet hielt. 3etzt plötzlich geht man zu immer größeren Leistungen über Auf 17 000 Pfcrbestärken folgten 28 000 unb bald toirb man vor- ausllchtlich von noch größeren Leistungen hören. Dabei geht bie Suche nach neuen Antriebsarten immer weiter. Bor einigen Fahren schlug ber bekannte Physiker George Elaube vor, ben Temperaturunterfchieb zur Kraftcrzeugung auszunutzen, ber in tropischen Gegenden zwischen dem an der Oberfläche des Meeres unb dem in der Tiefe befindlichen Wasfcr herrscht. Ein anderer bekannter Physiker. Bikola Tesla, hat dielen Gedanken weiter ausgebaut. Er hat ein Schiff entworfen, bei bem Unterschiebe der Was'ertemperatur dazu verwertet werden, das Fahrzeug vorwärts au bewegen. Man muß a"ch hier zi/ehen. wie sich dieser Gedanke weiter entwickelt. unb was daraus werden wird. 3ebenfall« muß cs als ein Kennzeichen unserer gegenwärtigen technischen Entwicklung bezeichnet werden, baß man überall an bi« Stelle der alten Antriebe neue Arten zu fetzen verfocht. Wirtschaft. Weitere Entlastung der p^eichsbank. •Berlin, 25. Mai. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. Mai hat sich in der verflossenen BankwoHe die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 223,4 Millionen auf 3255,6 Mill. Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 211,5 Millionen auf 2797,3 Mill. Mk.. die Bestände an Reichsfchatz- wechseln um 4,7 Mill, auf 1,5 Mill. Mk. und die Lombardbestände um 7,3 auf 95,1 Mill. Mk. ab- genommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen siüd 191,6 Mill. Mk. in die Kassen der Reichsbank zurückgeslossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 183,7 Millionen auf 3739,3 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 7,9 Mill, auf 394,6 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 32,5 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 364,6 Millionen eine Zunahme um 10,6 Millionen Mark. Die Bestände an Gold unddeckungs- fähigenDevisen haben sich um 0,2 Millionen auf 990,9 Mill. Mk. erhöht. Irn einzelnen haben die Bestände an Gold um 4,8 Millionen auf 856,3 Millionen Mark zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 4,6 Mill, auf 134,6 Millionen Mark abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 26,5 Proz. gegen 25,3 Prozent in der Borwoche. Jlur geringe Entlastung des Arbeitsmarktes. Berlin, 24. Mai. (WTB.) Rach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. bis 15. Mai hat sich die F r ü h j a h rs b e l e b u n g des Arbeitsmarktes in der ersten Hälfte des Mai i n langsamem Tempo fortgesetzt. Die Zahl, der Arbeitslosen, die am 15. Mai bei den Arbeitsämtern gemeldet waren, ist mit rund 5675000 nur um rund 64000 geringer als Ende April. Der Gesamtrückgang seit Mitte März beläuft sich damit auf rund 454 000. Die Entlastung geht nach wie vor fast ausschließlich von den Saisonaußenberufen aus und wäre noch stärker zum Ausdruck gekommen, wenn nicht eine Gegenwirkung von einzelnen Produktionszweigen, besonders im Zusammenhang mit der erschwerten Cxportlage, ausgegangen wäre. In der Arbeitslosenversicherung wurden am 15. Mai rund 1 140 000, in der Krisenfürsorge rund 1 633 000 Hauptunterstützungsempfänger gezählt, so daß in beiden Einrichtungen zusammen mehr als 2,75 Millionen Arbeitslose unterstützt wurden. Demgegenüber kann für den gleichen Zeitpunkt die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen auf etwas über zwei Millionen geschäht werden. * • Mansfeld AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Eisleben. Der Aufsichtsratssitzung der MaüsfeldAG. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Cisleben, wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1931 vorgelegt. Der Kupferbergbau und Hüttenbetrieb schließt nach Vereinnahmung von 6 505 670 Mark Reichs- und Staatszuschüssen mit einem Verlust von 4 621 320 Mark ab. Die übrigen Betriebe ergaben einen Gewinn von 101 474 Mark. Die nichtbetriebliche Vermögensverwaltung weist, und zwar in der Hauptsache infolge außerordentlicher Erträge durch Substanzveränderungen, namentlich von Grundbesitz, einen Lieberschuh von 2 444 965 Mark aus. In diesen Ergebnissen sind Abschreibungen in Höhe von 3 455 688 Mk. berücksichtigt, darunter 1 305 000 für den Kupferbergbau und Hüttenbetrieb. Es verbleibt mithin ein Verlust von 2 074 880 (2 171 743) Mark, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. * Vereinigte Glanz st offabriken 21®., Wuppertal-Elberfeld. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, der auf den 21. Juni einzuberufenden Generalversammlung oorzuschlagen, aus dem Iah- resertrag von 4,5 (15,54) Millionen Reichsmark 6,50 (9,60) Millionen Reichsmark abzuschreiben und den sich dadurch ergebenden Verlust von L90 Millionen Reichsmark vorzutragen, so daß der Gesamtverlust- vortrag 7,70 Millionen Reichsmark beträgt. Berlin schwächer und uneinheitlich. Berlin, 25. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Börse eröffnete heute in schwächerer Haltung, was nicht besonders überraschte, da man bereits vormittags damit gerechnet hatte. Aus der Wirtschaft lag eine Reihe ungünstiger Momente vor, die neue Abgaben zur Folge hatten. Einige Abschlüsse ließen erkennen, was an Substanz im letzten Jahre verloren wurde. International hat sich die Lage eher verschlechtert: die finanziellen Schwierigkeiten Oesterreichs, die Krise in LISA, und die mandschurische Frage spitzen sich von Tag zu Tag mehr zu. Die Frage der Stabilität des Dollars steht weiter im Mittelpunkt des Interesses der internationalen Finanzwelt. Demgegenüber vermochte der verhältnismäßig günstige Reichsbankaus- w e i s für die dritte Maiwoche sich kaum auszuwirken. Die Rückgänge betrugen allgemein bis zu 2 v. H. gegen gestern mittag. Lediglich die gestern stärker gedrückten Chadeaktien mit Plus 2 Mark und Salzdetfurth mit plus 17s. sowie Schiffahrtswerte machten Ausnahmen. Bei letzteren regte der Zusammenlegungsbeschluh von nur 3:1, der gegenüber den bisherigen Schätzungen von 10: 3 etwas günstiger ist, leicht an. Im Verlaufe war die Tendenz recht uneinheitlich. Farben konnten sich um 1 v. H. erholen, im übrigen betrugen die Abweichungen nach beiden Seiten etwa 0,5 v. H Kalichemie wurden auf den überraschenden Dividendenausfall zunächst minus-minus, später 3,5 v. H. niedriger notiert. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche,Alt- besitz verloren mehr als 0,5 v. H. Deutsche Renten waren wieder überwiegend schwächer. Reichsschuldbuchforderungen büßten etwa 0,5 v. H. ein .und konnten später etwa die Hälfte dieses Verlustes wieder einholen. Ausländer neigten eher zur Schwäche. Am Geldmarkt war die Tendenz eher weiter etwas steifer, Tagesgeld war unter 5,25 v. H. nicht mehr erhältlich. Monatsgeld blieb unverändert 6 bis 8 v. H. nominell. Stärkste Zurückhaltung in Frankfurt. Frankfurt a.M., 25. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Auch an der heutigen Börse übte man im Hinblick auf die ungeklärte innerpolitische Situation st ärk st e Zurückhaltung. Da auch aus der Wirtschaft keine Anregungen Vorlagen und zu den ersten Kursen erneut etwas Material herauskam, dem infolge der geringen Unter- Hapag. . Hamburg, 24. Mai. (WTB.) Der Aufsichtsrat der H a m b u r g - A m e r i k a - L i n i e beschloß in feiner gestrigen Bilanzsihung, der Generalversammlung vorzuschlagen, nom. 400 200 Mk. im Besitz der Verwaltung befindliche eigene Aktien einzuziehen, den verbleibenden Teil des Stammaktienkapitals von 159 600 000 Mk. in erleichterter Form durch Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis von 3:1 auf 53 200 000 Mk. herabzusehen und die Vorzugsaktien mit 1 370 000 Mark unverändert zu belassen. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist nach Vornahme des vertraglichen Ausgleichs mit dem Norddeutschen Lloyd ein Gesamterträgnis von 20 364153 Mk. auf, dem Handlungsunkosten, Steuern, Sozialaufwendungen und Zinsen von insgesamt 24 980 010 Mk. gegenüberstehen. Reben dem Gesamterträgnis stehen fAner zur Verfügung 125 179 Mk. Gewinn aus eigenen Aktien, 12 778 000 Mk. Liebertrag aus dem Reservefonds, 25 250 000 Mk. Liebertrag der Sonderrücklage, 37 766 943 Mk. Eingang aus amerikanischen Freigaben und 106 400 000 Mk. aus der Kapitalzusammenlegung. Der Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung beträgt somit 177 704 266 Mk. Hiervon sollen für Abschreibungen auf Seeschiffe, Flußdampfer, Grundbesitz und Gebäude, Mobiliar, Geräte, Beteiligungen usw. 153 704 266 Mk. verwendet und mit den restlichen 24 000 000 Mk. eine Spezialreserve gebildet werden. Die Generalversammlung wird auf den 29. Juni einberufen werden. Norddeutscher Lloyd. Bremen, 24. Mai. (WTB.) Der Aufsichtsrat des Rorddeutschen Lloyd, Bremen, beschloß in seiner gestrigen Bilanzsitzung, der Generalversammlung vorzuschlagen, zum Zwecke des Ausgleiches von Wertminderungen im Vermögen der Gesellschaft 11,5 Millionen Mark eigene Aktien einzuziehen, das verbleibende Stammaktienkapital von 148,5 Millionen Mark im Verhältnis von 3:1 auf 49,5 Millionen Mark zusammenzulegen und nom. 3,34 Millionen Mark Vorzugsaktien im Verhältnis 1:1 in neue Stammaktien umzuwandeln. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist nach Vornahme des vertraglichen Ausgleiches mit der Hamburg-Amerika-Ljnie ein Gesamterträgnis von nehmungslust bet Spekulation kaum Aufnahme- neigung gegenüberstand, schwächte sich die -Haltung weiter leicht ab. Der heute erschienene Reichsbankausweis für die dritte Maiwoche, der eine weitere Entlastung auf- toeift, blieb ohne Einfluß, ebenso wie der weitere, wenn auch nur geringe Rückgang der Arbeitslosenziffern. Das Publikum ist weiterhin am Börsengeschäft desinteressiert, dagegen sollen vom Ausland neue Abgaben zur Gutschrift auf Sperrkonto vorgenommen worden sein. Bei denkbar kleinsten Llmsähen eröffneten IG.-Farben 1,25 Prozent niedriger, Schuckert schwächten sich um 1 Prozent, AEG. um 0,5 Prozent und Siemens um etwa 1,5 Prozent ab, während Licht und Kraft mit 62 Prozent behauptet waren. Chadeaktien konnten sich nach ihrer gestrigen Abwärtsbewegung um 3 Mk. erholen. Merklich schwächer lagen Reichsbankanteile mit minus 2 Prozent und am Montanmarkt Mannesmann mit minus 1,9 Prozent. Von Rebenwerten gaben Kunstseideaktien 1 Prozent und Zement Heidelberg 0,5 Prozent nach, während L. Tietz, Scheideanstalt und Schiffahrtspapiere unverändert waren. Am Anleihemarkt verloren Altbesih 0,75 Prozent, Reubesih waren knapp behauptet, ebenso Reichsschuldbuchforderungen. Von Staatsanleihen erschienen 1928er Hessen mit Minus-Minus- Zeichen. ■ Goldpfandhriefe lagen vereinzelt noch etwa 0,25 Prozent niedriger, während Liquidationspfandbriefe kaum verändert waren. Reichsbahnvorzugsaktien gingen um 0,75 Prozent zurück, während Farbenbonds etwas hoher gehandelt wurden. Im Verlaufe nahm die Kulisse kleine Deckungen vor, und die Kurse konnten bei weiter kleinem Geschäft etwa 0,5 bis 1 Prozent onziehen. Tagesgeld war mit 4,25 Prozent unverändert und leicht. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 25. Mai. Es wurden notiert: Weizen 282,50 bis 280 Mark, Roggen 225, Sommergerste für Brauzwecke 200 bis 204, Hafer (inländischer) 172,50 bis 177,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen) 39,25 bis 40,25, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschweizen) 39,25 bis 40, Roggenmehl 28 bis 29,50, Weizenkleie 10, Roggenkleie 10 Mark. — Tendenz: matt. 18 093 509 (im Vorjahre 56 078 098) Mk. aus. Allgemeine Llnkosten, Steuern, soziale Aufwendungen und Zinsen erforderten insgesamt 27 291 236 Mk. (im Vorjahre allgemeine Verwaltungskosten und Steuern 10 487 361 Mk., soziale Aufwendungen 7 108 262 Mk. und Anleihezinsen und 6 Prozent Dividende auf vollgezahlte Vorzugsaktien 5 125 653 Mk.). Durch Eingang der zweiten Rate der amerikanischen Freigabe stehen 24 059164 Mk., durch Gewinn aus der Einziehung eigener Aktien 4 105 622 Mk. und durch Zusammenlegung des restlichen Stammaktienkapitals von 148 500 000 Mk. im Verhältnis 3:1 99 000 000 Mk. zur Verfügung. Hiervon werden für Abschreibungen auf Seedampfer und kleine Fahrzeuge, auf Grundbesitz, Gebäude, Inventar und Anlagen und auf Beteiligungen und Wertpapiere insgesamt 140 517 058 Mk. verwandt (im Vorjahre Abschreibungen auf Seedampfer und Hilfsfahrzeuge 22 443 371 Mk. und auf Grundbesitz, Gebäude, Inventar und Anlagen 1121 450 Mark). Es wird der auf den 28. Juni einzuberufenden Generalversammlung vorgeschlagen werden, den verbleibenden Rest von 24 Millionen Mark angesichts der völlig unübersichtlichen Gesellschaftsentwicklung, die Verluste erwarten läßt, als Sonderreserve zu verwenden. Oberheffen. Kreis -Rinderzuchtverein für Vogelsberger Vieh. **Grünberg, 24. Mal. Am Sonntag hielt der Kreis . Rinderzuchtverein für Vogelsberger Vieh im Kreise Gießen in Grünberg in der Wirtschaft von Karl Böß seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Direktor Tr a u t m a n n , erstattete nach Begrüßungsworten den Jahresbericht. Daraus war zu ersehen, daß die Körungen gegenüber den Vorjahren zurückgegangen sind, was besonders auf die niedrigen Preise für Zuchtvieh zurückzuführen ist. Die Mitglieder wurden aufgefordert, die Zucht nicht aufzugeben und ihre guten Tiere ankören zu lassen, damit sie bei cintretenden besseren Zeiten anderen Züchtervereinigungen gegenüber nicht im Rückstand sind. Gleichzeitig forderte der Vorsitzende die Züchter auf, von der Durchführung der Leistungsprüfungen Die AbschUe der deutschen Großreedemen. mehr Gebrauch zu machen, da nach einer Zusatü» menstellung des Verbandes mitteldeutscher Rotvieh- züchter die Oberhessische Herdbuchgesellschaft mit den Leistungsprüfungen nicht Höchstleistungstiere herangezüchtet, sondern die schlechten Milchtiere ausgemerzt werden. Die Jahresabrechnung erstattete Obersekretär Philipp. Es war hieraus zu ersehen, daß der Verein noch über einen annehmbaren Kasse- bestand verfügt. Als Rechnungsprüfer wurden Bürgermeister S ch o m b e r (Reiskirchen) und Bürgermeister Albert (Oueckborn) gewählt: Da sich bei der Rechnungsprüfung Anstände nicht ergaben, wurde 'dem Rechner einstimmig Entlastung erteilt. Bei der V o r st a n d s w a h l wurde der seitherige Vorstand einstimmig wiedergewählt, und zwar Direktor Trautmann (Grünberg) 1.. Vorsitzender, Heinr. Münster (Hattenrod) 2. Vorsitzender, Obersekretär Philipp (Steinberg) als Rechner und Schriftführer. Unter Punkt „Verschiedenes" wurde die- Abhaltung einer Stallschau in den Bezirken Alten-Buseck- Lollar und Geilshausen-Londorf beschlossen. Als Preisrichter sollen hierbei, der Vorsitzende, Direktor Trautmann, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner und als Züchter Heinr. Münster in Hattenrod Mitwirken. Von verschiedenen Seiten wurde bemängelt, daß den FaselankanfskcMmissionen zum großen Teil keine Züchter und Landwirt? angehören. Es soll beim Kreisamt Gießen beantragt werden, bei den Gemeinden vorstellig zu werden, daß zu den Ankaufskommissionen nur wirkliche Züchter und Sachverständige gewählt werden. Anschließend hielt Veterinärrat Dr. Fuchs (Grünberg) einen lehrreichen Vortrag über die Hautkrankheiten beim Rindvieh, der mit großem Jnkeresse ausgenommen wurde. Brand eines Lastzugautos. < Lauterbach, 24. Mai. Auf der Blitzen- röder Straße, oberhalb der Ortschaft Blihenrod, geriet gestern gegen 16 Llhr die der Freiherrlich Riedeselschen Ziegelei gehörige Zugmaschine, die mit zwei schwerbeladenen Anhängern unterwegs nach Stockhausen war, in Brand und brannte bis auf die Eisenteile aus. Wie Augenzeugen berichten, schoß plötzlich seitlich des Führersitzes eine Stichflamme hoch, die jedenfalls durch einen Denzinrohrbruch ausgelöst wuxde. Der Lastzugführer war geistesgegenwärtig genug, sofort herauszuspringen, so daß er mit dem Schrecken davonkam. Eine haushohe Feuersäule schoß empor, als der 1 4 0 Liter fassende Benzintank Feuer fing. Wegen der unmittelbaren Explosionsgefahr staute sich eine zeitlang der Fuhrwerksverkehr. Hilfsbereite Hände halfen die beiden Anhänger beiseiledrücken, die dann durch den Lastkraftwagen einer anderen Firma an ihren Bestimmungsort abgeschleppt wurden. Kreis Büvingen. nd. Aid da, 24. Mai. Plötzlich starb hier am Sonntagabend der Besitzer eines der größten geschäftlichen Betriebe unserer <5taöt, Metzger- meister und Gastwirt Rudolf Ringshausen. Roch eine halbe Stunde vor seinem Tode bediente er Gäste. Bescheiden begann er sein Gewerbe nach Erwerb der Metzgerei von Karl Roth auf dem Marktplatz und eröffnete, eine Wirtschaft „Zum Schwanen". Rachdem er bei Kriegsende das geräumige Anwesen der Brauerei „Bürgerbräu" gekauft hatte, richtete er darin die Gastwirtschaft „Zur alten Post", eine neuzeitlich aus- geftattete Schlächterei und Wurstfabrik, eine Cis- maschincnanlage und eine größere Apfelweinkelterei ein und erfreute sich eines guten Zuspruchs, weil er allen seinen Betrieben mit großem Eifer und unermüdlichem Fleiß Vorstand. Er stand bei allen, die ihn kannten, in hohem Ansehen. Er hat nur ein Alter von 56 Jahren erreicht. Kreis Alsfeld. ss Grebenau. 24. Mai. In unserem Orte ist feit einigen Tagen die Bautätigkeit rege im Gange. Die drei Wohnhäuser und zwei Scheunen, die im Frühjahr abbrannten, sowie zwei weitere Wohnhäuser und eine Scheune werden errichtet. Daneben kommen noch Anbauten und bauliche Reparaturarbeiten zur Ausführung. Eine ganze Anzahl Geschäftsleute und Arbeiter haben durch diese Belebung der Bautätigkeit für längere Zeit Verdienst gefunden. Preußen. Kreis Wetzlar. e Rauborn, 24. Mai. Pfarrer Sch i ef er- st e i n von hier hat unter dem Titel „Theut « birg“ einen Dreiakter in fünffüßigen Jamben geschrieben, der die Christianisierung unserer Heimat am Ausgang des 8. Jahrhunderts bc< Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter dey Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Franksuri a. Ak. Äerlm Franlkuri a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ITC. Schluß»! 1-ithr» hnrf KurS Schluß- lurs Anfang» Kurs Schlußkurs t»Uhr. Kurs Schluß» i kurs I Ansang» Kurs Schlußkurs 1-llhr» Kurs Schluß»! Anfang» kurs | Kurs 24. Mai 25. Mai Datum 24.5. 25.5. 24.5. 25.5. Datum 24.5 25.5 24.5. 25.5. Datum 24.5. 25.5. 24.5. 25.5. Amtliche Notierung Geld | Dries Amtliche Notierung Geld | Dries HelstngforS . Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Oslo . . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Reuvork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . 8>io de Jan.. Jugoslawien. Lissabon . . ________2fe£ Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not Französische £ Holländische S Italienische 91 Norwegische 9 Deutsch-Leste Rumänische N Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische No 7,123 51,95 12,465 3,057 170,68 77,32 84,42 79,12 15,49 0,998 4,209 58,99 21,63 16,605 82,12 34,67 82,62 1,319 0,321 7,523 14.09 in, 24.Mai Noten . . . en..... n..... n..... oten.... oten.... oten .... toten.... rreich, 4 100 C oten.... oten .... ten..... en. . . . . ten .... 7.137 7.193 7,137 52,05 12,485 3,063 170,97 77,48 84,68 79,28 15,55 1,002 4,217 59,06 21,65 16,645 82,33 34,73 82,78 0,391 0,323 7,437 14,11 Dries 4,22 59,07 84,57 15,51 16,63 171,99 21,67 77,45 ’ 2,51 79,26 82.26 34,67 6% Deutiche Retchranteihe v. 192', 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 &Vi% Doung-Anleibe von 1930 . Deutsche Anl.-Wlös.'Schuld mit Auiloi.-Rechten....... DeSgl. ohne AuSlos.»Rechte . . . 8% Hess. BolkSstaal von 1929 lrüüzahlb. 1Q2%)...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten....... Deutsche komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 1b unkündbar bis 1935 . . . . 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbar vis 1936 Serie 16 . 4y,% Franks. Hyp.-Bank 2tqu- Psondbriese......... 4'/i% Rheinische Hhp.-Bank Liqu. Goldpse........... 8% Pr. LandeSpsandbriesanslalt, Psandbricse R. 19...... 7% Pr. LandeSpsandbriesanslalt, Psandbricse R. 10...... 4% Ocsterreichischc Goldrente . . 4,20% Lcilerreichische Ellberrente 4% Ungarische Goldrente . . . . 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4>/r% desgl. von 1913..... 5% abgest. Goldmexilaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1........... 4% deSgl. Serie II....... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4',4%Mumän.vereinh.Rent?v.i9ie 4"o Rumänische vereinh. Rente 2',^% I. Anatolier...... 61,9 54 38 5 2,95 48 37,5 35,9 71,75 71 77,65 76 71,5 3,65 37,75 2,85 53,5 61,25 54,5 38,13 2,9 35,75 72 7 4,6 5 5,25 „5 3,75 14,5 37,75 2,9 4,4 4,45 2,1 2,3 2,1 4,35 3,8 14,4 Hamburg-Amertla Pater . . . b Hamburg, Südanr. Dampfschiff. 0 Hansa Tampsschiss .....0 Norddeutscher Lloyd.....6 A.G- für Verkehrswesen Akt. . . Berliner HandelSgeseUschast . 8 Sommer», und Privat-Bank. 7 Darmstädter und Nationalbank 8 Deutsche Bank und Dieconto-Gesellschost... 6 Dresdner Bank...... 6 Reichsbank........12 A.E.G............7 Bergmann.........9 Elektr. LteserungSgeseUschast. 10 Licht und fttaft......10 Felten & GuUleaume. ... 6y2 Gescllschast für Elektrische Unternehmungen .... 9 Rheinische Elektrizität .... 9 Schuckert» Co.......11 Siemens L HalSke.....14 LahmeyerLEo.......12 Buderus . .........4 Deutsche Erdöl.......6 Gelsenkirchener.......8 Harpener..........0 Hoesch Eisen. ........6 Ulfe Bergbau.......lf Klöcknerwerke ........ 6 Küln-Neuessen..... . 6¥i Mannesmann-Röhren .... 6 ManSfelder Bergbau ..... 0 ^berschles. KokSwerke .... 8 Phönix Bergbau......4¥i Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl ......... 6 84,5 18,75 34,75 18,75 114,5 22 62 53 74,75 40 37,5 22,75 12,5 17 1 1 1 1 1 1 I I 1 1 52 1 1 S 1 1 ISI 1 1 1 1 1 1 1 । 1 31 1 1 1 1 10,25 ■ 11,4 27J) 114,75 22,13 58,4 62 35,5 49,5 53,5 106,5 73,75 23,5 55,75 39,65 37 24 22,75 36,75 13,25 32 17,25 153,5 37,7» 11.4 12,25 26,25 112,75 21 Ji 58 61,75 49 51,75 104 73,75 23,4 54,9 38,9 37,5 22,75 22,5 35,25 31,13 16,25 153 36 Rtebect Montan......7/2 Vereinigte Stahlwerke .... 4 Ltavi Minen......16'/. Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln . . . io Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. ®. tzarben-Jndustrie... 12 Verein, chem. Industrie Frankfurt a. M........ Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........0 RütgerSwerke........5 Metallgesellschaft.......5 Philipp Holzmann ...... 8 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cementwerk Karlstadt. .... 7 Wayb & Freytag......0 Schultheis Patzenhoser ... 15 Alu «Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Zellstoff Waldhof.....12 Zellstoss Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum.....5 Lrenstein & Koppel.....0 Leonhard Tietz.......8 EvenSka.........15 Chade............ Frankfurter Maschinen . . . . 0 Gritzner..........0 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .6 Süddeutscher Zucker .... 10 83 93 82 127 17 25 38 33 95 iiii Zi2,,।jiiisi iis, ii15f st iiiiii 14 9 82,5 93 144,13 82,5 17,13 25,25 25,25 38 50,25 33,5 33 27,8 22,25 74,75 9,9 28 20,25 51 190 17,25 13,75 9,13 146 80,25 17 26 39 51,75 32,75 31,75. 28,25 73»5 9,9 27,75 21 51,75 9.4 192 - 52,0° 12,48. 3,06. 171,0, 77,4 84,5 " 79,2 15,5 1,00 4,21 59,1 21,6’ 16,64 82,7 34,7 82.7 1,32 0,32 7,43 14.1 3anfno Schilling en 51,95 12,465 3,057 170,63 77,32 84,52 79,12 15,51 0,998 4,209 53,94 21,61 16,605 82,17 • 34,67 82,62 0,339 0,321 7,423 14.09 Geld 4,20 58,83 84,23 15,45 16,57 170,31 21,59 77,15 2,49 73,94 81,94 34,53 Peitf -ttE 800 hier Aveig innung°.;dstak d» gÄ*' L-s-- sSr«* NS stimmen bleibt- ö Qflqc durch le S die letzten beid Dcchnung getragen »ungswahl zun Stelle des vcrstorbew seitherige stellvertte! Darmstadt. mit. S m sitzenden gewählt- Däckermcister Lud Die sahungsgematz l den durch Zurufen Hierauf hielt Syn stadt, einen Dortrc lichc Lage des an Hand von Zahle Zwangsverkäuse uni hcercnd bezeichn großen Aotlage sie gemeinen Crscheinur der Arbeitslosigkeit schastspolitik der 1 Steuerdruck, in der | öffentliche Hand, die Häuser, sowie in bei Allen dielen Erschcii aus, müsse der g e Däckergewerbe überhaupt gelte auf die politischen 9 Zwei ÄlM WSN. Darmskai mittag niehergegangen atvei blühende Men sä 7nlde zwischen Gernstz Brüder, Heinrich u Blitz erschlagen, täubt, jedoch nicht leb schlug ein so große- Männer bequem dar Arbeiter, die sich in de Schaden. Vergleich, uli- Har W@rofj.0e verband @rofj und Gewerbe, ^griffe gegen die k o m m e r von dieser hat jetzt der Einsetzu zugestimmt, das yb bobenen schweren 78 Prüfung der Bücher '"""er Iwaft entscheiden soll Zweit, des Groß-Gers DSÄ. @r ofo.q Off0 6fi Wung zweier < £ L?°rmstäd lOuW1 3U ^uk jungen erle, 5,5 Rill. Mar sieht eine ®!09. Militii ' lEtJTUNG. u Cl atz (Emn erfs N?ore) M handelt und in dieser dichterischen Form ein neueS Stück Heimatforfchung darstellt. Da« Stück soll auf einer Bühne. die im Pfarrhose zu Dauborn errichtet ist, am wachsten Sonntagnachmittag und -abend zur Aufführung kommen. 3n dem Stück find allenthalben die alten Ortsnamen unserer Gegend beibehalten worden. Tagung der hessischen Bäckermeister. WSR Bad-Rauheim. 23. Wai. Unter außerordentlich starker Beteiligung von rund 800 Personen auS allen Teilen Hessens hielt hier am SamStag und Sonntag der Bäcker- innungs-Zweigverband Hessen feinen 13. Berbandstag ab. Die Tagung begann am Samstagnachmittag mit einer GesamtoorstandL s.tzung und einer Sitzung der LchrlingsreserentenAdle sich mit Fragen der Heranbildung eines guten Rachwuchle« bclchäf- tfgtc. Sin Begrüßungsabcnd im Teichhaus schloß sich an. Der Berbandstag sand im großen DorlesungS- saal des Kerckhoss-Institut« statt und wurde Gonntagvormittag vom stellvertretenden Ver- bandSvorsihenden O l b e r t. Darmstadt, eröffnet. Dach den Begrüßungsansprachen wurden zunächst der Geschäfts- und der Kassenbericht, die im Druck Vorlagen, ohne Aussprache einstimmig genehmigt und dem Kassierer und dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Annahme sand ein Antrag, den Verbands ta g 1 933 mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Dotzekt ausfallen zu lassen und stattdessen einen ObAmciftcr- tag abzuhalten. dessen Tagungsort noch zu bestimmen bleibt. Ferner soll der wirtschaftlichen Lage durch Dichterhebung der Beiträge für die letzten beiden Monate dieses 3ahres Rechnung getragen werden. Bei der E r g ä n - zungswahl zum D o r st a n d wurde an Stelle des verstorbenen Vorsitzenden Finger der seitherige stellvertretende Vorsitzende Olbert. Darmstadt, mit Stimmenmehrheit zum ersten Vorsitzenden gewählt. Zum Schristsührer wurde Bäckermeister Ludwig. Darmstadt, bestimmt. Die sahungsgemäß ausscheidenden Beisitzer wurden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Hieraus hielt Syndikus Dr. Maurer, Darmstadt. einen Vortrag über die wirtschaftliche Lage de« Bäckergewerbe«, die er an Hand von Zahlenmaterial über die Konkurse, Zwangsveffkäuse und Offenbarungseide als verheerend bezeichnete. Die Hauptursache der großen Dotlage sieht der Redner in den allgemeinen Erscheinungen der Wirtschaftskrise, in der Arbeitslosigkeit, in einer verfehlten Wirtschaftspolitik der Regierung, einem unerhörten Steuerdruck, in der scharfen Konkurrenz durch die öffentliche Hand, die Konsumvereine und Warenhäuser. sowie in den unproduktiven Soziallasten, Allen dielen Erscheinungen, so führte der Redner au«, müsse der geschlossene Kamps des Bäckergewerbe« und des Handwerk« überhaupt gelten, wobei eine Einflußnahme auf die politischen Parteien unerläßlich sei. Zwei Vrüder vom Blitz getötet. WSR Darmstadt, 24 Mai. Das heute nadj- mittag niedergegangene schwere Gewitter hat zwei blühende Menschenleben gefordert. Auf dein Felde Zwilchen Gernsheim und Hahn wurden zwei B rüder, Heinrich und Philipp Piehler, vom Blitz erschlagen. Ein dritter Bruder wurde betäubt, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Der Blitz schlug ein so großes Loch in das Feld, daß drei Tlänncr bequem dariil stehen können. Andere Landarbeiter, die sich in der Nähe befanden, erlitten keinen Schaden. Vergleich zwischen Handwerk -und Handwerkskammer? WSN. Groß-Gerau, 2-1 Mai. Der Bezirks- verband GroßGerau für Handwerk und Gewerbe, der bekanntlich wegen feiner Angriffe gegen die Hef»fische Handwerkskammer von dieser in Acht und Bann getan wurde, hat jetzt der Einsetzung eines Schiedsgerichts zugestimmt, das über die Stichhaltigkeit der erhobenen schweren Beschuldigungen nach vorheriger Prüfung der Bücher des Handwerkskaminervorstan- des und der Hessischen Handwerker Zentralg^iosien- schäft entscheiden soll. Zweites Todesopfer des ^roß-Gerauer Motorradunglücks. WSD. Groß-Gerau. 2-1. Mai. Der bei dem gestrigen Motorradunglück bei Groß-Gerau schwer verletzte Otto Stier, der seinerzeit wegen Er- schießung zweier Kommunisten .n Groß-Gerau vor dem Darmstädter Gericht stand, ist noch in der Dacht zu heute seinen schweren Vcr- letzungen erlegen. 5z5 Mill. Mark ungedecktes Defizit in Mainz. WSD. Mainz. 24. Mai. 3n einer gemein-' . samen Sitzung des Aeltestenrate« und des Stadt- ratsauSschusfeS für Finanzangelegenhriten erstattete der Oberbürgermeister Bericht über den Voranschlag für 1 932. Der Voranschlag fteßt eine Gesamtausgabe von 37.1 Mill. Mk. vor. Der Zuschußbedars ist mit 19,9 Mill.Mk. angesetzt. 3m Endergebnis beläuft sich der ungedeckte Fehlbetrag für das Haushaltsjahr 1932 auf 5,5 TIilL TI f Es wurde von allen Seiten betont, daß es für die Stadt trotz Durchführung der strengsten Sparmaßnahmen unmöglich ist. bei den ihr zur Verfügung stehenden Einnahmen die durch die ständig sich Dcrgrößembc Erwerbslosigkeit bedingten Lasten zu tragen. Hilfe von Reich und Land sei dringend notwendig. Hahnebüchene Gubmisiionsblüten. WSD. M a i n j, 24. Mai. Die Reichsbahndirel- tion Mainz hatte die Erd-, Maurer- und Betonarbeiten zur teilweisen Freilegung des Tunnel« zwischen Haupt- und Südbahnhof. sowie die Abbruchsarbeiten an der Roten Kaserne und dem Debengebäude im Kafemenhof des ehemaligen 3nfantcrieregimcnt« Dr. 87 im Submisfionsweg zur Vergebung ausgeschrieben Bei der Eröffnung der 71 Angebote ergaben sich beträchtliche Unterschiede in den Angeboten. Das Hoch st angebot einer Firma in Hamm für die Freilegung de« Tunnql« betrug 2 1 2 8 7 2 5 Mark, das Mindestangebot einer Siegener Firma 4 46652 Tta rt Für den Abbruch der Roten Kaserne lautete da« Höchstangebot einer Firma in Gau-AIgesheim auf 14 £8 5 5 Mark, da« Mindestangebot einer Firma in Duisburg-Weiderich auf 10650 Mark Eine Firma in Bürstadt bei Wvrm» bot sich sogar zum kostenlosen Abbruch der Roten Kaserne ohne gegenseitige Vergütung an. Oer Biedenkopfer Kreistag beschlußunfähig. WSD. Biedenkopf. 24. Mai. Der für gestern einberufene Kreistag konnte feine Beratungen nicht aufnehmen, da der nationalsozialistische Abgeordnete sich wegen Krankheit entschuldigt und die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft mitgeteilt hatte, daß sie lau! Fraktionsbefchluß dem Kreistag fernbleibe. Da dieser nicht beschlußfähig war. wurde er von Landrat Eoßmann ’ofort wieder geschloffen. Es soll umgehend eine Sitzung mit verkürzter Ladefrist. in welcher der Kreistag ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlußfähig fein wird, ein berufen werden SJixfport VfB. Gießen. Eintracht Frankfurt a. ITT. (Cigarc|croc) gegen vsv. Gießen (Ciga) 4:1 (1:1). Die VsBer hatten sich am vergangenen Sonntag als Gegner für die Liga die Ligareferve des süddeutschen Meister« Eintracht Frankfurt a. M. verpflichtet. Die Spielkultur der Gäste, sowie das Können jedes einzelnen ließen erkennen, daß sie im Schatten einer der besten deutschen Fustball- Liaamannschast kärnpsen. Spielaufsassung. Ballbehandlung und Etellungsspiel waren gleichermaßen ausgeprägt. Die Gäste brachten ihren 4 1- Sieg jedoch nicht leichthin zustande, sondern die Grün-Weißen setzten den technisch zweifellos besseren Gästen energischen Widerstand entgegen und zwangen sie zur Hergabe alle« Könnens Durch zwei ®hmetcrbälle errangen die Frankfurter den zahlenmäßig hohen Sieg, nachdem VfB. 1:0 geführt und der 3nnenfturm mehrere Torgelegenheiten frei vor dem Tor au-gelassen hatte. Die Grün-Deißen brachten eS zu einer außerordentlichen Leistung: der beste Mannschaftsteil waren Torwart und Verteidigung, während es im Sturm nicht ganz klappen wollte: die neuen Leute führten sich jedoch sehr gut ein. Die Läuferreihe der Gäste besaß in Goldammer und Kübert Klasse- spieler. Die Mannschasten traten wie folgt an: Eintracht. Pfister, Dölp, Zipp: Kübert, Goldammer. Ankenbränd: Hemmerich, 3ägcr. Mohr. Kron. Gorth — VfB.: Balser: Bingel, Leutheuser: Feuster. Kreß I., Lehrmund: Haupt. Wiedekind. Seibel. Wilhelm. Ritter. Es entwickelte sich vom Anpsiss ein forsches Spiel, das anfangs die Gäste im Vorteil faß Gleich zu Beginn hatte Seibel eine große EHance, aber die gegnerische Verteidigung fuhr dazwischen. G o ld - ammer. der alte Ligakämpe, beherrschte das Feld. Balser, der wieder einen großen Tag hatte, hielt einen Strafstoß sicher. Als Wilhelm in der 17. Minute durch schnelles Ersassen der Situation sür VsB. in Führung gehen konnte, spielte insbesondere der 3nnenfturm besser und svrscher Erst gegen Ende der ersten Halbheit glich Eintracht durch schwachen Schuß über den am Boden liegenden Balser aus. Die zweite Spiel- hälste begann mit einer Schwächeperiode der VsBer. Immer wieder kamen die Gäste vor das VfB-Tor. aber Torwart und Verteidigung leisteten Hervorragendes. Erst durch Hand-Elsmeter kam Eintracht in Führung. VfB. wurde jetzt wieder besser: Balser vereitelte verschiedentlich sichere Sachen der Gäste, aber auch P s i st e r bekam zu tun. Durch ein Ueberraschungstor und einen weiteren Elfmeter konnten die Gäste ihren Sieg sicherstellen. Spv. Heuchelheim I — vsv. (Cigateferot) 1:6 (0:2). Die VsBer konnten die in Heuchelheim erlittene 1 9-Ticbcrlage am Sonntag wieder wettmachen. Die Gäste leisteten in der ersten Spiclhälste heftigen Widerstand, mußten sich jedoch in der zweiten Halbze t dem systemvolleren und technisch reiferen Spiel der VsBer beugen. Das Spiel wurde sicher geleitet und fair ausgetragen. Die A. H.-Mannschast konnte in Marburg gegen die Ä. H.-Mannfchast der Kurhessen einen 6:2-Sicg erringen. Aus beiden Seiten kämpsten ehemalige Ligaspieler. Die VsBer gewannen infolge ihres Kombinationssvieles verdient. Halbzeit-ErgebniS 2:1 für Gießen. Die Zugendmannschasten waren spielfrei. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Ciga) siegt in Weidenau 3:2. Die Spielvereinigung 1 900 weilte am vergangenen Sonntag mit der 1. Cif mit nur 10 Mann in Weidenau a. d. Sieg zum Rückspiel. 1900s Aufstellung lautete: V Schlarb: Zeiler. Jockel: LangSdorf. Lippert. K. Schmidt: Arnold. Wilhelm,. Göbel. Heilmann. 1900 war in technischer und taktischer Beziehung weit überlegen, obwohl der VfB- Weidenau zur Westdeutschen Oberliga gehört und im Bezirk Südwestsalen den 3. Tabellenplatz ein- nimmt. Ueberraschend war wieder da« Kopsspie! der Gießener, worin bei der hohen Spielweife des Gastgebers der Tlittelläufer Lippert besonders brillierte Die Gießener hatten ihren besten Mannschaftsteil in der Läuferreihe und den beiden Verteidigern. 3m Angriff mangelte es oft am erforderlichen Verständnis untereinander, und nur allzu oft fehlte nach schönen Aktionen der fünfte Mann zum erfolgreichen Ab- fchluß. Der Plahveretn spielte ein sehr primitive« Spiel. Obwohl der Mittelläufer S,-' tSff. SW »A sftfe pM-N zrankftrta^ dankt zunächst d. waltung, der er &h°be. Ich des Präsid preußische $0[f' durch seine Will dlshenge Sechs-l lon des chouses lärmende Rufe ."'ei? Amt den !^^tsordnu ö? den Kommur Nationolsozialistei d? Sehmer -W WZ . ^eg(l ,216g b°^echt^ch den hg^tspsl Mitjg^.^ch die J« di? du Ä.einr Qrn?lutUi XS Eröffnung sartü is jai. In den Bahnhofs-Kolonnaden.... KÜCHEN-BLUM Kassenrabatt! Darum auf alle schon gewaltig herabgesetzten Preise nochmals Total-Äiisverkauf ™. Kinder: Konfektion Kaufhaus „Hansa" schließt am Samstag, dem 28. Mai 1952 Die Parole lautet: Auf ins Kaufhaus „Hansa" __________4054 A Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Gieften, den 25. Mai 1932. 03267 Am Montagabend, um 6.30 Uhr. hat Gott meinen lieben Mann, unseren guten Vater Anna Maria Schäfer, geb Schäfer Hans Schäfer, Studienreferendar Maria Schäfer Donnerstag, den 26. Mai, nachmittags um 2 Uhr, versteigere ich zwangsweise gegen Barzahlung im „Löwen", Jleuen- weg 28, dahier: 40580 1 Klavier, 7 Sofas, 2 Chaiselongues, 1 Aadioanlage, 3 Schreibmaschinen, 1 elektrische Haarschneidemaschine, 6 Vertikos, 4 Tische, 3 Grammophone, 3 Glasschranke, 6 Schreibtische, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Mille Zigarren, 1 Musikapparat, 4 Büfetts, 1 Sessel, 1 Trumean- spiegel, 1 Teppich, 10 Stühle, 2 Kommoden, 2 Kleiderschränkc, 1 Bücherschrank, 1 Diwan, 1 Spiegel, 1 Warenschrank, verschiedene Spiclwaren, Christbaumschmuck, verschiedene Besen, Wosch- leinen, 1 Agawagen. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe im versteigerungslokal): 1 Pferd, 1 Kuh, 2 Schweine, 4 Personen wagen (Helios, Opel und Horch), 1 Klo vier, 1 Büfett, 1 Schreibmaschine, 1 Vitrine, 1 Spiegel, 1 Sofa Müll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 I — Telephon 3239 Frische Seefische <£♦ G. Mleirrhenrr Bahnhofstraße 61 4060D Telefon 3866. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 27. Mai. um 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Wissenscnaftiiche Werke öonaergeo.et uer Brühl’schen Druckerei Zwangsversteigerung A Am Mittwoch, dem 29. Juni 1932, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen die nachstehenden, im Grundbuche von Gießen dem Johann Otto Schneider in Gießen, Airma Birkenstock & Schneider in Gießen, zugeschriebcnen Grundstücke 3270D 1. Jlur 1, Vr. 354" - 244 qm hosreite Landgraf-Philipp-Plah 12, 2. Jlur 1, Jlr. 354 " ,on - 78 qm Gras- garten daselbst, zusammen geschätzt auf 42 568 RM., und 3. Jlur 1, Jlr. 354'/m = 235 qm ho freite Landgraf-Philipp-Platz 8, geschätzt auf 33 885 RM , versteigert. Die amtsgerichllichc Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Cinsicht ausgehängt. Gießen, den 25. April 1932. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Herrn Joh.Wilh. Schäfer Kanzleiinspektor im Alter von 60 Jahren plötzlich von uns genommen. Lichtspielhaus Gießen M Heute Mittwoch zum letzten Mal: Dolly Haas - Heinz Rebmann in dem famosen Lustspiel Es wird schon wieder besser. •. Ab morgen Donnerstag: Der»chöm*te und beute aller o 4055 cl seither gezeigten Tauber-Filme I MELODIE DER LIEBE I mit Richard Tauber und seinem Töchterchen Gloria .................-.....'..........."”'“***“ : Mdi Haas, Farmbesitzer Friedel Haas, geb.Hauß Vermählte Oik.onville (Alberta Kanadas, 29 April 1932 , 4045 D Statt Karten. Tel. 3685 4059 D 03255 03264 Gießen (Rordanlage 1), z. Z. Katholisches Schwesternhaus Leopold Löb und Frau Elsbeth, geb. Katzmann Oie glückliche Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an Für die überaus zahlreichen Glückwünsche und Geschenke anläßlich unserer silbernen Hochzeit danken wir allen recht herzlich Franz Meinhardt und Frau „3um Kühlen Grund* Gießen, den 25 Mai 19.32. Suche 200.- RM. kurzfristig, geg. gute Sicherheit. Schritt!. Angebote u. 03262 an den Gieß. An;. EdamerKäse V, Pfund 12 Hcn. Kalbfleisch 3. B. HAUSER, GIESSER AM OS WAL DSCARTEN Wie lange noch wollen wir uns mit diesem alten Monstrum herumärgern. Ewig ist ein solcher Qualm In der Küche. Alles verdreckt, der Herd hat keinen Zug mehr und sparsam in der Feuerung ist er ohnedies nicht. Da muß ein neuer Herd her. So sagte Onkel Mollig. Gehen wir doch ruhig einmal zur Firma Häuser am Oswaldsgarten und sehen uns die neuesten Mo delle von Küchenherden an. Es wird gewiß manches darunter sein, was für uns in Frage kommt und auch dem Geldbeutel nicht zu arg weh tut. ...... . . . . Machen Sie es auch wie Onkel Mollig, geben Sie sich doch einmal einen Ruck und besuchen Sie unsere Ausstellung in Küchenherden und Oefen. Wir laden Sie freundlichst mit Ihrer Frau Gemahlin zu dieser Besichtigung ein. 3661 A Frau Kleirl. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge meines lieben unvergeßlichen Entschlafenen sage ich auf diesem Wege meinen tiefgefühlten Dank. Kinzenbach, den 25 Mai 1932. 03259 Farben-Müller GIESSEN / WEST-ANLAGE 44 StWIWe! Filet Pfund 25 Kabeljau Pfund 20 Neue englische Matjes3 stck 35