ar. 4? Erster Blatt 182. Jahrgang Donnerstag, 25. Zebruar 1952 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Drud unö Verlag: vrihl'lche Uaiversitälr-Vich- mö Steiebrederei H. Lange hi Stetzen. 5chriftleit«Rg und Seschäftrstelle: 5chaltttatze 7. Die Parteien und das Kabinett Brüning ^kungl Annahme »an *QttaOI für die lagesnummer bi» zum Nachmittaq vorher. Preis für l mm HSHe für Anzeigen von 27 mm DreNe örtlich 8, auswärts 10 Neichspjennigi für Re- klameantfigen von 70 mm Drelle 35 Neicklspfenniq, Platzvorfchttfl 20*. mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr. ’Uhlb. Lange. Dera'Uwonlich für Politik Dr. Fr. Will). Lanae; für Feuilleton Or.H.Tdyriöt; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in (kieken. Scharfe Antwort Groeners an Goebbels. — Die Opposition kritisiert die Außenpolitik des Kanzlers. — Wirtschastspartei Dolkskonservative und Christi. Dolksdienst unterstützen auch ferner das Kabinett. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Vie Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch hei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zenlsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. voßscheckfonto: zrontsurt am Main 116M. :W IMS Pur 60 M ,*,08 ihrer flan, ---7 _ 1 I?veschwerä7T7~r~T- jR werden lUTin voll “"trocken mit schall- um senden Inuülliplutn hnrw- ae können unmittelbar nach mchen od. tapeziert werden, bie Angebot. oiist luller, Giefeen, TeL 2332. ferbe-Drucksachen rühl'sche Druckerei n" ?CHACitaag! :8-Orlg.-P«kung mitSKiZ Apotheken. ojv ' Be,lchtm Probt-laHrt« m- **■ H < Berlin SW u ti 64 'M las Pfund. wie gul und US GOLD I Ihnen von Berlin, 24. itcbr. (BDL.) Äci Eröffnung der 2'ßung erklärt Reichstagspräsident Lobe, die Stö sangen in der gestrigen Ätzung gäben ihm Der- enlassung, für den Fall der Wiederholung solcher Storungen die schärfsten Maßnahmen anzuwendcn AeichSwehrmmister Groener: 3n der gestrigen Sitzung hat der Abg. Dr. Goebbels nach Feststellung des ?lflleflen- rales folgendes gesagt: „Sage wer dich lobt, und ich sage dir. wer du bist, filnbenburg, gelobt von der Partei der veserleure." Ich ergreife die (Bell "enheit, wo Dr. Goebbels wieder onwefend ML auf diefes Dort noch einmal einzugehen. Die überwiegende TNeirheit des deutschen Volkes wird es als eine Ungeheuerlichkeit ausfostkn, wenn der oberste Soldat des Krieges, der Sieger von Tannenberg, der TUann, der f i ch freiwillig zu Anfang de» Krieges in den Dien st des Vaterlandes gestellt Hal, der Mann, der diesen Dienst auch dann nicht verlassen hat. als alles zufammenbrach (stürmischer Beifall bei der Mehrheit, lärmende Zurufe bei den Nationalsozialisten), wenn Hindenburg in ir- gendwelche Beziehung mit dem Wort Deserteur gebracht wird. (Ruse bei den Rats.: Das ist nicht geschehen!) Diese Beleidigung, die ein Mann auszusprechen mag«, der selber den Krieg nur vom Hörensagen kennt (lebhaftes fehr richtig! bei der Mehrheit, lär mender Widerspruch bei den Nationalsozialisten), kann zwar der Gröhe der Leistung des General- seldmarschasts ebenso wenig anhaben wie der Verehrung, roddx das deutsche Volk vor seiner Pflichterfüllung in Krieg und Frieden erfüllt. Aber als Mitglied der Beichsrcgierung und als Vertreter der deutfchen Wehrmacht habe ich die Pflicht und den Auftrag, diefe unge'ieuerliche Acuherung des Abg. Goebbels als eine Beleidigung nicht nur des Herrn Reichspräsidenten. sondern des deutschen Volkes zu kennzeichnen (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit: Ruft bei den Rats.: Das stimmt nicht!) und sic aus das schärfste zurückzuweifen. Die Erklärung des Ministers wurde von der Mehrheit mit stürmischem Beifall, von den 3la- ionalfozialisten mit lärmenden Protestrufen ausgenommen. Bon ihnen und den Deutschnationalen vurden Zurufe gegen den Regicrungstisch gerichtet. - - Präsident Lobe erklärte unter dem Beifall der Mehrheit, er weife die Abg. Dr. \?et) (Katt) und Kleiner (Dntl.) wegen dauernder Störung und beleidigender Zurufe aus :>cr Sitzung aus. Die Rationalsozialisten schickten 'ich an, ihrem früher verkündeten Takt gemäß den Saal ,iu verlassen. Sie wurden aber von einzelnen Ihrer Mitglieder zurückgehalten und nahmen nun Zeitungen in die Hand, um ihr Desinteresse an Her Bede zu zeigen. Dazwischen kam es immer triebet zu Zurufen und lautem Gemurmel. Die Frage des Präsidenten Lobe, welcher Abgeord- iwctc soeben den Minister Groener als „typischen Schieber" beschimpft habe, wurde nicht beantwortet. Abg. Or. Breitscheid (Goz): Hindenburg steht nicht aus der politischen Linie der Sozialdemokratie, aber er bietet für die 2usrechterhaltung der Vermissung die Gewähr. Datum stellen ihm die Harzburger und die Äom- iruniften Gegenkandidaten gegenüber. Düsterberg und Thälmann kommen ernsthaft nicht in Frage, srndern fallen unter die Rubrik ..ferner liefen“. (Heiterkeit.) Mir freuen uns. daß als ernsthafter Gegner Hindenburgs Hitler selbst auftreten will. Wir freuen uns. daß Hitler selbst sich bie Riederlage holt und nicht ein Offizier Hit- l-crs. Hitler hat es allerdings noch nicht für nötig »halten, sich um die deutsche Rcichsangehorig- ßtit zu bemühen, so wie es jeder andere Mensch tun muß. Bei ihm langt es zum Gendarmen, aber nicht zum Reichspräsidenten. Die Unruhe in den Reihen der Rattonal- svzialisten hat sich bei diesen Ausführungen verstärkt. Es kommen keine Zwischenrufe, ober, das immer mehr anfchwellende ..Bolksgemurmel erschwert es dem Redner, sich verständlich zu machen. Präsident Lobe erklärt dem nationalfozia- .listischen Abg. Beiter: Ich habe sestgestellt. daß Sie aus einer Reichstagsdruck lache . [aut vorgelesen haben. Das ist ein bewußter Berfuch zur Störung der Derhandlungen und ich schließe Sie deswegen auS der Sitzung aus. Mit dem ausgewiesenen Abg. Vetter zusammen »erlassen die übrigen Rationalsozialisten den Saal. Sie Deutschnationalcn. zuletzt der Abg. Olden- biitz-Ianufchau. schließen sich dem Auszuge der Nationalsozialisten an. Abg. Dr. Breitscheid (Soz.) erörtert bann bc Folgen, die sich aus einem Hitler-Sieg bei b:r Reichspräsidentenwahl für die deutsche Innen- itab Außenpolitik ergeben würden. (Innenpolitisch wurde in einem solchen Falle das Fundament der Weimarer Verfassung zerstört sein. Daran können alle Legalitätsbeteuerungen Hitlers nichts ändern. Da« Reichsgericht hat in seinem Urteil vom 21. Februar 1930 ganz einwandfrei den illegalen Charakter der Rationalfozialistischen Partei festgestellt. Minister Groener und General Schleicher sollten dieses Urteil aufmerksam studieren, ehe sie noch einmal in einem Erlaß den Rationalsozialisten den Eingang in die Reichswehr öffnen. Der Sprecher der Rationalsozialisten, Abg. Straffer, hat den Minister Groener als Mann des Eidbruches und Wortbruche« beschimpst. Er, hat ihn den Mann des Hochverrat- genannt. Wenn Sie. Herr Minister Groener. persönlich daS so leicht nehmen, der Staat kann eS nicht so leicht nehmen (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wir wollen um des Staate- und de« Volkes willen den nationalsozialistischen Faschismus von der Macht fem- halten. De-H iS werden wir sür den Präsidentschaftskandidaten stimmen, der die meiste Aussicht hat. die Mehrheit der Stimmen gegen den Faschi-mu- zu sammeln. Mit der Eisernen Front wollen wir den Abwehrkampf gegen den Faschismus führen nach dem alten Wort Der Gott, der Eifen wachsen lieh, der wollte keine Knechte. Reichswehrminister Groener: Sie (zu den Sozialdemokraten gewandt) unterstellen einen Kurswechsel des Reich-wehr- minifterium«. A n einen Kurswech- s e l denke ich nicht. Der Kurs geht geradeaus zum Wohle des Staates. Ich kenne nur den Weg der Verfassung. Aus diesem Wege bin ich gewillt, die Machtmittel des Staates jw- iigenfall- ohne Zögern und rücksichtslos einaufeben. Mein Standpunkt über Einstellung in die Wehrmacht ist im Grundsatz unverändert. Die praktische Anwendung dieser Grundsätze gebiete t j e h t die Einstellung in die Wehrmacht auch für Angehörige der RSDAP. bei einschneidenden Sicherungen. Ich habe niemals meine Hand zu einem politischen Geschäft auf dem Rücken der Wehrmacht geboten. Die Wehrmacht steht über den Parteien. Vorbedingung für den Eintritt in sie ist derDer - icht aus begliche ZersehungSarbeit. Die hier wiederholt abgegebenen Erklärungen de« Führers der RSDAP. und fein Bekenntnis zur Legalität. erstmals durch den Bruch mit dem radikalen Führer Stennes bargetan, zeigen, daß der Führer der RSDAP. bestrebt ist. illegale Elemente aus seiner Partei au-zujchließen. Das stellen auch die Entscheidungen des Reichsgericht- ausdrücklich fest. Diese Tatsachen haben mich bestimmt. da - Ehrenrecht derLandeSver- teidigungauch den Angehörigen der RSDAP. nicht länger vorzuenthal- t e n. Der Erlaß hat alle Sicherungen getroffen. Wenn etwa Elemente, die nicht in die Reichswehr gehören, sich trotz aller Sicherungen einschleichen sollten, so wird der gesunde Körper der Wehrmacht sie auSscheiden. Die Befürchtung, daß die Reichswehr pol it schen Einflüssen au-geliefert wird, ist grundlos. Ein Reichswehrminister zerschlägt nicht die eigene hart geschmiedete Waffe. Abg. Dr. Bolz (Zentr.): 3n der jetzigen schweren Zeit kann nur besonnene, ruhige Arbeit für Volk und Wirtschaft b^m Vaterlande nützen. Die Kritik, die gestern hier m verletzenden Formen sich gezeigt hat, ist daS Gegenteil einer solchen Arbeit. Es war nur Kritik ohne Rücklicht auf nationale Würde und ohne einen Vorschlag für bessere Lösungen. Diese Kritik sollte ihre Gre c da finden, wo das nationale Interesse geschädigt wird. Ihre Kritik (zu den Rationalfozialisten) ist grenzenlos, gewissenlos, rein negativ ohne Inhalt. ist nichts als Verhetzung. Vergiftung. Zerstörung^ Während die Aufgaben der Stellung des Reichspräsidenten gerade von der rechten Seite vor sieben Jahren in einer gewissen Üleberparteilichkeit gesehen wurden, tr len jetzt dieselben Kreise daS Amt des Re Präsidenten mit parteipolitischen Di düngen versehen. Man mutet dem Reichspräsidenten von Hindenburg zu. daß er die Regierung Brüning zum Teufel zagt, aber man kann nicht einmal plausible Gründe dafür angeben. Meinungsverschiedenheiten sind zu überwinden, wenn man mit Verantwortungsgefühl an die Aufgabe herangeht und wenn man den ehrlichen Willen hat. wirklich aufzubauen und Arbeit zu schaffen. Hier versagen Parteien und Parlament und zwingen die Regierung zu Rotverordnun- gen. Abbau der Löhne. Gehälter und sozialer Leistungen sind sehr bitter für alle Betroffenen und wir wünschen, daß mit diesem Abbau endlich Schluß gemacht wird. Die Sanierung der Finanzen darf gewiß nicht Selbstzweck sein, aber sie ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Sanierung der Wirtschaft. Das ist untere schwerste Ausgabe. Die Regierung hat bewiesen, daß fie den Mut hat. einzugreisen. Der Eingriff in die Zinsenfrage, in die Mieten, in den Abbau der DebäudeentschuldungSsteuer und jetzt I dieses zweite Sanierungswerk der zusammenge- I brochenen Großbanken sind doch Leistungen, die man nicht einsach abftreiten kann: eS sind notwendige Etappen auf dem Wege der Gesundung unserer Wirtschaft. Das Volk verlang! aber Ausschluß und Klarheit. Deshalb bitte ich den Kanzler, seine Maßnahmen dem Volke so darzuslellen, daß es sieht, ob ihm ein Hoffnungsstrahl winkt. Auch in der Rotzeit brauchen wir toirt- schas11 iche Freiheit. Wir sind unfrei geworden durch die Wirtschaftspolitik der anderen um un- herum. Das Ziel einer gefunden Wirtschaftspolitik darf nicht fein die möglichst rasche Steigerung de- Reichtum« und bet Lebenshaltung, mehr wert ist die Beständigkeit und die Gleichmäßigkeit unserer Wirtschaft und die Sicherung gegen die ständig drohende Ärifenge» fahr. Darum darf nicht etnfeitig die Erportwirt- schaft bevorzugt werden, sondern wir müssen nach Möglichkeit unseren Binnenmarkt ft ä r - ke n. Wir brauchen vor allem eine Einschränkung der Einfuhr au- dem Auslande DaS bedeutet nicht Autarkie: denn Autarkie ist Atopie. Wir bedürsen auch einet anderen inneren Einstellung bei den Handelsvertragsverhandlungen, einer anderen Zielsetzung 3n der Agrarpol i- t i k müssen wir hinsichtlich der Ernährung mindestens unabhängig vom AuSlande werden. Solche Agrarpolitik ist auch die Grundlage einer dauerhaften Siedlung-Politik. Unsere zweite Ausgabe ist die Verhinderung der vrolklarisierung noch weiterer Kreise und Schaffung und möglichste Reubildung und Erweiterung der selbständigen Kreise des Mittel- standcs. Der Mittelstand ist In der Gefahr, die Zinsen, Amortisationen und Steuern nicht mehr aufbringen zu können. Es wird zu prüfen sein, was biet an Erleichterungen geboten werden kann Wir müssen mit der Deflation jetzt Schluß machen, soweit nicht Lreig- niffe und Vorgänge außerhalb unserer eigenen Wirtschaft uns in eine andere Richtung zwingen. Wir möchten auch wünschen, daß Schluß gemacht wird mit dem 3nflation#gcrcbc. Inflation ruiniert jeden Spürsinn und jeden Kredit 3n der Zin - frage ist noch ein weiteres zu tun. Ich bedauere, daß die Rotverordnung nur für zurückliegende Schulden gilt, und daß neue Schuldverhältnisse völlig frei sind in der Höhe der Die ^eichebank muß mit dem Diskontsatz ber untergeben. Die Opposition beschwert sich, daß man ihr nicht einen Anteil an der Regierung gegeben hat. Die Deutschnationalen hatten die Möglichkeit, dabei zu sein. Das Zentrum ist zur Zusammenarbeit mit jeder Partei bereit, die auf dem Boden der Verfassung aufbauende Arbeit leisten will. Wollen daS die Rationalsozialisten? Ihr Programm ist wider- spruchSvol! Einen so geheimnisvollen und dunklen Weg lehnt das Zentrum ab. (Zuruf recht-: Gott sei dank ) Der Druck, der auf unserem Volke liegt wird durch die politische Verhetzung verschärft. Wir müssen fordern, daß der Staat seine Autorität um so stärker zeigt, je mehr die VvlkSmassen verhetzt werden Der Staat wirb mit noch schärferen Mitteln zu greisen müssen. Die nationale Opposition bildet sich schon ein. mit der radikalen Linken den Sturz der Regierung herbeizuführen. Ende dieser Woche soll der erste Sieg ersvchten werden, und am 13. März der zweite Wir haben so viel Der- । trauen zur Besonnenheit in diesem Parlament, zu glauben, daß der erste Sieg ihnen nicht zufällt, und daß der 13. März eine noch schwerere Riede» I Tage für sie sein wird. (Beifall.) Opposition und Außenpolitik. Abg. Dr. Freiherr von Areyfagh- Loringhoven (Dntl.) Bei den Präsidentschaft-Wahlen geht es um die Aufrechterhaltung des heutigen Regimes. So verheerend diese- Dhstem sich innen- und wirtschaftspolitisch ausgewirkt hat. muß es doch vor allem um seiner Außenpolitik willen bekämpft werden. Diese Außenpolitik stellt eine Kette von Mißgriffen und Riederlagen dar, und sie bringt die letzten deutschen Möglichkeiten parteipolitischen Zielen zum Opfer. Das gilt vor allem für die große Aktton des vorigen Jahres. die Zollunion. Das Wiener Protokoll wurde vorzeitig und ungeschickt in unfertiger Form veröffentlicht. Dor dem ersten französischen Widerspruch wich man Aurüd. Als dann die Hoover-Aktion kam. hat Brüning der Sabotage diese- Planes durch Frankreich nicht nur keinen Widerstand geleistet, sondern Frankreich- Isolierung durch seine Rundfunkrede und die Regierung-kundgebung vom 7. Juli wieder beseitigt und Hoover dadurch vor den Kopf gestoßen. Laval hat die Möglichkeit, sich von Hoover freie Hand gegenüber Deutschland geben zu lassen. Angesichts dieser Sachlage hat Brüning dann nicht versucht, im Einvernehmen mit anderen Mächten die Tributfrage aufzurollen. sondern hat unter französischem Druck die Baseler Tributbank a n gern f c n und hat den unS ungünstigen Baseler Bericht annehmen lassen. Es kamen rätselhafte Indiskretionen und die Erklärung, daß Deuttchland keine Tribute mehr zahlen könne. Dadurch erhielt Frankreich die Möglich, feit, die Lausanner Konferenz einfach zu sabotieren. Wenn nun die Konferenz Ende 3uni zusammen tritt, stehen wir unter dem Druck deS Ab- lause- des Hoover-IahreS und befinden unS dadurch in der denkbar ungünstigsten Lage. Auf der Abrüstungskonferenz hat Brüning eine populär-philosophische Rede ohne Säst und Kraft gehalten und hat es Grandi und Apponyi sagen lassen» was Deutschland hätte sagen müllen. Der Reichskanzler hat dadurch den Start der deutschen Vorschläge so ungünstig gestaltet wie nur irgend möglich. Der litauische Putsch bedeutet einen Faustschlag 'ns Gesicht des Deutschen Reiches. Das Auswärtige Amt war gewarnt, Hal aber die Dinge schwimmen lassen. Die Klage in Genf hat zu einem vollen Mißerfolg geführt. Es ist Unendliches im Osten versäumt worden. Der Memel-Fall wird zu einem 5anal für den ganzen Osten. Schon bat Lettland eine Verordnung gegen die deutsche Sprache erlassen und Polen liegt auf der Lauer Durch den russisch-polnischen Richtangriffs- pakt, den das Auswärttge Amt sogar freudig begrüßte, hat Polen die Hände gegen Deutschland frei bekommen. Wir wissen, daß eS Truppen an der deutschen Grenze anfammelt Wir formen damit rechnen, daß es koSbricht. Freilich wird ei keine todzrloic Deute finden Die Welt soll wissen, daß auch ein waffenloses Deutschland mit der Kraft der '-Ikr^incif- lung um sein Dasein ringen wird Im Weltenbrande, der dann entfacht wird, wird Europa zu- grunöe gehen. Aber wir erheben Anklage gegen diese Regierung, die durch Schwache und Ziellosigkeit eS dahin hat kommen lassen. Wir wollen diese- System nicht mehr dulden, das uns immer tiefer in die Knechtschaft hineingefuhrt hat. Der Sturz dieses Shstems ist das Ziel de« Wahlkampfes^ der jetzt beginnt. Es ist die tragische Schuld de- Reichspräsidenten von Hindenburg, daß er diese- System gestützt hat. Abg. Dr. Bredi (Wp.) erklärt: Das Kabinett Brüning sei vom Reichs- Präsidenten von Hindenburg berufen worden a I - ausgesprochenes Rechtskabinett. Einem solchen Kabinett hätten d>e Deut sch - nationalen s i ch anschließen müffen. Wenn Huaenberg da- a b l e h n t e . dann trage er selbst die Schuld an der Entwickelung der Dinge. Die Rechnung auf eine koalitionsmäßige Einbeziehung der Rationalsozia- list en sei doch offenbar undurchführbar. Wenn in He sfen eine solche Koalition nicht möglich war. ja wenn in der Reich^präsidentenkandidatur nicht einmal unter den Angehörigen der Harzburger Front sich eine Einigung mit den Rationalfozialisten erreichen ließ, wie soll da eine Re- gierungskoalitton mit den Rationalfozialisten möglich fein? Die Programmforderungen ber Ra- tionalsvzialisten laufen hinaus auf die Vernichtung deS kapitalistischen Systems und auf die Durchführung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung. Weil die Regierung Brüning eine Partei mit solchen Forderungen nicht in die Regierung mit heineinnehmen will, darum beantragt nicht nur die Deutsch- nationale. sondern auch die D. V.P ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung Brüning. E< ist immerhin interessant, daß die Hereinbringung einer sozialistischen Partei an die Regierung-- macht gerade verlangt wird von dem Abg. Schmid, der innerhalb der DVD. der besondere Vertreter der r h e i n i f ch - w e st f ä l i - schen Schwerindustrie ist. (Hört? Hört') Die Deutschnationalcn haben immer mehr Macht für den Reichspräsidenten verlangt Ihr Verhalten jetzt beweist, daß sie diese Forderung in der Weife auslegen „llnö der König absolut, wenn er unseren Willen tut!“ Der Stahlhelm hat em Mitglied ausgeschlossen. weil es für Hindenburgs Wahl eingetreten ist. Im Organ des Stahlhelms heißt es. der Ausgeschlossene habe durch fein Eintreten für Hindenburgs Wahl das Ansehen deS Stahlhelms geschädigt. Hindenburg ist Ehrenpräsident deS Stahlhelms, aber wer für ihn eintritt, schädigt das Ansehen des Stahlhelms. iHört! Hört!) Eck ist eine Groteske, wenn das Landvolk einen Minister stellt, der die Landvoldxolitik in der Regierung durchsetzt und wenn dennoch da- Landvolk gegen die Regierung stimmt. Bei den weiteren Ausführungen des Redners häufen sich laute Zwischenrufe und Unterbrechungen aus den Reihen der Deutschnationalen und Nationalsozialisten. Vizepräsident Esser erteilt einen Ordnungsruf für die in einem Zwischenruf aufgestellte Behauptung, die Wirtschaftspartei habe sich ihre letzte Abstimmung für die Regierung von der Regierung bezahlen lassen. Abg. Dr. Bredt bezeichnet diese Behauptung als eine Verleumdung, deren Verbreiter sich vor dem Strafrichter verantworten mühten. Rach der Abstimmung habe allerdings ein 2Uif- glied der Wirtschaftspartei, der frühere sächsische Finanzminister Dr. Weber für seine Genossenschaften Hilfe von der Regierung erbeten. Dr. Weber aber sei heute Mitglied der D R v p. (Heiterkeit bei der Wirtschaftspartei.) Ihnen, so wendet sich der Redner weiter an die Rechte, scheint es überhaupt ganz fremdartig vorzukommen, wenn eine Partei ohne jede Gegen lei st ung nur ihrem Gewissen folgend für die Regierung stimmt. Wir folgen nur unserem Gewissen, wenn wir auch jetzt nod) einmal für die Regierung stimmen. (Rufe rechts: Dann werden Ihre Wähler Ihnen davonlaufen!") Glauben Sie etwa, dah wir aus Furcht vor dem Verlust an Wählern anders stimmen werden, als es uns unser Gewissen gebietet? Uns steht das Vaterland über der Partei. Abg.Grasv.Westarp(VolkSkons.) erklärt dem Abg. Dr. Goebbels: „Ich glaube nicht, dah Sie die Absicht hatten, den Reichs- Präsidenten persönlich anzugreifen. Das von dieser Stelle ausgesprochene Wort bleibt aber stehen und wirkt weiter. Irgendwelches Lob oder irgendwelcher Tadel von Deserteuren hat mit dem Ramen Hindenburg nichts zu tun. (Beifall.) Deserteure nenne ich nicht in einem Atemzug mit diesem Mann, der für mich und für das ganze Bolk das Dorbild eiserner Pflichttreue ist, die ihn besonders auch in den schwersten Wirren an seinem Posten im Dienste für das ganze Volk festhielt. (Lebhafter Beifall.) Ich möchte Sie herzlichst bitten: Tun Sie nichts, um aus unferm Volk und unserer Jugend noch herauszureihen den letzten Re st von Ehrfurcht vor der Gröhe einer geschichtlichen Persönlichkei t." (Lebhafter Beifall.) Die Dersicherung des Stahlhelms, er wolle den Wahlkampf mit ritterlichen Waffen führen, sollten doch auch die Rationalsozialisten sich zu eigen machen. Dr. Goebbels sagte zwar, er wolle den Kampf gegen das geltende System führen, tatsächlich war seine Rede aber nicht ein Kampf gegen das System, sondern nur gegen das Brüning-Kabinett. Er will im Rahmen des herrschenden Sy- st e m s mit den Mitteln und Spielregeln dieses Systems das Brüning-Kabinett von der Macht verdrängen und an seiner Stelle selb st die Macht innerhalb des Systems auS- üben. Ich bin im Gegensatz dazu wirklich ein Gegner des parteipolitischen Systems, und ich bedauere, dah es nicht gelungen ist, die Reichspräsidentenwahl aus dem innenpolitischen Streit herauszuheben und dem Ausland vor Augen zu führen, dah das deutsche Volk nicht nur entschlossen, sondern auch geschlossen ist in dem Willen zur Befreiung. Wenn von meinen früheren Freunden und jetzigen Gegnern gesagt wird, Hindenburg habe sie im Stich gelassen, so setze ich dem das persönliche Bekenntnis entgegen: „Ich fühle mich durch Hindenburg nicht im Stich gelassen, und ich lasse ihn nich t im Stichs" (Lebhafter Beifall.) Ab". Or. Weber (Gip.) meint, die Rede des Abg. Dr. Goebbels habe eine schwere Beleidigung des Reichspräsidenten enthalten. Rach einem früheren Antrag der Rationalsozialisten soll die Beleidigung deutscher Heerführer mit Zuchthaus und kör per - licherZüchtigung bestraft werden. Wenn die Rationalsozialisten diesen Antrag zur Abstimmung bringen wollen, so erklärt der Redner, so werde ich im vorliegenden Falle für die körperliche Züchtigung des Herrn Dr. Goebbels stimmen. fSehr gut.) Die Rationalsozialisten verlangen von der Regierung volle Freiheit im Wahlkamvf, aber wir können ein Lied davon singen, welche Freiheit die Rationalsozialisten ihren Gegnern im Wahlkampf zugestehen. Der Redner berichtet dann von blutigen Gewalttaten der Rationalsozialisten im Anschluß an Wahlversammlungen. Der ruhige Bürger Wnne es sich nicht länger gefallen lassen, dah Tag für Tag von den Rationalsozialisten und Kommunisten Bluttaten begangen werden, ohne dah die Gerichte mit der erforderlichen Strenge dagegen vorgehen. Abg. Simpsendörser (Ehr.-Soz.) bedauert daß die Wiederaufstellung Hindenburgs zur Relchsprasidentenwahl nicht zu einem mach-, vollen und gegossenen Bekenntnis des Reichstacs geführt habe. Die Haltung der radikalen Rechten fei geradezu eine Versündigung gegen die nationale üuhreridee und gegen den konservativen Staate- gedanken. Der Volksdienst bekenne sich zu Hinden- burg. der ihm nicht nur der überragende Führer des Wetkrieges sei. Ec sei ihm der gottgeschenkte ■rUJ?rer,mrCr 1" bem hcf€n christlichen und reformato- rischen Glauben wurzelt, unbekümmert von Partei- Meinungen, seinem Volke den Weg zur Einheit und Freiheit weise Das System von 1918 lehne auch der Volksdienst ab; er begrüße es, daß die Regie, rung H-ndenburg dies System überwunden habe. Die tatsächliche Ueberwindung des überspitzten Parlamentarismus müsse möglichst bald verfassunas- rechtlich verankert werden. Dazu sei neben der Er- hohung des Wahlalters vor allem die Erweiterung der Macht des Reichspräsidenten und eine stärkere Äderung der Regierung gegen die wechselnden Faunen der Parteien zu rechnen. Der Volksdienst habe nie einen Zweifel darüber gelassen, daß er die letzige Regierung nur solange unterstützen könne wie der außenpolitische Befreiungskampf mit aller Entschiedenheit geführt werde. Notwendig sei jetzt ein s ch n e l l e s E i n g r e i f e n inderMemel - frage, ebenso wie eine immer wiederholte Stel- lungnahme gegen die Kriegsschuldlüge. Abg. Rosenberg (Rais.) erklärt, bah das außenpolitische System dieses Kabinetts völlig versagt habe. Den Hebelgriffen Polens und Litauens sei nicht mit der nötigen Energie entgegengetreten worden. In der deutschen Gesandtschaft in der litauischen Hauptstadt Kowno seien 30 bis 40 Prozent Ausländer beschäftigt, darunter auch Litauer. Litauer sind auch in großer Zahl in Deutschland eingebürgert worden. Ein sozialdemokratischer Abgeordneter ruft dem Redner zu: »Wo waren Sie von 1918 bis 1922?" Aba. Rosenberg antwortet: »Was Sie damit sagen wollen, ist eine Lüge und außerdem geht es Sie nichts an!" Auf den Zuruf eines anderen Sozialdemokraten antwortet Abg. Rosenberg: »Sie wollen wohl eine Ohrfeige haben?" Präsident Lobe erklärt, er habe den Zurufer zur Ruhe weisen wollen, aber Abg. Rosenberg habe nicht nur einen Abgeordneten der Lüge beschuldigt. sondern einen andern auch mit Ohrfeigen bedroht. Diese Bedrohung sei eine so grobe Ausschreitung, daß dem Redner dos Wort entzogen werden müsse. Diese Erklärung des Präsidenten ruft bei den Rationalsozialisten einen Proteststurm hervor. Da der Lärm andauert, unterbricht der Präsident die Sitzung. Rach fast zweistündiger Unterbrechung eröffnet Präsident Löbe die Sitzung wieder und teilt mit, daß der kommunistische Abg. Heuck den am Präsidententisch nicht verstandenen Zuruf gegen den Abg. Rosenberg gerichtet habe: »Don 1918 bis 1922 waren Sie Agent von Deterding!" (D. ist der Beherrscher des britisch-holländischen, Oelkonzerns.) Er rufe den Abg. £euct deswegen | zur Ordnung. Da Abg. Rosenberg die in der Erregung gegen den Abg. Heuck ausgesprochene Bedrohung zurückgenommen habe, sei auch dieWortentziehungzurückgeno mm c n. Abg. Rosenberg setzt darauf seine außenpolitischen Ausführungen fort. Zwei Kommunisten erhalten Ordnungsrufe, weil sie ihm zurusen: »Es riecht nach Petroleum!" Abg. Rosenberg bespricht dann die gegenwärtige Abrüstungskonferenz und sagt dazu: Auf die unerhörte Provokation Tardieus habe Brüning nur mit einer pazifistischen Fastenpredigt geantwortet, statt der französischen Sicherheitsthese eine deutsche Sicherheitsthese entgegenzustellen. Wenn Frankreich die Abrüstungspflicht leugnet, bann habe es den Versailler Vertrag zerrissen und Deutschland müsse daraus die Konsequenz ziehen. (Beifall rechts.) Hindenburg habe das außenpolitische System der Regierung gestützt. Er sei vor sieben Jahren in schlimmster Weise vom Zentrum und den Sozialdemokraten beschimpft worden, während jetzt dieselben Parteien Hindenburg als Helfer gegen die nationale Front auf den Schild erhoben hätten. Zentrum und Sozialdemokratie ständen heute in einer Front zusammen und würden gemeinsam vernichtet werden. In einigen Monaten werde Brüning dem neuen Reichspräsidenten seine Demission überreichen und dieser neue Reichspräsident werde Adolf Hitler heißen. Die Weiterberatung wird auf Donnerstag vertagt. Amerika drohi mit einer entschiedenen Politik in Ostasien. Oie offene Tür in China. — Ausbau der amerikanischen Zlotie. W a s h-i n g t o n, 24. Febr. (WTB.) Rach einer längeren Konferenz mit Senator Borah übersandte Staatssekretär S tirnson an Borah eine ausführliche Darstellung der Ansicht der amerikanische Remerung über die neueste Entwicklung in China. Rach dieser Darstellung bildet der Reu nm ächtevertrag die rechtliche Grundlage für die Politik der offenen Tür, die 1922 von Japan und den anderen Staaten feierlichst zusammen mit dem Grundsatz der territorialen und regierungs technischen älnabhängigkeit Chinas anerkannt wurde. Der Reunmächtevertrag bildet den Grundstein für Amerikas Politik gegenüber dem Femen Osten sowohl im Interesse des amerikanischen Handels wie im Interesse des großen ch i n e s i s ch e n Volkes, dessen Heimat vor der Gefahr völliger Zerstückelung stand. Außerdem aber war, so fährt das Schreiben fort, der Reun- mächtevertrag ein wesentlicher Bestandteil des übrigen 1922 beschlossenen Vertragswerks und Amerikas Bereitschaft, auf eine führende Stellung im Linienschiffbau und auf Ausbau von Befestigungen in Guam und auf den Philippinen zu verzichten, war u. a. darauf gestützt, daß der Reunmächtevertrag von den übrigen Mächten eingehalten und keine militärische Eroberung auf Kosten Chinas unternommen werde. Wir haben erklärt, daß wir das durch Zwang oder Vertragsverletzung erzielte, neue Abkommen nicht anerkennen werden, und wenn die übrigen Mächte diesem Beispiel folgen, so wird das eine wirksame Schranke gegen die Legalität eines derartigen fait accompli schaffen und wird, wie die Geschichte lehrt, schließlich zur Wiederherstellung der Rechte und Rechtstitel an China führen, die ihm etwa genommen werden sollten. 3n Kreisen des Kongresses wird es warm begrüßt, daß Stirnson in seinem Schreiben an Borah mit solchem Rachdruck betont hat, es sei Amerikas unverrückbarer Entschluß, sich sowohl die offene Tür in ganz China einschließlich der Mandschurei nicht nehmen zu lassen, wiejederVerletzungderchine- sischen Souveränität ihre Anerkennung zu versagen. Die Stimmen der Senatoren, die Japans Vorgehen in Schanghai und in der Mandschurei scharf und bitter verurteilen, haben sich in den letzten Tagen stark vermehrt, und die Regierung hat sich unter dem Druck dieser Stimmung sowohl wie angesichts der Gefahr eines langdauernden Krieges im Fernen Osten nunmehr entschlossen, dem von den Anhängern des Prinzips einer starken amerikanischen Seemacht befürworteten Flottenbauprogramm keine weiteren Schwierigkeiten zu machen. Man erwartet, daß beide Häuser des Kongresses das Bauprogramm, das die Aufrüstung der Kriegsflotte bis zu den im Londoner Pakt festgelegten Grenzen vorfieht, demnächst annehmen werden: dies bedeutet jedoch keineswegs, daß diese Bauten tatsächlich erfolgen werden, denn erstens stellt das Gesetz lediglich eine theoretische Ermächtigung dar, ohne die Mittel dafür zu bewilligen, und zweitens enthält es die Klausel, daß das Programm aufgegeben werden kann, falls sich die Regierung mit anderen Seemächten über eine weitere Begrenzung der F l o 11 e n r ü st u n g e n einigt. Immerhin besteht, da Hoover jetzt feinen prinzipiellen Widerstand gegen das Flottengesetz aufgegeben hat, nunmehr die Möglichkeit, daß der Kongreß im Falle einer bedrohlichen Zuspitzung der Lage in China tatsächlich Mittel für den Flottenbau bewilligt. „Reu Bork Evening Post'^sagt, Stimsons Brief sec '.n Wahrheit nicht an Borah, sondern an 3apan gerichtet gewesen, er deute an, daß, wenn Japan seine Stellung mißbrauche, die Vereinigten Staaten, deren Handel mit dem Fernen Osten tm vergangenen Jahre dem Handel mit Europa beinahe gleichkam, möglicherweise die von der Washingtoner Konferenz festgesetzte Politik aufgeben und eine derartige Kriegsflotte mit derartigen Stützpunkten im Stillen Ozean schaffen werde, daß Japan an einer Beherrschung Chinas und des ungeheuren chinesischen Marktes verhindert werden würde. Die Präsidentenwahl. lieber 3,6 Millionen Einzeichnungen für Hindenburg. Bildung von überparteilichen Wahl- ausschüffcn. Berlin. 24. Febr. (WTB.) Die Hauptge- schästsstelle der Hindenburg-Ausschüsse, Berlin SW 11, Prinz-Albrechtstraße 9, teilt mit: Die organisatorische Vorbereitung der Hindenburg- Wahl hat in den letzten Tagen erhebliche Fortschritte gemacht. Reben den bereits bestehenden Landes- und Provinzialausschüssen sind in allen Teilen des Reiches über 60 neue Wahlausschüsse gebildet worden. Alle Ausschüsse sind wie bisher auf überparteilicher Grundlage unter Teilnahme von Vertretern aller Berufs» und Volksschichten gebildet, so daß der Charakter der „Volkswahl" auch hier beachtet und gewahrt bleibt. Rachdem die Meldungen der an der Einzeichnungsaktion beteiligten Stellen nunmehr zum größten Teil vorliegen, stellt sich die Gesamtzahl der Einzeichnungen für die Volkskandidatur Hinden. ?.rgs auf über 3 630 000. Davon wurden mehr als 3 000 000 Eintragungen von rund 1100 deutschen Zeitungen, die in rund 800 Städten die Einzeichnungslisten zehn Tage lang auslegten, aufgebracht. Lettow- Vordeck für Hmdendurg. EinAniwortschrcibendesReichspräsidenlen Bremen. 24. Febr. ($11.) General v. ßet- tow-Vorbeck. der Verteidiger von Deutsch- Ostafrika, richtete an den Reichspräsidenten ein Schreiben, in dem er u. a. sagt: „Dafür, daß der Herr Feldmarschall sich unbeirrt durch den Streit d e r M e i n u n g e n für die Wahl des Reichspräsidenten dem Vaterland erneut zur Verfügung stellen, bitte ich meinen ehrerbietigsten Dank sagen und der Hoffnung Ausdruck geben zu dürfen, dah auf diese Weise dem Vaterlande die über den Parteien JteJenbe erhalten bleibt. Mit sol- verbinde ich hiermit den Wunsch, daß Euer Exzellenz Mittel und Wege finden mochten, die unsere äußeren Feste In losen und uns innerpolitisch recht bald aus einer auf die Dauer untrag- 5.“2 a 9-c subren, gegen deren Röte wirtschaftszerstörende Bestimmungen, wie sie die Rotverordnung enthalten, im besten Falle nur ganz kurze Zeit tragbar sind." hinter dem 20. Februar antwortete der R e i ch s p r ä s i d e nt: „Sehr geehrter Herr General! Haben Sie vielen Dank für Ihren Brief vom 18. d. Mts., den ich mit großem Interesse gelegen und der mir in dieser schwierigen Zeit besonders wohl getan hat. Daß ich meine letzte Kraft dafür einsehen mochte, die äußeren Fesseln Deutschlands zu lösen und unserem zerrissenen Volk die Einigkeit wie- oeraubringen, habe ich bereits ausgesprochen. Mit Ihnen bin ich der Auffassung, dah ein Teil der Verordnungen, die die harte Rotwendigkeit der Zeit uns auferlegt hat, für Die Sauer nicht tragbar ist und so- bald wie möglich wieder abgebaut werden muh. Wann das der Fall sein wird, laßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Mit nochmaligem Dank für Ihre mir erwiesene Kameradschaft und mit den besten Grüßen bin ich wie stets in treuer Kameradschaft Ihr sehr ergebener gez. von Hindenburg." Oie Kandidatur Hitlers. München, 24. Febr. (CNB.) In seinem Leit- artikel überschrieben „Die Entscheidung" schreibt iiVl l ch? Be ob ach t e r" zur Annahme der Kandidatur für die Relchspräsidentenwahl durch Hitler, die Proklamierung dieser Kandidatur ei nur d>e äußere Demonstration einer zwangsläufigen Entwickelung. Die No- mmierung Hindenburgs entbehre jeder inneren Ge° etzmaßigkeit, sie sei weiter nichts als die Verzweif- lungsaktion eines unorganisch zusammengesetzten politischen Interessenhaufens. Der Feldmarschall habe damit an sich nichts zu tun. Die Nationalsozialisten, seine Gegner von heute, seien die ersten, die den Feldherrn des deutschen Frontheeres vor dem Verdacht in Schutz nehmen, daß die November- männer von einst und Kriegsdienstverweigerer von heute jemals seine Gesinnungsgenossen sein könnten. Nichts kennzeichne die innere Brüchigkeit der „Eisernen Front" mehr wie die Unfähigkeit, aus sich selbst heraus den Führer zu benennen, mit dem sie wagen 'v die Entscheidungsschlacht zu ziehen. Der Entschluß Hitlers, sich zur Wahl zu stellen, sei die Kronungeinessystematischaufgebau- f e n Lebenswerkes. Heute wisse die Wett wieder, daß die Entwickelung in Deutschland im Sinne der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung schicksalhaft weitergehe. Am Ende dieses Schicksalsweges stehe die Machtergreifung Adolf Hitlers als Führer des deutschen Volkes. Die Gauleitung Ostpreußen der NSDAP, verbreitet einen Aufruf, der die Unterschrift des Gauleiters Koch trägt und in dem es u. a. heißt: „Die deutsche Schicksalswende bricht an. Sie wird nicht Halt machen vor Sahm-Ausschüssen, „eisernen Hetzreden" oder „auchnationalen Sonderkandidat u r e n". Die Geschichte wird nicht still- stehen der Deutschnationalen Dolkspartei oder dem Stahlhelm zuliebe. Die nationale Opposition ist endgültig und ausschließlich auf die Nationalsozialisten übergegangen. Es gibt kein Harzb urg m e h r. Die Fronten sind klar. Jetzt gibt es kein Zögern und kein Zandern, alle müssen heran, be- seelt von dem unbändigen Willen, den Sieg an unsere Fahnen zu heften." Hessischer Landtag. Darmstadt, 24. Febr. (WHP.) Präsident Dr. Werner eröffnet die Sitzung um 10.15 Uhr und gibt dem Abg. Ham mann (K.) das Wort zur Begründung seines Mißtrauensantrages gegen den Iustizminister. Der Redner bezeichnet das Urteil des Darmstädter Schwurgerichtes gegen den Groß-Gerauer Nationalsozialisten Stier, der wegen der Erschießung zweier Kommunisten freigesprochen und lediglich wegen Verletzung eines dritten Beteiligten verurteilt wurde, als eine „Provokation der Arbeiterschaft und ein Schandurteil". (Der Redner erhält einen Ordnungsruf.) Abg. Hoffmann (Z.) erklärt, das Zentrum balle Mißtrauensanträge gegen Mitglieder der geschäftsführenden Regierung verfassungsmäßig für unmöglich, und spricht dem Justizminister das Vertrauen aus dafür, daß er die Unabhängigkeit des Richterstandes wahren werde Abg. B e ft (Nats.) hält einen Mißtrauensantrag gegen den Iustizminister wegen eines bestimmten Urteils für sinnlos (hört! hört! links), da die Recht- sprechung durch unabhängige Gerichte ausgeübt werde. Eine irgendwie geartete Einseitigkeit der hessischen Justiz habe man bisher nicht f c ft ft eilen können. (Hört! Hört!) Die Tendenz des kommunistischen Antrages zielt auf Errichtung einer Klassen- und Parteijustiz. Die NSDAP, enthalte sich daher der Stimme, da nur ein geschäftsführendes Ministerium amtiere. (Zuruf: Und Leuschner!) Abg. Z i n n f a n n (S.) spricht über den „scheußlichen Mord des nationalsozialistischen Partei- rnannes Stier tiefen Abscheu der SPD. aus". Das Urteil stelle eine „Prämie für den systematischen Arbeitermord dar". (Ordnungsruf.) Die Sozial- Demokraten enthalten sich der Stimme. Rach weiterer Debatte wird der MHtrauens- antrag gegen den Iustizminister bei Stimment- haltnng aller Parteien von den Kommunisten angenommen. Abg. H a m m a n n (K.) vertritt dann den Antrag auf Einstellung -er Gehalis und Pensionszahlung an al e hessischen Minister. Abg. Dr. B e st (Rats.) erflärt, daß nach nationalsozialistischer Auffassung der Innenminister abberuf cn sei und der nationalsozialistische Antrag auf Einstellung der Gehaltszahlung an den Innenminister daher durchaus logisch fei. Innenminister Leuschner sei verantwortlich für den latenten Bürgerkrieg in Hessen. In der vergangenen Rächt sei in O p p e n h e i m der Rationalsoz. Adolf Schn au s von Angehörigen der „Eisernen Front" zusammengestochen worden. Das Lieberfallkommando von Oppenheim habe auch hier wieder nicht eingegriffen. Staatspräsident Adelung erklärte, die „Abberufung" des Innenministers und der vorliegende Antrag der Rationalsozialisten seien verfassungswidrig: das müsse jeder, der auch nur etwas mit der Juristerei zu tun habe, wissen. Die Regierung werde die Verfassung durchführen. Abg. Maurer (S.) teilt mit, daß auf das Anwesen des sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten St ess an in Oppenheim in der vergangenen Avcht ein Dynamitanschlag verübt worden sei. In der dann begreiflichen Erregung der Bevölkerung habe sich der vom Abg. Best besprochene Vorfall ereignet. (Hört! Hört!) 2)er kommunistische Antrag wird abgelehnt, der nationalsozialistische von Nationalsozialisten und Kommunisten angenommen. Ülbg. Sr. Best (Nats.) erklärt, daß angesichts der Nutzlosigkeit der an die Regierung gerichteten Ersuchen jetzt in einem nationalsozialistischen Gesetzentwurf die Versammlungsfreiheit sichergestellt werden solle. Die Nationalsozialisten verzichteten auf den polizeilichen Versammlungsschutz und erst recht auf die polizeiliche Ueberwachung ihrer Versammlungen. Abg. Widmann (S.) lehnt den nationalsozia- listischen Gesetzentwurf ab, da durch die Sitten der rauhen Kämpfer Hitlers die polizeiliche Ueberwachung der Versammlungen zum Schutze der Bevölkerung notwendig geworden sei. Innenminister Leuschner erklärt, der nationalsozialistische Gesetzentwurf widerspreche der Reichsverfassung und sei gegenstandslos. Die hessische Regierung wird die Bevölkerung aller Schichten vor Angriffen schützen. Auch die Rechtsparteien haben den Schuh der Polizei sehr oft in Anspruch genommen. Dor einigen Tagen hat der nationalsozialistische Gauführer Lenz hier erklärt: „Entweder ergreift die Regierung die entsprechenden Maßnahmen oder es ist zu Ende mit unserer Geduld, und wir fordern bis zur Sicherstellung ausreichenden behördlichen Schuhes unsere Anhänger auf usw." — Wie reimt sich das mit dem jetzigen Antrag zusammen? Der Gesetzentwurf wird mit den Stimmen der Rationalsozialisten und Kommunisten angenommen. folgen die Anträge auf Neuregelung der Abfindung des ehemaligen Großheizegs. (über deren Erledigung im Ausschuß wir ein- gehend berichteten). Abg. Keil (K.) fordert völlige und entschädigungslose Enteignung des ehemaligen Großherzogs und sofortige Annullierung des hessischen Abfindungsvertrages. Finanz mini st erKirnberger weist die kommunistischen Angriffe als sachlich unrichtig Aurücf. Schloß Romrod falle nach dem Tode de- ehemaligen GrvßherzvgS an be» Staat C’i> i»6 treu ^tragencu ^JjAeur Swe»' < n n ö mun t haft fiue W'I i0£. Dsr>». |ü”* »ft WM®» »and. ®IC Don - die Aussichten en nichie. . ii MDepoti lehne den. foziA andererseits aber übergegangenen trag die AbfM Haus gezahlt w hätten, wahrem) grvkherr°glHn orbnung sicherlich kein Anlaß, ein« dungsvertrages i Qlbg. Jung I sozialisten hielte) Regierungsantwl haichele sich um Vertrag, den mc könne. Es wäre grobherzoglichen zeiten gesagt hat Zeit an und sim zu tragen und un hätten wir für fr hoffen, dah die m langen nicht dadr folge der wüsten gen die Fürsten v immerhin grohe - erworben haben, reicht werden tau Der kommunistis gen die Kommunis bei vtimmenthalt. gelehnt und die 2 rung möge mit di lifan tym/es auf gi ten Finanzverhältm Herabsetzung der Li angenommen. Dar in! Oppenheim, Pavillon des 1 sozialdemokratischen san wurde in i Sprengstoffat wüstet. Da sich di wirkte, so wurden die Änneneinrichtun, Polizei und die Een sorschungen nach de doch bisher erf Verhaftungen wurü 9ie Aativna obenb in Ludwigöl lammlung. y °"aus opprnhe i » W«S m XI vpp 2Infa, Mtß Gutes ahne t habend unhlU,Ümmen unö wegen des ( 6? dabei ■ U"°.uz durch c W so dah er ?^den muhte Si '*‘4 tert ®enfun9 be J^tlin, 24 3”S.t tanös Änn,i Und fohr?"««« Sen, fu. lve, den Patient ntli !^onm^s^lliche 193? fr oei Regen .WindiL.SchrMH» ü: 21 bg. Jung fozialisten hielt Ite orbnung sicherlich gesunken leien. Os bestehe daher kein Anlast, eine gütliche Qlenberung des Qlbfin- dunatvertrage« nicht anzustreben (Ratsoz ) Erklärt: Die national» len die Rechtsauffassung in ber Regierungsantwort für durchaus vertretbar. Os handele sich um einen gegenteilig abgeschlossenen Vertrag, den man nicht ohne weiteres ausheben Wteunbpenfiow ! Wdjen ilinifkr. ff.) erklärt, daß nach natio- llung der Snnenm'va'v i und der nastvnaMiali- Mung der Tehalls^Iu-.- : daher durchaus logisch I« mfri verantwortlich lütten in Hessen. 3n der tergangc* penhcim der National; n Angehörigen der.Sisernc- igestochen Worten. >on Oppenheim habe auch hier mindestens um zehn Prozent der Sühe von 1931 gesenkt worden sind bzw deerden. Ferner must zum Ausdruck gebracht Werdern. dast die ortsüblichen Mindestsätze unter- I dritten werden können. »ach vorheriger ausdrücklicher Verständigung mit tvrn Patienten von den obigen Gebührensätzen ab- } weichen. Von den ärztlichen und zahnärztlichen Organi- '>rei zu tun habe, wissen. Pit ■ Nersassung durchführen ) teilt mit, daß auf dar 3n- ratischen Landiagsabg-orönf ipenbeim in der vergangenen (mittag »eriiH wk= eislichen Erregung der Bevei von! Abg. Lest besprochene Sammlung. Der Redner deS Abends, Dr. Roller aus Oppenheim, hörte in Ludwigshöhe von Sem Anschlag auf das Steffansche Anwesen. AIS er nach Oppenheim zurückkam. will er am Bahnhof Ansammlungen bemerkt und, mchtS Gute» ahnend, seine SA.-Leute gewarnt haben. Trotzdem kam eS gegen 23 Uhr *1 Zusammen st osten zwischen SA -Leuten -rnd wegen des Anschlag» aufgeregten Einwoh- reem. Dabei wurde der Rationalsozialist Schnauz durch einen Bauchstich schwer ver - lletzt, so dah er ins Krankenhaus übergeführt werden muhte, öin weiterer Rationalsozialist ist lüicht verletzt worden (Senkung der Arzt« und Zahnarzt- Gebühren. Verl in, 24. Zebr (MTV.) Die Derhandlun» 1! chört!) Antrag ’ urt von ^ationallojialift.'" w die 'Regierung «rjjjW1« J , nationalsoziaM'!^" $ igifrtite'f ß-h-'S'b"« U »** zurück. .Verwahrung legen wir ein gegen die verächtliche Art. in der der Vorredner über den früher regierenden Grohherzvz gesprochen Hot. 0s entspricht der Würde de« Staate« de« früheren Inhabers der Staatshoheit mit Hochachtung zu gedenken, wobei auch nicht verkannt werden kann, dast der früher regierende Groh- herzog ein treuer Verwalter der ihm übertragenen Pflichten war." fLebhos. ter Widerspruch der Kommunisten, Beifall der "briaen Parteien.) Abg Widmann (Sozi verlangt, dast eine den beut'gen Derhällniffen und Umstanden ent- 'prechende Reuregelung erfolgen müsse, die man eigentlich von der Gegenseite her hätte freiwillig anbieten sollen. Im Falle eines negativen Ausganges der gütlichen Verhandlungen müsse die Frage einer neuenDolksabsttm- m u n g geprüft werden. Der Sozialdemokratie lei bekannt, dast finanzielle Unterstützungen aus dem grostherzoglichen Hause in das „Braune Haus" tn Darmstadt flössen. Abg. He i n st a d t (Ztr.) erklärt, die jährlichen Zahlungen an den Großherzog seien keine Rente, sondern die Abtragungsraten der Kapital-Abfindung. Durch Gutachten stehe fest, das» die Rotverordnung auf Kapital- abfindungen nicht onaewendet werden kann. DaS Zentrum warte auf die Entscheidung de« Reichstage« und lehne einen Rechtsbruch ab, doch habe da« Volk angesichts der Geldwertsteigeruna ein moralisches Recht auf eine Erleichterung seiner Lasten. Abg. Böhm (Dnll.) dankt dem Iustizminister für seine Erklärung. Die Frage einer Veränderung de« Geldwerte« halte einer Prüfung nicht stand. Die von der Linken gewählte Taktik mache die Aussichten einer gütlichen Regelung fast zunichte. Abg.Riepoth (IXB.) erklärt, die Volk-Partei lehne den sozialdemokrat. Antrag ab; sie verkenne andererseits aber nicht, dast die auf den Staat übergegangenen Vermögenswerte, au« deren Ertrag die Abfindungen an da« arohherzogliche Haus gezahlt werden, sich inzwischen vermindert hätten, wahrend gleichzeitig die Leistungen des groß herzoglichen Hause« entsprechend der Rotver- gen deS Reichskommissars für Preisüberwachung mit dem Verband der Aertte Deutschlands iHatt- mann-Bund), dem Deutschen Aerztevere.nSbund und dem ReichSverband der Zahnärzte Deutsch- lünd« über die Senkung der Gebühren haben zu encr Vereinbarung geführt, in der es u. a. heißt: Den Berechnungen der Gebühren der Acrzte und Zahnärzte sind die Sätze der lande«rechtlichen Gebührenordnungen zugrunde zu legen. Die Aerzte -ad Zahnärzte werden die verminderte Kaufkraft weitaehendst berücksichti- gic n . sich aber Vorbehalten, in besonderen Fällen N auf , Wtlo.1 Cl,ll ax könne. SS wäre vielleicht eine schöne Geste de» grostherzoglichen Hauses gewesen, wenn e« beizeiten gesagt hätte, wir erkennen die Rot ber 3eit an und sind bereit, dieser Rot Rechnung S tragen und unser Scherflein beizusteuern. Das tten wir für durchaus richtig gehalten. Wir hoffen, dost die nunmehr angeknüpften Derband- ungen nicht dadurch erschwert werden, dast infolge der wüsten Art und Weise, wie hier ge- jen die Fürsten vorgegangen worden ist, die sich mmerhin grobe Verdienste um das hessische Volk kNoorben haben, eine Verständigung nicht erreicht werden kann. Der kommunistifche Enteignungsantrag wird gegen die Kommunisten und den SAP.-Abgeordneten bet Stimmenthaltung der Sozialdemokratie ab* gelehnt und die Ausschustentschließung. die Regierung möge mit der Verwaltung des großherzoa* lichcn Hauses auf gütliche Weise eine den gcschwäch- im Finanzoerhältnisten de» Lande? entsprechende -Herabsetzung der Leistungen zu erreichen versuchen, «mgenommen. ©äs (Sprengstoffattentat in Oppenheim. Oppenheim, 24. Febr. (TU) Der Garten* Äovillon de» hiesigen Reichebannerführers und sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten 61 e f • |a n wurde in der letzten Nacht durch ein spreng st offattentat vollkommen ver* kd ü ft e t. Da sich die Explosion nach der Seile au»- wirkte, so wurden vor allem die Fundamente unb Die Inneneinrichtung stark beschädigt. Die Kriminal* fvlizei und die Gendarmerie haben sofort die Rach* rrschungen nach den Tätern ausgenommen, die je* lad) bisher erfolglos blieben. Verschiedene Äerhostungen wurden oorgcnommen. lr r, n l-- tfSftse Wanfrigtd ^"^rminsstek. «S ? eines dritten i.< k‘ ?"'«■ ($» W“ • ttllärt, da; 9® S-Srn | °Ä' S™'” «Ülnu.Mni,» ■: (Bcridjt ■ f * geartete (Ein- ?nCr3u’t!P3be mir ’ ellen tonnen, (hört! finn' Drages zielt auf LÄr der ctimme, do nur ®iMtenum amtiere. (3uru(; spricht über den,scheut "wnalsozialistischen Partei- ^scheu der SPD. aui'. Das ‘ :ämic für den shstmatilcher. Ordnungsruf.) Dir Sv.ial. sich der Stimme. alle wird der MtrauenS- ^ustizminister bei etimmen!- en von den Äommu« Z men. ■ s (K.) vertritt dann den An- f ab, da durch d Utb(r. SLsehcnilvurfv« $it SÄ>** ■ digunö^ r>ßher^ Aus der provimialbauptstadt Gresten, den 25. Februar 1932. Gemeinsame Schädlingsbekämpfung in den Gießener Obstgärten. Am Dienstag fand im Landwirtschaftlichen Institut eine Versammlung von Grestener Gartenbesitzern statt zu dem Zwecke, wiederum wie hn ror.acn Sabre bet Frage ber gerne infamen Schählingsbekämpfung in den (Siebener Obstgärten näherzutreten Amtsgericht »rat Gro« al« Leiter der Versammlung gab zunächst einen kurzen Bericht über bic Arbeit im letzten Zahre und forderte ttne- terum, trotz der schwierigen VerhältmNe. zur gemeinsamen Arbeit auf Dr Beckcr von der Heffischen Hauptstelle für Pllanzenschuh hielt anschließend einen Lichtbildervortrag über die Schädltnq»vekämv»unq im Obstbau. Gr führte u. a. au«, dost, um die Schäd- ling«bekämpiung richtig zur Wirkung zu bringen, zunächst einige Vorarbeiten erforderlich seien. 2ls solche seien zu nennen da- önHcmcn der ölten Baumruinen als die Brutstätten allerlei Schwächeparasiten, da« Ausputzen und Auslichten der Bäume, weiter wurde darauf aufmerksam aemacht, daß in den meisten Gießener Obstgärten der Stand der Bäume viel w eng sei. Der Winterkampf richte fich in der Hauptsache gegen die äleberwinterungsformen der einzelnen Schädlinge. So wurde auf das Entfernen der Raupennefter, weiter der Fruchtmumien zur Bekämpfung der WoniUa hingewiesen. Als Dinterspritzmittel komme das Karbolineum in Betracht' besonder« hervor geh oben wurde die Bekämpfung der Schildläuse durch das Karbolineum. Gegen eine Reihe von Schädlingen, wie Schorf und Obstmade, wirke jedoch das Karbolineum nicht, und hier müsse der Svmmerkampf mit arsenhaltigen Mitteln ein- setzen. Sehr gut bewährt habe sich hierRosprasit 0. 3n der anschließenden Aussprache wie« zunächst Obstbauinspektor Enk ler nochmal- auf die besondere Bedeutung der Bekämpfung der Zweifchenschildläuse hin und erwähnte, daß auch an anderen Orten die Odftzüchter sich zusammengeschlossen hätten zur gemeinsamen Arbeit. Eine ganze Reihe von Fragen auS der Versammlung wurde dann noch erleDigt Die meisten Besucher entschlossen sich, auch in diesem Jahr ihre Bäume wieder durch die Organisation spritzen zu lassen. GS kann al« ein gutes Resultat de« Abends angesehen werden, daß sich in den ersten beiden Tagen schon weit über 100 Gartenbesitzer zur Teilnahme angemeldet haben. Areiwilliger Arbeitsdienst im Kreise Gießen. 3n guter Zusammenarbeit zwischen dem 3ung- deutschen Orden, dem Arbeitsamt Gießen, der Oberförsterei Gießen und dem Gemeinderat von Staufenberg ist e« — wie man unS berichtet — gelungen, eine Kolonne von 6 0 Mann Im Freiwilligen Arbeitsdienst in dem Gemeindewald Staufenberg einzusehen. Die Arbeit hat am 17. Februar begonnen und wird sich auf die Dauer von 20 Wochen erstrecken. Durch Windbruch waren im Gommer vorigen ZahreS über 40 Morgen Fichtenwald von 70 bis 90- jährigen Bäumen zu Schaden gekommen. DaS Stammbolz ist aufbereitet, und nun sollen die Stöcke beseitigt werden, um diese Fläche wieder neu bepflanzen zu können. Da die Gemeinde 'ehr viele Arbeitslose hat und der Wald heute unrentabel ist, konnte die Gemeinde keine Mittel flüssig machen, um jetzt diese große Fläche wieder zu Reupslanzungen aufnahmefähig zu machen. DieS ist aber im Interesse der Volkswirtschaft dringend nötig. Runmehr ist 60 arbeitswilligen jungen Menschen wieder auf Wochen hinaus eine Beschäftigung gegeben und die Gemeinde ist vor weiteren Schäden an ihrem Walde, die sich sonst unbedingt einstellen würden, bewahrt. Die AroeitSfreiwilligen^ die auS den Orten Staufenberg, TreiS, Mainzlar, Daubringen, Ruttershausen. Alten-Buseck, Klein-Linden u. a. kommen, erhalten auS Mitteln der RcichSanstalt für Arbeitslosenversicherung und auS Reichsmitteln für den Arbeitstag 2 Mark, außerdem von dem gewonnenen Holz noch einige Raummeter als Sondervergütung. Die Gemeinde hat auf den ganzen Anfall von Hol) verzichtet. Auf Vorschlag deS Arbeitsamtes soll er der Winterhilfe der Stadt Gießen zugute kommen. (Stimmungen und Tatsachen in der christlichen Kunst. Die Theologische Fachschaft der Universität hiell am vorigen Freitag ihren letzten Vortragsabend deS Wintersemesters 1931/32 ab. Prof. D. Rudolf Schäfer sprach über daS Thema ,Stimmungen und Tatsachen in der christlichen Kunst". Gr ging zunächst auf die Bedeutung deS Gtimmungsmomentes bei der Betrachtung, wie auch bei der S« 13 unb 15 bis 17 Uhr geössnet. Gleichzeitig sel daraus autmetflam gemacht, bah die neuen Äurte zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen. K.nderpflegerinnen, sowie des Hör- seminar« (einjährige Hau «ha 1 tungsschu le > VIoi»> tag. 11^ April, beginnen. «Siehe heutige Anzeige). Sinbruchsdieb stahl. Der Polizeive- richt meldet 3n der Rächt zum Mittwoch wurde in da« Anwesen der Firn,a Geisse einge- brochen. Die Täter hatten es auf bie in dem -s,ofe_ abgestellte" Kraftwagen abgesehen, deren BehälMiife sämtlich durchwühlt waren Da die Täter von der Sttaße au» nicht direkt in den Hof gelangen konnten, wählten sie ihren Weg durch die Weinertschc Kartonnagensabrik. An diesem Anwesen überstiegen sie da« Hofwr. dran- gen nach Zertrümmerung einer Fensterscheibe in den Sabtrfraum ein und gelangten durch ein auf der Rückseite gelegene« Fenster in den Hos ber Firma Geisse Entwendet wurde, da die Täter in den Kraftwagen nichts vorfanden, aus dem Rückwege aus dem Fabrikraum nut ein Karton mit sechs Rollen weißer, grüner und gelber Totlettenseife. Schöffengericht Gießen. • Gießen 24. Febr. Unter Ausschluß der Oesfentlichkeit wurde gegen einen alten Invaliden wegen Sittlichkeitsverbrechen« verhandelt Er wurde auf Grund seines Geständnisses und der AuSsage mehrerer Zeuginnen in einem Fall zu sechs Monate,i Gefängnis verurteilt und in einem weiteren Fall sreigesprochen. Staatsanwalt und Angellagter erkannten bat Urteil. daS bem Antrag ber ersteren entsprach, alsbald an Ein auswärtiger Arbeiter war angeklagt, in einer Versammlung zu Merkenfritz im Oktober 1931 ben verstorbenen Reichsminister Rathe - nau in Beziehung auf sein Amt nerlcumbct zu haben (Vergehen gegen § 5 Ziffer 3 Repudltk- schutzgesetz). Da ber Angeklagte ohne genügend« Entschuldigung au«blieb, erging VorführungS- defehl gegen ihn Ein früherer Fabrikdirektor von auswärt« hatte in den vergangenen Zähren mehrfach an einen früheren Kollegen und an einen ehemaligen Freund Briefe gerichtet, in denen er unter mehr oder weniger versteckten Drohungen mit ®nt- büHungen aus -deren beruflichen und privaten Leben Geld forderte. Die beiden ließen fich aber nicht einschüchtern, schickten kein Geld unb zeigten schließlich, al« die Briefschreiberei nicht aufhörte, die Sache an. Wegen versuchten Erpressung wurde der Angeklagte antragsgemäß zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Rundfunkprogramm. Freitag, 26. Februar. 720: Früykonzert. 12 05 (Von Berlins Konzert. 13.05 (Don Köln): MittagSkonzert. 17: Alte Tanz- mufifT 18.40* Aerztevortrag: .Vergiftungen und deren ärztliche Behandlung". 19.15. Aus aller Herren Länder: Unterhaltungskonzert be« Philharmonischen Orchester«, Stuttgart. 20,15: Der Strom von Mar Halbe. 21.45: Violinmusik. 22 40 biS 24: Tanzmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 26. Februar. Kapelle de« Alten Ariedhvs«. 18 Uhr Paf- sionSandacht. Pfarrer Lenz. Elifabeth-Kleinkinderschule. 20 Uhr: Passion«, andacht. Pfarrassistent K n e l f. Israelilische Gemeinden. Israelitische Reltgion«gemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). SamStag, 27. Fe- bruat 1932. Vorabend: 5 45 Uhr Morgen«- 9.00 Uhr- Abend«: 6.10 und 6 50 Uhr Gottesdienst der Israelitischen Religionsgesell» schaff, öabbatfeier den 27. Februar 1932 Freitag abend 5.35 Uhr. Samstag vormittag: 8 30 Uhr. nachmittag: 610 Uhr. Sabbatausgang: 6 50 Uhr. — Wochengotte-dienst: morgens 7.00 Uhr, abend« 5 30 Uhr. Wettervoraussage. Wit dem ansteigenden Luftdruck über Deutschland hat sich eine Zufuhr kälterer nordöstlicher Lust eingestellt, die in Rorddeutschland schon bi« zu 6 und 8 Grad Frost brachte, während unser Gebiet und tellwcise Süddeutschland noch Morgentemperaturen über Rull hatten. Auch bei unS wird e« zunächst zu Rachllrost kommen, jedoch steht durch die nördliche Störung, deren Au-läuser wieder weiter südwärts über Skandinavien vorgreisen, eine spätere Abschwächung be« Frostes in Au-licht. Aussichten für Freitag: Rachtfrost. bewölkt mit Aufheiterung, trocken Lufttemperaturen. Am 24. Februar mittag« 5,1 Grad EelsiuS, abends 2.5 Grad. Am 25. Februar morgen« 1,1 Grad. Minimum 5,5 Grad, Minimum 1,0 Grad. Rieberfchläge 0.1 Millimeter. Srdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 24. Februar abenb« minus 0,2 Grab, am 25. Februar morgen« 0,6 Grad Amtliche Winterfportnachrichien Vogelsberg: HoherodSkops: Schneefall, minus 6 Grad, 10 Zentimeter Pulverschnee, Sport- möalichkeit ziemlich aut. Rhön: Wassersuppe: Schneefall, minuS 5 Grad. 10 Zentimeter Pulverschnee, Spott Möglichkeit gut. Schwarzwald: Feldberg: minus 5 Grad, 35 Zentimeter Pulverschnee. Spottmöglichkeit sehr gut. ise RM 0.15-1.00 2 Opel Preise sind schon gesenkt! WWUMTv IVWl4vrV • jetzt von rm 1 8 9 O an, abwerk 3udmat)e Echäser be| >ch°n Dcrhi keiiers biz Gastlichster Hi wule bergest AturWvris 'chen Dorkri „tet Ein QJierk ersten Extr Köpenick in i Velin Testas § Schot SchM-^° jT?» Schotten w bet bcn Dom 2 ^Regierung «Referat willige Noten,2^ schwierige; stühungseoi sanden 'N Eine Entsch LTL werden W i Gedern, vlner?^de! ^nei^ebt 15O2V beginnen Montag, den 11. April. Lichtspielhaus • Gießen 1515 C der neueste und tollste Militär-Tonfilm-Schlager aus der Vorkriegszeit Heute Donnerstag letzter Tag: Felix Bressart ÄIÜSSTIEILILIUNG von Schülerinnen -Arbeiten des Kindergärtnerinnenseminars, der Kinderpflegerinnenschule und des Vorseminars (1jährige Haushaltungsschule) im Fröbel-Semlnar, Gartenstrabe 30 p u. 1. St von Freitag, 26. Febr., bis einschl. Sonntag, 28. Febr., täglich von 11—13 Uhr und 15—17 Uhr. Eintritt 20 Pf. Die neuen Kurse fcur Ausbildung von .Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und der Kinderpflegerinnen sowie des Vorseminars (1jährige Haushaltungsschule) in dem Ton-Lustspiel Der Herr Bürovorsteher Ab Freitag: Schön ist die Manöverzeit Das vorzüglich und prompt wirkende Naturprodukt NEDA-Früchtewürfel gegen Darmträgheit. KT 1T ist die maschinelle Verna ckung i. kasch.Aluminium- 1’l folien zu 1 und 3 Würfel verpackt, welche ein Austrocknen verhindern, Haltbarkeit und Wirksamkeit erhöhen. Erhältlich in Apotheken, Drog. und Reformhäusern, bestimmt zu haben: Kräuterhau* Jung, Schulstraße5: «34V Drogerie W. Kllbinger Nacht.. Seltersweg 69. Ortsgruppe Gießen l^A^e Jugendbund Am Samstag, dem 27. Februar 1932, abends 8/2 Uhr, findet unser Elternabend im Cafe Ebel, Burggraben, statt Deklamationen - Schar-Gesänge Sprech-Chor - Volkstänze Es spricht Gaujugendsekretär Drost, Frankfurt-M. Eltern, Lehrherren, Freunde und Gönner sind herzlich eingeladen / Kein Eintrittsgeld isood Gewerkschaftsbund der Angestellten OffentL Vortrag von Prof. Dr. Messer 150?d über den //Fall Dehn Sametag, den 17* Februar, nachmittags 3 Uhr, in der Aula de« Gymnasiums, Sudanlage. — Eintritt freit Fritz Teigler, Gastwirt Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (An den Bahnhöfen 20). den 24. Februar 1932. Todes-Anzeige. Heute nachmittag l’/c Uhr entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater. Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel 3386 Gewmn« zusammen Merk 1ooo Ziehung bestimmt 29. Februar 1932 Eisenacner Geld-Lotter e zum Heilen de* Thüringer Moieomi Eüenach A. Di.akelmann u Worms Postscheck Frankrurt/M.20060 sowie i. allen furch Plakate kann».Verkaufest zu haben. lose ä 50 PL üoppellQSB ä 1.- 81 .'fachn ?0, Porto und Liste 30 Pfg. mehi 125oo Höchstvewinn au’ ein Donnellor RM. 5ooo riöchstyewinn aut ein Einzello» PM. 25oo lernei Gewinnt » Pf. per Rolle Serie 6 95 Pf. per Rolle 01169 Am 22 Februar entschlief unsere liebe Mutter, Großmutter und Tante im 82. Lebensjahre. 1508 V Se>tersweg. Gießen (Bleichstraße 11), Kiel, den 25. Februar 1932. Die Beerdigung fand in der Stille statt. 01173 wurde. gerufen Heinrich Hochstätter • Brandplatz 1 129V Apotheke. Lichtspielhaus • Gießen Kulturfilmveranstaltung Elegantes Verkäufe Gießen, Neustadt 10. 01167 ie nach Gröhe kam liebiten Mansarden) Näße Südanlage, mögl. mit Zentralheizung. Evtl, auch 2Zimm. m.Küchen- raum. Schriitl. Angebote unter 01164 an den Metz. Anz. Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstraße 7 Sonntag, den 28. 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Einlagen, Wasserball usw. Eintritt: Numerierter Sitzplatz 60 Pf., Stehplatz 40 Pf.; für Mitglieder gegen Ausweis nur im Dorverkauf numerierter Sitzplatz 50 pf., Stehplatz 30 Pf. Vorverkauf: Papierhandlung Ernst Jung, Todes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, die traurige Mitteilung, daß unser lieber treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Heinrich Schäfer VI. heute morgen 6V, Uhr, im Alter von 74 Jahren, nach kurzem, schwerem, mit grober Geduld ertragenem Leiden in ein besseres Jenseits ab- die Königin der Meere beginnend mit dem Bau des Schnelldampfers, der Stapellauf, Reichpräsident von Hindenburg als Taufpate, die erste Probefahrt, dann folgt die Ausreise, Post wird an Bord gebracht, Bootsmanöver, Gepäckübemahme, das große Promenaden- und Sportdeck, ständige Feuerwache, Ladenstraße, Schwimmhalle, Beschleunigung der Seepostbeförderung durch Verwendung eines Katapultflugzeuges, Postsäcke für Amerika. Landung des Flugzeuges in Neuyork. 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Monats-Versammiung am Samstag, 27.2. um 20.30 Ubr im,^HessischenHof" Zahlreich, (rrfttieim erwünscht. 0115a Der Vorstand, Heiterkeit Tie Singstunde am Rreitag fällt aus. Nächste Singstunde am Donnerstag, dem 3. März vünktl. 20.15 Ubr. i„,d Der Vorstand. 26. 2.,20‘/4Uhr: L_J B. R. 20' 3 Uhr: BerH^ isniP Nr. 4? Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Donnerstag, 25. Zebruar (952 Heimatdienst.Tagung in Gießen. IXc Landesabteilung Hessen der Reich-zentrale für Heimatbienft versammelte am Svnmag in Dieken im GafthauS Hindenbura ihre Dertrauensleute und Freunde zu einer Dertretertagnng Der Leiter der Landesabteilung. Herr Oll» wert f Sranffurti. wies eingangs auf bc Rol- Wendigkeit der staatsbürgerlichen Bildung-arbeit lnn. Dann sprach der stellvertretende Leiter der Reichszentrale hir Heimatdienst, Oberregiernngs» tat Dr. Ziegler i Berlin). über .Hekmatdieust und Vaterland" Heimat und Vaterland, so führte der Redner u. a. aus, feien typische Begriffe. Zwar sei dem Heimatsinn eine Schwäche eigen, eine Dinseltig- keit in der Beschränkung auf die engere Heimat, man müsse aber, um diese Schwäche zu überwinden, sich gleichzeitig ein Weltbürgertum gewinnen, wie es Schiller vvrschwebte. Schiller, der Patriot, habe stets ben Glauben an da- Vaterland behalten, Freiherr vom Stein und Ernst Moritz Rrndt seien neben ihm die Sekundanten die Heimat und Daterland in vereinigender Ideo- lvgie erfaßten. Der Rückschlag sei leider nicht ausgeblieben: man verfiel nach ben Befreiungskriegen wieder in die Kleinstaaterei, Inmitten des Kampfes um die Verbindung von Heimat und Daterland müsse man auch des Schwaben Friedrich Liszt gedenken, den ein harte- Schicksal die Arbeit für sein Daterland in diesem Sinne unmöglich machte. Auch DiSmarckS Reich habe noch nicht die ideale Lösung de- Heimat-Vater- landsgedankenS gebracht, erst der Krieg 1914 18 habe drese Idee kräftig fördern können Der Heimatgedanke sei nach dem Kriege besonders im Kampf um die gefährdeten Grenzgebiete lebendig getoorben. Der Kampf habe »um Sieg der deutschen Sache geführt, wenn auch Gewalt und Unrecht die Früchte nicht immer ernten heften. Diese Erfolge seien nicht zuletzt und auch nicht zufällig Erfolge de- Heimatdienste- gewesen. Aus diesem Kampfe um bedrohte Gebiete habe die Reichszentrale ihre Herkunft abgeleitet und in der Folge im Sinne der Heimat gewirkt. Die Reichszentrale für Heimatdienst sehe ihre Ausgabe darin, den Heimatsinn mit dem Vaterland zu verbinden und zwischen Staat und Volk eine Verbindung herzustellen. Der Heimatgedanke sei immer stärker als der Gedanke de- Dater- landes, die DaterlandSliebe müsse ihre Kraft immer wieder aus der Heimatliebe schöpfen, da- Dolk fei mehr alS der Staat, der Staat al- solcher aber doch nicht überflüssig. Die Arbeit gelte der inneren Festigung, der Erhaltung de- DolkStumS. dem Widerstand gegen die feindlichen Kräfte, der jetzt nicht durch einen Frontalangriff. sondern nur durch einen Kampf mit abgewogenen Mitteln gebrochen werden könne. Der Dortrag löste eine lebhafte und eindrucksvolle Aussprache aus. Man sprach über die Möglichkeiten der Schaffung einer breiteren Basis der Reichs zentrale für Heimatdienst, es wurde gefordert, der Jugend im Äreife der Jugend selbst nahezutreten, e- wurden wirtschaftliche Probleme erörtert und die politische Zukunft, in Anerkennung ihrer schicksalhaften Bedeutung für unser Volk eingehend besprochen. Man befaßte sich auch mit den, Gedanken der 'Reichsreform und besprach Ausblicke in die europäische Zukunft im Sinne einer dem .nationalen Uni- versaliSmus" des Frei Herrn vom Stein verwandten geistigen Richtung Am Rachmittag folgte der Dortrag von Professor Dr D e s s a u e r. M d. R . Frankfurt a. M.: ,3m Kamps mit der Wirtschaftskrise-. liniere heutige Rotzeit ist. so führte der Redner u. a aus. keine echte zyklische, sondern eine politische Wirtschaftskrise von internationalem Umfang Die Golds.röme der KricgStribute und Kriegsschulden des Weltkrieges sammelten sich ohne den notwendigen Gegenstrom der Güter in Amerika: aber wahrend der ..Prosperity" entfernte sich die Kredit- und Finanzseite infolge ihre- psychologischen Einschlag- naturgemäß immer weiter von ihrem Gegenpol, den wirtschaftlichen Gütern und Leistungen, so daft das Krisen- feuer im Herbst 1929 in Reuyork aufflammte und an dem politisch und wirtschaftlich aufgewühlten und zerrissenen Boden Europa- reichlich Rahrung fand. Die Spannungen zwischen ungestilltem Güterbedarf und gewaltiger Steigerung der Produktionskräfte. zwischen ruhenden Doldmassen und Millionenheeren von Arbeitslosen in allen Ländern können nicht zum Au-gleich kommen, weil der Dynamik der Wirtschaft da- ebenso notwendige seelische Fundament, da- Der trauen, für da- Zusammenspiel der materiellen Faktoren verlorengegangen ist. Das allgemeine Mihtrauen von Dolk zu Dolk und innerhalb der Völker ist zur Bremse an unserem Wirtschaftsleben geworben und seine Heilung wird sich nicht mit einfachen Wirtschaftsmitteln, wie etwa neuen Geldmethoden u. S , erreichen lassen. Reichskanzler Dr. Brüning bemühte sich, durch gegenseitige Besuche und persönliche Aussprache den leitenden Staatsmännern menschlich näherzukommen. Gewift sind während der notwendigen, allerdings mit Leihkapital genährten Investition-Periode 1923 29 Fehler unterlaufen, aber wir werden nicht alle-, was un- die Gläubigervölker als Derschwcn- dungskosten anrechnen, hinnehmen können: eine spätere Zeit wird gerechter urteilen. Unsere Stellung al- Verhandlungspartner ist besser geworden. und ein Erfolg bei den kommenden Entscheidungen wird mit davon abhängen, ob wir die Wende der Zeit nicht wieder durch eigene Fehler in Frage stellen. 3n seinem Schlußwort behandelte der Redner noch eine größere Anzahl erläuternder Fragen auS der Dersammlung. Kommunalpolitiker-Tagung in Schotten. Schotten, 23. Febr. Im Rathaussaal zu Schotten hielt der KreiSverband Schotten des Hessischen Landgemeinde- tageS unter Leitung seines Vorsitzenden, Bürgermeister Menget. Schotten, eine Tagung ab, an der alle Bürgermeister als Vertreter ihrer Gemeinden teilnaßmen. Dom Kreisamt Schotten wohnten Regierungsrat Schwan und die DerwaltungSinfpektoren Müller und Weber den Derhanblungen bei. Dom Arbeitsamt Gießen war dessen Leiter, RegierungSrat Dr. Du es. erschienen, der ein Referat über die Einrichtung des freiwilligen Arbeitsdienstes erstattete. Die klaren AuSsührungen des Redners über das schwierige Problem der Beschäftiguna der ilnter- stühungsempfänaer, besonder- der Jugendlichen, sanden in der Versammlung größte Beachtung. Eine Entschließung wurde angenommen, bei den zuständigen Stellen aiuurcgcn, daß der Krei- der in den freiwilligen Arbeit-dienft einzuztehenbcn Personen noch erweitert werden möge .und auch die Wohlfahrt-erwerbslosen mit ausgenommen werden sollen Einige Gemeinden des Kreise- «Gebern. Schotten u. a.) haben sich schon zur Einführung de- ArbeifSdienftes entschlossen. Aach sonstige Fragen au» dem Gebiet der Grwerbs- lofenfüdorgc wurden mit dem Herrn Dertreter des Arbeitsamtes Gießen besprochen. Man behandelte alSdann die Strompreissenkung der Provinz, die al- nicht genügend angesehen wurde. In Verbindung mit dem Oberhessischen Landgemeindetag soll insbc- fonbere auf eine Derbilligung beS Tarifs für die» Straßenbeleuchtung hingewirkt werben. Auch die Ermäßigung der Derpflegungs- fähe in der Landes-Heil- und Pflege a n ft a l t fei als zu gering onzusprechen, zumal die von ben Gemeinden zu zahlenden Beträge künftig im voraus gezahlt werden sollen. Auf eine weitere Senkung biefer Sätze foTI hingear- beitet werden Lebhafte Beschwerde wurde über ben hohen Iagdpachtstempel geführt, ben ber Staat als Zuschlag auf die Gemeindejagdpachten erhebt. Die Crgcbniffc der Iagdverpachtungen leiben barunter sehr Der Hessische Landgemeinde tag soll sich für eine Streichung dieses Stempels cin- fetzen Eine Ermäßigung ber Beiträge der Viehbe- fiher zur Entschädigung bei Diehver- lüften nach dem Reichsviehfcuchengesctz soll verlangt werden, dies um In mehr, al- die Dieh- preise einen außerordentlichen Tiefstand erreicht haben. Ein Antrag soll an den Staat bzw. zwecks Weitergabe an den Landgemeindetag eingereicht werben. nach welchem den Gemeinden da- staatliche Losholzgelb bis Martini gestundet werden möge, wie bieS auch sonst bet ben übrigen Holzverkäufen cingefübrt fei. An da- KreiSamt soll ebenso wie an ben Ganb- gemeinbetag eine Eingabe gerichtet werden, bei der StaatSregierung darauf hinzuwirken, daß den Gemeinden baldigst vom Staat der Ausfall an Realsteuern überwiesen wird. Die Gemeinden waren bei dem gegenwärtigen Voranschlag zu einer Senkung von 6 Prozent ber Grundsteuer und 12 Prozent der Gewerbesteuer gezwun- Gießener Gtadttheaier. Carl Zuckmayer: „Ter Hauptmann von Köpenick." Ein Dierteljahrhundert nach dem Erscheinen ber ersten Extrablätter ging die Episode von Köpenick in die Literatur ein, und zwar in doppelter Gestalt: saft gleichzeitig entstanden Die Le- bensgc-schichte des frummbeimgen Schuster- von Wilhelm Schäfer und da- .deutscheMärchen" von Zuckmayer Schäser beschrieb weitausholend den abenteuerlichen Werdegang eineS proletarischen Außenseiters bis zum blamablen Knalleffekt phantastischster Hochstapelei: al- Hintergrund sür das beute vergessene Einzelschicksal entwickelte er das fulturbiftonfdK und sozialkritifche Bild einer deutschen DorkriegSwelt Zuckmayer gestaltete Aehnliches — auf seine Weise. Ihm boten die tatsächlichen Begebenheiten nur den Anlaß zu seinem Stück. .Stoff und Gestalten sind völlig frei behandelt." Ihm war die Senfationöaffärc deS entlassenen Sträflings Wilhelm Voigt Beispiel und Gleichnis, er wollt schildern, wie der unmöglichste Mensch au-Ver- zweislung zu einer Tat getrieben wird, deren folgert^ tiger Ablaus ihn au einer fatalen Weltberühmtheit machen mußte. IHe drei Akte, zu je sieben Szenen, wirken im Aufbau mehr episch alS dramatisch: zwischen dem ersten und dem zweiten Akt liegen zehn Jahre, l'a« Motto stammt au« dem .Rumpelstilzck^n" ber Brüder Grimm: .Rein", sagte der ßtoerg, ► laßt und vom Menschen reden! Etwa- Lebendiges ist mir lieber alS alle Schätze der Welt?" Und die Handlung, welche in einem Potsdamer Unlform- laden beginnt, endet im Berliner Polizeipräsidium am .Aker" mit dem mächtig ausbrechenden Gelächter des Märchenhelden, als er nach der Tat sein wahrhast unmögliches Bild zum ersten Male im Spiegel betrachtet Um seinen Zweck zu erfüllen, tat Zuckmayer ein Zweifaches: er gab die Geschichte diese- Mannes, welche zugleich die motivisch genaue, synthetisch aufgebaute Vorgeschichte seiner Tat bildet. Daneben beschrieb er die mit der Menschenchronik unlöslich und beziehungsvoll verslochtene Geschichte einer Potsdamer Garbeunilorm. welche den Bericht vom falschen Hauptmann exemplarisch macht: ein deutsches Märchen — in der nüchternsten Wirrlichkeitswelt deS alten Preußen Lebenslauf der Uniform: dem Hauptmann von Schlettow wird sie vom Militärschneider angemessen. Aber der Hauptmann wird durch unglückliche Zufälle in eine Skandalaffäre verwickelt und mutz infolgedessen den neuen bunten Rock für immer ausziehen. Der Rock wandert wieder zum Schneider: biefer findet bald einen Liebhaber dafür: den Dr. Obermüller vom Köpenicker Magistrat. welcher gerade zum Referveossizier befördert ist. Als Obermüller, nach Jahren zum gen worden. Der Staat versprach den Gemeinden vollen Ersatz, der aber bis heute noch nicht geleistet ist. y Bei der Unklarheit aller wirtschastlichen Verhältnisse und des Finanzausgleichs können die Gemeinden noch nicht an die Ausstellung der Gemeindevoranschläge für 1 932 heran- Bürgermeister avanciert, eineS TageS zum Kaiser- manöver einrücken muß. ist der Garderock zu eng geworden: der Schneider nimmt ihn als Anzahlung auf die neue Uniform zurück. Die alte, nicht _ mehr festlich anzufehen. darf noch den Manöverball mitmachen, wird dabei heftig mit Sekt begoßen und taucht schließlich in einem Trödlerladen der Berliner Kanonierstrafte wieder aus: dort lauft sie der Schuster, nebst Zubehör, für achtzehn Mark. 3m Schlesischen Bahnhof voll- zieht sich die denkwürdige Verwandlung, im Köpenicker Rathaus beherrscht der Wafsenrvck die Situation und hält gleichermaßen Militär und Zivil in Schach. Am Alexanderplatz, mit Voigts Verhaftung, endet die wechselvolle Laufbahn des bunten RockeS. Ter Sinn dieser Stationenreihe Erhebung bes toten DingeS zum Sinnbild, die Uniform als Macht-Symbol einer Epoche In scharfem Kon- traft und mit tiefer Bedeutung steht der Szene in Köpenick — wo sich der Gaunerstreich kraft der felbstverständlich-unanzweifelbaren Suggcstivk.-a't der Uniform zum Triumph hvchslaplerifcher Frechheit vollendet — jene andere im (Safe Rational gegenüber, wo der rechtmäßige Beßrer des WaffenrockeS. Hauptmann in Zivil, d e garve Ohnmacht des Richtuniformierten bitter an sich erfahren muß. Die Geschichte des Menschen ist die Geschichte eineS Außenseiters, eines Entwurzelten, vom Unglück und vom Pech Derfolgten, des entlaßenen EträllingS. der sich vergeblich feinen Platz in der menschlichen Gemeinschast und der staatlichen Ordnung zurückzuerobem versucht: es ist, kurz gesagt. die Geschichte deS Menschen ohne Papiere, ohne Paß und bürgerliche Legitimation, tm aussichtslosen Kampf mit der bureaukratischen Behörde. Verhängnisvoll-tragikomischer Kreislauf: .Ree. nee. bet is nu 'n Karussell ':t iS nu ne Kaßeemihle. Wenn ick nich jemeldet bin. krieg id keene Arbect. und wenn ick tecne Arbeet habe, ba barf ick mir nich melben." Weil ber Schuster keinen Paß hat, erhält er keine Arbeit in ber Schuhfabrik .Axolotl". In ber .Herberge zur Heimat" kommt ihm abermals zum Bewußtsein, daß ein Mensch ohne Papiere eigentlich gar fein Mensch ist. Um sie sich zu beschaffen, bricht er md PotSbamer Polizeirevier ein, wird geschnappt und fliegt auf zehn Jahre inS Zuchthaus. Dort erhalt er die militärische Vorbildung, die später verhängnisvoll wird. In den starken Szenen mit den HoprechtS. Voigts Schwester und eeßroager in Rixdorf, wird die Entwicklung entscheidend Dorgetrieben. In einem leidenschaftlichen T^srmt mit Dem Schwager gibt sich der Schuster, ein anderer Michael Kohlhaas. Rechenschaft über 'eine hoffnungslose Situation — nach dem Emv- fang deS Ausweisungsbefehls — und versucht feine im Folgenden schnell zur Katastrophe treibende Handlungsweise zu rechtfertigen. Die eigentliche Pointe kornml überraschend ganz zuletzt... mit den Worten des jovialen Kriminalgehen. Rach einer neuen Steuerverordnung haben die Gemeinden daS Recht, zweimonatige Vorauszahlungen in Höhe je eineS Sechstels zu erheben. Es soll ein Protest an die maßgebenden Stellen geleitet werden, der sich gegen den Abzug des Krisenanteils der Gemein den an den direkter-: »Da haben die Teltower ja noch mal ShUel gehabt." Denn — so erklärt Voigt bei ber Vernehmung —: .... bet warn Fehler von mir. Da jibt et nämlich keine Paßabteilung. in Köpenick. Wenn ick bet bedacht hätte, denn wär ick nach Teltow, ins Kreisamt." Und der Schuster wäre berühmt geworden als der Hauptmann von Teltow. Dies also war der einzige Rechenfehler in dem an sich verblüffend aufgegangenen Exempel. Ihm war es nicht um die 4042 Mark zu tun; er hat nur dreiundachtzig davon verbraucht und ist auch nicht über die Grenze entwischt. Er wollte den Paß. wollte wieder Mensch werden, Boden unter die Fuße bekommen. Ruhe, Aufenthalt. Arbeit erhalten. Dos schlug fehl: so wird der ganze Streich für ihn sinnlos, er stellt sich selbst. Und erst wenn er abermals aus dem Gesängnis entlassen sein wird, wird er feinen Paß kriegen unb auf feine alten Tage ein neues Leben beginnen. _®»ner Ausführung bieseS vollblütigen, volks- ftüdmäßigen, humorgetränkten und menschlich empfundenen Schauspiels an unserer Bühne standen naturgemäß von vornherein erhebliche Schwierigkeiten entgegen: daS riesige Personal -- die Uraufführung brachte über siebzig Spieler auf die Bühne —; bie Menge ber Schauplätze und Verwandlungen; und der Berliner Dialekt, der (neben einigen andern Mundarten) saft alle einundzwanzig Szenen beherrscht. Wenn man diese Schwierigkeiten bedenkt, ben Umfang unb Aufwand des Buche- in Betracht Aiebt und überdies bie szenischen unb personellen Möglichkeiten unserer Bühne kennt, wirb man bie enorme Aufgabe ber Regie toürbigen und ihre ßöfung durch den Intendanten Dr. P r a f ch ent- schieden, ohne Vorbehalt und Einschränkung, anerkennen. Don den 21 Bildern waren — abgesehen von einigen sonstigen Strichen — nur das 11., 13. und 16. weggesallcn; man hätte wie das 6tüd gebaut ist, auch sonst noch manches kürzen können, aber es war der Spielleitung sichtlich um den dollen und starken Eindrud unb bie Wahrung der großen Linienführung und ber ursprünglichen Zusammenhänge zu tun gewesen. Die Personalfrage war mit Hilfe von hoppelten, brei- unb vierfachen Besetzungen unb einem beträchtlichen Aufgebot an Statisterie glücklich bewältigt. Mit bem munbartlichen Text würbe man allgemein besser fertig, als zu erwarten war. Die Aufführung traf ben Ton, auf ben baS Schauspiel gestimmt ist, bie eigentümliche, gefunbe Lebensfülle Zudmayers, sie fanb sich in bie Atmosphäre ber preußisch-berlinischen DorkriegSwelt hinein unb wußte auch zwischen Ernst unb Heiterkeit, zwischen Satire unb tiderer Bedeutung bas richtige Maß zu wahren. Die technische Einrichtung war ben fniffligcn Raumproblemen mit anerkennenswerter Beweg- ihnen zuftehenben Reichssteuerüberweisungen auS- sprichr E'ngehenb wurden noch bie neuen Richtlinien über d«e Vergütungen und Dienstbezüge der Bürgermeister behandelt. Eine neue ministerielle Verfügung bestimmt, daß Härten ausgeglichen und die in den Gemeinden ooim liegenden besonderen Verhältnisse irweilS geprüft werden sollen Durch mündliche Berhand- Ifiwg mit den, Kreisamt toll eine gütliche Verständigung in den einzelnen Fällen erstrebt werden Obeicheffen Städtische Zinanzsorgen in Raubach. CI Caubad), 23. Febr 3n der umgften G e- niflnberalefißunfl wurde zunawst 311 der F inanzlage der Stadt eteliung genommen. Ter van Stadtrechner Schmidt exstatteie Bericht zeigte, daß im 'Rechnungsjahr 1931 der Wcmembr- Voranschlag trotz größter Sparsamkeit infolge der erhöhten Wahlsahrtsauegaden, bc» iludall» an Reichssteukruberweifung-anteilen und infolge ver- minbrtcr Halzcinnahme einen Fahldetrag aufroeiß. Zunächst soll versucht werden, ob die Deckung bee Fehlbetrages ohne Steiiererhöhung ober Aufstellung eine» Nachtragevoranlchlagcs möglich ist Die von 13 (tzanterskirchener Ärundßückroachtern beantragte Pachter mäßig,ing für 1^31 würbe abgeIehnt, eine solche für 19.Y2 mnädifi iiiruck- gestettt. Nach einem non, tzreisamt Schotten vorgelegten Muster würbe die Einführung einer Wasser- bezugsordnung unter Berucksichtiguna ber fur bie lokalen Berhältnisse einzufugendim Aenbe- ningen beschloßen. Landkreis Gietzcn. * Klein-Linden, 23. Febr Zu dem Fa- milienabend. den ber hiesige Kriegerverein am Samstag im Saale beS Gasthauses ..Zur deutschen Eiche" veranstaltete, hatte der Verein die Hassia-Jugendgruppe ..Hinden- b u r g" von Lollar als Gäste, die ihre Kruste zur Verfügung stellte. Die Musikkapelle der Lol- larer Iugendgruppe, von Herrn Schneider (Collar) geleitet, erfreute mit guten Mufikvor- trägen Der Vorfihende deS KriegervcreinS, Kaufmann Friedrich Schimmel sprach herzliche Worte der Begrüßung und schilderte die sozialen und vaterländischen Ausgaben der Kriegervereine. Sri Fink (Lollar) brachte einen finnigen Prolog zum Vortrag. Sämtliche Darbietungen musikalischer Art. wie auch die ernsten und heiteren Szenen auf der Bühne wurden beifällig ausgenommen. Der Iugendabteilungsführer der ..Hindenburg". Herr Brück (Lollar), zeichnete in seiner Ansprache bie Ziele der Hassiasugend. Kausmann Schimmel dankte zum Schluß allen Mitwirkenden für ihre trefflichen Darbietungen. v. Londorf, 23. Febr. Dieser Tage feierten die Eheleute A. Simon und Frau Berta, geb. Joseph, in körperlicher und geistiger Frische daS Fest der goldenen Hochzeit Der Jubilar ist 83 Jahre, bie Jubilarin 73 Jahre alt. Reichs- präsibent von Hinbenburg sandle ein Gluck- wunfchschreiben mit eigenhändiger Unterschrift. Dem geadßeten unb beliebten Jubelpaar würben zahlreiche Ehrungen zuteil. Leihgestern. 24. Febr. Unter großer Anteilnahme ber Bevölkerung wurde der Polizei- lichkeit oewachfen Hilfe ber 1 lidjen Drehbühne wurde schnell und geschickt verwandelt. Die verschiedenen Schauplätze waren in LösslerS Szenenbildern vortresflich charakterisiert; besonders gelungen: der Uniformlaben, dos Polizeibureau daS Cafe, die Zu.ythauS- kapelle, die Stube bei HoprechtS. die DahnhosS- balle und das Rathaus Auch die Herren Keim (Beleuchtung) und Huber (Kostüme machten sich um die Ausstattung sehr verdient. Den Schuster Doigt spielte Peter Fas sott, der hier schon rein textlich eine gewaltige Aufgabe zu bewältigen hat Dr faßte die Gestalt ganz ernst und einfach von der menschlichen Seite Hiner gab einen gebückten und ged nickten Pechvogel und Außenseiter, gehetzt und getreten unb herum- gefloßen; eine Figur, bie eigentlich trotz bem heiteren Ausklang und dem großen Gelächter zum Schluß — mehr tragisch alS komisch erscheint; ein araugdidhtiger. alter Mann, dessen Geniestreich säst mehr mitleiderregend als satirisch und lächerlich wirkt - wenn man den eigentlichen Antrieb und die tieferen Ursachen des Falles nacherlebend durchschaut. Die innerlich ßärflte Szene deS Stückes (mit Friedrich Hoprechti war auch aas schauspielerische Kernstück seiner schönen und auS- gesüllten Darstellung. Karl H e h s e r alS Hauptmann von Schlettow vermied jede billige Karikatur unb gab biefe burchauS svmpathisch gedachte unb geradlinig hin- gefteHte Figur in bester Haltung Zu den menschlich ersreulichsten Gestalten im ganzen Schauspiel gehört ohne Zweisel das Ehepaar Ho- brecht, von Maria Koch und Jochen Hauer ausgezeichnet gespielt; besonders Hauer steigerte sich in seiner zweiten Szene sehr eindringlich zum ^wichtigen Gegenspieler (als Vertreter des preu- vtschcn Prinzips) gegen den verzweifelt ausbegeh- renden Schuster. Hub hatte mit dem Dr. Ober- mrr *5 e*ncn stürmischen Heiterkeitserfolg. der allerdings vorauSzusehen war die Szenen im Schlafzimmer und im Rathaus waren von unwiderstehlich drastischer Komik. Edith Berger (Frau Obermüller) assistierte hier wie dort nach Kräften. Auch von V 01 ck fah man zwei dankbare uno trefflich an den Mann gebrachte Milieufiguren, ben Hoflieferanten Wormser unb ben Sonnen- derger Zuchthausdirektor. Kühne gab sehr witzig pointiert und echt im Dialekt den Kalle. Pae tlch (als Zeck) einen richtigen, maulfertigen Pennbruder; von Brucks Rollen gefiel uns ber geschäftige Tröbler Krakauer am besten Eine hübsch auSgearbeitete Charge war S ch e l ch e r s buckliger Zuschneiber Wabschke. Frl. Doering alS Plorösenmieze. bie Herren Sch u b e r t. M i chel. Ianscheck unb Geiger seien auS bem Riesenensemble noch hervorgehoben. Großer Publikumserfolg mit anhaltenbem Beifall nach jebem Dorhang, mehrfach sogar bei offener Szene. hth. und Kirchendiener i.R. Kaspar Väth, der letzte Veteran von 1870/71 in unserer Gemeinde, zu Grabe getragen. Pfarrer Reusch hielt die Grabrede, der Kriegerverein erwies seinem Mitglied die letzte Ehre. Vektor 3ung würdigte die Ver- dienste des Verstorbenen als Kirchendiener. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt und bewiesen die Wertschätzung, der sich der Heimgegangene erfreute. # Nieder-Bessingen, 23. Febr. Dieser Tage sand im Gasthaus von Wilhelm Lotz ein Vortragsabend der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft statt. Diplom- landwirt Dr. Bohlmann sprach über „Bekämpfung des Unkrautes". Zur Erläuterung war ein Film über Hederichbekämpfung mit Kainit bei- gegeben. Ein Film aus der Schwalm diente der Unterhaltung. Den Abend beschloß ein Vortrag von Landwirtschaftsrat Dr. Schneider (Lich) über „Die Bedeutung und Anwendung der künstlichen Düngung". 4 Lauter, 22. Febr. Durch Vermittelung des Arbeitsamtes Gießen soll aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge die Straße zwischen Lauter und Weickartshain ausgebaut werden: dadurch wird endlich der Wunsch weiter Bevölkerungskreise nach einer guten Verbindung zwischen den beiden Orten erfüllt. Das Baumaterial soll an Ort und Stelle gewonnen werden, da Steinbrüche im Wald zwischen Lauter und Weickartshain, soweit sie nicht schon vorhanden sind, leicht geschaffen werden können. s. Hungen, 23. Febr. Der Bezirkslehrerverein Hungen hielt im „SolmserHof" eine Konferenz ab. Lehrer Dietrich (Rodheim- führte einen von ihm erdachten Rechenapparat vor, der es gestattet, alle Rechenoperationen im Zahlenraum bis Hundert anschaulich auszuführen. Allgemein anerkannt wurde die Einfachheit des Apparates, der trotzdem wesentliche Reuerungen bringt und die Möglichkeit manueller Betätigung durch die Schüler selbst bietet. 3m Anschluß wurde über die Veranstaltung von Goethefeiern in den Schulen gesprochen und Schriften für diesen Zweck behandelt. lZ R o d h e i m a. d. Horloff, 22. Febr. 3m vollbesetzten Saale der „Luther-Eiche" hielt der hiesige Männergesangverein „Sängerkranz" eine Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Winterhilfe ab. Der Abend, der durch eine Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden Ludwig Becker eingeleitet wurde, stand im Zeichen des Heimatgedankens. 3n besonderer Weise wurde der Heimatdichter Georg Heß, Leihgestern, dem Sinne des Abends gerecht. Seine humorvollen Mundartdichtungen fanden stürmischen Beifall. Heimatlichen Charakter trugen auch die beiden Theaterstücke, die von hiesigen Mädchen und Burschen sinnig dargestellt wurden. Gute Aufnahme fanden weiterhin die Chordarbietungen des Vereins, der mit Kunst- und Volksliedern erfreute. Mit einem kurzen Schlußwort, in dem der Vorsitzende den Dank des Vereins an alle Mitwirkenden zum Ausdruck brachte und zur Pflege des deutschen Liedes aufforderte, fand die wohlgelungene Veranstaltung ihr Ende. Kreis Friedberg. 4 Kirch-Göns, 23. Februar. Der hiesige Ob st - und Gartenbauverein hielt dieser Tage seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Bürgermeister H a n a ck , begrüßte die Mitglieder. Obstbauinspektor R ent sch, Friedberg, hielt einen Vortrag über „Pflege und Pflanzen der D ee re n v b st st rä uch e r". Rachdcm der Redner die Bedeutung des Deeren- vbstes gewürdigt hatte, ging er auf die Behandlung der einzelnen Sorten ein und gab seinen Zuhörern wertvolle Ratschläge. Er forderte dabei zu vermehrtem Deerenobstbau auf und wies auf die wirtschaftlichen Vorteile hin, die dem Landwirt daraus erwachsen können. Den Abschluß der Versammlung bildete eine Verlosung. Von Geld und Liebe. Vornan von Grete von Gaß. Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall« 21 Sortierung. Nachdruck verboten. Beide trafen prompt ein: in ihrem Gefolge befand sich die Tänzerin Maria Costa. Maria war die Schwester des Malers Andree Costa, der zu Roses Freundeskreis gehörte. Außerdem war Maria dem Kommerzienrat von Baden-Baden her bekannt. Sie hatten dort im gleichen Hotel gewohnt und sich miteinander an* gefreundet. Es wurde erwähnt, während der Kommerzienrat Roses Bekannte Ottilie vorstellte. Maria Costa, die nicht mehr ganz jung, aber dennoch schön und von entzückender Lebendigkeit war, erzählte mit ihrer melodisch klingenden Stimme dem Brautpaar' „Ich war zugegen, als 3hrem Herrn Vater das Telegramm überreicht wurde, das ihm 3hre Verlobung anzeigte. — Rein, diese Freude hätten Die sehen sollen! — Unbeschreiblich!" Der Kommerzienrat lächelte abwehrend. „So toll war die Freude nicht —" Marias Hand legte sich um seinen Arm. „Doch — doch — reden Sie nicht dagegen! Die Rachricht hatte Sie geradezu in einen Taumel von Glückseligkeit verseht. 3ch erzähle 3hnen später noch mehr davon!" versprach sie, Ottilie und Rose zublinzelnd. Der Kommerzienrat dachte: Die wird am Ende Frau Tönnies noch verraten, daß ich ihr tüchtig den Hof gemacht habe. Rur das wird sie verschweigen, daß sie mich am Abend vor meiner Abreise angepumpt hat, um ihre Hotelrechnung zu bezahlen, die sie seit einem Monat nicht bezahlt hatte, weil Ebbe in ihrer Kasse gewesen. Die Angekommenen nahmen im gleichen Hotel Wohnung. Rose bestand darauf, daß der Vater den Salon mietete, der neben ihrem Wohnzimmer lag. An windigen, regnerischen Tagen sah man nun in diesem Salon, rauchte Zigaretten, plauderte und lachte miteinander. Des Kommerzienrats Stimmung hob sich. Er genoß es, amüsante und immer frohe Menschen um sich zu haben. Zuweilen tanzte die Costa, während 3na Stevenson und Frank Hasse auf Violine und Klavier begleiteten. — Diese Darbietungen fanden immer erst am Abend svät statt, wenn Ottilie Tönnies sich längst auf ihr Zimmer zurückgezogen hatte. Aber tags darauf schwärmte Rose ihrer zukünftigen Schwieaermama vor, wie köstlich man sich unterhalten habe. Sehr taktvoll war Rose nun einmal nicht. Kreis Büdingen. og. Ortenberg, 23. Februar. Der Turnverein Ortenberg hielt seine Generalversammlung ab. Zunächst gedachte man des verstorbenen Ehrenmitgliedes Fritz Zahn. Der erste Turnwart Georg Pfeiffer erstattete den Turnbericht und konnte dabei mitteilen, daß der Verein auf den verschiedenen Bezirks- und Gauturnfesten gut abgeschnitten hat. Frau Dr. Löffler, die Leiterin der Damenriege, berichtete über die Erfolge der Turnerinnen. Der Spielleiter der Handball- abteilung, Fritz Becker, gab der Versammlung einen Ucberblick über diesen Zweig sportlicher Tätigkeit. Der Geschäftsführer, Dachdeckermeister Heinrich Hebbel, referierte über das abgelaufene Geschäftsjahr, der Rechner Heinrich M e u e r II., gab den Kassenbericht. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, den Vereinsbeitrag auf 40 Pfennige pro Monat zu ermäßigen. Der zweite Vorsitzende Fritz Zahn gedachte der Der- dienste des Rechners, der seine Arbeitskraft seit nahezu 25 Jahren dem Verein zur Verfügung stellte. Kreis Alsfeld. . ll. Merlau, 23. Febr. Bei der hiesigen Bürgermeisterwahl am vorigen Sonntag stimmten von 439 Wahlberechtigten 366 ab. Es erhielten: der seitherige Bürgermeister Landwirt Wilhelm Kochendörfer 233 Stimmen, Landwirt Ludwig Sartorius 80 und Landwirt Karl Rühl 5 2Stimmen. Bürgermeister Kochendörfer ist mithin auf 9 Jahre wiedergewählt. Kreis Schotten. □ Laubach, 23. Febr. Der Beigeordnete und langjährige Gemeinderat Wilhelm Pitz II. feierte am Samstag seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß überreichte Bürgermeister H ö g h dem Zubilar im Auftrage des Stadtvorstandes eine kunstvoll angefertigte Urkunde als Geschenk. preuhen. Kreis Wetzlar. £2 Dutenhofen, 23.Febr. Bei der Verpachtung der Frschereiberechtigung in den in der Gemarkung liegenden Gemeindegewässern des früheren Lahnbettes auf weitere 6 3ahre wurden insgesamt 546,50 Mk., gegenüber 907 Mk. im Vorjahre, erzielt. Die Gewässer wurden wieder in 8 Losen vergeben. ' R i e d e r k l e e n, 24. Febr. Der an Stelle unseres verstorbenen langjährigen Postagenten 3. Mack zum Postagenten ernannte Landwirt Ernst E i s e n h a r d t wurde zum Direktor der hiesigen Vorschuß- und Kreditkasse gewählt. Kreis Biedenkopf. (p Crumbach, 24. Febr. Unsere Mitbürgerin Frau Witwe Wagner kann am Donnerstag, 25. Februar, ihren 90. Geburtstag im Kreise von zwei Kindern und drei Enkelkindern begehen. Wenn auch der Gesundheitszustand der Greisin nicht mehr der beste ist, so ist sie doch noch im Besitze völliger geistiger Frische. SJL-spott VfB.-Gießen. VfB. Ligareserve — Burgsolms 1 4:4 (1:3). 3n diesem Verbandsspiel standen sich zwei gleichwertige Gegner gegenüber, die sich einen schönen und fairen Kampf lieferten. Dis Halbzeit lagen die VfDer mit zwei Toren im Hintertreffen, sie konnten aber durch prächtigen Angriffsgeist den Vorsprung des Gegners aufholen. Beim Gegner waren der Rechtsaußen und beim VfB. der linke Läufer die besten Leute. Das Spiel der 3. Mannschaft wurde vom Gegner abgesagt. Iugendspiele. Das Spiel der 1. 3ugend in Butzbach wurde in letzter Stunde noch abgesagt. Die 2. 3ugend verlor gegen die gleiche von 1900 0:1, während die 1. Schülermannschaft die Ehre des Tages rettete und gegen die gleiche von Klein-Linden 3:0 gewann. Die Kleinen zeigten Eifer und guten Willen. M. „Teutonia ^Dahenbom-Sieinberg „Teutonia" — DfD. Aßlar 6:1 (1:1). Der Meister der A-^affe hatte am Sonntag die 1. Mannschaft des VfB. Aßlar zu Gast. Die Gäste stellten eine sehr gute Elf ins Feld, die technisch gut durchgebildet ist und außerordentlich schnell operierte. Das Spiel wurde denn auch in einem sehr scharfen Tempo ausgetragen: es verlief anfänglich ziemlich ausgeglichen, beide Mannschaften zeigten schöne Leistungen, aber erst nach geraume Zeit konnte der Halbrechte der Teutonen auf eine genaue Flanke von Halblinks durch einen Kopfball zum Führungstreffer einsenden. Rach dem Wieberanstoh kam Aßlar gut vor des Plah- besihers Tor und vermochte im Rachschuß das Ehrentor zu erzielen. Mit 1:1 ging cs in die Pause. Rach dem Wechsel sah man weiter ein hartnäckiges Spiel, die Hintermannschaften muhten oft eingreifen, die Teutonen verstärkten dann aber das Tempo, ein schöner Angriff wurde vom Mittelstürmer abermals durch einen Kopfball Sm Führungstreffer verwandelt. 3m weiteren erlauf des Kampfes erwiesen sich die Platz- besiher im Spielaufbau und im Zuspiel immer besser, ein schöner Fernschuß des Halblinken landete unhaltbar zum 3. Erfolg im Reh. Aßlar, leicht deprimiert, lieh etwas nach. Die Teutonen nützten die Schwäche geschickt aus und erzielten Tor auf Tor, so daß sich die Aßlarer, die sich lange Zeit tapfer der Angriffe erwehrten, mit 6:1 geschlagen bekennen mußten. Das Spiel wurde außerordentlich fair durchgeführt und war gut geleitet. Sporiabteilung des Turnvereins Lollar Lollar weilte am Sonntag mit zwei Fußballmannschaften in Wetter zu Gast. Die 1. Mannschaft hatte einen schweren Stand, denn Wetter war etwas schneller und mit den Platzverhältnissen besser vertraut. Lollar erzielte trotzdem bis zur Pause zwei Tore, denen Wetter nur eines entgegenstellen konnte. Rach der Pause gingen die Plahbesiher mehr aus sich heraus und konnten Mitte der zweiten Halbzeit gleichziehen. Dann beherrschte Lollar wieder das Feld, aber die 3nnenstürmer verstanden es nicht, Tore zu schießen. Wetter hatte mehr Glück und konnte kurz vor Schluß das siegbringende Tor erzielen. Die 2. Mannschaft hatte in ihrem Spiel gegen Wetter II ausgesprochenes Schußpech. Die gesamte Mannschaft gefiel sehr gut. Mit einem Unentschieden 2:2 trennten sich die beiden Gegner. Die 3. Fußballmannschaft hatte den Fuhball- neuling VfB. Krofdorf zu Gast und konnte nach beiderseits schönen Leistungen einen hohen 9:0- Sieg landen. Handball im Labn - Oünsberg - Gau. Hausen II — WißmarII 7:5 (4:4). Beipe Mannschaften traten verstärkt durch Spieler der 1. Mannschaften an. Es entwickelte sich ein fairer, flotter Kampf, bei dem die Gäste an* fänglich überlegen waren. Dann kam Hausen auf und formte den Sieg erringen. Hausen I - DHD. Gießen I 5: 6 (4:2). Die Mannschaft des DHV. fand sich schnell zusammen und ging bald in Führung. Hausen spielte zerfahren, fand sich später aber besser und zeigte auch eine leichte Überlegenheit. Kurz nach Halbzeit erhöhte Hausen auf 5:2. Dann kam bet DHV. zu einem verdienten Gegentreffer und kurz vor Schluß durch Strafwürfe noch zu drei Erfolgen, während Hausen infolge der vorzüglichen Leistungen des Gießener Torhüters und Schuhpechs leer ausging. Es war ein schneller, harter Kampf, der die glücklichere Mannschaft als Sieger sah. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I — Wieseck l 3:3. Giehen war komplett, die Gäste traten mit Ersah an. Wieseck hatte zunächst den Wind zum Bundesgenossen, legte mächtig los und kam bald zum Führungstor. Der Ausgleich lieh nicht lange auf sich warten. Bis Halbzeit gelang es Giehen, das Resultat auf 3:1 zu stellen. Rach der Pause legt Wieseck ein flaches Spiel vor, holte ein Tor auf und erzielte den Ausgleich. Gießen konnte in der Folge nichts Zählbares erringen, während ein Tor für Wieseck nicht gegeben wurde. Das Spiel litt bedenklich unter schlechten Sch^dsrichter- leiftungen. Gießen II — Kinzenbach I 2:5. Vorher standen sich Giehen II und Kinzenbach! gegenüber. Gießen war in der ersten Spielhälfte etwas überlegen und führte bei Halbzeit 2:0. Rach dem Wechsel kamen die Gäste merklich auf, die Gießener wurden fast ganz in die eigene Hälfte zurückgedrängt und mußten--LL Gästen den Sieg überlassen. Marburg I — Heuchelheim l 0:3. Heuchelheim war zum Rückspiel in Marburg zu Gast. Die Plahbesiher gaben wohl alles her, um die im Vorspiel erlittene 7:1-Riederlage auszugleichen, konnten jedoch an der guten und sicheren Abwehr der Gäste nicht vorbei. Heuchelheim, technisch und taktisch dem Gastgeber überlegen, verließ als Sieger den Platz. Die zweiten Mannschaften beider Vereine lieferten sich ein gleichwertiges Spiel, das Marburg mit 1: 0 Toren für sich entscheiden konnte. Großen-Linden I — Watzenborn l 3:2. 3n Großen-Linden standen sich diese Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Es gelang den Platzbesihern, nach gleichwertigem Spiele bis Halbzeit mit 1:0 zu führen. Kurz nach Seitenwechsel kam Großen-Linden zum zweiten Erfolg. Die Gäste holten dann ein Tor auf und stellten nach geraumer Zeit auch den Ausgleich her. Kurz vor Schluß erzielte Großen- Linden den Siegestreffer. Vorher standen sich Großen-Linden II und Annerod I im Freundschaftsspiel gegenüber. Hier konnte Annerod mit 1:2 Tpren Sieger werden. I Lollar I — Allenborf I 1:4. Zum Entscheidungsspiel um die Meisterschaft des 3. Bezirks standen sich Lollar und Allenborf auf dem Wiesecker Platz gegenüber. Beide Mannschaften, körperlich ausgeglichen, lieferten sich ein hohes wuchtiges Spiel. Was Lollar an Technik voraus hatte, glich Allenborf durch großen Eifer aus. Allenborf wurde in einwandfreier Weise verdienter Sieger. Beide Mannschaften spielten sehr aufgeregt. Allendorf fand sich schneller, Lollar muhte viel Abwehr leisten: durch einen Schnitzer des Lollarer Torhüters ging Allenborf in Führung. Das Spiel wird härter, aber ausgeglichener. Halbzeit 0:1. Bereits fünf Minuten nach dem Wechsel stellte Allenborf das Resultat auf 0:2. Die Lollarer spielten nun planloser, (Mendorf geriet dadurch auch aus dem Konzept. Bald fand sich Allenborf wieder und nach toenigen Minuten lautete das Resultat 0:4. Zum Schluß legte Lollar noch einmal mächtig los und schoß wenige Minuten vor Schluß das Ehrentor. Allen* dorf ist nunmehr Meister des 3. Bezirks. Wieseck II — Wißmar l 4:2. 3n stark abgekürzter Spielzeit sah man Wieseck stets im Angriff. Schon nach wenigen Minuten übernahmen sie die Führung. Die Gäste werden Die gab einen Fünf-Uhr-Tee, lud allerhand Menschen dazu ein, die sie im Hotel flüchtig kennengelernt hatte: ihre Schwiegermutter bat sie dazu, ohne sie auf die Begegnung mit fremden Gästen vorzubereiten. Als Hans-Achim Rose vorhielt, daß sie mit Rücksicht auf die Trauer der Mutter diese nicht zu ihrem Tee hätte bitten dürfen, erwiderte sie schnippisch: „Ach was! Wird sie nun ewig trauern? Das wird ja auf die Dauer langweilig. Es ist ganz gut, dah ich sie überrumpelt habe. 3ch lasse heute auch musizieren. Mama muh es schon ertragen. Da sie nun einmal hier ist, muh sie sich auch auf daS Leben, das wir hier führen, einstellen." Hans-Achim hatte MüK, ruhig zu bleiben. Gr bat sie, wenigstens bei der Auswahl der Musikstücke Rücksicht auf die Anwesenheit der Mutter zu nehmen. „Ich werde 3na und Frank sofort davon in Kenntnis sehen", sagte sie spöttisch, „dah sie in Gegenwart deiner Mutter nur Beethoven, Dach und Chopin zu Gehör bringen dürfen." Diese Musik war nun gar nicht nach des Kommerzienrats Geschmack. Er gestand ganz offen: „Mich können nur leichte Melodien erfreuen. Operetten, deren Schlager ich mitsingen kann, sind mir die liebsten, Herr Hasse hat ein ganz nettes Repertoir davon. Unlängst hat er es uns einmal zum Besten gegeben", erzählte er Ottilie und begann, ihr seine Lieblingsmelodien vorzusummen. Ottilies Schönheit entzückte ihn noch immer; aber ihre Trauer war doch gar zu langweilig. Es muhte doch endlich einmal Schluß damit gemacht werden... Am darauffolgenden Morgen, als Ottilie aus dem Wege zum Frühstückszimmer von dem Kommerzienrat begrüßt wurde, trat der Portier zu ihr, um ihr ein Telegramm zu überreichen. Sie öffnete es sofort. Des Kommerzienrats Blick ruhte auf ihrem Gesicht, in das beim Lesen eine helle Röte stieg. „Schlechte Rachricht", fragte er. Ottilie zog die Achseln hoch, faltete das Papier zusammen und schob es in ihre Tasche. „Ich weih nicht", sagte sie zögernd. „Eva bittet mich dringend, sofort heimzukommen." Münchmeher sah sie erstaunt an. „Ranu, was ist denn? — Sie werden doch nicht gleich abreisen?" „Doch! Selbstverständlich!" „Aber liebe, gnädige Frau, tun Sic das doch nicht! Sprechen Sie erst mal telephonisch mit 3hrer Tochter. Hören Sie, ob wirklich Grund zu Ihrer Abreise vorliegt I Es wäre doch zu schade, wenn Sie fortgehen würden. — Rein, ich laß es nicht zu! Jetzt, wo wir uns hier so nett eingelebt haben!" Der Liftboy trat zu ihnen. Er brachte dem Kommerzienrat die Post und für Ottilie einen Brief. „Der ist von Eva und wird mir gleich Ausschluß geben, um was es sich handelt!" Sie gingen ins Frühstückszimmer. Während das Frühstück für sie aufgetragen wurde, las Ottilie ihren Brief. Sie war eben damit zu Ende, als Hans-Achim erschien. Wortlos reichte sie ihm den Brief. Der Kommerzienrat sah sie fragend an. „Ich muh beim!“ sagte sie mit blassen Lippen. „Eva hat mich nötig.“ „Sie ist doch nicht krank?" Ottilie schüttelte den Kopf. „Rein!" „3a, was ist denn? So sagen Sie es mir doch!" Ihr Blick ging zu Hans-Achim und dann wieder zurück zu Münchmeher. „Ich kann nicht!" sagte sie verzweifelt. „Verzeihen Sie! Cs ist Evas Angelegenheit. Ich weiß nicht, ob es ihr recht wäre, wenn ich darüber spräche." „Ra, dann nicht! Ich will nicht in Siedringen!" Er war sichtlich verstimmt, trank seinen Kaffee aus und erhob sich. „3a, also — wann fahren Sie denn ab?" „Mit dem Mittagszug — zwölf Uhr zehn Minuten!" „Gut! Dann sehen wir uns vorher noch." Er verabschiedete sich. Hans-Achim reichte seiner Mutter den Brief zurück. Sie sah ihn mit fragendem Blick an. «Was sagst du dazu, Hans-Achim? — Ist das nicht entsetzlich?" „Wieso entsetzlich? — Das kann ich nicht finden. Eva schrewt dir doch, daß sie Schadow schon lange liebt — also ist es doch ein Glück, dah sie sich endlich gefunden haben und nun heiraten werden." „Herrgott, Hans-Achim, wie leicht du die Sache nimmst! Die ganze Geschichte ist doch einfach eine Unmöglichkeit! Eva kann doch nicht im Ernst daran denken, die Frau eines Chauffeurs zu werden!“ Hans-Achim zuckte mit den Achseln. „Wenn sie ihn liebt?" Sie schüttelte mit dem Kopfe. „3ch begreife nicht, wie das möglich ist?" Hans-Achim lächelte. „So erstaunlich finde ich das gar nicht. — Friedrich Schadow sieht gut aus — er ist ein famoser Mensch. Wenn er eine bessere Position hätte, wie die seine es eben ist, würdest du sicher mit Freuden Evas Wahl begrüßen." „Gewiß, das mag sein, aber schließlich ist er doch nur der Chauffeur deines Schwiegervaters gewesen. Stelle dir vor: es tarne wirklich zu einer Heirat zwischen den beiden, wie sollten sich Rose und ihr Vater zu Schadow stellen?" „Sie brauchen sich gar nicht zu ihm zu stellen. Er braucht für fte gar nicht zu existieren. Schadow wird das ertragen. Und Eva wird das auch keinen großen Schmerz bereiten." • Während ihrer Fahrt von Borkum nach 'Berlin hatte Ottilie sich zurechtgelegt, was sie Eva sagen wollte, um sie von der Unmöglichkeit ihres Vorhabens zu überzeugen. Run sie mit Gva darüber sprach, sah sie ein, daß das vergebens gewesen war. Eva lieh nichts davon gelten. Ottilies Behauptung, dah ihre Verlobung mit Friedrich Schadow eine Kompromittierung ihrer Familie darstelle, wies sie entschieden zurück. „Ich erwarte nicht, dah ihr Friedrich mit offenen Armen empfangt: aber die ihm zukommende Achtung, Mama, dürft ihr ihm nicht versagen. Wenn Rose Anstoß an meiner Heirat mit Friedrich nimmt, mag sie sie ignorieren. Weder Friedrich noch mir liegt an dem Verkehr mit Rose. Don dir und Hans-Achim erwarte ich allerdings, dah ihr euch verwandtschaftlich zu meinem Verlobten stellt. Wollt oder könnt ihr das nicht, so wäre das für mich sehr traurig, denn ich würde euch dadurch verlieren." „Das heißt: du würdest uns aufgeben, Eva!?" „Ja, Mama!" antwortete sie und sah Ottilie mit festem Blick an. „So liebst du ihn?" „Er ist mir alles, Mama! Und brächtet ihr, du und Hans-Achim, es nicht fertig, Friedrich als Verwandten aufzunehmen, so bliebe mir nichts anderes übrig, als mich von euch loszusagen." Ottilie sah sie betroffen an. „Herrgott, Eva, das werden wir selbstverständlich tun! Es wird nur nicht so einfach sein, in ein gutes verwandtschaftliches Verhältnis zueinander zu kommen. Ich fürchte, wir werden uns nicht in allen Dingen des Lebens verstehen. Wir sind nun einmal aus verschiedenen Kreisen. Deines Verlobten Lebensgewohnheiten und Anschauungen sind den unfrigen nicht gleich." „Das ist nur eine Vermutung von dir, Mama: aber die trifft nicht zu. Run, du wirst Friedrich näher kennenlernen und dich selbst davon überzeugen. Darf ich ihm sagen, dah du ihn erwartest?" „Muh es gleich fein, Eva? Mir wäre es lieber, dein Verlobter käme erst morgen. Ich bin so erschöpft von der Fahrt. Und dann: es gibt zwischen uns beiden noch so viel zu besprechen, über das ich im klaren sein will, bevor ich deinen Verlobten empfange. Aus jedem Wort, das Ottilie sprach, klang angstvolle Zurückhaltung. Eva hatte ein feines Ohr dafür. „Es muh nicht gleich sein", sagte sie kühl, „aber was deiner Meinung nach zwischen uni beiden noch besprochen werden muh — das könnte vielleicht gleich geschehen, Mama?" (Fortsetzung folgt.) Wiedereröffnung der Börsen aus Rcichsbankdisfont 7 v. h., Lombardziussuh - v.h. 146967 166177 172666 201647 262037 266081 299221 312644 5882 8897 9660 66783 66296 86607 88386 Ausnahme.Qarfe Lchne Gewähr 13. Ziehungslag 321167 371463 197905 284932 107871 165697 208879 238296 313067 363607 131649 164063 186885 226864 254672 286137 331073 356206 370268 108652 167663 209527 248198 274950 316641 371186 132128 162729 201230 239519 258227 288939 340226 337730 372903 117065 186075 222443 297215 322964 174589 Nachdruck verdoirn N. Februar 1932 187867 263164 324246 383446 122821 146060 175353 207261 241638 273906 310426 847908 362651 378854 124222 149056 176681 215144 24>610 278863 311435 348142 88926< 363914 126024 174821 206864 234414 265324 297721 343679 380689 101517 127123 161240 1838-13 261117 281918 319886 362825 369710 396922 3n der l 147795 207102 235900 363111 106600 130847 178096 208083 241485 270736 312763 355717 106746 146677 181646 209U70 260001 271785 330995 370469 116216 147913 187462 215490 262204 279887 332722 8764 n 116960 138412 167183 202447 241478 966046 301422 342604 361103 376959 116995 167109 188541 226505 261501 288865 336447 121846 107513 265579 300111 336437 137173 1L9H68 267441 341406 .384134 121893 172368 196668 230228 262946 29.3128 341831 122696 199603 270864 801506 851119 der KreiSftrahe Teuctn-^til«&aukn am 2Mb- eingang. 9.30 llbr Bürgermeisterei Annerod Zusammenkunst am alten Hochbehälter. Grünbergcr Ltraste 9 Llhr Freitag, 26. Februar. Bürgermeisterei Beuern Zusammenkunft * Steuerfreie ReichSbahnan leihe 1931. Aus die heucrlrcic RcichSbahnanleihc 1931 lind di- Aum 22. Februar einschl. 244 6 Mill. Mk gezeichnet worden. Singezahlt wurden bt« zum aleichrn Zeitpunkt insgesamt 105 2 Mill Mk. da- lind rund 43 Prozent des Zeichnung«beiragS Die Zeichnung-srist sür die Anleihe endet mit dem 29. Februar. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. Hitlers Ernennung zum ^egierungsrat in Braunschweig. Brauuschweig. 25. Febr (CAB. Elgeae Drahimtldung i 3« AuSschust de« Braue- schweigischeu Landtages wurde gestern die Wiederelurlchtvug einer Regle» rungsratsftelle im nenen -tat genehmigt Die neue Stelle dürfte fürbenFtihrerber NSDAP. Adolf Hitler, bestimmt sein, dessen Ernennung jun braunschweigischen Staatsbeamten für heute nachmittag erwartet wird. Hitler soll bann al« braunschweigischer Regie» ni««rat der Gesandtschaft in Berlin »»geteilt werden Oie Bierstcuerjenkung. Berlin. 24. Febr. (BW l Die von der Reichsregierung in Au-licht gestellte Ticrftruet- knfurg soll noch vor Ostern, nämlich zum 20. März, in Ä rat t treten. Da« Oluimaf) der Senkung toN da wo die Desamtsteuer ^Gemeinde- und Neichsdierfteueri bisher 22 Mk betragen hat. etwa 7 Mk. aulmachcn. HolzverfleigcrungS - Termine. 358186 363386 367201 398618 8 |u 5000 «. 304972 12 eiWrn« iu 3000 M. 364400 394589 48 «etM-.e 2000 W. 133199 140359 145828 61534 99689 133723 452 76635 198034 301535 17132 34961 70488 92496 ------ ----- 147019 10.3676 177758 185431 202767 222027 245667 263384 285478 280430 320170 321418 346618 347099 386331 391952 396085 faft ständig In ihrer Halste scstgehalten. die wenigen Durchbruche scheiterten an der guten *3b- wehr ber Ginheimifchen Bei Halbzeit stand da« Svtel 3: 1 für Dieseck. Aach dem Mechtel brachte ein gehler deS Srsaghüter« W'hmar den zweiten Erso g Dann wurde Dieseck wieder merklich überlegen und erzielte da« vierte Xor Vorher standen sich CDicfed« 2. Jugend und WchmarS Jugend gegenüber. D.e'cck siegte mit 4. 0 Toren * 58 »MiRB« ।’> 2000 M 4016 10729 13174 27922 63752 62168 62870 73577 87483 92919 96221 101574 108225 116770 125091 171302 171752 177122 194084 236381 262800 282557 283042 290407 299340 320957 351625 360504 398735 104 ♦«fc'irne iu 1000 TL. 696 23912 27478 33024 40188 46087 61766 66289 83557 68529 90355 92817 96664 *---- — ------ ------ ------ „«u ’°°° 2479 30505 38743 45051 4,008 77484 93227 106480 114447 116812 ------ 144907 ------ ------ ------ ------ 1,1».8at?llnn< •" 500 «23 6680 5882 8897 956° "»'S 16871 19618 20620 32060 42268 44260 45407 48774 66912 61460 63741 ---------------- 90078 ------ ------ heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen Sewianauszug b Klasse 38. Dreohilch-icudbeutsche (2S4. Preoh ) Silit»-Lollerir ------ ------ ------ 380042 380184 383256 387413 388484 392699 1 76 »etoinee i.i 500 TL 11970 12412 22694 23490 24822 .17559 44244 61324 61367 61554 68481 61670 64168 66664 70616 71610 77931 78779 80602 86110 89441 91324 91887 94811 95831 98673 99747 102154 105980 ------ ------ ------ Frankfurter Schlachtviehmarkt. Fra n ksu r t o. M.. 25. Febr. Austrieb: 118 Ninder. 968 Kälber. 227 Schale. 884 Schweine di notierten pro 100 Pfund Lebendgewicht: Käl- ber. Beste Mast- und Saugkälber 35 bis 37. mittlere Mast- und Saugkälber 30 bi« 31. geringe Kälber 26 bis 29. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 28 bis 30 mittlere Mastlämmer. ältere Masthämmel und genährte Schafe 24 biS 27. fleischiges Schafvieh 20 bis 23. Schweine. Vollslcischige Schweine von etwa 240 bi« 300 Pfund 39 bis 40. von etwa 200 bis 240 Piund 38 bis 40. von etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 40, fleischige Schweine von etwa 120 bi« 160 Pfund 34 bis 37 Mark. Marktverlauf: Kälber mittelmüstig. Schafe mittelmäßig, geräumt Dchtveme ruhig, auSverkault. 3n der heutigen Vormutaoozichung wurden Grwinne über 400 M. gezogen 22»445^33228396943 '00«'I U4171 6 •«•tene*in 5000 -DL 61829 137786 395474 2 ,» 3000 ®L 141680 überleben. Tngesgeld