M. 20 Erster Matt 182. Jahrgang Montag, 25. Januar 1952 onuar. z Financial RewS" sagt in greru ng en. gelten. Der Grundsatz der Die Völker verlangt, daß nicht einem 1 Deutschland und seine ehemaligen Verbündeten “iten. Der Grundsatz der Gleichberechtigung aller Teil der Staa- Paris. 24. San. (Sil.) Die französischen Parteien beschäftigen sich mehr denn je mit der Frage der Sanktionen, die Frankreich gegenüber Deutschland ergreifen müsse, um die Durchführung des Poungplans zu erzwingen. Rachdcm der.Matin" wahrscheinlich auf amtliche Anregung hin auf das Druckmittel, das Frank- reich i m Saargcbiet in der Hand habe, hin- gcwiescn hat. werden nunmehr auch in anderen Kreisen ähnliche Stimmen laut Der ehemalige Minister Bonnesous hielt eine Wahlrede, in der er erklärte, Deutschland verletzte mit der Ablehnung der Reparationszahlungen den Versailler Vertrag. Frankreich müsse den Völkerbund als Beschützer dieses Vertrages anrufen; denn eS gehe nicht an, daß Deutschland zuerst frei- toillig (?) Abkommen unterzeichne und sie dann nicht halte. 1935 solle im Saarge b i e t die Volksabstimmung stattfinden. Die Abstimmung müsse jedoch verschoben werden, bis Deutschland sich seiner Reparationsoerpflichtungen entledigt und auch die rückständigen Summen bezahlt habe. . . „ Der Chefredakteur deS .Sntransigeant . Leon 2 a i l l v, erklärte, nichts könne Frankreich daran Das Saargebiet als Faustpfand. Hinausschiebung der Volksabstimmung bis zur Zahlung der Reparationen. einem Leitartikel: die Franzosen finb. indem sie sich einer Lösung der Reparationsfrage widersehen, in der Hauptsache für den bedingten Charakter der Vereinbarung verantwortlich, die mit Deutschland geschlossen werden kann. „Times- erklärt: wenn nicht schnell eine Vereinbarung erreicht wird, die die politische Schuld Deutschlands auf eine den wirtschaftlichen Realitäten entsprechende Summe herabsetzt, dann ist es schwer zu sehen, wie Deutschlands Kredit so weit aufrecht erhalten werden kann, daß ein Zusammenbruch mit seinen schweren Folgen für jedes Land der Welt verhindert wird. Sine gemeinsame Aktion in dieser Richtung ist bereits von zwei internationalen Sachverständigen ohne jeden Vorbehalt als unbedingt notwen- d i g bezeichnet worden. Don neuem kommt diese Auffassung in dem Stillhaltebericht zum Ausdruck. In den nächsten Wochen wird sich wahrscheinlich mehr nicht erreichen laffen, als eine vorläufige Vereinbarung über die Reparationsfrage, sei es durch eine Konferenz, sei eS auf anderem Wege. Deutschland kann nut unter zwei Bedingungen seine Zahlungsfähigkeit zurückgewinnen. Einmal muh Deutschland für einen beträchtlichen Zeit- raumvonallenReparationSzahlun- gen völlig befreit werden, und zum anderen müssen seine abschließenden Verpflichtungen unverzüglich auf eine Zif- fer herabgesetzt werden, die keinerlei Zweifel daran läßt, daß Deutschland sie auch tatsächlich bezahlen kann. -- In den weiteren Ausführungen des BlatteS wird noch gesagt, dast für die nächste Zukunft die Haltung der französischen Kammer keine Aussicht auf einen beachtenswerten Fortschritt übrig lasse. .Daily Herald" wirft die Frage auf, ob eS überhaupt Wert habe, in der Reparationsfrage auf Frankreich zu warten. Wenn Laval sich als starrsinnig erweise, dann könne Dlacdonald auf entschiedene und einstimmige nationale Unterftüt}ung rechnen, wenn er erkläre, soweit Großbritannien in Frage komme, seien und blieben die Reparationen annulliert, und die Kriegsschulden jeder europäischen Macht, die da« gleiche erkläre, würden ebenfalls anulliert werden London, 25. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenpresse begrüßt die Verlängerung der Stillhaltevereinbarungen mit großer Befriedigung und betont, die Bankiers könnten nun mit Recht sagen, sie hätten das ihrige g et an; weitere Schritte feien jetzt Sache der Re- ten Dinge verboten werden, die den anderen erlaubt sind, daß nicht einzelne Staaten in ihrer Militaroberhoheit beschränkt sind, während andere Rüstungssreiheit haben. An alle Völker und Regierungen richten wir die feierliche Mahnung, sich nicht mit Abrüstungv- maßnahmen zu begnügen, die keine wahre Abrüstung bringen, sondern nur den heutigen Zustand der Ungleichheit der Rechte und der Ungleichheit der Sicherheit verewigen. Der Entwurf zu einer AbrüstungSkonvention, wie ihn die Vorbereitende Ahrüstungskommission gegen die Stimme Deutschlands angenommen hat, kann niemals zu einer wirklichen Abrüstung führen Als Vorstand des Verbände- der deutschen Hochschulen haben die Kundgebung folgende Professoren unterzeichnet: Fritz Tillmann-Bonn, Wilhelm S ch l i n k - Darmstadt, Gustav Aubin- Halle-Wittenberg, Hans Heinrich Borcherdt- München, Ludwig v. Köhler- Tübingen, Adolf Rä ge l- Dresden. Alwin Schleiche r-Aachen, Friedrich S o l g e r - Berlin, Eduard vpran - g e r - Berlin. Befriedigung in England. Aber wenig Hoffnung auf eine Wendung zur Vernunft in Paris. Scharfe Zuspitzung der Lage in Schanghai. Bor Abbruch der diplomatischen Beziehungen. London, 24. Jan. (TU.) Das japanische Sondergeschwader ist in Schanghai eingetroffen, so daß sich dort nunmehr elf japanische Kriegsschiffe befinden. 1000 Seesoldaten find mit Feldgeschützen, Maschinengewehren ufto. gelandet und in der internationalen Riederlassung einquartiert worden. Die Lage ist gespannt. In der Ehinesenstadt sind sämtliche Truppen zusam- rnengezogen worden. An den wichtigsten strategischen Punkten wurden Schützengräben und Barrikaden errichtet. Ein großer Teil der japanischen Bewohner hat die Stadt verlassen. Der chinesische Bürgermeister von Schanghai hat da - Ultimatum des japanischen See- oberbefehlShabers angenommen mit Ausnahme der Forderung auf das Verbot aller japanfeindlichen Vereinigungen, da er zu diesem erst der Erlaubnis der Rankinger Behörden bedürfe. Die Polizeitruppen der internationalen Riederlaffung haben mitgeteilt, daß sie sich jedem Vorgehen der japanischen Marine in der internationalen Diederlaslung auf« schärfste widersetzen würden. Die chinesischen Staatsangehörigen in Schanghai haben die dringende Bitte um die Entsendung weiterer Truppen an die Ranking- regierung gerichtet. Die japanischen Drohungen, in Schanghai mit größter Schärfe militärisch vorzugehen, haben eine schwere Krise bei der chinesischen Zen- tralregierung hervorgerufen. Ein Teil der Regierung ist für Entgegenkommen, ein anderer für endgültigen Abbruch der Beziehungen und schärfste Gegenmaßnahmen. Der Außen- Minister Eugen T s ch e n hat bereits erklärt, er werde zurücktreten, falls sich die chinesische Regierung nicht endlich dazu auf rafft, den Japanern entschlossen entgegen#! treten. abzulehnen. Das Recht stehe auf seiner Seite. Das Interesse Frankreichs verbunden mit den Interessen Europas leae Frankreich Kompromißformeln nahe. Diese müßten allerdings eine vernünftige Entschädigung für das Zugeständnis entßalten, das Frankreich bringen würde, ffaillaug sieht diese Gegenleistung in Form eines Wirtschaftsvertrages. Eine Kundgebung der deutschen Hochschulen zur AorüftungSsrage. Zur Abrüstungssrage erläßt der Verband der deutschen Hochschulen eine Kundgebung, in der cs heißt: Die Abrüstungskonferenz hat die Aufgabe, die militärischen Machtmittel der Staaten mit dem für all« Rationen gleichen Recht auf gleiche Sicherheit in liehet- eInstimmung zu bringen. Durch die einseitige Entwaffnung Deutschland« und seiner einstigen Verbündeten sowie durch die einseitige Beschränkung ihrer militärischen Souveränität ist der Grundsatz der Gleichberechtigung und der gleichen Sicherheit verletzt worden. Deutschland- Wehrmacht zu Lande und zu Wasser, zusammen auf 115 000 Mann beschränkt, von allen modernen Waffen entblößt, kann seine Sicherheit gegenüber der erdrückenden Uebermacht der Rüstungen seiner Rachbarn nicht wahren. Deutschlands Entwaffnung ist indessen nur eine Vorleistung. Alle Unterzeichner des Versailler Vertrages haben sich feierlich verpflichtet, auf dem Wege der Abrüstung, den Deutschland gegangen ist. nachzusolgen. Diese Verpflichtung bedeutet, daß alle Völker der Welt d i e Gleichen Methoden der Rüstungs- eschränkung annehmen müssen, die für Das neue Stillhalteabkommen über die kurzfristigen Auslandkredite Auch der Berliner Bankierausschuß fordert die Regierungen zu sofortigem Handeln auf, um die Hemmnisse zu beseitigen, die dem Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft entgegenstehen. unin^°°°th^ lUnb.unb&M m DonS*1 ist in3iP b-ruhD", ___ 495V hindern, den status quo im Saaraebiet f ür eine unbeschränkte Zeit von Jahren aufrechtzuerhalten. Es gebe auch noch eine Reihe anderer Sanktionen, die angewandt werden könnten; doch sei hierzu eine Verständigung mit den übrigen Alliierten notwendig. Eaillaux plädiert für Konzessionen. Ein Wirtschaftsvertrag gegen den Verzicht auf die Reparationen. Paris, 25. Ian. (WTB. Funkspruch.) Im „Deuore“ erklärt der radikale Senator (£ a 111 a u r , ehern. Ministerpräsident und Finanzminister, die Welt könne nur durch Streichung der Schulden von Volk zu Volk aus der Sackgasse herauskommen. Er habe zu England das Der- trauen, daß es ihm gelingen werde, Amerika von der Schwäche feiner Stellung zu überzeugen. Damit die Engländer erfolgreich in Washington plädieren könnten, würden sie wahrscheinlich von Frankreich perlanaen, daß es auf feinen Repa- rationsüberftßuß nachdemAoungplan verzichte. Frankreich habe die Möglichkeit, dies '"Union 830; ttuar. durch den Krieg, die schweren Rachkriegszahlun- gen an fremde Staaten und di« „Inflation" entstanden ist, durch lang- und kurzfristige Kredit« vom Ausland in großem Umfang ausgeglichen. 3n den letzten 16 Monaten hat es jedoch bet Außenwelt seht bedeutende Summen Aurückgezahlt — ein Prozeß, der von seiner Kraft Beweis ablegte, aber zugleich sein ganzes Kreditsystem und seine auswärtigen Kreditverpflichtungen aus eine a ußerordentliche schwere Probe stellte. Der Wieder- anpassungSprozeß. au dem es gezwungen wurde und der schwere Arbeitslosigkeit, weitreichende innere Kredit re st riktion und Haushalts- abstriche zur Folge hatte, war unumgänglich, um seine Ausfuhr auf rech tzuerhal ten, von der seine Fähigkeit zur Schulden- r u ck zahlung re st los abhängt. DaS wichtigste Interesse der Gläubiger ist. da« Kreditsystem in Deutschland zu stärken, die Reichsbank und die Dtab.lität der Währung zu schützen und das Vertrauen wiederherzustellen. Die Steuereinnahmen, die durch die akute und zunehmende Depression stark belastet werden, konnten nur durch wiederholte Steigerung der Steuersätze aufrecht erhalten werden. Die deutsche Besteuerung Hal nunmehr eine höhe erreicht, die, wie in dem Baseler Bericht festgestellt wurde, nicht mehr überschritten werden kann, wir sind der gleichen Meinung. Die Regierung hat außerdem öle Ausgaben in drastischer weise vermindert. Lin haushastssehlbetrag Ist trotzdem weiter vorhanden. Im Gegensatz zu dem im Ausland vielfach er- hobenen Vorwurf leichtfertiger Kredithergabe stellt der Ausschuß ausdrücklich fest: Die kurzfristigen Schulden stellen Beträge dar, die für wirtschaftliche Zwecke verwendet wurden, und zwar in ihrer Gesamtheit zweckmäßig verwendet wurden. Das Geld wurde in gutem Glauben ausgenommen und in gutem Klauben verlangten die Gläubiger die Rückzahlung. Die Kredite sind vorsichtig gewährt worden und im allgemeinen gegen gute Unterschrift. Dies ist ausgiebig bewiesen durch denUmfangderRückzahlun- gen, die bereits geleistet worden sind und die seit dem Herbst 1930 einschließlich der 1200 Millionen Mark feit dem 31. Juli 1931 sich auf fünf Mil- l i a r b e n Mark belaufen. Der Ausschuß kann nur wiederholen, baß er all das s i ch zu eigen macht, was von den beiden Baseler Ausschüs- (en gesagt worden ist. Deutschland kann an die Außenwelt nur Zahlungen lei ft en wenn es in der Lage i|t, einen Äusfuhrüberschußvon Gütern hinauszusenden. Indessen sind die Ausfuhrmöglichkeiten Deutschlands neuerdings durch die Tatsache eingeschränkt worden, daß eine Reihe von Ländern die Goldwährung verlassen hat. Die Ausfuhr nach manchen Ländern ist durch Einschränkungen im Devisen- verkehr schars eingeengt. Schließlich sind die Zollschranken höher undhöher geworden. Der Ausschuß hat einen tiefen Eindruck ge wonnen von den überaus großen Anstrengungen und Opfern, die die deutsche Regierung und das deutsche Volk auf sich nehmen, um ihre Stellung inmitten nie bagcrocfener Schwierigkeiten zu be haupten. Es ist unerläßlich, daß die Hemmnisse beseitigt werden. Das wird nicht eintreten ohne positives handeln der Regierungen und Bölter, auf dem Gebiet der internationalen Zusammenarbeit und, wie die beiden Baseler Ausschüsse dringend gesordert haben, ist keine Zeit zu verlieren. Die geschäftliche Regelung. Um ein Jahr verlängert. Berlin, 23. Jan. (WTB) Rach langwierigen und komplizierten Berhanblungen zwischen Vertretern ausländischer Gläubigerbanken und Mitglie- dem des deutschen Schuldnerausschusses ist ein als „Deutsches Kreditabkommen 1 932" bezeichnetes Abkommen zustande gekommen, das die Rechtsbeziehungen zwischen den ausländischen Bankengläubigern und den privaten Schuldnern kurzfristiger Kredite im Sinne einer Aufrechterhaltung dieser Kredite für ein weiteres Jahr regelt. Der Abschluß ist von Auslandseite an die Voraussetzung geknüpft, daß die deutsche Gesetzgebung in bisheriger Weise die Durchführung des Abkommens sichert. Die ausländischen Banken- gläubiger sollen, falls diese Bedingung nicht erfüllt wird, berechtigt fein, das Abkommen zu kündigen, ebenso für den Fall, daß die der Reichsbank über die BIZ. gewährten Notenbankkredite nicht erneuert werden ober, wenn besonbere finanz» wirtschaftliche Ereignisse auf internatio- natem Gebiet nach Auffassung ber auslänbischen Bankenausschüsse bie Ausführung bes Abkommens wesentlich gefährden. Das Abkommen endigt auto- malisch im Falle der Erklärung eines deutschen Auslandsmoratoriums. Von dem Abkommen werden alle kurzfristigen ausländischen Verbindlichkeiten deutscher Banken, Handels- und Jndustriefirmen betroffen, und zwar auch die erst nach dem 1.3.32 während der Dauer des neuen Abkommens fällig werdenden Verbindlichkeiten. Das Abkommen sieht keine festen Barrückzahlungen vor, beginnt aber mit einer Rückführung der unbenutzten Kreditlinien. Jeder Gläubiger ist berechtigt, am 1.3.32 bie Gesamtheit ber von ihm zugesagten Kredite um 10 v.f). zu kürzen, jedoch nur im Rohrn e n der unbenutzten Kreditlinie n. Darüber hinaus ist vorgesehen, daß Vertreter der ausländischen ^Bankenkomilees mit Vertretern des deutschen Schuldnerkomitees vierteljährlich, erstmalig am I Juli 1932, zusammenkommen und dabei auch etwaige allgemeine Rückzahlungen festsetzen. hierbei wird die Reichsbank Gelegenheit haben, ihre Stellungnahme, von der die Durchführung ber Rückzahlungen abhängt, bekanntzugeben. Beachtenswert ist, baß eine Verpflichtung ber Reichsbpnk zur Bereit st ellung von Devisen in dem Abkommen nicht vorgesehen ist, wohl aber ist eine etwaige Erklärung der Reichsbank über bie eventuelle Geföhrbung ihres Status insofern von maßgebenber Bedeutung für bie Durchführung bes Abkommens, als die Gläubigerkomitees in diesem Falle das Abkommen vorzeitig beendigen können. Eine besondere Behandlung, welche die Ansätze zu I a n afrift i g e r Konsolidierung der Schulden erkennen läßt, ist für die von den deutschen Banken am 29.2.1932 in Anspruch genommenen ungesicherten Bankkredite vor- gesehen. Für die Möglichkeit eines Anschlusses ber Industriekredite an dieses System sind die Voraussetzungen geschaffen. Für die Inanspruchnahme der von den ausländischen Danken zur Verfügung gestellten Akzeptkredite ist ein den deutschen wirtschaftlichen Ver- yältnisten entsprechender Rahmen geschaffen wor- drn, der die Warenbewegung einschließlich der Verarbeitung importierter Güter und die deipv Erpori vorausgehenden Fabrikationsvor- qjf&nct und Warenbewegungen umfaßt und da- -/"burd. alle Arten von Ziehungen deckt, wie ~ sie in aus den Bedürfnifsen deS deutschen Ge» Ichänz in der Dergangenheit und Gegenwart er- >geben. Qkgenübcr den bisherigen Abkommen be- ^yten diese Bestimmungen insofern eine erheb- ^r^ichterung. al« die zur Verfügung gestellten Kreditlinien wieder in bequemerer Weise ausgknuht Verden können. In der Frage der Z t n f c nundProvisionen konnte leider eine grundsätzliche Verbesserung nicht erzielt werden. Es ist jedoch zu hoffen, daß die im Ver- riag enthaltene Empfehlung sich in einer gewissen Ermäßigung der Zins- und Provisionssätze auSwirken wird. Ein Wirtschastsberichi. Tic Basler Gutachten werden bekräftigt. Verl in. 23. Ian. (XU.) Gleichzeitig mit dem Halteabkommen wird ein Bericht des Strllhalteavsschusses der ausländischen Gläubiger der Oeffentlichkeit übergeben, in dem es u. a. heßt: Sine Stillhaltung ist nach der Ratur der Dinge nur eine llebergangsmaßnahme, bestimmt, Eine endgültige Cöfung Zeit zu gewinnen. Weder die ausländischen Gläubiger noch die deutschen Schuldner können dem Lauf der Dinge im wesenlklchen bestimmen und beide warten aus bie Entscheidungen der Regie- rungen. Der Liquidationsprozeß ist in Deutschland weiter fortgeschritten als in irgendeinem anderen großen Lande, da Deutschland nicht nur tat Folgen der Weltdepression, sondern auch rinem fortdauernden und außergew ähnlichen Druck von außen ausgesetzt war. Deutschland hat den Verlust eines großen Deiks seines Betriebskapitals, der Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Lietzener Familienblätter Heimat an Bild-Die Scholle Monats-vezugrprei,: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zentsprechanschlüffe inter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahinach- nchien Anzeiger Siebte. Postscheckkonto: Frankfurt am Blain 11686. 1MV____________ ügerung 3anuat 1932, nadj- ,cn in der $iri|d)ü|t den Diflritlen Finten- langer folgende Lor- lerden. 578D - 4,001™, 6 Kieferad- rtn ®udjefd)eit, 240 nn »ferscheil, 30 rm Eicht' oelkn, 4000 Eichewel- 1. Januar 1932. meistere,, — |» und »ersteigern»- • Stadlwald, iehttanksdcrg, faonau itop werden nach vor- fünft am ^euzung»- eKinger und Eansweid- X dem 28. wt 0 Uhr, versteigert MI S. ch" 240, W t, SÄ’?* 725; 38. üf}f)olV J 0. 320 * >et: rroÄ '1932. ciaerung U” SZ-- m la* ui ei. 58®-’ nneilt-lk'' W M Annahme VON Anzeige« 4 T ■ ▼ für die Tagesnummer dis Glehener Anzeiger« 1 Dr. Friedr. Will». Lange. General-Anzeiger für Oberhessen WWW v • • I I Diumschein und für den vn>S I>,d Ptr!««: Brüt>l'|d>t ll,i»rrg,«r.v»ch. in» StthUnitferef 8. cii,,e in Sdjriftltltiiwe u«6 rchuNtr-Ne 7. sämtlich in Götzen. Oes Reichskanzlers Antwort an Hitler. Eine politische Auseinan-erfehung als Nachspiel zur Präsidentschastskampagne. Berlin, 23. San. (WTB.) Das Antwortschreiben des Reichskanzlers an Adolf Hitler, von dem wir in einem Teil unserer Samstagsauflage bereits einen kurzen Auszug veröffentlichen konnten, erklärt u. a.: Sehr geehrter Herr Hitler! In Ihrem Auftrage überreichte mir am 16. dieses Monats der Reichstagsabgeordnete Doering Ihre Denkschrift, in der Sie Ihre Ablehnung meiner Anregung eines verfassungsändernden Reichsgesehes betreffend die Verlängerung der Amtszeit des Herrn Reichspräsidenten darlegen. Ihre verfassungsrechtlichen Bedenken sind unbegründet. Es hat sich niemals, wie Sie meinen, um ein „A u f h e b e n“ der die Wahl des Reichspräsidenten betreffenden B e - stimmungen der Weimarer Verfassung gehandelt. Niemals ist davon die Rede gewesen, dah der verfassungsmäßig niedergelegte Hergang der Wahl des Reichsoberhauptes „verlassen" werden sollte. Meine Absicht ging vielmehr von vornherein dahin, wie es Ihnen gegenüber klar zum Ausdruck gebracht ist, die Amtsdauer der geschichtlichen Gestalt des jetzigen Herrn Reichspräsidenten aus Gründen des Gesamtwohles des deutschen Volkes um eine gewisse Zeit im Wege der Gesetzgebung zu verlängern. Die Verlängerung der Amtsdauer durch ein ver- fassungsänderndes Gesetz ist zulässig. Artikel 76 der Reichsverfassung bestimmt ausdrücklich: „Die Verfassung kann im Wege der Gesetzgebung geändert werden", es ist kein Grund ersichtlich, warum nicht in den Formen des verfassungsändernden Gesetzes von der Regelung des Artikels 43 Abs. 1 der Reichs- Verfassung , wonach das Amt des Reichspräsidenten sieben Jahre dauert, im Einzelfall sollte abgewichen werden können. Um ein solches verfassungsändernde v Gesetz, das übrigens die Bestimmung de» Artikels 43 Abs. 1 der Reichsoersassung über die Amtsdauer des Reichspräsidenten als solche bestehen lassen würde, handelte es sich und nicht, wie Sie in Verkennung der Rechtslage anzunehmen scheinen, um eine „Wahl" des Reichspräsidenten durch den Reichstag, durch die der Reichspräsident „den wechselnden Zufällen parlamentarischer Majoritäten ausgeliefert werden würde". Die grundsätzliche Bestimmung des Artikels 41 Absatz 1 der Reichsverfassung, wonach der Reichs- Präsident vom ganzen deutschen Volke gewählt wird, würde also durch ein Gesetz, wie es die Reichsregierung im Auge hatte, in keiner Weife berührt, geschweige denn „a u f g e h o b e n" werden. Ihre politischen Argumente muh ich als unsachlich zurückweisen. Während meine Anregung in der Präsidentschaftsfrage aus - schließlich von nationalen, überparte i l i ch e n Gesich tspunkten diktiert war, halten Sie mir eine ausschließlich von Ihrem parteipolitischen nationalsozialistischen Gesichtspunkt gesehene, in allgemeinen Wendungen sich ergehende Darstellung der deutschen Rachkriegsentwicklung entgegen. Diese Darstellung geht an den wichtigsten Vorgängen dieser Zeit vorbei. Sie behaupten, meine Anregung in der Präsidentschaftsfrage haben letzten Endes die Erhaltung des „heutigen Systems" bezweckt.^ Dieses „System" habe in dreizehnjähriger planmäßiger Zerstörungsarbeit Deutschland zum Ruin geführt. Rur die Lieberwindung dieses „Systems" verspreche innere Gesundung und außenpolitische Erfolge. Deshalb mühten Sie sich meiner Anregung versagen. Ich muß es ablehnen, mit Ihnen in eine Diskussion über Schlagwortbegriffe einzutreten. Wer den Ernst einer schweren Aufgabe völlig erkennt, wird niemals Zufluch,t zu einem Schlagwort nehmen. vonr vaterländischen Standpunkt aus muh ich e» auffällig finden, dah Sie die hauplursoche der deutschen Rot auf parteipolitische Verhältnisse zurücksühren. Rach allgemeiner Auffassung ist ein auhenpolitischer Tatbestand, der V e r - sailler vertrag mit seiner politischen und wirtschaftlich - finanziellen Angerechtigkeit und Unvernunft, der entscheidende Grund unserer deutschen Rot und zum großen Teil auch der Dellnöte. Die Bestimmungen und die Handhabung dieses Vertrages in den ersten fünf Jahren seiner Geltung haben alle deutschen Wiederaufbauverfuche immer wieder zerstört, die deutsche Währung erschüttert und schliehlich die Einheit des Reiches selbst bedroht. Wenn das Reich gerettet wurde, so ist das nur geschehen durch das Zusammenstehen aller Volks- genosien ohne Unterschied der Parteien. Sie gehen an diesem wesentlich durch auhenpolltische Verhältnisse geschaffenen Sachverhalt ebenso vorbei. wie Sie die heutige deutsche Wirtschofts- not vom Standpunkt Ihrer Parteiideologie aus kurzer Hand dem von Ihnen bekämpften „System" zur Last legen. Auch hier verschließen Sie sich den Tatsachen. Auch eine Reichsregierung, die eine Ihrer Auffassung entsprechende Zusammensetzung hätte, stände vor den genannten wirtschaftlichen Lat- fachen und mühte auf dem Wegeweiterschreiten. der der von mir geleiteten Regierung durch eben diese Tatsachen aufgenötigt worden ist. Wenn Sie im übrigen meine Anregung in der Präsidentschaftsfrage als ein Produkt der Angst des „Systems" vor der polittschen Auseinandersetzung mit dem Ra- tionalsozialismus bezeichnen, so können Sie damit meine Mitarbeiter und mich nicht treffen. Durch das Vertrauen des Herrn Reichspräsidenten auf unseren Posteü gestellt, tun wir nach besten KrHften unsere Pflicht. Wir kennen nur ein Ziel: Rettung des Vaterlandes auS seiner großen Rot. Lieber unsere Erfolge steht jedem da- Llrteil frei. Linser gutes Gewissen aber lassen wir uns von niemand bestreiten. Es gibt unS die Kraft, ohne Furcht den Weg zu gehen den eS unS vorschreibt. Wir scheuen daher auch daS Urteil des deutschen Volkes über unsere Maßnahmen nicht. Wenn Sie die von Ihnen gewünschte Beseitigung des „herrschenden Systems" als einen außenpolitischen Gewinn Deutschlands bewerten zu sollen glauben, so muh Ich Ihnen die Verantwortung für diesen Angriff auf eine Regierung. die alle Kraft an die Besserung der Lage des deutschen Volke» in den kommenden Verhandlungen zu sehen entschlossen ist. überlassen. Ls muh Ihnen bekannt sein, wie die ganze Arbeit dieser Regierung von dem Primat der Auhen- Politik beherrscht wird. Ebenso aber werden Sie nicht leugnen wollen, dah der außenpolitische Erfolg zum Teil durch die Geschlossenheit bedingt ist. mit der die Ration hinter ihren Unterhändlern fleht. Ich kann nur bedauern. dah Sie selbst in dieser kritischen Lage nicht die Folgerung aus dieser Wahrheit ziehen, die sich von selbst ergibt. Eine Entgegnung Hitlers. Lleberwindung des (Systems. — Beseitigung -er Schuldigen. M ü n ch e n. 23. Ian. (TLI.) Adolf Hitler hielt am Samstag im Zirkus Krone eine eineinhalbstündige Rede. Wenn der Kanzler erkläre. Hitler könne nichts anderes tun, als die gegenwärtige Reichsregierung auch, so müsse festgestellt werden, dah die Reichsregierung allmählich damit beginne, was die National- sozialisten schon seit Jahren gefordert hätten. Freilich würden die nationalsozialistischen Vorschläge nur stümperhaft angewandt. Die Regierung erkläre, daß deutsche Volk werde diesen Winter schon noch überwinden. Das deutsche Volk werde noch mehr Winter überwinden, weil es das heutige Sy st em überwinden werde. Es sei aber sehr zu bezweifeln, ob die Parteien und Menschen, die letzten Endes dafür verantwortlich gemacht werden müßten, auch noch den nächsten Winter überleben würden. Wenn jemand die Schuld an der bisherigen Entwicklung trage, dann sei der erste Weg zur Besserung die Beseitigung der Schuldigen. So leicht kämen die Herren nicht um die Vergeltung herum, daß sie sagten: „Wir sind auch nur das Opfer einer Weltkrise und des i Friedensvertrages." Es gebe nichts auf der Welt an Ereignissen, wo nicht Menschen als Llrheber dahinter ständen. Die Revolution sei der Anfang der Schuld gewesen. Die Kriegsschuldlüge sei * mit der Revolution aus der Taufe gehoben worden. Die Parteien, die heute an der Regierung seien, hätten die Revolution gemacht oder sie mindestens gebilligt und gedeckt. Die Parteien seien also an der Entwicklung schuld und müßten daher vernichtet werden. Dreizehn Jahre lang hätten die Vertreter des heutigen Systems Fehler über Fehler in der Regierung gemacht und das deutsche Volk in die Katastrophe getrieben. Wir verlangen von ihnen nichts anderes, als dah sie uns nun die nächsten dreizehn Jahre abtreten zur Wiederaufrichtung Deutschlands. Wenn sie erklären: „Wir können das nicht, wir sind verantwortlich", so sagen wir: „Wem seid ihr denn verantwortlich? Vielleicht der Ration? Fragt sie doch! Sie wird euch euer Urteil ausstellen. Deutschland kann nicht frei werden, bevor das System überwunden wird, das Deutschlands Zerrüttung verschuldete. Es ist Zeit, dah diese Männer abtreten. Sie sagen: „Wir gehen nicht." Wir sagen: „Wir werden euch entfernen, so wahr wir hier stehen. Die Parteitürme Deutschlands, mögen sie heißen, wie sie wollen, reihen wir ein. Wir werden sie zertrümmern und in Schutt schlagen und darauf den Turm der deutschen Ration aufbauen!" Eckenersordert zur Sammlung auf. Berlin, 24. San. Dr. Hugo Eckener sprach im Rundfunk im Rahmen der Vortragsreihe „Deutsche Rot. deutsches Hoffen" über „die politische Forderung der Stunde". Er sagte einleitend, dah er sich bisher von aktiver politischer Betätigung ferngehalten habe. Die sonderbaren Vorgänge der letzten Wochen nötigten ihn aber, das Schweigen zu brechen. „Was in letzter Zeit sich bei uns zugetragen hat", so führte er aus, „veranlaßt zu der Frage, ob wir Deutsche von allenpolitischen Snstinkten verlassen sind. Es gibt geschichtliche Situationen, die entscheidend sind für die Geschichte des Volkes. Eine solche Stunde ist gegenwärtig für das deutsche Volk da. Mit einem Rest von Hoffnung gehen wie den kommenden Reparationsverhandlungen entgegen, in denen vielleicht die Würfel über unser Schicksal fallen sollen. Sn solchen Augenblicken ist es einfachste gebieterische Pflicht, sich geschlossen hinter die Regierung zu stellen, um ihr zu ermöglichen, mit dem ganzen Gewicht und der vollen Autorität, die der Wille eines einigen Volkes zu geben vermag, vor ihre Gegenspieler zu treten. Man bereitet dem Kanz- ler eine formelle Riederlage bei einer Aktion, deren Erfolg er als wesentlich für seine Stellung auf der Konferenz ansieht. Man schlägt ihm die Wiederwahl des Reichspräsidenten mit. qualifizierter Parlamentsmehrheit ab. Was der Kanzler sachlich wollte, die Wiederwahl Hindenburgs, mag bis zu einem gewissen Grade wieder gutzumachen sein. Was aber nicht wieder gutzumachen ist. ist die Schwächung der Autorität des Kanzlers vor dem A u s l a n d e. Es ist eine Komödie, aber leider steckt in dieser Komödie die ganze Tragik unseres unglückseligen Parteihaders. Schließlich sind umstrittene Berfa s s u ng s f r a g e n weniger wichtig als die Lebensfragen des Vaterlandes. Es ist ein gewagtes Spiel, das man um die Volksseele spielst, just in einer Stunde ,wo wir einig fein müssen." Escherich für die Wahl Hindenburgs. München. 23. San. (LL1.) Der Führer des Bayerischen Heimatschuhes. Forstrat Escherich. veröffentlicht eine Erklärung zur Reichs- Präsidentenwahl, worin er allen Heimatschutzkameraden seine Stellungnahme zur Wahl bekanntgibt: Wer seine Heimat schützen und retten wolle, habe Hindenburg zu Wählern Dieser Name sei geachtet in der ganzen Welt, auch bei den ehemaligen Feindstaaten. Dieser Name bedeute Ordnung, Sicherheit und Autorität. Hindenburg fei ein wahrer Vater des Vaterlandes. Er fei ein Shmbo l für Deutschlands Gediegenheit. Ein solcher Mann verdiene es nicht, dah man seine Treue mtt Untreue vergelte. Was geschieht mit den 45000 Osterabiturienten? Starke tleberfüllung der akademischen Berufe. — Warnung vor dem Jrauen- studium. — Versuch der Eingliederung -er Abiturienten in praktische Berufe. Berlin, 24. San. (CNB.) Sm Anschluß an eine Konferenz im Reichsinnenministerium, die sich mit der Frage der beruflichen Eingliederung der Ostern dieses Sahres zur Entlassung kommenden Abiturienten beschäftigte, berichtete der Geschäftsführer des Deutschen Studentenwerkes, Dr. Sikorski- Dresden, der Presse über die Lösungsmöglichkeiten dieses brennenden Problems. Rund 45 0 0 0 Abiturienten werden Ostern 1932 die höheren Schulen verlassen. Bisher sind über 70 Prozent der Abiturienten an die Hochschulen gegangen. So erklärt sich deren starke Lieberfüllung. Schon jetzt gibt es schätzungsweise etwa 40 — 60 000 stellungslose Akademiker in Deutschland. Andererseits werden bei Zugrundelegung von 370 000 berufstätigen Akademikern in Deutschland in normalen Zeiten jährlich höchstens 1 0000 bis 12 000 Stellen frei. Selbst wenn man eine günstige Entwicklung unserer Wirtschaft annimmt. werden also in nächster Zukunft für jeden freiwerdenden Posten zwei bis drei Anwärter zur Verfügung stehen, nicht gerechnet die bereits stellungslosen Akademiker. Diese erschütternden Zahlen und Tatsachen zwingen dazu, die Abiturienten mit größter Eindringlichkeit vor dem Studium zu warnen, was insbeson - derefürdas Frauen st udium gilt. Während nämlich die Zahl der Studentinnen 1913/14 noch 3700 betrug, ist sie jetzt auf rund 20 000 gewachsen. Die Warnungen können natürlich nur Erfolg haben, wenn andere Ausbildungs- und DerufSmöglichkeiten geschaffen werden. DaS Deutsche Studentenwerk hat in den letzten Monaten mit dem Reichsinnenministerium und den großen Sndustrieverbänden Verhandlungen geführt, die die Eingliederung der Abiturienten in auherakademische Berufe — Sndustrie. Handel, Handwerk, Landwirtschaft — zum Ziele haben. Sn allen Ländern sollen Ausschüsse aus Vertretern von Behörden, Schulen, Sndustrie- und Wirtschaftsorganisationen gebildet werden, um in enger Gemeinschaft mit den Arbeitgebern Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für Abiturienten in auSreidjenbem Maße bereitzustellen. Nur wenn dies gelingt, kann damit gerechnet werden, dah der starke Zustrom zu den Hochschulen aufhört und der weiteren Züchtung eines akademischen Proletariats vorgebeugt wird. Der jetzt zur Entlassung kommende Abiturientenjahrgang ist besonders stark, da es sich noch um Geburtenjahrgänge aus der Vorkriegszeit handelt, wo durchschnittlich über 2 Millionen Neugeborene jährlich zu verzeichnen waren. Es ist ein glücklicher Llmstand, daß dies zu einem Zeitpunkt in Erscheinung tritt, zu dem die Zahl der die Volksschulen Verlassenden und der Schüler bie mit der Mittleren Reife abgehen, bedeutend geringer ist als in den Vorjahren, weil die Kriegsjahrgänge 1917 und 1918 mit nur durchschnittlich 900 000 Neugeborenen zur Entlassung kommen. Dieses Zusammentreffen er» leichtert die Forderung an alle privaten und öffentlichen Arbeitgeber, in diesem 3ahre besondere AuSbildungs stellen für Abiturienten zu schaffen, wobei selbstverständlich em Abbau bereits Beschäftigter nicht in Frage kommen darf. Wenn auch niemand voraussagen kann, wie sich der Arbeitsmarkt für die verschiedenen Berufe in den nächsten Jahren gestallen wird, so kann doch wohl damit gerechnet werden, daß bei aufstei- stendec Entwicklung unsere Wirtschaft m der Lage sein wird, wieder Arbeits- in großem Umfang aufzunehmen. Sollte aber die gegenwärtige Depression mehrere Jahre andauern, dann gilt es, p l a n m ä ß i g neuen Lebensraum für die deutsche Iugendzu erschließen. Die Erfahrung der Au Sn Wanderung lehrt, daß für die Erschließung neuen Lebensraumes fast nur Menschen mit landwirtschaftlicher, handwerklicher und praktischer Ausbildung in Frage kommen, die gleichzeitig fremde Sprachen beherrschen, während Akademiker — und zwar nur Ingenieure, Aerzte und Lehrkräfte — in ganz geringem Umfang gebraucht werden. Wiedereinführung -er Steuerverzugszuschläge. D e r I i n, 23. San. (TLI.) Die durch die 4. Notverordnung vom 8. Dezember 1931 aufgehobenen Steuerverzugszuschläge werden am 1. Februar 1932 wieder eingeführt. Der neue Verzugszuschlag beträgt halbmonatlich 1,5 v. H., während der alte Verzugszuschlag bekanntlich erheblich höher war. Der Zuschlag gilt für die wesentlichsten Steuerarten, sowohl für die Steuern des Reichs, als auch der Länder und Gemeinden. Ll. a. für die Einkommensteuer, Vermögenssteuer. Erbschaftssteuer, Körperschaft- steuer, Grund- und Gewerbesteuer ufw. Die Bürgerschaftssteuer wird von den neuen Maßnahmen nicht erfaßt. Die Wiedereinführung^der Steuerverzugszuschläge ist darauf zurückzuführen, dah die Steuereingänge in letzter Zeit erheblich zurückgegangen sind. Das Reichsfinanzministerium hat sich insbesondere von dem Gedanken leiten lassen, dah die Gemeinden unter allen Llmständen die notwendigen Gelder für die Wohlfahrtserwerbslosen zur Verfügung haben müssen. Die Aufhebung des Lesuiien- ordens in Spanien. Madrid. 23. San. Der Präsident der spanischen Republik unterzeichnete ein Dekret, durch das die Auflösung des Jesuitenordens verfügt wird. Der Iustizminister hat eine Verfügung erlassen über die Auflösung des Sesuitenordens. Demnach müssen die Sehnten innerhalb von zehn Lagen das Gemeinschaftsleben aufgeben. Sede neue Vereinigung in irgend einer andern Form ist verboten. Seit dem heutigen Sonntag ist dem Orden das Verfügung srecht über sein Vermögen und seinen Besitz entzogen. Die Provinzialgouverneure haben soso, t genaue Erhebungen anzustellen, nach deren Beendigung alles bewegliche und unbewegliche Eigentum des Ordens an den Staat übergeht. Alle handelrechtlichen Llnternehmungen einschließlich der Banken sowie alle in Betracht kommenden Privatpersonen haben dem Finanzministerium genaue 21 u f ft e I lung über in ihrem Besitz befindliche Vermögenswerte der Sefuiten einzureichen. Zur Durchführung der Enteignung wird ein besonderer Ausschuß gebildet, der aus Vertretern der Ministerien bestehen wird. Die Kirchen und Kulturgegenstände werden den Bischöfen übergeben werden. Aus aller Welt. Elli Beinhorn telephoniert drahltlos von Siam nach Berlin. Die Asienfliegerin Elli Beinhorn, die über Rangoon in Bangkok eintraf, hat selbst Nachricht von ihrem Eintreffen in der Hauptstadt Siams telephonisch nach Berlin gegeben. Ihr ist ein begeiferter Empfang auf dem Flugplatz bereitet worden. Als Vertreter des Königs hatte sich Prinz Paripatra der vor dem Kriege selbst dem deutschen Heer als Offizier angehörte, eingefunden, der sich des längeren mit der Fliegerin unterhielt. Wie die Fliegerin weiter erzählte, soll sie dem König von Siam oorgeftellt werden. Anschließend an den Empfang wird ihr der Verkehrsminister Purathatra ein Frühstück geben. Den Weiterflug will sie. am Mittwoch antreten. Sorojelfpionagc in Bulgarien. Die bulgarische Polizei verhaftete die beiden Bordfunker der bulgarischen Dampfer „Zar Ferdinand" und „Bulgarin", die gerade im Hasen von Warna lagen. Eine Untersuchung hatte ergeben, daß der ständig beobachtete verbotene Funkverkehr aus Bulgarien mit Funkstationen der Sowjetunion mit Hilfe bulgarischer Schiffe vermittelt wurde. Beide Funker haben bereits eingestanden, daß sie hierzu durch die Agenten der GPU. in Istanbul während des Anlaufens dieses Hafens gedungen und mit Geheimchiffren versehen worden seien. Sie gaben weiter zu, daß sie seit Monaten alle wichtigen Vorgänge in Bulgarien nach Odessa 9 ? ! unkt und von dort Anweisungen zur Weitergabe an die bulgarische Komintern erhalten hätten. Die Polizei verhaftete ferner zahlreiche Telegraph! st en der Postämter Burgas, Wqrna und Rustschuk, die den Funkstationen der Scm^fer Zubringerdienste leisteten Kommunislensturm auf eine Kaserne in Zrich. Weil zwei junge Soldaten, die in äVäjdc. an einem antifaschistischen Kampftag teilgenom- men hatten, zu je zehn Tagen Arrest verurteilt worden waren, veranstalteten die Züricher Kommunisten vor der Kaserne, in der die beiden Soldaten ihre Strafen abbüßen, eine Kundgebung. Sie rissen die beiden vor der Kaserne stehenden Schilderbäuschen um und rammten mit diesen das geschlossene Eingangstor. Als die Kommunisten in die Kaserne einzudrin- gen versuchten, gab eine darin untergebrachte Polizeiabteilung mehrere Schüsse ab, durch die vier Kommunisten verletzt wurden. Auch die Kommunisten sollen geschossen haben. Erst als Verstärkung für die Staatspolizei heranrückte, ergriff die Menge die Flucht. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Schwere Zuchlhousrevolle In England. 3n dem Zuchthaus von Dartmoore kam es zu schweren Unruhen, an denen sich von etwa 480 Ansassen zwischen 300 und 400 beteiligten. Polizei unb Truppen jnufcten den Gefängnisbeamten zu Hilfe kommen, toeit über 14 Tagen hatte sich bereits Aufruhrgeist unter den Gefangenen bemerkbar ge- macht. Als die Insassen zum Kirchgang ein- geteilt wurden, warf sich eine Anzahl von ihnen mit improvisierten Waffen auf die Aufsichtsbeamten. Eine andere Gruppe stürzte in das Amtszimmer des Direktors. Das dort im Kamin brennende Feuer wurde benutzt um das Gebäude in Brand 3.u u ecke n. In wenigen Minuten waren die über bie Zuchthausmauern züngelnden Flammen in weitem Umkreis sichtbar Der Direktor sandte sofort em telephonisches SOS an die Polizeibezirke von Ana btt «r fite sprachen Mge He _ «ut 1 ®«tb,n" "ung lufdjldg, ^btt »j Mag ! M te« ftv- der LLnbü ! :Ucn Datznch^ ^Aren. baf) S^ä1 5 Jesuiten, anien. M« dn hau 3e luitenot» ^ymmifltt hat 1 d>e 3uf[ö|Ung Wen die 3e- ’ Söflen da« N'geben. && ™ andern Form 1 Sonntag ist dm echt über sein n Desih int. Mu« haben Io. Wien, nach deren und unbeloegliche n Staat über. ^nternchnuing« ie alle in betracht den dm Finanz l u n g über in mögentwerte ut Durchlührnna anderer Ausschuß der Ministerien und Rulturgrocn- ' en übergeben Bett. m nach Berlin. :n, die über Kanal selbst Kachricht ptstodt Siams leit- )r ist ein begti- Flugplatz btrtiltl gs hatte sich Prinz jelbft dem deutschen ’funben, der sich bt» hielt. Wie die Flie- em König von Anschließend an den Minister Purathatra terflug will fit, am ulgarien. chastele die beiden )en Dampfer .Hal ie gerade im chasen Buchung hatte erge- chlete verbotene n mit Funkstationen e bulgarischer leibe Funker Haden hierzu burch b e tandul wahrend de» ungen unb mit ien worden seien- KS»» SS»« ihlrciche leie . , Burgas, Dorna innen Der W?« asttne In die tn . dir Ä SÄ£; >E^.udrin' :ne«1 Itin4üÄM crc€Äoä die erst als 1 kn Ä- ihnen -■K8US*Je Plymouth und Exeter. Die Feuerwehr von Plymouth machte sich unverzüglich an die Löjchung de» Brandes. Mittlerweile wütele innerhalb der Mauern ein furchtbarer Kampf. Hunderte der Zucht- Häusler versuchten gleichzeitig an allen Stellen d i e hohen Mauern,« erklettern, wahrend die Beamten in sie hineinschosfen Eine große Anzahl der Zuchthau.ler soll verletzt sein. Andere Zuchthäusler drangen in die Verwaltungsräume ein. wo sie die A k t e n z e r st ö r t e n. Der Kamps dauerte über Zwei Stunden. Die amtlichen Berichte stellen die Vorgänge im Zuchthaus harmloser dar. als sie wirklich waren. So ist in dem Kommunique nur von einer Anzahl verbrannter Akten die Rede. Presse- Photographien, die von Flugzeugen aus oufgenom- men worden sind, zeigen, daß das ganze zwei- stockige Hauptgebäude, dessen Fassade eine Front von 12 Fenstern holte, mitsamt seinem Glocken- türm vollständig verbrannt ist. Revolution In Salvador. In der mittelamerikannchen Republik Salvador find kommuniftif-che Unruhen auS- aebrochen. Di« Jtommumflcn beherrschen die Städte La Libertad, Zaragossa und Santa Tccla. Zahlreiche Regierungovfsiz.e.e wurden ermordet und ihre Köpfe auf Pfähle auf- g«spießt Die Truppen sind der Regierung treu gcbluben und haben sich in der Hauptstadt San Salvador verschanzt- Dorthin sind alle Fremden geflohen. Ueber da« ganze Land ist Krieg-recht und Zensur der- hängt. Alle Kommunisten, deren man habhaft werden kann, werden htngcrichtet Die f r e m d e n K r i e g « s ch i f f e, die in La Libertad e ng.t.offen find, warten auf Befehl, Truppen zu landen. Aus Her Provinz,alduuplfiodt Dietzen, den 25. Januar 1932. Abrüstung - Sicherheit auch für Deutschland. 2m Sametagabend vereinigte die ArbeitS- gemeinschastder Militär- undRegi- mentsverctne Sieben die Mitglieder der ang»chlofsenen Dereme zu einer Abrüstung«- Kundgebung im 6af6 Leib. Der Vorsitzende dec Arbeitagemeinichast, Land^.e.ichlSrat Trüm- pert, begrutzte d'e Ve.sammluna, ging dann in ku.zen Ausführungen auf die längst widerlegte Kriegsschuldlüge cm und wie« aus die Konsequenzen hin, die im Interesse unsere« Dater- landc« darau- g"vgen werden mühten. Für jeden Deutsch.n sei cS in der AbruslungSfrage unerlühl.che Au g ae, hinter der Reichärcgierung zu stehen und ihr den moralischen Rückhalt zu verschossen, der nötig ist. um Deutschlands Interessen aus der bevorstehenden Konferenz nachdrücklich wahrnehmen zu können. Sodann sprach der Vortragende deS Abends über „Die Abrüstungskonferenz . Heute, über dreizehn Jahre nach Kriegsende, leide Deutschland noch unter unerträglichen Fesseln. Der Vertrag von Versailles sei kein FriedenSvcrtrag. er habe vielmehr nur Unrecht und Unfrieden über Duropa gebracht. Di« Abrüstungskonferenz sei von entscheidender Bedeutung für Freiheit oder dauernde Knechtschaft deS deutschen Dolkcs. Leider herrsche im weiten BolkSkreisen noch viel Unklarheit über die wahr« Lag« in Europa. Deutschland habe abgerüstel, di« Gegner starrten in Dassen. Frankreich glaube bedroht zu sein und benütz« die Forderung nach Sicherheit als ständigen Vorwand für Immer neue Rüstungen. In allen Ländern Europas sei di« allgemeine Wehrpflicht eingeführt, selbst die Jugend werde mili- tärisch ausgebildet. Deutschland habe nur ein stehende« Heer von 1OOOOO Mann, kein Recht zur Ausbildung von Reserven, kein Recht zur militärischen Erziehung der Jugend und kein Recht, di« allgemeine Wehrpflicht auch nur in b.schränktem Umfange e nzuführen. Frankreich und die übrigen Länder verfügten über Tausende von jiampslflugzeugen, Frankreich besitze eine Unmenge von Maschmengegewehren, TaniS, Unterseebooten und viele KriegSschisfe. ungeheuere Mannschafls- reserven und Artillerie mit schwersten Kalibern. Deutschlands habe an Stell« von Tanks nur Holz- attrappen, kein Militärslugzeug, kein U-Doot, wenige veraltete Linienschisse und Kreuzer, nur «m brauchbares Schlachtschiff (den Panzerkreuzer A) und nur verschwindend wenige schwere Ar- chllerie. Frankreich habe seine Industrie stets für den Kriegsfall in Bereitschaft, für Deutschland aber bestehe ein Verbot, industrielle Vorkehrungen für die Deckung des Kriegsbedarfs zu machen. Frankreich habe auhcrdem an seiner Ostgrenze einen Wall von Eisen und Beton errichtet. der ein schier unüberwindliches Hindernis für jeden Angreifer bilde Rechts deS Rheins befinde sich im Gegensatz hierzu eine 50 Kilometer breite entmilitarisierte Zone. Die Machtlosigkeit Deutschlands sei nicht nur eine Gesahr für Deutschland selbst, sondern eine Gefahr für den Frieden Europas. Ein abgerüstetes Land sel stets ein# Versuchung zum Angriff von den gerüsteten Ländern. Deshalb mäste die Forderung lauten: Einschränkung der Rüstungen bei den ehemaligen Feindbundstaaten, Sicherheit und Wchnreidcit auch für Deutschland, gleiches Recht für alle! Für die bevorstehende Abrüstungskonferenz mäste Deutschland den Willen zum Kampf und die Entschlossenheit zeigen, alles für Deutschlands Bestand und Zukunft emtusetzen. Mit der Aufforderung zur Einigkeit schloß der Vortragende feine Ausführungen, ff ine Anzahl Lick, wilder, in denen ' an Hand von Ziffern und statistischen Darstellungen dos Erhält- nb des deutschen Rüftunasflande» zum Rüstung», stand der übrigen europäischen Staaten wiedergege- den war, lieh den Zuhörern die gefahrvolle Lage Deutschlands in ihrem vollen Ausmag erkennen. Landgerichtsrot Trumpert dankte hn Anschluß an den beifällig aufgenommenen Vortrag dem Red- ner und verlas eine Entschließung, die wider- Ipruchlose Annahme sand. Die Entschließung hat folgenden Wortlaut: „Die von der Arbeltsgemelnschast der Militär- und Regimentsoereine Gießen veranstaltete, au» allen Streifen der Gießener Bevölkerung besuchte Versammlung, nahm mit großem Intereste und lebhafter Zustimmung einen Vortrag über „Die Frage ber Abrüstung und die Abrüstungskonferenz" entgegen. Die Versammlung weist mit Entrüstung die schamlose Lüge von Deutschlands Alleinschuld am Weltkriege zuruck und verlangt deren Zurücknahme. Sie erhebt entschieden und seierlichst Widerspruch dagegen, daß dem deutschen Volke mit allen Mitteln ber Gewalt und Rechtcbeugung, sowie durch die unter allerlei nichtiaen Vorwänden immer wieder hinausgeschobene Erfüllung feierlichster Versprechungen eine seine Zukunft aus» schwerste gefährdende Ungleichheit und Unterlegenheit in allen Wehr- angelegenheiten aufgezwungen wurde. Die Der- fammlung fordert ab einzig mögliche unverrückbare Stellungnahme der deutfchen Vertreter auf der Ab- rüstungskonferenz: gleiche Sicherheit, gleiche Metho- den der Abrüstung, gleichberechtigte Teilnahme Deutschland» an dem geplanten Weltabrüftungs- abfommerr scharfe Herabsetzung der Rüstungen der anderen Möchte nach deutschem Vorbild, d. h. tatsöch- lich allgemeine Abrüstung und nicht nur Schein- lösung Der Abrüstung." Nat ona sozialistische Versammlung. Die Rationalsozialistisch« Deutsche Arbeiterpartei veranstaltete gestern abenb im Ca’ö Leib eine öffentliche Versammlung, die so starken Besuch aufzuweisen hatte, datz der Saal voll besetzt war. AlS erster Redner sprach der LandtagSabge- ordnete Graf SolmS (ArnSburg). Vr erinnerte einleitend an die große Rot der Gegenwart, der er die Rot der KriegSzeit gegenüberstellte: während damals aber die Rot eine klare und feste Zielsetzung gehabt habe, beruhe die heutige Rot nur auf der Grundsatzlosigkeit. Die Wirtschaft alS Mittelpunkt der deutschen Kraftanspannung lehnte er ab, denn die Wirtschaft sei nicht Selbstzweck: diese Ausfassung sei der größte Irrsinn. Durch diese Einstellung seien wir an den Rand deS Abgrundes geführt worden. Gegen die bisherigen Führer, gegen daS seitherige System müsse jetzt Stellung genommen werden. Sodann ging der Redner kurz auf den bekannten Winterhilfe- Antrag der RSDAP. im Landtag ein und betonte dabei, daß die Kosten dieses Antrages nur von dem liquiden Vermögen hätte getragen werden sollen, d. h. von dem reinen Darver- mögcn, das ein Besitzer nach Abzug aUer Schulden noch besitze. Wer heute noch 20 000 Mk. bar besitze, könne davon, auch etwas für die Rotleidenden abgeben. Der Cventual-Antraa, diese Geldmittel vom Reiche zu verlangen, habe bezwecken sollen, aus den Steuermitteln auch etwas für die Hilfsbedürftigen des Volkes zu tun und das Geld nicht nur zur Stützung von Großbanken zu verwenden. Die RSDAP. würde diesen Antrag heute genau wieder so stellen, wie damals, weil sie sich in ihrem Gewissen dazu verpflichtet fühle. Weiter beschäftigte sich der Redner mit dem Doxheimer Dokument: er bestritt hierbei jeglichen Hochverrat und betonte, in diesem Schriftstück komme nur zum Ausdruck, daß man nicht gewillt sei, sich widerstandslos von der Kommune totschlagen zu lassen. Die ganze Angelegenheit sei von den Gegnern der RSDAP. ausgebauscht worden. Rachdem er noch kurz die Reparationssrage gestreist und dabei hervorgehoben hatte, daß Deutschland keine Reparationen mehr bezahlen wolle, forderte er zu engem Zusammenstehen und zu der Einsicht auf, daß Deutschland nur durch ein älebermaß an Glauben, Mut und Treue gerettet werden könne. (Lebhafter Beifall.) Hierauf fpruch der hessische Gauleiter der RSDAP., LandtagSabgeordneler Lenz, Darmstadt. Er erklärte, die Nationalsozialisten wollten einen Staat aufbauen nach ihrer Aeberzeugung, denn heute hätten wir ja keinen Staat, weil keine wahre Freiheit und Souveränität der Regierung vorhanden sei. Heute regiere in Deutschland der Geldsack; wenn der Staat den nötigen Murr hätte, wäre mit den Bank- und Börscngewaltigen schon längst Schluß gemacht worben Die RSDAP. wolle altes auSmerzen, was daS deutsche Volk auSsauge Sodann forderte er u. a. mehr Einig- le.t und gegenseitiges Verstehen der verschiedenen Dolkssch.chten Der Geist deS RationatfozralcS- mus wolle als wesentliches nicht den Kampf gegen die Parteien, sondern den Kampf um die deutsche Seele, um damit ein neue» Volk und ein neues Deutschland zu erobern. Die Zeit werde nicht mehr fern sein, wo es der RSDAP. auf durchaus legalem Wege gelingen werde, die Macht in Deutschland zu übernehmen Auf keinen Fall lasse sich die RSDAP in die Illegalität ab- drangen Die Legalität sei da« beste Mittel gegen da» heutige System. daS man mit Stumpf unb Stiel beseitigen wolle. Diesem System kl man am nächsten an der Gurgel, wenn man fiunbertprozen.ig verfassungstreuer Republikaner ei. Der Redner kam zum Schluß noch kurz auf Hessen zu sprechen unb erklärte, hier habe man bic RSDAP in die Regierung hineinmanbverie- ren wollen. Die RSDAP. denk aber nicht daran, bic anderen sollten selber regieren unb übermorgen fe ber ihre Pleite anmclbcn. Kimber- fi c r unb Adelung sollten allein anmclbcn, daß ic nicht mehr könnten. Die RSDAP. könne warten, bis daS jetzige System feine Pleite erklärt habe VS komme bic Zeit, wo bic RSDAP. allein bic Macht haben werde. Der Rational- fovasiSmuS werbe einen Staat aufbauen, in bem alle Garantien für den Aufbau auch des Einzelnen gegeben feien. (Lebhafter Beifall.) -vornottzcn. — Tageskalender für Montag: Techn. Derein, Reichsverbanb deutscher Baumeister, Kunst- wifsenschastl. Institut, Lubwigstraße 34, 20.15 Uhr, Lichtbilder-Dortrag über „Die älteste Stabtanlage unb ber Stabtbauplan von Gießen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Porck". — Aus dem Stabttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag. 20.15 ilbr, Wiederholung deS spannenden Kriminalreiber- .Kopf in der Schlinge"! Abenteuer in drei Akten von John Bradley. Ein spannender Theaterabend, der zu aller Spannung noch die Diskussion eine- gerade heute scharf umstrittenen Themas bietet, des Indizienbeweise-. Spielleitung hat Wolfgang Kühne. 16. Vorstellung im DrenS- tag-Abonnement. — Mittwoch, 27. Januar, alleinige deutsch« Uraufführung des Lustspieles .3u- lictta lauft sich ein Kind". Spielleitung diese- amüsanten Stücke- von Maura und Sierra hat Peter F a s f o 11. — Konzert ber Schule für höhere- Klavtersptel von Minna Körner zu Gunsten ber hiesigen Schwesternhäuser am Sonntag 31. Januar, 15.15 Uhr im Saale der Schule. Zur Ausführung kommen Kompositionen für Klavier allein, Klavier zu vier Händen, Violine und Klavier, Flöte. Violine unb Klavier von Gluck Bülow. E'ementi-Reqer. Haydn, Mozart, Beethoven, Schumann, Weber. Ehovin, VieuxtempS. Frank und Raphael. (Siehe Anzeige vom Freitag). — Der Ge wer ksch af t S bu n d ber Angestellten (Ort-gruppe Gießen) bietet feinen Mitgliebem durch Vermittlung deS Goethe-Bundes am kommenden Sonntag ein Gastspiel deS berühmten Original-Kölner Hän- neSchen-Tcheater-. (Rähere- im heutigen Anzeigenteil.) • •• Polizeiperfonalie. Ernannt wurde der Polizeihauptwachtmeister auf Probe Wilhelm Ergenzinger zu Gießen unter Berufung in das DeamtenverhältniS zum Polizeihauptwachtmeister, mit Wirkung vom 16. Januar 1932. •• Feuerwehr-Dienstsubiläum. Morgen, 26. Januar, kann ber Cchreinermeistcr Wilhelm Wacker, Afterweg 57,'auf eine 50jährige Tätig- feit als Steiger bei ber Freiwilligen Gälischen Feuerwehr zurückblicken. " Städtische Brennholz») er st el- getung. Bei der jüngsten Brennholzversteiae- rung in den Waldungen der Stadt Gießen (Försterei Hochwart) wurden im Durchschnitt per Raummeter folgende Preise erzielt: Duchescheiter 11,60, Eicheschciter 8,00, Hainbucherundscheit 12.00, Ducheknüppel 9,60. fficheknüppel 6.00, Eicheknüppel 8,60, Ahornknüppel 8,00, ällmeknüppel 7,00, Lindcknüppel 5,00, Eicherundscheit (Garten- Pfosten) 9,00, Eichenuhscheit 14,00, Fichte (ßatten- holz, 3 Meter lang) 7,50, Buchereisig (pro 100 Wellen) 15,00 Mark. " Die Rentenzahlung bei der Post. DaS Postamt teilt mit: Die Renten, bic seither im Gasthaus .Zum Lamm" ausgezahlt worden sind, werden fortan wieder bei dem Hauptpostamt, Eingang Paketannahme unb -auSaade. unb zwar in der Zeit von 8.30 bis 12 unb von 14 vis 17 älhr auSgezahlt. Rächster Zahltag für Heeresrenten: 29. Januar, für vozialrenten: 1. Februar. ®ctoerbc- unb Maschinenb au- schule. Wie bic Gewerbe- unb Maschinen- bauschule unS mitteilt, beginnt das SommerSemester in allen 2btcilungen am 15. April. Die theoretisch-fachliche Ausbildung, die 2ngc- hörigen aller handwerklich-technischen Berufe hie, vermittelt wirb, ist gerade heute eine Voraussetzung für den Wettbewerb im E,lftcnckampf. Daher sollte keiner, dem irgendwelche Mittel zur Verfügung stehen, versäumen, zunächst einmal nähere Auskunft einzuholen über Kosten unb Art ber Ausbildung an dieser Anstalt. Man beachte die Anzeige vorn SamStag. Die Ursache deS ZimmerbrandeS. der am Samstagvormittag in einem Hause am Kreuzplatz auSbrach. bestand darin, bah aus einem Küchenherd Bohnerwachs warm gemacht wurde, daS unversehens Feuer fing unb sofort die Küche in Helle Flammen hüllte. In der Küche befanden sich drei junge Mädchen, deren zwei sich durch die Türe retten konnten, während das dritte Mädchen, eine Verkäuferin aus Lich. den Weg zur Türe durch die Flammen versperrt sah Das Mädchen sprang enischlollen auS dem Fenster auf ein Wellblechdach, konnte sich zwar auf diele We se in Sicherheit bringen, hatte aber bereits Brandwunden an den Händen erlitten unb wurde bur die Freiwillige LanitätSkolonne nach der Shirurgischen Klinik gebracht " Hessische Ausbauschule in Friedberg. Unsere Leser seien auf die heutige Anzeige über die Anmeldung und Aufnahmeprüfung für die Aufbauschule in Friedberg aufmerksam gemacht. Die Ausbauschule siidrt degabte, fleißige unb gesunde Jungen, die mindesten» 7 Jahre bic Volksschule besucht haben, in S Jahren zur Reiseorüsung. I\i» Reifezeugnis der Ausbauschule berechtigt zu allen akademischen Studien und allen Berufen, für die da» Bestehen^ der Reifeprüfung Vorbedingung ift. Auswärtige Schäler, die nicht bei ihren Ellern wohnen können, finden im Echülerheim der Aufbau- schule Wohnung und Verpflegung. Äirdfliche Jiacbnditen. Evangelische Gemeinden. Dienstag, den 26. Januar. Lollar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 28. Januar. Daabringen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Die Wetterlage. Oslo ,io< 2 PVI5 O ( lno& 1? OWoflenloi. O heiter k» nue • -01*19 • oeotcn, eRtgen » lehnet 4* 4riu»ein ■ «e»ei IC Otwiiler@)Wind>btit «O« x» leichter OH mtssigt' ivdiudweit Q Murmucher -oreweit »le etriie fliegen mit dem Winde Oie oe>oen Jutionen Menenden le» len ,eden die lemperdtur «n pie im.en «eromdee One will «ut neereinieeeu »«gerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Unvermindert hält der hohe Druck stand. Während seither mehr da» Festland von ihm beherrfcht wurde, lagert jetzt auch ein Kern über Irland. Eine Aen- derung der Wetterlage steht noch nicht in Aussicht. Weiterhin kommt es zu verbreiteter Dunst- oder Nebelbildung, die mitunter zu zeitweisem Rückgang fuhrt. Stärkere Nachtfröste treten nicht aus, fo daß sich auch die Temperaturen In ihrer seitherigen Bahn weiter bewegen. Aussichten für Dienstag: Meist nebligwolkig, nur leichter Nachtfrost, trocken. Aussichten für Mittwoch: Weiterhin neblig-wolkig mit Neigung zu Slufflaren, Temperaturen wenig verändert. Lufttemperaturen. Am 24. Januar: mittags 4,5; abends minus OJ; am 25. Januar: morgen» —1,2 Grad Eelsiu». Maximum 4,5, Minimum 2,2 Grad Eelsius. Sonnenfcheindauer: 7 Stunden. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe. Am 24. Januar, abends 0,2: am 25. Januar: morgens 0,1 Grad Celsius. Amüsieren wir uns weiter! Freude hält uns frisch und Jung. „Duft“, du warst doch Meldereiter Früher mit Begeisterung. Sieh, die edlen Rosse schnauben, Schon beginnt der neue Ritt! Da, man sollte es nicht glauben, Seine Ramses nimmt er mit Und von hohem Rosse droben Muß er seine Ramses loben. RAMSES O M‘^CIGARETTE 3 3<Ä Dr. ^aber 618 D MN- lokal), versteigert werden.- 622V im Alter von 56 Jahren. Heuchelheim, den 25. |anuar 1932. 62 ' D 2 0466 UCJHJSPIIEL1HAIUS G HIESS EM Telephon 4077 I Ä ■w I $ Tonfilm salswende G 612D •xüzi?. • >■ SS 'ü^AWVoß Der neue grohe vaterländische Erinnerung an Preußens Schick Gieren, Stolberg (Harz) und Langsdorf, am 23. Januar 1932. I Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wilhelmstraße 611, Telephon 4039. Die tief trauern den Hinterbliebenen: Katharina Bausch, g eb. Schneider Medizinairat Dr. Bausch Milli Bausch Elisabeth Sundheim, geb. Bausch Paula Bausch, geb. Klein Dr. med. Robert Sundheim 4 Enkelkinder und Anverwandte. ■ I Heute Montag Premiere! Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Januar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Bachstrabe 21 aus statt. 1. zwangsweise: Büfetts, 1 Ausziehtisch, Standuhren, Stühle, Wanduhren, 1 Schnellwaage, Kredenzen, 1 Ständerlampe, Schreibtische, 1 Vertiko, 1 Krauseschneidemaschine, Schreibmaschinen, 1 Leitspindel- bank, 1 Instrument, 1 Nivellierinstrument, 1 Goniometer, Ferngläser, 1 Heftmaschine, Spielsachen, Tapetenkleber, Wandschränkchen, 1 Sofa, Sessel, Bücherschränke, £a= Praxis wieder aulgenommen Auto- Gelegenheitskaufe! 4 20 PS Ovel-Kabriolett neuwertig 21A 4 20 PS offener Viersitzer generalüberholt, vreiswert Opel, Gießen Frankfurter Str.52. AuskünüelnNechis-. Slrai'.Famtt.-Ange- ieaenueiten,(9e)udie, Verträge. Beobochumgen. Ueberivochg und Ernütllungen vreisiv» streng diskr u an all. Crien ert u. erledig, Detektiv- Burean-n.ÄnskuDtte Inh.K.Gerz,Bad-Nauheim, Knratr. 17. Neue Aula Gastspiel des berühmten In tiefer Trauer: Lina Hartmann und Kind Otto Hartmann und Frau. Chr. Werner. Gießen, den 25. Januar 1932. Kleiner, gebraucht. Gevd (rechts) zu kauf. ges. Schr. Ang. m. Preis u.0463 a.d.Gß.Anz. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 27. Januar, nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. - Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 615 D deneinrichtungen, Warenschränke, 1 Eisschrank, 1 Vertiko, 1 Diwan, 1 Chaiselongues, 1 Klebepresse, 1 Rohrgarnitur, 1 Weinpumpe, Mo- tore, Wertpapiere, Radioapparate, 1 Bohnermaschine, Klaviere, 1 Kommode, 1 Spiegelschrank, Schuhe, Stoffe, 1 Registrierkasse, Rechenmaschinen, Schreibmaschinentische, 1 Aktenständer, Rollschränke, 1 Kassenschrank, Hüte, Mützen, 1 Schreibsekretär, 1 Vulkanisieranlage, 1 Rotomaschine, Strümpfe, 1 Bohrmaschine, 1 Amboß, 1 Trägerschneidemaschine, 1 Stanze mit Schere, 1 Blechschere, Walze, 1 Reifbiegmaschine, Schraubstöcke, 1 Glasschrank, Ladentheken, Regale, Stöcke und Schirme, 1 Diwan, 1 Personenwagen, div. Fl. Likör, Kugelspitzfedern, Farbstifte, Bleistifte, Tintenstifte, 1 Grammophon. Gemäß 1233 ff- BGV.: 1 goldene Uhr und Kette. Beamter sucht 5=3iT>mer= Altwohnunq mit LLubehör ver sofort oder 1. 4. evtl, in Tausch gegen 4-Zimm.-Altwohn. Schr. Ang. m. Preis u.0468a.d.GK Anz. 8iiilDiäDBi$cl.taio/0rl$gewfftaereiii Sonntag, den 31. Januar, nachm. 3 u abends 8 Uhr Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang meiner lieben Frau, unserer herzensguten Mutter, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe und für die Kranzspenden sage ich hiermit allen auf diesem Wege meinen tiefgefühlten Dank. Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen: GrMnp ■ 3 Pfd. 65 Pf. 6 Pfd. 125 Pf. Fischhaus .Cuxhaven* Marktstr. 23 Lombardzinsfuß 8 o Frankfurter Schlachwichmarkt. ruhig logen und nur etwa behauptete Kurse hatten. Nachfrage bestand bei di. i nach späten Reichsschuldbuchforderungen. Devisenmarkt Berlin — Jttmffurl a. ZU. Rundfunkprogramm. Dienstag, 26. Januar. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Don Berlin: Konzert. 13.05: Don Köln: Konzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Dachmittag. 17.05: Nachmittagskon- S«rt des Rundfunkorchesters. 18.40: „Deutsche Frauenschicksale an der Wolga". Dortrag von Frau von Watter. 19.05: Neuestes aus der Sozialversicherung", 2. Vortrag von Ober- reglerungsrat Dr. Kümmerten. 19.35: ..Musika- uiche Grundbegriffe. — Ihr Wesen und ihre De- deutung", Vortrag von Hans Rosbaud. 20: Musi- kalisches Kuriositäten-Kabinett I. 21: Das ©ing- lviel vom lieben Augustin, von Dietzenschmid. 22.50 bis 23.10: Stellenmarkt der Dühnenkünstler. Strafkammer Gießen. Gießen, 22. Ian. Ein Kaufmann von Büdingen hatte einen Strafbe'ehl wegen Llebertre- tung kraftfahrpolizeilicher Vorschriften erhalten und dagegen Einspruch erhoben. In der Hauptverhandlung fehlte er jedoch unentschuldigt beim Aufruf der Sache, so daß nach zwingender Ge- sehesvorschrift sein Einspruch verworfen werden muhte. Seine Berufung gegen dieses Urteil nahm er heute nach eingehender Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden zurück, denn die Strafkammer hätte nur nachprüfen können, ob das Amtsgericht m't Recht ein trotz ordnungsmäßiger Ladung unentschuldigies Nichterscheinen des An- geilagten zur Terminsstunde angenommen habe. Das gab dieser jedoch selbst zu. Ein Bergmann hatte im Iahre 1929 einen Radioapparat gegen Ratenzahlungen unter Eigentumsvorbehalt der Verkäuferin, einer Frankfurter Firma, erworben. Da er die Ratenzahlungen nicht einhielt, erwirkte die Firma ein Urteil auf Herausgabe des Apparates und beauftragte einen Gerichtsvollzieher damit, ihn zu holen. Als dieser sein Kommen dem Bergmann anzeigte, b.achte dieser aLB~.lt) dcs Radio zu irgendwelchen anderen Leuten, um die Vollstreckung des Llrteils Au hlndern. Die Namen dieser Personen gab er nicht an. Das Amtsgericht Friedberg verurteilte ihn mit Rücksicht auf seine Vorstrafen wegen Llnterschlagung zu einem Monat Gefängnis. Die Strafkammer ermäßigte lediglich die Strafe auf 14 Tage Gefängnis. ■Jlmetftannctie »Roten . . ®elfli|die Not?» . . länifdie Noten . . (Snglifdie Nol.-n »rranjoftidie ilow» öollänpiidir Noten ."Ualieniidie Noten . . . Norwegische Noten . . Deutsch-Lesterreich, • too SchMtng Rumänische Noten . . Echwevische Noten . . . Schweizer Noten........ Spanische Noten ....... Ungarische Notep Grenzen. Am Mehlmarkt war die Forderung für Weizenmehl weiter etwas erhöht, ohne daß sich jedoch nennenswertes Geschäft entwickeln konnte. Die Käufer hielten zurück. Roggenmehl war dagegen weiterhin gut gefragt, doch blieb der Preis unverändert. Von Futtergetreide konnte sich Hafer im Zusammenhänge mit Gerüchten über eine Haferausfuhrregelung um 2,50 Mark befestigen. Einiges Interesse bestand für guten Weißhafer. Braugerste konnte sich ebenfalls um 2,50 Mark befestigen. Im allgemeinen war das Geschäft ziemlich klein. Rauhfutterartikel und ölhaltige Futtermittel blieben im Preise gehalten. Es wurden notiert: We'.zen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 240; Roggen 223,50 bis 225; Sommerger'te für Brauzwecke 185 bis 190; Hafer, inländischer 150 bis 157,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, mit Austauschweizen 36.25 bis 37,25; Sondcrmahlung 34,50 bis 35,50; Weizenmehl, niederrheinisches. mit Austauschweizen 36,25 bis 37; Sondermahlung 34,50 bis 35.25; Roggenmohl 30,75 bis 31,75; Weizenkleie 8,65; Roggenkleie 9,25; Erbsen, je noch Qualität für Speisezwecke 30 bis 38; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 27 bis 56; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 5,00 bis 5,25; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,00 bis 4.25; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 4.00 bis 4,2o; Treber, getrocknet 12; Tendenz: behauptet. Industriekartoffoln hiesiger Gegend, per 50 Kilogramm 2.70 Mk., Frachtparität Frankfurt a. M. bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. naten der Trennung und der Verzweiflung wie- 0^^-usehen. erfüllte ihn wie ein feuriger Trank. Er hatte sich einen Platz in der Proszeniumsloge geben lassen. Lind nun saß er hier, elegant m seinem neuen Frack, die Nelke im Knopfloch. Es war fein Wunder, daß Dolores, die sich nach dem Deifallsgetöse nach Beendigung ihres Tanzes gerade verbeugte, einen Blick hinüber- cylckte zu dem schönen blonden Mcmne. der da soeben an der Rampe der Loge aufgetaucht war. Nach einer Sekunde des Erstaunens führte sie einen großen Strauß rosa gefleckter Orchideen, die ihr ein Verehrer hatte überreichen lassen, an die Lippen. Bei dieser Bewegung sah sie Hans Egon bedeutungsvoll und lächelnd an, daß sein Herz von einer jähen Glutwelle durchbebt wurde. Aber auch ein anderer hatte diesen Blick gespurt, das war der dicke Bankier ©riefen. Als er in einer Pause zu Dolores in die Garderobe kam, sagte er sofort drohend: „Was will dieser blonde lumpige Graf hier in Buenos Aires? Ich mag von dieser ganzen Sippe nichts mehr wissen!" c vielleicht Gewissensbisse, meinLieber?" fragte Dolores spöttisch und schminkte sich neu. „Gewissensbisse ist ein Wort, das in meinem Lexikon nicht vorkommt — das könntest du allmählich wissen, meine Teure! Aber ich will nicht, aß dieser Bettelgraf in deiner Nähe weilt. Er rinn uns nichts mehr nützen, er hit ausgespielt." Dolores besah sich aufmerksam im Spiegel: .Meinst du das wirklich? Kann er nicht vielleicht wieder etwas verkauft haben? Ohne Geld ?"^le er schließlich nicht hierher gelangt fein, ilnö, falls er Geld hat —" „Dann allerdings!" Griefen zuckte mit den Achseln. ..Wenn er Geld mitgebracht hat — Argenlinien ist ein teures Pflaster, und die Argentinier paffen beim Spiel höllisch auf. Beinah hätte man mich gestern im Klub geschnappt." „Mach' keine Dummheiten, unsere anderen Geschäfte sind wichtiger als deine kleinen Privatpas sionen. Die Organisation hat uns ja schließlich den Transport der Rauschgift-Dokumente in dem Rauensteinschen Bilde gut bezahlt. Der Konsul hat auch genügend bluten müssen, und das Ba- Hama-Geschäft bringt ja dir nun die Früchte der Lundschen Arbeit. Vielleicht können wir den guten Hans Egon im übrigen wieder einmal zu einem Schmuggelgeschäft gebrauchen. Solche Tölpel muß man sich warmhalten. Ich werde ihn heute nach der Vorstellung zu mir kommen lassen. Lind ich werde bald genug erfahren, wie es mit seinen Finanzen steht. Hans Egon ahnte nichts von all diesen dunklen Planen. Spät am Abend ging er mit freudiger Erwartung in dem Hotelsalon auf und ab. Schwei- gend hatte Paolo ihn eingelassen. Wäre Hans Egon ein besserer Menschenkenner gewesen, er hatte in dem Gesicht des Dieners eine Ulfe Veränderung bemerken müssen: einen lauern- $anel Egons Flucht war geglückt. Er war von Rotterdam aus mit einem holländischen Dampfer glücklich nach Südamerika gekommen. Es war ihm selbst wie ein Traum, daß er ungehindert nach lleberfee gelangt war. Die furchtbaren Tage und der Angst die ihn kaum zum Schlafen und Essen hatten kommen lassen, in denen er jede Mmute fürchtete, verhaftet zu werden, hatten seine -Heroen zerstört. Immer wieder hatte er in den Mienen von Kapitän und Schiffsmannschaften geforscht. Iedes Wort, das ein Passagier an ihn richtete, löste zuerst ein Gefühl der wahn- finnigen Angst in ihm aus. Iede Funkdepesche die bekanntgegeben wurde, konnte sie nicht die Entdeckung seines Verbrechens anzeigen? Ienes Verbrechens, dessen man ihn fälschlich beschuldigte Aber endlich, nach Wochen der Qual, landete er unangefochten in Buenos Aires. Sein erster Weg führte ihn in das Bureau des großen Varietes della Flora, wo man ihm bereitwillig Dolores' Adresse gab. Sie hatte im ersten *j°tel euie Reihe von Zimmern bezogen und war ouch schon gefeierter Mittelpunkt dieser schönen südlichen, genuhfreudigen Stadt. Es war Abend geworden, als Hans Egon sich cingetleiöet und zum ersten Male nach den schlaflosen Wochen der Angst tief und traumlos geruht hatte. Dieses neue Leben da drüben, das er nie , bgtte, versetzte ihn gleichsam in einen -Rausch und gab ihm seine frühere Leichtlebigkeit Quniu. or£?Vrr-in das glänzende Variete trat, in diese Atmosphäre von brausendem Leben. Musik, Luxus Eleganz, Genuß und Freude, fühlte er fein Blut rZ>urc^ feine Aldern kreisen. Das Bewußtsein, Dolores nach diesen schrecklichen Mo- Wenn Friedrich dann still zuhörend in dem halbdunklen Zimmer saß. in dem Birgits Stimme die alten schönen Volksweisen fang, wenn er sie so sah, den feinen lieblichen Kopf leicht erhoben, die Augen halbsehnsüchtig in unbekannte Fernen fchauend, so war es ihm. als müßte all die heiße Leidenschaft verstummen, die er geheim in seinem Herzen trug und die er schweigen lassen mußte. Langsam war wiederum Weihnachten heran- gekommen. Unb Birgit, die bisher unter mühsam unterdrückten Tränen abgewehrt, wenn Friedrich leise an die Taufe der kleinen Rosemarie gemahnt hatte — Birgit selbst sprach eines Tages den Wunsch aus, daß ihr Kind am Weihnachts- tage von dem alten Pastor Grote getauft werden möge. Der Konsul war einverstanden. Langsam war er wieder zum Leben erwacht und hing mit großväterlich vergötternder Liebe an seinem Enkelkind. Auch für das Geschäft begann er Interesse zu Leigen. Mehrmals in der Woche ließ er sich feinen alten Freund Claassen herauskommen, und es schien, als wenn nach dem Zusammenbruch eine leife Hoffnung auf Neubelebung des Geschäfts berechtigt war. So sollte also die Taufe gefeiert werden. Ganz anders allerdings gefeiert, als es in glücklicheren oeiten üblich gewesen wäre, bei dem ersten Kinde aus dem Hause Rauenstein und einer Enkelin ber Sibelius. Kein Wagenpark, keine glänzende Schar geladener Gäste, feine prunkvolle Feierlich- feit und keine leuchtende Festtafel bildeten dies- mal den Rahmen der feierlichen Handlung. Einzig Graf Friedrich, der Konsul, der alte Sanitatsrat Siewert und der treue Prokurist Claassen waren versammelt, als Birgit, mit dem dem Arm, zu ihnen hereintrat. Der alte Pastor Grote stand in seinem schwarzen Dalar vor dem kleinen improvisierten Hausaltar der von zwei brennenden Tannen aus demRauen- steinschen Walde leuchtend flankiert wurde Mild slanzte das Licht der hohen gelben Wachskerzen auf dem silbernen Taufbecken der Sibelius'. Birgits Gesicht war sehr weiß, als sie sah wie ihr Schwager die kleine Rosemarie über die Taufe hielt. Ein ungeheures Weh, das sie nur mühsam verbarg, durchstromte betäubend ihr Herz. Sie dachte an den Mann, der in unbekannter Ferne weilte und nicht wußte, daß sein Kind jetzt ohne den segnenden Blick des Vaters in die Gemeinschaft der Christenheit aufgenommen wurde. JafI 3S0000 Arbeitslose im LandeSarbeitsamtsbezirk Hessen. WSN. lieber die Arbeitsmarktlage in Hessen. Nassau und Hessen berichtet das 2anbe»arbfiieami Hessen in Frankfurt a. M.: Die Arbeitslosigkeit hat auch In der ersten 5a- nuarhälfle noch ganzbeträchtllchzugeno m» men. Die Zahl der A r b e i t s u ch e n b e n erhöhte sich um rund 16 4/)0 oder 5 v. H. auf 3 4 6 2 7 5 (in ber Vorbertchtszeir um 18 500 oder 6 o. H.). Diesmal sind die Saijonaußenberuse an der Zunahme weniger stark beteiligt, als die übrigen Berufe, und Zwar mir nur rund 5000 oder 30,4 v. H. gegen 8700 oder 47 o. H. im vorigen Berichtsabschnitt, was barauf junirtwfübren sein dürfte, daß der Zustrom aus den Außenberusen allmählich aufhören muß, weil überhaupt nur noch wenige unbedingt notwendige Arbeitskräfte beschäftigt werden. Von den übrigen Berufen werden durch die weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage immer mehr Kräfte entbehrlich und entlassen. Die Zunahme an Arbeitsuchenden war am größten in der Metallindustrie (+ 2804), im Bekleidungsgewerbe (4- 1228), im Holzgewerbe (+ 1003), in der Lederindustrie (+ 928) und im Nahrungs- und Ge- nußmitlelgewerbe (+ 855). 5n den Angestelltenberufen ist die Arbeitslosigkeit gleichfalls stärker gestiegen. Die Hauplunterstützungsempfänger in Arbeitslosenunterstützung und Krisenfürsorge find insgesamt um 11 222 auf 174 699 gestiegen. Bon den Arbeitsuchenden erhielten 90514 ober 26,1 v. H. Arbeitslosenunterstützung, 84 185 ober 24,3 v. H. Sri- senunterstiitzung; 93380 ober 27 v. H. waren von den Arbeitsämtern anerkannte Wohlfahrtserwerbs, lose. Kurzarbeiteriinterstiitzung wurde Mitte Dezember an 11615 Personen gezahlt im November an 10 806. Neue Aufwärtsbewegung in Berlin. Berlin. 25. Ian. (WTD. Funkspruch.) Nachdem die neue Woche zunächst unter dem Eindruck der Auslandbörsen vom Samstag in etwas unsicherer und abwartender Haltung eröffnet wurde, fetzte sich im Laufe des Vormittags doch bald eine neueAufwärtsbcwegung durch. Die festen Schlußkurse vom Samstag wurden noch mehrprozentig überschritten, da einer zwar relativ kleinen Nachfrage überhaupt kein Angebot gegen- überstand. Das Kreditabkommen brachte in der Sonntagpresse recht zufriedenstellende Momente und löste wohl heute weitere Käufe der Kundschaft aus. Auch die Erklärung Brünings an Hitler befriedigte, ebenso regten die Hoffnungen auf eine baldige Wiedereröffnung der Börse nach dem Zustandekommen der Stillhaltung an. Schon In dieser Woche sollen erneut Besprechungen mit der Reichsbank aufgenommen werden, für die die Aussichten auf einen Erfolg zweifelsohne besser geworden sind. Die Führung hatten auch heute die Favoritpapiere, für die das Ausland ebenfalls Interesse zu zeigen Pflegt, und von diesen standen wiederum Reichsbankanteile an erster Stelle. Man verwies auf die lOprozentige Dividendenausschüttung der Bayerischen Notenbank und glaubt annehmen zu dürfen, daß die Reichsbank nicht hinter dieser Dividende zurückbleiben wird. Während bei- den Reichsbaukantei- len der Gewinn zu Samstag 4 v. H. betrug, konnten Farben und Siemens nur etwa 3 v. H. gewinnen. An den übrigen Märkten hielten sich die Besserungen dagegen in etwa einprozentigem Rahmen. Die Aktien- und Montanwerte lagen sogar auffallend vernachlässigt. Die sonstigen Spezialwerte, wie Charlottenburger Wasser, Deutsche Erdöl. Rütgerswerke usw. gewannen etwa 1.5 v. H. Lebhafteres Geschäft hatten heute auch Farbenbonds und Reichsbahnvorzugsaktien, während Deutsche Anleihen und Goldpfandbriefe ziemlich Ich hab dirverziehn! Roman von Clotilde von Etegmann« Stein. Copyright by Martin Feuchtwanger. Halle. Frankfurt a. M., 25. Ian. Austrieb: Rinder 1513 Stück, darunter 375 Ochsen. 142 Dullen, 497 Kühe, 454 Färsen; Kälber 593; Schafe 85: Schweine 5524 (darunter 270 Litauer). Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 29 bis 31, ältere 25 bis 28, sonstige vollfleischige: jüngere 23 bis 24; Willen: jüngere, vosl'leischige. höchsten Hchlacht- werts 25 bis 29. sonstige vollfleischige oder aus- gemästete 20 bis 24; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 22 bis 25, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 18 bis 21, fleischige 14 bis 17; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausaö-nästete. höchsten Schlachtwerts 29 bis 31. voilfleischige 25 bis 28. fleischige 20 bis 24. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 35 bis 39. mittlere Mast- und Saugkälber 30 bis 34, geringe Kälber 25 bis 29. Schafe. Mast- lämmer und jüngere Masthämmel: Weidemast 23 bis 26, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 18 bis 22. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 37 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 37 bis 40, von etwa 160 bis 200 Pfund 35 bis 39. fleischige Schweine von etwa 120 Pfund 32 bis 36 Mark. Marktverlauf: Rinder schleppend. Aeberstand: Schweine schleppend, nahezu aus- verkauft; Kälber schleppend; Schafe rege, geräumt. Frankfurter «ttetreidcbörse. Frankfurt a. M.. 25.3an. An der Frank- ßirter Getreidebörse war die Tendenz zum Wochimbeginn behauptet. Das Angebot von >1nland-Brotgetreide war weiterhin knapp, Weizen konnte hiervon erneut 3,50 Mark profitieren, während Roggen im Preise unverändert blieb' Die Llmsatztätigkeit hielt sich jedoch infolge der kleinen Nachfrage der Mühlen in ziemlich engen 3n diesem Augenblick, als hätte er ihre schmerz- vollen Gedanken geahnt, wandte Graf Friedrich das Kmd mit zärtlicher Behutsamkeit haltend, seinen Blick Birgit zu. In diesem Blick lagen unverhullt so viel Liebe. Verehrung und schützende Mannestreue, daß Birgit wie beschämt den Blick senkte. sie immer wieder so bitter mit dem Schicksal hadern, das ihr in ihrer Einsamkeit an ©tene fceS treulosen Mannes diesen hochherzigen Menschen zum treuen Freunde gegeben hatte? War sie nicht tausendmal reicher wie viele andere Frauen? Reich an der Liebe des besten Vaters, im Besitz eines schönen gesunden Kindes, im Besitz der Freundschaft des Mannes, der jetzt mit schuhenden Händen den kleinen Täufling in ihre Arme zurücklegte. Und wie eine Mahnung tonten jetzt nicht nur an ihr Ohr, sondern auch an ihr Herz die Schluß- Worte des greifen Pfarrers: „■Senen, die Gott lieben, werden alle Dinge zum Besten dienen." iten, höhnischen Zug um die schmalen Lippen. Es war so. als wollte Paolo ein paarmal zum Sprechen anfetzen, aber Hans Egon, nur erfüllt von dem Gedanken an das endliche Wiedersehen mit Dolores ging mit hochmütiger Gleichmütigkeit an Paolo vorüber und zu ihr hinein. Mit ausgebreiteten Armen kam Dolores auf Hans Egon zu. Hier in ihrer Heimat, in der süd- Iidjen Uepplgkeit der Tropen, schien sie noch Muhender, noch hinreißender zu fein. Unter der schwarzen Splhenrobe lcuchtete ih.e makellose Haut tole, matter Bernstein hervor. Der Duft von weißer Iris umhüllte sie wie eine Wolke Su, riß sie in seine Arme und bedeckte ihr schönes Gesicht wild mit seinen Küssen. Während in Deutschland die Herb st stürme brausten. begann in Argentinien der schönste Frühling, Cin Irdisches Gemüt erfreuen konnte ■Sans Egon lebte wie in einem Rausch. Täglich toar er mit Dolores zusammen. Ihre Schönheit a eLijn hier noch mächtiger als daheim. . npschaft hier war erst der würdige Rahmen für eine Dolores del Fonza. Er war Dolores unzertrennlicher Begleiter auf dem Korso, in den eleganten Hallen der Hotels, auf dem Rennplatz unb m den Spielsälen, in denen sie mit ihrer kleinen, i uwelenblitzenden Hand Vermögen verspielte und gewann. Immer stand ihr Geld zur Verfügung. 0 orS!?rCrr H?ns Egon sie einmal in einem -tfnfan non glühender Eifersucht Über die Her- lunst dieser ungeheuren Summen befragt hatte, da wies sie ihn mit einer so herrischen Geste zum Schweigen, daß er wußte: er besaß keinerlei Macht Ä. Ne an irgend etwas zu verhindern. Die A^/. sie zu verlieren, war größer als seine Selbstachtung And nur in wirren T äumen stiegen m ihm zuweilen die Bilder der verlorenen Hei- mat auf Gedanken an Reinheit und nordische o ^le., aber auch die Dämonen der Selbstvorwürfe und die Reue. s^en Nachten stürzte er sich um so gie- des Lebens, das allein noch mnm?M°re^n bOunmt und erhellt wurde. Er Cf«nLe Wirklichkeit und seine Erniedrigung nicht sehen. So verschloß er auch gewaltsam seine Tatsache Mit,-? di- ef Mitgenommen hatte, in dem üppi- 9qSÜ”?6?1 und mehr zusammenschmolzen. keine Geldforderungen ihn nm toar es ja gerade, was nnB^ füi ff-en beunruhigte. Aber schon die Aus- toürlL VJn <2i,enc ^stenz. die einer Dolores ÄnT verschlangen Tausende. Einmal hatte er es gewagt, Dolores von feiner ,k 6a,k wn getüßt unb aÄmf & Mnc ÄDi*~ (Fortsetzung folgt.) GingefanDt (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung > Kau t deutsche Tönten! — Wer g ht b;rsn? Dor einiger Zeit erschien im Gießener Anzeiger eine Veröffentlichung, die in eindringlicher Weife durch wirkungsvolles Zahlenmaterial nachwies, wieviel unnötige Gegenstände des täglichen Lebens, Rohmaterialien und Fertigfabri« täte, aus dem Ausland eingeführt werden, die ohne Beeinträchtigung unserer Lebenshaltung und unserer Volksgesundheit aus dem Inland bezogen werden könnten. Selbstbesinnung und Ver- antwortlichkeitsgefühl der einzelnen, nicht staatliche Hilfe, kann hier helfen und manchem unserer Volksgenossen Arbeit und Verdienst geben. Der Mahnruf ist ungehört verhallt. Was haben die beteiligten Kreise getan, um unsere Bevölkerung aufzurütteln? Nichts. Wo sind die Gewerbetreibenden, die Händler, die Kaufleute, die Handwerker, die in ihren Läden und Werkstätten ein Schild angebracht haben: „Ich verkaufe nur deutsche Waren?" Wo sind die Frauenvereine, die ihre Mitglieder auffordern, nur deutsche Erzeugnisse zu kaufen, wo sind die Lichtreklamen, die den Konsumenten zurufen: „Kauft deutsche Waren!" Wer nimmt hier in Sieben die Propaganda in die Hanir?^Es muß nur einmal einer anfangen, die anderen folgen schon nach. In jeder Nummer ur.ferer Tageszeitungen kann man lesen, wie die Engländer Furcht ha^n, daß wir, wenn der Druck der Reparationen von uns genommen wird, ihnen wieder ein unangenehmer Konkurrent werden, wie der Franzose uns rücksichtslos und brutal wirtschaftlich niederzuhalten versucht — und wir kaufen englische Kleiderstoffe, französische Parfüms, amerikanisches Obst und Apfelsinen, holländisches Gemüse, dänische Eier und wie die Dinge alle heißen, und unsere deutschen Bauern und Arbeiter hungern und darben! Hunderte von Millionen Mark gehen nach dem Ausland, und unsere eigenen Volksgenossen wissen nicht, wie sie leben sollen! Sollte Gießen, das auf so vielen Gebieten m:t gutem Beispiel borangegangen ist, nicht auch auf dem Gebiet einmal vorangehen? Wer geht voran? W. Z. Eine Anfrage an die Stadttheaterleitung. Läßt es sich nicht ermöglichen, daß an dem Tage, an dem der Theaterzettel ausgehängt wird oder am Tag vorher, auch die Veröffentlichung im „Gießener Anzeiger" erscheint? Am Mittwoch las ich im „G,A.". daß am Sams- tag, 30. d. M.» die letzte Wiederholung der „Puppensee" gegeben werde, und rief sofort anderen morgens pünktlich 10 Mr an der Kasse wegen Karten an, mußte jedoch zu meinem Bedauern erfahren, daß die gewünschten Karden „Theaterzettel" bereits gelesen hatten, waren ten bereits vergriffen waren. Diejenigen, die die Glücklichen, und die. welche aus beruflichen oder sonstigen Gründen hierzu nicht in der Lage, unb auf die Zeitung angewiesen sind, ziehen den Kürzeren. Ich mußte z. B. eine um die' andere Vorstellung aus diesem Grunde verstreichen lassen, und mein Geld, das ich so dem bedürftigen Stadttheater bringen wollte, wieder einstecken. Cs muß, warten, bis ich nächstes Iahr um die Weihnachtszeit Glück habe, einer solchen Vorstellung beizuwohnen. Ich glaube bestimmt, daß sich hier zum Wohle der Besucher, wie des Theaters Aenderungen treffen ließen. Karstol. Holzversteigerungs - Termine. Dienstag. 26. Ianuar. Hessisches Forstarnt Gießen: Versteigerungen aus dem Staatswald Ober- und Nieder-Seil- Zusammenkunft am Pflanzgarten im Distrikt Nieder-Seilbach. 9.45 llfjr. 23 Januar 25.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung (*ri 3rie Geld Srie t'tljlngfoti . 6,224 6,236 6,224 6,236 Wien 49,95 50,05 49.95 50,05 Prag 12,465 12,485 12,465 56,94 12.415 Buvapekl . 56,94 57,06 57,06 Sofia 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland 169,58 169,92 169,58 169,92 ue!o Ropcnbagen. 78,12 78,22 78,12 78,28 79,22 79,38 79,22 79,38 Gtodholm 80,62 80,78 80,62 80,78 London 14,38 14,42 14,38 14.42 Buonos Aires 1,043 1,047 1,043 1,047 Neunort 4,209 4,217 4,209 58.69 4,217 Brüfiel 58,69 58,81 58,81 .Italien 21,08 21,12 21.08 21,12 Paris 16,57 16,61 16,57 16,61 Schweiz 82,10 82,26 82,10 82,26 Spanien 35,36 35,44 35,36 35,44 Danzig 82,12 82,28 82.12 82.28 3apan 1,548 1,552 1,538 1,542 iKio ve .Ian.. 0,251 0,253 0,254 0,256 Jugoslawien. 7,463 7,477 7,463 7,477 VtüaboD 13,14 >3,16 Zanknoten 13,14 13.16 Berlin, 23 Januar i ffieib | »rief «:co c -2 2 ^8^ o c-l. Bä c e 1 tl' L.CS S E £ "e I E *3 Cj q o ■2IQ _ fr c'S E § § § E6> chtzi Q c. E *5* i I hti# SSW 'eI -- 7 ■- S “ L । c’SPc./'M . Siebener Termine. inuar. Dersteigerungen mb Dieder^ell- pslanzgarten im Uhr. nalcn Lippen. Es larmal zum Sprc- , nur erfüllt von Wiedersehen mit >r Gleichmütigkeit hinein. kam Dolores auf »eimat, in der süd» i, schien sie noch u sein. Unter der ih.e makellose Haut . Der Dust von eine Wolke. iU, riß sie Meine j Gesicht vllb mH HerbMme brau- -schönste 5*9- euen konnte. m AauschAA Ihre Sch^t .tiger aü bah-^ der würdige W i Er war Dolores Korso, in den 5 dem Rennplatz len sie mü l^er Ä»«-- Z-ß ^-r Sclbstvorvu^ ,r sich um so 9^ ^^iedrigung sLs- ius^^Ärungr" die i^r SK S.M ?nen b mar.dJ- ftenftS^ >- Dag^n. Der blt MZ d-e StauerZL 'SÄS ^Ä" JS®S?S! w^bSn&f ZSL «V und Ar. ^b«n! Hunderte ach dem Ausland ollen wissen nicht' l° dielen Gebieten y'l*. nicht auch «Vergüt D.Z. 'tcheaterlritung. L dem Ä "gehängt uj? die Rervssent. ^ erscheint? Am dah am Samt- otederholung der K ries sosort an- ahr an der ftoffc lrdvch zu meinem gewünschten Aar- elen hatten, waren • DjejeniM die he auS beruflichen nicht in der La-;r, seien sind, ziehen D. eine um die ' t Grunde verftrei- ich so dem be- m wollte, wieder bis ich nächstes Sind habe, einer . 3d) glaubt be« >le der Besucher, i kreisen liehen, Karfkol. 3 = 2Z^3 <=73 .. § 3-"= DZZ :£3 3^A Vrn s ®2 2 5 = gS"5 §s»5 ts o 3 ° ° E3 "top" ü 2.5T •r-äa S'sa 3 = 2 x s 85 g. »73 -*a Ü 3 ©- e a EL3 3S. Sc 3 © g 5= 2 8 3 = ©2. 2 5 o " 3 ;d. tf -6) sr=a,2g r4 -1 t3 w 2 Z- E ■-Z3 3ödS KZ £3. ö 6- 3 3 3 e/3-2 3 I ^£s2 ZZ- Öl 2 :.aS2;3- I S3 =: ft o 5- Öl »caS rS= 3° 3 »ffi'»'5 8 rö 5 K- 3 ^5 3 SS Z3 Cr? O S 8 3 8 3 8? 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