Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unter Sanuneinummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. General-Anzeiger für Gberhessen Bnirf Md Verlag: vrLhl'sche UnwerfitätL-vuch- Md Steindnickerel R. Lange in Sietzen. Schristleitung und S-schästrftell«: Schulitratze 7. Nr. 250 K r» K h K « S S a b e 182. Zahrgang Montag, 24. Oktober 1952 GietzenekAnzeiger Mussolini für die deutsche Gleichberechtigung. Ein klares und entschiedenes Bekenntnis für einen Frieden der Gerechtigkeit. Turin, 23. Okt. (WTB.) Mussolini stattete heute der Stadt Turin einen offiziellen Besuch ab. Die Behörden und die Bevölkerung bereiteten ihm einen begeisterten Empfang. Vom Balkon des Regierungspalastes aus hielt Mussolini eine Rode, in der er eingangs seinen Dank für den ihm bereiteten Empfang aussprach, der seine Erwartungen weit übertreffe. Mussolini kam dann auf außenpolitische Probleme zu sprechen. Dank der Energie des britischen Premierministers befinde sich heute das R e p a r a - tions- und K r i e g s s ch u ld e ns ch i ff w 0 hl- geb oriz en im Hafen von Lausanne. 2(ber, so fragte er weiter, will jetzt „bas große Volk der Sternenbannerrepublik" das Schiff wieder auf die hohe See zurückstoßen, dieses Schiff, auf dem sich die Hoffnungen und Sorgen so vieler Völker befinden? Als die Menge auf diese Frage mit einem lauten Nein antwortete, erklärte Mussolini: „Ich wollte, daß bie'fes Nein, das ihr eben hier ausgesprochen habt, mit Donnerstimme über den Atlantischen Ozean hinüberkäme und im Herzen jenes Volkes Widerhall findet." Mussolini ging dann auf die Abrüstungs- frage ein. Er wandte sich zunächst dagegen, daß die von Italien in der Abrüstungskonferenz vorgebrachten konkreten Vorschläge irgendwelchen machiavellistischen Berechnungen entsprungen seien. Aus dieser Grenzstadl, die niemals den Krieg gefürchtet hat, erkläre ich, damit alle Welt es hört, daß Italien eine Politik des wahrhaften Friedens treibt, eines Friedens der Gerechtigkeit, eines Friedens, der Europa das Gleich- ecwichl wiedergibl, eines Friedens, der die Menschen wieder mit Hoffnung und Glauben erfüllt. Aber jenseits der Grenzen gibt es Narren, die dem faschistischen Italien nicht verzeihen, daß es auf dem Poften ist. Für jene rückständigen Usberbteibsel ist allerdings der Faschismus ein unerhörter Skandal; denn seine Existenz dokumentiert, daß ihre Grundsätze von der Zeil überholt sind. Ader das Spiel ist bereits von Anfang an entschieden; denn diejenigen Grundsätze, die sich durchsetzen, werden über die veralteten Grundsätze siegen, die verblassen. Mussolini wandte sich bann der Völker- bundssrage zu. Italien werde, so erklärte er, auch weiter im Völkerbünde bleiben. Besonders heute, wo der Völkerbund schwer krank sei, dürfe man ihn nicht verlassen. Da der Völkerbund zu universal sei, verlieren seine Anordnungen im Verhältnis zu der räumlichen Entfernung an Wirksamkeit. Wenn der Völkerbund in Europa noch sein Wort wirksam sprechen kann, so bleibt dies jedoch ohne jede Bedeutung, wenn es sich um den Fernen Osten oder Südamerika handelt. Immerhin, erklärte Mussolini, glaube er. daß, wenn morgen auf der Grundlage der Gerechtigkeit und der Anerkennung der heiligen Rechte 'Italiens die erforderlichen Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit der vier Großmächte in Westeuropa zu- standekämen. Europa in politischer Beziehung beruhigt werden würde, und daß sogar vielleicht die Weltkrise, die alle ersaht hat, zu Ende gehen würde. Mussolini ging dann auf die deutschen Gleichberechtigungssorder u n gen in der Rüstungsfrage ein. Er erklärte hierzu wört- l'ch: Auch in dieser Frage hat der Faschismus beffmmte Gedanken und Richtlinien. Die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung ist juristisch vollkommen berechtigt. Je schneller man das anerkennt, um so besser wird es sein. Indessen kann Deutschland, solange die Abrüstungskonferenz dauert, in keiner Weise irgendeine Wiederaufrüstung verlangen. Wenn aber die Abrüstungskonferenz zu Lude ist und ein negatives Ergebnis gehabt hat, so wird Deutschland nicht im Völkerbund bleiben können, falls nicht diese Unstimmigkeit aufgehoben wird. Wir wollen keine Hegemonie in Europa, vor allem keine auf einer offenbaren äl n - gerechtigkeit aufgebaute Hegemonie. Die Rede Mussolinis wurde von der Menge vielsach mit stürmischen zustimmenden Rufen unterbrochen. Mussolini schloß feine Rede mit den Worten: Das Losungswort für das zweite Jahrzehnt, dem wir entgegengehen, heißt: Marschieren, bauen und, wenn nötig, kämpfen und siegen. Das neue belgische Kabinett. Neuwahlen im November. Brüssel, 22. Oktober. (WTB.) Senator de Dr 0 quevil' : hat dem König folgende Liste des neuen Kabinetts überreicht: Mi- nisterpräsident und Landwirtschaftsminister de Broqueville (Katholik), 3uftu 3 a n f 0 n (lr- beral), Kultus Lippens (flämisch-liberal), Post und Telegraph D 0 w e s s e (liberal), Transport Forthomme (liberal), Aeuhercs Hyman s (liberal), Finanzen I a s p a r (Kathollk), Verteidigung T h e u n i s (Katholik), Inneres d e P 0 u l l e t (christlicher Demokrat und Flame), Kolonien Ts ch offen (christlicher Demokrat), öffentliche Arbeiten Sap (Flame), Industrie und Arbeit Heyman (christlicher Demokrat und Flame). Der bekannte Finanzmann F r a n c q u i ist zum Mitglied des Ausschusses des Schatzamtes ernannt worden. Sicherem Vernehmen nach verschaffte sich Minister Sap in seinen Vorbesprechungen mit dem neuen Ministerpräsidenten Beruhigung darüber, daß die neue Regierung keineswegsaußen- politisch eine stärkere Anlehnung an Frankreich im Sinne des belgisch-französischen Militärvertrages plane. Insbesondere kam es den flämischen Kreisen darauf Berlin, 22. Okt. (121.) Zu den Pressegerüchten über eine Erschütterung des Kabinetts P a p e n wird von zuständiger Stelle mit Nachdruck erklärt, daß das Kabinett vollständig einig und nicht gewillt sei, seinen Kurs zu ändern. Ein Dementi des Reichswehrminisiers. Freiburg i. Br., 13. Okt. (WTB.) von dem in Badenweiler weilenden Reichswchrminifter von Schleicher geht dem DTB. die folgende Erklärung zu: „In Berlin wird die Nachricht verbreitet, daß ich meinen Aufenthalt in Badenweiler zu politischen Besprechungen benutze, die den B e- stand des jetzigen Kabinetts gefährden könnten. Eine geradezu absurde Idee.» Abgesehen davon, daß ich mit dem mir befreundeten Berlin, 22. Oktober. (TU.) Die Verhandlungen zwischen ben zuständigen Stellen der Reichsregie- rung und den kommunalen Spitzenoerbänden 'über ein kommunales Ard eitsbefchaffungs- programm dauern an. Wenn gemeldet worden ist, daß diesen Verhandlungen Teile des bekannten Gerecke-Planes zugrunde lägen, so trifft das, wie die „Landvolk-Nachrichten" mitzuteilen wissen, insofern zu, als Landrat Dr. Gerecke immer wieder betont hat, daß zunächst eine Umänderung gewisser Teile des bisherigen Regierung sprogramms notwendig fei, damit die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit rascher und wirksamer als bisher geschehen könne. In unterrichteten Kreisen glaubt man aus der Rede L u - t h e r s in Hamburg entnehmen zu können, daß der Reichsbankpräfideul auch seinerseits bis zu einem gewissen Grade an der Verwirklichung der kommunalen Arbeitsbeschasfungspläne Mitwirken wolle. Das dürfte nach der finanziellen Seite hin jedoch längst nicht in dem ursprünglich im Gerecke-Plan vorgesehenen Umfang erfolgen. Nach den „Landvolk- Nachrichten" dürften die jetzigen Verhandlungen weniger auf eine Erweiterung des bisherigen Arbeitsbeschaffungsprogrammes, als auf eine zweckmäßigere Ausgestaltung und Anpassung an die Forderungen der Gemeinden und öffentlich- rechtlichen Genossenschaften hinauslaufen. Uebrigens hat sich auch der engere V 0 rstand des Deutschen Städtetages dieser Tage eingehend mit der Frage eines kommunalen Ar- beitsbefchaffungsprogrammes beschäftigt. Der Deutsche Städtetag erklärt. Voraussetzung des tomunalen Arbeitsbeschaffungsprogrammes fei, daß die Finanzierung auf einem volkswirtschaftlich einwandfreien Wege durchgeführt werden, der alle Experimente auf währungspolitischem Gebiete vermeide. Die Hergabe von ungedeckten zinslosen Krediten größten Ausmaßes könne deshalb nicht in Frage kommen. Es wäre auch mit den Regeln einer gefunden Finanz wirtschaft unvereinbar, die laufenden, durch die Erwerbslosigkeit entstandenen Lasten durch eine Kreditausweitung scheinbar zu beseitigen und damit die wirkliche Lage nur zu verschleiern, anstatt sie gründlich zu bereinigen. Der Städtetag hat der Reichsregierung gegenüber seine bereits früher erhobene Forderung wiederholt, daß für die kommunalen Betriebe und für die kommunale Arbeitsfürsorge im Rahmen des Regierungsprogramms Steuergut fd)ei ne zur Verfügung gestellt werden. Die Finanzierung. Berlin, 22. Okt. (TU.) Zu den Plänen der Ausdehnung der Arbeitsbeschaffung, insbesondere in Zusaminenarbeit mit den Kommunalverbänden, meldet die „DAZ.", Jt>ie Finanzierung scheine man wenigstens zum Teil durch einen Vorgriff auf d i e 7 00-Mil- lionen-Steuer gutscheine vornehmen zu wollen, die für die Mehreinstellung von Arbeit- an, zu verhüten, daß der Ernennung des künftigen General st absch ess, die Ende des Iahres erfolgen soll, vorgegriffen wird. Der jetzige Generalstabschef. General G a l l e t, erreicht die Altersgrenze. Wie die Telegraphen-Änion erfährt, findet Montag oder Dienstag der erste Kabinettsrat statt, in dem sofort der Beschluß zur Auslösung von Kamnzer und Senat gefaßt werden wird. Die Reuwahlen sollen am 20. und 27.Rovember stattfinden. Reichskanzler von Papen sachlich und p 0 - lisch völlig überein st im me, habe ich während meines Aufenthalts in Badenweiler noch keine politische Persönlichkeit größeren oder kleineren Formats gesehen oder gesprochen und gedenke das auch in Zukunft nicht zu tun. v. Schleicher." Eine Erklärung Lesparts. Berlin, 22. Oft. (ERD.) Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Lei- Part sagt im „Vorwärts" in einer Erklärung zu den Ausführungen Gregor Straßers über ein gemeinsames Vorgehen der Gewerkschaften mit den Rationalsozialisten, daß er weder anVer- hand langen mit v. Schleicher, noch an irgendwelchen Besprechungen über irgendeine Regierungsbildung teilgenommen habe. Mit den „Redereien Straßers" habe er erst recht nichts zu tun. nehmern bereitgestellt werden sollen. Die Prämien für die Mehreinstellung von Arbeitnehmern werden nur sehr allmählich in Anspruch genommen, so daß durch einen Vorgriff auf diese Summe mit einem Schlage eine starke Beschleunigung in der Arbeitsbeschaffung erzielt werden könne. Stahlhelm fordett Ausbau des Arbeitsdienstes. Berlin, 22. Oft. (TÜI.) Die Reichspressestelle des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, teilt mit: Die zu einer Reichstagung in Berlin versammelten Ar b e i t s die n st l e i t e r der 23 Landesverbände des Stahlhelm wandten sich in einem dringenden Appell an d i e Reichsregierung und an den Reichskommissar für Arbeitsdienst, nunmehr nach Abschluß der ersten vorbereitenden Epoche planmäßig sofort entscheidende Schritte zum großzügigen Ausbau des Arbeitsdienstes zu tun, da dieser sonst in ernstesten Llnzulänglichkeiten zu versacken droht. Verordnung gegen Auto- und Kahrraddiebstahl. Berlin, 22. Okt. (CNB.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht heute eine Verordnung des Reichspräsidenten gegen unbefugten Gebrauch von Kraftfahrzeugen und - fahrrädern vom 20. Oktober 1932. Auf Grund des Artikels 48 Abs. 2 der Reichs- oerfaffung wird verordnet: § 1. Wer ein Kraftfahrzeug oder ein -fahrrad gegen de n Willen des Berechtigten in Gebrauch nimmt, wird, sofern die Tat nicht nach anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist, mit Gefängnis bis z u 3 Jahren bestraft. Der Versuch ist strafbar. Die Verfolgung tritt nur auf Antrag ein. Die Zurücknahme des Antrags ist zulässig. Wer die Tat gegen feinen Ehegatten oder gegen einen Verwandten absteigender Linie begeht, ist straffrei. Kraftfahrzeuge im Sinne dieser Verordnung sind die Fahrzeuge, die durch Maschinenkraft bewegt werden, Landkraftfahrzeuge nur insoweit, als sie nicht an Bahngleise gebunden sind. § 2. Diese Verordnung tritt am 1. November 1932 in Kraft. Graf Posadowsky-Wehner t- Ra umburg, 23. Okt. (TU.) Heute vormittag ist der frühere Staatssekretär und preußische Landtagsabgeordnete GrafPosadowsky-Weh- ner gestorben. Mit Graf Posadowsky ist eine bekannte und bedeutende Persönlichkeit unseres öffentlichen Lebens im Alter von 87 Iahren dahingc schieden. Der Graf wurde in der breiten Oefsentlichkeit zuerst bekannt, als er anfangs der 90er Iahre zum Staatssekretär des Rcichsschutzamtes und einige Keine Krise im Reichskabinett. Keine Kursänderung. Kommunale Arbeitsbeschaffung? Verhandlungen mit der Reichsregierung. — Mitwirkung der Reichsbank? Iahre später zum Staatssekretär des Reichsarntes des Innern ernannt wurde. 1909 wurde er unter Bülow verabschiedet. Zur Rationalversammlung wurde er als Mitglied der Deutschnattonalen Volkspartei gewählt. Später schied er aus der DRVP. aus und wandte sich Bestrebungen zu, die -ftlleht in der Dolksrechtspartei gipfelten, deren Ehrenvorsitzender er zuletzt war. Als Mitglied dieser Partei hat er auch dem verflossenen Preußischen Landtag noch angehört, dessen Alterspräsident er war. Neue litauische Hetze gegen das Memelgebiet. Kowno, 23. Oft. (TA.) In der litauischen Presse hat wieder eine planmäßige groß angelegte Hetze gegen das Memelgebiet eingesetzt. Alle Kownoer Blätter bringen auf der ersten Seite in großer Aufmachung Berichte der Litauischen Telegraphen-Agentur aus Memel, in denen die sofortige Einführung der litauischen Sprache in allen memelländischen Schulen und Kirchen gefordert und ein energisches Eingreifen der Zentralregierung verlangt wird. An die Spitze der jetzigen Hetze hat sich der aus dem evangelisch- lutherischen Kirchenstreit bekanntgewordene Geistliche Gaigalat gestellt. Die ganz augenscheinlich beeinflußte Hetze verfolgt anscheinend dieselben Ziele, die anfangs des Iahres zu dem großem Memelstreit führten, der bekanntlich in der Verhaftung des Landespräsidenten Böttcher seinen Höhepunkt fand. Neue polnische Schikane gegen Danzig. Danzig, 23. Okt. (WTB.) Der diplomatische Vertreter der Republik Polen in Danzig hat beim Hohen Kommissar des Völkerbundes die Aenderung des Teiles des Warschauer Abkommens beantragt, der bestimmt, daß Ausländer durch ihre Anstellung als Beamte in unmittelbarem oder mittelbarem Staatsdienst der Freien Stadt Danzig die Danziger Staatsangehörigkeit erwerben. In der Begründung zu dem Antrag wird ausgeführt, daß der Senat durch diese Bestimmung die Möglichkeit habe, Danziger Beamtenposten systematisch mit reichs deutschen Angeh öri-^ gen zu besetzen und sie dadurch zu Danziger Staatsbürgern zu machen. Dieses Verfahren habe nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Bedeutung insofern, als seine Anwendung die Erwerbslosigkeit in Danzig steigere. Die Völkerbundsorgane hätten wiederholt auf die Notwendigkeit der Aenderung des bestehenden Zustandes hingewiesen. Anmaßung des polnischen Militärs. Danzig, 22. Okt. (TU.) Ein polnisches Wachtkommando in Stärke von fünf Mann, mit Karabinern und Seitengewehren bewaffnet, ist am Freitagvormittag von der Westerplatte aus durch die Stadt Danzig zur polnischen diplomatischen Vertretung marschiert. Nach dem Verlassen des polnischen Oeneraltommiffariats trugen die polnischen Soldaten keine Waffen mehr. Das Vorgehen des polnischen Wachtkommandos bedeutet einen Bruch der Danzig-pol Nischen Abmachungen. Frankreich fordert Devisen-Sondervertrag. Paris, 22. Oft. (TU.) Die „Ioumee Industrielle" berichtet zu den deutsch-französischen Kon t ingentierungsver - Handlungen, das) die französischen Vertreter hinsichtlich der Devisenbestimmungen darum nachgesucht hätten, dast Frankreich die von Deutschland allen anderen Staaten gewährten Zahlungsbedingungen (Devisenkontrolle) usw. „nach dem Grundsatz der Meistbegünstigung" zugestanden würden. Man wisse, so schreibt das Blatt, daß der deutsche Ausschuß mit der italienischen Regierung kürzlich einen Sondervertrag über die Devisenbestimmungen abgeschlossen habe, wonach Deutschland gegenwärtig die Bezahlung der Einfuhr in Devisen auf 25 v. H. beschränke, während die restlichen 75 v. H. in eingefrorenen Mark- guthaben zur Verfügung gestellt würden. Italien habe erreicht, daß diese 75 Prozent nach Italien überwiesen würden. Die französische Forderung bezwecke demgegenüber, eine Benachteiligung der französischen Ausfuhrhändler in der Devisenfrage zu verhindern. Bombenanschlag auf Deutsche in Spanien. Auf die Wohnung des aus Wetzlar stammenden Direktors der Erzgruben der Vereinigten Stahlwerke in Monforte de Lemos in Spanien, Fritz El 0 0 s, der zugleich auch das Amt des Vizekonsuls bekleidet, wurde in einer der letzten Nächte e i n Bombenanschlag verübt. Eine Bombe durchschlug das Dach der Garage und zerstörte das Auto, eine zweite Bombe explodierte über dem Fenster einer Schlafstube, eine weitere Bombe fand man neben dem Haus. Sie wog zwei Kilogramm und hätte, wenn sie zur Explosion gekommen wäre, zweifellos einen Teil des Hauses in die Luft gerissen. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Botschaft und Auswärtiges Amt in Berlin sind von dem Anschlag verständigt und gebeten worden, Schritte bei der spanischen Regierung zu unternehmen. Die Täter sind noch nicht ermittelt. Dem Anschlag liegen wahrscheinlich politische Motive zu- gründe, die im Zusammenhang mit . Revoln- iionsbewegung in Spanien stehen. Beschleunigte Entschuldung der ostdeutschen Landwirtschaft. ■Berlin, 22. Ott. (Sil.) Die Serorbnung über die beschleunigte Durchführung des Osthilfe-Derfahrens, die sogen, zweite T n ts ch u l d u n g s ve r o r d nu ng , ist am heutigen Samstag erlassen worden. Die neue Verordnung soll Gewähr geben, daß die Osthilsematznahmen beschleunigt durchgeführt werden. Die Verordnung sieht die Gesamlablösung der genossenschaftlichen Forderungen gegen die Lnt- ichuldungsbetriebe im Osthilfegebiet und die Erhöhung der Var-Entschuldungsmittel vor. Das Gesamtvolumen der dem Raufeisenverband angeschlossenen landwirtschaftlichen Genossenschaften, das auf 200 Millionen Mark geschätzt wird, geht mit dem Inkrafttreten der Verordnung auf das Reich über. Dafür erstattet das Reich den Gegenwert in Höhe von 70 v. H., also 140 Millionen Mark. Von diesen 140 Millionen werden 50 Millionen von der Bank für Industrieobligationen als Beauftragte des Reiches aus Osthilfemitteln in Entschuldungsbriefen gegeben, die übrigen 90 Millionen werden in Schatzanweisungen gegeben, von denen 60 Millionen später aus Sicherungsmitteln abgelöst werden. Durch den Liebergang der Forderungen auf das Reich wird bewirkt, das) die L a n d st e l - len mit den einzelnen Entschuldungsverfahren nichts mehr zu tun haben, es soll, dadurch eine wesentliche Beschleunigung herbeigeführt werden. Die einzelnen Genossenschaften werden von der Preuchenkasse befriedigt. Die auf das Reich übergegangenen früheren genossenschaftlichen Forderungen werden von der Landstelle bis auf 25 v. H. herunter- akkordiert werden. Dadurch wird die LUkordquote der übrigen Gläubiger wesentlich verbessert. vorgesehen ist weiter, daß Betriebsinhaber, die Dechselakzepte gegeben haben, und solche, die | im Entschuldungsverfahren gewesen find, in voller höhe von den Verbindlichkeiten befreit werden. Die Sicherheiten, die für- genossenschaftliche Forderungen bestanden, gehen auf das Reich über. Der zweite Teil der Verordnung behandelt die Erhöhung der baren Entschuldungsmittel. Bisher war das Verhältnis 4 zu g. Bei einem Gesamtvolumen von 600 Millionen RM. waren 500 Millionen Entschuldungsbriefe und 100 Millionen Barzahlung. Dieses Verhältnis wird dahin geändert, daß das Volumen der Entschuldungsbriefe auf 350 Millionen heruntergesetzt und das der Barzahlung von 100 auf 240 Millionen erhöht wird. Die Pächter werden durch besondere Mittel ent- jchuldel. Die neuen Barmittel werden beschafft durch Vorfinanzierung derjenigen Mittel, die durch die Verminderung der Entschuldungsbriefe freiwerden. Da das Volumen der Entschuldungsbriefe auf 70 o. H. heruntergesetzt wird, werden die Mittel für die Einlösung ebenfalls zu 30 d. S). frei, die der Barentschuldung zur Verfügung stehen. In diesem Jahre werden für die Vorfinanzierung 40 bis 50 Millionen RM. genügen. Der Rest wird im nächsten Jahre freigemacht. Im S ch l u ß t e i l der Verordnung ist vorgesehen, daß Forderungen von Gläubigern aus Warenlieferungen nach dem 1. Januar 1929 am Ent- schuldungsbelriebe nach näherer Entscheidung der Londstelle al« Uebergangshypotheken eingetragen werden. Die Forderungen sind zunächst unverzinslich. Sie werden getilgt nach Ablauf von drei Jahren nach dem Ergebnis der Betriebskontrolle. Für ein Viertel des etwaigen Ausfalls übernimmt die Bank für Jnduftrieobligationen die Bürgschaft «Sanierung der Landesbank her Rbeinprovinz. Berlin, 22. Olt. (WTB.- R ichs unj Staa s regierung haben nunmehr die Verhandlungen über einen Sanierungsplan der Landesbank der Rheinprovinz abgeschlossen. Da die Behebung der Illiquidität der Landesbank in erster Linie eine Frage der Wiederherstellung der finanziellen Leistungsfähigkeit der ihr verschuldeten rheinischen Kommunen ist — in den letzten Monaten sind diese weiter iy steigendem Maße mit ihren Zinsleistungen gegenüber der Landesbank in Rückstand geraten — haben sich Reich und Staat bereit erklärt, der Landesbank ein Mindestaufkommen aus den lausenden Zins- und Tilgungsoerpflichtungen dieser Schuldner in höhe von 15 Millionen Reichsmark auf die Dauer von vier Jahren zu garantieren unter der Voraussetzung, daß sich anderseits auch die Gläubiger der Landesbank zu einem Entgegenkommen sowohl in der Zinshöhe als auch durch Stundung ihrer Sapital- >forderungen auf mindestens vier Jahre bereit- finden. Cs darf erwartet werden, daß die Kommunen innerhalb dieser Frist durch Maßnahmen der Umschuldung oder des Finanzausgleiche s instand gesetzt sind, ihren Kapitalverpflichtungen allmählich wieder nachzukommen. Außerdem wird die Staatsregierung alle ihr in Ausübung der Kommunalaufsicht zur Verfügung stehenden Mittel für die Abwicklung der Verpflichtungen der Landesbank einsehen. Der P r o v i n z i a l v e r b a n d soll sich bei der Sanierung dergestalt beteiligen, daß er die F o r - de-rungen von Reich und Staat, die dielen aus der Einlösung der im Herbst vorigen Jayres gegebenen 50 Millionen RM einjährigen Schatzanweisungen gegen die Landesbank erwachsen sind, als Schuldner übernimmt und diesen Betrag der Landesbank als zusätzliches haftungskapital zur Verfügung stellt, wodurch nicht nur eine erhebliche Verbesserung des Status, sondern auch — durch Fortfall dieses zinspflichtigen Passivpostens — eine entsprechende Der- ringerung der Z i n s e n l a st eintritt. Die Verzinsung und Tilgung dieses Darlehens soll durch die aus der Erhöhung der Prooinzialumlage der Provinz zustießenden Einnahmen gesichert werden. Unter der Voraussetzung, daß diesem Sanierungsprogramm auch seitens der Gesamtheit der Gläubiger zugestimmt wird, hat sich die Reichsbank im Einvernehmen mit der Akzeptbank bereit erklärt, zn den bereits gegebenen 75 Millionen Reichsmark eine weitere Liquiditätshilfe zu gewähren. Im Rahmen dieser Liquiditätshilfe soll den Bankgläubigern eine weitere Rückzahlung von 10 Prozent ihrer noch bestehenden Guthaben geleistet werden. Außerdem soll sie zur Auszahlung von Gläubigern, wie soziale Versicherungseinrichtungen, Krankenhäuser und sonstige Wohlfahrtsanstalten dienen, die nach Erschöpfung aller a nderen Finanzierungsmöglichkeiten unbedingt auf ihre bei der Landesbank angelegten Detriebsreserven zur Erfüllung der ihnen obliegenden Leistungen zurückgreifen müssen. Den Sparkassen, die durch die Richtverfügbarkeit ihrer Guthaben bei der .Landesbank im Herbst vorigen Iahres in besondere Verlegenheit gekommen waren, ist zunächst dadurch geholfen worden, daß ihnen über die Akzeptbank Liquiditätskredite gegeben sind, die in ihrer Gesamtheit heute die bei der Landesbank festliegenden Guthaben bedeutend übersteigen. Soweit in der Zwischenzeit nicht bereits ^Verrechnungen der Guthaben der einzelnen Sparkassen über die laufenden Zins- und Tilgungsverpflichtungen ihrer Gewährsverbände stattgefunden haben, soll eine solche Verrechnung, so- EMands geistliche Führer verlangen Abrüstung. Die Geistlichen beim englischen Ministerpräsidenten. Neben Macdonald (ganz links) der Erzbischof von Canterbur, Dr. Lang. _— i weit irgendmoglich, auch auf die noch abzu- deckenden Kapitalbeträge erstreckt werden. Im übrigen wird die Staatsregierung dafür Sorge tragen, daß durch baldigste Errichtung der geplanten neuen Gemeinschaftbank zwischen Rheinischem Givoverband und ProvinAial- verband sowohl die Sparkassen als auch der Provinzialverband wieder ein funktionsfähiges Bankinstitut erhalten. Aus aller Wett. Gronau unterwegs. Der deutsche Weltflieger Wolfgang u. Gronau ist von Colombo nach Mangalore (vorder- indische Westküste) g e ft a r t e t. „Gras Zeppelin" zur letzten diesjährigen Südamerikafahrt gestartet. Das Luftschiff „Gras Zeppelin" ist heute früh 6.24 Llhr unter Führung von Kapitän Lehmann zu feiner letzten diesjährigen Südamerika f a h r t aufgeftiegen. An Bord befinden sich 12 Passagiere. Don Pernambuco geht die Fahrt weiter nach Rio de Ianeiro. 100 000-2Tiart-£os gezogen. In der ersten Klasse der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein Gewinn von 1 0 0 0 0 0 Mark auf die Rümmer 33 1 35 4. Das Los wird in Achtellosen in Württemberg und in Berlin gespielt. Schwere Zuchthausrevolte in Reuyork. Im Reuyorker Zuchthaus in Walfare Island ist es zu schweren Revolten gekommen. Die Insassen unternahmen mehrere Ausbruchversuche, wobei ein Zuchthäusler von Polizeibeamten getötet wurde. Die Zuchthausdirektion wandte sich mit der Bitte um Hilfe an das Polizeihauptquartier, von wo ein größeres Polizeiaufgebot mit 50 Detektiven hinbeordert wurde, um die Aufrührer mit Tränengas und Maschinengewehren zu bekämpfen. Es ist zu schweren Kämpfen gekommen, so daß noch größere Verstärkungen angefordert werden mußten. Der Aufruhr konnte mit Hilfe von 300 Polizeibeamten niedergeschlagen werden. Im Gefängnishof spielte sich eine zweistündige Schlägerei ab. Peim Verhör im Direktorzimmer erdolchte ein italienischer Zuchthäusler einen Iren, nachdem vorher eine blutige Schlägerei zwischen dem. Iren und dem Italiener stattgesunden hatte. Sämtliche Schwerverbrecher zerstörten das Mobiliar in ihren Zellen und machten während des Aufruhrs einen Riesenlärm. — Die übrigen Reuyorker Gefängnisse werden scharf bewacht, da man weitere Ausbruchversuche befürchtet. Zusammenstöße mit Schmugglerbonden. — Ein Toter, ein Schwerverletzter. In einer der letzten Nächte wurde in der Nähe von Ophoven bei Aachen eine achtköpfiae Schmugglerbande von Zollbeamten gestellt, deren Haltrufe und Warnungsschüsse keine Beachtung fanden. Als die Beamten schrrf schossen, trafen sie einen 16jährigen Jungen aus Scharfenberg ins Herz, so daß er auf der Stelle t o t war. Man sand bei ihm 12 Pfund Kaffee und kleine Mengen Tabak. Zwei weitere Mitglieder der Bande wurden seft- genommen. Insgesamt haben die Beamten etwa 80 Pfund Kaffee und etwa 30 Pfund Tabak beschlagnahmt. — Auf dem Gymricher Weg bei Aachen konnten Zollbeamte ebenfalls eine Schmugglerbande von 30 Mann stellen, von denen die meisten trotz zahlreicher Warnungsschüsse die Flucht ergriffen. Einer der Schmuggler, ein 30jähriger Mann, mürbe » durch einen Schuß an der Schulter schwer v e r • letzt. Man fand bei ihm 1400 Zigaretten und fXine Mengen anderer Waren. In Sief wurde ein Berufsschmuggler gestellt. Man fand in seinem Tornister 600 Buch Zigarettenpapier und 1500 Zigaretten. Gelungener Start der Tilling-Flugrakete. Der Flugraketencrbauer Reinhold Tilling, Osnabrück, führte zum erstenmal auf dem Berliner Flugplatz Tempelhof einen Flugraketen- start vor. Der Abschuß gelang tadellos. Die Rakete trieb den etwa vier Meter langen Flugkörper 800 Meter empor. Dann entfalteten sich langsam zwei Tragflächen, die einen spiralartigen Gleitflug zur Erde ermöglichten. Demnächst sollen weitere Vorführungen mit der Tilling-Rakete • auf dem Flugplatz Tempelhof stattfinden, die jedoch noch der behördlichen Genehmigung bedürfen. Prinzessin Olga zu Schaumburg-Lippe t. Prinzessin Olga z u Schaumburg- Lippe, die Gemahlin des im Iahre 1904 gestorbenen Prinzen Max zu Schaumburg-Lippe, ist, wie aus Stuttgart gemeldet wird, nach langem schwerem Leiden im Ludwigsburger Schloß im Alter von 56 Iahren gestorben. Rach dem Tode ihres ältesten Sohnes, des Prinzen Eugen, der im Iahre 1929 als zweiter Flugzeugführer mit einem Verkehrsflugzeug in der Räye des englischen Flugplatzes Croydon tödlich abstürzte, lebte sie in stiller Zurückgezogenheit. Oberhessischer Kunstverein. ,(yiauvu i«ei e.,enwart " Die zweite Ausstellung dieses Winters steht unter der Ueberschrift „Frauen der Gegenwart"; sie wiederholt also ein Thema aus der vorigen Se'son, bringt aber — bis auf eine Ausnahme — neue und hier wohl noch unbekannte Namen. Zum zweitenmal erscheint nur Sulamith Wülfing aus Elberfeld, die sich selbst „Dürers kleine Tochter" nennt, obwohl ihre Arbeiten minder an Dürer als etwa an die Präraffaeliten denken lassen. Vorerst ist nur eine Anzahl illustrativer Arbeiten (zu Volksliedern und Gedichten von Rilke) zu sehen, die aber in Kürze durch eine Kollektion von Originalen aus der letzten Zeit ergänzt werden sollen Der Gesamteindruck hat sich nicht geändert: es ist eine eigenartige, typisch weibliche und stellenweise etwas kunstgewerbliche Malerei, deren Reiz in der lyrischen Zartheit des Motivs, in der farbigen Phantasiefülle und der ausgesprochen dekorativen Haltung des kleinen Formats beruht: eine Malerei hes l’art pour l’art, ohne Anziehungskraft für die große Maffe und einen populären Kunstgeschmack Den breitesten Raum beansprucht Die Ausstellung der Arbeiten von Louise K l e m p t, München, was schon durch das beträchtliche Ausmaß ihrer Entwürfe bedingt ist. Diese Künstlerin zeigt eine merk- würdige und originelle Technik: gemalte Wcmd- behänge, also eine Art transportabler Fresken, von denen hier eine Anzahl interessanter Beispiele in natürlicher Größe gezeigt werden. Daneben sieht man zahlreiche Photos und Skizzen von ausge- führten Entwürfen, die an ein reizvolles und schwie- riges Problem rühren, nämlich das Zusammenwirken von Architektur und Malerei. Die Malerei findet sich hier vor der delikaten und heiklen Aufgab, der Einordnung in gegebene Maße (oft sehr unregelmäßig begrenzte Wandflächen) und gegebene Stilformen; die Angleichung an vorhandene Bauteile soll deren dekorativer Belebung dienen, ohne durch übertrieben-eigenwillige 'Borbringlid)’ feit die reine Architekturwirkung zu beeinträchtigen. Für die sinnvolle Aufteilung und motivifche Ausschmückung großer Jnnenräume und Fassadenflächen bieten die Entwürfe vom Schlierseer Postamt, von der Bamberger Solokistraße und aus einem Kinder» I garten in Duisburg fympathifchL Beispiele; insbe» • sondere erscheint uns die Gestaltung des Bamberger Tierparadieses einer glücklichen Lösung der komplizierten Aufgabe nahezukommen. Die großen Wandbehänge (Wasserfarben auf grobem, rupfenartigem Stoff) zeigen einfache, meist figürliche und landschaftliche Motive, die in festen Konturen und gedeckten Farben die Fläche bildhaft aufteilen, gliedern und stellenweise auch eine bemerkenswerte Raumwirkung hervorbringen. Der maßstäbliche Umfang und die eigenartige Technik dieser Wandmalerei führten übrigens zu einer stilistischen Großzügigkeit und Herbheit des Ausdrucks, daß man eher eine männliche Hand und männliche Phantasie hinter den hier oorgestellten Entwürfen vermuten sollte. iSie bilden in jeder Hinsicht den ausgesprochenen Gegenpol zum künstlerischen Ausdruck und Formempfinden her Sulamith Wülfing.) Gabriele M ü n t e r, IRurnau, die, qpe wir hören, zu den deutschen Vorkämpferinnen der nach" impreffioniftischen Malerei zählt, zeigt eine Anzahl tüchtiger Oelbilder. Blumenstücke, Landschaften, wenig Figürliches: alles in ziemlich einheitlichem Stil. Bei etwas stumpfem, vorwiegend trockenen Auftrag arbeitet sie mit stark tonturierten Flächen und einer blühenden Palette. Die besten Wirkungen ergeben sich u. E da, wo sie in der koloristischen Komposition am sparsamsten bleibt und sich auf wenige, untereinander gebundene Grundakkorde beschränkt Von der Malerin Agnes von Bülow, einer jetzt in Brüssel lebenden Hamburgerin, Schülerin übrigens von Angelo Jank in München, sieht man an zwei Wänden eine Folge graphischer Arbeiten verschiedener Technik, Lithos, Holzschnitte und Hand- zeichnungen. Da gibt es großstädtische Augenblickseindrücke von zugreifender Realistik neben ruhigen Landschaftsstücken von feiner und geschlossener Haltung. Eine besondere Begabung für Bildnisstudien erweist sich in den Handzeichnungen (Porträts von Heinrich Mann, Einstein, Timmermans), in denen sich aus der kontrastreichen Gegenüberstellung von Hell und Dunkel, von Licht und Schatten charakteristische Wirkungen ergeben. • Die Ausstellung wurde gestern vormittag eröffnet und soll außer an den Sonntagen auch an vier Wochentagen zugänglich sein. —y— Anekdoten uoii Start lerbö. Charles James Fox, der englische Staatsmann, kam nach dem Frieden von Amiens nach Paris und war dort eines Tages bei einem Politiker ein- geladen, der uns vom Chronisten kurzweg nur als „Graf S." überliefert ist. Nack) dem Essen stand Fox mit seinem Gastgeber und einem französischen General plaudernd vor einer Weltkarte. „Wie ist es nur möglich", sagte der General, „daß England, diese winzige Insel, die ganze Welt beherrscht?" Fox trat gelassen vor und gab nachdrücklich die verlangte Erklärung: „Das da" — mit einem flüchtigen Hintippen auf England — „ist nur unser Absteigequartier; das da aber" — mit einer weiten Rundbewegung über die ganze Welt — „ist das eigentliche England" iörtögeroatet in Somerjetshire hat um das Jahr 1800 ein Reisender an einem Hause ein Firmenschild bemerkt, das er gewissenhaft abgeschrieben hat Es stand darauf zu lesen: Burneß & Sohn Schmiedes- und Barbiergeschäfte aller Art. Hier werden Pferde beschlagen und Haare gekräuselt, Zähne ausgerissen und Pferde und Menschen zur Ader gelassen, große Schlösser ausgebessert und der Bart geschabt, und was dergleichen Hufschmieds- und Barbiersachen mehr sind. Dazu alle Sorten geistiger Getränke und Liköre. Mrs. Burneß unterhält eine Schule, unterrichtet im Lesen, Schreiben und fremden Sprachen und hat überdies Gehilfen und Gehilfinnen für Mathematik und Mode- arbeit Das war Huddy, Postmeister zu Lismore in 3r» land, 96 Jahre alt und „ein sehr jovialer Greis"; dem kam eines Tages in den Kopf, eine ganz wilde Schnapswette um 25 Pfund Sterling zu tun. Er wollte den Weg von Lismore nach Fermoy, vierein- halb (deutsche) Meilen, in sechs Stunden zurück- legen, und zwar auf dem seltsamsten Gespann, bas die an Narrheiten nicht eben arme Welt je gesehen hat. Als Wagen diente dem jovialen Greise ein altes Austernfaß, das man mit Rädern versehen hatte, darauf stand er, eine rote Nachtmütze auf dem Kopse, eine Fuhrmannspeitsche in der Hand. Seine Zugtiere aber waren ein Schwein, ein zahmer Dachs, zwei Katzen, ein Igel und eine Gans. Genau siebzehn Minuten vor der gewetteten Zeit traf er in Fermoy ein und machte sich sogleich daran, das gewonnene Gelt in aller Frische zu vertrinken. * Juddy, vor rund hundert Jahren hochachtbarer businessman zu Neuyork, sollte eine runde Straf- summe bezahlen, weil er drei Tonnen Walfischtran ohne obrigkeitliche Untersuchung eingeführt hatte: Alle Fischöle unterlagen laut Gesetz dieser Untersuchung. Juddy aber war ein Mann, auf dessen geistige Regsamkeit seine Handelsware keinerlei nachteiligen Einfluß ausgeübt hatte; er besprach sich mit Doktor Mitchil, dem smartesten Anwalt Neuyorks, und dieser tüchtige Mann überraschte die Behörden mit folgender Beweisführung: Der Walfisch ist kein Fisch, sondern eine besondere Art von Vierfüßlern, da er warmes Blut hat, durch Lungen atmet, lebendige Junge zur Welt bringt, diese säugt, und was dergleichen Vierfüßlereien mehr sind. Wenn aber der Walfisch kein Fisch ist, so ist auch Walfischtran kein Fischtran und fällt nicht unter das Gesetz; was zu beweisen war. Die Behörden streckten vor dieser Logik die Waffen, Juddy brauchte nicht zu bezahlen, und Walfischtran durste von da ab ohne Untersuchung eingeführt werden. ♦ In den Zeitungen Neuyorks erschien eines Tages — es muß um bas Jahr 1825 gewesen sein — folgende merkwürdige Anzeige: Warnung! Da ich das Unglück habe, starke Getränke mehr zu lieben, als mir gut ist, so ersuche ich alle 23er- käuser dieser Artikel, mir dergleichen um keinen Preis mehr zu verabfolgen, wenn ich aber daraus bestehen sollte, mich notfalls mit Gewalt wegzu- jagen da ich zwar ein großer Trunkenbold, aber mit Gottes Hilfe kein unverbesserlicher Säufer bin. Nachschrift: Wer mir, dieser Anzeige ungeachtet, Rum, Genever usw. verkauft, den werde ich öffentlich mit Namen nennen, damit alle Welt erfährt, wer mich zur Sünde verleitet hat. Hochschulnachnchten. Der Privatdozent Dr. Kaschnih-Wein- berg an der Universität Freiburg i. Br. hat den Ruf als Ordinarius für klassische Llrchäo- logie an der Hninerfität Königsberg zum Wintersemester 1932/33 angenommen. Ä w? si-isch Fäll auW&tte e" Ars sundenen der Sentt „’S Dailenbesh Ljwcrbeschad'g! Mger waren, ' «C&W Ariegsopse düngen zmcl ZMNgsverslcige .um Erwerb ot des Grundstück her noch nicht b 3n den Zn sind gewisse W Möglichkeit ges Dtn 40 bis 45 ,Mrente und mrcsminderun rente bis zur Eichungen z ror allem soll den, bei denn Erundstückes t der höheren Z abgttoen'cct w Erhöhte M stützungen Qkriugung ges. men bebiinfif Kindern Schw in Hoch- ober genannten Perj Vör.nen. Sfliefjl fordere Wittel Vorjahre, 40pro< unter 45 3ahce: können, e i n m a ter l esonderS zahle,.. xöiefed •21us Wiese Zuschrift. 2er letzte Art ntr Anzeiger" nchtet, die sichj Ittlegimg der S llnigen Friedh Hlofung zu sc Mriebigen kann; tDtfiung der cm unö Achen fdjoi Neil wurde. soll dies m Ölungen Gießen unsere Wicsecker । t)er in Aerkehrsn weiter unter Bew Gelegenheit biete N'cht wiederkehren Menden Mehr! l'chen Teil; von 9 tretung jetzt bie c jeher ein Berke ber köfsn ^taötgren.je vor I -Wobusoerkehrs genommen m w braucht kau Myurd, da; Wer Erwerbslose «tmögiidjfe Ma tswelt t Mr finh L Ube schlossern 10 Du -'M- i» K Kriegsopfer mer und Lieferanten berücksichtigt werden, deren Gewerbebetrieb b o l i 4 e i 11 d) ange- meldet ist und die in die Handwerke r- rolle eingetragen sind. Hieraus tonnte der ^9LuT3 gezogen werden, bah die in das Handelsregister eingetragenen Bauunternehmer von der Ausübung der in Betracht kommenden Arbeiten ausgeschlossen seien. Dies ist je* öixp nicht der Fall. Da die Anordnung ledig- lrch den Zweck haben sollte, Schwarzarbeit zu verhindern, wurde auf Borstellungen der Hessischen Industrie- und Handelskammern leitens der hessischen Regierung in einer Anweisung an die Bürgermeistereien, die mit der Durchführung der Bestimmungen beauftragt lind u. a. auf folgendes hingewiesen: „Die Vorschrift in Abschnitt Ille 2 der Durchführungsanordnung vom 26. September 1932, daß nur solche Bauunternehmer berücksichtigt werden sollen, die in die Handwerkorrolle eingetragen sind, schließt keinesfalls die Unternehmer, die nur im Handelsregister eingetragen und auch solche, bei denen zur Zeit noch Cßer» Handlungen darüber schweben, ob sie zu der Handwerkevrolle oder zum Handelsregister eintragspflichtig sind, von der Ausübung der in Betracht konrmenden Arbeiten aus. Zu den letzteren zählen u. a. auch die Bauhütten. Diese Anordnung hat allein den Zweck, Schwarz- arbeitzu verhindern und ist deshalb auch nur so zu bewerten." Politik unb Kinder. (Ein beherzigenswerter Aufruf an alle Parteien! Der Frankfurter Lehrerverein veröffentlicht folgenden Aufruf: „Die Reichsverfassung weist der öffentlichen <5u,ute die Aufgabe zu, die künftigen Staatsbürger im Sinne wahrer Volksgemeinschaft zu erziehen. Diese Schule kann und will keine einsame Insel fern von der Wirklichkeit sein. Sie ist darum nur einer unter den vielen Erziehern, die auf die Jugend einwirken. Das haben besonders deutlich die' gegenwärtigen Zeiten wirtschaftlicher Not und politischer Hochspannung gezeigt, in denen nicht nur die unterrichtlichen Ergebnisse, sondern auch d ■ Frieden der Schularbeit von außen aufs schwel .e gefährdet werden. Man kann nicht junge Menschen zum Dienst an der Volksgemeinschaft erziehen, wenn sie läßlich und stündlich erleben, daß ihre Väter und Brüder sich gegenseitig hassen oder gar um einer Meinung willen totschlagen. Der Lehrerverein bittet daher die gesamte Oeffentlichkeit, insbesondere die politischen Parteien, den kommenden Wahlkampf in Formen zu führen, die eines seiner Verantwortung vor der Jugend bewußten Kulturvolks würdig sind, und unter allen Umständen zu verhindern, daß Kinder offen oder versteckt zum politischen Kampfe mißbraucht werden." proteft-Kundge-ung der Kraftfahrer. Vom Auto- und Motorrad-Club Gießen werden wir um Aufnahme folgender Zeilen gebeten: Der Auto- und Motorrad-Club Gießen E. D. Gießen Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs hatte seine Mitglieder in das Clublokal Hotel Schütz eingeloden, um gegen die verweigerte Senkung der Krastsahrzeugsteuer und die Erhöhung der Betriebsstosfpreise zu protestieren. Ferner teilte der l.Bvrsitzende Herr Aug. W e i d i g mit, daß die Reichsregierung weder den Vorstellungen der Kraftverkehrslammer, noch den Eingaben des ADAC. Rechnung getragen, und die dringend gewünschte 52prozentige Herabsetzung der Pauschalsteuer ab 1. Oktober d. I. nicht vorgenommen hat. nachdem es außerdem wieder trotz dringenden Vorstellungen zugelassen wurde, daß die Betriebsstoff-Konvention sich in kartellähnlicher Weise bilden konnte. Der Redner erklärte ferner, daß ab 1. Januar 1933 für die Clubmitglieder für verbilligtes Benzin und Oel gesorgt würde. Rach längerer Aussprache wurde folgende Entschließung an den Herrn Reichsfinanzminister gesandt: „Die heute am 21. Oktober in Gießen versammelten Kraftfahrzeugbesitzer haben mit großer Sorge davon Konntnis genommen, daß seitens der Reichsregierung noch keinerlei entscheidende Schritte unternommen wurden, um der am Boden liegenden Kraftverkehrswirtschaft durch steuerliche Entlastung den Wiederausstieg zu ermöglichen. Die Belastung durch Spritzwang und Zollerhöhung ist ins Unerträgliche gestiegen. Wir verlangen von der Reichsregierung, daß sie durch sofortige Senkung der Pauschalsteuer um 50 Prozent der Krastverkehrswirtschast einen wertvollen Impuls gibt und dadurch zeigt, daß auch dieser wichtige Wirtschaftszweig sich der Fürsorge der Reichsregierung erfreut. Gleichzeitig wird das Augenmerk der Reichsregierung auf die preisverteuernden Maßnahmen der neugegründelen Betriebsstoff-Konvention hin- gelenkt. Wir erwarten auch hier von der Reichsregierung energisches Eingreifen." Taten für Montan, 24. Oktober. 1648: Westfälischer Friede zu Münster und Osnabrück: — 1648: Ende i s Dreißigjährigen Kriegs. — 1796: der Dichter August Graf von Platen- challermünde in Ansbach geboren. Bornotizen. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Für die morgige Erstaufführung der Operette „Die Toni aus Wien" sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Die Operette von Ernst Stessan erlebte am 8. Mai 1931 Welturaufführung im Metropol-Theater Berlin unb wurde ein durchschlagender Erfolg: sie ist eine Operette nach der guten wienerischen Art, und der Premierenerfolg sicherte dem Werk eine wohlverdiente Serie von Aufführungen. Die Spielleitung hat Intendant Dr. P rasch selbst übernommen. Unsere Operettenkräfte werden sich Dienstag erstmalig dem Gießener Publikum in ihren eigentlichen Ausgaben vorstellen. Musikalische Leitung hat Kapellmeister Walter M o e h l. Für die Danze zeichnet Ballettmeister Ewald B ä u l k e. Operettenpreisei Anfang 20 Uhr; Ende 22.30 Uhr. — Bei Vorstellungen, für die Ope- rettenpreise gelten, ändern sich die Vergünstigungen für Studierende dahin, daß $u diesen Vorstellungen Studierende den nächst niedrigen Preis zu zahlen haben, während für Schülerkarten keine Ermäßigung gewährt wird. ♦* Zug der Schneegänse. Am Samstag 9.55 Uhr überflogen in der Richtung Rord- Rordost-Südsüdwest etwa 50 Schneegänse in etwa 100 Meter Höhe unsere Stadt. Sie flogen in Keilform und verschwanden um 10 Uhr in der Richtung Klein-Linden. " Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule. 2m In den Zusatzrentenbestimmungen sind gewisse Milderungen eingeführt. So ist die Möglichkeit geschaffen, Kriegerwitwen im Alter von 40 bis 45 Jahren ohne Kinder die halbe Zusatzrente und Kriegsbeschädigten mit einer Erwerbsminderung von 50 bis 70 Prozent Zusah- tente bis zur vollen Höhe unter gewissen Voraussetzungen zu gewähren. Bei letzteren sollen vor allem solche Beschädigte berücksichtigt werden. bei denen eine Zwangsver Weigerung ihres Grundstückes droht, wenn durch die Gewährung der höheren Zusatzrente die Gefahr voraussichtlich abgetoencet werden kann. Erhöhte Mittel für einmalige Unter» stützungen sind den Versorgungsämtern zur Verfügung gesellt. Diese Mittel sollen zugute kom- men bedürftigen Kriegereltern, Waisen, sowie Kindern Schwerbeschädigter und Kriegerwaisen in Hoch- oder Fachschulausbildung, soweit diese genannten Personengruppen Rente nicht beziehen können. Schließlich sollen die Fürsorgestellen besondere Mittel erhalten, um sogleich, wie im Vorjahre. 40prozentig Beschädigten und Witwen unter 45 Jahren, die Zusatzrente nicht erhalten können, einmalige Unterstützungen unter besonders festgelegten Voraussetzungen zu zahlen. Wieseck und die Straßenbahn. •21us Wiefeck erhalten wir die nachstehende Zuschrift: Der letzte Artikel über dieses Projekt im „Gießener Anzeiger" war an die Adresse Wiefecks gerichtet, die sich jetzt bietende Gelegenheit der Wei- terlegung der Straßenbahn durch Wieseck bis zum dortigen Friedhof zu ergreifen und damit eine Endlösung zu schaffen, die nur allein beide Teile befriedigen kann: eine Endlösung, die durch die Entwicklung der engen Beziehungen zwischen Wiefcck und Gießen schon längst zur zwingenden Notwendigkeit wurde. Es soll dies noch einmal ein Apell an die Vertretungen Gießens und Wiesecks, vor allem aber an unsere Miejecker Gemeindevertretung sein, ihre seither in Verkehrsmittelfragen gezeigte Großzügigkeit weiter unter Beweis zu stellen, zumal sich jetzt eine Gelegenheit bietet, die wohl in absehbarer Zeit nicht wiederkehren dürfte. Ich spreche mit der überwiegenden Mehrheit des mittleren und nordöstlichen Teils von Wieseck, der von der Gemeindevertretung jetzt die Initiative erwartet, ihm zumindest wieder ein Verkehrsmittel zu geben, da mit dem Tage der Eröffnung der Straßenbahn bis zur Stadtgrenze vor Wieseck ihm durch das Verbot des Autobusverkehrs für Wieseck jede Verkehrsmöglichkeit ge-nommen wird. Es braucht kaum darauf hingewiesen zu werden, daß tiurd) das Weiterlegen einem großen Teil Wie- secker Erwerbslosen für einige Wochen Arbeit und Verdien'stmöglichkeit gegeben wird, evtl, auf dem Wege des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Aber auch die Geschäftswelt wird es zu spüren bekommen, und die Ausflugsorte hinter Wieseck vom Flughafen— Busecker Tal über Hangelstein bis hinüber nach Lollar sind so vielen Gießenern und Fremden erschlossen. v . . Und Gießen sollte sich darüber klar sein, daß der weitaus größte Teil der auswärtigen Arbeitnehmer gerade in der Mitte und im Nordwesten Wiesecks wohnt den zu erfassen es nur durch diese End- lösung' gelingt. Nur dann kann auch die Verkehrsfrequenz den Erwartungen entsprechen. Bei beiderseitigem ernsthaften Willen zum Gelingen der Sache muß dies jetzt so außerordentlich günstig liegende Projekt möglich sein, mag auch die Finanzlage Wiesecks eben nicht gerade gut sein. Es ist ein Wechsel auf die Zukunft. Die Erfahrung wird — bei einer vernünftigen Staffelung der Fahrpreise _ zeigen, daß bann die Straßenbahn von Gießen nach Wieseck die rentabelste Linie ist, und daß das Projekt für alle Beteiligten das beste war. H. S., Wieseck. Bauunternehmer und Wohnungsbau-Neichüzuschuß. Die Industrie- unb Handelskammer Mainz als Vorort des Hessischen Industrie- und Handelskammertags schreibt uns: Die hessischen Bestimmungen über Die Gewährung eines Reichszuschusses für die Instandsetzung von Wohngebäuden, die Teilung von Wohnungen und den Umbau gewerblicher Räume zu Wohnungen vom 26. September 1932 sehen in Ziffer Ille 2 vor, daß nur solche BauunternehAus der provinzialhauptlladt. Gießen, den 24. Oktober 1932. OieMehrleistungen für die Kriegsopfer. Heber die vom Reichsarbeitsministerium verfügten Mehrleistungen in der Reichs- Versorgung der Kriegsopfer teilt der Kyfshäuserverband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen folgende Einzelheiten mit: Die Einschränkung, daß Kannbezüge und Härteausgleiche nur in ganz besonders dringenden Fällen gewährt werden durften, ist aufgehoben. Dadurch wird eine bisher' als große Härte empfundene Bestimmung beseitigt. Zur Erleichterung der Berufsausbildung von Kindern Schwerbeschädigter und von Kriegerwaisen können K inderzulagen oder Waisenrenten über das 15. Lebensjahr hinaus bis zum 21. Lebensjahr bewilligt werden, wenn das Kind vor Vollendung des 16. Lebensjahres in eine Berufsausbildung oder weitere Schulausbildung eintritt. Während bisher ein Wechsel des Wohnsitzes keinen Anspruch auf Erhöhung der Ortszulage begründete, kann hinfort die erhöhte Ortszulage ohne Prüfung des Bedürfnisses gewährt werden, wenn der Wechsel des Wohnsitzes im Einzelfalle durch Arbeitsaufnahme, Versetzung oder sonstige triftige Gründe veranlaßt ist. Die Dersorgungsämter können künftig ab g e » f undenen Kriegsbeschädigten wieder Rente ohne Rechtsanspruch gewähren. wenn eine Verschlimmerung des anerkannten Dienstbeschädigungsleidens vorliegt. Das gleiche trifft zu, wenn eine neu auftretende Gesundheitsstörung mit dem anerkannten Dienst- beschädigungsleiden in ursächlichem Zusammenhang steht. Die Gewährung von W i t w e n ° u n d Waisenbeihilfen an Hinterbliebene von Schwerbeschädigten, die nicht Pflegezulageempfänger waren, ist den Versorgungsämtern srei- gegeben. Zur Erhaltung der Eigenheime der Kriegsopfer können Kapitalabfin- Dungen zwecks Abwendung einer drohenden Zwangsversteigerung auch bewilligt werden, wenn zum Erwerb oder zur wirtschaftlichen Stärkung des Grundstücks eine Kapitalabfindung bisher noch nicht bewilligt worden war. Iohannessaal versammelten Tief) am Freitagabend die Mitglieder des Bundes für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule. Pfarrer Dr. Fritsch. Ruppertsburg, hielt einen Vortrag über das Thema „Erziehung der Kinder zum Gebet". Der Redner führte u. a. aus, daß die tüchtigsten Männer in unserem Vaterland fromme Männer gewesen seien, so Bismarck, Moltke, Roon. Hindenburg. Das ilnglüd unseres Volkes sei es, daß nicht mehr gebetet würde. Deshalb sei es richtig, unsere Kinder zum Gebet zu erziehen, denn schon die Kindesseele sei für das Gebet empfänglich. Das Gebet sei nötig, um die Verbundenheit mit Gott zu finden: es sei ein heiliges Werk, und das Kind müsse so früh als möglich dazu erzogen werden. Das Gebet sei möglich, auch wenn die Erkenntnis noch nicht da sei. Mit den verschiedenen Arten, Morgen-, Tisch- und Abendgebet, werde das Kind allmählich zum bewußten Beten erzogen. Im Gebet müsse das Kind lernen, sich Gottes Willen zu unterwerfen. Die beste Möglichkeit, die Kinder das Beten zu lehren, sei das Vorbild der Eltern. Wenn das Beten zum Bedürfnis geworden sei, dann werde es ein Segen für Kinder, Eltern, Haus und Volk. Der Vorsitzende, Landgerichtsrat Knaus, dankte dem Redner für seine wertvollen Mahnungen und teilte noch mit, daß im Rovember ein Familienabend mit musikalischen Darbietungen abgehalten werde. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Montag, 24. Oktober, von 20 bis 22.30 Uhr „Rigoletto". Dienstag, 25., von 19.30 bis gegen 23 Ahr „Tannhäuser". Mittwoch. 26., von 19.30 bis gegen 23 Ahr „ti-armen“. Donnerstag, 27., von 20 bis gegen 23 Ahr „Zar und Zimmermann". Freitag. 28. geschlossen. Samstag. 29., von 20 bis gegen 22.30 Ahr „Die Entführung aus dem Serail". Sonntag. 30.. von 18 bis 22.30 Ahr „Lohengrin". Montag, 31. geschlossen. Schauspielhaus. Montag, 24., 20 Ahr Florian Geyer", Dienstag, 23., 20 Uhr „Des Esels Schatten", Mittwoch, 26., von 20 bis nach 22.30 Ahr „Florian Geher". Donnerstag, 27., von 20 bis gegen 23 Uhr „Florian Geher". Freitag, 28., von 20 bis gegen 22.30 Uhr „Iphigenie auf Tauris". Samstag, 29., von 20 bis gegen 23 Ahr „Die endlose Straße". Sonntag, 20., von 16 bis nach 18.30 Uhr „Der Raub der Sabinerinnen": von 20 bis 22.30 Ahr „Wetter veränderlich". Montag, 31., von 20 bis gegen | 23 Uhr „Die endlose Straße". „M.r plahi der Papierfragen..." Heiteres von einer ernsten Enquete. Don Or. E. Wendorff. Die riesige Wirtschastsenquete — die erste in Deutschland! —, die durch den vom Reich I eingesetzten Ausschuß zur Untersuchung der Er- I zeugungs- und Absatzbedingungen der deutschen Wirtschaft durchgeführt wurde, ist jetzt zum Abschluß gelangt. Eine Fülle von Tatsachenmaterial ist im Laufe dieser vier Jahre zusammengetragen worden. Die vorliegende Fülle ernsten und gewichtigen Materials wurde großenteils auf sehr lebendig» instruktivem Wege gewonnen: nämlich durch die Befragung von Sachverständigen. Hunderte von Vernehmungen wurden durchgeführt, die heute größtenteils in gedruckter Form zugänglich sind, und sie sind gerade deshalb für oen Leser so fesselnd und aufschlußreich, weil hier Fragen und Antworten nach stenographischen Aufzeichnungen so wiedergegeben werden, wie sie in angeregter Diskussion gestellt und erwidert worden sind. Viel Ernstes aber auch Heiteres hat sich dabei ergeben, das vorerst die Darstellung angeht. . Wenn schon im Reichstag der Redner seine meist wohleinstudierte Rede gelegentlich mit unfreiwilligen Sprachschnitzern schmückt, wieviel mehr konnte der — oft des öffentlichen Redens gänzlich ungewohnte Sachverständige, der Fachmann aus Industrie oder Handel, in seiner meist doch extemporierten Rede gelegentlich entgleisen! So gab es denn bei dem ernsten Unterfangen, die deutsche Wirtschaft zu untersuchen, auch heitere Momente. Da heißt es z. D.: „In Amerika, in Schweden und Lettland herrscht sehr starke Produktion an Gummischuhen Es gehört dort zum täglichen Brot, Gummischuhe zu tragen.“ Das „Tägliche Brot" muß aber noch für ganz andere Dinge herhalten. So heißt es ein andermal: „Da gibt es eine ganze Reihe von Spezialstoffen, die für die Kravattenindustrie tägliches Brot sind." In einer Denkschrift heißt es: „Die Stadtverwaltung verbot auf unfern Einspruch hin, daß denjenigen Personen weiblichen Geschlechtes unter 21 Jahren der Hausierhandel in sittlicher Beziehung untersagt wurde." Sehr anschaulich wirkt das Bild von den Aktionären, die „z u Bündeln zusammengeschlossen" sind. Ebenso bedauernswert ist das Bureaupersonal eines Kaufhauses, das „Samstags an die Kassen geworfen" wird. Besser haben es da schon die Dorfsattler, die „sich auf die Polster geworfen haben", — freilich deshalb, „weil sie von den Kraftfahrzeugen geschäftlich immer mehr erdrosselt wurden". Sehr amüsant ist das Bild von der Verkäuferin, die als „die verlängerte Hand des Geschäftsführers" bezeichnet wird. An anderer Stelle wird kühn behauptet, daß „das Metermaß durch die Kürze der Kleider kleiner geworden" sei. Daß die „Klaviere im Export die erste Geige spielen", dürfte als musikalische Unmöglichkeit gelten. — Ein Sachverständiger will den „roten Mißtrauensfaden, der doch mindestens einen starken Schönheitsfehler darstellt" beseitigt wissen, während ein anderer Unzufriedener meint: „So greift man nach jedem Anker, der Anlaß zum Schimpfen gibt". Ein Fabrikant ist der Ansicht, die deutsche Produktion sei wertvoller als die amerikanische, denn „in Amerika werden die Pianos zusammengesetzt in einer Weise, daß das eigene I ch nicht mehr hineingelegt“ wird. Auch ist — in der Lederindustrie in „Deutschland an jeder Haut etwas Persönliches, und das ist, was unsere Qualität erhöht!" Sehr dunkel scheint in andern Fällen der Rede Sinn, wenn der Sachverständige aus einer komplizierten Sahkonstruklion nicht mehr herausfindet. „Mithin müssen wir uns durch eine Form a u f zwei Stühle sehen, die den Grossisten nicht verletzen, so daß wir den Ast. auf dem wir zum Teil sitzen, nicht selbst absägen ... und auf der andern Seite auf dem andern Ast sitzen." Mik was für einer Seite, bitte? Oder soll man lieber nicht fragen? Manche Sachverständige suchen durch kräftige Ausdrücke ihrem Aerger über mancherlei Mißstände Ausdruck zu geben. So heißt es z. D.: „M i r plaht der Papierkragen über die Unfähigkeit und Torheit in unserer Branche", ober, sehr anschaulich „Die Differenz schreit zum Himmel!" Die Einkaufspolitik wird gut gekennzeichnet, wenn es heißt: „Es erwies sich als ein Fehler, daß ich Knickerbockers eingekauft hatte, — denn ich blieb darauf sitzen." Unangenehmer muß es schon sein, wenn ein Fabrikant „auf dem elektrischen Teil sitzen bleibt!“ Sehr summarisch drückt sich an anderer Stelle ein Milchhändler aus, der erklärt: „Ich mache mit der Magermilch Quark und fette Schweine." Das scheint ja eine sehr wunderkräftige Milch zu sein! Buntes Allerlei. Die „Löwen-predigt". In der Katherinenkirche, einem der ältesten Gotteshäuser der Londoner City, ist in diesen Tagen wie alljährl.ch die „Löwen-Predigt" gehalten worden. Diese Predigt, die seit fast 300 Jahren alljährlich einmal eine große Menge in die Kirche lockt, wird zum Andenken an ein Ereignis gehalten, das im Jahre 1646 dem Bürgermeister von London, Sir John Gayer, zustieh. Bei einer Reise nach Afrika war er von seiner Karawane getrennt worden und sah sich plötzlich einem Löwen gegenüber. Er sank in die Knie, schloß die Augen und betete. Als er feine Lider zu offnen wagte, war der Löwe verschwunden. Zur Erinnerung an diese wundersame Errettung stiftete er eine Geldsumme, damit jährlich eine Predigt über die Wirksamkeit des Gebetes gehalten werden könne: das ist die „Löwen-Predigt", die noch jetzt stattfindet. Wunderliche Elubs in Spanien. Die Engländer besitzen nicht allein das Vorrecht, sich zu Gesellschaften mit wunderlichen Rainen und Zwecken zusammenzuschliehen. Seitdem sich das Klubwesen in Spanien eingebürgert hat, haben die Landsleute Don Quijotes eine bemerkenswerte Erfindungsgabe bei der Gründung origineller Vereine an den Tag gelegt. Besonders ist Barcelona reich an solchen Gesellschaften. Da gibt es z. B. den „Klub der Groben", in den nur solche Herren aufgenommen werden, die vorher eine Prüfung im Schimpfen und Fluchen bestanden haben. Wer nicht über eine reiche Auswahl der derbsten Ausdrücke verfügt unb einen großen Schah von Schimpfworten sein eigen nennt, wird nicht ausgenommen. Der Präsident dieses würdigen Bundes, der sich durch seine rauhe, aber herzliche Unterhaltung auszeichnet, ist stolz auf einen von ihm aufgestellten Rekord, bei dem er drei Stunden lang ununterbrochen Ausdrücke benutzte, die sonst in guter Gesellschaft verpönt find, ohne sich in seinen Kraftworten auch nur ein einzigesmal zu wiederholen. Die Mitglieder dieses Klubs sind in der Mehrzahl Seemänner. Dann gibt es einen Bund, der sich der „Klub der Arche Roah" nennt. Für die Aufnahme ist es Bedingung, daß man einen Tiernamen fein Eigen nennt. Die Wolfs, Hirschs, Löwes, Fuchs usw. find zahlreich vertreten, aber besondere Auszeichnung genießen die Träger seltener Rainen, wie „Esel" und „Känguruh", die auch unter den spanischen Familiennamen vorkommen. Der „Klub der Häßlichen" läßt bei den Aufnahmebedingungen einen weiten Spielraum, denn er fordert nur die ungewöhnliche und unschöne Ausbildung irgendeines Organs, wobei allerdings die Verbindung mehrerer solcher Mißformen bevorzugt wird. Der Präsident des Klubs hat diese Auszeichnung wegen eines ganz besonders stattlich entwickelten Riechorgans erhalten. „Ward je in solcher Laun' ein Weib gefreit?" Dieser Ausruf des Shakespcareschen Richard IN. kommt einem auf die Lippen, wenn man die Schilderung von der Heirat des großen englischen Sozialreformers und Kunstkritikers John Rus- k i n lieft, die Sir Henry Rewbolt in seinem soeben erschienenen Erinnerungsbuch „Meine Welt in meiner Zeit" gibt. Rewpolt berichtet die Vorgänge nach den Mitteilungen des Malers Holman. Hunt, der bei der Hochzeit zugegen war. Ruskin wollte durchaus nicht heiraten, wurde aber durch seinen Vater gezwungen, die Tochter eines Geschäftsfreundes zu ehelichen. „Die Trauung fand im Wohnzimmer eines Landhauses statt", schreibt Rewbolt, unb das junge Paar fuhr bann in zwei Wagen fort. Im ersten Wagen nahmen bie Reuvermählten Platz, währenb im zweiten Ruskins Diener unb bie Zofe seiner Frau mit dem Gepäck llnterfunft fanden. Als man eine kurze Strecke von dem Hause entfernt war, hielten beide Wagen auf einen Ruf des jungen Ehegatten. Ruskin flieg aus dem voranfahrenden Wagen aus und erklärte seiner Frau, er habe nun fein Versprechen erfüllt und er gedenke, keine weiteren Pflichten ihr gegenüber als seiner Ehefrau auszuüben. Er schickte ihre Zofe in den Dorberwagen, setzte sich selbst in den zweiten Wagen und fuhr mit seinem Diener weiter." Die beiden lebten nun eine beträchtliche Zeit unter demselben Dach, aber soweit wie möglich voneinander entfernt. Ruskin sah seine entzückende junge Frau fast nie und sprach mit ihr nur das AUernotwenbigste. Es war ein Glück für bie Dame, daß sie dieser Verurteilung auf Lebenszeit entging, indem d n, terliche Maler John Everett MiUais sie e *us Anlaß Die Ehe wurde bann für ungültig erp^e 113 der dies war dadurch möglich, daß Ruskin x der Unter- dungsklage einreichte und jede Zeu' SA.-Leuten. verweigerte. SJLrfpoii Um den Hans Zischer-Gedächtniöpreis. Lin Schülerriegen-Weilfompf im Mio. Am Sonntagvormittag herrschte m der Turnhalle der hiesigen Oberrealschule lebhaftester turnerischer Betrieb. Zum ersten Male wurde der Schülerriegen-Wettbewerb um den Hans- Fischer-Gedächtnispreis (ein Mitglied hotte den Preis zur Erinnerung an seinen verstorbenen Sohn gestiftet' ausgetragen. Richt weniger denn 62 Schüler beteiligten sich daran. In fünf Riegen traten die Teilnehmer an. Es entwickelte sich ein heftiger Kampf um den Siegespreis. Liebungen ain Barren, am Pferd. Freiübungen. Hochsprung, Weitsprung. Kugelstoßen, 50- und 75-Meter-Lauf und Klettern an der Stange gaben den Kindern im Mehrkampf die Kräfte zu messen Gelegenheit. Es wurden Aum Teil sehr schöne Leistungen gezeigt, die nicht nur den Schülern ein gutes Zeugnis ausstellten, sondern auch erkennen liehen, daß eine sorgfältige wie ziel- und verantwortungsbewußte Arbeit an der Jugend geleistet wird. Zahlreiche Eltern und Angehörige der Schüler hatten sich eingefunden und fanden genug Anlaß, sich über das Leben und Treiben in der Turnhalle und im Schulhof aufrichtig zu freuen. Den Sieger im diesjährigen Wettbewerb stellte die 4. Riege, die die besten Ergebnisse zu verzeichnen hatte. Die Ergebnisse im einzelnen lauteten folgendermaßen: L Riege 4 (Dreikampf) 16 Teilnehmer, 780 P; Durchschnitt 16,3 Punkte. 2. Riege 1 (Fünfkampf) 13 Teilnehmer, 969 P.; Durchschnitt 14.9 Punkte. 3. Riege 5 (Dreikampf) 13 Teilnehmer, 573 P; Durchschnitt 14.7 Punkte. 4. Riege 2 (Fünfkampf) 9 Teilnehmer, 653 P.', Durchschnitt 14.5 Punkte. 5. Riege 3 (Dierkampf) 13 Teilnehmer, 664 P-: Durchschmtt 12,8 Punkte. Mit der Siegerehrung fand die Veranstaltung ihren Abschluß. Diejenige Riege, die den Preis dreimal nacheinander gewinnt, erhält die Auszeichnung endgültig zugeteilt. ^ußballergebnisse der Gießener Mannschaften. Die erste Mannschaft des VfB. trug in Frohnhausen das fällige Derbandsspiel aus. Das Spiel endete mit dem Unentschieden 2:2. Die Reserve der Spielvereinigung trat gegen die Reserve des Lokalgegners an und konnte auf eigenem Platz das Spiel mit 4:1 Toren für sich entscheiden. Das Halbzeitergebnis lautete 0:0. Die erste Iugend- mannschaft von 1900 spielte in Leihgestern und formte gegen die dortige erste Jugend einen überlegenen Sieg landen. 9:1 lautete das Ergebnis für die Blauweißen. Die zweite Jugend erzielte ebenfalls einen haushohen Sieg und schlug die erste Jugend von Muschenheim mit 15:1 Toren. Fußball in Hessen-Hannover. Die Borussen konnten am Sonntag ihren Sieges- zug fortsetzen. Auch der EC. 03 Kassel muhte sich dem besseren Können der Fuldaer mit 3:1 beugen. Damit bilden die Fuldaer die einzige ungeschlagene Mannschaft der Oberliga in Hessen-Hannover. Auch die Kasseler Kurhessen konnten ihre Tabellenposition halten, sie schlugen den Spielv. Kassel mit 3:1. Göttingen kam durch ein 4:3 über Her- marmia Kassel zu seinem zweiten Siege in dieser Serie. Die Tabelle wird von Borussia Fulda mit 16:0 Punkten angeführt, gefolgt von Kurhessen Kassel mit 12:2 und dem SC. 03 Kassel mit 8:6 Punkten. Unveränderte Lage in der GruppeMain. Die Derbandsspiele in der Gruppe Main brachten an diesem Sonntag fast durchweg die erwarteten Favoritensiege. Lediglich die 0:l-Riederlage von Union Riederrad in Hanau überrascht etwas. Eintracht Frankfurt nahm diesmal den Kampf gegen Rotweich sehr ernst und siegte sicher mit 5:1. Ebenfalls einen hohen Sieg feierten die Offenbacher Kickers in Friedberg. Mit 5:0 machten sie die Erwartungen des Rentings zunichte. Der Tabellenführer Fuhballsportverein muhte in Isenburg schwer kämpfen um zu einem knappen l:0-Erfolg zu kommen. Eine weitere Riederlage holten sich die Frankfurter Sportfreunde. In Bieber mußten sie sich durch die Germanen mit 2:0 geschlagen bekennen. In der Tabelle hat sich in der Reihenfolge der ersten vier Vereine nichts geändert. FSV. führt weiter vor Eintracht, Offenbacher Kickers und Union Riederrad. Germania Bieber hat sich durch ihren Sieg auf den fünften Platz vorgeschoben. isoogeivmldenMnnschasts-Zwrikamps Die Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und eine Auswahl der besten Sportler des hiesigen Bataillons der Reichswehr standen sich gestern nachmittag in einem vielseitigen Wettbewerb gegenüber. Diele Zuschauer — etwa 900 — hatten sich eingefunden. Die Spielvereinigung konnte den Zweikampf mit einiger Ueberlegenheit gewinnen und als verdienter Sieger aus dem Kampf hervorgehen. Die Leichtathleten der Spielvereinigung schufen schon beträchtlichen Punktvorsprung und führten mit 65:45 Punkten, ein Vorsprung, den die Fußballmannschaft erhöhen konnte (72:48), während die Handballmannschaft erwartungsgemäß das Spiel gegen die Bataillonsmannschaft verlor und der Kampf mit dem Ergebnis von 75:55 Punkten endete. Außerordentliche sportliche Leistungen wurden mit einer Ausnahme nicht gezeigt, immerhin aber ergaben sich spannende Kämpfe, die das Interesse der Zuschauer sehr fesselten. Hervorzuheben ist der überraschende Sieg des jugendlichen Baumstieger im 802-Meter- Lauf über Peters. Daumstieger lief die Strecke in der sehr guten Zeit von 2:07,6 Minuten. Ein sehr unterhaltsames Rennen stellte die 20maI */■» Rundenstaffel dar, während der die 1900er ständig mit etwa 12 Meter Vorsprung in Führung lag. Fußball- und Handballspiel wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Der Auftakt. Der Einmarsch der Soldaten und der Sportler stellte den eindrucksvollen Auftakt dar. Die Kapelle der Reichswehr unter der Leitung von Ober- musikmeister Krau he spielte schneidige Märsche. Die Soldaten machten einen ausgezeichneten Eindruck, bei der Spielvereinigung mußte leider die erste Fußballmannschaft vermißt werden. Der Vorsitzende von 1900, Dr.Guj ot, hielt eine kurze Ansprache Aur Begrüßung und wies auf die Bedeutung und den Sinn der Veranstaltung hin. Richt auf Rekorde komme es an, sondern darauf, daß eifrige Arbeit geleistet werde im Dienste der körperlichen Ertüchtigung der gegenwärtigen Generation, damit sic imstande sei, den Bestand der Ration, die Erhaltung der Ration sichern zu können. Der Sportoffizier des Bataillons, Oberleutnant K n e t s ch, gab seiner Freude über das Zustandekommen des Wettkampfes Ausdruck und wies auf die dem Sportverein und dem Militär gemeinsamen Ziele hin. Ein dreifaches „Hipp. Hipp-Hurra" der Sportler auf die Reichswehr, ein dreifaches „Hurra" der Soldaten auf das deutsche Vaterland beschlossen die Ansprachen, während die Kapelle das Deutschlandlied spielte. Ergebnisse der leichtathletischen Wettkämpfe. 100 Meter: 1. Müller (1900) 11,5 Sek.; 2. Salz (Batt.) 11,7: 3. Felsing (1900) 12; 4. Hoffmann (Batt.) 12,5 Sekunden. Müller siegte. Dichtauf folgte Salz. Beide lieferten sich auf der ganzen Strecke einen heftigen Kampf. 800 Meter: 1. Baumstieger (1900) 2:07,6 Minuten: 2. Peters (1900) 2.-07,7: 3. Reitz (Batt.) 2:10,4; 4. Weilers (Batt.) 2:23,6. Anfänglich führte Weilers. Bei 400 Meter schob sich Peters in den Vordergrund, gewann ziemlich Terrain, Baumstieger holte aber während der letzten hundert Meter auf und schob sich mit guter Brustbreite vor Peters durch das Ziel. Ein überaus spannendes Rennen. 5000 Meter: 1. Schaaf (1900) 16:33,10 ; 2. Gerhardt (1900) 16:36,4; 3. Zimmer (Batt.) 17:28,6; 4. Schwindt (Batl.) 19:34,3 Minuten. Schaaf war nicht zu schlagen. Gerhardt blieb aber stets dicht auf. Der Sieger lief das Rennen ungefährdet nach Hause und zeigte noch einen großartigen Endspurt. 4X 100 Meter: 1. Spielvereinigung 1900, 47 Sekunden; 2. Bataillon, 48,1 Sekunden. Die bewährten Kräfte der Spielvereinigung setzten sich hier erwartungsgemäß durch. 3 X 10 0 0 Meter: 1. Spielvereinigung 1900, 8:48 Minuten; 2. Bataillon, 8:48,3 Minuten. Das Ergebnis besagt schon, daß sich hier ein scharfer Endkampf entwickelt haben mußte. Den größten Teil der Strecke hielten sich die Soldaten dicht bei den Blauweißen. Peters als Schlußmann holte auf der letzten Runde einen Vorsprung heraus, den er durch den Endspurt des Schlußmannes des Bataillons fast völlig wieder zu verlieren drohte. An- gejpornt durch Zurufe des Publikums gab er alle Reserven und lief mit 1,50 Meter Vorsprung durch das Ziel. 20Xi- Runden - Staffel: 1. Spieloereini. gung 1900, 8:37 Minuten, 2. Bataillon, 8:39,2 Minuten. Die Blauweihen lagen ständig in Führung und gingen mit 12 Meter Vorsprung durch das Ziel. Alle Bemühungen der eifrigen Soldaten, den Vorsprung zu verringern, blieben ohne Erfolg. Hochsprung: 1. Schlarb, 1,60 Meter; 2. Lehr (Batl.) 1,60 Meter (durch Stechen entschieden); 3. Welcker (Batl.) 1,52 Meter; 4. Hartmann (1900) 1,50 Meter. Weitsprung: 1. Jung (1900) 6,04 Meter; 2. Gruber (Batl.) 6,02 Meter; 3. Jelsing (1900) 5,84 Meter; 4. Lehr (Batl.) 5,76 Meter. Kugel st oßen : 1. Gugel (Batt.) 12,55 Meter; 2. Mahl (Batl.) 12,32 Meter: 3. Lipp (1900) 11,66 Meter; 4. von Bültzingslöwen 11,22 Meter. Diskuswerfen: 1. Gugel (Ball.) 34,64 Meter; 2. Mohl (Batl.) 34,04 Meter; 3. Bepperling (1900) 28,80 Meter; 4. Felsinq (1900) 28,17 Meter. Speerwerfen: 1. Hopfenmüller (1900) 45,84 Meter; 2. Klös (1900) 44,23 Meter: 3. Rebscher (Ball.) 42,77 Meter; 4. Diez (Batt.) 41,10 Meter. Oie Spiele. Das Fußballspiel endete mit einem Sieg der Mannschaft der Spielvereinigung, mit dem man allgemein gerechnet hatte. Zur Halbzeit stand der spannende und jederzeit sehr fair geführte Kampf 1:0 für die Spielvereinigung. Die reifere Technik «der Blau weißen konnte durch die körperliche Lleberlegenheit der Datalllonsmannschaft nicht völlig aufgehoben werden und so endete das Spiel mit dem gerechten Ergebnis von 3:1 Toren. Das Handallspiel entschieden erwartungsgemäß die Soldaten für sich, die den Dlauweihen in technischer Hinsicht um einiges überlegen waren. Der Kampf endete mit 6:1 Toren für das Bataillon, nachdem 1900 schon in den ersten Minuten den Mittelstürmer verlor. Den Abschluß der sehr gut organisierten Veranstaltung bildete die Siegesfeier im Restaurant Liebigshöhe, der sich ein kameradschaftliches Beisammensein anschloh. Der siegreichen Mannschaft konnte ein stattlicher, künstlerisch ausgeführter Preis in der Gestalt eines Läufers in Startstellung (in Bronze gefertigt) überreicht werden. Der Mannschastskampf dürste dazu beigetragen haben, daß die freundschaftlichen Beziehungen, die schon bisher zwischen der Spieloereinigung 1900 und dem Bataillon herrschte^ weiterhin vertieft wurden. Der Tag enbetc ht vollendeter Harmonie. Kurze Sportnottzen. Reichspräsident von Hindenburg überreichte am Samstag den in Los Angeles cf- folgreichen Olympiakämpfern Brendel, Spei: ling. Campe, Buhtz, Eller, 3ona i und Hans Schmidtdie von der Reichsregierung gestiftete Ehrenplakette. « Die Stadt Frankfurt will — im Gegensatz zum Staat — von den Turn- und Sportvereinen die Grundvermögenssteuer erheben und im 'Rotfall sogar vor der Pfändung von Sportgerät nicht zurückschrecken. Gegen diesen Beschluß fraben die Vereine sofort Protest erhoben. Die Zwischenrunde um den Handball-Pokal sah in Darmstadt-Süd- gegen Westdeutschland vor 3000 Zuschauern mit 14:8 (8:5; siegreich, in Weißenfels fertigte Mitteldeutschland vor 4000 Zuschauern bei strömendem Regen Berlin mit 7:5 (4:1) ab. — Süd- und Mitteldeutschland befhxiten also das Endspiel. * Berlins Fußball-Dercine haben sich jetzt gleichfalls gegen die Einführung des Professionalismus ausgesprochen. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 27. Oktober. 7.05 Llhr: Frühkonzert. 9 bis 9.45: Schulfunk: »Bei einem vstpreußischen Siedler". 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30. Mittagskonzert ll. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Rachmittagskonzert. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „Sparkassen und Spargeld in den Jahren der Krise", Vortrag von Oberbürgermeister Blaurn, Hanau. 19.20: „Reues aus aller Welt". Don Prof. Dr. Walter Behrmann. 19.30: Operettenkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 20.15: Martin Andersen-Rexö erzählt Kindheits-Erinnerungen. 20.45: Verwirrung um Amalie; Hörspiel von Eberhard Kuhlmann. 21.45: Tänze aus drei Jahrhunderten; gespielt von Hedwig Faßbaender (Violine), Dr. Hans Rohr (Klavier). 22.45 bis 24: Rachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharrnoniker. Wirtschaft. "DieIndexzifserderGroßhandels- preise. Der vom Statistischen Reichsamt für den 19. Ott. berechnete Großhandelsindex ist mit 94,5 gegenüber der Vorwoche (94,6) leicht zurück gegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 88,2 (minus 0,2 v. H.), Kolonialwaren 83,0 (minus 0,7 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 88,4 (minus 0,1 v. H.), industrielle Fertigwaren 114,6 (minus 0,2 v. H.). Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 22. Oft. Trotz fortgesetzter Preiserhöhungen war das Geschäft in der abgelaufenen Woche recht lebhaft, so daß die nur knapp vorhandenen Mengen glatt verkauft wurden. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 8,75 bis 9, Jugoslawen 8,75 bis 9, Rumänen 7,75 bis 8,50, Polen 7,50 bis 8.50, Holländer 9 bis 13, Flandern 10,75 bis 11, deutsche Frischeier 11,50 bis 14, in- und ausländische Mittel- und Schmutz- eier 6,50 bis 7,50. Kühlhauseier 7,50 bis 9, Kalkeier 7 bis 7,50Pfennig. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 22. Ott. Das Butter - geschäst verlief auch in dieser Woche unbefriedigend, da eine Belebung des Geschäftes an der geringen Kaufkraft des Konsums scheiterte. Trotz großer Produktion hielten sich die Forderungen für Aus land butter auf unveränderter Höhe. Dir Preise für deutsche Butter blieben infolge der verhältnismäßig knappen Zufuhr behauptet. Die Verkaufspreise dcs Großhandels lauten (in 1-Ztr - Tonnen): holländische Butter 124 bis 128, deutsche Butter 120 bis 125 Mk. 5,15 Millionen Arbeitslose. Oie Lage des Arbeiismarktes Mitte Oktober. Berlin, 21. Oft. (WTB.) Wie die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung mitteilt, beträgt die Zahl der Arbeitslosen, die bei den Arbeitsämtern gemeldet sind, Mitte Oktober rund 5150000. Wenn diese Ziffer auch um rund 48 000 über derjenigen vom Ende des vorhergehenden Monats liegt, so bedeutet dies nicht, daß sich der Beschäftigungsgrad tatsächlich in dem gleichen Umfange verschlechtert hat. Die gegenwärtige Entwickelung ist das Ergebnis des sich auf dem Arbeitsmarkt vollziehenden Widerspieles zwischen der im Herbst jedes Jahres eintretenden faifon- mähigen Abschwächung des Beschäfttgungsgrades und Der in erneuten Ansätzen zu beobachtenden Belebung einzelner konjunfturabhängiger Wirtschaftszweige, insbesondere der Derbrauchsgüterindustrien, in denen Reueinstellungen aus den verschiedensten Teilen des Reiches gemeldet worden. Cs ist daher durchaus möglich, daß sich die Entwickelung im Oktober ähnlich wie im September vollzieht. Bei der Gesamtzahl der Arbeitslosen bleibt die Tatsache zu beachten, daß in der Zahl von 5 150 000 Arbeitslosen auch rund 200 000 junge Menschen mitgezählt sind, die bei dem Freiwilligen Arbeitsdienst vorübergehend außerhalb der freien wirtschaft Arbeit und Brot gefunden haben. Die Zahl der R o t st a n d s a r b e i t e r, die im Laufe des Monats September noch um rund 21 000 auf rund 83 000 gesteigert werden konnte, dürfte auch bis Mitte Oktober eher noch etwas zugenom- men haben. In der Zahl von 5,15 Millionen Arbeitslosen für den Stichtag vorn 15. Oktober sind rund 580 000 Hauptunterstühungsempsänger in der Arbeitslosenunterstützung und 1,175 Millionen Haupt - unterstützungsempfänger in der Krisenfürsorge enthalten. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen wird bekanntlich für Mitte des Monats nicht festgestellt, sie ist im gegenwärtigen Zeitpunkt auch nur schwer abzuschätzen. Kurszettel der Berliner und Frankfutter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Serlln Schluß- für» Schlußk. Abend» bflrfe Schluß» für» Schlußk. Mittag» börse Datum 21-10- 22-10. 21.10. 22.10. 6% Deutiche Relchsanlelhe o.lSz. 71 71,5 72,13 71,5 Vt% Doung-Anloibe von 1930 . Deutjche 8lnl.»tU>ü)f.-Sd)uIb mit 71,9 72 72 72 Autllos.-Rechten....... 48,25 6,4 48,75 6,25 48,13 6,35 48,8 6,25 Deogl. ohne Autlos.-Rcchte . . 6% ef>em 8%$>eff. BolkSsiaal 1929 (tüdjahlb. 102%)..... 65 65,75 65 65,75 Oderhellen Provinz-Anleihe mit AuSIos.-Rechten...... Deutsche Komm. Cammelabl. — — — — 'Anleihe Corte i....... 45,13 45,75 45,5 46'25 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Äolvpse. 15 unkündbar bl» 1935 6% ehem. 7% Franks. Hhp.-Banl 76,5 76,5 — — Goldple 16 unkündbar bl» 1936 6'/-% ehern. 4ft% Frankf.Hhp.- Bank Vlqu. Pfandbriefe . . . 76 75,75 — — 80 79,75 — — »%% ehern. 4 3'» >X> Rheinische Hvv -Bank-Liqu.»Goldpse. . . 6% ehem. 8% Pr. Landeflpland- 80 80,25 — — bticfanflaii Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandcSpsand- 72,5 72,5 72,25 72,5 brlcfanfialt, asfpnbbriefe 8L io 73 73 — — 4% Oeskerretchilche Goldrente . 11,5 11,5 11,5 11,5 4,20% LeNerrcickisme Silberrenle 1,05 1,05 1,05 1,05 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Siaatsrcnte v. 1910 6,25 6,25 6,3 6,fi 6,65 6,65 6.4 4^% dregl. von 1'313..... 6,2 5% abgest. GoldmerUaner von 99 5,7 5,75 4% DÜkilche Zollanleilse von 1911 4% Türktlche Bagdadbahn-Anleihe 3,25 3,25 - — Serie I . ■ ......... 4% deflgl. £*rte 11....... 3,4 3,3 ■— 3,3 3,4 3,25 3,35 5% Rumün. mkrcinh. Rente v. 1903 4.6 4.8 4,8 4.9 4 H %8äimdnjkevelnb.3lcnle o. 1913 7,9 8 8.1 4% RumänifchL' vereinh. Rente 4,2 4.2 4,3 4,25 । «natol^cr...... 19.4 1 19,25 19,4 i 19,75 Frankfurt a.M. Berlin Schluß» für« Schlußk. Dbcnd» börsc Schluß» kur«! Schlußk. Mittag» bflrfe Z)alum 21.10. 1 22.10. 21.10. 22.10. iiamvurg-Ämerua Pate. . . . u Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa Dampfschiff ...» Norddeutscher Lloyd.....( A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 Berliner Handelsgesellschaft . 4 Commerz und Prlvat-Bank . 0 Darmstädter und Natioualbank 0 Deutsche Bank und Disronto-iSesellichast. . 0 Dresdner Bank...... 0 etc.®............0 Bergmann.........0 Bektr. LieserungSgeiellschast. 6 Licht und Kraft...... 6 Helten & Guilleaume.... 0 Selellschast für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische lSektrizität . . . 6S Echuckert L Co....... 0 Siemen« & Halske..... 9 Lahmeher 8 Eo.......10 Buderus..........4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......y Harpener.........c Hoesch Eisen........., Ilse Bergbau......... Ilse Bergbau Genüsse..... aiüdnetmede........6 Mannesmann-Rühren . . . . e Mansselder Bergbau.....n Oberichles. Kokrwerkc .... 8 Phönix Bergbau......4 . Rheinische Braunkohlen ... 10 Rheinftahl.........e 16,5 17,25 40 90,5 53,5 75 61,75 125 32,13 65,5 85,75 54 70 71,5 70,25 116 116 38.75 71 39 72.5 95 33 50,5 19,5 26 161,5 65,25 16,65 ; 39 90,5 53,5 - 75 61,75 125,13 85,13 53 70 71,5 69,5 105 69,9 37,5 72 95 33 50 19,5 26 161.5 64 16,75 28 17,25 39,25 90,5 53,5 75 61,75 125,75 32,25 20,75 65,75 85,75 53,9 70,25 71,5 70.75 117 116,25 38,75 70,65 38,25 72 36,5 123,25 95,13 33 51 19,5 40,13 26 161,25 64,75 16,5 28,75 17 39 90,5 53,5 75 61,75 125,13 32,13 20,75 65,75 85,13 53 70,25 71,75 69.25 115 107 38,75 69.9 37,5 71,5 35 95 32,13 50 19 38,75 26,13 161,75 63,9 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend, bflrfe Schluß» kur» Schlußk. Mittag- bflrfe Saturn 21-10. 22-10. 21-10. 22.10. Ricbeck Montan...... 7,k — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 22,75 22 22,65 22,5 CtaDi Miner........ 0 16,25 16 16 15,75 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 97,5 97,75 97,5 98 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 101 101,5 101,5 102 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 162 161 162 162,5 I. G. Farben-Industrie. . . 94,25 93,5 94,4 93,65 Scheidomillall....... 10 139 139.25 Goldschmidt........ . 0 25,5 25,5 26 25,25 RütgerSwerke....... . 0 39 38,75 38,75 38,4 Metallgesellschaft...... . 0 34,25 34 34,5 34,5 Philipp Hohmann..... _ 54 54,25 54 Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Äadftabt. . . . . 4 . 0 49.5 51 48,5 50 - _ - £Bat)6 & Frevtag..... 4,75 4,65 - 4,5 Schultheis Patzenhvfer . . . 0 - _ 58 57,4 Aku (Allgemeine Kunstseide! 0 55,25 54,75 55,25 54.13 Bemberg......... 0 55 — 53,65 52,13 Zellstoss Waldhos..... 0 43 42,5 42,5 42,13 Zellstoff Aschafjenburg . . . 0 28 28 28 29 Dessauer Gas....... . 7 —- — 88.4 88.9 Daimler Motoren..... . 0 19.5 19,5 19,75 19,25 Deutjche Linoleum .... . 0 44,25 44 44 Orenstein & Koppel .... . 0 32,75 [ 32,5 Leonhard Tietz...... Svenrka........ . 6 0 45 — 4-1 44,75 44,5 Tbade.......... 12 1641 — 161,75] 161,5 Frankfurter Maschinen ... • 0 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 4 26 53 26 5*> — Süddeutscher Zucker .... . 8 1311 128,25 1 130 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 21 .Oktober 22-Oktober Amtliche Notierung »em 1 ZJriel Amtliche Geld Dotierung Brie- Helstngfor» . 6,194 6,206 6.194 6,206 Wien. . . . 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . Budape« . . 12,465 12.485 12,465 12,485 — — Sosia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . - 169,63 169.97 169,73 170,07 Oslo.... 72,03 72,17 71,98 72,12 Kopenhagen. 74,13 74,77 74,08 74.29 Stockholm 73,58 73,72 73,63 73,77 London. . . Buenos Aires 14.28 14,32 14,27 14 31 0,908 0,912 0,913 0,917 Reuvork . . 4.209 4,217 4.209 4.217 Brüssel. . . 58,50 58,62 58,54 58,66 Italien. . . 21,55 21,59 21,55 21,59 Parts . . . Schweiz . . 16,54 16,58 16,56 16,60 81,29 81.45 81,34 81,50 Spanien . . 34,47 34.53 34,49 34,55 Danzig. . . 82,02 82,18 82.02 82,18 Japan . . . 0,979 0,981 0,979 0,981 Rio de Ian.. 0.294 0.296 0,294 0,296 Jugoslawien. Lissabon . . 5,595 13,01 5,606 13,02 5,594 13,100 5,606 13,102 Banknoten. gtrlin, 22-OWober Selb " ?Wel ‘ 2lmertka»ttche Roten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... Dänische Noten......... 58,38 73,85 58,62 74,15 Englische Noten......... 14,23 14,29 französische Roten........ Holländische Roten........ 16,52 169,36 16,58 170,04 Italienische Noten....... 21,50 21,58 Norwegische Noten........ 71,81 72,09 Deutsch. Oesterreich, 4 !00 Schilling Rumänische Roten........ 2,44 2,46 73,45 73,75 Schweizer Roten......... 81,16 81,48 Spanische Roten........ 34,35 34.49 Ungarische Ästen...... .