Samstag, 24. September 1952 182. Jahrgang Nr. 225 Erstes Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vmck und Verlag: vrLhl'sche Univ«rff,air-V«ch> und Sleindruckerel B. Lange in Siegen. Lchriftleitung und Seschäftrftelle: Schulftratze ?. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für R»> Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für ‘Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in ©iefjen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. 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Die Leitung der deutschen Außenpolitik steht nach wie vor fest zu ihrem Beschluß, nicht eher wieder an den Beratungen der Abrüstungskonferenz teilzunehmen, als sie bindende Zusagen in Händen hält, daß die deutsche Forderung aus Anerkennung der vollen Gleichberechtigung in der Rüstungssrage allseitig anerkannt wird. Nachdem der Verlauf der ersten Phase der Abrüstungskonserenz uns und aller Welt deutlich gemacht hat, daß die Mehrheit der in Gens vertretenen Staaten nicht gewillt ist, einem System der allgemeinen Abrüstung zuzustimmen, das dem des Versailler Vertrages entspricht, daß man vielmehr auf eine Abrüstungskonvention hin- steuert, deren Bestimmungen weit hinter der Deutschland in Versailles auferlegten und von Deutschland schon vor zehn Fahren loyal durchgeführten Ent- wassnung Zurückbleiben, muß Deutschland auf die weitere Mitarbeit an einer Konvention verzichten, die für Deutschland keine Gültigkeit haben soll, sondern den für Deutschlands Sicherheit wie für Deutschlands Selbstachtung gleich unerträglichen Zustand zweierlei Rechts in der Wehrfrage verewigen soll. Die allgemeine Abrüstung muß das von vornherein von beiden Partnern des Versailler Vertrages nur als vorübergehend angenommene Regime einseitiger deutscher Abrüstungsoerpflichtungen dadurch endgültig beenden, daß künftighin dieselben Bindungen für alle Staaten gelten, mögen diese nun so weitgehend fein, wie die uns in Versailles auferlegten oder möge man sich in Genf für die Beibehaltung eines allgemeinen höheren Rüstungsniveaus entschließen. Das ist die einzig logische Folgerung aus dem Abrüstungsversprechen der alliierten Unterzeichner des Versailler Vertrages, das in der berühmten Note Clemeneeaus vom 16. Juni 1919 mit den eindeutigen Worten bekrästigt wurde: „Nachdem Deutschland den Weg gezeigt haben wird werden die alliierten und assoziierten Mächte in voller Sicherheit den gleichen Weg gehen". Es ist gut, daß der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath kurz vor seiner Abreise zur Tagung des Völkerbundsrats diesen deutschen Standpunkt in einem Aussaß noch einmal scharf und klar präzisiert hat. Hinter ihn gibt es kein Zurück. Der Augenblick ist da, wo es das deutsche Volk ablehnt, weiterhin als Nation zweiter Klasse behandelt zu werden, mag dies auch der britische Außenminister als „unklug lind unzeitgemäß" empfinden. Sir John Simon dürfte über die Wirkung {einer ‘Note doch etwas überrafcht gewesen sein. Das Ausbleiben einer deutschen Antwort belehrt ihn hoffentlich darüber, daß die Zeiten vorbei sind, in denen eine deutsche Regierung auf anmaßend schulmeisterliche Ermahnungen des Foreign Office zum Rückzug blies. Wir empfinden grabe diese sehr einseitigen Zurechtweisungen als höchst „unzeitgemäß" und halten es für „unklug", wenn der britische Außenminister vor der engen Verkettung von Wirtschaftskrisis und Abrüstung die Augen schließt, weil seine Freundschaft zu Frankreich ihm verbietet, zuzugestehen, daß das Vertrauen in die weltpolitische Stabilität als wichtigste Voraussetzung für eine wirtschaftliche Konjunkturwende die Wiederherstellung der nationalen Sicherheit Mitteleuropas durch Beseitigung der krassen Ungleichheit der Rüstungen bedingt. Will man den Kommentaren trauen, die die große englische Presse dieser durch ihren ungezogenen Ton wie durch die -Schroffheit ihres Standpunkts gleich merkwürdigen Note des Foreign Office gibt, so wäre die englische Auffassung nicht so eindeutig ablehnend wie wir aus der Note herausgelesen haben. England wolle zwar den französischen Wünschen entsprechen und die deutsche Gleichberechtigungsforderung nicht in direkten Verhandlungen, sondern vor dem Forum des Völkerbundes und der Abrüstungskonferenz behandelt wissen, aber es erkenne Deutschlands Rechtsanspruch an, u&kr dl» gleiche Abrüstungskonvention gestellt zu werden, wie hie andern Staaten. Werde also diese Konvention dem Teil V des Versailler Vertrages, der die deutsche Entwaffnung regelt, nicht entsprechen, müsse dieser Teil der neuen Konvention angepaßt werden, was nur durch den Völkerbund geschehen könne. Wie weit diese den deutschen Wünschen sich >m Kern, wenn auch nicht in der Methode, nähernde Auslegung dem tatsächlichen Standpunkt des Foreign Office entspricht, ist, roenjt man sich an den bloßen Wortlaut der Note hält, nicht entfernt zu erkennkn. Zumindest würde hier wieder das gefährliche britische Doppelspiel deutlich, das einerseits durch doppelt und dreifache Unterstreichung der englisch-französischen Freundschaft Paris beruhigen und von weitergehenden Sicherheitsforderungen abhalten möchte, anderseits aber auch durch möglichst vage gehaltene Anerkennung des Grundsätzlichen in" den deutschen Forderungen Deutschland moralisch zwingen will, wieder am Genfer Konferenztisch Platz zu nehmen. Der leere Stuhl in Genf hat sich schon in der kurzen Zeit, die das Büro der Abrüstungskonferenz tagt, als empfindliche Lücke erwiesen. Die übrige Gesellschaft ist sich schon hitzig in die Haare geraten, denn niemand weiß so recht, was nun werden soll, wenn Deutschland sich weiterhin von den Arbeiten fernhält. Der Präsident der Abrüstungskonferenz, der Engländer Henderson, wünscht, daß die deutsche Gleichberechtigungsfrage vom Büro behandelt werde, da er ohne ihre Erledigung in einem Deutschland zufriedenstellenden Sinne die Möglichkeit einer Fortführung der Arbeiten der Abrüstungskonferenz nicht gegeben sieht. Er hat sich in strikten Oie ersten Besprechungen in Genf. Oer englische Außenminister besucht Neurath.—Abschwachende Erläuterungen zur englischen Rüstungsdenkschrist.—Wunsch nach Vermittlung. Genf, 23. Sept (D3IB.) Der englische Außenminister Sir John Simon suchte heute abend den deutschen Außenminister F r h r. 0. Reurath am Sitze der deutschen Delegation im Larlton- park-hotel auf. Der Besuch dauerte nahezu zwei Stunden, lieber die Unterredung wird von deut- d)cr Seite mitgeteilt, daß das ganze Abrüstungsproblem mit besonderer Beziehung auf die deutsche Gleichberechtigungssorderung durchgesprochen worden sei. Bestimmte Vorschläge seien von keiner Seite gemacht worden. Line Verabredung über die Fortsetzung der Besprechungen fei noch nicht getroffen worden. Aus ausländischen Konferenzkreisen verlautet, daß Gegenstand der Unterhaltung die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung im Zusammenhang mit dem britischen Memorandum gewesen sei. Ls scheint dem britischen Außenminister darauf angekommen zu ein, Erläuterungen zu dem britischen Remorandum zu geben, und gewisse D et- ti m m u n g en auszuräumen, die wegen dieses Memorandums in der deutschen Oeffenttich- keit entstanden sind. Rach Ansicht Sir John Simons hat man in der deutschen Beurteilung des Memorandums zu stark den Rachdruck auf den j u r i st i s ch e n Teil gelegt Rach englischer Auffassung liegt die Hauptbedeutung dieses Schriftstückes in dem Teil, wo die Ansicht der englischen Regierung über die Ausgabe und das Ziel der Abrüstungskonferenz unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen jeder Ration dargelegt wird. Man hat den Eindruck, daß die Engländer augenblicklich zwischen Frankreich und Deutschland zu vermitteln suchen. Sir John Simon glaubt offenbar, daß die englische Auffassung über das Gesamtprobtem Brücken bildet, auf denen eine Verständigung gefunden werden könnte. Es verlautete am Spätabend, daß Sir John Simon paul-Boncour über seine Unterredung mit Frhrn. v. Reurath unterrichtet hat. Der Vermittlerrolle, die Sir John Simon offenbar zu übernehmen wünscht, würde es entsprechen, wenn er seine Bemühungen darauf richtete, in den nächsten lagen seine heutigen Besprechungen mit von Reurath auch aus andere Mächte auszudehnen; vorläufig sind weitere Besprechungen aber noch nicht anberaumt. Gegenüber den in ausländischen Kreisen verbreiteten Gerüchten, daß seitens Deutschlands neue Schritte in der Gleichberechligungsfrage unternommen worden feien, ist festzustellen, daß an diesen Gerüchten und Meldungen kein wahres wort ist. Seit den letzten Kundgebungen und Mitteilungen der Reichsregierung ist in der deutschen Haltung zur Gleichberechtigungssrage keine Aenderung eingetreten. Die Erfüllung unserer Forderung nach Gleichberechtigung bleibt bie Voraussetzung für die Wiederaufnahme unserer Mitarbeit an der Abrüstungskonferenz. Da wir uns an der Abrüstungskonferenz nicht beteiligen, erübrigt es sich auch für Deutschland, zu der im Bureau entstandenen Kontroverse über die Zuständigkeit dieses Organs für die Behandlung der Gleichberechtigungsforderung Stellung zu nehmen. Paneuropa und die deutsche Gleichberechtigung. Offener Brief Coudenhoves an Herriot. Berlin. 23. Sept. (TU.) Der Präsident der zur Zeit in Basel tagenden Europäische it Union, Graf Coudenhove-Kalergi, hat an den französischen Ministerpräsidenten Herriot einen „Offenen Brief" folgenden Inhalts gerichtet: Frankreich dementiert. Keine Schwenkung in der Ostaiien »Politik. Paris, 23. Sept. (TU.) Im Zusammenhang mit der Unterredung, die der amerikanische Senator Reed während seines Pariser 'Aufenthalts mit dem französischen Ministerpräsidenten hatte, war von verschiedenen Seiten die Behauptung aufgestellt worden, die französische Regierung werde in Verfolg dieser Unterredung ihre bisherige Haltung im äußerst en Osten ändern und die bisherige günstige Einstellung gegenüber der japanischen Politik in der Mandschurei aufgeben, um sich der amerikanischen These anzuschließen. An amtlicher französischer Stelle wird diese Darstellung dementiert und betont, daß Frankreich seine, von Beginn an im chinesisch-japanischen Konflikt eingenommene Haltung nicht zu ändern habe, da diese Haltung stets mit dem Gei st des Völker- Soeben lese ich in den Zeitungen Ihre ablehnende Erklärung über die deutsche Gleichberechtigung. Da Sic die Freundlichkeit hatten, das Ehrenpräsidium des Europa -Kongresses zu übernehmen, den ich nach Basel einbcrusen habe, fühle ich mich zur Dermeidung jedes Mißverständnisses veranlaßt, die Unvereinbarkeit meiner Auffassung von europäischer Gemeinschaft mit Ihrer Erklärung: „Rein, niemals, n i ch t!" zum Ausdruck zu bringen. Ich bin im Gegenteil wie Sie davon überzeugt, daß nichts die deutschen Gefühle der Enttäuschung und des Hasses mehr zu steigern vermag, als die Aufrechterhaltung der Ungleichheit, unter der die nationale Ehre dieser großen europäischen Ration leides der gleichen Ration, deren Genies Goethe und Beethoven Sie so beredt gehuldigt haben, denn das natürliche Ehrgefühl wird sich stets als stärker erweisen, als alle politischen Vorteile, die zugunsten einer deutsch - französischen Zusammenarbeit sprechen. Darum wird jede europäisch«' Versöhnung unmöglich, solange sich Frankreich dem elementaren Grundsatz der Gleichberechtigung widersetzt. bundes überein st imme und infolgedessen auch mit voller Uebereinstimmung mit der amerikanischen These gestan- d e n habe. Znnerpolilische Rücksichten für Hoovers Adrustungspolitik. Senator Reeds Pariser Reife. London, 23. Sept. (TU.) Die Erklärung des Präsidenten Hoover zur deutschen Gleichbcrech- tigungsforderung, in der er diese Angelegenheit als eine rein europäische angesehen wissen wollte, soll, wie der Washingtoner Korrespondent der „Limes" meldet, auf den Rat des Generalpostmeisters Drown aus rein innerpolitischen Gründen erfolgt fein. Drown, Hoovers hauptsächlicher politischer "Berater, habe vom Präsidenten eine solche Erklärung verlangt, da er aus der Politik des Staatsdepartements unWorüber wurde in Paris gesprochen? Amtliche Auslassungen über den französischen Handel mit Amerika. Gegensatz gestellt zu seinem Landsmann Simon, der in enger Tuchfühlung mit dem französischen Kriegsminister Paul-Boncour eine Besprechung des deutschen Anliegens innerhalb des Büros unter allen Umständen vermeiden mochte und diese (Erörterung als eine rein politische Frage dem Völkerbund oder der Vollversammlung der Abrüstungskonferenz vorbehalten möchte. Den gleichen Zweck verfolgte ja auch H e r r i 0 t s Stippvisite in Genf. Der Ministerpräsident ist jedoch zu früh nach Paris zurückgekehrt, denn erst am nächsten Tag brach das Gewitter los, das er schon in der Eröffnungssitzung erwartet hatte. Man hat sich mit dem üblichen Mittel der Vertagung geholfen, in der reichlich vagen, durch nichts begründeten Hoffnung, daß sich in mündlichen Besprechungen mit dem zur planmäßigen Tagung des Volkerbundsrats nach Genf gekommenen Reichsaußenminister alles leicht wieder zuziehen lassen werde. Darin werden sich die Herren jedoch vermutlich täuschen, denn Freiherr von Neurath hat selbst eben erst erneut die Bedingungen formuliert, unter denen Deutschland seine Mitarbeit in Genf wieder aufnehmen kann. Es ist also an Frankreich und England, nach Ablehnung des deutschen Angebots direkter diplomatischer Verhandlungen eine neue für Deutschland annehmbare Grundlage zu finden, die der Reichsregierung erlaubt, sich an der Abrüstungskonferenz wieder zu beteiligen. Herri 0 t bat nicht davor zurückgeschreckt, mit schwerstem Geschütz zu drohen, falls Deutschland auf seiner Forderung der Rüstungsgleichheit gegebenenfalls durch Außerkrafttreten des Teils V des Versailler Der- trage* beharren sollte. Er will umfangreiches Beweismaterial für deutsche G e h e i m r u st u n- q c n in Händen haben, das seiner Ansicht nach sogar ausreichen würde, um damit vor dem Völkerbund das Verlangen nach einer Investigation aeqen Deutschland, d. h- also nach einer Nachprüfung des deutschen Rüstungsstandes durch eine Volker- bundskommission zu erheben. He mots Drohungen haben in der öffentlichen Meinung Deutschlands wie bei seiner Regierung keinen anderen Eindruck aemacht wie der Einschüchterungsversuch des Engländers'Deutschlatrd fällt auf solche plumpen Bluffs nicht mehr hinein. Mit „Enthüllungen" dieser Art kann man uns nicht mehr bange machen. Wir können nur verlangen, daß Herr Herriot schleunigst sein Material vor aller Oefsentlichkeit ausbreüet und uns damit Gelegenheit gibt, dazu Stellung zu nehmen, denn gibt es etwas Unanständigeres, als aus dem Dunkeln mit Giftpfeilen zu schießen nach einem Gegner, der sich nur im vollen Rampenlicht der Oesfenllichkeit wirkungsvoll zu verteidigen vermag? Aber der französische Ministerpräsident hat mit seinen angeblichen „Enthüllungen" keine Eile, denn er weiß allzu genau, daß mit den asten Ladenhütern, die er vermutlich der widerwärtigen De- nunziantentätigkoit gewisser deutscher Pazifistenkreise verdankt, mit denen aber schon sein Vorgänger Tor dieu keinen Staat machen konnte, für Frankreich nichts gewonnen sein wird. Wir haben jedenfalls ein sehr gutes Gewissen und es wird uns ein Leichtes sein, die französischen Vorwürfe nach jeder gewünschten Richtung hin zu entkräften und nachzuweisen, daß die angeblichen Verstöße gegen die Entwasfnungsbeftimmungen des Versailler Vertrags böswillig und maßlos ausgebauschte Bagatellen sind gegenüber dem ungeheuren Rüstungsstand unserer Anlieger in Ost und West. Die fremden Militärattaches, die soeben den deutschen Reichswehr- manövern bei Frankfurt a. d. Oder beiwohnten, haben ja reichlich Gelegenheit, zwischen dem deutschen Rüstungsstand und dem ihrer eigenen Völker sinnfällige Vergleiche anzustellen. Aber darauf kommt es Herrn Herriot ja im Ernst auch gar nicht an. Er will Stimmung machen und Deutschland heute schon vor der Weltöftentlichkeit als erklärten Feind der Abrüstung hinstellen, der durch seine Forderung auf Rüstungsgleichheit Frank- reich zwänge, auf seine Sicherheit in erhöhtem Maße Bedacht zu nehmen. Frankreich will sich mit diesem Lügenfeldzug jetzt schon ein Alibi verschaffen, falls die Abrüstungskonferenz an dem starren Festhalten der französischen Sicherheitsthese, die angeblich keine weitere Herabsetzung der Rüstungen öder Verschiebung des Rüstungsniveaus erlaube, scheitern sollte. Wir dürfen uns darüber keiner Täuschung hingeben, daß Frankreich mit seiner Propaganda schon gewisse Erfolge gehabt hat und daß mir in unserem Kampf um die deutsche Gleichberechtigung auf uns allein angewiesen sind, ob wir nun in Genf sind oder eine andere Methode für die Durchsetzung unserer Ansprüche zweckmäßiger halten. Denn unsere Isolierung liegt ja keineswegs in der Form begründet, in der wir Außenpolitik treiben, sondern in der Ford e rung, die wir stellen, über die es eben Jein Paktieren für uns geben kann. Italiens Sekundantendienste dürfen wir nicht überschätzen, es hat uns schon im Sommer bei der Ablehnung der gänzlich ungenügenden Resolution, die die erste Phase der Abrüstungskonferenz beschloß, mit Rußland allein gelassen. Und Amerika hat eben erst durch die neue Botschaft Hoovers zum Ausdruck gebracht, daß es die deutsche Gleichberechtigung als eine rein europäische Angelegenheit betrachte, die die Vereinigten Staaten als Nichtunterzeichner des Versailler Vertrages nichts angehe. Amerika hat aber darüber hinaus kein Hehl daraus gemacht, daß ihm im Interesse des Wahlfeldzuges für die vor der Tür stehende Präsidentenwahl nichts ungelegener komme, als ein sichtbares Stocken der Abrüstungskonferenz, das womöglich einen Enderfolg überhaupt in Frage stellen könnte. Und um dies zu vermeiden, scheint Washington bereit zu sein, auf die taktische Linie Englands einzuschwenken. Beide möchten mit der Forderung Deutschlands nach Gleichberechtigung Frankreich unter Druck setzen, um von ihm Zugeständnisse in der Richtung des von Hoover gemachten Abrustungs- vorschlags zu erreichen. Wie weit sie damit kommen werden, ist noch nicht klar. Aber alles, was über die Besprechungen ruchbar geworden ist, die der amerikanische Senator Reed in Paris mit Herriot hatte, deutet darauf hin, daß ein ganz großangelegter Kuhhandel zwischen Amerika und Frankreich im Gange zu fein scheint, der die gesamte weltpolitische Lage umfaßt und in dem auch Deutschland insofern eine Rolle spielt, als gegen eine Schwenkung der französischen Politik im Mandschurei-Konflikt (wozu als Draufgabe noch handelspolitische Zugeständnisse kommen) Amerika anscheinend feine Beteiligung an dem Niederboxen der deutschen Gleichberechtigungssorderung in Gens zu- gesagt bat, zumindest aber seine völlige Uninteressiertheit an dieser Streitfrage in Aussicht gestellt haben wird. Aber diesem Kuhhandel auf Deutsch- lands Rucken steht — von anderen Schwierigkeiten, wie dem Verhältnis Frankreichs zu Japan, und der Politik Rußlands ganz abgesehen — ein großes Hindernis entgegen: ohne die freiwillige Zustimmung Deutschlands kann der Handel nicht persekt werden. Die Mächte, die heute mit deutschen Lebensnotwendigkeiten Schach spielen, müssen sich darüber klar werden, daß Deutschland bereit und willens ist, aus der Ablehnung seiner gerechten und ihm vertraglich zustehenden Forderungen alle Konsequenzen zu ziehen. Jeder Versuch, mit Hilfe einer Dölkerbundsinvestigation die deutsche Stellung zu unterhöhlen, müßte zwangsläufig Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund und eine grundsätzliche Wendung der deutschen Politik zur Folge haben. Das ist im Kampf um Deutschlands Recht eine starke Waffe, wenn sie unbeirrt und folgerichtig geführt wird. Es ist aber auch eine Warnung an die Mächte, die sich den deutschen Ansprüchen entgegenfteilcn, den Bogen nicht zu überspannen. angenehme Rückwirkungen auf die Haltung der Deutsch-Amerikaner in Wisconsin und anderen Rordweststaaten bei den Prasidentschaf tswahlen befürchtete,weil man aus den Ansichten des Staatsdepartements hätte schließen können, daß Deutschland die strengen Bestimmungen des Versailler Vertrages innehalten solle. Die Reise des Senators Reed sei ursprünglich nur als Erholungsreise gedacht gewesen. Als aber Stimson von ihr hörte, habe er Reed im Hinblick auf dessen Tätigkeit im Auslande und als einer der führenden Unterhändler bei der Londoner Flottenkonferenz um einen Berichtüberpolitische Fragendes Fer- nenOstens gebeten. Reed werde seinen Schluh- bericht nach seiner Rückkehr im Oktober vorlegen. Inzwischen sei bekannt geworden, daß er bei der französischen und der englischen Regierung gewisse Sympathien für Japan festgestellt habe, da beide keinen Wert darauf legten, Japan dem Völkerbund zu entfremden, oder gar Grund zu seinem Austritt aus dem Völkerbund zu geben. Eröffnung der Ratstagung. Auch dieBöHerbundöfinanzen stehen schlecht G e n f, 23. Sept. (WTD.) Die 68. Tagung des Völkerbundsrats wurde unter dem Vorsitz des Präsidenten des irischen Freistaat de Valero eröffnet. Deutschland ist durch seinen Außenminister Freiherrn von Reurath vertreten. Die Tagung begann mit einer kurzen, eindrucksvollen Trauerkundgebung für den verstorbenen Völkerbundskommissar in Danzig, Grafen Gravina. Außerhalb der Tagesordnung nahm der Dölkerbundsrat einen Bericht des Ratspräsidenten über den Konflikt zwischen Bolivien und Paraguay entgegen. Im übrigen erledigte der Rat noch kleinere Vorlagen. Freiherr v. Reurath erklärte in seinem Bericht über die Arbeiten des Wirtschaftskomitees des Völkerbundes als Berichterstatter des Rats, daß eine enge internationale Zusammenarbeit notwendig sei, um wirksam die Folgen des wirtschaftlichen Rieder- ganges in der Welt zu bekämpfen. Verschiedene Anzeichen deuteten erfreulicherweise darauf hin. daß diese äleberzeugung sich Bahn breche. Er erinnere an die soeben abgeschlossene Konferenz von Stresa und an die Erwartungen, die man aus die künftige Weltwirtschaftskonferenz richte. Der Eröffnungssitzung des Rates ging eine längere Geheimsitzung voraus, in der der Vertreter Rorwegens die aufsehenerregende Mitteilung machte, dah der Völkerbund im nächsten Jahre in eine äußerst prekäre finanzielle Lage geraten werde, wenn die Beiträge der Mitglieder weiter so schlecht eingehen wie jetzt. Es wurde beschlossen, diese Erklärung des norwegischen Vertreters sämtlichen Staaten zuzuleiten. Französische Hetze gegen Henderson. Paris, 24.Sept. (TU.) Rachdem die französische Presse vergeblich versucht hat, die Reichsregierung wegen ihrer LInnachgiebigkeit unter Druck zu setzen, bietet dieHaltung Hendersons in der Bureausitzung ein neues Ziel für den französischen Prefsefeldzug. Laudier, der ehemalige Staatssekretär im Kabinett Tardieu, geht soweit, Henderson in dem „Homme Libre" als eine Ratte zu bezeichnen, die sich am Genfer Käse vergiftet habe. Das „Journal des Debats" erklärt, dah Henderson, der ebenso deutschfreundlich sei wie Macdonald und die Sozialisten der 2. Internationale, sein Amt als Präsident mißbraucht habe, um die deutsche Forderung von dem Bureau behandeln zu lassen. Der „Teinps" beeilt sich, festzustellen, daß nur der Völkerbundsrat für die Behandlung der deutschen Forderung zuständig sei. Hohe Gefängnisstrafen für nationalsozialistische Studentenführer in der Tschechoslowakin. Brünn, 24. Sept. (WTD. Funkspruch.) Der Senat des tschechischen Strafgerichts fällte heute in dem berüchtigten Prozeß gegen die leitenden Funktionäre der deutschen nationalsozialistischen Organisationen „Volkssport" und „Studentenbund" das Urteil. Die Angeklagten Hrider, Illing und Mehner erhielten je drei Jahre Gefängnis, Donnhäuser zwei Jahre Gefäng- nis, Petermichel 18 Monate, Pal liege 15 Monate und Schwab ein Jahr Gefängnis. Außerdem erhielten alle Angeklagten hohe Geldstrafen. Sie verlieren ferner die bürgerlichen Ehrenrechte. Am Montag Rundfunkrede des Reichsernährungsministers. Berlin. 24. Sept. (WTB. Funkspruch.) In der Stunde der Regierung bringen alle deutschen Rundfunksender am Montag von 19 bis 2 0 U h r die Rode, die der Reichsernährungsminister Freiherr von Braun am gleichen Vormittag vor dem bayerischen Landwirtschaftsrat in München über die Hilfsmaßnahmen der Reichsregierung für die Landwirtschaft hält. Die Wiedergabe erfolgt von Schallplatten. die für die Rundfunksendung ausgenommen wurden. Landverteilungsaktion in Mecklenburg-Schwerin. R o st o ck, 24. Sept. (ERB.) Der nationalsozialistische Abg. Hildebrandt machte in einer Wahlversammlung Ausführungen über eine bevorstehende neue Landverteilungsaktion in Mecklenburg- Schwerin. Im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprogramms sollen mehrere durch die Agrarkrise zum Erliegen gekommene landwirtschaftliche Großbetriebe aufgelöst und in etwa 10 000Siedler stellen aufgeteilt werden. Ferner sollen durch Landabgaben an halbbäuerliche Landstellen annähernd 18 000 vollbäuerliche Land st eilen errichtet werden. Durch diese Landverteilung hofft man über 25 000 Bauernstellen zu schaffen. Die erforderlichen Gelder zur Durchführung des Planes, von dem man eine Belebung aller Wirtschaftszweige erwartet, stünden bereits zur Verfügung. Einigung zwischen Hindus und Llnberührbaren. Puna, 24. Sept. (WTD. Funkspruch.) Eine Verständigung über das Wahlrecht der Parias ist jetzt erzielt worden. Der Arzt, der Gandhi behandelt, erklärte, der Mahatma werde immer schwächer. Es bestehe wenig Hoffnung, daß er wieder hergestellt werde, außer wenn er bald das Fasten aufgebe. Der Wahlkampf beginnt. Kube über diepoM derÄSDAP. Keine Regierungsbildung mit Hugenberg. München, 23. Sept. (TU.) Die RSK. bringt heute einen Artikel mit der Überschrift: „Der Wahlkampf ist eröffne tl“, worin der Verfasser, der preußischeLandtagsabgeordneteKube, u. a. schreibt: Wir sehen in der Reichstagsauflösung vom 12. September nur den verzweifelten Versuch, die reaktionären Kreise der DRVP. und der DDP. unter allen Umständen in die dann notwendigeRegierungs- bildung einzuschalten. Eine neue Reichstagsauflösung mit der ewig alten Degrün- dung, Hitler dürfe nicht an die Macht, würde die Fundamente des deutschen Staatswesens aufs schwerste erschüttern. Eine Ueöernahme der politischen Leitung durch die Kreise um Hugenberg findet nach dem 6,'Rovember so wenig unsere Anerkennung und Billigung wie vorher. Es handelt sich bei dem nun beginnenden Reichstagswahlkampf nur um den kläglichen Versuch, unter allen Umständen den Zeiger der Weltenuhr rückwärts zu stellen. Kube wendet sich dann gegen die Angriffe — insbesondere der Deutschnationalen — wegen der Verhandlungen der Rationalsozia- listen mit dem Zentrum und bemerkt dazu, der Rationalsozialismus habe bei allen Koalitionen in den Ländern bisher gezeigt, dah er auch nicht einen Punkt von seinen Forderungen aufzugeben gewillt fei. Die ASDAp. antwortet Hans Grimm und August Mnnig. München 23. Sept. (TU.) Unter der Ueber- schrist „Eine Frage und eine Antwort" nimmt die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP, zu der in der „Berliner Börsenzeitung" veröffentlichten „Oeffentlichen Bitte" von Hans Grimm und August Winnig Stellung. Sie erklärt hierzu u. a.: „Die nationalsozialistische Bewegung läßt sich weder in eine klassenkämpferische Arbeitnehmerfront, noch in eine klassenkämpferische Arbeitgeberfront hineintreiben. Wer eine solche Möglichkeit überhaupt für gegeben hält und diskutiert, beweist, daß er den Sinn der nationalsozialistischen Bewegung nicht begriffen hat. Nationalsozialismus ist seinem innersten Wesen nach ja gerade Ueberroinbung des Klassen- fampfes, durch den der kapitalistische Liberalismus und der aus ihm geborene Marxismus das deutsche Volk zerrissen haben. Wenn heute die Regierung von Papen und eine hinter ihr stehende kleine reaktionäre Schicht den ebenso aussichtslosen als unverantwortlichen Versuch unternehmen, diese durch Adolf Hitler neu geschaffene Front des deutschen Volkes durch unsoziale Maßnahmen zugunsten einseitiger Klassen- intereffen zu zer stören, so bleibt die nationalsozialistische Bewegung sich selbst und ihrem Kampf für die Volksgemeinschaft treu, wenn sie diesem Zerstörungswerk entgegentritt. Sie weiß sich in diesem Kampf einig nicht nur mit den ärmsten ihrer Volksgenossen, sondern auch mit allen einsichtigen und ehrlich um die Zukunft des deutschen Volkes bemühten Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens." Eine Wahlrede Görings. Weimar, 23. Sept. (TU.) Reichstagspräsident G ä r i n g wandte sich in einer Wahlversammlung der Rationalsozialisten scharf gegen die Reichsregierung. Die nationalsozialistische Bewegung habe 14 Jahre lang gekämpft, den Freiheitskampf gepredigt und das Volk aufgerüttelt, während sich die Reaktion in der politischen Etappe herumgedrückt habe, um jetzt plötzlich zu verfälschen, was die Rationalsozialisten erstrebten. Auf die Ergänze ipi Reichstag am 12. September eingHend, stellte er fest, daß die Regierung v. Papen zu Recht gestürzt sei. Wenn der Reichskanzler sage, daß die Regierungsmitglieder im Reichstag jederzeit das Wort erhalten könnten, so habe er wohl vergessen, daß im Jahre 1919 das Wovt „Jederzeit" aus der Verfassung gestrichen und die Bestimmung angenommen worden sei, dah auch die Regierungsvertreter der Ordnungsgewalt des Reichstagspräsidenten unterständen. Das Ziel des Zentrums. Köln, 23. Sept. (TU. Funkspruch.) In einer Zentrumskundgebung sprach der stellvertretende Vorsitzende I o o s u. a.: Wenn sich die wirtschaftlichen Hoffnungen verwirklichen sollten, brauchten wir eine Regierung, die Frieden mache mit der Volksvertretung, die eine Außenpolitik mache, die uns nicht rettungslos die Welt verrammele, die die Wirtschaft auflockere, aber nicht so, daß dem einen die Opfer aufgebürdet, dem anderen die Geschenke gegeben würden. Auch die Produktion des Staates mühte der Rationalisierung unterworfen werden. Das könne zu einem Umbau unseres Steuerwesens führen, zu neuem Ausgleich zwischen direkten und indirekten Steuern. Es sei gefährlich, wenn der Grundsatz des Staates, die Verfassung, leicht genommen werde. Man solle nicht mit Konflikten spielen. Bismarck habe jahrelang gegen das Parlament regiert, aber nicht jeder Staatsmann sei Bismarck. Die Parole des Zentrums laute: Gesundung durch Befriedung für eine Regierung, die die Volksvertretung achte und mit ihr Zusammenarbeiten wolle, die sich vom Wege sozialer Gerechtigkeit nicht abbringen lasse und die das deutsche Recht in zäher Ausdauer mit Mitteln des Friedens suche und damit einen deutschen Aufstieg begründe. Stetiger Kleinkrieg um Aokschachikohle. polnische Arbeitslosenunterstützung. — Arbeit im Biedaschacht. — Oie Schlacht zwischen den Kohlenhalden. — Oer schwarze Tod. Von unserem E. E.-Korrespondenten. Beuthen (Obschl.), September 1932. Die deutschen Unterstützungssätze für die Arbeitslosen sind nach der letzten Rotverordnung soweit gesenkt worden, dah es nach unseren Begriffen tiefer nicht mehr gehen kann. Und doch, angesichts des Elends der Erwerbslosen, angesichts des gefährdeten Gesundheitszustandes, in dem sich nach schulärztlichem Gutachten die Kinder der Erwerbslosen befinden: noch schlimmer, noch trostloser sieht es in einem ehemals deutschen Gebiet, in Ostoberschlesien, um Königs- Hütte und Kattowih, aus. Die polnischen Unterstützungssätze betragen nicht mehr als 2 (zwei) Zloty, d. i. 9 6 Pfennig pro Mann und Monat. Auch bei dem sehr niedrigen Lebensstandard der Bevölkerung Ost- oberschlesiens kann mit diesem Gelde nicht ein einziger Mensch leben, und so ist die Selbstmordkurve in der letzten Zeit hier gewaltig angestiegen. Die Männer gehen, solange es noch warm ist, nur mit Hose und Hemd bekleidet, die Frauen haben einen alten Fetzen von Kleid an, und kein einziger kann sich Strümpfe oder gar Schuhe leisten. Die ruhen im Schrank für den Winter. Wer noch Unternehmungsgeist hat, lebt vom Diebstahl, der bandenweise organisiert ist, ein anderer Teil hat sich auf den Schmuggel verlegt, bei dem etwas mehr zu verdienen ist, wobei man aber, da die polnischen Zollbeamten ohne Anruf schiehen dürfen, leicht ums Leben kommen kann. Wenn aber der Staat dieses Leben nur mit zwei Zloty im Monat bewertet, schlägt man es schon für einen wohlhabenden Schmuggel-Organisator für zwei Zloty pro Tag in die Schanze. Der notwendige Hausbrand — man kocht in Oberschlesien in den Haushaltungen nur auf Kohlenfeuer — wird ebenfalls auf Schleichwegen besorgt, durchdieArbeitimDiedaschacht. Dieda (sprich dreisilbig mit kurzem e und kurzem a) heißt Rot. Biedaschacht ist der Rotschacht. Er wird da abgetäust, wo die Kohle infolge der Erdverwerfung nahe an die Oberfläche herantritt, und die Kohle, die man hier touö abbauen kann, ist billiger, als wenn man ne kaufen müßte. Mit primitiven Hilfsmitteln wird da von einer Gruppe Menschen, die ja meist arbeitslose Bergleute sind, ein Schacht in die Erde getrieben, bis zu zwanzig Meter tief, und dort unten, ohne Lüftung und ohne Sicherung buddeln nun die Arbeitslosen die Kohlen zutage' Auf brüchigen Leitern klettern schweißtriefende, ausgemergelte Gestalten auf und ab, in alten Säcken die kostbare Kohle zentnerweise verstaut. Schwarz sind sie von Kopf bis zu Fuß, kaum mehr menschenähnlich. Täglich werden so die Kohlen heraufgeholt, heimlich abtransportiert und, soweit sie nicht für den eigenen Bedarf sind, verkauft, zu einem Preise, der den Preis der Schachtkohle um ein vielfaches unterbietet. Dis zu einem Fünftel des regulären Preises gehen die wilden Kohlenhändler herab, und es ist klar, dah das eine scharfe Konkurrenz für die Gruben bedeutet. Auf den Feldern der Agneshüile bei Josephs- dorf gilt die Diedokohle als besonders gut hier werden von den organisierken Rolschachlsarbeilern täglich 500 bis 1000 Fuhren gefördert. Bis aus der Gegend von Lublinih, also stundenweit über Land, kommen Wagen angefahren, die sich mit Biedakohlen beladen lassen. Rund 1000 Mann arbeiten hier regelrecht in drei Schichten, während ringsum die Gruben ihre Arbeiter hundert- weise entlassen und die Tore schließen, weil die Haldenbestände allzu sehr angewachsen sind. Natürlich wird die selbstgeschaffene Arbeitsstätte scharf bewacht. Unbefugte können das Gelände nicht betreten. Diebstahl ist so gut wie ausgeschlossen. Die Gemeinschaft der Rot hat einen straffen und starken Gemeinschaftsgeist herangebildet. Kürzlich ist aber ein systematischer Angriff auf dieses Abbaugebiet von anderen Arbeitslosen gemacht worden, die auf den Erfolg der Agnes- Hütter Diedakohle neidisch waren. Mit Stöcken, Zaunlatten, Steinen und anderen Waffen strömten die bedrohten Agneshütter zusammen und nahmen den Kampf gegen die Eindringlinge auf. Stundenlang wogte das Gefecht hin und her. Mit der größten Erbitterung von Menschen, denen ihr letztes genommen werden soll, fochten die armen Kumpels um ihre Rotlöcher. Die Kunde von der Prügelei flog durch die Dörfer, und bald stand auf den hohen Halden ringsum eine vielhundertköpfige Menge, die dem Kampfgetüm- mel zusah. Die geförderten Kohlenhaufen wurden von Freunden in Sicherheit gebracht, die Straßen gegen äleberraschungen durch die polnische Polizei gesichert, der Verkehr gesperrt. Aber doch kam die Polizei irgendwie dahinter, und sie erschien in mehreren Hundertschaften, mit Stahlhelm und Gewehren ausgerüstet, umzingelte das Gelände und schoß unbarmherzig auf die wehrlosen Arbeiter, die sich, mit nacktem Oberkörper, nur mit Aexten und Keilhauen aus den Diedaschächten ausgerüstet, verzweifelt zur Wehr setzten. Sie wurden alle aus ihren Löchern vertrieben, zehn Tote und zahlreiche Verletzte blieben auf dem Schlachtfeld des schwarzen Todes. So fordert die Kohle auch ihre Opfer über Tage. Die polnische Polizei hält das Schlachtfeld weiter beseht. Aber die Suche nach neuen Schächten hat bereits begonnen. Denn wovon sollen diese Höhlenmenschen sonst leben? Hochschulnachrichlen. In Marburg verstarb dieser Tage der ordentliche Llniversitätsprofessor Dr. theol. Friedrich Riebergall im Alter von H6 Iahren. Geboren am 10. März 1866 in Kirn an der Rahe, wurde er zunächst Licentiat an der Universität Eießen, 1908 Extraordinarius in Heidelberg und 1922 Ordinarius an der ilniberfität Marburg. Don seinen zahlreichen fachwissenschaftlichen Arbeiten seien genannt: „Die moderne Predigt"; „Iesus im Unterricht"; „Praktische Theologie"; „Die religiöse Erziehung in Schule und Haus"; „Der neue Religionsunterricht" und „Geschichte des evangelischen Gottesdienstes". Aus Oer provinzialhaupistavt. Gießen, den 24.September 1932. Wenn der Herbst im Lande ist ... Von Reinhold Braun. Gewöhne dich ans freie Anschauen der Natur! Sie wird dir immer ernsthafte Betrachtungen erwecken. Goethe. In des Weimarers „Briefen aus der Schweiz" lesen wir Folgendes: „Man schickte uns neulich einen Korb mit Obst; ich war entzückt wie von einem himmlischen Anblick. Ich konnte mich nicht überwinden, eine Beere abzupflücken, eine Pfirsiche, eine Feige aufzubrechen. Gewiß, dieser Genuß des Auges und des inneren Sinnes ist höher, des Menschen würdiger. Und weiter spricht er davon, daß viele glauben, „die Natur habe sich für ihren Gaumen in Wundern erschöpft." Gaumen-Mensch oder Mensch des inneren Sinnes? Dem Gaumen sein Recht mit Maß und Ziel! Auch das gehört zur Lebensfreude. Aber die Freude des inneren Sinnes mit in allem Genüsse das Erste bleiben! Das ist dann auch die rechte Herbstfreude, die ja nur ein Ausschnitt großer Daseinsfreude ist. Der Mensch des inneren Sinnes: Immer bringt er, wenn der Herbst mit seiner Schönheit und Fruchtfülle in ihn eingeht, bis zu der Mitte alles Lebens, bis zu Gott vor, und sein Inwendiges schwingt im heiligen Danke auf. Jede Labung, die ihm der Herbst bereitet, geht bis auf den Grund feines Wefens. In jeder Frucht erblickt er eine Botin der ewigen Schöpferkraft. Von neuem vertieft er feine Weisheit, daß auch hinter jedem Herbste die drei stehen: Glaube, Liebe und Hoffnung. Gott gefegne dir also deine Herbstreude, du lieber Mensch des inneren Sinnes! * Herbstgefühl ... Rinnt bei diesem Worte nicht zuviel Müdigkeit durch manchen Menschen, und erschauert sein Herz nicht allzu sehr? Wohl ohne eine gewisse Schwermut läßt sich kaum ein Herbst erleben. Aber ich finde, es ist der Sentimentalität oft gar zu viel. Willkommen, Herbst! Das ist das Wort des Starten und wahrhaft Weifen! Es bedeutet, das „fröhliche Gefühl von der Vergänglichkeit" im Sinne Schleiermachers zu haben, sich herzhaft abzufinden mit dem Lause dieser Welt, auch mit dem Herbste des Lebens, auch dann, wenn er sich bereits dem Winter entgegenneigt. Es bedeutet, sich mit voller Bewußtheit und aller Kraft der Seele in den Ring der Tage zu stellen und auch unter dem gilbenden Laube den Kelch der Freude beglückt an die Lippe zu führen, mit dem eigenen Reichtum sich der Fülle ringsum beizugesellen und die Lust des schenkenden Herzens mit reinen Sinnen zu empfinden. Willkommen, Herbst! Das ist der Zuruf der Treue, die sich ruhig sagen kann, daß sie versucht hat, allzeit ihr Bestes zu tun und zu geben, die zugleich dessen eingedenk ist, daß mancherlei Gnade dabei war. Willkommen, Herbst! Wie klar die Tage sind! Wohl dem Menschen, dessen Klarheit also leuchtet! Der Baum mußte ausgeschnitten werden; die Reben wurden gebrochen. Immer war Schmerz dabei. Aber keine Fruchtfülle ohne dieses, und auch keine Klarheit. ... Willwmmen, Herbst! ReH werden ist alles! Um die Betreuung der Arbeitsdienst-Freiwilligen. Das Arbeitsamt Gießen und das Hessische Heimatwerk e. D., Abteilung Oberhessen, hatten die Direktoren und Lehrkräfte der höheren Schulen im Kreise Gießen für Donnerstagnachmittag zu einer Versammlung eingeladen. Auch diese Versammlung sollte dazu dienen, weitere Mitarbeiter für die geistige, berufliche und sportliche Betreuung der im Freiwillligen Arbeitsdienst Tätigen zu gewinnen. Eine stattliche Reihe von Herren fast aller höheren Schulgattungen hatten ber Einladung Folge geleistet. Studienrat W. S ch m i d t, der Vorsitzende der Abteilung Oberhessen des Hessischen Heimatwerkes wies in einleitenden Ausführungen auf die Rotwendi^eit und Wichtigkeit der Detreuungs- arbeit hin. In einem längeren Vortrag gab dann der ehrenamtliche Geschäftsführer der Abteilung Oberhessen des Hessischen Heimatwerkes, stuck, theol. et phü. Seipp, einen Lleberblick über die bisherige Entwicklung des freiwilligen Arbeitsdienstes im allgemeinen und der Detreu- ungsarbeit, die schon seit mehreren Monaten im Gange ist, im besonderen. Als Ziel des Freiwilligen Arbeitsdienstes, wie es der Betreuer sieht, wurden von ihm drei Punkte herausgestellt: 1. Die Arbeitsdienstfreiwilligen sollen in selbstloser freiwilliger Tätigkeit werteschaffende Arbeit leisten. 2. Das Leben der Arbeitsdienstfreiwilligen soll wieder mit einem Inhalt ausgefüllt und mit regelmäßiger Arbeit vertraut gemacht werden. Die Arbeit ist das wichtigste Erziehungsmittel zu beruflicher Fertigkeit und zum Bewußtsein der Pflicht gegen sich selbst und gegen die Volksgemeinschaft. 3. In finnvoller Zusammenwirkung von ernster, selbstloser und freiwilliger Gemeinschaftsarbeit mit zweckmäßig und wirkungsvoll von geeigneten Persönlichkeiten durchgeführten geistigen, beruflichen und sportlichen Dildungs- und Detreuungsmaßnahmen soll der Arbeitsdienstfreiwillige den Wert von Arbeit, Gemeinschaft, Disziplin und Pflichterfüllung schätzen lernen. Er soll lernen, sich als Glied einer großen Gemeinschaft, der Volksgemeinschaft, zu fühlen. In weiteren Ausführungen ging Herr Seipp dann noch auf die Art und Weise der Detreuungsmah- nahmen und deren Durchführung ein. Regierungsrat Dr. Bues, der Vorsitzende des Arbeitsamtes Gießen, der sich um die Einführung des Freiwilligen Arbeitsdienstes in Oberhessen in ganz besonderer Weise verdient gemacht hat, ergänzte diese Ausführungen durch Erfahrungen aus der Praxis. So wies er z. D. an Hand von Statistiken nach, dah etwa 45 Prozent aller Arbeitsdienstfreiwilligen eine höhere Unter- ftütjung Aufgaben. CBei ihrem Eintritt in den Freiwilligen Arbeitsdienst, wobei diese vorher bezogene Unterstützung teilweise bis zu 40 Prozent über der im Freiwilligen Arbeitsdienst gewährten Vergütung lag. Dieser Verzicht kann nur mit der Sehnsucht vieler Arbeitslosen erklärt werden, die ihrem Leben durch eine regelmäßige Arbeit wieder Sinn undInhalt geben wollen. Eine rege Aussprache schloß sich an, an der “WfaH 'eist. i Mn lmen Dun, n neuem oh. ginter jedem ibe und Hofs, euh, bu lieber uv'-l Müdigkeit «uert jein Herz -rmut läßt sich finbe, es ift der 1 und wahrhaft Gefühl von der eiermachrrs ,zu dem Laufe di«. !s Lebens, auch Sinter entgegen- ifitfteit und aller Xage zu stellen aube den Kelch zu führen, mit ile ringsum bei« »lenden herzens der Zuruf der daß sie versucht d zu geben, die Mcherlei Gnade die Tage sindl eit also leuchtet! ?n werden: die war Schmerz tiefes, unb aud) Michailen der wTä «ch l B Uhr. dieser @e, nnts ilt hob, S«n Sin. Kund Zien Freude T dos krste ? .^rbstftru-e Le,nsfr«ube ist. pftttner dringt 'chonheit und Mitte alles n Auvendiges “f ben Grund bl'ckt er ein. Ng willigen. > das Wische -erhesten, tzlten r höheren vchu- erslagnachmittag kn. 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Professor Decker (Gießen). Diplom-Handels- lehrer Müller (Gießen). Studienrat Sey- bold (Grünberg) und Studienrat Clotz (Gießen) beteiligten. Herr Studienrat Schmidt schloß die Versammlung mit Worten des Dankes in der berechtigten Hoffnung, daß weitere wertvolle Helfer für die wichtige Detreuungsarbeit gewonnen wurden. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 24. Sept. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 biS 10 rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Romischkohl 8, Unterkohlrabi 5 bis 6. Tomaten lO brs 15 Zwiebeln 8 bis 10. Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3.5, Frühäpfel 15 bis 25. Falläpfel 5 bis 6. Dirnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35 Zwetschen 8 bis 10, Pfirsiche 30 bis 40, Brombeeren 20 bis 25, Preihelbeeren 30 bis 35, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 50; das Stück: Käse 5 bis 10, Lauben 50 bis 60, Eier 9 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 biS 10. Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 25; das Bund: Radieschen 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,80 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Das Lied einer Rächt". — Ta geskalender für Sonntag: Oberhessischer Kunstverein, 11 bis 13 Uhr, Turmhaus am Brandplatz, Ausstellung: Lebendiges Foto. — Derband der Ingenieure und Architekten Deutschlands und Oesterreichs, Dezirks-Der- band Gießen, 20.30 Uhr, Hotel Hindenburg, Licht- bilder-Dortrag über „Mit der Leica durch Europa". — Gießener Ruderklub „Hassia", 16 Uhr, Abrudern. — Kraftpost-Gesellschaftsfahrt durch das Ohmtal, Abfahrt 9.30 Uhr, Hauptpost. — Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14, 15 und 20 Uhr, Erntedankfest-Feiern. — Spielvereinigung 1900, ab 9.30 Uhr, leichtathletische Vereins- Meisterschaften; 15 Uhr, Fußballverbandswett» spiel gegen Breidenbach. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Lied einer Rächt". — Modenschau b e i Rowack. Am Montag, 26. September, und am Dienstag, 27. September, jeweils 15.30 Uhr und 17.30 Uhr veranstaltet das Spezialhaus für Damenkonfektion, die Firma Karl Rowack, in ihren gesamten Geschäftsräumen, Seltersweg 81, eine große Modenschau. Für Herbst und Winter werden die neuesten Kleider. Mäntel. Morgenröcke, Blusen, Röcke usw. gezeigt. Die Firma Hof-Wenzel unterstützt die Schau mit letzten Hutmodellen, und das Schuhhaus Süß bringt Reuheiten in Samen* und Herren schuhen. In anerkennenswerter Weise stellt die Firma Rowack die gesamten Einnahmen dieser Modenschau (der Eintrittspreis beträgt 25 Pf.) dem Gießener Wohlfahrtsamt zur Verfügung. Die Rachfrage nach Karten ist sehr stark. — M it der Leica durch Europa. Der Bezirksverband Gießen des Verbandes der Ingenieure und Architekten Deutschlands und Oesterreichs veranstaltet am morgigen Sonntag, 25. September, im Saale des Hotels „Hindenburg" einen Lichtbildervortrag. Herr A. Baumann von den Leih-Werken in Wetzlar wird über das Thema „Mit der Leica durch Europa" sprechen. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Evangelisations-Vorträge. Der Evangelist Paul Schwefel, Berlin, hält in der Woche vom 26. September bis 2. Oktober, jeweils 20.15 llfcr. im Saale der Christlichen Versammlung in Gießen, Wetzsteingasse 9, Evangelisations- versommlungen ab. Räheres über diese Veranstaltungen, insbesondere über die vorgesehenen Themen der einzelnen Abende, ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Die evangelische Stadtmisston feiert am morgigen Sonntag ihr diesjähriges Erntedankfest. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. " D i e n st j u b i l ä u m. Der Operationsgehilfe Karl Herbst kann am 1. Oktober auf eine 25- jährige Tätigkeit bei der Chirurgischen Vete- rinärklinik der Universität Gießen zuruckblicken. Einzelhandel und Warenhaus. Dom Landesverband des Hessischen Einzelhandels e. V. Sitz Darmstadt werden wir um die Aufnahme folgender Zuschrift gebeten: „Am 16. September 1932 fand in Frankfurt a. M. eine sowohl aus Süddeutschland wie auch aus sonstigen Teilen des Reiches besuchte Versammlung von Mitgliedsverbänden der Haupt- gemeinschaft des Deutschen Einzelhandels statt, die in der Frage der weiteren Zugehörigkeit der Warenhäuser und Grobfilialbetriebe folgende Entschließung faßte: „Das Verbleiben des Verbandes Deutscher Waren- und Kaufhäuser und des Reichsverbandes Deutscher Rahrungsmittel- filialbetriebe in der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels ist aus wirtschaftlichen Gründen unerwünscht." Maßgebend für diesen Deschluh, der an die voraussichtlich Mitte Oktober des Iahres in Derlin stattfindende Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels als Antrag weitergeleitet werden soll, war die Tatsache, daß nach Ansicht der von der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels gehörten Iuristen der Ausschluß der Verbände der Waren- und Kaufhäuser und Großfilialgeschäste lediglich auf Grund einer Satzungsänderung gegebenenfalls erst auf dem Prozeßwege entschie- den werden könne. Da nun aber sowohl der Vertreter des Warenhausverbandes als auch der Vertreter des Reichsverbandes Deutscher Lebensmittelfilialbetriebe in der Mitgliederversammlung der Hauptgemeinschaft am 16. März 1932 in Derlin ausdrücklich betonten, daß ihre Verbände die Konsequenzen ziehen würden, wenn die Stimmung innerhalb der Mitgliederkreise der Hauptgemeinschaft sich gegen ihre Verbände wenden würde, glaubte man bei der Sitzung in Frankfurt wohl mit Recht annehmen zu dürfen, daß ein Deschluh in dem beantragten Sinne endlich zu dem vom mittelständischen Einzelhandel erwünschten Resultat des Ausscheidens der Verbände der Warenhäuser und Filialgeschäfte aus der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels führen wird." Der Iubilar erfreut sich bei seinen Vorgesetzten, wie auch bei seinen Mitarbeitern in Anbetracht seiner wertvollen dienstlichen und persönlichen Eigenschaften des besten Ansehens. ** Kriegerverein Gießen. Am Donnerstagabend fand im Vereinslokal „Zum Post- keller" eine gut besuchte Monatsversammlung statt. Es wurde beschlossen, daß sich der Kriegerverein mit Fahnen an dem demnächst stattfindenden 1. Grenadiertag beteiligt. Die Initiative des in Gießen allseits beliebten und geachteten Dataillonskommandeurs Oberstleutnant K l e p k e, der unsere Stadt leider bald verläßt, in Gießen einen Grenadiertag abzuhalten, wurde freudig begrüßt, da damit der Wehrgedanke in weitere Kreise der Bevölkerung getragen werde. Aus der Versammlung heraus wurde die Meinung geäußert. daß am 1. und 2. Oktober die Stadt Gießen mit einem Massenbesuch aus Oberhessen und den angrenzenden Gebieten zu rechnen habe, weil biete Soldaten der alten und neuen Wehrmacht sich das Diwack, den Zapfenstreich usw. ansehen wollen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde eine Anzahl neuer Mitglieder ausgenommen. Für die Hindenburg-Spende stiftete der der Verein einen größeren Betrag. Den musikalischen Teil des Abends hatte die aus fünf Kameraden bestehende Hauskapelle übernommen. Anläßlich des Grenadiertags stellen viele Kameraden Freiquartiere zur Verfügung, andere für den gleichen Zweck Geldbeträge. •* Unfall auf der Landstraße. Der Polizeibericht meldet: Am Freitag gegen 20 Ahr wurde auf der Straße Klein-Linden—Dutenhofen, etwa 500 Meter vor Klein-Linden, ein Mann auf der Straße liegend von einem Kraftwagenführer angetroffen. Dieser Wagenführer hielt, um einen Zeugen dafür zu haben, daß er den Mann nicht überfahren habe, einen anderen in Richtung Klein-Linden fahrenden Kraftwagen an. Ein weiterer Personenwagen, der in Richtung Dutenhofen fuhr, sollte ebenfalls angehalten werden. Der Führer, eine Same, gab aber Vollgas in der Annahme, es handle sich um einen Aeber- sall und wich den Personen, die das Haltezeichen gaben, aus. Der Wagen erfaßte babei den am Boden Liegenden und schleifte ihn noch etwa 20 -Meter weit fort. Die Führerin hielt barm aber auch ihren Wagen an. Der Verletzte, ber Wan- ber bursche Wilhelm Lung st raß, wurde herauf sofort von einem der anwesenden Kraftwagen- führer in die Klinik verbracht. Auf welche Weise ber Verletzte auf die Straße zu liegen kam, steht noch nicht fest, da er bis zur Stunde noch nicht vernehmungsfähig ist. Die polizeilichen Ermitt- Kunst und Wiffenschast. Professor Piccard über feinen Stralosphärenflug. Professor P i c c a r d hielt dieser Tage In Brüs- fei in Anwesenheit des Königs von Belgien und des Prinzen Leopold einen Vortrag über bie Ergebnisse seines 2. Stratosphären^ fluges. Er wies darauf hin, daß die Inten- fität der kosmischen Strahlen progressiv biS zur Höhe von 14 000 Meter zunehme, in größerer Höhe aber nicht mehr. Es sei nunmehr auch wissenschastlich festgestcllt, daß die kosmischen Strahlen beim Erreichen ber Erbe ihre elektromagnetische Wirkungen einbüßten. Die Strahlen seien hart und nicht weich. (Piccard hatte gleich nach seinem letzten Flug erklärt, baß bie Strahlen auf die Erde niebergeprasselt seien. Die Red.) Ihre Herkunft könne nicht festgestellt werben. Die Strahlen entstammen enttoeber bem freien Raum zwischen den Himmelskörpern ober der Stratosphäre selbst. In letzterem Falle mürbe man einer interatomischen Ausstrahlung gegen« überstehen. Diese Hypothese eröffne gewaltige Möglichkeiten für bie Erzeugung elektrischer Energie, aber, so schloß Piccarb, dies sei zunächst noch ein Traum, wenn auch kein unmöglicher. Veröffentlichung der Trierer Icmpclauegrabungen. Im Hinblick auf die große Bedeutung der nunmehr zum vorläufigen Abschluß gelangten Trierer Tempelausgrabungen am Altbach haben der preußische Staat, die Notgemeinschaft ^r deutschen Wissenschaft und die Rheinprooinz die Mit- tcl für die Veröffentlichung der Grabungen bereitgestellt. Die Bearbeitung der architektonischen Aufnahmen und der zahlreichen zum Teil sehr wertvollen Funde steht unter der Leitung von Professor Dr. Siegfried Loeschcke in Trier, der auch die Oberleitung der Ausgrabungen hatte. Das Werk soll aus zwölf Heften bestehen, deren erste« demnächst erscheinen wird. Daten für Sonntag, 25. September. 1555: Abschluß des Augsburger ReligionS- friedens; — 1849: der Komponist Johann Strauß (Vater) in Wien gestorben; — 1852: ber Philosoph Hans Vaihinger in Rehren bet Tübingen geboren; — 1858: ber Geograph Albrecht Penck in Leipzig geboren; — 1878: ber Kartograph August P^termann in Gotha gestorben. Wettervoraussage. Unter bem Einfluß ber vielseitigen Störungstätigkeit behält die Witterung zunächst einen wechselhaften Charakter. Die Kaltluftzufuhr, die von den britischen Inseln her eingesetzt hat und ein Zwischenhoch mit sich führt, wird bald wieder abgeschnitten, denn eine neue atlantische Störung bewirkt Zurückdrehen der Winde und schiebt warme Ozeanluft vor. Die Temperaturen werden also etwas schwanken, im Durchschnitt aber mild bleiben. Bei der verschiedenartigen Luftzufuhr treten des öfteren Regenfälle auf, wonach auch wieder kurze Aufheiterung möglich ist. Aussichten für Sonntag: Bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, zeitweise Riederschläge, anfangs auffrischend, dann wieder milder. Lufttemperaturen. Am 23. September, mittags: 20,6 Grad Celsius; abends: 14,6 Grab Celsius; am 24. September, morgens: 15,2 Grab Celsius; Maximum: 21,2 Grad Celsius; Minimum: 8,5 Grad Celsius; Riederschläge: 5,5 Millimeter; Sonnenscheindauer: 4 Stunden. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 23. September, abends: 16,9 Grab Celsius; am 24. September, morgens: 14,8 Grab Celsius. (Schluß des redaktionellen Teils.) Qualitätsunterschiede. Beim Einkauf von Gebrauchs- gegenständen ist meistens die Qualität entscheidend für die Wahl. Man weist doch, daß Ware guter Qualität, obgleich im Preise höher, vorteilhafter ist als solche minderer Qualität. Deshalb auch die Bevorzugung von Markenwaren, bei denen der Ruf einer Firma für die Güte einsteht. Bei einem Bedarfsgegenstand wie es die Glühlampe, unsere unentbehrliche Lichtspenderin ist, sollte man ganz besonderen Wert auf hohe Qualität legen. Der Marken- name „Osram" verbürgt höchst erreichbare Lampenqualität. 6571V Ein von nur 8 Steuer PS! 255.- RM. Jahressteuer, über 100km Geschwindigkeit! Ein starker 4 Zylinder.Motor. Wichtige konstruktive Neuerungen. Schöne, preisgekrönte, in Farbe, Ausstattung vnd Linienführung aufsehenerregende Karosserien. Geringe Unterhaltungskosten bei erstaunlicher Leistung. Preise von RM. 4050.- an ab Werk. Mit gleichen Karosserien auch als 1 3/50 PS oder als 8-Zylinder 14/65 PS lieferbar. Die Credit Aktiengesellschaft für Ford-Fahrzeuge, Köln am Rhein, finanziert Ihren Ankauf. Wer ihn fährt,will ihn behalten! Machen Sie eine unverbindliche Probefahrt. Jeder autorisierte Fordhändler steht gern zu Ihrer .Verfügung. FORD MOTOR ^-fuch9^ Greb, Lehrer i, R Herr Johannes im 72 Lebensjahre. In tiefer Trauer: 05505 05501 Löberstra&e 14 05514 Brikett! SchülmeiWel^^WMi Gieften. 05479 Baustoffe 6723 D Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 27. September, nachmittags 2¥2 Uhr, in Gießen von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Gießen und Heuchelheim, den 24. September 1932. Katharina Greb, geb. Rühl Ottilie Reidt, geb. Greb Dr. Konrad Reidt und 3 Enkel. Giefeener Einheits-Preise Schulstraße 6, Ecke Wagengasse. Festansprache von Prediger Meng- Grofien-Linden, Chorvorträge. Deklamationen u. musikalische Darbietungen. Jedermann ist herzlich willkommen! Eintritt frei! Gestern abend verschied nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegervater, unser treusorgender Groß vater, Schwager und Onkel Reisende i f. Schilder all. Art, Bestecke, Neuheit-, Rasierkl. ustv. Sos. hob. Perd. Must. fr. Pötters L Schäfer, Fabr.W.-Barm.34. Dam.- d. Berr.-Friseur verf. in Ondul. u. Wassern,., sofort in Dauerstell. gesucht. Schr. Ang. m. Ge- hallsansvr. unt. M. V. banvtvostlag. 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Die Mutter lag auf dem " " den linken Hinterfuß hoch, gleich heran, und der Mensch macht immer wieder die gleiche Erfahrung: daß er viel zu wenig Futter in seinen Taschen halte. Denn auch die großen Tiere sind dafür sehr empfänglich und ich habe seht einen Marabu kennengelernt, der so besonders gern Zucker fraß, daß er die zugeworfenen Stücke schon in der Luft mit seinem Schnabel auffing. Hoffentlich hat das sein Fisch-Abendbrot nicht allzu sehr vorgesüßt. Noch mehr! Dableiben! lockten die Tiere. Aber ich mußte eines anderen Tierkindes wegen schleunigst nach Berlin. „Kathrinchen" roar zur Welt gekommen, die Tochter der 4,20 Meter hohen Giraffin „Anneliese", und weil dies seit dem Kriege zum erstenmal sich ereignete in Berlin, wollte ich den 80 Pfund schweren Säugling möglichst schnell begrüßen. Giraffenkinder sind von allem Anfang an recht selbständig, auf hohen Stelzen stapfte Kathrinchen Stunde um Stunde durchs weite Gehege, und das bekam ihm so gut, daß es in vier Tagen um zehn Zentimeter gewachsen ist, wahrscheinlich weil es sein Hälschen so toll recken muß, um der Mutterzunge zu begegnen. Schritt zur Selbständigkeit war getan. Tierkinder sind immer eine Deseligung für uns Menschen. Da wird irgendwo ein Riegel zurückgeschoben, man geht in einen strohgepolsterten Derschlag und sieht das junge Zwerg-Zebu, das vor fünf Stunden zur Welt gekommen ist. Es steht schon ganz sicher auf feinen fast bleistiftdünnen Beinen, glänzt silbrig-malvenzart, wurde eben von der Mutter trocken geleckt. Und plötzlich trollt das weiße Kälbchen vertrauensvoll auf uns Menschen zu, lehnt sich wahrhaftig gegen meine Beine, und das warme Schnäuzchen schnuppert an meinen Fingern, so daß ich den Hauch seines Atems spüre. Ein junger Tiger liegt in der Mulde meiner Hände, so weich und klein noch, daß ich sein Köpfchen stützen muß; der temperamentvolle Guanaco- Bock duldet noch einigen Mohrrüben-Bestechungen, daß auch sein Sprößling an meinem Brötchen knabbert, die jungen Mähnenschafe trollen zu Bieren tritt man in die Wochenstube. Die Drangmutter kommt freudig auf ihren Pfleger zu und begrüßt ihn nach ihrer Art, d. h. sie fängt sofort einen Boxkampf an, angelt mit ihren überlangen Armen nach dem Menschensuß und möchte gar zu gern den Gast zu Boden werfen. Aus Liebe, aus Spielerei meinetwegen, keinesfalls weil sie böse märe. Denn ihre scharfen Augen haben natürlich längst die Aepsel und Bananen entdeckt, die wir mitbrachten. Nach einer Weile läßt sie sich behäbig auf ihre Sitzfläche nieder und genießt. So wollten wir es haben: denn nun kann ich aus nächster Nähe das Drangkind betrachten, das sich mit feinen vier Fäusten seit der Stunde der Geburt "am mütterlichen Haarkleid festgeklammert hat. Die Säuglinge. Ich bin zu besonders glücklicher Zeit dort gewesen, bann als ich am Morgen der Absahrt schnell noch einmal in den Zoo fuhr, erlebte ich den Augenblick Lilian Gish, aus vielen Filmen bekannt als die Darstellerin zarter Frauengestalten, bei ihrem Kuraufenthalt in Bad-Nauheim. DerBohnenkneg in berMandschurei Wirtschaftliche Hintergründe der politischen Auseinandersetzung im Kernen Osten. Bon unserem J. F. ^.-Berichterstatter. ftimmungen belehrte. Daß die gleichen Klagen von der politisch anderen Seite, nur mit umgekehrten Dorzeichen, noch in vielleicht höherem Maße erhoben werden, zog sie nicht in Rechnung. Ein Schluß ist aber hier zu ziehen: So wie bisher geht es nicht weiter. Eine wirkliche Reform, die zum Teil freilich im Abbau von vermeintlichen Reformen bestehen wird, muh die Strafrechtspflege wieder auf eine gesunde Basis stellen. Für Monstre-Prozesse der bisherigen Art ist jetzt nicht die richtige Zeit. Niemand will sie. Lind jeder, der wirklich etwas von der Sache versteht, weih auch, daß sie nicht notwendig sind. Andere Völker haben sie auch nicht. Sie .rationalisieren" in einer Weise, die uns unerträglich erscheint, llnfcre Propheten der fremden Gebräuche spotten dabei häufig ihrer selbst und wissen nicht wie. Ein kleines Erlebnis aus der viel gerühmten englischen Rechtspflege. Kürzlich wohnte einer meiner Amtsgenossen einer Gerichtsverhandlung auf Cypem bei. Ihm fiel auf, daß der Angeklagte überhaupt nicht zu Mort kam, Antwort: „Die Gerichtssprache ist die englische". Der Angeklagte versteht nur griechisch. Er hat baber das Recht, seine Aussagen durch seinem Verteidiger machen zu lassen. Kommentar überflüssig. Lieberflüssig auch, daß einer solchen Beeinträchtigung der Grundrechte des Angeklagten niemals das Wort zu reden ist. Das Heber- m a ß an .Freiheiten" dient aber auch nicht dazu, unser Ansehen bei anderen Völkern zu stärken. 3m Gegenteil. Gerade dadurch wird unsere Rechtspflege herabgezogen. Jeder, der in den letzten Jahren im Ausland war und mit der Rechtspflege zu tun hatte, weiß auch aus den Gesprächen mit Ausländem, wie solche Prozesse im Ausland wirken. Ein falscher Schluß auf die sittlichen Kräfte des deutschen Volkes wird häufig gezogen. Wahrhafte Belange des Volkes gilt es also zu wahren. Ernstestes steht auf dem Spiel (Nachdruck, auch mit DueUenangabe, verboten.) Schanghai, September 1932. „Das ist keine Bohne wert", sagt man wohl in Deutschland, wenn man ausdrücken will, daß ein Ding so gut wie wertlos ist und kennzeichnet damit den Grad der Achtung, den man dieser nahrhaften Hülsenfrucht entgegen bringt. Wenn aber die Bohne gleich milliardenweise vorhanden ist, beginnt die vorher Verachtete im Ansehen zu steigen, und ganze Völker beginnen sich darum zu raufen, wie es äugen- blicklich in der Mandschurei geschieht. Die Bezeichnung „Bohnenkrie g", die man dem Disput in der Mandschurei gegeben hat, ist nicht unberechtigt. Allerdings handelt es sich hier auch um eine ganz besondere Frucht, nämlich bie Sojabohne (Soja hibiscus), bie fast ausschließlich im Fernen Dften gebeiht. Auch in ben Vereinigten Staaten, wo bie Regierung alles anzupf tanzen sucht, was nur irgenbroie von Wert ist, ist sie heimisch geworben. Die Weltproduktion an Sojabohnen verteilte sich im Jahre 1929 wie folgt: Mandschurei 63 Prozent, bas übrige China 25 „ Rücken, stellte plötzlich nahm mit beiden fjänl „ .. Brust. Er meinte zwar, doch schon hatte ihn die mütterliche Lehrmeisterin auf ihr Bein gesetzt, schob und half solange, bis das Kind begriff, sich an ihre Zehenfinger hing wie an eine Reckstange. Der erste Streifzug durch deutsche Tiergarten. Don Paul Eipper. Jeder Mensch hat Merksteine in seinem Leben, Anhaltspunkte für die Erinnerung, und zumeist fallen sie mit seinen Liebhabereien zusammen. Sechsmal war ich auf einer Reise durch Deutschland in Zoos unb viermal in verschiedenen zoologischen Gärten. Tierstationen sind eben meine Lebensweiser. Soll ich nun den einen Garten gegen den anderen abwägen? Ich freue mich lieber, baß an so vielen Orten Heimstätten der Tiere sind und zugleich überall andere Spezialitäten, daß allgemein der Geist des Fortschritts, der „humane" Ausbau der Tierhaltung zu spüren ist, und daß bei jedem Besuch wieder neue Freundschaften mit Tieren möglich werden, alle auszufrischen sind. Rattenfänger mit Zucker st ückchen. Einmal ging ich mit einem silberblonden, fünfjährigen Mädchen durch den Zoo: wir Haden sehr viel Zucker verfüttert an die dunklen Ponnys und die grauen Eselfohlen, die dort frei umherlaufen, plötzlich sich quer über ben Weg stellen unb mit stummen Nicken ihren Tribut verlangen. Well meine kinbliche Begleiterin gar keine Angst hatte unb wohl bes Zuckers zuviel öergeubete, trollte uns ein solcher Wollzwera lange nach unb puffte mich von Zeit zu Zeit mit feiner Schnauze in ben Rücken. Ein weißlichgelber Ponny merkte unsere Nachgiebigkeit: auch ber buntle Hengst schloß sich an, unb als wir hinten bei ber Freianlage ber Eisbären angekommen waren, konnte man vergnügt feststellen, baß eine ganze Karawane im Gänsemarsch uns folgte. Welch ein Fortschritt gegen früher, als Ponnys unb Esel hinter Gitterstäben hausten! So ist es boch viel schöner, wenn bas Tiergeschöps auch einmal mit uns spazieren gehen kann. Es braucht ja nicht aus- zuarten: Krokobile unb Panther bleiben besser im sicheren Gewahrsam; bagegen störte mich keineswegs jene aufmunternbe Anwesenheitsmelbung, als in einem anberen Zoo bie große Truthenne sich mit einem neugierigen Picken in meine Wabe avisierte. Mahlzeit im Affenkäfig. Einen Tiergarten hatte ich seit sechs Jahren nicht gesehen. Mit beglückter Freube stanb ich bort von neuem bei ben Nachtäffchen, beren rotgolbene Eulenaugen so übergroß in ben kleinen Köpfchen stecken. „Karrenrädern" gepreßt, bicke, ninbe Scheiben mit einem viereckigen Loch in ber Mitte, bie genau so aussehen wie Mühlsteine unb ebenso schwer finb. Große Mengen bavon gehen nach Japan, Holland unb Dänemark unb haben besonbers in ben beiben letzteren fiänbem sehr zur Hebung ber Viehwirt, schäft beigetragen. Als Düngemittel finb bie Bohnenkuchen ebenfalls sehr beliebt, so in Japan für bie Reisfelber an Stelle ber früher angeroanbten Fischbüngung, in Sübchina, Java unb ben Südseeinseln für die Zucker und Jamplantagen. So recht berühmt geworden ist die Sojabohne erst seit die Weltindustrie sich ihrer bemächtigt hat. Im Jahre 1904 betrug ber Export aus ber Manbschurei 8,7 Millionen Taels, wovon weitaus ber größte Teil im Osten blieb. Im folgenben Jahre würbe bie erste Schiffsladung nach Europa verschifft, unb nun begann ein unerhörter Aufschwung. Bis zum Jahre 1928 war ber Export auf 245 Millionen Taels angewachsen, hatte sich also in 24 Jahren verbreißigsacht. In Deutschland, bas nach Japan ben Löwenanteil ber mandschurischen Bohnenausfuhr erhielt, in England, Dänemark und Holland entstanden ganze Industrien, die Sojabohnen zu ben unmöglichsten Dingen verarbeiteten, lieber bie Verwendungsmöglichkeiten ließe sich ein ganzes Buch schreiben. Einige bavon seien hier kurz angeführt: Soßen unb Suppen, Frühstücksartikel, Kasein, Käse, tonbenfierte Milch, Salatingredienzien, Mehl, Makkaroni, Biskuits, Konfekt, Butter- unb Fett- erfaß, Speise-, Salat-, Leucht- unb Schmieröl, Glyzerin, Explosivstoffe, Farben unb Lacke, Material zur Herstellung wasserdichter Stoffe, Seife, Lino- leum, Zelluloid, Gummiersatz, Druckfarben usw. usw. Kurz unb gut, so ungefähr alles vom Autoreifen bis zum Xylophon. Die Sojabohne zerfällt in viele Abarten, bie unter sich im Aussehen unb ber chemischen Zusammensetzung verschieben finb. Es gibt drei Hauptsorten, bie sich nach ber Farbe ber Frucht unter- scheiben, nämlich in gelbe, grüne unb schwarze, von denen jebe roieber in mehrere Unterabteilungen zerfällt. Daneben gibt es noch andere Sorten, doch fpielen diese Feine große Rolle. Sie werben im April gepflanzt unb im September geerntet, unb zwar bevor bie Frucht oollstänbig ausgereift ist, weil sonst burch bas Aufplatzen ber Schoten Früchte verloren gehen würben. Dabei wirb bie Pflanze dicht über bem Boben abgeschnitten unb nachher mittels breiter Steinwalzen gebroschen. Die Wurzeln I bleiben in ber Erbe, werben später umgepflügt unb Stehenbleiben erreicht man, baß ein winziges, schwarzes Häubchen burch bie Maschen greift unb ben halben Nußkern holt. Sein Kamerab ist neibisch; er keift zirpenb unb oekommt ein Atom Schokolabe. Nun sitzen beibe wie kleine Hasen auf ben Hinterbeinen, schieben ihre Beute mit den Händchen an die Lippen, und glitzernde Perlenzähne knabbern. Der Appetit ist geweckt; schon sind die Finger von neuem ausgestreckt: auch ber Rhesus nebenan bettelt, unb ber Makak schimpft. Seltsam, als gäbe es eine unsichtbare Telephon- verbinbung unter ben Affen, so ist bas ganze Haus nun alarmiert. Der große Pavian auf ber anderen Seite hustet und bellt: begehrliche Arme stoßen überall durch die Stäbe; es ruft und lockt, unb bie Verschiebenheit ber Temperamente zeigt sich beutlich bei unserem Runbgang. Das eine Tier läßt meine Finger gar nicht mehr los; sanft, aber beharrlich werbe ich festgehalten, fast gestreichelt. Der nächste Affe stößt gewaltig nach bem Brotstück in meiner Hand, frißt es zwar sofort, aber er faucht mich wü- tenb an, inbes ber nächste vor Erwartung Purzel- bäume schlägt. Besuch in der Kinderstube. Man kann gar kein Ende finden, wenn man von Affen erzählt. In dieser Beziehung war ein westdeutscher Zoo der Höhepunkt jener Iterretfe. Dort lebt ber größte Orang-Utan-Mann, einer ber wenigen rostroten Menschenaffen Sumatras, bie ihre Ueberfieblung nach Deutschlanb überstanden haben. Auch er bekam Walnüße, aber ich traute mich nicht, sie in seine übergroßen Riesenhände zu legen; er hat sie — acht Stück auf einmal — in bie Mundhöhle geschoben, schwang sich dann gemessen hinauf zu seinem erhöhten Baumsitz und knackte, fletscherte, genoß spuckte die harten Schalen aus und sah zu uns Menschen herunter, gleichgiUig, doch irgendwie erschütternd großartig. Um den Anblick dieses einen Tieres lohnt sich schon eine Reise für jeben Tier- 21ber in dem Zoo ist auch eine Orang-Frau, und sie hat vor wenigen Wochen ein Kind bekommen, ein entzückendes Äffenkind mit vielen kleinen roten Löckchen Ich durfte ihm einen Besuch machen, wozu jedoch verschiedene Vorbereitungen nötig sind. Erst werden Hände. Finger und Arme desinfiziert, in Sublimat gewaschen: dann muß man gebückt durch Verglichen mit unserer gewöhnlichen Gartenbohne ist bie Soja eine f o ft bare Frucht, benn sie enthält 37,8 Prozent Eiweiß unb 20,9 Prozent fettes Del, gegen nur 2,4 Prozent Eiweiß unb 1,6 Prozent fettes Del ber europäischen Bohne. Sie hat baher in ben Ländern, in denen sie gedeiht, von jeher eine große Rolle als Volksnahrung gespielt. Dabei wird sie auf mancherlei Art zubereitet. Ein interessantes Gericht, das man bei uns auch einführen sollte, finb bie Bohnensprößlinge. als der Jetztzeit nicht entsprechend. Linser höchstes Gericht hat einmal den Grundsatz aufgestellt, daß die Rechtsordnung zwecklose Handlungen nicht wollen könne. Das gilt aber auch nur für das Verfahren in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, und auch da nur mit Einschränkungen. 3m Strafprozeß muh jeder Richter vielfach Handlungen unternehmen, von deren Zwecklosigkeit er, wie gesagt, von vornherein überzeugt ist. Häufig werden gerade diese im Gesetze gebotenen Dinge, die eine Verzögerung des Verfahrens herbeiführen, und ihm den Anschein der Weltentfremdung geben, der Rechtspflege zur Last gelegt. Die Derumständlichung eines Verfahrens ist, so meinen viele, Schuld des Richters. Der fehlerhafte Kreis schließt sich also: dieselbe Oeffentlichkeit, die durch ihren Einfluß auf die Gesetzgebung dem Richter Fesseln angelegt hat, legt ihm zur Last, daß er durch sie gebunden ist. Gewiß: man hat rnan-ches getan, um Strafverfahren einzudämmen. Man hat geglaubt, dadurch daß man angeblich kleinere Straftaten wie Hausfriedensbruch unb Körperverletzung auf Anzeige der Betroffenen nicht mehr zu verfolgen brauche, das Vertrauen zur Rechtspflege zu stärken. Das hat sich freilich auch als ein äußerst zweifelhaftes Mittel erwiesen. 3n ber Stunde, wo ich diese Zeilen schreibe, ruft mich eine sonst weitblickende Persönlichkeit mit allen Zeichen der Aufregung an, um mir daS Entsetzen weiter Kreise über die Tatsache mitjuteilen, daß die Staatsanwaltschaft bei einer politischen Dvrfschlägerei die Beteiligten zunächst auf den Weg ber Privatklage verwiesen unb erst eingegriffen habe, als einer ber Beteiligten an ben Folgen des Rauf» Handels verstarb^ sei. Sie wollte darauf das gänzliche Versagen unserer, ihren Meinung nach, politisch rechts eingestellten Strafrechtspflege kon» ftruieren unb war aufS äußerste erstaunt, als ich sie über die jetzt geltenden gesetzlichen Be» Makkaroni. Die Mitteilung des italienischen Ackerbau- Ministeriums, bas die Weizenernte in diesem Fahre über 1800 Millionen Kilogramm betragen wird, die größte Ernte, die je in 3taüen verzeichnet wurde, hat Begeisterung unter der Landbevölkerung hervorgerufen und ist ein deutliches Zeichen dafür, daß die seit acht 3ahren von der Regierung durchgeführte Propaganda des Weizenbaues reiche Früchte trägt. Mussolini, der die Selbstversorgung des Landes mit Rahrungs- Mitteln für eine seiner Hauptaufgaben erklärt hat. sieht sich dadurch dem Ziel nahe, bem italienischen Volk sein „tägliches Brot" ober vielmehr die „täglichen Makkaroni", die ja die Rationalspeise des Landes finb, zu sichern. Italien verbraucht jährlich etwa 2000 Millionen Kilogramm Weizen, so daß die notwendige Menge bald erreicht ist. Es ist bereits ein Kongreß einberufen worden, der weitere Maßnahmen zur Steigerung des Weizenbaues erörtern soll, unb der erste Schritt der neuen Propaganda ist die Abhaltung von Versammlungen in allen Land- gebieten, in denen die Dauern zu noch größeren Anstrengungen angespornt werden sollen. Sensalions-prozeffe. Don Dr. Helmuth Lebmann, Landgerichtsdireltor, Berlin. Richt immer herrscht Gerechtigkeit im Leben. Das erfahren auch deren Diener. Die vielleicht am meisten, weil sie gleichsam berufsmäßig gewohnt sind, immer Such die andere Seite der Sache zu sehen. Rur wer einmal selbst bie Pflicht gehabt hat sich durch die ganze Zimmer füllenden Aktenbände eines derartigen Riesenprozesses durchzu- arbeiten, weih, welche LInsumme von Zeit, Rerven und Arbeitskraft der sämtlichen mit ber Durchführung betrauten Organe ber Rechtspflege verbraucht wirb. Das gilt nicht nur für ben Richter, fonbem auch für den Staatsanwalt unb ben Verteidiger. Unb noch eins ist nicht zu vergessen: Schon die unmittelbares Kosten eines solchen Verfahrens verschlingen Zehn-, ja Hunderttausende von Mark. Die Aufwendungen allein an baren Gebühren für Zeugen unb Sachverständige in dem nicht einmal so besonders schwierig liegenden Falle Kutisker haben etwa C6CO Mark allein erfordert. Die baren Auslagen imBarmat-Prozeßhat man auf über 200 000 Marr zu beziffern. Dazu treten noch diejenigen sehr viel höheren Kosten, die sich nicht als unmittelbare bare Auslagen barftellen. Lind sucht men unbefangen die Frage zu beantworten, ob das Endergebnis derartiger Prozesse mit bem aufgebotenen Aufwanb wirklich im Verhältnis steht, so kann man sie meist nur mit einem entschiedenen .nein“ beantworten. Wer will denn nun solche Prozesse? Der Staat unb die ihn vertretende Justizverwaltung? Sicherlich nicht. Die Oeffentlichkeit? Wer je an einem solchen Verfahren teilgenommen hat, weih, wie nach den ersten SensationStagen das Interesse der Oeffent- lichkeit abflaut und der Zuhörerraum, dessen Plätze zu Beginn heiß umkäw.pft waren, immer leerer wird. Also auch die Oeffentlichkeit nicht. Sie hat aber das Gefühl — das richtige Gefühl — daß mit solchen Mammutverfahren niemandem gedient fei und sucht einen Schuldigen. Sie findet ihn häufig in der Rechtspflege als solcher oder zum mindesten im Einzelfalle im Richter. Run mag gern zugegeben werden, daß gelegentlich auch von einzelnen Organen ber Rechtspflege in ber Ausdehnung eines Verfahrens des Guten zu viel getan wird. Aber ber wahre Grund dieser Rechtsinflation wird boch verkannt: Er liegt im Gesetz. All' ben vielfachen Vorschlägen, die auf die Eindämmung der Monstre-Prozesse gerichtet sind und bie sich an die Justizverwaltung wenden, ist damit jeder Wirklichkeitsboden entzogen. Das Gesetz ist dahin geformt, bah bem Richter im Verfahren jebwebe Freiheit genommen ist. Er muh auf Anträge eingehen, von beren Aussichtslosigkeit er von vornherein nicht nur überzeugt, fonbem deren er gewiß ist. Das Gesetz, von Mißtrauen gegen ihn erfüllt, erlaubt ihm einfach nicht, einiges Kennzeichnende herauszu- greifen, dies nach allen Seiten zu beleuchten, und es bann in einer Zeit, bie angemessen und her- stänbig zu fein scheint, als Grundlage seines Urteilt zu benutzen. Die oberen Gerichte sehen in häufig ganz formalistischer Anschauungsweise ihre Ausgabe darin, darüber zu wachen, baß kein Pünktchen unb kein Komma ber strengen Verfahrensvorschriften verletzt wird. Der- fahrensvorschriften, die voll Mißtrauen gegen ben Richter erfüllt sind, da sie ja bem Angeklagten ein gewisses Mindestmaß an Rechten sichern wollen unb müssen. Derfahrensvorschriften aber, die von ber Voraussetzung ausgehen, bah alle Prozeßbeteiligten immer aufs eifrigste nach Gerechtigkeit streben unb die in ber Theorie es weit von sich weisen, als ob irgendwelche andere Einflüsse bem Streben nach reiner Gerechtigkeit seitens aller an bem Verfahren beteiligten Personen Abbruch tun könnten. Auch der Richter, der diesen Rainen wirklich verdient, ist sich bewußt, dah gewisse Rormen ihm gegeben sein müssen, weil sonst der beste Wille leicht in Willkür ausartet. Trotzdem empfindet er ein gut Teil der ihm auferlegten Fesseln Die Bohnen werden zuerst einen Tag in Wasser geweicht, dann in ein Gefäß mit siebartigem Boden getan, das zugebunden wird. Sie werden jeden Tag gewässert, und nach drei Tagen sind die Spröß- linge fertig, die ein zartes Gemüse sind. Werden die aufgeweichten Bohnen gemahlen und in Wasser gekocht, so entsteht ein milchartiger Brei, aus dem Dofu, eine Art Quark, gemacht wird, der in China und Japan sehr beliebt ist, bei den (Europäern dagegen weniger Anklang findet, bis sie sich an den Geschmack gewohnt haben. In Japan tut man auch Reis und Salz dazu und hat dann Miso. Sogar Ersatzmilch wird in Japan aus diesem Quark hergestellt, die mit Rohrzucker gesüßt, kondensiert in Dosen verkauft wird. Beim Kochen des Quarts' entsteht auf der Flüssigkeit Schaum. Dieser wird auf Holzstocke gestrichen und getrocknet. Er hält sich lange, muß aber vor bem Genuß wieder gekocht werden. Aus dem Quark wird durch eine dreiwöchige Gärung ein K äse, der unserem echten Limburger an Schärfe des Geschmack und Geruches nicht nach- steht. Ferner dienen die Bohnen als Kaffee- und Fleischersatz — eine in Europa sehr bekannte Art von Suppenwürfeln besteht zur Haupt- fache daraus — sowie als Mehl zu Backwaren aller Art. Am bekanntesten ist die Sojasoße. Bei ihrer Herstellung werben die gekochten und zerkleinerten Bohnen mit grob geschrottenem Weizen oder Gerste gemischt und dann einem Gärungsprozeß unterworfen, der zwei Monate dauert. Während dieser Zeit muß die unappetitlich aussehende Flüssigkeit jeden Tag gründlich umgerührt werden. Am Ende wird die Flüssigkeit gefiltert und in Flaschen oder Fässer gefüllt. Infolge ihres hohen Nährwertes ist die Sojabohne ein ausgezeichnetes Viehfu11er. Nachdem das Del herausgepreßt ist. wird die übrig bleibende trockene Masse zu Bohnenkuchen oder Diese — wie der Name sagt — Nachttiere sind recht I einen niebngen Gang kriechen, mit einer sauberen scheu: man muß schon Gedulb haben, bis diese r!J‘ v:- schließlich ans Gitter Vorkommen, zur Umkehr stets | bereit. Aber mit ein bißchen Summen unb ruhigem währenden Kriegen gegen die chinesische Zentral- regierung wieder verschleudert. Dafür erhielten sie Papiergeld, das aber heute nicht mehr viel wert ist. Aus diese Weise wurde das Land, das eines derreichstenderErde sein könnte, trotz seines äußeren Blühens innerlich immer ärmer, bis es in einen ähnlichen Zustand verfiel wie das übrige China. Daß die Chinesen eine solche Provinz nicht verlieren wollen, ist begreiflich. Zwar haben die Russen ihnen im Laufe der letzten dreihundert Jahre ganz Nordost-Asien, und vor einigen Jahren erst einen Teil der Mongolei abgenommen, aber das waren dünn bevölkerte Landstriche, über deren Verlust die Chinesen sich nicht ausregten. Die Mandschurei dagegen ist bis auf etwa zwei Millionen Mandschus und einige Hunderttausend Russen — meist Flüchtlinge vor dem roten Regime —, Koreaner und Japaner fast ausschließlich von Chinesen bewohnt. Die Japaner auf der anderen Seite wollen ihre in der Mandschurei angelegten Kapitalien, die auf etwa fünf Milliarden Mark geschätzt werden, auch nicht gutwillig aufgeben. Zudem ist sie für Japan ein wichtiges Glacis gegen Rußland, und schon einmal haben sie einen Krieg geführt, um die Russen aus ihrer allernächsten Nähe zu halten. Aus diesen beiden Gründen bedeutet die Sicherung seiner Stellung und seiner Interessen in der Mandschurei für Japan tatsächlich eine Lebensfrage. — Als Japan die Südmandschurische Bahn von den Russen übernahm, war diese ein wenig rentables Unternehmen, das hauptsächlich aus stra- tegischen Gründen gebaut worden war. Die Japaner haben nicht nur die Dahn zu einer der besten der Welt ausgebaut und immer neue Unternehmungen daran ungegliedert, sondern sie haben auch durch sie das Land selbst erst so recht erschlossen und zu dem gemacht, was es heute ist. Dazu hat die Sojabohne in erster Linie beigetragen, und deshalb ist es tatsächlich nicht unangebracht, wenn man die Kämpfe in der Mandschurei, die mit der Anerken- nung der Mandschurei als selbständigen Staat durch Japan einen neuen Abschnitt erreicht haben, mit dem Namen „Bohnenkrieg" belegt. dienen als Düngung für die nächste Ernte. Sie sind lehr stickstoffhaltig, so daß sich die Anwendung an- Derer Düngemittel erübrigt. Exportiert wird das Produkt der Soja in dreierlei Form: als ganze Bohnen, gemahlen und gepreßt als Bohnenkuchen, und als Oel, Den Hauptanteil der beiden ersten Sorten erhält Japan, während das Del meist nach England, Rußland und China geht. Japan zieht es vor, den Delgewinnungsprozeß im eigenen Lande vorzunehmen. Die Sojabohne hatderMandschureieinen gewaltigen Aufschwung gebracht. Im Jahre 1905 hatte das Land, das mehr als doppelt so groß wie Deutschland ist, nur etwa 6 Millionen Einwohner, heute sind es ungefähr 30 Millionen. Die Zuwanderer kamen meist aus den ärmeren Provinzen Nordchinas, die durch dauernde Kriege und Hungersnöte verwüstet wurden. In der Mandschurei fanden die Auswanderer einen i"rrgfräulichen, fruchtbaren Boden, der die aufgewandte Mühe reichlich lohnte, sowie Ruhs und verhältnismäßige Ordnung, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Das letzten verdankten sie hauptsächlich den Japanern, denn während das übrige China von Bürgerkriegen heimgesucht wurde, sorgte Japan für Rübe, und mehrere Male im Laufe des letzten Jahrzehnts hat es das Land gegen chinesische Heere, die einzudringen versuchten, ab geriegelt. Das taten sie natürlich nicht der Eingeborenen und Zugewan- berten wegen, sondern weil sie selbst gewaltige Interessen dort haben, die sie vor der Gefahr einer Vernichtung stützen wollten. Außer Bohnen bezieht Japan aus der Mandschurei große Mengen von Kohle, Holz, Seide, Hirse und Leder, sowie einen starken Prozentsatz seines Salzes. Von jeher war die Mandschurei eines der wenigen glücklichen Länder, die eine stark aktive Handelsbilanz aufzuweisen haben. Im Jahre 1928 z. B. betrug der Export über 402 Millionen Taels, der Import dagegen nur 262 Millionen. Seit vielen Jahren ist auf diese Weise ein gewaltiger Strom von Bargeld in das Land geflossen. Leider hatten die Bewohner selbst nicht viel davon. Das Silber wurde ihnen nämlich von den Militärmächten wieder ab genommen und in den immer» Die Vorschule -er Wehrmacht. Von Rußland bis nach LlSA. — Vorbilder für den deutschen Wehrsport. Von einem Mitarbeiter, der die Wehr- Verhältnisse in den europäischen und außereuropäischen Ländern sehr gut kennt, erhalten wir den folgenden interessanten Beitrag zur Verfügung gestellt. Der Wehrsport ist in Deutschland für die Masse eine neue Bewegung, auch wenn er in einzelnen militärischen Bunden schon seit langem betrieben wurde. Vielfach glaubt man, der Wehrsport sei eine militärische Spielerei, ein schlechter Ersatz für die allgemeine Wehrpflicht. Dem Beobachter, der die Weiterentwicklung außerhalb der Reichsgrenzen überblickt, zeigt sich ein ganz anderes Bild. Vach Kriegsende konnte man in allen Ländern eine gleichmäßige Bewegung beobachten: eine erheblich Verkürzung der aktiven Dienstzeit. 3n Frankreich beträgt sie heute nur noch ein Jahr, in den meisten andern Staaten vierzehn Monate bis zwei Jahre. Diese Verkürzung der Dienstzeit hat mehrere Gründe: sie sind finanzieller und politischer Art, aber auch militärische Gesichtspunkte spielen eine Volle. Auf keinen Fall bedeutet die Verkürzung der Dienstzeit einen Verzicht auf Wehrtüchtigkeit und militärische Ausbildung. Denn zugleich mit der Einschränkung des aktiven Heeresdienstes sind die milizartigen Organisationen gewachsen, die freier und beweglicher sind als das Heer und ihre Aufgabe, die Jugend zur Wehrfähigkeit zu erziehen!, als (ein Mittelding zwischen Bund und Truppe ausgezeichnet erfüllen. So ist die faschistische Miliz in Italien, so sind di« Territorialtruppen, eine milizartige Organisation in Rußland entstanden, 11000 Sport- und Schiehvereine erziehen in Frankreich die Jugend. Cs ist bemerkenswert, daß sowohl in Frankreich als auch in Polen und in der Tschechoslowakei der Wehrsport für beide Geschlechter, für Jungen und Mädchen, durchgeführt wird- In einem Augenblick, in dem wir in Deutschland mit dem Wehrsport beginnen wollen, ist es wichtig, festzustellen, wie denn nun die Hvehr- sportorganisationen der anderen aufgezogen sind. In Frankreich beginnt die Ausbildung mit dem — 6. Lebensjahre. Jungen und Mädchen werden in der Schule von besonderen Lehrern im Hinblick auf den Wehrwillen und körperlicher Ertüchtigung ausgebildet. Vom 16. Lebensjahre bis zur Einstellung in die Armee erfolgt die Vorbereitung für den Militärdienst in drei Gruppen. In der ersten Gruppe erhalten die Teilnehmer den ersten militärischen Drill und lernen die Waffen bedienen. In der zweiten Gruppe werden die Schüler zu Gruppenführern sowie in Spezialwaffen ausgebildet, sie erhalten Zeugnisse, die für die Heereslaufbahn wichtig sind. In der dritten Gruppe erfolgt die Heranbildung der künftigen Reserveoffiziere und endet oft mit der Beförderung zum Offizier, noch bevor der Teilnehmer in das Heer eingetreten ist. Vorläufig ist dieser Wehrsport in Frankreich noch freiwillig. In der Tschechoslowakei wie in Polen erfolgt die Ausbildung in ähnlicher Weise, männliche und weibliche Jugend wird in Schulfähnlein militärisch zusammengefaßt und alljährlich in Sommerlagern zusammengezogen. Etwa 130 000 junge Menschen nehmen allein in Polen an der Wehrsportausbildung teil. In den angelsächsischen Ländern ist der Wehrsport anders aufgezogen. Dort spielt vor allem das Führerproblem eine Rolle, man bemüht sich dort, einen Spezialisten- und Führerstamm zu schaffen. Auf Universitäten und Schulen wird in Amerika zum großen Teil unter Zwang, in zwei Lehrgängen von je zweijähriger Dauer Wehrsport getrieben. So werden Reserveoffiziere, älnterführer und Spezialisten herangebildet. Außerdem gibt es militärische Dürgerausbildungslager mit Kursen von 30 Tagen, in denen die Jugend für das Volksheer ausgebildet werden soll. Der Schwerpunkt liegt in oer Führererziehung, nicht in der Massenausbildung. Ganz ähnlich verlaufen die Wehrsportbestrebungen in England, wo gleichfalls durch den Wehrsport Führerauslese betrieben wird. Mussolini hat den Gedanken der Miliz geboren. Zwei Organisationen führen ihn in Italien durch: die Balilla für die Acht- bis Vierzehnjährigen, die Avantguardia für die Jugend von 14 bis 18 Jahren. Erst dann erfolgt der Eintritt in das Heer. In Italien hat der Wehrsport am meisten die Form der staatspolitischen Erziehung angenommen, im Feldlager der faschistischen Jugend lebt tatsächlich der faschistische Gedanke. Und ebenso sind in Sowjetruhland die Wehrsportverbände Träger der kommunistischen Staatsidee. Im „Verband der Pioniere" erhält per junge Russe vom 6. bis 15. Lebensjahr Unterricht in Schießen und Weltanschauung. Zwischen 15 und 19 Jahren erfolgt die Ausbildung im Felddienst. Jeder Studierende muß die Prüfung zum Reserveoffizier ablegen ... Man hat die Erfahrungen, die das Ausland mit dem Wehrsport macht, in Deutschland sehr sorgfältig gesammelt. Zwar haben die Abrüstungsspezialisten, die vor dreizehn Jahren die Bestimmung für die deutsche Entwaffnung aus- Ilügelten, auch die Jugendausbildung nicht vergessen. 3m Artikel 177 des Versailler Vertrags wird Vereinigungen jeder Art, Schulen und Universitäten die Ausbildung im Waffenhandwerk und jede Verbindung mit militärischen Behörden untersagt. 3edoch kann dieser Paragraph heute keine Geltung mehr haben. Der Wehrsport ist keine getarnte allgemeine Wehrpflicht, sondern gehört als Ergänzung zum Heere, wie in allen andern Ländern, die heute auf die Ausbildung der Miliz ebenso viel Gewicht legen wie auf die Heeresausbildung selbst. Spielplan der Frankfurter Theater. Schauspielhaus: Täglich bis einschließlich 9. Oktober 1932, Anfang 20 Uhr: Gastspiel der Berliner Rotterbühnen: Zur gold'nen Liebe, Operette in vier Dildevn. Das Opernhaus bleibt bis Sonntag, den 9. Oktober 1932 geschlossen. Neues für -eu Büchertisch — Karl Scheff ler : Der neue Mensch. Essays, in Pappband, Preis 5 Mark, im Jnsel- Derlag zu Leipzig. — 142 — Inhalt: Die neue Kunst und der neue Mensch. Die Zukunft der Großstädte. Das Schaufenster. Die permanente Revolution. Evangelisch. Die Presse. Die Rache des Eros. (Das Unmögliche. Der Kampf der Geschlechter. Kultur und Sitte. Die Frau und die Kunst. Die Rot der Geschlechter. Die Rache des Eros). — Es ist ein seltenes Glück, inmitten des Durcheinanders der Meinungen über die gesellschaftlichen, sittlichen, religiösen und künstlerischen Grundlagen unseres Daseins einem Manne zu begegnen, der mit ungewöhnlichem Freimut durch klare Feststellungen Ordnung in dem Wirrwarr zu schassen sucht. Mit dem Blick des Welters ahre- nen Weisen stellt sich Karl Scheffler in diesem Buche den großen Problemen der Gegenwart: Staat, Kirche, Che, Kunst, gegenüber. Er kennt kein Ausweichen, unbeirrt räumt er mit geschonten und gehätschelten Traditionen und Vorurteilen auf, um dem Menschen den Weg in die Zukunst frei zu machen. E. Czech-3ochberg: Wir und Frankreich, Erbfeind? Bundesgenosse? Preis Leinen geb. 4,50 Mk. Verlag G. Stalling, Oldenburg i. O. (136.) Seitdem Deumelburg in seinem „Sperrfeuer um Deutschland" einmal aber nicht wieder der große Wurf gelungen ist, in impressionistischer, aufgelockerter Darstellung ein großes weltpolitisches Geschehen auf wenig mehr als hundert Seiten eindringlich und für immer haften bleibend einem ganzen Volke vor Augen zu stel- len, reißen die Versuche nicht ab, auf ähnliche Weise historisch-politische Probleme zu popularisieren. Schon die bekannten Bücher Emil Ludwigs blieben Scheinerfolge, die mit wechselnder politischer Konjunktur fast vergessen sind. Deumel- burgs eigenes Buch „Deutschland in Ketten" war ein Fehlgriff, andere folgten, das vorliegende Buch Czech-Iochbergs ist gewiß nicht das letzte in der Reihe. „Wir und Frankreich" das Problem, das seit der Einigung der französischen Ration länger als vier Jahrhunderte europäischer Geschichte beherrscht, kann nicht in seuilletonistisch leicht hingeplauderten Momentbildern auch nur annähernd angedeutet, in romanhaft spannender Rachmittagslektüre erfaßt werden. Der Versuch, die allzulange versäumte politische Erziehung unseres Volkes durch solche notwendig an der Oberfläche bleibenden, Tiefe und Schärfe durch breit auf getragene grelle Farben ersetzende Darstellungen gleichsam in abgekürztem Verfahren nachzuholen, krankt an der mangelnden Einsicht, daß politische Bildung sich nur auf Kenntnissen auf» bauen läßt, die erarbeitet werden wollen. Die großen englischen Politiker des vorigen 3ahrhunderts und nicht zuletzt der auch von Herrn Czech-Joch- berg oft zitierte Bismarck sind dafür die besten Beispiele. Oberflächliche Halbbildung, die alles glaubt, auf die einfachste Formel gebracht nur so aus dem Aermel schütteln zu können, spielt in der deutschen Politik ohnehin seit 3ahren eine verhängnisvolle Rolle, sie sollte nicht noch durch eine Massenproduktion sog. politischer Feuilletons gefördert werden, gleichgültig, welcher politischen Richtung diese Bücher nach dem Munde reden. Das Anheil, das Emil Ludwig und andere „belletristische Geschichtsschreiber" der Linken angerichtet haben, sollte sich der seiner Verantwortung für die politische Erziehung seines Volkes bewußte deutsche Rationalismus zur Lehre und Warnung dienen lassen. — C. F. Andrews: Mahatma Gandhis Lehre und Tat. Preis in Leinen 7,50 Mark, im Insel-Verlag zu Leipzig. — 80 — Ein Mann von Weltbedeutung, der Führer von Millionen, der Gott seines Volkes, von vielen mit Christus und Buddha verglichen, ein Heiliger und ein Held, das ist Mahatma Gandhi. Er ist wohl der erste große Mann in der Geschichte, der Politik mit rein sittlichen Mitteln trieb, die christliche Forderung der Feindesliebe unter den schwersten Bedingungen tatsächlich in die Wirklichkeit umsetzte und dabei Erstaunliches für die wehrlosen und unterdrückten Inder erreichte. Da es kein nationales, soziales und wirtschaftliches Problem gibt, mit dem in dem indischen Freiheitskampfe nicht gerungen wird, so geht dieses Buch uns auf das naheste an, und wir möchten allen Deutschen wünschen, an dem Vorbild dieser Seelengröße, dieser Liebe zum Vaterland, dieser Reinheit des Willens zu lernen und zu wachsen, um auf unsere Weise für unsere Ziele kämpfen und siegen zu können. — Beiträge zur Hessischen Kirchengeschichte, herausgegeben von D. Dr. Wilhelm Diehl, D. Fritz Herrmann und Prof. D. Dr. Eduard Edwin Becker, sämtlich in Darmstadt. X. Band. Heft 1 und 2. Festgabe zum 29. Juni 1932. Im Selbstverlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1932. — (184.) — Der vorliegende Band — „Herrn Geh. Kirchenrat D. Dr. Gustav Krüger, Professor der Theologie an der Universität Gießen, dem Mitbegründer der Vereinigung für hessische Kirchengeschichte zum 70. Geburtstag in Dankbarkeit und Verehrung gewidmet" — enthält eine Reihe kirchen- und kulturhistorisch bedeutsamer und heimataeschichtlich besonders interessanter Beiträge. Erwähnt seien hier nur die folgenden Aufsätze: „Die kirchliche Entwicklung der Gemeinherrschaft Münzenberg bis zur Durchführung der Reformation" von Ferdinand Heß, Stadtpfarrer in Darmstadt; „Der Astrolog Johannes Jndagine, Pfarrer zu Steinheim a. M., und die Frankfurter Kaiserwcchl des Jahres 1519" von D. Fritz Herrmann, Staatsarchiodirektor in Darmstadt; „Die Kirchenordnungen im Gebiet der Riedesel zu Eisenbach" von D. Dr. Eduard Edwin Becker, Studienrat in Darmstadt; /fD. Johannes Viktors Haushaltungsbuch", von Wilhelm Hartmann, Oberstudienrat in Offenbach a. M.; „Zur Geschichte der Aufklärung in Deutschland" von Heinrich B e ch - tolsheimer, Pfarrer in Gießen. — Dr. phil. Albrecht Thausing: R e - formgedanken zum Klavier- und Musi kunterricht .Steingräber Verlag, Leipzig. Preis 1,80 Mark. — (174.) — Unter dem Eindruck der Tatsache, daß im Klavierunterricht nach jahrelanger intensiver Bemühung ,/Dft das seltsame Schlußergebnis zustande kommt, daß der Schüler zwar ganz gut vom Blatt spielen kann, auch eine Reihe von Musikstücken mit großem Fleiß auswen- big gelernt, zum Teil wieder vergessen, zum Teil aber behalten hat, baß er jedoch nicht imstande ist, eine ihm wohlbekannte Sache, auch ein relativ einfaches Stück wie ein Volkslied ober einen vielgehörten Marsch aus bem Klavier wiederzugeben", gelangt der Verfasser zu der Erkenntnis, baß meistens unter einseitiger verstandesmäßiger Arbeit wohl die Assoziation zwischen Notenbild und Fingerbewegung, nicht aber immer die korrekte Verbindung zwischen Spielbewegung und Klangvorstellung, also die gleichzeitige musikalische Durchbildung erreicht wurde. Nach dem Vorbilde des Hochbegabten, der bas, was er sich vorstellt ober vom Hören genau kennt, auch spielen kann, der also bas, was für den minder Befähigten die Hauptschwierigkeit darstellt, nebenbei von selbst lernt ober vor jedem Unterricht von selbst gelernt bat, baut der Verfasser einen Lehrgang für die Ausbildung der weniger großen, aber um so zahlreicheren Talente auf. Ausgehend vom Dreiklang, als dem elementarsten Begriff für den harmonischen Zusammenhang der Töne untereinander, läßt er durch Harmonisieren von Volksliedern von vornherein die elementarsten Beziehungen der Töne untereinander und der nacheinander folgenden Tonverbindungen erkennen und gewinnt so die Basis für den weiteren wohldurchdachten Ausbau. Durch Hinarbeiten auf die Fähigkeit der isolierten Spannung widmet er bem Rein-Technischen ebenso größte Aufmerksamkeit, wie er berechtigterweise die gleichzeitige Wachstumsent- wickluna des menschlichen Stimmorgans berücksichtigt wissen will. — Eine eindringende Schrift mit reichen Anregungen für jeden an der Musikerziehung Interessierten. Der vorgezeichnete Weg wird in seiner Richtigkeit von dem modern eingestellten Musikpädagogen im großen ganzen durchaus bestätigt werden können; wenngleich dasselbe Ziel, die Erziehung zur Musikalität, auch von anderer Seite, etwa der Tonika-Do-Methode, erstrebt und auch erreicht wird. Die Persönlichkeit des Lehrenden wird dabei immer den Ausschlag geben. Dr. H. — Mit der Kamera zum Geldverdie- neu. Erwerbsanregungen für Liebhaber-Lichtbildner zur Presse-Jllustrations-Photographie. Einführung in die Verwertung der Photo-Abdrucksrechte. Mit Anhang: Die Bilderdruck-Verfahren. Von Carl D i e tz e. Kart. RM. 2,60. Verlag Friedrich Carl Dietze, Leipzig 0 5. — (199) — Die Kenntnis, wie Photos zu verwerten sind, um Ertrag zu bringen, ist in den Kreisen der Liebhaber-Photographen noch wenig verbreitet. Noch zu geringes Interesse wirb der ernsthaften, gewinnlohnenden photographischen Beschäftigung zugewendet, obwohl die in der Kamera angelegten, verhältnismäßig kleinen Mittel gute Zinsen bringen können. Nicht viele wissen das. Allen andern gibt das lehrreiche Buch in siebzehn einführenden Abschnitten Aufschluß und Anregung zu nutzbringenden Leistungen. Zahlreiche Aroeitsrat» schlüge und Hinweise auf den unerschöpflichen Bild- reichtum der vielen Ausnahmegebiete geben scharfe Erwerbsrichtlinien. Heber intensive Photo-Verwertung und die sehr zu beachtenden Bildabdrucksrechte ist ausgiebig und leichtoerständlich viel Wissenswertes zur Erläuterung gebracht. Im Anhang werden die heute in Anwendung befindlichen Bilddruckverfahren hinreichend beschrieben. Auch darin sind viele Lichtbildner noch völlig im unklaren. AMgesObst. Flüssiges Obst? Dieses hochwertige Rahrungs- und Genuhmrttel ist in Deutschland leider noch viel zu wenig bekannt. Cs ist der Süßmost, ein alkoholfreies Getränk, das die natürlichen Bestandteile des Obstes im Ursprungszustande enthält und daher nicht nur den Durst löscht, sondern auch ein gesundes Rahrungsmit- t e I ist. 3n der Schweiz ist z. B. der Apfelsüßmost, d. h. der volle naturreine Saft des frischen Apfels bei den meisten Dauern- und Stadtfamilien das tägliche Getränk. 3eder Lebensmittelladen, alle fortschrittlichen Gaststätten und Ausflugslokale führen dort den Süßmost. Auf nationalen Tagungen und Festen wird neben den anderen Getränken immer Süßmost gereicht und bei Veranstaltungen der Jugend, Frauen und Aerzte gibt es neben der Milch in der Schweiz kein anderes Getränk. Auch in Deutschland gibt es den Süßmost. Wer dieses flüssige Obst trinkt, genießt aber nicht nur ein sehr gesundes Getränk, sondern er unterstützt zugleich auch den deutsch e n Obstbau, der infolge der Ueberschwem- mung des Marktes mit ausländischen Früchten das auf dem deutschen Boden gewachsene Obst oft nicht mehr absetzen kann. Schon deshalb ist es ein wirtschaftliches Gebot, die Rachfrage nach diesem Getränk zu steigern I JNDUSTRIEREKLAME I s I Sie hören ganz Europa und doch jede Station getrennt. Sie brauchen keine Korrekturzubedie* nen, ein einziger Knopf .genügt. Der Zweikreis- Vierröhren-Empfänger \ mit Ultrakreisen. Mende 138......... RM 138.— o. R. 1 Mende - Dynamo - Spezial RM 58.- oder oll Kombination mit dynamischen Lautsprecher Mende 180......... RM 180— o. R. Bokelitegehäuse Mende 194......... RM 194— o. R. Nuflboumgehöuse 1 'Die modernste Schöpfung der Funktechnik. Das Ergebnis jahrelanger, zäher Entwicklungsarbeit. 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Die Lieferung von 500 Zentner ausgelesener, haltbarer Speifefartoffeln für die Provinzial-Pflegsanstalt Oberhessen in Gießen soll auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Bemusterte Angebote sind bis zum 4. Oktober 1932, vormittags 11 Uhr, einzureichen. Die Lieferung kann auch geteilt vergeben werden. 66760 Zuschlagsfrist 5 Tage. Gießen, den 24. September 1932. Direktion der Provinziol-Pflegeanstall Oberhessen. ovf ca. 60 Stationen geekhfe Zeigenkola bequeme Elnknopfbedienvnfl einwandfreie Trennschärfe hervorragende Klangquolltät eingebauten Sperrkreis auf Wunsch mit dynam. Lautsprecher eingebaut von RM. 120,— o. Röhren o6l ^INORA Halbdaunbett. Mit Kissen 15,.-. Preis!, gr. Kirschberg, Berlin W. 30. 05197 Tanzschule Bäulke Woltstr.3l Tel. 3835 Beginn, neuer Kurse: 28. Septemberr für Fort- 6700 d geschrittene 3. Oktober: für Anfänger 12. Oktober: Schülerkursus Privatkurse und Einzel- Unterricht Gef. A nmeldg.jederz. Honorar ermäßigt Jeubau pesialozzischule Arbeitsvergebung. pir den Neubau der Pestalozzifchule i l?r. vergeben werden: 67050 1. Verputzarbeiten. 2. Installation der elektrischen Lichtanlage. plugebotsunterlagen liegen bei uns offen. 'cröingungßtcrmin: Samstag, 1. Oktober, aenrittags 10 Uhr. Ließen, den 23. September 1932. J Sädtisches Hochbauamt: Gravert. Obstversteigerung. Dienstag, den 27. d. IN., vormittags qe- z rn 10.30 Uhr, wird hn Anschluß an die "-wische Obstversteigerung das Obst aas Drn »on Rabenauschen Gärten in der Ge- riirfung Alten-Buseck versteigert. 67300 j Zusammenkunft im Krämers Garten. Freiherr von Rabenausche Rentei. Herbst-Pferdemarki zu Gießen. ^Iin Mittwoch, dem 5. Oktober 1932, wnitags von 1% Uhr ab, findet auf den LV scheu IHarttanlagen an der Rodheimer ShüÖe 66750 Pferdemarkt btt. Mit dem Pferdemarkt ist eine pra- eiccung des besten Pferdematerials Der- Hinten, wofür 2000 R2N. zur Verfügung 11 n. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Rentner August Schwan in Gießen er- lältlLd). Die Prämienoerteilung erfolgt eef) Beendigung der Prämiierung. *itte Ziehung der Pferdemarktlotterie mit orroUcn lebenden Gewinnen sowie Ein- 'intungs- und Gebrauchsgegenständen clr Art findet am 6. Oktober 1932 statt. HAkßen, den 6. September 1932. Ine städtische Pserdemarkt-Deputation. Bekanntmachung. Dienstag, den 27. September 1932, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; fämt- it £ Vieh wird gegen Maul- und Klauen- ecj? schutzgeimpft. 6674C Hiiftricbsieit am Markttage von 7 bis C Ihr vormittags. ter nächste Schweinmarkt findet Don- «15 tag, den 13. Oktober 1932, statt. Ließen, den 24. September 1932. llrgermeifterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. I Loufspredier | t^OJ Einkreis-.Dreikretei. G.A-Sport. Sporiabteilung des Turnvereins Wieseck. 2nt morgigen Sonntag empfängt die l.QHann- jxt des Tv. Wieseck die 3 Mannschaft des DfD. Bkiai zum fälligen Derbandsfpiel. Deide lÜMmschaften lieferten sich bisher spannende «8nofe. Man erwartet auch jetzt eine mter» Begegnung. Wenn auch die Gastgeber ÜH! vergangenen Sonntag in Groß-Duseck eine li-te Aiederlage hinnehmen mußten, so rechnet 131 doch diesmal mit einem ehrenvollen Ab- aÄiben. Bor diesem Spiel treffen sich die ^Mlermannschaften der beiden Vereine. Arbeiter-Turn- und Sportbund Bim letzten Spiele in der Vorrunde der Kreis- 13k hat Gießen I am kommenden Sonntag Erb- M 5°ichen I auf dem Trieb zum Gegner. 5n die- ati =piele dürften die Platzbesitzer, sicherer Sieger «it' 1 ■ PäIIä Pe,zkraaen ■ PHP P*üsch/Kri'mmer UllU Astrachan/Persianer - Salomon Pelzkragen aller Art sowie alle Arten von Fellstoffen für Mantelbesatz und Jackett ■ Umänderung von Zirka 50 Stück Mantelstoffe 25, September bis 16. 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Anfang 4 Uhr. Veranstaltet v. I. (Hess.) Grenadier-Batl.15. Inf.-Regt mit Unterstützung des Verkehrsvereins Gießen ........................................................................................................................................................... Samstag, den 1. Oktober 1932: ab 17.45 Uhr: Friedensbiwak des gesamten Bataillons auf dem Exerzierplatz (Trieb) E | 23 Uhr: Serenade und großer Zapfenstreich i Sonntag, den 2. Oktober 1932: 7 Uhr: Großes Wecken (mit Musik) - E 10 Uhr: Feldgottesdienst auf dem Trieb - 11.15 Uhr: Parade des Bataillons unter Teilnahme der Fahnen der hessischen 1 E Traditionsregimenter (115,116,118) auf dem Trieb - ab 14.30 Uhr: Militärsportliche Vorführungen des Bataillons auf dem Trieb (Staffeln- - Hindernisläufe, Nachrichtenstaffeln, Jagdspringen, Quadrillen,Vorführ. E E des M.G.-Begleitzuges, Darstellung eines mod. Infanteriekampfes - 20 Uhr: Preisverteilung und Festball in der Volkshalle e Eintritt zu allen Veranstaltungen: Erwachsene 50 Pf., Kinder 25 Pf.-Kartenvorverkauf bei: Verkehrsbüro, Seltersweg 89; Hapag-Reisebüro, Seltersweg 89; Feinkosthandlg. Grünewald, Bahnhofstraße 27; Zigarrengeschäft Moeser, Seltersweg 38 und Zigarrenhaus Loeb, Bahnhofstraße 54. Während beider Tage Gelegenheit zur Kasernenbesichtigung — Besichtigung einer militärischen Ausstellung in der Kaserne - Am Sonntag Teilnahme am Essen aus den Feldküchen - Verstärkter Zugverkehr der Reichsbahn mit Sonntagsrückfahrkarten - Samstag um Mitternacht Rückfahrmöglichkeit - Verstärkter Verkehr der Gießener Straßenbahn 6709D Wiederbeginn der Sprechstunde: Montag, den 26. September Verreist Vertreter im Schwesternhaus Prof. Brüning Q Frauenarzt Dr. Koch D Von der Reise zurück Sanitätsrat Dr. Schliephake Neue und gebrauchte Klaviere empfiehlt zu günstigen Zahlungsbedingungen Georg Ebert, Klavlermacher Gießen, Ludwigstr. 5 p, Teleph. 2403 Kein Laden 857D Kauft Lose 1 R M. Lose 4 R M. Gießener Pferdelose 483 Pferde- 6695D Wert- und Bargewinne Ziehung: 6. Oktober 1932 Eröffne Mitte Oktober einen Kursus für Dammschueiderei eeBeeeeeeaHeeeeeeeeaeeeeeeenei z.Lelbstanfertigungv.Tamengardorobe. Gründlicher Unterricht unter fachmänni- scher Leitung im: Znschneiden, Anvro- bicren, Nähen und Bügeln. Anmeldungen erbitte täglich von 1-7 Uhr nachmittags. 05401 Frau Feuerbach staatlich geprüfte Meisterin Mühlstraste 2/II links, bei (tzimbel. UM-MMM- Lehrkurs Beginn: 11. Oktober Anmeldung: Gustav Rohrbach Stephanstrahe 34 05486 20 Abende RM. 8.— JUNG UND FRISCH bis ins höchste Alter durch unseren aus bulgarisch. 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Hieß Gießen Liebigstraße 105 Krosborfer Straße 2 | .............................................. ‘5183 Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Adolf Philipp Helene Philipp, geb. Mootz Gießen, Frankfurter Straße 66 . ............ . 05468 Zhre Vermählung geben bekannt Karl MHI und Frau Anni Hühl, geb. Gerlach Großen'Äusech den 25. September 1932 .......... ...... 05438 Statt Karten! Oie glückliche Ankunft eines Stammhalters zeigen hocherfreut an Dr. Walter Klingspor und Frau Anneliese, geb. Meesmann Mainz (Mathildenstraße 12), den 22. September 1932. 0 551 Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir hiermit bestens Karl Stark und Frau Luise, geb. Hof Wieseck, September 1932 6/261 Statt Karten! Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Friedrich Müller und Frau, geb. Diehl g Gießen, Sbelstraße 18 I 05488 M Lichtspielhaus Gießen hörtem Stimmungsreiz 6714 c DasliedeinerNadil BI Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr_____Sonntags ab 3 Uhr Taoeten wm-mseMW „ 1*L . , mit Lagerräumen, in guter GeschäftslM guter Geschäftslai Lagerräumen, Der sensationelle Erfolgt Jan Kiepura Magda Schneider, Fritz Schulz in dem Tonfilm-Wunder von iiner- Lbermann & Co., Schulstr. 15. 6721D in allen Preislagen, von 20 Pf. an. Wetzlars, Verkehrswert 22000,— für 15000,- zu verkaufen. eesol Karl Halle, Wetzlar, Schmiedgasse 5- besichtigeo Sie bitte mein reichhaltiges Lager in erstklassigen Fabrikaten Radio-Fachgeschäft Mecke Autorisierte Telefunken-Dienststelle Schulstrafie 5, Fernruf 3996 ______05478 Itt. 225J Die hi< weise ds 1. HA 9 Oltot 1. 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Berlin f Berlin, 2- vormillog war e'ne ganze Sei, ff-rmuten ließen kher Kaufneigu ®ar man noch Echweg höhere prigen Neuyo Ws in der js. Qllem aber Samstag, 24. September 1932 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Hr. 225 Drittes Blatt J4 Prozent höher. Dos Geschäft hielt sich aber in Moderner Znfanteriekampf en. nbeUnni '>Neß MetStroj,, S'-t *> ‘miuieigen Rundfunkprogramm Ne 66 I en bekannt geb.Gerlach ptember 1932 W Wirtschaft w botherfreiit an L.Mrmm 22. September 1932. -.....—> Cuife, geb. 6°! g 05UI Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: Kommunion '21nranasfuric rouroen mciji roicuer eneuyi uhu uw- u.uu über hinaus lagen einige Spezialpapiere bis zu der Mutter und grauen der Pfarrei und der Mit- gdM Semähtllng danken wir -mit bestens renzen. e n t c n m a r M herrschte im ganzen etwas 9.30: Hochamt mit Predigt und Christen» Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt: 20: Chri- und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 26. September. von des für von der ältesten Glühlampe bis zur Neuzeit Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 25. September. 18. Sonntag nach Trinitatis. Stadttirche. 8 Uhr: Pfarrasfiftent Knell; 9.30: Pfr. Mahr: 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfr. Mahr. — Zohanneskirche. 8: Pfr. Bechtolshei- mer: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lutäsgemeindc; 9.30: Pfr. Ausfeld: Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11: Kinderkirche für die Johannes- und Luther- gcmeinde: Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Jo- Hannessaal: Pfarrassistent Knell. — Kapelle des Allen Fricdhoss. 9.30: Pfr l^ic. Waas: Kinderkirche siehe Iohanneskirche. — Elifabeth kleinkinderschule. 8.15: Christenlehre für die Neutonfirmierten der Petrus- gcmeinde; Psr. 1-ic. Waas: 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde: Pfr. Lic. Waas. — Heuchelheim. 13: Pfarrassistent Knell, Giehen. — Wieseck. 9.30: Beichte: 10: Predigt: im Anschluß Feier des hl. Abendmahls: Kollekte. — Alten-Suseck. 9.30: Beichte, 10: Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahls-, 13: Christenlehre. — Großen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst katholische Gemeinden. Samstag, den 24. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 25. September. 19. Sonntag nach Pfingsten. glieder des Katholischen Gesellenoereins: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre- >«r> ^XXXXXXXXXXXXXX^XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX' Besuchszeit: TTlontag, THittw&ti Freitag 10-3 digt: 14: Andacht. — Echzell. 10.45: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen, lehre. — stenlehre Predigt. !lung erst herzlichst jra#,gel£^ Sonntag, 25. September. 6.15 (Don Hamburgs Hafenkonzert. 8: Morgenfeier der Freireligiösen Gemeinde Frankfurt am Main. 9 (Christus^Kirchc Reunkirchen-Saar): Festgvttesdienst zum 50jährigen Bestehen des Evangelischen Kirchenchores Reunkirchen-Saar. 10.30: Einführungsoortrag zu Richard Wagners „Tristan und Isolde", l.Akt, von Hans Rosbaud. 11.30: Stunde des Chorgesangs. 12.15 (Don Leipzig): Konzert. 13: Mittagskonzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 15.45: Konzert. 16.25 (Stadion Rürnberg): Fuh- ball-Länderkampf Deutschland — Schweden, 2. Halbzeit. 16.35: Rachmittagskonzert. 17.15 (Kurhaus Wiesbaden): Rachmittagskonzert. 18: Dortrag. 18.25: Dreißig bunte Minuten. 18.55: Dortrag. 19.30: Militärkonzert. 20.30: Die Schauspielschule, Hörbericht. 21: Tristan und Isolde, von Richard Wagner, 1. Auszug. 22.35: Schallplattenbericht vom Gordon-Dennett-Wettf liegen in Basel. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Montag, 26. September. 7.05 (Bad Kreuznach): Frühlonzert. 12 (Don Königsberg): Eröffnung der 12. Deutschkundlichen Woche. 13'30: Mittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15.20: „Wohin geht der Weg der Frauen?", Dortrag von Studiendirektorin Berta Ramsauer. 17: Konzert. 18.25: treibt ihn vorwärts, hinein in die Maschinengewehrgarben und das Feuer der feindlichen Artillerie. Jetzt bricht der Rachbar im Dorwärtsrennen zusammen, überall umher spritzt der Dreck auf, eng schmiegen sich die Leute in die schützenden Bodensalten, ein schweres Maschinengewehr hat die Gruppe mit seinem Feuer erfaßt. Es geht nicht mehr weiter. Da steigt von dort, wo der Zugführer liegt, eine grüne Leuchtkugel auf. nimmt Richtung auf das Maschinengewehr und erlischt. Eine zweite folgt. Mit feurigem Finger zeigen sie den gefährlichen Gegner. Minuten untätigen nervenfolternden Harrens folgen! Dann ein dumpfer Abschuß von rückwärts! Die Minenwerfer haben das Zeichen ausgenommen und ihr erster Gruß gurgelt hinüber. Bruch! Zu weit! Die nächste! Dicht davor! Die dritte wird ihn fasten! Aber denen dort drüben war bereits die letzte zu nahe und schon laufen sie mit dem Gewehr zurück in die Deckung und verschwinden. Da drängt die Infanterie mit neuem Mut nach vorne, haben sie doch gesehen, auf die Kameraden bei den schweren Waffen können sie sich verlassen. Springen, Schießen, Springen, Schießen, Kriechen — so geht es immer weiter vorwärts! Auch schwere Maschinengewehre hämmern jetzt in den Feind hinein. Ebenso verstärkt der Gegner sein Feuer, denn nur noch 100 Meter trennen Freund und Feind. Jetzt ist die Hölle los! Die Artillerie zertrommelt das heißumkämpste Stückchen Erde, leichte und schwere Maschinengewehre knattern dazwischen, aufsteigende Leuchtkugeln zeigen den Artilleriebeobachtern die vordere Linie, dort jagt ein Infanterieflieger über die brodelnde Erde. „Er sucht uns!" Schon sind die weißen Fliegertücher in vorderer Linie ausgelegt und wenige Augenblicke später weiß die eigene Artillerie genau, wie weit unsere Infanterie vorgekommen ist. Die Menschen in diesem Hexenkessel beherrscht nur ein Drang, vorwärts, ran an den Feind! Die Handgranate fertig in der Faust, in der anderen Hand die heihgcschossene Waffe mit aufgepflanztem Seitengewehr, liegen sie jetzt 40 Meter vor dem Gegner. Da bringt ein schriller Pfiff zu ihnen hinüber. Die Handgranate fliegt los, und schon stürzen die Schützen mit Hurra auf den Gegner. Roch einmal bellt dort drüben das Maschinengewehr los, dann steigt da, wo es eben noch stand, eine gelbe Leuchtkugel hoch und meldet zurück: „Hier sind wir! Feuer vorverlegen!" freundlichere Stimmung vor, eine gewisse Zurückhaltung war jedoch unverkennbar. Gold- und ßiqui« dationspsandbriese lagen meist weiter befestigt, während Kommunalobligationen, besonders bie~ der Frankfurter Institute, zur Schwäche neigten. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen von vornherein freundlicher und später überwiegend fester. Fremde Werte halten nur wenig Bewegung zu verzeichnen. Rumänen blieben behauptet. Am Geldmarkt war die Lage weiter erleichtert. Der Satz für Tagesgeld wurde erneut um !4 auf 3Ü Prozent ermäßigt. ungeheuren Lasten, die der Gemeinde aus der Wohlfahrtspflege entstehen. Müssen doch von der Gemeinde nach Abzug der Rückvergütungen vom Reich noch bald 60 000 Mark aufgebracht werden. Das bedeutet eine Mehrbelastung von 50 000 Mark gegenüber 1931. Dazu kommt noch, daß bei der Gemeinde noch ungesähr 40 000 Mark an Steuern nicht eingegangen sind. Die Gesamteinnahmen für 1032 sollen 240 722,95 Mark betragen, während die Ausgaben voraussichtlich 278 401,75 Mark betragen. Besonders ist noch zu erwähnen, daß trotz der Einschränkungen aus allen Gebieten einige Erweiterungen der Wasserleitungsanlage vorgesehen sind. Ferner soll die Leichenhalle auf dem Friedhof verlegt und erweitert werden. Zugleich soll eine Toten- kammer angefügt werden Ferner soll auf dem Friedhof ein Urnenheim geschaffen werden. Um Arbeit für die Arbeitslosen zu beschassen, wurde erneut angeregt, eine Badegelegenheit zu schassen, zumal die derzeitige Regelung des Badebetriebes an der Wieseck auch mit hohen Kosten für die Gemeinde verknüpft fei. Auch soll endlich die Möserstraße in Ordnung gebracht werden, da sie kaum noch befahrbar ist. Zum Schluß gab Bürgermeister Sch 0 mber noch Ausschluß über den Der- mögensstand der Gemeinde. Wenn auch zu Besorg- nissen im Augenblick noch keine Veranlassung vorliegt, so ist doch zu wünschen, daß die Verhältnisse sich bald bessern: sollten die derzeitigen Belastungen nicht bald von der Gemeinde genommen werden, ist an eine ordnungsmäßige Abwicklung der Ge- meindegeschäfte auf längere Zeit nicht zu denken. F r a n k f u r t a. M., 24. Sept. (WTB. Draht- Meldung.) Die Wochenschlußbörse eröffnete entgegen den Erwartungen in sehr stiller Haltung. Im Dormittagsverkehr lagen die ersten Kurse nur etwa behauptet, obwohl die gestrige Reuyorker Börse in fester Haltung geschloffen hatte und auch aus der Wirtschaft überwiegend günstigere Rachrichten Vorlagen. Dabei dürfte einerseits der geringe Ordereingang bei den Danken infolge des frühen Börsenbeginns und anderseits die durch die am Montag in München zu erwartende Rede des Reichsernährungsministers, die bei der Spekulation starke Zurückhaltung auslösten, maßgebend gewesen sein. Man erwartet aus dieser Rede nähere Einzelheiten über die Konvertierungs- und Kontingentierungsmaßnahmen der Reichsregirrung. Die weiteren Arbeitercinstellungen in den verschiedensten Industriezweigen und die erhöhten Absahzifsern des Kalisyndikats blieben daher säst ohne Einfluß. Bei sehr geringer Amsatztätig- keit war die Kursgestaltung zunächst uneinheitlich, wobei die Abweichungen nach beiden Seiten etwa 0,5 bis 1 Prozent betrugen. 3.-®., Scheide- anftalt, AEG., Äku und Holzmann wiesen Besserungen von 0,5 bis 1 Prozent auf. Dagegen lagen Bergwerks- und Elektroattien von 1 bis 1.25 Prozent schwächer, besonders Phönix bzw. Rheinstahl und Elektro Mannheim. Riedriger lagen ferner Reichsbank (minus 0,65 Prozent) und Schiffahrtswerte, die bis zu 0,50 Prozent nachgaben. Gut behauptet blieben Zellstoff Waldhof und von Einzelwerten Gebr. Iunghans. Nach den ersten Notierungen neigte die Tendenz meist zur Schwäche. Die Kurse gaben bis zu 1 Prozent nach. IG. unterschritten dabei wieder den Paristand. In der zweiten Börsenstunde wurde die Tendenz jedoch etwas freundlicher, da vereinzelt kleine Kauforders eingetroffen sein sollen und auch die Kulisse Wochenschlußdeckungen oornahm. Die Anfanaskurse wurden meist wieder erreicht und dar- \XXXXXXXXXXXXXXXXX>fr.XXXXXXXXXXXX"sXXNXXXXXXXXXXNXX Berlin O 17 Ehrenberg str. 77-74 \XXXXXX,W»KXXXXXX\XX\XXXXXXXXX\XXXXXXXKXX\-'JkX<^ 1932“ III, von Stefan Großmann Dienstag, 27. September. 7.05 (Bad Salzuflen): Frühkonzert der Kapelle des Ausbildungs-Batl. Inf.-Regt. 18 Detmold. 12: Mittagskonzert. 13.30: Mittagskonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Rachmittag. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.30 (Don Berlin): „Die Konsumgenossenschaften in der Krise", Dortrag von Dollrath Klebzig, Dorstandsmitglied des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine, Hamburg. 18.55: „Der Einzelne und die Gemeinschaft", Dortrag von Professor Dr. von Dunin Borkowski. 19.30 (Don Freiburg): Altdeutsche Gesänge, bearbeitet für xtoei Baßstimmen mit Klavier von Bernhard Köhler. 20.15: Fantasien der Schöpfung, eine Hörfolge von Hildegard v. Zettwih. 22.45 bis 24: Rachtkonzert. Mittwoch, 28. September. 7.C5 (Bad Salzuflen): Frühkonzert der Städt. Kapelle Lemgo. 10.10 bis 10.50: Schulfunk: „Der Schwäche, die Stimmung am Pfandbrief- markt war aber ziemlich freundlich, Hypotheken- und landschaftliche Goldpfandbriefe waren verschiedentlich fester. Industrieobligatianen lagen aber matt, wobei etwas stärkeres Material herauskam. Im weiteren Verlauf konnte sich eine leichte Erholung durchsetzen, Aku und Bemberg waren 1 b>s 1% Prozent gegen ihre niedrigsten Kurse gebessert. Am Geldmarkt ist eine weitere Erleichterung festzustellen, doch blieben die Sätze kaum verändert. Tagesgeld war mit 4Vi Prozent an der unteren Grenze erhältlich, Monatsgeld stellte sich auf 5 bis 7 Prozent. Am Wechselmarkt zeigten die Großbanken vor dem Quartalsultimo natürlich Entlastungsbedürfnis, so daß das herauskommende Material wohl von den zuständigen Stellen ausgenommen werden dürste. In Reichswechseln und Reichsschatzanweisungen waren die Umsätze nach wie vor sehr gering. Frankfurt uneinheitlich. Die hier beschrieben« neuzeitliche Kampfes- weise der Infanterie wird gelegentlich des 1. Hessischen Grenadiertages am 1. und 2. Oktober in Gießen von dem hiesigen 1. Datl. 15. Inf.-Rgts. am Sonntag, 2 Oktober im Rahmen einer mttitärfportlichen Deranstaltung dem Publikum praktisch vorgeführt werden. Der Besuch dieser sehens- werten Deranstaltung ist bestens zu emp- fehlen. Man beachte die heutig« Anzeige. „Das Ganze — Halt!" Die Mannöver sind für dieses Jahr beendet, die Truppe sammelt und rückt in ihre Quartiere. Auch der Schwarm der Schlachtenbummler verläuft sich allmählich, jedoch kehren viele nach Hause zurück, ohne recht be- friedigt von dem Erlebnis zu sein: Sie haben nichts gesehen! Die „Leere des Schlachtfeldes“, abgeleitet aus den Lehren des Weltkrieges und der Wirkungsweise neuzeitlichster Waffen, hat ihre Erwartungen enttäuscht. Jedoch ist gerade dieser Grundsatz bestimmend für di« heutige Gefechtsführung: Im Morgengrauen waren die Truppen dem unter dem Schuh der Rächt ausgcwichenen Gegner nachgestoßen Wie ein Amei'enhausen sah der Berg plötzlich aus, als die Infanterie antrat. „Entfaltet", also in kleinste Einheiten zer» legt, um bei plötzlichem Feuer keine allzu großen Verluste zu erleiden, bewegte fie sich vorwärts. Doch schon nach wenigen Stunden hat sich das Bild völlig verändert. Der Gegner hat sich wieder festgesetzt und nun heißt es erneut, ihn aus seiner Stellung zu werfen. Dort liegt ein« Gruppe vorderer Linie, weit auseinandergezogen. Zwischenräume von etwa 10 Meter trennen Mann von Wann, der Gruppenführer liegt fast 50 Meter entfernt. Dicht angeschmiegt an den Boden, jeden Grasbüschel zur Deckung ausnuhend, liegen die Leute. Die Maschinengewehrgeschosse streichen pfeifend über fie hinweg, zwischen ihnen steigen Erdfontänen auf. Da hämmert das leichte Maschinengewehr der Gruppe los und hier und dort schnellt ein Mann hoch, rennt bis zur nächsten Deckung und wirft sich wieder zu Boden. Jetzt greifen die Schützen zum Gewehr und zwingen durch ihr Feuer den MG.-Schützen dort drüben. Deckung zu nehmen. Schon ist dieser Augenblick der Schwäche aus- genutzt, das eigene Maschinengewehr hat Stellungswechsel nach vorne gemacht und feuert bereits wieder. — So wird schießend und von Deckung zu Deckung springend, Meter um Meter an Boden gewonnen. Kein Dorgesehter steht neben dem Stürmer, nur sein Kämpferwillen * Die deutsche Ä u p f e r e r 3 e u g u n g i m 21 u g u ft 1 9 3 2. Die deutsche Kupferhüttenproduk- tion stellte sich, wie der Gesamtausschuß zur Wah- tung der Interessen der deutschen Metallwirtschaft, Berlin, auf Grund der Berechnungen des statistischen Bureaus der Metallaesellschaft AG-, Frankfurt a. M. mitteilt, im August 1932 auf 5153 Tonnen gegen 3994 Tonnen im Monat Jul, 1932. Die deutsche Kupferraffinadeproduktion (Raffinade- und Elektrolytkupfer) betrug im August 1932 14 737 Tonnen gegen 12 886 Tonnen im Monat Juli 1932. ’ Zum Totalausvcrkauf der Groß- Handelsfirmen. Das Reichsgericht hat in einer Entscheidung die Totalausverkäufe von Großhandels- firmen auch im Wege des Kleinverkaufs für zulässig erklärt. Berlin sehr still und rückgängig. Berlin, 24. Sept. (WTB. Funkspruch.) Heute vormittag war die Tendenz weiter freundlich, da eine ganze Reihe anregender Momente aarlaa, die vermuten ließen, daß die Spekulation an der Börse eher Kaufneigung zeigen dürfte. Auch vorbörslich war man noch zuversichtlich gestimmt und nannte durchweg höhere Kurse. Die Kurssteiaerungen an der gestrigen Reuyorker Börse, eine Besserung des Absatzes in der Kaliindustrie im Monat September, vor allem aber eine gewisse außen-, und innenpolitische Beruhigung trugen zu der freundlichen Stimmung bei. Kurz vor Degmn des offiziellen Verkehrs zeigte es sich dann aber, daß das Publikum wieder nicht an der Börse vertreten war, was zum Teil natürlich auf den früheren Borsenbeginn zurückzusühren war. Die ersten Kurse zeigten dann eine ganz uneinheitliche Haltung und richteten sich nach den ganz gering oorgenommenen Deckungen oder Glattstellungen der Spekulation. Eine gewiße Verstimmung ging von Kombinationen über die Pläne um der Zinssrage aus, die in einem heutigen Morgenblatt ausführlich erörtert wurden. Man wollte in den höher stehenden Werten Abgaben beobachten, die aus Lombard herrühren sollen. Hiervon wurden vor allem Siemens, Gesfürel, Schuckert und säst alle Montanpapiere betroffen. Die Rückgänge gingen nur selten über 1 Prozent hinaus, während auf der anderen Seite natürlich auch Besserungen in demselben Umfange festzustellen waren. Besonders schwach waren Rhein. Braunkohlen, die bei nur geringem Angebot um 4Vi Prozent heruntergingen. In Farben erfolgten einige Deckungen, so daß sich der Kurs um 3A Prozent höher stellte. Im Verlaufe wurde es an allen Märkten noch ruhiger als zu Beginn, so daß man von einer fast völligen Geschäftsstille sprechen konnte. Infolgedessen bröckelten die Kurse allgemein weiter leicht ab. Nur in Kunstseidewerten waren die Umsätze recht lebhaft, in Reaktion auf die letzten Steigerungen schritt die Spekulation und Arbitrage zu Gewinnmitnahmen, so daß die Kurse 2 bis 3 Prozent einbüßten. Dagegen tonnten sich Rheinische Braunkohlen wieder um IX Prozent erholen. Deutsche Anleihen waren kaum behauptet, Ausländer neigten eher etwas zur zerbrochene Krug", Lustspiel in einem Aufzug von Heinrich von Kleist. 12: Symphonie-Konzert auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 16.15: Bei den Liliputanern, Hörbericht. 17: Konzert. 18.25: Stunde der Arbeit: „Fragen der Arbeitsbeschaffung", Dortrag von Fritz Tarnow, Berlin. 19: Mandolincn-Konzert. 19.45: Der zerbrochene Krug, Lustspiel in einem Aufzug von Heinrich von Kleist. 21 (Don Leipzig): Graz, eine Hörfolge von Dr. Erich Fortner. 22.45 bis 24: Racht- mufif. Donnerstag, 29. September. 7.05 (Bad Bertrich): Früh'onzert der Staat!. Kurkaprlle. 12; Wittagskonzert. 13.30: Konzert auf Schallplatten. 15: Stunde der Jugend. 17: Konzert. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „DaS musikalische Programm des Rassauischen Landestheaters Wiesbaden", Dortrag von Intendant El- mersdorf: Einführung in die Oper „Mister Wu", von Oberspielleiter Friderici. 19.20: „Reues aus aller Welt", von Professor Dr. Walter Behr- mann. 19.30 (Don Karlsruhe): Die Regimentstochter, komische Oper von Gaetano Donizetti. 21.30: Die Entwicklung des deutschen Streichquartetts, 8. Abend: H. Pfihner. 22.45: Funkstille. Freitag, 30. September. 7.05 (Don Bad Bertrich): Frühkonzert der Staatl. Kurkapelle. 12: Konzert auf Schallplatten. 13.30: Konzert. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Die Wünschelrutensor- schvng", Dortrag von Professor Dr. Rippoldt. 18.50 (Don Mannheim): Aerztevortrag: „Leibschmerzen im Kindesalter". 19.30 (Don Karlsruhe): Konzert des Harmonika-Spielrings Karlsruhe. 20 (Don Ebingen): Der Don-Kosaken-Ehor singt. 21: „Worüber man in Amerika spricht", von Kurt G. Sell. 22.45 bis 24: Rachtkonzert des Rundfunkorchesters. Samstag, 1. Oktober. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 11 (Rathaus Krefeld): Kundgebung anläßlich derIahres- tagung der vereinigten Landsmannschaften Eu- pen-Malmedy-Monschau. 12.10: Mittagskonzert. 13.30 bis 14.40: Mittagskonzert auf Schattplatten. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Konzert. 18.25: „Atomzertrümmerung'', Dortrag von Dr. Walter Graff under. 18.50: „Die Lage in Indien", Dortrag von Furtwängler. 19.30; Dem Dichter Paul Keller, eine Gedächtnisstunde von Hans Christoph Kaergel 20: Großes Operetten- Konzert. 22.45 bis 24 (Don Berlin): Tanzmusik. zvieken „dl«*'1* Frits Scbd» Wunder v0D^c igsre12 „Psychologie des Alltags". Dortrag von Hermann von Müller. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19 30; Hermann--Löns'Stunde. 20.15: Ich kam, sah und sang..., Kritiken, Reisen, Derfe, Alfred Kerr. 20.50: Unterhaltungskonzert Rundfunkorchesters. 22: „Kleiner Knigge Oberheffen. Gemeinderat Wieseck. Der erste ungedeckte Fehlbetrag im Haushalt. £ Wieseck, 23. Sept. Gestern abend wurde vom Gemeinderal der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1932 beraten. Bürgermeister S d) 0 m b c r wies zu Anfang der Sitzung darauf hin, daß der diesjährige Voranschlag in seinen Grundzügen wesentlich von denen der Vorjahre ab- weiche. Zum erstenmal während seiner langen Amtszeit weise der Voranschlag einen ungedeckten Fehlbetrag von bald 3 8 0 0 0 Mark auf; trotzdem starke Einschränkungen auf allen Gebieten erfolgt seien, Schuld an diesem Fehlbetrag seien die Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 28. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Donnerstag den 29. September. Gießen. 6.30 Uhr: Amt. Sonntagsdienst d Aerzte u. Vvotbeken am 25.9.32 Fraulein Dr. Gürtler. Dr. Ploch. Hirfch-Avotheke. Zahnarzt: Dr. Gontcr.________w-d Das bekannte Herrenkleiderhaus Köhler. Gießen, Seltersweg 17, dessen Name immer mehr Verbreitung findet, zeigt wieder einmal, wie fortschrittlich dieses Geschäft geleitet ist. Wer den Seltersweg passiert, sieht eine Reihe Schaufenster, wie man sie sonst nur in Großstädten kennt. Die Auslagen sind mit so auffallend gutem Geschmack dekoriert, daß man sofort die Ueberzeugung findet: hier ist ein Spezialhaus ersten Ranges, welches durch volkstümliche Preise Zuspruch haben muß ... ein Geschäft, das ander eits dem Anspruchvollsten das Beste bietet. 6669A pfeckj Senates NinöWs Vornan von Hertha Fricke ArheberrechtSschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wir wollen sie in ihr Zimmer bringen und dort wach machen!" bestimmte der Professor. „Schwester Margot, halten Sie ein Glas Portwein bereit und etwas zu essen! — 3ch habe guten Mut, lieber Andresen! — Wir haben jetzt di« Möglichkeit, die Hemmung von ihrer Seele zu nehmen. Rur viel Geduld braucht es noch!" Andresen drückte seinem Meister in stummem Dank die Hand. Noch in derselben Rächt schickte er seinen Bericht an Frau von Diemen mit der Ditte, ihm doch umgehend den Schlüssel anzuvertrauen, den Eva-Marie in ihrer Handtasche verborgen hatte. Er würde ihn selbst in di« Hande des Herrn Dehrens bringen, den Frau Renate zum Empfänger und Erben jenes silbernen Kastens bestimmt habe. „Was aber unser« Dorhoffnungen betrifft, hochverehrt«, gnädige Frau, so haben wir wohl ein Recht darauf, und wir sollen Hoffnung haben, solang« eine Möglichkeit ist, aber wir wollen sie nicht zu hoch spannen. — Möge der Himmel ihr Kraft geben, alles von ihrer Seel« zu sprechen und sich der Wendung zu freuen. Freude ist Medizin für sie, ist Heilmittel! Diese schreckliche Apathie must weichen! Sie ist noch so entsetzlich schwach. — Unser Professor hat streng verboten, mit ihr zu sprechen, ehe sie ein wenig kräftiger ist, und ehe man ihr leise beibringen kann, dast sie von dem schändlichen Verdacht frei ist." 23. Es war ein« jener schönen Dillen in Bremen, in der eine sehr elegante junge Frau in einem tiefen Klubsofa säst und eine Zigarette rauchte. Si« blättert« in einer modernen, bunten Zeitschrift, die mit bizarren, etwas sezessionistisch gezeichneten Frauenfiguren bedeckt -war. „Sieh mal! — Famos!" lacht« sie und zeigte dem schlanken Herrn im schlichten, blauen Tuchanzug einen etwas gewagten Witz mit grellfarbiger Illustration. „Ich weist nicht, was daran Famoses sein soll!" antwortete er ablehnend. „Run, di« Dame! Letzte Model Fabelhaft schick!" „Rächstens siehst du auch so aus!" sagte er. Es lag aber entschieden anderes als Anerkennung in seinem Ton. „Du hast wohl überhaupt keinen Sinn dafür!" schmollte die elegante, junge Frau und legte ihre hübschen Deine übereinander. Der kurze, plissiert« Rock lieh fast die Knie frei, die in porphyrfarbenen Seidenstrümpfen steckten. „Rein!" antwortete er ernst. „Für diese Art Weiblichkeit habe ich keinen Sinn, And es ist mir unsäglich peinlich, wenn meine Frau sich so kleidet! — Du bist vermögend, du bist ganz hübsch, du kannst es dir leisten! Aber ich habe dich schon oft gebeten, die Kleider nicht zu kurz zu tragen und nicht mit so nackten Armen herumzulaufen, es ist gar keine Veranlassung dazu da, denn wir haben kaum ein Grad Wärme draußen, und es ist Winter!" „Deine Prüderie ist entsetzlich, Klaus! Wie eine alte Iungfer von Anno dazumal! Denn heutzutage sind auch die alten Iungfern vernünftiger!" — Sie nahm eine neue Zigarette aus dem elfenbeinernen Etui, steckte sie in eine vergoldete Spitze und zündete sie an. „3a, wenn du es vernünftig nennst, möglichst viel von seinen Gliedmasten zu präsentieren!" Er trank seinen Kaffee ärgerlich und vertiefte sich in die Marineosfizierszeitung, die von seinen Kameraden aus früherer Zeit Kund« gab. „Ach, tu doch nicht so, als ob ihr Männer das nicht gern seht!" Sie lachte hell und spöttisch auf. Klaus Dehrens aber sah sie groß und ernst an. „Gerade, weil ich es weist, daß Männer das gern sehen, sehr Diele wenigstens —, darum wünsche ich das an meiner Frau nicht! Hast du denn gar kein Gefühl dafür?" „Du bist unsäglich langweilig!" sagt« sie, unbekümmert, ob es ihn verletzte. Er schwieg, und eine Weile war es ganz still in dem Zimmer. Man hörte nur das Umtoenöen der Dlütter. Endlich stand der Mann auf und machte der unbehaglichen Zweisamkeit ein Ende. „Ich will einmal aufs Kontor gehen, ob da Reues ist!" sagte er und knöpfte das Bordjackett zu. „Was soll da sein?" fragte sie verwundert. „Du hast doch keinen Dienst!" „Schiffsbewegungen! Reue Pläne, das interessiert mich doch!" antwortete er ruhig. „Die Gesellschaft macht sich wieder hoch! Vielleicht bekomme ich die Fahrt nach dem Indischen Ozean!" „Deine alte Seefahrerei ist schrecklich! Rie bist du zu Hause!" erwiderte ärgerlich die junge Frau. „Du hast doch einen Seemann geheiratet!" sagte er mit nachsichtigem Lächeln. „And deine Freundin, die den reichen Richtstuer, den Kell- mann geheiratet hat, meinte doch neulich, ein Mann, der den ganzen Tag zu Hause wäre, wäre noch viel schrecklicher!" „Du hättest doch in Vaters Geschäft eintreten können!" tadelte sie. „Am Gottes willen!" sagte er entsetzt und straffte den sehnigen Körper. „Auf dem Drehsessel rutschen und Zahlen schreiben, jahraus, jahrein, — Kurs^ und Börsenberichte studieren und sich über die Rummern im Bankkonto freuen, — nein, mein Kind, lieber noch einmal in den Krieg!" „(Seeräuber und Kriegsvolk!" sagte die junge Frau. „Das sind die einzigen Schmeichelnamen, die ich von dir bekommen habe seit mehreren Tagen. Die verletzten mich nicht!" „Run, das ist gut!" sagte sie versöhnlich. „Sie sollten dich auch nicht verletzen. 2m Gegenteil! Ich will heute abend Staat machen mit dem Seeräuber! Du kommst doch mit ins Tanzpalais!" Der Mann stand am Fenster und sah in den fallenden Schnee hinaus. Er hatte die Hände in den Seitentaschen des blauen Iacketts, er rauchte nicht, er sah dem Flockenspiel zu und hatte eben an die Winterfreuden seiner Iugend gedacht, daheim im verschneiten Pfarrhofe in einem holsteinischen Dorf. Ietzt drehte er sich halb herum und fragte zerstreut: „Tanzpalais? Was meinst du?" Sie trat dicht zu ihm hin und blies ihm den Rauch einer Zigarette ins Gesicht. „3a, Tanzpalais! — Tanzpalais, du Träumer! Heute abend um 8 Ahr. Kellmanns und Meyers kommen auch." Er zog die Stirn in Falten. „Dreimal hast du mich schon in solche Sachen geschleppt! Vierzehn Tage bin ich kaum hier. Einen behaglichen Abend in unserem schönen Heim hat es überhaupt noch nicht gegeben! 3ch sehnte mich so nach meinen Büchern, nach meinem Flügel! — Vorgestern bei Kellmanns, gestern bei Meyers, Freitag im Taiiz- palais, Montag in der Operette —, Kind, ich bitte dich, last uns wenigstens heute mal zu Hause bleiben! — 3ch habe eine traurige Rachricht bekommen. 3emand, der mir sehr lieb war, ist gestorben!" „Wer denn?" fragte sie ärgerlich. „Du kennst ja doch nicht meine Freunde und Bekannten aus früheren Zeiten", sagte er ausweichend. „Dann kannst du auch nicht verlangen, dast ich darum trauern soll!" „3ch verlange es ja auch nicht! Aber daß du ein wenig Rücksicht auf mich nimmst!" „Rimmst du denn welche?" trotzig warf sie sich wieder in den Sessel. „3ch denke doch", antwortete er, „mehr als du vielleicht merkst. 3ch habe aber auch noch einen anderen Grund, als den Gedanken an einen dir unbekannten Menschen, dessen Tod mir nahegeht." „And der wäre?" Empört sah sie zu ihm auf. „Cs ist mir peinlich, meine Frau tanzen zu sehen in einem derartigen Lokal." „Schweig! Wir passen nicht zueinander! 3ch lasse mir nicht alles verbieten! Was habe ich vom Leben! Monatelang bist du weg, und kommst du endlich einmal nach Hause, dann verlangst du.. .“ »3ch verlange nur, dast meine Frau sich benimmt, wie ich es von den Frauen meiner Kameraden gewöhnt war! — Es ist nichts Auster- gewöhnliches für unsere Kreise. Aber du magst recht haben, wir passen nicht füreinander. Wir können später einmal darüber reden." .Er ging nach der Diele, zog den Mantel an und setzte die blaue Tuchmütze mit dem blanken Schirm tief ins Gesicht und wollte eben gehen, als das Telephon läutete. Ruhig nahm er den Hörer ab: „Hier Klaus Dehrens!" „Rorddeutscher Lloyd, Dureau 11. Hier ist ein Herr, der Sie gern sprechen möchte, Herr Kapitänleutnant! 3ch habe ihm zwar 3hre Wohnung genannt, aber er bittet, Sie hier im Kontor sprechen zu können!" „3ch komme, ich war schon auf dem Wege! Wenn der Herr warten will!" antwortete Klaus. „Desten Dank! Er will warten!" Klaus Dehrens eilte die Treppe hinunter. Er schlug den Kragen hoch, der Schnee trieb toller. Der kleine Gott Dhruva hatte vielleicht recht. Man kann nur einmal so lieben, dast man glücklich wird —, dast man nicht ohne einander leben kann! „Liebe Renate", dachte er schmerzlich. „DaS warst du! Run bist du tot! — Was ist daS Leben überhaupt noch? — Die Stellung verloren, das Vaterland verloren, die Freunde in aller Welt verstreut, — und du, Geliebte--!" Seine Augen, diese mutigen, deutschen Seemannsaugen, die in mancher Gefahr geblitzt hatten toie blanker Stahl, die sahen müde in die veränderte Welt. Dann pfiff er ganz leise eine schwermütige Melodie: „Wenn ich wüßte, ich könnte dich Wiedersehen!" Heiß beneidet« er die Kameraden, die auf dem „Himmelfahrtskommando", wie man den U- Boot-Krieg an der flandrischen Küste nannte, ihr Seemannsgrab gefunden hatten. Bis ihm bet wartend« Mann einfiel, der ihn im Bureau, nicht in seiner Wohnung hatte sprechen wollen. Wer konnte es sein? — Vielleicht ein stellensuchender Kamerad? Das kam öfter! And es wat auch nichts Anmögliches! — Der Lloyd stellte doch ein Schiff nach dem anderen wieder in Dienst. And die Kriegsmarine hatte immer die besten Seeleute gehabt, hatte auch die besten Aussichten! Die Freunde von einst! 3eder von ihnen lebte jetzt sein Sonderleben, hatte seine Sonderinteressen, wie des Lebens Kampf sie ihnen bot, aber wenn sie sich wieder trafen, dann zeigte ein Blick ihre tiefinnere Gemeinsamkeit! — Es war immer ein Festtag, solche Kameraden zu treffen. Darum trat er frohgemut in das Zimmer des großen Gebäudes, in dem sein Platz am Schreibtisch war. Ein« groß«, sympathisch« Männergestalt stand auf und verneigte sich vor ihm. Er kannte den Mann nicht. (Fortsetzung folgt.) ttttgewHe Zrtkrmft- also jeden entbehrlichen Pfennig sparen, damit Du später einen Notgroschen hast,- aber so sparen, daß Deine Familie sofort versorgt ist: also Lebensveosreh errrrrg t Becbstein-M-Pianos außerordentlich günstig durch Aufbaugutscheine Im Rahmen desArbeitsbeschalfungs-Programmsder C Bedwtein A.-G., Berlin können wir für kurze Zeit sehr weitgehende Nachlässe auf fabrikneue Bechstein-Instrumente gewähren. Bitte sichern Sie sich noch heute einen Becbstein - Autbaugutscbein beim Alleinvertreter Pianohaus R-Schönau Seltersweg 52 6719 A Speise-Karlolfßlo IOr den Winlerbedarü Handverlesene Industrie erssv liefert laufend s. Miet 5wir. 73. Tel. 3581 Großabnehmer und Wiederverkäuser Sondewreise Zwiebeln gesunde helle Win- terware, v. Zentner 4,25 Mk. inkl. Sack versend, ab Station Echzell geg. Nach«.: Ludw. Erb, Kart.- Vers.,Echzell /Wett. 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Schade nur, daß es nicht früher zur Welt gekommen ist Millionen Hausfrauen haben inzwischen erkannt, welch außer* ordentlicher Fortschritt in @ steckt. Beim Geschirr auf* waschen und Reinigen nimmt es die schwerste Arbeit auf sich. Fett Schmutz, Schmier verfliegt wie von Zauber* hand! Und appetitliche, hygienische Frische zieht ein! @kann sich jeder leisten. Die Menge, die sparen hilft: 1 Kaffeelöffel auf 5 Liter heißes Wasser)