ßr. 198 Krühausgabe 182. Jahrgang Mittwoch, 24. August 1952 Erschein! täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monals-Vezogsprei,: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustriert» . 1 80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüfse unter Sammclnummer 2251 Anschrift für Drahtnach richten Anzeiger Giefien poftfcheckkonto: firanffurt am Main 1168b Gieftener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vrud unö Verlag: vrühl'fche Univer^iair-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in chiege t. Sdfnftleitung uns Geschäftsstelle: Schufttrahe 7. Annahme von Anzeigea für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Re'chspfennig: für Ne- klameanteigen von 70 mm Breite 35 Ncichspfenchg, Playvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Dohtih Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich m Bietzen !5ür die Vrundsätze des Jteaneftaatee. Eine Kundgebung der Reichsregierung und der preußischen Staalsregierung. Berlin, 23. August. (WTB.) Amtlich wird milgeteilt: Gezwungen durch Gewalttaten im innerpotitifchen Kampf, welche das Ansehen des Reiches aufs schwerste gefährdeten, Hal der Herr Reichspräsident auf Vorschlag der Reichsregierung die schärf st en Strafen gegen den politifdjen Terror verhängt. Mit dem Augenblick, in dem diese Verordnung in Kraft getreten ist, must sie gleichmäßig gegen jedermann, der Recht und Gesetz verletzt, ohne Ansehen der Partei ober der Person Anwendung finden. Die Reichsregierung wird nötigenfalls alle Machtmittel des Staates einfetjen, um den Vorschriften des Rechtes unparteiisch Geltung zu verschaffen, und wird nicht dulden, dah sich irgendeine Partei gegen ihre Anordnungen auflehnt. Ebensowenig wird die preußische Staatsregierung sich durch politischen Druck in der pflichtmäßigen Prüfung beeinflussen lassen, ob sie ihr Begnadigungsrecht im Falle der Beuthener Todesurteile ausüben kann. Die leidenschaftlichen vorwürfe, die in der Oeffent- lichkeit gegen diese Urteile erhoben worden sind, sollten sich gegen die Urheber der blutigen Ereignisse und nicht gegen öle Staatsgewalt richten, die im Interesse der Gesamtheit zu so scharsen Maßnahmen greifen mußte Die Reichsregierung wird jedem versuch, die Grundsätze des Rechts st aates z u verfälschen und die politischen Leidenschaften zu erneuten Ausschreitungen aufzustacheln z» begegnen wissen. jetzt ab Euerer Freiheit gilt. Ihr seid leine Mörder, Ihr habt das Leben und die Ehre Euerer Kameraden verteidigt. Für Euere Familien überweise ich heute 1000 Ml., die mir Freunde zur Verfügung gestellt haben. Bleibt aufrecht! 14 Millionen der besten Deutschen haben Euere Sache zu der Ihrigen gemacht. Mit Hitler Heil! Hermann Göring." Die hessische ASDAP an die preußische Regierung D a r m ft a d t, 23. Aug. (WSN.) Folgendes Telegramm wurde von dem Führer der hessischen Nationalsozialisten nach Berlin gesandt: „An den Herrn preußischen Innenminister Dr. Bracht! 400 000 hessische Nationalsozialisten erwarten angesichts des tendenziösen Urteils des Benthener Sondergerichts von der preußischen Regierung im Interesse des Rechts und der öffentlichen Ruhe und Ordnung die Begnadigung der fünf schlesischen SA.-Leute ' Lenz, 'JDl. d R und M. d. L Führer der hessischen NSDAP DieSteuungnahmedeS Reichsbanners Berlin. 23. Aug. (CNB ) Die Bundespressestelle des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold veröffentlicht ihre Auffassung über die Sondergerichtsurteile inBrieg und B e u t h e n Sie lehnt es dabei ab, die Fälle von Ohlau und Potempa als gleichwertig zu betrachten Die Bundespreffeftelle des Reichsbanners bezeichnet das Urteil in Brietz als .den völlig mißglückten Bersuch, den Borgängen wahrend des blutigen Sonntags in Ohlau gerecht zu werden". Während das Urteil von Beuchen von Oer Bundespressestelle des Reichsbanners nicht tritifiert wird, wird mit Schärfe betont, daß gegen das Urteil des Sondergerichts in Brieg wegen der Vorgänge in Ohlau nichts unversucht gelassen werden wurde, um das „unerträgliche Urteil" von Brieg abzuändern Demonftrofionen in Breslau. Breslau, 23. Aug. (CAB. - Nachdem es bereits heute nachmittag wegen des Beuthener Urteils in Breslau zu Ansammlungen gekommen war, zog in den Abendstunden ein D e - monstrationszug durch die Straßen der Innenstadt und brachte Rufe aus wie. „Rieder mit dem Schandurteil von Beuthenl". „Gebt uns unsere Kameraden frei!", „Rieder mit der Papen- Regierung!" Die Polizei versuchte an mehreren Stellen, den Fug auszulösen. Als der Zug am Warenhaus Wertheim vorbeilam, ertönte plötzlich eine scharfe Detonation, die unter den Demonstranten Erregung hervorrief. Die Täter tonnten noch nicht ermittelt werden, es konnte auch noch nicht festgestellt werden, worauf die Detonation zurückzufuhren war Bor dem Schloß haben bisher ebenfalls noch unbekannte Täter einen Kinderwagen angezündet, in dessen Schein einer der Demonstranten dann eine kurze Rede hielt. Als die Polizei im Lichte eines Scheinwerfers gegen die Demonstranten mit dem Gummiknüppel vorging, wurde von den De- inonstranten auf der Flucht die Scheibe eines jüdischen Geschäftes zertrümmert. Bei den Kundgebungen am Rachmittag wurden acht Personen fest genommen. Oberschlesische Bitte um (dnoi Gleiwitz, 23. Aug (END.) Die Ortsgruppe Gleiwitz der Bereinigten Verbände hei m a 11 r e u e r D b e r i d) I e ( i e r bat an ben Reichskanzler ein Telegramm gerichtet, in dem auf das Anwachsen Oer kommunistischen Stimmen durch den Uebertritt polnischer Wähler zu dieser Partei hingewiesen wird. Dieser Eroberungssucht hätten die nationalen Weh,verbände, insbesondere der Oberschlesische Selbstschutz, der Stahlhelm und die SA der Nationalsozialisten, eine starke Abwehrlinie entgegengesetzt, und lediglich aus i diesen nationalen Gegensätzen heraus {eien die bedauerlichen Vorkommnisse tn Potempa 3u erklären Eine fB o 11 ft r e cf u n g b e s U r t e 11 s an bisher unbescholtenen deutschen Stampfern wurde keineswegs zur Beruhigung beitragen sondern darüber hinaus innere Unruhen und auch eine Gefährdung der Df flrenje zur Folge haben. Die Ortsgruppe bittet daher um Wiederaufnahme des Verfahrens ober um Begnadigung der Verurteilten Von den oberschlesischen Ortsgrupen der ^SDAP. und von den Stürmen der SA und «« in Ober- schlesien sind gestern abend T e l e g r a m m e mit P r o t e st e n gegen das Beuthener Urteil an den Meidjapräfibenten, an d-n «ertönt, miffar für Preußen und an den R eich s - Innenminister abgegangen. In allen Qr^eren nationalsozialistischen Ortsgrupen Oberschlesiens fan- ben gestern abend Prote st Versammlungen statt Kundgebung der preußen-Jraktton der NSDAP. Berlin, 23. Aug. (TU.) Die nationalsozialistische Fraktion des Preußischen Landtags protestiert in einer Erklärung ihres Vorstandes auf das schärfste gegen die Beu- thener Todesurteile. Die Begründung der Anträge des Oberstaatsanwalts bedeuteten eine schweresDe wußte Kränkung der Nationalsozial.st'.schen Deutschen Arbeiterpartei. Der Nationalsozialismus werde a l l e leaalen 'Mittel im Parlament in Anwen düng bringen um die vom Volk geforderte Sühne für biefes Urteil bei den zuständigen Stell n zu erzwingen. Der Fraktionsvorstand erachte es für feine Ehrenpflicht den v e r u r t e Uten Partei genossen in Preußen mit allen Kräften beizustehen. Göring über das Beuthener Urten. Derlin. 23. Aug. (TU.) Der politische CBeauf- fragte Hitlers in Berlin, Hauptmann a. D- G o - ring, äußerte sich einem Bertreter der Tele- graphen-Union gegenüber zu dem Beuthener Urteil dahin, dah er dieses Urteil für das ungeheuerlichste Bluturteil halte, das je feit den finstersten Zeiten der Tyrannei ausgesprochen worden sei. Die Regierung von P a P e n habe die fragliche Rotverordnung angeblich herausgegeben, um den Rationalsozialisten zu helfen. 3n Wirklichkeit benutze fie sie jetzt bewußt gegen die nationalsozialistische Bewegung. Die zum Tode Verurteilten hätten in b e • rechtigter Rotwehr gegenüber einem Kommuni st en und Vaterlands ver- rät er gehandelt. Sie seien zwar über den Rahmen der Rotwehr vielleicht etwas hinaus- gegangen, aber der Tatbestand der Rotwehr fei unter allen Umstanden gegeben Göring hat an die zum Tode verurteilten SA -Leute nach Beuthen folgendes Telegramm geschickt: „3n maßloser Erbitterung und Empörung über das Schreckensurteil, das Euch getroffen hat, gebe ich Euch Kameraden die Der- ficherung, daß unser ganzer Kamps von Die „Niobe"- Trauerieier in Kies Die jetzt völlig aufgerichtete „Niobe", die nach der Bergung der Toten in den Hafen des Kieler Arsenals gebracht wurde. _ Kiel, 23. Aug. (WTB.) Auf dem Gamifons- friedhof wurden heute nachmittag die aus dem Rumpf der „R i o b e" geborgenen Toten zur letzten Ruhe bestattet. Rach dem Choral „Wie sie so sanft ruhen sprach der evangelische Stationspfarrer Sonntag Worte des Abschieds. Er knüpfte an das Johannes-Evangelium Kapitel 20 Vers 29 an Selig sind, die nicht sehen und doch glauben". Rach ihm widmete der katholische Stationspfarrer Hermes den Toten letzte Worte. Es folgte der Choral „Harre meine Seele" Hierauf ergriff ber Chef der Wärmeleitung Admiral Dr. h. c. Raeder das Wort zu feiner Gedenkrede. Er sagte u a Was hat dies ungeheuere Opser, dessen Größe in Friedenszeiten in seinem vollen Umfange zu würdigen so unermeßlich schwer ist. der Warme dem deutschen Volle, uns allen als heiliges' Vermächtnis unserer gefallenen Karne- roden gegeben? Heber ein Jahrzehnt ist em unerschütterlicher Lebenswille in unermüdlicher, entsagungsvoller Arbeit trotz oft sich türmender Schwierigkeiten um den Wiederaufbau der Warme um das Wiedererstehen eines wenn auch bescheidenen Maßes deutscher See- aeltung bernührt. Wie in der Vergangenheit, strömen der Marine aus allen Gauen deutschen Landes beste Kräfte zu, die. auf dem sich allmählich erneuernden Schiffsmaterial auf das sorgfältigste ausgebildet, die deutsche Flotte aufs neue in fernen Welten entfalten und denen es vergönnt ist, als Vorkämpfer für Recht und Wahrheit in fremden, ehemals vielfach feindlichen Ländern ein Beispiel echt deutschen Wesens und deutscher soldatischer Pflichterfüllung zu geben. Stolz erfüllte einen jeden von uns ob ber Erfolge, bie unserer langjährigen, mühevollen Arbeit an Personal unb Material ber Marine nach bem Urteil des In- unb Auslanbes offenbar zuteil zu werben begannen. Da nahm uns inmitten dieser Entwicklung am 26. Juli eine in unseren Gewässern nur selten beobachtete Wctterkatastrophe unser Segel- s ch u 1 s ch i f f „R i o b e“, auf dem die Offiziersund Unteroffiziersanwärter der Marine unter Anleitung besonders ausgewählten und vorgebildeten Ausbildungspersonals die Eigenart des Clementes ihres Lebensberufes, der See, mit ihrem Wind und ihrem Wetter, die Beobachtung dieses Elementes und den Kamps mit ihm kennen lernen sollen. Sie nahm uns die 69 Kameraden, die nach Befähigung und beruflicher Bestimmung zur Erfüllung besonderer Hoffnungen ausersehen schienen. Der Genossen im Unglück sind bei dem „Riobe"- ilntergang gar viele. Richt nur ihr, nicht nur die Marine und die ganze Wehrmacht, die treu zu- sammenfteht und fest im deutschen Volke wurzelt, bie ganze Ration, bas ganze beutsche Volk hat in einer Zeit ber inneren Zerrissenheit unb parteistreitigteiten einmütig sich an unsere Seite gestellt in aufrichtiger Trauer unb oerftänbnis- vollem Mitempfinbeu. quIkh in diesem Augenblick tiefster Trauer das gesunde, warme Herz des deutschen Volkes schlagen.hören. Unb so bin ich davon überzeugt, daß das gemeinsame Erlebnis innerster Ergriffenheit und der Anteilnahme an dem Schicksalsfchlag, der die Marine und die Ration durch den Verlust so zahlreicher bester deutscher Jugend betroffen hat, feine Wirkung nicht verfehlen wird durch Stärkung des Bewußtseins wahrhaft verbundener Volksgemeinschaft. Und schließlich, das Leben unserer dahingegangenen Kameraden ist in der Erfüllung höchster Zielbestimmung zur Vollendung gelangt. Sie kamen zu uns, um in schwerster Zeit völkischer Rot ihr Leben dem Daterlande zu weihen. Sie waren Krieger, deren Sinn in männlichem Kraftbewußtsein auf Kampf eingestellt war, unb bie infolgedessen ihrer Ausgabe als echte deutsche Soldaten und Seele u te auch das Ringen mit den Elementen in Rechnung gestellt hatten. Ihnen sind sie in Ausübung ihres Dienstes ehrenvoll unterlegen. Unb in biesem Ringen war es bie Disziplin, beste beutsche Solbatenbisziplin. bie unsere Kameraden bis zuletzt beseelte, freier, freudiger Gehorsam, hohes freudiges Pflichtgefühl, das sie bewiesen, getreu ihrem Fahneneide So sind sie Vorbild geworden für uns allel Und so steht auch über diesem ungeheuren Opfer nicht das bittere „Umsonst", sondern es ist gebracht, aus daß es Saat fei von Gott gesät, den Tag der Garben zu reifen. So soll uns dieser Schicksalsschlag, ber wohl geeignet wäre, ein schwaches Geschlecht vorzeitig zu nutzlosem Verzicht auf bie Erfüllung naturgegebener Pflichten zu bewegen. Ansporn sein zu mutiger, treuester Pflichterfüllung im Dienste bes Vaterlanbes. Wenn etwas ist gewaltiger als bas Schicksal, so ist es ber Wut. ber es uuerfdjüttert trägt. Die Rainen unserer Kameraden vom Fehmarn- Bell werden mit der deutschen BJarine und Ihrem geschichtlichen Werdegang unlösbar verbunden bleiben. Sie seien uns eine heilige Mahnung, auf bem als richtig erkannten und durch die Erfahrung klar vorgezeichneten Weg der Auswählung in unerschütterlicher Zuversicht fortzuschreiten. Unb sie seien uns alle Zeit ein leuchtenbes Vorbild im Sinne des Wortes des großen Preußenkönigs: „Es ist nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß i ch meine Pflicht tue“. Trommelwirbel und dreifacher Ehrensalut hallten über die Gräber. Während leise das Lied vom „guten Kameraden" erklang, verlas Pfarrer Sonntag die Liste der Toten und Vermißten, und mit dem Deutschland-Lied endete die erschütternde Feier, an der das ganze deutsche Volk durch die Übertragung auf alle deutschen Sender ergriffenen und herzlichen Anteil nahm. TrauerfeierfürAdmiralZenker Osterode (Harz), 23. August. (WTB.) Die Trauerfeier für den verstorbenen ehemaligen Chef der Reichsmarine Admiral a D. o. Zenker fand heute nachmittag in der Friedhosskapelle unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt An der xrauerfeier nahmen teil Vertreter der Reichsmarine, der Reichswehr und militärischer Verbände. Auch sah man eine Anzahl Teilnehmer an der Skagerrakschlacht, die von dem ehemaligen Führer des Schlachtkreuzers „von der Tann" Abschied nehmen wollten. Die alte Kriegsflagge der Reichsmarine bedeckte den Sarg. Kranzspenden wurden niedergelegt im Auftrage des Reichspräsidenten v. Hindenburg, im Auftrage der Flotte und des Chefs der Heeresleitung, sowie vom ehemaligen deutschen Kaiser. Die Trauerandacht wurde von dem Wehr- treisoberpfarrer Müller- Königsberg, einem per- sönlichen Freund des Verstorbenen, gehalten, der die hervorragenden Fähigkeiten des Offiziers und feiner Aufbauarbeit in der Reichsmarine nach dem Kriege würdigte. Zum Schluß der Trauerfeier erklang, ent- sprechend einem Wunsche des Verstorbenen, bas Deutschlandlied Abg. Sauckel thüringischer Ministerpräsident? Weimar, 23. Aug. (TU.) Am Schlüsse ber Dienstagsitzung bes T h ü r i n g e r L andtages beauftragte bas Landtagspräsidium ben nationalsozialistischen Abgeordneten S a u d e l als Fraktionsführer ber stärksten Partei bes Parlaments mit der Reubildung der Landesregierung. Obwohl bereits Vorverhandlungen über die Regierungsbildung zwischen Rational- sozialisten. Deutschnationalen und Landbund statt- gesunden haben, war am Dienstagabend noch keinerlei Klärung der politischen Lage zu erkennen. Rach zuverlässigen Informationen steht jedoch schon jetzt fest, daß sich die Deutsch- nationalen, die im Landtag mit zwei Abgeordneten vertreten sind, an der kommenden Regierung nicht beteiligen werden. Reichshilfe zur Abwrackaklion. B e r l i n, 23. Aug. (WTB.) Zum Abwracken von etwa 400 000 DrRT. veralteten See» schisfsraumes hat sich die Reichsregierung bereit erklärt, im Rahmen bes allgemeinen Arbeitsbeschafsui. gsprogramms einen Betrag bis zu 12 Will. Mark a l s Beihilfe zu gewähren. Es ist vorgesehen, bem Reeber, ber nachweist, dah ein ihm gehörendes Schiff verschrottet b.zw. die Verschrottung desselben gesichert ist, einen Zuschuß bis zu 30 Mk. für die Bruttoregistertonne zu zahlen. Die innerpolitische Llmgruppierung. Reichsregierung und Reichstagsauslösung. C'ine vorsichtige Erklärung. Berlin, 23. Qlug. (ERD.) Zu der in den letzten Tagen viel erörterten Frage, ob die Deichsregierung zur Auflösung des Reichstags entschlossen sei, wenn sie keine Mehrheitsmöglichkeit im Deichstag erkenne, hören wir von unterrichteter Seite, das) Beschlüsse der Reichsrcgierung nur nach Zusammentritt des Deichstags gefaßt werden können. Eventualbeschlüsse darüber hinaus liegen noch nicht vor. Daher ist die Auffassung, als sei die Deichsregierung von vornherein zur Auflösung des Deichstags entschlossen, unzutreffend. Krupp von Bohlen besucht -en Reichskanzler. Rücktritt Trendelenburas? Berlin, 23. Qlug. (ERD.) Wie wir erfahren, war für heute abend ein Besuch des Vorsitzenden des Reichsverbandes der deutschen Industrie Dr. Krupp v. Dohlen beim Reichskanzler vorgesehen. Diese Besprechung ist aber verschoben worden und wird erst an einem der nächsten Tage stattfinden. Die Besprechungen gelten offenbar Wirtschaftspolitik scheu Maßnahmen, die die Deichsregierung plant. 3n diesem Zusammenhangs wurde übrigens in einem Berliner Abendblatt das Gerücht verbrei» Staatssekretär Dr. Trendelenburg. Let, daß der Staatssekretär des Reichswirtschaftsministeriums Dr. Trendelenburg zurücktreten werde. An amtlichen Stellen ist eine Auskunft hierüber nicht zu erlangen. Cs ist aber Wohl mit dem Rücktritt Dr. Trendelenburgs zu rechnen. Bayern und die Reichsreform Ministerpräsident Held bei der Rcichsreg'erung. München, 23. Qlug. (Sil.) Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held hatte am Dienstag wichtige Besprechungen in Berlin. Die bayerische amtliche Pressestelle teilt hierzu mit: „Ministerpräsident Dr. Held hatte heute in Berlin eine Aussprache mit Mitgliedern des Deichskabinetts über die Stellung» nahmeDayerns zur Frage der Reichsreform. Die Olussprache war veranlaßt durch die Rede des Reichsinnenministers auf der Verfas- fungsfeier am 11. August 1932, in der die Reichsregierung ihren Entschluß ankündigte, alsbald eine Derfassungs- und Reichsreform in Angriff zu nehmen. Die Forderungen Bayerns entsprechen den schon früher gestellten und öffentlich erörterten Anträgen. Sie verlangen vor allem, daß eine Reuordnung der verfassungsrechtlichen Verhältnisse nur auf dem unbestrittenen Boden des Rechts angebahnt roirb.“ Die „Bayerische Staut.zeituag enthält einen Bericht aus Berlin mit Einzelheiten der Unterredungen. Danach hat der Ministerpräsident Dr. Held vormittags eine eingehende Olussprachemit dem Reichskanzler von Papen und anschließend eine zweite älnterredung mit dem Reichsinnen- mtnister Freiherrn von G a y l gehabt. Die Anschauungen der bayerischen Regierung seien in einer vertraulichen Denkschrift zufammengesaßt, die der bayerische Ministerpräsident bei den Unter» redungen dem Reichskanzler und dem Reichsinnenminister überreicht habe und die auch den Regierungen der anderen süddeutschen Länder, sowie der sächsischen Regierung von München aus unmittelbar zugestellt worden sei. Die Besprechungen des bayerischen Ministerpräsidenten haben sich nach der „Bayerischen Staatszeitung" auch auf die Pläne erstreckt, mit denen die Reichsregierung dem bevor st ehenden Zusammentritt des Reichstages entgegensieht. Der bayerische Ministerpräsident habe keinen Zweifel daran gelassen, daß die bayerische Regierung sich auch in diesem Zusammenhang nicht in der Lage sehen werde, irgendeiner Maßnahme, die mit der Verfassung nicht im Einklang stehen sollte, ihre positive Zu. stimmung zu geben. Klara Zetkin will kommen? Berlin, 23. Slug. (CNB.) Wie die kommunistische Abendpresse melbeL habe sich K l a r a Z e t - k i n trotz ihres leibenden Zustandes entschlossen, am Antikriegskongreß in Amsterdam, der am 27. und 28. August stattfindet, teilzunehmen. Alle Borberei- tungen zu ihrer Abreise aus Moskau wurden getroffen. Von Amsterdam wird Klara Zetkin nach Berlin reisen, um den Reichstag eröffnen zu können. Dieser Entschluß stehe endgültig f e st. Beschwerde der SPD. über Beamtenabsehungen. Berlin, 23. Qlug. (ERB.) Der sozialdemokratische Parteivorstand hatte, wie der „Abend" meldet, durch Schreiben vom 17. August beim Reichskanzler v. Papen und dem mit der Vertretung der Geschäfte in Preußen beauftragten Oberbürgermeister Dr. Bracht gegen die gehäuften Maßregelungen sozialdemokratischer Beamter Beschwerde erhoben, lieber diese Beschwerde kam es heute in der Reichskanzlei zu einer Aussprache, an der auf sozialdemokratischer Seite die Reichstagsabgeordneten Wels und Stampfer, auf feiten der Regierung Herr v. Papen, Dr. Bracht und Staatssekretär Planck teilnahmen. Die sozialdemokratischen Vertreter erklärten, daß die fortgesetzten Amtsenthebungen und Zurdispositionstellungen von Sozialdemokraten einer 3nfamierung der Sozialdemokratischen Partei gleichkämen und mit dem Geist der Verfassung in keiner Weise zu vereinbaren seien. Auch bestritten sie der kommissarischen Preuhenregierung die staatsrechtliche Legitimation zu einem derartigen Vorgehen. Die Vertreter der Sozialdemokratie brachten sodann auch die Sprache auf das Zuchthausurteil von Drieg, das nur dadurch zustande kommen konnte, daß die Angeklagten widerrechtlich ihrem ordentlichen Richter entzogen wurden. Zum Schluß der Aussprache erklärten die sozialdemokratischen Vertreter, die ihnen auf ihre Vorstellungen gewordenen Aufklärungen von feiten der Reichs- und der preußischen Regierung seien nicht geeignet, auf sie beruhigend zu wirken. Beschlüsse der preußischen Nationalsozialisten. Berlin, 23. Qlug. (DDZ.)z Hebet die heute begonnene Tagung des nationalsozialistischen Fraktionsvorstandes im Preußi- schen Landtag wird dem Rachrichtenbureau des DDZ. berichtet, daß der Fraktionsvorstand sich ausführlich mit der politischen Lage beschäftigte. Die preußische Landtagsfraktion der RSDÄP. denke nicht daran, die politischen Maßnahmen des stellvertretenden Reichskommissars Dr.Dracht ruhig hinzunehmen, besonders wende sie sich gegen die „Provokation der preußischen Bevölkerung durch die Severing- Leydensche Berwaltungsreform", die sich Dr. Dracht zu eigen gemacht habe. Auch zu den Hr- teilssprüchen von Drieg und Deuthen habe der Fraktionsvorstand Stellung genommen. Er beschloß, dahin zu wirken, daß beide Prozesse dem 3u st ^Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages überwiesen werden. Einmütig habe der Fraktionsvorstand die Meinung geäußert, daß sich in der p r e u ß i s ch e n 3 u st i z auch unter den Herren Dr. Bracht und von Papen gegenüber früher nichts geändert habe. Der Vorsitzende des 3ustizuntersuchungsaus- schusses des Preußischen Landtages, Qlbg. Dr. Freister (RS.), der an der Sitzung des nationalsozialistischen Fraktionsvorstandes teilnahm, begab sich unmittelbar nach Abschluß dieser Verhandlungen nach Deuthen. Dr. Freister will dort prüfen, welche Maßnahmen im Landtag zum Deuthener Urteil getroffen werden könnten, und wie der von ihm geleitete Ausschuß die Möglichkeit habe, das Urteil und seine Begründung an Ort und Stelle nachzuprüfen. Oie OAVp. lehnt ab. Berlin, 23. Qlug. (VDZ.) Es ist in der Oeffentlichkeit viel beachtet worden, daß bei den verschiedenen Rachrichten und Gerüchten über Koalitionsbesprechungen in Preußen zwischen Rationalsozialisten und Zentrum niemals von einer Anteilnahme der Deutsch- nationalen die Rede war. 3n Kreisen der DRVP. wird dem Rachrichtenbureau des VDZ. hierzu erklärt, daß die DRVP. einer parlamentarischen Regelung der Reubildung der preußischen Regierung ablehnend gegen- überstehe, und daß sie sich an einer parlamentarisch gebildeten Regierung voraussichtlich auch nicht beteiligen werde. Die DRVP. sei der Meinung, daß in Preußen, wie im Deich vom Parlament unabhängige Regierungen amtieren müßten. Aus aller Well. Kesselexplosion in Mannheim. — Zwei lote. Bei der Abnahme eines von der Firma Kilthau reparierten Kessels flog auf dem Gelände der Mannheimer Margarinewerke Estol der frisch aufge« schweifte Deckel des Kessels in die Luft. Ein Vorarbeiter und ein Lehrling der Firma Kilthau wurden tödlich verletzt. Die Detonation war in weitem Umkreise zu hören. Großfeuer in Oberfranken. In Neufang (Oberfranken) vernichtete ein Grobfeuer drei Wohnhäuser und acht Scheunen mit der ganzen Ernte und den landwirtschaftlichen Maschinen. Personenzug Liegnih— Sagan beschossen. Auf den Personenzug 226 Liegnitz—Sagan mürben in einer der letzten Nächte zwischen den Stationen Rückenwaldau und Armadebrunn mehrere Schüsse abgegeben. Personen sind nicht verletzt worden. 3m Gewittersturm gekentert. — Drei Tote. In einem plötzlich aufkommenden Gewitter- st u r m kenterte auf dem Czoos-See bei Sensburg (Ostpreußen) ein mit einem Segel versehenes Flachboot. Bon den vier Insassen konnte sich nur einer retten. Die übrigen drei ertranken. Grohfener in Südtirol. 3n einem Gasthaus in 3nnichen in Südtirol, am Ausgang des Mextentales, brach ein G r o h- f euer aus, das auf drei benachbarte Gasthöfe und das alte historische Pfarrhaus Übergriff. Die drei Gasthöfe konnten gerettet werden. Die Pfarrkirche jedoch und das Haus, in dem der Brand ausbrach, sind ein Opfer der Flammen geworden. Drei Tote bei einem Flugzeugunglück in Frankreich. 3n der Rähe von Ranch überschlug sich bei der Landung ein Verkehrsflugzeug und ging in Trümmer. Die drei 3nfassen, der Führer und zwei Passagiere, wurden als Leichen geborgen. Französisches Schiff im Kanal gekentert. — 3 Tote. Ein kleines französisches Schiff ist während eines Sturmes im Kanal untergegangen. Drei Personen, darunter der Kapitän, ertranken. Eine Segeljacht konnte später zwei Mann der Besatzung auffischen, die völlig erschöpft waren. Bei ihrer Ankunft in Ramble berichteten die Heberlebenben, daß das Schiff von einer plötzlichen Böe erfaßt worden und gekentert sei. Zwei Flieger unb zwei Kinder bei einem Flugzeugabsturz getötet. Unweit von Perugia stürzte ein italienisches QUilitärflugaeug aus 400 Meter Höhe unweit des Flugplatzes auf ein Bauernhaus ab. Die beiden 3nfaffen fanden dabei den Tod. Zwei Kinder, die sich in dem Hause befanden, fielen dem Brande zum Opfer, der darauf entstand. Die Mutter und eine Schwester kamen mit Brandwunden davon. Absturz eines spanischen Militärflugzeuges. Ein Militärflugzeug des spanischen Militärflugplatzes Cartagena ist bei San Clemente auf der Strecke nach Alicante abgestürzt. Der Pilot war auf der Stelle tot. Der Begleiter wurde in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus ein« geliefert. Zwei polnische Flugzeuge abgesiürzt. — Zwei Tote. Während der Beisetzung eines vor einigen Tagen verunglückten polnischen Fliegerleutnants stürzten zwei über dem Posener Friedhof kreisende Flugzeuge ab. Die Aparate, zwei neue schwere Eindecker, wurden zerstört. Von den Piloten, zwei polnischen Offizieren, war der eine auf der Stelle t o t, der andere oerstarb auf dem Transport zum Festungslazarett. Folgenschwere Brandstiftung au» Rache. Aus Moskau wird über Kowno gemeldet: Ein aus einer Kollektivwirtschaft bei Ufa ausgeschlossener Dauer steckte aus Rache die Wirtschaftsgebäude der Kollektivwirtschaft in Brand. Durch den Wind wurde das Feuer auf das Dorf übertragen. 42 Bauernhäuser verbrannten. Vier weitere Kollektivwirtschaften wurden ebenfalls durch das Feuer zerstört. Der Brandstifter und seine Frau sind verhaftet. Sie werden von dem Kollegium der 0GPH. abgeurteilt werden. Erdbeben im Kaukasus. — Zahlreiche Todesopfer. Wie aus Rachitschewan im Kaukasus gemeldet wird, ist dort ein außerordentlich starkes Erdbeben festgestellt worden, das auch im Kreis Ordubad verspürt wurde. 3m Bezirk Rachitschewan wurden zahlreiche Häuser zerstört. Die Zahl der Todesopfer wird vorläufig auf 24 geschäht. 3m Bezirk Karaklissa sind ebenfalls starke Erdstöße verspürt worden, die einige Häuser zum Einsturz brachten. Rordlandexpedition entdeckt unbekannte Inseln. Die Funkstation des Eisbrechers „Russanoff" meldet, daß die sowjetrussische Rord- landexpedition in der Gegend 75 Grad 48 Minuten nördlicher Breite und 81 Grad 20 Minuten östlicher Länge bisher unbekannte 3 n - seIn entdeckt habe. Die 3nfeln sollen 90 Meter hohe felsige Steilufer besitzen. Das dritte Opfer der Langener Bohnenvergistung. WSN. Langen, 23. Aug. Wir berichteten vor einigen Tagen von der Erkrankung der Familie Fritsch in Offenthal bei Langen nach dem Genuß von eingemachten Bohnen. Der Mann unb bie 18jährige Tochter waren gleich barauf unter Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus gestorben. Gestern ist nun auch bie Mutter, Frau Fritsch, b e r Vergiftung erlegen. Verantwortlich für Politik: 3.23.: Ernst Dlumschein. Jedermann. 13on Hans Niebau Febermann unb Mücke finb an ber Nordsee. Es ist schwül. Dunkle Wolken steigen auf. „Ein Gewitter", sagt Mücke. „Unmöglich", schüttelt Febermann ben Kopf, „Gewitter gibt es an ber Norbsee nur bei Flut. Jetzt ist aber Ebbe." 3n ber bunklen Wolkenwanb zuckt ein Blitz. „Na?" lächelt Mücke. „Vollkommen ausgeschlossen", sagt Febermann, „bas war Wetterleuchten. Gewitter bei Ebbe gibt es nicht." Ein Donner rollt. „Schießübungen ber Marine", murmelt Feber- mann. Zwei Minuten vergehen Die ersten Tropfen fallen, bann: ein grelles Aufleuchten, ein türrenber, schmetternber Krach: ber Blitz ist in ben Leuchtturm geschlagen. Mücke unb Febermann finb zu Boben gestürzt. „Um Gottes Willen!" flüstert Febermann, als er wieber sprechen kann: „Bombenattentat auf den Leuchttu r ml" Febermann kommt zu Mucke. „Was hast bu benn da für ein merkwürdiges Buch?" fragt er. „Das ist ein griechisch-beutscyes Wörterbuch", sagt Mücke. „Donnerwetter", schüttelt Febermann ben Kopf, „wer hätte gebacht, baß schon bie alten Griechen Deutsch getrieben haben!" * Febermann ist magenkrank. „Eine Woche lang jeben Tag Milchreis essen", sagt ber Arzt, „bas wirkt wie ein Wunber." Febermann ißt acht Tage lang jeben Tag Milchreis. Aber ber Magen wirb nicht besser. „Merkwürbig", schüttelt ber Arzt ben Kopf, haben Sie sonst unvernünftig gelebt? Schnaps getrunken, viel geraucht?" „Nein", sagt Febermann. „Unb wie?" fragt ber Arzt weiter, „unb wie haben Sie ben Milchreis gegessen? Doch nicht etwa mit Zimt unb Zucker? „O nein", sagt Febermann, „mit Thüringer Bratwurst unb Speckklößen." * Febermann hat einen Neubau besichtigt. Als er wieber zurück kommt, trägt er einen Derbanb um ben Kopf. „Um Gottes Willen", sagt Mücke, „bist bu wiedör auf ben Leitern herumgeklettert?" „Nur auf einer", flüsterte Febermann, „aber bie war schon fünf Minuten vorher weggezogen." Febermann steht am Ufer. Ein Segelboot führt vorbei. Auf bem Deck bes Segelbootes steht ein Mädchen. Das Mädchen hat einen Segelanzug an unb trägt eine lange blaue Hose. „Ahoi!" ruft Febermann, „Sie möchten wohl gern ein Mann sein, wie?" „Ahoi!" ruft bas Mäbchen zurück, „furchtbar gern. Sie wohl auch, was?" Tragödie dreier Vorläufer von Pitcard Die Erforschung der hohen Luftschichten, die man jetzt als Stratosphäre bezeichnet, ist schon früher mit unzulänglichen Mitteln versucht worden, bevor P i c c a r d seine Methode entwickelte, die sich jetzt wieder bewährt hat. An einen tragischen Versuch dieser Art, der am 15. April 1875 gewagt wurde, erinnert ein französisches Blatt An diesem Tage stiegen der Herausgeber der französischen Zeitschrift „La Nature“, Gaston Tissandier, der Ingenieur Croce Spinelli und der bekannte Luftschiffer Theodore S i v e l in der Gondel des Ballons „Zenith" von den Pariser Gaswerten in die Höhe. 25 Minuten nach 12 Uhr wurden die Seile gelöst. Obwohl alle drei erfahrene Luftschiffer waren und ihr Ballon mit den besten damals erreichbaren Vorrichtungen, auch einer Sauer- stoffhufuhr, ausgestattet war, bot die offene Gondel doch keinen Schuh gegen die Sauerstoffarmut und Kälte der hohen Luftschichten. Hm 1 Hhr hatte der Ballon eine Höhe von 5000 Meter erreicht. Ballast wurde abgeworfen und der „Zenith" stieg immer höher. Die Atmungsbeschwerden wurden immer stärker, obwohl man sie durch Einatmen von Sauerstoff zu bekämpfen suchte. 20 Minuten nach 1 Hhr war eine Höhe von 7000 Meter erreicht und die Temperatur auf 10 Grad unter Rull gefallen. Sivel und Spinelli litten stark unter Schwindel und auch Tissan- dier konnte sich nur mit Mühe auf den Füßen halten. Mehr Ballast wurde abgeworfen und der Ballon stieg mit großer Schnelligkeit werter. Tissandier konnte noch den Rekord von 8000 Meter ablesen, dann verlor er das Bewußtsein. 10 Minuten nach 2 Hhr erwachte er und bemerkte, daß der Ballon mit reißender Geschwindigkeit fiel. Er schnitt einen weiteren Sandsack ab und stellte fest, daß die Temperatur 8 Grad Kälte zeigte. Seine beiden Gefährten lagen bewußtlos auf dem Boden der Gondel, und bei dem Versuch, ihnen zu helfen, verlor er wieder das Bewußtsein. Er wurde von Spinelli geweckt, der rief: „Wirf mehr Ballast aus!" Der erleichterte Ballon stieg wieder empor. Tissandier brach zusammen und wußte von nichts, bis 15 Minuten nach 3 Hhr, als et bemerkte, daß der Ballon schnell zur Erde sank und die Gondel heftig hin und hergeschleudert wurde. Er richtete sich aus die Knie empor und machte verzweifelte Versuche, seine Begleiter zu erwecken. Hnterdessen fiel der Ballon weiter, Tissandier löste noch einen weiteren Sandsack und warf mit letzter Kraft den Anker aus. Die Gondel berührte den Boden, sprang noch ein paarmal empor und blieb auf einem Ackerfeld liegen. Es war genau 4 Hhr. Die Fahrt hatte 3 Stunden und 35 Minuten gedauert. Spinelli und Sivel waren tot, Tissandier hatte fast den Verstand verloren. Heute find diese wagemutigen Vorläufer Piccards vergessen. Oer Diamant im Glasauge. Schmugglerbanden sind heute an der belgischen Grenze eifriger als je am Werk. Tag und Rächt wird Contrebande zwischen Belgien, Deutschland, Frankreich und Holland hin- und hergeschoben. 3n der Rähe von Aachen fand erst jüngst eine regelrechte Schlacht statt zwischen den Grenzbeam. ten und einer 300köpfigen Schmugglerbande. Belgien hat daher, wie aus Brüssel berichtet wird, seine Grenzposten um neue Fahrrad-Patrouillen verstärkt und auch die deutschen Grenzbeamten haben ihre Vorsichtsmaßregeln verdoppelt. Aber das Hebel wächst weiter, denn die Schmuggler erfinden einen neuen Kunstgriff nach dem andern, um die Aufmerksamkeit der Zollbeamten irrezu- führen. Tabak, Zigarren und Zigaretten z. D. sind in Belgien bedeutend billiger als in Deutschland oder Frankreich, und werfen einen glänzenden Profit ab, wenn es gelingt, sie herüber zu schmuggeln. Einem flinken Auto gelingt es gelegentlich, mit einer Ladung an den Posten vor. beizuflitzen. Eine Zeitlang wurden die Beamten betrogen, indem die Sitze der Autos mit Tabak gepolstert waren. Als dann der Trick schon allzusehr bekannt war, wurden die Gummireifen mit Tabak gefüllt Kürzlich wurde ein Zolloffizier mitten in der Rächt vom Hufschlag eines vorbei- galoppierenden Pferdes geweckt und machte dem Hauptquartier Meldung. Man brachte in Erfahrung, daß die Schmuggler, Pferden, die sie mit Schmuggelware beladen hatten, einen heftigen Schlag versetzten und sie so, unberitten, über die Grenze jagten, während sie jenseits von den Spießgesellen abgefangen wurden. Schmuck und 3uwelen gehören auch zu dem illegitimen ^Export" Belgiens. Eine elegante Dame passierte die belgische Grenze so oft, daß sie schließlich auffiel. 3hr Paß war jedoch absolut in Ordnung, so oft man sie auch durchsuchte, es konnte nichts bei ihr gefunden werden. Eines Tages bekam die Behörde einen anonymen Brief, worin auf das Glasauge der eleganten Dame aufmerksam gemacht wurde. Hnd es stellte sich heraus, daß dieses Glasauge nichts anderes war als ein äußerst sinnreich ausgeführter Behälter für Diamanten, die über die Grenze geschafft werden sollten. Heute werden sogar Kinder dazu angeleitet, mit Schmuggelware über die Grenze zu kriechen. 3n den ersten drei Monaten dieses 3ahres haben die deutschen Zollamten den Schmugglern zwei Millionen Zigaretten abgenvmmen, über 40 Tonnen Kaffee. 35 Tonnen Getreide und 30 Donnen Mehl. Rach Belgien werden Drogen geschmuggelt, vor allem Kokain unb Morphium, außerdem Liköre und Branntwein. Dieser wird größtenteils von harmlos aussehenden Motorbooten oder Fischerbarken in einer Kette von Behältern hereingeschmuggelt, die etwa ein Meter unter der Meeresoberfläche mitgeschleppt werden. Drogen werden auf 1000 verschiedenen Wegen eingeschmuggelt. Sv wurde ein alter belgischer Dauer, der täglich seinen Sselskarren mit Gemüsen nach einem deutschen Dorfe führte, in dem dortigen Wirtshaus von einem ganz fremden Manne mit einem Trunk bewirtet. Wenn er barm in fein eigenes Dors zurückgekehrt war, lub ihn wieder regelmäßig eine andere Gesellschaft zu einem Gläschen ein. Qliemand war verblüffter als er, als ihm schließlich von der Polizei die Mitteilung gemacht wurde, daß auf seinem Karren die beliebten Chemikalien, bie über die Grenze geschmuggelt werden sollten, jeweils versteckt, bzw. aus ihm herausgeholt wurden, während er sein Gläschen trank. Aus der Provinzialhauptstadt Vtehen, den 24. August 1932. AZo liegen die Toten von Anloy? In gar mancher hessischen Familie werden am 22. August die Gedanken sich der Erinnerung an ein liebes Familienglied zugewendet haben, das einst vor Anwy sein Leben yingab für das Vaterland. Sicherlich würde sich mit dieser Erinnerung auch gern eine Vorstellung von der Ruhestätte des Toten verbinden, zu der man in Gedanken wallfahren konnte. Eine Fahrt von Mitgliedern des Vereins der Offiziere des ehemaligen Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Rr. 116 zu den Kampfplätzen des Regiments im Frühjahr 1931 hat leider ergeben, daß das Auffinden der Ruhestätten auch ordnungsmäßig bestoilcter Kameraden, an deren Beerdigung die Fahrtteilnehmer zum Teil teilgenommen hatten, nicht leicht ist. Das hängt vor allem damit zu- jammen, daß die vielen meist zufällig an Ort und Stelle entstandenen Einzeltzraber ausgegeben werden mußten und daß Umbetlungen auf große Sammelfriedhöse erfolgten, auf denen heute oft viele Tausende deutscher Soldaten den letzten Schlaf tun. Auch mancher stimmungsvolle und im Kriege mit kameradschaftlicher Liebe gepflegte Re- gimentsfrledhof ist so verschwunden. Rach der Schlacht bei Anloy ließ das Regiment, als es dem Feind folgte, die 7. Kompanie zurück, der die traurige Ausgabe zusiel, die Toten des Regiments würdig zu bestatten; die Grabstätten aber lagen auch hier vielfach als Einzelgräber zerstreut, und schon $ur Zeit als Anloy noch im deutschen Etappengebiet lag, schritt man zu einer Zusammenlegung der Grabstätten. So entstanden bei A n l o y zwei Friedhöfe, auf denen vor allem An- gehörige unseres alten Regiments ruhen. Es handelt sich dabei um planmäßig angelegte Friedhöfe, an deren Einweihung im Krieg einst eine Abordnung des Regiments teilnahm. Der eine Friedhof, Heidefriedhof genannt, ist größer. Er führt offiziell die Bezeichnung: Friedhof Anloy-Bruy6res — gemischter Militärfriedhof. Hier ruhen 6 4 2 deutsche Soldaten, davon etwa 300 vom Regiment 116. Der kleinere Friedhof ist der Walofriedhof. Hier sind 111 Deutsche zur letzten Ruhe gebettet, in der Mehrzahl vom I. Bataillon 116. Bei der Hauptversammlung des Offizieroereins am 20. August konnte der Sachbearbeiter für die Frage der Regimentsgräber. Herr Oberleutnant a.D. Dr. Luley (Darmstadt), früher Adjutant des II./116, die Mitteilung machen, daß er nunmehr ein Verzeichnis aller auf den Friedhöfen von Anloy bestatteten Regi- mentsangehürigen besitze und auch genaueren Aufschluß über die Lage der Einzelgräber geben könne. Allerdings könne von einem Teil der Bestatteten nur angegeben werden, in welcher Grä- bergruppe er liege, ohne daß das Einzelgrab eindeutig benannt werden könne. Bei der Mehrzahl ist aber auch dieses der Fall. In den Kreisen des Offiziervereins wird (Aon seit Jahren die Frage erwogen, in welcher Weise man diesen Friedhöfen eine würdige Ausgestaltung und Pflege könnte zuteil werden lassen. Seither stellten sich dem noch Hindernisse entgegen, die darin beruhten, daß noch nicht klar war, ob die belgische Regierung auch hier zu Zusammenlegungen schreiten will. Diese Frage scheint vor einer Klärung im Sinne der Erhaltung der Friedhöfe zu stehen. Sollte ihr Schicksal demnächst endgültig feststehen, so wird weiteres über das Geplante bekannt werden. Das Material, das der Ofsizierverein heute bereits besitzt, will er gern den Angehörigen der Gefallenen von Anion zugänglich machen, wenn Interesse dafür vorhanden ist. In diesem Falle bittet er, Anfragen unter Angabe des Vor- und Zunamens, sowie des Dienstgrades und der Kompanie an den Offizieroerein, z. H. des Herrn Studienrats H ö l z e l. Gießen, Ostanlage 29. zu richten, die nach Möglichkeit gern beantwortet werden. Achtet auf beringte Rebhühner! Der Preußische Landesjagdverband hat im Vorjahr wie auch in diesem Jahre eine große Anzahl von Rebhühnern mit Ringen der Vogelwarte Rossitten in allen Teilen Deutschlands zeichnen lassen. Es wird damit eine Klärung der vielumstrittenen Frage angestrebt, ob das Rebhuhn bodenständig ist oder ob es zu ausgedehnten Wanderung en neigt. Eine Lösung dieser Frage birgt großes biologisches, wie auch praktisches jagdwirtschaftlichrs Interesse. , ,, . Die Eröffnung der Hühnerjagd steht vor der Tur. Es ergeht daher seitens der Geschäftsstelle des Preußischen Landesjagdverbandes an alle Jäger die drin- genbe Bitte, aufberingteHühnerzuachten und damit an der Lösung jener Fragen mitzu- arbeiten. Sollte ein so gezeichnetes Huhn, das einen Aluminiumring mit dem Aufdruck „Rossitten" und einer Nummer am Ständer trägt, zum Abschuß kommen, so wäre der Hubertus Gießen (--rtu- bienrat Hölzel, Ostanlage 29) zur Weiterleitung der Melbung bereit. Der Meldung ber Nummer an ihn wäre nur beizufügen, ob es sich um Hohn oder Henne hanbelte. Diese Unterscheidung ist allerdings nicht immer leicht. Man achte auf die Deckfedern der Flügel, die beim Hahn rostrote Tupfen aufweisen, so daß er viel bunter erscheint als die Henne (der Brustfleck sSchildl ist kein Geschlechtsmerkmal!). Im Zweiselsfall würde der genannte Verein auch gern die Geschlechtsbestimmung durchführen, um ber Sache zu bienen. ** Ernennung an ber Landesuniver- fität. Don der Pressestelle ber Universität Gießen wirb mitgeteilt: Der persönliche Drbinarius an ber Universität Greifswald Dr. jur. Erich Bley ist an Stelle des nach Leipzig gehenden o. Professors Dr. Rsjenberg zum ordentlichen Professor für Bürgerliches und Zivilprozeßrecht ernannt worden. ** Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am Samstag, 27. August, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialaus' fdjuffes der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Molkereibesitzers August Dörr in Freienseen gegen den Bescheid ber Bürgermeisterei Gießen vom 17. Juni 1932 wegen Versagung ber Erlaubnis zum Betrieb eines Unternehmens zur Abgabe von Milch. 2. Gesuch bes Heinrich Berg in Wisselsheim um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft; hier: Klage bes Gastwirtevereins ber Wetterau gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 8. Juni 1932. 3. Älaae des Kulturinspektors Christoph B e r n e t in Friedberg gegen die Stadt Friedberg wegen Heranziehung zu den Kosten ber Herstellung ber Dieffen- vachstraße. ** Straßensperre bei ber Herbst - Re - gatta. Das Polizeiamt teilt mit: Anläßlich der am 28. August stattfindenden XII. Herbst-Regatta des Große Strafkammer Gießen. Gießen, 24. August. Vor der Großen Strafkammer fand gestern ein umfangreicher Prozeß statt, der den ganzen Tag in Anspruch nahm. Angeklagt mären dreizehn Leute aus Nieder-Florstadt und den Nachbarorten, davon neun wegen Landfriedensbruchs, zwei wegen Körperverletzung mit gefährlichem Werkzeug und zwei wegen verbotenen Auf- zuas. Der Anklage liegt kurz folgender Tatbestand zugrunde: Im Frühjahr dieses Jahres waren Abteilungen der Nationalsozialisten in Nieder-Florstadt, angeblich in geschlossenen Formationen, einmarschiert, um einem dort stattfindenden Werbevortrag beizuwohnen. Da der Vortrag ausfiel, marschierten sie wieder ab und zwar auf Weisung der Gendarmerie in geschlossenem Zug, um Gewalttätigkeiten ber Bevölkerung zu oerhinbern, bie sich angesammelt hatte unb eine drohende Haltung annahm. Einer ber Angeklagten hatte — nach ber Bekunbung einer Reihe von Zeugen — schon den ganzen Nachmittag aufreizende Reden geführt. Hinter den abmarschierenden Nationalsozialisten marschierte eine mehr- hundertköpfige Menge, die die Internationale fang und johlende Rufe ausstieß. Zum eigentlichen Tumult kam es aber erst, als der durch seine aufreizenden Reden bereits in Wirksamkeit getretene Angeklagte mit einem am Schluß bes Zuges sein Motorrab brüdenben Nationalsozialisten zusammen- stieß unb zu Fall kam. Dies war ber willkommene Anlaß für bie umstehenbe Menge, über ben Na- tionalsozialisten herzufallen unb ihn zu prügeln. Es folgte herauf, nach ber Bekundung mehrerer Zeu- f en, aus der Menge ein Bombardement mit Pflaster- teinen, durch das eine Anzahl der Nationalsozialisten Kopfwunden davontrug — einem von ihnen soll dadurch der Arm ausgerentt worden sein. Zwei von den Angeklagten Haden ebenfalls nach Zeugen- bchinbungen eine Mistgabel in die Abziehenden geworfen; nur dem Zufall, daß diese auf einen Warnungsruf auseinanderstoben, soll es zu Derbanten gewesen fein, daß dadurch keine schweren Verletzungen entstanden. Die Nationalsozialisten sollen danach auf ein Kommando ihres Führers zum Teil zum Gegenangriff geschritten sein. Dabei soll sich einer von ihnen eines Messers bedient und damit gestochen haben; er bestreitet dies, ein Verletzter hat sich auch nicht gefunden. Ein anderer soll mit feinem Koppel auf einen zur Seite stehenden Unbeteiligten eingeschlagen haben. Der Gendarmerie gelang es, die Streitenden zu trennen, so daß noch schwerere Folgen vermieden wurden. Die ganzen Ausschreitungen, die durch das Verhalten des durch das Motorrad angeblich Angefahrenen ausgelöst wurden, nahmen nur verhältnismäßig kurze Zeit in Anspruch; nach der Bekundung eines der Gendarmeriebeamten sind sie nicht zu trennen, sie spielten sich vielmehr „kaufend ab". Die Angeklagten bestritten zumeist ihre Schuld. Es wurden über dreißig Zeugen vernommen. Die Plädoyers des Staatsanwalts und der Verteidiger fanden in den Abendstunden statt. Beratung unb Urteilsoertünbung erfolgen heute, Mittwoch, vormittag Lahn-Regatta-Derbanbes ist die Bootshausstraße von dem Bootshaus ber Gießener Rubergesellschasi bis an ben Durchgang nach ber Eberstraße (Bahnüberführung) am 28. August von 14 bis 19 Uhr für den Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt. ** Beim Rangieren schwer verunglückt. Gestern gegen 10 llf>r verunglückte auf dem Bahnhof Ober-Widdersheim bei Ridda der Reservezugführer Friedrich Lang vom Bahnhof Gießen, wohnhaft in Droßen-Linden. Der bedauernswerte Mann hatte einen Güterzug von Gießen nach Ridda zu begleiten. Beim Rangieren auf dem Bahnhof Ober-Widdersheim tarn der Beamte unter eine Rangierabteilung, wobei ihm die Räder eines Wagens über das linke Bein gingen und schwer verletzten. Rach erster ärztlicher Hilfeleistung durch den Bahnarzt Dr. K och (Ridda) wurde der Verunglückte von dem Arzt mit dem Auto nach Gießen in die Chirurgische Klinik verbracht. Das Dein mußte amputiert werden. 4 0. JahreSfest des Evangelischen Arbeiter-Vereins, Gießen. Man berichtet uns: Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens des Evangelischen Arbeiter-Vereins, Gießen, fand am Samstagabend im Der ei ns lokal ein Degrü- ßungs- und Ehrenabend statt. Zunächst sprach der Vorsitzende Degrühungsworte, verbunden mit einem Rückblick auf die Tätigkeit des Vereins in den 40 Jahren feines Bestehens. Ramens des Verbandes Mittelrheinischer Evangelischer Arbeiter-Vereine sprach dessen Vorsitzender, Pfarrer Heß (Darmstadt). Auch die Vertreter der Dru- dervereine von Butzbach, Darmstadt, Frankfurt a. M.-West, Hanau, Kreuznach, Oberursel und Offenbach übermittelten Glückwünsche, teilweise unter Lieberrcichung von Geschenken. Ramens des Oberhessischen Vereins für Innere Mission sprach Kaufmann Emil Horst. Eine Reihe bewährter Mitglieder des Vereins wurde durch Auszeichnungen geehrt. Es erhielten die silberne Radel die Herren: Prof. Dr. H e u f e r, H. Kirch- ne r, K. Weller, I. R i t f e r t, M. Zschunke, K. Müller, 6. Äauff mann, I. Loh, H. Heß, A.G ö b e l, K. G r aul ich, A. O hr und H. Schnabel, außerdem die Leiterin des Frauenchors Frau Minna Schäfer. Adam Büttner wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Am Sonntagvormittag fand in der Stadtkirche ein eindrucksvoller Festgottesdienst statt, bei dem Pfarrer Heß (Darmstadt) die Festpredigt hielt. Der Gottesdienst wurde durch Mitwirkung der Gesangsabteilung des Vereins verschönt. Am Rachmittag fand eine Rachversammlung statt, in welcher Derbandssekretär Läufer (Darmstadt) die Festansprache hielt. Auch hier trug die ®e- sangsabteilung des Vereins durch Lieder und sonstige Darbietungen wesentlich zur Verschönerung der Veranstaltung bei. *• Ende der Hundstage: Am 23. August haben die „Hundstage" ihr Ende erreicht. In diesem Jahre haben sie wenigstens in ihrer zweiten Hälfte ihrem Ramen Ehre gemacht. Rach den starken Regenfällen um Juli-Ende und in der ersten Augustwoche heiterte sich der Himmel auf, wolkenlose Bläue strahlte und unter einer wirklichen „Hundskaghihe" führte der Dauer das letzte Getreide ein. Ein alter Spruch lautet: „Hundstag im Sonnenschein, führt Korn und Haber ein; Hundshih und Eommerregen ist ein rechter Brotsegen". Rach altem Volksglauben soll der 23. August die Witterung im Herbst Voraussagen. Der Morgen fort dabei das erste, der Mittag das zweite und der Abend das dritte Drittel der kommenden Jahreszeit darstellen. Eine sensationelle Verhaftung. Der Einsiedler als Haupt einer weitverzweigten Falschmünzer bände. WSR. Dillenburg, 23. Aug. Eine aufsehenerregende Verhaftung wurde am Dienstag durch die Landjägerei durchgeführt. Unter dem dringenden Verdacht, bereits seit längerer Zeit in umfangreichem Maße Falschmünzereien betrieben zu haben, wurde der in Westdeutschland weit bekannte Einsiedler R e i n e ck, der in einer schachtartigen Behausung in der Rähe der kleinen Gemeinde Seelbach im Streife Siegen wohnte, dem Llntersuchungsrichter zugesührt. Tie Landjägerei konnte in der Wohnung des Sin» siedlerS umfangreiches Material vorfinden, das zur Herstellung der Falschstücke benutzt worden ist. Insbesondere soll sich der Einsiedler mit der Herstellung von Fünf- und Zwei- Markstücken befaßt haben. Es besteht der dringende Verdacht, daß Helfershelfer vorhanden sind. Der Einsiedler Reineck war eine besonderS bei AuSslüglem bekannte Persönlichkeit, die ost seine Einsiedelei besuchten, deren geheim- niSvolleS Innere aber von Fremden nie betreten werden durste. R. lebte angeblich von dem Verkauf von Ansichtskarten und den kleinen Gaben, die man ihm für sein Musizieren schenkte. Run stellt es sich heraus, daß man es scheinbar mit dem Haupt einer weitverzwe igten Falschmünze rban de zu tun hat. Reineck trat sogar kürzlich vor die breite Oefsentlichkeit, in dem er im Westdeutschen Rundfunk auf von ihm selbst verfertigten Musikinstrumenten gespielt hat. Seine Darbietungen im Rundfunk wurden damals viel beachtet und als künstler isch hochstehend bezeichnet. 5ilme, die die OeffenlWeil nichl W scheu bekommt Oie Polizei hat ihre eigene Filmproduktion. Kon Max Lenz. Buntes Allerlei wäre es ganz dut, wenn davon auch nichtpreußische, aber doch dcusiche Polizeien profitieren würben. Das Produktionsprogramm umfaßt Kultur- unb Aufklärungsfilme, solche über Hygiene, Technik unb ähnliches mehr. Selbst- verstänblich unter befonberer Berücksichtigung polizeilicher Interessen. Für Innenaufnahmen steht sogar ein eigenes Atelier zur Verfügung. Allerdings ist es sehr klein, doch genügt es allen Anforderungen. Man sieht dann, wie sich die Polizei bei Absperr- maßnahmen zu verhalieir wie sie bei Demonstrationen vorzugehen hat. Man erhält bei der Durchsicht bes Verleihkataloas einen oollftänbigen lieber- blick über bie Vielseitigkeit ber Polizei, beren gesamten Aufbau man sich im Film vorsühren lasse,» könnte ... wenn es nicht für Zivilisten verboten wäre. Man hat sich im übrigen nicht auf Ausnahmen aus Preußen beschränkt. Während einer Studienreise hat Hauptmann Sahl Polizeifilme im Ausland gedreht außerdem hat man durch Austausch mit frem- ben (Staaten wertvolles Material erwerben können. Der Polizei-Interessent kann sich also nun auch Filme über die amerikanische und zahlreiche europäische Polizei zeigen lassen. Besonders berücksichtigt wurden bei den Aufnahmen solche über ben Verkehr, unb es ist sicher sehr lehrreich, Vergleiche über bie Arbeitsweise ber Berliner mit ber Neuyorker, Pariser unb fionboner Polizei anzustellen. Die Filme haben verschiedenen Umfang. Die einen finb abenbfüllenbe Werke von über breitaufenb Tleter Länge, andere ganz kurz etwa 125 Meter. Für jede Gattung gibt es welche: für ben Arzt, ben Ingenieur, ebenso für ben Schupo unb Kriminalisten. Die Streisen werben streng vor ber Öffentlichkeit oer- schlossen gehalten. Sie finb „Polizeigeheimnis". Und bas ist ganz gut so. Die Polizei als Filmunternehmer? Ja, es stimmt. Davon weiß allerbings im allgemeinen ber Steuerzahler nichts, obwohl dies Unternehmen schließlich aus seinen Mitteln bestritten wird. Er erfahrt auch nur ganz zufällig etwas davon; zu sehen bekommt er nie einen dieser Filme. Die Polizei hat im I n • ftitut für Technik unb Verkehr ein Zen- tralbilb- unb Filmarchiv geschaffen, bas, laut Anordnung des Ministeriums, ausnahmslos für den Polizeidienst bestimmt ist. Es werden lediglich Ausnahmen für Polizeizwccke gemacht — kein Bild, fein Streifen wird einem Zivilisten gezeigt. Eine Industrie für sich, aber sehr wertvoll. Die Aufnahmen werden mit einfachsten Mitteln gemacht. Unb dann natürlich nur stumm. Für den Unterricht genügt die Anschaulichkeit, der Ton spielt ja dabei eine unwesentliche Rolle. Der im Technischen vollkommen ausgebildete Polizeihauptmann Sahl, Fachmann für diese Dinge, nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland anerkannt, dreht, unterstützt von ein paar Schupoleuten, selbst. Er ist fein eigener Regisseur und sogar sein eigener Verfasser, falls nicht die Wirklichkeit ihm den Stoff liefert. Gestellte Bilder werden ebenso verwendet wie tatsächliche Ereignisse: Demonftra.ionen, Rettungsmaß- nahmen, Derfassungsfeiern usw. Diese Aufnahmen werden durch andere, von der Industrie gekaufte, "Le/ Verleih erfolgt ohne jebe Gebühr; welch ein Ideal! Aber die Filme erhalten aus- schließlich Polizeidienststellen und -schulen, und dann auch nur innerhalb Preußens, lieber die „Grenze" dürfen sie allein in Ausnahmefällen gehen. Bedingung ist dann, daß das Urheberrecht nicht verletzt wird. Das ist vielleicht bedauerlich, denn da dies Institut das einzige seiner Art in Deutschland ist, Oie Jahreszeit der Einbrüche. Der Hochsommer ist die Saison der Einbrecher aller Art, denen die warme Witterung der Rächte und das Leerstehen vieler Wohnungen wahrend der Reisezeit besonders verführerisch erscheint. Lieber die Metboden der modernen Einbrecher und die beste Art, sich dagegen zu schützen, machte ein englischer Fachmann einige Mitteilungen. Die modernen Einbruchsmethoden sind sehr verschiedenartig, bald außerordentlich raffiniert, bald ganz einfach. Aber im großen ganzen kann man doch sagen, daß die einfachsten Formen, wie Eindrücken von Fenstern und Aufbrechen von Türen, am häufigsten sind. Starke Schlösser und feste Riegel sind noch immer die beste Schutzmahregel. Richt daß sie qjten modernen Einbruchswerkzeugen Widerstand leisteten, aber ein Einbruch in eine gut geschützte Wohnung erfordert mehr Mühe und schließt mehr Gefahren in sich ein. Der Einbrecher aber ist meistens ebenso bequem wie ängstlich und bevorzugt die „leichten Sachen". Man nehme zwei Häuser, von denen das eine wohlverwahrt und gut verschlossen ist, während das andere leichteren Zugang ermöglicht, und man kann sicher sein, daß der Einbrecher das letztere wählen wird, auch wenn er genau weiß, daß in dem schlecht verwahrten Haus viel weniger ^u holen ist als in dem gut geschützten. Der Einbrecher scheut eben das Risiko und begnügt sich bei geringerer Gefahr mit kleinerem Gewinst. Der „Meister" in diesem Fach arbeitet ganz lautlos; er benutzt keine Feuerwaffen, denn er weih, daß der geringste Lärm die Polizei auf seine Spur bringen kann. Viele Einbrecher lassen ihre „Visitenkarten" in irgendeiner Form zurück. Der erfahrene Detektiv wird daher aus irgendeiner Kleinigkeit nicht selten den Schluß ziehen können, welcher „schwere Junge" hier seinen Besuch abgestattet hat. Man erzählt von einem authentischen Fall, bei dem ein Einbrecher, bevor er die Wohnung mit seinem Raube verlieh, die schla- sende Herrin des Hauses küßte. Der Ehemann schlief im Zimmer nebenan, und die Dame glaubte, der Einbrecher sei ihr Gatte, der ihr Gute Rächt sage. Sie sah ihren Irrtum erst am andern Morgen ein, als sich die deutlichen Spuren eines nächtlichen Besuches geigten, und schloß nun aus dem rauhen Kinn, das der vermeintliche Gatte tn der verflossenen Rächt gehabt hatte, daß sich der Einbrecher bei ihr auf diese Weise verabschiedet hatte. Zwei Minuten sind relativ. Ein Trost in unseren heißen Tagen: während der Olympiade in Los Angeles war es mindestens so heiß wie in Deutschlanb. Lind die Athleten mußten in dieser Temperatur obendrein noch Höchstleistungen vollbringen! Wen wundert es also, daß während der „Siedepunkte" des Kampfes der Wagen und Gesänge sich Kämpfer und Publikum in einem Zustand sanfter Auflösung befanden? Den Kämpfern half nichts — fie muhten sich produzieren. Aber was taten die Zuschauer? Sie verliehen, zwischen zwei Weltrekorden, eilig die Tribüne, um sich eine Eiswaffel zu kaufen. Dies tat auch, an einem der Hertzesten Tage, ein braver amerikanischer Bürger. Außerhalb der Manege hatte er ein kleines Schild entdeckt: Eis-Stand — zwei Minuten von hier." Gierig hatte er sich darauf in die angezeigte Richtung begeben. Er wanderte und wanderte — das berühmte marathonische Vorbild für die olympischen Spiele war nichts gegen diesen ungeheuren Fußmarsch. Zwei Minuten? Aber er muhte doch gleich da sein! Lind immer aufgelöster schritt er dahin. Als er schließlich — eine halbe Stunde mochte wohl vergangen sein — den Stand erreichte, machte er. erstaunt und erzürnt, dem EiSver- käufer seinen Standpunkt klar. Das sei ein Dolks- betrug gröbster Sorte, dieses Schild mit den zwei Minuten! Wer in aller Welt diesen Schwindel in die Welt gesetzt, diese Tafel mit der blödsinnigen Aufschrift aufgepflanzt hätte? Der Verkäufer fah ihn an und, merkwürdig, aus seiner Miene sprach nicht Reue, nur höchster Stolz. „Diese Tafel" sagte er schließlich mit Würde „hat Mister 6art eigenhändig dort aufge- pflanzt." Wozu eigentlich nur zu bemerken wäre, daß Mister Carr (Amerika) das Rennen über 400 Meter auf der diesjährigen Olympiade getoonnen hat... Oer tapfere Kiebitz. Eine fesselnde Beobachtung aus dem Dogel- leben erzählt H. Dongardten in der Illustrierten Wochenschrift über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik „Die Llmschau": Linker den Kiebitzen in einem Moor erregte ein Hähnchen wegen seines außergewöhnlichen Temperaments Aufmerksamkeit. Es setzte sich energisch zur Wehr, wenn der Beobachter dem Gelege näher kam und lockte auch seine Kameraden herbei, die ihm in der Gefahr zu Hilfe eilten. Eines Morgens sah er, wie ein Rabe von dem tapferen Kiebitz angegriffen wurde, als dieser es auf das Gelege abgesehen hatte. Der Kiebitz schoß wie ein Pfeil empor und ebenso schnell in die Tiefe und versetzte dem Raben einen Schnabelhieb auf den Schädel, daß die Federn stoben. Als der Räuber sich blitzschnell herumwarf, erhielt er einen zweiten Hieb; er vermochte den geschickten Winkelzügen des Kiebitzes nicht zu folgen. Der Vogel schlug auch Alarm, und im Ru war ein Schwarm Kameraden zur Stelle, die sich mit aufgeregtem Kampfgeschrei von oben, unten, rechts und links auf den Räuber stürzten, so daß dieser schließlich die Flucht ergriff. Selbst ein Sperber und ein Wanderfalke, eine Elster und ein Eichelhäher, die dem Moor gelegentlich einen Besuch abstatteten, konnten den Angriffen der Kiebitze nicht widerstehen. Mit den Erfolgen wuchs auch augenscheinlich der Mut des Kiebitz-HähnchenS, und als erst die Jungen ausgeschlüpft toaren, griff er mit Todesverachtung jedes Lebewesen an, das dem Familienidyll näher kam, wobei ihn die Kameraden niemals im Sttch lieben. Schließlich ping feine Verwegenheit so weit, daß et sogar einen Habicht zu verscheuchen suchte, der seine Kreise über dem Moor zog. Da aber auch der Habicht ein ausgezeichneter Flieger ist, kam der Äiebifc bald in Bedrängnis. Er bediente sich zunächst noch der bewährten Finten mit Erfolg und gab sein Rotsignal „Lhäit — Ehäitl". um die Kameraden herbeizurufen, aber diesmal war feine Hoffnung auf Hilfe vergebens, die Kameraden hakten unter Binsen und Riedgräsern versteckt beobachtet, gegen welchen gefährlichen Räuber sie zu Hilfs kommen sollten, und blieben zurück. So endete diesmal der Kampf damit, daß der tollfüljne Kiebitz dem mächtigen Habicht erlag. Zweite Großetappe des Europarundflugs. Start in Rom. Der Start zur zweken Grohetappe des Europarundfluges ist am Dienstagvormittag in neun Staffeln von 6 'bis 6.40 Llhr erfolgt. Gestartet sind 32 Maschinen: 12 Deutsche, 5 Franzosen, 6 Italiener, 5 ’jiolen), 1 Schweizer und 3 Tschechoslowaken. In der ersten Staffel erhob sich die von Freiherr von Massenbach gesteuerte Heinkel- maschine als erste in die Luft. Iunck konnte an dem Start wegen Rabenbruches noch nicht teilnehmen. Er hofft, im Laufe des frühen Rachmittags abfliegen zu können. Zurückziehung des italienischen Reservegeschwaders vom Luropa-Rundflug. In der zweiten Etappe des Europarundfluges, ist der italienische Pilot S u st e r bei Albenga infolge eines Flügelbruches abgestürzt, wobei der Begleiter den Tod fand. Der Apparat des Piloten de Angeli ist bei -Zannes infolge Flügelbruches niedergegangen. Die Besatzung blieb unverletzt. Da die Unfälle wahrscheinlich auf Konstruktionsfehler zurückzuführen sind, hat der Luftfahrtminister die Zurückziehung des Reservegeschwaders vom Europaflug angeordnet, damit die Besatzungen nicht weiteren Gefahren ausgesetzt sind. Bellinzona—Turin—Stuttgart. Rach der Zwischenlandung in Bellinzona hatten mittags die ersten Flieger den Zwctngs- landeplah Turin erreicht, darunter auch der Italiener Diazzo, der in Rom 40 Grad Fieber hatte und trotzdem startete. Die kürzeste Flugzeit von Bellinzona nach Turin hatte der Deutsche Seide- mann. Bei einer Rotlandung, die der für Deutschland startende Rumäne Papana hinter der Provinz Florenz vornehmen muhte, ging seine Maschine zu Bruch. Die Besatzung blieb unverletzt. Als erster der Europaflieger traf in Stuttgart-Böblingen der Deutsche S e i d e» mann auf Heinkel um 16 Llhr ein. Er war um 15.16 llftr in St. Gallen gestartet. Als zweiter der Europaflieger traf in Stuttgart Freiherr v. Mas send ach auf Heinkel 16.36 Ahr ein, gerade in dem Augenblick, in dem Seidemann zum Weiterflug nach Bonn startete. Oie deutschen Olympia-Kämpfer auf der Heimreise. Am Sonntag trafen die deutschen Olympiakämpfer, von Chikago kommend, in Milwaukee ein. Bei einem kurz improvisierten Sportfest der Schwerathleten schnitten unsere Landsleute sehr gut ab. Ismayr, Straßberger, Wölpert und Schäfer boten bei den Gewichthebern sehr gute Leistungen. Die Ringer Brendel, Ehvl, Sperling, Földeak und Gehring hatten wenig Mühe, ihre amerikanischen Gegner zu besiegen. Bon Milwaukee aus ging es nach Buffalo, von wo aus eine Besichtigung der Riagara-Fälle vorgenommen wurde. Am Dienstag früh trafen dann die Deutschen wieder in Reuyork ein. Sie wurden hier nochmals herzlichst, wenn auch weniger geräuschvoll wie bei der Ankunft, empfangen. Die Mannschaft bezog dann auf dem Dampfer „Deutschland", mit dem am heutigen Mittwoch die Heimreise angetreben wird, Quartier. Wieder dreimal Sieg...! Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) — Alsfeld 06 (Liga) 7:5 (4:1). Die Dlauweißen konnten auch das Rückspiel auf eigenem Platze siegreich gestalten. (Borspiel 6:7 für 1900.) Die weniger Zuschauer bekamen erneut ein außerordentlich torreiches Treffen zu sehen. Die Hitze stellte an die Beteiligten große Anforderungen. Die Einheimischen waren von Anbeginn an ihrem Gegner überlegen und holten auch bis Mitte der zweiten Halbzeit einen überlegenen 7:2-Sieg heraus. Alsfeld erholte sich nach einer erfolgreichen Amstellung von seiner großen Schwächeperiode und kam durch Eifer und Glück gegen Spielende noch zu drei Treffern. And das nicht ohne Berschulden der Gießener Elf. Müller im 1900er Tor mußte bei besserem Stellungsspiel den dritten und fünften Gegentreffer verhindern. Der Gießener Angriff zeigte nicht das gute Spiel der letzten Sonntage. Göbel litt zu sehr unter einer erlittenen Deinverletzung und Arnold zeigte zu wenig Angriffslust, während Schmidt auf Linksaußen schnelleres Abspiel und wuchtigeres Flanken zu empfehlen sind. 1900 spielte mit Müller; Zeiler, Luft; Henrich, Langsdorf Glitsch; Heilmann, Arnold, Lippert, Göbel und Schmidt, also bis auf den Torhüter in stärkster Aufstellung, trotzdem wurde beiderseits wenig erbauliches gezeigt. Das war aber in erster Linie auf die heiße Witterung zurück- Mführen. Gauobmann Klier (Wetzlar) als Schiedsrichter war vor keine allzuschwere Aufgabe gestellt. Die sieben Treffer für Gießen fielen der Reihenfolge nach durch Göbel, Lippert, Arnold, Göbel, Lippert, Arnold und wieder Göbel. Bevor die Spielvereinigung 1900 am 4. September in die Berbandsspiele tritt (hier gegen Frohnhausen), wird sie am kommenden Wochenende nochmals und zugleich als Generalprobe zwei Spiele austragen, und zwar am Samstag in Siegen und am Sonntag in Fulda. 2 Spiele, 2 Siege des DfB. Die Grün-Weißen hatten sich fürs Wochenende als Gastgeber zwei Vereine des Dillgebiets verschrieben. Obwohl sie mit reichlichem Ersatz die Reise antreten mußten, brachten sie zwei Siege mit nach Hause. So einfach^ als die Resultate besagen, war die Sache allerdings nicht abgetan. Die beiden Gegner entpuppten sich als sehr spielstark, hatte doch z. B. Sinn vor kurzem gegen den Wetzlarer Sportverein (letzterer allerdings ohne die Gebrüder Benner) 5:3 gewinnen können. Diese Mannschaften geben, wie bekannt, auf eigenen Plätzen stets gefährliche Gegner ab. Ihr Siegeswille ist stark ausgeprägt, was die BfB.er erfahren mußten, denn die Spiele wurden sehr hart ausgetragen. VfB. Liga-FC. Burg 2:1 (1:0). Das samstägliche Spiel in Burg sah in der 1. Spielhälfte beide Mannschaften gleichmäßig im Vorteil. Rur ein Tor war die Ausbeute für VfB. 2m weiteren Verlauf des Spiels wurden aber die Grün-Weißen durch ihr flaches Zuspiel überlegener, aber die harte, unbedingt auf Sieg eingestellte Spielweise des Gegners ließ Erfolge nicht zu. Durch einen Elfmeter kam Burg zum Ausgleich. Durch einen fairen Kopfball konnte Lehrmund — er hatte auch den Führungstreffer erzielt — zum Siegestor kommen. Die Verteidigung nebst Torwart lieferten eine ansprechende Partie, während die Läuferreihe nicht harmonierte. VfB. Liga — Spv. Sinn 6:1 (4:0). Für das Spiel am Sonntag in Sinn wurde eine Anstellung vorgenommen und durch Haupt die Läuferreihe verstärkt. Haupt lieferte denn auch eine glänzende. Partie. Der Gegner steht unter dem Training eines Frankfurter Ligaspielers, und hat in den letzten 2 Jahren auf eigenem Platz nicht verloren. Tempo und Kampf waren noch schärfer als am Vortage; dennoch kam VfB. in der 1. Halbzeit zu vier Treffern, alles Früchte einer anzuerkennenden .Kombination des Grün-Weißen Sturmes. Der ®eg- r kämpfte unter Einsatz aller Mittel, aber die Läuferreihe der VfB.er setzte die temperamentvo.i.en Aktionen matt. VfB. erzielte noch zwei schöne Tore, denen die Gäste — ebenfalls wie Burg — durch Elfmeter das Ehrentor entgegensetzten. Den Spielen wohnten verhältnismäßig- viel Zuschauer bei. ♦ Spiele der unteren Mannschaften der Spielvereinigung. Die Ligareserve kämpfte mit großem Eifer die körperlich weit überlegene 2. Elf des Wetzlarer Sportvereins mit 3:2 (Halbzeit 1:1) nieder und lieh obendrein noch einen berechtigten Foulelfmeter aus. Der Gast ging jeßesmal in Führung. 1900 erzielte stets den verdienten Ausgleich und sicherte sich durch prachtvolles Verwandeln eines Strafstoßes (Scharb I.) den auch an sich verdienten 3:2-Sieg. Die 3. Mannschaft blieb Wetzlars 3. mit 1:3 Toren (Halbzeit 0:1) unterlegen. Die Gießener hatten reichlichen Ersah, waren jedoch im Feldspiel gleichwertig. Sturm und Ersatztorwart versagten in entscheidenden Momenten. Die beiden 4. Mannschaften trennten sich Anentschieden (0:0), obwohl gerade hier die Blauweißen mit einem halben Dutzend Treffer Anterschied gewinnen mußten. Die 5. Elf der Spielvereinigung wartete mit 14 Spielern auf Wetzlars 5. vergebens. * Jugenbfpiele. Die AI - Jugend wartete vergeblich auf ihren Gegner; Alsfeld blieb ohne Entschuldigung aus. Die L-Iugend kehrte aus Wieseck mit einer 1:0-Riederlage heim. Die Mannschaft konnte sich schlecht mit dem ungewohnten sandigen Boden abfinden, so daß darunter das ganze Zusammenspiel litt. Wieseck war schneller und hat das Spiel verdient gewonnen. Die 1. Schüler mußten auch in Lollar anerkennen, daß der Gegner besser war. Wie das Vorspiel so verloren sie auch das Rückspiel 2:0. Beide Mannschaften führten ein schönes ideenreiches Spiel vor. Die 2. Schüler waren ihrer schweren Aufgabe durchaus nicht gewachsen. Ihr Gegner, die Schüler aus Leihgestern, war ihnen spielerisch und körperlich überlegen, so daß sie eine glatte 5:0- Riederlage einstecken mußten. Die kleinen neu zusammengestellten 1900er fanden sich noch nicht rasch genug zusammen und mußten sich meist nur auf die Verteidigung beschränken. ^urze Sportnotizen. Für die Vorschlußrunde zur deutsche, Wasserball-Meisterschast haben sich Weißensee 96^ Bremer Schwimmoerband, Bayern 07 Nürnberg, München 99 und Poseidon Köln qualifiziert. * Schwarz-Göppingen stellte in Cannstatt einen neuen deutschen Rekord im 200-Meter-Brust- schwimmen mit 2:45,2 auf. * Von einem tragischen Unglücksfall wurde der holländische Fechter Daniels betroffen. Bei einer Fechtgala in Cabourg sank er plötzlich zu Boden und erlag einem Herzschlag. * M i t 12:3 siegten die englischen Tennisspieler im Länderkampf gegen Belgien, der in Ostende aus- getragen wurde. * - Einen neuen Weltrekord im Kugelstoßen hat der Olympiasieger Sexton in Cleveland mit 16,14 Meter aufgestellt. irffchast. r <* * Neugründung der Nord wolle. Gleichzeitig mit der Neugründung der früheren Nord- wolle-Werke Delmenhorst, Eisenach und Mühlhausen sind die Jnventurarbeiten ingang gesetzt, um die Grundlage für die Aufstellung der Bilanz des Verkaufskontors Delmenhorst, in dem diese drei Werke bereits vereinigt sind, zu finden. Diese Jnventurarbeiten stehen jetzt kurz vor dem Abschluß, nachdem die gleichen Arbeiten für Leipzig und Bahrenfeld bereits abgeschlossen worden sind. Die offizielle Neugründung und ihre handelsgerichtliche Eintragung stehen kurz bevor. Sitz der beiden Aktiengesellschaften wird Bremen sein. * Hermann Wronker 21®., Frankfurt a. M. Auf Grund des vom Gläubigerausschuß befürworteten Vergleichsvorschlages der Hermann Wronker AG., Frankfurt a. M., wonach bekanntlich Gläubiger mit Forderungen bis zu 100 RM. voll- befriedigt werden und die übrigen Gläubiger unter Garantie der Dresdner Bank eine Quote von 30 o. H. erhalten sollen, ist heute das Vergleichsverfahren eröffnet worden. Frankfurter Abendbörse gut behauptet Frankfurt a. M., 23. Aug. Die weitere Aufwärtsbewegung zu Beginn der heutigen Reuyorker Börse hat auch auf die Abendbörse einen leichten Einfluß genommen. Die Stimmung war etwas zuversichtlicher, doch hielt sich das Geschäft in Anbetracht der neuen innerpolitischen Lage in engsten Grenzen. Immerhin traten gegen den Berliner Schluß meist Besserungen von 0,25 bis 0,50 Prozent ein. Stärkeres Interesse erhielt sich für Aku, die 1,75 Prozent crnzogen. Am Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen gut behauptet. Im freien Markt war das Geschäft in russischen Prioritäten nicht mehr so lebhaft wie heute mittag, doch blieben die erhöhten Kurse gut behauptet. Altbesihanleihe 48,50, Reubesitz 5,25, Reichsbank 127, Mannesmann 45. Kein Rückgang der Arbeitslosigkeit Oie Arbeitsmarktlage im CReidr Derlin, 23. Aug. Rach dem Bericht der Reichsanstalt ist in der Zeit vom 1. bis 15. August die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen um rund 10 000 zurückgegangen. Da angenommen werden muh, daß ein gewisser Teil der ausgesteuerten oder wegen mangelnder Hilfsbedürftigkeit aus der Anterstühung ausgeschie- benen Arbeitslosen das Arbeitsamt nicht mehr in Anspruch genommen hat, muh mit der Möglichkeit gerechnet werden, dah die tatsächliche Arbeitslosigkeit nicht abgenommen hat. Von den am 15. August erfaßten rund 5 383 000 Arbeitslosen wurden rund 714 000 in der Arbeitslosenversicherung, rund 1 322 000 in der Krisenfürsorge, in beiden llnterstützungseinrichtungen zusammen mithin rund 2 036 000 unterstützt. Damit ging die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung um rund 44 000, in der Krisenfürsorge um rund 32 000, zusammen also um rund 76 000 zurück. Die Aufgliederung der verbleibenden rund 3 347 000 Arbeitslosen ist nicht möglich, da insbesondere die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen für Mitte des Monats auch schätzungsweise nicht angegeben werden kann. Don den Faktoren, die in der Berichtszeit zu einer Entlastung des Arbeiksmarktss beitrugen, steht der Bedarf der Landwirtschaft weitaus an erster Stelle. In Steinbrüchen konnte mehrfach ein besserer Beschäftigungsgrad auf Grund von Staats-, Reichsbahn- und Gemeindeaufträgen erreicht werden. Das dürfte u. a. auch eine Wirkung der verstärkten Inangriffnahme des Arbeitsbeschaffungsprogramms und des Freiwilligen Arbeitsdienstes sein, deren zunehmende Bedeutung in den Berichten der meisten Landes ar bei tsämter ausdrücklich betont wird. 2m Steinkohlenbergbau hat sich der Beschäftigungsgrad kaum wesentlich verändert. Die Lage im Braunkohlenbergbau neigte eher zu einer weiteren Verschlechterung. 2n der oberschlesischen Schwerindustrie hielt die Kurzarbeit an. Die verarbeitende Metallindustrie hat einzelne Anzeichen einer Belebung auszuweisen. Verschiedene Zweige der Spinnstoffindustrle konnten Arbeitskräfte einstellen und zu längeren Arbeitszeiten übergehen. Andere Zweige, so besonders die Tuchindustrie, waren zu Entlassungen gezwungen. 2n der Schuhindustrie herrscht starke Kurzarbeit^- 2m Nahrungsmittel gewerbehat sich die gute Beschäftigung in der Konservenindustrie und in der Fischverarbeitung behauptet. 2m Sühwarengewerbe war die Lage bezirklich verschieden. Die Z i g a r e 11 e n i n b u ft r i e nahm vor allem im Bezirk Brandenburg größere Entlassungen vor. 2m Derkehrsgewerbe haben sich nur die Deschäftigungsverhältnisse im Seehafen- Verkehr etwas gebessert, während im übrigen die Entwicklung rückläufig war. Der Arbeitsmarit der Angestelltenberufe wurde durch Entlassungen hauptsächlich von kaufmännischen Angestellten erheblich belastet. 1 Jahr Zuchthaus wegen versuchten Raubes. MSR. Marburg, 23. Aug. Als vor einigen Wochen die Wirtin der Bahnhofswirtschaft des Südbahnhofes um die Mittagszeit außer einem Gast allein im Wartesaal anwesend war und das Geld der Kasse nachzählte, wurde sie plötzlich von dem Gast angefallen und am Halse gewürgt. Sie konnte sich aber los- reißen, den Ausgang gewinnen und zwei Dahn- beamte alarmieren. Der Räuber, der es auf den 2nhalt der Kasse abgesehen hatte, wurde f e ft» genommen. Bor dem Schöffengericht stellte sich heute heraus, daß man es mit dem 50jährigen, jetzt in Frankfurt a. M. wohnhaften, schon oft mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestraften Schlosser S ch a f f r i ck zu tun hatte. Schaffrick war mit einem Fahrrade nach Marburg gekommen, um sich angeblich in hiesiger Gegend Lebensmittel zu beschaffen, da er erwerbslos ist und keine älnterstühung erhält. Das Urteil des Schöffengerichts lautete wegen versuchten Raubes auf ein 2 ahr Zuchthaus und fünf 2ahre Ehrverlust. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an — Reichsbankdiskont 5 o H, Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. 2H. 25 tr lin Frantsurr a.M. Berlin Franoun a. 21t. Berlin Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. TH. Schluß- kurS Echlußk. Abendbörse Schluß- lurS Echlußk. Mtttag- börsc Schluß« kurS Echlußk. Abendbörse Schluß- kurS Schluß!. Dliliag- bör-e Schlußkurs Echlußk. Abend- börl- Schluß« lurs Echlußk. mittag» börsc 22-August Amtliche Notierung — 23.August Amtliche Nolierunq Oafum 22-8. 23.8. 22.8. 23.8. Datum 22.8. 23-8. 22-8. 23.8. Datum 22.8. 23-8. 22-8. 23-8. Geld Brie Geld 1 Brie Helsingsors . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm London. . . Buenos Aires Reuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanten . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . Berit Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Note Französische N Holländische ST Italienische N Norwegische 9 Deutsch-Oeste Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische No 6,264 51,95 12,465 3,057 169,78 72,98 77,62 74,83 14,56 0,888 4,209 58,41 21,60 16,50 81,87 33,87 82,02 0,959 0,324 6,693 13,29 ___ i, 23-Auaust Noten . . . n..... n..... n..... oten.... oten.... oten .... oten.... -reich, 1 1OO oten .... oten.... en..... en..... ten .... 6,264 51,95 12,465 3,057 169,78 72,98 77,62 74,83 14,57 0,893 4,209 58,41 21,60 16,50 81,77 33,82 81,97 0,959 0,324 6,693 13,21 Geld 4,20 58,25 77,44 14,53 16,46 169,41 21,56 72,80 2,49 74,65 81,59 33.68 6,276 52,05 12,485 3,063 170,12 73,12 77,78 74,97 14,61 - 0,897 4,217 58,53 21,64 16,54 81,93 33,88 82,13 0,961 0.326 6,707 13,23 Bries ' 4,22 58,49 77,76 14,59 16,52 170,09 21,64 73.10 Ml 74,95 81,91 33,82 6% Deuuche Rctchsanleche 0.192, <>% ehem. 7°/„Dt. RetchSanl. v.1929 byt% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mil Auslos.-Rechlen...... DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . S°/c> ehem 8%6eii.Solfsflaatl929 (tüctiafjlb. 102%)...... Oberhesien Provinz-Anleihe mil AuSIos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldpte. 1 > unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bani Goloote 16 unkündbar bis 1936 6Vi% ehem. 4'/z% Franls.Hyp.- Bank Mtflu Psanobriese . . . 6Vi% ehem. 4N% Rheinische Hnv.-Banl-Ligu-Goldpse. . 6% ehem. 8% Pr. LandcSpsand- briesanstai Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand» brtesanstali Pfandbriefe R. 10 4% Oeslerreichische Golbreme . 4,20% Ocsterreichische SIlberrentc 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/r% desgl. von 1913..... 5% abzest. Goldmexilaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbuhn-Anlethr Serie 1.......... 4% desgl. Serie 11...... 6% vereinh. Rente v. 1903 4s4%Numün.veretnh.Rcntev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente 2%% Anatolier 60 68,75 62 48,5 5,4 46,5 46 69,65 69 77,65 78,5 67,5 68 10,25 6,4 - 6,9 3,3 3,25 4,7 59,5 68,75 62 48,5 5,25 46,5 46,2 69,5 69,5 77,75 78,25 67,5 68 10,25 6,13 6,2 6,75 3,3 3,4 3,3 5,2 9,75 4,4 17,25 59,5 68,5 62 48,25 5,3 52,75 46,4 67,5 •ü 3,35 3,5 3,35 5,2 10 4,5 17,2 59,5 68,5 60,5 48,25 5,2 52,75 46,6 67,5 10,25 1,25 6,55 6,35 3,35 3,6 3,45 9,6 4,3 17,25 vamvurg-Amema Pare i Hamburg-Südam.Dampslchiss. 0 Hansa Dampsschis, . . . < Norddeutscher Lloyd.....< A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 Berliner Handelsgesellschaft . 4 Commerz- und Privat-Bank . 0 Darmstädter und Narionaibank 0 Deutsche Bank und Disronto-Gesellschait . . 0 Dresdner Bank...... 0 Reichrbank 1: A.E.G...........o Bergmann.........o Elektr. Lieferungsgesellschast. 5 Licht und Krasi...... 6 Felten & Guilleaume.... 0 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen ... 4 Rheinische Elektrizität . . 5B Schuckeri L Co....... 0 Siemens & Halske..... 9 LahmeyerL Co.......10 Buderus..........4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......8 Harpencr..........0 Hoesch Eisen.........6 Ilse Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... Nlocknerwerke ........ 6 Mannesmann-Röhren . . . . 6 ManSselder Bergbau.....0 Lberschles. KokSwcrke .... 8 Phönir Bergbau......4'/, Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl.........6 14,75 15,4 37,5 89 53,5 18,5 75 18,5 127,5 33 66 78,75 43 65,25 69,5 129,5 90 31,13 71 35,5 61 26,65 43,25 16 18,24 178 53,5 13,9 14,75 36 89 53,5 18,5 75 18,5 127 32,5 66 73,75 42,5 64,75 66 68,75 129,25 89 70,5 34,5 62 45 16 18 178,5 52,75 14,5 22,25 15,25 36,75 89,5 53,5 75 61,75 127,65 32,75 67,5 78,65 43,5 65,5 70 69,25 129 90,5 32 70,75 35,25 61,5 29,5 91,5 26,4 43,25 16 35,9 18 178 53,25 13^9 22,5 14,75 36,75 88,75 53,5 75 61,75 127,4 32,5 67 77,25 43 64,9 66 69 130,5 89 31,5 70,75 34,75 62 29,25 127,25 89,5 26 44,9 15,25 34,75 18,25 179,5 52,75 Rtebeck Montan......7,l Vereinigte Stahlwerke . . . . 0 Ctaöi Minen....... 0 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth . . 9 I. G. Farben-Jndustrie ... 7 Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........0 RütgcrSwerke........0 Metallgelelllchast. .....0 PHUtpp Holzmann......0 Zementwcrs Heidelberg. ... 4 Cemeniwcrk Karlstadt.....0 Wayß & Freytag ..... 0 Schultheis Patzenhoser ... 0 Mu (Allgemeine Kunstseide) 0 Bcmbcrg........ 0 Zellstoff Waldhof..... 0 Zellstoss Aschaffenburg ... 0 Dessauer Gas........7 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum.....0 Orenstetn & Koppel.....0 Leonhard Tietz.......6 SvenSka..........o Chade..........12 Frankfurter Maschinen . . . . o Gripner......... . o Mainkrastwerke Höchst a.M.. .4 Süddeuilcher Zucker.....g 16,25 14 96 104 170 88,13 136,75 23,4 37 31 44,5 45 5,5 42,4 33 15 37,75 18 16,65 14 97 102,5 172 88,25 136 23,75 36 32 45 44,25 38 5 45 37,25 31,75 22,5 15 37,75 42,5 173 19 108 16,5 13,5 98 103 170,13 88,25 23,9 36,9 30,5 45,5 5,25 55 42 38,5 32,25 23 87,65 15 33 28,4 42,5 173 19,25 108.5 16?5 13,75 96,75 102,5 172 88 23,75 36,25 32,9 45,13 5 55,25 43,25 37 32 23 86,75 15 38 28,25 43 170 ■ 19,25 108,5 52,0 12,48 3,06 170,1 73,1 77,7 74,9 14,6 0,89 4,21 58,5 21,6- 16,5- 82,0 33,9 82,1 0,96 0,32 6,70 13,3 Sankno schwing en