Hr. 146 «krühausgabe 182. Jahrgang Freitag, 2',. Zum 1932 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Unnabmt von Anzeigen |ür bit lagesnummer bis zum 'Jlodimthag vorher. Preis lut l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, ausmärt« 10 Reichspfennig; für R»- klamean ,eigen ron 70 nun Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrisl 20' . mehr. Chefredakteur Dr. Fried r öi b. Lange. Beraniwor.Iich lür Politik Dr. Fr Wilh Lange; für Feuilleton Dr tz.Ikyriot: für den übrigen Teil Ernst Dlumichein und für den Lrf cheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte ötehencr Familienblatter Heimat im Bild Die Schalle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. PoNfdfedfonto: . _, _ „ . , Anzeigenteil Dlar Filter, Sranifuriammain liess, vnlck und Verlag: vruhl fd)e Univer^lal5-Vllch' und stemöruderei R. Lange in Sieben. Schristieiiung und Seschäftzftelle: Schulitrabe 7. sämtlich m (Dießen. Oie deutsch-französische Aussprache beginnt. Macdonald hält seine Vermittlungsversuche für erschöpft und weift Deutsche und Franzosen Ernst die grafte amerikanische Nation auch ihrer» seils dem ‘2Dcltübcl an die Wurzel zu greifen gewillt ist. Entscheidunqsvolle Dorfchlgge t'crdnt» wonungsbewuftter Staaten inner vieler Art muffen die Welt aus dem verhängnisvollen arculus vitiosui der 3rrtümcr der Rachkrieqe- t hinaus- Caufanne, 23. Juni. (ÖIB.) Die brififche Delegation gibt heute abend ein offizielles tommunique über die Besprechungen, die zwischen dem englischen und dem französischen Minifler- pröfidenlen flatlgefunben haben, aus. Das Com- «unique hal folgenden Wortlaut: Die Besprechungen zwischen der englischen und französischen Delegation wurden heute nachmittag in nutzbringender und sreundschast- licher weise sortgeseht. Sie wurden vertagt, um der französischen Delegation Gelegenheit zu geben, mit der deutschen Delegation Rücksprache zu nehmen. Die plötzliche Unterbrechung der englisch-sranzö- sischen Verhandlungen wurde lebhasl erörtert. Die kurze amtliche Mitteilung der englischen Abordnung wird in unterrichteten Kreisen dahin ausgelegt, das; die versuche Macdonalds, die französische Regierung zu einer endgültigen Regelung der Iributfrage im Sinne der englischen Regierung zu bewegen, gescheiter t sind. Mac- donald soll herriot erklärt haben, daß als letzter Ausweg direkte Verhandlungen zwilchen den deutschen und französischen Hl i n i ft e r n beginnen mühten, um vielleicht auf diesem Wege zu einer Regelung zu gelangen. Die englische vermitflungsfätigkeit sei nunmehr erschöpft. Die krisenhafte Lage der Konferenz, die praktisch vom ersten Tage an bestand, hat sich somit weiter oerschärst. Die bisherige französische Hoffnung, dah die neue deutfche Regierung in der Iributfrage Zugeständnisse machen wird, sind jetzt auch aus französischer Seite aufgegeben worden. Wan erklärt, dah die deutsche Regierung trotz der allgemein hervor- gehobenen liebenswürdigen verhandlungssorrn den sachlichen deutschen Standpunkt mit grohern Lrnsl und Entschiedenheit uneingeschränkt aufrecht erhalten hat. Die verschiedensten Pläne tauchen jetzt auf, auf welche weise ein „offizieller" Zusammenbruch der Konferenz vermieden werden kann. Auf englischer Seile wird stark dafür Stimmung gemacht, dah im Oerbft zunächst eine europäische wlrtschaftskonseren; in Lausanne und sodann anschliehend in London eine Weltwirlschastskonferenz abgehalten werden soll, jedoch nur unter der Voraussetzung einer vorherigen Regelung der Iributfrage. Irgend ein Ausweg aus der immer verworrener und aussichtsloser werdenden Lage der Konseren; zeichnet sich bisher nirgends ab. Der Gedanke einer Vertagung durch „Permanenterklärung" der Konferenz und Einsetzung von Sachverständigen- Uusschüssen gewinnt an Boden. Die Aussprache zwischen v. Papen und herriot findet am Jreitagoormilag um 10 Uhr im sran- zöfischen Hauptquartier, dem Hotel Caufannc Palace, statt, wo zunächst eine Unter- rebung zwischen herriot und dem Reichskanzler erfolgt, an die sich nach französischen Mitteilungen rine gemeinsame Besprechung der gesamten deutschen und der gesamten sranzösischen Abordnung anschliehen wird. Rach Mitteilungen von deutscher Seite nehmen an den morgigen deutsch-französischen Besprechungen auher dem Reichskanzler auch der Reichsauhenminisler sowie Staatssekretär v. Bülow teil. In französischen Kreisen wurde am Donnerstagabend ein Zweckoptimismus gemacht und der Stand der Konseren; als „g ü n st i g" bezeichnet. Die Konferen; habe durchaus Schritte vorwärts gemacht. Die jetzt beginnenden Verhandlungen mit der deutschen Regierung würden ;mcifel- los schwierig sein, jedoch bestände noch die Hoffnung auf eine Verständigung mit der deutschen Regierung. Die französische Regierung halte jedoch selbstverständlich uneingeschränkt an ihrem Standpunkt teil, dah von e ine m Verzicht auf die deul- ichen Iribut;ahlungen aus grundsätzlichen politischen Gründen nicht die Rede sein könne; die französische Regierung müsse auch für die Zukunft ihren Anspruch auf die deutsche Zahlungspslichl ausrecht- «tthalten. herriot hatte die Absicht, am Donners- logabenb eine Rundfunkrede für d i e vereinigten Staaten zu hallen. In letzter Stunde ist diese Rede jedoch von amerikanischer Seite angeblich aus technischen Gründen abgesagt roor- dcn. In französischen Kreisen wird offen zugegeben, doh sich die inn en politische Lage für das Kabinett herriot in den letzten lagen wesentlich verschlechtert habe und dah In der Kammer bereits 3nlriguen gegen das Kabinett im Gange seien. An einer längeren Lebensdauer des Kabinetts herriot wird bereits vielfach oezweifelt. Durch die Unterbrechung der englisch- französischen Verhandlungen und die am Freitag auf direkte Verhandlungen. beginnenden deutsch-französischen Besprechungen sind die Konferenzarbeiten jedenfalls in eine neue, oieleicht die entscheidende Phase eingetreten. Oie Oreimächtebefprechung in Genf geht weiter. Amerika besieht aus Prüfung des Hoovcrvorschlags. Genf, 23-Juni. (WTD.) 3n den privaten Besprechungen der amerikanischen, englischen und französischen Delegation hat der französische Kriegsminister Paul-Boncour die französische Auffassung über eine allgemeine Herabsetzung der Heeresausgaben bargelegt. Paul- Doncour soll es noch vermieden haben, genaue Zahlenangaben zu machen Wie verlautet, ist d e r H o o v e r pl a n in den heutigen Dormittagsbefprechungen nicht behandelt worden- Die Amerikaner bestehen Lausanne, 23.3uni. (WTD.) 3m Stadtkasino zu Lausanne fand heute ein deutscher Abend statt, der von der deutschen Kolonie in Lausanne, der Deutschen Handelskammer in der Schweiz und vom Verband deutscher Studierender an Schweizer Hochschulen veranstaltet war. Der Reichskanzler, die Reichsminister und die Mitglieder der gesamten deutschen Delegation nahmen an dieser Veranstaltung teil, die etwa 500 Personen vereinigte, und in deren Mittelpunkt eine große politische Rede des Reichskanzlers stand- Auch der österreichische Bundeskanzler D o l l f u h war erschienen. Reichskanzler v. Papen führte u. a. etwa folgendes aus: „Zu keiner Zeit ist das Wirken der deutschen Landsleute im Ausland so schwer und verantwortungsvoll gewesen, wie nach dem Kriege. Es galt, das Zerrbild zu zersto en, das eine geschickte Propaganda von Deutschland entworsen hatte. Wo heute noch Mißtrauen gegen Deutschland besteht, kann es nur der bose Wi 11e fein, der zerstören und die Welt nicht zum Frieden kommen lassen will. Kein Volk der ganzen Erde kann uns in dem festen Willen zu friedlicher Arbeit übertreffen. Deutschland will bie Befriebung bet Welt unb hat in ben schweren Rachtriegsjahren unenblich viele Beweise seines Friebenswillens gegeben. Erlahmen wir nicht in dem Streben, ber Welt bas wahre Gesicht Deutschlanbs zu zeigen. Wirken wir weiter in dem Gedanken, dah die Ueberwindung der unendlichen seelischen und materiellen Rot die erste Voraussetzung für ein erspriehiiches Zusammenleben der Völker ist. 3n dieser Stunde grüße ich unsere österreichischen Brüder, deren Geschichte mit der unsrigen aufs engste verbunden ist, deren Rot wir wie unsere eigene empfinden. Zu jeder Stunde war und ist bie deutsche Regierung bereit, unseren österreichischen Freunden zu helfen, soweit es irgend möglich ist. Dem österreichischen Bundeskanzler gebe ich bas Versprechen unerschütterlicher Freunbschap. Die Staatsmänner Europas finb in Lausanne zufammengekommen, um ihre Völker von dem ungeheueren Druck zu befreien, der fast jede auf- bauenbe Wirtschaftstätigkeit zum Erliegen gebracht hat. Diese Konferenz barf nicht mit Entschließungen enden, bie ber Welt nur ben Frieden versprechen. Diese Konferenz muß der Welt endgültig ben Frieden zurückgeben. Es gehl in Lausanne nicht darum, die Ursachen zu suchen, die die Weltwirtschaft in Anordnung gebracht haben. Diese sind zur Genüge bekannt und von allen Sachverständigen der Welt überzeugend und übereinstimmend oft genug darge- legt worden, heute gilt es, die bereits bekannten Fehlerquellen zu beseitigen. Die Zeit der halben Maßnahmen ist vorbei. Die Völker Europas und der Welt wollen laten sehen. Ich kann nicht daran glauben, dah die well zu einer solchen positiven Arbeit noch nicht reif ist. Die Geißel ber Arbeitslosigkeit lastet schwer auf Deutschland. Die Hoffnung ber 3ugenb ist faß geschwunden. Das wirtschaftliche Leben gleicht einem Kirchhof. Mehr noch als das materielle Elend lastet auf uns das nieder drückende Bewußtsein, zu einer Ration minderen Rechts degradiert zu fein. Kann man sich wundem, wenn ein Volk mit einer so stolzen Geschichte, wie das deutsche, sich mit allen Fasern feines Herzens gegen den Zustand aufbäumt, der sein seelisches Gleichgewicht in dem empfindlichsten Punkte zerstören muß? Die Welt muß sich darüber klar fein, dah das materielle Unglück, unter dem Deutschland so besonders schwer leidet, nichtandenGren- darauf, daß ihre Vorschläge, bie ber Konsereiu- präsibent Henberson gestern ausdrücklich alS zu bem Verhanblungsprogramm gehörig bezeichnet hat, grünblid) geprüft werben. Man läßt auf amerikanischer Seite burchblicken. baß bie amerikanische Delegation ihre Vorschläge wieber vor bas Forum bes Hauptausschusses ber Abrüstungskonferenz bringen wirb, wenn in ben privaten Besprechungen Diese Vorschläge nicht bie gebüßrenbe Berücksichtigung finben. Die Vertreter Der englischen, amerikanischen unb französischen Delegation haben sich heute nachmittag gemeinsam zu Henberson begeben, um ihn über bie Fort chrittc ihrer Unterhaltungen zu unterrichten- Sie haben babei im Hinblick auf gewisse Befürchtungen anderer Konferenzteilnehmer mit Rachbruck erklärt, daß ihre Be- ip.echungm ben einzigen Zweck hätten, bie tuns- tigen Verhandlungen des Hauptausschusses zu erleichtern und dadurch zu einem Erfolg der Konferenz beizutragen. zeneinesLandeshallmachl, und auch darüber, dah die seelischen Spannungen Gegenwirkungen erzeugen müssen, die das soziale Gleichgewicht Europas auf das Ernsteste bedrohen. Leider find die Ansätze zu einer Besserung, die verschiedentlich gemacht wurden, nicht mit der Energie verfolgt worden, die nölig gewesen wäre. 3ch denke hier in erster Linie an bie toeit- schauende Initiative, bie ber Präsibent bes großen amerikanischen Volkes vor einem 3aßrv unternommen hat. Die Welt toäre ein großes Stück weiter, wenn biefer weitherzige Gebanke in seiner ursprünglichen Reinheit hätte verwirklicht werden können. Richt minder hat die gestrige Botschaft des Präsidenten Hoover der Welt erneut bewiesen, mit welchem Begeisterter Empfang Danzig, 23. 3uni. (WTB.) Das Linienschiff „Schlesien" unb bie beiben Torpebo- boote T 1 09 unb C 10, bie heute morgen auf ber Danziger Reebe vor Anker gegangen waren, liefen gegen 17.30 Uhr in ben Danziger Hafen ein unb machten am Vistula- speicher fest. Beim Passieren ber Quarantäne- Station in ber Hafeneinfahrt würbe ber Flaggengruß gewechselt Aus ber rechten Seite ber Einfahrt hatte eine Ehrenkompanie unb eine Kapelle der Schutzpolizei Aufstellung genommen, die beim Einlaufen der Schiffe, auf denen die Mannschaften auf der Steuerbordseite Paradc- aufftellung genommen hatten, das Deutschlandlied spielte. Trotz des schlechten Wetters waren mehrere Dampfer mit einigen hundert Personen, Mitgliedern von Flottenvereinen. Studenten usw. an Bord zum Empfang hinausgefah- r e n. Sie konnten jedoch wegen der schweren See nicht allzu dicht an die deutschen Schiffe heran- tommen. Die Fahrgäste mußten sich damit begnügen. den Deutschen ihre Willkommensgrüße zuzuwinken. Gegen 9 Uhr begab sich ber beutsche Ge - nerc^lkonsul Freiherr von Th ermann an Dorb bes Linienschiffes „Schlesien". Rach- bem bie „Schlesien" ben Salut von 15 Schuß abgefeuert hatte, brachte das Motorboot gegen Mittag den Generalkonsul zugleich mit Admiral Foerster, unb dem Flaggleutnant, und ben Danziger Komplimentierbeamten an Lanb zurück. Admiral Fverster stattete bem Präsi- benten bes Senates. Dr. Ziehm, bem Hohen Kommissar des Völkerbundes Graf G r a- vina unb bem Präsidenten des Hasenausschus- ses Dr. Benziger Besuche ab. Da die polnische Regierung durch ihren Berliner Gesandten ausdrücklich hat erklären lassen, baß sie ben Besuch der deutschen Marine in Danzig nicht für angebracht erachtet und sich auch an den Veranstaltungen anläßlich des deutschen Flottenbefuches nicht beteiligen werde, so findet der fönst übliche Austausch von Besuchen zwi'chen dem deutschen Admiral unb dem polnischen diplomatischen Vertreter in Danzig zum erstenmal nicht statt. Rachdem die deutschen Kriegsschiffe am Liegeplatz festgemacht hatten empfing Admiral Forster an Bord des Linienschiffes ..Schlesien" die Vertreter der Danziger und reichs- deutfchen Presse Der Admiral betonte, baß die Schiffe unendlich erfreut gewesen seien, nach Danzig kommen zu dürfen. Sie hätten einen freundlichen Empfang in Danzig erwartet, aber führen. Die Frage nach dem Ausweg aus der Wettwirt- fchaflskrife ist klar und einfach zu beantworten. Man muß sich entschließen, endlich einen endgültigen Strich unter die tragische Rcdmung de» Kriege» zu machen. Da» allein ist imstande, der Dell da» Vertrauen wiederzugeben, da» vertrauen. 'dessen sie bcdars, um da» seelische und materielle Gleichgewicht wiederzufinden. Auf den Schultern der hier versammelte Staatsmänner ruht eine ungeheureVerantwor- t u n g. Ich habe den festen Glauben, daß sie frei von voreingenommener öffentlicher Meinung sich der Größe des geschichtlichen Augenblicks bewußt sein werden unb Lösungen finden, die der Gesamtlage Europas Rechnung tragen. Die deutsche Regierung. die zu führen ich die Ehre habe, hak noch einmal Den Versuch gemacht, alle lebendigen aufbauwilligen Kräfte der deutschen Ration zusammenzusassen, um neue Grundlagen für das Leben unseres Volkes zu linden. 3n diesem festen und unerschütterlichen Willen wissen wir uns eins mit bem gesamten deutschen Volke. Deutschland will ben Frieden in Ehren, weil es den Frieden der Wett will. Oie Vorfälle an der Frankfurter Universität. Frankfurt a. 'DL, 22. Juni. (W2N.) Wahrend im Universitätsgebäube nach der Wiedererossnung alles rußig ist, tarn es wiederholt ,;u Ansammlungen in der 'Rahe der Universität. Namentlich aus der Bockenheimer Landstraße hatten sich Gruppen poli lischer Gegner angefammelt, die sich gegenseitig Beschimpfungen zuriefen. Die Polizei mußte wiederholt einarcifen, um Zusammenstöße zu verhindern und die Ansammlungen zu zerstreuen Etwa 20 Per fönen sind sistiert worden. Der 'Rektor der Uni- versität hat an die Studentenschaft e inen 21 u f • r u s erlassen, in bem er sie ermahnt, s i ch nicht provozieren zu lassen und alles ;u vermeiden, was als Provokation gedeutet werden Lnen. Das Absingen von irgendwelchen Liedern fei unstatthaft. Die Polizei habe das Recht, das Haus zu betreten und alle Maßnahm n zur Ahndung der gestrigen Vorfälle seien getroffen. in der Kreien Stadt. ber Empfang, ber ben Schiffen im Laufe bes Tages bereitet worben fei. übertreffe alles, was er bisher erlebt habe Er bat bie Presse, ben Danzigern Dank und Grüße zu übermitteln. Für bie Offiziere ber beutfchen Flott'Ne würbe im Roten Saal bes Rathauses ein Empfang veranstaltet, bei bem ber Präsident des Senats Dr. Ziehm in einer Ansprache bie deutschen Offiziere unb bie zu ihren Ehren erfeßienenen Gäste, mit bem Kommissar bce- Völkerbundes an ber Spitze, begrüßte. Dr. Ziehm gab bem aufrichtigen Sani für ben Besuch der deutschen Flotte unb ber großen allgemeinen Freude Ausdruck, die ber Besuch in ben Herren ber Danziger Bevölkerung erweckt. Er erklärte bann u. a : Durch Ihren Besuch unb burch bie Teilnahme an ber für Danzig hoch bebeutlamen historischen Feier betunben Sie, ebenso wie bei den früheren Besuchen der deutschen Flotte, bie bei all unb jung hellen unb unvergeßlichen Jubel ausgelöst haben, auss neue bie innere, auf ben Banden des Blutes, des Volkstums und ber Kultnr beruhende Verbundenheit des Deutschen Reiches und des deutschen Bolls mit dem Danziger Freistaat und seiner Devöllerung. Die Ansprache Hang aus in einem Hoch aus den Ehrenbürger von Danzig, Reichspräsident v Hinden- burg. — Admiral Foerster erwiderte in kurz gehaltenen Ausführungen und schloß mit einem Hoch auf Danzig und den Senatspräsidenten. Warschau regt sich aus. Warschau. 23. Juni. (TU, Das Regierungsblatt „Gazeta Polska" ist. wie auch die gesamte polnische Presse der Meinung, daß der Besuch der deutschen Flotte in Danzig, „der gewöhnlich ein Akt der Höflichkeit ist. zu einer unzulässigen Taktlosigkeit wurde. Schuld daran trage die Atmosphäre eines na* tronalsozialistifchen Wahns der Hitlerleute in Danzig und deren heraussorderndes Benehmen Polen gegenüber, sowie die Taktlosigkeit b.r deutschen Seile, und zwar sowohl Polen als auch bem Völkerbund gegenüber beim es ist eine Geringschätzung seiner Beschlüße und Appelle, die zu einer Entspannung der Atmosphäre in Danzig beitragen sollten. Der heutige Besuch der deutschen Kriegsflotte in der Freien Stadt, in ber ber Hohe Völkerbund-komm ' lar feinen Sitz hat und der an der Entspannung ber Attno« sphäre arbeitet oder zum mindesten zur Arbeit beauftragt zu sein schein: - ist eine originelle Antwort auf diesen Appell". Ser Reichskanzler vor der deutschen Kolonie. Ein ernster Appell an das Weltgewiffen. Oer Besuch der deutschen Kriegsschiffe in Oanzig. Kommunisten bauen Barrikaden in Berlin Eine der Barrikaden, die von Kommunisten während eines Umzuges in Berlin-Moabit errichtet wurden, um Polizeiwagen an einem raschen Vorwärtskommen zu verhindern. Starke Polizeikräfte mußten eingesetzt werden, um die Ordnung wieder herzustellen. Berlin, 23. Juni. (Sil. Funkspruch.) In Reukölln kam es in der 19. und 20. Stunde des Donnerstags ähnlich wie in Moabit in der Hermann-Ziethen- und Prinz-Hanbjerystraße im ehemaligen Barrikadenviertel zu zahlreichen k o m- munistischen Kundgebungen, die immer größeren ilmfang annahmen. Zahlreiche Polizeistreifen wurden eingesetzt, die eine umfangreiche Säuberung der Gegend am Hermanns-Platz vornahmen. Auch berittenePo- l i z e i mußte eingesetzt werden, ilngeheuere Menschenmengen füllten die Straßen. Aus den an die Hermannstraße grenzenden Straßen fielen aus der Menge Schüsse. Sämtliche Straßenecken sind mit dreifachen Polizeipo st en beseht. Auch Schnellwagen sind angefordert worden. Kultur- und Wirtschaftspolitik im preußischen Landtag. Berlin, 23. Juni. (BDZ.) Im Preußischen Landtag erfolgte die Beratung des sozialdemokratischen ilrantrages über das Verhalten des Landtagspräsidenten Kerrl bei ilnterrich- tung der Presse über seinen Brief an den stellvertretenden Ministerpräsidenten. Der Antrag mißbilligt, daß Präsident Kerrl zu dieser innerdeutschen Angelegenheit auch die ausländische Preskc cingcladen und diese somit zum mindesten indirekt zu Richtern über deutsche Angelegenheiten gemacht habe. Er habe mit dieser Handlungsweise wichtige nationale Interessen des deutschen Volkes verletzt. Abg. Lohse (Rats.) protesti,ert gegen den seiner Partei gemachten Vorwurf der nationalen Würdelosigkeit und verliest Teile einer Rede des angeblichen sozialdemokratischen Parteisekretärs Vater au8 Magdeburg aus dem Jahre 1918, worin es heißt, die Revolution sei der Sozialdemokratie nicht überraschend gekommen, die Sozialdemokratische Partei habe die Revolution vorbereitet, die Fahnenflucht organisiert und Deserteure mit falschen Papieren, Geld und Flugblättern versehen. Abg Kasper (Komm.) lehnt es ab, in diesen edlen Wettstreit über nationale Würde oder Würdelosigkeit cinzugreifen. Der sozialdemokratische Antrag sei lediglich ein Beweis für die politische Versumpfung und Verlumpung der sozialdemokratischen Führerschaft. Die Kommunisten würden sich an der Abstimmung nicht beteiligen. Abg. Stendel (DVP.) bittet den Präsidenten, in Zukunft Vertreter der ausländischen Presse bei innerdeutschen Fragen nicht zuzuziehen. Der sozialdemokratische Antrag sei aber nicht ehrlich gemeint und schade dem Ansehen des Parlaments. Abg. B u g d o h n (Soz.-: Der von Herrn Lohse zitierte Vater war niemals Sekretär der Sozialdemokratischen Partei in Magdeburg, sondern Mitglied des Spartakusbundes. — Der sozialdemokratische Antrag wird dann gegen die Antragsteller a b g e l e h n t. Das Haus geht dann über zur Beratung von Anträgen des Hauptausschusses über Arbeitsbeschaffung und Aufhebung von Al n - terstühungskürzungen. Abg. Dr. Klein (Ratsoz.) fordert entschlossene Abkehr der Volkswirtschaft vom kapitalistischen Denken. Der Staat müsse aus den gierigen Klauen von Jnteressentenhaufen befreit werden. Erst denn sei es möglich, mit Erfolg ein umfassendes Arbeitsbeschaffungsprogramm durchzusühren. Rur ein nationalsozialistischer Staat, frei von internationalen, liberalistischen und marxistischen Tendenzen der Wirtschaft, gewährleiste die friedliche Betätigung des Gewerbefleißes. Der Aufhebung der Kürzungen an den ilnterstützungen stimmten die Rationalsozialisten zu. Abg. Frau Hanna (Soz.) sagt u. a., die SPD. wende sich gegen die nationalsozialistischen Wäh- Boxer. Von Hermann Linden. Auch ohne Krieg gibt es Heroen. Wieder ein Argument für die Abrüstung. Hier heißen sie nicht Marschälle, sind auch keine eigentlichen Poten- taten; hier heißen sie: Ringer, Athleten, Dorer. Man dekoriert sie auch nicht wie jene mit Orden, die man an die gestickten Röcke hing, man drückt ihnen Tausendmarkscheine in die Faust. Und die oft dutzendweise. Wie alle wirklichen Helden sind sie es nur stundenweise: ansonsten stille Mitglieder elegant angezogener Gesellschaft. Kennzeichen Pelzjacke und Lackhalbschuhe. Unter dem Scheinwerfer aber füll) sie oft furchterregende Gestalten. Eben Helden. Ihre Riederlagen tragen sie im Gesicht. Das strotzt von Rarben. Boxer? - brrr!! — — Die junge Maid überläuft eine Gänsehaut. „Obskur" flüstert die Dame und zieht wie fröstelnd das Tuch über die Schultern oder steckt das Gesicht hinter den Fächer: ganz entsetzt. Die zephirseidene Weltordnung des Aeftheten erhält einen kreischenden Riß. „Ordinäres Pack", sagt der gebildete Herr und greift nach der Zeitung. „Boxer?--brrr!" Schemen aii£ blutigen Fieberträumen. Man will nichts mit ihnen zu tun haben Man will sie nicht sehen. Man will nichts von ihnen hören. Sie gehören nicht zu uns. Sie gehören in die Mongolei. Sie sind durchaus verpönt. Sie stecken tief im Verruf. Am Abend ihres Auftretens aber, wenn die ledernen Fäuste in die Gesichter zischen, da sitzen sie alle unten im Parkett. In den vordersten Reihen. Die Maid. Die Dame. Der Aesthet. Der gebildete Herr. Es ist sonderbar, aber es ist wahr. Die Boxer bieten weniger Anlaß zur Glosse und zur Karikatur, sie haben weder das Fett noch die Komik der Ringer, auch nicht deren Gemütlichkeit und Phlegma. Der Boxer ist ein Mann des Heih- sporntemperaments, der Schnelligkeit und der geistigen Konzentration. Er hat keine Zeit wie der Ringer, um Faxen für das Publikum zu machen. Er hat kurze, nach Minuten abgezählte Runden. Bei ihnen gibt es kein Verschlingen und langweiliges Sich°am°Boden°Wälzen: Schnelligkeit im Schlag und Schnelligkeit in der Abwehr — Schnelligkeit und wieder Schnelligkeit - von ihr hängt Sieg und Karriere ab. Hängen sic auch nur einige Sekunden ineinander, reißt sie der Befehl „Brechen!" sofort auseinander, und schon schwirren die Stimmen des Publikums auf die Bühne: „Ringkampf!! Ringkamps!! Boxen!!" Das Sportpublikum ist das unerbittlichste Publikum. Sie sind unerhört elastisch, federnd, jaguargeschmeidig: sie sind einesteils Exzentriktänzer, und wäre ihr Kampf andersartiger, weniger mit Blut und zerschlagenen Gesichtern verbunden, der Roheit ledig — so könnte man Gefallen an ihnen finden, ohne damit einen degenerierten Geschmack zu beweisen So vollzieht sich der Kampf. „Ring frei!" kommandiert der Punktrichter. Sie schieben die Masseure von sich, die bunten Wollmäntel fliegen über den Ring. Letztes Rachprüfen der Sechs-LInzen-Hanbschuhe. Es beginnt. Das ständige Schlagen. Die Schläge knallen dumpf im Raum. Ein vorsichtiges Genen- und Vonein- ander-Trippeln. Gin tänzerisch-sprunghaftes Entweichen. Schlag auf Schlag knallt: ins Angesicht, aus den Magen, auf den Rücken - Ziel aller Bravourschläge aber ist das Kinn — der Knock- out-Schlag auf die Ohnmachtssehne. Die aber wird fanatisch und mit Höllenangst geschützt. Der Gonghammer beendigt die Runde. Erschöpft sinken die Gegner auf die Eckstühle. Zwanzig-Hände fallen über sie her. Trocknen ab. Benetzen mit Wasser. Gießen ihnen Zitronat in den Mund. „Ring frei! Zweite Runde!" Der Gonghammer gellt durch den Raum. Wieder knallt Schlag auf Schlag. Wiederholung und Steigerung. Die Photographen klettern von Stuhl zu Stuhl, um alle Stellungen zu erhaschen. Das Publikum stiert und muckst sich nicht. Der Punktrichter kaut Gummi. Einem Boxer blutet die Rale. Es fängt an, wesentlich zu werden, näher an Madrid heranzurücken. Man kommt auf seine Kosten. Anfaire Schläge. Das Publikum korrigiert. Der Sipomann in der Kulisse erkennt mit Staunen: das ist wirkliche Courage! Plötzlich kauen sie alle Gummi, die Richter und die Kulissen. Die Gesichter bluten ornamental. Das Publikum räkelt sich wollüstig. Es hat. was es will. Der Gonghammer donnert. Aus. „Sieger... noch Punkten...!" meldet der Ansager mit unzulänglicher Stimme den vordersten Parkettreihen. Die Ergebnisse schreien sich von Mund zu Mund, bis empor zu den Schwalbennestern der letzten Galerie. Die Boxer lächeln ihre blutüberströmten Gesichter ergeben in das Publikum hinein. rungspläne, die eine neue Inflation bedeuteten. Die Arbeitsdienstpflicht werde von der SPD. ab- gelehnt, zumal sie nur eine Art Wehrpflicht nach nationalsozialistischen Wünschen werden solle. Dagegen würden die Sozialdemokraten den Anträgen auf Arbeitsbeschaffung und auch dem nationalsozialistischen Antrag auf Beseitigung der anonymen Kapitalgesellschaften und auf staatliche Kontrolle des Dank- und Börsenwesens zustimmen. Abg. Dr. v. Waldhausen (Dn.) wendet sich gegen den nationalsozialistischen Antrag auf Beseitigung der anonymen Kapitalgesellschaften, die doch für die Arbetsbeschasfung gerade in Frage kämen, und bezeichnet die Kontrolle des Dank- und Börsenwesens als Angelegenheit des Reiches. Was not tue, sei die Befreiung der deutschen Wirtschaft von allen Hemmnissen, die ihr auferlegt worden seien, damit sie wieder aufblühen könne. Die Wegsteuerung aller Einkommen über 12 000 Mark lehnten die Deutschnationalen ab. Es beginnt die gemeinsame Beratung zahlreicher Kultur - und Schulanträge. Abg. Oelzel (Dnt.) weist darauf hin, daß die Arbeit in den Schulen seit der Revolution durch parteipolitische Beeinflussung erheblich gestört worden sei. Die ganze moderne Schulreform habe zur Beunruhigung des Schulbetriebes beigetragen. Es werde an den inneren Grundlagen der Schule, am Christentum und deutschen Volkstum gerüttelt. Es sei höchste Zeit, daß die weltliche Schule beseitigt werde. Die Tatsache, daß das Zentrum bislang einen sozialdemokratischen Kultusminister geduldet habe, beweise, daß diese Partei das Christentum doch nicht als oberstes Ziel betrachte. Abg. Dr. Haupt (Rats.) erklärt: Was in der Weimarer Republik in den letzten Jahren an Kulturpolitik getrieben wurde, sei nichts als eine Fortsetzung privater Geschäfte mit kulturpolitischen Mitteln. Es sei keine leitende Idee vorhanden gewesen, sondern man sei auf die Verteilung einer Anzahl gut besoldeter Stellungen bedacht gewesen. Das Radio sei eine Propagandazentrale für jüdisch-bolschewistische Jazzmusik geworden. Das Zentrum sei schuld an der Zerreißung des deutschen Lebens. Zentrumsführer wie Wirth und Erzberger hätten sehr viel Aehnlichkeit mit Rathenau und dem ungläubigen Stresemann. (Erregte Protestrufe der Abg. Stendel und Schwarzhaupt, DVP.) Eine deutsche Kulturpolitik könne nur aus völkischen Ideen heraus vom Rationalsozinlismus getrieben toer» den. Abg. Stendel (DVP.) bringt nochmals seinen Protest gegen die gegen Stresemann gerichtete Ausführung des Qlbg. Dr. Haupt zum Ausdruck. — Weiterberatung Freitag. Einspruch des preußischen Staats- rats gegen das Amnefliegesetz. Keine praktische Wirkung. Berlin, 23. Juni. (TA.) Der Preußisch, Staatsrat hat am Donnerstagnachmittag entsprechend einem Antrag des Verfassungsausschusses mit 42 gegen 25 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten beschlossen, gegen das vom Landtag beschlossene Amnestiegeseh für Ver- gehen aus wirtschaftlicher Rot Einspruch einzulegen. Infolge dieses Einspruches muh jetzt der Landtag das Gesetz mit Zweidrittelmehrheit verabschieden. Da für dieses Gesetz die Zweidrittelmehrheit vorhanden ist, wird durch den Einspruch des Staatsrats a n ö e m Zustandekom m< n des Gesetzes nichts geändert. Der Einspruch des Staatsrats gründet sich aus formelle und materielle Einwendungen des Berfas- sungsausschusses. Es wird bariu_u. a. auseinandergesetzt, daß das Gesetz Straferlaß allen Personen gewähren wolle, die aus Rot usw. straffällig geworden seien. Der Straferlaß werde also allein auf die subjektive Seite abgestellt ohne Rücksicht darauf, um w e l ch e A r t strafbare Handlungen es sich handele. Es würderv darunter also nicht nur Vergehen gegen das Eigentum sondern auch solchegegen Leibund Leben fallen. Diese Ausdehnung des Straferlasses gehe dem Staatsrat zu weit. Schließlich sei der Straferlaß davon abhängig, daß der Täter nicht oder nicht erheblich vorbestraft sei und daß die Tat nicht von besonderer Rohheit, Gewinnsucht und Riederträchtigkeit zeuge. Die einschränkenden Wörter „erheblich" und „besonderer" feien zu unbestimmt. Sie gäben dem Ermessen der entscheidenden Behörden einen Spielraum, der die Gefahr einer ungleichmäßigen Handhabung des Gesetzes notwendig mit sich bringe. Außerdem fehle es an einem Stichtag, der den Ilmfang der von dem Gesetz erfaßten Straftaten zeitlich beschränke. Der neue Ms in der Agrarpolitik. Reichsminister Freiherr von Braun auf dem Dresdener Genoffenschastsiag. Dresden, 23. Juni. (WTB. Funkspruch.) Auf dem landwirtschaftlichen Genossenschaftstag führte der Reichsminister für Ernährung und Landroirt- schaft, Freiherr von Braun, u. a. aus: Um einen günstigen Start des neuen Erntejahres zu ermöglichen, sind Maßnahmen getroffen, die die Verwendung von ausländischem Brotgetreide auf das gering st e Maß beschränken. Aus diesem Grunde wird von einer Verlängerung der bis zum 30. Juni laufenden „zollbegünstigten Weizenkontingente" nicht gesprochen. Darüber hinaus soll das Problem der Verwertung der neuen Getreideernte sowohl von den Waren-, wie von der Geldseite her angepackt werden. Zur Entlastung der Märkte von der Warenseite her werde ich das Austauschexportverfahren für Weizen und Roggen in den nächsten Tagen in Kraft setzen. Der Vermahlungszwang für Jnlandweizen wird scharf gehandhabt werden. Unerläßlich erscheint mir auch die Verhinderung einer übermäßigen Futtergetreideeinfuhr. Ferner soll durch planmäßige Erweiterung der früheren Finanzierungsmaßnahmen dafür gesorgt werden, daß in großem Umfange Möglichkeiten der Bevorschussung oder der Beleihung geschaffen werden. Hierbei bin ich vor allem bemüht, die Einlagerung von Getreide möglichst billig zu gestalten. Ich bin mir aber auch völlig darüber im klaren, daß nicht die Getreidepreife für die Rentabilität der Landwirtschaft entscheidend sind, sondern die Preise für die Erzeugnisse der Viehwirtschaft und die sonstigen Zweige der bäuerlichen Ver- edelungs wirtschaft. Angesichts unserer Viehbestände brauchten wir in unserer Fleisch- oersorgung in keiner weise mehr vom Auslande abhängig zu sein. Die bestehenden Vertragszölle für Rindfleisch, die niedrigen Zölle insbesondere für Speck und Schmatz, verhindern aber eine für die Landwirtschaft erträgliche Preisbildung, weshalb sie baldmöglichst durch solche erseht werden, die uns in ausreichendem Maße von dem Weltmarkt unabhängig machen. Roch unmittelbarer wie bei Vieh ist der Einfluß des Weltmarktes bei der Preisgestaltung für Milch und Molkereierzeug- n i f f e. Der Preis der Butter richtet sich nach dem Preise, den die europäischen Ausfuhrländer in Konkurrenz mit Liebersee auf dem größten Abnahmemarkt der Welt, England, erzielen. Ziel muß daher sein, aus diesen Verflechtungen, die nicht nur für Butter, sondern in gleicher Weise Das bedankt sich mit einem Händegewitter für das Schauspiel. Die Kapelle dudelt fortwährend sentimentale Melodien dazu. Pause. Die Musik spielt den einzigen Marsch, den die Welt besitzt! Dieser Reger, der da oben auf der Bühne steht, mit seinem intelligenten Profil, feinem kurzge- schorenen Kopfhaar, seinen kindhaft dünnen Beinen, der mit schräg lauernden Augen feinen Gegner mißt, diesen schöneren, weißen Menschen, dieser Reger ist nicht nur ein schwarzer Boxer, der gegen einen weißen Boxer kämpft. Hier steht der Verfemte wider den Bevorzugten. Hier schlagen sich Atoei Erdteile in die Fratzen. Hier ist das dunkle, gepeitschte, versklavte Afrika, das seit Jahrtausenden der Welt die demütigsten Diener lieferte, und hier ist daS weiße, herrische Europa, das seit Jahrtausenden befahl. Lind es kann nicht anders fein, als daß dieser dünne, schwarze Boxer, vielleicht die einzige farbige Haut unter allen viertausend Menschen im Saal, etwas spürt von der uralten Peinigung seiner Haut durch den Weißen, es kann nicht anders sein, als daß diesem schwarzen Boxer seinen technischen und körperlichen Fähigkeiten ein uralter, instinktiver Haß sich hinzugesellt und daß er dielen Weißen besiegen muß um jeden Preis. Dieser Wille ist in seinem verbissenen Gesicht zu erkennen. Er kämpft nicht allein um der Gage willen; er kämpft für den Erdteil Afrika. Lind wenn der Weihe ihm dennoch überlegen ist, wenn er besiegt wird, statt zu siegen, so wird dieser Reger am anderen Tage in den Zoo gehen und mit den Affen über seine Riederlage heulen. Kunst und Wiffenschaft. Alte und neueste Musik im Frankfurter Opernhaus. Die Reueinstubierung moderner Opernwerke ist zu einem seltenen Ereignis an deutschen Opernbühnen geworden. Cs ist ein bemerkenswerter Beweis für die Schaffenskraft des Frankfurter Opernhauses, wenn nach längerer Pause auch w'.eder moderne Komponisten zum Worte kommen. Darius Milhards „Der arme Matrose" ist ein Tongemälde in düsteren Farben wuchtig, packend, im Ausdruck ungekünstelt, beinahe herb. Lim die Hauptrollen machten sich besonders Else Gentner-Fischer und Otto Fänger Der bient. — Von völlig anderem Charakter ist Ravels „Die spanische Stunde" erfüllt, eine musikalische Komödie, in deren Mittelpunkt eine schöne Frau steht, die von vier Männern umworben wird. Heitere Laune, farbenfrohe Bilder und dazu eine Musik von sprühender Leichtigkeit. Clara Ebers gibt die hübsche Llhrmachers-- frau mit viel Anmut und Stimme und Spiel, weiter seien die Herren Permann und Reinecke lobend hervor geh oben. — Den beiden Werken aus neuester Zeit ging „D i e Magd als Herrin" von Pergolesi voran, eine komische Oper, die im Jahre 1733 entstanden ist miß wohl als das älteste Opernwerk bezeichnet werden kann, das sich im Spielplan erhalten hat, ein harmlos-heiteres, musikalisch unendlich fein gearbeitetes Werk, dessen beide singende Rollen August Griebel und Gertrud Riedinger mit Erfolg anvertraut wurden. Die musikalische Leitung des Abends lag in den Händen Steinbergs: Inszenierung unß Bühnenbilder von Herbert Graf und Ludwig Sievert, dem Wesen der einzelnen Stück geschickt angepaht. Freundlicher Beifall lohnte das Experiment des interessanten Programms, das eine erfreuliche Bereicherung des ©fiel* planes darstellt. Zeitschriften. — „Im Rhein, im schönen Strome, / Da fpit'* gelt 5id) in den Well'n, / Mit seinem großer. Dome, / Das große, heilige Köln!" Lind bicse- große Köln, es zieht noch heute Tausende vor. Besuchern alljährlich in seinen Dann. Darm wird auch die neueste Rümmer der I11ustrir- t e n Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) mi: Freuden begrüßt werden, sowohl von denen, die diese reiche Stadt bereits schauen durften, als auch von denen, die noch nicht dort toeilten . Ouid non Dibit Coloniam, non Dibit Germaniam! So soll biefe große deutsche Kulturstätte aller. Deutschen wenigstens im Bilde Dor Augen geführt werden. In den reich mit Bildern aus- gestatteten Beiträgen „Die Museen der Stadl Köln", „Das Alte im neuen Köln" und „Das heilige Köln" tritt uns das Köln der Museen, der stolzen Profanbauten, der Kirchen und des Dornes entgegen. Aber neben der Kirchen- und Museumsstadt erhebt sich die moderne Handels- und Verkehrsstadt. Sie sprengte die ehemaligen Festungsringe, Dertoanbelte sie in Grüngürtel und schuf icnseits des Rheines, durch groß- Brücken mit der Altstadt Derbunöen, ein neues Gelände am Deuher Ufer, wo sich heute Aus- stellungs- und Museumsbauten erheben. au-- *u*f mo den^Aied di-sc" IW Lii* leider J «r. «"* neifl. “ )I«W* Sitgc W" «M* 6 HamPf f Aeuyorl. die Presse me Evolution >« gestürzt - Landes, 6a n suchte eine ko die militari darmerie- und ' den Angriff 8* Salven aull Dutzend 2Ü1 gcgcnrevolutioi nismus als a: llärt und s e 11 schärfsten diesem Zweck schärfte Ael< ganze Land ve desleilen, wo die Autorität I zahlreiche Gew ausgerusen, de geführt wird, sich, welche i Politiker und blick die Ober Politiker eingreifen. 3n6alao, sind zwei e die dort weit Häsen auszul Aus der Se Dem ich 22 Nid sestgehalt: wagen saß ein sorglich behüte hielt die Zügel dem die Peits Wagen her. Z täglich, nicht । Augen des Kl Höhr des Hei durfte. Freilic dos keine Eprü war doch der ' die Zügel. D wollte. Einmal hott!, ein anix und ging Willi allerdings kann toten. Sie toa luchte er zu lw wenden Ton fc flehalltr Ei Schwester seine Wie oft mac 'hm endlich W dem leerer ''.den, auch ma B Heuwag ^rs werden ■ M kommt d bäume-von er nichts vor Ä Häuser. MS jStas W- W .Men sj SÄ nen,3un(2 91 < In Dunk und |Ä Je es lanii* .h'nei, ftenöQl, über 3Un nner Stoffeln Mt Abrei > ho S's L" Tic V'^annen d'e auch für Ääfe gelten, frei ,u kommen. Don heute auf morgen kann die- nicht geschehen. In der Zwischenzeit muh alle« daran gesetzt werden, den DeweiS zu erbringen, daß wir un« auch aus diesem Gebiete in der Hauptsache selbst ver- sorgen können. Die -Verhältnisse auch in der übrigen Dcredelungewirtschast, insbesondere im Gemüse-, Obst- und Weinbau, sind ebenfalls durch ihre 2ll>hängigkeit vom Weltmarkt bedingt. Sine wirksame Hilfe kann der Deredelungs- wirtschast nur dadurch werden, dah grunbsötz- lich andere Wege in der Wirtschaftspolitik eingeschlagen werden. Da* landwirtschaftliche Kreditgenofsenschaft*- wesen sieht aus ein Jahr scharfer Anspannung zurück. Die vankenkrise ist von den Genossen- schastskasscn gut überwunden worden. Die Reichsregierung weih, dah seitdem ein wach- scnder Finanzierungsbedars an die Spar, und Darlehenskassen herangetreten ist. Sic weih, dah die Befriedigung dieses Jinan- zlerungsbedarfes den Kassen zur Zeit besondere Sorge bereitet. Die Reichsregierung hat sich entschlossen, an der Gesunderhaltung und Liquider,erhallung der Genossenschaften tatkräftig mitzuwirken. Ehaos in Chile Kampf aller gegen alle. — Kricgsrccht e.cgcn Kommunisten. Reuyork, 23. Juni. (TU.) Chile wird, wie die Presse meldet, durch Devolution und Gegenrevolution in ein vollständige- ThaoS gestürzt. 3n den beiden gröhten Städten deS Landes, Santiago und Valparaiso, versuchte eine kommunistische Volksmenge die militärischen Arsenale anzugreifen. Gendarmerie- und Truppenteile hatten gröhte Mühe, den Angriff zurückzuschlagen. Sie gaben mehrere Salven auf die Volksmenge ab, wobei e i n Dutzend Menschen getötet wurden. Die gegenrevolutionäre Regierung hat den Kommunismus als außerhalb des Gesetzes stehend erklärt und seine Unterdrückung mit den schärfsten Mitteln angeordnet. Zu diesem Zweck ist das Krieg-recht und der verschärfe Belagerungszustand über da» ganze Land verhängt worden, d. h. in den Landesteilen, wo die gegenrevolutionäre Regierung die Autorität besitzt Als Antwort darauf haben zahlreiche Gewerkschaften den Generalstreik ausgerufen, der aber noch nicht allgemein durch» geführt wird. Es ist vollkommen unübersichtlich, welche der zahlreichen sich befehdenden Politiker und politischen Dichtungen im Augenblick die Oberhand haben,- da täglich neue Politiker in daS allgemeine Durcheinander eingreifen. In C a l a o, dem Hasen des benachbarten Peru, sind zwei englische Kreuzer eingetroffen, die dort weitere Anweisungen, nach chilenischen Häfen auszulaufen, erwarten. Aus der provinzialbauptstavt G i e h e n, den 24. Juni 1932. Oer kleine Fuhrmann. Wenn ich Maler wäre, hätte ich das reizende Dild festgeh.ilten: Aus einem hoch beladenen Heuwagen faß ein KnirpS von etwa sechs Jahren, sorglich behütet von der erwachsenen Schwester, hielt die Zügel in der einen Hand und in der andern die Peitsche. Der Dauer ging neben dem Wagen her. Das sieht man auf dem Lande fast täglich, nicht aber die glänzenden, siegessicheren Augen deS Kleinen, der zum erstenmal von der Höhe des Heuwagens herab das Pferd lenken dursle. Freilich war es ein altes treue- Tier, das keine Sprünge mehr machte. Aber der Junge war doch der Fuhrmann, in seiner Hand lagen die Zügel. Das Pserd mußte gehen. wie er wollte. Einmal sagte er, wenn Fuhrwerke kamen, hott!, ein andermal har! DaS Pserd gehorchte und ging willig seinen Weg. Mit der Peitsche allerdings konnte der Kleine noch nicht so- recht arbeiten. Sie war ihm zu schwer. Ab und zu versuchte er zu knallen, brachte aber nur einen summenden Ton hervor. „So ein bißchen hat es doch gcfnallt ?“ meinte er. Lächelnd bestätigte die Schwester seine etwas großzügige Behauptung. Wie oft mag er den Vater gequält haben, dies ihm endlich erlaubt wurde, allein zu fahren. Auf dem leeren Wagen durste er ja schon immer sitzen, auch manchmal das Pferd lenken, aber auf einem Heuwagen, das war doch etwas andere-. Was werden nun seine Kameraden sagen, wenn er ins Dorf einfährt? Stolz blickt er um sich. Jetzt kommt die Brücke, dann die paar Lindenbäume — von dem Duft, den sie ausstromen, merkt er nichts vor Aufregung — nun kommen die ersten Häuser. Ein Äpfelbaum, der weit ausho- lend seine Aeste über die Straße breitet, hätte den kleinen Fuhrmann beinahe festgehalten, und in die Hohe gezogen, aber die Schwester duckt sich und drückt den Jungen ins dufrende Heu. Jetzt sind sie im Dorfe. Leider sind die Straßen fast menschenleer. Die Leute, auch die Kinder, bringen das Heu ein. Aber einige Kameraden spielen beim Backhaus. Eie haben ißn bemerkt und rufen ihm zu. Er nickt nur mit dem Kopfe und fährt stolz vorbei. Die andern spielen ruhig weiter. Dun biegen sie in den Hof ein. Sorgsam hilft der Vater lenken, damit kein Eckpfosten mitgenommen wird. Dann kommt die Fahrt über den gepflasterten Hof. Die Mutter erscheint und lacht ihrem Jüngsten zu, dann ein lautes Hüh!. Der Wagen steht Eine Leiter wird geholt. Schwester und Bruder steigen herab. So, nun ist es geschafft. Der Vater sagt einige anerkennende Worte zu seinem Jungen, und er freut sich. Dann trottelt er ab. In keinen Beruf wachsen die Kinder so schnell und sicher hinein wie beim Landwirt. Da gibt es täglich eine Arbeit, an der auch schon die Kleinsten helfen können. Manchmal tun sie es nicht gern, aber „3ung gewohnt, alt getan!“ heißt ein gutes deutsches Sprichwort. Da sind Düben zu putzen, Kartoffeln zu holen, im Stalle wird Stroh ausgebreitet, die Tiere müssen ihr Futter haben usw. Richts aber macht den Buben mehr Freude, als das Fuhrwerk. Da kommen sie gelaufen, helfen beim Einspannen und sind froh, wenn sie auf dem Wagen neben dem Vater sitzen dürfen. Es ist doch auch etwas Herrliches, mit der Peitsche zu fnallen, die Pferde einen leichten Trab laufen zu lassen und so hinauszufahren in die grüne Welt! Besonders zur Zeit der Heuernte. Auch hier tonnen die Kinder helfen, denn es ist keine schwere Arbeit. Das Wenden des Heues, das .Sauberrechen", all das wird von den Landkindern ausgeführt. DaS Laden eine« Wagen- freilich ist etwa« schwieriger und keine Kinderarbeit. Dann aber die Heimfahrt! Es gibt für unsere Binder nicht- Schönere-, al- hoch oben auf dem Leiterwagen zu sitzen und von da die Welt zu beschauen. Wie wohlig liegt es sich im duftenden Heu! Darme Luft und Sonnenschein, o wie ich mich freu! Sagt, wo kann e- schöner sein, schöner als im Heu? (Trojan.) S. Dom Regen in die Traufe. wegen Hausfriedensbruch* Im Arbeitsamt ooc Gericht. Der Angeklagte, ein erwerbsloser Arbeiter aus einem Nachbarort, hat gegen einen ihm in höhe oon 30 Mark zugegangenen Strafbefehl rrchtzeitig Einspruch erhoben. Dor der Verhandlung vor dem Amtsgericht Gießen, die infolgedessen einsehen mußte, erteilte der Vorsitzende die übliche Belehrung über die Folgen eine# derartigen ®in- Iprud)«, u. a. dahin, daß je nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme auch auf eine härtere Strafe als diejenige, die im Strafbefehl au-gesprochen fei, erkannt werden könne. Der Angeklagte hielt jedoch seinen Einspruch aufrecht und beharrte auf mündlicher Verhandlung ®« drehte sich wiederum um einen in den Däurnen des Arbeitsamtes begangenen Hausfriedensbruch, während dessen ein -Beamter de- Arbeitsamtes tätlich beleidigt wor- den ist. Der Angeklagte war aus dem Amt erschienen und hatte um eine Auskunst gebeten, aber an einer für diese unzuständigen Stelle. Er wurde belehrt, wohin er sich zu wenden habe, ihm auch die Sprechstunde für derartige Aus- funft mitgeteilt. Doch gab er sich hiermit nicht zufrieden und blieb in dem Zimmer trotz mehrfacher Aufforderung, es zu verlassen. Er ging auch nicht, al- der Abteilungsleiter erschien und die Aufforderung des öfteren wiederholte, aber vergeblich. Dieser verlangte schließlich zwecks Fest- stellung der Personalien seine Kontrollkarte, deren Dorzcigen der Angeklagte verweigerte. Die Folgen eine- längeren Verbleiben- wohl fürchtend, suchte er sich jetzt aus dem Zimmer zu entfernen. Um sein Weggehen zunächst zu verhindern, wandte sich der Beamte ebenfalls zur Tür, wurde aber von dem Angeklagten in diesem Augenblick von hinten gepackt und weggerissen Damit waren die Tatbestände des Hausfriedensbruches und der tätlichen Beleidigung erfüllt, und der Angeklagte erhielt statt der im Strafbefehl ausgesprochenen Geld st ra fr von 30 Mark auf Grund der Beweisaufnahme, die erst die strafschärfenden Momente hervortreten ließ, eine Gesamtgefängnis strafe von einer W oche. Aehnliche Vorgänge häufen sich auf dem Arbeitsamt: nachhaltiger Schuh muß deshalb den dortigen Q&eamten gewährt werden. • • Kürzung der Denken aus der 3 n • validenverficherung. Dom 1. 3uli ab werden die 3nvalidenrenten (3. K, A) um 6 Mk., die Witwenrenten (W, WK) um 5 Mk., die Waifenrenken um 4 Mk. für jede Waise gekürzt. Teilrenten werden nicht gekürzt. Die Renten- empfangsscheine sind auf die gekürzten Beträge auszustellen. • • Schlechte Wiegegeschäfte. Die beiden städtischen Waagen haben im abqelaufenen Rechnungsjahr 1931 i*p ganzen 9650 Wiegungen vorgenommen, gegen 11 899 Wiegungen im Vorjahr. Die Einnahme hierfür beträgt 16 000 (17 800) Mark, mithin ist ein Au-fall von 1800 Mark gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. — 3m einzelnen ist da- Ergebnis der Wiegungen folgendes: Für die Waage Westanlage mit 7100 (8675) Wiegungen, Einnahme 11 800 (8675) Mark, für die Waage Frankfurter Straße 2550 (3224) Wiegungen, Einnahme 4200 (5000) Mark. Der Rück- Öber Freauenz der beiden Waagen und der gang der Einnahmen aus Wiegegebühren erklärt sich auS der ungünstigen Gisernte im letzten Winter und durch die bedeutend zurückgegangenen Kohlenverwiegungen. • • E i n Einbruch wurde gestern um die Mittagszeit in einem Burcauraum in der Goethestraße verübt. Der Täter drang dabei vermutlich mittels Nachschlüssels in das Bureau ein, öffnete gewaltsam eine Schreibtischschublade und entwendete daraus 110 Mark Bargeld und für 4 Mars Briefmarken. Die polizeilichen Ermittlungen find im Gange. ** DerTechnische Verein Gießen, der Angehörige aller technischen Berufe umfaßt, feierte — wie man unS heute berichtet — am vorigen Samstag im Saale des Cafe Leib, sein 35. Stiftung-fest. 3n seiner Ansprache konnte der erste Vorsitzende u. a. auch eine Abordnung des Technikervereins Marburg und den Vorstand, sowie eine Anzahl Mitglieder des ReichSverbande- Deutscher Baumeister, Ortsgruppe Gießen, begrüßen. Der Verein hat sich seit seiner Gründung gut fortentwickelt und auch durch den Krieg keine Einbuße erlitten. Vier Mitbegründer, die Herren Direktor Thome, Bauoberinfpektor D i e o l a u s , Bauoberinspektor Roß und Architekt Doll, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt und ihnen, sowie dem Ehrenvorsitzenden, Herrn Architekt D r e i t h e r . Diplome überreicht. Ilm die Ausgestaltung des Abends machte sich der bekannte Heimatdichter Gg. Heß, der dem Verein als Mitglied angehört, besonders verdient. Seine mundartlichen Vorträge fanben allgemeinen Beitall. Frl. Wohlfahrt brachte einen von Herrn Heß verfaßten Prolog und einige Lieder wirkungsvoll zu Gehör. Ebenso fand ein von ihr und Herrn Luft vorgetragenes Duett viel Anklang. Die gesanglichen Darbietungen von Frl. Keitzer trugen wesentlich zur künstlerischen Ausgestattung des Abends bei. Für gute Musik sorgte die Kapelle Topp. '• Geburtstagsfeier der Fünfund- siebzigjährigen. Am Mittwoch begingen die im Jahre 1857 geborenen Altcrskamcraden im Schützenhaus eine gemeinschaftliche Feier des 75. Geburtstages. Der Vorsitzende der Vereinigung, V. Kon der, begrüßte die Alterskameradcn und deren Angehörige und gedachte der feit der vorigen gemeinsamen Geburtstagsfeier verstorbenen Käme- roden. Die Begrüßungsansprache klang in dem ge- meinsamen Gesang des Deutschlandliedes aus. Nach einer wetteren kurzen Ansprache des Alterskameraden I. Pf e f f e r brachte ein Mitglied der Vereinigung und Enkelkinder verschiedene Dortrage zu Gehör. Ferner unterhielt eine kleine Musikkapelle die Besucher in bester Weise. Nach einem gemeinsamen Abendessen folgten einige Stunden frohgestimmter Geselligkeit, an deren Schlüsse der älteste Alterskamerad I. Geck die in allen Teilen wohlgelungene Feier in einer Ansprache lobte und den Veranstaltern der Feier Dank sagte. Die nächste gemeinsame Feier soll die Alterskameraden im 80. Lebensjahre wieder vereinigen. Geschichten aus aller Welt. Dar- Vorgefühl. (x) Nam. Gibt es eine Ahnung de* Unabwendbaren ein Vorgefühl, da* den Menschen warnt? Ohne Kommentar je, hier der Bericht wiedergegeben, den der Habeni|d)e Geistliche Mons. Bredoli in einer romi- |d)en Zeitung veröffentlicht. Er behandelt ein Erlebnis etwa eine halbe Stund» vor dem katastrophalen Deckeneinsturz im Vatikan, dem nickst nur wertvolle Bücher, und Handschriftenschatze, sondern auch mehrfre Menschenleben zum Opfer fielen. „3d) traf vor der eaauür*, so erzählt Monsignore Bredoli, „zwei alte Freunde und geistliche Kollegen, mit denen ich nur einige wenige Worte wechselte. Der eine, von ihnen suchte uns zu bereden, mit ihm in den Saal zu treten, wo er uns eine prachtvolle, bisher kaum bekannte Inkunabel zeigen wolle. Ich persönlich lehnte sofort mit dem Hinweis darauf ab, daß ich eine dringende amtliche Pflicht zu erfüllen habe, und der andere antwortete wortwörtlich: „Ein andermal gern, teurer Professor, aber heute fühle ich mich gar nicht wobl. Ich habe einen ent- schlichen Druck an den Schläfen und das Gefühl als würde jeden Augenblick die Decke auf meinen stopf stürzen —“ _ Wir verabschiedeten uns demnach. Eine halbe Stunde später war der Profesior oon der herab- stürzenden Decke erschlagen. — Probealarm. (vg) Madrid. Die Dank von Spanien hat in San Sebastian eine recht stattliche Filiale. Der Kundenbesuch in den Mittagsstunden ist meistens sehr lebhaft. Um diese Zeit nun ist eS passiert Mitten hinein in den Wortschwall der Geschäftsleute dröhnte ein Schuß. Die Wirkung war märchenhaft: Wer konnte, verkroch sich unter die Tische und Bänke, die anderen standen entgeistert mit hochgeho- benen Händen und warteten auf die Däuber, die, „Geld oder Leben" brüllend, sofort erscheinen mußten. Die Räuber kamen aber nicht, statt dessen erschien ein kleiner Beamter, der um Entschuldigung bat, weil ihm beim Weglegen der Pistole ein Schuß losgegangen war. Daraufhin soll man die von den Herzen fallenden Steine zu Dutzenden gezählt haben. Tic Romantik der Wüste. B. Q. Jerusalem. Seit einiger Zeit häufen sich auf den breiten, glänzend angelegten Autostraßen, die 3erufalcm mit den anderen Städten Palästinas verbinden und die täglich von Hunderten von Auto» befahren werden, die Ueberfälle durch bewaffnete Gruppen. 3mmer wieder taucht plötzlich ein Stein- toali quer über der Straße auf, Autos müssen anhalten, ein paar beduinisch gekleidete mit Gewehren bewaffnete Männer erheben sich, und den Reisenden bleibt nichts anderes übrig, alS Geld, Uhren und oft auch Kleidungsstücke abzuliefern. Wer nicht- abzuliefern hat, bekommt in vereinfachtem Verfahren Prügel. Allen diesen Ueberfällen, ich glaube, eS gab in den letzten zwei Monaten deren sünszehn oder zwanzig, seht ein Voriall in der allerletzten Zeit die Krone auf. Um halb fünf Uhr nachmittag» wurden auf der allen Touristen bekannten 3e< richostraßc, unmittelbar vor der Wüstenpolizeistation, von vier Räubern nicht weniger alS dreizehn Autos angehalten. Das Erträgnis diese- Uebersalles war für die Räuber eine ganze Anzahl von Uhren, anderen Wertgegenständen und Kleidungsstücken, sowie 327 Pfund in bor Diese peinliche Geschichte, der in der Kriminalhistorie aller Länder ein gewisser Ehrenplatz einzuräumen ist, trägt eine besondere Rote, weil es sich nicht um Eingeborene, sondern in der Mehrzahl um Engländer und englische Damen handelte, die die Romantik der Wüste in höchst unerfreulicher Weise kennen gelernt haben. In Palästina nimmt man nun an, daß dieser Umstand die Regierung veranlassen wird, alles daran zu sehen, die Ordnung wieder herzustellen, die Palästina zu einem beliebten Touristenzitzh gemacht hat. Tatsächlich ging sofort die gesamte verfügbare Polizeimannschaft in die Wüste, während die transjordanischen Grenzreiter die 3ort)anfurtcn besetzten. ES ist nicht anzunehmen, daß hinter diesen Vorfällen politische Hintergründe zu suchen sind. 3a, daS Gerücht spricht sogar ausdrücklich davon, daß eS sich um eine glänzend organisierte Raubgesellschaft handle, die, was die Führung betrifft, nicht einheitlich arabisch ist. Ein Australier, sagt man, soll in der Leitung sitzen, die sogar ihre eigene Spionage» und Spionageabwehrabteilung besitzen soll. — Jedenfalls ist die oon Romandichtern noch immer gesuchte Romantik der Wüste ein zveischnel- diges Schwert, wenn man weder Dichter noch Romanleser ist. sondern em Bürger Palästina*, der zufällig in einer anderen Stadt ein Geschäft zu erledigen hat. Rapoleon» Ämml zieht um. — Pari«. Der Staub eine« 3abrbunbert» lastet auf seinem Rücken. Es steht steif und stumm und starrt friedlich her sich hin. Die Genügsamkeit der Kamele, die immerhin schon sprichwörtlich ist, erlebt hter die größte Blüte. dieses Kamel frißt nichts und trinkt nichts — und war doch einmal das berühmteste Kamel nicht nur Frankreich, sondern auch eine» großen Teiles dieser übrigen europäischen Welt. Denn es ist da» Kamel NapoleonS. Mit diesem Kamel unternahm der kleine Bonaparte seinen ägyptischen Feldzug. Dieses Kamel brachte er auch mit nach Europa und ließ es vortrefflich pflegen und hegen - bi» es eine» Tages dennoch in einer Menagerie den Weg aller Kamele und überhaupt alles Irdischen ging, nebenbei bemerkt ist dieses Kam«! ein Dromedar. Sin cnmelus dromedanus aus Arabien Sv steht we- nigften» in dem Katalog des Raturhistorischen Museum» in Paris unter Rr. 534 zu lesen. Richt mehr lange, denn das Kamel zieht um. Man hatte es damals, al# es in der Menagerie starb, schon ausstopsen lassen und mit Mottenpulver gegen die gefräßigen Tierchen geschützt, so daß jetzt noch einige fellbezogene Ueberrcftc vorbanden find, die nunmehr nach der 3nfel Ais wandern. Auf dieser 3nfcl, nicht weit entfernt von jenem Platz, wo Bonaparte einst lebte, bat ein Baron Gourgaud ein naturhistorische- Museum besonderer Art gegründet und sich als naturhistorische- Erinnerungsstück an Rapoleon dieses Kamel auserbelen. da» ihm auch zugesprochen worden ist. 3m Katalog deS alten Museum- aber streicht man die folgende Eintragung: „camelus dromedarius (Arabien) au« Aegypten lebend durch Bonaparte nach Europa gebracht nach dem Feldzug. Es wurde dem Museum durch den Kaiser geschenkt. Es starb in einer Menagerie." Rapoleon hat längst seinen letzten Schritt getan. Sein Kamel aber wandert noch immer umher - wenn auch nur von einem Museum zum andern. Dienst am Aunbcn! (R) Amsterdam. „Dienst am Kunden" ist in der heutigen Zeit der allgemeinen Wirtschaftskrise oberstes Gesetz. Dienst am Kunden ist es. wenn der Gastwirt, der Casehouder (holländisch) und wie er sonst heißen mag, dafür sorgt, daß dem Gast ein gut temperiertes Glas Bier oder ein anständiger Korn, Aquavit, Genever oder so vorgesetzt wird. 3n einem weit umfassenderen Sinne aber legte diese zeitgemäße Losung ein Gastwirt in Rotterdam au«, der dieser Tage den Besuch eine« Mannes au« der Provinz erhielt. Der Mann, der wohl gute Geschäfte in der Stadt gemacht hatte, schwankte zu vorgerückter Zeit und in gehobener Stimmung in da« Lokal de« betreffenden Gastwirte«. An Redseligkeit fehlte es dem späten Gast nicht, und bald wußten alle Anwesenden, daß der Mann eine größere Summe Geldes bei sich trug. Der Wirt, der anscheinend schon öfter erlebt hatte, daß bezechte Provinzler von freundlichen .Hilfsbeflissenen" ausgeplündert worden waren, wollte seinen Kunden gern vor einem ähnlichen Schicksal bewahren. Rach einigem Ucber- legen wandte er sich an da- nächste Polizeirevier, das er um Entsendung eine» Beamten bat. Unter dessen Aussicht nahm der Wirt dem Manne au« der Prodis, der sich nur wenig sträubte, das Geld ab, und zwar einen Betrag von 1300 Gulden oder etwa 2250 Reichsmark Da« Geld wurde genau gezählt, nachgezählt und noch einmal gezählt, die Hummern der Geldscheine ausgeschrieben und die Banknoten in einen Briefumschlag getan, der daraus ordnungshalber versiegelt wurde, woraus ihn der Wirt in Gewahrsam hielt. Ob der Mann aus der Provinz zunächst über den Verlust seine« GeldeS sehr erschrocken war oder sich auch mir überhaupt Gedanken darüber machte, vermeldet der Chronist nicht: wohl aber weiß er zu berichten, daß der Mann sich wie ein Kind freute, al« der Wirt ihm nach auSgeschlafenem Rausch den versiegelten Briefumschlag mit dem Geld übergab. Auch ein Dienst am Kundenl Großes Jugendgericht Gießen 3n der gestrigen Sitzung de« Großen 3u - gendgerichiSGießen wurde ein jugendlicher Arbeiter aus Lauterbach, der unter der schweren Anklage des Meineides stand und sowohl geständig, als auch überführt war, frei- gesprochen, da das Gericht annahm, daß der junge Mensch unter dem Druck und Zwang seiner kommunistischen Par- teig nossen gehandelt habe. Wir werden über den Fall noch naher berichten. Erweitertes Vezirlsschöffengericht Gießen. * Gießen, 22. 3uni. Ein etwa dreißigjähriger Schäfer in Dü deshe im ergab sich in den letzten Monaten immer mehr dem Alkohol. Al« die Ermahnungen seiner Braut, einer Hausangestellten, nicht» fruchteten, erklärte das Mädchen an einem gemeinsam verbrachten Svnntagnach- mittag die Verlobung für ausgelöst. Cs kam dann zu Auseinandersetzungen, bei denen er das Mädchen bedrohte. Als dieses sich losriß, lief er ihm nach und versetzte ihm mit seinem Taschenmeller drei Stiche in den Rücken, die glücklicherweise keine inneren Organe verletzten. Rach drei Wochen Krankenhaus waren die Wunden ohne schlimme Folgen geheilt. Schon einige Wochen vorher hatte der Messerstecher, ebenfalls im Zustand der Betrunkenheit, in einem WirtShau» den hessischen 3nnenminister und den Gendarmeriewachtmeister. der ihn zur Ruhe mahnte, be- schimpst. Degen Körperverletzung mit gefährlichem Werkzeug und öffentlicher Beleidigung wurde der Angellagte heute zu einer Gefamtgefängnisstrafe von zehnMonaten verurteilt. Das Messer wurde eingezogen. Ein angetrunkener Kraftwagenllihrer fuhr auf der Landstraße am Eingang von Gießen (beim Schützenhau») in der Abenddämmerung nach dem Ueberholen eine» Auto» auf der linken Straßenseite weiter und überrannte zwei entgegenkommende Radfahrer, von denen Der eine leicht, der andere schwer verletzt wurde. Der Angellagte erhielt eine Gefängnis st rase von vier Monaten wegen fahrlässiger Körperverletzung. Der mitangenagte Autoinhaber wurde freigesprochen, weil seine Behauptung, er habe von dem angetrunkenen Zustand des Lenker» nicht» gewußt, nicht widerlegt werden konnte. Gcinaefandf. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein Birte vom walltor an die Stadtverwaltung. Ein Desahrenpunkt für Rad- und Motorradfahrer ist die Ecke Walltvrftraße und Brandgasse. Fast täglich kann man beobachten, wie dort beim Ueberqueren der Straßenbahn* schienen Stürze vorkommen E« ist tatsächlich zu verwundern, daß noch eine kschweren Unglück-sätte zu verzeichnen sind. Gestern beobachtete ich, wie ein mit Milchflaschen beladener Radfahrer auf den Schienen auSrutschte, wobei selbstverständlich die Flaschen in Trümmer gingen. Der Fahrer ist glücklicherweise mit den Schrecken davongekommen. 3ch habe aber auch schon beobachtet, daß eine Dame bei einem solchen Sturz an derselben Stelle mit einer Hand in eine Fensterscheibe fiel. Da» Uebel scheint an der Beschaffenheit der Straße zu liegen. Es wäre gut. wenn sich die maßgeben» den Stellen einmal hierfür interessieren würden und eventuell eine Warnungstafel an dieser Ge- sahrenecke anbringen ließen, zum Besten der Allgemeinheit. Ein Anwohner der Walltorstraße. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bi* 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Eine Ltniersuchungskommission des Butzbacher Gtadtrats. 00 Butzbach, 22. Juni. In der gestrigen Htadtratsfihung teilte der Dorsitzende vor Eintritt in die Tagesordnung mit, daß, nachdem die Provinzialdirektion die Genehmigung erteilt, nunmehr die berühmte „scharfe E ck e" an der Kreuzung der Dahnhofstrahe/Weiseler Straße b e- seitigt werden kann. Ferner teilte er mit, daß rückständige Reichs - u. s. w. -Zuschüsse im Betrage von 40000 Mark z. Z. we- gen Mangels an Mitteln nicht überwiesen werden könnten. Seitens des Stadtratsmitglieds Dierheller wurde folgender Antrag eingereicht: „Ich beantrage, den Rat unverzüglich zu einer Sitzung einzuberufen. Die Beratungsgegenstände ergeben sich aus Rachstehendem: Antragsbegründung: 1. Wie bekannt geworden ist, und auch seitens einzelner Beamten der Stadt nicht bestritten wird, soll der frühere Bürgermeister alsbald nach seinem Dienstantritt H m z u g s - ko st en von über 1 000 Mark erhalten haben. Weiter soll es richtig sein, daß durch die Instandsetzung der Dien st Wohnung des früheren Bürgermeisters ein Betrag von über 5 0 0 0 Mark notwendig geworden und auch zur Auszahlung gekommen wäre. Es bedarf der Feststellung, ob beides richtig ist und ob die aufgewendcten Beträge vor ihrer Zahlung die vorgeschriebene Billigung durch den Rat gefunden haben, evtl, auf welche Weise deren Errechnung vorgenommen worden ist. 2. Die Bürgermeisterwahl soll in den nächsten Tagen stattfinden. Es ist erforderlich, daß vor der Wahl der Stadtrat die Besoldung des Bürgermeisters festseht. Dieser Beschluß bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde. In der Stadtratssihung wird beantragt werden: Zu 1. Ernennung einer Kommission von drei Mitgliedern, die alle in den erwähnten Fällen erwachsenen Akten und Belege über die Richtigkeit oder älnrichtigkelt der Behauptung nachprüft und dem Rate innerhalb bestimmter Frist genauen Bericht zu erstatten hat. Die Stellung weiterer Anträge nach diesem Zeitpunkt bleibt Vorbehalten. Zu 2. Die Besoldung des neu zu wählenden Bürgermeisters wird in die Besoldungsgruppe 3a des Besoldungsgesetzes für die hessischen Staatsbeamten verlegt. Hinzu tritt das Wohnungsgeld und «in evtl. Kinderzuschlag, wie er in der Besoldungsordnung für die hessischen Staatsbeamten vorgesehen ist. Butzbach, 13. Juni 1932. B i e r h e l l e r , Stadtrat. Dem vorstehenden Antrag schließen sich an: Louis I o u h . Fritz Henkelmann, Frieda Wiehler, K. Seippel, Ohlemutz, Dr. Weide, Zink. Der Stadtrat stimmte dem Antrag zu und wählte eine Sonderkommission, bestehend aus den Stadträten Einbrodt, Ohlemutz und Zink, und genehmigte Weiterhin die Besoldungsfest - setzung für den künftigen Bürgermeister. Das Ende eines Separatisten. WSN. Mainz, 23. Juni. Bor einigen Tagen ist in seiner Wohnung in Frankfurt a. M. der frühere Amtsgerichtsrat Dr. Liebing gestorben bezw. er hat Selbstmord begangen. Dr. Liebing stammt aus Mainz-Weisenau und war zur Zeit des Separatistenunwesens ein Führer der Separatisten. Er gab sich den Titel eines „M inisters des Inner n". Während der Besatzungszeit hielt er sich in Frankreich auf und versuchte von dort aus immer wieder seine separatistischen Ideen zu verwirklichen. Gutscheine statt Bargeld. WSR. Elz, bei Limburg, 23. Juni. Die hiesige Gemeindekasse war letzten Zahltag nicht in der Lage, den Wohlfahvtserwerbslosen die vollen Beträge in bar auszuzahlen. Die Unter» stützungsempfänger erhielten für ein Drittel der Summe Gutscheine, die sie in den Lebensmittelgeschäften einlösen können. Vor dem Gauturnfest. Am Samstag, 25., und Sonntag, 26. Juni, findet in Gießen das Gauturnfest des Gaues Hessen in Gießen statt. Die Veranstaltung wird zahlreiche Turner in unseren Mauern vereinigen. Das Gauturnfest ist entsprechend der Rotlage der Gegenwart weniger als eine festliche Beranstal- tung gedacht, denn als eine Heerschau über die Turnerschaft und den Leistungsstand der hessischen Turner. Für die Turner der Oberstufe ist ein Zwölfkamvs sowie ein Zehnkampf ausgeschrieben. Der Zwölfkampf besteht aus einer Pflicht- und einer Kürübung am Reck, zwei Pflicht- und einer Kürübung am Barren, zwei Pflicht- und einer Kürübung am Längs- bzw. am Querpserd, einer Freiübung, einem 100-Meter-Laus, dem Schleuderballwerfen und dem Weitsprung. Für den Zehnkampf der Oberstufe ist eine Kürübung an den Ringen verlangt. Die Turner können sich auch an dem Zwölfkampf der Sonderklasse beteiligen, für den die Hebungen des Zwölfkampfes der Oberstufe zugrunde liegen, die aber mit Hebungen an verschiedenen Geräten ergänzt werden müssen. Für die M i t t e l st u f e ist ebenfalls ein Zwölfkampf ausgeschrieben, der aus je drei Hebungen an Darren und Pferd, zwei Hebungen am Reck und außerdem aus Freiübung, 100-Meter-Lauf, Kugelstoßen und Weitsprung besteht. Die Turner der Unterstufe treten zu einem Zwölfkampf mit entsprechend leichteren Hebungen an, die dann auch für den Reunkampf der Altersturner übernommen werden. Für die Altersturner fallen aber die in der Ausschreibung verzeichnete 2. Darrenübung, sowie die Längspferdübung und der Weitsprung fort. Auherdem laufen die Llltersturner nur 75 Meter. Reben diesen Wettkämpfen ist die Durchführung eines Meisterschaftstur- nens vorgesehen, für das je eine Hebung an Reck, Darren und Pferd und je eine Kürübung an jedem der Geräte zu leisten sind. Für Körperschule ist eine allgemeine Freiübung und eine Kürübung zu turnen. Gießener Anderer ans auswärttgen Regatten. Samstag und Sonntag in Frankfurt. Die Gießener Rudergesellschaft, die in der letzten Zeit nicht nur einen sehr lebhaften Trainingsbetrieb entfaltet hat, sondern sich auch verschiedentlich mit bestem Erfolg an auswärtigen Regatten beteiligte, wird mit ihrem Ersten Achter am morgigen Samstag bzw. am Sonntag bereits wieder bei einer Regatta in Aktion treten. Die Große Frankfurter Regatta steht bevor, der allerdings in diesem Jahre nicht diese hohe Bedeutung beizumessen sein wird, wie im vergangenen Jahre. Zu den 30 zum Austrag kommenden Rennen haben ol Vereine mit 121 Booten und 604 Ruderern (gegenüber 41 Vereinen, 160 Booten und 819 Ruderern im Vorjahre) gemeldet. Die Gießener Rudergesellschaft wird auf dieser Regatta bereits am Samstag zum Ersten Achter in der bewährten Besetzung starten. Dabei werden die GRGer auf sehr starke Konkurrenz stoßen. Der hauptsächlichste Gegner ist der Erste Achter der Mainz- Kasteler RG. 1 8 8 0, der erst vor kurzem auf der Regatta in Heidelberg gegen den Deutschen Meister im Achter, „Amicitia" Mannheim, mit nur zwei Sekunden Differenz Zweiter wurde. Für den Ersten Achter hat außerdem noch der Mainzer Ruderverein gemeldet. Sollte den Gießenern am Samstag kein Sieg beschieden sein, (der ja tatsächlich fraglich ist), dann werden sie am Sonntag im Zweiten Achter (um den Heinrich-Heyter-Gedächtnis-Preis) starten. Außer diesen beiden Rennen startet aller Voraussicht nach noch Friedl I ö d t im Zweiten Einer und trifft dabei auf Konkurrenz, gegen die er schon in Kassel antrat. Wie er abschneiden wird, hängt sehr von seinem Gesundheitszustand ab. Llnd acht Tage später m Limburg ... Am Samstag und Sonntag, 2. bzw. 3. Juli, findet in Limburg die Regatta des Lahnregattaoerbandes statt. Das Meldeergebnis für diese Veranstaltung ist als sehr günstig zu bezeichnen, denn nicht weniger denn 35 Vereine mit insgesamt etr i 190 Booten haben Meldungen abgegeben. Vereine aus Köln, Mainz, Mainz-Kastel, Frankfurt sowie die meisten Lahnvereine sind beteiligt. Die Gießener Rudergesellschaft wird mit ihrem Ersten 'Achter, mit einem Vierer und durch Friedl I ö d t im Einer vertreten sei. Der Gießener Ruderklub „Hassia" wird ebnfalls in Limburg starten. Es wurden von feiten dieses Vereins zwei Rennen im Vierer belegt, der • n der Besetzung H. Goldhorn, L. Dehus, Ehr. Hüttenberger, R. Weller und am Steuer Lehr an den Start gehen wird. Außerdem wird L. Henn im Jungmann-Einer beteiligt sein. Der Verein Rudersport 1913 kann sich leider an keiner der beiden Regatten beteiligen, weil die Mannschaften, die bisher zur Verfügung standen, durch Wegzug einiger Ruderer auseinandergerissen wurden. Der Verein Rudersport ist indessen gegenwärtig damit beschäftigt, etwa 20 Jugendliche auszubilden, um sich damit für die Zukunft einen festen Stamm von Ruderern erhalten zu können. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die nach Grünberg vereinbarten Spiele der Ligareserv« und einer Jugendmannschaft kamen nicht zum Austrag. Die Lehrmannschaft trug ein noch ausstehendes Rückspiel in Groh-Auheim bei Hanau aus. 1900s Junioren befanden sich in bester Form und siegten in einem spannenden und fairen Spiel mit recht schönen Leistungen verdient 4:2 (Halbzeit 2:1). Gegner war die Juniorenelf des Gastgebers. 1900 sorgte durch Borlage von zwei Toren für eine 2:0° Führung. Aber noch vor dem Wechsel kam der Plahverein zum ersten Gegentreffer. Rach der Pause erhöhten die Dlauweihen zum 3:1, bevor Groh-Auheim auf 3:2 verkürzte. Ein weiterer Treffer der Giehener stellte aber das 4:2 und damit den Schlußstand her. Jugendspiele. 1900 2. Schüler — Leihgestern 1. Schüler 1:1. Die körperlich stärkeren Gäste spielten anfangs überlegen und gingen bald nach einem Eckball mit 1:0 in Führung. Die Kleinsten des Platz- Vereins verloren aber nicht den Mut, durch ihr technisch besseres Spiel und durch vorbildliche^ Eifer lieferten sie dem Gegner bald eine gleichwertig« Partie und konnten den verdienten Ausgleich erzielen. Die zweite Halbzeit verlies in verteiltem Feldspiel. Vor dem„Deutschen Derby". Deutschlands größte Zuchtprüfung, das klassische Deutsche Derby, steht am Sonntag im Brennpunkt der Turfereignifse. Auf der traditionsreichen Dahn in Hamburg-Horn bewerben sich wieder einmal die besten Dreijährigen um den wertvollen Preis. Als hoher Favorit startet „Widerhall" vom Gestüt Schlenderhan unter dem Jockey A. Zimmermann. Kurze Sportnotizen. Zwei deutsch« Erfolge gab es am Mittwoch bei den Tenniskämpfen in Wimbledon. Frl. Krahwinkel kam durch «inen 4:6, 7:5, 6:0- Sieg über di« Engländerin Sterry in die dritte Runde und im Herren-Doppel blieben von ©ramm / Haensch über die Gebr. Buzzard (England) siegreich. Helmuth Körnig, einer unserer besten Sprinter, ist an einer RippenfellLvtzündung erkrankt und muhte in eine Klinik verbracht werden. Körnig wird in Wiesbaden beim Vierverbände-- karnpf ersetzt werden müssen und auch seine Beteiligung in der olympischen Viererstaffel ist fraglich geworden. Wirtschaft. Diskontsenkung bei der Federal Reserve Bank of Rew yorf. Neuyork, 23. Juni. (WTB.) In der heutigen Verwaltungsratssitzung der Neuyorker Bundesreservebank wurde die Herabsetzung der Re- di s k o n t r a t e von 3 auf 2% Prozent beschlossen. Der Satz von 3 Prozent war seit 25. Februar d. I. in Kraft, an dem eine Ermäßigung von 3% auf 3 Prozent oorgenommen wurde. * * DevisenhöchstbeträgefürJuli. Der Reichswirtschaftsminister hat angeordnet, dah die Importeure für den Monat Juli den Höchstbetrag ihrer allgemeinen Genehmigungen nur bis zur Höhe von 50 Prozent in Anspruch nehmen dürfen. * Freier Handel mit z e r t i f i k i e r t e n Auslandbonds. Der Reichswirtschaftsminister hat angeordnet, daß mit Wirkung vom 24. Juni der Handel mit deutschen Auslandbonds, die mit der De chnnigung einer deutschen Effektengirobank über die Handelbarkeit versehen sind, ohne die nach der Devisenordnung vorgeschriebene Genehmigung zulässig ist. Die Versendung deutscher Bonds nach dem Auslande bleibt genehmigungsbedürftig. * Adlerwerke vorm. Heinr. Kleyer- 21®., Frankfurt a. M. In der Aussichtsratssitzung der Adlerwerke wurden der Geschäftsbericht und der Abschluß für das Jahr 1931 vorgelegt. Hnter Einschluß des vorjährigen Gewinnvortrages schließt das Geschäftsjahr 1931 bei 1,25 Mill. Mk. Abschreibungen auf Anlagen und Aufrechterhaltung der stillen Reserven mit einem Verlust von 1,75 Mill. Mk. ab (i. D. wurde der nach Abschreibungen und Zuweisung an den Reservefonds verbleibende Reingewinn von 124 885 Mk. vorgetragen). Schulden werden mit 8,95 (9,58) Mill. Mk.. Guthaben mit 3,75 (5,05) Mill. Mk. ausgewiesen. Die Liquidität war im vorigen Jahre um 675000 Mark besser. Dieser Betrag ist neu investiert. Der Hmsah betrug 38,5 (58,0) Mill. Mk. Der Absatz in Automobilen, Schreibmaschinen und Fahrrädern ist unter Berücksichtigung der Gesamtlage zufriedenstellend. Gute Rachfrage besteht nach den neuen 1,5-Liter-Typen, die sich infolge niedrigen Anschaffungspreises und billiger Hnterhaltungs- kosten großer Beliebtheit im In- und Ausland erfreuen. Es liege ein guter Auftragsbestand vor. Die Gesamtbelegschaft beträgt etwa 3000 Mann. Die wöchentliche Arbeitszeit liegt zwischen 40 und 48 Stunden. * Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Darmstadt. Die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Darmstadt, erzielte im Geschäftsjahr 1931 Detriebsüberschüsse von 3,18 (2,86) Mill. Mk., Erträgnisse aus Beteiligungen und Erlöse aus Wertpapieren von 0,32 (0,24) Mill. Mk. Rach Zuweisung von 2,15 (1,32) Mill. Mark an die Erneuerungsfonds, Abschreibung von 0,30 (—), nach Abzug der Abgaben von 0,21 (0,30), Heberweisung von 0,30 (—) auf das Rück- stellungskonto und nach Absetzung der Zinslasten von 0,45 Mill. Mk. verbleibt ein Reingewinn von 155 331 Mk., der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. (Im Vorjahr wurden aus dem Reingewinn von 1 526 606 Mk. 7 v. H. Dividende verteilt und 70 606 Mk. vorgetragen.) Frankfurter Abendbörse behauptet. An der Abenbörse stand die Frage der Abwertung der privaten Auslandschulden im Mittelpunkt der Erörterungen, über deren Auswirkungen man recht geteilter Meinung ist. Die Spekulation bekundete eher Deckungsnachfrage, so daß die Kurse, besonders der Spezialpapiere wie IG. Farben um 0,50 Prozent anzogen. Infolge der immer noch herrschenden Zurückhaltung kam die Geschäftstätigkeit nur schleppend in Gang. Stahlverein und Hapag eröffneten gut behauptet. Am Rentenmarkt herrscht st arte Zurückhaltung, da man über die kommenden Zins- maßnahmen noch durchaus im Unklaren ist. Goldpfandbriefe wurden unverändert genannt, Dollarbonds blieben von den Zinsdiskussionen noch völlig unbeeinflußt. Im Verlauf trat etwas größeres Interesse für Montanwerte in Erscheinung, von denen in erster Linie Rheinstahl und Stahloerein Aktien um 0,50 Prozent gewinnen konnten. Goldpfandbriefe standen noch immer etwas unter Druck, da vom Mittagsverkehr Restaufträge zur Ausführung gelangten. Neubesitzanleihe 3.40, Altbesitzanleihe 37,13, Reichsbank 123,25, Gelsenkirchen 32,75, Aschersleben 81,50, Westeregeln 90,50, Phönix 15,75, Stahlverein 14 bis 14,25, Rheinstahl 39, Aku 31,50 Brief, Scheideanstalt 130,50, IG. Farben 88,75 bis 90,25, Gesfürel 50,50, Holzmann 31,25, Rüt- gerswerke 31,50, Hapag 10,39, Lloyd 11,2-5. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. Tß. in G. 1. Nach der Hessischen Landgemeindeordnung dürfen Gemeinderatsmitglieder weder in gerader Linie verwandt oder verschwägert, noch im zweiten Grad der Seitenlinie miteinander verschwägert fein. — 2. Sind aber derart Verwandte oder Verschwägerte doch zu Gemeinderatsmitgliedern gewählt worden, so schließt der früher Gewählte den später Gewählten aus. Bei gleichzeitiger Wahl und gleicher Stimmenzahl gilt der ältere, im übrigen der als gewählt, der die meisten Stimmen erhalten hat — 3. Der Verwandtschafts- und Schwägerschaftsbegriff des Bürgerlichen Gesetzbuchs gilt auch für eine ganze Anzahl anderer Gesetze sowohl des Reichs als auch der Länder. — 4« In gerader Linie sind Personen verwandt, die voneinander abstammen. Personen, die nicht in gerader Linie verwandt sind, aber von derselben dritten Person abstammen, sind in der Seitenlinie verwandt. Der Grad der Verwandtschaft bestimmt sich nach der Zahl der sie vermittelnden Geburten. Ein uneheliches Kind und dessen Erzeuger gelten nicht als verwandt. — 5. Die Verwandten eines Ehegatten sind mit dem anderen Ehegatten verschwägert. Die Linie und der Grad der Schwäger- schaft bestimmen sich nach der Linie und dem Grade der sie vermittelnden Verwandtschaft. Die Schwäger- schäft dauert auch nach Auflösung der sie begründenden Ehe fort. — Sollten Sie weitere Auskunft wünschen, so bitten wir um genauere Schilderung der Sachlage, falls obige Angaben nicht ausreichen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v.H, Lombardzinsfuß 6 v. H Atani'ur ... .?<. den.., Franksun 0. M. Berlin Schlußkur« Schluß!. Abend- bffrfc Schlußkurs Schluß!. Mittag- bSrse Schlußkurs Schluß,. Abcnd- bSrb- Schluß« kurs Schluß!. Mittag« Öohim 22.6. 23.6. 22.6. 23.6. Dalum 22.6. 23 6. 22 6. 23 6. 6% Dcundje ilictdi-3anieU)c D.192; 7% Deutsche Neichöanleihe y.1929 6'/t% Doung-Aulelhe von 1930 . Deutsche AiiI. AblvI.-SchuId mit Ausloi.-Rechten....... 53 59,5 60 37 3,45 36,5 32,75 66 65,75 77,5 75,8 66,5 9,25 1,05 5,75 5 2,25 2,25 2,25 7 15,25 52,75 58,75 60,25 37,13 3,4 36,5 32,5 76,4 75 66 1,05 4,25 5,65 2,25 7 2,9 15,25 53,75 59,5 60 37 3,5 33 67 8,75 4,7 5,7 2,4 2,5 2,4 4 6,9 3,05 15,6 53 58,5 60,25 37,13 3,45 46,75 33 1,13 4,75 5,9 4.5 2,5 2,65 2,5 6,9 3 15,5 ■v l 9" Ü1 r E 2 2 2 91 r G L 3 E N C C L it 2 G H 8 l K 5 D C P R R amvurg-AmerUa Pate, . . amburg-Südam. Dampfschiff ansa Dampfschiff .... 0 6 8 7 8 6 6 12 7 9 10 10 10,5 11,4 87 16 18,5 30 18,5 123,5 20 54,5 65 36 50,5 64 55,25 115 76,5 25 62,9 35 46 23 37,5 12,5 15,75 159 39,75 10,4 11,25 87 16 18,5 30 18,5 123,25 19,9 64,25 35 50,5 63 55,25 114,5 76 24 62 32,75 44,75 22,5 36 13 15.75 158 33 10,5 41,9 20,5 11,4 25,9 87,5 16 18,5 30 18,5 124 20,13 18,5 54,5 65 36 50,75 64 55,25 115 76,25 25 62,9 35,25 45,25 24,5 23 36,75 13,5 32,65 15,5 157 39,65 10,4 40 11,25 25,5 87 16 18,5 30 18,5 122,65 20,13 18,5 55 65,5 36 50,75 64 55,4 113,5 75 24,4 61,4 31,9 44,5 24,5 120 22,4 36,5 13,5 31,75 16 158,5 38,5 orddeutscher Lloyd .... .G. für Verkehrswesen Mt. erllner Handelsgefellschaft . ommcrz- und Privat-Bank . armstädier und Rokionalbank eutsche Bank und TlSconto-GcseUschaft. . . reSdner Bank...... elchSbank........ .G.G........... ergmann........ lektr. Liescrungsgesellschast. icht und Kraft...... DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 8% Hess. BoUsstaat von 1929 trückzahlb. 102%)...... Oberhesjen Provinz-Anleihe ml! Auslos.-Rcchleu...... Deutsche Komm. Sammclabl. Anleihe Serie 1 . ..... 8% Hi,p.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar vis 1936 Serie 16 . 4’/2% Franks. Hyp.-Bcmk Liqu. Psandbrtefe......... 4’/2% Rheinische Hhp.-Bank.Liau Goldpse........... 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19...... 7% Pr. Landcopsaudbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10 <% Oeslerrelchilche Goldrente . . 4,20% Oeslerrelchilche Silberrentc 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrenle v. 1910 bescil von 1913..... eiten & Guilleaume.... 6% esellschast für Elektrische Unternehmungen .... 9 hetnische Elektrizität .... 9 chuckert & Co...... n iemenö & Halske . . . , , 14 ahmeyer L Co.. ..... 12 uBerus .......... 4 eutsche Erdöl ....... 5 elsenktrchener........ arvener..... 0 oesch Eisen.......... le Bergbau.......10 löcknerwerke........r, öln-Neuesseu.......®y, lanneSmann-Röbren .... 6 anSselder Bergbau.....0 derschlet. KokSwerke .... 8 bönlj Bergbau......*yt heintlche Braunkohl«,... 10 heinltaÄ.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Sollanlcihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihr Serie l........... 4% desgl. Serie II....... 4% Rumän. vereinh. Rente v.1903 4^%Rumän.vercinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . t%% l. Anatolier ... Franstun a.M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TI. Schluß« kurs Schlutzk. Abendbörse Schluß« lurs Schluß!. Mittagbörse 22. Juni 23.3uni Amtliche Notierung Seid | Srlc' Amtliche Notierung Geld | Srief Datum 22.6. 23 6. 22.6. 23 6. Riebeck Moinan......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16’/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. ®. Färben-Industrie... 12 Verein, dient. Industrie Frankfurt a. M........... 13,65 10,75 82 90 89,4 133 16 31,25 25 32 37,5 37,5 33 31 25 17 10,75 27,5 53 174,5 16,5 49 14,25 10,75 81,5 90.5 143 89,25 130.5 16,25 31,5 24,5 31,25 37,9 3,65 31,5 25,5 16 11 27,75 50 171,25 16,5 49 14 10,9 82 91 143 89,4 17 31,5 32 46,5 33,5 29,5 25,25 16.75 78,5 11.4 28 21,25 52 6.5 171,75 14 10,5 91 145 88,65 16 30,5 25 31,5 47 31,5 28,5 25.5 16 78,65 11,25 27,75 21,25 50,75 7 172,65 16 95 Helsingsor« . Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Oslo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Reuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . 7,053 51,95 12,465 3,057 170,13 75,07 83,27 78,12 15,24 0,948 4,209 58,54 21,50 16,54 81,89 34,67 82,22 1,259 0,325 6,893 13,89 r 7,067 52,05 12,485 3,063 170,47 75,23 83,43 78,28 15,28 0,952 4,217 58,66 21,54 16,58 82,05 34,73 82.38 1,261 0,327 6,907 13,91 Zanknoten 7,053 51,95 12,465 3,057 170,23 75,02 83,02 78,12 15,23 0,948 4,209 58,54 21,46 16,55 81,93 34,67 82,27 1,199 0,325 6,843 13,89 7,067 52,05 12,485 3.063 170,57 75,18 83,18 78,28 15,27 0,952 4,217 58,66 21,50 16,59 82,09 34,73 82,43 1,201 0,327 6,847 13,91 Scheideanstalt.......10 Goldschmidt....... . 0 Rütgerswerke ...... b Metallgesellschaft.......5 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg.... 7 Ccmenlwerk Karlstadt.....7 Wayß & Freytag......0 Schultheis Pahenhofer ... 16 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Zellstvss Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum ..... 6 Orenstein & Koppel ..... 0 Leonhard Tietz ....... 8 Evenska.........16 Chade............ Frankfurter Maschinen . . . . 0 Gritzner..........0 Moinkraftwerke Höchst a.TL. . 6 Süddeutscher Zucker .... 10 Berlin, 23. Juni Geld Brief Amerikanische Noten....... Belgische Noten ......... Dänische Noten ......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarische Noten ........ 4,20 58,38 82,83 15,19 16,51 169,86 21,54 74,85 2,49 77,94 81,75 34,53 4,22 58,62 83,17 15,25 16,57 170,54 21 ,62 75,15 2,51 78,26 82,07 34,67