Ur. 119 Erster Stall 182. Jahrgang Dienstag, 24. Mai 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätte; Heimat im Bild • Die Scholle Monats-vezu-rprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. HcrnsprechanschlSffc unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gieße«, poßschcckkonto: KranftvN am Main 116M. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen vn«k urö Verlag: vrSHI'Iche Um-erlilSIr^vach. nnö Stduönidtrti R. lange in Sieben. Sdjrittldhing und «eschäftrliele: Schulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fiir l mm höhe für 'Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Re. Klameanzeigen von 70 mm ‘Breite 35 Ntichspfenmq, Platzvorschrift 20*. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. a Sieuernoiverordnung und Kabine« Brüning. Berlin, 23. Mai. (CRB.) Das R e i d) s f a b i • nett ist wieder zufarnmengetrctcn, um in seinen Beratungen, die wohl die ersten drei Tage dieser Woche in Anspruch nehmen dürsten, sortzufahrcn. Ls handelt sich hierbei um die zweite Lesung der neuen Notverordnung. Arn Fron- leichnamstag wird das Kabinett feine Sitzung abhalten, so datz die technischen und rebaftionellen Arbeiten an der neuen Notverordnung c r ft zum Wochenende beendet werden können. Zu diesem Zeitpunkt wird auch der Reichspräsident nach den derzeitigen Dispositionen wieder nach Berlin zurückkehren und Reichskanzler Dr. Brüning wird dem Reichspräsidenten dann sosort, wahrscheinlich in den ersten lagen der nächsten Woche, die Notverordnung zur Unterschrift oorlegcn. e Die Berliner ‘Blätter weisen aus die Bedeutung bc6 bevorstehenden Kanzlervortrages bei Hinden- bürg hin Die „D A Z." unterstreicht die sehr grobe Bedeutung des Bortrages des Kanzlers beim 'Reichspräsidenten, die sich schon darin offenbare, datz bereits von einer Bertrauens- frage die "Rebe sei. die Dr. Brüning an den 'Reichspräsidenten richten wolle. — Der ..Deutsche" (Ehristl Gewerkschaften) bemerkt, die Gr. flärung des preußischen Zentrums besage, daß die Preußensraktion zu keiner Koalitionsregierung die Hand bieten werde, die gegen d i e Person und den politischen Kurs deS ‘Reichskanzlers gerichtet wäre. Die Haltung des preutzischen Zentrums schließe praktisch jede Möglichkeit einer Ber- ftänbigung mit den Bationalfojia- liften in Preußen aus- Die Entwicklung m Preußen werde also von der Klärung der Berhältnisse int Reiche abhängen Hier aber fei nicht zu sehen, wie die Nationallozia- liften sich Brüning und feiner Politik annähern könnten, denn ihr Ziel im Reiche sei immer noch der Sturz des Reichskabinetts Eine Umbildung deS Reichskabinetts im Sinne eines völligen Kurswechsel« erscheine angesichts dieser Tatsachen ausgeschlossen. Der Kanzler werde im Sinne feiner bisherigen Politik das Kabinett ergänzen und allerdings völlige Klarheit sordern müssen. Rach der Rückkehr de» Reichspräsidenten werde in der nächsten Woche diese Klarheit geschaffen werden - Der deutschnationale „2o- k a 1 - A n z e i g e r" berichtet, der Kanzler sei der Ansicht, daß ihm die Ernennung eines Reichswehrministers noch gelingen könnte. Hierbei spiele der Plan eine Rolle, General Halse mit der Leitung des Reichswehrministeriums zu beauftragen. Der ..Börsen- Courier“ idem ) gibt die Bcrniutung wieder., daß der Reichstag, der ursprünglich am' 6. Juni wieder zusammentreten sollte, vor dem Ende der Lausanner Konferenz nicht mehr einberufen werde. Es habe den Anschein. als ob alle politischen Entscheidungen bis zu Beginn der Konferenz zurückgestellt wer- den sollten. Beschlüsse lägen allerdings noch nicht vor Der .Völkische Beobachter" besaßt sich in einem Artikel seiner Berliner <5d)rifHeilung mit der angekündigten neuen Notverordnung. Die Notverordnung bedürfe der Unter- schrift des Reichspräsidenten. Allein an dieser Unterschrift hänge jetzt das Rumpf- fabinett Brüning. Daher erhebe sich bic Frage Wird der Reichspräsident bei voller Würdigung der Gesamtlage sich dazu entschlieben können, seine Untertan ft dem in voller Auflösung befindlichen. ohne jede Unterstützung dastehenden, aber mit schwerster moralischer Belastung behafteten R u m pf k a b i n e 11 zu geben? Halte der Reichspräsident es für möglich, feine Autorität und sein Ansehen hinter einc totgc- weihte Regierung zu stellen und ihr damit für kurze Zeit zu einem Scheinleben zu verhelfen? Das sei zu bezweiseln. ja man müsse den Bertlich des Reichskanzlers, sich in der gegenwärtigen Situation hinter die Prärogative des Reichs- Präsidenten zu verstecken, für eine ungeheure Zu- mutung an den Reichspräsidenten halten, bic ein Spiel mit der höchsten Person des Reiches in sich einschließe. bic alle Schuld, alle Fehler und alle Unzulänglichkeiten einer der Situation längst nicht mehr gewachsenen Regierung verdecken solle. Protest der Angeste!ltenverbände. Gegen die Pläne zur Verlängerung der Krisen st euer und zur Einführung einer besonderen Beschäftigten- steuer wendet sich mit einem scharfen Protest an die Reichsrcgicrung der Gefamtverband d c u t s ch c r A 'n g e st e 111 e n - G e w e r k f ch a f- tcn. Er geht davon aus. daß die Steuerung c r e ch t i g k e i t nicht noch weiter 'verschärft werden darf. Die Angestellten anerkennen unbedingt, daß die Besorgung der Arbeitslosen und das Gleichgewicht des Rcichshaus- Halts gesichert bleiben müssen. “Denn dabei eine Verlängerung der Krisensteuer nicht zu umgehen ist, dann muß diese Steuer aber wenigstens von ihren s ch l i m m st e n M ä n-gc In befreit werden. Der Hauptmangel der Kriscnstcuer besteht darin, daß sic nur einen Teil der Lohn- und Gehaltsempfänger erfaßt: bic Beamten zahlen keine Kriscnstcuer. Die zweite Ungerechtigkeit ist der u n t c r 1 ch i e d- liche Steuertarif für die Kriscnlohnsteuer und für bic Krisensteuer der Beranlagungspflich- tigen. Noch unsozialer als die einfache Verlängerung der Kriscnfteucr würde die besondere Beschäftigtensteuer wirken. Die sowieso schon begünstigten veranlagten Krisensteuerpflichtigen würben von ber neuen Steuer völlig frciblcibcn, unb bic Beamtenschaft bliebe weiterhin triien- lohnsteuerfrei: sie hätte nur die viel mildere Belastung der Beschäftigtcnftcucr zu tragen. Die krasse Ungleichheit des verschiedenen Ärifcnftcucr- tarifes wurde abermals verschärft. Es ist durch nichts zu rechtfertigen, daß eine Gruppe von Gehaltsempfängern, bic Arbeitslosigkeit nicht kennt unb von i h r nicht bebroht ist, zur Krisenlaft nur schwach herangezogen wird, währenb bic Angestellten mit einem Vielfachen belastet werden, obwohl bic Sicher- heit ihres Arbeitsplatzes selbst indenhöhe- ren Gehaltsgruppen völlig ungewiß geworben ist. Dazu kommt noch, daß burch bic vierte Notverordnung, durch Abbau der Laris- gehälter unb burch Kurzarbeit die Einkommensbezüge ber Angestellten schärsstens gesenkt worben finb. Aus biefen Grünben lehnt ber Gcfamtvcr- banb deutscher Angestellten-Gewerkschaften bic Steuerpläne ber Reichsrcgicrung entschieben ab unb schlägt den Umbau der Krisen st euer durch Heranziehung aller Einkommensbczicher unb Ausgleich des unterschieblichen SteuertarifcS vor. Ein Appell des Deutschen Beamtenbundes an den Reichspräsidenten. Berlin, 23. Mai. (CNB.) Die Bunbesleitung des Deutschen Beamtenbunbes Hal sich in einer außerordentlichen Sitzung erneut mit den Wirt» schafts- unb Finanzplänen der Reichsrcgicrung besaßt. 3n einer Stellungnahme wirb u. a. erklärt, die Bunbesleitung richte einen letzten Appell an Reichskanzler unb Rc chskabinett gegen jede weitere Belüftung der Beamtenschaft. Angesichts der Tatsache, daß die Beamtenschaft bei den neben- hergehenden Beratungen nicht gehört worden fei, sehe sich die Bunbesleitung des Deutschen Be- amtenbunbes genötigt, s i ch direkt an b c n Reichspräsibcntenzuwenden und ihn zu bitten, bic bevorstehende Notverordnung nicht zu genehmigen, ehe nicht der Beamtenfchast Gelegenheit gegeben worden fei, ihre Auffaffung darzulegen. Sturm gegen die poliiik her liotoerorbmmgen. Aushebungsanträge der Opposition im Haushaltsausschuß. Berlin, 23. Mai. (VDZ.) 3m Haushalts- auslchuß des Reichstags kamen zur Beratung Anträge auf Aufhebung von Notverordnungen Abg Hcrgt (Dntl.) bekämpft grundsätzlich bic gesamte Notverordnungspolitik des Kabinetts Brüning, weil fie gegen das Gesetz verstoße, plan- unb systemlos sei unb weit über das Maß dessen hinausgehe, was das Volk ertragen könne weil ferner auch alle bisherigen Notverordnungen nutzlos geblieben feien. Deshalb beantragten die Dcutfchnat.o- nalcn die Aushebung der Notverordnungen im ganzen Auch der Nationalsozialist Dr. Frick verlangte die Aushebung sämtlicher Notverordnungen. da sie auf einen groben Mißbrauch des Artikcls 48 beruhten Insbesondere der Regierung Brüning sprach er das Recht ab. Notverordnungen zu erlassen, da sie keine Mehrheit des Volkes hinter sich habe. Für den Fall, daß die Aushebung sämtlicher Notverordnungen abgelehnt werde, beantragte Dr. Frick die Aushebung der wichtigsten Beregnungen. bic bic freie Meinungsäußerung unterbänden. Der Nationalsozialist Reinhardt kritisierte die Notverordnungen im einzelnen, insbesondere die vielen neuen Steuern unb Steuererhöhungen, die Kürzungen der Gehälter. Löhne. Sozialrenten. Kriegsopferversorgung ulw.. bic er als geradezu brutal bezeichnete. 3m übrigen wies der Redner besonders daraus hin, daß die Sozialdemokraten draußen im Lande bic Notverordnungspolitik Brüning» auf bas schärfste b c • kämpfen, im Reichstag aber geschlossen für die Notverordnungen stimmtet! und alle A u f • hebungSanträge ablehnten. Der Dcutschnationale Quaatz wies darauf hin, daß die Billigung der Ausgaben unb der Kredite ein Recht der Volksvertretung fei, das selbst in einer konstitutionellen Monarchie stets bestanden habe. Sogar der absolute König Friedrich Wilhelm III. habe sich dann Beschränkung auferlegt, bis die von ihm verheißene, aber erst unter seinem Nachfolger eingesetzte Volksvertretung in Wirksam feit getreten sei Dr. Brüning aber stütze sich jetzt auf den Staatsrechtslehrer Dr. Schmidt, dessen Lehren eine völlige 'HufJAlupft- bes Staatsrechtes enthielten. Nach ihm bleibe schließlich nur noch das E r - messen des Reichspräsidenten bestehen. Man könne jedoch den Reichspräsidenten unmöglich für die unerhörte Fülle von Notverordnungen voll verantwortlich machen. Die Fortsetzung des Notver ordnungssi)stcms bedeute also die völlige Beseitigung des Parlaments, namentlich aber die Vernichtung jedes Rechtes der Minderheit, also eine Willkürherrschaft. Der Sozialdemokrat Keil mißbilligte zwar die unsozialen Bestimmungen der 'Notverordnungen, sprech sich aber gegen die völlige Aushebung der Notverordnungen aus, weil im Reichstage keine' Mehrheit vorhanden fei, die bereit sei, an die Stelle der verfehlten Notverordnungen Maßnahmen zu fetzen, die den Lebensbedürfnissen der am schwersten notleidenden Volkskreise gerecht würden. Der Nationalsozialist Dr. Frick beantragte noch für den Fall der Ablehnung seiner Anträge die Aufhebung des SA.-Verbots. Von Rednern anderer Fraktionen wurde dies jedoch für unmöglich erklärt, weil ein solcher Antrag dem Aus- lchuß nicht vom Plenum überwiesen worden sei. Was wird in Preußen? Aoch unverbindliche Koalitionsgespräche zwischen Zentrum und ASOAP. München, 23. Mai. (CNB ) 3m „V ö l k i - f d) c n Beobachter" veröffentlicht Alfred R o • \ c n b c r g einen an das Zentrum gerichteten Ar- titel, in dem darauf hingewiefen wird, daß in Zen trumsblättem gefordert werde, die Nationalsozia liften konnten „zur Mitverantwortung herangezogen werden", aber unter keinen Umständen dürfe ihnen „der Staatsapparat ausgeliefert werden" Das heiße also, die mehr als zweimal so schwache Partei wolle den Nationalsozialisten nicht jene Po ft en in Preußen cinräumcn, die sie den internationalen Marxisten übergeben batte. Bei nur 137 Sozialdemokraten in Preußen stellten diese den Ministerpräsidenten, den Fnnen- miniftcr und den Kultusminister, dazu die Polizei Präsidenten der Reichshauptstadt und der meisten anderen Großstädte, ferner den Landtagsprasidcv tcn. Diele Poften wären bei einer viel stärkeren nationalsozialistischen Fraktion das Mindeste, wemit das preußische Zentrum von vornherein hatte rechnen müssen. Die Nationalsozialisten hatten keine Eile. Die NSDAP, habe dem Zentrum Zeit zur vernünftigen Ucberlcgung gelassen. Adolf Hitlers Worte hätten nochmals einige Türen offen gelassen, das Zentrum habe aber mit Verfälschungen geantwortet. Die National sozialiftcn machten bei (Eröffnung des Preußi'chen Landtages das Zentrum für alles Korn- mende verantwortlich. Wolle das Zentrum alles oder nichts, dann werde einmal der Tag kommen, da ganz legal auch ohne das Zentrum eine Regierung gebildet werden muffe, die dann selbstverständlich auf das Zentrum keinerlei Rücksicht mehr walten zu lassen vermöge. Der Wille der Nation sei eindeutig: Aendcrung der Reichsund Preußenpolitik, Führung durch Adolf Eitler. Die ..Germania" (Zkr.l 'chreibt Die na- twnastoz'.alistische Preffe ist bestrebt, den unangenehmen SinDcud, den ine 3nftruf tionen Hitlers an die nationalsozialistische Fraktion in der Oesfcntlichkeit hinterlassen haben, nach Möglichkeit zu korrigieren. Wir nehmen diese nachträglichen Kommentare zur Kenntnis, halten uns im übrigen aber nicht für befugt, orakelhafte Aus'prikche des nationalsozialistischen Parteiführers nach ber günstigstenfalls gerade noch möglichen 3nterpreticrung hin auszudeuten. Die sachlichen Erfordernisse der Politik werden sehr bald zu klareren und eindeutigeren Stellungnahmen zwingen. Die BorfcnAcitung (deutschnatl.) wendet sich gegen die Absichten, den Nationalsozialisten nicht den Landtagspräsidenten und Ministerpräsidenten zugestehen zu wollen. Die Linke verschweige dabei schamhaft, daß dieser ..unmögliche" und _un- bill. Fall feit 13 Jahren die Regel bildete, indem nämlich wahrend bicfcr Zeit d i c Sozialdemokratie beide Posten fast ausschließlich besetzt gehalten habe. Oie Taktik der Kommunisten. Lbftruklion gegen die NSTAP. Berlin . 23. Mai (TU.) Der Fraktionstührer der Kommunisten im Preußischen Landtag. Abgeordneter Kocncn, äußert (ich in ber „Welt am Abend' über die voraussichtliche Haltung der Kommunisten bei ber Wahl bcs Landtags- Präsidiums und zu dem Antrag auf Wiederherstellung der alten Geschäftsordnung für die Wahl des Ministerpräsidenten u. a. wie folgt Wir werben getreu der Losung .Klasse gegen Klasse' den Kandidaten der Bourgeoisie unsere roten Arbeiterkanbiba- ten entflcgcnftcllen. Ausschließlich vom proletarischen Klafscnintereffe erfüllt, haben wir nur bic eine Absicht, die Regierungsbildung zu erschweren, bestehende Meinungsverschiedenheiten zu verschär- sen und die Schaffung einer gefestigten konzentrierten Regierungsgcwalt möglichst mit Hilfe von Massenaktionen zu durchkreuzen. Wie wir stets dagegen gekämpft haben und kämpfen, daß bic kommunistischen Wädlerrnaffen durch eine Parteikombination der 'Weimarer Koalition ausgenutzt werden, so werden wir auch alle Kampfmaßnah- men treffen, um den Machtantritt des Hitlerfaschismus. eine Alebernabnic ber Regierung durch die Baji-Zetrororganifation ber Bourgeoisie zu verhindern, d b. bic Weimarer KoalitionSbrüdcr möchten sich trotz aller Schreiberei gerne auf geschäftsorbnungSmäßigeni Wege von den 7iazis ..vergewaltigen" lassen Das werben wir ihnen mit keiner Abstimmung oder Wahl erleichtern. 3n einem Aufruf .Rote Einheitsfront gegen die Preußenreaktion" erneuert ber Zentralausschuß der KPD das Angebot an die sozialdemokratischen freigewerkschaftlichen Arbeiter. »zum gemeinsamen Massenkamps gegen den Faschismus. gegen das BcdaiUcr Raubfvstcm unb bic imperialistischen Kriegshetzer". Gs heißt in dem Aufruf Die KPD. wird deshalb bei den PräsidiumSwahlen im Preußischen Landtag ihren eigenen Kandidaten aufftcl- len unb für sie stimmen. Die KPD. wird im Landtag bic Sozialbemokratie unb bic mit ihr verbünbete Zentrumspartei vor bic Entschcibung stellen, ob sie burch Obstruktion ober durch andere parlamentarische Mittel Nationalsozialisten an der Regierungsübernahme hindern wollen. Die KPD. wirb biefen Kampf gegen ben Regicrungs- anspruch des Hitlerfaschismus nicht nur im Parlament. sondern auch außerhalb des Parlaments mit aller Entschiedenheit führen. Eine Arbeiisdienstpflichi. Berlin, 2. Mai. (ENB.) Vor der Stubicngr sellfchast der Reichsarbeitsgemcinfchaft für deutsche Arbeitsdienstpflicht sprach der nationalsozialistische Rcichstagsat'geordncte Oberst a. D. V) i c r l über ein von den Nationalsozialisten ausgearbeitetes Arbeits dienftpflichtgesetz, unter Zugrundelegung des Hilfs - dienftgefetzes von 1916. Zn ihm feien vornehmlich die volkswirtschaftlichen und erzieherischen Momente stark berücksichtigt. Die Leistungen des jungen Man ncs für den Staat sollten auf zwei Jahre begrenzt werden. Er bekomme Verpflegung, Kleider und ein tägliches Taschengeld von 30 bis 50 Pf Stirn- und Faustarbeiter sollen in friedlicher, planmäßiger Zusammenarbeit vereinigt werden Das Gesetz sehe ferner vor, daß zwilchen dem I'' und 2 2. Lebensjahr die Arbeitsbienstpslicht geleistet werden solle, sie sie begrenzt vom 17. bis zum 30. Lebensjahr. Der Redner erörterte dann die Arbeiten, die für eine Arbeitsdienstpflicht in Erwägung zu ziehen wären, vor allem Bodenver befferungen, Ausbau der Verkehrswege iWasferstraßen, Luftverkehr). Zum Schluß streifte der Redner die Frage der Finanzierung und kam zu der Folgerung, daß eine obligatorische Ar- bcitsbienftleiftung für das deutsche Volk aus jeden Fall zum Vorteil ausschlagen wurde. Die beiden anderen Redner, Hildebrandt vom Stahlhelm (Bund der Frontsoldaten» und f)ugo B i px r von der Reichsarbeitsgemcinfchaft für deutsche Arbeits dienftpflicht gaben der .Hoffnung Ausdruck, daß recht bald das deutsche Volk an dieses wichtige Projekt mit offenen Augen Herangehen werde Die Äegferungsverhandlungen in Württemberg gescheitert. 5 t u t i g a r t, 23. Mai. (WTB ) Die in den letzten 14 Tagen gepflogenen Verhandlungen zwischen Na- tionalsozialisten, Zentrum, Bauernbund, Deutsch nationalen und Christlichem Volksdienst zur Bildung einer neuen württembergischen Regierung find heule ergebnislos abgebrochen worden Sowohl die Koalition von den Nationalsozialisten bis zum Zentrum als auch die Koalition von den Nationalfozialifte n'b iszubcnDc- mokraten ohne das Zentrum ist als g c • scheitert zu betrachten, da sowohl das Zentrum als auch die Demokraten sich weigern, den National- sozialisten den Poften bcs Statztspräfidcn ten und des Innenministers zu über- lasten. Bei der völlig ungeklärten Lage ist zu er warten, daß der Wiirttembergifche Landtag, der auf Dienstag zur Wahl des Staatspräsidenten einberufen ist, diese erneut vertagen wird. DieAottage derZigarrenindustrie Der Große Aus'chuß des ReichsverbandeS beut*(her Zigarrenhcrstcller hielt in Eifenach seine diesiähngc Hauptversammlung ab. die sich in erster Linie mit der herrschenden Wirtfchaftsnot befaßte Nach eingehender Aus'prache wurde nachstehende Entschließung angenommen und der Reichsregierung übermittelt ..Die Zigarren- Industrie ist am Ende ihrer Kraft! lieber die Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftskrise und über die allgemeinen Steuern hinaus, die *ie wie alle Wirtschaftszweige zu tragen hat. ist fie durch Tabakzo11 und Tabaksteuer belastet. Diese beanlprucht von dem Verkaufspreis der Zigarrenindustrie nahezu b ’ e Hälfte unb macht die Lage ko verzweifelt! Nur 17 Prozent der 130 000 Arbeiter arbeiten noch voll, über 50 Prozent sind völlig arbeitslos, während der Rest in Kurzarbeit ftehr. Hunderte von Zigarrcnherstellern, die ihrer Größe nach zum M i 11 e I st a n d zu rechnen rungsgcbict aus, das bei mehreren Mcrngebieten verschiedenartige ßuftftrömunaen in sich birgt. Da sich bei uns noch die Ozeanluft auswirkt, wird vorerst wechselhaftes Wetter mit einzelnen Niederschlägen auftreten und der weiter fortschreitende Luftdruckanstieg von Westen her nur langsam Einfluß . auf die Wetterlage gewinnen. Aussichten für Mittwoch: Noch mäßig warm, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, einzelne Niederschläge. Lufttemperaturen am 23. Mai: mittags 16,5 Grad Celsius, abends 1-3,2 Grad; am 24. Mai: morgens 13,2 Grad. Maximum 19,2 Grad, Minimum 10 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Mai: abends 18,8 Grad: am 24. Mai: morgens 14,8 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 51/» Stunden. nett-, 'eiben ht “nb »in. ° ■ couo gilt Dl|lionen a|5 .'*■ Si. w; cn;tit Sfi, lud) die Nu, ^Hes dem “6nngiUl 'lnne her u gelost. Saito ehemaligen ßqorbert, sich Jinjci/opartfi 2Bnfn(fufi jm jcn vor •«»* >tha verurteil'- Teilnehmer an hei denen c« ?ge>n halte- S.ti'fid) eine M-«: St, ein Gnaden chcn. ?jau8 Ichlvim- tungen l|nb mbchnveibin- vmmen unter den Dachge- m nur mit Mehrere Per- ulet lind ein- in Stratford geben. »artet. igo am Mon« n Weiler- »tharnptvn n 19.20 Uhr, ithampton gc« er 5lug|tation iugjeug becn« :dc leine« ßultja^rlmini- len zur 3er« groben Wen« triefen ertoar« j um 9 Uhr hland Hat« 's über Aam- 18 Ufor auf mcdergehea. de» DI. ,etiä)ü|t«n der letzt in |ti- It)ünngen) die irunbungstagc» jtallungcn eine 'Jlolc gegeben. schc Schulung^ gc Mer in dem lenburg lager* > auch eine oom (taltete Ausstcl* ^gezwungenen . >iach einer cnmal des Serben f)öbcpuntl es auf der SC ■ Dem Seinem- Uigen Äusdruck dem ilrdjitetten cn. Das betonte ihenbe des Sor* lschasten bei der ;tioen, in der.n rprecher der zur chast Sernmnio. c nalionolpoli"' idien Sinne M* taWorbndcr Kommers in «r granun der Srni.-H » * knahl der zur lurner|chol"n !tn des a* cbiclc der 1^' s zur Deuten ito* ge. ein LS- V *# Gerung- «« Arad mittags l^rgtn5 tininlU'nM0- iefe ^/s'Srad Aus der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 24. Mai 1932. Das möblierte Zimmer. HeberaH kann man Zettel hängen sehen, die dem männlichen und weiblichen Junggesellen, dcr kein eigen .Hüsung" besitzt, ein Heim anprcllen. Aber wie wenig entspricht oft das Zimmer, das man besichtigt, dieser Ankündigung. Ommer wieder ist es nötig, den Vermietern von dcr Seite des .möblierten Herrn", oder der .möblierten Dame" her zu sagen, was er oder sie darunter versteht. Denn immer wieder erlebt man. daß cm solches Zimmer mit Möbelstücken. Bildern uftn. ausgestattet ist, die auS den verschiedensten Zimmern zusammengetrogen wurden und von denen die Dermieterin erwartet, daß sie dem Fremden ebensoviel bedeuten wie etwa ihr. die im Laufe vieler Jahre eine persönliche Beziehung zu den Sachen gewonnen hat. Wer Zimmer vermieten will, bars sich bei der Ausstattung deS Baumes nicht von eigenen Neigungen und eigener Borliebe für dickes oder jenes Stück leiten Iaffen, sondern nur von der nüchtern^achlichen Frage' entspricht dos Stück seinem Zweck, ist es im Gebrauch praktisch und sieht es gut und ordentlich aus Man vergelfe auch nicht: dem „Möblierten" muß in den meisten Fällen der eine Raum alle« sein. Schlal-. Wohn- und Arbeit-raum, und man achte alfo daraus, dem Zimmer keinen bestimmten, eindeutigen Charakter zu geben. Ein das Zimmer vollständig teherr'checkdes Bett stempelt den Raum zum Schlafzimmer. Will ein Mieter nicht mit einer sogenannten Touch sich begnügen, so muß auf alle Falle das Bett geschickt gestellt und hinter einem Borbang geborgen werden: ebenso die Waschgelegenheit. Die früher beliebten Wandschirme als Deckung für die Schlaf möbel cksand mit weist-roten Fahnen um. dort sammeln sich Dationalisten zu einer Kundgebung Worum geht eS? Gewiß lassen sich viele Streitpunkte auszählen. aber im Hintergrund steht nun einmal das verwickelte Intereffenspiel zwischen England, dem Datikan und Italien, zwischen Einzelpersonen und Gruppen mit besonderen Absichten. Malta war im Jahre 1921 eine Dersafsung gewährt worden, die auf dem Grundsatz der Zweiteilung beruht: eine parlamentarische bodenständige Regierung, die zwei Kammern verantwortlich ist. für die inneren Angelegenheiten der Intel, daneben ein ernannter Gouverneur für alle Fragen, die Maltas Stellung innerhalb deS britischen Imperiums angeben und für gewiffe Sondergebiete wie Derteidigung. Militär. Flotte. Poft. Währung. Auswanderung. Einbürgerung und bezeichnenderweise auch für die Sprachenfrage. Die Wahlen der 3obre 1921 und 1924 brachten den Parteien die Mehrheit, aus denen die jetzigen D a t i o n a l i ft c n hervorgegangen sind, praktisch waren diese also am Ruder, bis die Wahl von 1927 für die von der Labour-Partv unterstützten Constitutional Party Lord S t r i ck l a n d s eine kleine Mehrheit im Parlament, nicht aber im Seitz e o r g (E b r i ft i a n , Fürst von Lobkowicz, der tschechische Rennfahrer, der bei dem internationalen Rennen mit seinem Wagen aus der Kurve geschleudert wurde und kurze Zeit nach dem Unglück verstarb. nat brachte. Damit begann eigentlich der jetzige Streit. Die Dersuche Lord StricNandS. des neuen Ministerpräsidenten, die Zusammensetzung des Senats so zu ändern, dast für seine Partei und damit seine eigenwillige Politik eine Mehrheit herauS- fam, stiehen auf ernsten Widerstand, nicht zuletzt bei den geistlichen Senatoren. Die Gegensätze steigerten sich besonders vor den Wahlen, die 1929 stattfinden sollten, bis es zum Bruch zwischen Stricklandundder Kirche, zur Spannung zwischen England und dem Datikan. biS es zu jenem Blaubuch, Weihbuch und Hirtenbrief kam, der die Unterstützung der Stricklandlaner unter die Strafe der Erkommunikation stellte. Unter solchen Umständen konnten die Wahlen nicht stattfinden, die Dersafsung wurde zeitweilig auf gehoben, dem Gouverneur gewissermaßen die Regierung übertragen und die Wahlen wurden verschoben. Ser königliche Ausschuß, der kürzlich die Fragen, die zum Konflikt zwischen der englischen Regierung und dem Heiligen Stuhl führten, die Möglichkeiten zur Wiederherstellung der verfassungsmähigen Lage in Malta und die politische Seite des Maltakonflikts vom Standpunkt des britischen Imperiums untersuchen sollte, hat in seinem aufschluhrcichen und im wesentlichen sehn: unparteiischen Bericht die Politik Stricklands einer herben Kritik unterworfen sowie die Rück - kehr zur Dersafsung und Deuwahlen empfohlen. Einige Vorschläge zu der Sprachenfrage sind dann von der englischen Regierung noch weiter ausgebaut worden und sollen nach einer Mitteilung deS britischen Staatssekretär- für Kolonien noch vor den Wahlen, also nicht etwa durch die neue parlamentarische Regierung von Malta, sondern durch die englische Regierung, gleichsam „mm oben herab", durchgeführt werden. Es geht also um die AuSmerzung der italienischen Sprache au- den Grundschulen und den Strafgerichten. Die Engländer wollen demEng - lischenunddemMaltesischen (einemGemisch von Italienisch und Arabisch) den Dorzug geben. Die.Einmischung der italienischen Oeffent- lichkeit mag — obwohl platonisch — die eng- ©o entsteht ein Kursbuch. Zum Hahrplanwechsel der Reichsbahn. Von Georg Biesenthal. Alljährlich im Mai und Oktober geht durch den ruhelos, reibungslos laufenden Gleichtakt des deutschen Eisenbahnverkehrs ein kurzes Stocken. E-s gibt einen Ruck int Räderwerk, einzelne Teile des Mechanismus werden neu geordnet hier und dort laufen die Räder nach anderem Rhythmus — der Fahrplan wird gewechselt! Auch nach außen hin tritt das Ereignis gebührend in Erscheinung: über Bahn- Hofsbuchhandlungen und Reifebureaus ergießt sich die Flut der neuen Kursbücher. Die Aufgabe, das engmaschige Eisenbahnnetz alle sechs Monate auszulösen, seine Fäden zu zerreißen und neu zu knüpfen, entsteht der Reichsbahn aus Veränderungen der Betriebslage und aus den Forderungen der Oeffentlichkeit. Die Organisationen der Oeffentlichkeit üben auf die Fahrplangestaltung einen viel stärkeren Einfluß aus. als man gemeinhin denkt, und es ist ihnen Gelegenheit gegeben, an der Bearbeitung der Fahrpläne unmittelbar mitzuwirken Schon bei der Gestaltung der ersten Fahrplan-Entwürfe finden Besprechungen statt zwischen der Reichsbahn und den Industrie- und Handelskammern.' Die Fahrplan-Entwürfe gehen ferner den Landes- eisenbahnräten zu. in denen Handels- und ®e- werbekammem. die landwirtschaftlichen Kreis- vereine. die gewerkschaftlichen Organisationen aller Arbeitnehmer und andere öffentliche Körperschaften Sitz und Stimme haben. Die Beratungen mit ihnen finden jährlich Ende Oktober statt, fieben Monate vor Beginn des Sommersahr- plans 'Bei wichtigen Fahrplanänderungen wird außerdem noch der Reichsbahnrat befragt, der ebenfalls die Derkchrsinteressen der Oeffentlichkeit wahrnimmt. Die Regierungen des Reiches und der Länder werden regelmäßig über die Fahrplan-Entwürfe unterrichte! und haben die Möglichkeit. Aenderungsvorfchläge zu unterbreiten und Wünsche zu äußern Und schließlich tritt zweimal im Jahr, im Januar und September, der Fahrplanausschuß des Deutschen Industrie- und Hai'delstages zusammen, um die Anträge aller Derkehrstrcibenden festzulegen und sie der Reichsbahn zu übermitteln. Die ..Stimme des Volkes" wird fo zu einer unentbehrlichen Grundlage für die Bearbeitung der Fahrpläne. Eine ebenso wichtige Grundlage aber bildet die Beobachtung des Derkchrs durch die Reichsbahn selbst. Besonders geschulte Kontrollbeamte stellen an bestimmten Stichtagen die Beanspruchung der einzelnen Züge fest und die Benutzung der einzelnen Klaffen. Wenn ein Zug durch besonders schwache Besetzung auffällt, oder wenn er stets überfüllt ist, so wird der Fahrplan geändert: der dauernd leere Zug wird gestrichen, für den überfüllten wird ein neuer Entlastungszug eingelegt Und wenn man bedenkt, daß ein V-Zug von Berlin nach Köln mit Hin- und Rücklauf im Jahr etwa 1 700 000 Mark lüftet, wird man verstehen, wie wichtig solche Entscheidungen über Wegfall oder Einlage von Zügen ist. Das also wäre der Stoff, der nun im Fahrplan gestaltet wird. Als 1 8 4 8 das erste deutsche Kursbuch, der ..Meilenzeiger für Deutschland" erschien, war das noch das Werk eines einzelnen, nämlich des Herrn Geheimen Sekretärs W. Wölker vom KurSbureau des Generalpostamtes. Aber dafür hatte er nur 56 Eisenbahnstrecken auszuzählen. und er brauchte sich nicht mit Anfchluhproblemen zu quälen. Heute gibt es ein ..Dey", und dieses Detz ist erfüllt von Anschlüssen, jede Kursbuchseite enthält etwa 1500 Zeilen, und ein Stab von hohen und höchsten Beamten zerbricht sich um dieses Buches willen den Kopf. Das Schicksal der großen internationalen Fernverbindungen entscheidet sich auf der E u r o - Däi’djen Fahrplankonferenz, die alljährlich im Oktober zusammentritt. Für die Entstehung des Kursbuches ist sie das bedeutendste Ereignis. Hier werden die Auslandverkehrs- beziehungen und die allgemein interessierenden Angelegenheiten des eurovällchen Perlonenver- kehrs geklärt und geregelt — hier wird untersucht. ob das Eisenbahnnetz des Kontinents fahrplanmäßig den Ansprüchen des kommenden Jahres genügen wird Auf der Konferenz versammelt find die europäischen Eisenbahnverwa!tungen. die Schlaf- und Speisewagengcsellfchaften. Schiff- fahrts- und Luftverkehrsunternehmungen und die beteiligten Regierungen. Die Ereignisse find beträchtlich. So wurden auf der vorjährigen Konferenz. die in Kopenhagen tagte, allein für 38 internationale Fernverbindungen neue Fahrpläne festgesetzt. Was die Europäische Fahrplankonferenz für den Derkehr des ganzen Erdteilch. ist die -Deutsche Fahrplankonferenz für den deutschen Verkehr Auch die tritt jährlich zusammen und zwar Mitte September. Ihre Aufgaben sind, beschränkt auf Deutschland, von gleicher Art wie die der Europäischen Konferenz: sie bespricht die Fahrpläne für jene Züge, die mehrere Landesteile durchlaufen, also für die Fernverbindungen. Und weil diese Züge auch mehrere Reichsbahndirektionsbezirke berühren, sind zur einheitlichen Bearbeitung ihrer Fahrpläne sogenannte ..geschäftsführende Direktionen" bestimmt worden. Do ist z. B. für die Verbindungen von Berlin nach Hamburg und Kopenhagen daS Zahrplanbureau der Reichsbahndircktion Altona zuständig. Den Fahrplan der Strecke Berlin— Köln über Magdeburg—Kreiensen—Elberfeld bearbeitet die Direktion Elberfeld: fährt der Zug aber über Stendal—Hannover—Duisburg, so gehört er ,.fahrplanpolitisch' zur Reichsbahndirek- tion Hannover. Diese Direktion führt auch die Fahrplanverhandlungen mit Belgien und Frank- reid). um für den Zug günstige Anschlüsse jenseits der Grenze ficherzuftellen. Die Fernverbindungen sind damit festgelegt, die Hauptfäden des Reyes geordnet. Das Skelett des Fahrplans steht! Erft jetzt gehen die 29 deutschen Reichsbahndirektionen — jede für ihren Bezirk — daran, dieses Skelett mit Fleisch und Blut zu umgeben: den «Fernverbindungen wird der Dah- und Anschlußverkehr angefügt. Das geschieht folgendermaßen: Für jede Strecke wird ein Diagramm gezeichnet. dessen waagerechte Linien die Stunden und Minuten darstellen. während die senkrechten Linien die einzelnen Stationen des Weges markieren. In dieses Diagramm wird nun jeder Zug eingezeichnet, der diese Strecke durchläuft, und zwar genau nach den Zeiten mit denen er sie durchläuft. 0-Züge werden mit fetten Linien eingetragen. Eilzüge mit mittelstarken. Perfonen- züge mit dünnen Linien ufw So entstehen die ..bildlichen Fahrpläne", aus denen die Fahrten der einzelnen Züge über die Strecke deutlich hervorgehen. Man erkennt auf den ersten Blick, wo und wann zwei Linien sich schneiden, allo zwei Züge sich begegnen. — erkennt, wo und wann der Per'onenzug den O-Zug erreicht, der O-Zug den Güterzug überholt — und die mehr oder minder geneigte Lage, mit der die Zuglinie über das Diagramm geführt wird, zeigt deutlich die Zuggeschwindigkeit an. Und weil hier der ganze Verkehr einer Strecke fo über- f.chtlich bärge fielt t ist treten auch Fehllösungen und Störungspunkte klar hervor. Wie von 'clbft ergeben sich aus der Zeichnung Zeit und Ort. wo ein Zug dem andern ausweichen, ihm den Vortritt lassen muß — wo mehrere Züge zu schnell aufeinanberfeigen oder zu lange auf den Anschlußzug warten müssen und vor allem, wie die Linien geführt werden müssen, um solche Dachteile zu vermeiden. Diese „bildlichen Fahrpläne" sind die Vorgängen des gedruckten Fahrplanes, des Kursbuches. Wie die kleinen Abc-Schützen ihre Rechenaufgaben zunächst an der Rechenleiter „bildlich' lösen, um sie später in Zahlen niederzuschreiben, so werden auch hier die Fahrplanausgaben bildlich gelöst, ehe sie in Zahlenkolonnen umgewandelt werden. Das Kursbuch ist dann weiter nichts als eine solche Umwandlung eines Fahrplanbildes in eine Zahlenfolge. peterle. Von Hans JRiebou. Zum erstenmal hat Peterle — mit sehenden Augen — gemerkt, wie es Frühling wurde, wie alle Knospen sprangen, und wie sich Wald und Garten mit feinem zartem Grün überzogen. „Guck mal, Mutti", jauchzt er und zeigt auf eine mächtige Linde, „der ganze Baum voll Spinat!" Zu Pfingsten sollte der Garten blitzsauber sein. Die Mutter harkte Laub und Zweige zu einem großen Haufen zusammen und zündete ihn an. Peterle sieht zu. bekommt den schwelenden Rauch in die Nase und lauft davon. Als er zurückkommt, brennt der Haufen lichterloh. „Donnerwetter", staunt Peterle, stemmt die Hände in die Seiten und guckt die meterhohe Flamme an, „alles von einem Streichholz?" Peterle wird — wie sollte es auch anders fein? — zur Sparsamkeit erzogen. Der wcggeworfene Ball und die verstaubten Puppenkrüppel müssen noch einmal in Dienst gestellt werden, und Peterle freut sich, wenn er aus dem Bodenrummel uralte Dinge zu neuem Leben erwecken kann Neulich aber hat er den .Komposthaufen des Nachbarn in Augenschein genommen, unter faulendem Stroh und Blumenkohlstrünken ein herrliche Entdeckung gemacht: fünf Mi- nuten später kommt er ins Haus gelaufen und ruft. „Guck mal, Mutti, nodjfo gut roie neu!" Und triumphierend schwenkt er eine tote Katze um den Stopf. • Die Mutter spielt Klavier, ßeifc gleiten ihre Finger über die Tasten. Piano, pianifftmo ... „Mutti", sagt da das Peterle und zeigt auf die Pedale, „du mutzt viel mehr Gas gebe n." fische Regierung dazu veranlaßt haben, schnell zu handeln. Selbst ein kurzer Besuch auf Malta genügt für die Feststellung, dah das Italienische hier Heimatrecht hat: es ist die Sprache der Kultur, der Wissenschaft, der Kunst, des Rechts. Der Malteser Orden hat das von ihm schon übernommene Erbe des Katholizismus und der Hand in Hand mit ihm gehenden Italianität seinen Rachfolgern hinterlassen. Es ist also verständlich, daß die Anhänger der italienischen Sprache diese auf Biegen und Brechen verteidigen, nachdem sich jemand gefunden hat, der sie bekämpfte. So paradox es aber klingen mag, die italienische Sprache ist wohl erst infolge der starrköpfigen Politik Stricklands zu einem Problem ge- toorbcn. Andernfalls wäre sie in einem halben Jahrhundert nur noch „Literatursprache" geworden. Tatsächlich spricht nämlich die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung einschließlich der Gebildeten fast nur Maltesisch. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß viele dem toortarmcn Maltesischen die Bezeichnung „Sprache" nicht gönnen wollen, sondern es wegwerfend einen arabischen Dialekt nennen, obwohl dieser Dialekt wahrscheinlich älter ist als fast alle heutigen europäischen Sprachen. Druck erzeugt Gegendruck, und so wird jetzt das Italienische auf die Fahnen der Rationalisten geschrieben. And es wird — wenn auch unter Opfern — erhalten bleiben. Weshalb hat nun England diese Spannung nicht vermieden? Kann es London nicht gleich sein, ob in Molta schon in den Grundschulen oder erst in den Mittelschulen Italienisch gelehrt wird? Die einzige Erklärung bleibt die Bewertung der Sprachenfrage unter dem Gesichtswinkel des stillen Kampfes zwischen der englischen Regierung und der katholischen Kirche, die ihre Macht auf den maltesischen Inseln ungern mit anderen teilen will. Das Italienische ist die Sprache der Kirche, und das besagt viel. Der Vatikan ist unnachgiebig, und seine Wünsche im Orient, die in vieler Hinsicht mit denen Italiens gleichlaufen, sind England unbequem. London braucht eben ein Druckmittel — ist es nicht mehr erforderlich, so wird das Italienische vielleicht wieder größeres Entgegenkommen finden. Wirtschaft. * Äallc & Co. AG., Wiesbaden-Bieb- r i ch. Die Generalversammlung der zum Interessenkreis der IG.-Farbenindustrie aehörendcn Kalle & Co. AG., Wiesbaden-Biebrich, genehmigte den Abschluß für 1931 und beicyloß. aus dem Reingewinn von 448 304 (2^6 392) Mk. eine Dividende von 6 (10 v. H.) zu verteilen, 85 777 Mark der Sonderreserve zuzüführen und 80 458 Mark vorzutragen. In den verflossenen Monaten des laufenden Geschästsjahres hat die rückläufige Tendenz des Geschäftes angehalten. Berlin ziemlich gedrückt. Berlin, 24. Mai. (WTB. Funkspruch.) Auch heute lag wieder eine Anzahl mehr oder minder ungünstiger Momente vor, so daß die Stimmung als ziemlich gedrückt zu bezeichnen war. Es schien zunächst, als ob weiterhin Liquidationen alter Ter- nünengagements erfolgten, denn fast überall lag zu den» ersten Notierungen etwas Angebot vor, und die Kurse gingen infolgedessen um 1 bis 2 v. H. zurück. Fm allgemeinen herrschte nur sehr wenig U n - t e r n e h m u n g s l u st. Die Finanzsorgen Polens, die sich erhaltenden Gerüchte über ein österreichisches Moratorium und endlich der Beginn des Preußischen Landtags mahnten zur Zurückhaltung. Einen stärker verstimmenden Einfluß hatte die schwache Veranlagung des Rentenmarktes, an dem angeblich sogar größere Posten unter Kurs zu haben sein sollen. Die Abschwächung der Mark im Auslande regte auch nicht gerade an. Als besonders schwach sind Chadc- aktien zu erwähnen, die 7,25 Mark einbüßten. Vereinzelt wurden einige Deckungen vorgenommen', so lagen am Elektromarkt gegen gestern stärker rückgängige Werte, wie Siemens, AEG. und Schlesische 8-Gas, bis zu 2,75 d. 5). erholt. Im Verlaufe war die Tendenz uneinheitlich, die anfangs abgeschwächten Werte hatten Erholungen aufzuweisen, während die zunächst festeren Werte zur Schwäche neigten. Ausgehend vom Farben- und Reichsbankmarkt konnte sich dann aber eine Befestigung um 1 bis 1,5 d. $). durchsetzen, die jedoch einer neuen Abschwächung Platz machen mußte, als es sich zeigte, daß zu den Kassakursen wieder Ware herauskam. Die Kurse gaben nicht unter Anfang nach. Deutsche Anleihen waren wenig verändert. Neubesitzanleihe konnten sich etwas erholen. Pfand- Briefe neigten weiter zur Schwäche, Reichsschuldbuchforderungen verloren bis zu 0,75 v. f)., auch Reichsbahn-Vorzugsaktien lagen im gleichen Ausmaß gedrückt. Lediglich Jndustrieobligationen waren nicht ganz einheitlich, aber auch überwiegend schwächer. Ausländer ruhig, Rumänen und Lissaboner Stadtanleihe freundlicher. Anatolier lagen weitet schwach. Am Geldmarkt waren die Sätze trotz einer weiteren leichten Versteifung noch unverändert zu gestern. Tagesgeld stellte sich in der unteren Grenze auf 5,25 v. S). und darüber, vereinzelt auf 5,13 v. S). Monatsgeld blieb unverändert 6 bis 8 v. H. nominell. $ranffurf unsicher. Frankfurt a. M., 24. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Zu Beginn der heutigen Börse lagen erneut Verkaufsorders des Publikums vor, denen die Kulisse zunächst mit weiteren Glattstellungen folgte, so daß zur ersten amtlichen Kursfestsetzung überwiegend n e u e R ü ck g ä ng e bis zu 1,5 v. ch. eintraten. Der Schwebezustand der gesamten inner- und außenpolitischen Lage bildete schon von Anfang an das Moment stärkster Zurückhaltung, und die Umsätze hielten sich daher weiter in engsten Grenzen. Der feste Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse blieb ohne Einfluß, und auch sonst lagen keine Anregungen vor, die eine Geschäftsbelebung hätten herbeiführen können. Man verhielt sich im Hinblick auf die Weiterentwicklung der internationalen Lage sehrabwar- lend. Die Kursgestaltung war nicht einheitlich, zunächst aber m e i st schwächer. Besonders IG. lagen noch im Angebot und fast 2 v. H. niedriger. Von Kaliwerten verloren Westeregeln 2,5 v. H., von sonstigen Werten AG. für Verkehrswesen etwa 2 v. H. Montanaktien lagen geschäftslos, Schiffahrtspapiere hatten uneinheitliche Kursbewegung: Während 5)apag weiter leicht nachgaben, konnten sich Norddeutscher Lloyd um 0,65 v. f). befestigen. Durch verhältnismäßig feste Veranlagung zeichnete sich der Elektromarkt aus, an dem Licht & Kraft 2 v. 5)., Siemens und Gesfürel bis zu 1 o. H. anzogen, Schuckcrt und AEG. aber bis zu 1 v. H. verloren. Nach den ersten Kursen schritten die G r o ß b a n k e n zu größeren Käufen, und auch die Spekulation nahm einige Deckungen vor, sodaß die Anfangsverluste meist wieder eingeholt wurden. Am Rentenmarkt gingen Altbesitz um 0,65 v. f). zurück, Neubesitz blieben dagegen gut behauptet. Von fremden Werten neigten Ungarn weiter zur Schwäche. Von Industrieobligationen büßten Stahl- verein-Bonds 2 o. 5). ein. Goldpfandbriefe lagen meist schwach. Liquidations-Pfandbriefe uneinheitlich. Von Provinzanleihen erschienen Oberhessische Provinz und Auslosung mit Plus-Plus-Zeichcn und tendierten etwa 2 v. H. höher. Im Verlaufe war die Haltung sehr unsicher und wieder meist schwächer. Besonders IG. waren neuen Angriffen der Baissepartei ausgesetzt und gingen weiter etwas zurück. Montan- und Elektrowerte lagen relativ widerstandsfähig. Tagesgeld war mit 4,5 v. H. unverändert und leichte ^inöermorft in Gießen. Auf dem heutigen Rindermarkt standen 909 Stück Großvieh, 171 Fresser und 280 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 400 Mark, 2. Qualität 180 bis *300 Mark, 3. Qualität 80 bis 150 Mark; Schlachtkühe 55 bis 200; Rinder bis jährig 60 bis 140, bis zweijährig 90 bis 170, tragend 160 bis 329 Mark, Kälber das Pfund Lebendgewicht 25 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Marktverlauf schleppend, stark zurückgehend, Ueberftanb. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 21. Mai. Die Tendenz des Eiermarktes hat eine gewisse. Stetigkeit erfahren. Die erhöhten Preise der Vorwoche blieben auch nach den Feiertagen bestehen, dagegen hat die ilmfatjtätigfeit eine merkliche Einschränkung erfahren. Die Zufuhren von deutschen Eiern sind im Zunchmen begriffen, während das Angebot in Auslandeiern knapp bleibt. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt am Main: Bulgaren 5.75 bis 6, Jugoslawen 5,75 bis 6, Rumänen 5,5 bis 6, Holländer 5,25 bis 7,5, Flandern 6,25 bis 6,5, Dänen 5,25 bis 7,75, deutsche Landeier 6,5 bis 6,75, deutsche Frischeier 5,5 bis 7,5. Aus aller Wett. 686 Millionen Kronen Unterbilanz der Kreuger und Toll A. 23. 3n der Generalversammlung der Kreuzer und Toll QI. B-, Stockholm, wurde eine provisorische konsolidierte Bilanzrechnung per 31. März 1932 bekanntgegeben. Die Bilanz verzeichnet insgesamt 1,038 Milliarden Kronen Passiven. Die gesamten Qlktiven betragen 352,2 Millionen Kronen, so daß die Passiva um 686,5 Millionen Kronen übersteigt. Tagungen der Genossenschaften. Hess, landw. Genossenschaften. WSR. Darmstadt, 23. Mai. Entsprechend der Rot der Zeit fand der 6 8. Verbandstag der landwirtschaftlichen Genossenschaften Hessens zusammen mit den ordentlichen Generalversammlungen der Landesgenossenschaftsbank und der Landwirtschaftlichen Zentral-Genossenschaft an einem Tage statt. Der Verbandssekretär, Molkereidirektor Bell (Ostheim), gab nach den Begrüßungsworten zunächst einen äleberblick über die schwierigen Verhältnisse des Berichtsjahres. Verbandsdirektor Berg erstattete dann den von uns bereits mit- geteiltcn Jahresbericht. Für die hessische Regierung überbrachte Ministerialdirektor Dr. R ö ß - l er die besten Wünsche. Jahresrechnung und Bilanz wurden von Verbandssekretär Dr. Hille- mann vorgetragen und einstimmig genehmigt. Ebenso wurde dem Derbandsdirektor und dem engeren Ausschuß mit 407 gegen eine Stimme Entlastung erteilt. Landwirtschaftliche Zentralgenoffenschast. WSR. Darmstadt, 23. Mai. Unter sehr starker Beteiligung fand hier die 42. Ordentliche Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft Darmstadt statt. Der Vorsitzende, Gutsbesitzer 2 a» wall (Erbes-Büdesheim), eröffnete die Versammlung mit Begrüßungsworten. Don den Zentralgenossenschaft fönue man fagyi. daß sie stark und gefestigt dastehe. Anschließend erteilte der Vorsitzende zur Erstattung des Geschäftsberichtes und der Vorlage der Jahresrechnung und Bilanz Direktor Berg das Wort. (Den Bericht haben wir bereits veröffentlicht.) Hierauf sprach Direktor Strasburger über „W ichtige Tagesfragen im genossenschaftlichen Warenverkeh r". Der Referent vertrat den Standpunkt, daß man Waren, die man unbedingt entbehren könne, nicht aus dem Auslande einftihren dürfe. Hier müsse daran erinnert werden, daß der reiche Anfall der Obsternte den Erzeugern nicht den erwarteten Lohn brachte. Während Winterobst nur zu stark gedrückten Preisen Absatz fand, konnte man beobachten, daß die Großmarkthallen vorwiegend mit Bananen und Apfelsinen angefüllt waren. Zwischenhandelsgewinne. wie beispielsweise beim Spargel, seien eine schwere Belastung für den Erzeuger. Die bekannten Zielsetzungen seien sehr zu begrüßen. Obst- und Gemüseverwertungsgenossenschaften hätten es schwer. Rotwendig sei vor allem die Ausnützung der bestehenden Absatz- formen. Dies werde gerade beim Getreideabsah von den Genossenschaften nicht genügend beachtet. Tatsache sei, daß der groß-genossenschaftliche QI6- satz gute Fortschritte zu verzeichnen habe. Durch Abschluß von Anbauverträgen könne der Absatz noch wirksam gefördert werden: für die Angebotsregelung sei dies von größter Wichtigkeit. Rach Erörterung einiger geschäftlicher Fragen im Verkehr mit den Ortsgenossenschaften kam Direktor Str asburger auf den erfreulichen finanziellen Stand der Zentralgenossenschaft $u sprechen und schloß mit dem Appell an die Teilnehmer, die genossenschaftliche Zielsetzung im eigenen Interesse der Mitglieder noch mehr als seither zu fördern. Den Bericht des Aufsichtsrates erstattete der Vorsitzende. Für die Revisionskommission des Aufsichtsrates berichtete Molkereidirektor K e i p p (Wallenrod) über die Prüfung' der Jahresrechnung und Bilanz, die zu Beanstandungen keinen Anlaß gab. Anschließend trug der Vorsitzende folgende Anträge des Aufsichtsrates vor: Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz für das Geschäftsjahr 1931. Entlastung des Vorstandes, Verwendung des Reingewinns in Höhe von 182 392,52 Mk. (einschl. Gewinnvortrag 1930) in folgender Weise: für den Reservefonds 100 000 Mark, für die Betriebsrücklage 50 000 Mk., für die 12prozentige Verzinsung der Geschäftsguthaben (Stand 31. Dezember 1931) 27 900 Mk., Vortrag auf neue Rechnung 4492,52 Mk. Bilanz und Vorschläge über die Gewinnverteilung wurden ohne Aussprache einstimmig angenommen, ebenso wurde dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Bei den Wahlen wurde das durch Qlblaus der Wahlperiode ausscheidende Vorstandsmitglied Biegler (Dorndürkheim) und die Aufsichts- ratsmitgliedcr Beyer (Bechtheim), Jäger (Oberhörgern), Keipp (Wallenrod), Kopp (Reinheim) einstimmig wiedergewählt. An Stelle des zurückgetretenen Vorstandsmitgliedes Dett- Weiler (Laubenheim) und der Auffichtsratsmit- glieder D e i f c r V. (St. Johann) und Oek.-Rat Keller (Spiesheim) wurhen durch einstimmigen Beschluß Diehl (Gau-Odörnheim) in den Vorstand und Elbing (Schornsheim) und S ch ä tz e l (Guntersblum) in den Aufsichtsrat gewählt. Raiffeisen-Genossenschaften. WSR. Fran kfurt a. M., 21.Mai. Der aus dem früheren Raiffeisen-Verband Frankfurt a. M. und dem ehemaligen Verband der Rassauischen landwirtschaftlichen Genossenschaften Wiesbaden hervorgegangene Ländliche G-e nassen - schafts- Verband Raiffeisen e. V. Frankfurt a. M. hielt hier seine diesjährige Verbandstagung ab. In der Haupttagung betonte der Verbandsvor- sihende Dr. Rolden (Frankfurt a. M.), dah es dem Genossenschaftsverband trotz der schwierigen Wirtschaftslage gelungen sei, eine bescheidene Dividende zur Verteilung gelangen zu lassen. Daraus dürfe man die Feststellung herleiten, dah immer noch eine verhältnismäßige Gesundheit in den Organisationen und Anstalten des Genossenschaftsverbandes vorhanden sei. Dr. Rolden hob dann die Vorzüge hervor, die sich aus der Verschmelzung der beiden Organisationen ergeben hätten. QI ach der umfangreichen Berichterstattung über das Geschäftsjahr 1931 durch den Verbandsgeschäftsführer Beck sprach Prof. Dr. M o m - b c r t von der Giehener Llniversität über „W irt- schaftskri.se und Landwirtschaf t". Seine Ausführungen gipfelten jn der Feststellung, dah für die ungeheure Wirtschaftskrise nicht allein der eine oder der andere Grund, wie Lleberproduk- tion, Rationalisierung und Typisierung maßgebend sei, sondern das Zusammentreffen einer ganzen Reihe von Llmständen, zu denen noch in den letzten beiden Jahren die verhängnisvollen Folgen einer Deflation gekommen seien, hervorgerufen durch die Zurückziehung großer Summen ausländischer Kapitalien, durch die Kapitalflucht und die dadurch hevorgerusene Verminderung der Kaufkraft und als ganz besondere Verschärfung der Lage dann die wirtschaftliche Störung durch die Erschütterung des Kredit- und Bankenwesens. Bei der Genossenschaftlichen Zentra l k a s s e erstattete Direktor I o l k den Geschäftsbericht. Die Erscheinungen in der Geldwirtschaft seit Mitte des vergangenen Jahres hätten gezeigt, daß gerade die ländlichen Genossenschaften sich als besonders krisenfest erwiesen, ohne daß sie Stützungskredite oder sonstige Llnterstühun- gen in Anspruch zu nehmen brauchten. Im Zusammenhang damit wies er daraus hin. dah die Spareinlagen und sonstigen Anlagegelder nirgends bessere und sichere Anlage fänden, als bei den ländlichen Genossenschaften, hinter denen als Sicherheit der landwirtschaftliche Grund und Boden stehe. — Die Jahresrechnung und die Bilanz für 1931 wurden genehmigt. Der Reingewinn von 76 798 Mark (nach Vorwegnahme reichlicher Abschreibungen und Rückstellungen) wurde wie folgt verteilt: Auf jeden ersten erworbene Geschäftsanteil werden 3 Prozent Dividende .ausgeschüttet. Alle weiteren Geschäftsanteile (bis zu 25) erhalten außer der Dividende von 3 Proz. noch eine Zinsvergütung von 2 Proz. In der Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Hauptgenosfenschaft erstattete den Jahresbericht Direktor Kuhn. Auch hier wurden die Jahresrechnung und die Bilanz einstimmig genehmigt. Der Reingewinn von Mark 50 043 wurde wie folgt verteilt: 3 Proz. Dividende auf die Geschäftsguthaben der Mitglieder, 15 000 Mark werden dem Reservefonds überwiesen und 14 389 Mk. werden für Betriebsrücklage verwendet. 8261 Mark werden auf neue Rechnung unter der Bezeichnung „Dividendenrücklagefonds" vorgetragen. Eine Goethe-Gedächtnisfeier in Sesenheim. Am Sonntag fand in Sesenheim bei Straßburg eine Gedächtnisfeier für Goethe statt, auf der der Bürgermeister von Sesenheim, Schuster, sowie die Straßburger Universitätsprofessoren Spenle und Will sprachen. Jn der evangelischen Kirche fand ein Gedächtnisgottesdienst statt. An der Feier nahmen Diele Verbände, literarische Gesellschaften, Vertreter der Behörden und ausländische Gäste teil. Entgleisung des v-Zuges Bafel-Ostende in Saarburg. Der 0-Zug Basel - Ostende entgleiste aus noch unbekannter LIrsache kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof von Saarburg. Die Lokomotive, der Tender und der erste Wagen dritter Klasse stürzten um. Der Lokomotivführer und der Heizer sprangen ab. Der Heizer erlitt hierbei den Tod. Von den Reisenden sollen etwa 20 leichte Verletzungen erlitten haben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. in. Berlin Frankfurt a. Ul. Derlin itranlfun a. 371. Berlin Schluß-1 l.Uhr- Schluß»! Anfang» Schluß-: l«Ü(jr» Schluß-^ Ansanq» ffuref Schluß» I l»Uhr» Schluß-s Anfang» kurs | Äur4 lur< | Kurs kurs | Kurs kurS I kurs | Kurs kurs Kur- Datum 23.5. I 24.5. 23.5. 24.5. Datum 23-5 24.5 23.5. 24.5. Datum 23.5. 24.5. 23.5. 24-5. 6% Deutsche Retchsonleche u.192'< 53 — 51,5 — Hamdurg-Ämenta Pate, . . . t — 10 10,25 10,13 Riebeck Montan......7,2 — —— — — 7% Deutlche ReichSanIcihe 6.1929 63,25 — 63 — Hamburg-Südam. Dampsschlss . o — — 39 — Bereinigte Stahlwerke .... 4 14,25 14,25 14,13 14,25 6y,% Doung-Anleihe von 1930 . 54 — 54,5 —- Hansa Dampsschlss ... . 0 — — —— Otavt Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 — — 8,9 9 Deutsche Anl.-Ablof.-Schuld mit Norddeutscher Llovd .... . 6 11,4 12 11.4 11,25 84 —— 84.25 82 Auslos.-Rechten....... 38,75 3813 39,9 38,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. • . 28 30 28,25 Kaliwerke Westeregeln ... 10 94 91,5 95 93 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 2,75 2,9 2,75 2,95 Berliner Handelsgesellschaft . 8 84 85,5 — Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 — — 144 142 8% Heil. Bolksstaal von 1929 (rückzahlb. 102°/°)...... Commerz- und Privat-Bant . 7 — — 16,25 48 — — Darmstädter und Nationalban 8 19 -— 19 — I. G. Farben-Inbustrte ... 12 Verein, chem. Industrie Frank» 82,4 80,5 82,5 81,75 Oberhellen Provinz-Anleihe mit Deutsche Bank und Auslos.-Rechten....... — —— —— — Tisconto-Gelellschasi. . . 6 — — 34,75 — Deutsche Komm. Sammelabl. Dresdner Bank...... 6 — — 19 — furt a. M........... Scheideanstalt.......10 Anleihe Serie 1....... 37 —— 36,5 — Reichsbank........ 12 112 111 113 111,25 126 — 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse Goldschmidt.........0 17,75 17,75 17,13 15 unkündbar bis 1935 .... 72,75 — — — A.E.G.......... . 7 21,5 21,5 21,5 22.5 Rütger-werke........6 — — 24.5 24,75 1% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 . 72,25 Bergmann........ . 9 Metallgelellschast.......5 26 — 26,5 — — —» Elektr. Lteserungsgelelllchas!. 10 — — 58,5 57,75 *yz% Franks. Hyp.-Bank Liqu.- 78,5 Licht und Kraft...... 10 58,5 60,5 59,5 60 Philipp Holzmann......8 39,5 — 39 37,75 Psandbriese......... /i% deSgl. von 1913..... 6% abgest. Goldmexikaner vo»99 — 1 1 1 5 4,75 5 111 Harpener....... . Hoesch Eisen........ Ilse Bergbau..... . . 0 . 6 10 — 24 36,25 Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum.....b Orensteln & Koppel.....0 28,5 I 11 10 29 27,5 20,25 4% Türkische Zollanleihe von 1911 __ 2,15 -.1 Klöcknerwerke....... . 6 ■ 22 22,25 Leonhard Tietz ....... 8 — 50.75 50,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Köln-Neuessen....... ey. — — SvenSka ......... 15 — 9,5 — Serie l........... 4% desgl. Serie II....... — 2,3 — Mannesmann-Röhren . . . . 6 — — 34 35 Ehade ............ — 200,25 193 — —— 2,2 2,2 Mansfelder Bergbau .... . 0 13,5 —— 14 13.5 6% Rumän. veretnh. Rente #.1903 — 4,3 4,55 Lberschlcs. Kokswerke . . . . f — 32 32 Frankfurter Maschinen . . . . 0 - — _ 4%%9lumänJ)etetn6.81enle b.1913 — — — Phönix Bergbau...... 4 y, 16.75 — 17,13 17,13 Gritzner..........0 — — — 4% Rumänische veretnh. Rente 3,75 —— 3,8 Rheinische Braunkohlen. . . 10 — 152 152,25 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 6 —— - ty*% 1. Anatolier ...... — 14,7 14,65 Rheinstahl........ . 6 — — 37 37 Süddeutscher Zucker • • . • 10 — - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 23. Mai 24. Mai Amtliche Notierung Geld 25ricf Amtliche Notierung Geld Seiet Helsingfor» . 7,123 7.137 7.123 7.137 Wien.... — — 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest . . — —— — — Sofia». . . 3,057 3,063 3.057 3,063 Holland . . 170,73 171,12 170,68 171,02 Oslo .... 77,22 77,38 77,32 77,48 Kopenhagen. 84,37 84,53 84,42 84,58 Stockholm . 78,92 79,08 79,12 79,28 London. . . Buenos Aires 15,46 15,50 15.49 15,53 0,998 1.002 0.998 1,002 Neuhork . . 4.209 4.217 4,209 4,217 Brussel. . . 59,10 59,12 58,99 59,11 Italien. . . 21,65 21.69 21,63 21.67 Pari« . . . 16.605 16,645 16,605 16,645 Schwei, . . 82,34 82,50 82,12 82,78 Spanien . . 34,57 34,63 34,67 34,73 Danzig. . . — — 82.62 82.78 Japan . . . 1,319 1,321 1,319 1,321 Rio de Ian.. 0,319 0,321 0,321 0,323 Jugoslawien. — —— 7,523 7.437 Lissabon . . 14.09 14,11 14,09 14,11 Banknoten. Serlin, 23 Mal Geld Arles Amerikanische Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Französische Noten...... . Holländische Noten........ Italienische Noten...... . Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten...... . Schweizer Noten. ........ Spanische Noten. ........ Ungarische Note» ........ 4,20 58,84 84,18 15,42 16,57 170,41 21,63 77,05 2,49 78,74 82.16 34,43 4,22 59,08 84,52 15,48 16,63 171,09 21,71 7735 2,51 79,06 82.48 34,57 rrrs br LL AL Mit (fa Q^tt ouj L^kta.N ÄsA-n Dmbaden "Wien, ’len t. I. ^^iährig; ^band-vvr. ^1'ba6 ,'gierigen ietbenejH. lassen. $ar. 'leiten, -ah elundhcit in i Genossen. ■Kolben «h auf bet "en ergeben lattUng über ■ Dcrtt. Dr. Dom. der.Wirt- irtschast'. ScWtdlung, le nicht allein Ucberprvbul- mng mahg«. en einer gan« 1 noch in ben 'ollen Folgen lemorgcrukn ich auilänbi- lucht unb die ig bcr «auf. Schärfung der mg durch die nkenwesens. chen Zen- )lk ben ®c n bet Geld- i Iahrei hat- len Genossen- >rwiesen, ohne llnterstühun- ten. 3m Zu- Hin, daß die -egeiber nir- i ben, alt bei r denen all Stunb unb nung unb ichmigi. Der Vorvegnahme lüdltellungen) ersten erwvr- jent Dividende stSanleile (bis e von 3 Pro). Sandtvirt- nschast er- Kuhn. 2uch nd die Bilanz >inn von Dark ; Proz. Dimer Mitglieder, ids überwiesen i^rüdlagc Der- cuc Rechnung rüdlagctenM“ >e in Saarbora, leiste aus noch rinsahrt in den )komotivc. der driiier glaste ihrer und der »er erlitt W- n sollen etwa den. uriaX^ oi.Jlai __ 52.05 I2.W 3,00 171.0* T7.<< UM 794« 15L 1.0M 4.21 59.11 21.67 16,6*5 92. 34.» 92.71 .921 .39 1.437 14,11 IS !L ,057 4.4 9.12 5.4 ,998 ),9? ,63 ,605 J,12 ,67 2,62 ,319 ,321 ,523 4,09 I 4 8 II 3 ö .9 59'08 M * 15.48 16'Z 171.W 2i