er Redaktion. Verbindlichkeit bet eitung.) n Lie uns den Miet- e, da Ihre Anträge nicht icn qft schon seht zu bt- öcr Vereinbarung einer ln9 Ipielt der Quartals« olle, wenn nur aus einen bgcllellt ist. 2. Der Tag ugssähigcn Prvzentsahr- nsicht, dah Sie die betr. x, wenn Sie, eventuell lachzuwcisen in der Lage ien vorgenommenen 3n- iloendig waren, waS von ' itten wird. Falls letztere beharrt, wird die Sache werden müssen. Grund mündlichen oder ' eine Verpflichtung bei n Dallcrgeld, Id ist ein ;er Rückstand auS 1931 5t noch nicht vnMs. chi verlangen, baS die i Vermieter- mit 3 v. tz. e adgegvlten wird. Der n:m Belieben 3 v. H. der >afür daS Dassergeld aus Der Sinn der Destim- ges oder gar böswilliges Dassels nach Möglichkeit M 'ÄÄ echner- sumJJ-jBur. «x $rüÄ* r-i. m ffint » .?°"n der » hotten. ■ Freitag Otrun sh? *Ä Äl» Icr aB‘ Frau und zwei ochzeilslag aus densech' SS ist dir doch recht? bestimmst." beinah vergab, «r zu Angelegenheit mit ,t." a> Heine gebracht, statt n bezahlt. Sr dankte 'h . ltoblen ihre Hand tuhtc. ah eS doch, 1^«- und chweigend da. dann Nagte hier so wihloS feine N £ elf und ^^ sur aN die vielen ren Tag >ur m . $6Sä- •SSPSt der d>e g Irautpa^. uf einer ,,,c «in mokantes fic ifa $u: sä •r*** w glaubte. .Inb Äch"n. 7- Ainerz- ,fla>s ä Ä--" Hand 3" Qjgarette * Luft hler1,1 r Minuten für ■!«> »!«'• 1,1 Ml Hr.46 Erster Matt 182. Jahrgang Mittwoch, 24. Sebtuar 1932 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienbtall«.' Heimat im Bild • Die Scholle Monat» Bejugrprei,: Mit 4 Beilagen NM.I.S5 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ÜerNfprechanschlüHe > unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: »nzeiger Gieße», poßfcheckkont»: «iranfturt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dnirf ew6 Verlag: vrühl'sche Uaiversitürr-Vuch- mö Stetnöruderei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Gefchästrftelle: 5chntttraste 7. Annahme von Anzeioen für die lagesnummer di* zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe fir Anzeigen von 27 m:n Brerte örtlich 8, ausmärl* 10 Neichspfennig: für Ne- Klameanzeigen von 70 min Breite 35 Neichspfennig, Platz Vorschrift 20' mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. 2vilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Canae; für Feuilleton Dr Jr).Iboriot; tür den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar FiUer sämtlich in (Riehen. Stürmische Eröffnungssitzung im Reichstag. Reichsinnenminister Groener über den Termin der Präsidentenwahl. — ©r. Goebbels als erster ©ebaiteredner. Stürmische Tumultszenen. — Unterbrechung der Sitzung. Berlin, 23. Febr. (DDF.) Bei vollbefeylcn Tribünen und gut besuchtem Siyungsfaal wird vom Reichstagspräsidenten Lobe die erste Sitzung nach der Winterpause eröffnet. Am R c • gierungstifch sitzen neben dem Reichskanzler Dr. Brüning die Minister Dietrich, Groener und Stegerwald. Die Rationalsozialisten und Deutsch- nationalen sind vollzählig anwesend. Rachdem die üblichen geschäftlichen Mitteilungen .erledigt sind, wird in die Tagesordnung eingetreten, deren einziger Punkt lautet: Beschlustfassung über den Wahltag de» Reichspräsidenten. Aeichsmnenmlnifier Dr.Groener: Da« Amt deS Reichspräsidenten dauert nach der Reichsverfassung sieben Jahre. Die Amts- Periode deS amtierenden Herrn Reichspräsidenten geht am 5. M a i 6. 3. z u Ende. Damit ergibt sich die Rot» Reichsinnenminister Groener begibt sich in das Reichstagsgebäude. Wendigkeit, die Reuwahl deS Reichspräsidenten so zeitig vorzubereiten, daß am 5. Mai ein Reichspräsident — ncugewählt — zur Heber- nähme deS Amtes vorhanden ist. Rach dem Prä» sidentenwahlgcsctz ist zum Reichspräsidenten ge- wält. wer mehr als die Hälfte aller g ü l t i g e n S t i m m e n erhalten hat. Entscheidend ist also die absolute Stimmenmehrheit. Wird eine solche nicht erreicht, so findet e i n zweiter Wahlgang statt. Bei diesem ist gewählt, wer die meisten gültigen Stimmen, wer also die relative Mehrheit erhalten hat. Praktisch kommt nur ein Sonntag in Betracht. Zur Vorbereitung der Wahl ist eine ausreichende Zeitspanne erforderlich. Zwischen erstem und zweitem Wahlgang muh weiter eine Frist von etwa drei Wochen liegen. Zwischen einem zweiten Wahlgang und dem Amtsantritt des neu- gewählten Reichspräsidenten muh gleichfalls eine ausreichende Frist liegen, um das Wahlergebnis festzustellen und durch das Wahlprü- fungSgcricht prüfen zu lassen. 3d) brauche wohl nicht näher zu begründen, dast während der österlichen Zeit eine Wahl nicht ftattfinden kann. So ergeben sich zwangsläufig Sonntag, den 13. März, für den ersten Wahlgang, und Sonntag, den 10. April, für einen etwaigen zweiten Wahlgang. Es sind das nach dem Kalender die gleichen Sonntage vor und nach Ostern wie bei der Präsidentenwahl 1925. Ramens der Reichsregierung habe ich die Ehre, dem Hohen Hauke zu empfehlen, diesem Vorschläge zuzustimmen. Die Reichsregierung wird dafür sorgen, dast die Wahl u n g e st ö r t vor sich gehen kann. Allen Versuchen. Wahlversammlungen durch gewalttätiges Vorgehen zu verhindern und dadurch die in der Reichsverfassung garantierte W a h l s r c i h e i t zu beeinträchtigen, wird a u f das schärfste entgegengetreten werden. Abg. Dr. Goebbels (ASDAp.) erklärt, die nationalsozialistische Bewegung habe diese Gelegenheit herbeigesehnt, um Abrechnung mit dem Kabinett Brüning und der von ihm vertretenen Politik zu halten. Der groste Wendepunkt der iüngftcn Geschichte sei der 14. September 1930, an dem sich aus den Versalien- den bürgerlichen Parteien die groste nationalsozialistische Massenpartei zum Sieg erhoben habe. 'Die Entscheidung darüber, ob die Regierung ihre Macht an die Opposition abzugeben hat, steht im demokratisch-parlamentarischen Regime allein dem Volke zu. (Lachen links und Ruse: .Sie als Grals- Hüter der Demokratie!") Es ist nicht unsere Schuld, wenn der deutsche Kredit im Ausland ins Wanken gerät. (Lebhafte Rufe links und in der Mitte: »Doch, Ihre Schuld!"» Schuld daran trägt die Tatsache, dast man bis zu dieser Stunde verhindert hat, dast diejenigen an die Macht kommen, denen das Volk die Macht geben will. (Beifallsklatschen bei den Rationalsozialisten!) Die Mißerfolge, die die Regierung nicht nur in der inneren Wirt- schafts-und Finanzpolitik. sondern auch in der Austenpolitik erlitten hat. haben das Volk zu einer immer stärkeren Opposition gegen diese Regierung gebracht «Sehr wahr! bei den Rats.« Goebbels protestiert gegen die Rotverordnungs- Politik. Rationalsvzialistische Anhänger seien in groster Zahl ermordet worden, ohne dast die Täter ermittelt und bestraft wurden. (Hört! hört! rechts.) Ungestraft wird zu Mord und Tot- schlag gegen die Rativnalsozialisten gehetzt. Der Berliner Polizeipräsident hat es gewagt, von dem Führer der gröstten deutschen Volksbewegung zu sagen, es fei nicht zu verstehen, warum Adolf Hitler noch nicht mit der Hundepeitsche aus Deutschland hinausgejagt worden sei. (Minutenlang anhaltende laute Entrn- stungSkundgebungen bei den Rats ). warum verschiebt die Welt die Reparationskonferenz und die übrigen internationalen Entscheidungen immer wieder? weil Sic. Herr Reichskanzler, der Welt keine Uftiolegitimation für Deutschland mehr bieten! (Beifall bei den Rationalsoziattflen.) weil man mit Ihnen, Herr Reichskanzler, keine Verträge mehr machen mitt, weil man im Ausland weist, dast Sie der Mann von gestern find und dost der Mann von morgen noch kommt. 3m 3nncrn verschärfen sich die Gegensätze mehr und mehr. Die politischen Fronten marschieren in erbitterter Feindschaft gegeneinander aus. und die Gefahr eines latenten Bürgerkrieges wächst von Tag zu Tag weh». Der Reichskanzler hat bei seinem Amtsantritt erklärt, erst die Finanzen sanieren und dann die großen außenpolitischen Fragen in Angriff nehmen iu wollen. Diese These war von vornherein ein Fehlschluß. Die Finanzen sind in Einordnung, weil sie ständig durch eine Tributpolitik bedroht wurden, die sich vor der ganzen Welt als undurchführbar erwiesen hat. ES ist ein 3rrtum, zu glauben, man könne eine aktive Außenpolitik betreiben ohne ein geschlossenes, einiges und einsatzbereites Volk hinter sich zu haben. 3n der Außenpolitik hat die Reichsregierung eine katastrophale Riederlage nach der anderen in nie gesehenem Ausmaß erlitten. Es bestand im September 1930 die Möglichkeit, eine nationale Regierung anzu bahnen. Diese Möglichkeit habe die Regierung Brüning unterbunden. Die Rationalsozialisten haben da» Recht, von der Regierung Rechenschaft zu verlangen über das, rry» sie versprach und was sie geleistet hat. Dem Reichspräsidenten v. Hindenburg. dessen Passivität in sieben 3ahren den Fortbestand des Systems ermöglicht bat. wollte der Reichskanzler Dr. Brüning die Amtszeit mit unserer Hilfe verlängern. Wir, die wir immer als Staatsbürger zweiter Klaffe behandelt worden sind, sollten nun auf einmal gut genug fein, diesem Snftcm aus der Verlegenheit zu helfen. Das lehnen wir ab Wenn Reichspräsident v. Hindenburg unsere Hilfe für feine Wiederwahl in Anspruch nehmen will, dann muß er sich gefallen lallen, daß wir die von ihm verantwortete Politik überprüfen. Wir haben vor sieben Jahren Hindenburg gewählt, weil er der Sache deS nationalen Deutschland» dienen wollte. Er hat das Gegenteil getan- (Anruhe, Ruse „Unerhört!" aus der Deutschen Dolkspartel.) Richt die nationalsozialistische Bewegung hat Hindenburg im Stich gelassen, nein, Hindenburg hat die Sache seiner Wähler im Stich gelassen. «Lebhafter Beifall rechts.) Er hat sich einseitig auf die Seite der Mitte und der Linken gestellt. (Lebhafte Rufe bei der DolkSpartei: „Das ist ganz unerhört!") Für feine Wahl wirbt jetzt die Berliner Asphaltpresse und die Partei der Deserteure. Diese Worte, die der Redner mit einer Handbewegung zu den Sozialdemokraten begleitet, rufen stürmische Lärm- szenen hervor. Die Rationalsozialisten klatschen minutenlang Beisall pnb rufen Heil Bon den Sozialdemokraten kommen stürmische Protest r u f e: „Dieser KriegSdrückeberger will Kriegsteilnehmer beschimpfen!")Präsident Löbe fragt den Redner, ob er tatsächlich die Sozialdemokratische Partei, in der sich viele Kriegsteilnehmer und Kriezsverlehte befinden, als Die Ansetzung des Königs von Sachsen. * F. n Der Sarg wird in die Hofkirche getragen. der Wunsch des toten letzten kurzen Worte sprechen sollte. Bischof Gröber riert dann das feierliche Hochamt unter Assistenz von dreißig Seist- der Infanterie und Glockengeläut wurde der lichen. Der Bischof erteilte die feierliche absolutio Sarg von acht Unteroffizieren der Reichswehr ad tumbam. Das Gleiche tut noch einmal der in die Gruft der Wettiner getragen. Denediktinerabt Schmitt von Grüsfau. Sanft Hingt dann das „salve regina“. Der Trauergottesdienst ist beendet. Unter dem Donner der Kanonen, den Salven tritt Prälat Franz Müller die Kanzel. Es war Königs, daß fein langjähriger Beichtvater die Dresden. 23. Feb:. (WTD.) Sämtliche öffentlichen Gebäude hatten heute aus Anlaß der Beisetzung des früheren Königs von Sachsen h a l b - mast geflaggt. Bereits in den Rtorgenstun- den sammelte sich ein» nach Zehntausenden zählende Menschenmenge vvi der Hofkirche. Zwi schen Kirche und Schloß hatte eine Kompanie Reichswehr Ausstellung genommen. Auf den gegenüberliegenden Elb- ufer war eine Batte r i c ausgesahren, um den Trauersalut abzuge den. Zwischen 10.30 Uh, und 10.45 Uhr beginnt die Anfahrt der fürstlichen Trauergäste, sowie bce Vertreters des Reichspräsidenten, des Obersten von Hinden bürg. Um 10.45 Uhr beginnt Trauergeläut. Unsteweg lich stehen zu beiden Sei- ton des Larges sechs Offiziere. Der Sarg ist ge schlossen, bedeckt wiederum von der Hausflagge der Wettiner, auf der Helm. Degen und Marschallstab liegen. Zu Häupten des Sarges schimmern Kronc und Zepter. Die Glocken verstummen. Machtvoll seht die Orgel ein unb erhebend schwingen sich vom Ehor die Klänge des Requiems. Am Altar beginnt der Gottesdienst. Rach dem Evangelium be- Partei der Deserteure bezeichnen wolle. Abg. Dr. Goebbels antwortet darauf nicht und lehnt dann, während der laute Streit zwilchen Sozialdemokraten und Rationallozialisten fich sortseht. die Zurücknahme feinet Bemerkung ab Daraus erteilt ihm Präsident Löste unter großer Unruhe des Hauses einen Ordnungsruf Als Dr. Goebbels bann feine '.Hebe fortsetzt, kam- men immer micber von Sozialdemokraten laute Nuse: „Wir Kriegsteilnehmer lassen uns von die- fern Heimkrieger nicht beschimpfen!" Als auf die Darstellungen des Präsidenten einen Augenblick Ruhe eintritt, erklärt der Redner: Es ist mir bc könnt, daß aus dem Reichstagsbureau der Sozial- demokraten eine Denkschrift berausgegangen ist. in der besagt wird, daß der Landesverrat kein Der brechen fei. (Erneuter großer Lärm bei den Sozialdemokraten.) Die Sozialdeino- traten verlangen ftünnifd), daß Abg. Goebbels d i e Goebbels (NSDAP.) beim Betreten des Reichstags. Beleidigung z u r u rf n i m m f. Ein entsprechender Zuruf eines sozialdemokratischen Abgeordne ton wird von den Nationalsozialisten mit chohnge- lächter beantwortet. Präsident Lobe rufl wegen solcher Zurufe die sozialdemokratischen Abgeordneten Mierendorff. Künstler und Dr. Leber zur Dränung. Er fügt hinzu, die Beleidigung „Deserteure" fei durch einen Ordnungsruf gerügt worden, jetzt müsse Dr. Goebbels feine Rede sortfetzen können. Von mehreren Sozialdemokraten wird daraus gerufen: „Erst muß er d i e Beschimpfungen zurücknehmen!" Als die erregten Zurufe nicht aufhoren, unterbricht Präsident Lobe die Sitzung aus eine halbe Stunde. Nach Der pause. Äbg.fctocbbelo wegen schwererBeleidigung des Reichspräsidenten von der Liynng ansgcstt.losscn. Rach der Pause, die fich aus eine Stunde ausgedehnt hat, erklärt Präsident Löste, die Kriegsteilnehmer und Kriegsverletzten der Sozialdemokratischen Partei hätten einen Ordnungsruf nicht a l s ausreichende Sühne für die Beschimpfung .Partei der Deserteure" betrachtet 3m Aeltestenrat habe sich diese Angelegenheit nicht klären lassen. Dort habe man aber aus dem Stenogramm der Rede festgestellt, daß Abg. Dr. Goebbels gesagt habe mit Beziehung auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg: .Es gibt unter uns Rationallozialisten ein Wort .Sage mi-r, wer d i ch lobt, und i ch werde dir sagen, wer du bi st." Hindenburg wird gelobt von der Berliner Asphaltpresse, von 6er Partei der Deserteure. 3n dieser Wendung, so fährt der Präsident fort, erblickt der Aeltestenrat eine f o schwere Beleidigung des deutschen Staatsoberhauptes, daß darin eine gröbliche Verletzung der Ordnung des Hauses liegt, die die Folge hat, daß Abg. Dr. Goebbels aus der Sitzung ausgeschlossen wird. Die Ausschließung Dr. Goebbels wird von den Rationallozialisten mit Protestrufcn. von der Mitte und der Linken mit Beifall ausgenommen Dr. Goebbels verläßt unter Heil-Rufen feiner Parteifreunde den Saal. Präsident Löbe: Für die Kriegsteilnehmer verschiedener Parteien erhält das Wort der Abg. Lemmer» Abs. £emmer (Gtp.) kann sich zunächst schwer verständlich machen, da die Nationalsozialisten laut lärmen und dann gemeinsam gleichmäßig summen, wie es in einem früheren Sitzungsabschnitt die Kommunisten erprobt hatten. — Abg. Lemmer protestiert im Namen der Kriegsteilnehmer aus den übrigen Reichstagsfraktioncn mit Ausnahme der Kommunisten, Nationalsozialisten und Deutschnationalen gegen die Ausführungen von Dr. Goebbels, der selbst dem Krieg ferngeblieben sei. Die infame Beleidigung habe bei allen Kriegsteilnehmern des Hauses größte Entrüstung ausgelöst. Die Kriegsteilnehmer, die miterlebt hätten, wie Tausende Sozialdemokraten im Felde starben, seien empört über diese freche Beleidigung, die skrupellos das heroische Kriegsopfer der Nation schände, das von Deutschen aller Parteien auf dem Altar des Vaterlandes gebracht worden fei. Abg.. S t u b b e n d o r f f (Dntl.) erklärt, er habe in dem Lärm nicht klar verstehen können, wen Herr Lemmer eigentlich vertrete. Er nehme deshalb Veranlassung zu betonen, daß dessen Erklärung für die Kriegsteilnehmer der deutschnationalen Fraktion nicht abgegeben sei. Abg. Gtraffer (NSDAP.) protestiert gegen die unerhörte Gewalttätigkeit, die man gegen den Abg. Goebbels angewendet habe. Auf das Stichwort von der Partei der Deserteure habe sich nur die Sozialdemokratie getroffen gefühlt. (Stürmischer Beifall bei den Aats., Gelächter bei den Sozialdem.). Dieser Aame kann sich niemals auf jemand beziehen, der bis zum letzten Tag an der Front gestanden hat. Die Sozialdemokratie hat sich gegen Ende des Krieges durch die gewollte Herbeiführung des Zusammenbruchs als Partei des Landesverrat demaskiert. (Lebhafte Zustimmung bei den Aats., Lärm bei den Soz. und Rufe: .Gehen Sie doch wieder hinaus in den Krieg!") Gewiß, wenn es notwendig wäre, Deutschland zu befreien. Ich kämpfe lieber gegen den Feind, als daß ich infolge der marxistischen Brüning-Politik vor Hunger krepiere! Mit tal- mudisch geschulter Spitzfindigkeit hat man aus den Worten oes Abg. Goebbels eine Beleidigung konstruieren wollen. Er hat dabei von einem Lob gesprochen, das kann niemals eine Beleidigung sein. Das sind die letzten Zuckungen eines unsinnigen Systems, das unfähig^ sich sonst zu wehren, nur der Mittel brutalster Vergewaltigung sich bedienen kann. (Lebhafter Beifall bei den Aats. — Große älnruhe links und in der Mitte.) Abg. Dr. Schumacher (Soz.) wendet sich unter großem Lärm der Rechten gegen die Ausführungen von Dr. Goebbels. Goebbels sei kein Politiker, sondern ein kümmerliches kleines Feuilleton, der mir vom dauernden Appell an den inneren Schweinehund im Menschen lebe. Er und seine Partei habe es zwar verstanden, die Dummheit zu mobilisieren, aber schließlich werde die Dummheit nicht in Deutschland Sieger bleiben. Für den Geist der Aationalsozialisten sei es bezeichnend, daß der Aationalsozialist Feldmann (Hessen) zu fünf Zähren Zuchthaus wegen Spionage zugunsten Frankreichs verurteilt werden muhte. Abg. Ulbricht (Komm.) erklärt, das deutsche Proletariat werde weder Hindenburg, noch die Kandidaten des Faschismus wählen. Der kommunistische Kandidat Thälmann vertrete den Kapitalisten und Imperialisten gegenüber das werktätige Volk, das sich von den Sozialdemokraten längst abgewandt habe. Aur die Kommunisten würden den Kampf gegen dieses System führen, um neben Eowjetrußland und Sowjet» china auch ein Sowjetdeutschland zu erkämpfen. Abg. Baldrusch (Volksnat.Reichsvereinigung) erklärt, daß seine Gruppe nach wie vor treu 3 u Hindenburg stehe. Die Nationalsozialisten haben seinerzeit nicht Herrn von Hindenburg geholt, sondern sie haben sich seinerzeit gegen ihn er- klart, als wir vom Jungdeutschen Orden ihn in der entscheidenden Sitzung auf den Schild erhoben. An- dere Teile der nationalen Opposition haben sich vom Nazitum und eigenem Machtkitzel bestimmen lassen, jetzt Herrn v. Hindenburg die Treue zu brechen. Wir aber stehen zu ihm, weil wir in ihm den b e st e n Garanten für d i e Sicherung der nationalen und christlichen Ordnung in Deutschland sehen. Wir wissen, wie sinnlos die Luge ist, daß der Reichspräsident unter dem Ein- fluß seines Sohnes und des Staatssekretärs Dr Meißner sich politisch gewandelt habe. Wir wissen daß er sich treu geblieben ist, wir kennen ihn als einen M a n n von sozialer Gesinnung. Die Volksnationale Reichsvgg. wende sich gegen die Bestrebungen derjenigen, die die jetzige Notzeit benutzen, um in demagogischer Weise das Volk auszuwuhlen und auf der anderen Seite die Gewerkschaften zu bekämpfen. Nach der Lohn- '«5^ung .müsse die Regierung mit größerem -Nachdruck die Preissenkung, Pacht- und Mietsenkung betreiben. Mit der Lohn- und Gehaltssenkung müsse jetzt Schluß gemacht werden. 3 ' Weiterberatung: Mittwoch 12 Uhr. Die Knegerlameradschast Hassia tritt vor Hindenburg. D a r m st a d t, 23. Febr. (WSN.) Die Kr 1 e - amt r ad s(haft H assi a", Landesver- band Hessen des Koffhauser-Dundes, gibt durch ihren Vorsitzenden, Generalleutnant a.D. Oidt- eine Mitteilung heraus, in der betont w rd, daß das Eintreten des DerbandeS für Hindenburg aus Kameradschaft der alten Soldaten für den Generalfelb- tM.ll ch °J1 ।V? Ehrenpräsidenten ge» ?us Partelpolitik. Po- Mych sei dadurch niemand gebunden. Der Reichs. 0,!ne °ber nicht länger mit an. sehen, daß die Person de? Generalfeldmarschalls "b verunglimpft würde in einer Weise, die eines alten Soldaten unwürdig ist Der Generalfeldmarschall mußte mit uns rechnen in einem Augenblick, da er Gefahr die'ibm^nn ViV" be,Uffen »u werden, vtc ihm sonst zujubelten. Cm Aufruf -er Staatspartei. Für eine „Aktionsgemeinschaft der Mitte". Berlin 23. Febr. (TLI.) Der Gesamtvorstand der Deutschen Staatspartei erläßt einen Auf- Oie Einbürgerung Hitlers. Vermutlich Zuteilung zur braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin. Berlin, 23.Febr. (ERB.) Da nunmehr fest- steht, daß Hitler für die Reichspräsidentenwahl kandidieren wird, unterhielt man sich im Reichstag heute auch viel über die Frage feiner Einbürgerung. Ein Berliner Abendblatt hatte berichtet, daß Hitlers Anstellung als Professor für „politische Pädagogik" in Braunschweig perfekt sei. Diese Nachricht wurde von nationalsozialistischer Seite aber be ft ritten und in Kreisen, die der NSDAP, nahestehen, hält man es für viel wahrscheinlicher, daß Hitler von der braunschweigischen Regierung zum bevollmächtigten Vertreter im Reichsrat ernannt wird. Ganz klar dürfte aber auch diese Lösungsmöglichkeit noch nicht sein, denn der augenblickliche Bevollmächtigte eines Landes im Reichsrat istderMinisterdes Innern, und der Gesandte ist nur sein Stellvertreter. Entweder müßte also der jetzige braunschweigische Gesandte Boden sein Amt niederlegen, oder Hitler müßte zum zweiten Stellvertreter ernannt werden. Unter dem Gesichtspunkt dieser Schwierigkeiten gilt es immerhin auch nicht als ausgeschlossen, daß doch noch ein direkter Einbürgerungsantrag gestellt werden könnte, der von den beteiligten Stellen wahrscheinlich mit größter Be- schleunigung behandelt werden würde. Er wäre z u n ä d) ff i n Bayern einzureichen, Bayern würde ihn dem Reichsministerium des Innern zu- leiten und dieses würde sofort die Länder befragen, ob Einspruch erhoben wird. Ein solcher Einspruch würde nicht zu erwarten sein und so könnte auch auf dem direkten Wege noch rechtzeitig die Einbürgerung erfolgen. Bis heute abend war im Reichsministerium des Innern von einem solchen Antrag allerdings nochnichtsbekannt,so daß man vorläufig noch die Beauftragung zur Vertretung Braunschweigs im Reichsrat ats die wahrscheinlichste Möglichkeit ansieht. Wie die Telegraphen-Anion ergänzend erfährt, hat über die Einbürgerung Hitlers zwi- schen den Deutschnationalen und den Aationalsozialisten bereits eine Besprechung stattgefunden. Die Deutschnationalen haben ihre Zustimmung von der Zusicherung abhängig gemacht, daß es sich bei der Ernennung zum braunschweigischen Beamten nicht um eine Scheinernennung handeln dürfe, daß sie vielmehr darauf bestehen müßten, daß Hitler auch eine aktive Tätigkeit ausüben müsse. Eine Ernennung zum Bevollmächtigten Braunschweigs im Reichsrat oder eine Professur an der Technischen Hochschule Braunschweig wurde in der Erörterung als nicht im Bereich der Möglichkeit liegend bezeichnet. Es wurde auf die äleberlastung der Gesandtschaftsbeamten, des Gesandten Boden und des Legationsrats von Stutterheim, hingewie- sen, deren Aufgaben sich im Laufe der letzten Jahre so vermehrt hätten, daß die Zuteilung eines weiteren Beamten notwendig geworden sei, worauf man sich dann grundsätzlich auf die Zuteilung Hitlers zur braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin einigte. Oie Kandidatur Hitlers. München, 23. Febr. (CAD.) Die nationalsozialistische Parteikorrespondenz schreibt: Die Entscheidung über die Präsidentschaftskandidatur der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung ist gefallen. Der Beschluß der Deutsch- nationalen und des Stahlhelms, als Zählkandi- daten für den ersten Wahlgang den zweiten Dundesführer des Stahlhelms aufzustellen, erübrigt jede Erörterung darüber, daß eine G e - m ein sch a f t s ka ndida t u r der nationalen Opposition, die nicht dem Willen- der Massen nach Führung durch den S t ä r k st e n aus ihren Reihen entspringt, den Interessen des nationalen Deutschlands in diesem Entschcidungskampf gegen das System nicht dienen kann. In diese Entscheidung ist die ganze Kraft des erwachenden Deutschlands einzusetzen. Für diesen Kampf sind alle Reserven zu mobilisieren: Diese Auffassung war für die Entschlüsse der ASDAP. allein maßgebend. Die nationalsozialistische Freiheitsbewegung wird nunmehr in diesen Wahlkampf hineingehen, unbelastet und unbeschwert von Kompromissen, die den Schwung und die Kampfkraft ihrer ganzen Dolksparole für ein neues Deutschland lähmen könnten. Der Wahlaufruf der Deutschnationalen und des Stahlhelms. Vorläufig keine Senkung der Bierpreise. Berlin , 23. Febr. (WTB.) Der Re ichs- to m m i f f a r für die Preisüberwa- chung hat die obersten Landesbehörden ermäch- ttgt, soweit bei der Durchführung der D i e r p r e i s s e n k u n g bezirkliche oder örtliche Mrt entstehn die zur B e f e i t i g u n g olcher Harten ersorderlrchen Maßnahmen zu tres- sen. Die Verwaltungsstellen werden ermächtigt von der Möglichkeit der Ausnahme Gebrauch zu machen wenn in dem betreffenden Bezirk die durch die Öenfuna entstehenden Folgen für einen erfcblvfyzn Teil des Gewerbes nicht über- H? Einvernehmen mit dem preußischen Minister für Handel und Gewerbe dieDurch- Berlin, 23. Febr. (TU.) Die D e u t s ch n a t i o- n a le Volkspartei und der Stahlhelm veröffentlichen gemeinsam den nachstehenden Ausruf zur Reichspräsidentenwahl: „Ein neuer Entscheidungskampf um die deutsche Zukunft hat begonnen. Es geht in ihm um die Auf rechterhaltung deutscher Arbeit und Wirtschaft, um Tributfreiheit und Wehrhoheit, um die Befreiung Preußens von marxistischer Vorherrschaft und um die Beseitigung eines unerträglichen Notverordnungszwanges. DerKampfgiltdemSyftem und dem Geist des 9. Novembers. Die auf die Sozialdemokratie gestützte Brüning-Front will dieses System erhalten. Es ist die Front der politischen Verzweiflung. Hinter der ehr- würdigen Gestalt des Feldmarschalls v. Hindenburg sucht sie jetzt Schutz und Rettung. Das ist der Sinn des Eintretens für ihn. Der Tag, an dem vor zwei Jahren der Reichspräsident den Houngplan unterschrieb, der 13. März, bringt Aufmarsch und Klärung der Fronten, die um die Reichspräsidenten- schäft ringen. Für den weiteren Verlauf der beut- schen Geschichte ist es entscheidend, daß die bodenständigen, aufbauenden, kampfbereiten und erfahrenen Kräfte unseres Volkstums ihrer Bedeutung gemäß zum Einsatz kommen und daß auch schon beim ersten Wahlgang keine Stimme der nationalen Front verloren geht. Getreu den in Harzburg gegebenen Parolen haben sich deshalb die Deutschnationale DolksPartei und der Stahlhelm, unterstützt von zahlreichen auf nationalem, christlichen und sozialen Boden stehenden Gruppen und Persönlichkeiten des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu engster Gemeinschaft für die Reichspräsidentenwahl und die ihr folgenden Ent- scheidungen in einem „schwarz-weiß-roten Kampfblock" zusammengeschlossen. Als Kandidaten für den ersten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl haben sie den Stahlhelm» suhrer Düstevtzerg ausgestellt. Mit ihm tritt em Führer der vaterländischen Wehrbewegung in die Schranken, dessen unermüdliche, von sozia- lem Frontgeist getragene Arbeit stets dem Ziele der politischen und wirtschaftlichen Freiheit Deutschlands gewidmet war. Zu seiner Wahl ruft der Kampfblock Schwarz- Weih-Rot alle Deutschen auf, die entschlossen ’irl au« Kämpfen für bodenständige, christliche Kultur, für Familie und deutsche Art gegen offene und verschleierte Gottlosig- Iclt- 'Ur den organischen Staat deutschen Blutes g eg e n W elmarerDemokratieund internationalen Marxismus, für deutsche Wehrhoheit b^gen Pazifistische Entmannung, für den Schutz des Eigentums und der privaten Wirt- schaft, für die Beseitigung der Arbeitslosigkeit und für den Schuh der Arbeitsstätte. Die Be° frelungsfarben Schwarz-Weih-Rot stehen gegen e Symbole eines u n t e r g e h e n d e n Systems. Diesem System keine Stimme. ruf in dem es u. a. heißt: Die Deutsche Staats- Partei erkennt die Entschiedenheit an, mit der die Regierung um die Beseitigung der Reparationen Sicherheit unseres Vaterlandes ringt Sie weiß auch daß die Regierung die deutsche Wahrung erhalten wird. Sie würdigt ihr star^s Bemu^n um die Bekämpfung der Wirtschafts- vieler Zeit schwerster Gefahren unter- Z^dt Radikalismus Ansehen und Geltung x - -£eSienmg nach außen und innen. Das Gebot %» ?ia9-x ,ft bte kraftvolle Zusammenfassung zur mL VrV^9^9 Staats- und Gesellschaftsordnung. Jetzt, vor den be- ^uckamen Wahlen des Reichspräsidenten und der Landtage ist die Stunde gekommen, die schlag- kraftige A k t i o ns g em e i n s ch a f t der h rtc 3rum Schuhe von Staat und Wirtschaft vor sinnloser Zersetzung zu schassen. Sine Erklärung Düsterbergs. Berlin, 23. Febr. (TU.) Der zweite Bundesführer des Stahlhelms, Oberstleutnant Düsterberg, der Kandidat des Stahlhelms und der Dn.Vp., erläßt folgende Erklärung: »Der Aufforderung des ersten Dundessührers des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Franz Seld te, sowie des Vorsitzenden der Deutschnat. Volkspartei, Geheimrat Hugenberg, als gemeinsamer Kandidat für den ersten Wahlgang der kommenden Reichspräsidentenwahl mich zur Verfügung zu stellen, bin ich unter Zurückstellung ernster persönlicher Bedenken gefolgt. Mich treibt nicht Ehrgeiz oder Eitelkeit, sondern Ueberlegung und Pflichtgefühl. Zu unferm Bedauern hat der Reichspräsident von Hindenburg sich entschlossen, ohne Kursänderung und schon im ersten Wahlgang sich aufstellen zu lassen. Wir vom Stahlhelm haben unsere Soldatentreue im Felde und vom Aodember 1918 bis zum heutigen Tag nicht mit Worten, sondern mit Taten bewiesen. Die Reichspräsidentenwahl ist aber ein politischerWahlakt, nicht eine militärische Handlung. Ich neige mich in Ehrfurcht vor dem greifen Generalfeldmarschall, den ich wie einen Vater verehre. Daß wir den Kampf um die Reichspräsidentschaft ritterlich führen, ist für uns alte Soldaten selbstverständlich. Das gilt auch dem anderen nationalen Kandidaten gegenüber dem Führer derASDAP., dessen Einbürgerung der Stahlhelm für felbstverständlich erklärt hat. Mein ßeben liegt seit meinem Eintritt in das Potsdamer Kadettenkorps im Jahre 1889 klar im Krieg und Frieden vor jedermann. Es war Arbeit und Pflicht. Mein 13jähriger Kampf um die deutsche Freiheit ist mein Programm und wird es bleihen. Das Ziel ist kein neuer Krieg, sondern ein neuer Friede, ein freies glückliches Deutschland." gez. Düsterberg. Oer ^Völkische Beobachter" zur Kandidatur Oü.terbergs. München, 23. Febr. (CAD.) Zu dem Beschluß der Deutschnationalen und des Stahlhelm, für den ersten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl den Oberstleutnant a. D. Düsterberg aufzustellen, schreibt der »Völkische Beobachter" u. a.: Diese Aufstellung gegen den Feldmarschall v. Hindenburg trage den Charakter einer ausgesprochenen Zählkandidatur. Die ASDAP. habe keinen Anlaß, diese Sonderkandidatur tragisch zu nehmen, die nur beweise, daß es immer noch „ Führer" gebe, denen jeder Instinkt für die Grenzen ihres eigenen politischen Daseins fehle. Präsidentenwahl sei Entscheidungskampf z w i s ch e n P e r s ö n l i ch k e i t e n, die als symbolische Träger von Weltanschauungen und politischen Systemen das Schicksal in die Schranken fordern. In einem solchen Kampf entscheide die magische Anziehungskraft des geborenen Führers dem das Herz des Volkes gehöre. sührung der angeordneten Dierpreissenkung dv» läufig ausgesetzt. Diese Anordnung erfolgte allgemein. da bei der großen Zahl und Diel» seitigkeit der Gaststätten eine individuelle Behandlung nach der wirtschaftlichen Lage jede- Betriebes nicht möglich war. Es kann damit gerechnet werden, baß in den übrigen Bezirken eine ähnliche Anordnung durch den Regierungspräfi» deuten erfolgt. Vertrauensvotum für Tardieu Tas neue französische Kabinett erhalt in der Kammer eine Mehrheit von 47 Stimmen. Paris, 24. Febr. (TLl.) Die neue Regierung Tardieu, die sich am Dienstag der Kammer vorstellte, erhielt bei der Abstimmung über die Tagesordnung, zu der die Regierung die Vertrauensfrage gestellt hatte, mit 309 gegen 262 Stimmen eine Mehrheit von 47 Stimmen. Die Regierungserklärung, die Tardieu in der Kammer verlesen hat, betont, daß! die französische These in der Reparationsfrage sich zusammenfassen lasse in dem Vertrags- begriff, der Berichtigungen zuläht. über die freiverhandelt wird, der aber d i e Verleugnung der gelei steten älnter- schristen ausschließt. Lur A b rüst ungs frage heißt es in der Erklärung, daß die französische Regierung bisher als einzige der Abrüstungskonferenz gemäß den Arbeiten der Vorbereitenden Kommission eine Gesamtheit von sofort durchführbaren Bestimmungen borge legt hat. Die Annahme des französischen Entwurfes würde unverzüglich eine beträchtliche Herabsetzung der Militärausgaben möglich machen, die in der ganzen Welt jährlich 110 Milliarden Franken betragen. Frankreich hat das Recht, daran zu erinnern, öafi es seit Unterzeichnung des Völkerbunds- statuts spontan feine Effektivstreitkräfte um ein seiner Divisionen um die Halste und die Militärdienstzeit umzweiDrif» tel herabgesetzt hat. Seine bisherigen Taten find infolgedessen eine Bürgschaft für seine heutigen und künftigen Entschlüsse. Ganz Frankreich hat sich über die kürzlich in der Frage der Reparationskonferenz von Lausanne zwischen Frankreich und England zustande gekommene Einigung gefreut. Wenn sie einig finb, ist dies die beste Bürgschaft für den Frieden tote für das Recht. Die Völker, die in dem Krieg den Frankreich erduldet hat, gegen Frankreich standen, wissen» daß sie französischerseits auf eine loyale und edelmütige Haltung zählen können, die bei der notwendigen Gegenseitigkeit 3ntereff en- unb 3been- annätjerungen erlaubt. Die vorige fran* Svflsche Regierung hat die glückliche Initiative der Schaffung des deutsch » französischen Wirtschaftsausschusses ergriffen, dessen Arbeiten mit Erfolg vonstatten gehen. Die Regierung hofft, daß die Parteien ohne Ausnahme an der raschen Verabschiedung b e s B u b g e t s mithelfen. Die Festsetzung bes Zeit-' Punktes der Wahlen innerhalb der vom Gesetz fkslgelegten Frist ist ein Vorrecht der Exekutivgewalt. Dieses Vorrecht wird in aller Unpar« t e i lichkeit ausgeübt werden. Die leibenschaft- lichen Debatten bei der Verabschiedung der Wahl- r e f o r m erheischen die Verständigung zwilchen Kammer unb Senat. Die Regierung kann sicy da nicht hereinmischen, aber sie wünscht trotzdem die Entspannung. Die neue Regierung tritt mitmerf« l'chverringerterAnzahlanMinistern oor bas Parlament. Die Regierung hofft, durch diese Vereinfachung die Autorität bes Staates zu verstärken und die behördlichen Dienststellen besser zu koordinieren. Die Schaffung des Ministeriums >u.r die nationale Verteidigung ent- spacht in diesem Gedankengang der Logik unb den Erfordernissen einer soliden Organisierung des Oberbefehls und einer rationelleren Ausnützung der öffentlichen Mittel. Tardieu sagte weiter, man mache eine Periode der Depression durch, wie nach jedem Kriege, aber trotzdem müßten die Franzosen jetzt begreifen, daß d i e i n t e r n a t i o. nalen Probleme vorgingen. Man müsse versuchen, sich bezüglich der internationalen Pro. bleme mit Rücksicht auf die gemeinsamen Geschicke Frankreichs zu einigen. 0^ tomi Ministerpräsidenten erklärte der ra- dlkale Abgeordnete Herriot, die Radikale Par- tei könne nicht der Aufforderung Tardieus zur Einigkeit nachkommen, sondern werde gegen die Dertrauenstagesordnung ftim- men. Aach Herriot begründete Franklin- Dout l I o n, daß auch er gegen die Regierung stimmen werde, weil sie nicht der Formel der nationalen Einigung entspreche. ,-r?ot der Abstimmung kommt es zu Zwischenfällen. Als Leon Blum erklärt, daß die Sozialisten einen anderen Standpunkt in der Sicherheitsfrage vertreten, als der Ministerpräsident, der rechtsstehende Abgeordnete Generäl Sa int-Just dazwischen: Der Advokat Deutschlands spricht! — Auf diese Bemerkung hin stürzten sich die Sozialisten auf den ^edner. Zwischen rechtsstehenden und linksstehenden Abgeordneten kommt es zu einer Schlägerei, nur mit Mühe konnten die Streitenden getrennt werden. Der Präsident hat die Sitzung und die Tribünen räumen lassen. Rach Wiederaufnahme der Sitzung hat sich die Erregung noch nicht gelegt, aber schließlich gelingt es, die Dertrauenstagesordnung, die die Regierung sich zu eigen gemacht hat und für öcren Annahme Tardieu die Vertrauensfrage gestellt hat, zur Abstimmung zu bringen. Oie Arbeit der Abrüstungskonferenz. Keine Bevorzugung des KonveniionsentwurfS. Genf, 23. Febr. (WTB.) Das über die heu- tige Sitzung der Abrüstungskonferenz veröffentlichte Kommunique besagt ausdrücklich, daß alle bis her der Konferenz vorgelegten Vorschläge einschließlich deS Konventions- entwurses im Hauptausschuh zur General- werden. Cs bestätigt sich also, day der Konventionsentwurf nicht, wie es insbesondere von französischer Seite gefordert wurde, die Grundlage der allgemeinen A u s s p r a ch e bilden wird. Ihm kommt vielmehr keine andere Bedeutunch zu als den von anderer Seite gemachten Ab- rustungsvorschlägen. Weiterhin ist sestzustellen, daß die ursprünglich ebenfalls von 'Frankreich geforderte Einteilung der Kommissionen entsprechen- 28S*i JjS'x PSM ??*” io’k* r--. •üiag 'eßt. ^«nter. In der s»k_,^dru. «*?$§ l?hme M' iSjBy» !?ä£®Ä l’SfönflS I SSäJa LZL'L! ■J8 öon Uonne xtoi- »/*s e"'M He sranMschkr- e unb ebelmütinc “•J“8« ber nototnoi- ” H^'^bObetn. ■ £ „®lc vorige fron« JÄ 2nitiotide bet M-- erachen. beflen nftatten gehen. , 6q6 die Parteien ohne Yen Verabschiedung n- Die Festsetzung ; wnerhalb der vom (Bffcp? Vorrecht der LMioge ird in aller Ünpon werben. He leidrnschoji- trab[d)iebung ber SB a b I ■ > Verständigung Men Regierung kann sich ba sie wünscht trotzdem die egieruna tritt mit merk- nzahlanMinistern Kegierung hasst, durch diese cität der Ttoates zu wr chen Dienststellen besser zu ung der Ministeriums e Verteidigung ent« kcngang der Logik und den ien Organisierung des Ober tionelleren Ausnützung der ieu fagte weiter, man mache epre[(ion durch, wie aber trotzdem müßten die daßdieinternatto- orgingen. Man musie der internationalen Pro- die gemeinsamen Teschiae i,identen erklärte der ra« errat, die Radikale Par« ssorderung TardieuS zur sondern werde gegen agesordnung Ihm« begründete Franklrn« «V*6*' i Einigung entsprech«. ÄV*K Ä*T$ä Ile Sozialisten auf be« l^tttr^Stteitenden konnten vre Präsident hat di Tribunen raumm der Sihung W gc, elegt. die die «WttoÄun» fit Si«gl«wl Arbeit ^g-konferevr- di- W- M.Lin veE itäSSSy ä ’* SfcAtf’SSi SssS ZS-^ Aus den Ausschüssen des Hessischen Landtages. WGN. ® a r m ft a b t. 23. Sehr. 3m Finanz- au - fchuß de- Hessischen Landtage- wurde der nationalsozialistische Antrag, bet der ReichSregie- runfl wegen einer Nachprüfung und Sin- zrehung der Vermögen der Bank- und DSrsenfürften und deS aus unlautere Art zum Schaden be- deutschen Volke- eingetretenen Vermögenszuwachscs seit dem 1. August 1914 DOtfttUia zu werden, mit 5 Stimmen der Nationalsozialisten gegen die Äommuniften bei fünf Snchaltungen der Sozialdemokraten und dc» Zentrum- angenommen. — Der nationolso- zialistische Antrag, bte Geha 11Sahlungen an den Innenminister Leus chne r ein* ju ft eilen, wurde mit 6 Stimmen der Nationalsozialisten und Kommunisten gegen 3 sozial- demokrattlche Stimmen angenommen. 3m Gesetzoebungsausschuh würbe der nationalsozialistische Antrag, Versammlungen, sofern bie Veranstalter a u f p o I i x e i 11 d) e n Schutz verzichten, nicht mit der Begründung 3u verbieten, dass keine Polizeikräfte zu ihrer lieber« wachung zur Verfügung stunden, mit den Stimmen der Nationalsozialisten und Äommuniften gegen die übrigen Parteien angenommen. Der nationalsozialistische Antrag betr. Schutz der Landwirtschaft durch die Reichsregierung, insbesondere durch Aussetzung von Zwangsoollstreckun« fltn, wurde zum Teil dem Finanzausschuß über« wiesen, zum Teil mit den Stimmen ber Antragsteller bei Stimmenthaltung der übrigen Parteien ebenfalls anaenommen. Gleichzeitig fand ein nalio- nalsozialistischer 3ufananlrag Annahme, bei ber Reichsregierung vorstellig zu werden, daß baldigst wirksame Bestimmungen zum Schutze ber g e« werblichen Vermögenssubstanz gegen jede Zwangsvollstreckung erlassen werben. Annahme mit o gegen 5 Stimmen fand ber nationalsozialistische Antrag über bie Einführung von Straffreiheit bei Maßregelungen von Le« amAe,?.^e8en Ihrer Zugehörigkeit zu politischen Parteien. Don der Negierung wurde der Antrag al- praktisch gegenstandslos bezeichnet, da wegen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten politischen Par- oder Crganifation oder wegen einer den Pflichten deS Beamten nicht wibersprechenben Tätigkeit Disziplinarmatznahmen gegen hessische /^mie n i ch t erfolgt feien. Der national* sozialistische Antrag auf Straffreiheit für politische Vergehen, sowie auf Niederschlagung von schwebenden Verfahren fand mit ben Stimmen der Antragsteller und Kommunisten Annahme. Von der Negierung wurde erklärt, daß sie dem Antrag in keiner Form zustimmen könne. Wo Harten im Einzelfalle vorlägen, bestehe die Möglichkeit, sie durch Sinzelgna- denerlaffe zu mildern. 1l)ir wollen «ulen Zweckes wegen fei der Besuch der Veranstaltung jedermann bestens empfohlen. Alan beachte die heutig« Anzeige. Generalversammlung der oberhessischen Geflügelzüchter. Der Oberheffische Geflügelzüchter- Verband hielt am Sonntag im Hotel Hopleld zu Gießen seine Generalversammlung ab. die von Züchtern au- ganz Oderhessen sehr gut besucht war. Der Verbandsvorsiyende 3can Kolter. Vad-Nauheim. begrüßte die Mitglieder, besonders den Vertreter deS Lanbwirtschaftskammcr» auSschusfeS. Herrn Philipp, ließen, und den Vertreter deS Universität- - LierzuchtinstituteS Dr. Lang. 3m Nahmen deS Geschäftsberichts konnte der Vorsitzende mitteilen, daß bei der Nationalen Geflügelausstellung tn Esten die Mitglieder Fels ina. Gießen; W Heß. Echzell: Ost heim. Echzell: Rübs am en. Gießen und Ä ö p t> le r. Vilbel mit der DundeS-Ehrennadel ausgezeichnet werden konnten DesonbcrS wurde dann auf die Einhaltung der veterinär-polizeilichen CBcfummunflcn hingewiefen und die Einführung deS VundeSringeS zur Pflicht gemacht. 3m vcr- Sangenen Jahre wurden an die Vereine Butzbach, »rvßen-Linden und Sich für 25jährige Mitgliedschaft und an den Verein Vilbel für 30jäbrige4 Bestehen Diplome verliehen. Der Vorsitzende gab außerdem noch einen Meberblid über die AuS- dem Aufbau deS Konvention-entwurfeS nicht angenommen worden ist. Die Bildung der Kommissionen wird gemäß der natürlichen Gliederung der Materien erfolgen. Demgemäß werden zunächst die Äommifflonen für Landrüstung. Flot- tenrüflung, Luftfahrt- und HeereSauSgaben geschaffen werden. Der Genfer Korrespondent deS Reuter-BureauS sagt: Die gestern gefaßten Beschlüsse stellen einen taktischen Erfolg für die deutsche Delegation dar. weil dadurch alle während der allgemeinen Debatte unterbreiteten Vorschläge beinahe auf gleichem Fuße behandelt werden, wie der Konven- tionSentwurf. wahrend die Franzosen der Meinung sind, daß dieser Entwurf den Bereich der Erörterungen einschränken sollte. Der Memelkonfliki. Präsident Vöttcher legt fein Amt nieder. Königsberg, 23. Febr. (DIB.) Präsident Böttcher hat das nachstehende cdjrciben an den Gouverneur des Memelgebiets gerichtet: Die Verhandlungen de» Dölkerbundsrats haben ergeben, daß es noch Monate dauern kann, bi» eine Entscheidung darüber fallt, ob der Gouverneur da» Recht hat, den Präsidenten des Direktoriums abzuberufen oder nicht. Cs liegt i m Interesse des Memelgebiets, daß m ö g- lichst bald ein dem Statut entsprechendes Direktorium in Tätigkeit tritt. Um mit meiner Person keine Hindernisse für etwaige Verhandlungen der Mehrheitsparteien über ein neues Direktorium zu bilden, erkläre ich, daß ich mein Amt al» Präsident de» Direktorium» niederlege. Die Lage auf dem chinesischen Knegel- schauplah. Schanghai, 24. Febr. sWTB. Funkfpruch.) Der japanische Angriff hat um 10 Uhr vormittag- begonnen. Dombenflugzeuggefchwaber bewerfen die chinesischen Linien systematisch mit Bomben. Sodann stieß die 3n f a n t er le, unterstützt von Tanks und Panzerwagen, gegen die chinesischen Stellungen vor. Gegenwärtig find erbitterte Kämpfe im Gange. Nach einem späteren Funkfpruch gingen die Japaner an der Front von Kiangwan nicht zu einem allgemeinen Angriff über, aber die Artillerieschlacht und der Kampf in der Luft dauerten den ganzen Vormittag über in ungeschwächter Heftigkeit an. — An der Front von T f ch a p e i griffen die japanischen Sceftrcitfräfte die chinesischen Stellungen im nördlichen Abschnitt an, und ein deftiger Kampf entwickelte sich am Nachmittag vstafiatifcher Zeit. Aus der Provinzialhauptssadt. Gießen, den 24. Februar 1932. Ein gutes Wort. ES gibt Stunden im Leben, fo hart und bitter, daß alle Schätze der Welt nicht darüber hinweg» trösten können. Aber sehen wir dann in ein Auge, daS die Tiefe unserer Qual ahnt, und übertönen starke und milde Worte den Aufruhr in der Seele, — welch Wunder der Wandlung ist bann in manchem schon vorgegangen! Dir alle, arm und reich, sind im Besitze dieses köstlichen Gutes, das nur zu oft als totes Kapital in unterem 3nncm liegt. Wir geizen damit, wir sind zu kalt, zu bequem, es aus der Tiefe unsere- Herzens zu holen, und unsere Mitmenschen, die wir damit hätten trösten, aufrichten, möglicherweise retten können, aehen vielleicht hin und verzweifeln. SS gibt Schmerzen, Zustände und Der- yältnisfe. in die wir oft auch beim besten Willen nicht helfend eingreifen können: aber mitfühlen können wir stets, und auS diesem Mitgefühl entspringt dann ein gutes, gütiges Wort. — oft genügt schon die Frage: ,Was drückt dich, wie kann ich dir helfend, um das Leid eines gequälten Menschen zu lindern, dessen Blick uns vielleicht die innere und äußere Qual anbeutet. Allein diese Fraae wird nicht immer gesprochen. Man geht achselzuckend an einer gebrochenen Gestalt vorbei und wendet sich ab von verweinten Augen mit dem Seufzer: .Das Elend ist groß, wer kann überall helfen?“ Dann versinkt die Gestalt und die Erinnerung an sie in ber Lebenswoge, die sie einen Augenblick unS unb unserem Erbarmen nahe- gebracht bat, — versinkt vielleicht im Slenb. vielleicht in Verbitterung, vielleicht in gänzliche Verzweiflung an sich selbst unb an allen Mitmenschen, — unb wir tragen kalt ben Schah des Wortes in uns fort. Sin Almosen bavon hätte bem geknickten Menschenbo'ein vielleicht neuen Lebensmut eingehaucht, es hätte wieber glauben, hoffen können, unb wer weih, welch rettender Gedanke dem gehobenen Geiste auS unserem guten Worte entstiegen wäre! Also weg mit bem Gedanken: .3ch kann nicht- tun, ba- Slenb ber Welt ist zu groß.“ Alle können helfen, trösten, Ilnbcm, bestem. Dein Reichtum ist die Kraft deines Worte-. Da- kann mehr unb an- haltenberen Segen stiften, al- ein mit Wiber- willen unb kalter Hanb hingereichtes Almosen. Weder für arm noch reich fei e- zu schwer, mij dem Weinenden, dem Ratlosen, dem Verlassenen zu fühlen. Dir dürfen nur nicht mit geschlossenen Klugen am Leid vorübergehen, sondern müssen suchen, da- gute Wort im rechten Augenblick zu einem lichten Fernblick für bas schwere Schicksal eines ßeibtragenben zu gestalten... K. L. Durchgehender Krastomnibuöverkehr Wieseck-Bahnhof Gießen. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, wird in den nächsten Tagen auf der von ber Rcichspost betriebenen Äraftomnibu Slinie Gießen — Wi efeck — Alten - Buseck eine wichtige Aenberung beS Fahrplanes eintreten. Die Kraftomnibusse bie, nach einer Bestimmung auS früheren 3aprcn, während einer gewissen Sperrzeit beS Tage- von Wieseck her nur bi- zum Walltor fuhren, sollen künftig zum Teil in erweitertem Fahrplan bi» zum Bahnhof Gieren burd?geführt werden. Gegen ben Betrieb ber Strecke von Wieseck biS zum Bahnhof Gießen hatte bisher ein Einspruch der Stabt Gießen bestanden, der von den DetriebSinterefsen der Straßenbahn geleitet war. Nach längeren Verhandlungen zwi- fchcn ben beteiligten Behörben ist nun vor einigen Tagen bei einer erneuten Sitzung im Ministerium des 3nnem in Darm stabt bie Entscheidung dahin gefallen, baß bie Stabt Gießen ihren Einspruch gegen weitere KraftomnibuSlahrten zwischen bem Dalltor unb bem Bahnhof Dießen zurückzieht, bie Ncichsposl dagegen sich bereit erklärt, ben Kraft- omnibusverkebr zwischen Gießen unb Wieseck einzustellen, sobald die Stabt Gießen bie elektrische Straßenbahn nach Wieseck in Betrieb genommen hat. Wann dieser Zeitpunkt angesichts der ganzen Wirlschasts- unb Finanzverhältnisse gefommen fein wirb, läßt sich heute nicht voraussehcn. Militärkonzeri zugunsten der Winternothilfe. Unsere Garnison, bie sich bisher in btznkenS- werter Weife wiederholt für bie Arbeit zugunsten ber Gießener Winternothilfe zur Verfügung stellte, wird in ben nächsten Tagen durch die B a - taillonSkapelle unter ber Leitung von Obermusikmeister K r a u h e einen neuen Dienst für bat. Winterhilfswert leisten. Die Militärkapelle wirb am Donnerstag. 3. März, in ber Neuen Aula ber Universität ein Sin- fonielonxert veranstalten, dessen Ertrag ber Winternothiife zugute kommen soll. Obermusikmeister K r a u h e als Leiter des Konzerts hat ein erlesenes Programm zufammengestellt, des'en erste Nummer, wie man unS mitteilt, in Gießen noch nie zu Gehör gebracht wurde. AIS Solistin wirkt Frau Gretel H außer aus Ludwigsburg- Stuttgart mit. Den Konzertflügel hat das Piano- hauS Schönau Im Hinblick auf ben guten Zweck ber Veranstaltung in banken-werter Weife völlig kostenlos zur Verfügung gestellt. Die LintrittS- Preife find so niebrig bcme’fcn, baß auch unter ben gegenwärtigen schwierigen Wirtschaftsver- bältniffen jebermann ber Besuch dieser Konzert- Veranstaltung möglich sein wird. Eintrittskarten sind im Vorverkauf bei Ernst Eha11ier unb im Bureau beS Verkehr-Vereins zu haben. DeS hohen künstlerischen Wertes, aber auch bes dab Ihre Anzeigen für fie werben! Bitte geben Sie sie frühzeitig auf. damit für eine wirkungsvolle, gute Anordnung des Satzes gesorgt werden kann ftcllungcn be» vergangenen 3ahres. Mit Bedauern nahm bie Versammlung bavon Kenntnis, bah. trohbem ber Hübnerbestand in Deutschland etwa 84 Millionen Stück zählt, immer noch für 308 Millionen Mark Sier aus dem Ausland ein- geführt worden seien. Daraus ergebe sich die Forderung nach Verbesserung ber Tierleistungen durch Bevorzugung ber Rassezucht. Mit Anerkennung konnte festaestellt werden, baß in der oberhessischen Geflügelzucht beachtenswerte Fortschritte gemacht wurden. 3n der anschließenden Aussprache wurde die Verbilligung deS Futters gefordert. Direktor 3 ä g c r von der Eierverwertungszentrale gab einen llcbcrblid über die Preise während der letzten Eierverkäufe. Die Rechnungsablage ergab eine Einnahme von 828,03 Mk-, die Ausgaben betrugen 644,41 Mk., fo daß da» Vermögen einfchliehuch deS Södler- fondS insgesamt 683 Mk. beträgt. 3m weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, die Provinzialverbands-GeflügelauSstellung für 1932 in Vilbel abzuhalten. Dem Verein Lollar wurde genehmigt, bie Bezirksausstellung acht Tage vor- her abzuhalten. Die neueingetretenen Vereine Klein-Linden, Watzenborn unb Leihgestern wurden den Dezirksgruppen zugeteilt. Nach mehr- ftünbiger Beratung würbe bie Versammlung geschlossen. Vornotizen. — TageSkalenber für Mittwoch: Stabttbeater Gießen, „Der Hauptmann von Köpenick , ist bis 22 Uhr. - Ehristengemeinschast, 20.15 Llhr, ünioerfität, Hörsaal 41, Vortrag über -Die Schicksals läge ber Gegenwart". — Oberhessi- ichcr Kunstverein, Turmhaus am Dranbplatz, 15 bi» 17 älhr, FrühjahrS-Kunst-AuSstellung. — Hubertus, 20.15 älhr, „Hinbenburg". Vortrag über .Deutsche unb Oesterreichifche Naturschutzparke". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Der Herr Bürovorsteher". — Aus bem Stabttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, Mittwoch, 24. Fe- bruar, Erstaufführung bes deutschen Märchen« von Karl Zuckmayer: „Der Hauptmann von Kö- Penick". Die Spielleitung liegt in den Händen deS 3ntenbanten Dr. Rolf Prasch. Die Gießener Inszenierung ist dadurch bemerkenswert, daß sie nicht von der Einrichtung für kleinere Bühnen Gebrauch macht, sondern daS ganze umfängliche Werk in der Fassung einer großen Bühne zur Aufführung bringt. Es wirb im Gegenteil noch ein Bild gezeigt, bas bisher immer gestrichen war. Mitwirkende: Peter Fas sott in der Titel- rolle unb ferner das Gesamtensemble des Stadttheater« unter Hinzuziehung vieler Statisten Beginn 19 Uhr. Ende nach 22 Uhr. Gewöhnliche Preise. Die Vorstellung findet als 20. Vorstellung im Mittwochabonnement statt. — Sine öffentliche Gastwirte-Ver- f a m m l u n g wirb von ber Freien 3nnung der Gastwirte von Gießen und Umg'igenb im heutigen Anzeigenteil auf morgen, Donnerstagnachmittag, in daS Gasthaus Hindenburg einberufen. Die Versammlung soll sich mit der endgültigen Be- schlußfalsung über die Bierpreisfrage und die Durchführung ber polizeilichen Anordnung beschäftigen. Auch Dichtmitalieder haben Zutritt- . - Die Oberheffische Gesellschaft für Natur» unb Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung) veranstaltet am Freitag. 26. Februar, 20.15 Uhr, im Hörsaal bes Physio- logischen 3nstituts einen Vortrag mit Vorführung von Filmen. Privat-Do^nt Dr. Anke! spricht über ..Der Film in ber Biologie". Näheres ist auS ber heutigen Anzeige ersichtlich. "* Die Maul- unb Klauenseuche in Oberhessen. Wie Im neuesten Amtsverkün- d'.gungsdlark bekanntgegeben wird, ist bie Maul- unb Klauenseuche tn Nieber-Mörlen (Är. Frteb- berg', in Unter-Seibertenrod (KreiS Schotten) unb in Heuchelheim (Äret« Bübingen) auSgebrvchen. 3n 3l«borf (Kreis Alsfeld) und tn Krofdorf (Kreis Wetzlar) ist bte Seuche erloschen. S t n Gastspiel Vellachinis fand aeftcrn abend tm nahezu auSverkauften Saale bei EaiS Letb statt. Der bekannte Srperimental- künstler verstanb es. seinen außerordentlich zahlreichen Gästen einige sehr unterhaltsame 6hm» ben zu bereiten. Zunächst zeigte er eine Reihe von öipenmenttn. bei benen bte Macht ber Suggt- ftion und der telepathischen Kraft an den verschiedensten Objekten auS dem Publikum ab- wechselungsvoll unb erfolgreich zur Geltung kam. Die vcrblufsenbsten StücL* in geschickter Steigerung beS Geschehen- fesselten daS Znteresse der Besucher in hohem Matze unb lösten zugleich burch bie unterhaltsame Art ber Darbietung große Heiterkeit auS. Was biefen Teil des Programm- noch besonder- interessant machte, roar Die originelle Note, die ber Künstler bei feinen Srperirnenten zum Ausdruck brachte unb bie einige andere Sachen, die recht amüsant, aber nicht gerade neu waren, in ben £)inicrgrunb drängte. Der zweite Teil deS Aberrd« war einer Reihe von .Zauberkunststücken" «widmet, bie natürlich nach dem alten Motto »Geschwindigkeit ist keine Hererei" vor sich gingen. Auch hierbei brachte ber Künstler reiche AnreM>ng für bie LachmuSkeln, bie benn auch kräftig in Bewegung gerieten. Alle- in allem ist zu sagen, bah dai geftrige Bellachini-Gastsplel für Kn Künstler und für baS Publikum eine durchaus tooblge- lungenc Angelegenheit war, mit der beide Teile in vollem Umfange zufrieden fein können. Kirche und (Schule. rorfkirchcnoorstchcr-ragung in Wcttcrfeld. • Wetterfeld, 23. Febr. Sin großer Tag wird für unser Dorf der 29. Februar fein, an bem hier eine Dorfkirchenvorstehertagung für Oberhessen ftattfinbet. Hauptredner werben Superintenbent I). Wagner- Giehen und Pfarrer R ü h I - Rvichelsheim sein. Die auswärtigen Besucher sind Gäste der Ortseinwohner. Snefkasien der Rtöoffion fi. Zch-, Biüingen. Wir konnten leider nicht in Erfahrung bringen, welche Möglichkeiten für deutsche Staatsangehörige zur Einwanderung noch den siiiheren deutschen Kolonien in Afrika zur Zeit bestehen. Erkundigen Sie sich doch einmal' beim Auswärtigen Amt in Berlin. Vielleicht kann Ihnen auch eine Schiffahrtsgesellschaft ber Afrika-Linie Auskunft geben. Oie Wetterlage LL s o * >3 — T » — Ovofientin &r>tntr omreDtdtrtt ®woifcio.eMdtclt «ffegeH «Schnee o4reupttn M Nebel K Orwirer^Q) windstille xfe ftkhtr' Osi y «issiger lOdsodwest K sfOrrn»chti -ordwcsl 6it Piene fiiejen nm dem Winde Pit bei den Stationen »tuenden Zdt>* Itn cebtn d e Ttmperetui «n. Pie imitn vero ndtn Orte tnit gleich« Mtterimveiv umgvtrhetlt» Uiltdrucfc rücttcrvorausjage. Durch bas südliche Vordringen warmer Ozeanluft von Island her hat sich eine flache Störung entwickelt, die ihren Weg von Dänemark nach Westdeutschland und Holland genommen hat. Durch ihre Einwirkung ist es auch in unserem Bezirk bereits zu Niederschlagen gekommen. Durch den tiefen Druck werden einerseits noch mehr ozeanische Luftmassen nach dem Festlande hinaesaugt, was zu etwas un- beständigem Wetter mit Niederschlagen führen wird. Anderseits stößt von Skandinavien und Finnland her wieder sehr kalte Luft nach Deutschland vor, so daß mit nächtlichem Temperaturrückgang bis unter Null zu rechnen ist. Aussichten für Donner-tag: Wechselnd bewölktes Detter, Temperaturen schwan- kerrd, Im ganzen aber etwas fälter, nacht- leichter <5rrcft, vereinzelte Niederschläge, auf den Bergen al- Schnee. Jetzt zu ermässigtem Preise. SeZw. vw MAGGI5 Würze vetfanyM Sie von Mvtewi Uüutter auch-l Auch auf andere MAGGI-Erzeugnisse,wie MAGGI3 Suppen und 'M AGG!5 Heisch brüh würfel, gibt es Gutschei Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L. Bernard Gießener Konzertverein 1497 D wurde eingetragen: Studentenhaus gegen Ausweis. 1817 D Der Syndikus: Dr. Hans Göbel. Der Vorsitzende: Louis Hirsch. 1474 D werden. 1370D kasse. — Anfang 8/4 Uhr abends 1465D Gießen, Hamburg (Lattenkamp 8), 24. Februar 1932. 01139 Mietgesuche 1 an | Stellenangebote| zurück. 1498V 1490V Caie-Resläurani „Büröerhol ich im zwangs- 1493V Diwane, nachmittags 2 Uhr, versteigere „Löwen", Neuenweg 28, dahier, weise gegen Barzahlung. 2 Schreibtische, 7 Sofas, 2 Lieferungsvergebung. Die Lieferung des Bedarfs an Butter, Eier und Mild) für das Rj. 1932, sowie des Bedarfs an sonstigen Verzehrungsgegenständen (außer Backwaren und Fleischund Wurst waren) und an Reinigungsmaterial (Seife usw.) für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1932 soll für die Universitäts-Kliniken in Gießen vergeben 0,53 fm 4,45 „ 0,87 „ 0,82 „ WgiOltiDiet billig zu vermieten oder zu verkauf. „1H8 Alrcenstr. 36III. 4 Chaiselongues, 1 Registrierkasse, 5 Büfetts, 2 Kredenzen, 1 Vertiko, 1 Vitrine, 2 Tische, 1 elektr. Ständerlampe, 2 Schreibmaschinen (Orga-Privat), 1 elektr. Haarschneidemaschine, 1 Radioanlage, 1 Wirtschaftsbüfett, 2 Glasschränkchen, 1 Gläserschrank, 1 Badeofen mit Wanne, 6 Stühle, 3 Nähmaschinen, 1 Singer-Seulen-Nähmaschine, 1 Kommode, 1 Grammophon, 2 Kleiderschränke, 15 Rollen Dachpappe, 20 verzinkte Dachfenster, 1 Standuhr, 1 silberne Herrentaschenuhr, 2 silberne Ringe, 2- goldene Ringe, 1 dünnes Armbandkettchen, 1 Spiegel, 1 Korbmöbelgarnitur, 1 Wanduhr, 1 Bücherschrank. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obigem Versteigerungslokal): Oberh. Gesellschafl für Nalnr- o. Keilkonile Naturwissenschaftliche Abteilung Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, Beerdigung am Freitag, dem 26. Februar, 14% Uhr, Neuer Friedhof. Rutz- und Brennholzversteigerung Freitag, den 26. d. IN-, kommt in den Waldungen der Gemeinde Annerod folgendes Nutz- und Brennholz zur Ver- 5-Zinnn.-Wn. mit Dlädcbenzlmm. und sonstigem Zubehör ittr kleine Familie gesucht. Hess. Hochbanamt Gießen. 0,„d Friedberg, den 23. Februar 1932. Industrie- und Handelskammer Friedberg für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten. Jeden Donnerstag und Sonntag Vier-Uhr-Tee mit Tanz Wohnung 2 Zimmer mit ger. Wohnküch.,ca.55cim Wohnfläche, in der Plockitr. (4. Stock) sof. evtl. z. 1. Avril zu vermieten. Schr. Angeb. unt. 01134 and.Gieß.Anzeiger. Fagd-Verpachtung. Freilag, den 26. Februar 1932, mittags 1% Uhr, soll die Gemeindejagd Saasen auf weitere sechs Jahre verpachtet werden Die Verpachtung kann auch abteilungsweise erfolgen. 1468V Schmitt, Bürgermeister. Am 9. Februar 1932 bei der Firma Otto Scheel in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 11. Februar 1932 bei der Firma Ernst .Heinz, Kommanditgesellschaft in Gießen: Der Sitz der Firma ist nach Marburg verlegt. Ernst Heinz ist als persönlich haftender Gesellschafter ausgeschieden. Ernst Heinz Ehefrau, Annj geborene Hölscher, ist nunmehr persönlich haftende Gesellschafterin. Es ist eine Kommanditistin vorhanden. Am 12. Februar 1932 bei der Firma Jäger & Co. in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 15. Februar 1932 bei der Firma August Ackermann in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 19. Februar 1932 bei der Fivma Fritz A. Nennstiel in Gießen: Die Prokura des Karl Kolb in Wieseck ist erloschen. Gießen, den 23. Februar 1932. Hessisches Amtsgericht. Bestimmt: 1 Feldstecher (Zeiß). Moll Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstraße 33, Fernruf 3239. Täglich ab 16.30 Uhr 01143 Künstlerkonzert Mehrere tüchtige Reise- Verkäufer fürverrenbekleid.u. andere Textilwaren Am 22. Februar entschlief nach längerem Leiden der Ehrenvorsitzende unserer Kammer Herr Kommerzienrat Heinrich Ludwig Langsdorf Der Verstorbene hat der Kammer seit ihrem Bestehen angehört und war einer ihrer Mitbegründer. Zunächst stellvertretender Vorsitzender, hat er die Kammer vom 17. Oktober 1912 bis 31. Dezember 1931 als Vorsitzender geleitet. Mit ihm ist ein Mann aus dem Leben geschieden, dem Industrie und Handel des Kammerbezirks zu tiefstem Danke verpflichtet sind. Mit vorbildlichem Pflichtgefühl und unermüdlicher Arbeitsfreudigkeit hat er die Interessen der Kammer stets gewahrt. Wir betrauern in ihm unseren langjährigen Führer, dem wir immer ein ehrendes Andenken bewahren. Magenleidend? Bet Magenleiden jeder Art. wie Magenkramvf, Magcnschmerzen u. deren folgen, so Unverdauttchkett, Appetitlosigkeit, nervösem Magen, Erbrechen, EmkräsL Gemütsleiden wirkt der über 60 Jahre bewährte Hubert Ullrich’sche Kräuterwein infolge der eigenartigen, glücklichen Zusammensetzung aus die Magensäste und den Gesamtstofswechsel. Zu haben in Flaschen zu RM. 2.50 und RM. 3.60, 1 Liter zu RM. 6.75 Hauvt-Niederl.-. Engel-Apotheke, Marktplatz. 693 v Für die Beweise treuen Gedenkens bei dem Heimgänge unserer lieben Schwägerin, Tante und Kusine Fräulein Anna Koch sprechen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank aus. Insbesondere danken wir dem Herrn Pfarrer für die erhebenden Gedenkworte an der Bahre der Verewigten sowie der Leitung und den Schwestern des Rentnerheimes für die aufopfernde Pflege. Im Namen der Verwandten: 1496 u Prof. Dr. Laubenheimer, Frankfurt a. M Am 22. Februar entschlief meine geliebte Tante und Adoptivmutter Ida Thaer gegen Provision sofort gesucht Schr. Angeb. unt. 1473V o.Gieß.Anzeiger. Acker int Heuchelh. Feld zu pachten gesucht. Schr. Ana. u. 01149 an den Gien. Anz. 3 elektr. Kühlschränke. 1 Eisschrank, 2 Schweine, 1 Horch-Personenwagen, Brennabor-Limousine, 6/25 PS. Am Donnerstag, 25. Februar, abends 8.30 Uhr spricht im Verbandsheim Lonnstraße 18, Kreisgeschäfts fübrer Sch litt- Siegen über: „Mobil- machuny der Arbeit- nehmerickaft für den Wirtschaftlichen Freiheitskampf." u«d Gäste willkommen. im 73. Lebensjahr. Im Namen der Hinterbliebenen in tiefer Trauer: Dr. Eva Thaer. Geflüg. und Vogel- ziichl- verein GieBenu. Ding.l897e.V. Samstag, 27. d.M. abends 8 Uhr im Hotel Hovfeld 3afites- QauDiDetfammlung Tagesordnung: 1. Jahresbericht,«,v 2. Rechnungsablage 3. Borstandswahl 4. Verschiedenes. Ter Vorstand. Chem. Unternehmen sucht z.Wahrg. sein. Interessent.dort zu-, verl. Mitarbeiter geg. Gehalt. Dauerstellung. Bew. unt. A. H. 1195 bef. Rad. Blosse,Blagdebg.157. Jüngerer, gelernter Anwalts gebttfe (Schreibmasch. und Stenograph, vers.) zum 1. 3. ges. Schr. Ang. m.Gehaltsan- svruch unter 01133 and.Gieß.Anzeiger. Alleinsteh. Dame sucht junge, bessere Beau d,koch. kann u.leichte vausarb. übern, für 2-3Vorm.i.d.Woch. Schr. Ang. u. 01127 andenGieß.Anzeig. Die Lieferungsbedingungen und die Bedarfslisten können an Werktagen bei der Verwaltung der Universitäts-Kliniken, Klinikstraße 32, 1. Stock, Zimmer 5/7 für Verzehrungsgegenstände und Zimmer 10 für Reinigungsartikel von 15 bis 17 Uhr (außer Samstags) gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote und Muster sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an die obige Verwaltung bis Mittwoch, den 9. März 1932, 10 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist bis zum 26. März 1932. Donnerstag, den 25. Februar 1932, Donnerstag, den 25. Februar 1932,19.30 Uhr in der Stadtkirche. — AchtesKonzert J. 8. Bach Matthäus - Passion Leitung: I>r. Stefan Temesvary. Ausführende: Der akad. Gesangverein, verstärkt durch Mitglieder des Bauerschen Gesangvereins; der Gießener Orchesterverein: der Knabenchor der höheren Lehranstalten, Leiter: OberreaUehrer Hch. Blaß. Solisten: Mary. v. Winterfeldt. Ruth Arndt. Max Heili. Erich Meyer-Stephan.— Orgel: J o h. Nebeling. - Am Klavier: Mimi Bock. — Solovioline: Wilh. Schüttler Eintrittskarten: UM. 2.—. 3 — und 4 — bei Ernst C h a 11 i e r und abends an der Kasse. Studentenkarten "EM. 1.— nur im Vorverkauf bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen leere* Zimmer mit elektr. Licht zu verm. Kirchstr. 13p. Marktstr. 1II., frdl. möbl.Smmer a. Dauermlet. (in) z. verm. Frankfurter Str. 1, Erdgeschoß 1W0d 5 Räume für Büro od. Praxis zu vermieten. Näh. A. Becker, Keplerstr. 9, Telephon 3804. Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Bröhl, SchulstraBe 7 Die beleid. Aeuße- rungen gegen das Ueberlandmerkneh- meid) mit dem Ausdruck des Bedauerns Soziale «flicht der Ausgeber v. Stellenangeboten Ist e4, die ein» gegangcn.Äewerbungs- unterlagen «Zeugnisse, Zeugnisabschrift., Licht» vildcru.dgl.) schnellstens B. Die Stellung» 1 sind dankbar ienn man ihre Bemühungen zur Erlangung ein. geeigneten Tätigkeit aus diese Weise unterstützt und sind auf diese selbstverständliche pflicht auch angewiesen. Gketzenev Anzeiger Derbstangen Fichten 1. Klasse 3 Stück, Nutzscheiter Eichen (Gartenpfosten) 3,9 rm, Nutzscheiter Kiefern (3 m lang) 7,9 rm. Brennholz: Scheiter Buchen, Eichen u. Eschen 17,9 rm, „ Lärchen 1,4 rm, „ Kiefern 166,2 rm, Knüppel Buchen 34,7 rm, „ Eichen und Eschen 20 rm, „ Kiefern 68,3 rm, „ Fichten 16 rm, 'Reisig Buchen, Eichen und Eschen 2. und 3. Klasse 1300 Wellen, Reisig Kiefern und Fichten 1130 Wellen. Reisig Fichten 1. Klasse 6rm, Stöcke Eschen 4,4 rm. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am alten Hochbehälter, Grünberger Straße. Annerod, den 23. Februar 1932. Hess. Bürgermeisterei. Horn. Der Beckstein-Konzertflügel ist von jjer Fa. Schönau-Gielen in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt Freie Innung der Gastwirte von GieOen und Umgegend Donnerstag, den 25. Februar, nachmittags B1/? Uhr, im Hotel-Restaurant Hindenburg, Seltersweg: OeHidie We-VeMmM fiir Stadt und Land 1483D ' Tagesordnung: Endgültige Besäiluüfassung über die Bierpreisfrage und Durcbfübning der polizeil. Anordnung Referent: 2. Verbandsvorsitzender Düring;, Darmstadt Vollzähliges Erscheinen, auch der Nichtmitglieder, dringend erforderlich Der Vorstand. Donnerstag, den 3. März 1932, in der Aula der Universität Sinfonie-Konzert zum Besten der Winternothilfe Ausgeführt von dem Musikkorps des I. (Hess.) Gren.-Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 15 Solistin: Gretel BÄUSSER (Klavier), Ludwigsbard-Stuttgart Leitung: Obermusikmeister Ernst Krauhe PROGRAMM: 1. Ouvertüre G-Moll, Bruckner — 2. Sinfonie Nr. 2 D-Dur. Beethoven — 3. Klavierkonzert Es-Dur, Beethoven — 4. Ungarische Rapsodie Nr. 6 (Pestber Carn^val) Eintrittskarten im Vorverkauf in der Musikalien-Handlung von Emst Challier, Neuenweg. und im Büro des Verkehrsvereins zum Preise von Mk. 1.50.1.00. 0.50, und an der Abend- teigerung: Nutzholz: Stämme, Eschen 1. Kl. „ „ 2. „ „ „ 3. „ „ Lärchen 4a= „ WirsuchenzuOstern für uns. Büro einen Lehrling (fortbildungsschul- frei) mit gut. Schulbildung und guter Handschrift. 1471D Nur schriftl.Ang. an Tonwerke Abendstern 0. m. b. H„ Gießen-Abendstern. ÜlllllllllllllllllllllllllllllHIB Aeltere, geschulte Pflegerin oder erfahr. Frau für sofort gesucht f. 75jährige leidende Dame. Angeb. an Di*. K. Wetzell, Laubach, Oberhesaen Kaiserstr. 6. u.md millllllllllllllllllllllllllllllD Suche nettes junges Mädel f. kl. Haush. für halbe Tage als Haustochter Ders. ist Gelegenb. geb.,Koch. u.Hausb. zu erl. Zu erfr. i. d. Geschäftsst.d.G.A. Tüchtiges, ehrliches USdAl sofort gesucht, für tagsüber. 01126 Marburger Str. 54 p. 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Anz. ——— Um Nr. 46 Zweites Blatt iat Anfang 1931 einen celbftbauroett- r ein Polksslugzeug ausgeschrieben, an des Mayerjchen Flugzeugs Gewicht Meter Quadratmeter Kilogramm Kilogramm Spannweite Fläche Rüstgewicht Fluggewicht T. 1). Berlin 9 10 185 285 verband bi bewerb füi . w._.„ _ dem Diplomingenieur Mayer in Stettin — bekannt Das Dolksflugzeug. Äon Karl Ammon. Nachdruck verboten. Die Heute, die heute beabsichtigen, sich einen । Klemkraftwagen zu kaufen, sind, wenn sie etwa damit Ueberlandfahrten auefübrcn wollen, eigentlich schon rückständig, cie sollten viel lieber danach streben, sich für diese Zwecke ein Flugzeug zuzulegen, denn ersten» kommen sie damit schneller vom Fleck, zweiten» rennen sie nicht jo leicht an einen Baum ober an ein andere» Hindernis, weil in der Lust viel mehr Platz ist al» auf einer Strohe, drittens nutzen sich die Lustreifen nicht ab und viertens ist da» Fliegen in frischer Lust auch schöner al» das Fahren auf einer staubigen strotze. Die Leute werden einwenden, ein Flugzeug sei zu teuer, und damit haben sie bisher auch recht gehabt. Das ioll aber nun anders werden. Der Deutsche Luftfahrt- ÄWeiw Döring, Darmntadt Nichtmitglieder, dringend Der Vontand. Mayer 10 12,5 285 385 Vermeidung von Krafiwagen- unfällen auf Bahnübergängen Äon Max Fischer. Nachdruck verboten. Di« Deutsche Reichsbahn hat rund 77 000 Bahnübergänge. von denen etwas mehr als die Hälfte nicht mit Schranken versehen sind. Da es nun immer wieder vorkommt, datz Kraftwagen an Bahnübergängen von Zügen überfahren werden, erhebt sich immer wieder die Forderung nach Er- fatz der schiencngleichen Mcbcrgängc durch kleber- öder Unterführungen, die ja zweifellos das sicherste Mittet zur Vermeidung solcher Hnglüd»- fälle wären, mindestens aber nach Sicherung aller Bahnübergänge durch Schranken. Beides ist leider unmöglich. Die lieber- oder Unterführung aller Straften würde 7 Milliarden Mark kosten. Die Errichtung von Schranken wäre zwar erheblich billiger, erforderte aber etwa 120 Millionen Mark jährlich an Bedienungs- und llnterhaltungSkosten. Diese Summen stehen weder der Reichsbahn noch den Wegeuntcrhal- tungspslichtigcn zur Dersügung. 3m übrigen nützen die Schranken auch nicht so viel, wie man allgemein glaubt, denn im Jahre 1930 wurden in 1023 Fällen Schranken von Kraftwagen durchbrochen. was in 31 Fällen dazu geführt hat. daft die Kraftwagen vom Zuge crfaftt wurden. Man hat deshalb in Italien. Holland und Oesterreich selbst an mehrgleisigen Schncllzugsstrcckcn vorhandene Schranken entfernt, da ein Kraftwagen an einem schrankenlosen Wegübergang eher noch unbeschädigt durchschlüpfen kann, als wenn er durch die eingedrückte Schranke mitten auf dem Gleis fest gehalten wird. 2n den Bereinigten Staaten von Amerika hat man übrigens so gut wie keine Schranken, denn von den 250 000 llebergängen ist nur etwa jeder vierzigste mit Schranken ver» Die Reichsbahn hat daher sehr wohl daran getan, nicht unerreichbaren Zielen nachzujagen, sondern zunächst das Erreichbare zu tun: Sie hat die Schranken durchweg mit einem rot-toetften Anstrich versehen lassen, während die früher im allgemeinen in den Landesfarben gestrichen waren, da es sich gezeigt hat. daft die Schranken mit diesem Anstrich am besten erkennbar find. Diese Schranken beleuchtet man aufterdem nachts mit Tiefstrahlern, also mit Lampen, die man nicht siebt, damit sie nicht blenden, die aber ihr Lickt voll auf die Schranke werfen. Aufterdem hat die Reichsbahn, obwohl sie dazu nicht verpflichtet war. 6—8 Millionen Mark aus- gewendet, damit an allen Bahnübergängen die bekannten rot-weißen Warnkreuze ausgestellt wer- lM,BW »nnersUS und S—■ Da» höhere _. , . , _ „ hat seinen Grund darin, datz Mayer den eelbftbau für eine größere Anzahl von Teilen gewählt bat; sHpin rhessen )32, abends 8.30 Uhr. Bsiums, Ludwigstr.il -VORTRAG HERCH-Wien; MM des Alpenvereins. te Gäste frei 1UH> istierkonzert MU ieft Ullrichsche Krätite^Sdi* Kichert v ploB- MMW raar. nachmittags 3*1.. rin; idenburg, Selters weg; 1U)D unter dem Namen Mayer-Aachen — und die akademische Fliegergruppe an der Technischen Hoch- schule in Berlin teilgenommen haben. Die beiden Flugzeuge, die auf diese Weise entstanden sind, sind kürzlich auf dem Flugplatz in Ber- kin-Iempelhoj vorgefuhrt worden. Obwohl die beiden Wettbewerber vollkommen unabhängig voneinander gearbeitet haben, sind sie fast genau zum gleichen Muster gekommen, und die beiden Flugzeuge sehen sich ähnlich wie das (5i des Kolumbus einem gewöhnlichen Hühnerei. Beide Erbauer haben den ab« gestrebten Hochdecker gewählt, das heitzt, sie haben einen durchgehenden Flügel gebaut der über den Flugzeugrumpf hinweggeht und durch V-förmige Streben gegen ihn abgestützt ist. Beide haben auch Fahrgestelle ohne durchgehende Achse, weil diese Achse infolge ihrer tiefen Lage beim Landen in schwierigem Gelände leicht hängen bliebe und dadurch Anlatz zu Äopfftänben oder lleberschlägen flöhe Die Rümpfe beider Flugzeuge haben einen sechseckigen Querschnitt und sind bei beiden Flugzeugen mit Sperrholz beplankt Die Flügel können bei Mayer abgenommen und seitlich am Rumpf angehängt werden. Beim Berliner Flugzeug können sie nach Lösen der vorderen Anschlüße zurückgeklappt werden. Hach der Landung diese» Flugzeugs bei den Borführungsflügen wurde dieses Zurückklappen gezeigt. Das ist eine Augenblickssache. Dann drückt der Flieger die Luftschraube etwas herunter, hebt so den Flugzeugschwanz an und schiebt oder zieht das Flugzeug spielend in den Stall, wo es weniger Platz erfordert al» ein Kraftwagen. AI» Motor wird vorläufig der 20 Pferdestärken leistende Mercedes-Motor verwendet. Der Deutsche Luftfahrtoerband bemiiht sich aber schon seit längerer Zeit um die Schaffung vollwertiger und doch billiger luftgekühlter Flugmotoren. Für do» ein- sttzige Flugzeug kommt eine Leistung von 17 bis 22 Pferdestärken, jur den Zweisitzer eine solche von 30 bis 40 Pferdestärken in Betracht. Man denkt auch daran, den stärkeren Motor zur Erzielung eines höheren Leiftungsüberschusse», also zur Erhöhung der Betriebssicherheit, in den Einsitzer einzubauen. Die Abmessungen der beiden Flugzeuge sind: ?assion Te,«eMai.J ** SfS-Äl.UTcbM.,. «JftW p^l’ler tterundVn^ ien rersität MM «Winternothüfe utencKegimenbNr.35 fcrnst Kraute n Beethoven- , ur, Beethoven -41m (Pestbcr Carnevali' der Musikalien.Handlung Verkehrs 00- °'5O. und an der Abend- . _ HMD *ndgrFa.Sdiönau4jiekn ■fügung gestellt ienschaftlidte Abteilung Sitzung 28. Febmar 1831, ».1[Jr riedriebstraße 24 iifYorfata?K'2j? rlvat-Doienl Dr. AjW- im in der Bloloffl sitzung (Kassenbencht, den}- . Giehener Anzeiger sSeneral-Anzeiger für Gdethessen) Aus Natur und Technik. so bestehen bei ihm ;. B. auch die Streben ou» Holz, wahrend sie bei dem Berliner Flugzeug au» Stahl- rohr hergestellt sind. Die beiden niedlichen kleinen einsitzigen Flugzeuge fliegen zu sehen, ist wirklich ein Vergnügen, und man bekommt unwillkürlich Lust, trotz feiner 6<> Fahre das Fliegen noch zu lernen. Das sieht alles Io leicht und einfach aus, datz man es wohl noch schaffen würde. Hoffentlich machen sich recht viele I junge Leute an den Bau solcher Flugzeuge. Man I denkt dabei unwillkürlich an eine Gemeinschaft^ arbeit von Studenten und jungen Technikern mit I arbeitslosen Holzarbeitern. Solche Ehen sind zum gleichen Zweck schon mehrfach geschloffen worden und haben sich immer als besonder» glücklich erroicien, denn sie bringen schon den jungen Menschen das Gefühl für die Verbundenheit und die Notwendigkeit der Ergänzung verschiedener Volksfchcch^n zum Bewutztfein. Die Kosten eines solchen Flugzeugs betragen ohne den Motor etwa 1000 Mark Man sollte meinen, dost sich dieser Betrag und der für den Motor bei festem Willen auch heutzutage trotz der Not der Zeit in vielen Fallen aufbringen lassen mützten. OasGonnenlichi treibt einenMotor Äon Ingenieur Walter Iaekel. Nachdruck verboten. Letzten Endes stammt jede Kraftäufterung auf Erden aus dem Weltall. Tinen Teil der uns Auftrömcnben Energie liefert uns die Sonne, ic- boch können wir uns daS Sonnenlicht erst nach mancherlei Umwandlungen dienstbar machen. Die Sonnenstrahlen liehen vor Jahrtausenden Urwaldriesen heranwachfen, und die auS dielen entstandene Kohle verbrennen wir jetzt unter dem Kessel, der uns den Dampf zum Antrieb von Dampsmaschinen und Stromerzeugern liefert. Die Sonne ist auch die nie versagende Pumpe, die den ewigen Kreislauf des Wolfers bewirkt und damit unsere Walserkraftwerke speist. Aber ein Wunsch der Elektrotechniker und Physiker konnte bis jetzt noch nicht verwirklicht werden, nämlich Sonnen- Bild 1. Sin kleiner Motor (rechts) wird durch den Stroms getrieben, den eine lichtelektrifche Zelle (links) bei Bestrahlung durch die Sonne liefert. licht unmittelbar in Elektrizität und Bewegungsenergie .umzuwandcln. Gelänge dies, so könnte man wohl einen vollkommenen Umschwung in der Energiewirtschaft der Welt erwarten. Die Mittel zur Fortleitung elektrischer Energie über gröftte Entfernungen hoben wir ja bereits. Könnte man die in manchen Erdteilen reichlich vorhandene Sonnenenergie ersoffen, fo könnten alle Länder daraus Nutzen ziehen. Es hieße die Pflichten eine- technisch-physikalischen Berichterstatters verletzen, wollte man die Versuche. von denen im Folgenden erzählt wird, gleich als Lösung der Ausgabe der Lichtumwand- lung hinstellen, ein kleiner Anfang lind sie jedoch unbedingte Und was Forschergeist und For- scherfleift häufig aus kleinsten Ansängen heraus entwickelt hoben, hat man in den letzten daftren tausendfach erlebt. Die entsprechenden Versuche gehen bis in das Jahr 1928 zurück. Siemens & Holske meldeten damals ein Patent an, das ein Verfahren zur Umwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität angab. Man hatte nämlich folgendes beobachtet: Sent man eine Kupferplatte, deren eine Seite man mit einem Wärmeverfahren in Kupferorydul verwandelt batte, mit der Kup- ferorydulseite dem Sonnenlicht auS, fo gibt ein Galvanometer, das mit je einem Pol an die Kup- ferfeite und an die Kupferoxydulfeitc der Platte Bild 2. Die Sonne zeichnet ihre Helligkeit auf einem Pa- pierstreifen im Sonnenschreiber (rechts) fortlaufend selbst auf. angeschlossen wird, einen Ausschlag, der das Vor- bondensein eines Stromes beweist Als wahrscheinlicher Ursprung der Elektrizität wurde die Grenzschicht zwischen dem Kupfer und dem Kup- seroxydul ermittelt. Aul dieser Grundlage wurde in verschiedenen Richtungen weitergearbeitet Durch einige Abwandlungen des ursprünglichen Gedankens gelangen wesentliche Fortschritte bezüglich der Energieausbeute solcher lichtelektrischer Zellen. Die neueren Arbeiten im Forschungslaboratorium von Siemens 4 Halske haben zu einer Zelle geführt, bei der eine Platte von Kupseroxydul auf der einen Seite mit einem Metallblatt überzogen ist. Mit einer solchen etwa 70 mal 70 Millimeter großen Zelle konnte man einen kleinen Motor antreiben, der auS einem Haushaltzähler stammte (Bild 1). Ein Spannungsmesser üblicher Bauart, wie ihn etwa Funk- bastler benutzen, zeigte beim Anlegen an eine kleinere Zelle kräftige Ausschläge von etwa 10 Millivolt. Die Leistung einer solchen Zelle beben konnten. Der Grsolg dieser Maftnahmen ist nicht ausgeblieben: 3m Jahre 1930 sind nur noch 129 Kraftwagen von Eisenbahnzügen überfahren worden. Das ist eine Abnahme von über 1 . gegen das Vorjahr, obwohl die Zahl der Kraftwagen in derselben Zeit um fast 1 ., zugenommen hat. Aber auch diese Unfälle hätten in den meisten Fällen vermieden werden können, wenn sich die Kraftfahrer mehr als bisher bemühen wollten, ihre Geschwindigkeit bei Annäherung an einen Bahnübergang so weit zu ermäftigen, daft sie auch dann noch mit Sicherheit vor dem Mcbergang halten können, wenn ihnen plötzlich ein Zug in die Quere kommt. Da man nach der Zählung bei längeren Fahrten durchschnittlich nur alle 20 Kilometer eine Bahn zu kreuzen hat, ist der dadurch bedingte Zeitverlust so geringfügig, daft er nicht ins Gewicht fallen kann. Die Reichsbahn hat auch Versuche mit Signalen gemacht, die der Zug selbst auSlöst. Es handelt sich dabei um sogenannte Tageslichtsignale. das heiftt also um ein grünes oder ein rotes L'cht am Bahnübergang, das anzeigt, ob er frei ist, oder ob ein Zug naht. Diese Lichter werden vielfach als Blinklichter auSgeführt, so daft sie sehr stark aufsallen. Gewöhnlich wird das Licht von elektrischen Glühlampen geliefert, und zwar von solchen, die mit niedriger Spannung betrieben werden, da solche Glühlampen fast ewig halten. Wo Elektrizität fehlt, erzeugt man das Licht durch einen Azetylenbrenner, der. aus einer in dem Lampensuft untergebrachten Azetylen- flasche gespeist wird. Eine zweite Flasche springt selbsttätig ein. wenn die erste leer ist. Diese Lichtsignale. von denen ich kürzlich verschiedene Ausführungen bei Tage und bei Rächt besichtigt habe, wirken ganz vor;üglich. Wenn man sie sieht, hat man das Gefühl, daft fie eigentlich jedes llcbcr- 1 obren eines Kraftwagen- durch einen Zug hint- cmhalten müftten. denn es wäre doch geradezu ein verbrecherischer Leichtsinn, wenn ein Äraftf öftrer beim Blinken des roten Lichtes noch versuchen wollte, die Bahn zu überqueren. Man sollte daher, wenn man die ungeheuren Kosten für solche Signale aufwendet, dafür sorgen, daft jedem Kraftfahrer, der auch nur einmal das rote Licht unbeachtet läftt. nicht nur der Führerschein entzogen wird, sondern haft er auch einer Strafe verfällt, die unbedingt abschreckend wirkt: letzt er doch gewöhnlich nicht nur sein eigenes Leben aufs Spiel, sondern auch das anderer, die kein Mittel in der Hand hoben, einen solchen Leichtsinn zu verhindern. Aber auch jetzt schon sollte jedem Kraftfahrer bei jeder Gelegenheit immer wieder eingehämmert werden: „Fahre vorsichtig über Bahnübergänge und nähere dich ihnen langsam!" Diebstahl elektrischer Energie. Aechtsbetrachtungen eines Technikers. Don Franz Neumann Nachdruck verboten. Es ist für den Rechtskundigen meist schwer, sich in technische Gedankengänge hineinzufinden, denn sein Denken bewegt fuft in ganz anderen Dahnen als das deS Technikers. Aufterdem ist der Richter an den Wortlaut der Gesetze gebunden und muft es sein, da sonst die gröftte Willkür in unsere Rechtspflege hineingetragen würde. Daraus ergeben sich oft Urteile, die dem Techniker, ja sogar dem Laien vollkommen unverständlich erscheinen So konnte z. V. der Erste, der elektrische Energie entwendet hatte, indem er ein Kabel an- zapste und durch angelegte Drähte Strom in seine Wohnung abzweigte. nicht wegen Diebstahls bestraft werden, obwohl es natürlich ganz klar ist, und auch damals schon klar war. daft er gestohlen hatte. Aber der Diebstahlsparagraph des Strafgesetzbuches lautet: „Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht toeg- nimmt, dieselbe sich rechtswidrig zuzueignen, wird wegen Diebstahls mit Gefängnis bestraft.' Damals konnten die Sachverständigen nicht sagen, ob Elektrizität eine Sache sei und ob sie eine bewegliche Sache sei, und das konnten sie auch heute, wenn wir auch mehr über das Wesen der Elektrizität wissen, noch nicht mit Bestimmtheit angeben. Sehr viel einfacher liegt der Fall, wenn jemand auS einer Gasleitung Gas stiehlt. Gas ist zweifellos eine bewegliche Sache, und ebenso konnte schon immer jeder ohne weiteres verurteilt werden, der etwa Wasler aus einer Wasserleitung abzapfte. Es erscheint jedoch sehr fraglich, ob jemand nach den jetzigen Gesetzen anders als wegen Sachbeschädigung bestraft werden kann, der sich an eine aus Hin- und Rückleitung bestehende Sem- Heizanlage anschlieftt und das aus der Einleitung entnommene warme Wasser,' nachdem er ihm einen gewissen Wärmebetrag entzogen hat, wieder in die Rückle.tung zurückleitet, derm er hat ja kein Walser gestohlen, sondern nur die im Wasser enthaltene Wärme. Wärme ist aber zweifellos keine Sache. Man hat damals ein besonderes Gesetz erlassen, nach dem man den bestrafen kann, der elektrische Kraft — richtig muft es fteiften elektrische Energie — stiehlt. Aber dieses Gesetz ist viel zu eng gefaxt, denn es müßte sich, wie das Beispiel mit dem warmen Waller zeigt, auf den Diebstahl von Energie in jeder Form beziehen — Wärme ist z. B. auch Energie — und dürfte sich nicht auf die elektrische Energie beschränken. Ein besonderes Gesetz ist im übrigen ganz unnötig, denn die Bestimmungen über den Diebstahl von Energie ge- Mittwoch, 24. Scbruar 1952 trägt einige Millionstel Watt Man kann tue Zelle oud) a!S .Sonnenschreiber" benutzen, wenn man die Spannung durch ein Schreibgerät auf- zeschnen läßt «Bild 2 Vorbeiziehende Wolken bringen ein starkes Abfallen der Schackkinie, ebenso em Schließen des Fensters ulw Bei zeitrichtiger Einstellung des Streifens lassen sich die Aul- und ilntcrgangejeitcn der Lonne able’en sowie der 3eitbunlt des Ausziehen» von Gewittern usw sest stellen. Die praktische Bedeutung der Versuche läßt sich noch nicht vollständig überleben. An sich bestände ohne weiteres die Mögllchkeit. mehrere Kilowatt Leistung auf diese Weise zu erzeugen. iedoch würden die hoben Anlagekosten rund IC'OiW Mk für ein Kilowatt - eine Wirtschaftlichkeit unmöglich machen, zumal für solche Leistungen Flachen in der Größenordnung von mehreren tausend Quadratmeter nötig waren. Photographieren bei Lampenlicht. Längst hat daS Wort feine Geltung verloren, daß im Winter die Kamera deS Liebhaber-Pho- tographen zu ruhen habe. Heute wollen wir nicht von den fchwicrigen Schnee-Aufnahmen reden, fondern von ganz einfachen Zimmernufnahmen. Mit Blitzlicht. Heimlampe oder Magnesiumband können wohl die meisten schon arbeiten. Weniger bekannt ist. daß auch daS einfache Lampenlicht Aufnahmen sowohl von Personen wie von leblosen Dingen gestattet. Auch hier gibt eS dann zwei Gruppen von Bildern: solche, die nur Erinnerungswert haben, und solche von künstlerischen Ansprüchen. 3c mehr Licht zur Verfügung steht, etwa durch Oberlicht, daS von der Hellen Decke zurückstrahlt. um so besser ist eS natürlich. Wir kommen bann, bei nicht zu starkem Abblenden und hochempsindlicheir Platten, oft mit Delichtungszeiten von wenigen Sekunden auS. Genaue Angaben können nicht gemocht werden, da die Bedingungen für jedes Zimmer andere sind, doch seien 5 bis 10 Sekunden alS Anhalt gegeben. Einen ersten Versager, auS dem er lernen kann, wird feder in Kauf nehmen. Die Erfolge werden dann um so schöner sein. Gegenstände mit dunklen Schatten müssen sreilich bis zu einigen Minuten belichtet werden, wenn auf feine Zeichnung auch in den dunklen Partien Wert gelegt wird. Doch geben auch Bilder, die scharf das Licht gegen die Schatten abzeichnen, oft gute Wirkungen Nervöse Personen, in unserer Zeit fo häufig, werden schon 5 Sekunden kaum still- halten können, ohne den verkrampsten Ausdruck zu zeigen, den wir ..Photographiergesicht" nennen. Am größten ist die Gesahr des NerwackelnS bei Augengläsern, deren scharfe Lichter schon in Sekundenbruchteilen die Platte beeinflussen. Für solche Motive empfiehlt sich eine Tischlampe. Allgemein ist bei solchen Ausnahmen zu beachten. haft kein Licht direkt in den Apparat fällt, da sonst Verschleierungen entstehen. Doch ist die» in jedem Falle leicht durch Abdecken mit einer Pappe oder dergleichen zu verhindern. Doll der scharfe Gegensatz zwischen dem. was direkt beleuchtet wird, und dem anderen Bildstoff t>ermleben werben so empfiehlt sich Aufhellung ber Schatten mittels eines Lichtschirmes. DaS ist fo leicht, übrigens für alle Zimmer-Aufnahmen, baß man sicy tounbem muß, wie wenige Liebhaber- Photographen bamit vertraut finb. Ein weißes Tuch, von einer unbeschäftigten unb für bas Bild nicht in Frage kommenden Person gehalten, ober über eine Stuhllehne gelegt, wirb meist schon genügen. Ratürllch wird man nach Möglichkeit vermeiden, es mit zu photographieren. hören einfach mit in den Paragraphen 242, den Diebstahlsparagraphen, da es ganz zweifellos Diebstahl ist, wenn jemand Energie stiehlt. 3n Wirklichkeit hat er doch einfach dem Kraftwerk die Kohlen gestohlen, die es für die Erzeugung ber entsprechenden Elektr zitätSmenge aufgetoenbet hat. Ist dis Elektrizität mit Wasserkraft erzeugt worden, so hat er eben den Betrag für die Verzinsung und Abschreibung sowie für die Znstand- yaltung gestohlen, der auf die von ihm entwendete Elektrizitätsmenge entfällt ES muft also im neuen Gesetz ein Wortlaut gefunden werden, der den Diebstahl von Energie in jeder Form dem Diebstahl von beweglichen Sachen gleichstellt. Dann kann man unseres Erachwns sogar Schwärzerer auf Grund dieses Paragrap hm bestrafen, da sitz zwar wenig aber dafür eine aufs höchste veredelte Energie stehlen. Es ist jetzt in den Zeitungen viel die Rede davon gewesen, auf Grund welche; Paragraphen des Strafgesetzbuches die Störer ber Reujahrsrebe des Reichspräsidenten wohl bestraft werben konnten: Zweifellos wegen Sachbeschädigung, und das haben auch alle Zeitungen erwähnt. Es ist ja selbstverständlich, daft die Tater das Kabel beschädigen mußten, um an die BefprechungSabern für ben Deutfchlanbsenber zu gelangen. Gar nicht erwähnt gefunden habe ich aber den Paragraphen 317: .Wer vorsätzlich und rechtswidrig den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage dadurch verhindert ober gefährdet, daft er Teile oder Zubehörungen derselben beschädigt ober Veränderungen daran vornimmt, wird mit Gefängnis von einem Monat bis zu drei Jahren bestraft." Daß b-efer Paragraph zutrifft, unterliegt nicht bera leisesten Zweifel, denn die Rundfunkbefprechungsleitungen bilden zwe'.sel- los Teile einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage. Ebenso kann es unserer An- srcht nach keinem Zwei'el unterliegen, daft im vorliegenden Falle die Höchststrafe angewe..det werben muft. Redende' aber muft unserer Ansicht nach eine Bestrafung wegen Diebstahls elektrischer Energie eintreten, berat die Täter haben zweifellos, ehe sie in die Le hing hineingesprochen haben, mitgehört, haben also Strom aus der Leitung entnommen. Allerdings fließt ja durch einen Fernhörer beim Anschalten an eine solche Leitung nur ein Strom von ganz außerordentlich geringer Stärke. Diel haben sie also nicht herausgenommen, aber sie haben einen Strom herausgenommen. ber sehr stark verebelt war unb bementsprechend teuer ist. Wenn man einen Diamanten stiehlt, so hat man schließlich ebenso nur Kohlenstoss gestohlen, wie wenn man irgendwo ein Stückchen Kohle mitgenommen hat. und doch wird man mit Recht für den Diebstahl des diamanten, obwohl er viel kleiner ist, weit strenger bestraft. ÖJl.-'fpOTt . ... _ Ä war der vergangene Sonntag für Lang-Gons. Trftmals fand hier ein Gerate-Mannfchaftskampf statt. Nahezu 600 Zu- Lang-Göns - Friedberg - Vutzbach Ein Mannschastskampf im (Geräteturnen. KM sftts K« SS*'.; t,g,e L erfolgt 1 SA würdigen 6oM hie Dedeutung w L rege «JJ an. Es wurde Sommers einen Metternich & Verwendung und rXÄfe des Arregerver Marburg durch zwei Strafstöße, deren einer direkt, der andere iin 'Nachschuh verwandelt wurde, zu zwei Führungstreffern. Gegen Ende der ersten Halbzeit kamen die Marburger mehr auf, erzielten aber nichts Zählbares, ebenso, wie auch die Grün-Weihen trotz aller Anstrengungen erfolglos blieben. Die zweite Halbzeit sah zu Beginn die VfDer wiederum sehr aktiv, aber zu einem richtigen Torschuh kam der Sturm nicht. Jetzt machte sich auch eine größere Tleberlegenheit der Plahbesitzcr bemerkbar, die ihren Ausdruck in zwei weiteren, vom Rechtsaußen erzielten Toren fand. Erst als Henrichs in den Sturm ging, kam mehr Druck in die Angriffe und DfD. konnte dann auch durch Feuster den Ehrentreffer erzielen. Gießener Eisverein sü-west-eutscher Eisschießmeister. Die Eisschießmeisterschasten des füdwestdeutschen Eislaufoerbandes fanden, wie wir gestern bereits kurz berichteten, bei strahlendem Sonnenschein auf der Brunhildeseisbahn auf dem Feldbcrg statt und hatten viele Zuschauer angelockt, die mit Interesse die spannenden Kämpfe verfolgten. Der Gießener Eisverein, vertreten durch Schonebohm, Mül- ler-Leutert, Clarl und Mohr, konnte seine Gegner, den vorjährigen Meister TEV. Kronberg, Verein der Eisschießfrcunde Kronberg, Tennisklub 1914 Frankfurt und Sportklub F'orsthausstraße Frankfurt, sicher schlagen und wurde mit der guten Note 2,856 Sudwestdeutscher Eisschießmeister vor LEV. Kronberg mit Note 1,432. Der Erfolg ist um so höher zu werten, als die Gießener erst seit vorigem Winter mit dem Eisschießen begonnen haben und alle Gegner durchweg schon viel länger spielten. Müller-Leutcrt konnte beim Einzelschießen Dritter werden. Den Abschluß der Meisterschaften bildete ein Eishockeyspiel zwischen Eisverein Gießen und Tennisklub 1914 Frankfurt, das die Frankfurter 6 1 stattete, nahm bis zum letzten Augenblick einen spannenden Verlauf. Die Mannschofts-Freiübung sah Lana-Göns mit 28 Punkten in Führung, Friedberg 27, Butzbach 24% Punkte. Das nächste Gerät, der Barren, brachte Friedberg einen Punkt Dorsprung vor Lang-Göns. Der Kampf stand 144j (Butzbach), 17U (Friedberg), 170j (Lang- Göns), als die Turner zu ihren Kürübungen am Seitpferd antraten. Hier war die heimische Mann- schäft den Gasten ganz merklich überlegen. Lang- Gons führte nun mit einem Borsprung von 12$ Punkten. Am Neck ließ es sich aber von den Gewinn- Punkten zunächst wieder einige nehmen, so daß der Voriprung der Lang-Gönser vor Friedberg nach der dritten Reckrunde nur noch 5 Punkte betrug. Von der vierten Runde an aber fiel Friedberg stark ab. Lang-Göns vergrößerte seinen Vorsprung ganz merklich, besonders durch die glänzende Uebung von Wilh. Dreier, der mit 29 Punkten die beste Wertung des Tages erhielt. Mit 457$ Punkten wurde Lang-Göns, das unstreitig über die ausgeglichenste Mannschaft verfügte, verdient Sieger vor Friedberg (439 P.) und Butzbach (404 P.). Die besten Einzelturner des Kampfes waren: 1. Wilhelm Drei e r (Lang-Göns); 2. Hrch. Dechent (Fried- berg), 83 93.; 3. Richard Dreier (Lang-Göns), 76$ P.; 4. Robert Urff (Butzbach) 71 Punkte. Unter lebhaftem Beifall nahm der Leiter des Kampfes, Gauoberturnwart Will, dis Siegeroer- kündigung vor. Mit anerkennenden Worten über- reichte er dem Führer der siegreichen Lang-Gönser Mannschaft, Bezirksturnwart W. Lang, den schlichten Siegespreis und die von Bürgermeister Rompf gestiftete Plakette. Daten für Mittwoch, 24. Februar. ..^"^'oufgang 7.25 41hr, Sonnenuntergang 17.a3 Uhr. — Mondaufgang 21.35 Tlhr, Mond- untergang 8.05 Tlhr. 1786: der Altertumsforscher Wilhelm Grimm in Hanau geboren. dieses Jahres wurde er sich über seine Entdeckung ganz klar und schrieb am 1. Januar 1888 an seine Resultate sind deutlichere und wichtigere als ich vor einem halben Jahre ir- gend zu hoffen gewagt hätte. Aber jetzt bin ich 2 rFt Stimmung, die immer eintritt, wenn eine la 1 zu Ende ist; ich muß mir mit dem Verstände vorrechnen, daß die Sache der Mühe lst denn in meinem Gefühl ist sie so schal, alltäglich gleichgültig, selbstverständlich gewor- den, daß ich am liebsten gar nicht davon redete." W'e er seinem Lehrer Helmholtz am 21. Januar 1888 mitteilt, ist ihm der sichere Rachweis der Wellen und die genauen Bestimmungen ihrer Ge- lchwindigkeit gelungen. In den nächsten Monaten berichtet er Helmholtz über weitere Fortschritte bet seinen Arbeiten und im Rovember des Jahres über Untersuchungen, durch die die Derbin- dung zwischen Licht und Elektrizität endgültig fest- geleg^ wurde. Die außerordentliche Tragweite die- fer Entdeckungen wird von den Fachleuten so- gleich erkannt, und die ersten Zeichen des jungen Ruhmes stellen sich ein. Hertz schreibt dar- über am 10. Februar 1889 an seine Eltern: .Ihr seht, bei uns geht's schnell weiter, wir müssen- uns einigermaßen an eine größere Korrespondenz gewöhnen, und der Bescheidenheit werden biswei- len Zumutungen gestellt. Hoffentlich gelingt es. dieselbe doch zu wahren. Liebrigens ist natürlich meine letzte Arbeit nur dasjenige, was der Welt in die Augen springt. In Wahrheit ist sie in den früheren enthalten, und das Verdienst Be- nanö mefcr tn dem Aufftnden der ersten Spur Jetzt sind leider doch auf einige Zeit meine Kräfte labmgelegt die nächste Zukunft nimmt mich zu f 2lrdpruch. Aeberhaupt denke ich, was ich vielleicht leisten könnte, wenn ich an nichts andere« als an die Arbeit zu denken hätte da es mir vorkommt, als ob ich im Grunde doch nur einzelne Tage oder vielleicht Wochen zwischen- durch arbeite und bann wieder Monate die eigent- anrühre. Aber dann denke ich auch, daß wiederum die äußere Unruhe merkwür- b ?rJ^K,9vftör^^lc xä> 'N diesen Sachen den entscheidenden Schritt gerade nach der Geburt un- seres Kindes getan habe, wo noch Tlnruhe genug zu Hause und im Kopfe war." Hertz hat sich sei- nes Ruhmes nicht lange erfreuen dürfen. Er starb am 1 Januar 1894, nachdem er noch eine grund- legende Darstellung der Mechanik von feinem neuen Standpunkt aus gegeben. In den nach ihm ®cUcn wird sein Rame ( Ul lL* Vv11» Ein turnerischer Großtag war der vergangen Sonntaa für Lang-Göns. Erstmals fand hier ein Gerate-Mannschaftskampf statt. Nahezu 600 Zu- ictjauer füllten am Nachmittag die Turnhalle und nahmen begeisterten Anteil an dem Ablauf der turnerischen Geschehnisse. Daß der Turnverein dem Mannschaftstreffen noch ein wirkungsvolles Roh. menprogramm beigegeben hatte, gab dem eindrucks- voll verlaufenen Nachmittag über den reinen Wett- fampf hinaus den Charakter einer Werbeveranstal- tung für deutsches Turnen und Volkstum. Nach einem Marsch des Orchestervereins entbot der 1. Vorsitzende, Turner Karl Müller, den Gasten herzlichen Willkomm und bezeichnete trefsend den Zweck der Mannschaftskämpfe. Bürger- melster Rompf grüßte für die Gemeinde und stift tete unter lebhaftem Beifall einen kunstvollen Won- berpreis für den Mannschaftskampf. Gauober- turnwart Will (Gießen), der umsichtige Leiter des Kampfes, sagte herzliche Worte des Dankes für gast- u?e Aufnahme und freundliche Begrüßung. Rhyth- mische Uebungen der Turnerinnen des Tv. Lang- Göns SU dem von der Gesangsriege vorgetragenen Chor „Die Loreley" fanden lebhaften Anklang; sie eiteten über zu dem Einmarsch der Kampfmann, schasten und dem Mannschaftskampf. , 5?^ an &ie aU5 ie 6 aktiven Turnern bestehenden Mannschaften von T. u. Sp. B u tz b a ch, Tgm F r i e d b e r g und Tv. L a n g - G ö n s. Ge- wrnt wurde von jedem Teilnehmer an Barren, toeitpferb unb Reck; bazu kam für jeben Verein noch eine Mannschafts-Freiübuna. Jeder der drei Kampf- richter (Bezirksturnwart Bastian- Alsfeld, Be- zirksturnwart Karl R e u te r - Gießen, Oberturn- wart Leib-Krofdorf) konnte bis zu 10 Punkten werten, Jo daß theoretisch 570 Punkte von einer Mannschaft zu erreichen waren. 3 wie Zinnober. Don Hans jRiebdu. $a$ Telephon läutet. Emil nimmt den Hörer und meldet sich. bis morgen $a5cn. müssen wir Ihnen leider den Anschluß sperren , sagt jemand. „Gewiß" murmelt En«l, „natürlich." Tlnd hüngt Jin lich den vierten Magenbittern "?.un olso auch das Telephon..." In diesem Qhigenbüd läutet es zum zweiten fhnf?» mi^&cn 5örer nimmt, trinkt er fünften Magenbittern. meldet sich eine Stimme. xÄ^NdunS von Regierungsrat Rartschorek emp- fommen?^ ' Äfontn 6ie sofort zu uns 6tm 9t66,Cn 6mU Ixr,6nri»?" die 2lpAr7t/'^^"' fQflt ®miI’ selbst bin am !ä&rt Stimme fort, „aus dem ^ar/ntJr^rUnf^e8x^rD^U?iften finb elstausend 7^.nrk gestohlen worden. Gestern mittag. Der Re- ^orek hat Sie als Privatdetektiv Un,er (Bureau b°- tag g* "A . spater steht er vor dem Haufe Hohe°Allee24 Eine Frau schrubbt den Düraer- ? ®mi[ und zieht das^>e- ftcht in kriminalistische Falten. Stock", sagt die Frau und hört mit L •*»- '-m-n 41 lize?^°^ ' nidt ®mi1, komme von derPo- sagt die Frau, das ist doch niemand nnoers als der Lürih gewesen “ „Was?" fragt Emil. „Wer?" geklaut hat", lacht die Frau, vat schon mehr auf dem Kerbholz. HerrJn^ spektor. Dem braucht man bloß in die Augen zu guefen. Unb seit gestern riecht er nach Kognak und sonst iMEr nach Fusel, zehn Pfennig das Glas -2 C?.cnn. bas nicht der Lüritz gewesen ist' will ich Himalaja heißen." Der Kampsverlauf. Q.?*» ^ampf, ber sich schon zu Beginn zu einem jöweifampf zwischen Friebberg unb Lang-Göns ge- k^- "^^-0n güt'', nickt Emil unb steigt bie Treppen 6S'iftek,$rältifLC?2..6e.If &«tnMinatihn „Dies ist ber Schreibtisch", sagt er. „bad Schloß ist aufgebrochen worben." u X,. o ..: xl n.1' g. izu Dem bas nicht Lüritz gewesen ist, will k? Hunalaia heißen. Haben Sie vielleicht einen Angestellten, der Lüritz heißt?" H^nkurist ist sehr blaß geworden. „Aller- 6-lk8dn/J(u^tcr£ cr* «unser Bureaudiener heißt W- s-'S' s Sie -? Wie ist eS rnög- lich. daß Sie — ? u ^lektiv oder bin ich keiner?" fragt ßVÄV?’11 “ f°rt: -Dringen Sie mft ^£>n??xt'£ ^ls er Grnils kriminalistischen nn!16^’ Än0t er an zu zittern. „JÄIfD gestehen Sie schon", sagt Emil. ..Wenn S^sofort gestehen, sieht Ihr Ches vielleicht von faIan?C19etQ&' Gestehen Sie nicht, lasse rch Sie sofort verhaften." zu schwanken. Dann bricht er zusammen. Unb bann gesteht er bekommt fünfhundert Mark Honorar, be- fpr^LichP^b^Ä"^ un°d^u,^dL gierungsrat Rartschorek an. '.Mein Rame ist Emil", sagt er, „(3—null Sie ^rma Self & Co. als Privat- detektrv empfohlen. Darf ich fragen, wie —" „Ein kleiner Hörfehler", unterbricht Reaie- Rartschorek, „Iw habe ber Ä ©elf & Co die Detektei Zemil — Z wie Zinnober empfohlen. Hoffentlich haben Sie keine befon- beren Unannehmlichkeiten baburch gehabt?" , "em sagt Emil, „ich habe weiter keine besonberen Unannehmlichkeiten baburch gehabt." Heinrich Hertz und seine Dellen. r fo srüb verstorbene große Physiker, Hessen Geburtstag sich am 22. Februar & ^,n QlC ist bet Snlhtder btt braht- u.„ toenn wir seiner gebenken müssen wir ihm bafür dankbar sein, bah er eine neue Raturkraft in den Dienst der Menschheit stellte und N)ch't nur bie drahtlose Telegraphie ^Ä.r-Ä k^nie, sondern auch den Rundfunk er- möglicht hat. Gegen Ende des Jahres 1887 war « bei feinen Versuchen mit elektrischen Schwindungen an gespannten Drähten den Wellet a!f b rtki?U\Kt°n?^11' über er konnte ihre Geschwindigkeit noch nicht messen. Erst zu Wei^chtm Oer ^Romon eines Loses. Die aufregende und tragikomische Geschichte mn?Mf?3tC^Ce®^toinnc8' ^e den Stoff zu einem Vottsstuck oder einer Operette geben könnte, wird aus bet jetzt rumänischen Stadt Arad berichtet, senkte seiner Braut ein St* Ca 216er bie Verlobung ging nach eini- ger Zeit zurück, das Paar trennte sich in Unfrieden, und das Los wurde vergessen. Da laS junge Mann eines Tages in der Zeitung, baß das Los, das er der einstigen Angebeteten ge- Mnkt, den ersten Gewinn von einer Mittion Lei gewonnen habe. In höchster Aufregung stürzte in eine Droschke unb fuhr nach der Wohnung der Ex-Braut, die auf dem Lande lebte. Hier er- suyr er daß sie in drei Tagen heiraten wolle und nach der Stadt Raghvarad gefahren sei. um sich die Aussteuer zu besorgen. Der Jüng- mg setzte ihr sofort nach, holte sie und ihren künftigen Gatten, seinen Rachfolger, auf dem Wege ein, brachte den Lastkraftwagen, auf dem He fuhren, zum Halten unb erklärte bem Oltäb- $cn' batte sich verpflichtet, alle während der Brautzeit gemachten Geschenke zurückzugeben, sie $ a Q^ßr bad ßotterictoä behalten, unb er müsse uuch dieses bekommen, da es sein Eigentum fei. Die Ahnungslose willigte ein, aber als sie ihr Heim erreichte und las, daß das Los den Hauptgewinn erhalten hatte, telegraphierte sie an bie ■^anf unb verbot als Besitzerin des Loses die bes Gelbes. Dann stürmte sie zu bem Gerichtsbeamten unb verklagte den jungen Mann, toeil er ihr das Los unter Vorspiegelung falscher Tatsachen entwendet habe. Das Los selbst wurde bei Gericht nledergeleat. Bei ber Derhanblung riet ber Richter ben beiben, sich doch auf güt- 11(^1" OBege zu einigen, denn wenn sie den Prozeß durch alle Instanzen durchsetzen wollten, bann wurde bie ganze gewonnene Summe drauf- gehen. Rach vielem Hin und Her kamen der Jüngling unb das Mäbchen überein, sich jeder dn« sc8 $rcifcß »u begnügen, und das Gericht wurde nun aufgefordert, das LoS ^suckzugeben. Aber zur Verzweiflung aller De- teiligten fand sich dieses nirgends, und auf Rach- frage bei der Bank ergab sich die entsetzliche Tatsache, daß em Unbekannter bad Los vor einigen Tagen vorgezelgt unb mit der Million Lei ba- vongezogen war. (2:1; 2K); 2:0) gewannen. Der Sieg in dieser Höhe war nicht verdient, da Gießen im Feldspiel ziemlich ebenbürtig mar. Lediglich vor dem Tor haberle es an dem nötigen Schußoermögen. Tisch-Tennis her Sp.-Vg. 1900. Die inzwischen stark angewachsene Tischtennis- Abteilung der Spielvereinigung 1900 gibt heute Mittwoch abend erstmalig ihrer zweiten Mannschaft Gelegenheit zu wettkämpferischer Betätigung. Geg- ner und Gast ist die Tischtennis-Abteilung bes Nach- richtenzuges im hiesigen Bataillon, die damit auch ihr erstes Turnier austrägt. Die Soldaten verfügen über einige talentierte Kräfte unb dürften in der Lage sein, sich mit diesen ein kleines Uebergewicht zu verschaffen. Es kommen 10 Einzel- und 5 Doppel- Ipiele zum Austrag. Tisch-Tennis. ATL. Gießen schlägt Sport-Verein Wetzlar 14:4. Rachbem ber Akademische Tischtennis-Club seine beiden ersten Turniere gegen DfL. Wetzlar gewonnen hatte, sah man mit besonderer Spannung bem Wettkampf gegen den bisher ungc- schlagenen Sport-Verein.Wetzlar entgegen. Das Turnier fanb am Sonntag im Studentenheim statt. Der ATC. konnte einen überzeugenden Sieg verzeichnen. Rachstehend bie Ergebnisse (Wetzlar ist jeweils zuerst genannt): Herren-Ginzel: Zambebri — Wang3?l; Vroomen — Meier 3:0; Wohlgemuth — Meyer 1:3; Hertstein — Betz 0:3; Zerndt — Dr. Adler 1:3; Gaul — Althaus 1:3; Eichenauer — Kraft 0:3; Benner — Becker 1:3; Fischer, E. — Duill 1:3; Fischer, R. — Wu 0:3. Herren-Doppel: Zambebri/Vroomen — Wang/Meier 3:0; Wohlgemuth/Gaul — Dr. Adler Tetz 2:3; Zernbt/Hertstein — Krast/Meher 2:3; Fischer/Denner — Althaus Duill 1:3; Wil- ler/Eichenauer — Becker/Wu 1:3. Damen-Einzel: Denner — Kabel 3:1. Zerndt — Kabel 0:3. Gemischtes Doppel: Benner/Zambedri — Kabel/Dang 2:3. Oberheffen. Landkreis Gietzen. + Klein- Linden, 22. Febr. Die hiesig« Baugenossenschaft hielt dieser Tage ihre Generalversammlung ab. Zum Zwecke der Anerkennung ber Gemeinnützigkeit ber Genossenschaft mußte ber Geschäftsanteil auf 300 Mk. erhöht werben. Mit bem gleichen Betrage haben die Mitglieder auch für die Verbindlichkeiten der Genossenschaft zu haften. Infolge ber ungünstigen Wirtschaftsverhältnisse konnte im vergangenen Jahre Reuwohnungen nicht geschaffen werden. Die vom Rechner vorgetragene Bilanz für 1931 wurde genehmigt und dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Der Reingewinn betrug 280,14 Mk. Hiervon wurden satzungsgemäß 10 Prozent dem Reservefonds und 5 Prozent dem Geschäftsguthaben der Mitglieder zugeteilt. Der Bestand an Mitgliedern am 31. Dezember 1931 betrug 93. Das Geschäftsguthaben der Mitglieder belief sich Ende 1931 auf 15 354,69 Mk. Der Bericht über die gesetzliche Revision durch ben Verbandsrevisor brachte lobende Anerkennung für die mustergültige Geschäftsführung ber Verwaltung. In ben Aufsichtsrat würben gewählt: Reichsbahnsekretär Karl Klein, Vorsihenber; Weihbinber- meister Ludwig Biehmann. stellv. Vorsitzender; Deichsbahnarbeiter Wilhelm Mähler. Schriftführer; die Deichsbahnarbeiter Friedrich SungV., Wilhelm Adolph iMd-Reich^bahn- lokomotivführer Walter Müller, Beisitzer. In den Vorstand wurden gewählt: Reichsbahnobersekretär August L u h, Vorsitzender; BerwaltungS- sekretär Wilhelm Rinn, Kassierer; Deichsbahnsekretär Heinrich Luh, Schriftführer unb stellv. Vorsihenber. -o- Großen - Linben. 22. Febr. Don der Lanbwirtschaftsamts-Außenstelle Butzbach würbe hier em D ortragsabenb veranstaltet. Land- wirtschastsassessor Dr. Schmitt sprach über zweckmäßige Schweinemast im Hinblick auf bie Sorbertngcn bes Marktes, über Fütterungstech- nif ü-utterverinehruna bzw. Kartoffeleinsäuerung m der eigenen Wirtschaft unb gab jedem Teilnehmer eine kurze schriftliche Anleitung mit. Den 5Uee- unb Kleegrasbau behandelte Landwirt- schaftsrat Dr. Dienst unter bem Gesichtspunkt ber Senkung des Kraftfutterkontos bei gleichzeitiger Mehrerzeugung eiweißhaltiger Futterstoffe tn ber eignen Wirtschaft. Er gab Anleitung über den Dotklee- unb Luzerneanbau, über Vorfrucht, Düngung. Boben- unb Sortenfragen. Zum Schluß würbe ein lehrreicher Film von der großen Wan- berausstellung ber Deutschen LanbwirtschaftS- gesellschaft gezeigt. 'Watzenborn-Steinberg. 22. Febr. Der üC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg hielt dieser Tage seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende gab einen Begeht über das abgelaufene Dereinsjahr und fbraä) insbesondere ber 1. Fußbattmannschaft Dank und Anerkennung dafür aus. daß sie durch chre guten Leistungen unb ben stets bewiesenen Etter bie Meisterschaft ber Gauklasse ä erringen konnte. Der vom Rechner erstattete Kassenbericht wies einen günstigen Staub ber finanziellen Ber- valtmsse des Vereins aus. Die Mitglieberzahl- hat sich erhöht. Im Jahre 1931 haben bie einzelnen Mannschaften eine rege Spieltätigkeit entfaltet. Die 1. Mannschaft bestritt 44 Spiele, gewann davon 32, verlor 7 unb beenbete 5 unentschieden. Das Torverhältnis lautet 186:44. Die 2. Mannschaft trug insgesamt 23 Spiele aus, gewann 11, verlor 9 unb spielte dreimal unent- schieben (Torverhältnis 40:44). Die Schülermannschaft gewann von 8 Spielen 4, verlor 1 unb spielte ebenfalls dreimal unentschieben. 15:3 lautete bas Torverhältnis. Der Verein kann mit ben Erfolgen seiner Mannschaften sehr zufrieden fein. Lang-Göns, 22. Febr. Bei der R e u - Verpachtung ber Wald- unb Felb- 1 a g b unserer Oemeinbe gab Herr Rich. Kaiser von hier bas Höchstgebot für ben ganzen 3agb- bejirf mit 1400 Mk. ab. Seither wurden für bie 3agb runb 3100 Mk. gezahlt. Angesichts dieses großen Preisunterschiebcs würbe ber Zuschlag noch nicht erteilt. -i- Grün berg, 22. Febr. Am Freitag hielt der hiesige O b ft - und Gartenbauverein nn „Hotel Hirsch" seine Hauptversammlung ab. Spielvereinigung 1900 Gießen. „Olympia" Lorch verliert! Man hätte es nicht erwartet: „Olympia" Lorch verlor! Knapp zwar, aber durchaus nicht unverdient Diese Tatsache ist um so erstaunlicher, als die Gäste mit kompletter Mannschaft erschienen. Wenn man bedenkt, daß „Olympia" Lorch in den Meisterschaftsspielen ständig Gelegenheit hatte, gegen Masnschasten zu spielen, die uns erstklassig erscheinen, dann läßt sich nur sagen, daß cs ein erfreuliches Zeichen für die Blauweihen ist, sich gegen einen solchen Gegner behaupten zu können. Die Formverbesserung der Blauweißen steht außer Zweifel. Die Gäste waren technisch vorzüglich durchgebildet, kombinierten viel (bis in das Tor), waren schnell, ohne eigentlich wuchtig zu fein, in ber Ballbehandlung sicher, aber vor dem Tore nicht von der Entschlußkraft, wie man es bei dieser Mannschaft erwartet hatte. Die Läuferreihe war ausgezeichnet. Die Verteidigung schlagsicher, der Sturm aber nur in wenigen Situationen wirklich gefährlich. Die Mannschaft machte einen über« spielten Eindruck. Bei den 1900ern waren sie alle mehr ober weniger gut auf dem Posten. Zeiler schaffte unermüdlich in der Verteidigung, Schmidt im Tor sicherer wie sein Gegenüber, Lippert tarn mcht ganz an feine bisherige Form heran, Schmidt K. auch nicht, Wilhelmi etwas matt, in der Läufer- rci^e gefiel der Techniker Glitsch. Man sah viel offenes Feldspiel und viel Kombination, manche Chance wurde ausgelassen. Es bleibt über den Spielverlauf nicht mehr viel zu sagen. In her 1. Minute gingen die Gäste bereits in Führung unb man glauote allgemein, daß ein hemmungsloser Run auf das 1900er Tor ein- setzen werde. Es kam anders. Die Gießener, anfänglich etwas überrascht, faßten sich bald. In der 9. Minute fiel der Ausgleich. Arnold benützte eine flünftige Gelegenheit. In der Folge wurde manche Chance ausgelassen. Mit 1:1 ging es in die Pause. Jiad) dem Wechsel veränderte sich an der Sachlage nicht viel. Erst in der 25. Minute verwandelte Lippert eine Flanke von links elegant und sicher mit einem Kopfball zum zweiten Tor, zum Siegestor, das die ganze Ausbeute ber zweiten Halbzeit dar- stellte. Die Gäste bemühten sich vergeblich um den Ausgleich, rafften sich jedoch nicht zu der Leistung auf, die ihn hätte erzwinaen können. Der Schieds- richter gab zu ernsteren Klagen keinen Anlaß. Vor dem Treffen der Liga gegen Lorsch begegneten sich 1900s Ligareserve und Nauborns l.'Elf im Verbandsspiel. Den Blauweißen gelang es, den Meisterschaftsanwärter zu entthronen. Das Können des Gegners verriet nicht, daß die Hiesigen das Vor- spiel 7:1 verloren hatten. 1900 führte beim Seiten- wechsel 2:0, unb nur durch Leichtsinn des Torwarts verkürzte der Gast auf 2:1. Der Gegner war nach Der Pause überlegen, genau so, wie bie Einheimi- schcn in der ersten Spielhälfte. Der Sportverein Bieber sagte 1900s vierte Elf furj Dor Beginn bes angesetzten Gesellschaftsspieles ab 2)ie 5.’mannfdiaft war in Daubringen zu Gast unb mußte sich dort einer aus Spielern ber ersten unb zweiten Elf kombinierten Mannschaft mit 3:1 (Halbzeit 2:1) beugen, nicht ohne heftigen Wiber- itanb geleistet zu haben. VsB.-Gießen. VfB. Liga — Germania Marburg Liga 1:4 (0:2). QM) in Marburg mußten sich die VfDer eine Riebcrlage gefallen lassen, ünb zwar in dev gleichen Höhe wie beim Vorspiel. Der Sieg der Germanen ist nicht ganz verdient. Die VfDer waren int Feldspiel zumindest ebenbürtig, lediglich der Sturm versagte vollkommen. Die ®aft- geber nutzten dagegen jede Gelegenheit zum Tor- s^uß aus. Germania Marburg hatte seinen besten Mann im Mittelläufer Happ und feinen besten Mannschaftsteil im Sturm. Bei den Gießenern konnten besonders die beiden Außenläu- ■ fer gefallen. _Das Spiel begann sehr vielversprechend für d'ie Gießener. Aeber eine Viertelstunde kamen die Germanen zu keiner Aktion. Die VfDer kamen immer wieder nach vorne, aber der Torhüter der Marburger hielt sein Heiligtum rein. Dann kam Sewerbe^uni pb. Duhbach. 2iussichtsratsvorsif fand gestern bie siaen Gewerbe bank statt. 2W nehmen, bah bei gegen 33 Äillioi Spareinlagen beti 631 000 Mark i. sich aus 857 000 7 Der Reingewinn Abschreibungen a Mark i.Tl Die ( Senkung von 33; (Persönliche Unkos Mark, Steuern 1 wurden durch Jeu chen. Dankkredit t nommen. Äünbigun vor. Die eigenen Mnbelsicher sind, s Die Gesamthastsur 602 000 Mark, biet 56 000 Mark. Ein schäftsguthaben bet 775 000 Mark. Der 1. Januar 506 m schließt ab mit 857: Verlustrechnung mi gewinn von 12 209,! teilt: 6609,60 Mat 1151 Mark Abschr Wo, 1321.73 Ma' 2100 Marl Znjchr 1021,23 Mari lot1 bisherige Aussicht $ronff Frankfurt a. Essektenfreiverkehre Ä Vornan w Copyright by © 20 ftortleßung. ®en Entwurf zum ^-enrat mitgebra« Wöen. JanS-Achin sehr beti bringen würbc r°lchungl Auch bQg haben, war Freude empfand c üb« bas andere. Nachdem die Pnrf AlsÄ?"banb schiedete K Aose. ' dieser und klan2 ^9C la zu einnÄs^^a •wgen’frt?11 V Mrb ach LL-„> brr b°ßegnen. ° MißJM des ^ilen in-!s"Ses -Cie warton ^es q beiaK 5ti W Blei?: ÖQ6 Wirtschaft 20 Öortlefoung Nachdruck verdaten. ^Würde sie darauf reagieren? Wieder lauschte er. Sekundenlang war nicht die Don brennender Sehnsucht nach ihr überwältigt, sprang er auf und gab das alte Klopfzeichen. „Ich bin überzeugt davon, daß im nächsten Iahre^ ihr Bild in der Illustrierten sein wird." erwiderte Hans-Achim und schnell. „Schon möglich", verabschiedete sich s leiseste Bewegung über ihm wahrnehmbar Aber dann ein huschendes Hin und Her, ein behutsames Oeffnen und Schließen einer Tür. HanS-Achim hätte jauchzen mögen vor Freude Er schaltete daS Licht ein, nahm seinen Hut und schlich sich ouS der Wohnung Auf der Treppe holte er Helene ein. Obgleich es im Treppenhause dunkel war, erkannte er sie. Schweigend verließen sie das Haus. Schweigend schlugen sie den Weg ein, den sie unzählige Male miteinander gemacht. Still und menschenleer war die Straße Aur dort, wo diese in einen Park endete, begegneten sie hin und wieder einem Liebespärchen. Eine bedrückende Schwule lag in der Luft. 3m dunklen Blau des Himmels flackerten die Sterne, älnd im Buschwerk, das den Park umgab, spielte ein leiser Wind. .Es wird Regen geben", sagte Hans-Achim. Helene antwortete nicht. G6 schien, daß sie seine Bemerkung nicht gehört. .Wollen wir uns hier auf eine Bank setzen. Lene?“ i eines Loses. i tragikomische Geschichte B, die den Stoss zu einem perette aeben lonnk,tttrD »en Stadt Arad berichtet, henkte seiner Araut tw Verlobung gmg nach M M« Itmk 4 ■U Äl"Ä£* nach der Wohnung Km ielralto * ^ besEN- Der 0u o, t.ru fi» und chren nflMÄoer aus dem ,en Aachsotger> . ,Laftkr°ftvag°n^L s lelcgr** I« bie .4 Dann sturm» '" 9Jann, sSs Leiden, st» |it den &£•»■■•? getDonn^e r der -HS-tz •jfäsfffr । nut Von Geld undMe Vornan von Grete von Goß. Copyright by Utartin Feuchtwanger, Halle Gewerbe- und Landwirtschastsbanl in Buhbach. ® b a $ • 221 8^br. Unter Leitung des Aufstchtsratsvorsitzenden. Fabrikant Lou.s 3 o u tz. fand gestern die Generalversammlung der hiesigen Gewerbe - und Landwirtschaft»- b a n t statt. Aus dem Geschäftsbericht ist zu ent- nehmen, daß der Gesamtumsatz 25 Millionen gegen 33 Millionen im Vorjahre betrug. Die Spareinlagen betrugen 610 000 Mark, gegenüber 631 000 Mark i. B.. die Bilanzsumme belief sich auf 857 000 Mark, gegen 896 000 Mark i. B. Der Reingewinn beztsfert sich nach verschiedenen Abschreibungen auf 12 209 Mark, gegen 15 400 "lark i. D. Die Geschäftsunkosten erfuhren eine Senkung von 33 900 Mark auf 30 700 Mark. (Persönliche Unkosten 21 262 Mark, sachliche 6963 Mark, Steuern 2483 Mark.) Die Abhebungen wurden durch Reueinzahlungen wieder ausgeglichen. Bankkredit wurde nicht in Anspruch genommen. Kündigungen auf Sparkonto lagen nicht vor. Die eigenen Wertpapiere, die durchweg mündelsicher lind, sind mit 45 000 Mark eingesetzt. Die Gesamthastsumme der Mitglieder beträgt 602 000 Mark, die offenen Reserven stellen sich auf 56 000 Mark. Einschließlich 116 000 Mark De- schästsguthaben beträgt die Gesamtgarantiesumme 775 000 Mark. Der Mitgliederbestand betrug am 1 3anuar 506 mit 602 Anteilen. Die Bilanz schließt ab mit 857 120.45 Mark, die Gewinn- und Derlustrechnung mit 103 290 Mark. Der Rein- geminn von 12 209,56 Mark wird wie folgt ver- teilt: 6609.60 Mark = 6 Prozent Dividende. 1151 Mark Abschreibungen auf Einrichtung-- konto, 1327.73 Mark Zuschrift auf ReserfondS. 2100 Mark Zuschrift auf Spezialreservefonds. 1021,23 Mart Bortrag auf neue Rechnung. Der bisherige AufsichtSrat wurde wiedergewählt. Frankfurt schwankend. Frankfurt a. M., 23. Febr. Zu Beginn deS Efsektenfreiverkehrs von Bureau zu Bureau Mutlos und traurig sah er dann zu Hause in seinem Zimmer. 3n dem Zimmer über ihm rührte sich nichts. Helene war wohl jetzt mit den Ihren im Wohnzimmer. Rach dem Abendessen suchte sie gewöhnlich erst ihr Zimmer auf. Er wartete darauf. Mit hinter den Kops verschränkten Händen lag er auf dem Rücken, starrte zur Zimmerdecke hinauf und wartete, daß Helene in ihr Zimmer kam. Heute werde ich ihren Schritt zum letzten Male Heren, dachte er. zum letzten Male Lenes Rahe- sein spüren. Wenn ich von der Reise zurückkomme, wird sie nicht mehr hier sein. Wer weih, ob ich sie je im Leben Wiedersehen werde? Bei diesem Gedanken überfiel ihn plötzlich eine unerträgliche Unruhe. Er sprang auf, lief in seinem Zimmer auf und nieder. Auf und nieder — auf und nieder. Endlich ließ er sich erschöpft in einen Sessel fallen, barg fein Gesicht in die aufgestühten Hände und lauschte in die Stille hinein, die ihn umgab. Lange saß er so. Die Standuhr im Speisezimmer schlug zehn Uhr. Die dumpfen, lang nach- yallenden Schlage drangen bis zu ihm. Bald nachdem sie verklungen, ging oben eine Tür. HanS-Achim hob das Gesicht aus den Händen, lauschte mit angehaltenem Atem. Kein Zweifel, Helene war soeben in ihr Zimmer getreten. Er hörte deutlich ihren leichten Schritt. der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden. Metzgermeister Fr. Schmitz und Metzgermeister Ehr. Wagner, wurde in der üblichen Weile geehrt. Der Dorsinende. Deterinärrat Dr. J u ch s erstattete den Jahresbericht Der MtglieDerftand »ft ziemlich unverändert geblieben; er beträgt ge- aenwärlig 97. Einige bedürftige ältere Mitglieder konnten vorn Verein bzw. von dem Hafsia- verband mit einer ansehnlichen Deihnachrsgabe bedacht eerberv Die Rechnung schloß mit einem kleinen Heberfchuß ab. il. a. beschäftigte man sich noch mit Der Gründung einer 3ugenvgruppe Kreis Friedberg. « K.rchgöns, 23 Sehr. Der Geflügel- "I^K<»ninch«nzüchterverein a ö n 4 hielt dieser Tage feine 24. Deneralverfamm- lung ab. Der Ehrenvorsitzende Gerhard hieß die Mitglieder und Gäste willkommen und gab fobann den Geschäftsbericht bekannt. 8r bankte bor allem den Mitarbeitern, die zum Gelingen der 14. Lokal-Ausstellung beigetragen haben Die Svane. von Lehrer Müller geprüft, wurde in befler Ordnung befunden und dem Rechner Ent- laftung erteilt. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. 3m Geschäftsjahr 1931 waren eine xrei4tagung, vier Mitgliederversammlungen unb zwei Dorstanbsfltzungen abgehalten worben, v dhrenvorfitzende kam im weiteren Verlauf Der Versammlung auf die große Bundes-AuS- "^lung 'n Leipzig zu sprechen und gab einen :Rudüld .Quf die dabei geleistete Arbeit. Ein Gast aus Butzbach forderte die Mitglieder auf. weiter- bin treu zur Sache zu stehen. 5m Anschluß daran fanD eine Verlosung guten Zuchtmaterials statt. herrschte wieder stärkste Zurückhaltung, doch nannte man bie ersten Kurse nur wenig verändert, später charakterisierte sch die Tendenz aber meist als etwas schwächer. Rennens- werteS Geschäft kam dabei nicht zustande, und die Kurse dürsten in der Mehrzahl nur herunter- gesprochen worden sein, da es der Spekulation vollkommen an Anregungen fehlte Die Reu- Yorker Börse war geschlossen, und der heutige Reichstagsbeginn verursachte allgemeine Passivität. Die Bankensanierung wurde zwar lebhaft besprochen, doch müsse man erst die Auswirkungen abwarten. Rachdem gestern nachmittag einige Spezialwerte noch stärker anziehen konnten, bröckelten sie heute vormittag etwa um 1 bis 2 Prozent ab. Weiter sehr fest blieben Barmer Bankverein, die nur noch wenige Prozent unter Pari halten. Auch für Schiffayrtspapiere machte fich etwas 3nteresse bemerkbar, Hapag unb Rorbdeutscher Lloyd zogen je 1 Prozent an. Gegen Mittag wurde die Haltung allgemein etwas freundlicher. da kein größeres Angebot herauskam. Die Spekulation nahm einige Rückdeckungen vor, daneben wollte man auch kleine Meinungskäufe beobachtet haben. Besonders 3G.-Farbenindustrie und Reichsbank waren gefragt und etwa 1,5 Pro- »ent bzw. 3 Prozent höher Die übrigen Märkte verzeichneten nur leichte Kursbesserungen. Der festverzinsliche Markt zeigte nach anfänglicher Vernachlässigung ebenfalls freundlichere Tendenz, auf den meisten Gebieten stellten sich 0.25- bis O.öprozentige Besserungen ein. Die älmfätze blieben jedoch auch hier eng begrenzt 2luch im weiteren Verlaufe blieb die Tendenz für Spezialwerte ausgesprochen f c ft, ohne daß jedoch ein Motiv hierfür angegeben wurde 3m Vordergründe deS 3nteresses blieben 3G -Farbenindustrie und Reichsbankanteile, die abermals je 3 Proz nt arzogen. Ausfallend vernachlässigt waren Elektrowerie, die die Aufwärtsbewegung nur zögernd mitmachten, lediglich Siemens waren besser beachtet. 3m Spätnachmittagsverkehr wurde die Lage wieder unsicher, die Kurse bröckelten etwas ab Den Entwurf zum Ehekontrakt hatte der Kommerzienrat mitgebracht. Er war von ihm gemacht worden. Hans-Achim erfuhr nun erst, daß seine Braut ein sehr beträchtliches Vermögen in die Ehe bringen würde. Eine angenehme llebcr- raschungl Auch daS Bewußtsein, keine Schulden mehr zu haben, war angenehm beruhigend. Aber Freude empfand er weder über das eine noch übet das andere. Rachdem die Lache beim Rotar erledigt war, bat Hans-Achim feine Braut, fich verabschieden ju dürfen. „3a, geb nut", sagte sie. „Gs ist mir auch lieber, ich bin heute abend frei. Es gibt vor der Reise noch allerhand zu tun." Als er sich von seinem Schwiegervater verabschiedete, sah dieser kopfschüttelnd von ihm aus Rose. „3hr seid ein merkwürdige- Brautpaar! Rach einem solchen Tage läuft man doch nicht fo fang- und klanglos auseinander. Eben wollte ich euch zu einer Flasche Champagner einlaben." „Verzeih. Pc^>a — ich bin müde." Hans-Achim fühlte, daß er im Augenblick nichts Dümmere- hätte sagen können. Der Kommerzienrat lachte schallend. „Run, dann geh schlafen, mein 3unge. Also morgen früh um acht Uhr ist Schadow mit dem Packard vor eurem Hause. Hoffentlich hast du bi» dahin ausgeschlafen." Hans-Achim ging die Leipziger Straße in der Richtung Friedrichstraße hinaus. Es war einDier- fei nach sieben Uhr. Er dachte daran, daß Helene jetzt aus dem Geschäft kam, und hoffte ihr zu begegnen. In der Rähe des Goldmannschen Geschäftes sprach ihn ein junges Mädchen an, das er früher zuweilen in Helenes Gesellschaft aefehen. „Eie warten auf Fräulein Hchadow?" Er bejahte. „Da warten Eie vergebens. Seit einer Woche kommt Fräulein Schadow nicht mehr ins Geschäft. Eie geht doch zum Film. Wissen Eie das nicht?" „Doch — ja, das weiß ich." „Auch daß sie nach Hollywood geht?" „Auch da- weiß ich." „Ra ja, da hat sie so viel mit ihren Reisevorbereitungen zu tun. daß ihr keine Zeit für Gold- irann Löhne bleibt. — Die Lene ist beneidenS- trert", fügte sie hinzu und zeigte beim Lachen ihre weißen Zähne. Aus dem Iah re-bericht des Vorsitzenden ging hervor, daß der Verein im abgelaufenen Jahre et"e rege Tätigkeit entfaltete Reben mehreren Vortragsabenden wurde auch praktische Arbeit ^mpsropfen und Schädlingsbekämpfung geleistet. Mit Befriedigung kann der Verein am ,^rt^6l°el“n^ne ObRaußftellung Im Herbst xu- ruckbllcken. D,e Rechnungsablage ergab einen fiel» nen Lleberfchuß. Oberforftmcifler i. R Schnei» anerkennenden Worten die Tä- rigkeit de« Vorstandes, dessen Wiederwahl ein- °Lt*^licbcn demnach Land- torrtschafts-Assessor Dr. Dächer als Vorsitzen, der. Kaufmann Schweißguth als Rechner; 2” Posten eines Schriftführer- übernahm an de« verzoaenen Landwirtschaf t»-Assessor» Sunt ^erus-fchullehrer Geng nagel. als ^^''ber blleben weiterhin Fabrikant Heinrich Schmidt III.. Fabrikant Gg. 21 l m e n din g er unb Frau Emma Robert. Hierauf sprach Obst- vauinspektor S n k l e r (Gießen, über .Welche Leh- rfnc ''Ä au« dem Obst- und Gemüsebau 1931 zu .Mebcn?" U. a. empfahl er beim Obstbau Belchrän- rang der Sortenauswahl. Pflanzung von anbau» würdigen Sorten, beim Gemüsebau wies er auf Die Bedeutung der KrankheitSbekämpsung hin. Sine rege Aussprache schloß fich an den Vortrag an. Es wurde noch beschlossen, im Lause de» ©ommer« einen Vortrag von Obstbauinspektor Metternich (Büdingen) zu hören, der über Verwendung und Derweriuna de» Obstes im «au«f)clt sprechen wird. - Am Samstagabend lm -Hessischen Hof" die Hauptversammlung des Krieg er verein» statt. Da» Andenken ÄS t l^eniäf) iQ «f AM en|iung fütt6.ani*rt5 3 der ju?!4 mufte ; Ln flctoäblfto^tu*9, %rate «Ms Sfr Ä”10‘ Ätt Ä". fc asodtii* “«■ «st -oatzenborn-Stein- )e leine Iahreshauplder- prfiöenbe gab einen De- .oufene Derein-jahr tin6 i J* Juhballmannfchait Wt QUe. dah fit durch und den stets betolefentn bet Saunaffe A erringen '"erstattete stafsenbericht ianö der finanziellen 2er* °uS. Die Mgliederzadl ■ n^te 1831 haben die ein» tc rege Sj-lelMgleit ent» ft bestntt 44 Spiele, ge» 1 unÖ beendete 5 unenf* Itnii lautet 186:44. Die gesamt 23 Spiele auf, d fpielte dreimal untnt« 40:44). Die Wtt- & Lpieien 4, verlor 1 dreimal unentschieden. Verhältnis. Der herein seiner Mannschaften sehr r.Febr. Bei der Qleu» Wald» und Feld» e gab Herr M Kaiser ist für den ganzen W» >. Seither wurden für die gejagt. Angesichts dieses des wurde der Zuschlag Febr. Am Freitag hielt > Gartenbauverein e Hauptversammlung ab. Devisenmarkt Brrlin — Frankfurt a. HL Banfnolcn für dich, Han» 2! tapfer! Warum muhte ich dieses das mitteilen zu können, _ ____, gefreut, ihm ihre Hilfe anbieten zu können. .Siehst du. Hans-Achim. ich bin gar nicht tapfer! Ich hätte zu dir kommen und Dir sagen sollen: Hans-Achim. nun sind wir auS allen Rpten. Ich werde jetzt bald so viel verdienen, „3a, setzen wir uns", sagte sie. HanS-Achim führte sie zu einer Dank, die tief im Grünen versteckt war. Er begann zu sprechen. 3ch danke dir. Lene, daß du gekommen bist — daß du mir Gelegenheit gibst, dich noch einmal zu sehen." Seine Stimme klang unfrei, und es war ein leises Beben in ihr. Helene fühlte: er war stark erregt. 3ch muh ihm helfen, dachte sie, und sagte unbefangen: »3ch bin gern gekommen, Achim. Denn es war auch mein Wunsch, dich noch einmal zu sehen, bevor mir auseinandergehen." Sie wandte sich ihm ganz zu. Weih leuchtete ihr Gesicht aus der Dunkelheit. Hans-Achim bemerkte erst jetzt, daß es schmal geworden war. Er faßte nach ihrer Hand. „Lene, kannst du mir verzeihen, dah ich dir da» angetan habe? Herrgott, Lene, ich bin fo verzweifelt darüber, dah ich dich enttäuschen muhte! Dah durch meine Schuld eS dahin gekommen ist, daß wir für immer au-einandergehen müssen." „Für immer?" wiederholte sie. .Wer weih das, Achim?" Das ergriff ihn so mächtig, daß seine Augen preßte und stöhnte. »Herrgott, Lene, du bist so kann ich nicht so fein? Warum Leid über un- bringen?!“ „3ft das Leid Denn fo groß Achim?" fragte sie leise. Er lieh seine Hand, die die ihre umschlossen hielt, sinken und sah Helene mit hoffnungslosem Blick an. -Lene, so groh — fo unsäglich groß!" Wieder war das Zucken um ihren Mund, und ihre Finger schlossen sich fester um die seinen. bab wir all deine Schulden bezahlen können. 2ber ich wagte eS nicht, weil ich fühlte, du gingest mit aus dem Wege. Unb groß bin ich nun schon gar nicht — ich muß dir daS gestehen, damit Du kein falsches Dill» von mir haft. Stundenlang habe ich in meinem Zimmer gesellen. Relchsbankdlekont 7 o. fj. tomdardjinefuß »oh. (Starte Zurückhaltung in Berlin. Berlin, 24. Febr. lWTB. Funllpruch.) Aus Grund der Meldungen über die gestrige Reu- Yorker Börse, an der die Makler ihre Kundschaft Zur Vorsicht gemahnt hatten und Die auf einen schwächeren Ton gestimmt war. herrschte im heutigen Telephonverkchr, dem letzten vor der Börseneröffnung, sehr starke Zurückhaltung. Man hörte meist nur nominelle Kurse. Die teilweise noch unter Dem gestrigen Abendniveau lagen und die bekanntlich vom ReichSbankmarkt ausgehend, ein Abslauung erfahren hatten Hier verstimmte, daß die für gestern erwartete Divi- bendenentfcheidung eine Verzögerung erfährt, was die Mitläufer zu Realisationen veranlaßte. Ein weiteres Llnsicherheitsmoment blieb die Innere Politik, zumal die wenig erfreulichen Reichs- tagsdebatten die bestehenden Gegensätze in Erscheinung treten lallen. Richt zuletzt mahnte aber auch die morgige D ö r s e n e r ö f f n u n g zur Zurückhaltung. Der Börsenvorstand hat zwar versucht, örefutionen soweit wie möglich zu vermeiden. waS die Praxis aber bringen wird, bleibt abzuwarten. Vor allem könne ja die Kundschaft auch freiwillig zu Verkäufen greifen. Gerade für die nächsten Tage sei wiederum eine Reihe von Versteigerungen angesetzt, mit relativ großen Posten von Wertpapieren, wa» zumindest zu Bedenken Anlaß gebe. Auch im heutigen Telephonverkehr kam fast auf allen Märkten Ware heraus, besonders die in der letzten Zeit gestiegenen Kurse gaben Anreiz zu Gewinnmitnahmen. Während Bankaktien im allaemeinen noch ziemlich widerstandsfähig lagen, büßten Reichsbankanteile etwa 2 Prozent ein. und Barmer Bankverein gaben um etwa 6 Prozent nach Schiffahrtswerte waren noch ziemlich freundlich. Kaliwerte waren um 2 bi» 3 Prozent abgeschwächt. Montanpapiere, auch Braunkohlenwerte. 2 bi» 4 Prozent schwacher. Für letztere verstimmte Wohl die Dividenden- reduktion bei Ilse. Ebenfalls enttäuschte Divi- dcndenhofsnungen sollten die schwache Veranlagung der Eharlottenburger Wasser-Aktien begründen, während die abbröckelndc Tendenz der Auslandwerte auf die Schwäche der Ausland- börsen zurückzusühren war. Eine Weile sahen sie so in tiefem Schweigen. Dann tagte Helene: „HanS-Achim. wenn ich das Scahnt hätte — vielleicht hätte ich dich doch davor cwahrcn können, diesen Schritt zu tun." Unb dann erzählte sie ihm. tote sie zu ihrem Engagement gekommen und von den großen Einnahmen, die sie haben würde — und tote sie hend für Abend Darauf gehofft hatte, Achim teilen zu können, und wie sie sich darauf •Mitte« Roue......... Rianishltt Rotte........ stULnl-ts», Re-re........ Jtellrni1tf>t Rctrn ........ fceTrrtotld’e Rette........ fctuKtf-Ceflerrrte, | 100 ELMtM RumtailAf Rette....... •AwtMld>e «etre........ M vrUrt Reite......... epenfldvr Roten......... UngarifdH Roten ....... Groß und ernst blickte fie ihn an. Aber um ihren Mund war ein Zucken. Hans-Achim sah es Er sah auch, daß sie sich mühte, es festzuhalten, er ihre Hand an U 3tNw 24 ■mt XetiervM Mr •ft» rw C .593 6.633 6.647 41.M 50 05 49 95 50 05 »uMpet . . 12.465 12.445 12.445 12.445 54 M 57.(4 56 M 57.06 €ifu . . 3.057 3 'M 3.057 3 043 KT* : 170.23 170.57 169.«3 170.27 73.22 79 31 79.27 79 43 RrprnUjrs . 40.27 »0 43 9 52 •0 M Clo.-bNBi 11.02 11.11 90.92 4104 Cuero« Sirr« 14 59 14.63 4.(4 14 64 1 021 1 032 1.029 1.052 Rraoitf 42« 4.217 4 2« 4.217 Cnibrl 51.59 51 TI 51. M 54.66 .lidiTte . . . 21.M 21.92 21.14 21.92 fatU . . 1t 55 'S 53 ’6 55 16 59 42.04 12.11 82.00 42.16 c per Im 32 67 32.73 32.67 32,73 teil l« . . 1? 07 12 23 92.07 92.23 Kt!,«.: 1.419 0.250 1.411 0.252 1.409 0.250 1.411 0.252 Ä” 7.463 7.477 7 463 7.477 1.3 29 13.31 13.29 13.31 Siiö TW«» ' 4.23""' 4.12 51.43 54.67 40.09 40.41 14.55 .4,61 16.51 16.57 16? 46 170.54 21.46 21.94 79.04 79.34 2.49 2.51 80.84 11.16 81.44 42.16 32.53 32.67 — iyrantiurfer (Uctrcibcbimc. Frankfurt a. M., 24 Febr. Es wurden notiert Wetzen 256 bi» 257,50, Rogaen 227.50, Sommergerste (für Brauzweckei 185 bi» 187.50. Hafer (inl.) 152 bi» 160; Weizenmehl, füdd. Spez.0 mit Austauschweizen 38 btS 38.05. dasselbe, Son- dermahlung 36.25 bi» 37.20, Weizenmehl. Niederrhein.. mit Austauschweizen 38 bi» 38.70. dasselbe. Sondermahlung 36,25 bi» 36,95. Roggen- mehl 31,75 bi» 32.50, Weizenklete 9.25, Roggen- kleie 9.75 Mark. Tendenz befestigt______________ WU klÄ’ Schalten all Mt «ü bei ferfSU! Rnö ich f*$ »ur § Ä'6'6 M