Hitlers Antwort wird heute erwartet Landnöten dingungcn einfdjräntcn. m Erörterungen der presse 80UA rncl Elfte große nicht die zweite Frage. Mann, der eine große Verantwortung durch B c hinsichtlich der fort, „bitte ich Hitler hat am d i e ganze Mrerbesprechung im Kaiserhos. Tie NSDAP, arbeitet eine Tenkschrist aus c so uneingeschränkt »u einem Stiefbruder in stehen scheinst und ich nöchte dich ganz allein eden Gedanken vm seih das meiner über- 'Ute sie in seine Arme i folgt.) Berlin. 22. Rov. (Lil.) In unterrichteten Kreisen hatte man am Dienstagabend den Eindruck, daß eine endgültige Entscheidung möglicherweise auch am Mittwoch noch nicht erfolgen werde, da man sich immer noch im Stadium der Borfrage befinde, wie der Auftrag des Reichs- Präsidenten an Adolf Hitler für die Regterungs- Praxis eigentlich gedacht sei. Selbst wenn also Hitler am Mittwoch den Auftrag im Sinne einer parlamentarischen Mehrheit sbildung als undurchführbar ablehnen würde, könnte dies in einer Form geschehen, die die Kandidatur Hitlers für den Reichs- kanzlerposten noch keineswegs erledigt. Es sei denn, daß sich der Reichspräsident anders entschiede. So meint die „Germania", daß die Beratungen eine deutliche Entwicklung von dem parlamentarischen „ sidialkabinett zeigten. Wan mühte die Ant- wort des Staatssekretärs Meißner in vollem Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undsürdenAn» zeigenteil i. D. TH.Kümmcl sämtlich in Biegen. eingehen, die man ihm bei Mission auferlegte? war Antwort: „Man darf einem Aufgabe und damit eine übernimmt, diese Aufgabe Jetzt und später ist gut besorgt, üchenausstattung. ige Frau weiß, wie janze Hausrat ist. ersten Mittag* „Sie' es merken. -Sie für die Aus* ensorgfältlgauch mmengestellt bei Häuser aldsgarten uf 2145/2146 zum Prä Arbeitenden dieses Unternehmen« oder dieser Behörde verabfolgten Lebensmittelkarten und Industriewarenkarten sowie das Recht der Benutzung der ihm in den Häusern dieses Unternehmens oder dieser Behörde zur Verfügung gestellten Woh- nung zu entziehen. Die Sowjetrepublik geht mit dieser Verfügung weit über das in Kulturländern übliche Maß des Zwangs zur Leistung einer vertraglich übernommenen Arbeitsverpflichtung hin- aus und verhängt einen summarischen Arbeitszwang. Wer sich diesem Zwang nicht fügt, oder auch nur einmal nicht fügt, wird mit dem Hungertode bestraft, denn es werden ihm die Lebensmittelkarten entzogen und es wird ihm die Wohnung genommen. Dom Standpunkt der bolschewistischen Weltanschauung aus ist es verständlich, wenn die Sowjetregierung die schärfsten Strafbestimmungen für Arbeitsverweigerung trifft, aber wie verträgt sich die Rotwendigkeit zur Verhängung so schwerer Strafen mit der Behauptung der Kommunisten, daß der russische Arbeiter Freude an der Arbeit hat, die Arbeit für ihn kein Zwang mehr ist, sondern ein Bedürfnis? Meißners Antwort. Berlin, 22. Roo. (OB.) Bon gut unterrichteter Seite erfahren wir über den Inhalt des dert weiter von den Faktoren der Rechten, wie t(on den amtlichen Persönlichkeiten unter allen Umständen ehrliches Spiel mit Hitler. Der „Tag" berichtet, daß in den kritisierenden Gegenfragen Hitlers an Meißner gegen d i e Bedingung der Beibehaltung des Wirtschaftsprogramms entsprechend der bisherigen Rotverordnung nichts cingetoen* bet worden sei. Oie Nationalsozialisten wieder im Bayerischen Landtag. München, 22. Nov. (TU.) Im Bayerischen Landtag, der am Dienstag nach langer Pause wieder zu einer Vollsitzung zusammentrat, wurde mit allen Stimmen gegen die der Sozialdemokraten und der Kommunisten ein Vorschlag des Präsidenten angenommen, wonach die Auswirkung der Vorgänge vom 17. Juni für e r l e b i g t erklärt und den Nationalsozialisten die Beteiligung an den Landtagsoerhandlungen wieder gestattet wird. Hierauf wurde die Sitzung um 20 Minuten unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung hatten die Nationalsozialisten sich auf ihren Plätzen eingefunden. Der Präsident gab dann bekannt, daß die nationalsozialistische Fraktion ihn^u der Mitteilung ermächtigt habe, daß die nationalsozialistische Fraktion nach dieser Regelung ihre beim Staatsgerichtshof eingebrachte Klage zurückziehen werde. Ein kommunistischer Limsturzplan.- 16 Personen verhaftet. Ludwigshafen, 22. Nov. Wegen des Verdachts, einen Putsch geplant zu haben, sind in der Nacht zum Dienstag in Ludwigshafen 16 Führer der Kommunistifchen Partei verhaftet worden. Einzelheiten sind von amtlicher Stelle noch nicht zu erfahren. Dem Vernehmen nach handelt es sich um die Aufdeckung eines über ein größeres Gebiet sich erstreckenden Umsturzplans. Oie Neuordnung des Rundfunks. Berlin, 22. Rov. (WTB. Amtlich.) Rach Abschluß der Reuordnung bes Rundfunks tritt der Rundfunkkommissar Ministerialrat Scholz toic- ter in das Reichsministerium des Innern zurück. Der Reichsminister des Innern hat Ministerialrat Scholz seinen Dank für die hingehende und erfolgreiche Arbeit bei der Reuorbnung bes Rund- funks ausgesprochen. Mit der vorläufigen Vertretung des Rundfunkkommissars ist bet Rundfunkreferent im Reichsministerium des Innern, Oberregierungsrat Dr. Conrad, beauf* I tragt worben. anzuwendcnden Methoden." „Bei Gelegenheit", fuhr Schacht Sie, folgendes zu veröffentlichen: 13. August nicht gesagt: Ich will Macht, sondern: Ich will die ganze Verantwortung! Wird Hitler jetzt nicht Kanzler, dann wird er es in vier Monaten. Er kann war- nisterpräsident seinem österreichischen Kollegen besonders kräftig die Hand schüttelt. Böswillige Gemüter könnten daraus herauslesen, daß Boyern sich für alle Fälle bereits eine Rückendeckung zu schaffen sucht ... Wenn man die Berichte kommunistischer Zeitungen über Arbeitsverhältnisse in Sowjetrußland lieft, bann wirb der Eindruck erweckt, als könne es für den Arbeiter nichts schöneres aus der Welt geben, als fei der russische Arbeiter zur Arbeit um ihrer selbst tollen bekehrt, als befände sich der Arbeiter in einem Paradies, in dem es eine Lust zu arbeiten sei. Aber ganz fo ist es doch nicht. Das Vergnügen bes russischen Arbeiters an ber Arbeit im Kollektiv muß doch auch hin und wieder mit exemplarischen Mitteln wachgehalten werden. Die Zeitungen veröffentlichen einen Erlaß der Zentralexekutive zur Stärkung der Arbeitsdisziplin, in dem es heißt: Ein Arbeitender, ber auch nur einen Tag ohne triftigen Grund nicht zur Arbeit erscheint, ist aus dem Unternehmen oder der Behörde zu entlassen und ihm das Recht der Benutzung der ihm als kanzler werden kann und das ist Adolf Hitler." Wird Adolf Hitler auf die Bedingungen ' der Uebertragung der ten." lieber Währungsfragen gefragt, erklärte Schacht: „Irgendwelche Befürchtungen hinsichtlich eines Abgleitens ber Währung brauchten so lange nicht gehegt zu werden, als der Zah lungsverkehr mit dem Ausland von hoher Hand geregelt wird. Es wird also alles daraus ankommen, den Deoisenverkehr nicht eher wieder freizugeben, als bis durch eine a u s g c glitt) c ne Zahlungsbilanz die Mark ihre Parität bewahren kann auch im internationalen Zahlungsverkehr." h hei uns Abschuß nm sich daran» enUg' K}eii einen odernes ; machen ^n. en daher ab M ; glMW Berlin, 22. Rov. (ERD.) Rachdem die Antwort des Staatssekretärs Dr. Meißner an Hrtler übergeben worden ist, lag der Schwerpunkt der Entwicklung jetzt wieder im Kaiserhof. Gegen 16 Mr hatte dort eine Sitzung Hitlers mit seinen engeren Parteifreunden begonnen, in der nun beraten wurde, ob und in welcher Form Adolf Hitler dem Ersuchen bes Reichspräsidenten folgen wirb. Praktisch und intern scheint bie Entscheibung bereits in bieser Führerbesprechung gefallen zu fein, bie bis zum Abend dauerte. Wie behauptet wird, ist es zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Auffassungen gekommen. Das Ergebnis der Besprechung war schließlich, daß eine Kommission eingesetzt wurde, die eine Denkschrift ausarbei- t e n soll. Diese Denkschrift soll eine lange sachliche Darlegung sein, in der zu den fünf bekannten Bedingungen des Reichspräsidenten Punkt für Punkt Stellung genommen wird. Im ganzen soll die Denkschrift den Rachweis enthalten, daß unter diesen Bedingungen eine parlamentarische Lösung unmöglich sei. Daß die Denkschrift recht umfangreich wird, geht auch aus der Angabe hervor, daß sie das ganze Problem auch in staatsrechtlichem und historischem Erscheint täglich, autz« Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: gronlfurt am Main 11686. fei? H du?" A» Platzt oenn das?« fit UXifaMiere, tonnen? $ ’tÄ-US? Lmzieit [on gZ '-ngrn metn ®i||eri" Wen mit kühl« ' zwischen Kurt 2 iS "Eest du dich Eung zwischen § Die Staaten der alten® on au m o n a r - I ch i e entwickeln in der letzten Zeit eine erstaunliche politische Aktivität. Der neue ungarische Ministerpräsident Gömbös hat eine Triumphfahrt nach Rom angetreten. Unmittelbar nach seiner Rückkehr ist der Wiener Kanzler Dollfuß in Begleitung seines Handelsministers Hals über Kopf nach Budapest gereist, nachdem er unmittelbar vorher eine Besprechung miködern bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held in Salzburg gehabt hatte. 'Begreiflich, daß man darüber in Paris nervös geworden ist und schon allerlei unheimlich« Gespenster an der Donau herumgeistern sieht, um so nervöser vielleicht, als inzwischen die Hoffnungen auf eine französisch- italienische Annäherung in die Brüche gegangen sind und Mussolini in den letzten Tagen den Reichstagspräsidenten Döring wie den früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht bei sich gesehen hat. Ob es wirklich richtig ist, hinter all diesen verschiedenen Symptomen einen großen einheitlichen Plan zu vermuten? Kaum. Welche Absichten Italien verfolgt, weiß man ja seit langem. Das Ziel der italienischen Politik geht dahin, die französische Vorherrschaft auf dem Balkan zu brechen und eine Art Dreiecksverhältnis zwischen U n • garn, Italien und Oesterreich zu schassen, das für die Machtverteilung im osteuropäischen Raume entscheidend wäre. Denn ein solcher Block droht d e n Ts ch e ch e n mit einer vollkommenen Einkreisung er droht den Jugoslawen mit einer Absperrung vom Westen und isoliert gleichzeitig Rumänien, kann also, wenn er richtig durchorganisiert ist, tatsächlich die Bedingungen auf dem Balkan diktieren und den französischen Einfluß paralysieren. Dies um fo eher, als das französische Portemonnaie heute nicht mehr so leicht zur Verfügung steht wie in den Jahren nach dem Kriege, einer der Hauptanziehungspunkte also für die Erfüllung der Pariser Wünsche verloren gegangen ist Ab«r Mussolini ist auch viel zu klug, als daß er eine v,—,r— —<, , , . . eine undurchschreitbare Zone des Todes m das Gelände zwischen den Befestigungswerken zu legen vermag. Starke Hindernisse umgeben die Werke und schließen sie gruppenweise zu Inseln zusammen, die auch im Falle eines Einbruchs sich noch lange isoliert halten können. Tief unter diesen Verteidigungsein- ridjtungen breitet sich als weiteres Teil des gewaltigen Befestigungssystems wie eine unterirdische Stadt ein Netz tiefminierter Gänge aus, das die einzelnen Werke untereinander und mit den rückwärtigen Linien verbindet. Durch sie können Munition und Verpflegung von den Hauptgängen aus, deren elektrisch betriebene Fahrstühle auch die schwersten Geschosse aufnehmen können, nach vorn gebracht werden. An diesen Gängen liegen auch mit allen Bequemlichkeiten eingerichtete unterirdische Kasernen für die Bereitschaftstruppen. So hat sich Frankreich einen unverwundbaren Panzer geschaffen, der bis auf Gewehrschußweite an deutsches Land herangeschoben ist. Er ist der Schild, hinter dem sich die mächtigste Armee der West zum lln- griff sammeln soll. „ englisch' j,Tweed8’n andere11 und viel» norg=,,u: richtig, daß der ehemalige Reichsbankpräsident Dr. Schacht dem deutschnationalenPartei- sührer einen Besuch gemacht hat. Er hatte den Zweck einer Vermittlung^ dürste jedoch nicht zum Ziele geführt haben, da Geheimrat Hugenberg auf dem Standpunkt steht, daß nur direkte Verhandlungen zwischen den Parteiführern einen praktischen Sinn haben. Der Weg zu solchen Verhandlungen ist von Dr. Hugenberg in der Antwort an den Reichstagspräsidenten Göring ausdrücklich offen gehalten. Ein ganzer Legendenkranz rankt sich um die Anwesenheit des Herzogs zu Koburg in Berlin. Man spricht davon,' daß er den Versuch machen wolle, die Harzburgei: Front wieder herzustellen. Bisher ist ein solcher Versuch aber noch nicht eingeleitet worden. Schacht für eine Kanzlerschaft Hitlers. Bremen, 22. Nov. (TU.) Der zurzeit in Berlin weilende Chefredakteur der „Nordwestdeutschen Zeitung" Bremerhaven drahtete seinem Blatt eine Unterredung mit dem früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Auf die Frage, ob Schacht Reichskanzler werden wolle, antwortete dieser: „Es gibt nur einen, der heute Reichs- Zusammenhang behandeln soll. Damit soll sich die Denkschrift aber nicht erschöpfen, sondern gleichzeitig sollen auch positive Modifikationsvorschläge für ein Präsidialkabinett gegeben werden, wie eS nach nationalsozialistischer Auffassung unter den augenblicklichen ilmftänten für möglich gehalten wird. Es heißt, daß die Herstellung der Denkschrift unter der Leitung von Staatsminister Frick, Gregor Straßer und Dr. Goebbels erfolgt. Die Entscheidung Hitlers wird dem Reichspräsidenten nicht vor Mitttoochvor- mittag übermittelt. Von nationalsozialistischer Seite wird ausdrücklich betont, daß die Antwort noch nicht fertig ist, daß vielmehr noch an ihr gearbeitet werd«. Hitler ist heute abend in die per gegangen. Der Kaiserhos bietet deshalb auch keineswegs das lebhafte Bild der letzten Tage. Schacht sucht mit Hugenberg zu vermitteln. Berlin, 22. Nov. (CNB.) In politischen Kreisen waren alle möglichen Gerüchte verbreitet. Dazu gehörte die Behauptung, daß Hiller bereits eine Einladung an bie Führer der anderen in Frage kommenden Parteien zu einer Besprechung habe ergehen lasten. Das ist jedoch nicht richtig. Diese Einladung ist nach Auffassung parlamentarischer Kreise zwar der gegebene Weg. Zunächst aber muß Adolf Hitler sich selb st entschieden haben. Andere Gerückte wollen oon Vermittlungsaktionen wissen. Daran ist die Schwierigkeiten übersehen sollte, bie auf diesem Wege liegen. Er hat oft genug gezeigt, daß er warten kann. Das einzig Greifbare von dem französischen Angsttraurn ist daher die Annäherung zwischen Budapest und Wien, die politisch und wirtschaftlich auch aus sich selbst hinreichend begründet werden kann. Die österreichisch-ungarischen Handelsbeziehungen sind alles andere als herzlich. Beide Staaten haben also ein Interesse daran, die Zollschwierigkeiten zu beseitigen, schon um sich finanziell etwas zu entlasten, während auf der anderen Seite Oesterreich, solange die Dölkerbundsanleihe nicht vollkommen in Ordnung ist, alles vermeiden wird, was in Paris unangenehm auffallen könnte. Beunruhigend ist nur für uns die Salzburger Zusammenkunft, an der neben Herrn Dollfuß und Dr Held auch der österreichische Kriegsminister Vaugoin teilgenommen hat. Ist sie eine rein christlich-soziale Angelegenheit, dann wäre dagegen nichts zu sagen. Aber Herr Dr. Held wird es verstehen können, wenn man in Norddeutschland etwas mißtrauisch ist und nicht ohne Bedenken zusieht, wie gerade im Augenblick einer Spannung -wischen Berlin und München ber bayerische Mi- General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Verlag: Vrühl'fche Universitats-vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschästrftelle: Schnlstrahe 7. Aden - da hatte er k?116 er niemals M'W wissen, u;M(ltinen Ange- S» Nm Ä Itate, als n sch w imrne vibrierte' Kbe mich schicht be. 1 W durch mit mir ehrsüchtig bin, rasend n du auch nur einen mn e$ auch der eigene Besonderes Interesse verdient auch bie Veröffentlichung über das geradezu riesenhafte fronzosljche F e st u n g s s y st e m, das sich wie eine chinesische Plauer an der französischen Ostgrenze entlang zieht und jeden feindlichen Einbruch verhindern soll. Ein fein durchdachtes Netz von einander eMnzonden Werken ist an bie Stelle ber alten Forts getreten. Keines bieser Werke ist größer als es ber Raum für die darin aufgestellten Schnellfeuergeschütze, für die Munition und die bewußt schwach gehaltene Besatzung fordert. Da die Bedienung der Waffen leicht mechanisiert ist, genügen nur wenige Verteidiger, um gewaltige Feuersperre auszulösen, die sich wie Wortlaut kennen, um eindeutig feststellen zu können, ob diesem Bestreben der nationalsozialistischen Führung Entgegenkommen gezeigt werd«. In unterrichteten Kreisen nehme man an, daß Hitler zwar den parlamentarischen Versuch ablehne, aber seine Partei fürein Präsidialkabinett unter seiner Führung zur Verfügung stelle. Die „Tägliche Rundschau" hält bereits für seststeheÄ, daß eine rein parlamentarische Krisenlösung für die Rationalsozialisten nicht in Frage komme, ohne daß damit gesagt werden könne, daß die von manchen Kreisen für möglich gehaltene Wiederkehr Papens schon in den Bereich der Wahrscheinlichkeit gerückt sei. Das Blatt unterstellt weiter Herrn v. Papen eine gewisse Tlrheberschaft an den Hitler gestellten Bedingungen; man wolle auf diese Weise die Rationalsozialisten auf ein Gleis manövrieren, dessen entscheidende Weichen man selber besetzt halte, um bei Gelegenheit den notdürftig zusammengekoppel- ten Zug zum Entgleisen zu bringen. Im Gegensatz dazu sagt die „Deutsche Allgemeine Zeitung", daß die ganze Frage falsch gestellt sei, wenn man den Rationalsozialisten einrede, sie sollten in eine „ Falle" gelockt werden. Das Beispiel des Kabinetts Brüning lehre — und damit deutet das Blatt den Inhalt der Antwort Meißners an Adolf Hitler an —, daß auch ein von parlamentarischer Grundlage ausgegangenes Kabinett bei entsprechendem Vertrauen des Reichspräsidenten in die Lage verseht werden könne, sich des Artikels 48 zu bedienen, wenn der Reichstag versage und keine andere Möglichkeit übrig bliebe. Das Blatt for- M276KvÜhausgabe 182. Jahrgang Mittwoch, 25. November 1932 GietzenerAnzeiger Die Kölnische Illustrierte Zeitung gibt in einem Sonderheft eine ausgezeichnete lieber» sicht über den Stand der französischen Rüstungen. Die Zusammenstellung über das „Frankreich in Waffen" zeigt daß vor Deutschlands Toren das Ä“ Ä I Briefe. Bdfruj M, et b.. 21 weiße Infanteriedivisionen (davon eine weiße Bcffrcbcn zeigt, die Fragen Hitlers klar zu be- Koloniatdivision), fünf farbige Infanteriedivisionen, antworten und alle vorhandenen Zweifel zu fünf weiße Kavalleriedivisionen, vier weiße Luft- klaren. Der fiern des Briefes ist in der bereits divisionen, die Reserve general der Korps-, Armee- gcf(crn berührten Feststellung zu sehen: daß der und Heerestruppen, hauptsächlich schwere unb ^bante einer P r ä s i d i a l r e g i e r u n g von schwerste Artillerie, Kampswagen und technische oovnf)6rcin ble Möglichkeit ausschlieht, daß sie Truppen. Dazu kommen elf Infanter.edw.sionen I bcm jübrcr einer politischen Kavalleriedivisionen ohne alle modernen Waffen. Ersuchen des Reichspräsidenten an Herrn HitIler Die halbe französische Friedensarmee steht an den nur auf die Bildung einer Regierung Grenzen von Deutschland und Italien und ist inner- auf parlamentarischer Grundlage behack weniger Stunden ausgefüllt mzd marschbereit, ^ehen. Die Version, wonach Staatssekretär Meih- Die Massen der Divisionen bilden im Innern Frank- ner aud) oon Möglichkeit einer nur tole- reidjs die Wehrpflichtigen aus. Ihnen Hnb bereits I rj€renbcn Mehrheit gesprochen habe, ist im Frieden die Stäbe von weiteren 20 Reserve- ^gegen ge(,t sein Schreiben auch S:na*mrfesten °uMtend°°f * » und fichten läge der Mobilmachung ein schlag- nem Brief zum Kabinett Brüning gez g bereites Heer von vier Millionen Weißen und einer | hatte. Million Schwarzen bis in die letzten Teile verwen- dungsfähiq 25 000 leichte Maschinengewehre, 18 000 schwere ÄG., 1500 Minenwerfer, 3200 leichte und 2200 schwere Geschütze, 4000 Kampfwagen und 5000 Flugzeuge ist die Ausrüstung der ersten Wellen dieses Heeres, dessen Organisation auf den sofortigen und weitreichenden Angriff zugeschnitten ist. Das Aufmarschgebiet in einem Kriege gegen Deutschland soll die in Versailles entmilitarisierte Rheinlandzone bilden, von wo aus der Vormarsch in Richtung auf Mainz und Würzburg angetreten werden soll. Das geht aus den Veröffentlichungen des französischen Kriegsministeriums klar hervor. Oer Anschlag auf -en Zug Herriots. Das 50 km vor Nantes durch Dynamit zerstörte Eisenbahngleis, das der Zug Herriots passieren sollte. Die Zerstörung des Gleises war jedoch durch rote Signallampen angezeigt, so daß der Zug zum Stehen gebracht werden konnte. Die deutsche Gleichberechtigungsforderung in Genf. Fühlungnahme Minister von Neuraths mit England, Amerika und Italien. - Die französische Haltung noch immer ungeklärt. Genf, 22. Nov. (WTB.) Der englische Außenminister Sir John Simon machte heute nachmittag dem deutschen Außenminister F r e i - Herrn von Neurath einen Besuch. Sn einer etwa einstündigen Unterhaltung setzten die beiden Außenminister die Besprechung der Fragen, die bereits am Montag erörtert worden sind, fort. Don zuständiger deutscher Stelle wird zu der Unterredung ausdrücklich festgestellt, daß hierbei die deutsche G l e i ch b e r e ch t i g u n g s - sorderung klar und eindeutig gestellt und daß selbstverständlich der deutsche Vertreter in keinem Punkte von dieser Forderung abgewichen sei. Der Eindruck, daß die englische Haltung gewisse Möglichkeiten für eine Anerkennung der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung bietet, besteht auch nach der heutigen Unterredung weiter, wenn auch in Einzelheiten die englische und die deutsche Auffassung noch auseinandergehen. Auch auf Seiten der Bereinigten Staaten von Amerika und Italiens bestehen keine besonderen Schwierigkeiten. Das Hauvthcmmnis liegt in der durch- ausnoch ungeklärtenHaltungFrank- reichs, dessen eindeutige Antwort auf die deutsche Forderung noch aussteht. Freiherr von Neurath hatte keine Besprechungen mit französischen Vertretern. Morgen wird Freiherr von Neurath Gelegenheit haben, dem italienischen Delegierten A l o i s i und dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz, Henderson, den deutschen Standpunkt nochmals darzulegen. Ob und wann direkte Besprechungen zwischen den Vertretern Deutschlands und Frankreichs in Genf stattfinden werden, ist noch nicht zu übersehen. Die Voraussetzungen für eine Fünfmächte- Zusammenkunft werden insbesondere auf deutscher Seite als noch nicht genügend geklärt angesehen, da die Stellungnahme der französischen Regierung aussteht. Außer der Unterredung zwischen Sir Sohn Simon und Herrn v. Neurath fanden weitere Zusammenkünfte statt. Sowohl der englische Außenminister wie auch der amerikanische Delegierte Normann Davis hatten Unterredungen mit dem französischen Kriegsminister Paul - Boncour. Aus englischen Kreisen verlautet, daß es sich jetzt darum handele, eine Formulierung für die Anerkennung der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung zu finden, die auch von Frankreich als Grundlage für weitere Besprechungen angenommen werde. Sir Sohn Simon hatte hierüber auch Besprechungen mit dem amerikanischen Delegierten N. Davis und dem italienischen Delegierten Alois i. Wie es heißt, dürften dieser Forinulierung gewisse Punkte der Rede Simons im Büro der Abrüstungskonferenz zugrundegelegt werden. Die Hauptschwierigkeit soll aber darin bestehen, daß F r a n k r e i ch e i n e eigene Auffassung über die Frage hat, in welcher Form der deutschen Gleichberechtigungsforderung Genüge getan werden könne, und daß auch diese französische Meinung in dem französischen Sicherheits- und Abrüst ungsplai^ sehr verklausuliert und an Bedingungen geknüpft in Erscheinung tritt. Eine Anerkennung der Grundsätze der Simonrede, auf die es hier hauptsächlich ankommt, hat Frankreich bisher nicht ausgesprochen. Die französische Auffassung. 23qn gut unterrichteter französischer Seite wird mitgeteilt, Frankreich habe seinen großen Plan, in dem die Gleichberechtigungsfrage behandelt werde, bereits sämtlichen Möchten vorgelegt Es sei daher jetzt an Deutschland zu sagen, ob es diesen Plan annehmen wolle oder nicht. Die Haltung der französischen Regierung gegenüber der deutschen Gleichberechtigungsforderung sei keineswegs negativ, jedoch könne diese Frage unmöglich durch ein einfaches Za oder Nein entschieden werden. Die französische Regierung sei zu Verhandlungen zwischen den hauptinteressierten Mächten bereit und würde auch an einer Konferenz der vier oder fünf Groß machte teilnehmen. Er st nach eingehender Prüfung des englischen und franzg. fischen Planes durch die hauptinteressierten Mächte könne geklärt werden, ob eine Einigung -n der Gleichberechtigungsfrage möglich sei oder nicht. Eine Behandlung des französischen Planes im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz habe keinen Zweck, solange nicht eine Einigung zwischen den Großmächten erzielt sei. Herriots 2Reife nach Genf verschoben. Paris, 22. Noo. (TU.) Die Reise Herriots nach Genf, die ursprünglich auf den 23. November festgesetzt war, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Herriot hält seine Anwesenbeit in Genf im Augenblick für unnötig, da die Arbeiten der Abrüstungskonferenz kaum vor dem 2 8. November beginnen würden. Auch die 23er» Hinderung Macdonalds, sich nach Genf zu begeben, soll bei dem Entschluß Herriots eine gewisse Rolle gespielt haben. ' Oie Arbeitslosigkeit in England. Die Kernfrage der britischen Innenpolitik steht im Mittelpunkt der Thronrede und der Aussprache im Parlament. Lo ndon, 22. Noo. (WTB. Funkspruch.) Der König eröffnete heute, die Parlamentssession mit einer Thronrede, in der er betonte, daß die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten weiterhin freundlich seien. Für eine weitere verfassungsmäßige Entwickelung in Indien werde die Regierung dem Parlament Vorschläge unterbreiten. Der König sprach die bestimmte Hoffnung aus, daß die bevorstehende Weltwirtschaftskonferenz in der Lage sein werde, Uebereinstimmung über die Maßnahmen zur Beseitigung der Ursachen zu erzielen, die die wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten der Welt herbeigeführt haben. Die britische Regierung werde fortfahren, in voller Zu- sammenarbeit mir den anderen Staaten auf der Genfer Abrüstungskonferenz eine internationale Konvention zu schaffen, die die Grundlage für einen dauernden Frieden bilden könne. In der Thronrede wird weiter auf die Notwendigkeit hin- gcwiesen, die öffentlichen Ausgaben sorgfältig zu überwachen und betont, daß die Regierung alles in ihrer Macht stehende tun werde, um die Erholung der Wirtschaft zu fördern. Die Thronrede beschäftigte sich dann ausführlich mit der A r - beitsliosigkeit, die zweifellos das schwierigste soziale Problem Englands darstelle. Jede Maßnahme für die Arbeitslosen dürfe nicht nur in einer materiellen Unterstützung bestehen, sondern müsse dazu angetan sein, die Moral und die Fähigkeiten der Arbeitslosen zu erhalten, die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn^sich die Gelegenheit biete. Die Regierung werde Maßnahmen beantragen, die sich in umfassender Weise mit der Arbeitslosenversicherung beschäftigen. Die Unterhausdebatte über die Thronrede wurde durch den konservativen Abgeordneten Roy B i r d eingeleitet. Er betonte zunächst Englands Friedenswillen und seine Entschlossenheit, die Abrüstungskonferenz erfolgreich zu gestalten. Alle Länder, so sagte er, müßten auf gleicher Grundlage zusammenarbeiten Er hoffe, daß die Politik der Regierung dazu führen werde, Deutschland zur erneuten Teilnahme an der Konferenz zu bewegen. — Der Führer der Arbeiteropposition, George Lansbury, meinte, die Thronrede lasse die Erkenntnis des Ernstes des Arbeitslosenproblems vermissen. Er richtete an die Regierung auch die Frage, weshalb die Thronrede keinen -Vorschlag zu Der- Handlungen mit dem irischen Volk über den gegenwärtigen Wirtschaftskrieg enthielte. Die Beteiligung Englands an der Weltwirtschaftskonferenz nannte er zwecklos, solange die Regierung keine Aenderung ihrer Zollpolitik vornehme. Lansbury fragte, ob es wahr fei, daß die Regierung auf der Konferenz eine Anzahl Zollerhöhungen oorzufchla- gen beabsichtige Premierminister Macdonald führte in einer scharfen Erwiderung auf die Erklärungen Lans- burys u. a. aus, selbst im Falle einer Besserung der Konjunktur würde die Zahl der Arbeitslosen in England gewaltig sein. Es handele sich nicht um ein vorübergehendes Problicm. Die Regierung werde ihre Vorschläge ohne Verzögerung ausarbeiten. In eingehender Zusammenarbeit mit allen VerwaltUligsstellen und nichtamtliche Körperschaften werde versucht, eine st ä n d i g e Lösung der Arbeitslosenfrage auszuarbeiten. Hauptsache dabei sei die Wiederbelebung der Landwirtschaft. 21 Iles irgendwie brauchbare Land müsse ausgenutzt werden, um einen viel größeren Hundertsatz des englischen Volkes in direkte Berührung mit dem Lande zu bringen, als bisher. Der Liberale Sir Herbert Samuel sprach sich abfällig und skeptisch über die Zollpolitik und die Lttawaer Abmachungen aus. Das Heilmittel liege auf zwischenstaatlichem Gebiet. Die Handelsschranken müssen schleunigt beseitigt werden. Die Weltwirtschaftskonferenz müsse unter allen Umständen Entschließungen gegen jede Zollerhöhung fassen. Beginn der Winterhilfe. B e r l i n, 22. Nov. (WTB.) Nach einer Mittet- lung der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege sind von Mitte September bis Ende Oktober d. S. insgesamt über 29,4 Millionen Kilogramm oder r u n b 3000 Wag. gons Lebensrnittel, Brennstoffe und Kleidungsstücke auf den verschiedenen Gebieten des Reiches für die Winterhilfe von der Reichsbahn frachtfrei befördert worden. Lind zwar sind 400 000 Zentner Kartoffeln und zusammen 43 000 Zentner Fleisch, Obst, Gemüse, Brotgetreide, Mischsendungen usw. und ferner 90 000 Zentner Kohlen und Briketts und rund 55 000 Zentner Brennholz und Torf an die mit der Durchführung der Winterhilfe betrauten Organisationen zur Verteilung für die Winterhilfe gelangt. Minister Warmbold übernimmt eine Professur. Berlin, 22. Nov. (TU.) Wie der „Volksdeutsche Dienst erfährt, hat die philosophische Fakultät der Universität Halle nach vorheriger Fühlungnahme beschlossen, den gegenwärtigen geschäfts- führenden Reichswirtschaftsminister Professor Dr. phil. Dr. h. c. Hermann Warmbold einen Lehrstuhl an der Universität anzubieten. Da Beauftragte der Universität gegenwärtig in Berlin mit Professor Warmbold über die näheren Einzelheiten verhandeln, scheine es festzustehen, daß er s i ch endgültig aus dem politischen Leben zurückziehen wolle, um sich wieder seiner früheren wissenschaftlichen Tätigkeit zu widmen. Theater in Deutschland. 23tm Df. Karl Vietor, o. ö. profefjor der Deutschen Philologie an der (lniversi di Gießen. Der folgende Aufsatz wurde der aus Anlaß des Stadttheaterjubiläums in den nächsten Tagen erscheinenden Festschrift entnommen. In so gedrückter Zeit stellt sich die Frage von selbst, ob wir unsere vielen Theater noch hallen können Ja, es ist wahr, kein anderes Land hat eine solche Menge von Theatern, wie Deutschland. Und es ist weiter wahr, daß in keinem andern Land so gut gespielt wird, auch auf kleineren und kleinen Bühnen. Das ist eine der augenfälligsten und be= wundertsten Kulturleistungen, die Deusschland heute auszuweisen hat. Erstaunlicher Gedanke, daß man eine lange Reise durch Deutschland machen könnte zu keinem andern Zweck, als jeden Abend in einer andern Stadt ins Theater zu gehen In welchem Land gibt es das noch? Ich traf neulich einen amerikanischen Professor, der reift seit langem jeden Sommer durch Deutschland nach diesem Programm: beginnt am Abend der Landung mit dem Bremer Theater, dann geht es weiter über Hannover, Braunschweia, Kassel usw Wenn er nach einigen Wochen in Wien angekommen ist, hat er eine Kunst, reise gemacht, die so nur in Deutschland zu machen ist. In den Vereinigten Staaten, wo es z B nur zwei Opernhäuser von europäischem Rang gibt, hätte er mehrere Spielzeiten gebraucht, so viele Stücke und so gute Ausführungen zu sehen Es ist in Deutschland und nur in Deutschland selbstverständlich, daß jede Stadt von einiger Größe sich ein ständiaes Theater hält Und wenn es in jedem andern Land erlaubt wäre,'da von Luxus zu reden: bei uns nicht Selbst in der gedrückten Gegenwart nicht. Das ist nicht meine, nicht eine Meinung nur: das deutsche Theaterpublikum in feiner Gesamtheit hat so entschieden. Städtische Büh- nen gerieten in Schwierigkeiten: die Bürgerschaft antwortete darauf, indem sie sich in Besuchergemein- den organisierte Der Staat mußte sich aus den alten Residenztheatern zurückziehen: die Städte selbst, so schlecht es ihnen geht, sprangen in die Bresche Sie erhielten die Theater für eine Bürgerschaft, die sich einzurichten gelernt hat und auf vieles 3u verzichtens Aber nicht auf diese Abende im Theater — diese Stunden, wenn durch die Zaube rei der Kunst unser armer, enger Lebensraum sich 3ur Unendlichkeit großer Leidenschaften, großer Schicksale, machtvoller Tröstungen weitet wo die Wichtigsten Anliegen unsrer fragwürdigen Existenz m dieser Zeit näher an unfern Geist und an'unser Herz herangetragen werden, als es die diskutierende Stimme des Zeitungsschreibers ober die überredenden Worte des Versammlungsredners vermögen', und wo endlich der heute fremdeste, der seltenste Ton, der Ton des Lachens, der Freude feine Zufluchtsstätte hat. Die große Theaterliebe, die heute ohne Vergleich dastehende Theaterkultur der Deutschen ist so alt, wie unsre bürgerliche Kultur Lessing, unser erster bürgerlicher Dramatiker von dichterischen Gnaden, ist auch der erste Prophet der modernen deutschen Bühne. Indem er ihrer Entwicklung die hohe Idee des Nationaltheaters als Ziel weist, gibt er ihr zu Beginn schon die Würde einer besonderen Sendung — diese große Idee, die älter ist als die Idee der politischen Einheit Deutschlands Ja, wahrhaft nationalbilbeni) hat das deutsche Theater in den beiden letzten Jahrhunderten gewirkt, ist Schule Kanzel, Schauplatz aller großen entscheidenden Kräfte und Strebungen gewesen, die aus den Deutschen ein einheitliches Volk gemacht haben Und heute? Ich denke, in unsrer kritischen, krisenhaften Lage hat das Theater eine sehr hohe Bedeu- tung Dies zerrissene, hadernde Volk, hat es überhaupt noch eine andere Statte der gemeinsamen überbrückenden, brüderlichen Gefühle, einen andern Jiaum der ausgleichenden, einenden Erlebnisse, als bas Theater? Es ist die am meisten öffentliche, die am meisten gesellschaftliche Einrichtung des Kunst lebens, und eben darum hat es niemals eine wichtigere. ich mochte sagen: eine unmittelbarer praktische Sendung gehabt als heute Denn die größte Not der Geaenwart ist es, keine gesunde, gleichgewichtige Gesellschaftsordnung zu haben. Von der Zeitlage her bekommt so das deutsche Theater eine neue, einzigartige Bedeutung 9n solcher Läge ist es mit ein paar ganz großen Bühnen und artistischen Spitzenleistungen nicht getan. Daß wir in Deutschland so viele kleinere Bühnen haben, macht die nationale Sendung, die das Theater heute wieder in hohem Maße hat, erst möglich. Jede Stabt verwaltet ba an ihrem Teil ein großes Kulturgut, bas allen, bas ber völkischen Gesamtheit gehört — kostbar unb bem Herzen ber Deutschen nah seit Iahrhunberten, aber heute unschätzbar unb ein Instrument unseres Willens nach Erneuerung. Dem GießenerTheater, bas nun ein Vier- teljahrhunbert bas allgemeine Gut ber Nation in unserer Stabt verwaltet, bars man bei Gelegenheit des Jubiläums bestätigen, daß es diese große Aufgabe. welche die deutsche Provinzbühne in ber Ge- genroart hat, klug versteht und mit unermüdlicher Straft immer wieder zu erfüllen weiß Es ist uns. ans Herz gewachsen, unser Theater, in diesen letz ten Jahren Unb es hat uns Einbruck gemacht, baß diese Jahre der allgemeinen Krise unb Lähmung für die Gießener Bühne Jahre der höchsten An- ftrengung, der besten Leistungen waren. Solche Bewährung macht sie uns unentbehrlich auch für die Zeit der Gesundung, der Erneuerung, die ihr und uns bald aufgehen möge Ein Sliegeröroma im Polarkreis. Cinzelheitem über ein Flugunglück im Polarkreis, das eine russische Maschine ereilte, werden jetzt bekannt, nachdem einer der drei Ueberleben- den, der Mechaniker V. S. Ts^echin, nach Moskau zurückgekehrt ist. Tschechin gehörte zu der Besatzung des Flugzeuges „Komseverput 3", das sechs Wochen vor dem Unglück über das Gebiet des Karischen Meeres flog, um hier das Treibeis feft- zustellen. Dann kam die Nachricht, daß die Schiffe der russischen Expedition, zu der das Flugzeug gehörte, den Hafen Igarka verlassen hätten, und das Flugzeug erhielt den Befehl, einen letzten Erkundungsflug über Nowaja Semlja und dem Franz-Josef-Land auszuführen. Fünf Stunden lang kreuzte die Maschine über dem ruhigen Meer und wandte sich dann nordwärts nach 211a- tochkin Schar, der engen Straße, die die Inseln von 21owaja Semlja voneinander trennt. Als das Flugzeug mit seiner Bemannung von sechs Leuten an der Küste von Nowaja Semlja entlang flog, brach ein furchtbares Unwetter los. „Wir flogen gerade über Matochkin Schar, das zwischen Gletschern und mit ewigem Schnee bedeckten Gebirgen liegt“, erzählt Tschechin, „als wir in ein Luftloch gerieten und aus einer Höhe von etwa 60 Meter 30 Meter abstürzten. Der Führer brachte die Maschine ins Gleichgewicht, und wir stiegen wieder höher, aber ein einsehender Sturm drückte uns wieder herunter, und nachdem wir dann wieder aufgestiegen waren, kam die Katastrophe, und aus einer Höhe von etwa 50 Meter fielen wir direkt ins Meer. Es war ein schwerer Auf- fdjlag, rings um uns spritzte das eisige Wasser hoch in die Luft. Die Gewalt des Sturzes brach das Vorderteil des Flugzeuges ab, in dem sich i>er Führer, der Rundfunkmann und ein Mecha- nifer befanden. Dieser Teil sank wie ein Stein und wir haben unsere drei Kameraden niemals wiedergesehen. Die Wogen des eisigen Wassers scylugen über uns zusammen. Mit letzter Anstrengung klammerten wir uns an den Teil der Maschine, der auf dem Wasser schwamm. Unsere einzige Rettung bestand darin, die drahtlose Station an der Tulen-Ducht zu erreichen. Der Sturm lieh nicht nach. Wir waren nah bis auf die Knochen und von den grimmigen Polarwinden umtobt. Die Küste war noch mehr als 1V3 Kilometer entfernt. Wir pumpten ein kleines Gummiboot auf. das wir an Bord hatten, und schwammen mit feiner Hilfe zur Küste. Ich hatte keine Schuhe mehr an, und wir muhten uns den Weg über Gletscher und durch schneebedeckte Täler bahnen. So wankten wir 15 Kilometer weit durch das unbekannte Land, jeden Augenblick in Gefahr, in eine Gletscherspalte zu stürzen, die unter dem Schnee verborgen war. Meine Deine waren gefühllos wie Holz. Die Polarnacht brach herein, und mit der Dunkelheit schwand die Hoffnung auf Rettung. Keine Worte können unsere Freude beschreiben, als plötzlich die Lichter der drahtlosen Station in Sicht tarnen und damit die Rettung." Die Ueberlebenden wurden dann von dem Eisbrecher „Lenin" mitgenommen. Das musikalische Wunderkind. Der jugendliche Geiger Yehudi Menuhin hat bei seinen letzten Konzerten in Berlin wieder große Triumphe geerntet, denn es grenzt ans Wunderbare, wie dieser Knabe die klassischen Mei- sterwerke zu erleben und zu Gehör zu bringen weiß. Seine Entwicklung wird von seinen Eltern auf das Sorgfältigste überwacht, und wenn sich auch das Wesen des Genies nie erklären läßt, so erhält man doch immerhin einige Aufschlüsse über seine Aus- bildung durch einen Brief, den sein Vater geschrieben hat und der in einem Londoner Blatt oeroffenb licht wird Der Vater hebt hervor, daß sich die musikalischen Fortschritte seines Sohnes im Laufe des letzten Jahres verzehnfacht hätten, und zwar nicht nur durch fein eifriges Studium, sondern auch durch feinen Verkehr mit berühmten Musikern Besonders viel hat er in den sechs Tagen gelernt, die Tvscanini, dem großen Dirigenten, bei der Rückkehr aus Amerika auf einem Dampfer verbrachte Der Knabe beherrscht jetzt 48 Konzerte, alle öonaten von Bach, alle von Beethoven, Mozart, «chubert, Schumann, Brahms und vielen anderen. Ziel ist, die ganze Kammermusik, soweit sie für Violine geschrieben ist, durchzustudieren, freilich eine Aufgabe, die fast ein deben in Anspruch nimmt Aber die Musik beschäftigt ihn nicht den sonzen Tag, sondern, wenn er nicht auf Tourne, «st, ind vier Stunden regelmäßig dem Unterricht gewidmet, den er von Lehrern der Sorbonne erhält. Drei stunden wird geübt und 12 Stunden geschla- en Pehudi muh um 20.30 Uhr ins Bett und dann schlaft er bis um 49 Uhr am andern Morgen: manchmal wird es allerdings später mit dem Schlafengehen, aber daß er nachts lange aufbleibt, kommt sehr selten vor Für sein Alter ist er ein ungewöhnlich guter Schachspieler. Die Entdeckung feines musikalischen Genies wurde nach dem Bericht seines Vaters zufällig gemacht, und die Hauptaufgabe der Eltern, die beide von Beruf Lehrer sind, bestehl darin, die natürliche Entwicklung des Knaben möglichst zu unterstützen. Aus der Provinzialhauptstadt um il len Wnd. ,h teStoJ werden. Aber ein wenig unheimlich ist es doch unter den Stadtbahnbögen. Denn alle zwei Minuten bullert ein Zug zu unseren Häupten vorbei, die Decke wackelt, und eine Sekunde lang zittert der ganze große Raum wie Gelatine. (Der Berliner sagt „rote Sülze".) Ob da nicht doch eines Tages uns etwas auf den Stopf fällt? Steine Angst: die Stadt Berlin hat vorgesorgt. Sie hat einen regelrechten Wachtdienst eingerichtet, der ununterbrochen zwischen diesen Katakomben hin und her pendelt. Jeder Riß, jede Senkung, jede kleinste Unregelmäßigkeit wird sorgsam registriert. Damit hofft man, ein Maximum an Sicherheit zu gewährleisten, nicht nur für die Stadtbahn selbst, sondern auch für die Leute in den Caoernen unter dem Stadtbahnbogen. Auch Marburg verspürt das Erdbeben. WSR. Marburg, 22. Rov. Auch hier machte sich das in der Rächt zum Montag in vielen Ortschaften Westdeutschlands verspürte Erdbeben durch Erschütterung von Häusern oder Möbelstücken mehr oder weniger bemerkbar. Die Seismographen des Physikalischen Instituts der hiesigen Universität verzeichneten eine Dodenbe- wegung von etwa 250stel Millimeter. •• Silberne Hochzeit. Das Fest der silbernen Hochzeit ,eiern am Mittlvoa), 23. Rov., Oberpostsekretär Ludwig Keller und Frau Anna., geborene Heil, wohnhaft in Gießen, W.l- helmstraße 47. * Auf gehobene Straßensperre, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club (S. 03. (A. v. D., Gießen): Die Sperre der Ortsdurchfahrt Herbstein im Zuge der Straße Lauterbach—Selters ist aufgehoben. Nachdenkliches Berlin Unpolitischer Brief aus der Reichshauptstadt. 50Jahre Gießener Eisverein Von Landgerichisdirektor i. 5t Echudt. Winterhilfe. W.) Aach einer Mttei« Liga der freien find von Mitte bep« i. 3. insgesamt über 29,4 it tunt) 3000 'Sag. . Brennstoffe und den verfLiedenen Se. ie Winterhilfe von der :dert worden. Und Mr ttoffeln und zusammen Obst, Gemüse, Brot« usw. und ferner 00000 iketts und rund 55 000 )t|an die mit der5urch« e trauten Organisalionen nterhilse gelangt. üöemimmt *r. Wie, 6er Jtottfaufät isopWe ^afultäl der h vvrher'M aenmärhyn Masb« Minister Professor Dr. i Warmbold einn ,1 anzubieten. Da Beaus- enwärtig in Berlin mit die näheren Einzelheilen tzustehen, daß er fim politischen Leben um sich wieder feiner Tätigkeit zu widmen. dem Auge nicht ohne weiteres sichtbaren Körperteile reinigen soll, erscheint nur zu selbstverständlich. Leider kommt es immer noch gelegentlich einmal vor, daß eine Patientin z. B. wegen eines Fuh- leidens den Arzt auffuchl und diesem, wenn er sich neben dem kranken auch den gesunden Fuß entblößen lassen will, entgegnet: „Darauf bin ich aber nicht vorbereitet". Schließlich und endlich sollte niemand den Merkspruch des „Reichsausschusses für hygienische Dolksbelehrung" vergessen, der da lautet: „Der beste Arzt heißt Sauberkeit und wohnt vom Wasser gar nicht weit". DKGS. Vornotizcn. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Wiederholung des Schwanles ..Der Raub der Sa- binerinnen" von Echönthan unter der Spielleitung von Karl CB o l d. 7. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Ende: 22.33 Ahr. Gewöhnliche Preise. — Als 8. Vorstellung im Freitag-Abonnement am Freitag. 25. Rovernber, Wiederholung des anläßlich des ICO. Geburtstages von Vjörnson in den Spielplan aufgenomneuen Lustspiels „Aeber unsere Straft“. Spiel- Peilung: Wolfgang Kühne. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 23 bis 22.15 Ahr. — Anter dem Zeichen des 25. Bühnenjubiläums steht der Sonntag, 27. Rovernber, als offizieller Festtag. 11 Ahr Jubiläums-Festvorstellung unter Mitwirkung des Orchestervereins Gießen mit einem szenischen Querschnitt durch unsere wichtigsten Aufführungen. Ansprachen: Oberbürgermeister Dr. Keller und Intendant Dr. P rasch. 18.30 Ahr zum letztenmal die erfolgreiche Operettenneuheit ..Die Toni aus Wien" in der bekannten Besetzung der Erstaufführung. Ermäßigte Operettenpreise. Schülerkarten haben Gültigkeit. Ende 21 Ahr. Als Abschluß des Festtages mit vollständig neuem Programm „Racht-Kabarett" unter der künstlerischen Leitung und Ansage von Wolfgang Kühne. Ganz kleine Preise! Ende 24 Ahr. Ä ne |f o n b i o e Loluni Ä Hauptsachen! nW9?Cr Land. ^ brauchbare Land ÄS? 9rö&,’re't 3J”S in ^eür Beruh. 3tm9en, als bisfm rt Samuel die Zollpolitik und die u?-.Das Heilmittel liege '?'eL Die handelslchran« ‘ingt werden. Die Welt, unter allen Umständen e Zvllerhohung soffen. Man lag in Gießen dem schönen und gesunden Sport des Schlittschuhlaufens von jeder mit Eifer ob und nutzte dazu jede sich bietende Gelegenheit aus. 01 ad) außergewöhnlich kalten Wintern Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts folgten mildere Winter, in denen die Lahn nicht zufror und es an Gelegenheit zum Schlittschuhlaufen fehlte. Deshalb und weil das Lausen auf der Lahn nicht ungefährlich, die Bahn auf der Lahn auch nicht leicht zu erreichen war, wurde im Winter 1 8 8 2 8 3 der „G ießener E i s v e r e i n" gegründet. w Im Januar 1883 trat der Vorstand des Der- eins (Professor Dr. Fromme, Gendarmerie- major Beck und Rentner Philipp Lenz) mit der Ditte an die Stadtverwaltung heran, dem Verein das Wiesengelände auf dem linken Wieseckuser von der Ziegelhütte bis zum Steg am Philosophenwald für die Herrichtung einer Eisbahn zu überlassen. Arn 9. Februar 1883 antwortete die Bürgermeisterei, daß die Stadtverordnetenversammlung dem Gesuch stattgegeben und beschlossen habe, von der Erhebung eines Entgelts abzu^hen. Damit war die Herstellung der Eisbahn ermöglicht, und die nötigen Arbeiten wurden alsbald in Angriff genommen. 3n späteren Jahren mußte der Verein für die Aeberlassung der Wiesen 300 Wark, späterhin ermäßigt auf 200 Mark, entrichten, und heute gibt er als Entgelt eine größere Zahl von Freikarten an die Stadt für unbemittelte Schüler. Der Eisverein hat in den ersten Jahren seines Bestehens neben der Herrichtung und Ante^ Haltung der Eisbahn an der Moltkestraße auch noch den Schlittschuhbetrieb auf der Bahn in d.e Hand genommen. Es liegt mir eine Eingabe des Vorstandes an das Grohh. Polizeiamt vor vom 30. 10. 86, in der „um die Erteilung der Konzession (!) für An- und Abschnallen der Schlittschuhe und.das Kehren der Eisbahn auf der Lahn vor der. Wehr unterhalb der Badeanstalten bis zum Felsen" nachgesucht wird. Die „Konzession" wurde gegen Stellung einer Kaution erteilt. Mit der Gründung des 03ereins war erreicht, daß auch in weniger kalten Wintern nach nur einigen Frosttagen den Schlittschuhläufern eine gute, leicht zu erreichende Eisbahn zur Verfügung stand. Die Einrichtung einer besonderen Kunstlaufabteilung hatte zur Folge, daß die Gießener Schlittschuhläufer es auch im Kunstlauf bald zu recht ansehnlichen Leistungen brachten. Der Vorstand ließ, um zu immer eifrigerem Training anzuregen, bisweilen auch bekannte auswärtige Kunstläufer, so u. a. den damaligen Bürgermeister Brink von Offenbach, nach Gießen kommen. Diese Anregungen fielen bei unserer Jugend auf fruchtbarem Boden. Besonders eifrig äbte in jenen Jahren eine — den älteren Lesern wohl noch bekannte — Gruppe von Gymnasiasten. Die Madels standen an Eifer und Leistungen den Jungens nicht nach. Für Unterhaltung auf der Eisbahn wurde durch Veranstaltung von Konzerten, Tänzen, Eisfesten u. ä. m. gesorgt. Der Gießener Eisverein darf demnach als c ch t e r Dolkssportoerein mit Genugtuung aus die ersten 50 Jahre seines Bestehens '.'-nd _bas in dieser Zeit Geleistete zurückschauen. Sein Streben ging nicht in erster Linie danach, einzelne sportliche Spitzenleistungen zu erzielen, sondern dem Eis spart in unserer Stadt eine rn.»glichst große Anhängerschaft in allen Volkskreisen zu gewinnen, um so vor allem unsere Jugend für diesen schönen und so gesunden Sport zu begeistern. Bedauerlicherweise ist neuerdings die Zahl der Mitglieder auch in vielem Verein erheblich zurück gegangen. Es darf deshalb hier auch die Mahnung an unsere Mitbürger gerichtet werden, doch w i c der recht zahlreich dem Verein beizutreten und ihm die Irene zu wahren und so mitzuhelfen bei der Erreichung der wirklich gemeinnützigen Ziele des Vereins. Der schmucke und praktische Neubau des Sport Houses und die Hinzunahme weiterer Sportarten mögen einem weiteren Aufschwung d e s Eissports im Eisoerein neuen Anstoß verleihen, damit auch dieser Verein in den Stand gesetzt wird, an seinem Teil an der Ertüchtigung der Jugend mitzuarbeiten und die alte ren Eissportler frisch und jung zu erholten. Deshalb wünschen wir dem Gießener Eisverein ein kräftiges Blühen und Gedeihen in den nächsten 50 Jahren. Gießen, den 23. Rovernber 1932. Gesundheit, Master und Seife. Wie oft waschen Sie sich Ihre Hände? Mit dem Verlangen nach gewissenhafter Beantwortung dieser Frage könnte man woHl so manchen in Verlegenheit bringen. Schade, daß es darüber noch keine Statistik gibt! In ihr würde zweifellos der Arzt am besten wegkommen, denn niemand weiß so gut wie er, welche ungeheure Bedeutung der Sauberkeit für die Erhaltung unserer Gesundheit zulommt. Alle Dinge, mit denen wir im Laufe des Tages oder der Nacht in Berührung kommen, sollten sauber sein: Tische und Stühle, Eß- und Trinkgeräte, Nahrungsmittel und Geldscheine, Federhalter, Bleistifte usw. Da sie es nickt sind und auch kaum fein können, ist es unsere Pflicht, vor allem an uns selbst für Sauberkeit zu sorgen. Das gilt in erster Linie für unsere Hände, die mit allen diesen Gegenständen fortwährend in Berührung kommen. Zum Händewaschen gehören Wasser, Bürste und Seife. Die Beschaffenheit der Seife ist nicht ganz gleichgültig. Wer zu trockener, spröder Haut neigt, der wird zweckmäßig eine fetthaltige evtl, eine überfette Seife benutzen: umgekehrt sind bei fettiger Haut fettarme Seifen empfehlenswert. Auch die Frage, ob man zum Waschen warmes oder kaltes Wasser verwenden soll, läßt sich nicht allgemeingültig beantworten, sondern richtet sich vielfach nach der Hautbeschaffenheit. Wenngleich warmes Wasser auch beim Wafchprozeß gründlicher reinigt als kaltes, so führt doch die ständige Benutzung warmen Waschwassers leicht zu einer Verweichlichung der Haut und leistet so, z. B. im Winter, der Entstehung aufgesprungener Hände Vorschub. Im allgemeinen wird man daher zum üblichen Händewaschen am besten stubenwarmes oder kaltes, wenn möglich fließendes Wasser benutzen. Sehr wichtig ist es, sich nach dem Waschen in einem grobleinenen, oder noch besser in einem Frottierhandtuch sorgfältig die Hände abzutrocknen und im Winter möglichst nicht gleich nach dem Händewaschen auf die Straße zu gehen. Selbstverständlich muß das zum Abtrocknen benutzte Hand- tuch trocken und sauber fein. Auf den letzteren Punkt sei mit besonderem Nachdruck hingewiesen, denn mit einem schmutzigen, oder von mehreren Personen benutzten Handtuch bringt man auf die eben gereinigte Hand prompt wieder Unreinlichkeiten, wenn nicht gar Krankheitserreger. Aus diesem Grunde sind die sog. „Rollhandtücher" oder das „ewige Handtuch" zu verwerfen. Viel zu wenig irnb viel zu unzweckmäßig wird in Lokalen, Theatern, Konzertsälen, aber auch in Kaufhäusern und dergleichen für die Möglichkeit eines hvgienisch einwandfreien und vor allem kostenlosen Händewaschens gesorgt. Gerade in der heutigen Zeit ist es nicht gleichgültig, ob man neben der Gebühr für die Benutzung der Toilette pro Person noch extra 10 oder 20 Pf. für die selbstverständliche, nachfolgende Reinigung der Hände mit Wasser und Seife und den Gebrauch eines Handtuchs bezahlen muß! Daß man fick zu Hause natürlich nicht mit dem Waschen von Gesicht und Händen begnügen darf und wenn möglich durch häufiges Baden, mindestens aber durch tägliches Waschen auch der. 4631 Menschen. Ich weiß nicht, welche kleine Stadt es in Deutschland gibt, die genau 4631 Einwohner zählt. Gs gibt bestimmt zahllose Städtchen in diesem handlichen Format. Diese 4631 Menschen sind bestimmt irgendwo eifrig tätig, beschäftigt wie die Bienen, eingespannt in den kleinen Mechanismus ihres Lebens, ihres Zusammenlebens, ihrer Stadt. Aber um diese 4631 Menschen handelt es sich nicht. Wir sprechen von Berlin. Und in Berlin, in einer Statistik, die von der Stadt Berlin herausgegeben wurde, kommt diese Zahl 4631 an einer merkwürdigen, grausigen Stelle vor. Im Jahre 1931 sind 4631 Menschen aller Altersstufen spurlos in Berlin unterge- taucht, ohne daß es möglich war, einen einzigen von ihnen jemals wieder aufzufinden. Verschwunden sind sie, verschollen — so nennt sie das Gesetz. Und, damit man sich eine genaue Vorstellung von diesem unfaßbaren Begriff macht, lehrt es uns, daß es — außer „allgemeiner Verschollenheit" — drei Arten von Verschwundenen gibt. Es gibt Verschwundene, die aus einem Kriege nicht wiedergekehrt sind. Es gibt Vermißte, die zusammen mit ihrem Schiff niemals wieder in ihrem Heimathafen oder in einem anderen Hafen der Welt eingelaufen sind. Und es gibt nach jeder großen Naturkatastrophe, nach jedem großen Urv glücksfall Menschen, die nie wieder aufgefunden werden können. Das sind die sozusagen gesetzlich festgestellten Arten des Verschwindens. Jede Großstadt aber, und namentlich Berlin, kennt daneben noch eine vierte Art von Verschollen- heit, die sich um so schwerer einreihen läßt, als sie oernunftmäßig einfach nicht zu erklären ist. Man könnte dieses Verschwinden von Menschen mit dem allgemeinen Wort „G r o ß st a d t v e r s ch o 11 e n - he i t" bezeichnen. Ein alter Mann geht aus seiner Wohnung, eines Morgens, für fünf Minuten, er will nur etwas eintaufen, er kommt nie wieder. Ein Mann in einem städtischen Asyl hat einen Streit mit einem anderen Mann, tags darauf hat ihn gleichsam der Erdboden verschluckt. Ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen kommt von der Schule nicht wieder, vielleicht haben sie etwas aus- gefressen, vielleicht haben unbekannte Leute sie angesprochen, vielleicht hat bloß eine plötzliche Anwandlung sie gepackt, eine Anwandlung von Abenteurerlust, von Romantik, von Jndianerspiel. Vielleicht haben sie sich auch bloß verlaufen. Sie werden nie wieder gesehen. Im Berliner Polizeipräsidium gibt es eine umfangreiche Vermißtenzentrale. An den Wänden, auf den Regalen stehen dickleibige Bände — Kartotheken über Kartotheken, mit tausend und einem Namen. Jeden Tag sitzen in dem Wartezimmer dieser Zentrale Menschen, verstörte Eltern, Angehörige, Flurnachbarn, Zimmerwirte. Die Beamten geben sich sehr ausführlich mit ihnen ab. Sie tun, was ein Mensch nur irgend tun kann. Ihre Nachforschungen dehnen sich über Wochen, Monate, oft über Jahre aus. Ader nur ein gewisser Prozentsatz dieser Verschwundenen läßt sich, lebend oder tot, ermitteln. Fast jede Woche muß man Namen aus diesen Registern streichen. Im Jahre 1931 wurden 165 Knaben und 87 Mädchen unter 14 Jahren, 1065 männliche und 899 weibliche Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren und rund 2000 Erwachsene vermißt. 4631 Menschen im ganzen — in einer Viermillionenstadt. Das Wort „spur 1 o s" ist in ihrem Fall keine Phrase. Nicht ein Fetzen Papier, nicht ein Stückchen Stoff, nichts, rein nichts ist von ihnen übriggeblieben. Und die Zahl der Toten, die sich in dieser gleichen Zeitspanne nicht identifizieren ließen, deckt sich nicht mit dieser Zahl. Aber es ist noch nicht einmal gesagt, daß diese 4631 Menschen heute nicht mehr leben. Das Netz der Landstraßen in Deutschland ist groß, unendlich größer, unendlich verzweigter selbst als bas Gewirr der Berliner Straßen. Und die vielen hunderttausend Häuser in Berlin und den anderen Großstädten decken zahllose Geheimnisse, über die man vielleicht nie etwas erfahren wird. Und wenn man talsachlich das Schlimmste annimmt: keine Statistik, nicht einmal die sorgfältigste Nachforschung gibt Auskunft über die wirkliche Zahl von Selbstmorden, von Verbrechen, die sich jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr in einem Kulturland wie Deutschland dunkel und verborgen abspielen... Nachruf auf einen Omnibus. Am 1. Dezember d. I. wird eine Omnibuslinie in der großen Stadt Berlin weniger laufen. Ein Omnibus, der den Nordwesten der Stadt bisher mit den südwestlichen Vororten verband. Das ist an sich weder ein Wunder noch ein Fall, der nur einmal in der Geschichte des Berliner Verkehrs zu verzeichnen wäre. Zahllose Straßenbahnlinien, andere Verkehrsmittel und Tausende von Angestellten der Berliner Derkehrsgesellschaft sind im Laufe der letzten Jahre der Krise im allgemeinen und der Sparpolitik der Stadt Berlin im Besonderen zum Opfer gefallen. Wenn man sich aber trotzdem veranlaßt sieht, einer simplen, schäbigen Omnibuslinie nachzutrauern, so muß das seinen besonderen Grund haben. ' «"a f'-.i ."Mich iei H Wate'1"« Ä'br; „“"»äii Dieser besondere Grund liegt darin, daß jede Linie des Berliner Autobusverkehrs ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Merkmal, ihren eigenen Charakter hat. Der Autobus Nummer 2 zum Beispiel, der stolz auf seinen sechs Rädern den Kur- fürftenbamm entlangrollt, hat sich jahrelang bes Spitznamens „R u ss e n s ch a u k e l" erfreut. Die ser Name batiert noch von der Zeit her, in ber Hunberttausenbe von Russen sich in Berlin ansässig gemacht hatten, einerseits, um von dem günstigen Klima der Berliner Inflation zu profitieren, anderseits, um manchen Unbequemlichkeiten ihres ehemaligen Vaterlandes aus dem Wege zu gehen. Von morgens bis abends horte man in seinem Innern seltsame, gurgelnde, östliche Laute. Man sah sich verpflichtet, ihm deswegen sein besonderes Etikett aufzukleben. Der Autobus Nummer 10 aber, dessen Ende in der Blüte seiner Jahre wir nun zu beklagen haben, war die Linie, die traditionellerweise vorwiegend von Juristen benutzt wurde. Er war nämlich das einzige Verkehrsmittel, bas all die Menschen, die freiwillig oder unfreiwillig mit ber Justiz zu tun hatten, aus bem Berliner Westen nach Moabit transportierte. Da aber ber Transport ber Leute, deren Kontakt mit der Gerichtsbehörde nicht aus freien Stücken erfolgt, ein wenig anders sich abzu- spielen pflegt, konnte man vorwiegend Richter und Rechtsanwälte auf seinen Polstern erblicken. Von morgens bis abends sah man ihn gefüllt mit ernsten Männern, die Aktentasche unter dem Arm, mit nachdenklichen Leuten, denen man nicht unter allen Umständen gern vor Gericht begegnen möchte. Wer etwas auf Dem Kerbholz hatte, wer in der nächsten Zeit etwa einen kleinen Prozeß erwartete, konnte sich während ber Fahrt ein wenig an biese Atmosphäre gewöhnen. Nun ist aber biese neutrale Brücke zwischen der würdigen Gerichtsbarkeit und uns Leuten, die wir noch im Privatleben stehen, abgebrochen, rettungslos, für immer. Und uns wird feine andere Möglichkeit bleiben, als demnächst ahnungslos und unvorbereitet das düstere Haus in Moabit zu betreten — und obendrein noch zu Fuß —, aus dem schon mancher unverhofft nicht mehr zurückgekehrt ist . . . Unferm Gtadibahnbogen. Was ist bas für ein Ding? Wörtlich genommen, nennt man so den großen massiven Pfeiler aus Eisen und Beton, auf bem das Geleise der Ber liner Stadtbahn ruht. In diesem Wort aber ist noch ein anderer Sinn verborgen, ein typisch berlinischer Sinn, der vor Jahr und Tag schon den Anlaß zu einem der amüsantesten lokalpatriotischen Couplets der Nachkriegszeit, gegeben hat. Unterm Stadtbahnbogen — das ist nicht nur eine Oertlich- feit, sondern beinahe eine Gemütsverfassung. Was ist das also? So entroldclte sich ber Schlittschuhspork hier in ungeahnter Weise. Dem verein gehörten wohl die meisten Familien, deren Angehörige liefen, als Mitglieder an. 3m 3ahre 1913 zählte der verein 793 Mitglieder, und zeitweise stieg deren Zahl auf über 1000. Diese günstige Eitwicklung bes Vereins war nicht zum wenigsten ber umsichtigen Leitung zu Derbanfen. Es will mir als eine Ehrenpflicht erscheinen, ber verdienstvollen früheren Vorsitzenden zu gedenken. Erster Vorsitzender war der heute noch dem Vorstand angehörende Geheimrat Dr.Fromme. Ihm folgten: Professor N o a ck (Gymnasium), Jean Kirch, Professor Bartholome, Landgerichts- räte Wiener und Hirsch. Ein ganz besonderes Verdienst um den Verein haben sich durch Jahrzehnte in rastloser Arbeit von früh bis spät die Eiswarte Geheimerat Laspeyres und Rektor Schmidt erworben. Letzterer gehört dem Vorstände jetzt 25 Jahre an. Es muß neben diesen Vorstandsmitgliedern aber auch verdienter Hilfskräfte und bes alten Stammes von Arbeitern gedacht werden, die häufig bei stärkstem Frost und oft während der Nachtstunden die Bahn Herrichten mußten. Erster Eismeister war der den älteren SBercinsmitgliebern noch bekannte Diener Sand- meister. Ihm folgte während mehr als 31 Jahre ber unvergeßliche „Loews r". Vorsichtiges Finanzgebahren ber -Leitung bes Vereins machte es möglich, die Beiträge stets äußerst niedrig zu halten und im Lauf der Jahre ein ganz hübsches Vermögen anzusammeln, so daß im Jahre 1913 ber Beschluß gefaßt werben konnte, ein Sporthaus zu bauen. Der Plan konnte aber nicht sofort ausgeführt werden, und so wurde das Vermögen ein Opfer der Inflation. Der Kuriosität wegen sei mitgetcilt, bah im Winter 1923 24 der Milgliedsbeilrag auf 30 000 000 Mk„ und der Preis einer Beifarfe auf das eineinhalbfache des jeweiligen Fernbriefportos festgefeht war. Auch diese Schwierigkeiten konnten, ebenso wie diejenigen der Kriegsjahre, glücklich überwunden, und es konnte auch erneut ein kleines Vermögen angetammelt werden, so daß man in der Hauptversammlung vom 24. Oktober 1928 erstmals wieder dem Gedanken nähertreten konnte, ein neues Sporthaus zu errichten. Das alte Haus hatte inzwischen abgerissen werden müssen. Der Sportbetrieb auf ber Eisbahn hatte in ben letzten Jahren burch Hinzunahme bes Eis- Hockeys unb Eisschießens eine beträchtliche Erweiterung erfahren. Der Verein trat dem Deut- scheu Eislaufverband bzw. bem Südwestbeutschen Verbanb als Mitglieb bei. Dank ber Bemühungen des derzeitigen, sportlich sehr interessierten unb tätigen Vorsitzenden, Land- gerichtsrat Dr. üßobaege — der von tüchtigen eportinarten bestens unterstützt wird — hat der sportliche Betrieb auf ber Eisbahn in den letzten beiden Jahren einen merklichen Aufschwung genommen. Es ist ein besonderer Sportausschuß bestellt worben, unb es war ber Eishockeymann- chaft und den Eisschützen des Vereins auch schon mjglid), sich mehrfach an Wettkämpfen erfolgreich zu beteiligen. Die Eisschützen konnten im vergangenen Winter auf der neuen Brunhildis-Eisbahn auf dem Feldberg die Südweftdeutsche Eisschießmeisterschaft erringen (Moar: Schonebohm, Mohr K l a r l unb Mueller-Leutert). Seit 1930 hat ber Verein als Herbstvorbereitung für ben Eislauf ein Rollschuhtroining in ber Dolkshalle eingerichtet. Um im Winter möglichst rasch eine Eisbahn zur Verfügung zu haben, ist eine sog. Spritzbahn in Angriff genommen Zur Fertigstellung fehlen aber bis Mittel. Welcher Sportfreund macht eine Stiftung? 3n der vorstandssihung vom 26. Mai 1932 wurde die Errichtung des dringend notwendigen Sporthauses beschlossen. Dieses ist nach Plänen des dem Vorstand angehörenden Slabt- baurals Graoert in einfachster, aber Zweckentsprechender Form fertiggestcllt und wird am kommenden Donnerstag in Verbindung mit einer schlichten Feier des 50jährigen vestchens des Vereins eingeweiht. Das Haus, aus Mitteln des Vereins erbaut, steht auf städtischem Gelände und ist nach Vertrag und Recht Eigentum der Stadt geworden. muhten uns den Weg fineeWle Taler bH Kilometer Ml durch Kn Augenbliä in <> k zu stürzen. Die unter r. Meine Mine waren Polarnacht bracher d-°» * Mnoinmen. Wunderkind' n-huhi Men,uh'" 1 ^erhält man ?n lagt, w / Ms- en ratQtt verasieat' ’S aff * *5 rühmten ®u etnl. die echs Tage" , ber ,en Dirigent^ oet, eineVwrle- )t iegljen w* ;SäS» SÄÄ »ÄS Gewissenhafte Leute haben sich einmal die Mühe \ gemacht, diese Riesenbögen, deren jeder in der Her fteUung an die 150 000 Mark gekostet hat — 30 Arbeiter müssen 25 000 Stunden an ihm arbeiten, i ihn herzustellen ober zu erneuern — zu zäh- ..... Dabei kam heraus, baß bie Berliner Stadtbahn 597 solcher Bögen besitzt. Da aber unter diesen Bögen sich ein beträchtlicher Raum befindet, ben gescheite Leute ausnutzen wollten, ist im Lauf ber Zeit ein ganzes System von Katakomben unter der Stadtbahn entstanden, v^n kleinen dumpfen Bauten, Kellern und Lagerhäusern, dis man nun für teures Geld an Geschäfte und Großbetriebe vermietet. Und siehe da: diese Räume unter dem Stadtbahnbvgen erfreuen sich seit Jahr unb Tag schon ber größten Beliebtheit bei ben Berliner Geschäftsleuten. Das hat seinen Grund einmal darin, daß die Lagerräume geschützt unb kühl sind, weswegen man dort Lebensrnittel, vor allem Bier, Wein, Selterwasser, Salz unb Schokolade besonders vorteilhaft unterbringen kann. Während der Inflation hat sich dort eine große Menge jener dunklen Schieb e r - Geschäfte abgespielt, von denen man so viel horte, aber we.ig sah. Markthallen, Zigarettenfabriken, Schlosserwerkstätten Haden sich im Schutz dieser großen Hallen aufgetan. Ja, unter einem Stadt, bahnbogen befindet sich noch eine der altertümlichsten Kerzengießereien Berlins, in ber nach jahrhundertealten Rezepten Wachs- unb Talglichter für die Weihnachtszeit unter Hochdruck hergestellt S.J.-fpori 5. Heffenkampf in Worms. Nm den Ltaatspräsidentenpreis. Die Mannschaften. Für dieses hochbedeutsame Ereignis, das am nächsten Sonntag in Worms sich obtoideln und das einen trefflichen Einblick in die Arbeit der Deutschen Turnerschaft bieten wird, sind inzwi- schen die Mannschaftsaufstellungen erschienen. Sie lassen peute schon das Urteil zu, daß in den Mannschaften alle Spitzenkönner der an dem Wettbewerb teilnehmenden Gaue enthalten sind. Alte und in vielen Kämpfen bewahrte Kräfte gesellen sich zu dem tüchtigen Rachwuchs, der für würdig befunden wird, bei dem Großkampf im Kunst- turnen sich die ersten Sporen zu verdienen. Aach den uns vorliegenden Aufzeichnungen stellt der Rheln-Rlain-Gau (Starkenburgs folgende Turneri 1. Sch ieferdecker, Hans, Tgde., Darmstadt 1846, 25 Jahre. 2. Haber, Georg. Tgde. Darmstadt 1846, 42 2ahre. Mehrfacher Kreisfestsieger, Sieger auf Deutschen Turnfesten. 3. Dunz, Robert, Turnverein Aieder-Ram- stadt, 28 Fahre. 4. Bauer, Franz, Tgde. Aeu-Fsenburg. 5. Lüdgemonn, Richard, Rüsselsheim, 24 Fahre,' 1. Gausestsieger 1932. 6. Vlumenfchein, Willi, Tgde. Darmstadt 1846, 23 Fahre- 7. Sieger im Zwölfkampf beim Kreisfest in Trier. 7. Benz, Willi, Tv. Rüsselsheim, 31 Fahre, 2. Sieger im Zehnkampf beim Kreisturnfest in Trier. 8. Fiedler, Heinrich, Tgde. Darmstadt 1846 28 Jahre; mehrfacher Sieger auf DT.-Turnfesten Kampfspielsieger und bei den Deutschen Geräte- melsterschaften 1932 in Berlin. Ersatzmann: Steffen, Peter. Tv. Rüsselsheim. Der Hessen-Gau (Oberhesseu) meldet: 1. Dechend, Hch., Tgde. Friedberg, 22 Fahre, Gau- und Kreisfestsieaer. 2. Fink, Walter, Tgde. Marburg, 21 Fahre, Sieger auf Gau- und Kreisfesten. 3. Schick, Karl, Tv. 1846 Gießen, 21 Fahre, erfolgreicher Kämpfer auf Gau- und Kreisfesten. 4. Eberspächer^ August, Tgde. Marburg, 24 Fahre, Sau- und Kreisfestsieger. 5. Reuter, Karl, Tv. 1846 Gießen, 29 Fahre, 1. 12-Kampffieber beim Deutschen Turnfest in Köln. 6. Ahrens, Adolf, Tgde. Marburg, 21 Fahre, Gau- und Kreisfestsieger. 7. Eckhardt, Alfred, Tv. Ridda, 21 Fahre, Gau- und Kreisfestsieger. 8. Seth, Rich., Tv. Großen-Linden, 23 Fahre, Sieger im Zehnkampf beim Deutschen Turnfest in Köln 1928. 9. Sinnwell, Willi, Tv. Bad-Aauheim, 33 Fahre, Gau- und Kreisfestsieger, Mitglied der Amerikariege der DT. Rheinhessen hat folgende Turner vorgesehen: 1: Schick, Theo, T. u. Spv. Mainz 1860, Gcm- und Kreisfestsieaer. 2. Göbig, Georg, Tv. Mainz-Mombach, 1. Sieger beim Kreisturnfest 1932 in Trier im 12-Kampf. 3. Lindemann, hch., Tgs. Mainz-Mombach, Gau- und Kreisfestsieaer. 4. Rath, Peter, Tv. Bingen, Gau- und Kreisfestsieger. 5. K r i m m e l, Nik., Mainz-Kosth^m, Gau- und Kreisfestsieger. 6. Kretz, Peter, Tv. Mainz-Kastel, Gau- und Kreisfestsieger, Sieger bei den deutschen Kampfspielen. 7. Neumann, 1860 Mainz, vielfacher Sieger auf Gau- und Kreisfesten. 8. Müller, Ad., Tgs. Mainz-Mombach, zuletzt Sieger bei den Deutschen Gerätemeisterschaften 1932. 9. Gens, Jak., Tgs. Mainz-Kastel, 9. Sieger bei den Deutschen Gerätemeisterschaften 1932. Die Oberleitung des Kampfes liegt in den Händen des Kreisturnwarts Gg. Frey (Mainz). Das Kampfgericht setzt sich zusammen aus Gau- oberturnwart W e r d a n , Mannheim - Neckarau (Kreis Baden), Kveismännerturnwart Bold, Rodalben (Pfalzkreis) und Oberturnwart Spohn, Frankenthal (Pfalzkreis). Im Schiedsgericht sind vertreten: Wilhelm Will, Ehrengauoberturnwart, Gießen, Wilhelm h o f f e r b e r t, Gauoberturnwart, Darmstadt und Gaumännerturnwart Günderoth, Lampertheim, in dessen Händen auch die technische Leitung des Kampfes liegt. Rückblick der Schützen. Den Abschluß der diesjährigen Schießzeit bildete die K ö n i g s e h r u n g, die bei Anwesenheit vieler Schützenbrüder, deren Damen und einer stattlichen Zahl von Gästen auf dem Schützenhaus stattfand. Schützenkönig für das Jahr 1932/33 wurde Fran; 2Nöbs, 1. Ritter Hans Hermann und ll. Ritter Heinrich Appel. Die Sterne schossen: Dippel, Dreyer, Koch, Heinrich N o l l, Sch i l l i ng und Schönau' Im Rückblick auf die verflossene Schießzeit fand der erste Vorsitzende Schützenbruder Nicolaus herzliche Begrüßungsworte für den neuen König und seine Ritter und dankte besonders dem nunmehr abtretenden Schützenkönig Noll und seinen Rittern für die geleistete Arbeit. Er verband mit den Glückwünschen für die neuen Würdenträger die Hoffnung, daß auch sie sich stets der hohen Aufgabe ihres Amtes bewußt bleiben möchten, um auch weiterhin im Schützenverein den Geist echt vaterländischer Gesinnung und schützenbrüderlicher Kameradschaft wach zu erhalten. Mit Genugtuung sehe man auf die Erfolge der aus den Schützenbrüdern Appel, Sauer, Schilling und h a i n b a ch bestehenden Kampfmannschaft, die sich die Gau - und Bezirksmeisterschaft erringen konnte, wobei sie auch die starke Mannschaft Kassels besiegte. Es sei zu hoffen, daß, wenn mit dem gleichen Ernst, der gleichen Liebe im nächsten Jahr gearbeitet würde, der Schutzenverem Gießen auch noch zu größeren Erfolgen gelangen könne. Schützenbruder Nicolaus gab sodann die Ergebnisse der Vereinsmeisterschaft bekannt: Stand und Feld: Heinrich Appel mit 262 Ringen: Wehr mann, Äleinkaliber, Pistole- Gg. Schilling mit 323 Ringen; Chrenscheibe der Schutzengesellschaft Wiesbaden: Otto Schönau- Chrenscheibe Ernst Wagner: Phil. Nicolaus' Ehrenscheibe Adolf Möhl: heinr. Appel; Ehrenscheibe Aug. Balser: Phil. Nicolaus. Im Becherschießen, das in diesem Jahr unter starker Beteiligung stattfand, waren . die Sieger: Hammermann-Becher: Willi Bette; Gustav- Frey-Becher: Hans Mangelsdorfs. Münch- Eecher: Hans Hermann; Hch.-Schmidt-Gedächt- nis-Becher: Gg. Schilling; Selig-Becher der Wiesbadener Schützen: Hans Hermann, Ehrenscheibe: Gg. Schilling. Der Kampfmannschaft des Gießener Schützen. Vereins hatte der Deutsche Schühenbund die Auszeichnung zur Erringung der Bezirksmeisterschaft verliehen. die vom ersten Vorsitzenden mit Glückwünschen überreicht wurde. Eine besondere Anerkennung erhielt auch die Kleinkaliber-Mannschaft Klasse A, der zur Erringung der Gau- und Bezirksmeisterschaft vom Deutschen Schützenbund ebenfalls Auszeichnungen überreicht wurden. Die Mannschaft besteht aus den Junioren Lenz, Körner Reiber, Willi Schilling, Schüller. Der Betreuer der Iungschützen Otto Schönau verdient ebenfalls Dank. Willi Schilling erhielt außerdem noch die silberne Auszeichnung für die Kleinkaliber-Scharfschützen- meisterschaft mit 156 Ringen. 3n dem traditionellen Hammel- und Ge- flügelschießen siegten die Schützenbrüder: Appel, Schilling, Möb s; Dreyer, Georg, Nicolaus; Mangelsdorff, Hermann und Willi Horn. Oberschützenmeister Hans v. Bentheim ehrte für 25jährige Mitgliedschaft Schützenbrüder Hans H a m m e r m a n n und den 1. Vorsitzenden Philipp Nicolaus. Schützenbruder Nicolaus gehört, mit einer kurzen Unterbrechung, dem Vorstand des Schutzenvereins seit dem Jahre 1908 an und übernahm den Vorsitz im Jahre 1919. Unter seiner tatkräftigen Führung war dem Verein die Abhaltung des 32. Verbandsschießens Baden, Pfalz, Mittelrhein möglich, dessen Erfolg den Namen unserer Vaterstadt und des Vereins in alle deutschen Gaue getragen hat. Hermann Sauer, der dem deutschen Schützenbund 25 Jahre angehört, wurden ebenfalls herzliche Glückwünsche zuteil. Der Schüheavereiu Gießen darf mit Freude und Stolz auf die erzielten Leistungen zurückblicken. die das vergangene Halbjahr brachte. Sie mässen aber auch ein Ansporn sein, in Zukunft den deutschen, Schießsport zu fördern und ihm weitere Freunde zu gewinnen. Handball: Llniversitäi-Siadimannschast Auf dem Universitäts-Sportplatz wurde gestern nachmittag eine Handballspiel zwischen der Mannschaft der Universität und der Stadtmannschaft aus- getragen. Die Studenten entschieden den jederzeit fesselnden Kampf mit 11:6 Toren für sich. Zußball in den Schulen. Gymnasium — Realgymnasium 4:0 (2:0). Die beiden Mannschaften trafen sich am Mittwoch ZU einem fair ausgetragenen Fußballspiel, bei dem die Gymnasiasten einen verdienten Sieg errangen. Sie waren in allen Teilen bedeutend besser besetzt und spielten meistens überlegen. Der Schiedsrichter leitete einwandfrei. Kurze Sporinoiizen. Der 101. (Bauturntag des Gaues Hessen (DT.) wurde von der Gauleitung auf Sonntag, 12. März 1933, zu Gießen festgesetzt. * Piet van Kempen-Pijnenburg lagen am Dienstagnachmittag im Amsterdamer Sechstage- Rennen mit einer Runde Vorsprung vor Rausch- Hürtgen allein an der Spitze. * Wegen einer Verletzung schied der in aussichtsreicher Position liegende Westfale Stüde ck e beim Sechstage-Rennen in Minneapolis aus. Sieger wurden die jungen Kanadier Peden- Audy. » Für das Kölner Sechstage-Rennen haben nun auch die beiden bekannten Straßenfahrer Siegel-Thierbach einen Vertrag erhalten. Mit einem Defizit von 60000 Lire (16 000 Mark) schloffen die diesjährigen Rad-Weltmeisterschaften in Rom ab. Der Fehlbetrag resultiert in der Hauptsache aus dem schlechten Besuch der Steherrennen. Buntes Allerlei. Kapitän Kircheiß wieder daheim. Vor fünf Jahren hatte Kapitän Kircheiß mit feinem Kutter „Hamburg" eine Wcltumfeglung durchgeführt und damit eine Vortragsreife zur Bekämpfung der Kriegsschuldlüge verbunden. Nun ist er von einer anderen zweijährigen Weltreise zurück- gekehrt, die er in der Hauptsache dazu benutzte, um Studien auf dem Gebiet des Walfanges zu treiben. Bei feinem Empfang in Cuxhaven führte er u. a. aus, daß Deutschland im letzten Jahre für 90 Mil- lionen Reichsmark Walöl hätte einführen müssen, und daß durch die Einrichtung eines Walfangs und der dazu gehörigen Industrie 10 000 Arbeiter Be- fdmftigung finden könnten. Im November 1930 ging Kircheiß von Norwegen aus mit einem Walfänger in das südliche Eismeer. Bei den Falkland-Jnsein wollte er mit Gunther Plüschow Zusammentreffen, der aber inzwischen schon abgestürzt war. In ver- schiedenen Städten Südamerikas hat Kircheiß wieder Vorträge gehalten und für das Deutschtum geworben. Dann reifte er nach Alaska, um dort Aufnahmen vom Wal- und Robbenfang zu machen, und kam über die Vereinigten Staaten wieder nach Deutschland zurück, hier beabsichtigt er in Kürze nut einer Vortragsreise zu beginnen. Max und Moritz auf Lateinisch. Das unsterbliche Döse-Duben-Paar Max und Moritz, das Wilhelm Dusch geschaffen, erscheint letzt in einem humanistischen Gewände, das den ruppigen Gesellen recht sonderbar und komisch zu Gesicht steht. Fhre „Knabenstreiche" find von einem tüchtigen Altphilologen ins klassische Latein übertragen worden und sollen alten und jungen Verehrern dieser Sprache eine lustige Stunde bereiten. Fm alten Busch-Verlag Braun und Schneider in München kommt das Werkchen heraus, dessen leicht faßliche, geistreich abgeftimmfe Verse so manchem Schüler, dem Casar und Cicero zu große Schwierigkeiten bereiten, zur lehrreichen Hebung dienen können. Wirtschaft. Oie Arbeitsmarktlage im Reich. Berlin, 22. Nov. Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung für die Zeit vom 1. bis 15. November 1932 führte der Eintritt winterlichen Wetters, wie regelmäßig um diese Jahreszeit, zu einem An- wachsen der Arbeitslosigkeit. Am 15. November waren bei den Arbeitsämtern rund 5 265 000 Arbeitslose gemeldet. Die jahreszeitliche Verschlechte- rung, die bisher im Gegensatz zu den Vorjahren noch aufgehalten werden konnte, ist, wie zu erwarten war, jetzt zum Durchbruch gekommen. Wenn die Zahl der Arbeitslosen in der ersten Hälfte des November des Jahres 1931 um rund 220 000 und noch ein Jahr früher um rund 230 000 gestiegen war, so tarnen darin u. a. auch die starken Tendenzen konjunkturellen Rückganges vor einem Jahr und der hohe Anteil an Ärbeitslosrneldungen aus den Saisonaußenberufen vor zwei Jahren zum Ausdruck. Die diesjährige Steigerung um rund 156 000 läßt den Schluß zu, daß im wesentlichen jahreszeitliche Ursachen wirksam gewesen sind. In der Arbeitslosenversicherung konnte sich der Zugang an Arbeitslosen erst in geringem Umfange bemerkbar machen, da ein Teil von ihnen vor Beginn des Unterftützungsbezuges noch eine Wartezeit durchmachen muß. Die Zahl der hauptunter- tützungsempfänger war daher mit 592 000 nur um rund 10 000 höher als anfangs des Monats. In der Krisenfürsorge ist die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger noch um rund 13 000 auf rund 1 126 000 zurückgegangen. Bei den im Freiwilligen Arbeitsdienst Beschäftigten dürfte der Ende Oktober erreichte Stand von rund einer Viertelmillion nicht unterschritten worden sein. In Notstandsarbeiten waren Mitte November wie bisher annähernd 90 000 Arbeitslose beschäftigt. • * Starke Beschäftig ungszunahme im Ruhrbergbau. Mitte September d. F. hatte die Arbeiterbelegschaft des Ruhrbergbaues den tiefsten Stand mit 197 030 Mann erreicht. Die Delegschaftsziffer am 16. Rovember belief sich demgegenüber nach vorläufigen Feststellungen auf 203 373 Mann, was einer Vermehrung um 7343 Arbeiter entspricht. Bedenkt man, daß daneben die Zahl der arbeitstäglich eingelegten Feierschichten von rund 30 000 im September auf etwa 12 000 in der ersten Hälfte des Rovembers zurückgegangen ist, so ergibt sich, daß arbeitstäglich. im Durchschnitt über 25 000 Mann (7343 Beleg- schaftsvermehrung zuzüglich Differenz der Feierschichten) mehr beschäftigt werden. * Die deutsche Kupfererzeugung im Oktober 1 9 3 2. Die deutscheKupserhütten- produktion stellte sich auf Grund von Berechnungen des Statistischen Büros der Metallgesellschast AG., Frankfurt a. W., im Oktober 1932 auf 4038 Tonnen gegen 4875 Tonnen im September. Dis deutsche Kupferraffinadeproduktion (Rassinade- und Elektrolhtkupfer) betrug im Oktober 13 097 Tonnen gegen 14 238 Tonnen im September. * Die öffentlichen Lebensversicherungsanstalten im Oktober 193 2. 2m Oktober 1932 wurden bei den im Verbände öffentlicher Lebensversicherungsanstalten organisierten Gesellschaften 10 606 neue Versicherungen mit 15,80 Millionen Mark Versicherungssumme beantragt. Die durchschnittliche Versicherungssumme betrug m der Großlebens Versicherung 3667 Mark gegenüber 3676 Mark im Oktober 1931 und in der Sterbegeldversicherung 463 Mark gegenüber 499 Mark im gleichen Monat des Vorjahres. Frankfurter Abendbörse freundlich, aber sehr still. Frankfurt a. M., 22. Rov. Die freundliche und zuversichtliche Stimmung, die bereits dcn Mittagsbörsenverkehr charakterisierte, blieb auch an der Abendbörse bestehen, doch herrschte angesichts der Llngewihheit über die innerpolitischen Verhältnisse nahezu Geschäftsstille. Das Kursniveau blieb auf der Berliner Schlußbasis behauptet. vereinzelt traten Besserungen von 0,25 bis 0,50 Prozent ein. Fm Verlaufe blieb es sehr ruhig und ohne nennenswerte Aenderung. Am Rentenmarkt lagen sowohl deutsche Anleihen als auch Reichsschuldbuchforderungen und die Schuhgebietsanleihe auf dem Mittagsstand unverändert. Die Umsätze hielten sich ebenfalls in engen Grenzen. Reubesitzanleihe 6,55. Altbesitzanleihe 56,50, Schuhgebietsanleihe 5,70. Lissaboner Stadtanleihe von 1886 29,50, DD.-Vank 75, Reichsbank 127,50, Buderus 40,75, Kali Aschersleben 103, Phönix 27,89, Rheinstahl 67,75 Stahlverein 25,39, AEG. 32, Bekula 106,75, Conti Gummi 109, Scheideanstalt 141,25, Licht & Kraft 95,13, F.-G.-Farben 95,50 bis 95,39, Lahmeyer 111, Siemens 120, Schöfferhof-Binding-Bürger- bräu 142, Reichsbahn-VA. 90, Hapag 16,75. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. _______________________ £ie ^nter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt betchlossenen Dioid nde an. - Retchsbankdiskont 4 o. f) Lombardzinsfuß 5 o. H. ^rantrun a. in. Berlin ,>.an. ur. u. Zlenm Frankfurt a. M. Lettin Deoifenmarfl Berlin — Jranffurl a. M. Echiuß- fur< Gchlußk. Bbenb- börf' Schluß, lurt Gchlußk. Miikag- börfe Gchluß- kurs vch.upk. Abenb- bärfe Gchluß- kurS EMlußk. Mittag- börse Schluß« hirt Schluß! Abend- bött Schuß« fpri Gchlußk. Mi lag- böre Helsmgford Wien. . . Prag . . Budapest. Sofia . . Holland . Oslo. . . Kopenhagen Stockholm London. . Buenos Aire» Neuuott . Brüssel. . Italien. . Bartt . , Schweiz • Spanien . Danzig. . Japan . . Rio de Ian. Jugoslawien Lifiabon . 21 .November 22Novem:kr 6 'o Tvur die .KeidisanieUie v. 19-j. h% t6cm.7%It 9ietd)5anJ.b.l929 Vuung-Änleihe von 1930 Seitliche .>lnl.-Wlöf.-Schuld mti LluSloi-Rechten ... Scünl. ohne AuLIol.-Rechte . . 6% ehern 8%©eii. BolkLNaat 1929 (rucUahil). iO2%)...... Cbcrbefien Provint-Anleche mü Aueloj.-Rechlen . . . Deutsche Komm. Sammelabh Anleihe Serie i 6% ehern. 8% grants. Hyp.-Banl Golew", li untQnbbar bld 1935 6% ehern. 7% Frank, Hnp.-BonI Golow 16 unkündbar Bis 1936 b'/,"<> ehern ^rankf.Hgp.. Boni tilau uni obriefe 6%% ehern. 4^% iHheinifche Hnv.-Ban tiiau ^oldp e. . 6% ehern 8% 'Br. Landespfand. briefanfta. 'Bfcmbbricfe R. 19 6% ehern. 7% Br. Landespfand. briefannah Pfandbriefe R. io 4% Oesterretchtsche Goldreme . 4.20% Oekterretchische Gtlbenenir 4% Ungarische Goldrenle . . 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 <¥i% deegi. von 1913 5% abgefi. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Hollanleihe von 1911 1% Türkische Bagdadhahn.Anleih Serie l 4% oeSgi. Serie ll..... 6% Rumän. oer inh. Rente v. 190; toiti :6,.« eine jWinbi N vvn c M ist. schla üft öon feit ' öer utto JJfit Der iln Jomnw iS ty* E Aorer kn.echüt! 5 'v'net S "Mrsniili M dam j rasch JWnöie M?Qnn.