Nr. 224 Srnhaussabe 182. Zahrgcmg Zreitag, 23. September 1952 Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Üernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: tronffurl am Main 11686. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vni6 vnd verlas: vrühl'sche Univer^lürr-Vuch> und Steindruckerei R. Lange in Gießet. Schriftlettung und Geschäftrttelle: Schulitratze 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für R- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Netchspfennig, Platzvorschrist 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen Die ReichSlasSsitzim« des 12. September vor dem tinterfudwwftW. Relchstagspräsident undGchrchführer als^euge.- Der^eichskanzler zum Dienstag vorgeladen Dr. die Berlin, 22.Sept. (DdZ.) 3m Reichstag trat der Ausschuß zur Wahrung der Rechte der Volks- Vertretung zu einer ersten Sitzung als Unter- suchungsausschuh zusammen. Während die Presse zahlreich erschienen war, war das Publikum zu Beginn der Sitzung nur durch eine Person vertreten. Vorsitzender Lobe stellt fest, daß zwei Fragen aur Untersuchung stehen 1. 3n welchem Zeitpunkt ist die Wortmeldung desReichskanz- l e r s erfolgt, vor oder nach Eintritt in die Abstimmung? 2. Zu welcher Zeit und in welcher Form erfolgte die Uebergabe der Urkunde über die Auflösung und welches war das Verhalten des Präsidenten bet der Entgegennahme der Urkunde? Als Zeugen waren zunächst geladen der Reichskanzler, der Reichsinnenminister, Staatssekretär Planck, der Reichstagspräsident und die amtierenden Schrist- führer des Reichstages. 3ch habe die Vorladung den erstgenannten Herren mündlich übermittelt zur Klärung der Frage des Erscheinens. Der Reichskanzler gab der Vermutung Ausdruck, die Zeugenvorladung könne geschehen sein, um die staats- rechtlichen Bedenken zu umgehen, die die Regierung gegenüber der Teilnahme am Ausschuß solange habe, bis ihre rechtmäßige Amtswaltung von den Reichstagsinstanzen anerkannt sein. Handele es sich aber wirklich um die Feststellung des Tatbestandes über die Vorgänge in der Sitzung, so bitte ich Sie, ehe die Beteiligten selbst, die Streitenden sozusagen, vernommen werden, zuerst unbeteiligte Beobachter. Zuhörer und Zuschauer au vernehmen. Der Vorschlag über die Reihenfolge der Vernehmungen entbehrt nicht einer gewissen Berechtigung und ich würde von mir aus Vorschlägen, danach zu verfahren. Abgeordneter Frank II. (Rat.-Soz.) fragt, ob der Reichskanzler und die Mitglieder des Reichskabinetts in der in der Strafprozeßord- nung vorgeschriebenen Form geladen worden sind. Vorsitzender L ö b e . Sie sind in aller Form geladen, aber nicht in der in der Strafprozeßordnung vorgeschricbenen Form. Ich habe den Herren erklärte Ich überreiche Ihnen hiermit die Vorladung des Ausschusses als Zeugen. Nie Ladung her Kabineitsmitglieder. getreten. . Abgeordneter Laverrenz (dn.): -Jn der Deichstagssihung vom 12. September hat sich nach meiner Erinnerung der Reichskanzler zweimal zumWortgemeldet. Zwischen beidenWort- meldungen lag die Bemühung des Staatssekretärs Planck, der den Reichstagspräsidenten auf die erste Wortmeldung des Reichskanzlers aufmerksam machte. Vorsitzender 2 ö6 c: Rach Ihrer Meinung ist die Wortmeldung des Reichskanzlers vor dem Eintrag auf namentliche Abstimmung und vor den Worten: .Die Abstimmung ist eröffnet erfolgt? Zeuge Abg. Laverrenz: 3a, und wenige Augenblicke später übergab der Reichskaiyler die Auflösungsorder. Der Reichstagspraftdent habe ostentativ nach links gesehen. Vorsitzender Löbe: Es ergibt sich aus den Photographien, daß der Reichstagsprasident nach links gesehen hat. Der Schriftführer Abgeordneter Schwarz (3.), der links vom Reichstagspräsidenten sah, hat gehört, wie gesagt wurde: Wir stimmen ab. Rachdem dann der Präsident nochmals namentliche Abstimmung festgestellt hatte, hat der Zeuge gesehen, daß irgendwer zum Präsidententisch herantrat und etwas mit dem Präsidenten besprach. Nachher sah er, daß ein Schriftstück auf den Tisch des Präsidenten gelegt wurde und daß der Reichskanzler sich erhoben hatte und mit der einen Hand ein Zeichen machte. Auf Fragen bestätigt der Zeuge, daß dieses Zeichen nach der Feststellung, daß namentlich abgestimmt würde, erfolgt war. Abg Linder (AS.), der ebenfalls Schrift- führer war, erklärte, nach seiner Auffassung h^e sich der Kanzler erst zum Wort gemeldet, nachdem der Reichstagspräsident ertlärt hatte, daß jetzt abgestimmt werde, und zwar nachdem er schon festgestellt hatte, daß die Abstimmung namentlich ist Görings Aussage. « Reichstagspräsident Göring schildert den Vorgang folgendermaßen: Als ich die zweite Sitzung eröffnete, wartete ich, bis die Regierung Platz genommen hatte. Ich sagte dann: Nachdem sich kein Widerspruch ergeben hat, bin ich gezwungen, die Anträge Torgier jetzt abstimmen zu lassen. Wir stimmen ab. In diesem Augenblick nef Herr Toller: Namentlich l Ich sagte: Jawohl, namentliche Linker Annahme ein:5 Antrages des Abg. Frank II (Aot.-Svz.) wurde beschlossen, heute anwesenden Zeugen zu vernehmen. Der Reichskanzler, der Reichsinnenminister und der Staatssekretär Planck sollen unter Einhaltung der in der Strasprozeßordnung vorgeschriebenen Formen und Fristen zum nächstmöglichen Termin geladen werden. Gegen den Antrag stimmten die Deutschnationalen, das Zentrum hatte sich der Stimme enthalten. Es wird dann in die Zeugenvernehmung ein- Abstimmung. Auf der Regierungsbank war es einen Augenblick unruhig Da erhob sich derReichs- kanzler kurz, sagte ein Wort, was den Bruchteil einer Sekunde nach dem Ruf des Abg Torgier: „Namentlich" erfolgte und was ich auch als „Namentlich" verstanden habe Es soll der Zuruf „Amtlich" gewesen fein. Daraufhin hat sich der Reichskanzler icheinbar noch einmal erhoben, das habe ich nicht genau gesehen Der Reichskanzler hat mir weder gesagt. Ich bitte ums Wart, noch sonst etwas, sondern nun ging der Staatssekretär der Reichskanzlei zum Reichkanzler hin, kam zurück und sagte: Der Herr Reichskanzler bittet ums Wart. Ich sagte: Jawohl, selbstverständlich, wenn die Abstimmung vorbei ist. Er zog sich einen Augenblick zurück und ging dann wieder hinüber Der Reichskanzler kam an meinen Tisch heran, sprach kein Wort, sondern schob mit zitternder Hand das Dekret auf meinen Tisch Ich betone ausdrücklich, es war mit der weißen Seite nach oben Ich habe das Dekret dann weggetan, weil es zunächst in der Abstimmung nichts zu besagen hatte, und nun hat, glaube ich, der Schriftführer Laverrenz mir das Dekret wieder hingelegt. Ich kann in diesem Augenblick nicht genau lagen, ob es jetzt mit der Schrift nach oben lag Ich habe es erneut weggelegt, weil es die Abstimmung nicht stören sollte Im Anschluß daran hat die Regierung bas Plenum verlassen, und wir sind in der Abstimmung sortgefahren. Avg. Berndt (Sn.): 3n der Presse war von einem Essen die Rede, das nach der Reichstags- sihung stattgefunden hat und bei dem Sie die Aeußerung getan haben sollen, daß Sie d i e Absicht hatten, eine Wortmeldung des Kanzlers auf jeden Fall zu ignorieren. Sie haben dann ein Dementi herausgegeben. Was haben Die denn nun positiv gesagt? Präsident Göring: Cs handelt sich da um eine Privatunterhaltung. 3ch habe diese Aeuße- rung weder dem Sinn, noch dem Wortlaut nach gemacht. 3ch kam erst um 12 Ahr nachts verspätet in eine Gesellschaft, und in dieser Gesellschaft wurde über die Sache hinweggegangen. 3ch bitte, alle dort Anwesenden als Zeugen zu vernehmen. Alle Herren der Gesellschaft haben mir bestätigt, daß ich die Aeußerung nicht gemacht habe. Auf Fragen des Abg. Dr. Högner (S.) bestreitet der Zeuge, daß er absichtlich dem Reichskanzler das Wort vorenthalten habe. Der Reichskanzler konnte sich vor dem Eintritt in die Sitzung schon zum Wort melden. Und wenn er zum mindesten den Finger erhoben hätte, als ich sagte, ich sei gezwungen, abzustimmen, dann hätte ich ihm selbstverständlich das Wort gegeben. 3ch habe wiederholt erklärt, daß es nach meinem Eindruck der Regierung dc.rauf ankam, unter allen Umständen eine Abstimmung z u verhindern und daß ich selbstverständlich verpflichtet war, eine beantragte Abstimmung durchzuführen. Abg. Dr. H ö g n e r (Soz.): Es ist erzählt worden, bei Reichskanzler habe ben Reichstagspräsibenten an b e r Tür erwartet, durch die der Reichs- tagspräsident sonst vor Eröffnung der Sitzung kommt, und der Reichstagspräsident habe absichtlich, nachdem er davon verständigt war, den Weg durch die Fraktion genommen, um auf diese Weise der Wortmeldung $u entgehen. Zeuge Göring: Ich kann aufs bestimmteste versichern, baß baran kein wahres Wort ist. Ich ging durch die Fraktion, weil ich mit Herrn Dr. Frick noch schnell etwas zu besprechen hatte. Abg Schreck (Soz.): Haben Sie beobachtet, daß be: Reichskanzler mit ber roten Mappe aus- gerüftet in ben Saal trat? Zeuge: Ich habe es nicht gesehen, wohl aber glaube ich bemerkt zu haben, baß er, als er sich hinsetzte, mit einer Mappe so nach rechts oben hinwinkte. Und ba nahm ich an, baß dies bie rote Mappe sei. Abg Schreck (Soz.): Es ist bie Vermutung geäußert worben, baß Sie sich entschlossen hatten, alles zu tun, um ben Reichskanzler nicht zum Wort kommen zu lassen Zeuge Göring. Ich habe selbstoerstänblich bie Pflicht, alles zu tun, um ber Volksvertretung zu ihrem Recht zu verhelfen Wenn ich weiß, baß ber Reichskanzler unter allen Umftänben eine Abstim- mung oerhinbern will, so habe ich zu überlegen, was ich im Rahmen ber Verfassung und Geschäftsordnung tun kann, um eine solche'Abstimmung herbei- zuführen Das bestreite ich gar nicht, daß ich alle Möglichkeiten ausnutzen wollte, um dem eigenartigen Schauspiel ber Regierung zuvorzukommen. Es wird darauf die Schallplatte oorgeführt, bie den Verlauf des in Frage stehenden Teiles ber Reichstagssitzung roiebergibt Den Ausschußmitglie- bern liegt gleichzeitig bas amtliche Stenogramm vor. Die Wiedergabe der sehr unruhigen Reichstagssitzung durch bie Schallplatte ruft bei ben Mitgliebern stellen- weise Heiterkeit hervor. Es wird beschlossen am Dienstag bie Beweisaufnahme fortzusetzen. Es sollen bann vier von ben Kommunisten unb vier von nationalsozialistischer Seite benannte Tribünenbesucher gehört werden Außerbem sollen ber Reichskanzler, ber Reichsinnenminister und Staatssekretär Planck nach ben Formen unb Fristen ber Strafprozeßorbnung geloben werben Oec Reichsbund der höheren Beamten beim Reichsfinanzminister. Berlin, 22. Sept. (ERD.) Vom Reichsbund der höheren Beamten wird mitgeteilt, daß der Reichsminister der Finanzen gestern Vertreter des Reichsbundes der höheren Beamten empfing, die ihre Besorgnisse über di« fortschreitende Zersetzung des Gehalts vieler Länder- und Gemeindebeamten barlegten. Der Reichsfinanzminister verwies auf den neu- eingesetzten Länderausschuh, in dem auch diele Fragen zur Erörterung kommen würden und stellte eine Erwägung der vorgeschlagenen Hilfsmaßnahmen in Aussicht. Die Lwffmma des holländischen Parlaments. - i. fil - • ■ I V\ i \ V w «ffiie alljährlich eröffnete Königin Wilhelmine die General-Staaten im althistorischen Riddersaal im Haag. Bei ber Verlesung der Thronrede kam es durch Zwischenrufe ber Kommunisten zu einem in ber Geschichte bes hollänbiscyen Parlaments noch nie erlebten Skandal. — Unser Bild zeigt die Königin beim Verlesen ber Thronrebe. Neben ihr ber Prinzgemahl Heinrich ber Nieberlanbe unb bie Thronfolgerin, Prinzessin Sultane. Oer Charlottenburger Kommunistenprozeß. Berlin, 22. Sept. (TU.) In bem Prozeß voi dem Berliner Sondergericht gegen bie Char lottenburger neun Kommunisten bis des Ueberfalles auf Nationalsozialisten am Äbeitt des 29. August bejchulbigt werben, ertlärte bis Zeugin Gericke bei Eintritt in ihre Vernehmung, baf sie in ben letzten Tagen von Kommun ist ei b e b r o f) t worben sei unb auch schon wieder Droh rufe im Zuhörerraum vernommen habe. Sie werd« deshalb nurunterAusschlußberOeffenb 11 ch k e i t aussagen. Diesem Wunsche entsprach bai öonbergerid)t aber nicht, ba bie gesetzliche Hand habe bafur fehlt. Die Zeugin, bie zunächst einen Wem krampf erlitt unb zusammenbrach, beruhigt« sich bann aber roteber unb behinbete, daß s i e g e. sehen habe, wie ausdenReihen berKom, munistea auf die Nationalsozialiste, Aufruf zur Winterhilfe! Ein Appell des Reichskanzlers an Opferbercinchaft und Nächstenliebe. Berlin, 22. Sept. (WTB.) Reichskanzler von Papen hielt heute abend im Rundfunk zu Gunsten des Winterhilfswerks eine Rede, in der er u. a. ausführte: , Meine lieben Landesleute l Heute wendet sich das Winterhilfswerk an Sie und das ganze deutsche Volk mit der dringlichen Ditte, e8 auch im kommenden Winter durch freiwil^ lige Spenden aller Art bei der Betreuung bedürftiger Volksgenossen zu unter st ütze n. Die Reichsregierung macht sich gern durch mich zum Fürsprecher dieser Ditte, welche die in der Deutschen Liga der Freien Wohlsahrtspflege zusammengefahten Wohltätigkeitsorganisationen an alle, die helfen können, ergehen lassen. Auf unserem deutschen Daterlande liegen noch immer dunkle Schatten. Wohl lassen manche Anzeichen erkennen, daß sich in der Welt hier und dort gewisse Aufhellung verbreitet. E s regen sich neue Hoffnungen, daß nach der grausamen Zerstörungsflut, mit der Krieg und Rachkrieg alle Kontinente der Erde überschwemmt hat, neuer Grund auftauchen wird, auf dem wirtschaftliches Leben wieder gedeihen kann. Die Aeberzeugung festigt sich, daß, wenn auch nicht das Ende aller Auswirkungen des ungeheuerlichen Wirtschaftsniederbruches erreicht ist, so doch der gefahrvolle Punkt überwunden ist, der über Tod oder Leben entscheidet. Die Reichsregierung hat für den Zeitpunkt, an dem sich eine neue aufstrebende Entwickelung anbahnt, ihrerseits Maßnahmen getroffen, um die deutschen Wirtschaftskräfte aus ihrem Erstarrungszustande wieder zu neuer Entfaltung zu bringen. Sie hat damit den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit als eine der offenbarsten Erscheinungen des Elends von Millionen darbender Volksgenossen und ihrer Familien mit Entschlossenheit ausgenommen. Sie erwartet zuversichtlich, daß sich ihre Maßnahmen schon in den-nächsten Monaten heilsam auswirken werden, und daß das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Ratlosigkeit, von der manche Volkstreise zu Zeiten erfaßt gewesen sein mögen, bald einer zuversichtlicheren Detrachtung weichen wird. Ein derart stetiger Gesundungsprozeß erfordert jedoch feine Zeit. Deshalb wird auch der kommende Winter dem Gemeinschaftssinn des deutschen Volkes neue große Aufgaben stellen. Dei der Massen- haftigkeit der Verarmung reichen trotz des größten Aufwandes öffentlicher Mittel die staatlichen und gemeindlichen sozialen Einrichtungen nur eben hin, um einen äußersten Lebensbedarf sicherzustellen. Wie groß dennoch die Lebensnot von Millionen deutscher Volksgenossen ist, brauche ich 3hnen nicht zu sagen. Sie sind täglich Zeugen ihres oft verzweifelten Lebenskampfes. Die Massen unschuldig ins Unglück Geratener haben dennoch den Glauben nicht verloren, daß sie mit ihren zermürbenden Entbehrungen und Sorgen sich wieder einmal in eine bessere Zukunft hinüberretten. Sie haben sich das Zutrauen zu sich selbst und zu ihrem Volke erhalten, aber sie werden in diesem Vertrauen neu gestärkt werden, wenn es auch in diesem Winter gelingt, ihnen einen neuen Deweis wohltätiger Rächstenliebe zu erbringen, wie es stets Christenpflicht und Christenbrauch gewesen ist. Die Erfahrungen des vorigen Winters haben gezeigt, daß sich unser Volk über alle weltanschaulichen und Parteischranken hinweg immer dann die Hände zu reichen willens ist, wenn es Dei st and zu lei st en heißt und ein Deweis nationalen Zusammenhaltens in Zeiten der Gefahr erbracht werden soll. 3ch bin überzeugt, daß auch der diesmalige Appell an die Opferbereitschaft nicht vergeblich sein wird. Der erbarmungslose Lebenskampf des Einzelnen ist ja nur ein Teil des großen Kampfes, in dem Deutschland als Ganzes steht, in dem es um seinen Destand, sein Dasein, seine Zukunft ringt. Es ist ein Befreiungskampf, wie ihn Preußen vor 120 tzahren gekämpft hat. Jeder gebe daher nach Kräften, und sei es die unscheinbarste Spende! Sie wird den notleidenden Vollsgenossen ein Zeichen dafür sein, daß auch in dem leidenschaft- llchsten Streit der Meinungen ein unzerreißbares Band menschlicher Verbundenheit alle die umschließt, die sich Deutsche nennen. gesch offen worden sei. Wenige Augenblicke nach den Schüssen habe sie den Aufschrei eines Getroffenen gehört. Aus der Gruppe der kommunistischen Angeklagten erkennt die Zeugin den Hauotangeklagten Calm wieder. Auch die Angeklagten Schall und Sterdt erkennt die Zeugin mit Bestimmtheit wieder. Auf die anderen weiß sie sich nicht mehr mit Sicherheit zu besinnen. Ein Zeuge, der die Tat vom Balkon seiner im vierten Stock gelegenen Wohnung mit angesehen hatte, hatte auf dem Fahrdamm einen Schützen beobachtet, der, mit dem Gesicht dem Sturmlokal abgewandt, wild um sich geschossen hätte. In diesem Schützen glaubte der Zeuge nach Kleidung usw. den Angeklagten Schall wieder zu erkennen. Einen Radfahrer, der kurz vor den Schüssen durch die Straße gefahren sei, glaubte der Zeuge in dem Angeklagten Sterdt zu erkennen. Eine andere Zeugin hatte mit dem getöteten SA.- „Gretchen, geh hinaus!". Zum 125. Todestage des Malers Theodor Hosemann. „Gretchen, gehhinaus! Das Bild ist von Hosemann!" Diese Worte, die eine um die Unschuld ihrer Tochter besorgte Mutter dem lieblichen Kinde bei Betrachtung eines neuen Gemäldes zuruft, sind ein alter Witz aus den „Fliegenden"; sie haben den Barnen des „unaussprechlichen" Meisters lebendig gehalten, als man ihn sonst fast völlig vergessen hatte. Heute ist Hosemann als tüchtiger Maler und vor allem als unendlich fruchtbarer, geistreicher Zeichner anerkannt, der uns die gemütliche Welt des Berliner Biedermeiers in zahllosen Blättern und Bildern erhalten hat. Wie sein größerer Bachfahr und Geistesverwandter Adolf Menzel hat sich auch Hosemann aus größter Armut und dem gewöhnlichen Hand- werksbetrieb zum echten Künstlertum emporgerungen. Als Sohn eines süddeutschen Kriegs-Beteranen und einer märkischen Dürgertochter vereinigte er in sich brandenburgischen Wirklichkeitssinn mit süddeutschem Humor. Hatte er schon als Kind jede freie Minute und jedes leere Stückchen Papier benutzt, um zu zeichnen, so mußte er als löjähriger bereits in Düsseldorf, wo die Familie wohnte, in einer lithographischen Anstalt den Hinterhalt für die Seinen mitverdienen. Mit einem Teilhaber dieser Firma siedelte er als 20jähriger nach Berlin über und blieb der preußischen Hauptstadt dann durch ein halbes Jahrhundert bis zum Lebensende treu. Lange Zeit hatte er es schwer, sich durchzubringen. Er mußte Illustrationen für Iugendschriften. das Stück zu 10 bis 20 Mk., liefern, und auch für seine entzückenden Festkarten bekam er nicht mehr. Die Oelbilder und Aquarelle, die er in seinen Mußestunden malte, fanden nur wenige Liebhaber, und so verdiente er sich schließlich sein Brot hauptsächlich durch Zeichenstunden in den adligen Kreisen Berlins, bis er als Professor der Zeichenklasse der Akademie ein sorgenloses und behagliches Alter genießen durfte. 3m ewigen Kampf ums tägliche Brot hat der Künstler wohl an die 6000 graphischen Blätter geschaffen, hauptsächlich Lithographien, daneben an 500 Oelgemälde, noch eine größere Zahl von Aquarellen and eine unendliche Menge von Hand- zeichnungen, die die Sicherheit seiner Beobach- timg, die Feinheit seines Strichs und Geschmacks vrelleicht am besten zeigen. Für die KulturMann Gatschke einige Tage vor der Tat gesprochen. Es sei in den Straßen offenes Geheimnis gewesen, daß Gatfchke verfolgt wurde. Er selbst habe das gewußt und häufig davon gesprochen. Gründung nationalsozialistischer Zugendbetriebszellen. München, 22. Sept. (END.) Zur besonderen Erfassung der Jungarbeiterschaft in den Betrieben werden laut einer in der Nationalsozialistischen Korrespondenz abgedruckten Verordnung ab sofort „Nationalsozialistische Jugendbetriebs- zellen" ins Leben gerufen. Diese bilden eine selbständige Organisation mit einer eigenen Hauptleitung und unterstehen dem Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch. Dieser ernannte zum verantwortlichen Hauptleiter den Abteilungsleiter in der Reichsjugendführung Heinz Otto. geschichte Berlins hat er einen außerordentlich reichen Anschauungsstoff geschaffen. Er hat eigentlich erst für die bildende Kunst den „richtigen Berliner" in seiner urwüchsigen Lebenskraft und seinem schlagkräftigen Witz entdeckt. Was er auf der Straße sah, das hielt er im Bilde fest: Schusterjungen und Droschkenkutscher, Gemüseweiber und Dienstmädchen, Handwerker und Soldaten, Fuhrleute und Leierkastenmänner, daneben auch die feinere Welt der eleganten Herren und Damen, vor allem aber das romantische Geschlecht der Landstreicher und Pennbrüder. 3n der Schilderung dieses „vierten Standes" erhebt er sich über den idyllischen Spaß ins Groteske, ja Pathetische, und diese Begabung für das Dämonische und Phantastische, der er wohl seine künstlerisch stärksten Wirkungen verdankt, entfaltet sich auch in den besten Illustrationswerken, die ihm gelungen, so in den Dildeim zu den Dichtungen E. T. A. Hoffmanns, zu Chamis- s.os „Peter Schlemihl", Immermanns „Tulifäntchen" il a. Steht er hier ebenbürtig neben den besten deutschen Illustratoren, so ist er als der eigentliche Schöpfer der deutschen Iugend- Illustrationen zu betrachten, der der Iugendschrift eine künstlerische Ausgestaltung verlieh. Theodor Hosemann, der Maler Alt-Berlins, war ein lebens- und schaffensfroher Mensch, der in bescheidener Stille neben der vielen Drotarbeit auch noch seine Kunst ausreifen lassen konnte, und so wird das Beste, das er geschaffen hat, weiter fortleben. Orakel. Don Dera Craener. Robert bringt sie zur Bahn. „Du übernachtest also in Innsbruck", sagte er, „und fährst am nächsten Morgen über den Brenner/' „Ja", sagt Helen und ist schon halb entschlossen, in München zu übernachten. Denn in München ist Peter. Er hat sich zwar in der letzten Zeit nicht so recht um sie gekümmert, von ihrem Geburtstag hat er keine Notiz genommen, und auf das versprochene Buch über den Bamberger Dom wartet sie heute noch. Aber Peter hat ein Auto, immer Zeit und eine hervorragende Kenntnis sämtlicher Schwabinger Lokale und Ateliers. Außerdem hat sie ihn einmal geliebt. „Also 14 Uhr 15 Innsbruck!" ruft Robert, und Helen findet ihn plötzlich sehr komisch, wie er da aufgeregt neben dem Zug herläuft. sei nur durch klare Aufhebung des Beschlusses aus der Welt zu schaffen. Abg. K u b e (Natsoz.) erklärt, daß Dr. Bracht, vor den sich die Deutschnationalen stellten, beim Abbau der Parteibuchbeamten keineswegs grundsätzlich vorgegangen sei. Er verweist auf die Beibehaltung des sozialdemokratischen Oberpräsidenten Noske in Hannover, des sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Zörgiebel in Dortmund und andere Fälle. Sollte Dr. Bracht glauben, Folgerungen aus dem heutigen Abstimmungsergebnis ziehen zu müssen, so werden wir auch das mit Humor zu ertragen wissen. Abg. Steuer ^(DN.) erklärt, unmittelbar nach der Wahl des neuen Landtages, als das große Rät- felraten begann, wen die Nationalsozialisten a l s Kandidaten für dieMinisterpräfiden- tenwahl Herausstellen würden, hat mir ein sehr maßgebendes Mitglied dieser Partei gesagt: „Wir haben nicht die Absicht, einen Parteimann heraus- zustellen, sondern einen sehr hervorragen- den Oberbürgermeister einer west - lichen Großstad t." (Lebhaftes Hört! Hört! bei den DN. — Zuruf bei den NS.: Der war schlecht orientiert!) Dieser schlecht informierte Mann war Ihr (zu den NS.) eigener Fraktionsführer. (Heiterkeit.) Die Abstimmung. Es beginnen jetzt die Abstimmungen. Zunächst wird der deutschnationale Antrag, der die AufhebungdesLandtagsbeschlus- s e s vom 30. August über die Gehorsamspflicht der Beamten gegenüber der kommissarischen Etaatsregierung als gesetzwidrig fordert, mit 208 gegen 35 Stimmen bet 45 Stimmenthaltungen ab* gelehnt. Für den Antrag stimmten außer den Deutschnationalen nur die Deutsche Dolkspartei sowie kleinere Gruppen, während das Zentrum sich der Stimme enthält und die Sozialdemokraten sich an der Abstimmung nicht beteiligen. Gegen den Antrag stimmen Rationalsozialisten und Kommunisten. Für dennationalsozialistischen Antrag, wonach der Landtag beschließt: „Soweit die Reichsverfassung und die Verfassung des Landes Preußen von der am Buder befindlichen Regierung gemäß dem von ihr beschworenen Eid beachtet und durchgeführt wird, ist es Pflicht der Beamten und Staatsangestellten Preußens, die Verfassung ebenfalls zu achten und zu schützen", stimmen nur die Nationalsozialisten, gegen ihn u. a. die Kommunisten, die Deutschnationalen und die Deutsche Dolkspartei, während vom Zentrum Enthaltungskarten abgegeben werden und sich die Sozialdemokraten wiederum an der Abstimmung nicht beteiligen. Der nationalsozialistische Antrag wird mit 156 gegen 86 Stimmen bei 45 Enthaltungen angenommen. Vor dem Antrag der Zentrumsfraktion wird der zweite Teil in folgender Fassung angenommen: „Der Landtag spricht den Beamten Dank und Anerkennung aus, gleichzeitig gibt er der Erwartung Ausdruck, daß die preußischen 'Beamten auch fernerhin ihre dienstlichen Obliegenheiten getreu der bewährten Derusstradition des preußischen 'Beamtentums zum besten von Staat und Volk unparteiisch und gewissenhaft erfüllen werden." Für den Antrag stimmen Rational- sozialisten, Zentrum und Deutsche Volkspartei. Kunst und Wissenschaft. Die Bad'Nauheimer Tagung der deutschen Physiker und Mathematiker. Am zweiten Tage des Kongresses wurde die erste Hälfte der außerhalb der drei Hauptthemen der Tagung stehenden Vortragsthemen erledigt. In vier Vorträgen wurde der nichtelektrische Effekt behandelt, insbesondere der äußere selektive Photoeffekt. Das bedeutendste Ergebnis auf diesem Gebiet ist wohl die Feststellung eines Pa- rallelismus zwischen dem selektiven äußeren Photoeffekt und einer selektiven optischen Absorbtion. Ferner kam eine Reihe ftektrosko- pischer Untersuchungen im sichtbaren, im infraroten und ultravioletten Gebiet zur Sprache sowie Reuerungen auf dem Gebiete der spektroskopischen Technik. Auch Fragen der Spektralanalyse wurden erörtert. In mehreren Vortra- Liebevolle Fürsorge ist gut — aber auch davon muß man sich manchmal erholen. „Ferien vom Du", hat Peter immer gesagt. Sie wird ihn vom Bahnhof aus anrufen. 10 013. Oder war's 015? Hat sie das schon vergessen? Helen wird nachdenklich. Vielleicht ist es besser, nicht zu telephonieren, sondern gleich hinzugehen? Gedankenvoll starrt sie aus dem Fenster. Da ist auf jedem dritten Feld ein rotes Reklame-Photo- Mädchen, mit wehendem Schal, das den Reisenden verführerisch anlächelt. „Wenn die nächste Reklame wieder Photo ist, bleibe ich in München", denkt Helen. Doch zunächst kommt eine große Strecke märkischen Kiefernwaldes und dann auf einer Wiese ein großes gelbes Schild — Schuhcreme! Gar nicht zu übersehen ober wegzuleugnen. Aber Peter hat so einen herrlichen Apparat mit sämtlichen Sophie-Tucker-Platten. Und Jack Smith. Robert kann Smith nicht leiden. Die letzte Platte, die er ihr geschenkt hat, war das Preislied aus den „Meistersingern". Wie er ja überhaupt ein ernster junger Mann ist. Und deshalb wäre es gut, wieder einmal eine kurze Szene Peter einzuschieben. 10 013 war es! Und wenn der dicke Herr in der Ecke vor Leipzig noch ein drittes Frühstück einnimmt, dann ruft sie eben doch an. Sie werden an den Starnberger See fahren — ober nach Mittenwald. Vor zwei Jahren waren sie auch in Mittenwald gewesen. Da hat Peter diese rührend schmale Madonna gekauft mit dem ungewöhnlich pausbäckigen Kind. Er hat eine ganze Sammlung solcher Pausbacken und herrlicher kleiner italienischer Putten. Auf den Bücherborden treiben sie sich herum und an den unmöglichsten Stellen seiner bunten und amüsanten Wohnung. Helen lächelt still vor sich hin. Aber plötzlich schreckt sie hoch. Sollte das schon Leipzig sein? Richtig! Und der Dicke in der Ecke ist einfach eingeschlafen, ohne vorher noch einmal nach seinem Proviantkoffer gegriffen zu haben. Aber das gilt nicht! Sie bleibt in München. Oder soll sie vielleicht um 2 Uhr in Innsbruck ankommen? Wogegen es natürlich auch möglich ist, daß sie Peter gar nicht antrifft. Draußen raffelt ein Güterzug vorbei. 30 Wagen, 32, 38, immer mehr. Reichsbahndirektion Mainz, Kassel, Stuttgart — „wenn ber letzte Wagen Ulm ist, telegraphiere ich von Hof aus", denkt Helen. Es ist aber ein amerikanischer Petroleumtank. llnb wenn Peter grabe anderweitig beschäftigt fein sollte? Denn da ist ja noch Manja, die tragisch Beschattete, mit dem Drang zu seelischen Bekennt- gen wurden neuere Ergebnisse auf dem Gebiete der Röntgen-Spektrvskopie mit geteilt Eine Sitzung fand gemeinsam mit der Heinrich- Hertz-Gesellschaft zur Forderung des Funkwesens statt. Sie hatte das Thema „Elektrophysisches der hohen Atmosphäre". In zwei Vorträgen wurde berichtet über die Zusammensetzung und physikalische Konstitution der hohen und höchsten Atmosphäre, ferner über die durch die elektrischen Eigenschaften der Heavisideschicht hervorgerufenen Phänomene der Ausbreitung drahtloser Wellen und des sogenannten Weltraumechos. In dem Vortrag, den der berühmte Äordlichtforscher C. 6 törmer (Oslo) hielt, kamen die wichtigsten Ergebnisse der modernen Rordlichtforschung zur Sprache. An Hand einer Reihe wundervoller Aufnahmen wurden verschiedene Arten von Rorö- lichtern gezeigt. Im Anschluß an die Vorträge wurde dann der dritte Teil des von E. D r ü ch e (Berlin) mit Llnterstühung von Professor C. S törmer hergestellten Lehrfilms „Das Rord- licht "erstmalig vorgeführt. Max Sleoogfs Beisetzung. In Neukastel (Pfalz) wurde ber verstorbene große deutsche Maler Max S l e v o g t auf bem Fami- liensriebhof in der Nähe seines Besitztums beige- setzt. Die Trauergemeinde war nicht groß. Ohne Gepränge trugen die bekanntesten Pfälzer Maler ben toten Künstler zu Grabe. Regierungspräsident Dr. Osthelder war als Vertreter der bayerischen Staatsregierung anwesend, von ber Preußischen Akademie ber Künste Prof. Ammersdorfer, Direktor Hartlaub von der Städtischen Kunsthalle Mannheim und Pfarrer Ferkel von ber Friedenskirche in Ludwigshafen, die Slevogts letztes großes Werk birgt. Schlicht und einfach war die Beisetzung. Pfarrer Wambsgans (Neuhofen), ein Jugendfreund des Toten, sprach einen warmen Nachruf. Aus öfter Wett. Arbeitslosenunruhen in Liverpool. In Liverpool kam es in den letzten Tagen zu schweren Zusammenstößen zwischen Arbeitslosen und der Polizei. Die Arbeitslosen veranstalteten vor dem Rathaus eine Massenkundgebung für eine Erhöhung der Unter- stühungssähe. Auf dem Rückmarsch riß plötzlich eine Frau einem Schuhmann den Helm vom Kopf. Das war das Zeichen für einen allgemeinen Angriff auf bie Polizisten, die von der Menge mit einem Hagel von Steinen. Flaschen und anderen Wurfgeschossen bombardiert wurden. Die Polizei ging mehrere Male mit dem Gummiknüppel gegen die Menge vor. Als die Arbeitslosen ihre Angriffe fortsehten, wurde berittene Polizei eingesetzt, die die Menge auseinandertrieb und viele Verhaftungen vomahm. Im ganzen wurden 30 Personen verletzt. Später kam es verschiedentlich zu neuen Zusammenrottungen, wobei die Arbeitslosen mehrere Geschäfte plünderten und Schaufenster einwarfen. Spinale Kinderlähmung in Cottbus. — Sämtliche Schulen geschlossen. Wegen mehrerer ernstlicher Erkrankungen an spinaler Kinderlähmung wurden dieser Tage sämtliche Cottbuser Schulen geschlossen, nachdem man es bisher mit der Schließung einzelner Klassen hatte bewenden lassen. Die Schließung der Schulen war seit Tagen von der Elternschaft gefordert worden. Polnischer Soldat als Spion erschossen. In der Warschauer Zitadelle wurde dieser Tage ein 22jähriger Soldat des polnischen Funkcn- telegraphenregiments erschossen, nachdem er in einem zweitägigen Standgerichtsverfahren wegen Spionage zum Tode verurteilt worden war. Das .Urteil wurde sofort nach der Urteilsverkündung vollstreckt. Gronau nach China gestartet. Wie ein Funkspruch aus Tokio meldet, ist der deutsche Flieger Wolfgang v. Gronau von Kagoshima (Kyushu) nach Schanghai gestartet. Nissen und den Nöten ihrer Hemmungen und Gefühle. Helen hat sie schon einmal dort getroffen — sie hat keine Lust, ihr wieder zu begegnen. „Platz nehmen zum zweiten Mittagessen!" ruft der Kellner, und damit entscheidet sich Helen endgültig. „Gibt es wieder Omelette auf Herzogin-Art, bleibe ich in München .. Es gibt Forelle. Aber nach Innsbruck kommt sie erst vier Tage später. Oer Aal im Lolal. Für den, dem es schmeckt, ist der Dal geräuchert oder gekocht mit Petersilienkartoffeln und holländischer Soße angerichtet, ein vortreffliches Gericht. Besonders an Sommertagen. Sitzt das Tier aber noch lebendig in seiner glitschigen Haut, dann erfreut es sich nicht so allgemeiner Wertschätzung, und es ist bestimmt anzunehmen, daß alle jungen Damen auf frei umheüriechende Aale in der gleichen schreckhaften Weise reagieren, wie auf Mäuse. Das hätte der Koch eines Pariser Restaurants alles bedenken sollen, als er lebende Aale in Empfang nahm, um sie für die Gäste zuzubereiten. In einem unbewachten Augenblick entwischte ihm nämlich eins dieser schlüpfrigen Gesellen und war verschwunden. Im Speisesaal des Restaurants herrschte lebhafter Betrieb. Alle Tische waren beseht, die Kapelle spielte, Kellner flitzten hin und her. Da plötzlich schrie eine Dame hell auf: „Hilf e, eine Schlange!" — Gäste und Kellner sprangen hinzu und was entdeckte man? Der aus der Küche _ entflohene Aal hatte sich sachte in den Speisesaal, wo er ja auch hingehörte, geschlichen und an den schlanken Waden oder zumindest an den Seidenstrümpfen jener Dame Gefallen gefunden. Auf den Schreckensruf der Dame hin brach unter den Gästen eine Panik aus. Alles stürmte nach den Ausgängen, Tische und Stühle wurden rücksichtslos beiseite gestoßen, Gläser und Eßgeschirr fielen auf die Erde, zerklirrten oder wurden zertreten. Der Inhaber des Restaurants alarmierte die Polizei. Als das Polizeikommando am Schauplatz erschien, hatten die Gäste das Lokal längst geräumt und einen Trümmerhaufen zurückgelassen. Der Restaurateur bezifferte den Materialschaden auf über 1000 Franks. Größer ist der Schaden, den die Kellner feststellten, als sie abrechneten. Sehr viele, wenn nicht die meisten Gäste hatten die Panik benutzt, um zu verschwinden, ohne die Rechnung beglichen zu haben. Oer preußische Landtag lenkt ein. Ein neuer Beschluß zur Gehorsamspflicht der Beamten gegenüber dem Reichskommissar. Berlin, 22.Sept. (DdZ.) Auch zur heutigen Plenarsitzung des Landtages sind Regie- rungsdertreter nicht erschienen. Das Haus berät über die Anträge der Rationalsozialisten, Deutschnationalen und des Zentrums zu dem Land- tagsbeschluh gegen die Gehorsamspflicht der Beamten Abg. Steuer (dn.) begründet den Antragseiner (Jratiion, wonach der Landtag seinen Beschluß vom 30. August d. I- gegen die Gehorsamspflicht der Beamten als gesetzwidrig erklären und aufheben soll. Auf der äußersten Rechten herrscht lebhafte Llnruhe. Ein Teil der Rationalsozialisten verläßt unter anhaltenden lärmenden Kundgebungen den Sitzungssaal, wobei die Kommunisten gleichfalls sich an der Unruhe beteiligen. Da die wiederholten Mahnungen des Präsidenten Kerrl, den Redner ruhig anzu- hören, kein Ergebnis haben, verläßt der Präsident seinen Platz, womit die Sitzung für hirje Zeit unterbrochen ist. Rach wenigen Minuten wird die Sitzung durch den Präsidenten wieder eröffnet. Abermals erhält Abg. Steuer (bn.) das Wort. Wiederum entstehen sofort bei den Rationalsozialisten und Kommunisten lärmende Kundgebungen, die Präsident Kerrl nicht beschwichtigen kann. Abgeordneter Steuer spricht erregt auf den Präsidenten ein, der m i t den Achseln zuckt. Der Präsident ersucht immer wieder um Ruhe, die auch solange ein* tritt, wie der Abg. Steuer seine Ausführungen nicht beginnt Sobald er aber auch nur „Meine Damen und Herren" sagt, setzten die anhaltenden lärmenden Kundgebungen bei den Rationalsozialisten wiederum ein. Präsident Kerrl verläßt wiederum seinen Platz, womit die Sitzung zum zweiten Male unterbrochen ist. Rach kurzer Pause wird die Sitzung wieder eröffnet. Die Rationalsozialisten verlassen jetzt bis auf einige Horchposten den Saal. Abg. Steuer (Sn.) erklärt: Rur blinder Parteifanatismus könne die Rationalsozialisten veranlassen, jetzt die Deutschnationalen anzugreifen und zu vergessen, daß noch im letzten Landtag die Deutschnationalen es gewesen seien, die sich schützend vor die vom Kabinett Braun Verfolgten und Unterdrückten stellten. Der Abgeordnete Kube habe damals der deutschnationalen Fraktion ein Denkschreiben übersandt, worin er sich für die Ritterlichkeit bedankt habe, mit der die Deutschnationalen der schwachen Gruppe der Rationalsozialisten geholfen hätten. Abg. Kube habe in jenem Schreiben der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß der Augenblick kommen möge, in dem er diese Ritterlichkeit zurückerstatten könne. (Große Heiterkeit links und Zurufe: Ieht haben Sie den Dank vom Hause Habsburg!) Das jetzige Verhalten der Rationalsozialisten würde ihre Wähler stutzig machen. Die Rationalsozialisten spekulierten auf das kurze Gedächtnis der Zeitungsleser mit ihren neuen schärfsten Angriffen gegen die Reichsregierung von Popen. Tatsächlich sei es erst wenige Wochen her, daß die Rationalsozialisten das Kabinett von Papen begrüßt hätten. Während die Rationalsozialisten damals noch das Zentrum auf das heftigste angriffen, hätten sie bald darauf Koalitionsbesprechungen mit demselben Zentrum begonnen. (Hört! Hört! bei den Deutschnationalen.) Die Deutschnationalen wollten den nationalen Staat und wendeten sich gegen den Parteifanatismus, gleichgültig, von welcher Seite er könne. (Händeklatschen bei den Deutsch- nationalen.) Abg. Dr. Nicolai (Natsoz.) begründet den Antrag seiner Fraktion. Die Nationalsozialisten wollten mit ihrem Antrag zum Ausdruck bringen, daß die Beamten in erster Linie Gesetz und Verfassung zu achten hätten. Wenn die Regierung Papen sich an dieses Prinzip halte, könne es nicht zu einem Konflikt zwl,chen ihr und den Beamten kommen. Die Nationalsozialisten hätten keinen Rückzug gemacht, sie versuchten nur die Fassung des Beschlusses, die zu Zweifeln hätte Anlaß geben können, durch eine Formulierung zu ersetzen, die keine Zweifel mehr zulasse. (Lachen links.) Abg. Bugdahn (Soz.) empfiehlt den Antrag seiner Fraktion, wonach der Landtag das Verhalten des Landtagspräsidenten Kerrl mißbilligen solle, weil dieser nicht berechtigt sei, im Namen des Landtages ohne besonderen Auftrag politische Verhandlungen zu führen. Die Nationalsozialisten beschwerten sich jetzt über den Reichskommissar. Dabei habe Herr Kube am Tage der Einsetzung des Kommissars in Hamburg davon gesprochen, daß jetzt eine neue Epoche in Preußen beginne, er habe sogar gesagt: Jetzt kommen wir. Gekommen sei jedoch der Besuch Kerrls beim Reichspräsidenten, um Verwahrung gegen den Reichskommissar einzulegen. Abg B o r ck (DN.) betont, auch wir sind der Tieinung, daß der Landtagspräsident im Namen des Landtages politische Verhandlungen nicht führen kann. Er hat nicht das Recht, irgendwie politische Meinungsäußerungen des Landtages verlauten zu lassen. Die Pflicht des Präsidenten tft es dagegen, nicht nur zu repräsentieren, sondern auch Ruhe und Ordnung im Hause aufrechtzuerhalten. Wir bedauern außerordentlich, daß der Vorsitzende des marxistenfreien Präsidiums in diesem Hause e s nicht fertiggebracht hat, einem nationalen Redner Rübe zu verschaffen. (Zustimmung bei den DN.) Wir sehen darin eine grobe Pflichtverletzung des Präsidenten und stimmen deshalb dem Miß- billigungsantrag zu. Abg. N u s ch k e (Stp.) ist der Ansicht, daß Präsident Kerrl seine Präsidentenbefugnisse erheblich überschritten habe. Was den Beamtenbeschluß vom 30. August angehe, so handle es sich dabei um ein sehr betrübliches Kapitel. Diese Angelegenheit ytenmal an dieser lacht sehen wurd Irahlenbrechung I onnenuntetgang erschvbe, während Iaht am Erdsuds hrin herrscht. Mi »le»«’; S-'b °> rt’r h-b-» fcVtoie l»°” < Es I Ltfiafle bei Wr&Jt « cbtbar, ®ennJL elchrt vem id)lti ^Vunt ct Bsis? S-A ■ -wcK Selm/ , ■ jtpj an die iai I ur MtaMü em < ie Lonne im vH j [fg buchstäblich „zu n Beobachter an bleibt fr ' Aus dem Sta ritgeteilt: Die Intendanz t IVersuch einer 1 s und damit a, lents auf agen. Die 6 & der Wonne, auf, da erfahr ! Theatertag i Grund der c Kreisen unser ssen Intendanz Mittwoch- ten und ins )nnement n n erneuten Tel :agen und 2Di -Abonnenten 2 nur alle ehern ch bisher für 1 die Erneuern' -Abonnements i, ihre Justin jxuiie umgehen .dem ist in der k. Zeitlicher 2e -Wochentagen auf weise bei AuW i 19.30 Hr fi tung eines piii d sämtlichen au rmte Garantie g aller Auhe und Taten sstrLai 473: der Landskm 9 in Mindelheim g «Ulsorscher PH. A n. genannt Paraci >d'. Mrecht von' wtn-,-1862: T Met. Aon der P ^.Wtelle der Bürget Auftrag für So ''«ui worden M mrtiidg109 in do in ®eÄ"Jt •• n .u con log vig । LM S i wurde Iäqr 1 Gene L Chef! \ der öffen, >e»,' H ete9O,nJne iH ?m 12- yibunn | Nb. ff?5 und 1 männern M le Aus der provinzialhaupistadt >ic sich bisher für den Samstag gemeldet haben >zw die Erneuerung ihres abgelaufenen Miii- Taten sürGamsiag, 24. September. tboren; — 1862: Bismarck wird preußischer Staats- \t erst D'ttr W beachtet. Dießen, den 23.September 1932. Herbstanfang. flarlet io meldet, ist der ronau oon ihaigestartet. ui. - SimllldK L Lrkraiümgen an g wurden dieser Schulen ge« bisher mit ixt tte bewenden tuten toox seit btti tvvrden. i erschossen. cmrde dieser Tage rli.ischen Funk.a- sen, nachdem er ^verfahren vc- verurteilt X sofort nach der ;cin herrscht. Mittwoch'Theater'Abonnemeni bleibt doch beibehalten! Aus dem Stadttheaterbureau wird usw. zu bewegen. In einem Falle hatte er einen Brief mit der Unterschrift des Direktors der Firma, von der er angeblich den in diesem Falle in Rede stehenden Kredit beschaffen wollte, gefälscht und diesen Brief, um weiteres Geld von seinem Auftraggeber zu erhalten, seinem Auftraggeber vorgelegt. Außerdem hatte er einen Wechsel gefälscht und diesen Wechsel zur Zahlung einen Schuld an einen seiner Gläubiger weitergegeben. Mit Rücksicht auf das Geständnis des Angeklagten billigte ihm das Gericht mildernde Umstände zu, andererseits mußte aber straferschwerend in Betracht gezogen werden, daß der Angeklagte bereits wegen Betrugs vorbestraft war. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr und fünf Monaten. über England von Dibelius und Frankreich von Curtius-Bergsträßer erscheint ein Awerbandlges Werk über Amerika von Friedrich Schöne- mann, den, Leiter des Amerika-Instltuts der Berliner Universität. VezirlSschöffengericht Gießen. • Gießen, 21. Sept. Ein Soldat der Reichswehr war angeklagt, im 3uni d. 3. im Verlauf einer Auseinandersetzung mit einem Studenten demselben mit seinem Seitengewehr mehrere Stiche beigebracht und dadurch eine gefährliche Körperverletzung begangen, sowie von seiner Waffe rechtswidrigen Gebrauch gemacht zu haben. 3n der heutigen Hauptverhandlung gab der Angeklagte zwar zu, den Studenten, wie angegeben verletzt zu haben, bestritt ledoch. daß er die Tat mit dem Seitengewehr ausgefuhrt habe Er habe nn fraulichen Abend, wie er sich aus- hriuftc auch noch ein Messer bei sich gehabt und vmunyn unb &• dort gchoM - i begegne". Mittagessen! ruß Xt sich Helen end' W"'to'toihe e(f. tiderporl. fetten Tagen zu :n zwischen 2r- >ie Arbeitslosen s eine Massen- ng bet Unter* esch rih plötzlich ten Helm vom ür einen allgr- olizisten, Die el von Steinen, chossen bombar- mehrne Male die Wenge vor. zriffe fortsehten, :, die die Menge erhaftungen 30 Personen nschiedentlich zu ki die ArbeitS- inberten und an dem fraglichen Abend drückte, auch noch ^in Meise _ . , _ müsse die Tat mit diesem begangen Dobem Er könne 'ich nicht mehr genau ^'unern. Auf Grund der Beweisaufnahme erachtete das ^richt nicht Hit erwiesen, daß der Angeklagte die Verletzungen dem Studenten mit dem Seitengewehr beigebracht habe und verurteilte ihn lediglich wegen a e f ä b r l i ch e r K ö r p e r v e r l e h u n g. Da der Anaeklaate bisher nicht bestraft ist und auch sein? vorgesetzte Dienststelle ihm ein gutes Zeugnis ausstellte, sah das Gericht von einer Frei- heitsstrafe ab und erkannte gegen ihn auf eine Geldstrafe von 120 Mark. Ferner stand ein Eilender wegen fortge- lebten Betrugs und schwerer u r - kundenfälschung unter Anklage. ®et Angeklagte war im Sinne der Anklage völlig ge- ständig. Er hatte m einer ganzen Reihe von Fällen seinen Kunden m betrügerischer Wsicht vorge'piegelt. er werde ihnen einen Kredit beschaffen und suchte sie daher zur Hergabe von Geld als Dor'chuh auf Kosten, 3nseratengebuhr ouf 19.30 Uhr festgesetzt. Die strikte Durch- ührung eines pünktlichen Dorstellungsbeginnes nirb sämtlichen auswärtigen Besuchern Die be- nmmte Garantie gewährleisten, den Zuganschluß n aller Ruhe und Bequemlichkeit zu erreichen. voch-Abonnernents bis heute noch nicht beantragt »hoben, ihre Zustimmung und Meldung an der ss-asse umgehend mitteilen zu wollen. Äußerstem ist in der kommenden Spielzeit ein ein- >c itlicher Beginn der Dorstellungen an Wochentagen auf 20 Uhr und nur ausnahms- lvcise bei Aufführungen von größerer Dauer ifat. ilNint JJJ. . ^nbc -ei reo' Ä ein-- als 'benlcn MA für -inem uno. 6iefet bml'ch Ini plö"' nd c, eine zFlnb-ß en ober S er >ruf ber * Alles LLs *$s# aber yM!' Ä”*« * * Unlängst wurde die artige Geschichte des jungen deutschstämmigen Kommis aus Kanada, der Exporteier zu sortieren hatte, bekannt. Eines Tages kam ihm eine 3dee. Er nahm eines der Eier aus der Kiste und schrieb darauf, daß er so und so alt sei, leidliches Einkommen habe und heiraten möchte. Wenn daher eine entsprechende junge Dame das Ci finde, so... usw. Das ®i kam zusammen mit vielen tausend anderen nach Deutschland und fiel hier einer jungen, hübschen Verkäuferin in die Hände. Die beiden, die sich auf diese nicht alltägliche Weise kennen lernten, stehen nun schon einige Monate im Briefwechsel und wollen demnächst heiraten. niT.ifter. IU. Don der Landesuniversität. Von lei Pressestelle der Landesunioersität wird mitge« :ei Lt: Herrn Bürgermeister Dr. Seid in Gießen st mit Wirkung vom Wintersemester 1932/33 ab ein Mrauftrag für Kommunalwirtschaft unb kommu- itue Sozialpolitik an der Landesunioersität Gießen irteilt worden. " C i n Fünfundsiebzigjähriger. 8i'enbahn - Werkstättenvorsteher i. R. Ludwig 6 hättet, Ctednersttahe 35 I begeht am hruti- Freitag in voller Rüstigkeit seinen 75. Geburtstag. '* Gewinn bei der Wohlfahrtskugel- lottcrie. Dom Wohlfahrtsamt wird uns gelchne- tzi: Am Mittwoch wurde bei dem Verkäufer Nr. 82 et.- Gewinn von 100 NM. gezogen. " Defitzwechfel. Schuhmachermeister Lud- ng Hill. Seltersweg 52, erwarb aus der Suhlschen Konkursmasse das Anwesen Wolken- Das Heiratsangeboi in der Flasche. Ein Hühnerei als Shevermitiler - Bestrafte Sehnsucht eine« Leuchtturmwächters Don Ernst Eunow. W "s s & Äir. »^wfessvr r 8 -Das Ttoi "g. Sms beige, Ohne Pi°lz«t Malet 'wngsptäsident k'LLL ;ersborfer ^tischen Knns,' Hel von der ?fe°°gts letztes vor di« 'Nofen), ein tw Wonnen Kunst der Handweberei. Die Firma C. Röhr & C o., Bahnhofstraße, zeigt in diesen Tagen wieder in einem ihrer Schaufenster eine , umfangreiche Ausstellung von Handwebearbeiten, ) die auf den von der genannten Firma vertrie» . denen Handwebstühlen einfachster Art herg^ stellt wurden. Die Schau ist sehr aufschlußreich und zeigt die vielsälttgen Möglichkeiten der Arbeit an diesen Handwebstühlen. Gleichzeitig kann man seststellen, daß dieser Handwebestuhl der Dorbereiter einer neuen Volkskunst sein kann, deren hohe Werte nicht unterschätzt werden sollen, denn bei kaum einer anderen Handarbeit wird die eigene schöpferische Arbeitskraft der Frau so herausgefordert, wie gerade hier. 3m Schaufenster fallen besonders der handgewebte grüne Damenmantel und der sehr fein im Muster gehaltene Stoff für einen Herrenan^ug auf Tisch- decken, Teppiche (einige ausgezeichnete Arbeiten sind besonders unter den ausgestellten Teppichen zu findens. Sofakissen (eines der dankbarsten Gebiete hausfraulicher Handarbeit). Kaffeemützen. Schals. Bänder, ganze Herrenjoppen aus naturfarbener Wolle und noch vieles andere mehr verdient Aufmerksamkeit. Erfreulich ist es, zu sehen, daß der weitaus größte Teil der Arbeiten von einem, sehr reifen Geschmack Zeugnis ablegt. Die mittels dieser Handwebekunst her« I gestellten Dinge gereichen jedem Heime ju toert- voller Zierde. An Hand einiger photographischer Aufnahmen kann man sich von der Wirkung der Arbeiten inmitten ihrer zweckbedingten Umgebung überzeugen. Die Ausstellung erhebt berechtigten Anspruch auf die Aufmerksamkeit der Hausfrau. " Rundfunk von gestern und morgen I" Der Dortrag des Oberingeniears Schilling aus dem Forschungslaboratorium der „$e- lefunfen“ Berlin, der am Mittwoch im Cafä Leib vor vollbesetztem Hause gehalten wurde, war eine umfassende Revue der Radiotechnik. Der Red- I ner verstand es ausgezeichnet, das 3nteresse der Zuhörer selbst an komplizierten technischen Pro- I blemen wachzurufen und wachzuhalten. Man hörte viel 3nteressantes. teils Reues, teils Bekanntes, I alles aber im engen Zusammenhang und in enger Verbindung mit der Radiotechnik der Vergangenheit und der Gegenwart, ja mit der Zukunft. Rach einigen einleitenden Ausführungen schilderte der Vortragende das Zustandekommen eines Telephongesprächs mit dem auf hoher See befindlichen 1 Dampfer „Bremen", das noch am gleichen Abend geführt wurde und der; Zuhörern durch Laub I sprechet übermittelt wurde. Zwar gestaltete sich dieses Gespräch etwas fragmentarisch, immerhin I aber offenbarte sich darin ein technisches Wunder. das die Zuhörer in einige Spannung ner* I setzte. Oberingenieur Schilling beschäftigte sich so- dann mit der Sendetechnik, wies deren Grenzen auf und betonte, daß die Entwicklung auf die- I fern Gebiete schon auf einer gewissen Endstufe angelangt fei. Die Cmpfangsapparate feien bereits I so weit vervollkommnet worden, daß man nicht mehr davon sprechen könne, der Apparat müsse bedient werden, vielmehr sei es so. daß der Apparat seinen Besitzer bediene. Der Vortragende gab aufschlußreiche Aufklärungen über das Verhältnis zwischen Sendung zum Empfang, erläuterte mancherlei technische Schwierigkeiten und sprach von hochinteressanten Forschungsergebnissen. Die Telefunken-Gesellschast habe an der Verbesserung der Sendetechnik wesentliche Verdienste. Die Zuhörer erhielten im weiteren Laufe des Abends Aufschluß über den Stand der Technik des Fernsehens und zum Schluß wurden sie noch mit einem neuartigen Musikinstrument bekanntgemacht, auf 1 dem sämtliche Musikinstrumente in naturgetreuer Klangfarbe wiedergegeben werden können. Der • Vortrag wurde mit dankbarem Beifall aufge- I nommen. Eine mit dieser Veranstaltung verbun- ' bene Ausstellung von Radiogeräten wurde viel I geteilt: Eie 3ntendanz hatte ursprünglich die Absicht. lagen. Die Gründe waren vor allem Aus- lch der Abonnentenzahl durch regeren Kassen- rkauf, da erfahrungsgemäß der Samstag der ,fte Theatertag innerhalb der Woche darstellt, luf Grund der eingegangenen Zuschriften aus n Kreisen unserer Mittwoch-Abonnenten be- iLcffen 3ntendanz und Theaterdeputation jedoch. Mittwoch-Abonnement beizube- alten und infolgedessen das Samstag- Ibonnement nicht einzu führen. Durch lesen erneuten Beschluß hat die 3ntendanz allen Infragen und Wünschen der ehemaligen Mitt- vch-Abonnenten Rechnung getragen und bittet, -ß nur alle ehemaligen Mittwoch-Abonnenten, Buntes Allerlei. Zn einer Tonne um die Erde. Wie aus Rio de 3aneiro berichtet wird, sind dort Leopold Karl Lauz und seine Frau Flo- rina Lauz eingetroffen, die feit sieben 3ahren, toie der selige Diogenes, in einer Tonne leben, in dieser seltsamen Behausung mit einer Tochter beschenkt wurden und sie durch 22 Länder mitgeführt haben. Das Ehepaar entschloß sich 1925 zu einer Reise um die Erde, kaufte eine große standhafte Weintonne und dazu einen Esel. Dann ging die Reise los, der Esel zog die Tonne, Herr und Frau Lauz marschierten daneben und fanden in der Tonne nach Belieben Unterkunft. Sie haben auf diese Weise den größten Teil von Europa, die Türkei, Syrien, Palästina unb Aegypten burchwanbert. Ein Bund dichtender Beamten. 3n Frankreich haben bie Beamten zu ber Gilbe ber Dichter unb Schriftsteller ein größeres Kontingent gestellt als in anberen Ländern. War doch sogar ber ältere Dumas Beamter, bevor er mit seinen Romanen soviel verbiente, baß et auf bie bienstliche Einnahme verzichten konnte. M a u p a s s a n t unb Courteline haben in köstlichen Novellen unb Possen bas kleine Beamtentum geschilbert, bas in ben vielen Mußestunden während der Arbeitszeit alle möglichen Allotria treibt und dabei auch auf den Gedanken verfällt, zu dichten. Sie beide konnten sich durch ihr Beamtengehalt über die ersten schweren An- fänge ihrer Schriftstellerei Hinwegbringen. _Rna- tole France war ebenfalls Beamter, nämlich Bibliothekar der Bücherei des Senats. Auch heute stehen hervorragende Dichter im Dienste des Staates zum Teil in hohen Stellungen. So ist z. D. Paul Claudel ber Botschafter Frankreichs in Washington. Paul Moranb war bis vor kurzem im biplomatischen Dienst, Pierre Benoit Bibliothekar in einem ber Ministerien. Auch 3ean Girauboux trat in bie Deamten- laufbafjn ein. So gibt es noch viele anbere namhafte Schriftsteller, die im Reben- oder Hauptberuf einen Bureausessel drücken ober ]eöenfall8 gebrückt haben. Es ist daher begreiflich daß sich die Schriftsteller, die als Beamte oder Angestellte in Staatsdiensten stehen, jetzt zu einem Berbaride zusammengeschlossen haben, der bereits eine stattliche Anzahl Mitglieder zählt. Das ist noch gar nichts! Der geistvolle englische Schriftsteller Chesterton erzählte kürzlich eine Geschichte von einm Kollegen, ber auf seine literarischen Erfolge sehr stolz war. 3n einem Gespräch mit einem alten Lanbmann. der sich von bem Wert ber Schriftstellerei keinen rechten Begriff machen formte, sagte er: „Sie müssen bebenten, bah ich manchmal 50 Pfennig für jebes Wort bekomme, bas ich schreibe." .Das ist noch gar nichts", sagte ber Alte verächtlich. „3ch bin kein Schriftsteller, aber wenn ich schreibe, bann bekomme ich 5 Mark für das Wort." „Wie ist bas möglich?" meinte ber Autor ungläubig. „Doch", lautete bie Antwort. „Wenn ich meine Rente abhole, schreibe ich nur Henry Smith unb kriege 10 Mark." g.lfe 21. ’* Zur Richtig st ellung. Der ehemalige! sieußische Staatsminister Hermann von Buddc ill^51—1906), von dem im gestrigen Feuilleton eine Lrekbote erzählt wurde, ist nicht, wie versehentlich ^gegeben wurde, Reserveoffizier in einem Bres- aier Regiment gewesen, sondern hat als aktiver D isizier bei ben 116ern in Gießen geftanben; er io irbe 1896 Chef ber Eisenbahnabteilung bes Großen I • (S-neralstabes, 1901 Generalbirektor ber Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken unb 1902 Minister I )er öffentlichen Arbeiten. Nach ihm ist die Bubbe- 5:rafje in unserer Stabt benannt. '* Der Fagbklub Gießen u. Umgebung (5iQ Gießen) erfreut sich trotz seines kurzen Be. sl ihens schon einer stattlichen Mitgliederzahl. Bei der I-zten Monatsoersammlung im September konnte Der 1. Vorsitzende, Herr August Balzer, die Aus- n chme von fünf neuen Mitgliedern unb einige wei- ij tere Neuaninelbungen bekannlgeben. Der Verein, ber i ar 12. Mai 1932 gegründet wurde, bezweckt, wie jr)er andere -Fagdverein, eine weidmännische Hege b*5 Wildes und eine weidgerechte Ausübung der 3 igb. Er will feine Mitglieder zu echten Weid- rrainnern ertüchtigen und will insbesondere auch i s.idmännischen Kameradschaftsgeist gepfleat wissen. Atter diesem Vorsatz stehen auch die nächsten Der- arstaltungen des Jagdklubs. Vorgesehen ist für bie , Mitgliederversammlung im Oktober die Fortsetzung ' tiaes Vortrages oon Herrn Dr. Fischer über eine junge, hübsche Ehefrau suche, und warf die Flaschen allesamt ins Meer. Es schwammen also mehr als ein Dutzend Flaschenposten auf einmal los. Schon wenige Tage später, langst bevor die eigentliche Ablösung fällig war. saß der unglückliche Leuchtturmwächter ein Motorboot zu Listen seines Turmes anlegen. 3hm entstiegen einige beamtete Herren... und der Rachfolger des Leuchtturmwächters. Während der letztere aus der Stelle den Dienst übernahm, wurde der maßlos erschrockene Leuchtturmwächter von der Polizei an Land gebracht und dort sogleich einem Verhör unterworfen, das damit endigte, daß Der Heiratskandidat auf der Stelle die fristlose Entlassung erhielt. . . Er erfuhr nun gleichzeitig das Schicksal seiner Flaschenposten. Die meisten Flaschen waren, einer bestimmten Meeresströmung folgend, auf em be- kamttes dänisches Seebad ^getrieben, dos sich unweit vom Leuchtturm befand. Eine ziemlich mondäne Gesellschaft, die es bevölkerte. wollte sich dann zu Tode lachen über die Heiratsflaschenposten des Leuchtturmwächters. Da einigen Flaschen ein Photo beilag. konnten sich die vornehmen Kopenhagener Damen gleich em anschauliches Bild des einsamen Heiratskandidaten machen. , _ _ _ Ter Zufall wollte es aber, daß sich unter Den Badegästen ein Journalist befand, der die Sache sofort aufzeichnete und samt Photo fernem Blatt einsandte, das sie mit einem heiteren Kommentar in der nächsten Rümmer brachte. Aus diese Weise erfuhr das Handels- und Verkehrsministeri'i'n, dem auch die Leuchtturmwächter unterstehen, oon der Sache, und das sorgte für eine fristlose Entlassung Dieser Effekt war natürlich nicht beabsichtigt. Hm den Schaden wieder gut zu machen, gab man dem ehemaligen Leuchtturmwachter eine Stellung als Redakttonsdiener, in welcher er sich kaum mehr einsam fühlen dürfte. Eine ähnliche Geschichte ereignete sich vor einigen 3ahren mit einem großen Schokolade-Osterei. Solche Artikel werden waggonweise aus der Schweiz nach allen europäischen Ländern ausgeführt. und das Osterei, von dem hier die Rede ist. gelangte nach mancherlei Umwegen nach Ungarn. Cs fiel dort einem bekannten Budapester Juwelier Händler in die Hand. Dieser war maßlos erstaunt, als er beim Anbrechen des innen hohlen Cis darin eine kleine Photographie fand, nebst einem aufrichtigen, reizenden Heiratsinserat. Der Juwelier, der zufällig Junggeselle war, schrieb sofort an die lunge Schweizer Schokoladenarbeiterin, um zu seinem Schmerz zu erfahren, daß sie schon seit zwei Jahren verheiratet sei. Daraus ergibt sich gleich- zeitig, daß das Schokoladenei ebenfalls älter als zwei Jahre gewesen sein mußte. Etwas anders endete die Heiratssehnsucht eines dänischen Leuchtturmwächters. Der arme Mann muß sich furchtbarr gelangweilt haben, denn eines Tages trug er sämtliche Flaschen, die er im Leucht türm auf treiben konnte, zusammen. legte in jede einen beschriebenen Zettel hinein, worauf stand, daß er auf diesem Wege Kunst unb Wissenschaft. Arnold Mendelssohns neue Lhoral-kianlate. Der bekannte Darmstädter Kirchenmusikmeister. Lieder» und Operniomponist Arnold Mendelssohn. ein Großneffe von Felix Mendelssohn- Bartholdy, hat das während der Jahrhundert- feier des Gustav-Adolf-Dereins in der Thomas- kirche in Leipzig zum Vortrag gebrachte, berühmte Feldlied Gustav Adolfs — „Verzage nicht, bu Häuflein klein, obschon Die Feinde willens fein, dich gänzlich zu zerstören" — als poetische Unterlage zu seiner neuen Choral- Kantate benutzt: einem Werk, das In [einer äußeren und inneren Struktur Den großen Könner verrät. Es zeigt sich hier überzeugend die hohe sahtechnische Kultur des Meisters: die Synthe e Der Form machte ihm keine Mühe. Die tief- religiösen Worte befruchteten feine musikalische Empfindung überreich. Die Behandlung Der Chöre hebt sich stark vom Dahsolo ab, das jedes- mal einseht. wenn wichtige Stellen aus der Heiligen Schrift zur Geltung kommen sollen. Das Daßsolo wurde vom Altar aus von Pfarrer Kämpfe, Wittenberg, eindrucksvoll gesungen. Alle Elemente der Wendelssohnschen Kunst sind hier zu einem Ganzen von hinreißender Gewalt vereinigt. hessische» Kunstschaffen im Rotjahr 1932. Der Kunstverein zu Kassel eröffnet Mitte Oktober eine große Herbst-Ausstellung hessischen Kunstschaffens: er will mit dieser Ausstellung unter Beweis stellen, daß die heimische Künstlerschaft, die die Härte unserer Zeit mit am schwersten spürt, dennoch im Schaffen nicht erlahmt. Der Kunstverein ruft zur De- teiligung auf und bittet, Die Deschickungsordnung anzufordern. Cinlieferungstermin 7. bis 11- Oktober. Eine Werbe-Ausstellung für die Schon- beiten Kassels und des hessisch-waldeckischen Berg- landes wird erstmalig in Kassel gezeigt werden und im Frühjahr 1933 eröffnet. Cs ist geplant, diese Ausstellung nach Kassel auch in anderen Städten Hessens zu zeigen. herbstneuerscheinungen der Deutschen Verlags-Anstatt. Auf dem Gebiete der schönen Literatur wird die Deutsche Verlags-Anstalt. Stuttgart-Derlin. im Laufe der nächsten Wochen und Monate folgende Werke veröffentlichen: Helen Grace Carlisle: Eine Mutter. Roman. Ludwig Finckh: Der göttliche Ruf. Robert Mayers Leben und Werk. Roman. Edmund Hahn: Lisa wird'eine Frau, Roman. Erich Kästner: Gesang zwischen den Stühlen, Gedichtband. Martin Kessel: Herrn Brechers Fiasko, Roman unter Angestellten. Georg v. Ompteda: Die schöne Gräfin Coscl. Roman. Rudolf Presber: Die Hexe von Endor, Humoristischer Roman. Georg Rendl: Darum lob ich den Sommer. Geschichte einer Liebe. Hermann Stegemann Die Herren von Höhr. Roman. Helen T h o m a s: Welt ohne Ende. Roman. Clara V i e b i g: Men- schen unter Zwang. Roman. Emst 3uyn: s mann Adrian Risch. Roman- Die 2mdr - Gide- Gesamtausgabe in Einzewanden wird durch einen neuen Band: Corhdon (Mer sokra- ttsche Gespräche) vervollständigt. — Emer der ältesten Mitarbeiter des Grafen Zeppelm Kom- merzienrat Dr.-Jng. 21. Co lsm an schreibt unter dem Titel „Luftschiff voraus! über seine Arbeit und sein Erleben am Werk Zeppelins. — Von Professor Ernst Robert Curtius. Bonn, erscheint ein Buch „Elemente der Bildung . — Als Gegenstück zu Den bekannten EtandarDwerken .jagdlich wichtige Vogelarten und ber Dogelflug". Weitere Vorträge folgen. Ferner soll der Hubertustag festlich begangen werben. Mit bieser Feier Ht auch eine Gehörnausstellung verbunden. Die Mitglieberversammlungen finben jeben zweiten Freitag im Monat statt. ** Ein Roller-Rekord. Unsere Zeit ber Höchstleistungen ist um einen Beitrag reicher, ben ein achtjähriger Junge oon hier geliefert hak. An einem schönen Vormittag stellte er sich auf feinen Roller, jenes Spielzeug, um das bie Alten bie junge Generation beneiben, unb fuhr immer gerabeaus, unter ber Assistenz seines Schutzengels vor allen Ver» kehrsgefahren und Irrwegen bewahrt, bis er in dem 18 Kilometer entfernten Wetzlar nach reichlich drei Stunben ankam unb bei seiner Xante klingelte, bie höchst erfreut und im gleichen Atem entsetzt ben kleinen tapferen Kerl in Empfang nahm. Als sie seinen nach ihrer Meinung höchst beunruhigten Eltern in Gießen telephonisch Nachricht über ben Verbleib ihres Kinbes geben wollte, ba — hatten ihn bie Eltern noch gar nicht einmal vermißt ... Falsche Lv-Markscheine tauchen auf. WSR. Frankfurt a. M.. 22. Sept. Die Falschmünzerei ist nach wie vor lebhaft im Schwung. Jetzt tauchen wieder einmal falsche 20- Markscheine auf. Die zwar der Polizei an sich schon bekannt sind, die aber bi sher noch nicht in größeren Mengen in Den Verkehr gebracht worden waren. Die Fälschungen sind ausgezeichnet gelungen und nur bei scharfem Aufpassen kann man Die falschen Scheinen von richtigen unterscheiden. Das Wasser- zcihen das bei den echten Scheinen durch das ganze Papier läuft, zeigt sich bei den falschen Scheinen nur in Teilen der Banknoten. Die Schrift ist etwas dicker und verschwommener, doch ist dies, wie schon gesagt, nur beim genauen Hinschauen zu bemerken. 1473: der Landsknechtführer Georg von Frunds- c-n in Mindelheim geboren; — 1451: der Arzt und !i !aiurforidjer PH. 21. Th. Bombaftus von Hohen- beben wird und höher zu stehen scheint, als wirklich ist. Dadurch ist uns die Sonne noch bibar wenn sie ohne Lufthülle schon unter n Horizont stehen würde und wird uns um- febrt beim Aufgang sichtbar, wenn sie tat- >.inoch unter Dem Horizont steht. Da obige ^ Momente unter Berücksichtigung dieser eigen- im'.idjen Wirkung Der Strahlenbrechung berech- •t sind, erklärt sich hieraus Die Ungleichheit °n. Tag und Rächt: ohne Einfluß der Lufthülle is«er Erde würde tatsächlich Tag und Rächt otilS genau 12 Stunden betragen. Erinnert noch an die Tatsache, daß an diesem Tage r Mittagszeit ein Beobachter am (SrDäquator le Sonne im Scheitelpunkt hat, sein Schatten 1» buchstäblich „zu seinen Füßen" fällt, während n Beobachter am Rordpol Die Sonne zum !)t K°z°iuh/ Der Einladung des österreichischen Marathon- iv ___ kornitees folgend, geht der 1900er auch diesmal wie- I VapeNspvUrAA/HeNNeN. der bei der am Sonntag stattfindenden österreichi- Das durch den Gau Westfalen/Lippe des schen Marathonmeisterschaft an den Start. Der ADAC, am nächsten Sonntag zum neunten Male Lauf ift international ausgeschrieben und seine zur Durchführung gelangende Hohensyburg-Ren- Bedeutung geht daher weit über den Rahmen I nen hat ein glänzendes Nennungsergebnis gefun- emer Landesmeisterschaft hinaus. Die vorliegen, den. Unter den 124 gemeldeten Fahrern haben den Meldungen ergeben in der Tat, daß nur erste sich auch fast alle deutschen Motorradmeister ein- Langstreckenklasse im Kampf über die 42 Kilo- tragen lassen, u. a. Kahrmann- Fulda, L o o f- meter zusammentreffen wird. Favorit ist wieder Godesberg, Schneider- Düsseldorf R ö s e - der mehrfache österreichische Meister und Rekord- Düsseldorf, Wey res »Aachen und Rüttchen- mann Tuschek. Eine gute Rolle werden auch Erkelenz, wieder die ungarischen und tschechischen Läufer 1 spielen. Don den verhältnismäßig zahlreich vertretenen Deutschen wird Z e i l h o f c r (München), der in diesem Iahr sehr gut in Form ist, stark zu beachten sein. Gerhardt wird sich bewußt fein, daß fein im Vorjahre errungener zweiter Platz verpflichtet und alles daran sehen, ehrenvoll abzuschneiden. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Frankfurt a. M. Berlin FronksuN o.M. Berlin Frankfurt a. 21L Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schlußkurs Schluß!. Abend- bflrfc Schluß« lurS Schlußk. Mittag« beirfe Schluß« kurS Abend« börsc Schluß« kurS vchiußt Miliag« bör'c Schluß« furd Schlußk Abend« Schluß« lurs Schluß!. Mittag. 21. September 22. September Datum 2L9. 22-9- 21.9. 22-9. Dalum 21-9- 22-9. 21-9. 22-9- Datum 21-9- 22 9- 21 9- 22-9- Amtliche Notierung <$elb | 3riel Amtliche Notierung Geld I Brief 6 Tntudie ih'etdjsmueihe D. 192. '<% ehem. 7%2)t. ReichSanl. 0.1929 6%% Bounq-Aiilethc von 1930 . Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld mit Anslot.-Rechten...... Deeql. ebne AuSIoi.-Rechte . . 6% ehcm Voltrstaal 1929 (ruäzahlb. 102%)...... Oberhejien Prvvinz-Anleihe mit Ausloi.-Rechten...... DeuIIche Komm. Sammelabi. Anleihe Serie 1...... 6% ehem. 8% Frany. Hyp.-Banl Gotdpie. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Frank!. Hyp.-Banl ®olopt ■ 16 unkündbar bis 1936 ß’/±% ehem. 4%% Franks.Hyp^ Bonk Mlqn. Ptanvbriese . . . 6'/z% ehem. 4^,% Rheinilche Huv-Bont.Liau.^oldpie. . . 6% ehem 8% Pr. Landeöpsand- briesanstai Psandbricle R. 19 6% ehem. 7% Br. Londespsand- brietanstalt Pfandbriefe R. in 4% Oeiterretchtiche Golvrente . <>20% Oesterretchiiche SUberrenlr 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 <%% desgl. von 1913..... 5% abgest. Goldmcxtkaner von 99 4% Türisichc Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1....... 4% desgl. Serie ll..... 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 ^%%Rumän.veretnh.Renlev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente 2|fc% Anatolier . . . 68,5 76 63,75 56 6,8 63 59,5 51,45 74 73,5 78,4 78,75 71 70,75 10 1,25 7,5 7 7 3,75 4 6,5 11,65 5,5 18,75 | 66,5 1 76 63,5 56 6,8 63 59 51,5 73,5 73 79 78,65 70,5 70,5 10 1,25 7,5 6,75 7 4 4 4 6,45 11,65 5,55 19 68 75,5 63.9 55,8 6,7 63,75 51,25 71 73 6,25 7 4,15 6,4 11,6 5,5 19 66,5 76,13 63,4 55,9 6,85 63,4 51 71,25 1,4 7,55 7 7,2 3,8 4,25 5,5 19,25 vamdurg-Amerua Pare. . o Homburg-Cüdom. Dampfschls,. 0 Hansa Dampsjchisj ...» Norddeutscher Lloyd.....( A.G. für Verkehrswesen Akt. . o Berliner Handelsgesellschaft . 4 Gommers- und Privat-Bank . 0 Darmstädter und Nationalank o Deutsche Bank und Disronto-Gesellschast... o Dresdner Banl...... o Reichsbant.......... A.E.G............. Bergmann.........o Elektr. LieferungSgeseNschaft. 5 Licht und Kraft...... e Felten & Guilleaume.... 0 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität . . . SB Schuckert & (So....... o Siemens L HalSke..... 9 LabmeyerLEo....... 10 Buoeru»..........4 Deutsche Erdöl.......6 Gelsenkirchener.......8 Harvener..........0 Hoesch Eisen.........c Ilse Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... Nlülknerwerke........6 ManneSmann-Röhren .... 4 ManSfelder Bergbau.....0 Oberschlei. KakSwerke .... 8 Phönix Bergbau......4'/, Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl.........g 19 20 42,5 91 55,75 75,75 62,75 129 35,5 71 86,75 59 74,75 72,5 77 136 116 39 76,5 42 77,5 96 35 55,5 23,5 26,13 176 67,5 19,4 20,25 43,25 91,5 55,5 75,75 62,75 128,5 35,5 71 89 60,5 75,5 73,5 78,5 137 117 40 77 43 78,25 97,5 36,5 57,25 23,5 26,75 177 69 18,13 32,9 19,4 42,75 92 55,75 75,75 62,75 129 34 21 69,75 85,5 58.25 73,5 71,5 76,25 134,5 115,25 38,5 74,75 41,14 75 35,65 133,5 96 34,4 54,13 23 37,75 25,4 175 66,25 19,13 32 20,13 43,5 91,5 55,5 75,75 62,75 129 35,13 20,75 70,5 89 60,25 75,75 73,25 78,75 138 117 40,25 76,65 43,9 78,25 38,25 134,5 97 36,9 56,65 23,65 39,75 26,75 177 69,13 Riebeck Montan...... Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 Otavi Minen....... 0 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth ... 9 I- G. Färben-Industrie ... ? Scheideanstalt.......10 Goidschmidt.........0 RütgerSwerke........0 Metallgesellschast. ......0 Philipp Holzmann......0 Zementwerk Heidelberg. ... 4 Cementwerk Karlstadt.....O Woyß & Freytag......O Schultheis Patzenhofer ... 0 Mu 3 7 7 3 2 5 2 7 3 5 3 9 8 8 1 1 6 2 len. 6,274 51,95 12,465 3,057 169,23 73,23 75,47 74,68 14,56 0,906 4,209 58,39 21,61 16,495 81,19 34,47 81,82 1,009 0,309 6,344 13,27 Geld 6,286 52.05 12,485 3,063 169,57 73,37 75,63 74,82 14,60 0,910 4,217 . 58,51 21,65 16,535 81,35 34,53 81,98 1,011 0,311 6,356 13,29 Brief Amerikanische Noten....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten....... Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten . ....... Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarische Roten........ 4,20 58,23 75,25 14,52 16,455 168,86 21,55 73,05 2,48 74,50 81,01 34,33 4,22 58,47 75,55 14,58 16,515 169,54 21.63 73,35 2,50 74,80 81,33 34,47 nr. «1d 8