JIM97 KrübauSsabe Dienstag, 25. August 1952 182. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Orurf und Verlag: vrühl'fche Univer^lülr-Vuch- und Steinörudcrei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Innigen für die lagesnummer Die zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für fBe- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20v , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Ted Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen. Erscheint tügltch, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Berngrpreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. jrernfpred)anfd)lüfit unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger riehen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. Die Maßnahmen der kommissarischen preutzijchen Regierung, mit denen jeßt in Staffel durch die E i n - setzung eines Staatskommifsars der Anfang gemacht wurde, können leicht bases Blut machen, selbstverständlich, daß in den finanziellen Beziehungen zwischen Reich, Ländern und Gemeinden Ordnung herrschen muß Aber an dem gegen- roärtigen Durcheinander, an der Unübersichtlichkeit der gegenseitigen Verpflichtungen und an der bestehenden vollkommenen Unsicherheit ist auch in erster Linie die bisherige Reichsfinanzpolitik schuld. Das System der Notverordnungen hat den Finanzausgleich und die Lastenverteilung auf dem Gebiet der Erwerbslosenfürsorge so verwirrt, daß sich alle Beteiligten schließlich durch eine unwahrhafllge Bilanzpolitik über die wahren Tatsachen hinwegzutäuschen suchten. Da der Reichsetat im Vordergrund der Rampenbeleuchtung steht, wurden die gewagtesten Manöver durch dauernde Verschiebung der Fürsorgelasten unternommen, um einen Haus- haltsausgleich zu schaffen, der selbstverständlich stets nur eine Fiktion war. Zu welchen eigenartigen Verrechnungsmethoden hat man nicht gegriffen, um über die Reichswohlfahrtshilfe den direkten Verkehr zwischen Reich und Kommunen durchzuführen Nein, so kann nicht der Anfang gemacht werden, daß der Staat neben die städtischen Finanzverwalter einen Gerichtsvollzieher stellt, um die von den Gemeinden zu erhebenden und von diesen doch nicht zum Vergnügen, sondern aus Not einbehaltenen Steuern zu beschlagnahmen, ober den Staat durch Einbehaltung der Gemeindeanteile an den Reichs- Überweisung'ssteuern schadlos zu halten Man muß umgekehrt von der Tatsache der Not ausgehen. Soeben haben die Stadtverordnetenversammlungen des Ruhrgebietes einen dringenden Hilferuf an die verantwortlichen Stellen im Reich und in Preußen ergehen lassen, in dem mit höchster Eindrmgltchkett die auf das äußerste gestiegene Finanznot der Industriegemeinden des Westens und die schweren sozialen und wirtschaftlichen Gefahren geschildert werden, die für den Fall zu befürchten sind, daß die Gemeinden ihre Wohlfahrtszahlungen einfteUen ""(Auch die Reichshauptstadt muß besorgen, daß ihrem Stadtkämmerer ein Staatskommissar auf Randnoten. Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände hat vor einigen Tagen in Berlin die Presse zu einem Empfang eingeladen, um den Ausklärungs- ausschuß für nationale Sicherheit in feiner Tätigkeit vorzustellen. Es ist kein Zufall, daß gerade jetzt dieser Aufklärungsausschuß hervortritt und in Anwesenheit eines Reichsministers, mehrerer Staatssekretäre und zahlreicher Mitglieder der Reichspressestelle vor der in- und ausländischen Presse die Forderung erhebt, Deutschland müsse in seiner Wehr gleichberechtigt neben den Dölkern st e h e n. Diese Kundgebung ist der Auftakt zu der Entwicklung einer Bewegung in Deutschland, die uns unter dem Ramen des Wehrsports zwar schon ein Begriff geworden ist, die als Dolks- bewegung aber doch erst jetzt ihren Anfang nehmen soll. Der Wehrsport, von dem ein großer Teil der deutschen Jugend erfaßt werden wird, verletzt keineswegs den Versailler Vertrag. Obwohl die anderen Länder, Frankreich an der Spitze, das in den Verträgen feierlich gegebene Abrüstungsversprechen nicht gehalten haben, hält Deutschland sich weiterhin an den Versailler Vertrag. So liegen auch in bezug auf die Wehrsporttätigkeit eine Reihe'von Gutachten vor, in denen festgestellt wird, daß die vorgesehenen Hebungen nicht gegen den Versailler Vertrag verstoßen. Denn was dieser Wehrsport bezweckt, das kann kein Vertrag verbieten: die Belebung des Wehrgeistes, die körperliche Ertüchtigung, die bic Voraussetzungen für eine spätere Wehrausbildung schafft. Die Reichsregierung selbst wird die Initiative zur Durchführung der Wehrsportbewegung ergreifen und auch wesentliche Mittel bereilfleUen. Die Reichsregie» rung wird sich auch durch ein besonderes Kuratorium davon überzeugen, daß die Bestimmungen des Versailler Vertrags nicht verletzt werden. Dies kann um jo eher geschehen, als es auch nach übereinstimmender Ansicht der maßgeblichen Reichspolitiker im Rahmen des Versailler Vertrags außerordentliche Möglichkeiten der Wehrsportausbilbung gibt Diese Möglichkeiten konnten bisher nicht ausgenutzt wer- Len, weil.bic Wehrsportgedanken nicht mit sondern Hegen die früheren Regierungen durchgefochten roep den mußten Das Kleinkaliberschießen, Geländeübungen, Abwehr von Luftangriffen. Marschieren mit Gcpäcklasten. Gymnasttkübungcn, die alle Dr gane des Körpers gleichmäßig ausbilden, all das ist erlaubt und wirb jetzt durchgeführt Das Reich übernimmt die Führung Trager oct D hrjPortbewegung werben jeboch wie es auch immer geforbert wurde, die großen politischen Ver bände Von links bis rechts, vorn Reichsbanner bis zu den Nationalsozialisten werben sie herangezogen, liicht nur ihre Erfahrungen und ihre Organisationen joden genutzt werben, sondern noch etwas anderes Angesichts der Notwendigkeit, den Wehrsport vorläufig freiwillig durchzuführen, sind die Verbände om besten geeignet. Disziplin zu halten und die Jugend zu regelmäßiger Wehrsportbetätigung zu ver- mlassen In den Lagern des freiwilligen Ar' etts- Dienstes allerdings in denen in großem Maßstabe W-Hrsport getrieben werden wirb, wirb ber Lager sichrer gleichzeitig ber Wchrsportführer fein Die Entwicklung des 'ffi'hrfpo’-ta-'banfens licoi n ber großen politischen Linie: Abkehr von den Parteien und Zusamm, nfassung der jungen aufbauroilh gen Kräfte aus allen Lagern Fünf Todesurteile in Beuchen. Beulten, 22. Aug. (IDIB.) Der Vorsitzende des Sondergerichts, Landgerichtsdirektor h i m m e , verkündete um 16.45 Uhr das Urteil im Potempaer Prozeß. Das Urteil lautet gegen die Angeklagten 6 o 11ifch, Müller, Do Uni ha und Gräupner wegen politischen Totschlages auf Todes st rase, gegen Höllisch, Müller und Gräupner wegen gefährlicher politischer Körperverletzung außerdem auf zwei Jahre Zuchthaus, gegen Wollniha wegen desselben Verbrechens auf ein Jahr Zuchthaus. Gegen den Angeklagten L a ch m a n n wurde wegen Anstiftung zum Morde ebenfalls auf Todes ft rase und außerdem auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt. Der Angeklagte Hoppe wurde wegen Beihilfe zu Zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Angeklagten hadamik, Nowak und L z a j a wurden freigesprochen. bestand des politischen Totschlags handele. Man kann nicht, wie der Anklagevertreter annehme, bei sämtlichen Beteiligten Tötungsabsicht annehmen; das sei aber zur Erfüllung des Tatbestands erforderlich Wenn so den Angeklagten nur die Ver» ketzungsabsicht nachgewiesen werden könne, dann frage sich, ob nicht Körperverletzung mit Todes- erfolg oorliege, ein Tatbestand, der in der Terrornotverordnung überhaupt nicht berührt werde. Auf Grund des medizinischen Sachverständigengutachtens komme nach seiner Ansicht aber auch §3 Ziffer 1 der Terrornotverordnung nicht in Frage, sondern eine Bestrafung aus §27 des Strafgesetzbuches we- gen Raufhandels. Wegen dieses Deliktes könnten lediglich die Angeklagten Kottisch, Wollnitza und Gräupner bestraft werden, und zwar unter Zubilligung mildernder Umstände. Er schloß dann sein Plädoyer mit einem Apell an die Richter, ein Urteil Zu finden, das binde und nicht scheide zum Heile einer neuen Volkseinheit. Der zweite Verteidiger Rechtsanwalt Lowak führte in etwa einstundiger Verteidigungsrede u. a. aus, daß nach seiner Ansicht dein flüchtigen Golombek die geistige Führerrolle der ganzen Aktion zuzuschreiben sei. Er beschästigte sich bann* mit den Aussagen einiger Zeugen, die er als nicht glaubwürdig genug hinstellte, und deduzierte schließlich die Erregung unter den Angeklagten als den Ausfluß des deutsch-polnischen Gegensatzes im oberschlesischen Grenzgebiet. Die Vor der Entscheidung in Preußen. Oie Urteilsbegründung. In ber verhältnismäßig kurzen Urteilsbegründung erörterte der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor H i m m e , die Entwicklung der Bereitschaften in Broslawitz und in Rokittnitz, die von den Nationalsozialisten als Selbstschutz gegen die Kommunisten geschaffen worden seien. Einen breiteren Raum in der Urteilsbegründung nahm die Schilderung der Tatvorgänge ein. Der Vorsitzende betonte, daß man als das Haupt der ganzen Aktion den Gastwirt L a ch m a nn betrachten müsse, und daß die anderen Angeklagten, denen die Todesstrafe auferlegt wurde, als seine Opfer zu betrachten seien. Ohne weiter auf juristische Einzelheiten einzugehen, erklärte der Vor- sitzende, daß gar kein Zweifel darüber bestehe, daß bei der Tat der Angeklagten die Notverordung vom 9 August 1932 in Anwendung zu bringen sei. Es sei somit erwiesen, daß die ersten vier Angeklagten sich des gemeinschaftlichen politischen Totschlags schuldig gemacht hätten, und daß Lachmann als Anstifter dafür in Frage komme Sie könne nach dem Buchstaben des Gesetzes nur die Todesstrafe treffen Der Angeklagte Hoppe habe zweifelsohne gewußt, worum es sich handle. Da er Waffen geliefert habe sei bet ihm die Beihilfe dzw Begünstigung erwiesen Bei dem Angeklagten Nowat hätten zweifelsohne starke Verdachtsmomente nörgele gen, das Beweismaterial hab jedoch zu einer Verurteilung nicht ausgereicht Freigesprochen werden mußten auch die Angeklagten Hadamik und Czaja, die bei der Tal Überhaupt nicht Zugegen gewesen sind, sondern im Lachmannschen Gasthaus gewartet haben Oer Standpunkt der Aerteldlgung Nach dem gestern bereits berichteten Plädoyer des Oberstaatsanwalts Mm die 'Berteibiguna zu Wort Rechtsanwatt Luelgevruite führte in letner etwa zweistündigen Verteidigungsrede u a aus, daß er in der Theorie zwar mit dem Oberstaatsanwalt übereinftimme nicht aber in der Praxis Der Oberstaatsanwalt habe sich in der Schilderung ber Bestialität, mit der die Angeklagten den so unglücklich zu Tobe gekommenen Pietr Z u ch mißhandelt hätten, überboten Er wünsche dem Obe, st latsanwalt nicht nut erlebt zu haben, auf welch Weise H o r st Wessel zu Tode gequält worden sei Die Aktion in der Nacht zum 10 August in Potcmpa sei lediglich als Abwehraktio» gegen Bedrohungen von kommunistischer Seite zu erklä ren Die Angeklagten seien als tüchtige Soldaten anzuspr chen, die auf einen Befehl oder einen militärischen Anruf reagierten, ohne lange zu fragen, roirum und weshalb In tatsach'ichei Beziehung müsse der Umfang der zur Verantwortung zu Ziehenden Personen ganz erheblich eingeschränkt werden Träger der ganzer- Aktion ici der geftüch tote Golombek gewesen In rechl'icher Hinsicht komme eine Verurteilung aus §3 Ziffer 5 der Terrornotverordnung vom 9 August, dje zusätzliche Verurteilung zu .zwei Jahren Zuchthaus wegen der Körperverletzung an dem Bruder des Erschlagenen, wegen Konsumption nicht in Frage Er verneinte weiter die Argumentation, daß es sich um den Tat Heute Beginn der Verhandlungen zwischen NSOAP. und Zentrum. ßanötagspräfibent KerrI (NSDAP.) Dr. Graß, Führer der Zentrumsfraktion Von unterer Berliner Redaktion. Zn dieser Woche soll die Entscheidung in Preußen fallen. Die schwerwiegende Frage, ob s .ch Zentrum und Nationalsozialisten aui einer gemeinsamen Linie finden werden, soll eine Antwort finden. Die eigentlichen Koa- litivnsverhandlustgen sollen am heutigen Dienstag beginnen. Die Rationalsozialisten wird in diesen Besprechungen der Landtags- pcäsident Kerrl vertr.ien. für das Zentrum ist ber Abgeordnete Dr Graß mit der Verhandlungsführung betraut worden Jetzt schon Mutmaßungen über den Ausgang dieser Verhandlungen zu äußern, wäre verfrüht. Entscheidend ist doch immer der Verständigung s w i l l e Uni) es kann im Augenblick niemand sagen, ob auf beiden Seiten der Ver- ftänbigungstoilK da ist, oder ob es sich nur darum handelt einen Verständigungsversuch zu machen In parlamentarischen Kreisen herrscht die Meinung vor, daß auf eine solche ehrliche Verständigung kaum zu hoffen fein wird Man glaubt daß die Nationalsozialisten -olangc eine geringe Aussicht für sie besteht die Lage im Reich meistern zu können kein wirkliche^ Inte.esse daran haben dürsten sich in Preußen an das Zentrum zu binden Eins ist jedenfalls sicher das Zentrum bes tzt den Verständigungswillen, ohne an hn gebunden zu sein. Es betrachtet die Angelegenhe t zunächst vom rein parlamentarischen Standpunkt aus, wonach die Parteien die nach Lage der Mehrheitsverhältnisse zur Bildung der Regierung berufen sind den Versuch machen müssen, sich auf ein Reg e ungsprogramm zu einigen Das bedeutet für das Zentrum aber nicht unter allen Umständen eine Koalition zu erzwingen. Rur auf ber Grundlage einer ehrlichen Verständigung über alle Punkte des aufzustellenden Regierungsprogramms könnte das Zentrum vor feinen Wählern die Verbindung mit den Nationalsozialisten rechtfertigen. Trifft es also zu. daß die Nationalsozialisten die Absicht haben, dem Zentrum sog. schwere Bedingungen zu stellen, dann sind die Verhandlungen gescheitert, ehe sie eigentlich begonnen haben. LandtagS-Oispositionen. Berlin, 22. Aug. (Vdz- Wie das Nachrichtenbüro des Vdz. meldet, hat der Präsident des Preußischen Landtags Kerrl jetzt dem Staatsgerichtshof seine Erklärung zu der von den Sozialdemokraten verlangten einstwei- ligen Verfügung auf frühere Einberufung des Landtags abgegeben. In parlamentarischen Kreisen meint man, daß durch die nun erfolgte Einberufung des Parlaments der Erlaß einer solchen einstweiligen Verfügung für dieses Mal sich erübrigt habe. Der Aeltestenrat des Preußischen Landtags. der vor Beginn der Vollsitzung am 30. August zusammentritt, wird darüber entscheiden, wie lange der Siyungsabschnitt dauern bzw. wann ein neuer Sihungsabschnitt beginnen soll. Vorläufig sind Vollsitzungen nur für den 30. und 31 August geplant, da am 1 September die wichtigeren Veranstaltungen des Essener Katholikentags beginnen. Man wird also für den 31. August mit bedeutungsvollen Abstimmungen des Landtags über die Einsetzung des Reichskommissars und die blutigen Zusammenstöße zu rechnen haben. Dagegen ist bisher nicht au übersehen, ob und wann die Wahl des Ministerpräsiden- t e n auf die Tagesordnung gesetzt werden kann. die Rafe gesetzt wird. Man muß sich einmal die Zohlen vor Augen führen, in denen die Wohlfahrtslasten Berlins zum Ausdruck kommen Allein die tag ichen Dar eiftungen betragen eine Million Sie werden durch die Sachleistungen. Mictbeihilfcn. Ausgaben für Heilanstalten. Für- forqcftcllen, Aerzte usw. erheblich vermehrt. Rund 365 Millionen für Barunterstützungen im Jahr, benen nach dem Voranschlag 408 Millionen an Steuereinnahmen gegenüberstehen! Barleistungen und Sachleistungen für Unterslutzungszwecke sind also zusammen wesentlich höher, als das Steuer- soll Und schließlich hat ja die Reichshauptstadt auch noch andere Aufgaben als diejenigen der Wohlfahrtspflege. Wenn man diese Zahlen überschaut, so springt der ganze Unfug der bisherigen Lastenverteilung in die Augen, der die Verantwortungen vollkommen durcheinander- bringt und jede Klarheit und Uebersich zerstört. Die Forderung der Ruhrgememden stellt eine klare Alternative: entweder sollen den Gemeinden ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden, ober die Gemeinden wollen von der eigentlich dem Staat und dem Reich obliegenden Fürsorge für die Wohlfahrtserwerbslosen ganz befreit werden. Eine grundlegende Reform der Finanzwirtschaft erweist sich als ebenso dringend, wie die Derwaltungsreform. Reid)0tüg0Obg Gaildorfer München. 22. Aug fcrnsühlen. Da der menschliaze Geist die 'Fähigkeit bewiesen hat, Apparate -um Fernsehen und Fernyören • zu konstruieren und in Wirksamkeit zu setzen, darf es nicgt wunoern, wenn derselbe menfcytiüje Geist aucy im,Lande i,t, von sich aus ohne Zuhilfenahme von ihm gebauter Apparate fernzujehen oder fernzuhören. Dre einsichtigen wis,en. day es sich beim Fernoder Helsteyen, beim Hellyören unv auch oeim Fern- und chell.üylen um eine Naturantage handelt, denn liegt sie im Menschen, dann hegt sie auch in der Natur, da Mensch und Natur sich gegenseitig bedingen. Daß scylieylicy diese Fähigkeit nicht häufiger beobachtet wird — obwohl sie verbreiteter ist, als man gemeiniglich annimmt —, hat seinen Grund darin, daß diese Fähigkeiten meist nicht entwickelt und nicht gewellt sind. Die übersinnliche Begabung der Frau P l a a t wurde gewectt nach dem Lieberstehen sehr schwerer Operationen. Als eine Dame okculte Experimente machte, bedeutete sie plötzlich der Frau Plaat: „Genau dasselbe, was ich kann, tonnen auch Sie!" Frau Plaat nahm darauf einen Bleistift einer ihr unbekannten Person in die Hand und erzählte eine Menge Einzelheiten, von denen sie normalerweise nichts wissen konnte. Nun war der Dann gebrochen. Don da an war es ihr ohne weiteres möglich, aus vorgelegten Gege.^'änden, aus Briefen, Bildern und anderem nicht nur die Persönlichkeiten zu erkennen, sondern auch das Verstandes- und Gemütsleben, die Schwächen und Gebrechen der Betreffenden und ihre tieferliegenden Charaktereigenschaften und Steigungen zu schildern. Manche Experimente erinnern an die Gabe Aubs und Schermanns. So empfand sie aus einem Briefe, daß der Schreiber sich mit Selbstmordgedanken trug und sie zu verwirklichen versuchte Obwohl die Möglichkeit von den Angehörig des Driefschreioers abgestritten wurde, tras kurz darauf die Nachricht von einem Selbstmordversuch ein! Sin Hand eines Ringes gab Frau Plaat, abgesehen von der Charakter- und Gemütsschilderung, die ehemaligen Leiden des Betreffenden an, ferner Einzelheiten aus seiner Gesangsausbildung und rein persönliche Empfindungen, die sich sogar auf Nebensächlichkeiten bezogen, die ebenso unmöglich auf normale Weise ihr zur Kenntnis gekommen sein konnten. die Sn Aus aller Well. so Morgen frucht verbrannt. 80 Morgen ab. Zwei große Fruchtbarmen standen in Hellen Flammen. Die Feuerwehr war dem Riesenbrand gegenüber machtlos. Sie muhte sich auf den Schutz der in der Nähe liegen* ben Strohbarmen und Häuser beschränken. Eine Dreschmaschine ist mitverbrannt. Der sehr beträchtliche Schaden ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt und trifft zwei mittlere Dauern. Die Entstehungsursache ist noch nicht aufgeklärt. Kasseler Geldräuber auf Helgoland verhaftet. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, auf der Jn- sel Helgoland den Kassettendied zu fassen, an die Opfer jener Vorgänge, an die 2 Toben und 20 Schwerverletzten, denken. Zum Schluß betonte der Vorsitzende, daß die Angeklagten mit viehischer Roheit gehandelt hätten, so daß man Zweifel haben mußte, ob es sich hier um Menschen mit Vernunft und Seele handele. Sn solchen Fällen, da die Aussagen der Be- und Entlastungszeugen in Widerspruch standen, habe das Gericht die Aussagen der Entlastungszeugen zugunsten der Angeklagten unterstellt. B r i e g, 22. Aug. (CNB.) JmOhlauerPro- z e ß führte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung u. a. aus, daß es nicht möglich gewesen sei, die einzelnen Phasen der Zusammenstöße zu klären. Bor allen Dingen wäre es nicht möglich gewesen, die ruchlose Tat an dem SA.- Mann K o n i e tz k i aufzuklären. Trotzdem genügte die Feststellung einzelner Vorgänge, um sie beim Strafmaß zu verwenden. Die Reichsbannerleute konnten sich nicht damit entschuldigen, daß sie durch die Nationalsozialisten provoziert worden seien. Die tiefere Ursache läge in der Spannung zwischen den beiden Parteien. Zwar müsse hervorgehoben werden, daß das Vorgehen der Nationalsozialisten auf der Oderstraße, wobei zwei Frauen durch Schüsse verletzt wurden, keine Notwehr, sondern eine illegale Handlung war, aber auch damit könnte sich das Reichsbanner nicht entschuldigen, denn an jenem Sonntag wußten sie von dieser Tat noch nichts. Die einzelnen Vorgänge sind erst im Verlauf der Hauptverhandlung erörtert worden. Bei der Behandlung der einzelnen Angeklagten stellte der Vorsitzende fest, daß der Ortsgruppenführer Blech derjenige sei, der unter seinen Opfern am meisten gewütet habe. Bei Stadtrat Manche könne man wohl annehmen, daß er sich bei Abgabe der Schüsse in Notwehr befunden habe. Trotzdem habe das Gericht allen Grund, anzunehmen, daß er sich unter der Ansammlung des Reichsbanners auf der Strehlener Straße befunden und dort feine Autorität mißbraucht habe. Es mußten die Angeklagten Durnick, Blech und Danin sen. als Rct.'elsführer betrachtet werden. Hätte das Gericht bei der Strafzumessung die Terrornotverordnung vom 9. August angewandt, so wäre in allen jenen Fällen, da schwerer LanLfriedensbruch erwiesen wurde, eine Zuchthausstrafe nicht unter zehn Sahren in Anwendung gebracht worden. Bei der Festsetzung der Strafen müsse man nicht nur an die Angeklagten, sondern auch Menden (Stegkveis) brannte in einer der letzten Nächte die Getreideernte von Das Llrieit im Ohlauer Aufruhrprozeß Oie Llrieilsbegründung. Lieber Anträge auf Wiederaufnahme des Derfahrens entscheidet die Strafkammer. Die Wiederaufnahme zugunsten der Verurteilten findet auch dann statt, wenn Tatsachen oder Beweismittel beigebracht sind, die es notwendig erscheinen lassen, die Sache im ordentlichen Verfahren nachzuprüfen. Die Vorschrift des § 363 der Strafprozeßordnung bleibt unberührt. Sft der Antrag auf Wiederaufnahme begründet, so ist die Hauptverhandlung vor dem zuständigen ordentlichen Gericht anzuordnen." § 363 der Strafprozeßordnung regelt das Verfahren vor dem Berufungsgericht. Die Frage der Staatsautorität. Berlin, 22. Aug. (TLl.) Auf die Frage, wie ein möglicherweise zu erwartendes Gnadengesuch der von dem Deuthener Sondergericht verurteilten SA. - Männer beantwortet werden würde, wird an zuständiger Stelle lediglich erwidert, dah die Regierung unter allen Llm ständen die Staatsautorität wahren werde. Or. Goebbels über das Urteil. Berlin, 22. Aug. (TLl.) Dr. Goebbels nimmt, wie die Redaktion des Blattes mitteilt, im „Angriff" vorn 23. August zu dem Urteil im Beuthener Sondergerichtsprozeß Stellung. Er nennt die fünf Todesurteile das Llngeheuerlichste und Emp rendste, was man in der an Demütigungen und Unglaub- lichkeiten so reichen Zeit der letzten 14 Sahre in Deutschland erlebt habe, und fä;rt fort: „Wir fragen die Regierung Popen, wir fragen den Herrn Reichspräs.d:nten. Sollen diese Ur- teile vollstreckt werden? Wird man in der Tat den Mut haben, die Köpfe dieser fünf jungen Männer auf den Block zu legen? Wird I Natürlich sind auch Zweifel an ihrer Kunst laut geworden. So kritisierte man: paranormale Fähigkeiten waren nicht nötig, um aus einem unverschlossenen Briefe anzugeben, woher der Brief kommt: und die Angaben über den Absender selbst könnten auf graphologischem Wege erfahren worden sein. Llm diese Zweifel und Bedenken zu beseitigen, gab ich dem Medium einen winzigen zusammengefalteten Zettel in die Hand, die ich dazu gleich schließen ließ, obwohl am Aeuheren des Zettels nichts war, was auf den Snhalt und die Bedeutung des Zettels schließen lassen konnte. Lin- mittelbar daraus sagte sie: „Hier ist etwas darauf geschrieben — ich höre Stimmen, Frauenstimmen — empfinde ein Gewühl von Menschen, und immer höre ich Stimmen, speziell Frauenstimmen. Lachen höre ich auch — ja nichts Trauriges. Es sind alles Menschen in gehobener Stimmung: sie lausen alle aus einen Hausen — immer wieder Frauenstimmen in einem großen Raume —, spezielle Personen kommen gar nicht in Frage. Missen Sie, es ist ein Gedränge, als wenn jeder etwas haben möchte, daneben höre ich Geräusche. Sa, dieses Drängen — im Gedränge bin ich und bleibe ich. Smmer Drängen!" Das war ein prächtiger Fall des räumlichen und zeitlichen Hellhörens und Hellsehens I Die Lösung konnte von mir aus nicht empfangen sein, Telepathie kam also nicht in Betracht. Denn wenn Telepathie mit im Spiel war — obwohl ich mich bemühte, passiv zu fein —, konnten meine im Unter bewußtsein eventuell schlummernden Gedanken nur auf die Art des Zettels und seines Snhalts gerichtet gewesen sein! Telepathische De- E'?'i"isung lag aber nicht vor. Der Zettel war namllch ein W i e g e s ch e i n mit Vordruck, ausgestellt tn der Vorhalle des Kurhauses Wcesbaden, wo sich zwei Kassenstellen be- finden. Der Zettel gab nicht mehr und nicht weniger als die sich dort täglich abspielenden Szenen, allerdings mit kinematographischer Treue wieder! Fast noch wunderbarer ist der Fall, wo Frau Plaat durch das Mittel eines Schirmes eine charakterologische Kleinmalerei und eine vortreffliche Parträtierung des Schirmbesihers zum besten gibt, wie sie in keiner Weise übertroffen werden kann. Sch greife weniges heraus: „ ... es ist eine komische Art des Schluckens, hier sitzt es... merkwürdige Schädelform, zwischen den Augen zwei tiefe Falten, die Augenbrauen sind dicht aneinander. Arrogantes Gesicht. Seine Oberlippe hat etwas Höhnisches. Er kann kribbelig sein... fein linker Arm wird schwer: das kommt aber vom Herzen. Davor hat er Angst, ja, eine Todesangst!" Die scheinbar unbedeutendsten Singe erzählen Radio und Polizei. Sn Newcastle-on-Tyne wurden/wie aus London berichtet wird, erfolgreiche Versuche bei der städtischen Polizei mit einem neuen Rundfunksender gemacht, der die Aufdeckung von 93er- brechen unterstützen soll. Patrouillen von Polizisten in Kraftwagen und auf Motorrädern arbeiten mit dieser Art der Nachrichtenübermittlung zusammen: ihnen soll durch den neuen Apparat eine wichtige Hilfe auf ihrem Feldzug gegen die modernen Verbrecher geboten werden. Menn der Sender zu arbeiten beginnt, wird ein spiralförmiges Relais in Bewegung gesetzt, das eine kleine elektrische Dime, die leicht sicht- r !“r den Fahrer angebracht ist, in Tätigkeit verseht. Das ist das Zeichen, daß eine Botschaft gejanöt wird, und der auf der Streife befind- liche Polizist greift zum Kopfhörer.' Versuche rben .gezeigt, daß die von der Polizeizentrale gesandten Mitteilungen von den Motorfahrern in allen Teilen der Stadt gut verstanden werden können. Man hofft, in Hinkunft auf diese Weise mit den Polizeistreifen innerhalb eines Umkreises von 40 Kilometer in Verbindung zu bleiben. Diesen Versuchen, die in den Kreisen der Kri- minalpolizisten als sehr aussichtsreich bezeichnet werden, wohnten Vertreter vieler Polizeibehörden Nordenglands bei. Sm allgemeinen war man mit dem Empfang, den die Motorstreifen auch in den Außenbezirken hatten, durchaus zufrieden. vollendet. Statt über Tricks, Photomontagen und gestellte Bilder nachzugrübeln, sollte man einmal bedenken, wie viele Hunderte pon Metern Filmband verdorben und weggeschnitten werden mußten, wie viele Kilometer in Steppe, Urwald und Sumpf vergebens durchstreift wurden, bis diese Kette von Aufnahmen zustandekam: ein Werk der Geduld, der Geschicklichkeit, des Mutes und der glücklichen Zu- fälle. Wundervolle Aufnahmen von Krokodiljagd, Löwenkämpfen und angreifenden Nashörnern, won Affen, Giraffen, Gazellen. Elefanten, Büffeln und Straußen, von Flucht und Verfolgung, von Hunger und Durst, von wilden Eingeborenenstämmen und ihren kriegerischen Tänzen. Das ist nur einiges. Man muß das Ganze sehen und auf sich wirken lassen. Drei Weiße in den Hauptrollen: Harry Carey (Horn), Duncan R e n a l d o und Edwina Booth: alle drei in guter und natürlicher Haltung, ohne Pose und verfehlte Schauspielerei, auf ihrem schwierigen und exponierten Posten. Schade, daß der deutsche Text nur teilweise verständlich wird: aber Bild und Vorgang setzen sich in ihrer unmißverständlichen Sprache immer wieder durch. Afrika-Film: „Trader Horn". Dies ist die abenteuerliche Geschichte des Händlers Horn im afrikanischen Tierparadies. Ethel- reda Lewis hat sie ausgezeichnet: das Buch ist in deutscher Sprache im Insel-Verlag er- schienen. Die amerikanische Firma Metro-Goldwyn-Mayer drehte nach der Erzählung den gleichnamigen Film — unter unendlichen Schwierigkeiten, in monatelanger Arbeit. So entstand ein Streifen, in Stoss und Aufbau vielfach an lenen früheren Bildbericht erinnernd, der unter öem Titel „Afrila spricht ' ebenfalls hier gezeigt wurde Wir wissen, daß gegen die Afrika-Filme viele Vorurteile bestehen und neuerdings heftige Vorwürfe erhoben worden sind. Aber wir meinen, daß man als Außenstehender, ohne genaueste Kenntnis der Dinge, sich eines abfälligen Urteils so lange enthalten sollte, bis man unanfechtbare Beweise vorbringen kann. Der Regisseur van Dyke schreibt in seinem Tagebuch u. a.: „Ich höre die Leute bei der Premiere von „Trader Horn" schon reden: „Mir kann der nicht erzählen, dah er in Afrika war — hast du den großen Elefanten erkannt, der ist doch aus dem Zoo! ...“ Dmi Dyke erklärt, daß alle seine Aufnahmen techf seien und nichts gestellt und kein Trick dabei. Wir sehen bis jetzt keinen Anlaß, ihm nicht zu glauben, und halten es jedenfalls für s »r un$ .^rechter: anzuerkennen, was hier wirtlich geleistet worden und zustande gekommen Nt> ... und das ist doch wohl ganz respektabel. Eine einfache und männliche Handlung, ein un- gwein spannender und lebendiger Bericht von Menschen, Tieren und Landschaft aus dem dunkelsten Erdteil, der auch heute noch voller Schönheiten und Geheimnisse ist. Was der große putsche Afrikaner Schillings „mit Blitzlicht und Buchse zu Anfang unseres Jahrhunderts begann, ist hier mit unendlich verfeinerter Technik in erregender Nähe von Auge und Ohr der rätselhaft begabten Frau lange Geschichten. So empfand sie aus einem Stückchen Marmor das weit zurückliegende Kulturleben eines Volkes — das Stück stammte von Karthago —, und was noch rätselhafter ist, aus einem Taxuszweig vom Drabe die Eigenheiten und die Todesursache einer dort seit 30 Jahren ruhenden Person. Aus exaktem Protokoll habe ich erfahren, daß Frau Plaat auch mit einem Chemiker wohlgelungene Versuche auf dem Gebiet der Chemie und Mineralogie gemacht hat, obwohl sie keinerlei chemische Kenntnisse besitzt. Und das Merkwürdige bei allen Experimenten ist: alle ihre Aussagen geschehen bei Wachbewußtsein und kommen sofort. Dis heute ist sie noch nicht in Trance gekommen. man wirklich hier ein Exempel statuieren, das in seinen Folgen und Auswirkungen so grauenvoll und unerträglich ist, daß man es zu dieser Stunde noch gar nicht auszudenken wagt? Nichts liegt uns ferner, als uns mit Gewalttätigkeiten zu identifizieren. Wir haben keine Veranlassung, den Terror zu verherrlichen, das aber erklären wir feierlich vor der Oeffentlichkeit des Landes und der ganzen Welt: Diese Urteile dürfen nicht vollstreckt werden. Diese Urteile sind ein Faustschlag in das Gesicht des nationalen Deutschland. Diese Urteile bedeuten nichts anderes, als daß die Urheber des Verhängnisses ungeschoren davonkommen und daß ihre mehr oder weniger schuldlosen oder schuldigen Opfer dafür mit dem Leben bezahlen sollen. 350 Kameraden haben wir in die Gräber gelegt. Sn den meisten Fällen fanden wir keine Polizei und feinen Staatsanwalt, die der Gerechtigkeit Eenügö taten. Verbittert und ergrimmt haben wir den roten Dlut- hetzern eine spätere legale Vergeltung zugeschworen." Ein bayrischer Kommentar. München, 23. Aug. (WTD. Funkspruch.) Der der Dayerischen Volkspartei nahestehende „Bayerische Kurier" bemerkt zu den fünf Todesurteilen im Po temp aprozeh, ein anderes Urteil sei nach dem Gang der Verhandlung und den durch die Notverordnung vorgesehenen Strafbestimmungen kaum zu erwarten gewesen. Nach der Notverordnung sei das Sondergerichtsurteil keinem Rechtsmittel unterworfen und deshalb sofort vollstreckbar. Ob es aber zur Vollstreckung des Urteils wirklich komme, bleibe ab^utoarten, da der Regierung wohl auch in diesem Falle ein Begnadigungsrecht zustehe. der seinerzeit einem Schreinermeister in Staffel die Geldkassette mit einem größeren Betrag entwendet hatte. 3000 Mark in Silber hatte der Räuber einem Freund übergeben. Bei seiner Festnahme wurden weitere 10 000Mark gefunden. Der Dieb — es handelt sich um einen 18jährigen Schreinergesellen aus Kassel, der bei dem Beraubten gearbeitet und von der Existenz des Geldes gewußt hatte —, hatte die Kassette in ein Kornfeld bei Ihringshausen geschleppt, wo er sie erbrochen hat. Die Kassette wurde jetzt beim Abmähen des Feldes gefunden. Grohfeuer bei Görlitz. — 2 Feuerwehrleute getötet In einem bekannten Gartenlokal an der Neiße, dem „Reichshof" in Leschwitz südlich von Görlitz, brach nachts ein Feuer aus, das mit großer Schnelligkeit um sich griff und in kurzer Zeit die gesamte Anlage mit den beiden Tanzsälen bis auf die Grundmauern eingeäschert hatte. Zwei Leschwitzer Feuerwehrleute wurden von einer einstürzenden Giebelmauer erschlagen und zwei andere Personen erlitten schwere, wenn auch nicht lebensgefährliche Rauchvergiftungen. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt, doch wird Brandstiftung vermutet. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Man schätzt ihn auf etwa 150 000 bis 180 000 Mark, eine Summe, die allerdings zum größten Teil durch Versicherung gedeckt ist. vom Blitz erschlagen. Bei einem Gewitter fuhr der Blitz in eine Caube in der Zülchower Siedlung bei Stettin, in der acht Personen sahen. Ein zwölfjähriger Enkel des Laubenbesitzers wurde getötet. Eine Frau muhte mit Lähmungserschei- nungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die anderen sechs Personen wurden betäubt, haben aber keinen ernsten Schaden davongetragen. von einer Handgranate zerrissen. Als der 30 Jahre alte Landwirt L a a b s in Zarden bei Treptow an der Rega (Pommern) dieser Tage mit einer Handgranate hantierte, explodierte diese, wodurch Laabs buchstäblich zerfetzt wurde. Wie der Unfall M erklären ist, insbesondere wie Laabs als Privatmann in den Besitz einer Handgranate kam, bedarf noch der Aufklärung. Flugzeugabsturz bei Leipzig. Pilot und Monteur foL Auf dem Flugplatz Leipzig-Mockau stürzte das Reklameflug^eug einer ZwickauerStrickwarenfirma ab. Beim Aufschlagen auf den Boden geriet die Maschine in Drand. Der Pilot Bader und ein Monteur, dessen Name noch nicht bekannt ist, fanden den Tod. Lin Gendarmeriekommandant ermordet. Aus Feldkirch (Tirol) wird gemeldet: In Rank- weil wurde der Kommandant des Gendarmen- postens, ©meiner, als er im Hause des Frachtführers Döbler die Herausgabe eines Revoloeps verlangte, mit dem Döbler während der Nacht her- umgeschofsen hatte, von diesem mit drei Schüs- sen schwer verletzt. Der Gendarmeriekommandant verschied turj daraus im Spital in Feldkirch. Der Mörder, der ein starker Alkoholiker mar, flüchtete nach der Tat in einen nahegelegenen Wald und erhängte sich. Bauchtyphus in einer ungarischen Gemeinde. 3n der ungarischen Ortschaft Iaszapo ist eine Bauchtyphusepidemie festgestellt worden. Von 51 Erkrankungsfällen sind bisher drei töd- I i ch verlaufen. Gorguloffs Berufung verworfen. Der Pariser Kassationshof hat die von Paul Gorguloff, dem Mörder des Präsidenten der französischen Republik, D o u m e r, gegen das Todesurteil eingelegte Berufung verwor- f e n. Zugunfall in Paris — 40 verletzte. Auf dem Pariser Ostbahnhof ereignete sich ein Unfall, bei dem etwa 40 Reisende mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Der Unfall ist darauf zurückzuführen, dah der Baseler Schnellzug bei der Einfahrt in den Bahnhof gegen den Prellblock fuhr. Angeklagten hätten nur dem polnischen Terror Einhalt gebieten wollen. Die Angeklagten Gräupner, Muller, Hoppe und Lachmann machten sodann von dem Schlußwort Gebrauch. Starke Erregung in Beuchen. Deuthen, 22. Aug. (TU.) Während der Vorsitzende des Sondergerichts den Urteilsspruch verkündete, herrschte im Saale völliges Schweigen. Auch die Begründung wurde lautlos angehört. Nachdem der Vorsitzende geschlossen hatte, erhob sich der Gruppenführer Ost der SA und SS. Abg. Heines (Breslau), der in Uniform mit mehreren SA-Führern an der Verhandlung teilgenommen hatte, und rief laut in den Saal: „Das deutsche Volk wird in Zukunft andere Ur- teile fällen. Das Urteil von Beuthen wird das Fanal zu deutscher Freiheit werden. Heil Hitler!" Es folgte ein ungeheurer Tumult. Ein großer Teil der Zuhörer, sowie ein Teil der Pressevertreter erhoben sich und stimmten in den Hitler ruf ein. Auf der Straße pflanzte sich der Ruf mit Windeseile fort. Tausende von Menschen strömten zusammen. Die Schutzpolizei machte von dem Gummiknüppel Gebrauch. Uniformierte SA-Leute wurden von der Polizei auseinandergetrieben. Als Heines das Gerichtsgebäude verlieh, wurde er von einem Degrüßungssturm mit dem Hitler- Ruf emp ang n. Ueberall auf den Straßen herrscht ungeheuere Erregung. Es kam immer wieder zu lebhaften Kundgebungen. Zn den Straßen der Stadt kam es verschiedentlich zu T u m u 11 s z e n e n. So wurden die Schaufensterscheiben mehrerer Geschäfte sowie des sozialdemokratischen „Volksblattes", der „Oberschlesischen Zeitung" und der Beuthener Geschäftsstelle des „Allgemeinen Lokalanzeigers" eingeworfen. Die Polizei ging bei der Räumung der Straßen, insbesondere in der Umgebung des Gerichtsgebäudes, scharf vor. Beamte mit Stahlhelmen, Karabinern und Maschinenpistolen grenzten die Volksmenge, die immer wieder Verwünschungen gegen das Gericht ausstieß, ab. Der Führer der SA.-Ost, Heines, ließ die SA. in Gruppen vor dem Gerichtsgebäude antreten und daraufhin in ihre Quartiere abmarschieren. Auch nach dem Abzug der SA. hielten die Kundgebungen des Publikums weiter an. Mehrere Zivilpersonen wurden von der Polizei zwangsgestellt. Der zweite Verteidiger, Assessor Dr. Lowack, bezeichnete das Beuthener Urteil als „eine einzige Unmöglichkeit". Der Gruppenführer der SA.-Ost, Heines, hielt vom Balkon des Cafös Hindenburg eine Ansprache, in der er erklärte, ehe dieses Urteil vollstreckt würde, würde sich ganz Deutschland erheben. Wenn es vollstreckt werden sollte, „so würde die Befreiung Deutschlands von Beuthen ausgehen". Die SA. ermahnte er, weiterhin die vollste Ruhe zu bewahren. * Die Frauen der zum Tode Verurteilten haben sich geweigert, in ihre Wohnungen nach Rokittnitz, Bros- lawitz und Friedrichswille zurückzukehren, da sie fürchten, kommunistischen UeberfäUen schutzlos ausgeliefert zu sein. Sie sollen in Beuthen unter» gebracht werden. Es wurde veranlaßt, daß auch ihre Kinder nach Beuthen geholt würden. Das Begnadigungsrecht der Lander. Drc Meinung in Kre.sen der preußischen eaicrtr g. Berlin, 22. Aug. (TU.) An zuständiger Berliner Stelle nimmt man zu den Todesurteilen des Beuthener Sondergerichts noch nicht Stellung. In Kreisen der preußischen Staatsregierung erklärt man, daß durch die Bestimmungen über die Einsetzung von Sondergerichten das Begnadigungsrecht der Länder an sich nicht berührt worden sei. Auch eine Frist innerhalb derer die Urteile voll st reckt werden müßten, ist bekanntlich nicht gesetzt worden. § 1? der Verordnung über die Bildung von Sondergerichten besagt: „Gegen Entscheidungen der Sondergerichte ist kein Rechtsmittel zulässig. Außer den bereits gemeldeten sieben Urteilen erhielten fünf der Angeklagten je an. | derthalb Jahre Gefängnis, die anderen 15 Angeklagten erhielten Strafen zwischen drei Monaten und einem Jahr Gefängnis: 16 Angeklagte wurden freigesprochen. Die Angeklagten, gegen die der Haftbefehl nicht aufgehoben wurde, mußten im Anschluß an das Ende der Sitzung sofort den Weg in Haft antreten. Aus derl ** Das ' fahrers W ren Unfall an billige Sanität 'ingeliefert bei Mett. Dem toutbe nunmehr tiert. " Moton to a g e n. Olm« sich in der Sie einem Moton wagen. Der schine aus eil scheinend das lenkers über beider Fahre: vermieden tv gegen dos A größeren Sch ''Aachtr än der fomr schiert unser E gin-Eteinfurt ^°rsch zu eine: Ober- und ( ikbung, die ; Wwoch) aui undet eine me U. Die M Belegt. Ä" ’3on werd« morsch JitfwodHann Herweg g, if)t schnell »ss, Sä Sei**" K Oie von ft« 6t.it fei Üblich hZ>geIr bad "Jei Dje 4,' chähi der>o^ di. Mn Sießen-r (Botn öS ÄÄigM 11 pr* putsche wurde mü dem Wesen und A auszuze-gen. ihres Auftreten! ihrer deutschen mustergültige c vunit des osser achtung W™ 3- ' eit, in de, en und täglich die wr lagen. Wahrer die übrige de ginns abreifen eine Woche l aus ging der zuleht in M Grenze. Unter nachtet: sehr o Gäste der hol aus dem Aückr war überall ä das Auftreten Düämarsch fan volle Anerkem Taten s 1831: der s Gneisenau in zu Prag jtoi1 1916: das deu land" kehrt v - 1923: die vertrag von S ihrer deutschen Lieder viel Beifall. Auch das Buntes Allerlei worden. Berufung i S - 40 verletzte, stbahnhos ereignete sich etwa 40 Reisende mehr erletzt wurden. Der szuführen, datz der -Ba« Einfahrt in den Dahn» fuhr. __ lehung au- rurde in die Oer Rajah auf der Geigenjagd. In der Tat gehen viele solcher antiquierten Instrumente noch Uebersee, wo jetzt auch Südafrikaner, Chinesen und Japaner in den Ring der Käufer dieser Gebiete eingetreten sind. So ist eine Paga- ni ni-Geige, aus der der Künstler kurz vor seinem Tode noch ein paar Bogenstriche machte, in London neulich für einen Preis von 6300 Psund Sterling nach Schanghai an einen Privatmann verkauft worden. Interessant ist, dah ein indischer Ra- jah, Kjardaman v. Pujnastansk, fast drei Jahre Jagd auf eine Geige von Bach machte, allerdings nicht des großen Johann Sebastian Bach, sondern seines unglücklichen Sohnes Friedemann. Der Rajah hatte eine Ucbersetzung des Buches „Friede- mann Bach" gelesen und dabei eine Fußnote gefunden, daß die Geige dieses Unglücklichen in Wien bei einer Privatsammlung zu finden fei. Er kam deswegen nach Wien, wo er aber fand, daß die Geige bereits ins Ausland verkauft war. Kjarda- man war selbst fast 20 Monate auf der Jagd durch 14 Länder, schließlich erstand er ausgerechnet in Kairo eine Geige, von der er selbst zum mindesten überzeugt ist, daß sie die Geige des Friedemann Dach sei. Sie kostete ihm etwas mehr als 90 000 Mark Anschaffungspreis und fast 200 000 Mark für die dreijährige Jagd zu Wasser und zu Lande. puccinis Meifterinstrument. Ein merkwürdiges Schicksal hat der Flügel gefunden, an dem Puccini seine Meisterwerke kom- panierte. Aus seinen Wunsch wurde der Meister nämlich in einem Gewölbe seiner Billa beigesetzt, und dieses Gewölbe wird auf der einen Seite durch den Flügel zum Teil als Wand abgeschlossen. So ist auch der Verstorbene für immer in der unmittelbaren Nähe seines geliebten Instruments, und kein noch so großer Geldbetrag der Erde kann diesen Flügel von seinem Platze wegbewcgen. Das Instru- ment wird alle vier Wochen genau ge- stimmt und durchgespielt, so daß der Stimmer in das Gewölbe gehen und dort seine Arbeit ver- richten muß. Man kann sich denken, daß eine Reihe von Beauftragten vor dieser Verrichtung im letzten Augenblick zurückkehrten, und es ist außerdem em eigenartiges Gefühl, wenn man den Flügel ergingen hört, der von der Grabstätte des großen Kom- ponisten aus in Töne versetzt wird. Wo blieb das Klavier Ludwigs II.? Wir wissen, daß der unglückliche König Ludwig II. von Bayern ein guter und phantasievoller Klaviervirtuose war, dessen Spielstärke besonders in der Melodramotisierung beruhte, ohne daß er aber eigentliche Kompositionen herausgcbracht hat. Oer Flügel in der Gra-lammer Berühmte Musikinstrumente und ihre Schicksale. Don Or. Herbert Schmidt'Lambcrg. jd$ Fotomontagen uni) Übeln, M MN einmal decke wn Metern W eschrn'ilen werden muhten, pe, Urwald und Sumps den bis diese Kette von ein 'M der SedM de und der glücklichen & lbmen oon KrokodilM», EL Nashörnern, §on 'ganten, Süffeln u" 'Verfolgung, von Hunger Ingeborenenftämmen u>ü) Das ist nur einiges. '„ unb auf M »'* strafen vrurteilt worden sind, haben Berufung eingelegt. Die Unterfchlagungsastäre Zwanzig wird daher nochmals vor der Strafkammer in L i m b u r g als Berufungsinstanz aufgerollt werden. Wegen Beleidigung des Bürgermeisters verurteilt. Mainz, 21.Aug. (WSN.) Der Landwirt Heinrich Weisel 11. aus Plonig, Ortsgruppenführer der NSDAP., hatte im März v. I. offenrlich behauptet, Bürgermeister Gaul j)on Planig, Mitglied der Zenlrumspartei, fei Separatist gern e f e n. Im Januar d.J wiederholte er diese Behauptung in einem Artikel der Rhemhessischen Volksblätter. Weisel hatte sich nun gestern vor dem Bezirksschöfsengerichl im Offizialverfahren wegen Beleidigung des Bürgermeisters zu verantworten. Einen Vergleich lehnte der Beschuldigte ab. Der Staatsanwalt beantragte 200 Mark Geldstrafe, da Eine Sikbzigiahrige. Mittwoch kann Frau Marie Fischer, wohnhaft Asterweg 9, ihren 70. Geburtstag feiern. Die Jubilarin ist geistig noch sehr regsam. •• Schnellere Postbeförderung nach Starkenburg, Baden und Württemberg. Das Postamt schreibt uns: Born 22. August ab erhalten die für Starkenburg, Baden und Württemberg am späten Dormittag hier aufgelieferten Briefsendungen in der Beförderung cipen bedeutenden Vorsprung gegen bisher, wenn sie bis spätestens 12.45 Uhr beim Postamt 1 vor- Fahrt zum Edersee. Der Edersee, der gewaltige Stausee im Waldecker Land, war am Sonntag wieder daS Ausflugziel einer Omnibusfahrt, die von dem Kraftverkehrsunternehmen E. Hoos (Annerod) veranstaltet war. Der Ausflug bedeutete für alle Teilnehmer wieder einen genußreichen Tag. Zu früher Stunde verlieh der Wagen unsere Stadt und fuhr rasch gegen Marburg zu. Aach abwechslungsreicher Fahrt über Berge und durch Täler wurde in Jesberg kurze Aast gehalten. Der Kurort Bad Wildungen wurde berührt und bald grüßte das klare Blau des Edersees, der sich friedlich eingebettet zwischen waldigen Hügeln breitete. Lieber dem Wasser lag herrlicher Sonnenschein. An den Ufern herrschte reges Leben. Die Paddler hatten ihre Zelte aus- geschlagen und ruderten auf den See hinaus. Die Schwimmer tummelten sich allenthalben in dem klaren Rah, das das Bad zu einem Genuß machte. Eine Motorbootfahrt führte sofort nach der Ankunft die Ausflügler zu den reizvollsten Punkten des Sees und im Anschluß daran strebte sofort ein Teil der Fahrtteilnehmer dem Strandbad zu. während andere nach Waldeck gingen. Die Burg Waldeck, die Perle des Edersees und der Landschaft, war und ist der Zielpunkt aller, die in dieses gottbegnadete Stück Erde kommen. Bon der alten Burg Waldeck aus bietet sich ein prächtiger Ausblick. 3m Tal liegt der See, Hügelketten schließen den Horizont, soweit das mustergültige deutsche Lager stand im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Besondere Beachtung schenkte man einem großen deutschen ßefcAClt, In dem außer technischen Bildern, Photoalben und guten Büchern über Deutschland, täglich die wichtigsten deutschen Zeitungen aus- lagen. Während sogleich nach Schluß des Lager- die übrige deutsche Mannschaft wegen Schulbeginns abreifen mußte, blieben die Gießener noch eine Woche lang in Holland. Don Hilversum aus ging der Marsch an der Zuidersee entlang, zuletzt in Dichtung Enschede nach der deutschen Grenze. Unterwegs wurde nur im Zelt übernachtet: sehr oft waren die Gießener Pfadfinder Gäste der holländischen Gruppen, deren Städte auf dem Rückweg berührt wurden. Die Aufnahme war überall äußerst herzlich. Die Haltung und das Auftreten der Gießener Gruppe auf dem Rückmarsch fand auch in holländischen Zeitungen volle Anerkennung. Taten wir ^ienctae, 23. Angust. 1831: der Feldmarschall Graf Aeithardt von Gneisenau in Posen gestorben. — 1866: Friede zu Prag zwischen Oesterreich und Preußen. — 1916: das deutsche Hanbelsunterseeboot „Deutschland" kehrt von der ersten Amerikafahrt zurück. — 1923: die Türkei ratifiziert den Friedensvertrag von Lausanne. äußere Umstände hervorgerufen worden sei. Ein innerer Zwang habe nicht vorgelegen, sie habe sich nur in einer gewissen Zwangslage befunden, was als mildernder ilmftanö zu werten sei. Den Schuh des § 51 könne er ihr aber nicht zub.lligen. Der Sexualsorscher Dr. Abraham führte aus. daß sich Frau Einzmann ihres Zustandes nicht bewußt gewesen sei. Die Derant- Wörtlichkeit liege nicht in ihrer Person, sondern es seien die inneren Kräfte des Transvestitis- mus gewesen, die die Handlungen gezeitigt hätten. • Dec Staatsanwalt beantragte für Frau Emz- mann eine Gesamtstrafe von 2 Monaten Gefängnis und eine Woche Haft. Das Gericht verurteilte die beiden Angeklagten zu j e einem Monat Gefängnis mit dreijähriger Bewährungsfrist wegen intellektueller Urkundenfälschung. Unferfd)lagungen öffentlicherGelder im Oilttreis. WSA. Dillenburg, 22. Aug. Bei der Gerne nockasse in der Ortschaft Hirschberg sind Der ch.u.igen des verantwort! chen Rechners fest- gestellt und zur Anzeige gebracht worden. — Ferner läuft ein Erm.ttlungsverfahren gegen den Rechner der Gerne ndekasse in Rodenroth. D.e Höhe der unterschlagenen Beträge steht noch nicht fest, beträgt aber einige Tausend Mark. — Bei der Gemeindekasse in Burg bei Herborn wurden bereits vor längerer Zeit iln- regclmäfoigle-tcn feftgefkUt; insbesondere hatte sich hier der Rechner eigenmächtig das Gehalt erhöht und die Beträge einfach der Kasse entnommen. — Dor einiger Zeit wurden bei der Gemeindelasse in Allendorf bei Haiger lln- regelmäßigle.ten sesigestellt, die in erster Linie auf die Unfähigkeit des Rechners zurückzuführen sind: der Rechner ist kürzlich verstorben, fo daß eine gerichtliche Sühne nicht mehr möglich ist- In diesem Falle konnte d.e Kreiskommunalkaffe aber durch erhaltene Sicherheiten einen Schaden abwenden. — Auch bei der Gemeindekasse in Manderbach hat sich der Rechner Unter- schlagungen zu Schulden kommen lassen. Wie im Falle Allendorf. so ist auch hier die Unfähigkeit ordnungsgemäß Rechnung zu führen, bic Ursache der Derfchlungen. — Die bei der Gemeindetasse in Roth aufgedeckten Unterschlagungen bedürfen noch der endgültigen Klärung. _ Schließlich wird sich in Kürze die Strafkammer in Limburg als Berufungsinstanz mit den langjährigen und umfangreichen Unterschlagungen bei der Gemeindekasse in Schon- b ach zu beschäftigen haben. Mithin sind im Dillkreis in der letzten Zeit sieben Falle von Unterschlagungen bei Geme.ndekassen bekannt ge- Rührei mit Pilzen. Professor Schwenninger, Bismarcks Leib- arzt, erzählte, er habe des öfteren mit dem Fürsten Bismarck im Sachsenwald Spaziergänge gemacht und ihn eines Tages, um ihm möglichst viel Be- wegung zu verschaffen von Pilzen mit Rührei zu erzählen begonnen. Obgleich dem Kanzler das Bücken recht beschwerlich war, begann er eifrig Pilze zu sammeln. Zuerst wurde der große Kalabreserhut des Arztes gefüllt, dann mußte auch Bismarcks stattliche Kürafsicrmütze daran glauben. Mit reicher Beute kehrte man im Försterhaus ein, wo die Pilze von der Frau Försterin in der Pfanne gebraten wurden. Ausnahmsweise erlaubte der strenge Arzt dazu zwei Glas Bier, da er durch diese List dem Fürsten soviel Bewegung verschafft hatte. Er wie- derholte den Trick noch öfters, aber bann durch- fchaute ihn Bismarck und ließ — die Pilze vom Förster fummeln unb ins Forsthaus bringen. E.ne 353 Iahre alte Druckpresse. Hoch oben im höchsten Stock eines Hauses des Städtchens Palma au* Majorca, gegenüber der spani'chen Küste, druckt die Familie Guasp. die für sch den Ruhm des ältesten Declagshauses der Welt in Ansp.uch nimmt, noch heute Bücher auf derselben wuchtigen Preise, die schon vor 353 Jahren dem Begründer der Firma gedient hat. Die ehrwürdige Maschine, dar aus mächtigen Dalken zu'ammengefügt ist. kann trotz ihres ftatt- 1 eben Al.ers noch vortreffliche Arbeit leisten. Doch hängt die Dorzüglichkeit ihrer Erzeugnisse ganz von der Stärke des Mannes ab, der sie bedient. Er muß seine Füße gegen ihre Seite dem Bürgermeister eine aktive Betätigung bei beft Separatisten nicht nachgewiesen werben tonne^ Das Gericht verurteilte Weisel wegen zweier Beleibigun- gen zu 5 0 unb 2 50 Mark Geldstrafe und sprach die Veröffentlichung des Urteils in den Rheinhessischen Volksblättern Alzey und dem Oes- fentlichen Anzeiger in Kreuznach aus. Der Wahrheitsbeweis, daß Gaul Separatist gewesen sei, sei nicht als geführt erachtet. Das Gericht habe bei der Schwere der Beleidigung auf keine Gefängnisstrafe erkannt, weil der Beschuldigte sich in der Separatistenzeit als treuer unb nationalgesinnter Deutscher betätigt habe. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) Lin Zirkossreund. Der Zirkus Straßburger wird voraussichtlich Anfang September in Gießen gastieren. w. eon. reche ^unbfunf' 5 § >lfe «“f 'S Ä S-iSS von g WS von .Milden ^j|c ein ble'bcn- im tlnterschlagungsprozeß Zwanzig. WSN Dillenburg, 22. Aug. Der vom Erweiterten Schöffengericht Wetzlar am Freitag zu vier Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust und 1000 Mark Geldstrafe verurteilte frühere Oberrent- meifter Hermann Zwa n z i g. der zum Nachteil der staatlichen Kasse 2 00000 Mark unterschlagen hatte, legte gegen das Urteil Berufung ein. Auch die beiden Kaffengehisten, die wegen Begünstigung bzw. Beihilfe zu Gefängnis- -16 mal ,Original"-Mozart Spinett. Der bekannte Musikmäzen Friedrich Sch a Kinger in Wien erzählte einmal, daß ihm in feinem Leben nicht weniger als 16 verschiedene Spinette angeboten worden feien zum Kauf, jedesmal mit dem Hinweis, daß es sich in diesem Falle bestimmt um das Originalinstrument Mozarts handele. Dabei wurden recht hohe Preise verlangt, denn Schallinger sollte für die sechzehn Instrumente zusammen nicht weniger als 435 000 Mark bezah- len. Als er nach Ablehnung eines besonders eifrigen Händlers, der ihm sogar schon zwei verschiedene „Criginar-3nftrumcnte Mozarts verkaufen wollte, diesen fragte, was er nun mit feiner „Ware" gemacht habe, lächelte ihn dieser überlegen an und agte, daß er die Instrumente selbstverständlich an kunstbegeisterte Amerikaner zu einem Phantasiepreis abgegeben habe. ' Motorrad gegen Personenkraft- j wagen. Am Samstag gegen 18.30 Uhr ereignete sich in der Dteinstrahe ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Personenkraftwagen. Der Motorradler kam mit seiner Maschine aus einer Einfahrt heraus und hatte anscheinend das vorschriftsmäßige Signal des Auto- lenkers überhört. Durch die Geistesgegenwart beider Fahrer konnte jedoch ein größeres Unglück vermieden werden. Der Motorradfahrer fuhr gegen das Auto und überschlug sich, ohne jedoch größeren Schaden zu nehmen. •• Aachtübung unseres Bataillons. In der kommenden Rächt gegen 0 Uhr marschiert unser Bataillon über Watzenborn—Grünin- gen-Eteinsurth (bei Bad-Rauheim) im F.iedens- marsch zu einer Uebung aus. In der Gegend von Ober- und Ricdermörlen beginnt dann die Hebung, die sich bis gegen 10 Uhr morgens (Mittwoch) ausdehnen wird. 3m Anschluß daran findet eine mehrstündige Rast statt, während der die Musikkapelle des Bataillons konzertieren wird. Die Mannschaften werden aus der Feldküche verpflegt. Rastplatz ist der Johannisberg un Westen von Bad-Rauheim. Dis etwa gegen 16 Uhr werden die Soldaten im Feldlager sein. Sodann marschiert das Bataillon über Bad-Rau- Heim und Butzbach nach Gießen zurück. “ “ ’ ......... Am morgigen hören könnte. Zwöls 3ahre ging es gut Als verkleideter Mann befreundete sie sich mit Frau Müller. Die beiden ziehen zusammen und gelten in der Rach- barschaft als Ehepaar. Eines Tages wird Frau Müller von einem Kind entbunden und Frau Einzmann übernimmt vor dem Standesamt und dem Gericht die Daterschaft. Auch dies wäre gut gegangen — irgendein Derrnögensvorteil wurde damit nicht erstrebt —, wenn nicht Frau Einzmann sich in ihrem männlichen Berus eine a n s i ch geringfügige Handverl^"" gezogen hätte. Frau Einzmann wurde in Männerabteilung des Städtischen Krankenhauses gebracht. Bei einer allgemeinen ärztlichen Untersuchung entpuppte sich der Arbeiter Einzmann als eine Frau. Wegen der falschen Eintragungen im Standesamtsregister erhob die Staatsanwaltschaft gegen Frau Einzmann und gegen Frau Müller Anklage wegen Urkundenfälschung. Was Frau Einzmann getrieben hat. nach der Entbindung der Frau Müller die Rolle des Daters zu übernehmen, wird das Geheimnis der beiden Angeklagten bleiben. Das Gericht hatte nur zu klären, ob Frau Einzmann unter einem unwiderstehlichen Zwang gehandelt hat und ihr d.r § 51 zuzubilligen sei. Die Meinung der Sachverständigen ging, wie meist immer, auseinander. Der gerichtliche Sachverständige Obermedizinalrat Dr. Wagner vertrat die Auffassung, daß es sich bei Frau Einzmann nur um einen Transvestitismus handele, der durch Raff,, h. AU 'ÄÄ11 ”6 iS M r nus hnc °°n ®°rlib und in (UrE* 9'°^ ejöen IaSn 3»it bie Q'^rt&biVuf wurden ÖOn &oei rschlng^ '7 em= hwere, roenn E M '°rgiftung°7 ' nnbetannt 'et Sa Li*'S »irb bu'd> Klagen. dr der Dlin i„ - WZ n ranaie jettifjen ß»e noch nicht bekannt ist, 'Mandant ermordet sird gemeldet: In Ronf. inbant des ©enbarmeri- er im Hause der Fracht« ausgabe eines Revolver; ' während der Nacht her« N mit drei Schuf« . Der Oenbarmerietom- rz darauf im Epital in ’r ein starker Alkoholiker it in einen nahegelegenen h. mgarischen Gemeinde, jchaft (laszapo ist eine ie feftgefldlt worden, sind bisher drei töd« ing verwoifen. Hof hat die von Paul itbci beS Präsidenten , Doumer, gegen das Berufung verwor« DaS Bef inden des Motorradfahrers Wachsmuth, ter nach lern schweren Unfall am Sonntag durch die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne in die Eh.rurgisch? Klinik inqclicfcrt werden mußte, hat sich leicht gebessert. Dem bedauernswerten jungen Manne wurde nunmehr das schwerverletzte D.in amputiert. pressen, dann einen mächtigen Hebel mit dem Ausgebot aller seiner Kräfte ziehen — und ein gewaltiger Block senkt sich langsam herab auf die Typen. Die Tradition des Hauses Guasp reicht von den Zeiten der Holztypen und Holzschnitte bis zu dem Schnelltempo unserer Tage, das durch Typen- setzmasch.nen und RotationSpressen charakterisiert wird. Denn seit der Gründung deS Derlags- hauseS stand immer ein Glied der Familie Guasp an der Spitze der Firma, die sich in direkter männlicher Linie forterbte. 3m 3ahre 1579, als Gabriel Guasp die Schwenkung vom Buchhandel zum Derlagshause vollzog, stand Spanien aus dem Gipfel seiner Weltherrschaft. Damals du.chbrausten religiöse Stürme das Land, und es waren daher theologische Bücher, die als die ersten Erzeugnisse aus feiner Presse hervorgingen. Ein deutsches Marne-Drama. Unter dem Titel .Die Mar ne sch lacht" vollendete P. Joseph Cremers im Zusammenhang mit einer kritischen Quellendarstellung von Karl Barth, das erste deutsche Dühnenwark über die Tragödie an der Marne. 3m Mittelpunkt des vierartigen Stückes stehen die Dorgänge im Luxemburger Hauptquartier, die zur folgenschweren Entsendung des Oberstleutnants H ent sch und zum Warnerückzug führten, sowie die dramatischen Szenen in Paris vor der Regierungssluchl nach Bordeaux. PersönliLk.iten unserer Zeitgeschichte wie Moltke, Kluck, Bulow, Hentsch, Wilhelm II., Iosfre, Poincare Dnand und Clemenceau sind Träger der führenden Rollen. Sein ßtcblingsinftrumcnt war ein altes, italienisches Instrument, bas er noch am Abend vor feinem lobe spielte. Unb es war sonderbar, daß der Resonanzboden dieses Instruments am selben Abend, als der Kania gestorben war, vollkommen zerplatzte, so daß das Instrument nicht mehr brauchbar war. Noch merkwürdiger berührt es, baß aus bem verlassenen Schlosse gerate bie,es Instrument eines Tages g e st o h l e n wurde Niemand hatte den Diebstahl beobachtet, niemand konnte auch nur entfernt angeben, wer etwa an diesem Instrument Interesse hatte haben können, da es doch durch bie Be schädigung ziemlich wertlos geworben war. Erst als sich Freunbe des Toten daran erinnerten, wie merk- würdig doch das Zusammentreffen der Zerstörung des Instrumentes mit bem Tode bes Königs eigentlich gewesen war, sanden sich zahlreiche Interessenten, die gerne erfahren wollten, wo das Instrument geblieben war. Obwohl oon der königlichen fjaniilic niemand an den Nachforschungen sich beteiligt, wurde bald ganz Europa und später die halbe Welt abgesucht nach dem alten, spielunfähigen Klavier, das sich im übrigen niemals wieder gefunden hat. Der CRaub der Stradivari. Aus einer Sammlung in die andere ging eine Stradivari- Geige aus dem Jahre 17«2, an der eine besondere Leimung und Zusammensügiing von Boden und Geigendeckel zum ersten Male ausprobiert worden war. Diese Geige wurde von einem Kunsthändler Antonini aus Milano gestohlen, der dabei einen ähnlichen Trick anwendete, wie der Dieb der „Mona-Lisa" im Pariser Louvre. Er er- schien in der Tracht eines Zimmermannes unb gab an, in der Wohnung der Estralla Stradivari, die diese Geias besah, Ausbesserungen vornehmen zu müssen. Kurz darauf war er mit dem kostbaren Fund unbeobachtet verschwunden. Als bie Polizei ihn verhaftete, saß er gerade vor einer Sam m lung von etwa 80 Geigen, Gitarren, Bratschen usw., die alle in der Geschichte der alten, italienischen Instrumente eine gewisse Rolle gespielt hatten. Antonini hatte fast 320 000 Goldlire, die er von seinem wohlhabenden Vater geerbt hatte, für feine Leidenschaft als Instrumentensammler aufgewendet, und da er jetzt kein Geld mehr besah, um bie Instrumente kaufen zu können, so stahl er sie einfach unter Anwenbung aller möglichen Tricks. Die Glücksgeige des Blinden. Es muh auch baran erinnert werben, bah die Zweitälteste A m a t i • Geige in einem Pariser Vorort bei einem blinben Geigenspieler gefunben würbe, ber bamit von Hof au Hof zog unb durch Geigenspiel und dünnen Gesang sein Brot zu erwerben versuchte. Er hatte bie Geige von einem jungen Musikanten aus bem Kasfeehaus für billiges Gelb erworben, unb er war ber einige, ber im Lause von fast 200 Jahren dahinter kam, daß es mit diesem Instrument etwas Besonderes auf sich haben mühte. Einem bekannten Kunsthändler vertraute er sich an; und ber Erfolg war, bah er eine Stunbe fpater um fast 1 00000 Goldfranken reicher den Laden des Kunsthändlers versteh. Das feine Ohr des Blinben hatte bas Erkenntnisvermögen vieler Musiker übertroffen, die nach dem Aus- tauchen biefer Amati Geige biefe schon gespielt und besessen hatten. Es setzte natürlich alsbald eine Hoch flut oon Angeboten alter Geigen in ganz Europa ein; denn bas merkwürbige Schicksal berühmter Instrumente regt fast stets bie Besitzer von alten Instrumenten an, ihrem Eigentum irgcnbeine Geschichte anzudichten. Aus der provinzialhaupGadt. I %£ ÄS X4 23.^,. 1931 wÄ’5 L «£ tHiekiener Dsadünder in Holland. SU müssen, machte man sich wieder auf den löicpener Fiavnnver » I W u Weg zur Motorboot-Haltestelle, führ zur Sperr- Dom Horst Gießen deS Deutschen Psaofmoer- mauer und von dort mit dem Omnibus zurück. Kunde» wird unS berichtet: . Zwei Stunden Aufenthalt in Bad Wildungen Born 2. bis 12. August wurde in Holland in die Ausflügler noch viel Interessante- der Rähe vorn Haag ein große« ^aUonallager ^hen. Don vielen Eindrücken tief befriedigt, der holländischen Pfadsinder veranstaltet, zu Dem schrie man (die Rächt war inzwischen schon her- auch eine deutsche Abordnung entsandt wurde. I eingebrochen) nach Gießen zurück. Dom Horst Gießen des Deutschen 1 Pfadfinderbundes waren bei der 35Mann I zählenden deutschen Mannschaft 14 Pfadfinder BaUMgatteN begnadigt. beteiligt. WSN. Darmstadt, 22. Aug. Der wegen Er- Das Rationallager wurde vom Prinzge- mordung seiner Ehefrau vom Schwur- mahl der Riederlande eröffnet. Bei der gericht in Darmstadt zum Tode verurteilte Fritz Besichtigung des deutschen Lagers ließ sich der Baumgarten aus Sprendlingen ist vom hessi- Prinzgemahl ein deutsche- Lied Vorsingen und schen Gesamtministerium zu lebensläng- hielt sich kurze Zeit im deutschen Lager auf. I sicher Zuchthaus st rase begnadigt worden. Am Ende de- Laaer- stattete auch der englische nrniff£1 Lord Daden-Powell of Gilwe11, das rozep internationale Oberhaupt der ausländischen Pfad- gegen die $rOU M MäNNerkleidUNg. rt4 DonCrafcÄengUntö^ ietett’etkc llrtunt>CTfälfd>ung ftatt. Ser irojefi r* du\Ct^en'• ^^rall, wo die deutsche Mann« glaubte in Mannskleidern leichter schast sich zeigte, so auch im Haag, m Amsterdam, ”. n „a „k Ä „ & . , , ie '2Irt Anzüge th?ei gemiedenen Menne« an iS I ging auf MitMe. Sie fand na»,inant>er -Be- fchästigung als Rachtwachter, Metallarbeiter, Bauarbeiter und Portier. Ihre Arbeitgeber sanden keinen Grund zur Klage, niemand wäre auf den Gedanken gekommen, daß der rüstig schaffende Arbeiter dem zarten Geschlecht ange- SJi.-^poni Nie Europaflieger in Nom. Slraumann gab auf. Der schweizerische Flieger Straumann, der infolge eines Tragflächenschadens gestern unter großen Schwierigkeiten in Aspern bei Wien landen konnte, v~ fein Begleiter mußte mit Fallschirm abspringen — hat jetzt den Weiterflug aufgeben müssen, da cs ihm nicht gelungen ist, den Schaden zu reparieren. Außer den bereits gemeldeten fünf Curoparund- fliegern trafen im Lause des Vormittags in der Zeit von kurz vor 10.30 bis kurz nach 11 Uf>r folgende Teilnehmer auf dem Littorio.Flughafen ein: die Italiener de Angeli und Lombardi, der Schweizer Fretz und die Deutschen Osterkamp, Poh und Pasewaldt. herzliche Aufnahme der deutschen Flieger. Vis zum Montagabend sind in Rom 13 Deutsche einschließlich Papans, sechs Italiener, fünf Polen, vier Franzosen, drei Tschechen, ein Schweizer, im Ganzen 32 Flieger eingetroffen. Sie haben sämtlich unter der Hitze zu leiden, die allgemein Temperaturen von 35 Grad brachte. Die Durch- schnittsgefchwindigkeit der deutschen Maschinen war im allgemeinen befriedigend. Der Flug stellte jedoch hohe Anforderungen an die Maschinen, so daß es in Rom einige Reparaturen gibt. Raab ging mit Motorschaden in Mira- mare nieder. Könnens erhielt ihren Riederschlag in einer Reihe von neuen Bestleistungen. Weiterhin unternahm Erna Kunze- Stuttgart einen erfolgreichen Angriff auf den von ihr gehaltenen Rekord im 400-Meter-Bru st schwimmen, den sie auf 7:17,7 verbesserte. Die Ergebnisse des Samstags. lOOMeterBrust: Beckmann-Reptun Dortmund 1:21,5; 2. Hagedorn-Offenbach 1:23; 3. Goeßmann-Reptun Dortmund 1:23:1. — Reun- kämpf Altersklasse 2: 1. Schindler-Königsberg 142,85 P.; 2. Merker-Herm-sdorf-Kynast 140,60 P. — Sechskampf, Altersklasse 3: 1. Kummer-Leipzig 59,90 P.; 2. Rehm-Hannover 59,15. — Hauptspringen: Hermann Stork- Frankfurter TV. 1860 136,06 P.; 2. Maedler- Leipzig/Lindenau 125,15 P.; 3. Wisbar-Berliner Turnerschaft 124 P. Die Ergebnisse des Sonntags. Turner: 1 00 Meter Seite: 1. Dabelstein-Hamburg 1:14,9; 2. Ierger-Cannstatt 1:15,3; 2. Krochmann- Speyer 1:17,2. — Springen: Altersklasse 2: 1. Friedrich-Halle 101,95 P.; 2. Brunn-Aschaffen- bürg 98 P. — 200 MeterBrust: 1. Forxerk- Leipzig 3:02,3; 2. Heyser-Mühlhausen 3:05,3. — 4 0 0 Meter Crawl: 1. Müller-Kiel 5:36,9; 2. Döpper-Mühlhausen 5:44,4. — 4 0 Meter Streckentauchen: Altersklasse 2: 1. Espei- Hemer 29,9; 2. Axnik-Derlin 30. — 2 0 0 - Me - ter-Lagen: 1. Sommer-Mühlhausen 2:50 (DT.-Destleistung); 2. Dömel and -Buck au 2:58,1. — Zwölfkampf: 1. Walter Iunold-Saar- brücken 191,05 P.; 2. Colombier-Iserlohn/Schled» denhofen 181,85 P. — Sechs kampf: Altersklasse 3: 1. Kummer-Leipzig 108,45 P.; 2. Gerbig- Darmstadt 106,70 P. — 10 0 Meter Crawl: 1. Dömeland-Buckau 1:05,5; 2. Müller-Kiel und Marx-Köln je 1:07,2, totes Rennen. — 10 0 Meter Rücken: 1. Kurt Prüfer-Jena 1:17,5; 2. Willi Wanner Cannstatt 1:19,9. — 4X100- Meter Brust: 1. TSV. Eintracht Leipzig 5:37,9 (DT.-Destleistung)l 2. Hamburger Turnerbund 5:46; 3. Turnges. Offenbach 5:50,2. Turnerinnen. 200-Meter-Lagenschwimmen: 1. Almuth-Renne (Hamburg) 3:29,3 (Alleingang). — 40-Meter-Streckentuchen: 1. A. Weh- nell, Breslau, 33,1 (DT.-Bestleistung); 2. ©ar- fert, Leipzig, 35,3. — 1 0 0 Meter Brust: 1. Herzog, Leipzig, 1: 33/9; 2. Rottebohm, Wittenberg, 1:37,5. Im Kunstspringen der Turner verteidigte der junge Frankfurter H. Stork vom FTV. 1860 seinen Titel erfolgreich, dagegen unterlag im Hauptspringen der Turnerinnen die Meisterin Annie Kapp überraschend gegen die Hannoveranerin Harde- kopf. Auch die Wasserballmeisterschaft endete mit einer Ueberraschung. Im Endspiel besiegte die Turngemeinde Mühlhausen den Verteidiger Turnklub Hannover überlegen mit 8:2 (3:2). Im Kampf um den 3. Platz war der Tv. Speyer mit 5:3 (2:2) über den SV. Iserlohn erfolgreich. Der Start zur zweiten Etappe erfolgte am heutigen Dienstag ab 6 Uhr. Der Empfang der deutschen Flieger seitens der Italiener war äußerst herzlich. Auch Ellh Beinhorn erfreute sich allgemeiner Aufmerksamkeit. Am Rachmittag gab der deutsche Botschafter einen Empfang zu Ehren der deutschen Flieger. Wafferballiurnier in Wehlar. Gießener Schwimmverein Turnierfieger. Am gestrigen Sonntag fand in Wetzlar ein Was- ferballtreffen der Vereine des Gießener Bezirks statt. Beteiligt waren die Schwimmvereine aus Marburg, Wetzlar, Alsfeld und Gießen. Im eigenen Bade des Wetzlarer Schwimmklubs standen sich im ersten Spiele des Vormittags der Alsfelder SV. und der Gießener SV. gegenüber. Die Gießener, die nicht in jpielstärkster Aufstellung angetreten waren, zeigten ein sehr zerfahrenes Spiel und konnten nur knapp siegreich bleiben. In Anbetracht dessen, daß die Gießener über die schnelleren Schwimmer verfügten, hätten sie, bei einem taktisch besser durchgeführten Spiel, mehr erreichen müssen. Aus dem zweiten Spiele ging Marburg als siche? rer Sieger über Wetzlar hervor. Ebenfalls mußten sich mittags die Alsfelder den Marburgern beugen, während Alsfeld Wetzlar glatt schlagen konnte. Der ersten Mannschaft des Gießener Schwimm- oereins (Schüler, Schomber, Moßner, Schaum, Hechler, Pascoe und A. Zimmer) gelang es, die Wetzlarer mit Leichtigkeit zu schlagen. Das mit größter Spannung erwartete Spiel war das Zusammentreffen der Marburger und Gießener. Der Verlauf dieses Kampfes zeigte auf beiden Seiten ein durchaus schönes und elegantes Spiel, aus dem die Gießener als wohlverdiente Sieger hervorgehen konnten. Die einzelnen Ergebnisse lauteten: Alsfeld—Gießen 2:3 Marburg—Wetzlar 4:2 Marburg—Alsfeld 3:1 Wetzlar—Gießen 1:7 Alsfeld—Wetzlar 2:0 Marburg—Gießen 2:7. Würde man jedes gewonnene Spiel mit zwei Punkten, jedes - verlorene Spiel mit einem Punkte bewerten, so ergäbe sich folgende Reihenfolge: 1. Gießen 6 Punkte; 2. Marburg 5 P.; 3. Alsfeld 4 P.; 4. Wetzlar 3 P. Verbunden mit dieser sportlichen Veranstaltung war eine Wasserballfchiedsrichterprüfung, der sich eine Anzahl Spieler aller beteiligten Vereine mit Erfolg unterzogen. Schwimmeisterschasten der DT. Der Abschluß am Sonntag. Die 11. Schwimm-Meisterschaften der Deutschen Turnerschaft wurden am Sonntag bei prachtvollem Sommerwetter im Erfurter Rordbad fort» gesetzt und beendet. Am Samstag hatte eine Feierstunde im herrlichen Erfurter Dom und ein Festabend im Rordbad alle Teilnehmer in schöner Kameradschaft noch lange zusammengehalten. D:e Wettkämpfe am Haupttage standen im Ze.chen der großen Weterent,Wicklung des Schwimmsports in der DT. Die Verbesserung des Die Ergebnisse derSau-Volksturnmeislerschaften. Die Wettkämpfe um die Gaumeisterschaften im Dolksturnen des Gaues Hessen der DT-, über deren Verlauf wir gestern bereits berichteten, zeitigten (im Auszug) folgende Ergebnisse: Mehrkämpfe. Turner. V i e r k a m p f (73 Teilnehmer, 39 Sieger): 1. Otto Lindenstruth, Mtv. Gießen, 80 Punkte; 2. Willi Deaupain, T. u. Spv. Marburg, 75; 3. Werner Langenohl, Tv. Heuchelheim, 73; 4. Fritz Jakob, Mtv. Gießen, 69,5; 5. Ernst Stengel, Tv. Großen-Linden, 67,5; 6. W. Krück, T. u. Spv. Butzbach, 66,5; 7. Rudolf Buh, ATB. Rheinfranken Gießen, 66; 8. Wilhelm Volk, Tv. Hörnsheim, 65; 13. Wilhelm Reih, Tv. 1846 Gießen, 62; 16. Ludwig Schwab, T. u. Spv. Butzbach, 60; 17. Ludwig Urft T- u. Spv. Butzbach, 59,5; 18. Peter Gruber, Tv. 1846 Gießen, 58,5; 19. Willi Dolkheimer, Tv. 1859 Ridda, 58; 21. Wilhelm Fay, Tv. Gut Heil Grüningen, 56,5; 25. Willy .Arzbächer, Tv. 1846 Gießen, 53,5; 27. Heinz Meyer, Mtv. Gießen, 52,5; 28. Werner Limper, Tv. Grünberg, 52; 29. Richard Greb, T. u. Spv. Butzbach, und Ludwig Müller, T. u. Spv. Griedel, je 51,5; 30. Karl Schwalb, Tv. 1859 Ridda, 51; 31. Ludwig Crößmann, T. u. Spv. Butzbach, Hermann Weber, Tv. Hochelheim, und Heinrich Köster, Tv. Groß-Felda, je 50,5 Punkte. Iugendturner-Oberstufe. Dreikampf (96 Teilnehmer, 49 Sieger): 1. Otto Hill, Tv. Alsfeld, 72 Punkte; 2. Konrad Iehner, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 69,5; 3. Eduard Gebauer, Tv. Alsfeld, 67,5; 4. Karl Schindel, T. u. Spv. Ebersgöns, 66,5; 6. Heinz Berg, T. u. Spv. Butzbach, 60; 8. W- Rickel, Tv. Rieder- Ohmen. 55,5; 9. Willi Wagner, Mtv. Gießen, 55; 13. Kurt Faber, Tv. Grohen-Linden, 51; 14. Kurt Strack, Mtv. Gießen, und Hans Bam- bey, Tv. Echzell, je 50,5; 15. Karl Braun, Tv. Hochelheim, 50; 17. Erwin Reuschling, Tv. Heuch.'lheim, 48,5; 18. Ludwig Ulm, Tv. Allen- dorf (Lahn), 48; 19. Waldemar Köhler, Tv. Hungen, 47,5; 20. Heinrich Fach, Tv. Großen-Linden, 47; 21. Heinrich Seipp, Tv ^-oßen-Buscck, und Wi h Im Bambirger, Tv. Groß-Felda, je 45,5; 23. Richard Mack. Tv. Hochely.un. 45; 24. Adolf Lupp. Tv. 1859 Ridda, 44; 25. Albert Römer, Tv. Heuchelheim, Wilhelm Will. Tv. Borwärts Kirch-Göns, und Arthur Kehr, Tv. Heuck'elheim, je 43 5; 27. Heinrich Rickel, Tv. Gut Heil Treis (Lumda), und Erwin Hahn, Tv. Hörnsheim, je 42,5; 29. R chard Dreier, Tv. Lang-Göns, und Georg Deckhut, T. u. Spv. Butzbach, je 40,5; 30. Adolf Stück. Tv. K'-chba'n. 40 Punkte. Jugendturner-Unterstufe. Dreikampf (53 Teilnehmer. 40 Sieger): 1. Fr. Waldschmidt. Tv. 1847 Wetzlar, 68,5P.; 2. He nrich Mö'ver, Tv. Lauterbach. 65,5; 3. Reinhard Blaß. Tv. Großen-Linden. 64; 4. Reinhold Stock. Tv. Lauterbach, und W lli Sils, T. u. Spv. Butzbach, je 62,5; 6. Karl Leib, Tv. Krofdorf, 59,5; 8. H. Buhl, Tv. Frischauf Pohl-Göns, 57; 9. E. Müller, Tv. Echzell, 56,5; 11. Paul Kli- schat, T. u. Spv. Butzbach, 55; 13. Hch. Lang, Tv. Lauterbach, und Franz Rihert, Mtv. Gießen, je 54; 16. Willi Hußke, Mtv. Gießen, 52; 17. Helmut Görlach. Tv. Lang-Göns. 50; 18. Werner Bender, T. u. Spv. Griedel, 49,5; 19. Ewald Rern, Tv. Vorwärts Kirch-Göns, 47; 20. Rich. Lang, Tv. Hochelheim, 46,5; 21. E. Jung, Tv. Hochelheim, Heinz Hörning, Tv. Hungen, und Albert Schaumburg. Tv. 1859 Ridda, je 46; 23. Otto Röhrsheim, Tv. Krofdorf, 44,5; 24. Werner Eisentraut. Tv. Grünberg, 44; 26. Wilhelm Müller^ Tv. Grünberg, und Heinz Haub, T. u. Spv. Butzbach, je 42,5; 27. Hermann Mogk, Tv. Echzell, 42; 28. Hch. Schwarzhaupt, Tv. 1846 Gießen, und Wolfgang Ranß, Mtv. Gießen, je 41,5; 29. Oskar Klingelhöfer, Mtv. Gießen, und Jos. Lehner, T. u. Spv. Butzbach, je 41; 30. Erich Gemmer, Mtv. Gießen, 40,5; 31. Kurt Flor, T. u. Spv. Butzbach, 40 Punkte. Turnerinnen. Dreikampf (19 Teilnehmerinnen, 13 Siegerinnen): 1. Else Dickeihaupt, Mtv. Gießen, 71 Punkte; 2. Martha Aarabin, Tv. 1847 Wetzlar, 60,5; 3. Tilli Reinheimer, Tgm. Friedberg, 53,5; 5. Mathilde Koch, Tv. 1846 Gießen, 48; 8. Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen, 43,5; 9. Charlotte Amend, Mtv. Gießen, 42,5; 10. Lischen Bücking, Tp. Alsfeld, 39; 11. Margot Katz, Mtv. Gießen, und Käthi Barth, Tv. Heuchelheim, je 38,5 Punkte. Jugendturnerinnen-Oberstufe. Dreikamps (11 Teilnehmerinnen, 6 Siegerinnen): 1. Erika Röhmig, Mtv. Gießen 61.5 P.; 2. Annemarie Lack. Tv. 1830 Bad-Rauheim, 54; 3. Anni Heß, Mtv. Gießen, 43,5; 4. Christine Schmidt, Mtv. Gießen, 39; 6. Hedwig Döll, Mtv. Gießen. 30 5 Punkte. Jugcndlurnerinnen-Unterstufe. Dreikampf (26 Teilnehmerinnen. 14 Siegerinnen): 1. Toni Klier. Tv. 1847 Wetzlar. 64 P.; 2. Frieda Henkel, T. u. Spv. Warburg, und Käthi Körner. Mtv. Gießen, je 62; 5. Irmgard Abt, Mtv. Gießen. 52; 6. Gretel Leinweber. Mtv. Gießen, 49; 7. Erika Wiegand, Tv. 1846 Gießen, 48; 8. Anni Schnez, Mtv. Gießen, 43; 9. Anni Reuschling. Mtv. Gießen, und Erna Sack. Tv. Heuchelheim, je 45; 10. Dina Michel. Tv. Grünberg. 43; 11. Anneliese Zöllmann. Mtv. Gießen. 41 Punkte. Allersturner (1892 und älter). Dreikampf (8 Teilnehmer, 8 Sieger): 1. Karl Klinket, Tv. Klein-Linden, 48,5 Punkte; 2. Karl Weiß. Tv Kle-n-Linden, 45.5; 3. earl Sch e m, T u. c" pv D.i bach 42.5; O t) Me er, Tv. Bad-Rauhe m, 41; 6. Ka.l Eyring, Tv. Klein-Linden. 22 5 Punkte. Altersturner (1893 bis 1897). Dreikainpf: 1. Wilhelm Laux. Tv. Leihgeiern, 46,5 Punkte; 2. Steffan Hoffmann, Tv. Cölbe, 34; 3. Heinrich Mehl, Tv. Dutenhofen, 33; 4. Otto Wagner, T. u. Spv. Butzbach, 28; 5. Friedrich Linker, Tv. 1846 Gießen, 20 Punkte. Die Ergebnisse der Einzel Wettkämpfe folgen. Fußball in Hessen-Hannover. Privatspiele in der Gluthitze. Der letzte Sonntag vor dem Beginn der Verbandsspiele brachte wieder eine ganze Reihe von Privatspielen, die aber fast alle ohne besondere Leistungen verliefen. Richt zuletzt lag das an der großen Hitze, wenn auch ein Teil der Spiele erst später begann. Die Spiele brachten folgende Ergebnisse: Kurhessen Kastel — Sport Kassel 2:0 (1:0); Iura Kassel — Hessen 09 Kassel 2:2 (1:0); Hessen- Preußen — Hermania Kassel 1:6 (0:0). Spielverein Kassel — SC. 03 Kassel 4:3 (1:2). Oie punkikämpfe in Hessen. Von den fünf Spielen der Gruppe Hessen wurden zwei schon am Samstag ausgetragen. Kastel kam gegen die verbesserte Elf des SV. Wiesbaden zu einem 1:0°Sieg und die Wormser Vereinigten fertigten den Reuling Bürstadt 4:1 ab. In beiden Fällen hatten die Sieger viel Glück. Am Sonntag kam dann der Altmeister Wormatia Worms mit einem überraschend hohen 5:1-Sieg von Lorsch heim, während der Meister Mainz 05 im Lokalspiel gegen den Reuling Mombach nur knapp mit 4: 3 gewinnen konnte. Viktoria Urberach konnte auch auf eigenem Platz keine besseren Leistungen als in den letzten Spielen zeigen, die Mannschaft wurde vom FC. Langen, der doch selbst nicht in bester Verfassung ist, glatt mit 5: 2 Treffern geschlagen. Wirtschaft. * Der deutsche (Bergbau im Juli. Die deutsche Steinkohlenförderung zeigt im Monat Juli gegenüber dem Vormonat wiederum einen Rückgang. Die Abschwächung beträgt bei der Gesamtförderung 0,4 Prozent, bei der arbeitstäglichen Förderung 1,3 Prozent. Auch die Kokserzeugung weist eine Abnahme auf. Rur im Brikettgeschäft trat eine gewisse Belebung ein. Die notwendige Drosselung der Förderung zwang zu weiteren Arbeiterentlassungen; Haldenbestände und Feierschichten blieben in ihrer Höhe unvermindert. Der Braunkohlenbergbau zeigte im Juli einen Tiefstand der Erzeugung. Sie ging, gemessen sowohl an der Gefamtförderung als auch an der arbeitstäglichen Leistung, bei Rohkohle um 5,6, bei Briketts sogar um 8,3 Prozent zurück. 2m Eisenerzbergbau hielt die Absatzstockung an. Der Metallerzbergbau litt unter den niedrigen Preisen seiner Produkte, die sich im Juli weiter abwärts bewegten. * Maschinenbaug eje llschaft Karls- ruhe. Die Generalversamnnung hat den Abschluß, der einschließlich 58 600 Mark Iahresverlust den Gesamtverlust mit 1,9 Millionen Mark ausweist, genehmigt. Ein Antrag auf Auflösung der Gesell- schäft und Bestellung von Liquidatoren wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Frankfurter Börse geschästSlos. Frankfurt a. M., 22. Aug. Die Abendbörse verkehrte in sehr stillerHaltung, da feine Anregungen Vorlagen. Die S.ekulation übte nad), wie vor Zurückhaltung, neigte aber weiterhin zukleinen Realisationen, so daß die Berliner Schlußkurse nur knapp behauptet blieben. Später zeigte sich einiges Interesse für Aku, die etwa 1 P.oz. anzogen, gegen Schluß der Börse waren sie indessen wieder offeriert. An den übrigen Marktgebieten ergaben sich keine Veränderungen und auch der Umsatz hielt sich in engsten Grenzen. Auch am Renten markt setzte sich die zum Schluß ter Mittagsbör'e eingetretene A b s ch wä - chung eher fort. Reichsschuldbuchlorderungen waren angeboten und etwa 0,5 Proz. niedriger und auch die Schutzgebietsanleihe ging weiter zurück. Reichs-Alt- und Reubesih waren dagegen gut behauptet. Reubesih 5,4), Abbesitz 48 5), Schuhgebietsanleihe 3,82, Reichsbank 127,50, Buderus 31,13, Stahlverein 16,25, Aku 42,38 bis 43, AEG. 32,50 bis 33, Scheideanstalt 136,75, Licht & Kraft 78,75, IG.-Farben 88 13, Holzmann 4' ,5), Lahmeyer 90, Rütgerswerke 37, Schöfferhof 132, Rcichsbahn°VA. 77,88, Hapag 14,75, Rorddeut- scher Lloyd 15,38. Frankfurter Kartoffelmarkt. Frankfurt a. M, 22. Aug. Infolge des wieder stärker einsetzenden Angebots hat sich der Preis für Böhms allerfrüheste Gelbe um 0,50 Mk. ermäßigt und die Notiz stellte sich auf 1,90 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. -sprcrtniunDcn oct «eo^ltion. 11 30 kis 12.30 Ahr 16 bis 1? Uhr Samstag nad’millag geschlossen Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Banknoten. Kurszettel der Berliner und F anksurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzi ve'chlviienen Dividende an Reichsbankdiskont 5 o H Lombardzmsfuß 6 o. H Jranlfurt a. M. Serlm Fran, ur a Jbl. Öerh: Fran, s ul> u. ~'i. öenii: Schlußkurs Schlupf. Adrnd- börf Schluß« >urs Schluß! Mittag. bö!c Schluß« fürs Schluß,. Abend« börs Sch uß« fürs C5d).uyi 21! tag. bör c Schluß« 1 rd Schlu i. Abend« bör Schluß« urs Schlugt Dliilag. bö s Oatum 20.8. 22.8- 20.8. 22.8. <)aium 20.8. 22.8. 20-8. 22.8. Oaium 20-8. 22-8. 20-8. 22-8. 6% Deuiiche d/t% ehern. 4 yt% Franks.Hyp^ Bant üiflii Piandbriese ■ • ■ 6*/2% ehern. 4'/,°/° Rheinische Hnv -Bon' Liau -Goldp.e. . 6% ehern. 8% Br. Landespfand, briefanstai Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. LandeSpsand- briefanstaii Pfandbriefe R. io 4% Oesterretchiiche Golvrenie . 4,20% Oesterretchiiche SUberrentr 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/2% desgl. von 1913..... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l . . . 4% deügl. Serie li . . 5% Rumün. vereinh. Rente v. 1903 4V,°/°R2mSn.vereinh.Renlev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente 214% Anatolier...... 60,5 69,13 63 48,13 5,4 52,4 47 46 69,5 77,5 78 67,5 68,5 10,25 6,475 6,4 6,9 3,3 3,25 3,25 10,25 4,65 60 68,75 62 48,5 5,4 46,5 46 69,65 69 77,65 78,5 67,5 68 10,25 6,4 6,9 3,3 3,25 4,7 59,75 69 63 47,9 5,3 52,75 46,9 10,4 1,25 6,5 6,6 5,55 6,75 3.45 3,4 3,4 5,35 10 4,13 17.4 59,5 68,5 62 48,25 5,3 52,75 46,4 67,5 10,4 1.2 6,45 6,5 3,35 3,5 3,35 5,2 10 4,5 17,2 yamvurg-Amerua Pau Hamburg-Südam. Dampfschiff Hanja Damvltchtfi Rorbdeuticher Lloyd . . A.G. sur Äerkehröwesen Akt. Berliner HaudelSgesellschaft . Commerz- und Privai-Bank . Darmstädter und Nationalban Deutsche Bant und Diseonio-Gesellschair. . . Dresdner Bant...... Reichsbant ...... A.E.G . .... Bergmann........ Elektr. Lieserungsgefellschaft. Licht und Kraft...... Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrifche Ünternehmungen . . . Rheinische Elektrizität . . Schuckert & Go..... . Siemens & Halske..... Lahmeyer L Co....... Buderur......... Deutsche Erdöl...... Gelsenkirchener...... Harpener......... Hoesch Eisen........ Ilse Bergbau....... Ilse Bergbau Genüsse . . . stlüdneriucrte .... ManneSmann-Röhren . . . ManSselder Bergbau .... Oberschles. Kokswerke . . . Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen. . . Rheinstahl........ . 0 0 4 0 0 0 0 1: . 0 . 0 5 6 0 4 dB 0 9 10 . 4 . 6 . b . 0 . 6 1" . 6 . 6 . 0 . ä *'/i 10 . 6 15,5 15,9 39 90 16 18,5 75 18,5 128,5 34,5 69 10,25 45 66,5 71,5 131 92,5 33 73,25 36,75 61,5 27 16 19 180 55,75 14,75 15,4 37,5 89 53,5 18,5 75 18,5 127.5 33 66 78,75 43 65,25 69,5 129,5 90 31,13 71 35,5 61 26,65 43,25 16 18,24 178 53,5 15,25 15,75 37,5 90,5 53,5 75 61,75 128,75 34,25 67 80,25 44,5 65,65 71,9 71 131,25 91,5 32,75 72,5 36,25 62,13 31 94,75 26,65 44,5 17 36 19 179,5 54.75 14,5 22,25 15,25 36,75 89,5 *53,5 75 61,75 127,65 32,75 67,5 78,65 43,5 65,5 70 69,25 129 90,5 32 70,75 35,25 61,5 29,5 91,5 26,4 43,25 16 35,9 18 178 53,25 .liiebcd 'Dionran . . . 7, Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 Otavi Minen ...... 0 Kaliwerke Ascher leben ... 6 Kaliwerke Weü, regeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth . . 9 I. G. Farben-Jndustrie ... 7 Scheideanstalt......1< Goldlchmidt.........0 Rütgerswerke........0 MelaUgetellschast.....0 Philipp Holz mann......C Zementwerk Heidelberg. ... 4 (Semcntiuerl Karlstadt.....0 Wayß & Freytag......0 Schultheis Payenhofer ... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg... .... 0 Zellstoff Waldhos..... 0 Zellstoff Aschaffenburg ... 0 Defsauer GaS..... 7 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum.....0 Orenstein & Koppel.....0 Leonhard Tietz.......6 SvenSka......... 0 Chade..........12 Frankfurter Maschinen . . . . 0 Gritzner..........o Maiulrastwerke Höchst a. M.. .4 Süddeutscher Zucker.....g 16,5 14 100 105 173 90 138 25,5 36,5 32,5 47 46 37 5,5 42,5 35 23 17 39,75 43 173 109 16,25 14 96 104 170 88,13 136,75 23,4 37 31 44,5 45 5,5 42,4 33 15 37,75 18?5 16,65 13,9 99 105 173 89,65 25 37,4 32,25 46,75 5,75 56,25 41,75 39 33,5 22,5 88,5 16,65 37 29 43,4 174,13 19,25 108,5 16,5 13,5 98 103 170,13 88,25 23,9 36,9 30,5 45,5 5,25 55 42 38,5 32,25 23 87,65 15 38 28,4 42,5 173 19,25 108,5 20-August 22-August Amtliche «’•?!<' Jlotieruna I Sric Amtliche Jiolierun,. Geld, | Helsingso» . 6,284 6,296 6,264 6,276 Men. . . 51,95 52,05 51,95 52,08 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest . . — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,78 170,12 169,78 170,12 Oslo.... 73,13 73,27 72,98 73,12 Kopenhagen. 77,82 77,98 77,62 77,78 Stockholm 74,92 75,08 74,83 74,97 London. 14,61 14,65 14,56 14,60 Buenos Aires 1,878 0,882 0,888 0,892 Reuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 85,40 58,52 58,41 58,53 Italien. . . 21,59 21,63 21,60 21,64 Paris . . . 16,509 16,545 16,50 16.54 Schweiz . . 81,92 82,08 81,87 82.03 Spanien . . 33,87 33,93 33,87 33,93 Danzig. . . 82,02 82,18 82,02 82,18 Japan . . . 0,959 0,961 0,959 0,961 Rio De Ian. 0,324 0,326 0,324 0,326 Jugoslawien 6,693 6,707 6,693 6,707 Lissabon 13,34 13,36 13,29 13,31 Berlin, 22. August SdB SHt? Amerikanische Roten....... 4,20 4,22 Belgische Roten......... 58,25 58,49 Tanische Roten ......... 77,44 Englische Roten......... 14,52 14,58 Französische Roten........ 16,46 16,52 Holländische Roten........ 169.41 170,09 Italienische Roten . ...... 21,56 21,64 Norwegische Noten........ 72,80 73,10 Deutsch-Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwebisclse Noten........ 74,65 74,95 Schweizer Noten......... 81,69 82,o: Spanische Noten......... 33,73 33,87 Ungarische Noten........