Samstag, 25. Juli 1952 llr.M Krühausgabe (82. Jahrgang vollem Umfange in Preußen 50 nur gesichert. wenn die Landesregierung die Möglichkeit besitzt, die Reichsregierung parteipolitisch 3 u bekämpfen. Ich habe jedenfalls die feste Absicht, die Zeit und Kraft, die wir mit der A u s- Herriot ignoriert die deutsche Forderung. Frankreich hat abgerüstet. - Sicherheit die Voraussetzung für weitere Abrüstung. lilischen Differenzen und Preußen sparen, in der staatspolitischen Arbeit widmen. In den Teilen des Landes, in denen das Gefühl, gerecht regiert zu werden, bei überwiegenden Tei- Unnahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Rs- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Der englische Außenminister Simon, der nach Herriot sprach, suchte in einer teilweise poetisch gehaltenen Rede den deutschen Vertreter davon zu überzeugen, daß die deutsche Forderung auf Anerkennung der Gleichberechtigung bereits eingehende Berücksichtigung in der Vertagungsentschliehung gefunden habe, und dah die Behandlung dieser Frage 511 einem s 0 verspäteten Zeitpunkt nicht mehr möglich sei. Simon suchte die Konferenz mit der Erklärung zu beruhigen, dah die Entschließung keineswegs das endgültige Abrüstungsabkommen, sondern nur den ersten, wenn auch entscheidenden Auftakt der künftigen Regelung der Abrüstungsfrage darstellte. Simon, der sich sodann fortgesetzt zu Botschafter Radolnh wandte, erklärte mit Rachdruck, die Entschließung stelle in keiner Weise einen Verstoß gegen die Auffassung irgendeiner Macht dar, in keiner Weise werde mit ihr der Verzicht auf irgendeine politische Forderung verlangt. Die Dann hielt der französische Ministerpräsident Herriot eine große Rede, die eine meisterhafte Verteidigung und Verschleierung der gewaltigen französischen Rüstungsmacht darstellt. Zur allgemeinen Heber» raschung fand sich in seiner Rede kein Hinweis auf die von der deutschen Regierung angekündigte Forderung auf Anerkennung der Gleichberechtigung Deutschlands. Herriot beschränkte sich im wesentlichen darauf, die französische Abrüstungspolitik zu verteidigen. Die französische Regierung habe politische Vorschläge gemacht, die sie jedoch vorläufig zurückstelle, da Frankreich um keinen Preis die Verantwortung für Schwierigkeiten oder für eine Verzögerung der Entscheidungen auf sich nehmen wolle. Die französische These auf Abrüstung durch Herabsetzung der Heeresausga- b e n sei die einzig wirkliche entscheidende Maßnahme, durch die auch die geheimen Militärverbände erfaßt werden können. Die französische Regierung habe bereits ihre Heeresausgaben um 10 v. H. herabgesetzt und dadurch im Gei st e Hoovers gehandelt. Frankreich wünsche ferner eine Kontrolle der pri- vaten und öffentlichen Waffenherstcllung. Das Verbot des chemischen und bakteriologischen Krieges ihren Maßnahmen, ungenau in ihren Gedankengängen. Die Konferenz müsse jetzt einstimmig z u der Anerkennung der rechtlichen Gleichberechtigung aller Staaten und der unterschiedslosen Stellung sämtlicher Rationen in den Wehrfragen gelangen. Die zwei Kategorien von Rationen, die der Sieger und der Besiegten, müßten verschwinden. Die un» Arbeiten der Konferenz. geschoben werden könne. Indessen haben wir, a n st a t t allgemeine Zustimmung zu finden, wie man es in dieser unserer Stellung in diesem Kreis und unsere nationale Ehre so eng berührenden Frage hätte erwarten können, zu unserem großen Bedauern seststellen müssen, daß sich darüber keine einstimmige Einigung erzielen ließ. Sie wissen andererseits alle, daß Deutschland niemals seine Unterschrift unter ein Abkommen wird setzen können, das nicht auf dem Grundsatz der Gleichberechtigung beruht. Auf diesen Grundsatz können wir nicht verzichten. Unter diesen Umständen ist es uns trotz unseres besten Willens leider nicht möglich, die Entschließung anzunehmen. Nadolny verlas dann im Namen der Reichsregierung folgende Berlin, 22.. Juli. (WTB.) In feiner Eigen- , schäft als Bevollmächtigter des Reichskommijsars für Preußen erklärte Dr. Bracht im Rundfunk u. a. folgendes: Wer in der Reichshauptstadt den Berlauf der Ereignisse der letzten drei Tage betrachtet hat, konnte sich von der völligen Ruhe und Reibungslosigkeit, mit der die erforderlichen Uebergangsmaßnahmen abgewickelt wurden, überzeugen. Die Aufgabe, die mir der Reichskanzler in seiner Eigenschaft als Reichskommissar gestellt hat, hat mit irgendwelchen parteipolitischen Manövern nichts zu t u n. Sie steckt mir ganz einfach das Ziel, d i e Staatsautorität und die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Preußen auf überparteilicher Grundlage wieder herzustellen. Das jetzt aus den kommissarischen Leitern der einzelnen Ressorts bestehende preußische S t a a t s m i n i- sterium hat das freie und selbständige Land Preußen zu verwalten. Es ist deshalb nicht richtig, wenn behauptet wird, durch die Jßer« orbnung des Herrn Reichspräsidenten sei die Selbständigkeit Preußens im Rahmen der Reic^ver- fassung verletzt. Die staatsrechtliche Stellung^ Preußens ist durch die Maßnahmen unberührt geblieben. Ich möchte gegenüber der Verwirrung, die die politische Agitation in dieser Frage ungerichtet Hal, einmal ganz deutlich feststellen, daß es nicht angeht, die Selbständigkeit eines Landes unter dem Gesichtspunkt zu prüfen, wie weit Englische Beruhigungsversuche. Simon weist Deutschland mit seinem Anspruch auf Gleichberechtigung auf die zweite Phase der Konferenz. schaltung jener unfruchtbaren p 0 - zwischen Reich Anbringung politischer Forderungen wurde sogar den einzelnen Mächten für die zweite Phase der Konferenz ausdrücklich Vorbehalten. Die Frage der Gleichberechtigung könne jetzt am Freitagabend 6.15 Uhr kurz vor Schluß der Sitzung nicht mehr entschieden werden. Wenn derartige entscheidende Fragen jetzt im letzten Augenblick aufgeworfen würden, so ergebe sich die Frage, wo man denn hinkäme. Er habe volles Verständnis für die Wünsche, auf denen die Gleichberechtigungsforderung beruhe. Derartige große Fragen, wie die Gleichberechtigung, würden am Schluß der Konferenz behandelt werden. Man dürfe jetzt nicht mehr in die Vergangenheit, sondern nur in die Zukunft blicken. Die Geschichte aller internationalen Konferenzen sei die Geschichte anfänglicher fruchtloser Arbeiten und praktischer Endergebnisse. Die Rachkriegsperiode müsse jetzt überwunden werden, um zu einer neuen Periode des Friedens für alle zu gelangen. Erklärung: Die deutsche Regierung ist bereit, auch weiter an den Arbeiten der Abrüstungskonferenz t eilz u n e h m e n, um mit aller Kraft dazu beantragen, daß im Sinne des Artikels 8 der völkerbundsfahung ein wirklich ent- scheidender Schritt in der Richtung auf die allgemeine Abrüstung getan wird. Hamens der deutschen Regierung muß ich heute aber aussprechen, dah ihre Mitarbeit nur m ö g - l i ch ist, wenn die weiteren Arbeiten der Konferenz die Grundlage der zweifelsfreien Anerkennung der Gleichberechtigung der Nationen befolgen. Die Gleichberechtigung der Nationen ist das fundamentale Prinzip des Völkerbundes ebenso wie der Staatengemeinschaft überhaupt. Mit dem Gefühl nationaler Ehre und internationaler Gerechtigkeit wäre es nicht vereinbar, wenn die Konferenz die Regeln und Grundsätze für die allgemeine Abrüstung der Staaten festlegen wollte, aber gleichzeitig Deutschland oder andere Staaten an diesen allgemeinen Regeln und Grundsätzen nicht teilnehmen ließe, sondern irgendeinem Staat einem diskriminierenden Ausnahmeregime unterwerfen würde. Das würde auch die vertraglichen Ansprüche verletzen, die Deutschland zustehen und auf die es unter feinen Umständen verzichten kann. Die deutsche Regierung muß nun zu ihrem tiefen Bedauern seststellen, daß die vorliegende Resolution diesem Standpunkt keine Rechnung trägt. Sie hat aus der Arbeit der verflossenen ersten Periode der Konferenz, insbesondere aus den Besprechungen der letzten Tage, vielmehr annehmen müssen, daß diese notwendige Voraussetzung noch nicht von allen Regierungen verstanden und anerkannt wird. Die deutsche Regierung muh darauf bestehen, daß die Gleichheit aller Staaten hinsichtlich der nationalen Sicherheit und hinsichtlich der Anwendung aller Bestimmungen der Konvention ohne weiteren Verzug zur Anwendung gelangt. Soweit die einzelnen Fragen, die sich aus der Anwendung des Grundsatzes der Gleichberechtigung ergeben, einer Klärung bedürfen, ist die deutsche Regierung zu sofortigen Verhandlungen hierüber bereit. Die deutsche Regierung muh aber schon heute darauf Hinweisen, dah sie ihre weitere Mitarbeit nicht in Aussicht stellen kann, wenn eine befriedigende Klärung dieses für Deutschland entscheidenden Punktes bis zum Wiederbeginn der Arbeiten der Konferenz nicht erreicht werden sollte. Der dichtbcsetzte Saal folgte mit größter Spannung der Rede, die Botschafter Radolnh klar und bestimmt, die Hauptsachen stark betonend, verlas. Dalbo Litwinow und G r b s 0 n und dre Vertreter der kleineren Mächte spendeten starken Beifall. Herriot und Paul D 0 n c 0 u r hielten sich bewußt zuruck. Graf Apponyi Die Autorität des Staates ist — . der Staatsbürger die Ueberzeugung haben tarr, daß allein nach staatspolitischen G e - sichtspunkten regiert wird, wenn er anerkennen kann, daß es das vornehmste Streben aller Funktionäre des Staates ist, gerecht zu sein. Je mehr sich der Kamps um die politische Führung in Deutschland zu grundsätzlichen Auseinandersetzungen zuspitzte, destomehr fanden in den preußischen Staatsapparat Tendenzen Eingang, die die A u s - nutzungderStaatshoheitzurBekamp- sung des parteipolitischen Gegners zum Ziele hatten. Damit wurde die Staatsautorität an ihrer empfindlichsten Stelle, dem Vertrauen des Volks auf Gerechtigkeit, getroffen. Die neue preußische Staatsregierung hat aus diesem Grunde als erste ihrer Maßnahmen eine Reihe personeller Veränderungen verfügen müssen. Große Rede Radolnys im Abrüstungsausschuß. Die Enttäuschung der Wett über die fruchtlose Arbeit der Konferenz. Genf, 22. Juli. (TU.) 3m Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz erklärte als Vertreter Deutschlands, Botschafter Radolnh: Die Veralt gemcinerung der uns auf erlegte n Abrüstung sollte eine der ersten Aufgaben des Völkerbundes sein. So ist es uns irn 3ahre 19 19 versprochen worden. Heute schreiben wir 1932. Riemand wird bestreiten können, daß das deutsche Volk während dieser ganzen Zeit die größte Geduld und die größte Mäßigung an den Tag gelegt hat und Sie werden alle mit mir darüber eins fein, daß wir im Verlaufe dieser Konferenz eine der greife ungarische Staatsmann fordert, wie immer von stürmischem Beifall begrüßt, dann in ungewöhnlich eindrucksvollen Ausführungen die endgültige Beseitigung der heute noch auf Grund der Friedensvertrage bestehenden al n - terschiede zwischen Sieger und be- sieaten Rationen. Graf Apponyr wandte ich schürf gegen das System der Privaten Ofcr- hgndlungen der Großmächte und erklärte, rn der vorliegenden Entschließung fei nich ts von den starken Strömungen der offentlrchen Meinung zu spüren, die in immer steigendem Maße eine Verminderung der Rüstungslasten und damit praktische Garantien für Sicherheit und Frieden fordere. Die Entschliehung fei von des Gedankens Blässe angekränkelt, fei ungenügend in Deutschland fordert Gleichberechtigung in Genf. Kategorische Erklärung der Reichsregierung im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz.— Ohne Anerkennung der Gleichberechtigung keine weitere Teilnahme Deutschlands an den Erscheint täglich.auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zemsprechanschlüffe unter 5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrankfutt am Main 11686. MeZielederkWMrischenVerwMnspreußens Dr. Bracht spricht im Rundfunk. garische Regierung vertrete grundsätzlich In der Abrüstungsfrage den gleichen Standpunkt wie die deutsche. Riernals würde es eine ungarische Regierung wagen, ein Abrüstungsabkommen zu unterzeichnen, das nicht dem Grundsatz der Gleichberechtigung uneingeschränkt Rechnung trage. Die Forderung auf Gleichberechtigung fei die These der Moral, der nationalen Würde und des einzig möglichen Zusammenlebens der Völker. Mit erhobener Stimme rief Graf Apponyi in den Saal: Keiner Ration forme das Lebensrecht auf Sicherheit und Verteidigung gegen den Angreiker genommen werden. 3n Lausanne fei beschlossen worden, die großen Fragen auf der Grundlage voller Gleichberechtigung in Angriff zu nehmen. Der Moment sei jetzt gekommen, diese Worte in die Tat umzusetzen. Das Werk von Lausanne dürfe nicht durch Genf zunichte gemacht werden. gleiche Haltung gezeigt haben. von unserer Seite war schon für den Entschluß jur Teilnahme an dieser Konferenz viel guter Mille und Mut erforderlich. nachdem der vorbereitende Abrüstungsausschuß den Artikel 53 des Abkommensentwurfs angenommen hatte, der Deutschland die Gleichberechtigung verweigert, und der das ihm durch die Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Vertrags auferlegte Ausnahmeregime gegenüber der ganzen Mett verewigen will. Auch diese Konferenz ist eine Konferenz für die Liquidation der Vergangenheit. Sie hat die Aufgabe, einen weiteren Abschnitt der Rachkriegsgeschichte zu beendigen, der schon längst hätte abgeschlof. sen werden müssen. Die Konferenz ist an einem I wesentlichen Wendepunkt angelangt. Monatelang haben die Völker der ganzen Welt voll Staunen I das merkwürdige Schauspiel unserer Arbeit ver- I folgt, ohnedasgeringstegreifbareEr- gebnis wahmehmen zu können. Unter den zahlreichen Vorschlägen und Anregungen, die der Konferenz vorgelegt worden sind, gibt es zweifellos solche, die von dem Gesichtspunkt einer wirk- I famen und durchgreifenden Abrüstung aus sehr wertvoll sind. Wir denken in erster Linie an den I großen Plan des Präsidenten Hoover. Wir haben alle Ursache, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten für diesen großmütigen Eingriff dankbar zu fein. Die deutsche Abordnung hat mit besonderer Freude auch die italienischen V 0 r sch l äge hinsichtlich der qualitativen Abrüstung begrüßt. Alle diese verschiedenen Vorschläge haben in der ganzen Welt große Hoffnungen erweckt. Aber gegen allen guten Willen haben sich bedauerlicherweise Kräfte der Verneinung erhoben und durch Gegenwirkungen im einzelnen d i e A r b e i t e n g e h e m m t. Die öffentliche Meinung kann die Ziellosigkeit, in der sich die Konferenz sooft verloren hat, nicht verstehen. Radolny tritifierte dann diese vorgelegte völlig inhaltlose Entschließung im einzelnen und fupr fort, die deutsche Delegation sei dennoch Nicht | in der Lage, die CnLschlieLung vorn Gesichtspunkt der in ihr vorgesehenen Abrüstungsmah- I nahmen als befriedigend anzusehen. Trotz dieser I schwerwiegenden Einwände hätte sich die deutsche Abordnung vielleicht in der Hoffnung, daß andere energische Anstrengungen im zweiten Teil der Konferenz folgen würden, mit einer €mfad)cn . Stimmenthaltung begnügt oder die Entschließung möglicherweise unter gewissen Vorbehalten an- nehmen können, wenn sie jenen Grundsatz anerkennen würde, ohne den kein Ergebnis dieser Konferenz für Deutschland annehmbar ist: nämlich den Grundsatz der Gleichberechtigung. Wir haben bisher an den Arbeiten der Konferenz unter der Voraussetzung teilgenommen, daß diese Gleichberechtigung anerkannt würde. Jetzt ist jedoch der Zeitpunkt gekommen, wo sich die Konferenz über diesen Grundsatz und seine praktische Anwendung aussprechen muß, und zwar aus folgenden Gründen: Bisher befanden wir uns im vorbereitenden Stadium der Konferenz. Eine materielle Entscheidung war bisher nicht getroffen. Die Entschließung bedeutet dagegen ein erstes materielles E r - g e b n i s in der Reichtung auf die allgemeine Abrüstung. Sie enthält Festlegungen, aus denen sich mit voller Klarheit ergibt, daß die allgemeine Abrüstung nicht nach dem Vorbild unserer eigenen Abrüstung gestaltet werden soll. Sie enthält außerdem gewisse Bestimmungen, die uns neue Verpflichtungen auferlegen würden, die wir bisher nicht zu tragen haben. Ich habe deshalb ihren Verfasser und die Vertreter der am unmittelbarsten interessierten Länder darauf aufmerksam gemacht, daß die Anerkennung und Festlegung des Grundsatzes der Gleichberechtigung nunmehr nicht länger auf« sei der große entscheidende Erfolg der ersten Konse- rcnzetappe. Ein weiteres wichtiges Ergebnis sei das Verbot des Bombenabwurfes, das jedoch nur unter der selbstverständlichen Voraussetzung einer wirksamen internationalen Kontrolle der Zivilluftfahrt erreicht werden könne. In der zweiten Phase der Abrüstungskonferenz werde die französische Regierung einen eingehenden Vorschlag auf Internationalisierung der Zivilluftfahrt einbringen. In der Frage der Herabsetzung der effektiven Truppenbe- st ä n d e stehe die französische Auffassung i m G e - gensatz zu dem Hooverplan, jedoch sei Frankreich bereit, bei der Berechnung der effektiven Truppenbestände auf die Einbeziehung der heimlichenoderzugegebenen Milit ä r« verbände zu fordern. An dem Tage, an dem im Geiste des Völkerbundspaktes eine internationale Organisation für die Sicherheit geschaffen und gleichmäßige Verpflichtungen allen Völkern auferlegt worden sind, würde auch die Regelung der vom Grafen Apponyi und Botschafter Nadolny aufgeworfene Frage der Gleichberechtigung wesentlich erleichtert werden. Nicht nur der Krieg, sondern auch der Angreifer müsse außerhalb des Gesetzes gestellt werden. — Der Beifall am Schluß der Rede Her- riots war ungewöhnlich stark. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrLhl'Iche UniverflgtL-Snch. und Sietndrnckerei K tauge in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. len des Volkes nicht mehr bestand, mußte schleunigst die Staatsautorität durch die Entfernung von Persönlichkeiten, die sich der Objektivität ihrer Be- sckküfse nicht immer fähig gezeigt haben, wieder- hrrgestellt werden. Die Staatsregierung wird sich auch in Zukunft bei Betrauung von Persönlichkeiten mit öffentlichen Aemtern nicht nach der Parteizugehörigkeit, sondern lediglich nach der sachlichen Eignung und Objektivität des Amtsträgers richten. Denn das vertrauen in den Gerechtigkeitssinn aller Funktionäre des Staats wiederhergestekt ist, dann bin ich überzeugt, daß auch der Austrag der parteipolitischen Gegensätze unter dem Schuh einer starken Staatsautorität wieder in normale Bahnen gelenkt werden kann. Die Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung setzt voraus, daß der Staat vorausschauend mit fester Hand auch diejenigen Gruppen bekämpft, die sich die Störung der öffentlichen Ordnung zum Ziel gesetzt haben. Es muß das Ziel sein, denen, die Gewalt in den politischen Kampf hineintragen, so rechtzeitig das H a n d - werk zu legen, daß die Betätigung der politischen Meinungsfreiheit ungehindert erfolgen kann. Es geht nicht an, daß die friedliebenden Teile der Bevölkerung auf die Dauer von Staats wegen in der Ausübung ihrer politischen Rechte behindert werden müssen, weil der Staat sich nicht dazu entschließen kann, gegen diejenigen, die Fein 3 n t e r • esse am friedlichen Verlauf der politischen Auseinandersetzungen haben, mit aller Schärfe einzuschreiten. Ich werde deshalb meine Maßnahmen auf diesem Gebiet, nicht auf Eingriffe beschränken, die erst wirksam werden, nachdem die Pistolen losgegangen sind, sondern ich werde systematisch dafür sorgen, daß die Waffen aus der Beoölke- rung verschwinden. Mit dieser Absicht stimmt auch mein fester Entschluß überein, alle Maßnah. men zu einer geordneten Abwicklung des Wahlkampfes und der Wahl selbst zu treffen. Das Vorgehen der Reichsregierung und der mir erteilte Auftrag haben nicht das Geringste mit einer Absicht der Wahlbehinderung zu tun. Im Gegenteil: Es ist meine erste und wichtigste Aufgabe, eine Terrorisierung des Wahlkampfes zu verhindern. Zum Schluß möchte ick in aller Offenheit meinem sehnlichen Wunsche Ausdruck geben, daß es auch in Preußen gelingt, bald geordnete parlamenta- rische Verhältnisse herzustellen und die körn- missarische Verwaltung des Landes zu ersetzen durch eine vom Landtag gewählte Regierung. Die Bedenken der hessischen Regierung. Ein Schreiben an den Reichskanzler. Darmstadt, 22. Juli. (WSR.) Die hes- sischeRegierunghat durch ihr« Vertretung in Berlin dem Reichskanzler von Papen folgendes Schreiben überreichen lassen: „Von der durch den Herrn Reichskanzler dem hessischen Vertreter beim Reich am 20. Juli gegebenen Darlegung über die Maßnahmen der Reichsregierung gegenüber der Regierung des Landes Preußen hat das hessische Gesamtministerium Kenntnis genommen. Der hessische Staatspräsident hatte bereits in der Besprechung der Ministerpräsidenten der deutschen Länder mit der Reichsregierung am 11. Juli d ie stärksten Bedenken gegen derartige Eingriffe des Reichs in die Länderkompetenzen ausgesprochen. Das hessische Gesamtministerium hält sich für verpflichtet, heute nachdrücklichst abermals der großen Sorge Ausdruck zu geben, daß in der durch die jüngsten Rotverordnungen des Reichs geschaffenen politischen Lage die in der Reichsverfassung gewährleisteten Lebensrechte der Länder gefährdet werden könnten. Zugleich bekundet die hessische Regierung ihr Einvernehmen mit der übereinstimmenden Haltung der andern süddeutschen Länderregierungen in dieser Frage." Dieses Schreiben ist gleichzeitig dem Herrn Reichspräsidenten übermittelt worden. Das Sa'ngerbundesfest in Frankfurt a. M. 50 000 Sänger aus allen deutschen Gauen und aus dem deutschsprachigen Ausland sind in Frankfurt am Main eingetroffen, um das 11. Deutsche Sängerbundesfest zu begehen. — Unser Bild zeigt das erste Treffen auf dem Römerberg. - L \ k Ih'i 4 Staatspräsident Adelung hat gleichzeitig den Reichspräsidenten gebeten, ihn zu einem persönlichen Vortrag zu empfangen. Milderung -es Demonstrationsverbots. Unpolitische Gedenkfeiern und Fcstzüge gestattet. Berlin, 22. Juli. (WTB.) (Amtlich.) Rachdem in den letzten Tagen die Störungen der öffentlichen Ordnung wesentlich nachgelassen haben, hat der Reichsmini ft er des Innern durch eine Verordnung vom 22. Juli 1932 Milderungen des bestehenden Demonstrationsver- bvts vorgenommen. Das Verbot von Versammlungen unter freiem Himmel und von Auf zügen gilt nach der neuen Verordnung, die mit Sonntag, 24. Juli, in Kraft tritt, nicht mehr für Gedenkfeiern, Trachtenfeste und sonstige Veranstaltungen, die der Förderung künstlerischer, kul- turelleroderheimatlicherZwecke dienen, wenn sie von Körperschaften oder von Vereinigungen unpolitischer Art veranstaltet werden. Jedoch sind auch diese Veranstaltungen 48 Stunden vorher der Ortspolizeibehörde anzumelden und können im Eintels all verboten werden, wenn nach den Umständen eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu befürchten ist. Für Veranstaltungen, die am Sonntag, 24. Juli 1932, stattfinden sollen und für die daher die 48stündige Anmeldefrist nicht mehr eingehalten werden kann, hat der Reichsinnenminister den Landesregierungen empfohlen, aus der Richteinhaltung der Anmeldefrist keinen Anlaß zu nehmen, die Veranstaltungen, die gerade für diesen Tag an verschiedenen Orten geplant sind, nicht zuzulassen. 3n einem Rundschreiben an die Landesregierungen hat der Reichsinnenminister ferner ausgeführt, daß gewöhnliche Leichenbegängnisse, hergebrachte Hochzeitszüge, kirchliche Prozessionen, Bittgänge, Wallfahrten und überhaupt Veranstaltungen gottesdienstlicher Art nichtunterdasDemvn- strationsverbot fallen, weil sie nicht als Versammlungen oder Aufzüge im Sinne der hier in Betracht kommenden Vorschriften anzusehen sind. Das Gleiche gilt von sogenannten ge- ländesportlichen Liebungen, sofern sie nicht demonstrativen Charakter tragen. Heimannsberg und Carlbergh aus der Schuhhast entlasten. Zwei Reichsbannerführer in Schutzhaft genommen. Berlin, 22. Juli. ($11.) Amtlich wird mitgeteilt: Aus Kreisen der Schutzpolizei war dem Militärbefehlshaber am 21. Juli 1932 dienstlich ge- meldet worden, daß der Polizeimajor E ncke im Einvernehmen mit dem Polizeikommandeur Heimannsberg und Herrn Carlbergh die Wiedereinsetzung des Polizeikommandeurs Heimannsberg in sein bisheriges Amt auf gesetzwidrigem Weg betreibe. Auf Grund dieser Anzeige wurden die drei Genannten am frühen Morgen des 22. Juli in Schutzhaft genommen. Die Untersuchung, die sich über den 22. Juli hingezogen hat, hat ergeben: Die Ermittlungen gegen den Polizeimajor E n ck e geben Anlaß zur Einleitung einer strafrechtlichen Verfolgung. Er verbleibt in Schutzhaft. Dem Polizeikommandeur Heimannsberg konnte die Teilnahme an den Bestrebungen des Polizeimajors Encke nicht nachgewiesen werden. Polizei kommandeur Heimannsberg hat betont, daß er solche Bestrebungen unter allen Umständen ablehnen würde. Der gegen Herrn Carlbergh bestehende Verdacht hat sich nicht ausreichend bestätigt. Die beiden Letztgenannten wurden aus der Schutzhaft entlassen. Dagegen wurde gegen die Reichsbannerführer Major a. D. Ancker und Robert Breuer Schuh Haftbefehl erlassen. Die Stellung -es Zentrums. Berlin, 22. Juli. (VDZ.) Die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags hat als Ergebnis ihrer Beratungen eine Entschließung angenommen, die nachmittags auch vom geschäftsführenden Parteioor- stand gebilligt wurde. In dieser Entschließung wird erklärt, daß die sachlichen Voraussetzungen für die Anwendng des Artikels 48 in der Preußenfrage nicht oorlägen; weder habe Preußen feine Pflichten aus der Reichsoerfassung oder aus Reicksgesetzen nicht ordnungsmäßig erfüllt, noch sei durch das Verhalten der preußischen Staatsregierung die öffentliche Sicherheit und Ordnung innerhalb Preußens gestört worden. Wenn seitdemRücktrittdesKabinetts Brüning die öffentliche Ordnung und Sicherheit in bedenklichem Maße gestört worden sei, so beschränkten sich diese Erscheinungen weder auf das Land Preußen, noch seien sie durch das Verhalten der preußischen Staatsregierung verursacht worden. Die Vorgänge in Preußen seien vielmehr, wie es in der Entschließung heißt, den verfehlten Ma ß- nahmen des Kabinetts von Papen z u - z u s ch r e i b e n. Die Entschließung b e ft r e i t e t die Behauptung, daß durch die Schuld der Regierungsparteien den Kommunisten im Preußischen Landtag eine Schlüsselstellung verschafft worden sei. Vielmehr sei das Anerbieten der Kommunisten a b g e l e h nt worden, mit ihrer Hilfe das Landtagspräsidium ausschließlich mit Mitgliedern des Zentrums und der SPD. zu besetzen. Ebensowenig könne das Vorgeben der Reichsregierung mit der bisher nicht erfolgten Neuwahl des Ministerpräsidenten gerechtfertigt werden. Zwischen Nationalsozialisten und Zentrum bestehe Uebereinftimmung, daß diese Wahl erst nach den Reichstagswahlen vorgenommen werden solle. Im übrigen seien auch in anderen deutschen Ländern geschäffsführende Regierungen seit langem im Amt, ohne daß die Reichsregierung sich zu Maßnahmen veranlaßt gesehen hätte. Gefängnis für -ie Luther-Attentäter. Das Urteil im Roofen-Prozetz. Berlin; 22. 3uli. (WTB.) Rach mehrtägiger Verhandlung verurteilte das Schöffengericht Berlin-Mitte den Rechtsanwalt Dr. Max Roofen wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung und Vergehens gegen das Schuhwaffengesetz zu zehn Monaten Gefängnis, den Rationalökonom Werner Kertscher zu neun Monaten zwei Wochen Gefängnis. Die Verurteilten hatten am 9. April abends auf dem Potsdamer Bahnhof einen Anschlag auf den ReichsbankprLsidenten Dr. Luther verübt und ihn durch einen Schuß am Oberarm leicht verletzt. Die Tat erklärten sie damit, daß sie ihre Währungstheorie durch die Gerichtsverhandlung an die Oesfentlichkeit bringen wollten. In der Verhandlung selbst ist über Theorie aber nicht gesprochen worden, der Zweck ihres Vorgehens also nicht erreicht worden. In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Masur aus: Di« Angeklagten hätten nicht einen Anschlag auf das Leben des Reichsbankpräsidenten im Schilde geführt, sondern sie wollten ihn lediglich leicht verletzen, sie seien durchdrungen gewesen von der JdeL, daß sich die Handhabung des Geldwesens durch die Reichsbank auf Irrwegen befinde und daß ihre eigenen Ideen zum Wohle des Volkes ein« Aenderung herbeiführen könnten. Das Gericht halte sich nicht für befugt, über die Währungstechnik oder die Finanzpolitik der Reichsbank irgendein Urteil zu geben. Das Gericht bescheinige aber den Angeklagten, das sie geglaubt haben, der Volksgesamtheit durch die Propagierung ihrer Ideen zu dienen. Sie hätten aber schwer gefehlt und sich strafbar gemacht durch die Form, die sie zur Propagierung dieser ihrer Ideen angewendet hätten. Ein solches Verfahren sei b es anders gefährlich gerade in der heutigen Zeit, wo unreife Köpfe leicht durch das Beispiel der Angeklagten auf den Gedanken gebracht werden könnten, daß sie die Politik der Regierung, wenn sie ihnen nicht richtig erscheine, dadurch beeinflussen könnten, daß sie die Waffen gegen Vertreter der Regierung erheben. Die Angeklagten müßten streng be st rast werden, weil sie gesetzlose Wege gegangen seien. Darum konnte das Gericht trotz der Anerkennung ihrer lauteren Motive sich nicht auf die gesetzliche Mindeststrafe beschränken. Zwischen Ebbe un- Flui. Kleine Feriengeschichten. Von Charlie Noellinghoff. Im allgemeinen sind ja die Schauspieler rührend selbstlose und neidlose Menschen, harmlose Gemüter, für die Kollegenerfolge das Schönste auf Erden sind. Aber es gibt natürlich auch da Ausnahmen. Zwei Wochen lebte der Heldendarsteller I auf Westerland, unbestritten als größte momentan anwesende Prominenz. Dann war es vorbei mit der Herrlichkeit: der Filmliebhaber U traf ein. Und bei der ersten Begegnung meinte JE zu seinem Verehrerkreis: „Ein armes Hascheri, der gute P! ... Er sieht nicht berühmt aus, und das das einzige, wofür er bekannt ist! ..." * Das kleine Fritzchen Mielemann war noch nie an der See. Sein Erstaunen und auch fein Unwillen waren daher groß, als er zum erstenmal den Mund voll Salzwasfer bekam. Neben Fritzchens Strandburg sonnte sich ein deutscher Dichter.Diesen fragte Fritzchen: „Wieso issn das Wasser salzich?" Sagte der deutsche Dichter mit einem verträumten Lächeln: „Ach, mein Kind — das Meer ward aus den Tränen der Götter ..." Fritzchen dachte ein wenig nach und meinte: „Bloß gut, daß die bei uns zu Hause nicht auch noch alle Bäche und Seen oollgeflennt haben ..." * Hugo hat sich zu weit hinausgewagt, ohne gerade ein Schwimmkünstler zu sein. Zum Glück war ein erfahrener Wassersportler in der Nähe, der Hugo just im Moment Des rettungslosen Versinkens am Haarschopf packte. Hugo schlug wild um sich. „Verhalten Sie sich ruhig, Herr", sagte der Schwim- mer. „Legen Sie sich auf meinen Rücken — ich bringe Sie an Land!" Hugo tat, wie ihm geheißen und schrieb selbigen Abend eine Karte nach Haus, in der es hieß: „Uebrigens, wißt Ihr, was das heißt: ich bin heute eine Viertelstunde auf dem Rücken geschwommen, ohne mich dabei zu bewegen! Das macht gefälligft mal nach * Eurem Hugo." (Sines fehlt Frau Lippe in der einsamen Strandsommerfrische: die Beobachtung der Nachbarschaft und die Diskussion über diese Beobachtungen mit Frau Sied aus dem dritten Stock. Denn hier gibt es nichts zu beobachten — Frau Lippe und ihr Mann wohnen allein unter verschlossenen Nordseefischern. Und dennoch — als Herr Lippe eines Morgens erwacht, teilt ihm die Gattin funkelnden Auges mit: „Also, weißt du! ... Die ganze Nacht bin ich am Fenster gesessen! Das muß ja doll zugehen bei diesen Leuchtturmsleuten! ... Ununterbrochen ist die Treppenbeleuchtung an- und ausgegangen! ..." * Die Damen Lilli und Emmi treffen sich auf der Kurpromenade. Nach einigen einleitenden Freundlichkeiten sagt die Dame Lilli: „Sie wissen doch, heute abend ist Schönheitskon- kurrenz!" „Gewiß", sagt die Dame Emmi: „und wo gehen Sie hin?" * Du willst morgens in aller Ruhe deinen Kaffee auf der Veranda mit der Aussicht auf die See trinken. Denkste! Nebenan wird die Arie aus „Aida" von einer Damenftimme geschmettert. Mittags willst du eine Strecke scklafen. Denkste! „Freischütz." Nachmit- tags „Carmen'. Abends „Rigoletto". So ging es dem Oberbaurat Schief. Bis er sich gelegentlich der Table d'hote die betreffende Dame vorknöpfte: „Sie find unsere fleißige Sängerin, mein Fräulein?" Hold errötend nickte das Mädchen. „Hm. Sie müssen unbedingt Gesangsunterricht nehmen!" Geschmeichelt blickte das Wesen auf: „Sie meinen wirklich, Herr Dberbaurat!?" „Sicher. Es wird allerhöchste Eisenbahn, mein Fräulein!" * Herr Steuerinspektor Draht bezog ein Zimmer in der Pension „Seestern". Um sich nicht unbeliebt zu machen und um allerlei Fragen aus dem Wege zu gehen, trug er sich ins Fremdenbuch ein: Steuermann. Drei Tage später traf der Dberfteuerlnfpeftor Weiß ein, erblickte Herrn Draht, sah ins Fremdenbuch, überlegte kurz und schrieb: „Weiß, K a p i t ä n." Die Herren grüßen sich nicht. * Bergmanns waren gründlich mit ihrer Ostseepension reingefallen. Es gab immer wieder Flundern mit Beigeschmack. Und den ganzen Tag spielte immer wieder ein altersschwaches Grammophon. Und eines Tages, nach dem Essen, sagte Herr Bergmann zu seiner Gattin seufzend: „Erna, ich glaube, heute mittag haben wir die Grammophonplatten gegessen und jetzt spielen sie die alten Flundern ..." Ein toller Banditenstreich. Ein mit verwegener Frechheit ausgeführter Raubüberfall, der aus Berlin zu berichten ist, bestätigt die von Sachkennern oft geäußerte Ansicht, daß es in Deutschland noch viele Geldhamster gibt, denen das Geld im Schrank sicherer erscheint als auf der Bank. Ein aus Polen zug«- wanderter Schneidermeister betrieb in Reukölln eine Werkstatt, die ausnahmsweise gut florierte, denn der Pole war in den Kreisen seiner Landsleute sehr bekannt und fand hier Kunden genug, die sich trotz der Wirtschaftskrise Maßanzüge leisten konnten. Seine Kundschaft hatte zum Teil, was Gelderwerb betrifft, keine Skrupel, aber sie zahlte gut. Eines Morgens gegen fünf Uhr klopfte es energisch an der Wohnungstür des Schneidermeisters. Eine barsche Stimme rief: Oeffnen! Kriminalpolizei! Der polnische Schneidermeister hatte, ebenso wie ein Teil feiner Kundschaft, einigen Grund, gegenüber Kriminalbeamten sehr zuvorkommend zu sein, denn er ist in eine Paßaffäre verwickelt. Das wußten offenbar die Räuber. Sie sagten nämlich dem Schneidermeister, daß er in Potsdam einem Paßfälscher gegenübergestellt werden solle und daher mitkom- men müsse. Außerdem sei eine Durchsuchung feiner Wohnung angeordnet. Die Räuber durchsuchten alle Schränke und Kommoden und fanden in Winkeln versteckt 2 7 00 Mark in deutschen Geldscheinen und 300 Dollar. Sie erklärten das Geld für beschlagnahmt. Inzwischen hatte sich der Meister angekleidet. Die „Beamten" nahmen ihn in ihre Mitte und verliehen die Wohnung. Auf der Straße stand ein Auto bereit. 3n rasender Fahrt ging es in Richtung Potsdam. Kurz vor Potsdam bog das Auto von der Chaussee ab und fuhr in den Wald. Der Pole schöpfte nun Verdacht und rief um Hilfe. Die Kriminalbeamten zogen ihre Revolver, ließen den Wagen halten und stießen den Schneider aus dem Wagen heraus. Der Schneider war aber hartnäckig, er klammerte sich an die Kofferbrücke des davonfahrenden Wagens und stieß gellende Hilferufe aus. Einer der Räuber drückte den Revolver gegen den Schneider ab. Die Waffe versagte. Dann nahmen die Verbrecher den Kolben und schlugen auf Kopf und Hände ihres Opfers ein, um den verzweifelt kämpfenden Mann zu zwingen, den Wagen loszulassen. Ein Schlag raubte ihm die Besinnung, das Auto war frei und verschwand. Später fand ein Chauffeur eines vorüberfahrenden Autos den Polen in seinem Blute liegend auf. Von den Verbrechern fehlt jede Spur. Der polnische Schneider ist seiner ganzen Darschaft beraubt und wahrscheinlich wird eine weitere Folge für ihn sein, daß er in eine Devisenaffäre verwickelt wird, denn sein Besitz an Dollarscheinen verstößt gegen die Devisenordnung. Prozeß um einen Ziegenbock. Es droht ein Prozeß von unübersehbarer Tragweite. Ein Prozeß um einen Ziegenbock. Zwischen der Stadt Deidesheim und der Stadt Lambrecht in der Pfalz besteht noch vom mittelalterlichen Weiderecht her ein Vertrag, wonach die Stadt Lambrecht der Stadt Deidesheim jährlich einen Geißbock zu liefern hat. Da Deidesheim den Bock nicht im städtischen Besitz halten will, wurden die Böcke seit Hunderten von Jahren alljährlich am Pfingstdienstag versteigert. Die Geihbockversteigerung entwickelte sich im Lause der Zeit zu einem Volksfest, zu dem die^Bauern aus der ganzen Umgegend in die Stadt kamen, hier chre Sommereinkäufe tätigten, sich amüsierten und also Geld nach der Stadt brachten. Das soll nun alles aus fein. Der Magistrat Don Lambrecht muß auch sparen und die Stadtverordneten sind der Ansicht, daß der Geih- bock, der jedes Jahr nach Deidesheim geliefert werden müsse, den städtischen Haushalt zu sehr belaste und gestrichen werden könne. Den Deidesheimern liegt wahrscheinlich nicht viel an dem Ziegenbock, aber auf die Einnahmen aus dem Volksfest wollen sie nicht verzichten und daher brauchen sie den Ziegenbock zur Versteigerung. Die von Stadt zu Stadt geführten Einigungsverhandlungen blieben ergebnislos und der Stadt Deidesheim bleibt, wenn sie sich nicht selber einen Dock anschaffen will, nichts anderes übrig, als die Stadt Lambrecht auf jährliche Lieferung eines Geihbocks zum Zwecke der öffentlichen Versteigerung mit anschließender Volksbelustigung zu vervageiz. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 23.3uli 1932. Don der Landesuniversität. Die Pressestelle der Universität Gießen teilt mit: Der Ordinarius an der Universität Greifswald Dr. E. Dley hat den an ihn ergangenen Ruf als Rachfolger des nach Leipzig gehenden Prof. Dr. Rosenberg angenommen. — Dem Assistenzarzt an der Medizinischen Universitäts-Klinik Dr. R e n 6 du Mesnil de Rochement wurde bei der Medizinischen Fakultät unserer Landesuniversität die venia legendi für das Fach der Inneren Medizin und Strahlenheilkunde in Innerer Medizin erteilt. *• Der Derwaltungsausschutz beim ArbeitsamtGiehen. Der Hess. Minister des Innern (Arbeit und Wirtschaft) hat nach der Verordnung zur Vereinfachung und Verbilligung der Arbeitslosenversicherung u. a. auch den Derwal- tungsausschuß beim Arbeitsamt Gießen umgebildet und folgende Herren zu Vertretern bzw. Stellvertretern bestellt: Vertreter: Bürgermeister Dr. S e i b, Gießen: Beigeordneter Kling, Dad- Rauheim: Regierungsrat Grein, Gießen (Kreisamt): Regierungsrat Dr. Loh, Büdingen (Kreisamt): Bürgermeister Dr. V ö l s i n g , Alsfeld: De- gierungsrat Ranz, Lauterbach (Kreisamt). Stellvertreter: Bürgermeister Dr. Seyd, Friedberg: Bürgermeister Walz, Lauterbach: Regierungsrat Schwan. Schotten (Kreisamt): Regierungsrat Dr. Mever, Friedberg (Kreisamt): Bürgermeister Goy, Heldenbergen: Bürgermeister Fendt, Hungen. ** Keine SA. -Kundgebung am nach, sten Sonntag. Bon der Kreisleitung der NSDAP, hören wir: Infolge des Demonstrations- Verbots der Reichsregierung findet die für nächsten Sonntag vorgesehene SA.-Kundgebung der Stan- barte 116 in Gießen nicht statt. Aus dem gleichen Grunde fällt auch die geplante Versammlung in der Volkshalle aus. " Museen und Heidenturm sind cvm Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Eintrittspreisen geöffnet. ** Einziehung der hessischen Nota» r i a t s k o st e n. Der hessische Notar-Verein teilt uns mit: Nach der neu erlassenen Hessischen Notariats, vollzugsordnung vom 20. Juni 1932 müssen die des. siechen Notarsgebühren, die als gemeinschaftliche Ge- bühren des Staates und des Notars erhoben werden und die zum größten Teil — zur Zeit bis zum Höchstsatz von 80 Prozent — dem Staate zustehen, samt den Auslagen beschleunigt eingezogen werden. Jeder Notar muß, falls die Kosten nicht alsbald nach Rechnungserteilung bezahlt werden, Mahnung mit Frist von höchstens einer Woche ergehen lassen. Er» folgt in dieser Frist die Zahlung nicht, so ist er verpflichtet, die Kosten vollstreckbar festzusetzen und sie beizutreiben. In Ausnahmefällen darf er dann noch eine gewisse Stundung eintreten lassen. Gcingerfestun- deutschesVolksium. Bekenntnis zum Einheitsgedanken. — Oeutschstämmige Verbundenheit über Ländergrenzen und Meere hinweg. WSD. Frankfurt a. M., 22. Iuli. Nachdem gestern abend die Berliner Sänger eingetroffen Wauen, folgten im Laufe des Freitagvormittag Sänger-Sonderzüge aus Kiel, Basel, Wien, Kassel, Saarbrücken, Offenburg, Hannover, Bremen, Essen, Cottbus, Stuttgart, Düsseldorf, Tübingen, Friedrichshafen, Zweibrücken, München und Rürnberg. Damit dürften die in Frankfurt erwarteten 40 000 Sänger so ziemlich zur Stelle sein. Der heutige Tag wurde mit einer eindrucksvollen Feier in der paulskirche eingeleitet. Die Feier galt dem deutschen Einigungsgedanken. Die Festrede hielt der Borsihende des Festausschusses. Rechtsanwall Dr. Hermann (Frankfurt a. 211.), der die Geschichte jener Zeit umriß, in deren Mittelpunkt die Paulskirche stand. Linker Rutz- anwendung auf die heutige Zeit betonte der Redner, daß die Einheit auch heute nicht bestehe, solange man widernatürlich unfern Volkskörper in zwei Teile zerrissen und lebenswichtige Teile aus ihm herausgeschnitten habe, solange man unsere Brüder an der Saar vom Mutterlande fernhalte und die Vereinigung mit den österreichischen Stammesbrüdern gegen die Stimme der Vernunft und des Blutes hindern wolle. Solange noch diese Wunden bluteten und unser Volk mit der Kriegsschuldlüge behaftet sei, könnten wir keinen wahren Frieden anerkennen. Wie in der Zeit des Werdens unserer nationalen Einheit, so gehöre auch heute und immerdar in selbstloser und selbstverständlicher Pflichterfüllung das Herz und das Lied des deutschen Sängers dem deutschen Vaterlande und der deutschen Volksgemeinschaft. Der Obmann des Oesterreichisch-Deutschen Dolks- bundes Wien, Generaldirektor Dr. Hermann Reubacher legte ein begeistertes Bekenntnis für den A n s ch l u ß g e d a n k e n ab. Er erklärte u. a.: Während ich hier aus tiefstem deutschen Herzen für Großdeutschland spreche, soll Deutschöster» reich in einem Augenblick drängender Wirtschaftsnot neuerlich die Bekräftigung einer verhaßten außenpolitischen Bindung gegen Großdeutschland abgezwungen werden. Vergessen wir in dieser Not des Tages nicht, daß die Geschichte die größeren Zeit- räume der Erfüllung über Freud und Leid, Un« gemach und Widerspruch vieler Tage spannt, ver- gessen wir das größte Ziel nicht und nicht die ernste Pflicht, für das größte Ziel täglich einzutreten. Lassen sie mich in dieser ernsten Stunde im Namen der alten Ostmark des heiligen römischen Reiches deutscher Nation sagen: wir werden niemals ermüden, wir werden uns niemals ergeben, wir werden niemals daran zweifeln, daß wir mit euch Großdeutschland und ein besseres Europa erkämpfen werden, in dem das deutsche Volk zum Wohle der Menschheit frei und stark seiner geschichtlichen Sendung leben kann. Die Feier war umrahmt von drei Werken, die in der Paulskirche ihre Uraufführung erlebten: „Aus dem deutschen Parnaß" (Goethe) von Bodo Wolf, „Greven der Menschheit" (Goethe) von Wilhelm Rinkens und „Mahnung" (Willi Vesper) von Otto Jochum. In der dichtbesetzten Frankfurter Festhalle fand eine denkwürdige Volksdeutsche Weihestunde statt. Nach der Begrüßungsansprache des stellv. Vorsitzenden des Deutschen Äingerbundes, Rektor B r a u n e r - Berlin, dessen Gruß namentlich den aus dem Auslande erschienenen deutschen Sanges- brüdern und den Rednern des Tages galt, sprach Reichsinnenminister Freiherr von Gayl. Er überbrachte die Grüße des Herrn Reichspräsidenten für die in Frankfurt a. M. versammelten Sänger, namentlich für die aus dem Auslande herbeigeeilten Deutschen, die damit ihre unverbrüchliche Anhänglichkeit an die alte Heimat unter Beweis stellen wollten. Der Minister betonte weiter, daß er auch der Ueberbringer einer guten Botschaft sei, da er nämlich die Mitteilung machen könne, daß mit Rücksicht auf die hohe kulturelle Dedeu- tu na des deutschen Liedes und den friedlichen und künstlerischen Charakter des 11. Deutschen Sängerfestes ab Sonntag, den 24. Juli die Notverordnung, betreffend das Demonstrationsoerbot insoweit aufgehoben werde, als es sich um Umzüge künstlerischen und ähnlichen Charakters handelt. Danach beständen also keine Hindernisse mehr für die Durchführung des großen Sängerfestzuges am Sonntagnachmittag. (Diese Mitteilung löste großen Beifall bei den Zehntausenden, die die weite Halle füllten, aus.) Die Reichsregierung lehne es ab, in dieser Notzeit Feste zu feiern. Wenn sie an der Tagung des Sängerbundes dennoch teilnehme, so geschehe es deshalb, weil es sich hier nicht um eine eigentliche Feier, sondern um eine Veranstal« tung von volkspolitischem Wert handele. Die deutschen Volksgenossen, die aus allen Teilen der Welt nach Frankfurt gekommen seien, sollten in dem Bewußtsein gestärkt werden, daß sie zu uns gehörten, was auch immer kommen möge. Für das Deutschtum in Liebersee hielt bann Dr. Gotthard F. Seyffarth (Brooklyn) eine Ansprache, in der er hervorhob: Wenn wir auch unter verschiedenen Regierungen leben und wenngleich unser tägliches Leben als Resultat der fremdländischen Llmgebungen und der Lebensgebräuche dieser Rationalitäten auch in vielen Beziehungen grundverschieden ist, so macht sich dennoch ein Gefühl überall gleich bemerkbar: Die Liebe zu der Heimat unserer Väter und zum deutschen Volke! Lind was ist es, was diesem Gefühle Vorschub leistet, unzerstörbar in unseren Herzen aufbaut und erhält? Cs ist das einfache und doch unvergleichlich herrliche deutsche ßieö. Wo immer sich einige Deutsche oder selbst deren Kinder zusammenfinden, da singen sie die alten trauten Weisen. Wir Sänger haben immer in erster Linie gestanden, wenn es galt, die Ehre des deutschen Ramens zu schützen. Die deutsch- amerikanischen Gesangvereine haben unter der Kriegshetze mit am schwersten gelitten, weil ihre Wesensart offenes und lautes Bekennen zur deutschen Muttersprache und zum deutschen Lied bedingen muß. Wenn uns auch Länder und Meere trennen und wir politisch anderen Ländern in Treue untertan sind, so besteht für uns immer noch die Stammesver- wandtfchaft und die enge Verbundenheit des Wesens, des Gemüts und des Geistes. Deshalb begrüßen wir euch, liebe Volksgenossen, an dieser Stätte, wo der größte Deutsche, Goethe, das Licht der Welt erblickte, mit dem stolzen Bekenntnis: Auch wir sind deutschen Blutes! Für die deutschen Volksgruppen in Europa außerhalb der deutschen Grenzen ergriff darauf Landrat a. D. Raumann (Posen) das Wort. Er führte u. a. aus: Wir sind gekommen, um Seite an Seite mit unseren staatlich geeinten Brüdern aus dem Reiche und aus Oesterreich, und mit denen von Liebersee im Zeichen des deutschen Liedes Zeugnis abzulegen für die Einheit unseres Volkes. Die Mehrheit unseres Volkes steht vielleicht erst am Anfänge der dämmernden Erkenntnis, was es für uns bedeutet, allen Grenzen zum Trotz ein Volk zu sein: Volk als eine Einheit, die mehr ist und mehr fein will, als der bloße Sammelname einer bestimmten Gattung des Menschengeschlechts. Richt mehr gestoßen und getreten taumeln wir in Gruppen und Grüppchen vorwärts, sondern wir schreiten in geschlossenen Reihern frei, erhobenen Hauptes, den Blick aufs höchste Ziel gerichtet. Für bas Volk ber deutschen Staaten sprach zum Schluß Reichsminister a. D. Dr. Geßler. Er führte u. a. aus: Wir sind in den letzten Jahren auf dem Wege zu einem deutschen Volks- b e w n ß t s e i n ein gutes Stück weitergekommen. Wenn jemand vor dem Kriege in die Fremde ging, bann wurde er von der Heimat häufig als eine Art verlorener Sohn angesehen. Jeder Ausländsdeutsche aber, der heute in die Heimat kommt, wird bald erkennen, daß hierin eine große Wandlung eingetreten ist. Der Deutsche aus dem Auslande wird heute durchweg als Volksgenosse angesehen. Immer selbstverständlicher wird die Pflicht empfunden, sich um das Auslandsdeutschtum zu kümmern und dort helfend einzuspringen, wo die Rot und die Gefahr der Entnationalisierung besonders groß sind. Schon der Weltkrieg hat diesen Gesinnungswandel eingeleitet. Wir Deutsche aus dem Reiche und aus Oesterreich, aus den Grenzgebieten des deutschen Volksbodens, aus den rings in Europa umbrandeten Inseln deutscher Sprache und deutscher Lebensgesittung bekennen uns in dieser Stunde mit voller Entschlossenheit zu unserem Schicksal und unserer Aufgabe. Wir erheben unsere Hande und geloben: in deutscher Not und Werkgemeinschast drinnen und draußen wollen wir den Sinn der Geschichte, die große Aufgabe der Gegenwart, erfüllen als treue Diener am Werke der deutschen Zukunft. Die Feier war umrahmt von gesanglichen und musikalischen Vorträgen. Sensationen -er Hnndsiage. Aus den Kinderjahren des Kinos. — ^Deutsches Kettner-Oerby 1932' Berlin, fcm Iuli. Als sie noch Vollbärte trugen... Der alte Mar Liebermann hat bas einmal gesagt: „Gleich wo bie Begabung aufhört, geht ber Stil los." Aber wir wollen vorläufig noch nicht von ber Kunst, sondern vom Wetter sprechen. Llnb ba gibt es tatsächlich eine Parallele für biesen schönen Ausspruch, eine Parallele in ber Tat: wo bie Kunst aufhört, ba fängt (Anfang Iuni ober Iuli) bie Hitze an, und wo bie Hitze losgeht, ba passieren am Raube bes Berliner Kunstbetriebes allerlei merkwürdige Rebenerscheinungen, die, bei 36,9 im Schatten, dem Mitbürger durchaus der Beachtung wert scheinen. Filmpremiören gibt es zu dieser Iahres- zeit bekanntlich kaum noch. Dafür treibt eine absonderliche Art von Filmwissenschaft im Hinterzimmer einer Dchnell-Imbißstube des Berliner Westen schillernde Blüten. Da hat man, an Hand von vergilbten Photos aus den ehrwürdigsten Filmarchiven eine kleine Ausstellung zurechtgezimmert, die fünfzehn Minuten rund um die gesamte Entwicklung des Filmes in den letzten zwanzig Jahren führt, wobei sie besonders bei den etwas ausgelatschten, darum aber nicht minder rüHrenden Kinderschuhen des FilmS liebevoll verweilt. Mein ©ott, wenn wir dies alles doch noch einmal mit wachem Bewußtsein erleben könnten! Diese Zeit, als Kino noch nicht Kino war, sondern Kintopp, in einer Iahrmartsbude abgerollt, oder in einem kleinen Raum, zu dem man sich ■'ben Eintritt in Form eines Groschens teuer erkämpft zu haben glaubte. Mit Kunst hatte dies alles damals noch nichts zu tun, die offiziellen Propheten dieses weihevollen Wortes wanden sich mit Schaudern, wenn sie das Wort „Film" hörten. Die Mentoren ber b am als aufkommenben Bewegung waren meist gerabewegs aus ben Rummelplätzen herausgewachsen, sie nannten sich nicht mehr Panoptikumsbesiher, sie führten nicht mehr „original lebenswahre Photographien", bie sich erstaunlicherweise von selbst bewegten, vor, sondern sie nannten sich stolz und selbstbewußt „Filmdirektoren", saßen bereits auf echten Klubsesseln und sogen an dicken Zigarren. Aber schön war sie doch, diese Zeit ... Wen es damals nicht alles schon gab! AstaNiel- s e n als Backfisch, Harry Liedtke als ach so grünen Jüngling, Curt Bois im Wickelkissen, Emil 3 a n n i n g s als jugendlichen Höhlenmenschen, Ernst Lubitsch als ängstlichen Stift in einem Konfektionsgeschäft. Der junge Mann in der Toga, mit dem rosa Stirnbändchen und der Leidensmiene — er sieht wahrhaftig aus wie ein Damenimitator in Zivil — ist jahrelang ein Publikums- liebling gewesen, heute ein älterer Herr und Bonvivant. In irgendeiner Ecke taucht, mit Pech und Schwefeldampf, Fritz Kortner auf, als „Sata- nas". Er trägt eine tolle Perücke, die wohl ägyptisch sein soll, und ein herausforderndes Wesen zur Schau. Und was er spricht, ist Geißel, und was er schreibt, ist Blut. Passen Sie mal auf! Gleich wird er, aus purem Spaßvergnügen, den nubischen Sklaven, rechts in der Ecke auf diesem bacchantischen Familienphoto, enthaupten lassen. Schon zuckt der kleine Finger seiner linken Hand. Gleich wirb er mit demselben winken! — Unter diesen Umständen kann man es durchaus verstehen, daß in dieser Ausstellung Regenschirme und Stöcke an der Garderobe abgegeben werden müssen. Was aber denken Sie wohl, wer diesem finsteren Helden gegenüber hängt? Ein Weltmann, ein Globe- trotter wie noch nie, seine Brust bedeckt ein b l o n- der Rauschebart, seinen sehnigen Leib ein langer Paletot mit Samtkragen, seinen Kopf ein rundes Hütchen. Man sieht es ihm an, daß er gerade eben mit kühnem Sprung vom Führersitz seines Automobiles — das im Hintergrund, wie eine Schiffsschaukel anzusehen, zittert und bebt — her- abgefprungen ist, um irgendeinem Schurken an irgendeine Gurgel zu fassen. Sag, wer mag das Männlein sein? Nun, niemand anderes als Hans Albers, der von der Pike auf den Werdegang des deutschen Filmes verfolgt hat. Damals hatte er gerade klein angefangen, nämlich mit einem Vollbart. Heute jedoch, wo er groß als Liebling der halben Well dasteht, trägt er sich zwar nicht minder wild, aber zum Tröste doch glattrasiert. Und bann bekommen wir noch, für weniges Geld, ein paar Gratiszugaben: die Kurzfilme „Mutter, dein Kind ruft", „23 o n Stufe z u Stufe — Glück und Ende einer Probiermamsell" und wenn es hoch kommt, als schaurigstes Erlebnis, den Film von den Augen der Mumie Ma... Kellner rennen um die Wette. Im Osten Berlins gibt es noch ein altes Theater, das zu den lebendigsten und hübschesten Einrichtun- gen der Stadt gehört. Dort residiert seit vielen Jahren Familie Rose, Urahne, Großmutter, Mutter und Kind, und spielt Theater. Manchmal machen sie sogar mit dem Theaterspielen ernst, und bann kommen gute, saubere, den besten Berliner Bühnen ebenbürtige Ausführungen etwa eines Dramas von Gerhart Hauptmann heraus. Jedoch im Sommer zieht sich die Familie auf die Linie des geringsten Widerstandes, in Form von Operetten, zurück. Und sind gar die Hundstage hereingebrochen, bann findet das Theater wegen günstiger Witterung nicht im Saale, sondern im (Sorten statt. Dieser Rose-Garten ist ein bezaubernder Aufenthaltsort. Unter dicken alten Bäumen sitzt man, schlürft seine Weiße mit Himbeer, zuweilen schreien Kinder, zuweilen irren Mütter, zuweilen fragt eine kleine, piepsige Stimme gedankenvoll in eine Stille hinein: „Mutti! Was macht denn der Mann da oben?" Und der Mann da oben, der nicht nur ein Mann, sondern auch ein Komiker ist, verbeugt sich gerade und beginnt ein neues Couplet mit vierund- dreißig Strophen in der Art des verstorbenen Otto R e u 11 e r, bloß ins Berlinerische übersetzt, vorzutragen. Nach jeder Strophe, jeder Pointe, macht er eine kleine Pause. Die Leute unten sollen Zeit haben, zu lachen. Und der Jubel unten will kein Ende nehmen. Neulich hat die Familie Rose zu einem richtiggehenden Gartenfest eingeladen. Da gab es einen feierlichen Mahn aus dem Berliner Westen, der eine Rede an das „Volk" hielt. Und dann folgte fo etwas wie eine richtige Bühnenschau. Aber damit gab sich die rührige Familie keineswegs zufrieden. Der Höhepunkt der Veranstaltung war das „deutsche Kellner-Derby 1 9 3 2". Was in aller Welt ist das? Mehrere Herren, erhitzt, im Frack, eine große Nummer auf dem Rücken, traten zum Start an. Jeder hielt in feiner Hand ein bis zum Rand gefülltes Tablett mit Tellern, Schüsseln, Gläsern, Flaschen. Dann hieß es: Achtung, bann hieß es fertig, bann hieß es: los. Und diese Herren, obwohl es doch ganz gewiß ohnedies schon recht heiß war, stürzten auf einen erschreckenden Böllerschuß hin auf und davon. Dreimal um das nächste Karree, wie von der Tarantel gestochen, geht die Fahrt. Der große, dürre Ober hat gerade den kleinen dicken überholt. Seine Augen glänzen, Schweiß perlt auf seiner Stirne, mit seinen fliegenden Frackschößen sieht er aus wie ein Komet auf Reisen. Halsbrecherisch fegt er um alle Ecken. Die Gläser auf dem Tablett schaukeln bedenklich. Er wird das Rennen machen, ganz gewiß. Denn dem Kleinen ist scheinbar inzwischen die Puste ausgegangen, und das Publikum nimmt schon fühlbar Anteil und Partei für den Spindel- Dürren. Dreimal hoch — ein rauschender Tusch ... der Ober aus dem kleinen Familienrestaurant, das kein Mensch kennt, ist tatsächlich als erster durchs Ziel gegangen. Rachyer gibt es die Preise. Eine Plakette ist dabei, e'n Zwanzig-Mark-Schein, ein Gutschein für ein Souper zu zwei Personen bei Kempinski. Dieses Souper hat der Oberkellner eines kleinen vegetarischen Restaurants gewonnen. Man glaubt es gar nicht, wenn man ihn sieht, daß er überhaupt imstande wäre, um die Wette zu rennen. Am nächsten Samstag aber wird er seinen Frack ausziehen, er wird in seinem besten dunklen Anzug mit seiner Frau oder seiner Braut in dem großen Restaurant sitzen und vielleicht ab und zu mißtrauisch nach den Bewegungen des Kellners sehen, der ihn bedient. Dieser Dilettant! Wie kann er das nur so machen? Wo man doch den Fisch rechtsherum reicht! Aber hoffentlich wird er trotzdem seine Freude daran haben. Buntes Allerlei. Oer spanische Goldmacher. In Spanien hat die Rachricht ungeheures Aussehen erregt, daß es dem Chemiker German Botella aus Alicante gelungen sei, Gold aus Quecksilber zu gewinnen. Das spanische Finanzministerium beauftragte eine Sachverständigenkommission mit der Rachprüfung der Experimente Botellas. Es verlautet, daß die Versuche überraschend gut geglückt seien. Lim die Möglichkeit auszuschalten, daß man wieder auf einen Goldmacherschwindel hereinfällt, war Botella bei den Rachprüfungen nicht zugegen, auch seine Apparate und sein Material wurden nicht benutzt. Man fertigte neue Apparate an. Es soll gelungen sein, aus Quecksilber reines Gold zu gewinnen, und zwar rund 50 Prozent des Quecksilbergewichts. Daß es möglich ist, auf chemischem Wege Gold zu gewinnen, ist der Wissenschaft längst bekannt. Don der Goldgewinnung auf künstlichem Wege mußte aber Abstand genommen werden, weil das künstlich gewonnene Gold sich viel teurer stellen würde als natürliches Gold. Botella behauptet aber, daß das von ihm gewonnene Gold nur den fünften Teil des jetzigen Weltmarktpreises kosten würde. Solange das offizielle Gutachten der Sachverständigenkommission noch aussteht, wird das Verfahren Botellas vielfach sehr skeptisch beurteilt. Hält das Verfahren jeder Rachprüfung stand, dann würde Spanien mit einem Schlage das reichste Land der Erde sein, denn es verfügt über die reichsten Quecksilbergruben der Welt. Das Raketenschiff. Um bie Experimente mit ben Raketenwagen ist es ziemlich still geworden. Dafür hören wir jetzt von einem Raketenschiff. Auf der Weser werden Versuche mit einem Schiff unternommen, bas eine ganz neuartige Antriebsmethode zeigt. Das vor dem Schiff liegende Wasser wird aufgesaugt und hinten mit großer Wucht abgestoßen. An den Seitenflächen des Schisssrumpfes find Kanäle eingeschnitten, bie große Wassermengen aufnehmen können. Das an- gesaugte Wasser wird am Heck durch drei Dusen mit großer Kraft ausgestoßen. Durch den Rückstoß wird das Schiff vorwärts getrieben, wie beim Raketenwagen. Auch der Tintenfisch bewegt sich auf diese Weise vorwärts. Das Schiff soll eine sehr hohe Fahrgeschwindigkeit entwickeln. Eine Kreilust-Bibliothek. Eine sehr glückliche Reu-Einrichtung ist in einem schattigen Winkel des herrlichen Parks der Villa Borghese zu Rom geschaffen wordön. Hier hat man nämlich unter den Bäumen einen Holzpavillon errichtet, in dem sich etwa 1000 Bücher befinden. Diese sind sorgfältig ausgewählt, um allen Wünschen der Besucher des Parks Rechnung zu tragen. Ieder kann hier sich ein Werk entleihen und es in den Garten mitnehmen, um es behaglich auf einer der bequemen Bänke zu lesen. Die Verwaltung hat diese Freiluft-Dücherei eröffnet, um den Einwohnern Roms Gelegenheit zu bieten, den Aufenthalt im Freien möglichst nutzbringend zu verwenden. Andere solcher Freiluft-Büchereien sollen folgen. (Sfraffammer Gießen. * Gießen, 22. Juli. Ein auswärtiger Maurer war von dem Amtsgericht Gießen wegen versuchten Betrugs zu einer erheblichen Geldstrafe verurteilt worben, weil er eine Bescheinigung seines Arbeitgebers (seines Schwiegervaters) mit falschen Angaben über Arbeitszeit und Lohn zwecks Erlangung der Arbeitslosenunterstützung einüereicht hatte. Aus demselben Grunde waren zwei Bergleute von dem Amtsgericht Gießen bestraft worden. Sülle Urteile wurden b e ft ä t i g t. Ein Kaufmann war von dem Amtsgericht Friedberg wegen Unterschlagung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er einen ihm zur Einlösung eines Wechsels übergebenen Geldbetrag für sich verbraucht habe. Heute wurde er dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend freige- sprachen, da sich neuerdings erhebliche Zweifel an feiner Schuld ergeben hatten. Sin Kutscher von Bad-Nauheim war von einem Polizeibeamten angezeigt worden und hatte diesem in der Verhandlung, während das Gericht sich zur Beratung zurückgezogen hatte, Meineid vorveworfen. Wegen Beleidigung hatte er drei Monate Gefängnis erhallen. Seine Berufung war ohne Erfolg. Bei der vorjährigen Kirchweih in Ockstadt war es nachts zu einem Streit zwischen jungen Leuten gekommen, bet dem einer von ihnen durch Messerstiche verletzt wurde. Das aufbrei Wochen Gefängnis lautende Urteil wurde bestätigt. Ö.J.-fpori Oeuischtan- - LlGA. 1:1. von Lrannn gewinnt — prenn unterliegt ehrenvoll. Der gestern nachmittag begonnene Davispokal- komps Deutschland—USA. im Roland Garros- Stadion zu Paris brachte gleich im ersten Spiel eine Riesenüberraschung. Alnfer zweitbester Spieler Gottfried von Gramm brachte es nämlich fertig, den amerikanischen Zweiten Frank Shields in einem Diersatzkampf zu schlagen. Sn einem ganz hervorragendem Spiele gewann von Gramm den ersten Sah mit 7:5, mutzte aber den zweiten mit dem gleichen Ergebnis an Shields abgeben. Zu Anfang des dritten Satzes schien es, als sei von Gramm entmutigt. Er mutzte den Amerikaner bis zu 4:2 davonziehen lassen. Dann aber fand sich der Deutsche wieder und gewann in ganz grotzem Stile vier Spiele hintereinander und somit den Satz mit 6: 4. Der vierte Sah dauerte fast eine Stunde und brachte fast nur Grundlinienspiel, da von Gramm sehr auf Sicherheit ausging. Gramm gewann schlietzlich auch diesen Satz mit 8:6. Mit 7:5, 5:7, 6:4, 8:6 trug von Gramm einen schönen und' verdienten Erfolg über den starken Amerikaner davon. Das zweite Spiel Prenn—Dines zeigte einen unerwartet zähen Widerstand des Deuts ch e n gegen den amerikanischen Meister und Wimbledon-Sieger. Die ersten beiden Sätze gingen mit 6:3, 6:3 an Dines. Der dritte Satz aber sah Prenn in fabelhafter Form, so dah Dines keine Chance hatte und den Satz mit 0: 6 verlor. Auch im vierten Sah gewann Prenn noch drei Spiele hintereinander, dann waren aber die Reserven des deutschen Spitzenspielers erschöpft und Dines konnte auf 5:3 davonziehen. Roch einmal ritz sich Prenn zusammen und konnte auch noch ein Spiel gewinnen, dann sicherte sich jedoch Dines mit Dvmbenausschlag den Satz und das Match. Mit 6:3 6:3, 0:6, 6:4 hat also Prenn sehr ehrenvoll verloren. Sportplatz 1900: Tag der Leichtathleten. 11. Nationale Wettkämpfe. - Deutsche Meister und Landesmeister am Start. Lieber 20 Vereine vertreten. Die Spielvereinigung 1900 hat es trotz aller Nöte und Schwierigkeiten der Gegenwart unternommen, auch in diesem Jahre die nun längst traditionell gewordenen nationalen leichtathletischen Wettkämpfe zu veranstalten. Das Meldeergebnis bleibt erfreulicherweise hinter dem des Vorjahres kaum zurück. Die qualitative Besetzung ist auch nicht geringer zu bewerten, denn verschiedene Landesmeister (auch ein Deutscher Meister) sind am Start. Die Tradition der Veranstaltung war sicherlich nicht zuletzt ein Anreiz für die Sportler der näheren und weiteren Umgebung. Köln ist vertreten, aus Frankfurt und Kassel haben je drei Vereine Meldungen abgegeben, Dortmund-chörde, Marburg, Weilburg, Wetzlar, Diez, Langen, Darmstadt usw. sind mit einigen Leichtathleten zur Stelle. Die Gießener Vereine Mtv., OSC. und naturgemäß die Spielvereinigung stehen mit starken Aufgeboten in den Wettbewerben. Man verspricht sich spannende Kämpfe, gute und beste Leistungen, man hofft auf gutes Wetter, guten Besuch, man wird sich bei der Spielvereinigung außerdem bemühen, der Veranstaltung einen glatten Verlauf zu ermöglichen und sie damit unterhaltsam zu gestalten. Am Sonntag um 10.15 Uhr beginnen die Vorkämpfe, um 15 Uhr die Entscheidungen. Bewährte Kampfrichter stehen zur Verfügung; die Vorbereitungen find auf das Beste getroffen. An Hand des Programms, an Hand auch der ständigen Mitteilungen durch das Megaphon kann jedermann leicht den Wettkämpfen folgen. Oie Prominenz... Zur Veranstaltung haben, wie schon erwähnt, verschiedene erstklassige Vereine ihre verfügbaren besten Kräfte gemeldet. Wir nennen: Debus - Köln (ASD.), Deutscher Meister im Steinstoßen (über 10 Meter), westdeutscher Meister im Stein- und Kugelstoßen (Kugelstoßen gut für 14 Meter). Kilo- Wetzlar (VfL.), ist in unserer engeren Heimat und darüber hinaus gut bekannt als ein kommender Sportler. Bei den Deutschen Meisterschaften wurde er im Diskuswerfen Zweiter. Im Kugelstoßen ist er ein beachtlicher Gegner. Berg- Frankfurt (IG.), ist ein ebenfalls noch in der Entwicklung begriffenes Talent. Er wurde Süddeutscher Meister im Kugelstoßen, bei den Deutschen Meisterschaften Dritter hinter Hirschfeld und Ling- nau. Eldracher und Mährlein- Frankfurt (Eintracht), sind Sprinter bester Klasse. G l a g o w s k y - Dortmund-Hörde, ist einer der besten westdeutschen Mittelstreckler. Haag- Darmstadt (Sportverein 98), ist ein ausgezeichneter 5000-Meter-Mann. Oie Wettbewerbe - die Aussichten. Klasse I. Die Wettbewerbe werden in drei Klassen ausgetragen. Sn Klasse I sind vorgesehen: 100 Meter, 200, 800, 5000 Meter und eine 4 mal 100- Meter-Stasfel. Außerdem Hochsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen >und Stabhochsprung. Heber 100und 200Meter sollte sich ein spannender Kampf zwischen Eldracher, Mährlein, Maerten- Darmstadt, W. Müller 1900 und Fernau MTV. ergeben. Die Sprinter von Hessen, Preußen und Turngemeinde Kassel sind beachtenswerte Gegner. Favoriten sind die beiden Frankfurter. Ein schweres Rennen erwartet man über 800 Meter. Glagowsky, Schilling (Eintracht), die Kasseler Rietz und Tölle, die 1900er Peters und Bcp- perling treten hierzu an. Favorit: Glagowsky. Ein kleineres Feld stellt sich über 5000 Meter dem Starter. Hier wird sich ein Zweikampf zwischen Haag und Schaaf ergeben. Ferner laufen Gerhard 1900 und Grölz OSC. Gießen. Sn der 4X100-Meter-Staff el wird die in vielen Kämpfen erprobte, routinierte Eintrachtsstaffel nicht zu schlagen sein und sich den ehrwürdigen, aber stark strapazierten Wanderpreis endgültig erringen. Die Kasseler werden allerdings harte Gegner sein. Die Mannschaft des MTD. Gießen ist nicht zu unterschätzen. Sm Hoch - sprung hat Kratz (Hessen-Preußen) in Weil 1900 einen ernsten Konkurrenten. Beide springen über 1,75 Meter. Sm Stabhochsprung ist Stahl-Langen Favorit. Sung 1900 wird voraussichtlich nicht dabei sein können. Er war krank und ist ohne Training. Für die Wurfkonkurrenzen der Klasse I ergab sich eine Dombenbesetzung. Sm Kugelstoßen wie im Diskuswerfen wird es zu hartem Kampf zwischen Debus, Berg und Kilo kommen. Sm Kugelstoßen hat Debus die meisten Chancen, im Diskuswerfen erwartet man Kilo auf dem ersten Platz. Gugel (1900), Mohl (OSC.) und Gary-Marburg werden sich anstrengen müssen, wenn sie den Anschluß behalten wollen. In der 2. Klasse sind 200, 1500 und 4X1500 Meter ausgeschrieben; außerdem noch Weitsprung, Speerwerfen und Kugelstoßen. Nicht weniger denn 20 Läufer werden sich am 200-Meterlauf beteiligen. Zwischenläufe werden dadurch notwendig. Leider muß die Spielvereinigung auf die Beteiligung verzichten. Koch und Geist, die beide Aussichten hätten, laborieren an Verletzungen. Die Siegeschancen haben Klünter (Eintracht) und die MTVer Becker und Ploch. Starke Gegner sind die Kasseler und besonders Kersch vom Postsportoerein Frankfurt. Heber 1500 Meter dürften Krings (ASV. Köln) und Lohberger (Eintracht) als die besten zu erachten sein. Die Turngemeinde Kassel hat für die 4 m a I 1500-Meter st affel gute Mittelstreckler zur Verfügung. 1900 stellt für diese Staffel voraussichtlich zwei Mannschaften. Für den Weit- sprung ist der Sieger kaum oorauszusagen. Im Kugelstoßen gibt es vielleicht einen Vereins- zweikamps zwischen 1900 und OSC. Gießen. Gugel, Lipp und H. Müller vertreten die Spielvereinigung, Mohl und Luh den OSC. Im Speerwerfen sind die Kasseler sehr gut. 1900 und OSC. werden mitzureden haben. Die zahlenmäßig stärkste Besetzung weist die 3. Klasse auf. 100 Meter, 400, 3000 und eine 4X100-Meter- Staffel, sowie Weitsprung werden bestritten. Eine Voraussage über den mutmaßlichen Sieger ist nicht möglich. Für die 100 Meter gehen 25, für die 400 17 und für die 3000 Meder 15 Läufer an den Start. Für die 4X100-Meter-Staffel sind sechs Mannschaften gemeldet. Der Weidsprung wird von 26 Teilnehmern stark umftriten sein. Entsprechend den Meldungen und den zu erwartenden Leistungen darf man die 11. Nationalen Wettkämpfe «der Spieloereinigung wieder als ein sportliches Ereignis betrachten. Man darf beim Gießener f portlieb en« den Publikum einiges Interesse dafür voraussetzen. Daß die Spielvereinigung es trotz aller Gegenwartsnöte unternommen hat, die Leichtathleten zu diesem Wettkampf aufzurufen, verdient Anerkennung. Wie die Gießener Sportler und die Turner unter so illustrer Gesellschaft abschneiden werden, wird von besonderem Interesse sein. Hoffentlich läßt sich am Montag viel Gutes berichten ... Arbeiier-Fußball: Gießen — Wien. Am heutigen Samstagabend treffen sich auf dem Waldsportplatz des VfB. die Mannschaften der Freien Turnerschaft Gießen und des Gaswerks St. Deith Wien zu einem Freundschaftsspiel. Für diesen Kampf wurden folgende Mannschaften genannt: Wien: Büttner; Bauerzeck, Stern; Kürbis, Brinck, Prinz; Weftermayer, Steinhäuser, Fo- reith, Wallner, Hösch. Gießen: Borschel; Biehl, Leutheuser; Hardt, Hintze, Rinderknecht; Balser, Arnold, Heller, Ranft, Weber. ,13. Rhön": Kronfeld stürzt ab. Schlechtes Wetter — wenig Flugbelrieb. Die diesjährige Veranstaltung der. Rhön- Rositten-Gesellschaft scheint unter einem schwarzen Stern zu stehen. Rachdem erst am Dienstag der Breslauer Student Rüdiger tödlich verunglückte, stürzte am Freitag auch der Wiener K r o n f e l d m i t s e i n e r „A u st r i a" bei einem Schleppflug ab. Kronfeld segelte, nachdem er vom Flugzeug geschleppt worden war, etwa 15 Minuten. Dann verschwand er plötzlich in einer Wolke, aus der die „Austria" nach kurzer Zeit hervorschoß. Snfolge anscheinend turbulenter Strömungen brachen die Flügelspitzen an beiden Tragflächen ab. Kronfeld erkannte die Gefahr sofort, sprang aus etwa 6 0 0 Meter mit seinem F alls chirm ab und landete wohlbehalten bei Gersfeld. Die „Austria" ging vollständig zu Bruch. Auch der Fluglehrer Krebs der Rhön-Rossiten-Gesell- schaft, der einige Flugzeuge geschleppt hatte, wurde vom Pech verfolgt. Bei seinem 13. Start setzte der Motor seines „Flamingo" aus. Die vorgenommene Waldlandung lief aber noch glimpflich ab. Da es in diesem Sahre der Wettergott anscheinend mit der Veranstaltung nicht gut meint — man wartet immer noch auf Wärme und günstige Winde — ist der Flugbetrieb nicht allzu rege. Sn den zurückliegenden Tagen wurden insgesamt 134 Flüge ausgeführt. Am Donnerstagnachmittag werden einige Schleppflüge ausgeführt, ebenso auch verschiedene Streckenflüge, bei denen Grönhoff mit 29 Kilometer auf „Fafnir" die größte Weite erreichte. Wolf Hirth brachte es mit „Musterte" auf 28 Kilometer. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Lastkraftwagenverkehr und hausbeschädigung. Das außerordentlich starke Anwachsen des Kraft« wagen- und inbefonbere des Lastkraftwagenverkehrs hat nicht nur eine starke Inanspruchnahme und Beschädigung der Straßendecke zur Folge, sondern auch eine schwere Schädigung der Häuser, die an großen Verkehrsstraßen liegen. Schwer geschädigt sind die Hauseigentümer der Frankfurter Straße. Ein Gesetzentwurf, nach dem Kraftwagen für Gütertransport auf Luftreifen zu fah en haben, ist nicht zur Durchführung gekommen, dagegen kann man feststellen, daß die Vollreifen der Lastwagen stark abgenutzt sind, ja sogar der Gummibelag teilweise ganz fehlt. Durch solche Wagen werden die Häuser stark erschüttert und bekommen Risse. Wie kann man solche „Güterfernverkehrswagen" genehmigen? Ich stelle der Verkehrspolizei folgende Aufgaben: 1. Feststellung der Geschwindigkeit der Autos; 2. Prüfung der Wagenräder auf Gummireifen; 3. Feststellung, ob die Kraftwagen schwerer beloben sinb, als es ben Vorschriften entspricht.. Enblich sei noch barauf hingewiesen, daß oft genug Personenwagenführer die breite Frankfurter Straße in ihrem oberen Teil als Rennstrecke ansehen! Was gedenkt die Verkehrspolizei zu tun, um bie genannten Hebel ft ä n b e allzu- stellen? Welchem Schaben hat bie Reichsbahn burch bie täglich neu „genehmigten" Güterfernver- kehrswagen? Wer entschäbigt ben burch ben Verkehr ge = schäbigten Hausbesitzer, ber burch hohe Steuern bei gesetzlich vorgeschriellenen nichtigen Mieten ohnehin schwer zu kämpfen hat? Erfolgt keine durchgreifenbe Abhilfe, so werden die Häuser in kurzer Zeit durch die entstandenen großen Risse baufällig fein. Wer aber hilft bann? Ein Hausbesitzer an ber Frankfurter Straße. Wirtschaft. Oie preisiendenz. Sm Wochenbericht des Snstituts für Konjunkturforschung wirb geschrieben: Eine Gesundung ber Wirtschaft mühte vor allem ihren Ausdruck in einer Konsolidierung der Warenmärkte finden. Gegenwärtig haben sich aber Angebot und Rachfrage offenbar noch nicht aneinander angepaßt. Tie Preisbewegung ist — im ganzen gesehen — weiter abwärts gerichtet. Allerdings vollzieht sich diese Bewegung nicht mehr ganz gleichmäßig. Hoffnungen auf einen konjunkturellen Anstieg dürften aber solange nicht allzuweit gespannt werden, als die weltwirtschaftlichen Kreditbeziehungen nicht in Ordnung gebracht sind. Sm Suni hatten sich am Welt-, wie am Binnenmarkt wiederum einige Warenpreise erhöht, so für Zucker in Reuyork um fast 75 v. H. Eine nachhaltige Preissteigerung ist jedoch bei dem großen Zuckervorrat von der Angebotsseite her nicht zu erwarten. Auch die Preise für Schmalz und gegen Ende des Monats die Preise für Häute und Felle haben sich befestigt, ebenso die Kaffeepreise. Die Weltmarktpreise für Steinkohle, die sich im Frühjahr etwas befestigt hatten, lagen Anfang Suli wieder auf dem Stand des Sahresbeginns. Die Haldenbestände haben gegenüber dem Vorjahre um etwa 10 v. H. zugenommen, auch die Vorräte an Mais, Kakao, Kautschuk, Kupfer und Blei sind gestiegen, während sich die Vorräte an Weizen, Baumwolle, Benzin und Zinn ungefähr auf Dorjahrshöhe halten. Angesichts der vielfach zurückgegan- genen Rachfrage kann man nicht von einem Rachlassen des Angebotsdruckes sprechen. Die gegenwärtige Tlnterbrechung des Preisrückganges auf einigen Weltmärkten kann daher — alles in allem — noch kaum als Beginn eines endgültigen Stabilisierung der Preise gewertet werden. Oie Lage auf den HoLzmärkien. Die Holzmärkte erhalten, wie im Wochenbericht des Snstituts sür Konjunkturforschung ausgeführt wird, gegenwärtig eine gewisse Stütze durch die Rachfrage nach Holz für Siedlungs- bauten und Kleingärten. Für diese Bauten wird in stärkerem Maße Holz verwendet als beim Wohnungsbau der früheren Sahre. Darüber hinaus wird aber gegenwärtig so wenig gebaut, daß die Saisonbelebung auf den Holzmärkten in diesem Sahre nur sehr schwach in Erscheinung trat. Snsolge der starken Beschränkung des Angebots machte sich trotz der geringen Saisonbelebung an den Holzmärkten eine gewisse Entspannung bemerkbar, die auf Teilgebieten zu einer Befestigung der Preise führte. Sm Mai zogen die Preise für Latten, Kantholz und — bei geringen Hm» sähen — aiich für Dalken, sowie die Preise für Fichtenausschuhbretter und unsortiert sägefallende Bretter etwas an und konnten im Sunt den erreichten Stand behaupten. Die Tatsache, daß bei der an sich geringen Rachfragesteigerung die Preise sich bereits befestigten, bestätigt die Annahme, daß das Angebot zur Zeit in einer ganzen Anzahl von Sortimenten verhältnismäßig knapp ist. Frankfurter Abendbörse geschästSloS. F r a n k f u r t a. M, 22. Suli. Auch an der letzten Abendoörfe in dieser Woche herrschte weitgehendste Geschäfts stille, da die Kulisse Zurückhaltung bekundete. Die feste Tendenz der meisten Auslandsbörsen bot keine Anregung. Gegen die Berliner Schlußkurse ergaben sich nur geringe Veränderungen. S. G. Farben bröckelten leicht ab und blieben zu 86,90 Proz. eher offeriert, wogegen Montanaktien um Bruchteile eines Prozentes höher, zumindest aber gut behauptet taxiert wurden. Sm Verlause war die Börse vollkommen verödet. Auch an den Rentenmärkten zeigten die Kurse bei minimalsten Umsätzen kaum Veränderungen. Reubesih 5,075, Altbesitz 41 75, Berl. Handelsgesell. 90, Reichsbank 122,75, Gelsenkirchen 33,50, Rhein. Braunkohlen 172, Stahlverein 12,50, AEG. 24,50, Demberg 28 Scheide anstatt 134, S. G. Farben 86,90, Holzmann 30 50, Siemens 119,75, Südd. Zucker 106, Reichs- bahn-VA. 74,40. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe ber zuletzt beschlossenen Dioibenbe an. — Reichsllpnkbiskont 5 v. H, Lc mbarbsinsfufj 6 H. jraniiur u. jji. Berlin Frankiun a.M. | Berlin Franlsurt a. M Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Schlußkur« Schlutzk. Abend- börlc Schlußkurs öchlußk. Mittag- bSrse Schluß- kurs Schluß!. Abend- börie Schluß- kurs Echlußk. Miilag- börse Schlußkurs Echlußk. Abend- börs" Schlußkurs Echlußk. Mittag- börse 21.3ull 22-Suli Amtliche Notierung Geld | Brlei Amtliche Notierung Geld | Briel Datum 21.7. ! 22.7. 21.7. 22 7. Datum 21.7 22 7. 21-7. 22.7. Datum 21.7 227 21.7. 22.7. Helsingsor« . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . - Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan.. Jugoslawien. Lissabon . . 6.364 51,95 12,465 3,057 169,68 74,63 80,82 76,92 15,00 0,923 4,209 58,29 21 .46 16,485 81,89 33,57 81,97 1,159 0,325 6,693 13,64 6,376 52,05 12.485 3,063 170,02 74,77 80,98 77,08 15,04 0,927 4,217 58,41 21,50 16,525 82,05 33,63 82,13 1,161 0,327 6,707 13.66 6,364 51,95 12,465 3,057 169,68 74,53 80,57 76,82 14,965 0,923 4,209 58,30 21,46 16,485 81,89 33,67 81,97 1,159 0,325 6,693 13,64 6.376 52,05 12,485 3,063 170,02 74,67 80,73 76,98 15,005 . 0,927 4,217 58,42 21 .50 16,525 82,05 33,73 82.13 1,161 0,327 6,707 13,66 6% Deutsche Reichsanteiye d. 1921 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 5yt% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Wlös^Schuld mit 63,5 65 63 42,13 5,1 49 39,5 38,7 67,25 66,5 78,5 80,75 67,5 10 6,5 4,5 3,3 3,3 3,3 7,25 3,65 16,5 64,25 41,75 5,075 39,5 69 68,5 79,25 80,5 67,5 63,75 64 63,5 42 5,1 50 39 68,25 1,05 5,75 6,4 5,4 3,25 3,35 3.3 7,1 3,65 17 62,5 65 63,25 41,75 5,1 52 39,4 68 1,13 5,8 6,7 5,45 3,25 3,35 3,3 7,3 3,55 . 17 Hamburg-Amerika Patei . . . c Hamburg-Südam. Dampsschtss. 0 Hansa Dampsschtss .....0 Norddeutscher Lloyd.....6 A.G. sür Verkehrswesen Mi. . . Berliner Handelsgesellschaft . 8 Commerz- und Privat°Bank . 7 Darmstädter und Nattonalbank 8 Deutsche Bank und Tisconto-Gesellschast 6 Dresdner Bant...... 6 Reichsbank........ 12 11,25 12,75 89 16 18,5 75 18,5 122,75 23 Ji 70 36,5 56 63 61 120 75 25 32 50,5 15 169 46 11,25 12,5 26 90 16 18,5 75 18,5 122,75 24,5 70,25 36 56,5 62 61 119,75 76,25 25 67 33,5 49,5 37,75 15,5 172 11,25 26,5 12,75 27,4 89,4 53,5 18,5 75 18,5 123 24 57 69.75 36,5 55,65 60,75 76 24 67 31,75 50,13 23 89,75 21 36,9 11 28,5 15,5 168,75 45,75 11,13 16,5 12,5 28 90,25 53,5 18,5 75 18.5 122.75 24,9 58.5 69,75 37,13 56,75 62,5 61 119,5 25,5 66,75 33,65 49,5 23,5 126 88,5 21,65 37 11 28.25 15,25 171,5 47,65 Rrebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 I. G. Farben-Fndustrte ... 12 Verein, chem. Industrie Frank- 13,25 88,13 133 15,75 29,75 24,5 30,5 35 3.13 12,5 10,25 155 86,9 134 15,75 29,5 24,5 30,5 35 31 13,25 10 89 97 156 87,75 15,75 29,65 24 30,5 3; 52,13 32,5 26 26 80,75 10,5 30 22,5 45 171,5 105,75 12,25 10.4 89 155 87,13 15,75 30 24,75 30,25 53 32,75 29 26,9 81 11 30 21,25 45 175,25 18,5 Desgl. ohne Auslos^-Rechte . 6% Hess. Volksstaat vou 1929 rrirrfmhlfi 102°Z3...... Oberhellen Provinz-Anleihe mit Deutsche Komm. Sammelabl. Schetdeanstalt.......10 Goldschmidt.........0 Rütgerswerke........& Metallgesellschaft.......6 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cementwerk Karlstadt.....7 Wayß & Freytag......0 Schultheis Payenhofer ... 15 Aku (Allgemeine Kunstseide) ( Bemberg......... 0 Zellstoss Waldhos.....12 Zellstoss Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......O 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbarbis 1936 Serie 16 . *i/2% Franks. Hyp.-Bank Liqu.- A.E.G............7 Bergmann.........9 Elektr. Lieferungsgesellschaft. 10 Licht und Kraft ...... 10 Felten & Guilleaume .... 6% Gesellschaft sür Elektrische Unten,ehmungen .... 9 Rheinische Elektrizität .... 9 Schurken & Go.......11 Siemens L Halske.....14 iy,% Rheinische Hyp^Bcml-Liau. 8% Pr. LandeSpsandbrtesanüaU, qUrmhfi riete» SB 19 ..... 7% Pr. Landespsandbriesanstalt, Dsandbriese R. 10 4% Oesterretchtsche Goldrenle . . 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente . . . 4% Ungarische Staatsrente V. 1910 41/,% desal. von 1913..... 32,25 10,5 30,5 — 17 48,5 106 33,5 28 27 19 11 30,5 45 173 17 48,5 106 Banknoten. 10 5,65 6,5 4,5 3,2 3,3 3,3 7,25 3,65 Berlin, 22. Juli Geld Brief Buderus ... Erdöl . . 4 . . 5 Amerikanische Noten..... Belailcke Noten....... . 4,20 58,14 80,39 14,925 16.445 169,31 21,43 74,35 2,49 76,65 81,78 33,53 4,22 58,38 80,71 14,985 16 505 169,99 21,51 74,65 2,51 76,95 82,03 33,67 Gelsenkirchener . . . . . 8 Dänische Note Englische Not Französische 9 Holländische s Italienische 9 Norwegische Deutscl>Oeste Rumänische £ Schwedische Schweizer No Spanische Ro Ungarische Nr n ........ . Hoesch Eisen..... . . 6 . 10 Deutsche Linoleum.....5 Orenstcin & Koppel ..... 0 loten........ 5% abgest. Goldmexstaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1 Ilse Bergbau Genüsse itlödnerwerle . . Mannes mann-Röhren Mansselder Bergbau . '. . 6 . . 6 . . 0 Leonhard Tietz.......8 Svenska.........15 Thade ............ Frankfurter Maschinen . . . . 0 Gritzner ........ . 0 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 6 Süddeutscher Zucker .... 10 oten . ....... toten........ neid), i 1OO Schilling oten........ ?nten ...... 6% Rumän. vereinh. Rente V. 1903 4^%RumSn.veretnh.Rentev.l912 4% Rumänische vereinh. Rente I. Anatolier ...... Oberschlei. KokSwerke Phünl^ Bergbau. . . . . 8 . 4 ’/2 len......... iö Rheinstahl.........8 len........