Ur. U8 Erster Matt (82. Jahrgang Montag, 25. Mai 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen 71 TL 1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschliisie unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Hieße». Postscheckkonto: Kranfsurt am Main 11C38. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Universilälr-Vuch. vnd Steindruckerek R. Lange in Sieben. Zchriftleitung und SefchSftrftelie: Zchulftrabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig,' für Ne« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfenniq. Platzvorschrift 20'/, mehr. Eheftedabteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.lhnrlot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Deutsche Attacke auf Polens „Agrarreform". Die Enteignung der deutschen Minderheit in Posen und Pommerellen vor dem Völkerbundsrat. Scharfer Zusammenstoß in Gens. Ein Untersuchungsausschuß zur Prüfung des Polnischen EnieignungsvcrfahrcnS. G c n s,'21. Mai. (IM.) Der Dölfcrbunbsral bc-- handeltc am Samstag die graste llgrarbe- schwerde des Deutschtums In Polen gegen dir polnische Regierung. Der Rai nahm einen Vorschlag des Berichterstatters, des japanischen Botschafters Ragaoka an, der das (Ergebnis austerordentlich schwieriger Verhandlungen ist. Danaaj wird jetzt zum erflenmale sosorI ein Mniersuchungsausschuh eingesetzt, der mit weitgehenden Vollmachten ausgerüstet, die gesamte (Enleignungspolilit der polnischen Regierung In Posen und pomme- reden auf Grund des Antrages der deutschen Minderheit und der Reichsregierung untersuchen soll. Dem Ausschuh gehören allster R a - g a o f a der italienische Jurist Pilotti und der englische Jurist Malkin an. Der Auvschust soll der Völkerbundsoersammlung im September einen Sachoer st ändlgenbericht zur Prüfung vorlegen. Die polnische Regierung roirb austerdem auf- gesordert, diesem Ausschuh alle notwendigen Mitteilungen zu machen. Botschafter Graf Welczek gab in der Sitzung in deutscher Sprache eine bedeutsame Erklärung ab. in der er auf die Wichtigkeit dieser Frage hinwieS. Den Beschwerden der deutschen Minderheit gegen die Anwendung der polnischen Agrarreform sei bisher keinerlei praktischer Erfolg beschieden gewesen. Die Praris der polnischen Behörden habe mit den Beschlüssen des Dreierausschusses vom Mai 1931. wonach Polen alle Mahnahmen treffen feilte, um daS Mißverhältnis bei der Anwendung der Agrarreform, gegenüber der deutschen Minderheit und der polni,schon Mehrheit zu beseitigen. nicht in Einklang gestanden So habe z. 2. die polnische Regierung im März dieses Jahres eine neue Liste der Zwangsparzellierungen verteilt, in der 20 deutsche Güler über 5000 Hektar, dagegen nur 13 polnische Güter mit 2600 Hektar zur Agrarreform herangezogen würden. DaS sei eine neue schwere Benachteiligung der deutschen Minderheit. Graf Welczek stellte ausdrücklich die ilcbcrein- stimmung deS RateS darüber fest, dast bis zur endgültigen Entscheidung der ganzen Frage keine Verschlechterung der Lage der deutschen Minderheit in Polen eintreten, und die Warschauer "Regierung keine neuen 6 n t - eignungSmahnahmen treffen dürfe Graf Welczek teilte dann ein bisher streng geheimgehaltenes Schreiben des Dreier- Ausschusses des Bölkerbundes über die Ent- cignungsmastnahmen in Posen und Pommerellen mit. In diesem Schreiben, das von dem englischen Kronjuristen Malkin dem italienischen Kron- juristcn Pilot ti und dem persischen Juristen Hussein Ali unterzeichnet ist. wird folgendes fcftgcftcHt: 1. (Es besteht ein bedeutungsvolles Mißverhältnis zwischen dem zur Durchführung der polnischen Agrarreform herangezogenen deutschen und polnischen Grundbesitz. So find in pommerellen 73 o.f). des deutschen und nur 27 o. fj. des polnischen Grundbesitzes von den (Enl- elgnungsmahnahmen ersaht worden. 2. Die Begründung der polnischen Regierung für diese» offensichtliche Mißverhältnis kann nicht als ausreichend angesehen werden, da tatsächlich eine zuungunsten der deutschen Minderheit vor- genommene unterschiedliche Behandlung stattgefunden hat. 3. (Es ist sestzustellen, dah die polnischen Behörden ihr vorgehen gegen die deutschen Minderheiten in einzelnen Fällen mit einem „M angel an Loyalität" begründet haben. (Ein derartiges vorgehen ist aber äuherft gefährlich vom Standpunkte de» Minderheitenschutzes au». Die Anwendung solcher Gesichtspunkte Hot dazu geführt, dah man — wie es tatsächlich geschehen ist — die Tatsache, nicht polnisch gesprochen zu haben, bereit» al» einen Mangel an Cona- lität erklärte. (Ein derartiger Gesichtspunkt schliesst einen Bruch der Minderheitenoerträge in sich. Der polnische Außenminister Z a l e s k i bezroel- fcltc die Auslegung des Minderheiten-Verfah- rens durch die Reichsregierung. Das Minderheitenverfahren bezwecke ausdrücklich, dasEingrei- fen einzelner Rarsmitglieder zu verhindern und alle politischen Erwägungen auszuschliesten. Er verwahre sich ferner aufs Schärfste gegen die Bekanntgabe des geheimen Schreibens des Dreier- Ausschusses durch den deutschen Ratsvertreter. Das Mindcrheitenverfahren sei dadurch gebrochen worden, und Polen behaltö sich das Recht vor, alle Folgen aus diesem Verhalten zu ziehen Die Vertreter Frankreichs und Südfla- Wiens bestritten der Retchsregcerung gleichfalls das Recht, eine Mlnderhettenklage von sich auS vor den Rat zu bringen. (Braf Welczek beantwortete diesen vorstoh mit einer außerordentlich scharsenLrktärung. Die Reichsrcgierung habe sich streng an die ver- fahrens-vorschriften gehalten. Die Einwendungen feien in keiner Welse stichhaltig. Jede Ratsmacht habe die pflicht, die Verletzung oder die drohende Verletzung eine» Minderheilenrecht» vor den Rat zu bringen. Dicfe» Verfahren fei 1920 ausdrücklich von Cord Balfour anerkannt worden. Da» deutsche Verfahren fei dadurch begründet, dah der klare veschluh de» Dreier Ausschusses nicht ausgereicht habe, die Cage der deutschen Minderheit zu verbessern. (Es fei selbstverständlich, dah der Rat über die Cage aufgeklärt werden müsse. Pauk-Boncour machte daraus den Vorschlag. die Frage der Zulässigkeit einer direkten Minderheitenklage einer Ratsmacht vor dem Rat im politischen Ausschuh der Vollversammlung im September zu stellen. Der norwegische Vertreter stellte sich in einer Erklärung aus ben deutschen Standpunkt Gras Welczek nahm den französischen Vorschlag an mit der Begründung, dah sich dadurch die von Deutschland dringend gewünschte Gelegenheit biete, die Vollversamm- Uing zu einer Revision des geradezu grotesk erscheinenden Winderhei- ten-Dersahrens zu veranlassen. —————■ Oesterreichs Ville um Finanzhilfe. Frankreich verschleppt eine Anleihe bis zur Lausanner Konferenz. Genf, 21. Mai. (WTB.) Der Völkerbund s r a t hat sich heute erneut mit der Lage der füdosteuropäischen Staaten besaht, die sich vor einiger Zeit mit dem Ersuchen um finanzielle Hilfeleistung an den Völkerbund gewandt haben. Hauptgegenstand der Verhandlungen war die Lage Oesterreichs, das am 9. Mai d. 3. in einem eindrucksvollen Memorandum auf den Ernst seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage hingewiesen hat. Der deutsche Vertreter, Botschafter Graf Welczek, erklärte, die wirtschaftlichen Verhältnisse der betreffenden Länder mühten von Grund auf geändert werden. Die von Deutschland gemachten Vorschläge bildeten für praktische Lösungen eine geeignete Grundlage. Es sei notwendig, dah die Grohmächte sich über ein wirksames Aufbauprogramm einig wurden. Der Bericht deS Finanzkomitees habe dargelegt, dah es vor allem notwendig sei. auf dem Gebiet derinternationalenSchuldenzu einem Einvernehmen zu kommen. Der Vertreter Grohbritanniens Eden sagte, zugunsten Oesterreichs fei England ausnahmsweise geneigt, trotz seiner eigenen Schwierigkeiten sicheiner gemeinsamenAktion der Mächte auf finanziellem Gebiet anzufchliehen. um der Oesterreichischen Rationalbank über die ärgsten Schwierigkeiten hinwegzuhelfen. Der Vertreter Italiens S c i a l o j a betonte, Italien habe durch seine Wirtschaftsabkommen mit Oesterreich und Ungarn den Weg gewiesen, den es für richtig halte, um den südosteuropäischen Staaten praktisch zu helfen. Der französische Vertreter Paul-Boncour erklärte, die wirtschaftlichen Probleme könnten von den finanziellen Fragen nicht losgelöst werden. Deshalb habe die französische Regierung vor zwei Monaten den Vorschlag einesPrä- ferenzregimes im Donaugebiet unter weitgehender Berücksichtigung der Interessen dritter Länder gemacht Die Empfehlung einer Anleihe ohne wirtschaftliche Reorganisation sei eine nutzlose Sache. Eine vom norwegischen Ratsvertreter vorgelegte Resolution wurde angenommen, in der es heißt Die Erklärungen der Großmächte hätten ergeben, dah eine Annahme der vom Finanzkomitee gemachten Vorschläge für eine sinanzielle Hilfeleistung in der gegenwärtigen Form nicht möglich wäre. DaS Finanzkomitee sei bereif, mit Sachverständigen, die der Vöglkerbundsrat zu bestimmen habe, einen wirksamen Plan auszuarbeiten. Demgemäh schlägt der Vorsitzende des Rats die Einsetzung eines gemischten Aussch u s ses , bestehend aus Vertretern des Finanzkomitees und den vom Rat zu ernennenden Sachverständigen, vor. Die österreichische Regierung wird aus gefordert, alles zu tun, um ihre finanziellen Verpflichtungen weiter zu erfüllen. Es hat sich von neuem gezeigt, dah zwischen Deutschland. England und Italien in den Donaufragen weitgehende ileberein ft immun g besteht und Frankreich mit feinem hartnäckigen Zes ist. Der S eingesetzt wurde und dem Vertreter der europäischen Grohmächte und kleinerer Dächte angehören, wird in zehn Tagen in Gens zusammentreten. Ihm gehören von deutscher Seite Ministerialdirektor Graf Schwerin-Krosigk und das Mitglied des Finanzausschusses Kempner an. Da sich die Auffassungen in der Donaufrage noch sehr jchross gegenüberstehen, war ein praktisches Ergebnis der heutigen Ratsaussprache kaum zu erwarten Frankreich will durch seine Taktik des Hinhaltens erreichen, dah die Donaufrage aus der Lausanner Konferenz in den Mittelpunkt der Erörterungen gestellt wird und Frankreich dadurch die Möglichkeit erhält, eine Verbindung zwischen der Tribut- frage und der Donaufrage herzustellen. Eine solche Verbindung wird von deutscher Seite keineswegs anerkannt werden. thalten am Tardieu-Plan isoliert onderauslchuß. der vom Rat Oie neue Eleuernotveeordnung. Abschluß der Kabinettsberaiungen. Eine amllichc Mitteilung. B c r I i n, 21. Mal. (WTB.) Amtlich. Die mehrwöchigen, durch die pfingstfciertage unterbrochenen Beratungen des Reichskabinetts über die nunmehr in Aussicht zu nehmenden f i n a n z -, sozial- und w i r t f ch a f I s p o I i t i f ch e n Mahnahmen konnten heute nachmittag in allen grundsätzlichen Fragen in Mebercinstimmung z u m Abschluß gebracht werden. Zu den unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning ftattgehabten Beratungen waren das Reichsbankdirektorium und, soweit erforderlich, die drei Reichskommifsare für Preisüberwachung, Lankenaufticht und die oorstädtische Randsiedlung, sowie der vor st and der Garantiebank hinzugezogen worden. Dic Entschlichun- gen des Rcjchskabinctts sanden wertvolle Förderung durch nebenhergehendeBeratungen mit den berufenen Vertretern der beteiligten Beoölkerungskreife. Da» Gefamtprogramm erstreckt sich im wesentlichen auf die endgültige Fertigstellung und Abdeckung de» Reichshaushallsplanes 1932, die Sicherung der Arbcitsloscnfürforge und andere fozialpotitifche Reformmahnahmen sowie auf ein Arbeitsbeschaffungsprogramm unter gleichzeitigem Ausbau des freiwilligen Arbeitsdienste». Der Reichshaushaltsplan geht nunmehr dem R e i ch s r a t zu, besten Beratungen unter Beteiligung der Reichsrco rung und der Finanzminister der deutschen Cäni • demnächst beginnen werden. Die übrigen oorerwihnlen grundsätzlichen Beschlüße der Reid)»rcgicning unterliegen augenblicklich noch der endgültigen Formulierung der zuständigen Stellen, mit der sich da» Reichskabinett alsdann abschliehend im Ansang der kommenden Woche besafsen wird. Weitere Einzelheiten hierüber können im Augenblick noch nicht mitgeteilt werden, da zunächst ein Vortrag des Reiche- kanzlcrs beim Herrn Reichspräsidcn- f e n über das Gesamtprogramm im Cause der kommenden Woche stattsinden wird. Berliner Blätter zu dem neuen Gtcuerprogramm. Berlin. 21. Mai. (ERB. ) Einige Berliner Blätter beschäftigen sich im einzelnen mit den geplanten neuen Steuern zur Sanierung der 2lr- beit»iO,enfürfDrge. Das Berliner Tageblatt" meint, erfreulich sehe das neue Rot» Programm nicht aus Aber neue Steuern ’eien schl cßl.ch zu erwarten gewesen. Wer noch fo glücklich fei. in einigermaßen gesicherter Position arbeiten zu können, werde ange'.chts der Er- werbslosennot auch biete Abzüge verschmerzen können. — Die ..D A Z" schreibt von der ..weiteren ileberbrebung der Steuerschraube' und fragt, warum nicht Selbstkostensenkung und Verwaltungsreform? Die Regierungskunst bestehe darin, mit dem Wenigen hauszuhalten und nicht an die Stelle der Ausgabensenkung in allen Etats und bei allen Etatspositionen bureaukratische Versuche treten zu lasten, den Bürger immer weiter z u schröpfen. W.e könne man eigentlich hoffen, ohne Verwaltungsreform und Verkleinerung des Verwaltungsapparates roto'.e ohne free Wirt' chaft au* dem Gebiete der Lohnpol llk verbunden mit einer Zollpolitik, welche d'.e Ernährungskosten senke und bet Industrie Märkte Wiedergewinne, durchzukommen? Der ..Lo k a l a nze i ge r" schreibt ebenfalls „Wieder neue Steuern Statt Reformen Stückwerk". Eine deutsche Wirtschaft, die nach den letzten Aussuhrzisfern fast völlig auf den Absatz im eigenen Lande angewiesen sei. verliere rundkOO Millionen Geld ihrer Kunden. Daß d'efe 600 Millionen den Arbeitslosen wieder zufliehen, bedeute keine neue Kaufkraft. Die Summe hätte sich zu einem erheblichen Dell einsparen lassen, wenn die Reichsregierung die Straft aufgebracht hätte da- Problem der Arbeitslosigkeit nicht nur bei der Beschaffung der Mittel für die Arbeitslosen anzupackeit, sondern bei der Arbeitsbeschaffung und vor allen, durch eine firaffeOrganifalion der Arbeitslosenhilfe an sich — Die ..Börsenzeitung" nimmt ebenfalls gegen die neuen Steuerpläne Stellung und nennt die Maßnahmen ein erschütterndes Bild der vollkommensten Hllfelosigkeit Die n i - ve liierenden Tendenzen der ganzen Finanz- und Steuerpolitik deS Kabinetts Brüning werden dadurch in geradezu ungeheuerlicher Weil» verstärkt. Oie Krisis in Japan. Admiral Lailo bildet ein nationale- Kabinett. Tokio, 22.Mai. (TU.) Die Kabinettskrise in Tokio hat eine unerwartete Wendung genommen. Nach einer Unterredung mit dem „alteren Staats, mann" Prinz S aijongi hat der frühere Marine- Minister Admiral Graf Saito sich zu der Bildung eines nationalen Kabinetts bereit er klärt. Graf Saito hatte am Sonntag eine Audienz beim Kaiser. Die Beauftragung Saitos mit der Kabinettsbildung kann als 51 o rn p r o m i h zwischen den Forde- rungen der Armee und der die Parlamentsmehrhett bildenden Saijukai-Partei angesehen werden. Der Führer der Saijukaj.Partei, Suzuki, erklärte vor den Parteiführern, er werde, falls er mit der Regierungsbildung beauftragt werbe, von neuem ein Porteikabinett zusainmcnstellen Auf der- selben Derscumnlung. wurde der Beschluß gefaßt, sich aufs schärfste allem verfassungswidrigen Versuchen der Armeekreise zur Machtergreifung zu widersetzen und im Notsalle in gemein- samen Vorgehen mit der Minseito- Opposition die Verfassung zu schützen. — Ob ein Kabinett Saito die Zustimmung des Parlaments finden wird, ist fraglich. Es wird daher bereits von ber Auflösung desParlaments gesprochen. Der frühere Marineminister Makoto Saito ist 74 Fahre alt. Im Jahre 1927 wurde er als Führer öcr japanischen Delegation auf der Dreimachtekonfe- renz von Genua in aller Welt bekannt. In den Kreisen des Heeres und der Flotte, aber auch in der Geschäftswelt hort man die Befriedigung über diese Wahl ausdrucken. Für die Z u f o m m e n- setzung des neuen Kabinetts werden allerlei Kombinationen genannt. So wird der Name I s h i i im Zusammenhang mit der Besetzung des Außenmini st eriums erwähnt und vom Führer der Minseitopartei, W a k a t s u k i, glaubt man, daß er das F i n a n 3 m i n i ft e r i u m übernehmen wird. Das Marinemini st erium soll Admiral Dfaba, ber von der Marine selbst vorgeschlagen wurde, erhalten. Oie Vorbereitungen für das Kabinett Herriot. Verständigung mit Tarbieu? Paris, 22. Mai (211. Funkfpruch.) An einer auf Dienstagnachmittag angdeßten Re» 'prechung beim Präsidenten der Republit wird außer Herriot und Tardieu auch noch der Finanzminister Flandin teilnehmen, um den Führer der zukünftigen Kammennehrheit und mutmaßlichen Ministerpräsidenten sowohl über d'e inneren wie die äußeren und finanziellen Fragen ins Bild zu fetzen Tardicu wird Herriot einen umfaßenden ileberblid über die auswärtige Lage und ganz besonders über das Tribut- und AbrüstungSproblem geben 3n volitifchen Kreifen begrüßt man die Initiative des Staatspräfidenten, da auf diesem Wege d i e Kontinuität gewahrt bleibe und darüber hinaus eine Verständigung zwilchen Herriot und den Gruppen der Mitte angebahnt werden könne Obgleich die Bedingungen Leon Blums für den Eintritt feiner Partei in die Regierung offiziell noch nicht bekannt sind. glaubt man doch jetzt schon, das so- zialistifche Programm in fünf Hauptpunkte zu- fammenfallen zu können. 1 Sofortige Herabsetzung der Heeres- auSgabcn um 25 v H 2. Schaffung eines allgemeinen Berficherungs- fystems. das die Arbeitslosenversicherung und Agrarversicherung emschlieht. 3. DerftaatlichungderEifenbahnen. des Transportwesens, des Versicherungswesens und des Bergbaues. 4. Kontrolle der Danken, Börsen, Aktiengesellschaften und so weiter. 5. Schaffung von staatlichen Kommissariaten für bic Bewirtschaftung sPreisregulierun^ ulto ; des Getreides, des Weines und des Zuckers. Daß solche oder ähnliche Forderungen bei den Radikalsozialisten aus grundsätzlichen Widerstand stoßen müssen, unterliegt gar keinem. Zweifel. Herriot nahestehende Krelle menen, daß der zukünftige Ministerpräsident feine Bemühung gen bot auf richten werbe, dleSozialistenzu einer wohlwollenden Unter ft üt)ung bzw. Neutralität zu bewegen. Auch am Sonntag haben mehrere Provinztaltagungen der Sozialistischen Partei stattgefunden, auf denen man sich mit der Frage der Beteiligung an der Verantwortung befaßte. Fast überall sprach sich die Mehrheit grundsätzlich für den Eintritt in die Regierung aus, doch wurden in allen Fällen die obengenannten weitgehenden Bedingungen formuliert. Es hat den Anschein, daß die Sozialisten es unbedingt vermeiden wollen, ver- antwortungsscheu zu erscheinen, während sie tatsächlich nicht mit festen Bindungen rechnen. Kritische Lage in Griechenland. Rücktritt der Regierung Benizclos. Athen, 21. Mai. (TU. Funkspruch.) Ministerpräsident V e n i z e l o s kündigte am Samstag in der Kammer den Rücktritt der Regierung an. Er empfahl, ausderdemokratischenOppo- sition eine neue Regierung zu bilden, um Unruhen vorzubeugen, die für den Fall der Ueber- nahme der Regierung durch die Partei der Monarchisten nach seiner Auffassung sicher entstehen wurden. Rach der Kammersitzung fuhr Veni- zelos zum Staatspräsidenten Zaimis, um das Rücktrittsgesuch zu unterbreiten. Die abdankende Regierung ist entschlossen, den Kampf gegen die streikenden Beamten unerbittlich durchzu- führen. Der StreikderPost- undTelegra- p h e n b e a m t e n , die sich gegen die Sparmaßnahmen des nunmehr zurückgetretenen Ministerpräsidenten Benizelos aufgelehnt hatten, ist a b geflaut. Dagegen ist die S t i m m u n g f ü r e i n e n allgemeinen Streik lebhafter geworden, zumal dieEisenbahnerundBäcker sehr streik- lustig geworden sind. Da eine weitere Ausdehnung des Streiks erwartet wird, wird sowohl in Athen wie auch in der Provinz das Militär in Bereitschaft gehalten. Es sind strengste Befehle ausgegeben worden, jeden nur geringsten Versuch der Ruhestörung im Lande während der Dauer der Regierungskrise sofort zu unterdrücken. Wer ist Gorguloff? Noch immer kein klares Bild über die Persönlichkeit des Präsidentenmörders. Paris, 21. Mai. (WTB.) Wie die Untersuchung des Falles Gorguloff ergeben hat, befindet sich unter den in Monaco beschlagnahmten Schriftstücken eine Broschüre über den 1920 in Sibirien von den Bolschewisten erschossenen Admiral Koltschak. Unter dem Bilde Koltschaks hat Gorguloff in der einen Ecke den Todestag des Admirals und in der anderen Ecke das Datum des 6. Mai 1 9 3 2 verzeichnet, an dem er Doumer ermordet hat. Diese Rotiz dürfte den V o r s.a tz Gorguloffs zu seiner Tat erweisen. Unter der Photographie Koltschaks steht ferner folgende Bemerkung Gorguloffs: „Lieber Freund, Du großer russischer Patriot, ich, der Führer der russischen Faschisten, st erbe für das gleiche Ideal wie Du.“ Dem Untersuchungsrichter ist die von drei Sachverständigen besorgte Ucbersehung der in russischer Sprache verfaßten Aufzeichnungen Gorguloffs zugegangen. Gorguloff erklärt darin u. a., daß Frankreich seine Rettung Rußland verdanke, daß Frankreich dabei aber die größte Verantwortung „für das Elend in Rußland" trage. Der letzte Teil der Aufzeichnungen, überschrieben „Das Geheimnis meiner Herkunft", ist ohne jeden Zusammenhang und ohne jeden Zweifel dazu bestimmt, die Auffassung zu unterstützen, daß Gorguloff nicht im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten sei. Der „Matin" veröffentlicht Aussagen des ehemaligen Kosaken Lazare ff, von dem schon kürzlich die Rede war. Lazareff, der jetzt in den französischen Pyrenäen wohnt, behauptet, daß Gorguloff Ende 1920 unter dem Rainen Alexander Mangol Leiter des von der Tscheka eingerichteten Gefangenenlagers in Rostow gewesen sei, wo er, Lazareff, sich damals befunden habe. Lazareff hat ausführlich geschildert, welche Qualen und Torturen Alexander Mangol, der mit Gorguloff identisch sein soll, die Gefangenen erdulden ließ. So habe er nicht weniger a l s 200 Gefangene niedergeschossen. Lazareff habe Oberhessischer Kunstverein. Turmhelme in Lahngebiet und Wetterau. Die gestern eröffnete neue Ausstellung des Ober- hessischen Kunstvereins bringt unter dem Titel „Turmhelme in Lahngebiet und Wette r a u" in 80 Zeichnungen und großen Photographien ein eigenartiges und nicht häufig behandeltes Gebiet anschaulich,zur Darstellung, das zwar an sich in seiner kunstgeschichtlichen Themenwahl ziemlich speziell und ein wenig abseitig erscheint — zumal ja ohnehin Architektur-Ausstellungen vom Publikum unverdientermaßen weniger geschätzt werden als Malerei, Graphik oder Plastik. Aber wen das baugeschichtliche Thema nicht ohne weiteres zu reizen vermag, der wird sich durch den landschaft- lichen Charakter und die enge heimatliche Verbundenheit dieser Schau angezogen und angeregt fühlen und wird versuchen — woraus es hier ankommt —, von dem sehr schönen, plastisch-klaren Photomaterial (in erfreulich großem Maßstabe) zu den konstruktiven Zeichnungen, vom malerischen Außenbild zum inneren Kern vorzudringen und nicht nur eine rein baugeschichtliche, sondern auch eine kulturhistorische Entwicklung mit Interesse verfolgen. Das hier ausgestellte Material ist auf eine architekturgeschichtliche Doktorschrift von Dr.-Ing. Friedrich Stolberg in Kassel gegründet, die 1923 unter dem Titel „Das Turmdachwerk vom Mittel- alter bis zur Barockzeit, dargestellt an Landkirchen aus dem Lahngebiet" der Technischen Hochschule in Karlsruhe oorgelegt wurde; die Untersuchung liefert einen schätzenswerten Beitrag zur Geschichte deutscher Zimmermannskunst und befaßt sich mit der Entwicklung und stilmäßigen Ausgestaltung der Turmhelme an Landkirchen im Lahngebiet und in der Wetterau. Das bearbeitete Gebiet ist auf einer ausgehängten Ortskarte übersichtlich abgegrenzt. Die Linie führt in großem Zuge von den frühen gotischen Formen über die Renaissance zum Barock und dessen Ausläufern; sie ist hier an ausgewählten, charakteristischen Beispielen markiert und fügt sich einer größeren kunstgeschichtlichen Entwicklung sehr reizvoll ein. Den Ausgangspunkt bildet das roma* nisch-frühgotische Zimmerwerk (um 1250) in einfachen und gradlinigen Helmformen, wie sie etwa die Türme von Caldern (Kreis Marburg) und Kirch- Silier und Straßer im Wahlkampf in Oldenburg. Oldenburg, 22. Mai. (TU.) Am Sonntag sprach Mols Hitler im Oldeirburger Wahl- kampf auf dem Flugplatz Ohmstede. Etwa 30 000 bis 40 000 Menschen hatten sich eingefunden, um den nationalsozialistischen Führer zu hören. Zunächst erklärte Gregor Straßer u. a.: Brüning habe gesagt, er sei hundert Meter vor dem Ziel und das Ziel sei die Konferenz von Lausanne. Es sei aber wenig wahrscheinlich, daß dort eine Entscheidung fallen werde, zumal, wenn man bedenke, daß die Regierung nicht mehr das Vertrauen des deutschen Volkes besitze. Freiheit, Selbstbehauptung, nationale Ehre und Lösung des Sozialproblems seien die Grundpfeiler des nationalsozialistischen Bekenntnisses. Das Hauptproblem sei die Arbeitsbeschaffung für sechs Millionen, das nicht zu lösen sei ohne das Führerproblem. Die Regierung habe das Vertrauen verloren und müsse abtreten. Die Rationalsozialisten beanspruchten das Recht auf Führung, weil sie zum erstenmal seit zwölf Jahren prachtvolle Energien und neue Ideen herauskristallisiert hätten, weiter, weil ihre Beurteilung der politischen Lage stets richtig, die der anderen aber falsch gewesen sei. Sobald das Führungsproblem gelöst sei, gelte cs, an die Fragen heranzugehen, die durch die schweren Wunden der Tribute, die Arbeitslosigkeit von sechs Millionen hervor- gerufen seien. Die liberalistisch-kapitalistische Welt habe dabei versagt und große Wirtschaftsführer hätten zugelassen, daß die Schlote nicht mehr rauchen, und die Bankführer hätten überhohe Zinsen genommen für die Vermittlung von Krediten, um sich schließlich aus den Steuergroschen der anderen sanieren zu lassen. Der Redner entwickelte dann in großen Zügen die Gedanken und Forderungen der Arbeitsbeschaffung und der Arbeitsdienstpflicht, wie sie aus seiner Reichstagsrede bekannt sind. Es müsse nicht heißen: „Kapital schafft Arbeit, sondern Arbeit schafft Kap i- t a l". Erst wenn es gelinge, die Erwerbslosen wieder in den Produktionsprozeß einzugliedern, werde das Problem der politischen Führung und des Vertrauens gelöst sein. Versailles sei auf der Grundlage von 1918 geschaffen. 3n dem Augenblick, wo sich die Grundlagen im neuen1 nach achtmonatiger Gefangenschaft, während er schon zum Tode verurteilt war, entfliehen können. Gegen Abwanderung deutscherBeiriebeinsAusland Berlin. 21. Mai. dem Bestehen einer mündlichen Prüfung und dem Drucklegen der TiHcrtation, analog den Vorschriften bei den Humanmedizinern, erteilt wird. Der Weltkrieg bebingle eine starke Abnahme ber Promotionen, ebenso hat auch bie jetzige finanzielle Notlage einen starken Rückgang derselben zur Folge Die Beurteilung ber Dissertationen geschieht feit nahezu zwei Dezennien burch die veterinärmedizinische Promviionssakultät. welcher, abgesehen von den ordentlichen Professoren ber medizinischen Fakultät noch drei ordentliche Professoren der medizinischen Fakultät, welche an Veterinärmediziner Unterricht erteilen, angehören Von dem Rechte der PromottonSfakultät, das Ehrendoktorat an Personen zu verleihen, welche sich um die Förderung der jklerinärtoillew schäften ganz besondere und hervorragende Verdienste erworben haben, wurde im Lause dieses SäkulumS 24 mal Gebrauch gemacht. es wurde dabei streng daraus geachtet, jeden Mißbrauch zu vermeiden. Anläßlich des 100jährigen Be- st e h e n s der Promotion zum Doktor in der Veterinärmedizin wurde diese Doktorwürde ehrenhalber verliehen: Prosessor Dr. mcd. et sich vorerst noch in mäßigen Grenzen. Da jedoch von Westen her ber Luftdruck wieber ansteigt, kommen wir später unter ben Ein- ftuß hohen Drucks, so baß bann Wetterberuhigung unb Erwärmung einsetzt Aussichten für Dienstag Wechselnd bewölkt, mit Aufheiterung, noch mäßig warm, vereinzelt schaoerartige Nieberschlage. Aussichten für Mittwoch: Wieder etwas ruhigeres, tagsüber wärmeres unb meist trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 22 Mai: mittags 18,4 Grad Celsius, abenbs 13,6 Grab, am 23 Mai: morgens 13,9 Grab. Maximum 20,4 Grab, Minimum 11,4 Grab. — (Frbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22 Mai: abenbs 19,1 Grab: am 23. Mai: morgens 153 Grab Celsius. — Niederschläge 0,3 mm. — Son- nenfefjeinbauer 3% 6tunben. K5EM0 Die Zeilverhälinisse verlangen billige Artikel. Mouson bringt sie in den hochwertigen Igemo-Erzeugnissen. 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Verschiedenes. Wir ersuch, um sahb reiche Beteiligung. i Der Vorstand. Statt jeder besonderen Anzeige In der Frühe des Sonntags nahm der Herr meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater und Großvater Heinrich Geifr Betriebswerkmeister i. R. nach langem, schwerem Leiden, im 54. Lebensjahr, zu sich in die Ewigkeit. Oliven- ftn]n Sonnenblumen-VC1B ErÜÖUh- nmBM nur beste Qualität aus erster Pressung Reformhaus Boermel-Einsl Stadttheater Gießen. «66,0 Dienstag, 24. Mai, 20—22 Uhr 32.l letzte) Vorttellg. im Dienst.-Abonn. Gewöhnliche Preise Seitensvrünge. Tobbm Taube in der •vanö; Hund i. Hirn, Minna Magdalena. 4 Hebungen von Curt Goetz. Auto- Gelegenheitskäufe 4 PS Opel-Limousine, generalüberholt, tadelloser Wagen, sehr billig. Opel, Gießen, Frankfurter Str. 62, Telefon 2847. ,,719A Jt,in famose», entzückendes Tonfilm-Lustspiel der Ufa Eine der vergnüglichsten Geschichten, die je für die Leinwand ersonnen wurden. 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Lehrmannfchaft gegen Lollar I 2 l. die II verlor gegen Lollar II nut 2:5; die V Mannschaft fleqen Lollars III. mit 1:3. Die Spiele sanden in Lollar ftett Die I Tugend verlor gegen VfB. Marburg l in Marburg mit 2 3. Die 2. Jugend konnte gegen Etting-Hausen I in Giessen mit 3 1 gewinnen VfB. Die Liga verlor gegen die Liga-Reserve der Eintracht (Frankfurt a M.) mit 1 4 Die Liga-Reserve von VfB gewann gegen die 1. Mannschaft von Heuchelheim mit 6: 1. Die Alte-Herren-Mannschaft gewann in Marburg gegen die Alte-Herren-Mannschaft des Df B. Äurfjelfcn Marburg mit 6:2. Leichtathletische Gaumeisterschaften in We'ilburg. Bei den Weilburger Leichtathletik Meisterschaften, öie nut etwa 100 Teilnehmern beschickt waren, konnte die Lpicll-ereinigunfl 1900 die Meisterschafts-Wett bewerbe fur Herren säst sämtlich an sich bringen, bis aus Kugelstossen und Diskuswerfen, die St i l o (Wetzlar' mit den guten Leistungen von 40,80 Meter und 13,02 Meter gewann Im Hammerwerfen siegte M o h I (Dc(S., Kietzen) mit 33,30 Meter 3n den Frauen Wettbewerben zeigten sich die Wetzlarerinnen den Vertreterinnen von 1900 gegenüber in den meisten Wettbewerben in j^ront. Rheinstaffellauf in Düsseldorf. Sieger Hessen preufoen Kassel Westdeutschlands traditioneller RhcinstoOellaul von Deutz nach Düsseldorf wurde am gestrigen Sonntag ausgetrogen In der Hauptklasle gewann die Mannfchair von Hessen Preussen Kassel noch ständiger Führung, die schon aus dem ersten Teil der 11,9 Kilometer langen Strebe 300 Meter betrug, in 27.51 Min mit weitern Dorsprung vor der Hornmer-LpDg. in 28 14, deren Schlußmann sitz gerade noch vor dem letzten Lauser des Düsseldorfer SC ..Kisters, ins 3icl rettete Ergebnisse 1. Hessen Preubcn Kassel 27 51; 2. Hammer SpDg. 28:14 3 Düsseldorser SC. 99 28.14,4; 4. Deutscher SC Düsseldorf 28:22.5. 5. Barmer Tv 28 5b. r Xuru Düsseldors 29 24 Klasse II 5 Kilometer 1. VfL. Siegburg 11 15. Klasse Ul 3,1 Kilometer 1 DD 07 Duer 7:06. Oer Hestenmeifter in Fulda geschlagen. Borussia Fulda — Mainz 05 1:0 (0:0). Der Bezirksmeistcr von Hessen Hannover kam gestern zu inem verdienten Sieg über den erlatz- geschwächten Hesjenmeister SB. 05 Mainz. Die Mainzer hielten sich ausgezeichnet, sie zeigten ein ausgeprägtes Kombinationsspiel mit dem Fehler, vor dem Tore nicht rechtzeitig zu schietzen. Die Borussen kamen erst in den Schlussminuten zum Siegestreffer DieZtvischemundezurDZV.-Meisterschasi Großer Erfolg der süddeutschen Vertreter. Dei den gestrigen Kämpfen um die Deutsche Futzball-Mei st erschast hat der süddeutsche Derband einen so grotzen Grsolg gehabt, wie er seit langen Jahren nicht mehr zu verzeichnen war. Alle drei süddeutschen Dcrlreler haben sich auch in der Zwischenrunde siegreich durchgesetzt, so dotz an der Vorschlutzrunde neben den Süddeutschen nur noch der westdeutsche Meister Schalke 04 beteiligt ist. D«c übrigen fünf Verbände sind sämtlich aus» geschaltet Don den drei süddeutschen Mannschaften hatte nur „Bayer n" München mit ihrem Gegner Blühe. Die „Bayern" hatten in der zweiten Halbzeit ihres Kampfes gegen den Pol. SC Chemnitz (in Leipzig vor 30 000 Zuschauern> bange Momente *zu überstehen, ehe sie mit 3:2 (3:1) als glückliche Sieger den Platz verlassen konnten Verhältnismässig lcichb fertigte der 1. F E. Dürnberg in Hamburg vor 20 000 Zuschauern Holstein Kiel mit 4 0 (2:0) ab Die Dürn- ocigcr hätten noch hoher gewinnen können, aber sie verhielten sich in der letzten halben Stunde ongeficht» ihres sicheren Sieges sehr reserviert 2lud) die Eintracht Frankfurt brauchte nicht in Hochform zu sein, um im Frankfurter Stadion vor 20 000 Zuschauern den Berliner Weister TenniSborussia mit 3:1 (1:1) au schlagen Dabei verlegten sich die Berliner während des ganzen Kampfes ausschlietzlich aus eine recht geschickt geführte Defensive. Der vierte Teilnehmer an der Vorschlussrunde heisst, wie schon gesagt, Schalke 0 4 Der westdeutsche Meister konnte in Bochum in Anwesenheit von 30 000 Zuschauern dank seines technisch besseren Spieles den norddeutschen Meister Hamburger SD. verdient mit 4 2 (2:1) Treffern schlagen Die „Knappen" werden auch für ihren süddeutschen Gegner in der Dorschlussrunde eine ernstliche Gefahr sein. Oie Paarungen für die Vorschlußrunde. Der Spielausschuss des Deutschen Füssball-Bundes hat die Paarungen für die Vorschlussrunde der Deut- schen Meisterschaft wie folgt getroffen: In Dresden. Eintracht Frankfurt gegen FC. Schalke04 (Schiedsrichter Flachowfki, Werdau). 3n München: Bayern München gegen 1. FC Nürnberg (Schiedsrichter Fink, Frankfurt a. JR.). Großer westdeutscher Fußballsieg in Brüssel. „Diableß Rougcs“ mit 5:0 (1:0) geschlagen. Da der Westdeutsche Spielverband bei seinem Spiel in Brüssel auf die guten Kräfte von Scya.te 04 verzichten musste, gab man seiner Mannschaft für den Kampf gegen die belgischen „Roten Teufel" nur geringe Aussichten. Die „Diables Rouges" stehen an Spielstarke hinter der belgischen Hationalmannschaft nur wenig zurück Hm lo sensationeller wirkt der 5:0-(l :0-) Sieg, den die Rheinländer gestern im Heysels- Stadwn su Brüffel vor 10 000 Zuschauer> erzielt haben Es war ein vollkommen verdienter Sieg, denn die deutsche Elf zeigte das technisch und taktssch re:krc Spiel. Die Belgier können zu ihrer Entschuldigung lediglich anfubren. dass hr rechter Derteidiger *d)on bald nach dem Wechsel verletzt wurde und dass sie dann nur noch zehn Mann im Felde hatten. Die westdeutsche Clf spielte »n folgender Aufstellung Buchloh (Speldorf . Hund (Schwarz-Weh Esseni Bufch «Duisburg 99'. 3anes. Bender > beide Fortuna Düsseldorf). Plate (Köln Sülzi. Allbrechi Hochge'ang «beide Fortuna«. Pörtgen (Schwarz-Weiss Esten), Rasselnberg (Benrath). Kobieriki (Fortuna« Oie Meisterschaft im Arbeiier-Fußbatt. Nürnberg-Ost Meister. 3m Nürnberger Stadion kam gestern vor 10 000 Zuschauern das Endspiel um die deutsche Meifter- schatt im Arbeiter-Fusiball zum AuStrag. Sieger blieb die Mannschaft von Dürnberg - Ost. die über Koltbus 93 mit 4:1 Treffern einen verdienten Sieg davontrug. Das Autorennen aus der Avus. Bei dem von dem ADAC, gestern auf der Berliner Avus durchgeführten Autorennen, das einen ausserordentlich guten Besuch aufzuw-isen hatte, siegte Mansred v. B r a u ch i t s ch aus einem 8-Liter-Mercedes-BenA-Wagen vor (Sarra- ciola aus einem Alfa Romeo. Der Engländer Earl Howe gewann das Rennen der Wagen bis 1500 ccm in überlegenem Stil in 1,06,42,5 bei einem Stundenmittel von 176,9 Kilometer, zweiter wurde 3. D Dames - Cnglandi Austin) 1,23.53,8 (140.6 Stundenkilometer), dritter wurde Stein- weg-München (Amilcar) 1,24,02,6 (140,3 Stundenkilometer Schwerer Llnglückssall. De, den Rennen ereignete sich ein schwere« H n g l ü d. das einem der Mitsahrer, dem Fürsten L o b k o w i tz (Tschechoslowakei), das Leben kostete. Fürst L o b k o w i h fuhr mit seinem Wagen, einem Bugatti. mit grosser Geschwindigkeit m die Sudtchleiss' der Rennbahn, wurde habet au« der Dahn gedrängt, der Wagen, über den der Fahrer die Herrschaft verlor, flog bis auf den Bahnkörper der neben der 2lvu» lautenden Stadtbahn Fürst Lobkowin wurde in sterbendem Zustand in» Hildegard-Krankenhau» gebracht, wo er leinen Derlenungen bald danach erlag Heuer Weltrekord Hennes. Der Münchner Ernst Henne stellte am Samstag auf der Berliner Avus Bahn zwei neue Motorrad- Weltrekorde fur die 750 und 1000-cem-Klafse auf. lieber eine Stwckc von 5 km erzielte er eine Stun- dengeschwindigkcit von 218,7 km, womit er den Rekord des berühmten Engländers Wright um mehr als 5 km verbesserte. Handball-Finalisten ermittelt. Abschluß der Vorschlußrunden der OSB und VT. Reben der zweiten Runde um die Deutsche Fuss- bass Meisterschaft bildeten die Borschlussspielc um die Handballmeisterschaften der DSB. und DT am gestrigen Sonntag einen wesentlichen Bestandteil des -Sportprogramms Polizei Berlin — Polizei Weissenfels Fü das Manner-Endspiel der DSB. qualifizierten sich die Polizeimannschasten von Berlin und Weissenfels. Wahrend die Berliner in Dessau mit 16:5 (8:2) einen klaren und überlegenen Sieg errangen, dankt Wei sse nfe ls seinen 9:5. (4:2)- Sieg über Fürth in erster Linie der Tatsache, daß *ie Mitteldeutschen auch diesmal wieder auf eigenem Platze vor 10 000 für sie eingestellten Zuschauern spielen dursten; eine Belastung, der die „Klee- blöttler" nicht gewachsen waren. Für das Damen Endspiel haben sich SL. Lharlottcnburg — Eintracht Frankfurt qualifiziert Der Titelverteidiger SEE. schlug, in Dresden die Damen des SEE. überlegen 4:1, wahrend Eintracht Frankfurt in der Vorschlussrunde spielfrei war. Bei den Turnern gab es eine grosse Ucberraschung Zunächst konnte der TB. Worms Herrnsheim in Urefelb den TFK. Niederpleis 8:4 bezwingen und sich zum ersten Male für das Finale qualifizieren, ausserdem verlor die TiD. Berlin zu Haufe gegen den NiTB. Herren- Hausen-Hannover mit 2:5 (0:3), so dass die Berliner, die im Vorjahre erst im Endspiel gegen Krefeld- Oppum unterlagen, diesmal ausgeschaltet sind Tv. Herrnsheim — Mto. Herrenhausen heisst also die Parole für das Endspiel, und so kann es unter Umstanden dein Mittelrhein- kreis gelingen, feit acht Jahren wieder einmal eine deutsche Meisterschaft nach Hause zu bringen. vorwärts Breslau — Stabt SV. Frankfurt, die sich Ichon im vergangenen Fahre im Endspiel gegenüberstanden, haben sich auch diesmal wieder für das Damen-Finale qualifiziert. Der Stadt- fportocrcin schlug in Krefeld zuerst den TB. Kre- seid 55 mit 3:1 und bann die Turngemeinde Witten 5:1. Qn Berlin gewann Vorwärts Breslau zu- erst gegen TiB. 'Berlin 5:3 und dann gegen Die Hamburger Turnerschaft 6:1. „MM,AM!" Vornan von Gert Gothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall«. 21 Fortsetzung Flachdruck verboten! „Allerdings! 3hr versteht eben nicht, etwas aus solch einem Abend zu machen, ilnb du bist fdioii vollständig mit in der allgemeinen Prüderie versunken. Du. die schöne, einst so gefeierte Staute von Masfow. Sei kein Frosch und ziehe dich mal so an dass die Philister hier zu Salzsäulen werden. Du (ollst fehen. wie eine Frau gctoinnl, wenn sie d:e anderen überstrahlt. Denkst du vielleicht dein lieber Crnst weiss das nicht zu schätzen? Unb der blonde, lange Luderiy? Lehre mich die Männer kennen ... Sie find sich in diesem einen Punkt doch alle gleich. Eine bezaubernde Frau erreicht alles, die eigene. fefor wirtschaftliche und bescheidene, die wird höchstens betrogen. Ernst wird wohl auch nicht immerfort landwirtschaftliche Sitzungen haben, wenn er in die Stadt fährt." Traute zuckte zusammen. . ..Dorf ich dann fragen, weshalb du nicht be> deinem Manne geblieben bist, wenn du die Männer fo gut kennst und genau weisst, wie man sie zu nehmen hat?" Lila wurde blass Das ist nicht fern von dir. mutz gerade jetzt an ihn zu erinnern. Er ist ein Philister Er hat mir etwas übelgenommen, was cm grosszügiger Mensch einfach überfeben hätte ' 3em. Industrie Frank» surt a. M........... Scheideanstalt.......1° Goldschmidt.........0 RütgerSwerke........5 Metallgofellschast.......6 Philipp Hol,mann......6 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cemenlwcrk Karlstadt.....7 Watch L Frevtag......0 Schultheis Patzenhoscr ... 15 Aku (Allgemeine Kunstseide) ( Bcmberg......... 0 Zellstoff Waldhos.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer GaS........9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum.....6 Lrenstein & Koppel.....0 Leonhard Tietz ....... 8 SvenSla....... • 16 Cbade ......... Frankfurter Maschinen . . . c Grttzner . .........0 Mainlraftwerke Höchst a. M.. . « Süddeutscher Zucker .... 10 15,75 10 86 96 147 88 127,25 17,75 27 27 41,25 42 4,75 35,5 30 24 9,75 32,5 51 205 17 45 98 | Ät S 1 S 1 Ä 1 Sill 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 H l 15,65 9,5 85.5 97 146 87,75 26 41,75 52,5 35 33,5 29 76,25 10 31,5 22 51 10,4 203.25 14,65 85 95 145 84,75 .1 40 — 51 34 32,25 28,5 76 10 29 51,75 9,65 200,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 217. Banknoten. 21 Mai 23.Mai Amtliche Notierung Amtliche Dlolicrung Gelb Srlef Geld Dries Helsingfor» . 7.123 7.137 7,123 7,137 Wien.... 51,95 52.05 — — Prag . . . 12.465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . —— — —— — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 170,83 171,17 170,78 171,12 Ö-lo.... 77,07 77,23 77,22 77,38 Kopenhagen. 84,42 84,58 84,37 84,53 Stockholm . 79,32 79,48 78,92 79,08 London. . . 15,44 15.48 15.46 15,50 Buenos Aires 0.998 1,002 0,998 1,002 Neuyork . . 4,209 4,217 4.209 4,217 Brüssel. . . 59,04 59,16 59,10 59,12 Italien. . . 21,65 21.69 21,65 21,69 Parts . . . 16,605 16,645 16,605 16,645 Schweiz . . 82,34 82,50 82,34 82,50 Spanien . . 34,77 34,83 34,57 34.63 Danzig. . . 82,77 82.93 —— —- Japan . . . 1,319 1,321 1,319 1,321 Rio de Jan.. 0.319 0,321 0,319 0,321 Jugoslawien. 7,423 7,437 — —— Llliaboo . . 14,09 14,11 14,09 14,11 Berlin, 21 Mal Geld Amerikanische Sloten....... 4,20 4,22 Belgische Noten.....«... 58,88 59,12 84,23 84,57 Englische Noten . . ........ 15,40 15,46 Französische Noten........ 16,57 16,63 Holländische Noten . ....... 170,46 171,14 Italienische Nyten........ 21,66 21,74 Norwegische Noten........ 76.90 77.20 Deutf «^Oesterreich. * 100 Schilling Rumänische Noten........ 2.49 2,51 Schwedische Nolen........ 79,14 79,46 Schweizer Noten......... 82,16 32.48 Spanische Noten. ....... 34,63 • 34,77 Ungarische Note« ........ ! 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H « o : ' ta 2 ®*a 2. 6)2 flt HO Lrße SonntoS® ^mSild-r^' 5eima H fltitig^11 ®°Ä^] ^ ~a 3 s 3 S Sie rr?Ä» £»•* Lien an der neuen wochenendebeen (em Zeitpuntt Md au nad) den derMe« Berlin jutudt« Brüning wird dem wahrscheinlich 'N d nächsten Woche, tcrschrisl oorleger Die Berliner Blät des bevorstehendeni J bürg hin. Die ..® große Bedeutung d beim Leichspräsidei osfcnbare, daß bereit frage die Bede l< Reichspräsidenten ri sche" lChristl. Gew klärung des preuhis die Preuhensraktion regierung die gegen die Pcrsc Kurs des Leich Iie Haltung des prc: praktisch jedeB Iländigung mit listen in Preuß in Preußen werde a Verhältnisse i aber sei nicht zu se listen sich Brüning i könnten, denn ihr Iii der Sturz des Leiche der LeichÄabineiis Kurswechsels reiche sachen auszeschlosier Sinne seiner bishe ergänzen und altert müssen. Bach der 1 werde in der nächs schassen werden. - kal»Anzeiger" Ansicht, dah ihm Leichswehrmii Hierbei spiele der Halse mit der L steriums zu beausl Courier" idem.) dost der Leichs v. Ium wieder zusai Ende der Lausc wehr einberusc lchcin. als ob alle; ju Beginn der Kons, dcn sollten. Besch, nicht vor. - Scr -Völkische « «»cm Artikel se J, ber angekündigt ?ung Die Aotveril lchnst des Leii * M fcj* KÄS'. « -^chsprasident = o a, o y s-Z:- - —. 2— ? W 3: S2 ö Präsidenten^^ ?e SgS?'; ?rotcff der At, ®'S?9«n di. mr- " 'N«, Y”," u, steuer J.eJ°ni>er d"ie^L'»ch . ren. ($r Vc n9clt. -"UgercK b,^n ist juugeruna?uClbcn dann xnul x” Krl 'bren ffpieU ^rden. S"i ft o 6>?Z gfea = 6) araa 6)~ 3 A y 3 6) A 3 3 6) 3 y 3 6)"§ 3 2.^ 3 3 6) 3 6) 3 3 3 6) 3 A'f 3 3 y 3 3 3 A 3 3 3 6) y 3 3 3 3 y 3 3 2 6) 3 yy 3 6i 6) 6) 6) Aco @3' S 3 3 6) 6) 5=? 3" a 3- c? = a- S 0) =-a 3 = •tS ’ 5 O 3 3 o 0) 3 3 ö" a~ ts- ^61 s3 w aO 61* = “• -=? 05 5—a yZa' ,6) 6)5 ’iäfr “a3!''Ä y-- s'a = ?=3 “ 5 a § I’?' 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