llr.45 $rffes Blaff 182. Jahrgang Dienstag, 25. Zebruar 1952 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Potfdfedtonto: tr«»it»n ammain iism. frutf IN» Dtrlag: BrfiMW HwiierfiliU-Bad,- im» Skht»rurift!eitmig NI» Keschäfktzele: Schiliiratz« 7. üanahme cor Lnzeiqe» für die lagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe fir ?lnjeiaen von 27 mm Breite örtlich 8, ausmärts 10 Reichspsennig: für Ne. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschnft 20*. mehr. Cheftedattteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in Giehen. Erscheint täglich,anger Sonntag» und Feiertag«. Beilagen: Vie Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Dfeiels Beiegsprels: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ZerRfprechanschlüsse nnlerSantmeImimmer2251. Anschrift für Drahtnach. nchten: Anzeiger »ietze«. Oie Sanierung der deutschen Großbanken. Zusammenschluß vonOresdnerBank und Oanatbank.— Oie Commerz- undprivai-Bank nimmt den Barmer Bankverein auf. (Starke Abschreibungen und Kapitalzusammenlegungen mit Hilfe des Reichs für Herstellung einer neuen gefunden Basis. Berlin, 22. Febr. (WTB.) Dor Vertretern der Prelle berichtete heute abend Reichssinanz- Minister Dietrich über die V a n k e n f a n i e - rung. Dabei führte der Minister u. o au«: Der heutige Tag zieht die Bilanz auS den Ereignissen, die sich feit anderthalb Jahren vollzogen haben, insbesondere aus der starken Rückziehung der kurzfristigen Kredite des AuS- lands. Wäre Deutschland eine ruhige allmähliche Abwickelung seiner Kredite von vornherein ermöglicht worden, so wären der Bankcn- zusammenbruch im Juli und die in seinem Verfolg eingetretenen Kreditverkürzungen und Schrumpsungen der Wirtschaft gar nicht oder sicher nicht in diesem Umfange cuigctrclcn. Die Regierung hat geglaubt, entscheidendes Gewicht daraus legen zu müssen, dast allevierGroh- banken am selben Tage, nämlich an dem heutigen, mit einer offenen Darlegung über den Gtand ihrer Verhältnisse herauskommen und dast gleichzeitig nach erfolgter Bereinigung die Reukonstruktionen bekanntgegeben werden. Oie Oresdner Bank. Der Dresdner Dank, deren Stammkapital bisher 100 Mill. Mk. betrug, haben wir damals vom Reich in Form von Schatzanweisungen ein Dorzug s a k t i e n k a p i t a l von 300 Millionen Mark gegeben, daS in der Zwischenzeit zum kleineren Teil bar eingezahlt ist. An Reserven hatte die alte Dank 34 Millionen Don den Stammaktien befinden sich 34 Millionen im Besitz der Bank. 66 Millionen Stammaktien, sind noch im freien Derkehr, bzw. in den Händen des Reiches. Um die Verluste der Bank abzudecken, wird zunächst der Reservefonds mit 34 Millionen gestrichen. Durch Zusammenlegung von 66 Millionen Stammaktien im Verhältnis von 10:3 werden {ietponnen rund 46 Millionen Mk Um die Der- uste der Dank zu decken, ist notwendig, dast da« Reich auch diese Dorzugsaktien, die künftig Stammaktien werden, z u s a m m e n 1 e g t. wobei es einen Rennbetrag an Vorzugsaktien von 100 Milk. Mk. einbüht. Um die Dresdner Dank besonder« reichlich mit liquiden Mitteln auszu- statten. übernimmt die Golddiskontbank von den durch das Reich der Dresdner Dank zur Verfügung gestellten Aktien 48 Mill. Mk. mit einem kleinen Agio. Diese Mastnahrne bezweckt vor allem, der Dresdner Dank die lieber» nähme der Danatbank zu erleichtern. Die Reserven mit 30 Millionen und eine Ausgleichsreserve stellt das Reich der Dank zur Verfügung in Form von belcihbaren Papieren. Austerdem ist noch ein Kredit in erheblichem Ausmast vorgesehen und darüber hinaus eine bare Zahlung deS Reiches für die Abfindung der Angestellten in Höhe von 20 Mill. Mk. Sie Darmstädter und Aationalbanl. Die Danatbank wird mit der Dresdner Dank zusammengelegt werden. Zuvor ober wird die Danatbank bereinigt in folgender Weise: Von ihrem Gesamtkapital von 60 Millionen Mk. befinden fi Reichspräsidenten.zur Annahme einer Wiederwahl nicht nur dankbar anerkennen, sondern dast sic auch seine Wiederwahl im Hinblick auf die austenpol,tische Lage des Vaterlandes für dringend erforderlich halten Der Aufruf lautet: „3n der Stunde des Entlcheidungskampses um Deutschlands Wehrhoheit unb Tributsreiheit hat Generalseldmarschall von Hindenburg sich entschlossen. noch einmal die schwere Bürde des Reichspräsidenten anzunehmen Hindenburg verkörpert uns deutsche Gottesfurcht unb Treue im Dienst des Daterlanbes. eisernes Pflichtbewuht- lein unb deutsches Soldatentum. Ehrfurcht vor ber eigenen Geschichte gebietet dem deutschen Volke, vor seiner Perlon inneren Machtkampf unb Streit der Parteien schweigen zu lassen. Hindenburg verkörpert dem Auslände das Deutschtum, bas es ehrt und achtet, an besten Zukunft es glaubt. Das deutsche Volk schuldet ihm Dank, dast es ihn in dem entscheidenden Ringen um seine Befreiung einsetzen darf. Hindenburg verkörpert bes beut* schon Volkes Einigkeit, für die er als getreuer Mahner seine Stimme erhebt. Sein Rame soll bei ber Wahl des Staatsoberhauptes bie alte Schwäche innerer Zerrissenheit überwinden helfen unb ber Welt bezeugen, dast Deutschland einig ist im Kampf für Dasein, Freiheit und Ehre ber Ration." Das Endergebnis der (Sanierung. „Menschlichem Ermessen nach alle Gefahren behoben." HiilerundOüsterberg-iepräsidentschasts- kandidaten der Harzburger Front. 4411IV. •oyai Ttiofsn. Oslo ISE Stock! lt>0 5 Wien WAU ■r*/1 Prof. lang der Frage zu erreichen. za Dohna, Prälat S ch o e l l (Stattgart), Wendling (Stattgart). Das Kuratorium der Hinhenburg-Ausschüsse. Miere Enttäuschung im Mmelland. Oie Deuffchen befürchten neue litauische Gewalttaten zur gänzlichen Beseitigung der Autonomie. Berlin, 22. Febr. (VDZ.) Wegen ihrer Seltenheit ist eine Reichstagstagung heute zu einem Ereignis von ganz besonderer Bedeutung geworden. Das Interesse, mit dem die Öffentlichkeit heute die Reichstaassitzungen verfolgt, kommt ijx der starken Rachfrage nach Tribünenkarten und in dem Andrang des Publikums zum Reichstagsgebäude zum Ausdruck. Auch diesmal rechnet man wieder mit großen Ansammlungen in der Umgebung des Reichstagsgcbäudes. Die Polizei hat deshalb umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um das Reichstagsgebäude in einem bestimmten Umkreis abzusperren und Ruhestörungen zu verhindern. Der Montag stand im Zeichen der Vorbereitung der bevorstehenden Plenarveryandlungea. Es liegen .jetzt auch die Anträge der Ratio- nalsozialisten vor, und zwar ein Antrag, der dem Rcichskabinett das Mißtrauen ausspricht, ein Antrag auf Auflösung des Reichstags und ein Antrag, sämtliche Rotverordnungen seit 1930 außerKraftzu setzen. Für den Fall der Ablehnung des letzten Antrages sind Eventualanträge eingebracht, die die Rotverordnungen zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen, oder, wenn auch das abaelehnt wird, die Rotverordnungen und Verordnungen, die die Wahl- und Versammlungsfreiheit einschränken, während des Wahlkampfes außer Kraft sehen wollen. Die Deutsch nationalen haben neben ähnlichen Anträgen einen Antrag vorgelegt, wonach der Rundfunk während des Wahlkampfes allen tionalfozialiftcn angenommen. Der Ausschuß faßte schließlich gegen die Kommunisten den Be- schluß, die Regierung zu ersuchen, in Verhand- lungen mit dem ehemaligen großherzoglichen Hause einzutreten, um in Anbetracht der schwierigen Verhältnisse und der allgemeinen Rot eine N e u r e g e- Heule Zusammeulrilt des Reichstags Oie Mißirauensanträge her Opposition. — Am greifog wird hie Entscheihung erwartet. d. h. die national-litauische Fraktion, beauftragen, einen Kandidaten zu nominieren. Zweifellos würde der Gouverneur diesen Kandidaten ernennen, und dieser würde aus litauischen Kreisen sich seine beiden Landesdirektoren nehmen. Rach Bildung dieses Direktoriums durch den Gouverneur müßte dann der Memelländische Landtag zusammentreten. Es wird hier allerdings bezweifelt, daß der jetzige Landtag diesem Direktorium sein Vertrauen aussprechen würde. Die Folge wäre dann die Auflösung des Landtages und das Ausschreiben von Reuwahlen, die nach Art. 12 des Memel- Statuts sechs Wochen nach der Auflösung stattzufinden hätten. Für diesen Fall rechnet man in litauischen Kreisen mit einem starkenMan- datszuwachs. Deutschland fordert Einschreiten der Signatarmächte. Berlin, 22. Febr. (ERB.) Die deutsche Regierung hat ihre bei den Signatarstaaten des Me- melstatuts akkreditierten diplomatischen Vertreter beauftragt, Schritte zu unternehmen, um mit Rachdruck darauf hinzuweisen, daß entsprechend den am Samstag gefaßten Beschlüssen des Dölker- bundsrates der Haager Gerichts Hof an- g e r u f e n werden soll, um die Frage her Rechtmäßigkeit der Abberufung des Landesdirektors Böttcher von der Memelregierung zu prüfen. Angesichts der Entscheidung des Völkerbundsrates im Memelkonflikt, die trotz der formalen Vorbehalte des litauischen Außenministers Zarznius die L a g e im Memelgebiet als anormal präzisiert und die Rotwendigkeit von Maßnahmen zur Verhinderung einer Verschlimmerung der Lage ausgesprochen hat, muß Deutschland entschieden darauf bestehen, daß wieder gesetzmäßige Z u st ä n d e im Memelland herbeigeführt werden und die Signatarstaaten des Memelstatuts ihrer Pflicht entsprechen. dem Trauergeläut der Dresdener Kirchen n a ch d e r Hofkirche bewegt, überall von einer ehrfurcht- voll schweigenden dickten Menschenmenge begrüßt. Die Hofkirche ist durchflutet vom herben Hauch des Lorbeers. Schwarze Draperien schaffen ein stimmungsvolles Dunkel. An den Seitengängen sind die Kränze und Blumen gehäuft, daran seidene Schleifen im leuchtenden Schwarz-Weih- Rot, in den Reichs-, Landes- und Stadtfarben. Feierliches Glockengeläut kündet das Herannahen des Trauerzuges. Am Eingang der Kirche empfängt Bischof Gröber ben toten König und geleitet den Sarg nach dem Platz vor dem Hochaltar, wo die Aufbahrung erfolgt. Fähnriche der Infanterieschule bilden Spalier. Orgelklang rauscht auf, Fahnen umsäumen die Kirchengänge, Schiss und Emporen sind bis zum letzten Platz gefüllt. Bischof Gröber nimmt die stille Einsegnung des Toten vor. Dann zieht der ganze Trauerzug noch einmal an dem Sarge vorbei. Offiziere halten die Totenwache. Am Mtar brennen die Kerzen. Kürzung der Beamtenbesoldung ebenfalls herabzusetzen, wurde mit den drei Stimmen der Antragsteller gegen die Kommunisten bei sechs Enthaltungen der Nationalsozialisten und des Zentrums angenommen. Ziffer 3 des sozialdemokratischen Antrags, der eine Volksab- st i m m a n g im Falle eines negativen Ergebnisses der Verhandlungen mit dem großherzoglichen Haus verlangt, wurde nicht zugelafsen, da Volksabstimmungen Parteisachs sind. Der sozialdemokratische Antrag, der verlangt, daß die Regierung bei der Reichsregierang die Vorlage^eines Gesetzes beantragen soll, das die Länder ermächtigt, die Zahlangen an die ehemaligen Landesfürsten vorläufig einza stellen and ihre Abfindung entsprechend der staatlichen Notlage durch Landesgesetz neu zu regeln, wurde mit den Stimmen der Antragsteller gegen die Kommunisten bei Stimmenthaltung des Zentrums und der Na- Oie japanische Offensive zum Stehen gekommen. Schwere Kämpfe bei Tschapei. Schanghai, 22. Febr. (WTD.) Rach dreitägigen schweren Kämpfen ist die japanische Offensive überall zum Stehen gekommen. Der rechte japanische Flügel befindet sich in vorgeschobener Stellung bei Kiang- wan, das die Chinesen hartnäckig halten. An der Front bei Tschapei haben die Chinesen die Offensive ergriffen und versuchen, die japanischen Linien zu durchbrechen, doch scheitert ihr Vorgehen an den dicken Sandsackwällen und Stacheldrahtverhauen der Japaner. Die Kämpfe waren sehr verlu st reich auf beiden Seiten, sogar die Japaner geben 300 Tote und Verwundete zu, doch meint man, daß sie noch größere Verluste erlitten haben. Die Chinesen sollen 500 Tote und 1500 Verwundete verloren haben. Die Verluste der Zivilbevölkerung sind wahr- Berlin, 22. Febr. (WTB.) Das Kuratorium der Hindenburg-Ausschüsse ist heute abend zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Den Vorsitz des Kuratoriums hat Geheimrat Duis berg (Leverkusen) übernommen. Es wurde ein Arbeitsausschuß unter dem Vorsitz des Landrats a. D. Dr. G e r e k e, MdR., gebildet. Das Kuratorium fordert zur Bildung von Landes- Ortsausschüssen auf, soweit dies noch nicht geschehen ist. Durch eine D o l k s s a m m l u n g soll weitesten Kreisen Gelegenheit gegeben werden, die Wiederwahl des Feldmarschalls durch Geldspenden zu fördern. Die Hauptgeschäftsstelle des Arbeitsausschusses befindet sich in Berlin, Prinz - Albrecht - Straße 9. Gruppen und Kandidaten zur Verfügung gestellt wird. Die Kommunisten haben besondere Miß- trauensanträge gegen das Gesamtkabinett und den Minister Groener eingebracht. Auch sie verlangen die Auflösung des Reichstags und die 'Aufhebung der Notverordnungen. Hinzu find neuerdings noch Anträge gekommen, die Zahlung von Polizeikosten an die Länder und namentlich an Braunschweig einzustellen, alle Lebensmittelzölle aufzuheben und den Brotpreis auf den Stand von 1913 zu senken. Die Deutsche Volkspartei hat den Beschluß gefaßt, ebenfalls ein Mißtrauensvotum gegen das Reichskabinett einzubringen and bei der Abstimmung Fraktionszwang auszuüben. Die Volkspartei wird ihren Antrag mit einer besonderen Erklärung verbinden, in der die selbständige oppositionelle Stellung der Partei hervorgehoben wird. Am Freitag sollen die Abstimmungen sowohl über den Wahltermin als auch über die zahlreichen Anträge stattfinden. In Kreisen der Regierung rechnet man auch diesmal wieder unbedingt mit einer Mehrheit gegen die Mißtrauensanträge. Mit der Deutschen V o l k s p a r t e i wird das Landvolk — das ergibt sich aus der Entschließung des Reichsparteiaasschusses — wieder gegen d i e Regierung stimmen. Das Schicksal der Mißtrauensanträge wird also, wie im Oktober, von der Entscheidung der Wirtschaftspartei abhängen. tim die Abfindung des Großherzogs. Finanzausschuß des Hefsifchen Landtags. Darmstadt, 22. Febr. (WSN.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags nahm mit fünf gegen vier Stimmen der Kommunisten und Nationalsozialisten die Regierungsvorlage an, die das Finanzgesetz des Jahres 1931 bis zum 3 0. September 19 32 erstreckt, da mit einer rechtzeitigen Verabschiedung des Etats durch den Landtag nicht zu rechnen ist. Dann befaßte man sich mit verschiedenen Anträgen der Kommunisten, Sozialdemokraten und Nationalsozialisten zur Abfindung desehemaligen Großherzogs. Die Regieruna erklärte, sie wolle zunächst die gesetzlichen Maßnahmen im Reichstag abwarten, erklärte sich jedoch bereit, inzwischen schon in Verhandlungen mit der Verwaltung des ehemaligen groß- herzoglichen Hauses einzutreten. Der kommunistische Antrag auf ent- schädi gangslose Enteignang wurde dann mit 6 Stimmen der Nationalsozialisten und des Zentrums gegen die Kommunisten bei sozialdemo- kratischer Stimmenthaltung abgelebt! t. Der sozialdemokratische Antrag, die Auszahlungen an den | ehemaligen Großherzog im Verhältnis der! Des Königs von Sachsen letzte Fahrt. Uebersührung nach Dresden und Aufbahrung in der Hoskirche. Dresden, 22. Febr. (WTB.) Ganz Dresden stand heute unter dem Zeichen der Llebersührung der Leiche des vormaligen Königs. Um den Bahnhof hatte sich eine ungeheure Menschenmenge an- gesammelt. Lim 9.15 Llhr marschierte d i e militärische Trauerparade mit der Fahnenkompanie, einem gemischten Bataillon Infanterie, einer Batterie Artillerie und einer Schwadron Kavallerie unter Führung des Generalmajors Beck auf. Vor dem Königspavillon hatte sich die Generalität der alten sächsischen Armee und das gesamte dienstfreie Reichswehroffizierkorps von Dresden versammelt. Kurz vor 10 Llhr erschienen die Mitglieder des ehemaligen königlichen Haases sowie die katholische Geistlichkeit. Der Wiener-Platz vor dem Bahnhof and die Zu- suhrungsstraßen waren von einer unabsehbaren Menschenmenge angefüllt, die im tiefsten schweigen verharrte, als gegen 10 Uhr ber Extra z u a mit der Leiche des Königs Friedrich August in der Halle des Bahnhofs einlief. Vier Unteroffiziere der Traditionskompanie hoben den Sarg aus dem Wagen. Stumm grüßten ihn die Mitglieder des Hauses Wettin, der Ministerpräsident Schi eck, Polizeipräsident Dr. Palitzsch und Ministerialdirektor Dr. Schettler von der Staatskanzlei Unter präsentiertem Gewehr der Trauer- kompanie der Reichswehr und unter den Klängen des Präsentiermarsches des Leibgrenadier-Regiments wird der Sarg auf die schwarzverhängte Geschützlafette gehoben. Der Trauerzug setzte sich dann in Bewegung. Hinter der Musikkapelle des militärischen Trauergeleites mit den Fahnen der alten Regimenter folgten die Batterie des Artillerie- Regiments 4 und die 6. Eskadron des Reiter-Regiments 12. Die Lafette mit dem Sarg wird von vier Rappen gezogen. Vorausgetragen werden d e s Königs Marschallftab und die Ordenskissen die Wettiner Hausfahne bedeckt den Sarg. Hinter der Lafette folgen Chorknaben, die Geistlichkeit, die Hofjäger und die Familienmitglieder des Toten hierauf das Offizierkorps. Auch der rangälteste sächsische General, Edler von der Planitz, gibt seinem toten Könige das Geleit. Dann schließen sich die Abordnungen der Kriegervereine aus dem ganzen Lande und zum Schluß die studentischen Verbindungen in Wichs mit trauerumflorten Fahnen an. Berittene Polizei schließt den Zug, der sich unter Memel, 22. Febr. (TU.) Die Spannung, die im Memelland allaemein in Erwartung des Ergebnisses von Genf herrschte, hat sich nunmehr gelöst. Man erblickt ober in dem Verhalten des Völkerbundes einen völligen Versager. Wenn auch Litauen noch keineswegs Recht erhalten habe, so sei die Entscheidung über die Streitfragen zwischen dem Memellande und der litauischen Regierung doch soweit hinausgezögert, daß dem Gouverneur des Memelgebietes Merkps ausreichend Zeit bleibe, um seine politischen Pläne zu verwirklichen. Man rechnet im Memellande bestimmt damit, daß trotz der Ratsentschließung nunmehr der zweite Pfeiler der Autonomie, der Landtag gestürzt werden wird, wie es Außenminister Zaunius in Genf ja bereits angekündigt hat. Man bezweifelt sehr, ob es bann überhaupt zu Neuwahlen kommen wirb. Sollten sie ben- noch ausgeschrieben werben, so bürsten sie unter bem Terror ber litauischen Behörben stattfinben unb ein völlig verzerrtes Bilb von ber wirklichen Volksmeinung im Mernellanbe geben. Die von litauischer Seite bementierten Gerüchte über bie Aufstapelung von Zivil- kleibung inben Kasernen bewahrheiten sich doch. Außerdem verlautet, baß an bie Truppen ber litauischen Garnisonen im Memelgebiet scharfe Munition ausgegeben worden ist. Man befürchtet allgemein, baß über kurzem bie Aktion vom Jahre 1923 burch litauische Truppen in Zivil ergänzt werden soll und man siebt den Folgen einer solchen Aktion mit größter Besorgnis entgegen. Kownos weitere Pläne. vor der Auflösung des Memeler Landtags. K o w n o . 22. Febr. (ERB.) 3n litauischen Kreisen hält man nach wie vor an dem Standpunkt fest, daß Litauen nach dem Memel-Statut vorgegangen sei. Da die Fraktionen der Mohr- heitsparteien es abgelehnt hätten, ein Direktorium aus ihrer Mitte zu bilden, würde der Gouverneur nunmehr die nächststarke Fraktion, In wenigen Tagen hat der Aufruf 430 000 Llnterschriften aus allen Devölkerungskrei- sen erhalten. LI. a. haben folgende Persönlichkeiten den Aufruf unterschrieben: Prof. Dr. Althaus (Erlangen); Baltrusch (MdR. Berlin); Bazille, Kultusminister (Stuttgart); Prof. Dr. von Beckerath (Bonn); General von B e r n u t h (Marburg); Prof. Dr. Brandi (Göttingen); Graf von Brünneck (Bellschwitz); D. Dr. Damaschke (Berlin); Geheimrat Prof. Dr. Deismonn (Berlin); General d I. von Dickhuth-Harrach; Geheimrat Dr. von Drganber (Berlin); General d. I. von Eisenhart-Rothe (Berlin): Gräfin von Francken-Sierpstorff, geb. Freiin von Stumm-Eltville; Abraham F r o w e i n , Vizepräsident ber internationalen Handeskammer (Elberfeld); General d. I. von Gerock (Stuttgart); Geh. Kommerzienrat Gribel (Stettin); Gräfin Günther von der Gröben Exzellenz (Berlin); Fürst Hatzfeld - Wildenburg; Geheimrat Prof. Dr. von Heck (Tübingen); Prof. Dr. Hem - p e l (Göttingen); Prof. Dr. Hötzsch (Berlin); Ernst Fürst zu Hohenlohe-Langenburg; Generalleutnant von Jacobi (Hannover); Generalleutnant von Kabisch (Stuttgart); General- superintendent D. Keßler (Berlin); Geheimrat Pros. Dr. Werner Koerte (Berlin); Prof. Dr. von Krehl (Heidelberg); Geheimrat Krupp von Bohlen unb Halbach (Essen); Freiherr von Landsderg-Steinfurt; Konterabmi- ral Lanz; Graf von Leiben, Geh. Justizrat in München; F ü r st von der Leien; Prof. Dr. Littmann (Tübingen); Dr. von Loesch (Berlin); Udo Prinz zu Löwen st ein-Wert- heim-Freubenberg; Geheimrat Prof. Dr. Erich Marcks (Berlin); General b. I. Graf von Montgelas; Gejanbter Graf von Moy (München); Geheimrat Dr. von Müller (München); Vizeadmiral Olbekop; General ber Artillerie Graf von Pfeil unb Klein-Ell- guth; Generaldirektor Dr. Piatschek; Vizeadmiral Graf von Platen Haller in und; General d.K. von Poseck; Wirk!. Geh.Rat Graf Pückler; Graf von Quadt-Jsny (München); Freiherr von R i ch t h o f e n - Boguslawitz; Prof. Dr. Ritter (Freiburg); Pfarrer Dr. Rit - t e r (Marburg); Dr. Paul Rohrbach (München); Wilhelm Schäfer (Ludwigshafen); General d.I. Schniewindt (Marburg); Generalleutnant Ritter v o n S ch o ch (München); Prof. Dr. Schramm (Göttingen); Dr. h. c. Gräfin von ber Schulenburg (Berlin); Prof. Dr. Schwarz (München); Lanbrat Schwede! (Marburg); Reichsgerichtspräsibent o. D. Dr. Fre iherr von Seckendorf; Geheimrat Professor Serin g (Dahlem); Professor Dr. Som bart (Berlin); General b. K. Freiherr von Steibel, Generäl d. I. von Staabs (Kassel), Geheimrat Prof. Dr. Stählin (München), Prof. Dr. Wagen- b o r f (Freiburg i. Br.), Graf von Walbburg- Zeil, Staatsininister Wallrafs, Frau von Wilamowitz - Möllenbors geb. Mommsen, Exz., Dr. Freiherr von W i l m o w s k i, Exz., General von Winterfelb (Berlin), General b.I. Ritter von Tylanber (München), Febor von Zabeltitz (Berlin), Paul E r n st (St. Georgen), General b. I. vonHülsen (Kassel), Burggraf T Sami & dem Graes E ' de schE'Vge Die „ iu Frciher^ £flU gesell^ Zeises r 3 'M Weg, H-Ät darauf, mun9t-hfirtc Fonu sicbcnkops 3- o ÄÄ Krcisöirckio Die Kosten d^ lasse L-mdSme» Weiter stand M -er Gemeinde 2 d r Krcisausschusses d 14 November iwi meindehebamme 2 ficht Der Kreise we Gemeinde De Genieindehebamme ein Wartegeld vor Dienstantritt ab fr tasche auf Kosten Streitwert 600 ® die Gemeinde Do vinziclausschuh. D Berufung als um Streitwert 1500 CQ Ferner wurde v Deutsch in Kreisamts Fried Dandergewerbesch gegeben und der schein erteilt. Die: dem Kläger zur La Doppelter; Burg In den vom 1 revisor Hermann 1 nen „Aktuellen Ar 4) lesen wir fi Ein Steuerpfliä denen Gemeinden beiden Wohnsitzgei in Höhe von je Z5 Er wehrte sich gcgc aber ohne Erfolg; mit Urteil vom 24. entschieden, daß de rerrr Gemeinden । TurgMaMeuer den mit dem volle Der Reichssimm Pellen Heranziehu sich aber an den gebunden. .Für 1931 ist, i sei, bestimmt Word sitz des Stcuerpfli steuerberechtigt ist 26. 1Ö. 1931 bie h, daß bei gleicher ienige Wohnsitz m. higfeit des Finanzc Veranlagung begrü Aationalsozio Die NSDAP, tn besetzten Saale des । ammlung im Nah l'dentenwahl i Der hessische Land -.".alsMr Red. Bewegung, Volk ohne Untersä LW B-9 Waben fest „ .?L Man könnt- -I onn< 1 die Seirfkm ?wßnal b-° «ate* j» der fionh/ 9' Die °we Ne 7°^wen ®.r,uni,*oge9 Serun9 wisset D b deu Diktatur oK °vder !? sichre« ^ichsn N" wer'den'm-«b° >then Musse.' States neK [o (?n. Iq dar schcinlich höher. Man erwartet, daß die japanischen Verstärkungen, die innerhalb der nächsten Stunden eintrefsen sollen, zwei Divisionen umfassen. Lieber Tschapei, wo ausgedehnte Brände wüten, liegen dichte Rauchwolken. Lim 9.30 LIHr überflogen acht japanische Flugzeuge den Flugplatz Hungjao, 16 Kilometer westlich von der internationalen Riederlassung, und warfen Bomben ab. Sämtliche chinesische Flugzeugschuppen gerieten in Brand. Alle dort untergebrachten Flugzeuge wurden vernichtet. Ein halbamtlicher japanischer Bericht besagt, daß die Chinesen während der Rächt nördlich von Kiangwan eine flankierende Bewegung ausführten, worauf sich schwere Kämpfe entwickelten. Aus aller Well. Raubüberfall in einer Kopenhagener Leihanstatt. In Kopenhagen drangen drei junge Männer in eine Filiale der städtischen Leihanstalt ein, bedrohten den allein dort anwesenden Geschäftsführer mit Revolvern, banden i hn an einen Stuhl und raubten 4 6 0 Kronen. Die Räuber entkamen, wurden jedoch am folgenden Tage in einem Restaurant der Innenstadt erkannt und verhaftet. Es handelt sich um einen Südjüten und zwei Deutsche aus Köln. Die drei Burschen behaupten, daß keiner der Revolver geladen war. Die beiden Deutschen haben sich seit einiger Zeit hier im Lande aufgehalten, um Arbeit zu suchen. Keiner der Verhafteten tft vorbestraft. Ein Auto vom Personenzug erfaßt. Auf der Fernstraße Oppeln —Beuthen, in der Nähe von Groß-Strelitz, durchfuhr ein Kraftwagen, in bem sich ber Versicherungsbirektor Stäbler aus Stuttgart unb ber Oberinspektor Köhler aus Oppeln befanben, bie Schranken eines Bahnüberganges. Der Wagen blieb auf den Gleisen ft eben unb würbe von einem Personenzug erfaßt. Stäbler büßte habet bas Leben ein; sein Mitfahrer würbe schwer verletzt. Schwerer Betriebsunfall im Zillertaler Großkraftwerk. Ein schwerer Llnfall ereignete sich im Zillertaler Großkraftwerk (Tirol). Als nach der Reinigung der Druckrohrleitung das Wasser wieder eingelassen wurde, sprang plötzlich die Rohrleitung auseinander. Ein etwa 50 Kilogramm schweres Sprengstück flog in den Maschinenrautst und traf den Maschinenwärter. Er wurde mit zerschmetterten Gliedern in einem Wassertümpel tot a u f gefunden. Bedeutender Sachschaden wurde durch die herumfliegenden Rohrteile angerichtet. Wahrscheinlich hatte sich Sand und Cis in der Rohrleitung gestaut, so daß sie durch den großen Wasserdruck auseinandergerisser^ wurde. Die Wetterlage. Montag'' den 22. Februar ^32, % Ufr O wolkenlos O heiter, o nalD Bedeckt. ® wolkig, • Bedeckt eRegc^ * Schnee oGraupeirt e Nebel K Gewit»».© windstille. sehr leichter osi nassiger Südsüdwest q stürmische» nordwesl Die Piene fliegen mit dem Winde. Die Beiden Stationen stenenden Zahlen oeBen die Temperatur an. Die Linien verBmden Orte mit.gleiche» tut Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Rach wie vor steht die Wetterlage im Zeichen der Luftzufuhr aus nördlicheren Breiten, wobei eine gewisse Wechselhaftigkeit zu erkennen ist. Während einerseits mildere maritime Luft aus Rordwesten bis zur Oder vordringt, bewegen sich anderseits jetzt wieder kältere nordöstliche Luftmassen über Rordostdeutschland vor. In dem Wechselspiel dürste zunächst die kältere Luft auch bis in unseren Bezirk Abkühlung bringen, aber wahrscheinlich nur vorübergehend, denn von Island und den britischen Inseln herunter hält der Herantransport maritimer Luft mit Temperaturwerten bis zu plus 10 Grad an. Aussichten für Mittwoch: Zunächst kühler, Temperaturen nachts wieder um Rull und etwas darunter wechselnd wolkig mit Aufheiterung, vereinzelt leichte Riederschläge, teils als Regen, teils als Schnee. Aussichten für Donnerstag: Wieder etwas milderes, vorwiegend wolkiges Wetter mit einzelnen Riederschlägen wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 22. Februar: mittags 3,3 Grad Celsius, abends 3,8 Grad; am 23. Februar: morgens 4,2 Grad Celsius. Maximum 4,7 Grad, Minimum minus 0,5 Grad. Erd - temperatureninlOZentimeterTiefe am 22. Februar: abends minus 0,6 Grad; am 23. Februar: morgens minus 0,6 Grad Celsius. — Riederschläge 0.2 Millimeter. Amtlich« wintersportnachrichlen. Vogelsberg; Hoherodskopf: Rebel, minus 3 Grad, 12 bis 15 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit ziemlich gut. Schwarzwald, Feldberg: Bewölkt, minus 4 Grad, 30 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut. Alpen, Garmisch - Partenkirchen: Klar, minus 8 Grad, 15 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. l0Men T»; J^oinetf. Ä.HÄ 8KZ: oi Wenb^ W i?0'“"' M te r ®e(f. »ta*** Aschen Ün^nntr ■■«•Äil !LLS ääg£e 'S'öz? .MÄ 8«&; 'oneniu9 erfaßt 7ZS-L --^LrL 6 schwer verletzt. °>°ll im Zillertaler istwerk. Mte M im 3i!lw F°‘)'. Als nach der 'hrleitung das Malier e- sprang dlöhlich auseinander. Sin oeres Sprengslück slvg a u if, und tras den Mo- 'öc mit zerschmettcrien ertumpel tot ausge- Sachschaden wurde durch teile angerichtet. Dahr- und Eis in der Rohr- sie durch den grohen gerrsse^ wurde. ttcrlflflt. * ((XL8wointe»«,,li^<2 "““’äs-““ Lin.cn w^dHOrire^ i». lftlgkeit iu.. . QU(t aus SSftSg lk,strtt5« i-»w >achts lv'ederum . Dieder ^onner^^ttrrinlt 4.2 ««SojV’.'V, :A"Kr S^S: 'S Ziemlich -neter * KJS»'*' DM- Aus der Provinzialhaupilladt. Dietzen, den 23. Februar 1932. provinzialausschußGihung. 3n der am SamStag im Regierung sgebäude zu Dietzen unter dem Vorsitz von Provtnzialdirettor G r a e f abgehaltenen öffentlichen Prooinziolaus- schußsihung wurden u. a. verhandelt: Dre Klage der Firma Sämtliche Riedesel Freiberrnzu Lifenbach, offene Handels- gefellfchaft in Lauterbach, gegen den KreiSdiret- ckor des Kreises Alsfeld auf Aufhebung des Polizeibefehls vom S. November 1931 Durch Po- lizeibefehl war es der Firma untersagt worden, das von ihr von Heinrich Kaiser V. in Storndors im Wege der Zwangsversteigerung erworbene WohnhauS zwangsweise räumen zu lassen, mit Rücksicht daraus, daß eine zwangsweise Räumung keineswegs notwendig und dah für die siebcnköpfige Familie Kaiser eine geeignete Mietwohnung in Storndors nicht vorhanden sei. Durch eine zwangsweise Räumung werde ein rechts- und ordnungswidriger Zustand geschossen. Das weitere Vorgehen gegen Kaiser sei *u unterlassen, bis dieser den Neubau seines Häuschens vollendet habe. Der ProvinzialauSschuh erkannte zu Recht, der Klage stattzugeben und den Polizeibefehl des KreiSdirektors des KrciseS Alsfeld aufzuheben. Die Kosten des Dersahren» wurden der Staatskasse aufcrUat Den Parteien wurde nach Der- kündung dieses Urteils dargelegt, auf welche Weife eine Verständigung zwischen Hausbesitzer, Mieter und Gemeinde möglich ist. Weiter stand zur Verhandlung die ‘Berufung der Gemeinde Do n st ad t gegen da- Urteil deS KreiSausschusseS deS Kreise- Friedberg vom 14 November 1931 in Sachen Wartegeld der ®c- meindeHebamme Anna Schultheis zu Dön- stadt. Der KreiSauSschuh Friedberg verurteilte die Gemeinde Dönstadt kostenpflichtig, an die Gemeindehebamme S ch u l t h e i - zu Dönstadt ein Wartegeld von 120 Mark jährlich von ihrem Dienstantritt ab zu zahlen und eine Hebammentasche auf Kosten der Gemeinde zu beschaffen. Streitwert 600 Mark. Gegen dieses Urteil erhob die Gemeinde Dönstadt Berufung an den Pro- vinzialousschutz. Der ProvinzialauSschuh wie- die Berufung al- unbegründet kostenpflichtig zurück. Streitwert 1500 Mark. Ferner wurde verbandelt die Klage deS Alfred Deutsch in Friedberg gegen den Drscheid deS KreiSamts Friedberg wegen Versagung deS WandergewerbcscheinS. Der Klage wurde stattgegeben und der beantragte Wanderaewerbe- fchein erteilt. Die Kosten deS Verfahrens wurden dem Klager zur Last gesetzt. Streitwert 500 Mark. Doppelter Wohnsitz — doppelte BlirgerHeuerpflicht. 3n den vom Wirtschaftsprüfer und Bücherrevisor Hermann W i l l zu Giesten herau-gegebe- nen „Aktuellen Steuersragen" (Rundschreiben Nr 4) lesen wir folgende-: Gin Steuerpflichtiger, der in zwei verschiedenen Gemeinden seinen Wohnsitz hatte, war von beiden Wohnsitzgemeinden zur Dürgersteuer 1930 in Höhe von je 750 Mark hcrangezogen worden. Gr wehrte sich gegen diese doppelte Heranziehung, aber ohne Erfolg: denn der ReichSfinanzhof hat mit Urteil vom 24. 11. 1931 — IV A 213 31 — entschieden, dah derjenige, der im Bezirk mehrerer Gemeinden einen Wohnsitz hat, für die Bürgerschaftssteuer 1930 in jeder dieser Gemeinden mit dem vollen Betrag steuerpflichtig ist. Der ReichSfinanzhof erkennt die in dieser doppelten Heranziehung liegende Hörte an, erklärt sich aber an den Wortlaut für das 3ahr 1930 gebunden. Für 1931 ist, wie zur Beruhigung mitgeteilt sei, bestimmt worden, dah bei mehrfachem Wohn- sitz des Steuerpflichtigen nur diejenige Gemeinde steuerberechtigt ist, die nach dem Stand vom 26. 10. 1931 Die höchste Bürgersteuer erhebt, und dah bei gleicher Höhe der Bürgersleuer derjenige Wohnsitz mahgebend ist, der die Zuständigkeit des Finanzamts für die Einkommensteuer- Veranlagung begründet hat. Nationalsozialistische Kundgebung. Die NSDAP, trat am Sonntagabend im vollbesetzten Saale des CafS Leib mit ihrer ersten Versammlung im Wahlkampf zur Ne i ch s p rö- f identen wähl vor die Oesfentlichkeit. Der hessische Landtagspräsident Prof. Dr. Werner als erster Redner erklärte u. a., die NSDAP, sei eine Bewegung, die sich an das ganze deutsche Volk ohne Unterschied des christlichen Glaubens wende. Er beschäftigte sich weiter mit der Verfassung von Weimar, die Ine innere Unfreiheit bedeute und die heute schon — mit Ausnahme des Artikel 48 — der (tzeschichte angehöre. Es gelte, die Ketten zu zerreißen, sowohl die des Diktats von Versailles, wie die der „Scheinverfasfiing von Weimar". Die NSDAP, werde einen Staat schaffen, der dem deutschen Volksaedanken, dem deutschen Volkstum, dem deutschen Menschen diene. Zur bevorstehenden Reichspräsidentenwahl erklärte der Redner u. a., die Leute, die im Jahre 1925 .'öinbenburg gewählt hätten, leien von feiner politischen Führung völlig enttäuscht. Der Zentrumsführer sei nicht Brüning, sondern Prälat Koos, über dem der Kardinalftaatssckretär P a c e 11 i und darüber der Papst stehe. Deshalb sei die NSDAP, nicht in der Lage, Hindenburg, dem sie alle Ehrfurcht entgegenbrinae, wiederzuwählen. Wie der Kandidat der NSDAP, heiße, stehe schon einigermaßen fest, er könne den Namen nicht nennen, aber man könnte ihn sich schon denken. Deutschland werde nach der Präsidentenwahl noch nicht ein politisches Paradies werden. Die NSDAP, werde aber stark eingreifende Maßnahmen treffen. Dann werde man die Reichswehr in die Hand bekommen, aber auch den Reichstag. Die Auflösung des Reichstages und der Länderparlamente werde folgen, anschließend eine Neugliederung des Reichs auf ftammlicher Grundlage. Das deutsche Volk könne auf eine ge- wisse Zeit nicht anders regiert werden, als durch die Diktatur einer gewissen Persönlichkeit. Die NSDAP, werde toi der Reichsprösidentcnwahl den Wahlkampf so führen, wie er bei der Ehre der Bewegung geführt werden müffe. Die NSDAP, sei um des deutschen Volkes willen gezwungen, ihren eigenen Weg zu gehen. — Bei einer Besprechung hessischer Fragen gab der Redner u. a. einige Klarstellungen. Hinsichtlich der Frauenarbeit wolle die NSu.AP. die Frauen überall da eingesetzt wissen, wo es am nötigsten sei, damit durch die Frau die deutsche Familie wieder emporgebracht werde. Die N«DAP. wisse, was unser Volk den Frauen und Müttern verdanke. Wenn eine Umformung statt finde und ein Mann an die Stelle einer Frau trete, die Frau aber die ihr von Natur aus gegebene Stelle ein- nehme, so sei das nur eine natürliche Zurecht- rüdung. Der Redner wandte sich weiter gegen die Behauptung, die NSDAP wolle die Pensionen beseitigen. Die NSDAP, denke nicht an die Aushebung von Pensionen, sie lehne ober Minifterpensionen ob und fordere an deren Stelle für eine aeroifk Zeit ein Uebergangsgeld, bis die in Betracht kommende Person sich einen neuen Wirkungskreis geschaffen habe. 3n den paar Wochen der bisherigen Land- tagstötigkeit fei es noch nicht möglich gewesen, aus Hesien das zu machen, was die NSDAP. erstrebe, zumal die hessische Politik wesentlich unter dem Ge fichlspunkt der Reichspolitik gemacht werde. Der Redner kündigte für die nächsten Wochen Anträge geaen die Konsumvereine, Warenhäuser und Ehape- aefchäste an. Zu den stürmischen Vorgängen im Landtag erklärte er, solche Dinge solle man nicht so tragisch nehmen: auch in früheren Zeiten habe e» in allen Parlamenten stürmilche Austritte gegeben. Die NSDAP, fei nicht gewillt, sich die Zeit zur Auflösung des Landtages vorfchreiben zu lasten. Es werde bald die Zeit gekommen fein, wo sie ave Landtage aufläfe auf Nimmerwiederkehr Studienrat Dr. Blank (Gießen) als zweiter Redner bedauerte zunächst, dah die NSDAP, jetzt gigen Hindenburg stehe, der sich im politischen Mampf schuhend vor die Parteien gestellt habe, die die NSDAP, bekämpfe. Für die NSDAP, gebe es kein Zurück, und wenn den Bundesgenossen der Führer nicht gefalle, sage sie mit Dell: „Der Starke ist am mächtigsten allein!" Sie schaue nicht rechts und nicht links, sondern geradeaus aufs Ziel. Die NSDAP, wolle auch nicht von dem jetzigen System das Staatsbürgerrecht für Hitler haben, sondern sie selbst werde es ihm verleihen. Er wies auf den Doungplan hin und bedauerte, daß Hindenburg die- ses Dokument unterschrieben habe. Die NSDAP, könne allerdings auch fein Paradies schaffen, aber die Reinheit und Ordnung im Staate verspreche sie dem Volke. Alles für das Volk und mit dem Volke, das nach den vielen Enttäuschungen wieder einen Hoffnungsschimmer in sich trage. Wenn die NSDAP, den enttäusche, dann verdiene sie, daß ihre Bewegung für immer verschwinde. Er hoffe noch, daß Hindenburg nach dem 23. oder 24. Februar den Reichstag nach Hause schicke und Schluß mache mit dem jetzigen System. Wenn er das nicht tue, bann müsse die NSDAP, schweren Herzens von ihm Abschied nehmen. Der neue Reichspräsident müsse nicht nur Präsident, sondern auch Führer (ein. Taten für Dienstag, 23. Februar. 1685: der Komponist Georg Friedrich Hönde! in Holle a. d. S. geboren: — 1855: der Mathematiker und Astronom Karl Friedrich Gauß in Göttingen gestorben: — 1863: der Maler Franz v. Stuck in Tettenweis geboren. Wtcftcncr Wochcnmarktpreise. • Dießen, 23. Febr. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten Kochbutter 90 Pfennig da- Pfund, Süßrahmbutter 130, Landbutter 110, Matte 25 bis 30, Wirsing 10 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 brS 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, älnter-Kohlrabi 6 bis 8. Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 biS 30, Feldsalat 100 bi« 120, Tomaten 63 biS 70, Zwiebeln 18 bis 20, Meerrettich 30 bis 60. Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartofseln 4, Aepfel 8 biS 15, Birnen 10 bis 12, Dörrobst 25 bis 30, Honig 40 biS 50, Nüsse 35 biS 40, junge Hähne 90 bis 100 Suppenhühner 80 bis 90: Käse 5 biS 10 Pfennig daS Stück, Tauben 60 bis 80, Gier 9, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 25 bis 30, Endivien 15 bis 30, Ober-Kohlrabi 8 biS 10, Lauch 5 biS 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln 3,00 bis 3.50 Mark der Zentner. Weißkraut 6,00 biS 6,50, Wirsing 10biS 15, Rotkraut 10 bi« 12 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Kaufmänn. Verein, Ortsgewerbeverein, 20 älhr. Neue Aula, Lichtbilder-Vortrag über..Sine Frühlingsfahrt zu den sonnigen Gestaden des Mittelmeers'. — Eafö Leib, 20 iUjt, Gastspiel-Abend Dellachini. — Hess. Hauptstelle für Pflanzenschutz, 20.30 Ufcr, Hörsaal II des Landwirtschastlichen Instituts, Senckenbergstraße 17a, Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstrahe: „Der Herr Du- tcauDorflefcer“. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, Dienstag, bleibt das Theater der Vorbereitung zum „Hauptmann von Köpenick" wegen geschloffen. Die 20. Vorstellung im Dienstag- abonnement wird verschoben. — Die morgige Erstaufführung findet als 20. Vorstellung irn Mittwoch- abonnement statt. Morgen, Mittwoch, 24. Februar, 19 Uhr, Erstaussührung des deutschen Märchens von Carl Zuckmayer: „Der Hauptmann von Köpenick" unter der Spielleitung des Intendanten Dr. Rolf P r a s ch. Mit dieser Erstaufführung schließt sich Gießen der großen Reihe deutscher Duhnen an, die dieses erfolgreichste Werk der letzten Spielzeit zur Ausführung brachten. Im Gegensatz zu anderen kleinen Theatern ist am Stadttheatcr Gießen gegenüber der Inszenierung einer größeren Bühne nichts gestrichen, es wird im Gegenteil ein Bild gezeigt, das bisher nirgends aufgeführt wurde. Die Titelrolle spielt Peier Fas sott. Beginn 19 Uhr, Ende nach 22 Uhr. — .Aktuelle Schicksalsfragen". Zu diesem Thema spricht in zwei öffentlichen Vorträgen der Mitarbeiter der Bewegung für religiöse Erneuerung, Dr. Herrn. HeiSler (München). Mittwoch. 24. Febr., behandelt er: »Die Schicksalslage der Gegenwart" (West oder Ost? Untergang des Abendlandes? Die Welt auf der Waage. Zukunft des deutschen Geistes.». Donnerstag, 25. Febr.: „Rätsel des menschlichen Schicksals" (zugleich ein Beitrag zur Frage des Selbstmordes), älmverfität, Hörsaal 41 (2. Stock), jeweils 20.15 ilfcr. (Siehe heutige Anzeige.) ee Keine Schiebung beim Milchpreis! Der Beauftragte des Reichskommisfars für Hessen und Hessen-Nassau teilt mit: Es gehen aus den Kreisen der Landwirte Klagen darüber ein, dah von einigen Händlern der Versuch gemacht wird, die Senkung des Milchpreises durch Reduzierung des ProduzenlenprciseS auSzu- gleichen. Es muß mit allem Ernst darauf hin- gewiesen werden, daß ein derartiges Verfahren unter keinen älmständen geduldet werden wird und daß Verstöße gegen die Anordnung betr. die Senkung des MilchpreifeS zur Schließung der betreffenden Geschäfte führen können. ** Oberheffifcher Kunst verein. Es sei schon jetzt darauf hingewiesen, daß am Sonnlag, 28. Februar, 11S Uhr, Herr Dr. Fritz Droop (Mannheim) einen kurzen Einführungsvortrog über die Maler der Gegenwart hatten wird. " SinestädtifcheDrennholzverstei- gerung finbet am kommenden Freitag in der Nähe der 7. Schneise statt. Siehe heutige Anzeige. ' Die Maul- und Klauenseuche ist in Mufchenherm und in Hof Düll erloschen. Die Sperrmahnahmen wurden wieder aufgehoben. •• Die Handels- und Gewerbebank wird am l.Mörz im Gasthaus „Hindenburg" ihre 73 ordentliche Generalversammlung abhalten, t-’c Mitglieder brr Bank feien auf die Einladung in unterem gestrigen Blatte besonders hingewiesen "Kricgervcrein Gießen. Man berichte! un«. Am Donnerstagabend fand die diesjährige Hauptverfammlung bc« Kriegervercins Gießen im .Postkeller" statt. Der erste Vorsitzende, Kamerad Landgericht«rat Trümpert, begrüßte zunächst die sehr stark befuchte Versammlung und übermittelte die Grüße de« 88iabngen Ehrenvorsitzenden und Mitbegründer« de« Kriegerverein- in Gießen, Kamerad Karl Mayer. Sodann gedachte er der drei Kameraden, di« dem Verein in den letzten Wochen durch den Tod entrissen wurden, und hob besonder- die Verdienste de« verstorbenen langjährigen Rechner« Ehr. W a a - hervor, der dem Vorstände 21 Jahre angehörte und stet« unermüdlich im Interesse de« Verein« tätig war. Hieraus ging der Vorsitzende zu geschäftlichen Mitteilungen über und wies besonders auf die verschiedenen älnterstühung-möglichkeiten für die in Not geratenen Kameraden und ihre Hinterbliebenen hin. Die Ausführungen schloffen mit einem .Hoch" auf da- Vaterland und den ReichS- präfidenten. Die Verlesung de- IlahrcSberichtes führte allen Mitgliedern die rege Dereinstätigteit vor Augen. Troy der Not der Zeit ist die Mit- aliederzahl nicht -urückgegangen, die Zahl der Kleinkaliber-Schützcn ist um da- Vierfache gestiegen. Der im verflossenen Verein-jahr verstorbenen zehn Mitglieder wurde in der üblichen Weise gedacht. Durch Kamerad Hartmann erfolgte fodann die Rechnungsablage, die ein günstiges Bild des Vermögen-- und KassenbestandeS ergab. An älnterstühungen wurden gewährt durch den Verein 157 Mk. und durch den Verband 235 Mark, an Sterbegeldunterstühung gewährte der Verein 1102,10 Mark. Mit dem Voranschlag für 1932 erklärte man sich einverstanden. Hierauf folgte die Dorstandswahl. An ©teile des verstorbenen 1. Rechner- Ehr. WaaS trat Kam. Hugo Hartmann, neu in den Vorstand gewählt wurden die Kameraden Karl Stroh als 1. Schriftführer und F. Kretschmer al- Beisitzer und Berater für das Versicherungswesen. Einen eingehenden Bericht über die Kleinkaliber-Hchieß- ablcilung und die Zugendaruppe gab Kamerad Aug. Wagner. Der Vorschlag, für die Kinder bedürftiger Kameraden warmes Mittagessen be» reitzustellen, fand allgemeine Zustimmung. Der Vorsitzende berichtete al-dann eingehend über da- Versicherungswesen und regte den Abschluß einer Sterbegeldversicherung mit der DertragSgesell- schaft an. Seine Ausführungen wurden durch den Vertreter der Versicherung ergänzt. Nachdem noch ein Kamerad dem Vorsitzenden den Dank deS Vereins für die mühevolle Arbeit im Dienste der Kameraden und ihrer Angehörigen ausgesprochen hatte, schloß der erste Vorsitzende die Versammlung. Deutschnationale Frauengruppe in Gießen. Man berichtet uns: äleberauS anregende Stunden verlebten die deutschnationalen Frauen Gießen« anläßlich ihrer Sebruar-3u- sammenkunst. Rednerin des Abends war die preußische Landtagsabgeordnete Frau Katharine H e r t w i g, die die Ferien deS Landtag- zu einer DortragSreise nach Baden und Hessen benutzte. 3n sehr klaren, lebendigen AuSsührungen besprach sie alle die wichtigen Fragen, die uns heute erfüllen — Abrüstung, Reichspräsidentenwahl usw. —, und wußte die Zuhörerinnen von Anfang bis zu Ende zu fesseln. Eine lebhafte Aus- fprache schloß sich an, wobei die Rednerin bereitwillig auf die vielen Fragen antwortete, die ihr vorgelegt wurden. •• Wintersport - Gesellschaftsfahrt nach Tirol. Eine Gesellschaftsfahrt nach Galtür in Tirol veranstaltet das chapag-Reisebureau vom 8. bis 22. März. Die Fahrt beginnt in Gießen und führt über Stuttgart—Lindau nach Landeck. Don dort besteht Anschluß mit Auto oder Schlitten durch das wildromantische Paznauntal nach dem Winter- fportplatz Galtür, am Fuße der Silvretta-Gruppe gelegen. Gattür inmitten eines sonnigen Winter- fportgebietes in 1600 Meter Höhe bietet sowohl dem Anfänger, wie auch dem Fortgeschrittenen ein interessantes Skigelände. Die Rückfahrt erfolgt über Landeck — Innsbruck — München (bortfelbft kurzer Aufenthalt), dann weiter über Frankfurt nach Gießen. Es besteht auch die Möglichkeit, nur an der Bahnfahrt teilzunehmen. Nähere Auskünfte durch das Hapag-Reifebureau, Seltersweg. Man beachte die heutige Anzeige. Schwurgericht Gießen. 'Gießen, 22. Febr. Diesmal hatte sich das unter dem Vorsitz de« Landgerichtsdirektors Cramer tagende Schwurgericht nur mit einem Fall zu beschäftigen. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung wurde von den Rechtsanwälten Dr. W a m f e r und Elsoffer geführt. Die Oesfentlichkeit war für die ganze Dauer der Verhandlung auSgefchlofsen. Nach dem öffentlich verkündeten Urteil hat das Gericht folgenden Sachverhalt als feftgestellt angesehen: Die Angeklagte W. au« Laubach war mit einer schweren Bauchfellentzündung in das dortige Krankenhaus eingeliefert worden. Cs ergab sich, daß sie in anderen Umständen gewesen und an ihr von dem Angellagtcn K. aus Rainrod bei Schotten mit Erfolg ein verbotener Eingriff vorgenommen worden war, der ihre Erkrankung zur Folge hatte. Zwei weitere Angeklagte aus Laubach wurden der Beihilfe für schuldig befunden. Einer hatte der W. die Adresse des K. verschafft, die andere hatte ihr einen Brief an K, in dem er nach Laubach bestellt wurde, aufgesetzt. 3m Gegensatz zu der Auffassung der Staatsanwaltschaft hielt das Gericht bei K. einen Beweis dafür, dah er gewerbsmäßig gehandelt habe, nicht für erbracht, erkannte aber trotzdem mitRäck- ficht auf die Gefährlichkeit feines Treibens auf eine Gefängnis st rafe von einem 3ahr und drei Monaten. Die drei übrigen An- geflagten wurden zu Gefängnisstrafen von je vierzehn Tagen verurteilt. Kommerzienrat Langst>off,Knedberg t WSN. Friedberg, 22. Febr. Der langjährige Präsident der Handelskammer Friedberg, Kommerzienrat Langsdorf, ist heute nachmittag gegen 14.30 ilbr im 71. Lebensjahre an den Folgen eine« Schlaganfalles verstorben. Langsdorf gehörte der Kammer aU Mitbegründer feit feinem Bestehen an. Er war zugleich Beigeordneter und Ehrenbürger der Stad: Friedberg. Weiter war er Ehrenmitglied des hiesigen Gefchichtsverein« und Ehrenvorsitzender der hiesigen Staat-Partei. Preußen. Arcie Wetzlar. > Wißmar. 22. Febr Unter starker Beteiligung der Mitglieder hielt die F r e i w i l 11 g c Feuerwehr ihre Generalversammlung ab. Brandmeister Wilhelm Tort gab in seinem Oahresbericht einen Ucbcrblid über die Tätigkeit der Wehr, erwähnte lobend die starke Beteiligung an den Hebungen und erinnert« an die Feier de« 25jähr,gen Bestehen«. Der Rechner Frm Rau erstattete den Kassenbericht, der einen günstigen Stand der Kaflenverhättnifse auswies. Der bisherige Vorstand wurde wiederaewähtt- — 3n der Reihe der Wintervorträge des Volksbildung« - Ausschusses hielt Lehrer Schnorr, Wißmar, einen Vortrag über .Die Kriege- und Notzeiten Wißmar« in alter Zeit". Er zeigte in packender und anschaulicher Weise die Geschicke de« Dorfe« während de« Dreißig- und de« Siebenjährigen Kriege«. Auf Grund de« Studium« der Gemeindeakten konnte der Redner viel WiffenSwerteS mitteilen. Lichtbilder unterstützten den intereffanten und sehr beifällig aufgenommenen Vortrag. LlrciS Biedenkopf. • Fellingshausen, 22. Febr. Der Jung- deutsche Orden (Bruderschaft Biebertal) hat in diesen Tagen in der freiwilligen Arbeitsdienst eine Kolonne von 26 Arbeit-dienstwilligen eingesetzt, die damit beschäftigt ist, in der Nähe de« Kruppschen Maschinen- hause« für die Gemeinden FellingShaufen und Bieber durch Rodung«- und Plamerung-arbeiten einen Sportplatz zu schaffen. Die 26 jungen Leute zogen mit Gesang, die Schauseln und Hacken geschultert, von Fellingshausen au«. Der Komtur oer Dallei Lahn-Dill deS Iungdeutschen Orben«, Herr Rolle, Ehringshausen, hielt, al- die Kolonne am Arbcileplan ongekommen war, eine hinc Ansprache, in der er auf die Bedeutung dieser Art Arbeit hinwie» und dabei dem Bürgermeister Wagner, sowie der Gemeindevertretung Fellingshausen dafür dankte, daß sie ihr wesentliches Teil dazu beigetragen haben, die Be- schästiguna dieser freiwilligen Arbeit-kvlonne zu ermöglichen. Jtunbfunfproflromm. Mittwoch, 24. Februar. 7.20: Frühkonzert. 10.20 bi« 10.50: Schulfunk: .Dreißig Mann auf dem Felde". Zwei englische Eollege-Mannschasten im Rugbykampfe. Hörbild von Paul Laven. 12.05: Konzert auf Schallplatten. 13.05 (Von Köln): MittagSkonzert. 15.15 bis 16: Stunde der Zugend. 17: Konzert des Rundfunkorchester«. 19.05 (Don Mannheim): .Rechenkniffe", Vortrag von Dr. Karl Menninger. 19.35: .Musikalische Grundbegriffe. Zhr Wesen und ihre Bedeutung", Vortrag von HanS RoS- baub. 20.05: Operetten-Komponisten von der ernsten Seite. 21: Eine Viertelstunde Lyrik: Ruth Schaumann. 21.15: Kannst du Goethe lesen? Versuch zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft zwi- fchen Funk und Hörer von Dr. Fritz Röthardt. 21.35: Orchesterkonzert: Kompositionen von Edvard Moritz. Gewilliauszug 5. Klasse 38. PreuhIsch.ESbbe«tfche (264. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewabr Nachdruck verböte» Auf jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gkwivne gefallen, onb »war je ehur aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 11. Ziehungstag 20. Februar 1932 8n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 »ftoinne (u 25000 M. 183576 4 »«totnne ia 5000 HL 185040 278620 12 iu 3000 HL 8797 44893 67279 27196? 295387 361616 58 »«teinne «u 2000 Hl. 1446 6595 6896 40171 68521 79562 91946 104824 114014 128504 159603 168837 229830 243739 244193 276052 279465 280119 291873 292144 305041 322014 328313 328451 338650 341017 385902 395552 395723 124 »f»inne ,u 1000 M. 2190 27391 27955 35399 40767 44587 46987 50450 51160 54691 54691 66372 66502 58859 90927 94230 94934 100373 103129 108779 168963 111491 117012 135547 155304 162084 166474 173102 180177 196344 200346 207247 208071 209867 219079 219643 227368 229727 241911 245194 265620 280297 280580 281014 281819 283937 291889 298105 298237 307763 312565 323086 325283 342304 346369 347891 361148 372169 378282 384727 384936 888069 180 «ttotnne ra 600 Hl. 11557 18165 22312 25162 26173 27016 28190 33829 37649 41585 42122 49339 50952 51739 53401 54619 67372 58060 61347 71113 77648 79383 89874 92827 98707 108457 110236 111505 115471 122437 123815 126341 128361 136111 137326 133914 139563 140369 146678 148141 149678 150420 153767 161135 175926 182306 184569 186497 186580 199415 203834 211099 213686 219718 223061 231454 235548 240310 240619 253552 255864 261335 267522 267555 267902 273400 276714 282721 282896 284851 288674 295189 300187 .303072 311015 315804 320193 328902 329935 340356 349546 354166 363915 366197 366841 369067 369406 371162 372603 388426 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 ®etoi«e |i 50000 HL 247348 2 eturtnne «n 1 0000 OL 12515 6 »ttomn« »u 5000 u 500 10218 10884 15825 16994 21158 21515 23444 2 321 40416 40948 4 6096 52197 53840 57140 60057 60231 66310 71498 78852 78914 89872 92949 94353 105006 108152 124424 133517 135273 140603 144383 144474 148816 155236 167408 199439 204568 204872 212446 213067 217421 229241 233831 246463 249298 250733 256142 257597 262082 237' 59 269385 275387 283941 294788 303290 304472 306356 311281 319565 325271 344449 351279 359748 369991 372033 383148 386240 388031 388745 38912» 392806 Im ®eroinntabe verblieben: 2 Prämien zu je 5COXJO, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 2000VJ, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 8 zu je 50000, 18 zu je 25000, 120 zu je 10000, 2») zu je 5000, 614 zu je 3000, 1818 zu je 2U00, 3684 zu je 1000, 598- zu je 500, 17896 zu je 400 M. Kirchliche Nachrichten. Eoaagelische Gemeinden. Mittwoch, den 24. Februar. Stadtkirche. 18 Uhr: 3. Passionsandacht, Pfar» afsistent fimelL Gießen, Telephon 2060 Gießen,. Telephon 2060 Die Gemeinde Stockhausen. Carle, Beigeordn. Stockhausen, den 23. Februar 1932. 1*43 D sollen am 1457C 8,0 für die ] 7lr.l4 über die Preisbil Heute abd.8 Uhr D El I APUIMI I im Cafe Leib öLLLAUnIlli Kirchenplatz, auf 1455 D Die Hausfrauenberatung Woll-Kolter Schlaf-Decken schnittlich Biber-Bettücher Pfd.28 und 324 Pfd.28 und 32-) 1449 A aus der Gießen andarbeit s”l,er,,e’ unseres neuen Heimes (Lehrküche und Arbeitsraum) im früheren „Einhorn", Verkauf im 1. Stock Auf Grund d nisse des Reichs 1931 (Aeichsgesel lässt sich nicht zurückholen Kataloge und Prospekte iiefertdieBrühl*sche Druckerei 6,0 rm 65,1 „ 41,0 „ 48,1 „ 49,8 „ Ab morgen Gießen Wir haben noch mehr als 200 Stück am Lager, die wir nicht über den Sommer wegpacken wollen. 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Schicksals“ (Zur Frage d. Selbstmordes) Universit. Hörsaal 41 (2. St.), jew. 20.15 Uhr Zur Unkostendeckung: Gesamtkarte 1 M„ Einzelvortrag 70 Pf., Erwerbslose freier Eintritt. Die Christ engemeinschaft Freilag, dem 26. Februar 1932, 9% Uhr, aus den Abteilungen 65, 69 u. 100 (Stadt- Bekanntmachung. Die vom Gesamtvorstandc festgelegte Satzung der israelitischen Religionsgemeinde Gießen, betreffend die Wahl des Vorstandes und der Steuervertretung liegt Sur Einsicht der Beteiligten acht Tage lang auf dem Büro des Unterzeichneten, Bahnhofstraße 76 I, und zwar werktäglich in der Zeit von 9—12, und 14—18 Uhr offen. Nur während dieser Frist können Einwendungen gegen den Inhalt der Gemeindesatzung erhoben werden. 1441D Gießen, den 23. Februar 1932. Der Borstand der israelitischen Neligions- gemeinde Gießen. Rothenberger. Unsere Mitglieder sind zu dein Mitt' wochabend 8.15 Uhr im „Hinde nburg" vom „Hubertus" MranstaltetenLicht- N-ldervortrag: Naturschutzparke in Deutschland und Oesterreich b.freiem Eintritt eingeladen. Freitag abend bei Hovseld Leseabend von Amtsgerichtsrat Fr. Gros. Rege Beteiligung bei beiden Veranstaltung, erwünscht. 1462D srische Zische für Mittwoch, Donnerstag, Freitag wald), Försterei Gießen, versteigert werden: Buchescheiter 1. und 2. Klasse, Eichescheiter 1. und 2. Klasse, Kiefer- u. Fichtescheiter 1. Klasse, Eicheknüppel, Zur Autzholzversteigerung in Watzenborn am 29. d. 2H. werden Nummerauszüge von Donnerstag, den 25. d. 2U., an unentgeltlich abgegeben. Gießen, den 22. Februar 1932. 1459D Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Kiefer- u. Fichteknüppel, „ Eichereisig 1. Klasse, 60 Wellen Buchereisig 3. Klasse, 30,0 rm Eiche- und Kieferstöcke, 10 Fichtederbstangen 1. und 2. Klasse. 3 u^a mmenkunfl: Licher Straße — 7. Schneise. Gießen, den 22. Februar 1932. o.K., prima Nordsee.... Pfd. 25,3 Nordsee-Schellfische mit Kopf.......Pfd. 40 und 254 Grüne Heringe.........3 Pfd. 55,) Filets.........Pfd. 35,45 und 50-3 Goldbarsch..............Pfd. 304 Frische Bückinge.... Pfd. 28 und 404 Rich. Grünewald Bahnhofstraße 27 0112a Telefon 3631 Continental. ADDI ER-, SALDIER-, Pult-Rechen- MASCHINEN Gen.-Vertr.: ELBERT Frankfurt a. M. Schillerstraße 12 Fernruf Hansa 26187 Reparatnrwerksttttte für Biiro-Maadiüien Wir laden unsere Mitglieder zur Eröffnungsfeier Ihr Radio soll klangschön hochselektiv leicht bedienbar sein! Deshalb müssen Sie einet« Elegante Maßanfertigung un eigenen Atelier Mk. 125. 138.- 148.- 158.- Maßkonfektion aus Maßstoffen mit einer Probe nach genauen Maßen angefertigt. . ,Mk. 89.- 98.- 108.- endlich und cs P ^Ä ^n Alpen hinter^ ^hrunj Segeny t ( TuS L md -milch Erinnert, mo 2-nde-La^ ff 8®?«^ dern ous fremder Avm gesund«', u Sa konnte es mH des großen IllchesMtorEim Nachruf. Am 22. Februar verschied nach kurzer, schwerer Krankheit im Evangelischen Schwesternhaus zu Gießen Herr Otto Jochim Bürgermeister im 53. Lebensjahre. — Die ganze Gemeinde Stockhausen trauert um den lieben Entschlafenen, der fast 20 Jahre die Geschicke unserer Gemeinde in vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit geführt hat. — Wir werden ihm über das Grab hinaus ein ehrendes Gedenken bewahren. BeWnimo! Am 20.d.M.,abends zw. 20 u.21 Uhr wurden in meinem Anwesen Bootbaus- straße 14 1467D 9 braungelbe Lege - Enten in roher Weise abgeschlachtet u. entwendet. Die Täter, 3 junge Burschen, mit Fahrrädern u. Rucksäcken wurden im Garten beobacht. Demjenigen, d.mir die Diebe namhaft macht, oder angibt, ivo dieselb. zu such, sind, Belohnung zugesichert. Milteileng. werden vertraulich behandelt. Emir Schmoll Biergrohhandlung und Eisfabrik. Für den Kle Mineralwasser s Ladengeschäften, 2 werdm hmsichtlick sätze schgeseht'. 1. In Ayvthele 41/2 Acichsps prvzentiger ergibt; bei 1 statthaft. D einzelnen Fl Mengenrab- 2. in einfachen ballen) darf der Gaststäti Pfennig je § Zuschlag zum 3. m Gaststätte, Dorführungei Dietungen nid geschähen uni lokalen) betrö bei einem 20 Reiche bei einem Nasche 2 bei einem , Nasche 2 be' einem Flasche 2 be> einem ( ~ aufschlag -öruttoverdier frei Verkaufs h Ergibt die Errc L^ennigen,s betTQ9e nach oben Ähs 91,1 ^rlm, den 9. Der ( 3c,r7*S^ or statt. Rer?? l9 iembet 1931 J.^tj einen u„r1 b's 29 ^'s^enräbs?^^>N> "erkunden ist ■ 9^en 6ig[L,n den ■, aller neu v Meifttt "9 >«r dj, 1 __ y 20"° &■ W Rabatt MflhßS In hervorragender QualitätkaufenSie lllUUUl am billigst, nur bei Rudolf Blum, Gießen, Steinstraße 63 1450 o Restauration Vogt Sonnenstraße 0ni4 Movse« Mittwoch: Mehelsuppe! Geöffnet bis 4 Llhr nachts 100 Rasierklingen a.f.Edelst. Haarsch. nur RM. 3.30 Nachn. d0Stück RM.2.20 „ Rasierkl. Spezialh. 0. Arnold, Köln-Lonßerid) (Verschiedenes | 800-1000JHL von Selbstgeb. geg. gute Sichert).u.gute Binsen sof. gesucht. Schristl. Ang. unter 01110 a. 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März, 1932 Zu obiger Fahrt werden noch Anmeldungen zur Bahnfahrt oder zur ganzen Gesellschaftsreise entgegengenommen. Näheres durch 1458D Hapag-Reisebüro, Seltersweg 89, Telefon 4197 Ur°terie Wjntn T*0/ 14ssa / Hubertus Mittwoch. 24. ^ebr. 8V«Uhr Hindenburg Vortrag Hölzel: Deutsche n. Oesterreich- ische Naturschutzparke. Gäste willkommen. Stadttheater tiießen. y7zo Mittwoch,24. ^ebr. 19 bis nach 22 Uhr 20. Vorstellung im Mittw och«Abonn. Gewöhnliche Preise Zum ersten Mal! Der Hauptmann von Köpenick Ein deutsches Märchen von Carl Zuckmnuer. 5637 qm onoi Garten am Wartweg, mit Wasserleit. u. jung. Obstbäum.ganz ob. geteilt zu verpacht. 6. Katz, Lndwigstr.45 üiüiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiniiiD Verloren Damen-Portemonnaie Samstag Seltersweg. Abzugeb. geg. Belohnung [,4S3D Bismarckstr. 4411. aniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiD Autofahrten! Wer übernimmt, dauernde Wochenfahrten ? 2Reisend. m.ca.100 Kilo Must. Sckr.Ang.m.Pr. u. 01117 a. d. G. 51113. 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Wie grost der Anteil des einzelnen an dem Werk war. wird sich nicht genau seststellen lassen, sicherlich wird man Bach einen maßgebenden Ein- slust zuschreiben müssen. Die Hauptquclle war das Evangelium Matthäi. daS sich mit seinem Passionsbericht vor den andern Evangelien durch besondere Anschaulichkeit auszeichnet. DaS Werk gliedert sich in zwei Teile. Der erste reicht bis zur Gefangennahme Jesu und zur Flucht der Jünger: der zweite umlaht die Ge- richtsszenen. die Kreuzigung und den Tod Jesu. 'Den vorbereitenden Handlungen des ersten Teiles steht die Erfüllung der Geschehnisse im zweiten gegenüber: im ersten mehr Feierlichkeit, lyrisch« Ausbreitung, im zweiten menschliche Leidenschaft, Dramatik. An den Höhepunkten des Geschehens bricht jedesmal die Erzählung dcs Evangelisten ab. und das soeben Erlebte wird in den Bereich musikalisch-religiöser Betrachtung gezogen in Arien und Chorälen, in denen sich die Stimmung einer idealen Gemeinde widerspiegelt. Man muh geradezu den Reichtum und dos besondere Geschick ;i Bachs in der Auswahl der Ehoralzeilen bewun- ! dern. mit denen er die Stimmung der einzelnen Szenen cinfängt. Dem für eine musikalische Ausdeutung so ergiebigen Texte entspricht der klangliche Apparat, den Bach hcranzieht. um den mannigfachen Abstufungen in dem Erleben der Lcidensstimmung Ausdruck zu verleihen: neben den Solisten zwei Ehöre und zwei Orchester. Die doppelten Ehor- und Instrumentalkörper werden besonders in den leidenschaftlich erregten Massenchörcn zu einem Mittel stärkster Ausdruckskraft. indem Bach beide Gruppen gesondert führt und sie auf der Höhe des Affektes sich zur Bier- stimmigkeit verdichten Iaht. Die grohangelegten Stimmungsbilder tm Eingangs- und Schlustsahe erhalten ebenfalls ihre Intensivierung durch die Doppelchörigkeit Dem Evangelisten und den redend cingeführten Personen weist Dach das Secco-Rezitativ zu: an besonderen Höhepunkten läht er aber den sonst berichtenden Evangelistenpart zum Träger des ihn bewegenden Mitgefühls werden. In der Erfassung der Gestalt Jesu sucht Bach dem Leiden des Menschensohnes durch menschliches Rochfühlen des Leidens nahezukommcn. Hier spricht er die Sprache des Schmerzes: Chro- matik. verengte Tonschritte, freie Rhythmik. Der Erhabenheit des Gotteslohnes verleiht er Ausdruck durch Diawnik, stufenweise Schritte. Drei- klängc und Bewegung in rhythmischer Gemessenheit. („Einsetzung des Abendmahls" ) Den oriolo- haften Pari Jesu heb er dadurch besonders heraus. bah er ihn durch das Streichquartett begleiten läht und so seinen Worten eine besondere klangliche Derklärung verleiht. Rur an der Stelle tiefster menschlicher Erniedrigung, bei den Worten am Kreuz: ..Eli, Eli". läht er den „Heiligenschein" erlöschen. Wo die Chöre Bachs unmittelbar in die biblische Handlung eingreifen, gibt er ihnen durchweg eine knappe gedrungene Fassung und erfüllt sie mit dramatischer Gespanntheit: so in der realistischen Wucht des „Darrabam"-Ausrufes oder in dem sich in höherer Tonlage wiederholenden fugierten Kreuzigungsrufe. Die BollSmenge mit ihrem „Sein Blut komme über uns" charakterisiert er in ihrer fast grotesken Ueberheblichkeit ebenso wie die Spottchöre. Ucberzeugtheit spricht aus dem kurzen Bekenntnis der Heiden: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen". Einen besonderen Leitgedanken verknüpft Bach mit den Choralsätzen. Die Melodie „O Haupt voll Blut und Wunden" läht er allein fünfmal wiederkehren, die Strophe ..Wenn ich einmal soll scheiden" wird zur erschütterndsten Stelle des Werkes, nicht zum wenigsten durch die jeder seelischen Regung Ausdruck gebende Satzkunst Dachs. Der erste Teil des Werkes wird von zwei grosten Choralhearbeitungen umrahmt. Der Eingangschor mit seiner inneren "Bewegtheit durch die Doppelchörigkeit wird gekrönt durch den 6 horal-Cantus firmus ..0 Lamm Gottes unschuldig .. ". die Choralphantasie „O Mensch, bewein dein Sünde groh". ursprünglich als Eingangs- chor der Iohannispassion gedacht, läht den ersten Teil der Passion mit höchstem Ausdruck verklingen. Die dichterischen Zutaten Ptcanders zum biblischen Text weisen auch nn Choranteil eine freiere Behandlung auf als die oben erwähnten Sätze: so in der Gcthsemaneszene, wo in das Tenor- Rezitativ ein Choral hineinkllngt und in der nach kommen den Arie ..Ich will bei meinem Ie'us wachen" sich die 6oloftimmc mit der Gegensätzlichkeit des antwortenden Chores verwebt. — Die Szene der Gefangennahme Jesu lästt Bach in einem Duett der beiden Jünger wiederhallen (..So ist mein IesuS nun gefangen"), die unheimliche Stimmung wird hier durch das Orchesterkolorit verstärkt, indem die Basse fehlen und Ber- halte die zitternde Erregung erleben lassen, dazu Zwischenruse des Chores ..Lästt ihn! Haltet! Bindet nicht!" Plötzlich bricht entfesselte Empörung in dem elementar bewegten Chor durch: „Sind Blitze, sind Donner." Den Schlustchor des Werkes, zu dem ein Rezitativ hinführt. könnte man als eine Chorarie bezeichnen, er verleiht dem Ganzen einen ergreifenden, mild verklärenden Ausgang. Den Solisten ist eine grobe Zahl von Arten Vorbehalten, die jede in ihrer individuellen Schönheit das Höchste darstellen, was Dach zu geben vermochte. Den Arien gehen meist Rezitativ« voraus, die von dem Orchester in gleicher Weise begleitet werden wie die Arien. Diese Ariososähe unterscheiden sich vielleicht nur durch ein stärkeres Hervortreten des deklamatorischen Momentes von den nachfolgenden Arien: in der musikalischen Dedeutung wie in der Ausdruckskraft stehen sie ihnen durchaus nicht nach Weil sie in ihrer inneren "Bewegung dem -heutigen Musikempfinden besonders nahekommen, bevorzugte man sie oft vor den Arien. Arioso wie Arie begleitet Dach gern mit Soloinstrumenten: in die Degleitungsfiguren läht er häufig charakteristische. malende Tonsymbole einfiteben, die Text und Musik um so inniger verknüpfen. Dr. H. Zeitschriften. — Auch die Italiener teilen bis zu einem gewissen Grade das Schicksal der Deutschen, ein -Dolk ohne Raum" zu sein. Wie es jetzt versucht, durch Trockenlegung von Sumpfgebieten neuen kulturfähigen Grund und Doden zu gewinnen, schildert der bekannte Politiker und Historiker Dr.Paul Rohrbach im neuesten Heft der Leipziger .Illuftrirten Zeitung" iDerlag I. I. Weber». Ein weiterer, ebenfalls reich illustrierter Artikel ist dem Andenken des groben Amerikaners George Washington gewidmet, dessen Geburtstag sich am 22. Februar zum 200. Male jährt«. Aubcrdem findet der Leser in diesem Heft neben Wertvollen Kunstbeigaben zahlreiche Text- und Dildbeirräge aus den verschiedensten Geb.cten des Wissens und des Gebend: wir vernehmen von den letzten deutschen Ausgrabungen in Mesopotamien, gehen mit dem Dildberichterftatter durch di« ..Grüne Woche" in Berlin, sehen in den besten Photos alle wichtigen Dokumente der Tagesgeschichte u. a. m *Vor Sonnenuntergang", Schauspiel von Gerhart Hauptmann. DaS Deutsche Theater in Berlin hat den Anspruch. das erste bedeutende „literarische Ereignis" des Winters herausgebracht zu haben, während die Spielzeit sich bereits den Sommer - Programmen nähert: Gerhart Hauptmanns Uraufführung 0 r Sonnenuntergang, ein vieraktiges Schauspiel, dessen Titel an des Dichters erstes Drama erinnert. Er schasst noch einmal das „Friedenssest", aber jetzt ist die Handlung sozial in ein höheres Riveau erhoben und kreist um das Goethe-Wort „Ein alter Man,' ist stets ein König Lear", das auch einmal auf der Bühne gesprochen wird. Kurzer Aufrist der Handlung: der Geheime Kommerzienrat Clausen — siebzigjährig wie Hauptmann selbst - - wird noch einmal von der Liebe zu einem jungen Mädchen ergriffen, dos er heiraten will: seine Kinder widersetzen sich, aus sehr materiellen Rücksichten, diesem Bor- haben und treiben den alten Mann durch ein alsbald eingeleitetes Entmündigungsverfahren in «inen Wutausbruch: ein Schlaganfall macht seinem Leben ein Ende. Diese Handlung, die vom Dichter zunächst sepr zögernd, beinahe lässig und breit ausgenommen wird, steigert sich im dritten Akt — einem Friede nsfeft"-Akt — zu spannender Bewegung und endet auch, im letzten, unter starken dramatischen Spannungen. Rach so viel lebloser literarischer Mache in diesem Winter sieht man wieder einmal blutvolle Menschen auf der Bühne: Resignation und Zuversicht. Bitterkeit und Humor sind gerecht abgewogen: kleine Episoden, die aber immer dem Ganzen dienen, wechseln mit erregten Austritten: Aufbau und Oekonomie zeigen die sichere Hand des Dichters, der in dieses Drama manches aus feinem eigenen Leben eingeflochten haben mag, wie er es in seinem ..Buch der Leidenschaft" dar stellt. Hervorragend wirkte an diesem Abend Mar Reinhardt, dessen Leitung in einem wundervollen Zusammenspiel unmerflid) hinter jedem Eah stand. Im Mittelpunkt der grofjartigen Aufführung stand die überragende Leistung von Werner Kraust (Geheimrat Clausen): neben ihm vor allem Helene Thimig in der Rolle der jungen Inken PeterS. — Die Ausführung war ein literarisches und gesellschaftliches Er- eignis ersten Rang?S: Hauptmann. Re nhardt und Kraust muhten sch zuletzt immer wieder zeigen. A. Dicns'ag, 25. Sebruar (952 des Abends Die Turner hatten m ihrem Tnr- bmdungsfturmer eine Schusttanone, die den Kampf entschied. Hervorragend« Einzel- wie auch eine geschlossene Gesamt.e.ftung gaben dem Treffen besondere» Gepräge Rach diesen Ergebnissen sah man nunmehr die Mannschaften de.' MännerturnvereinS. der Universität Oiehen und die Polizisten von Büsbach in der Zwischenrunde der Gruppe I. Tv Butzbach. Gr osten-Du leck und Heuchelheim kämpften um die weitere Teilnahme an den Spielen der Grupp« II. 'Die Zwischenrunde: Tv. 1 8 4 6 Butzbach Tv. Grosten-Bu- seck 1 5 (0.1). Ein austerordentlich schnelles aber sehr hartes die Grenze d«S Erlaubten streifendes Spiel. Die Busecker waren im 6türm belfer und errangen trotz der energischen Verteidigung der Butzbacher einen klaren Sieg. Mtv. Giesten äl n i p e r H t ä t 4 : 5 (1 : 4). Cin Spiel, da» mit Recht al» iabelhaft bezeichnet Werben durfte Ein Kamps, der von Anfang bis zu Ende die Zuschauer in Spannung hielt Zur Halbzeit führte di« Universität mit 1 4 Toren und man glaubte kaum mehr bah Mtv das Ergebnis wesentlich verbessern könnte Rach dein Wechsel kamen die Männerturner grost in Fahrt, liehen den Studenten nur noch einen Torerfolg zu. holten ihrerseits aber in großartiger Manier drei Tore auf. gegen die der Torhüter schlechterdings machtlos war. Die Entscheidungen fallen Tv. Heuchelheim — Tv. Drosten-Bu- seck 1: 3 (0 2). Sie Heuchelheimer konnten den rasanten Angriffen der Dusecker nicht standhaltei'.. Diese waren immer etwas besser und liehen sich den Sieg nicht ernsthaft streitig machen. Grosten- Duseck in der Ausstellung Doti. Pfeiffer, Dalfer: Scheid: Ost er he Id. Seipp. Hahn, ficherten sich verdient die Meisterschaft der Gruppe II Ein grostartigeS Finale der Beranstaltung war daS Spiel um den Sieg der Gruppe I zwischen der Universität Giesten und der Butzbacher Polizei. Das Tressen endete mit dem knappsten aller Ergebnisse. Mit 1.0 behielten die Studenten nach einem sehr scharfen, abwechselungsreichen. vor allem sehr schnellen Kamps die Oberhand. Die Polizisten machten vergebliche Anstrengungen, sie konnten den Torhüter nicht überwinden und mustten sich ehrenvoll geschlagen bekennen. Die Mannschaft der Sieger Lott: Riemann, Frey: Schmidt: Windisch. Schott. Wolf. Das Programm des Abends brachte neben diesen Kämpfen noch ein F a u st d a l 1 s p i e l zwischen den Mannschaften des Postfport- vereinS Frankfurt und dem Turnverein 1846 Giesten. das die Gäste auS der Groststadt nur mit dem knavpen Unterschied von zwei Punkten (29: 27) für sich entscheiden konnten- Einige Mitglieder deS EiSvereinS gefielen mit ihren Darbietungen im Rollschuhkunstlauf sehr gut und ernteten verdienten Beifall. Die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit darf als ein groster Erfolg bezeichnet werden E» wäre zu wünschen, wenn man in Zukunft dem Hallen» Handballspiel auch in Giesten breiteren Raum schaffen würde. Geräte Wettkampf Lang-Göns — Friedberg — Buhbach. Der Geräte-Wetlkampf. der am vergangenen Sonntag in der Turnhalle zu Lang-GönS stattfand. gestaltete sich zu einem turnerischen Grost- Ereignis. Den Kamps entschied die ausgeglichenste Mannschast, die Mannschaft deS Turnvereins Lang-GöNS mit 457.5 Punkten vor Fried - berg mit 439 Punkte:, und Butzbach mit 404 Punkten für sich. Ausführlicher Bericht folgt. Nr. 45 Zweiter Blatt (äiefjener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Die Spiele der Vorrunde: Tv. 1846 Butzbach — Df L. Wcylar 4 3 (1 : 2). Der überaus harte, technisch nicht sehrhoch- stehende Kamps endete mit einem verdienten Sieg der Duybacher. Die Mannschaften Waren sich nahezu gleichwertig und kämpften hartnäckig um den Erfolg. Tv. Wetzlar — Universität Giesten 3:5 (3:3). Die beiden Mannschaften der Gruppe I lieferten sich cin sehr schönes Spiel Die Studenten erwiesen sich als die besseren, die Wetzlarer hatten aber mit ihren Torschüssen viel Pech. 2n der ersten Halbheit waren die Wetzlarer durchaus gleichwertig. Die Tore der ersten Halbzeit fielen in der Reihenfolge 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3 und 3:3. 1900 Giesten — Drosten - Buseck 1 3 (0 :2). Das Spiel war weniger eindrucksvoll, da die Glestener nicht ganz auf der Höhe waren. Die Grosten-Dusecker waren sehr flink und blieben, ohne ernstlich gefährdet zu sein, Sieger. Tv. 1846 Giesten — Polizei Butzbach 2:2 (0:0). Obwohl die Turner meist leicht im Dorteil lagen, vermochten sie nicht den Sieg zu erringen. Hervorragend waren bei beiden Mannschaften die Torleute, an denen die Stürmer immer Wieder scheiterten. Ein zweites Spiel (2x5 Min), sah die Polizei mit 0.3 im Vorteil 1846 fiel in diesem Wiederholungsspiel wesentlich ab und konnte die Erfolge deS Gegners nicht verhindern. Tv. Heuchelheim - T v. Pohl - Göns 3:2 (1:0). Zwischen den beiden Turnermannschaften sah man einen rassigen Kampf, in dem die Mannschaft von Heuchelheim immer leicht im Feldvorteil lag. Der Kamps Wurde sehr flott, teilweise sehr hart durchgeführt. Mtv. Giesten — "Bataillon 7:3 (2:2). Das Spiel war mit einer der schönsten Kämpfe Papst und Duce Don unserem römischen ^-Korrespondenten. Rom, Mitte Februar. 3m zehnten Jahre ihrer Macht sind sich Papst und Duce endlich begegnet. Roch im vorigen Sommer war es Pflicht de« römischen "Beobachters, Papst gegen Duce" zu schreiben, und noch fern 1 hinter den Alpen sogen Parteiftubcn diesen Gegensatz Rahrung. ,3ehn Jahre eine« erbittet en Kampfes zweier Weltanschauungen hc_ea hinter un« und man möchte hoffen, dast auch die zehn Jahre, die die grohe Konferenz in Genf von der groben Konferenz in Genua trennen, mit einem Frieden schlichen, der so ernst gemeint ist wie der römische. Der römische Friede! Darf man an da« alte Wort erinnern, das da besagte, nur ein Genie vermöge die römische Frage zu lösen? Es wurde daran erinnert, man wiederholte e« bi« zum Kehrreim, als am 11. Februar vor drei Jahren die Glocken der Laterankirch« über der Dersöhnungo- utkunde läuteten, die Mussolini im Rainen seines König- unterschrieb Man fang den Kehrreim, als gegen Ende des gleichen Jahres, am 5. Dezember 1929. zum erstenmal wieder feit dem Ende deS Kirchenstaates ein italienischer Herrscher Vatikan und Peterslirch« betrat. Ein König nach dem andern au« fremden Landen hatte den Weg nach Rom gefunden, nur nicht der König von Italien. Da konnte es nicht wundemehmen, dast zur Feier des groben Ereignisses, zur Umrahmung deS Besuches Viktor Emanuels III. bei Pius XI. das grobe Zeremoniell be« Vatikans, das funkelnde, glei- stende, prunkende Drum und Dran aufgeboten wurde. Und die gleich«, den» Königen vorbehaltene Ehrung erwie« nun der Statthalter Christi dem Statthalter Roms, der Papst dem Duce, «annjnan e« deutlicher machen, dast .Herr Mussolini" nicht, wie seine Gegner behaupten, blost ein beliebiger Ministerpräsident ist, sondern ein Ausgewählter deS Dolles? Dast er auch vor den Augen des Führers der katholischen Well i n öa« Amt de« Duce hineingewachsen ist, dessen Titel ihm seine Getreuen spontan verliehen? Der Papst, daran ist nicht mehr zu rütteln, hat diese Schilderhebung nunmehr gebilligt und uuch nach allsten hin sanktioniert, wie er eS schon tatsächlich tat, als er auSries, die Vorsehung selber habe dem italienischen Volke diesen austergewöhnlichen Mann gesandt. Gegen ein solches Zeugnis kommen die Kleingeister, die ihm die Gröhe absprechen, weil er nicht in ihr Format pastt, schwerlich auf Zweifellos entsprach die Tatsache, dast der Papst den Führer des Faschismus bisher nicht empfing, der Tatsache, dast trotz der Lateranverträge die Dinge nicht so liefen, wie man es da und dort erwartet hatte. Es ergaben sich Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung des Vertrages, die in dem gefährlichen Streit um daS Recht der Jugenderziehung gipfelten. Es ist heute ein offene« Geheimnis, dast cin neuer "Bruch zwischen Kirche und Staat oftmals näher lag als die Brücke zwischen Palaz/o Venezia und Vatikan, es lästt sich nicht so leicht vergessen, dast Worte fielen so scharf, wie nie während des Konflikts zwischen Quirinal und Vatikan. Damals stand einem klagenden Papst ebene n schweigender König gegenüber und man war geneigt, den .Gefangenen im goldenen Käsig" als unschädlich, als nicht so ernst zu betrachten, dast sich die Leidenschaft eine« Grostkampses lohnen könnte. Mussolini aber zog es vor, zu handeln, wie vor. so auch nach den Verträgen. Seiner Ratur liegt es nicht, unbequeme Unklarheiten durch Ernennung von Kommissionen und Untcrfommiffionen zu verschleiern, er pflegt die Dinge beim Rainen zu nennen. Aber auch Pius Xl. ist ein streitbarer Mann, in Handball in der Halle ist im Grunde nichts Reue«. In Frankfurt und "Berlin, in verschiedenen anderen Groststädten pflegt man im Winter diesen Sport schon seit einiger 3eit Für Giesten war eine Veranstaltung dieser Art neu. Aller- bing« trat al« Veranstalter nicht ein Giehener Verein, sondern der Polizeisportverein Butzbach auf. Der Erfolg lohnte dem Veranstalter Mühe und Risiko. Etwa 1100 Zuschauer batten sich eingefunden und verfolgten die Kämpfe, di« sich (etwaS reichlich lang) bis über Mitternacht hinzogen, mit gröstter Aufmerksamkeit. D>« ReichSwehrkapelle konzertierte und trug mit schnei- bigcn Darbietungen zur Unterhaltung bei. Ein eindrucksvoller Aufmarsch der Mannschaften und eine DegrüstungSansprache leiteten den Abend ein. Dann begannen sofort die Kämpfe. Die einzelnen Spiele wurden, das ist das besonders reizvolle am Hailen-Handballspiel besonders für den Zuschauer, in einem überaus schnellen Tempo durchgeführt. Die Spiele dauerten nur je 15 Minuten und so hatten die Spieler Gelegenheit, sich auszugcben, ohne befürchten zu müssen, eine zweite Halbzeit eventuell nicht durchhalten zu können. Das initreistende Tempo, liest icöc« der zehn. dzw. elf Spiele hochinteressant und jederzeit spannend erscheinen. Dast austerdem verschiedene ganz grobe sportliche Leistunaen zu sehen toarem verdient besonders hervorgehoben zu werden. Vor allem hatten die Torwächter oft genug Gelegenheit, ihr ganzes Können zu entfalten. Für die Kämpfe batten sich die Turner und Sportler zusammengeiunden Zwölf Hanb- ballmannfchaften bestritten das Turnier. Als verdiente Sieger gingen die Mannschaften der (Siebener Universität (Grupp« I) und Tv. Grosten-Duseck (Gruppe II) hervor. Die Lieger wurden au« den Spielen der Vorrunde über die Zwischenrunde durch die Endspiele ermittelt. her Schwelle stehen. Mussolini steht eine Sekunde Hill, durchdrungen von dem historischen Augenblick, dann — zieht s,ch auch der ÄammcrmcJter -urück Papst und Duce find allein. Riemand weist, nie Wird jemand Dori für Wort erfahren, was sie miteinander gesprochen. Sicher ist das eine: von Mussolini her wirb der katholischen Kirche niemals Gefahr drohen. Fester denn ]c sitzt sie al« Schlust- quaber im Staatsgebäude Gestern ist bie neueste Statistik über die Verteilung der Religionen in Italien heraus,',«kommen Danach sind 99.7 Prv- Sit der Bevölkerung katholisch. Eine derart gc- loHcne Staatsrelegion bildet eine Macht, bie ein Papst zu schätzen wissen wirb, wenn cin Duce sie ihm garantiert. Unb umgekehrt 3cit genug. Betrachtungen darüber anzustellen, sich .aus bester Quelle" unb unmittelbar .in vatikanischen Kreisen" bestätigen zu lallen, dast durch den endgültigen Verzicht der Kirche auf politische Betätigung einerseits unb die Anerkennung ber Azione (.auofica andererseits bie Reibungsllächen verschwunden sind, denn ber gesamte päpstliche Hof muh mit bem Gefolge Mussolinis sozusagen antichambrieren, solange b;e Unterredung dauert. ■Unb sie dauert! E» vergebt eine Viertelstunde, eine halb« Stund«, es vergeht noch einmal so viel. Eine volle Stunde Endlich cin Glockenzeichen, der Maestro di Camera öffnet Papst und Duce stehen sichtlich zufrieden nebeneinander unb die nun eintretenden faschistischen Würdenträger, die Mussolini bem Pontifex vorstellt, haben das Gefühl, dast es hier weder Sieger noch Befiegte gibt. Wieder einmal haben zwei Männer Geschichte gemacht. Handball in der Halle. Daö Turnier in der Volkshalle. Universität und Großen-Buscck alsSruppensieger seinem Eigenwillen und seiner Vorliebe für eine gehübte Feder dem Duc« nicht unähnlich. So fonnie c« nicht auSbleiben, dast bic Gegensätze aufloder- ten al« bie Azione Cattolica in gutem Glauben btc katholische Jugend organ.s eren. wieder Pfadfinder und wohl auch politisch den.ende Gruppen sammeln wollte, wa« die straffe faschistische Staat«- Organisation aber al« einen Eingriff in ihre alle anderen Parteien ausfchllestenden Rechte betrach- Ae. St'?Kr. 9'ng es zu weit, wenn faschistische Blätter bereits bie maskierte Wiederauferstehung ber (ungefähr bem deutschen Zentrum entsprechenden) Popolaripartei witterten, die den Sturm auf kirchlich« Versammlungslokale recht- artigen sollte aber auch da« päpstliche Organ, der Osservalore Romano, war nicht gut beraten, al« £r , 3orn des Himmels auf die Faschisten herabbeschwor. Sin italienischer Hauszwist, der im Ausland von KirchtumSpolitikern greulich mi^ verstanden Wurde. Mussolini trug heute den höchsten Orden seine« .ewigen Gegner«". alS er an den Hellebarden der Schweizer, am blitzenden Pallasch der päpstlichen Gendarmen, an den Robelgarden vorbei, ehrfürch- gegrüßt von Karbinälen unb Würdenträgern ohne Zahl, zu den Gemächern des Papstes hin- aufschritt. Durch den Thronfaal hindurch, in die Bibliothek, den Audienzraum Als die Türe aufgebt. sieht man den Papst schon in „rocchetto e mozzetta“, in seinem feierlichen Priestergewand an Wirffchast. 6127000 Arbeitslose im Reiche. Berlin, 22. Febr. (ERB.) Die Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug am 15. Februar 6 12 7 0 0 0. Das bedeutet eine Zunahme seit dem 1. Februar um 85 000. 3n unterrichteten Kreisen ist man der Auffassung, daß sich die Arbeitslosenkurve ihrem winterlichen Höhepunkt nähert, der voraussichtlich Ende Februar erreicht werden wird. Holzversteigerungs - Termine. Mittwoch, 24. Februar. Bürgermeisterei Brandoberndorf: Zusammenkunft im Gasthaus „Zum Bahnhof", 10 Uhr. Bürgermeisterei Staufenberg: Holzsubmission. Angebote müssen bis zum Mittwoch, 24. Februar, 14 Uhr bei der Bürgermeisterei eingereicht sein. * * Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 17. Februar berechnete Grobhandelsindexziffer ist mit 100,0 gegenüber der Dorwoche um 0,4 v. H. gestiegen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrar- stoffe 95,1 (plus 1,6 v. H.), Kolonialwaren 90,3 (minus 0,7 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 91,4 (minus 0,1 v. H.) und industrielle Fertigwaren 121,9 (minus 0,2 v. H.). Sranffurf schwach/ später fester. Frankfurt a. M., 22. Febr. Nachdem bereits am Wochenende das Geschäft nur kleinen Umfang angenommen hatte, war es auch zu Beginn des neuen Derichtsabschnittes ziemlich ruhig, da bei der Spekulation im Zusammenhang mit den schwebenden innerpolitischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten äußerst starke Zurückhaltung bestand. Besonders die Einberufung des Reichstages und die Dankenrepara- tur wirkten sehr geschäftshemmend, zumal keine Anregungen Vorlagen und auch das Publikum keine Orders hergelegt hatte. Der matte Verlauf der Reuhorker Wochenschlußbörse drückte auf die Stimmung, und auf kleine Abgaben der Spekulation, die nur zu ermäßigten Kursen Aufnahme fanden, neigte die Tendenz zur Schwäche, wobei jedoch auch markttechnisch die Abwärtsbewegung eine Rolle spielte. Mehr abgeschwächt waren Elektrowerte, IG.-Farben und Reichsbank, sowie Kaliaktten: die Rückgänge betrugen bis zu 3 v. H. An den Rebenmärkten stellten sich etwa Kursabschläge von 1 bis 2 v. H. ein. Private Bankaktien blieben zwar angeboten, doch nannte man die Kurse auf letztem Riveau. Barmer Bankverein waren dagegen stark gefragt und fest, da das wahrscheinliche Zusammenlegungsverhältnis 1:1 anregte. Als sehr fest konnte man am Montanmarkt Rheinische Braunkohlen mit plus 3 v. H. bezeichnen. Schiffahrtspapiere bröckelten weiter ab. Der Rentenmarkt verzeichnete ebenfalls schwächere Tendenz. Bei kleinem Geschäft ergaben sich überwiegend Kursrückgänge von 0,25 bis 0.50 v. H. Rhein. Hyp. Goldpfandbriefe waren stärker offeriert und gaben etwa 1 v. H. nach. Liquidations-Pfandbriefe blieben teils gehalten, teils büßten sie bis 0,5 v. H. ein. Don Industrie-Obligationen blieben westdeutsche Werte angeboten, elektrische Papiere gehalten. Reichsschuldbücher und Altbesitzanleihe verloren je 0,5 v. H. Etwas fester tendierten Frankfurter Schatzanweisungen und einige Kommunal-Obli- gationen. Im Schalterverkehr des Rachmittags wurde die Haltung fast allgemein etwas fester, ohne daß hierfür ein stichhaltiger Grund vorgelegen hätte. Wahrscheinlich hat die Spekulation, nachdem sie vormittags abgegeben hatte, wieder Rückkäufe vorgenommen, denn vom Publikum war auch jetzt nichts zu bemerken. Bei weiter stillem Geschäft zogen äG.-Farbenindustrie und einige andere Spezialwerte bis zu 2 v. H. an. Reichsbank lagen sogar 3,5 v. H. fester; man schätzte wieder eine bessere Dividende als zu Beginn des Verkehrs. Weiter fest blieben noch Barmer Bankverein; gegenüber dem Kurs vom Samstag betrug der Gewinn 10 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. 22-Jtbruar 23. Februar Bmillche Folierung Amtliche Notierung weid »riet Geld Brie Helsingsot» . 6,583 6,597 6,593 6,607 Wien. . . 49.95 50,05 49,95 50,05 Prag . . . 12,465 12.485 12,465 12,485 Bubaoefl . . 56,94 57,06 56,94 57,06 Sofia . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 170,33 170,67 170,23 170.57 Oslo . . 78,82 78,93 79,22 79,38 Kopentzage». 79,87 80,03 80,27 80.43 Stodbolm . 80,92 81,08 81,02 81,18 London. . . Buenos Aires 14.51 14,55 14.59 14,63 1,028 1,032 1 028 1,032 Neunorl 4,209 4,217 4.209 4,217 B rüffel . . 58,68 58,80 58,59 58,71 Italien . . 21,88 21,92 21.88 21,92 Paris . . 16,59 16,63 16,55 16,59 Schweiz 82,12 82,23 82,08 82,18 Spanien 32,77 32.83 32,67 32,73 Danzig 82,02 82.18 82,07 82,23 Japan . . 1.409 1,411 1,419 1,421 Rio de Jan.. 0,250 0,252 0,250 0,252 Jugoslawien. Ltliaboo . . 7,463 13,19 7,477 13,21 7,463 13,29 7,477 13,31 Banknoten. Berlin, 22-Februar Geld Bries Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten . ....... 58,55 58,79 Dänische Noten ......... 79,69 80,01 Englische Noten . ........ 14,47 14,53 ßollänbiidx Noten ........ 169,96 170,64 Italienische Noten ........ 21,86 21.94 Norwegische Noten........ 78,64 78,96 Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten........ 80 71 81 .06 Schweizer Noten. ........ 81.94 89.26 Spanische Noten. ........ 32.63 32 77 Ungarische Noten ........ Reichsbankdiskont 7 o. f>. Lombardzin ifuß S 0. h. Allgemeine Zurückha iung in Berlin. Berlin, 23. Febr. (WTB. Funkspruch.) .Im heutigen Telephonverkehr lenkte die nunmehr durchgeführte Bankenreorganisation die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Die Auswirkungen dieser Transaktion sind zwar noch nicht voll zu übersehen, man ist sich aber doch schon darüber klar, daß die Verdienstmöglichkeiten für die Banken in Zukunft, auch wenn die Sanierung für den Augenblick völlig geglückt sein sollte, von der Entwicklung der Wirtschaftslage abhängen muß. Eines weiß man aber heute schon sicher, nämlich daß das Reich durch diese Umorganisation finanziell erheblich belastet worden ist. Aber kein Opfer sei zu groß, wenn es mit ihm gelinge, das fehlende Vertrauen wieder zurückzuerlangen und den Weg zu einer Belebung der deutschen Wirtschaft und Ankurbelung der Industrie zu finden. Dies kann natürlich nicht von einem Tag zum anderen eintreten. Vor allem müßten auch alle störenden politischen Faktoren vorher beseitigt sein. So ist die Zurückhaltung der Kulisse heute durchaus verständlich. Da man auch noch nicht klar übersehen kann, wie sich das Geschäft in dem demnächst beginnenden Börsenfreiverkehr rein technisch abwickeln wird, und man noch mit der Ausarbeitung von Bestimmungen, die ein Freiverkehrsgeschäst vor der Börse unter- binden sollen, beschäftigt ist, so kann die allgemeine Zurückhaltung heute nicht verwundern. Obwohl es auch sonst an Anregungen fehlte, zeigten die Kurse recht widerstandsfähige Haltung, d. h. die gestrigen Höchstkurse hatten sich im Abendverkehr schon nicht mehr voll behaupten können. Auf wenigen Märkten war hiervon eine Ausnahme festzustellen. So neigten Reichsbankanteile im Gegensatz zu den sehr ruhig liegenden übrigen Bankaktien 3ur Schwäche, wobei man auf die starke Beanspruchung des Gewinnkontos durch die Banken- janierung hinwies, so daß die Dioidendenchancen für die Aktionäre darunter leiden könnten. Glücklicherweise steht auch die Klärung dieser Frage unmittelbar bevor, womit dem Markte bald die Unsicherheit genommen sein dürfte. Aber auch Bar» merBankverein-Aktien sielen am Bankenmarkt aus dem Rahmen. Sie setzten ihre sensationelle Steigerung auf Grund des günstigen Umtauschangebotes fort, so daß sich ihr Kurs in wenigen Tagen verdreifachen konnte. Sonst lagen die Tarifwerte etwas gebessert, Montan- und Kalipapiere etwa behauptet, Elektroaktien vernachlässigt. Schultheiß biteben fest veranlagt. Tietz erfuhren trotz einer Information, die von einer öprozentigen Dividende wissen wollte, keine Veränderung. Auch die Valutawerte lagen ruhig und nicht einheitlich; während Svenska zirka 2 Mark verloren, konnten die Otavishares zirka 0,50 Mark gewinnen. Festverzinsliche Werte blieben vernachlässigt. Frankfurter Eiermarkt. F r a n k f u r t a. M., 22. Febr. Tendenz: schwach. Die Rotierungen gaben in der abgelaufenen Woche teilweise nicht unerheblich nach. Da trotz der ermäßigten Preise der Konsum sehr schwach war, genügte das vorhandene Angebot vollkommen. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Vulgaren 6,75 bis 7; Jugoslawen 6,50 bis 7; Rumänen 5,50 bis 6,50; Holländer 6 bis 8,50; Dänen 6,50 bis 9; Flandern 7 bis 7,50; Schlesier 6,50 bis 7; Bayern 7 bis 7,50; Dt. Frischeier 6,50 bis 8,50; in» und ausländische Mittel- und Schmutzeier 5,50 bis 6. Oberheffen. Landkreis Gießen. X Wieseck, 22. Febr. Dieser Tage wurde mit dem Invaliden Johannes Rudolph der älteste Bewohner unserer Gemeinde zu Grabe gebracht. Er erreichte ein Alter von über 88V2 Jahren. In seinem Leben nie krank, ging er bis zu seinem 82. Lebensjahr nach Gießen in die Zigarrenfabrik von Georgi; am 8. Januar letzten Jahres konnte er mit seiner Gattin das seltene Jubiläum der diamantenen Hochzeit begehen. $ Alten-Buseck, 22. Febr. Seit einigen Jahren macht sich an den Zwetschenbäumen unserer Gemeinde die Zunahme der Zwetschen- s ch i l d l a u s stark bemerkbar. Bei einem unter Führung von Obstbauinspektor C n k l e r - Gießen vorgenommenen Rundgang des hiesigen Obstbauvereins durch unsere Gemarkung mußten sich die Teilnehmer davon überzeugen, daß fast der größte Teil unserer Zwetschenbaumanlagen derart stark von diesem Schädling befallen ist, daß ohne Vornahme einer energischen Bekämpfung an eine nennenswerte Zwetschenernte in nächster Zukunft nicht mehr zu denken ist. 51m auch den übrigen Obstbaurnbesihern die den Obstbäumen, besonders den Zwetschenbäumen, drohende Gefahr vor Augen zu führen, fand in der Rühlschen Wirtschaft ein Vortrag des Herrn Enkler statt, der sich hauptsächlich mit der Schädlingsbekämpfung befaßte. Die Ausführungen wurden mit sichtbarem Interesse ausgenommen. Die von Bürgermeister Becker anschließend gemachten Vorschläge über' die billigste und erfolgreichste Art der Bekämpfung fanden Zustimmung. Zum Schluß behandelte Obstbauinspektor Enkler noch weitere Gebiete des Obstbaues in interessanter Weise und beantwortete zahlreiche Fragen aus der Versammlung. • Allendorf (Lahn), 23. Febr. Eine amtliche Verkaufs st elle für Postwertzeichen ist bei Ludwig Lu h X I., Papier-und Schreibwarenhandlung, in Allendorf a. d. Lahn, Mühlstrahe 6, eingerichtet worden. Gleichzeitig ist Von Geld und Lebe. Vornan von (Stete von Saß. Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall« 19 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Rein, allerdings nicht", gab Rose zu. „Er ist, wenn man so sagen darf, ein Elitechauffeur. Wann geht er denn?" „In einer Woche." „Ranu, hattest du denn nicht monatliche Kündigung mit ihm ausgemacht?" „Ree, dummerweise nur wöchentliche. Im Anfang hielt ich das für geratener — nachher blieb es so " Roses Interesse für diese Angelegenheit war erschöpft. „Bitte, Achim, gib mir mal dein Roti^buch nebst Bleistift, ich muß mir einen ungefahren Ueberschlag davon machen, was ich morgen zu besorgen habe." Er reichte ihr das Gewünschte. „Darf ich ein Blatt herausreihen?" „Bitte." Während sie schrieb und rechnete, sprachen die Herren in gedämpftem Ton miteinander. Ihr Gespräch ging um die Rose, die der Kommerzienrat in Dorschlag gebracht. Achim meinte, daß man die doch jetzt aufschieben müsse. „Warum das?" fragte Münchmeher. „Wir haben ja.noch sechs Wochen bis zur Hochzeit. Jetzt bin ich gerade noch arbeitsfrei. In vier bis sechs Wochen ist das schon anders. Es stehen allerhand große Dinge bevor — Unternehmungen, die meine ganze Kraft beanspruchen, die Riescngewinne versprechen. Ra. du wirst sie ja miterleben. — Also fürs erste reisen wir. Heute vormittag war ich in der Grohbeerenstrahe. Deine Stiefmutter hat endlich zugesagt, mitzukommen. Darum ging es mir. Run soll's auch losgehen, ohne Aufenthalt. Uebermorgen rutschen wir ab. Schadow bringt uns noch bts Borkum. Dielleicht gelingt es mir ja auch, ihn zu überreden, daß er noch über den Juni bleibt. Ru — wollen mal sehen." Rose blickte von ihrer Rechnung auf, ihren Dater an. „Papa, du muht mir ein paar tausend Mark geben." „Wozu?" „Wie du fragst?" Sie schüttelte den Kopf. „Du wünschst, dah wir innerhalb sechs Wochen heiraten, mithin müssen doch Anschaffungen gemacht werden." „Was denn? Cs ist doch alles da. Dix Wohnung ist vollständig eingerichtet, deine Aussteuer hast du bereits bestellt, wird also mit Rechnung zugeschickt werden. Also waS ist noch nötig?" Rose wurde ungeduldig. „Roch sehr vieles — ich kann das jetzt nicht aufzählen. Jedenfalls brauche ich Geld." Hans-Achim empfand diese Unterredung peinlich. erhob sich und trat auf die Veranda, deren Tür weit offen stand. Er mochte nichts mehr von den Verhandlungen, die mit immer größerem Eifer zwischen Vater und Tochter geführt wurden, hören. Unten im Garten sang eine Amsel ihr Abendlied. Er lauschte darauf. Das Lied der Amsel, wunderbar süß, löste Erinnerungen in ihm aus. Wie oft hatte er mit Helene an Sommerabenden dem Sang der Vögel gelauscht. Roses Helle, ein wenig schrille Stimme klang zu ihm. „Rein, ich benötige unbedingt tausend Mark. Ditte, feilsche nicht, Papa!" Gleich danach hörte er, dah der Kommerzienrat das Zimmer verlieh. Rose trat auf die Dercmda. Sie sah stark erregt aus. „Cs ist eine gräßliche Manie von Papa, mich immer erst eine Weile zappeln zu lassen, bis er mit Geld herausrückt. Ein Kampf war das eben — aus dem ich aber schließlich doch als Siegerin hervorgegangen bin." „Und es geht immer um Geld — immer um Geld?" fragte Achim, sie mit nachdenklichem Blick ansehend; „Muß das denn sein?" „Wie du fragst! Wenn ich Geld brauche, muß Papa es mir doch geben. Ich muh auch durchsetzen, daß er mir ein bestimmtes Vermögen bereitstellt, von dessen Zinsen wir leben können. Dagegen wehrt Papa sich vorläufig noch. Ich soll ein Monatsgeld haben. Aber damit begnüge ich mich nicht. Ich will nicht länger in Abhängigkeit von Papa bleiben, will frei über mein Geld verfügen können." „Dein Vater hat sich freiwillig dazu erboten, mein Gehalt zu erhöhen." „Um wieviel?" „Um das Doppelte." Rose lachte kurz auf. „Das wären vierhundert Mark. Wie Papa sich den Zuschnitt meines zukünftigen Haushalts denkt, möchte ich wissen? Jedenfalls anders, als er werden wird. In dieser Beziehung wird Papa Ueberraschungen erleben. Ich denke nämlich nicht daran, unsere Lebenshaltung auch nur im geringsten bescheidener einzustellen als Papa. Er hofft, ich werde die Etage so übernehmen, wie sie eben möbliert ist: Mit Mamas uraltem Hausrat. Ich denke nicht daran! Morgen bestelle ich mir bei Pfaff, was mir gefällt." „Du sagtest mir einmal, dah du die Möbel, die von deiner Mutter Aussteuer herstammen sehr liebst?" Sie zuckte mit den Achseln. „Ja, das sagte ich. Aber, weiht du, es wird auf die Dauer langweilig, diesen alten Kram immer um sich zu haben. Rein, ich will ihn nicht mehr sehen. Ich kann mich nur in einem Hause wohlfühlen, das stilecht eingerichtet ist. Es muß nach meinem eigenen Geschmack fein.“ Sie spricht nur immer von sich, dachte Hans- Achim. Ob ihr eigentlich nie der Gedanke kommt, dah ich auch eigene Wünsche haben könnte? — Auch von seiner Angelegenheit, für die sie vor der Verlobung so warmes Interesse gezeigt, sprach sie nie mehr. Wie sie sich die Regelung dachte, ahnte er nicht. Am darauffolgenden Tage, als er gegen neun 51 hr bei ihr erschien, um sie zu der Fahrt zum Standesamt abzuholen, empfing sie ihn mit einem Vorschlag, der ihn unangenehm berührte. „Achim, ich wär' dafür, wir machten einen Ehevertrag. Ich sprach mit Papa darüber. Er fand das auch in der Ordnung. Er meint auch, man könnte nicht vorsichtig genug fein. Das Vermögen, das ich in die Ehe bringe, muh sicher- gestellt werden. Das liegt in beiderseitigem Interesse." „Das heiht: damit haftest du nicht für meine Schulden?" „So ist es. Selbstverständlich werden dir die, die du eben hast, von Papa bezahlt werden." „Sehr gütig", sagte er, während eine Welle von Rot über fein Gesicht flutete. Er fühlte erst jetzt, wie unsagbar peinlich all diese Dinge waren, die von der reichen Frau, die sich dazu herbeilieh, einen armen Schlucker zu heiraten, gefordert werden muhten. Rose, die schon fix und fertig zum Ausaehen angekleidet war, trat vor den Spiegel. Während sie mit einer kleinen Puderquaste ihr Gesicht betupfte, fragte sie: „Run? Also, Achim, dann bist du bereit, mit mir zum Rotar zu fahren?" „Sofort?" „Rein, natürlich nicht. Zuerst erledigen wir die Sache auf dem Standesamt; anschließend daran werden die Besorgungen gentacht. Um drei 51hr erwartet uns Papa bei Dressel zum Essen. Zwischen fünf und sieben Uhr müssen wir beim Rotar fein.“ Sie wandte ihm ihr frisch gepudertes Gesicht zu. „So, das wäre das heutige Programm. Und nun wollen wir uns auf den Weg machen. Ich hoffe, wir werden ihn nie zu bereuen haben." Sie hob den Blick zu ihm, in dem ein kokette- Blinzeln war. Ihre rot geschminkten Lippen wölbten sich ihm entgegen. Sie im Augenblick zu küssen, vermochte Hans-Achim nicht. Er wandte sich ab, öffnete vor Rose die Tür und folgte ihr zum Wagen. Die Fahrt zum Standesamt wurde schweigend zurückgelegt. Im Vorzimmer, in dem sie endlos warten mußten, sagte Rose: daselbst die Markenverkaufstelle bei Gastwirt Theodor Wagner, älntergasse 1, aufgehoben. EU Lollar, 18. Febr. Der Veteranen - und Kriegeroerein Lollar hielt in Anwesenheit des Bezirksvorsitzenden Prof. Dr. Kraemer - Gießen seine Jahreshauptversammlung ab. Die Has- sia-Jugendgruppe Lollar nahm ebenfalls teil, die Kapelle der Hassia Jugend umrahmte die Versammlung mit musikalischen Darbietungen. Der 1. Vorsitzende M. Zaubert erstattete den Jahresbericht. Die Tätigkeit des Vereins hielt sich im Rahmen des vom Hassia- bzw. Kyfshäuserbundes festgelegten Arbeitsgebietes. Der Verein zählt zur Zeit 116 Mitglieder. Heber die Tätigkeit und die Entwicklung der Äugendgruppe referierte der Iugendabteilungsführer K. Bruck. Als dringende Aufgabe für 1932 habe sich die Jugendgruppe die Schaffung eines Jugendheimes gestellt. Für die dem Verein angeschlossene Ortsgruppe der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen erstattete deren Obmann W. Fink den Bericht. Der Kassenbericht zeigte einen befriedigenden Abschluß. Der Vorstand wurde wiedergewählt und setzt sich aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender: Martin Taub er t; 2 Vorsitzender: Dr. Limberger; 1.Schriftführer: Adolf Rau; 2. Schriftführer und Kontrolleur: Bürgermeister Schmidt; Rechner: Friedrich Deibel VI., Jugendführer: Karl Brück; Obmann der Kriegsbeschädigten: Wilhelm F i n k- Beisitzer: Johannes Schäfer, Heinrich G e i ß l ef-VIII., Wilhelm ßennarx und Wenzel Zajek. Der Bezirksvorsitzende überreichte den Mitgliedern Bürgermeister Schmidt, Ludwig Schad eck V. und Ludwig Schmidt die Hastia-Ehrennadel für 40- jährige, den Mitgliedern Heinrich Leinweber und Georg K a d e s ch die Ehrennadel für 25jährige Mitgliedschaft. Kreis Schotten. Rainr 0 d, 21. Febr. Am Freitag verunglückte beim Holzfällen im Gemeindewald der 32jährige Holzhauer Edelmann. Eine stürzende Buche, der er nicht rechtzeitig auszuweichen vermochte, traf ihn am Kopfe und verletzte ihn schwer. Er ft a r b kurz nach seiner Heberführung in das Krankenhaus zu Schotten. Der Verunglückte war verheiratet und hinterläßt Frau und zwei Kinder. Srieffaften der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Abonnent: lleberlaffen Sie uns den Mietvertrag zur Einsichtnahme, da Ihre Anfrage nicht ganz klar ist. Im übrigen» ist schon jetzt zu bemerken: 1. Im Falle der Vereinbarung einer vierteljährlichen Kündigung spielt der Quartalsanfang nur dann eine Rolle, wenn nur auf einen solchen die Kündigung abgestellt ist. 2. Der Tag der Mitteilung des abzugsfähigen Prozentsatzes spielt keine Rolle. W. Wir sind der Ansicht, daß Sie die betr. Kosten abziehen können, wenn Sie, eventuell durch Sachverständige, nachzuweisen in der Lage sind, daß die von Ihnen vorgenommenen 3n- standsehungsarbeiten notwendig waren, was von Ihrer Vermieterin bestritten wird. Falls letztere auf ihrem Standpunkt beharrt, wird die Sache vor Gericht ausgetragen werden müssen. A. K. 1. Besteht auf Grund mündlichen ober schriftlichen Mietvertrags eine Verpflichtung des Mieters zur Zahlung von Wassergeld, so ist ein dementsprechend bestehender Rückstand aus 1931 dem Vermieter gegenüber noch nicht verjährt. 2. Der Mieter kann nicht verlangen, daß die Wassergeldforderung des Vermieters mit 3 v. H. der zu zahlenden M'-tte abgegolten wird. Der Vermieter kann nach feinem Belieben 3 v. H. der Miete Nachlassen und Dafür das Wassergeld auf die Mieter ausschlagen. Der Sinn der Bestimmung ist der, fahrlässiges oder gar böswilliges Fortlaufenlassen des Wassers nach Möglichkeit zu unterbinden. „Ich habe unseren Hochzeitstag auf den sechzehnten Juli festgesetzt. Es ist dir doch recht?" „Ja, natürlich, wie du bestimmst.“ „Uebrigens, was ich beinah vergaß, dir zu sagen: Papa hat deine Angelegenheit mit Gi- sevius ins Reine gebracht." Sie sagte taktvoll: ins Reine gebracht, statt: Papa hat deine Schulden bezahlt. Gr dankte ihr, indem er rasch und verstohlen ihre Hand küßte. Einer der Wartenden sah es doch, lächelte und hielt ihn für verliebt. Eine Weile faßen sie schweigend da, bann klagte Rose in ungebulbigem Ton: „Zu dumm, daß man hier so witzlos feine Zeit verbringt. Ich muß zwischen elf und zwölf Uhr bei Drecoll fein zur Anprobe. Dann müssen wir zu Braun und danach zu Pfaff. Ich weiß nicht, wie wir das schaffen sollen? Blödsinnig, baß "man nur diesen einen Tag für all die vielen Besorgungen hat: Daß Papa auf diese langweilige Reise besteht und dg,ß sie unbebingt morgen früh angetreten werben muß, finde ich zu dumm." Hans-Achim sah sie mit nachdenklichem Blick an. „Vielleicht würde er nicht darauf bestehen, wenn du ihn darum bittest?" „Da kennst du Papa schlecht! Wenn der sich etwas vorgenommen hat, bringt ihn keiner davon ab.“ Sie sah auf ihre Armbanduhr. „Cs ist bereits half elf Uhr“, sagte sie. Dann ließ sie ihren Blick über die Paare hingehen, die gleich ihnen hier warteten. Ein Brautpaar, das, Hand in Hand, auf einer Dank faß, fesselte ihre Aufmerksamkeit. Dann sah sie zu Hans-Achim auf. Ein mokantes Lächeln um die Lippen, flüsterte sie ihm zu: „Rührend dies Bild! So etwas gibt es noch. Sie halten sich bei den Händen und träumen von ihrem zukünftigen Glück. Man könnte beinahe neidisch werden." Sie seufzte tief auf. Und Achim, der glaubte, dieser Seufzer sei der Ausfluß eines schmerzlichen Reibes, tastete nach ihrer Hand. Aber er irrte sich. Rose zog ihre Hand zurück und sagte: „Was gäbe ich darum, jetzt eine Zigarette rauchen zu dürfen. Die Luft hier ist unerträglich." „Gehen wir doch noch für ein paar Minuten hinaus", schlug Hans-Achim vor. Sie erhoben sich. In dem Augenblick wurden sie aufgerufen. Run ging die Sache schnell. Rach kaum zehn Minuten faßen sie wieder im Wagen, der schnell und lautlos dahinglitt. Und nun erledigte sich alles programmäßig: Die Anprobe, die Einkäufe, das Essen zu dritt bei Dressel und der Besuch beim Rotar. (Fortsetzung folgt)