Donnerstag, 22. Dezember 1952 182. Jahrgang Nr. 391 Seühaussabe GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen rti’tf vnd verlas: vrühl'sche Univelfitätr-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange in Siehei. Zchnstleitung und Geschäftrielle: Zchul^raße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bii zum Nachmitlag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 > m Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrifl 20v , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und ^ür den Anzeigenteil i.D.Th.Kümmel fämtlich m Biegen. Erlchetnl täglich, autzer Lonn.ags und Feiertag», vetlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat m Bild Die Scholle Monats-Vezugspreiz: Mit 4 Beilagen NfVt. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernfvrechanfchlüffe unter Sa mmelnummer 2251. Anichrift |üt Drahtnachrichten Anzeiger Gietze». pobschecNonto: 5rontflirt am Main 11686. Äh1 iS®« Mii" bet *4* 3024 D iNr.16 latzel e ■ ilhaus > Aus- Preise lachen leicht ung? > Mito- igltiten ttithe, r, Vor- hdoch Weih- un bereisen ig v°n rhoff MN* EO'1 igle 3. k. s, d. hl « Schul' straße Oer Kabineitsbeschluß über die Winterhilfe. Umfangreichere Maßnahmen als im vergangenen Fahre zur Versorgung der erwerbslosen und bedürftigen Bevölkerung. Oie neuen Bestimmungen. Berlin, 21. Dez. (TU.) Amtlich wird mitgeteilt: Vie öffentliche Winterhilfe, welche die Reichsregierung am 21. Dezember beschloßen hat. erweitert die bisherige in der Zeitdauer, der Art und dem Umfang der Leistungen und im Personenkreis. Sie wird für die drei Monate Januar bis März gewährt, verbilligt den Erwerb von Lebensmitteln und Brennstoffen, vor allem aber dehnt sie den Personenkreis erheblich aus. Bel den Lebensmitteln besteht die Grund- leislung in der Verbilligung des Erwerbs von monatlich vier Pfund frischem Rind- oder Schweinefleisch oder Ruckenfett oder von frischer W u r st um 30 Reichspfennig beim Pfund, jamillen mit vier oder mehr Zuschlagsempfängern können zwei Verbilligungsscheine erhallen und auf den zweiten Verbilligungsschein wahlweife auch Milch beziehen. Familien mit drei Zufchlagcenpfängern können ebenfalls einen zweiten veroilligungsfchein erhalten, wenn von dm Zuschlagsempfängern mindestens zwei über 16 Jahre a t find. Je einmal im Monat kann der bedachte haushalt nach feinen besonderen Bedürfnissen an Stelle des Fleisches oder der Wurst auch Schweineschmalz, frischen Seefisch oder Roggenbrot wählen. Sch ml; und Brot als Gegenstand der winlerhil'e »wird den hilfsbedürftigen ohne eigenen haushalt und der verbilligte Be’uq von Milch kinderreichen Familien besonders erwünscht fein. Bei den Brenn ff offen wird der Erwerb von zwei Zentner Kohle im wonat um 30 Pfennig beim Zentner verbilligt. Für Steinkohlen, Braunkohlenbriketts oder Koks kann je nach den örtlichen verhältniffen auch Torf oder Holz gewährt werden. Rach der bisherigen Regelung wurde die öffentliche Winterhilfe nur Unterstützungsempfängern gewährt, die Familienzufchläge erhielten, bzw. einen eigenen haushalt führten. Die neue Regelung dagegen umfaßt alle hauptunter- ftühten in der Arbeitslosen- und Kriscnunter- slühung und in der öffentlichen Fürsorge, sowie bedürftige Empfänger von Zufah- rente nach dem Reichsoerforgungsgefeh. Die Führung eines eigenen Haushalts wird nur für die Verbilligung von Brennstoff vorausgesetzt. Ausgabe ft eilen für die verbilligungs- fcheine find wie bisher für die hauptunterstühungs- emp änger der Arbeitslosenversicherung und krifen- fürforge die Arbeitsämter, für alle übrigen die Dienststellen der öffentlichen Fürsorge. Bejugs ff eilen für die verbilligten waren find alle Verkaufs st eilen, die die betreffenden waren führen und sich bereit erklären, den Verbilligungsfchein in Zahlung zu nehmen und den sonst gegebenen Vorschriften zu entsprechen. Die für die neue Winternothilfe notwendigen Wittel — rund 35 Millionen Mark — werden von der Reichskaffe ausgebracht. Außerdem werden dem Rot werk der deutschen Jugend besondere Mittel für die gemeinsame Verpflegung von jugendlichen Arbeitslosen zur Verfügung gestellt. Nähere Einzelheiten werden in Kürze bekanntgegeben. Einigung über ein Arbeitsbeschaffungsprogramm. Der Inhalt der Kabinettsbcsprechungcn. ‘Berlin, 21. Dez. (CAB. Eigene Meldung.) Tie heutige Sitzung des Reichskabinetts dauerte ca. drei Stunden. Es durfte die letzte Kabinetts- sihung vor Weihnachten gewesen fein. Der hauptsächliche Beschluß, der die Winterhilfe betrifft, ist in der halbamtlichen Mitteilung bereits bc- kanntgegeben worden. Außerdem hat sich das Kabinett mit anderen Fragen, wie z. B. einem Beimischungs-wang von Butter und Schmalz zu Margarine, beschäftigt. Es ist wohl anzunehmen, daß der Reichsernährungs- minister in seiner morgigen Rundfunkrede hierüber nähere Mitteilungen machen wird. Es verlautet, daß etwa 10 000 bis 15 000 Tonnen Butter und Schmalz der Margarine beigemischt werden sollen. Außerdem hat sich das Kabinett mit einer Reihe Handels- und zolllpoli- ti scher Fragen befaßt, die dadurch akut werden, daß eine Reihe von Handelsverträgen abläuft. Hierüber werden in den nächsten Tagen nähere Mitteilungen gemacht werden. Wie die XU. erfährt, ist über ein Sofortprogramm für bie Arbeitsbeschaffung in Doraufgegangenen Besprechungen zwischen dem Finanzminister Gras Schwerin v. Krosigk, dem Wirtschaftsminister W a r m- b o l d, dem Arbeitsbescha^fungskommissar G e - re le und dem Reichsbanlpräsidenten Luther eine völlige Einigung erzielt worden und zwar dergestalt, daß für dieses Sofortprogramm 500 Millionen bereitge stellt werden sollen. Diese Ein gung wurde vom Re.chslabmett bestätigt. Ucber die Einzelheiten des Programms und seine Finanzierung wird sich der Deichskommissar für die Arbeitsbeschaffung am Freitagabend im Rundfunk ve breiten. Dach diesem Programm werden Die öffentlichen Körperschaften günstiger gestellt sein, als das in den früheren Arbeitsbeschaffungsmah- nahmen der Fall war. Sandwerk und Einzelhandel fordern neuen Reichszuschuß für den Althausbesitz. Berlin, 21. Dez. Die Hauptgemein, schäft des Deutschen Einzelhandels und 6er Reichsverband des deutschen Handwerks haben eine gemeinsame Eingabe an den Reichskanzler gerichtet, die erneut den Antrag einbrachte, mit Rücksicht auf die günstigen Auswirkungen, welche die Bereitstellung von 50 Millionen Mark zur Gewährung von Re ich s zu s ch ü s s en für die Instandsetzung von Wohngebäuden, die Teilung von Wohnungen und den Umbau gewerblicher Räume zu Wohnungen audio 'te, einen weiteren Betrag von 200 Millionen Mark mit der gleichen Beftimmung bereitzustellen. Gegenüber der bisher'gen Regelung schlägt die Eingabe vor, die Mindest- grenze für die zuschußfähigen Jnstandsetzungs- arbeiten auf 100 oder 150 Mark zu begrenzen, damit vor allen Dingen auch für Mitt el- unb Kleinstädte und für das flache Land, wo kleinere Wohnhäuser überwiegen, die notwendigen Arbeiten durchgcführt werden können. Ebenso hält es die Eingabe für notwendig, den Kreis der zuschuhberechtigten Arbeiten weiter zu ziehen, als das bisher der Fall war und für die Teilungs - und Umbauarbeiten einen größeren Betrag aus- zuwcrsen, da gerade der Teilung vonGroß- wohnungen eine besondere volkswirtschaftliche Bedeutung zukommt. Oer neue handelspoliiische Kurs. Nach Ablauf w chtiger Handelsverträge.- Autonome Zollregelung und Zwifchen- kontmgente.-Oer Beimischungszwang für Margar.ne. Berlin, 21. Dez. (TU.) Ueber die dem i Reichskabinett zur Beratung vorgelegenen und zum Teil noch vorliegenden grundsätzlichen Fragen der Wirtschasts- und Handelspolitik erfahrt die TU. von gut unterrichteter Seite noch folgende Einzelheiten: Cs handelt sich um die ersten Maßnahmen auf Grund der Einigung zwischen den Ministern W a r m b o l d und Braun gelegentlich der Kabinettsbildung. Reichskanzler von Schleicher hatte in seiner Rundfunkrede die grundsätzliche Klärung der Agrarfrage noch vor Weihnachten in Aussicht gestellt. Handelspolitisch dürsten die B e r » Handlungen mit Frankreich und die Entscheidungen nach Ablauf der Verträge mit Holland, Schweden und Südslavien im Vordergrund stehen. Während Holland gegenüber mit dem 1. Sanuar die Tarifabreden fort» fallen und nur noch die reine gegenseitige Meistbegünstigung bestehen bleibt, sollen bei den anderen Verträgen die wefenllichen landwirtschaft- lichen Bindungen im Interesse der ver- edelungswirlschaft, des Gartenbaues und der Forstwirtschaft beseitigt b;w. nicht wieder erneuert werden. Für diese Erzeugnisse soll eine autonome Neuregelung der Zölle bei gleichzeitiger Festsetzung von Zwischenkontingenten zur Verhinderung von Voreinfuhren erfolgen. Im Zusammenhang damit kommt die Aenderung anderer autonomer Zölle in Betracht, um zu verhindern, daß statt der kontingentierten Erzeugnisse eine Ersaheinfuhc angeregt wird. Debenher gehen innere Maßnahmen. So außer der Klärung der Frage des D o l l - streckungsschutzes vor allem die Neuregelung der Fettwirtschaft, die mit dem Fortfall der schwedischen Zollbindung für Speck und Schmalz am 15. Februar möglich wird. Der Zweck ist die größere Heranziehung der einheimischen Fettherstellung für die Bedarfsdeckung etwa nach dem Muster Amerikas und Hollands. 3m Mittelpunkt steht der Zwang zur Beimischung einheimischer Fette, vor allem Buller zur Margarineerzeugung wahrscheinlich bei gleichzeitiger Kontingentierung der Margarinefabrikation. Man ist der Ansicht, daß die Margarinefabriken wegen der Beimischung der hochwertigen deutschen Fette auf die billigsten ausländischen Rohstoffe zurückgreifen um) auf die bisher eingesühr- ten höherwertigen ausländischen Rohstoffe verzichten können, so daß eine wesentliche Verteuerung der Margarine nicht befürchtet zu werden brauche. Außerdem soll Vorsorge getroffen werden, daß für die minderbemittelten Schichten überhaupt jede Verteuerung der Margarine ausgesa-altet werden kann. Diese Neuordnung der Fettwirtschaft soll zusammen mit den handelspolitischen Maßnahmen zur Erleichterung der trostlosen Verhältnisse der bäuerlichen Veredelungswirtschaft beitragen. Die Deichsregierung geht dabei von der Erkenntnis aus, daß auch die in größtem Maß stabe gewünschte bäuerliche Siedlung hoffnungslos sein mühte, wenn nicht die Rentabilität der bäuerlichen Wirtschaft wiederhergestellt wird. Da diese Maßnahmen als erster Tell des neuen Wirtschaftsprogramms auf die unter Mitwirkung des Reichskanzlers erreichte Einigung zwischen Warmbold und Braun zurück- zu'ühren sind, kommt im Kabinett im wesentlichen nur noch die Klärung der technischen Einzelheiten in Frage. Angesichts der umfaffenden Bedeutung aller dieser handels- politllch und binnenwirtschaftlich gl.üchschwierigen Fragen ist nicht damit zu rechnen, daß die Ergebnisse der Beratung alsbald in allen Einzelheiten bekannt gegeben werden. Das Amnestiegesetz in Krast getreten. Die Durchführung der Amnestie. Die ersten Entlassungen. Berlin, 21. Dez. (CNB.) Die Amnestie, die gestern auch vom Reichsrat beschlossen wurde, bringt den Gerichten vorerst ein llebermaß an Arbeit. Die Staatsanwaltschaften, in deren Händen der StrafvollIig liegt, haben nachzuprüfen, a u f welche Fälle die Amnestie anwendbar ist. Da das Amnestiegesetz erst nach Deröffenllichung im Reichsgesetzblatt gültig wird, ist für heute nur mit der Entlassung einer geringen Zahl von Strafgefangenen zu rechnen. Die Staatsanwallschaft hat bisher in einer Reihe absolut zweifelsfreier Falle Anweisung zur Entlassung an die Strafanstalten gegeben. Da in den politischen Abteilungen ber Staats« anwaltsck>aft mit allen verfügbaren Kräften gcarbei- tet wird, ist damit zu rechnen, daß im Laufe des morgigen Tages Entlasfungsanweifung für alle Strafgefangenen ergeht, bei denen unschwer feft.ju» stellen ist, ob für sie die Amnestie in Anwendung kommt Zeitraubend wird die Regelung der Straf» fälle fein, bei denen die Amnestie unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Notlage bei Begehung der Straftaten angewendet werden soll. Hier dürften die Feststellungen nicht in allen Fällen so rechtzeitig beendet sein, daß die Entlassungen noch vor den Weihnachtsseiertagen erfolgen können. Oie RSOAP. zur neuen Notverordnung. M ü n ch e n , 21. Dez. (TU.) Zu der neuen Verordnung zur Erhaltung des inneren Friedensschreibt Rechtsanwalt Dr. Frank I>. in der „ASK.", daß die neue Verordnung bereits in erheblichem Llm- fange den wiederholt und nachdrücklichst von den Nationalsozialisten vertretenen Wünschen entspreche. 3n dieser Stunde grüßten die Nationalsozialisten erneut die von den Antiterrorverordnungen der Papen-Regierung verfolgten und verurteilten SA- und SS.-Männer und Parteigenossen. Heber 50 Sondergerichtsverhandlungen seien durchgeführt oder eingeleitet worden, bei denen gegen Nationalsozialisten fünf Todesurteile, über 100 Zähre Zuchthaus und an die 200 Jahre Gefängnis ausgesprochen wurden. Die Nationalsozialisten würden nicht ruhen und rasten, bis sie auch den Letzten wieder der Freiheit zugeführt hätten. Dr. Frank bemerkt weiter, daß die Nationalsozialisten durchaus damitein- ver standen feien, daß d ie P e r s ö n l i ch k e i t des Reichspräsidenten unter einen verstärkten Schutz gestellt werde, zumal diese Bestimmung auch in Kraft bleiben werde zugunsten kommender Reichspräsidenten. Er begrüßt den neueingeführten Schutz der Wehrmacht, die Aufhebung der Sonderge- richte, die Wiederherstellung der Versaminlungs- und Pressefreiheit sowie auch die übrigen Bestimmungen. Wesentlich sei, daß schon jetzt das Re- publikschuhgeseh außer kraft trete. Der „Völkische Beobachter" besaßt sich ebenfalls mit der neuen Notverordnung. Es sei damit eine Veriode der schlimmsten Willkürpolitik abaeschlos- en, deren Spuren bis in die Zeiten Wirths und Severings zurückreichten. Wichtig sei vor allem, daß die unter Popen aufgekommene Diffamierung des politischen Kampfes — ähnlich der bekannten Boy oltierung der sogenannten Fememörder — nunmehr eine Korrektur erfahren habe. Bon setzt an sei wenigstens der Täter aus politischen Beweggründen strafrechtlich nicht schlechter gestellt als tter gemeine wirkliche Verbrecher. Trotzdem könne die Neuregelung dieses Großes rechtspolitisch noch in keiner Weife befriedigen. Das Gesetz zum Schutze der Republik sei gefallen, aber das „Gesetz zum Schutze der Natio n" — die alte Forderung der Nationalsozialisten — wurde nicht geschaffen. Das erwachte Deutschland rufe seit langem stürmisch nach einem strafrechtlichen Schutzbann gegen Dolkszersetzung und Wehroerrat. Oie Aufhebung der Sondergerickie. Berlin, 21.Dez. (TU.) Das Reich-gesehblatt veröffentlicht folgende Verordnung der Reichsregierung-. Die Tätigkeit der nach der Verordnung der Reichsregierung vom 9. August 1932 gebildelen Sondergerichte endet mit dem Ablauf des 21. Dezember 1 9 3 2. Line zu diesem Zeitpunkt bereits begonnene hauptverhaud- l u n g ist von dem Sondergerichl nach den Vor- schriflen der Verordnung vom 9. August 1932 weiterzuführen, sofern die Sache nicht nach § 4 Sah 2 zum ordentlichen Verfahren verwiesen wird. In dem nach § 19 der Verordnung vom 9. August 1932 in das ordentliche ver- sahren übergehenden Sachen bedarf es der Einreichung einer neuen Anklageschrift; die nach den vorschrislen der Verordnung eingereichte Anklageschrift verliert ihre Wirkung. Das gleiche gilt, wenn eine Sache nach dem 21. Dezember 1932 zum ordentlichen Verfahren verwiesen wird. Auch der wegen Spionage verurteilte dänische Hauptmann begnadigt. Berlin, 21. Dez. (TU.) Reichspräsident von Hindenburg hat den dänischen Hauptmann Lembourn, der wegen Spionage vom Reichsgericht zu einer mehrjährigen Strafe verurteilt worden war, anläßlich des Weihnachtsfestes begnadigt. Der Reichspräsident hat von seinem Begnadigungsrecht in erster Linie deshalb in diesem Falle Gebrauch gemacht, weil die hochbetagten 8 0* jährigen Eltern kränklich sind und ihnen Gelegenheit gegeben werden soll, noch einmal das Weihnachtsfest mit ihrem Sohne zu verleben. Hauptmann Lembourn hat übrigens seine Strafe bis auf 1/2 2ahr verbüßt. » Oer Sturm gegen den Danziger Senat. Die Opposition im Volkstag beschließt erneut Aushebung des Ermächtigungsgesetzes. Danzig, 21. Dez. (Täl., Mit 41 Stimmen der Opposition (Sozialdemokraten, Kommunisten, Nationalsozialisten und Polen) gegen 29 Stimmen der Regierungsparteien beschloß der Danziger Volkstag am Mittwoch wiederum die Aufhebung des Ermächtigungsgesetzes. Die Vorlage geht nunmehr nochmals dem Senat zu, der jetzt einen Monat Zeit hat, um entweder dem Gesetz beizutreten oder Maßnahmen für einen Volksentscheid über diese Frage zu treffen. Präsident Dr. Z i e h m wies erneut darauf hin, daß das Ermächtigungsgesetz die einzige Möglichkeit zur Aufrechterhab« tung der Sicherheit und Ordnung auch in finanzieller Beziehung sei. Die Regierung werde a l l e verfassungsmäßigen Machtmittel a n w e n d e n, um die Aufhebung des Gesetzes zu verhindern. Eine allgemeine A m n e st i c, wie sie die Opposillon verlange, würde Staat und Volk in Gefahr bringen. Die Regierung lehne auch die Wirts chaftspoliti- schenVorsch läge der Oppositionsparteien ab, weil eine Deckung für die finanzielle Mehrbelastung auch von einer anders zusammengesetzten Regierung nicht g e s ch a f f e n werden könnte. Freiwillig werde die Regierung ihren Platz nicht verlassen. Oie Bierfreigabevorlage vomHepräsentantenhaus angenommen Washington, 21. De;. (TU.) Das Repräsentantenhaus hat die Biervorlage, die die sofortige Freigabe von Bier mit 3,2 Gewichtsprozenten = 4,0 v o- lumenprozent Alkohol vorsiehl, angenommen. Das Gesetz sicht weiter eine Steuer von 5 Dollar je Faß Bier vor. Die Vorlage ist sofort an den Senat weitergeleitet worden. Nach einer Meldung aus München erhielt die Münchner Löwenbrauerei von dem bekannten Bismarckhotel in Chikago eine tele* il I 1 t 5 r r ( ? i i l f 1 i i con M Ian l m be- M de ge^chHie g'me!nde schnitt. Die seil oetbinbu nunmehk endet ur den daß der Aus aller Welt. Tleue Beweise in der Mordsache Dr. Bichter angebot-n. Acht Tote bei einem Schiffszufummenstotz. Der englisch« 700-Tonnen-Lampser „Gatishrad" wurde von dem holländischen Dampfer „Miranda" (1300 Tonnen) in dichtem Nebel auf der Höhe des ostenglifchen Hafens Seaham gerammt. 5>U „Gateshead" sank innerhalb von zwei Minuten. Der Kapitän und 7 Mann der Besatzung, die Nch im Schiffsraum befanden, ertranken. Fünf Mann konnten von der „Miranda" gerettet werden. verheerendes Riesenfeuer in Japan. r4."^'mss" ineldet aus Tokio: Wahrend eines schweren Sturmes brach in der Stadt SloigatDa Feuer aus, dem 430 Häuser, d. h. ein Drittel der Stadt zum Opfer fielen. Postamt, Lank- Hauser und andere öffentliche Gebäude würden zerstört. Es weiterleuchtei im Baltikum Litauische Gchicksalstage. — po!n»sch-französisches Lrebeswerben. — Oie Bedrohung Meme-Ostpreußens. Don unserem rn.-Berichterstatter. Vom armen Besenbinder. Märchen von Hans K.iedrich Blunck. Da war einmal ein Besenbinder, der war so arm, d?ß er nicht das Geld hatte, seine Hätte zu flicken' Gs schaute deshalb bei jeder wilden Üagb viel um holdes Gesinde bei ihm ein und versteckte sich wenn der Wildjager draußen vorüberritt. Eines Abends auch, es war in der ersten Jul- nacht, als er sich gerade sch.afen gelegt hatte — Du* ~ brauste der hohe Zug aus der iyerne heran, und ehe er sich noch be|ann, schon sah er eine kleine Hngisa)e in die Tür kommen, die versteckte sich gerade in dem Kessel, der über dem Hero hing. Na, der Mann eilig aus dem Bett, tut den Deckel auf ben Kessel und wartet, bis der wilde Jager vorüber ist. Aber er wartet länger als nötig — er will ja auch sein Gutes davon haben. Kommt erst ein Pudel in die Tür. „Hans, hast du meine Frau nicht gesehen?" „Nein", sagt der Mann, „hab deine Frau nicht gesehen, scher dich von dannen." Kommt ein riefenlanger dünner Hagemann in öie Tur. „Hans, hast du mein Kind nicht gesehen?" „Kein Kind gesehen", sagt der Mann, „mach daß du raus kommst!" Kommt eine kleine Maus in die Tür, „Hans, hast du meine Mutter nicht gesehen?" „Willst du wohl?" sagt der Mann, „oder soll ich den Feuerhaken holen?" Da merkt die im Kochkessel ja, daß er nicht bange *»t, und daß sie nicht gleich wieder von bannen kommt. Sie klopft deshalb an und fragt den Mann was er denn nun zum Dank für das Versteck verlange. ur"PQ ■ er' und eigentlich fällt ihm im Augen- bhcf nity gleich etwas Rechtes ein, am liebsten machte er sich einmal den Dmmegang ansehen, — öas ist die Stunde, wo alle Tiere mit Lichtlein von ^Baum zu Baum gehen, um anzusagen, daß die MnhJr ltM. Ja, sagt Hans Besen- ; .r. also bei solchem Dmmegang mochte er dabei roe Ler r^id)t utt^u bescheiden fein will, verlangt er auch gleich zehn Lichter dazu. .Wnblirf tanzen zehn kleine Flammlein auf seinen Fingern. Da springt er ja kessel^heraus unh aus dem Koch. L; 9«aus, und sie gehen in den Wald. Und mit Iähf€nmnninhn Achtenden Flammen auf der Hand, laßt man den Mann auch überall mit taufen kein £nr MM“ r M ror Ä" ocn yerrnchsten Weg durch den beschneiten Wald Se» und Ärlch uL'Ztters « M die kleinen Baumweibchen, die unter ben Wurzeln ^«rausfd/auen, die U>L I jütill1 jtrHäb In »-'1 wtc«. goli i* äll'i'J gldillff ( nicrniX'r ■ Dh'iViW11 |id) 'N Aus so'" tcln o»>i Ififjcm 0 UtKncn ■ 5)C1 5 AdlfHIHlli; nadjliln’1“ Müller gtgeiiit#M; des Pral halte aus denen alu wird unö gelaust. Dintersch' dein den suchten ji für ebenso stand der erwähnter der Kinde den Gesici stiller, abe Herr Ai Worte zu Ginn und der leider Ivie er es dürfe ni Und ! fc^teh un& der& stzDie'e. fas ?°uabschr lecker CQu. unmitlelb; Kber Do Ur üben itoeit grenze b- nQ^iha. nabme Ur Qu’ der fi «■ 4 '"rinschas mif rönnen |u llüeten ‘'n nen ■>'. « K? ®ogen ‘ uen nach . ..^°? emem deutschen Kreuzers ber sich in dänischen Gewässern aufhält, wurde mit geteilt, m: c. "l-scher eine an der Untergangsstelle Äu 9 °r9«ne Leiche in een Hafen luh Jtotjt) aebrächt worden sei. Das sofort dahin ent- sandte Torpedoboot ,.T. 155" übergab den Toten an bas Marinelazarett Kiel-Wik. Nach einwandfreien Festellungen ist der Tote der S;gna!g:freite Joseph ? o u G e m e r e n, der aus Oberhausen-Sterkrade im Rheinland stammt. Die Beisetzung erfo'gt auf b^m Ehrenfriedhof im gemeinsamen Grab der „Niobe "-Toten. Tonfilm: ^.Oie — oder feine?" „2>ie ist Gitta Alpar, welche, wie man sich erinnert, kürzlich ihr Herz verlor, wovon man sich auch bei uns hat überzeugen können. Sie verliert es natürlich auch in ihrer neuen Tonfilm-Operette, aber diesmal nicht an ihren früheren Partner (untb Ehegemahl) Gustav Froelich, sondern an Max hänfen Jßrin^n Michael von Tiara na. Marana ift öas topische Duodezfülstentümchen, das — unter anbern Namen — schon in vielen Operetten ein sagenhaftes Dasein geführt hat. Die Alpar hin- gegen ist, wie man weiß, ber gegenwärtig beliebteste Operettenstar und eine der großen Moden von Berlin sie hat hier eine Pa rode rolle allerersten Ranges, die ihr eine überaus vielseitige Entfaltung iffrer brillanten Mittel gestattet. Sie gibt eine regel» redjte Gala-Vorstellung upd zeigt (zumal in ber erstaunlichen Höhenlage und mit perlenden Kolora» turen) alles, was sie kann. Und sie kann — nebenbei (Sin Mammut-Hotel. Das größte englische Hotel soll im nächsten Frühjahr in Blackpool errichtet werden. Ter Bau wird mehr als 14 Millionen Mk. kosten und fast zwei Jahre in Anspruch nehmen. Das Hotel wird 2500 Zimmer haben und 3000 Personen auf nehmen können. 25 elektrische Lifts werden die Gäste in ihre Zimmer befördern, die neben allem übrigen Komfort auch sämtlich Radio-Anschluß haben Ordern 3n den Speisesälen dieses Mammut- ^°,tGr[Ltn^b für 4000 Personen sein. Der Gesellschaftsraum wird die größte Tanzsläche Europas aufweisen. Das Gebäude wird etwa 60 ~*fter vnxh fein, und seine Fassade wird rund 1000 Fenster zeigen. Wenn man die Korridore u- aneinanderlegen würde, ergäbe sich eine Strecke von sechs Kilometern. Rund 110 Kilometer Wasserleitungsrohre und rund 150 Kilometer elektrische Kabel sollen verlegt werden. Aund 15 Millionen Ziegelsteine werden für den Bau benötigt. Ein eigenes Hotel-Kino wird 2500 vitzplatze haben. Die Garage des Hotels bietet Raum für 500 Autos. Das Schwimmbad ist 69 JHcter lang und über 34 Meter breit. Mehr als 3 .^T^*chtm-Apparate für Amts- und Haus- anschlusse find vorgesehen. In entsprechenden Ausmaßen hält sich das Restaurant des Hotels, für dessen Einrichtung mehr als 200 000 Stuck Ge- nhirr benötigt werden. Zur Ausstattung des Restaurants gehören 2000 Tische und 5000 Stühle. 3m ganzen Hotel wird eS mehr als 10 000 Stühle neben» Kowno, Dezember 1932. Ueber Kowno, dem alten deutschen Kauen, braut der Wmternebel. Die Straßen und Plätze der ehemaligem russischen Gouvcrnemenlsstadt, die ih.em Aufstieg zur derzeitigen litauischen Metropole nur dem Hmftanb verdankt, daß die ursprüngliche Hauptstadt Wilna in polnische Hände gefallen ist, sind einsamer und stiller geworden. Die nebelkalte, schneegeschwängerte Atm s höre hat das geschäftige Leben und Treiben mehr und mehr in die gemütlichen Teestuben und politischen Salons verscheucht. Hier wird nun um so mehr politisiert, werden Gerüchte kolportiert und Intrigen gesponnen, seit der Parlamentarismus vor genau sechs Jahren nach dem Dezemberputsch im Jahre 1926 in Acht und Dann getan, und dafür d.e Diktatur des Staatspräsidenten Sme- toma und seiner Var.'eigänger errichtet wurde. Es ift eine Cig nart Kownos, und es liegt Wohl in der Men.alität der Litauer begründet, daß die politische Atmosphäre zum mindesten ebenso undurchdringlich ist, als der Rebeldunst, der vom CRjemen und seinem Reben^luß Wilija in dichten Schwaden aussteigt. Der Litauer läßt sich nicht gerne in seine politischen Karten sehen. Wohl aber versucht et, seinen Gegenspieler irre zu führen, um dann, wenn man es am wenigsten vermeint, seine Trümpfe auszuspielen. Zur Zeit läßt Polen alle Minen springen, um Litauen feinen politischen Plänen im Daltikum dienstbar zu machen. Der Zeitpunkt scheint nicht ungünstig. Rach dem Abschluß des Richiangriffs- Vertrags mit Moskau kann Polen barnuf Hinweisen, daß eine engere Anlehnung der baltischen Staaten an Polen nicht mehr dre Grfl^benen T^tz will; er weiß ja nicht, daß ein Mensch unter dem Lichtervolk umgeht, ohne sich um alle die Leute zu kümmern, fährt er die halbe Ache der Wandernden entlang und dann in das A'siloch zwischen den drei Buchen, da hat er fein Geld vergraben. Die Tiere murren, sie wollen nicht, daß die Ver- wunschenen selbst an jolchen Tagen zu ihrem Geld fahren, und auch ber Besenbinder findet es schlimm, ^r kann aber ebensowenig wie die andern etwas habet tun. Ws es nun Egg wird, gehen sie alle nach Hause. Bber wie er schon beinahe eingeschlafen ift: Deubel, denkt der Mann, ich weiß doch nun, wo der Bauernoogt fein Geld vergraben hat! Er also wieder zum Bett hinaus, einen Spaten gefjolt, fegt ben Schnee weg und gräbt und gräbt -Glichen den drei Buchen. Aber am hellen Tage niemand solchen Schatz, da liegt er tief in ber (Erbe. Der Mann arbeitet hart, es wirb dunkel unb bunfler, er steht schon in einer Kuhle, die bis über feinen Kopf reicht, aber er hat immer noch nichts entbeckt. Hans Besenbinder muß jetzt aufpassen! Es ist die zweite Iulnacht, die Tiere mögen ja nicht, daß die Menschen mit ihrer Habgier ihre Andacht stören. Es raschelt und huscht dann auch bald, kaum daß es dunkel wird, rund um ihn, es wird eine gefähr- iiche Stunde, unb ben Schatz hat er immer noch Nicht gefunben. Auf einmal beginnt in ber Ferne Mieder das Singen wie in der Nacht zuvor und im gleichen Augenblick hat ja auch die Zauberstunde angefangen. Und wie' es dazu gehört: unter ihm 'chuttelt und rüttelt der Boden, die Erde wirft sich auf und wahrhaftig springt eine riesige Truhe fast . bis oben unter ben Waldboden, der Besenbinder muß schon einen gewaltigen Sprung machen, um nicht darunter zu kommen. Und bann tut sich die ^on nuf und ist bis oben mit alten Geldstücken gefüllt. 2)as täfet sich der Mann ja nicht zweimal bieten, < rasch 'st er dabei, füllt sich alle Taschen und will Aus der Provinzialhauptstadt ehr er sich daraus eine Neues für den Büchertifch zahlreiche Mitglieder desGie- o Die Vertreter der Presse Ir in nement als FrembenvorsteUung zu ermäßigten Operettenpreisen. Ende 22 ilfjr. ßenbahn-Dezernent, Bürgermeister Dr. Seid. Direktor S t o l t e, Vornotizen. — 2lus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Morgen bleibt das Theater geschlossen. Der Weihnach.sspielplan bringt am Sonn lag, 25. D: ember, 1. Feiertag, 18.33 Ußr eine Wiederholung des Frontstückes „Die endlose (Straße“ von Gra-f und Hintze unter der Spielleitung des Intendanten. Fremdenvorstellung außer Abonnement zu ermäßigten Preisen. Die Intendanz macht besonders die auswärtigen Theaterbesucher auf diese Vorstellung aufmerksam, da ihnen der Besuch dieser Aufführung durch frühen Beginn und frühes Ende möglich ist. Spieldauer von 18.33 bis 21.30 ilßr. Der zweite Feiertag, Montag, 26. Dezember, sieht zunächst 15 Ußr eine Wiederholung des mit großem Beifall ausgenommenen Weihnachtsmärchens „Aschenbrödel oder Der gläserne Pantoffel" vor. Sechs bunte Bilder mit Gesang, Musik und Tanz von Cörn:r und Stiegmann. Spielleitung: V o lck- Moehl-Bäulke. Ende 17.30 Uhr. Auch für diese Vorstellung gelten die besonderen Märchen- preise. Heinrich Hub, Kapellmeister M o e h l, Ballettmeister Ewald B ä u l k e und Frau Anni bereiten mit einem großen Apparat an Personen, Dekorationen und Kostümen den Schlager der Spielzeit, den zu einer Operetten-Revue umgearbeiteten Schwank „3m weißen Rößl" vor. Um 19 Uhr am zweiten Feiertag findet die Erstaufführung dieser Operette statt, außer 2lbon- letzten Stunde schon abgesetzt. Wer's Dutzend voll macht, zahlt die Hälfte. Geschäftsprinzip. Dienst am Kunden, mein Herr, jawohl, bitte!" „Aber ich wollte mir doch nur eine Krone spendieren ..." iMniensloh. fa »Gateshead" Wt „Miranda" n auf der Hohr stammt Sie Don Mi. der Satzung, !ni "tranken. Riranba“ gerettet Orte bekundete die Wiesecker Bevölkerung ihr starkes Interesse an dem neuen Verkehrsmittel, denn überall sah man Gruppen von Schaulustigen, die Jugend stürmte im Laufschritt neben den Wagen her, und am Endpunkt harrte eine große Menschenmenge der Gäste. Dort kamen die Vertreter von Wieseck, Bürgermeister S ch o m b e r und die Gemeinderatsmitglieder, hinzu. Dann wurde von dem denkwürdigen Ereignis eine photographische Aufnahme gemacht. Hierauf fuhren die Gießener Teilnehmer gemeinsam mit den Herren von Wieseck nach Dießen zum Schühenhaus. 3m Verlause des geselligen Beisammenseins im Schühenhaus, das sehr schlicht verlief und bei dem — das sei besonders betont — zur Schonung der städtischen Finanzen jeder Teilnehmer seine Zeche aus der eigenen Tasche bezahlte, sprach zunächst Bürgermeister Dr. S e i b als Vertreter der Stadt Gießen und als Straßenbahndezernent. Er würdigte die Straßenbahnerweiterung nach Wieseck als ein besonders bedeutungsvolles Ereignis für beide Gemeinden, da jetzt zum erstenmal ein Vorort mit der Stadt Gießen im Verkehr naher verbunden werde, gab einen kurzen Rückblick auf die früheren vielfachen Schwierigkeiten, bezeichnete das in Polemiken in Erscheinung getretene Kriegsbeil zwischen den beiden Gemeinden als begraben, dankte dem Gießener Stadtrat und dem Wiesecker Gemeinderat für den Weitblick und die Großzügigkeit bei ihrer Beschlußfassung, erkannte mit besonderem Tank die verdienstvolle Tätigkeit des Herrn Direktor S t o l t e und der übrigen Beamten, sowie die mustergültige Arbeitsleistung der bei dem Tau beschäftigten Wohlfahrtserwerbslosen an, wünschte für die Zukunft weiteres freundnachbar'iches Zusammenar eiten zwischen Gießen und Wieseck und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die neue Verbindung das Wirtschaftsleben der beiden Gemeinden aufs stärkste befruchten möchte. Als Vertreter der Gemeinde Wieseck sprach Bürgermeister Schomber, der zunächst ebenfalls die große Bedeutung der Straßenbahn für Wieseck anerkannte, dabei aber auch gleiches für Tießen betonte, der Genugtuung über die jetzige Erfüllung jahrelang gehegter Wü. sche Ausdruck gib, der Gießener Stadtverwaltung, insbesondere Bürgermeister Dr. S e i b, Direktor Stolte und dem Stadtrat dankte, den Willen zu weiterer tatfroher Mitarbeit bekundete, eine weitere Kräftigung und Vertiefung des Ein- vernehmens zwischen Wieseck und Gießen wünschte und die Hoffnung äußerte, daß das jetzige Werk blühen und gedeihen möchte, denen zum Ruhme, die daran mitgearbe'.tet und mitgeholfen haben, und zum Ruhen der Bevölkerung beider Orte. Weitere Ansprachen hielten noch die Stadt- ratsmitglieder Mann, Äicolaus, Adolf Schmidt und S ch w i e ö e r aus Gießen, sowie Gemeinderatsmitglied Denner (Wieseck): in den Ansprachen kamen ernste Gedankengänge und auch manche humorgewürzte Erinnerungen an frühere Begebenheiten in der Geschichte beider Orte zum Ausdruck. Mit dem heutigen Tage beginnt in der Lokal- gesch.chie dec Staat Gießen und der Vorortgemeinde Wieseck ein neuer bedeutsamer Abschnitt. Oie feit vielen Jahren erstrebte Straßenbahn- Verbindung zwischen Gehen und wieseck ist nunmehr nach etwa vierteljähriger Bauzeit vollendet und heute früh dem Verkehr übergeben worden. Damit hat die Verflechtung der 3nteressen beider Gemeinden, die bisher schon auf dem Gebiete der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserlieferung bestand, eine weitere Ausdehnung erfahren, zugleich kann man aber auch auf dem Gebiete der privaten Wirtschaft eine Reugestaltung zum Ruhen beider Gemeinwesen in Rechnung stellen. Dieses Verkehrs- und zugleich auch kommunalpolitische Ereignis, dem sich viele 3ahre lang unüberwindlich erscheinende Schwierigkeiten au' beiden Seiten trotz mancherlei Anläufe zur positiven Tat entgegenstellten, konnte seit Mitte Sommer d. 3. in regem Fluß der Arbeit borbereitet und glücklich zur Durchführung gebracht werden, nachdem der Vertragsabschluß zwischen der Stadt Gießen und der Reichspost über den Kraftomn.busverkehr Gießen—Wieseck und seine evtl. Ersetzung durch die Straßenbahn zustande- gekommen war, daneben aber auch die Geldbeschaffung für den Bau aus den Mitteln der S.raßenbahn-Detriebsrücklage sich ermöglichen ließ. Dank der ausgezeichneten und lobenswerten Bor- und Mitarbeit durch den Leiter des städtischen Elektriz^ätswerks und der Straßenbahn, Direktor Stolte. konnten die Betri. bsdeputation und der Gießener Stadtrat, parallel damit auch der Wiesecker Gemeinderat, die erforderlichen Beschlüsse fassen. Am 15. September wurde der erste Bauabschnitt von Marburger Straße^Ccke Wiesecker Weg bis zur Gemarkungsgrenze von Gießen unmittelbar vor Wieseck begonnen, am 28. Ro- vember vollendet und am 29. Rovember dem Verkehr übergeben. Unmittelbar anschließend begann der zweite Bauabschnitt von der Gemarlungs- grenze bis zum Lindenplah in Wieseck, gestern nachm.ttag erfolgte die landespolizeiliche Abnahme und heute früh begann der Derkehrsdienst au’ der ganzen Linie. Ein gutes Stück kommunalwirtschaftlicher Gemeinschaftsarbeit von Gießen und wieseck ist mit diesem werk vollbracht worden. Beide Orte können stolz darauf sein, und alle ihre Befürworter und die Träger der Verantwortung können sich sagen, daß sie damit den 3ntereffen der beiden Gemeinden einen wertvollenund erfolgverheißendenDienst erwiesen haben! Dieses lobenswerte Beispiel sollte auch in anderen Rachbarorten im wohlverstandenen eige- ncn 3nteresse Rachahmung finden. Wie wäre es Klein-Linden und Krofdorf? Oie Einweihung der Linie. Gestern um 16 Uhr fuhren der Gießener Stra- mfM fller schlicht loh ler S.abtrat ztrieb bei Au« ?rJ am 31. Sc» Schließung ö.e nanziellen . Hai, ftimmte.xv luni'iten uni) die i QU g:m:intD0)l. ; sch: schwer, da kn ißDtbereihin» >n Bestehens beeile nunmehr 250 xrträge für das Kapelle, das aus haben bis zum Echliehung des er Künstlerschaft legerusen. Straßenbahn Gießen-Meseck vollendet. Nach langjährigen Bemühungen an einem bedeutsamen kommunalen Markstein angeiangt. — Wer folgt nach? Len Vorjahren zu begehen. Der Tag wird In der üblichen Weise durch Gottesdienste, Läuten der Glocken im ganzen Reich und Veranstaltungen von Saalfeiern gefeiert Sowohl die kirchlichen als auch die weltlichen Behörden haben ihre Unterstützung nach jeder Richtung hin zum Ausdruck gebracht. ** Arbeitsruhe Im Gaststättengewerbe am 2 4. Dezember. Die in den letzten 3ahren zwischen dem hessischen Ministerium des 3nncrn (Arbeit und Wirtschaft) und den Aibei'g.ber- und Arbeitnehmerorganisationen im Gastwirtsgewerbe erzielte Vereinbarung, wonach dem Personal im Hotel- und Gastwirtsgewerbe am Heiligen Abend auf Wunsch um 17 Uhr freigegeben wird, gilt in vollem Umfang auch für dieses 3ahr. " Straßensperrungsnachricht, mitgeteilt vom 0berhe,sischen Automobil-Club E. V. (A. v. D.), Gießen: Die Sperre auf der Provin- zialstraße Hartmannshain — Gedern ist wieder aufgehoben. ** Volkstrauertag 1933. Der Ausschuß für die Festsetzung eines Dolkstrauertages, der sich aus Vertretern der drei Religionsgemeinschaften sowie ter großen Körperschaften und Verbände zusammensetzt, hat einstimmig beschlossen, den Volkstrauertag zum Andenken an die im Weltkriege gefallenen Helden auch im kommenden 3ahre am fünften Sonntag vor Ostern, Remini- feere, (12. März 1933) in ähnlicher Weise wie in in Japan. Während eines • Stadt üioigama h. ein Drittel i. Postamt, Lonl- Gkbäube wurden der Hand der Mutter das Haus wieder zu verlassen. Es soll in diesem Zusammenhang nicht verschwiegen sein, daß der Fechiverein in der jüngsten Zeit mehr Mitglieder verloren hat, als man erwartete. Leider wird dadurch die charitative Arbeit des Vereins erheblich herabgemindert. Reben der Wcihnachlsbe^cherung will der Ver- ein auch den besonders bedürftigen Kindern die Gelegenheit zu einem Erholungs- oder Kur- au'enlßalt in einem Heim geben. Diese Arbeit muß notwend'ger Weise leiden, wenn dem Verein nicht durch den Beitritt von Mitgliedern die Möglichkeit gegeben wird, seine christc.che L.ebes- tätigteit auf eine breitere Grundlage zu stellen. Wer es ermöglichen kann, sollte sein Teil dazu beitragen, diesem Werke zu dienen. Spenden für die Winieinothilfe. Don der Geschäftsstelle der Gießener Winter- no hi.,e tre b n folgende neue Sp nden mi g teilt: W. Heng st, Dettfeuern- und Textiloerlre.ungen, Alicenstraße 36: 44 Paar Kinderstrümpse, acht Paar wollene 3üngZlingssocken, 19 Paar wollene K.nd'rgamascfen, 8 Stück Damen Trikothemden, ein Schal mit Mühe, diverse Erstlingssachen. L. T e i 11 e r, Manufaktur- und Weißwaren, Kirchenplatz 8: zwei Kinderschürzen, ein Einsatz- Hemd, sechs Kissenbezüge, ein Kinderunterrock, sechs Paar Kinderstrümpfe, ein Leib- und Seel- anzug. ßener Stadtrats und die Vertreter der Presse in | drei mit Tannengrün geschmückten Straßenbahn- wagen nach Wieseck. Auf der ganzen Sttecke im | Siversen,Moppelchen und deMWaum Ein Weihnachtsmärchen aus der Wirklichkeit. Bon unserem N. bk.-Korrespondenlen. tet. 's «e» «s* * e ®ir„irs rund «Ltr» n pi ’ -la sch ^und 110 3?? SS oerlA A ben werden L bi-tet -s.HÄistK breit' J- Haus' cant. 20)000 w >stnttZA Whle. ÄW als1 w Ml, sondern auch a liegt nahe und r aus. Hr Part- eine Prom nenz ad spielt mit tie- öistsche W* Wende und sehr idle zeichnen sch ten und der aus. Die Hand- schichte und eine la. Der Regisseur ■utenben Mein bl und M'er lransky.!Snn vornehm^ r;erf schnell pO- seit Bern m ch bei unsere Weihnachtsfeier für Waisenkinder. Fernab der lauten Straße fand gestern abend in der Krippe an der Maigasse eine kleine Weih» nad>t^eicr ganz besonderer Art statt. Der Fecht- verein .Wallenschutz" hatte eingeladen. Die Feier galt jenen, die keinen Vater oder keine Mutter meßt haben. Sie sollten Ixschcnkt werden. 3hnen galt es eine kleine Freude za bereiten. der Spielstarke ihrer Gegner mit zwei Ausnahmen in stärkster Aufstellung an. Das Spiel, das jederzeit recht spannens war unb zeitweise ern äußerst scharfes Tempo hatte, nmr wohl mitunter etmas reichlich hart, doch nie unfair. Sdjon kurz nach Anpfiff konnte Butzbach in Führung gehen, da die MTBer sich auf dem sehr großen Spielfeld nicht zusammenfanden. Erst in der Milte der 1. Halbzeit gelang den Männerturnern der Aus- gleich, und schon nach wenigen Minuten ge.ang es ihnen sogar, mit 2:1 bzw. 3:1 die Führung zu übernehmen. Durch verwandelten Strafwurf ver- kürzte Butzbach auf 3:2, worauf die Gießener Stürmer durch schönes Kombinationsspiel die alte Tordifferenz wieder Herstellen konnten. (4:2 für Gießen.) Ein zweiter Strafwurf brachte den Polizisten noch kurz vor dem chalbzeitspfisf einen weiteren Erfolg. (Halbzeit 4:3 für Gießen.) In der zweiten Halbzeit wogte der Kampf, der von beiden Mannschaften mit großer Energie geführt wurde, hin und her. Die beiden Hintermann- schäften arbeiteten jetzt — nachdem sie die „Wurf- fanonen" kannten — äußerst sorgfältig, so daß die Stürmerreihen nur selten zu Würfen auf das Tor kamen. Auch jetzt gelang den Gießenern wieder der erste Treffer (o:3), doch schon nach wenigen Minuten hatte Butzbach durch Unachtsamkeit der MTB.- Hintermannschaft durch den hervorragenden Stürmer Becker das 4. Tor erzielt, und kurz vor Schluß gelang demselben Spieler sogar der Ausgleich. Somit mußte sich der Gießener Männer-Turnverein, trotz zeitweiser Ueberlegenheit, mit einem Unentschieden abfinden. 2nto. Gießen H. und Jugend kombiniert gegen Tv. Grohcn-Linden I 2:6 (1:1). Auf eigenem Pia Ke stand eine kombinierte II. und 1. Fugendmannschaft des Männerturnvereins der ersten Handballelf des To. Großen-Linden gegenüber. Die Großen-Lin-ener Turner haben sich im letzten Jahre sehr gut entwickelt. Daß die Einheimischen nicht um eine Niederlage herumkommen konnten, darüber war man sich klar. In der ersten Halbzeit sah es zwar nicht nach einem Sieg der Gäste aus, denn das Spiel war ausgeglichen, und die Mto.-Mannschaft lag sogar etwas mehr im Angriff. Sehr ungünstig für die Rotweißen wendete sich das Blatt in der zweiten Halbzeit. Die Gießener konnten den zahlreichen Angriffen der Gäste nur schwachen Widerstand entgegensetzen. Das Zusammenspiel ließ zu wünschen 'übrig. In regelmäßigen Abständen konnten die Großen-Lin- dener noch 5 weitere Tore buchen, während die Platzmannschaft nur 1 Treffer erzielen konnte. Oonöboli im Labn - Oünsbera - Gau Rodhelm I — Waldgirmes I 2:10 (1:5). Die Plahbefiher leisteten es sich, mit nur acht Mann anzutreten und hatten keinen Augenblick etwas zu bestellen. Das Spiel wurde hierdurch nur zu einem Kampf in des Plahbcsitzers Hälfte und brachte keine besonderen Leistungen. Wißmar I — Erda I 4:0 (2:0). Wißmar spielte besonders in der ersten Hälfte überlegen. Durch die bessere Ballbehandlung und technische Lleberlegenhcit sicherte sich die Mannschaft zwei Erfolge, während die Gäste nichts erreichten, RaH dem Wechsel wurden die Gäste etwas besser und erzwangen verteiltes Spiel. Trotzdem reichte es für die Gäste nicht zu einem Torerfolg, da die Hintermannschaft des Gast, gebers alle Angriffe abstoppte: vielmehr konnte Wißmar noch durch zwei weitere Erfolge auf 4:0 erhöhen. Lollar II — Kesfelbach I 1:6 (0:2). Das Spiel verlief sehr fair. Durch gute Stür. merleistungen konnte Kefselbach vor dem Wechsel zwei Tore vorlegen. Aach der Pause kam der Gast mehr auf und konnte auf sechs erhöhen, während Lollar nur das verdiente Ehrentor erzielte. Allertshausen 1 — Mainzlar I 3:1 (1:1). Ein fairer Punktkampf. Zn der ersten Hälfte waren sich die Gegner gleichwertig. Aach dem Wechsel fielen die Gäste ab und vermochten weitere zwei Erfolge des Plahbesihers nicht zu verhindern. Allcndorf II — Rordeck I 2:3 (2:2). Zwei fast gleichwertige Mannschaften zeigten ein flottes Spiel, das die Gäste dank der weitaus besseren Zusammenarbeit in den einzelnen Mannschaftsteilen verdient zu ihren Gunsten entschei- den konnten. Beuern I — Burkhardsfelden 0:2 (0:1). Beide Mannschaften kämpften mit äußerster Energie um die Punkte. Die Gäste waren jedoch im Sturm die bessere Mannschaft und konnten einen verdienten Sieg mit nach Hause nehmen. Allendorf I — Ahbach I 3:3 (2:2). Wider Erwarten mußte der Tabellenführer und voraussichtlicher Meister einen wichtigen Punkt, den ersten auf eignem Platz, abgeben. Der Gästesturm verstand sich besser als die Fünferreihe des Meisters und erzielte auch bald den ersten Treffer. Ein 13-Meter-Wurf des Gastgebers wurde gut geschossen, aber vom Atzbacher Schlußmann ebenso gut gehalten. Aach langem Kampf stand die Partie bei Halbzeit 2:2. Rach dem Wechsel sah man weiter verteiltes Feldspiel, bei dem jede Mannschaft noch einen Treffer erzielte. Das Ergebnis wird dem Spielverlauf gerecht. Durch dieses älnentschieden ist die Frage nach dem Meister immer noch nicht geklärt. Die Entscheidung fällt erst mit dem am ersten Feiertag in Lollar steigenden Spiel Allendorf gegen Lollar. ErreiHt Allendorf hier xum mindesten ein Un- entfchieden, so hat sich die Elf die Meisterwürde gesichert. hausen I — Klein-Linden (DI.) 4:6 (3:3). Der Gast war in diesem Gesellschaftsspiel zunächst etwas im Vorteil und erreichte kurz hintereinander zwei Tore. Hausen kam auf und erzwang den Ausgleich. Aoch vor dem Wechsel hatte der East das Sviel auf 3:3 gestellt. Die zweite Hälfte sah die Gäste als die bösere Mannschaft. Wer spielt gegen Italien? Junge Kräfte in der deutschen Fußballelf. Der Spielausschuß des Deutschen Fußball- Bundes hat demnächst die schwere Ausgabe, die deutsche Mannschaft für den Länderkampf gegen Italien am Aeujahrstag in Bologna aufzustel- tcn. Bereits am letzten Sonntag haben die verantwortlichen Männer Heerschau über das in Betracht kommende Spielermaterial gehalten und bereits 23 Aktive in die engere Wahl gezogen. Bei der Qlufftellun-i ’"r deutschen Mannschaft läßt sich diesmal der B n)es-Spielausschuß von anderen Gesichtspun...., leiten. In erster Linie sollen junge, begabte Kräfte herangezogen werden. Allgemein ist die Erkenntnis durchgedrungen, die die älteren internationalen Spieler, die zumeist ohne Schwung und Begeisterung kämpfen, und lediglich ihr Pensum abarbeiten, wenigstens vorläufig nicht aufgestellt werden sollen. Es steht daher zu erwarten, daß in der deutschen Länder- Mannschaft für Bologna einige talentierte, hoffnungsvolle Spieler des Rachwuchses berück.ch- tigt, werden. Die endgültige Ausstellung unserer Aationalmannschaft erfolgt am ersten Weihnachtsfeiertag. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 20. Dez. Als erste Sache der heutigen Sitzung wurde unter Ausschluß der Oesfent- lichkeit g.gen einen Angeklagten wegen Sittlich- keitsverbrcchen verhandelt. Das Gericht verurteilte ihn zu 2 Jahren und 3 Monaten Zucht- haus unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahnen. Straferjchwe- renb fiel ins Gewicht, daß der Angeklagte bereits w.ederholt einfchlägg vorbestraft war. Die beiben, nächsten Sachen waren insofern ähnlich, als es sich in beiden Fällen um feg. Amts- Unterschlagungen handelte. Im'einen Fall hatte ein Untererheber, im anberen Falle ein Ge- meinderechner erhebliche Geldbeträge aus der ihnen anvertrauten Kasie^nterschlagen. Zur Verschleierung der Unterschlagungen waren von beiden die Bücher unrichtig geführt worden, außerdem Ijatte im Falle des Gcmcinderechners der Bü germeifter der Gemeinde dem Rechner, als bereits die Revision, die die Unterschlagung an bas Tageslicht brachte, begonnen hatte, noch rasch eine Ausgabeanweisurg ausgestellt, um die Unterschlagung des Rechners zu verdecken und denselben der Strafverfolgung zu ent- Ziehen. Der Bürgermeister war daher wegen Be- gunft.gung mitange klagt. Sämtliche Angeklagte waren geständig. Die Verhandlung ergab, daß Untererheber sowohl, als auch Gcmelndercchner sich in Art befanden, als sie die Untei sch'agungen be- gingen. Das Gericht billigte ihnen daher, auch mit Rücksicht auf ihre bisherige Unbestvaftheit, mildernde llmftänibe zu. Der Gemeinde rechnet erhielt eine (9e f ä ng ni s ft r a f e von 10 Mona ten, der Untererheber — in diesem Falle war der unterschlagene Betvag etwas größer — eine Gesäng- nisftrafe von 1 Jahr. Bezüglich des Bürger- mcifters ergab sich nicht, daß er seines eigenen Vorteils wegen gehandelt hatte. Das Gericht verurteilte ihn zu 1 Monat Gefängnis unter Bewilligung einer dreijährigen Bewährungsfrist. Ein weiterer Angeklagter hatte seine geistes- K Frau längere Zeit eingesperrt. Er hatte sich . eute wegen Freiheitsberaubung zu verantworten. Seine Behauptungen, die Einsperrung sei- ner Fvau fei mit Rücksicht auf ihren Zustand notwendig, außerdem sei sie mit der Einsperrung einverstanden gewesen, wurden durch die Bewe.sauf- n-abme widerlegt. Das Gericht er tonnte gegen ihn auf eine Gefängnisstrafe von 8- R( ona - t e n. Straf erschwerend kam dabei die menschenun- wündige Art und Weise der Einsperrung, wie sie im gegebenen Falle vorlag, in Betracht. In einer Autounfallsache ergab sich die Notwendigkeit der Einnahme eines Augenscheins an Ort und Stelle des Unfalls unter Zuziehung eines neuen Sachverständigen. Die Verhandlung wurde daher ausgesetzt. Gegen bas Urteil des Schöffengerichts Gießen, das den Angeklagten F. meaen Rückfallbiebstahl zu einer Gefängnisstrafe vn 1 Jahr verurteilt hatte, hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. Vor Eintritt in die heut ge Berufung^ Verhandlung nahm er feine Berufung zurück, fo daß bas Sch^ffenge- richtsurteil rechtskräftig wurde. Schwere Gasexplosion in Sachsenhausen. WSN. Frankfurt a. TL, 21. Dez. Heute gegen 21 Uhr ertönte im Haufe Brückenstraße 75 im Stadtteil Sachsenhausen ein überaus heftiger Knall, während gleichzeitig aus dem zweiten Stock die Fensterscheiben herausflogen. Die sofort erschienene Feuerwehr drang in die Wohnung ein, die einen wüsten Trümmerhaufen bildete und in der /die Wand zwischen Schlafzimmer und Küche vollständig herausgerissen war. Im Badezimmer lag angekleidet in der Badewanne bewußtlos die 38jährige Charlotte Teetzmann, die noch lebend ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie hatte in der Absicht, sich das Leben zu nehmen, die Badezimmer- tür abgedichtet und hierauf den Gashahn des Bade- ofens geöffnet. Da man im Haufe schon seit längerer Zeit den Gasgeruch bemerkte, hatte der Bewohner des darüberliegenden Stockwerks — trotz aller Warnungen — mit dem brennenden Streichholz abgeleuchtet und so wider Willen die Explosion verursacht. An dem Aufkommen der Frau wird gezweifelt. Gedenket der Meisen und ihrer Tlot! Die Meisen sind ein allerliebstes, lustiges Völkchen. Wer hätte sich noch nicht an ihrem behenden Wesen erfreut, wenn sie bald kopfoben, bald kopfunten die dünnsten Zweige nach Insekteneiern absuchen und mit ihrem spitzen Schnäbelchen d.e engsten Ritzen der Baumstämme und des Zaures durchstöbern! Grell schallt dünn ihr „Pink, Pink", „Sit — Sit" durch die Luft. Die Meisen zählen zu den nützlichsten Vögeln. Gerade weil sie den Winter über bei uns bleiben, ist ihr Ruhen besonders wertvoll. Ihren scharfen Augen entgehen nicht die kleinsten schuh- farbenen Eier der Insektenschädlinae im Obst- unb Gartenbau. Eine Meise verzehrt in einem Tage bis zu ihrem eigenen Gewicht an Aahrung. Wenn der Tisch aber nicht so reichlich gedeckt ist, nimmt sie auch mit weniger vorlieb. Dabei ist zu bedenken, daß es im Gegensatz zum Sommer in der Hauptsache die Eier der verschiedenen Schädlinge sind, die als Aahrung ausgenommen werden, und daß es sich bei der geringen Größe des Vögelchens um gewaltige Mengen handeln muß. Wenn man bedenkt, daß die Raupen von etwa einem Dutzend Eierablagen des Frostspanners einen mittelstarken Apfelbaum im Frühjahr kahl zu freften vermögen, fo läßt sich der Ruhen dieser Vögel erst richtig ermessen. Die Meise hat ein großes Rahrungsbedürfn'S. Das wird ihr im W.nter oft zum Verhängnis. Wenn über Rächt Rauhreif und Glatteis die Rah^ungsquellen dieser nimmermüden Vögel verschlossen haben, findet man schon vor Wittag ermattete, oder dem Hungertode verfallene Weisen. Es ist deshalb unsere Pflicht, sie in ihrer Rot ju unterstützen. Am einfachsten gestaltet sich die Verwendung von Futterringen, die in einschlägigen Geschäften für wenige Pfennige zu haben sind und eine sachgemäße Fütterungsweise darstellen. Billiger kommt man noch zum Ziel, wenn man sich Futterhölzer selbst herstellL Aus Weich- Holz verfertigt man sich einen Trog, gießt diesen mit einer Mischung von 6 Teilen Fett (Hammel- und Rindertalg) und 4 Teilen ölhaltiger Sämereien, wie Rußschenkel, Hanf, Mohn. Leinsamen, Sonnenblumenkerne aus. und hängt da« Holz mit dem Futter nach unten im Freien schräng auf. Diese Art der Futterreichung hat den Vorzug der Zweckmäßigkeit, da das Futter durch Schnee und Glatteis nicht verdeckt werden kann und — was besonders wichtig ist — die frechen Spatzen abhält. Wer an feine Geldbörse eine stärkere Anforderung stellen kann, lege sich eine Meisendose Antispatz" zu. Hier wird nur Hanfsaat verabreicht. Ihr Trog läßt wohl die schlanken Schnäbelchen der Meisen, nicht aber die stärkeren der Spatzen bis an die Körner gelangen. Wirtschaft. Oie Afbeiismarkilage im Reich. Berlin, 21. Dez. (WTB.) Nach dem Bericht der Neichsanftatt für die Zeit vorn 1. bis 15. De« zemücr hat die jahreszeitliche Derschlechleiung, der bisher d.e Hebung des industriellen Be schäft: guags- gra-des entg.gengewirkt hatte, sich in der ersten De- zemberhälfte stärker burchgesetzt. Das Frostwetter brachte in den meisten Teilen des Reiches tie Außenarbeiten zum Erliegen. Die Beschäftigung für Aufträge zum Weihnachtsfcst fand ihr Ende. Bei ben Arbeitsämtern waren am 15. Dezember rund 5 604 000 Arbeitslose gemeldet, b. h. rund 249 000 mehr als Ende November. Mit einer Belastung tiefer Größenordnung war zu rechnen. Die Inanspruchnahme der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge hat erwartungsgemäß beträchtlich zugenommen. Die Zahl ter Hauptunterstützungsempfänger in der Versicherung lag am 15. Dezember nahe an 700 000, sie war damit um rund 60 000 höher als Ende '.November. Die Zahl der Hauptunter- stützungsempfänger in der Krisenfürsorge stieg um rund 57 000 auf 1 188 000. Die Reichsanstatt unterstützt damit zusammen 1 888 000 Arbeitslose. Aussteuerungen aus ter Sri- sensürsorge sind im Dezember nicht mehr erfolgt, so baß kaum anzunehmen ist, daß die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen noch nennenswert gcfliegen ist. Bei Nolstandsarbetten waren Enbe November etwa 86 000 Arbeitslose beschäftigt: inzwischen bürste burch ben Einfluß kalter Witterung eine geringe Abnahme erfolgt fein, ebenso bei ben Arbeitsdienstwilligen. • * Abwehrkampf gegen Zugaben. Zwischen dem Rekofei (Reichsverband deutscher Kaufleute des Kolonialwaren-Feinkost- und Lebensmittel-Einzelhandels) und der Edeka einerseits, dem Reichsverband deutscher Spezialgeschäfte in Glas-, Haus- und Küchengeräten andererseits ist eine gegenseitige Vereinbarung dahingehend getroffen worden, als sich beide Parteien verpflichten, ihre Mitglieder zu beei-''lassen, von den Zugaben fachfremder Waren und dcren Ankündigung abzusehen. Ziel beider Parteien sei es, auf ein lückenloses gesetzliches Zugabeverbot hinzuarbeiten. * Erste deutsche Kunstdüngersendung in Aegypten. Als erste Sendung des deutsch-ägypttschen Austauschabkommens trafen in. Kairo 5000 Tonnen Kunstdünger aus Deutschland ein, die gegen Baumwolle auSgetauschi werden. Die Baumwollsendung ist versandbereit mit dem Bestimmungsort Hamburg. Sronffurter Abenkchörfe still. Frankfurt a. M., 21. Dez. Unter dem Eindruck schwacher Eröffnungskurse aus Neuyovk eröffnete die Abendbörse sehr zurückhattenb, und da auch sonst keine Anregungen Vorlagen, neigten bie ersten Notierungen eher etwas nach unten. Di.' Veränderungen gegen ben Berliner Schluß waren jeboch gering. IG. Farben, AEG. unb Betula setzten bis zu 0,50 v H. niedriger ein, Gelsenkirchen, Gessürel unb Metattgesellschaft lagen 0,25 bis 0,50 v. H. höher, Stahlverein begannen unverändert. Im Verlauf lagen Aku 1,25 o. H. schwächer, während an ben übrigen Marktgebieten bei anhallenber Gefchäftsstille z. T. etwas höhere Kurse genannt wurden. Am Rentenmarkt erhielt sich Nachfrage nach Stabtanleihen, ferner waren Schutzgebiete unb von fremben Werten Zolltürken unb Schweiz. Bun-dcs- bahn-Anleihen etwas fester. Neubesitz 6,45, Alt- besitz 58,25, Schutzgedietsanl. 5,70, Zolttürken 4,10, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 127, Gelsenkirchen 50,75, Phönix 34 25, Stahlverein 33,25. Aku 47, AEG. 29, Betula 107,50, IG. Farben 92 65, Ges fürel 72,50, Metallgesellschaft 33, Reichsbahn-DA. 93,13, Nordd. Lloyd 17,40. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. ivranrtun a. Dl. Herrin Schlußkurs Schluß!. Äbend« bSrt Schluß» mrd «Schluß!. Mittag. 66 fr Oaium 20.12. 21.12. 20-12. 21.12. 6% Deunckie Weldieanieihe v. ins. 76.5 76 76.75 76 61’., r6cm.<% Dl. ReickiSaiil. v. 1929 92,3 92.25 92,5 92 Voung-Anleikie hon 1030 . Seutfdie -Aiil.-AblöI.'LchuId mti ■Jlufllol.-lRednen ........... 76,25 58,4 6.35 76.25 58,25 6,45 76,5 58,65 6.35 76,5 58,5 6,4 Teoflf. ohne Ausich.-Rechte...... 6% ehern. 8% Hess. «olMiaat 1929 53,9 Goldpsc. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% fttanlj. Hup. Bon! 82,5 82,9 - — OJuIbi'ic. Iß unkündbar bii> 1936 6’/i% ehern. 4%% Franks. Hhp. Bank-Liau.-Psan dl-riese ..... 6’/f'o ehern, j',% Rheinische — — — 84,65 84,4 — -vuv. Bank-Liau.-Maldpfe. ... 6% ehern. 8% Pr. Landeepsand 85 84,65 - — bnelanfiair, Psandbrtefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landeopsand 80 80 80 80 briesanslali. Pfandbrtese 81 in 80 80 - — Lesterretchische Wolhrenu... 6,20% Leslerreichische Gilherrente 8,13 1 8,25 1 8.5 8,75 4% Ungarische Goldrente...... 4% Ungarische Staaierenie v. 19io 4*,i% Oföfll. pon 1913 5,4 5.45 5,8 5,6 5,55 5,5 5.85 6 b% ahgest. Goldmerikaner von 99 6 Türkische ßoUanieibc von 1911 3^ 4% iurtlldie Bagdadbahn-Anieihe 4 4% hcx'fii. Serie II ....... 6% IRumän. pctelnb. fRentr n inrn 4,05 4,1 4,15 5,65 8.75 4.5 21,65 4,13 4.15 4,15 4/3‘o9«. oeritn (Schluß- kurü Schmssk. Abend- dSrte Achluß- furei t5d)lu6f. Miiiaq. hörte Datum 20.12. | 24.12. 20.12. 21.12. VaniburQ.yimenlfl.’l'alei ...... Hamburg-Südani. Dampsschiss. 0 Hansa Tampfjchilt........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.K. für Verkehrswesen Mt. .. 0 Berliner Handelkgosellschaf 1.... .1 Commerz- und Privai-Vank ... 0 Deutsche Bank und Sisronto. Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reich^bank ................. j Ä.E.G......................u Giern. LieserungsgeseNschaft... 5 Licht und Srast .............e rvellen & Guilleaume ........0 Gesellschaft für Elektrische Unter- uehmungen............... 4 Rheinische Elektrizität ........6 EchUlkerlLCo........ 0 Giemen« & Halske...........r Lahmeyer L La..............10 16,5 17,5 89,4 53.5 75 61,75 133.5 29.5 73 93,5 53 72.65 79.25 121.5 114.25 43,5 85 51.75 87 35,75 ■203.5 73 16,75 17,4 89,25 53,5 75 61,75 134,75 29 73 93,25 53 72,5 89 120 114 42,75 83,5 50,75 85.25 133 99,5 59,75 34,25 16,75 17,25 43,13 90 53,5 75 61,75 133.25 29,25 73,13 93,5 55.25 73,25 88,5 79 121 114 44 84.75 51.65 86 51,75 134 99 46,13 60,4 23,5 45.75 35,9 204 72,75 16,75 — — 17,25 42,4 89,5 53,5 75 61,75 133,9 29,25 73 93 53 72,13 89,5 78,5 120,5 113,75 43,25 83,65 50,4 86 50,25 99,25 45,13 60 74 34,13 204-25 72,4 Deutsche Erdöl .............. Gelsenkirchener..............0 j)nröener................... 0 Voesch Eilen—fföln-9?eueffen.. 0 blfe Bergbau ............... 7 3He Berxihmr Genüsse........7 ftlörfnermerfe ............,,, y ©Janne-; inann-9iölircn........0 Mansselder Bergbau.........0 Cberfdrlel. KokSwerke.........0 i'honlr Bergbau...........0 Rheinische Brpunkohlen ......iu «»ctnstahl..................0 ‘.^ranffun a.3)l. Berlin Schluß» kurü Schluß! Abend» dörs Sch uß- kurü vchlußk Dlhog» hör c Dalum 20.12. | 21-12. 20.12. ! 21.12. Bereinrgie ««oni werke.... .. u 34,75 33,25 34.75 1 33,25 Otavi Minen ............ .. 0 15.4 15.13 Kaliwerke Aschersleben..... .. 6 — 108 108,5 107 Kaliwerke Westeregeln..... .. 6 _ 113 Kaliwerke Salzdetfurth .... .. 9 — 167 168 167 I G. Farben-Jndustrie .... 92,9 92,65 92,75 93,13 Scheideansi'il!......... ..10 150 150 Goldschmidt ........ 27,25 43,25 26,5 42,5 27 43,25 26,5 42,5 RiiigerSwerke....... .. 0 Melallgesellschaft........... .. 0 32,75 33 32,5 32,9 Philipp Holz mann .., .. 0 55,75 54,75 55,5 55,65 Zementwerk.veidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... ::! 45,25 57,5 45,25 57 Wanb & Frey tag.......... .. 0 4,8 5 Schuliheu Payenhofer..... .. 0 99,75 99,9 Alu,Allgemeine Kunstseide) Bemberg .............. .. 0 48,25 59 44,5 47 58 42.5 48,25 58,25 44 48,25 58 42x5 Zellstoft Waldhos .......... .. 0 Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer fflad ............. .. 0 9,25 29 29,5 99.65 18 28,25 99,65 18 Daimler Motoren...... .. 0 18 17.5 Deutsche Linoleum ..... ? 37 147 41 37 38,5 36,75 37 • 147 1 41 36,75 36,75 Orenstein & Koppel ........ Leonhard Tietz............ 5 habe.................. .. 0 "16 Yritzner................. Mainkraflwerke Höchst a.M. :: II 29 55,75 291 56 -1 29 Süddeutscher Zucker ....... • 8| 141,4) 141,51 140,5| 141,6 Deoifenmarkl Berlin - Zronkfur« a Bl. 20-Dezember 21 - Dezember Ärmliche Notierung <*eie 1 25rtt Pmiliche Notierung Selb | Arie pelsingiars.. Wien...... Prag...... Budapest ... Sofia..... Holland .... £eit> ...... 6.144 51,95 12,465 3,057 169,18 72,08 72,53 76,27 14,00 0,858 4,209 58,23 21,54 16,425 81,07 34,37 81,72 0,899 0,269 5,574 12,76 6,155 52,05 12,485 3,063 169,52 72,22 62,67 76,43 14,04 0,862 4.217 58,35 21,58 16,465 81,23 34,43 81,88 0,901 0.271 5,586 12.78 Sanknoten. 6,154 51,95 12,465 3,057 169,13 71,28 72.68 75,42 14,03 0.853 4,209 58,23 21,24 16,425 81.06 34,37 81,72 0,899 0,269 5,574 12,76 6,166 52,05 12,485 3,063 169.57 71,42 72,82 75,58 14,08 0,862 4.217 58,33 21.58 16,465 81,22 34.43 81,88 0,901 0,271 5,586 12,78 Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos 21 Ire-.' 8?eut)od .... Brüssel .... Italien..... Parts..... Schweiz ... Spanien.... Tauztg.... Japan ..... Rio de Jan. Zugostowien Lissabon... _ Berlin, ri.vqembcr «tib Äriei Amerikanische (Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. zranidsische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Ohimänlldre Note»............... 4,20 58,07 72,31 13,99 16,385 168,76 21.48 72,11 2.46 76,25 80,88 34,23 4,22 58,31 72,59 14,05 16.443 169,44 21,56 72,38 2.48 76.55 81.20 34,37 Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Roten................. Ungarische Roten................