Nr. Zlll Srftes Via« 182. Jahrgang Donnerstag, 22. Dezember 1952 Ericheini i ägltd), auh« Sonntags und Stiertag« Beilagen: Die DDuftnerte ©iehtner Familienblatter Heimat mDild Die Scholl» Monatrvezuqsvreir: Mit 4 Beilagen NT? 1.95 Ohne Illustrierte . I 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernl!rechanschlüffe antcr Sammelnummer 2251. Anichrist lür Drahtnachrichten Anzeiger Lietzen. pobschecttonlo: fronffi rt am Diain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen trrot; für den übrigen Teil Ernst Blumlchein und ür >e"An- zeigenteil i.B.Th.Kümmel lämtlich in löie jen. Auch Deutschland braucht Gchuldenrevtsion. Hugenberg spricht vor der amerikanischen presse über Deutschlands Auslandsverschuldung. Berlin. 21. Dez. (TU.) Dr. Hugenberg gab Beriretern der amerikanischen Presse in Berlin mit dein Reichstagsadgoordncten Dr. Quaatz Gelegenheit zu einer Aussprache über die Frage der wirtschaftlichen Beziehungen Zwischen Deutschland und denBereiniaten Staaten. Dr. Hugenberg wies u. a. daraus hin, daß die Schuldenfrage eine Weltfcage sei. für Deutschland aber habe sie eine ganz besondere Bedeutung. Zahlungen von einem Land ins andere könnten nur in Gold ober in Waren geleistet werden. Es müsse also entweder ein überschüssiger Goldvorrat vorhanden sein oder ein Ueberschuß der Warenausfuhr über ine Wareneinfuhr. Die französische Politik habe 14 Jahre lang von der Heiligkeit dervertrage gesprochen, und zwar solange, als Frankreich als Gläubiger dem deutschen Schuldner gegenüberstand. Jetzt nehme Frankreich dem amerikanischen Gläubiger gegenüber die entgegengesetzte Haltung ein. Daß Frankreich zur Zeit zahlungsfähig sei. stehe außer Zweifel, denn es verfüge über einen fabelhaften Goldschatz. Auch seine gewaltigen Rüstungsausgaben könnten stark vermindert werden und es sei im Interesse des europäischen Friedens zu begrüßen, daß der amerikanische Gläubiger auf Abrüstung dränge. Deutschland sei ein Land ohne Gold. Dagegen verfüge es zur Zeit über einen Waren- Überschuß. Allerdings komme dieser nicht aus dem Verkehr mit den Vereinigten Staaten, denn die deutsche Handelsbilanz mit den Verein gten Staaten sei stark passiv. Wir verwenden die Ueberschüsse aus dem Handelsverkehr mit anderen Ländern zur Bezahlung unserer Schulden an die Vereinigten Staaten. Aber diese Ueberschüsse reichen nicht mehr hin. Der Ausfuhrüberschuß sinkt und beträgt heute schon roeit weniger als die Hälfte des Ausfuhrüberschusses vom Jahre 1930. Februar 1932 betrugen die deutschen Außenschulden etwa 26 Milliarden Mark. Hiervon waren wieder etwa 5 Milliarden Mark in Deutschland angelegt. (Grundbesitz, Effektenbesitz usw.) Das waren also Werte, deren Erträge auch in das Gläubigerland herüberfl'.eßen müßten. Kredite waren beinahe 21 Milliarden vorhanden. Allein aus den Krediten ergaben sich Zahlungsverpflichtungen für Deutschland imDetragevon 1 438 Mill. Zurückgezahlt hat Deutschland in den Jahren 1933/32 etwa 8,5 Mill arden Mart. Um diese Ziffer war die ursprüngliche Verschuldung größer. Bisher Hal also Deutschland nicht nur feine Verpflichtungen in vollem Maße erfüllt, sondern auch gewaltige Kapitalzahlungen geleistet. Weitere fia- pitalrückzahlungen sind jetzt vollkommen ausgeschlossen. denn der Absluß dieser gewaltigen Summen hat die deutsche Wirtschaftskatastrophe hecbeigeführt. Ls fehlt in Deutschland vollkommen an Betriebskapital, viele Fabriken können lohnende Aufträge nicht hereinnehmen, weil es ihnen einfach an Geld fehlt. Der Kreditverkehr stockt. Alles ist eingefroren. Rachdem so gewaltige Anstrengungen gemacht worden sind, haben wir das Recht, aber auch die Pflicht, als loyale Schuldner unsere Gläubiger darauf aufmerksam zu machen, daß w i r nicht weiter können. Müssen die Zinsen in der bisherigen Höhe weiter gezahlt werden oder werden etwa weitere Rückzahlungen an Kapital gefordert, so wird Deutschland zusammenbrechen und das Kapital wird für Gläubiger und Schuldner verloren sein. Wan darf auch nicht vergessen, daß Deutschland Überhohe Zinsen gezahlt hat. Man hnt vom deutschen Schuldner Risiko- zinsen verlangt, deren Weiterzahlung unsere Kräfte übersteigt. Dr. Q u a a tz ergänzte diese Ausführungen u. a. durch folgende Hinweise: Frankreich verfüge über reiche Kolonien und große Auslandguthaben — von seinem Goldschatz abgesehen. England habe ein gewaltiges Auslandvermögen und beherrsche ein Mertel des Erdballs. Beide hätten bereits von den Vereinigten Staaten bedeutende Kapitalnachlässe erhalten, zahlten auch einen sehr bescheidenen Zinssatz. Ls fei nicht richtig, wenn man sage, die französischen und "nglischen Schulden seien politische Schulden, während die deutschen Schulden Privat schulden seien, wenn man einem Esel einen Zentner mehr auflabe, )o sei es für die Frage, ob der Esel die Last tragen könne, gänzlich ohne Bedeutung, welche Aufschrift die Last trage. Deutschland habe, wie Schacht und Luther nachgewiesen hätten, aus den Krediten 10 Milliarden Tribute gezahlt. Etwa 4,5 Milliarden seien zudem auch unmittelbar und formell öffentliche Schulden. Im übrigen sei der größte Teil der Kredite in Gestalt von fremden Lebensmitteln hincingeflossen und habe den Markt für den deutschen Bauern zerstört. Die Rationalisierung der Industrie mit fremdem Geld habe sich als völliger Fehlschlag herausgestellt. Tlmge- kehrt habe Frankreich Milliarden an amerikanischen Heeresbe ständen, die in Frankreich zurückblieben, zu einem billigen Preise auf Kredit bekommen. Hiervon seien dann noch Rachlässe gewährt worüe.u Den Schulden ständen also zwci.ellos dort Gegenwerte gegenüber. Deutschland wäre sehr zufrieden, wenn es das gleiche Maß von Rach sicht erfahren würde, das der amerikanische Gläubiger den französischen und englischen Schuldner bereits praktisch bewiesen hätte. Die Deutschnationalen hielten es für ihre Aufgabe, rechtzeitig auf diese Lage hinzuweisen, damit man nicht in den Der- einigten Staaten überrascht werde und dann den Eindruck bekomme, einem böswilligen Schuldner gegenüberzustehen. Gleiches Recht für alle. Oer Reichsaußenminister über die Bedeutung des Zünfmächteabkommens und das Ziel der bevorstehenden Kämpfe. Berlin, 21.Dez. (WTD.) Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr v. Reurath veröffeni.icht im „Heimatdienst" einen Aufsatz über „Die Anerkennung von Deutschlands Gleichberechtigung in der Wehrfrage". Er führt darin aus: Die als Abschluß der Fünfmächte-Bespre- chungen in Genf am 11. d. M. unterzeichnete Erklärung bedeutet einen entschiedenen Erfolg der bisherigen deutschen Abrüstungspolitik. Die deutsche Gleichberechtigung ist in ihr — daran kann keine Auslegungskunst etwas ändern — unzweideutig anerkannt. Sie 'st nicht, wie die erste Formel Herriots wollte, als Ziel, sondern als einer der leitenden Grundsätze der Abrüstungskonferenz bezeichnet und soll in der Konvention praktisch verwirklicht werden. Die Sicherheit für alle Staaten, von der tn der Erklärung die Rede ist, fordern a u ch w i r , da wir das Mindestmaß nationaler Sicherheit nach Artikel 8 der Böl- kerbundssahung nicht besitzen, sondern gerade durch die praktische Durchführung der Gleichbercck- tigung im Rahmen der allgemeinen Abrüstung erreichen wollen. Als die Abrüstungskonferenz am 2. Februar d. I. begann, lag hier der ausgearbeitete Äon» ventionsentwur f der Bo.beredenden Ab- rüstungskommission vor, dessen Artikel 53 Deutschland und den anderen abgrrüsteten Staaten die Gleichberechtigung aberkannte. Die Entwaff- nungsbestimmuiigen der Friedens'oerträge sollten, ganz unabhängig vom Ergebnis der Abrüstungskonferenz, in Kraft bleiben. Dieser Art.53 des Konventionsentwurfes i st jetzt tot. Es wird künftig nicht, wie es dieser Artikel wollte, zweierlei Recht in der Wehrfrage, sondern nur noch gleiches Recht für alle geben. Die Abrüstungskonvention, die von der Konferenz ausgearbeitet werden soll, wird für uns genau so gelten wie für die anderen und den SeilV des Versailler Vertrages ersetzen. Es märe jedoch verkehrt, zu glauben, daß die Schacht bereits gewonnen sei. Die Erklärung vom 11. Dezemder sieht vor, daß die Art und Weise der Anwendung der Gleichberech.i- t)ung auf der Abrüstungskonferenz e r - örtert werden soll. Gewiß entspricht dies dem Standpunkt, den wir von vornherein eingenommen haben. Es bedeutet aber natürlich auch, daß die Auseinandersetzung über bte praktische Durchführung unserer Gleichberechtigung, über den Umbau unserer Landesverteidigung, über die praktische Herstellung jenes Mindestmaßes oon nationaler Sicherheit, das mir brauchen, noch vor uns liegt. Ich verhehle mir nicht die großen Schwierigkeiten, die wir dabei noch werden überwinden müssen. Die Anerkennung unserer Gleichberechtigung in der Wehrfrage war eine Forderung des ganzen deutschen Vo'kes. Die Geschlossenheit des deutschen Wollens hat wesent ich zum bisherigen Erfolg beigetragen. Sie wird auch für die Verhandlungen über die praktische Durchsetzung der Gleichberechtigung im einzelnen notwendig sein. Ich zweifle nicht daran, daß wir auch in Zukunft auf sie rechnen können. Mussolini erobert eine Provinz. Oie pontinischen Sümpfe besiegt. -3m Frieden eine Schlacht gewonnen. Von unserem römischen D.-Korrespondenten. Rom, Dezember 1932. Wenn man Pose und Pathetik abzieht, die übrigens auf italienischem Boden überzeugender und echter wirken als auf deutschem, wenn man Reklame und Propaganda nicht beachtet und nur nach den Tatsachen sieht, so bleibt im neuen Italien Mussolinis ein Heber maß von Leistungen, die neidlos anerkannt werden müssen. Denn sie gehören der Geschichte an, und es ist gar keine Frage, daß das ,/brüte Rom" nach dem Rom der Cäsaren und der Päpste draus und dran ist, die Weltmachtstellung Italiens aus einer jahrhundertelangen Ohnmacht wieder ans Licht der Geschichte zu bringen. „Das sind die Schlachten, die ich liebe! Sie kosten keinen Tropfen Blut, aber sie bringen uns ganze Provinzen ein!" Friedrich der Große hat die Kulti- oiermig des Warthe- und Netzebruches schweigender und unpathetischer vollzogen, in der Sache selbst aber übertrifft Die Besiegung der Pontinischen Sümpfe alle Urbarmachungen auf deutschem Boden, ja sie dürste selbst schwieriger gewesen sein, als die Entsumpfung und (Entfieberung der Panamakanalzone durch die Amerikaner. Am 18 Dezember fand die feierliche Einweihung der neugegründeten Stadt Li ttor l a in den trockengelegten Pontinischen Sümpfen statt. Vier neue Gemeinden sind einstweilen entstanden. 6000 Bauern wurden auf neugewonnenem Boden angesiedelt. Aber der Kamps geht weiter. Im April erhalten weitere 2000 Familien Land und Hof, im Herbst 1933 wird Mussolini die Stadt Sa bau da einwechen, im Frühling 1934 wird das neue Italien neben diesen beiden neuen Städten auch noch um die Stadt Pontinia reicher fein. 40 000 bis 50 000 Bauern werden ihr Brot künftighin auf einem Gelände finden, das bis unmittelbar ans Tor der ewigen Stadt reicht und durch Jahrtausende ein Hort des Fiebers war. Mussolini hat eine Schlacht gewonnen, eine Schlacht der Techniker, Ingenieure, Maschinen und Bauern gegen einen Boden, auf dem der Fluch der Jahrtausende lag. Ein rührender Zug Menschlichkeit verlieh dem Sieg über dem Sumpf ein kleines, aber bezeichnendes Ornament: am Tag der Einweihung von Lit- foria erklärte Mussolini die Insel Capri und die großen Strecken, durch die im Herbst und Frühling der Flug der Zugvögel geht, z u Natu r s ch u tz g e b i e t e n. In Zukunft unterbleibt also der Singoogelfantj. Die Begründung des Erlasses ift eine solche, wie sie nur ein Diktator geben Fann. Mussolini bekennt, daß ihn ein Kapitel in dem Buch „Der Arzt oon San-Michele" des Schweden Axel Munthe tief ergriffen habe, es sei die Stelle, die von dem Massenmord der Italiener an den Singvögeln berichtet. Die „Bonificia dell'Agro Pontino", die Entsumpfung und Urbarmachung der Pontinischen Sümpfe, ist die große Gipfelleistung des großen italienischen Gesamtplanes, die Halbinsel zu kultivieren. Am 5. April 1932 hat Mussolini den ersten Besuch dem Arbeitsgelände abgestattet. Am 18. Dezember stand die erste Stadt fix und fertig, und Mussolini pries vom Rathaus des neuen Littoria den Swg. Littoria, Sabauda und Pontinia werden neue Städte sein, aber der Boden, auf dem sie stehen, ist getränkt mit Geschichte. Ehe der „lateinische Bund" mit der Unterwerfung Italiens die Grundlage der römischen Weltmacht schuf, brauchte er zuerst einmal 206 Jahre, um die Ureinwohner Italiens, die sich in die Pontinischen Sümpfe zurückgezogen hatten, unter das ramifdje Joch zu zwingen. Furius C a m i 11 u s, Diktator der Republik, blieb Sieger über die Vols-ker, aber dieser Sieg brachte für Rom gleichzeitig eine Bedrohung. Denn mit den Städten und Niederlassungen der Volsker wurden auch die Entwässerungsanlagen zerstört, durch die das Urvolk vor Jahrtausenden die Pontinischen Sümpfe immerhin fieberfrei und anbaureif gemacht hatte. Während Gallien und (Bermanien unterworfen wurden, während die Partherschlachten tobten, versumpfte die Heimat der Volsker völlig und rückte langsam mit Malaria und gelbem Fieber gegen Rom vor. Rom brauchte Getreide. Vor seinen Toren lag Ackerland, das einstmals ein ganzes Volk ernährt hatte. Cäsar beschloß, den Tiber abzulenken und ihn bei Terra- zina ins Meer zu führen, damit er auf dem Wege dorthin die fieberbrütenden Gewässer der Pontinischen Ebene mitnehme. Cäsar wurde ermordet. Antonius und Augustus eroberten Germanien, aber sie scheiterten an Pontinien. Nero, Domitian, Nervo, Trajan bauen mühsam Straßen durch den Sumpf, aber die Fahrt geht auf Leben und Tod. Von Hadrian bis zur Gotenzeit rangt sich niemand mehr an die Pontinischen Sümpfe heran. Das „erste Rom" der Cäsaren brach zusammen. Der Sumps war Sieger geblieben. Das ..zweite Rom" der Päpste und römischen Kailer deutscher Ration hat keine Zeit, den Angriff gegen den Sumpf zu beginnen. Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts versucht Pius VI., einen großen Entwästerungskanal zu bauen. Ra ° Poleon. voller Pläne, gibt im Jahre 1810 den Befehl, den Sumpf zu besiegen, so wie Oesterreich, Preußen und Rußland besiegt wurden. Zwei Jahre später findet Rapoleons ..große Armee" auf den russischen Eisfeldern ihr Ende. Wieder vergeht ein Jahrhundert, ohne daß durchgreifende Schritte getan werden, um Roms Umgebung bewohnbar und fieberfrei zu machen. Erst mit dem Sieg des Faschismus wird es anders. 1923 setzt Mussolini fest, daß jährlich eine Milliarde Lire zum Kampf gegen den Sumpf bereitgestellt werden. Es wird eine ob?re und untere Hälfte der Angriffszone eingeteilt, die Dergwälser der oberen Zone werden direkt abgeleitet, die Unterzone wird durch Drainage- anlagen entwässert. Im August 1931 sind 25 Kilometer Straßen erbaut, 130 Kolonenhärller errichtet, 4 Millionen Kubikmeter Erdverschiebung b:werkstelligt. Im April 1932 endlich kann Mussolini den Befehl zur Besiedlung erteilen. Das gesamte Sumpfgebiet im Umfang von 18 000 Hektar wird dem Kriegsteilnehmer- Verband überschrieben. Und jetzt strömen die Bauernsöhne aus Rord-Jialien, deren Väter den Weltkrieg mitgemacht haben, zusammen, sie finden ihre Häuser schlüsielfertig vor, sie werden mit der Bearbeitung des Bodens beginnen, gleichzeitig wird der Kampf gegen die Malaria-Fliege zu Ende geführt. Korn wird sprießen, glückliche Bauern werden das Land besitzen, in der Rähe Roms wird ein fruchtbares Paradies entstehen: Dank der rastlosen Eenergie Mussolinis, der endlich den Pontinischen Sumpf besiegte. Oer Löwe von Tran. Scharfe Antwort a- s Südstawien an Mussolini. Budapest, 21. Dez. (TU.) Rach einer Meldung des „2h Est" aus Belgrad hielt der Minister des Aeußeren, I e s t i t s ch, im südlawischen Parlament heute eine Rede, die eine s eh r scharfe Entgegnung auf die jüngste Aeuhe- rung Mussolinis über die Ereignisse in Trau darstellt, wo bekanntlich ein venetianischer Marmorlöwe heruntergestürzt war, was in Italien als nationale Beschimpfung aufgefaht worden war. Der südslawische Minister stellte vor allem fest, daß der italienische Staatsbürger, der angeblich ermordet worden sei, eines natürlichen Todes gestorben sei. Sodann erklärte der Minister, drnrch die Beschädigung der Löwen in Trau habe Italien weder einen nationalen, noch einen materiellen Schaden erlitten. Die Geschehnisse dort böten keine genügende Grundlage für einen diplomatischen Schritt. Südslawien verstehe nicht, wie man wegen dieser Zwischenfälle in Italien eine förmliche Hetze gegen Südslawien hervor- gerufen habe und wie man deretwegen im Senat leichtfertig eine so scharfe Rede halten könne. Die Würde Südslawiens gestatte es nicht, von dieser Stelle aus sich in eine Auseinandersetzung einzulassen. Süd.lawien verfolge auch weiter eine Friedenspolitik. Jedoch müsse betont werden, daß dies nicht eine Politik des h er unterhängenden Kopfes und der gefalteten Hände sein werde. Finanzen und Wirtschaft. Ohne Wirtschaftsbelebung keine Finanzsanierung. Berlin, 22. Dez. (ERB.) Reichsfinanzminister Graf Schwerin v. Krosigk beschäftigt sich in einem Artikel im „Heimatdienst" mit der Entwicklung der öffentlichen Finanzen und den Möglichkeiten einer Entlastung der Wirtschaft. 3n den letzten Jahren sei trotz zahlreicher Steuererhöhungen das Steueraufkommen immer mehr zurückgegangen. Der Gesamtbetrag der öffentlichen. Haushalte habe 1929 noch 23,8 Milliarden betragen, 1932 nur noch 14,8 Milliarden. Reich. Länder und Gemeinden seien bei Beginn der Krise ohne jegliche Reserven gewesen. Die einschneidende Drosselung der sächlichen Ausgaben habe der Wirtschaft Aufträge entzogen und eine weitere CBergröficrung der Arbeitslosigkeit bewirkt. Die Steuererhöhungen entkräfteten, d i e W i r t f d> a f t. Es sei ein verhängnisvoller Kreislauf gewesen, der niemals zu einer Gesundung führen konnte. Beim ersten Anzeichen einer Wirtschaftsbetebung konnte und mußte das Steuer herumgeworfen werden. Wie die öffentlichen haushalte durch den Niedergang der Wirtschaft zerrüttet sind, so können sie nur durch eine Lnttastung der wirtschaft und die daraus folgende Belebung endgültig saniert werden. Diese Entlastung ist sofort nötig, da der Zeitraum überbrückt werden muß, bis die neubelebte Wirtschaft größere Erträge abwirft und aus diesen Erträgen weniger drückende, aber doch ertragreiche Steuern liefern kann. Diesem Ziele dienen die Steuergutscheine, die eine Vorweggenom meneSteuersen- fung sind. Daneben hat die Reichsregierung einen äußeren Anstoß für die wirtschaftliche Belebung durch ein Arbeitsbeschaffungs- Programm im Ausmaß von 0,75 Milliarden gegeben. Für Stühungszwecke, insbesondere Banken st ühung, wurden etwa für eine Milliarde Mark Reichs!chahanweisungen ausgegeben. Bürgschaften wurden für einen Betrag von 2,1 Milliarden übernommen. Wenn, wie zu erwarten ist, eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage nicht eintritt, ist das Verlustrisiko aus den Bürgschaften verhältnismäßig gering. Die Steuergutscheine belasten die Haushaltjahre 1934 bis 1933 mit jährlich 3JJ bis 500 Millionen Mark. Aus den Schatzanweisungen werden die Jahre 1933 bis 1938 mit 125 bis 200 Millionen jährlich belastet. Die Dorausbelastung der kommenden Jahre ist hiernach jedenfalls weniger als eine Milliarde Mark. Der Minister gibt der Erwartung Ausdruck, daß eine solche Belebung eintritt, die es ermöglicht, die Voraus- belastungen zu tragen, die jetzt übernommen werden muhten, um überhaupt aus dem verhängnisvollen Kreislauf herauszukommen. Ole Heiligkeit -er Verträge. Warum Herriol zahlen wollte.- Tahiti als Kaufobjekt? Paris, 22. Dez. (WTB. Funkfpruch.) Auf einer Veranstaltung der engistch-arnerikanischen Pressevereinigung in Paris erklärte Herriot, er freue sich aufrichtig über die Vorgänge, die sich im Zusammenhang mit der Erörterung der Schuldenrate an Amerika in der Kammer zugetragen und zum Sturz seiner Regierung geführt hätten, legten sie doch Zeugnis dafür ab, wie ernst cs i h m mit der Heiligkeit der Verträge sei. Zu einer Lösung der dringendsten weltpolitischen Probleme könne man nur dann gelangen, wenn sich die drei großen Demokratien Frankreich, England und die Vereinigten Staaten einigten. Die augenblicklichen Mißverständnisse zwischen Frankreich und Amerika rührten aus der auf beiden Seiten bestehenden Unkenntnis der Schwierigkeiten mit denen der Partner zu kämpfen habe 3m Zusammenhang mit dem Schuldenproblem ist eine Veröffentlichung eines französischen Diplomaten von Interesse, die darauf hinausläuft, daß die Amerikaner im Jahre 1 9 2 6 über ihn an Poincarö den Vorschlag gerichtet haben, Tahiti und die benachbarten Inseln im Stillen Ozean an die Vereinigten Staaten zu verkaufen. Als Preis sollte eine „enorme Summe" gezahlt werden. Poincare habe aber geantwortet, daß der Vorschlag ungeachtet seines materiellen Dortells aus moralischen Gründen abzulehnen sei. Der französische Diplomat — es handelt sich um den Botschaftsrat Allerd de Chateauneuf — erwiderte darauf, daß er in Voraussicht großer Schwierigkeiten, die Frankreich durch finanzielle Forderungen der Vereinigten Staaten entstehen könnten, später auf diesen Plan zurückkommen werde. Ein Pariser Watt, das diese Angelegenheit aufgreift, fragt, ob die Stunde nun gekommen sei, Ernst damit zu machen. Oer hessische Staatspräsident beim Reichskanzler. D armff ab t, 21. Dez. (2DS3L) Reichskanzler von Schleicher empfing Mittwoch mittag den hessischen Staatspräsidenten Dr. Adelung, der von dem hessischen Gesandten Ruh begleitet war, zu einer längeren Unterredung. Gegenstand der Aussprache war eine Reihe von Fragen, die das Land Hessen besonders berühren. Aus aller Welt Späte Sühne für einen Giftmord. Das Schwurgericht in Passau verurteilte die Landwirtsehefrau Therese Strahl von Wühr in_Niederbayern wegen Ermordung ihres früheren Ehegatten Josef Schöftenhuberzum Tode und ihren Ehemann und früheren Geliebten Karl Strahl wegen Beihilfe zum Mord zu sieben Jahren Zuchthaus. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden der Frau auf Lebensdauer, dem Mann auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt. Der wegen Beihilfe mitan» geklagte Gastwirt Hochwimmer von Glonn wurde freigesorochen. Das Verbrechen liegt I schon 12 Jahre zurück. Am 10. Juli 1920 war der * damalig? Ehemann Josef Schöftenhuber unter Krämpfen verschieden. Eine auf Betreiben der Brüder des Verstorbenen vorgenommene Leichenöffnung wurde damals etwas mangelhaft durchg-führt und blieb ergebnislos. Trotzdem wollte das Gerücht nicht verstummen, daß Schöftenhuber aus dem Wege geräumt worden fei. Seine Frau Therese hatte wahrend des Krieges ein Liebesverhältnis mit ihrem jetzigen Ehemann Karl Straßl angefangen und mit dessen Hilfe Schöftenhuber noch seiner Rückkehr aus dem Felde durch Gift beseitigt. Schweres vrandunglück in Chikago. Infolge einer Explosion brach in einem Mietshaus in Chikago ein Brand aus, von dem man befürchtet, daß er mehrere Todesopfer gefordert hat. Eine Leiche wurde bereits geborgen. Mehrere Personen erlitten durch Sprünge aus den Fenstern des zweiten und dritten Stockes Verletzungen. 16 Personen mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Zwei kleine Kinder konnten dadurch ge- I rettet werden, daß sie von ihren Eltern aus dem zweiten Stock in die Arme auf der Straße stehender Personen geworfen wurden. Explosion in einem römischen Fori. — Drei Soldaten getötet Im Fort Appio im Südosten des alten römischen Befestigungsgürtels ist ein Signalraketcnlager i n Brand geraten. Das Feuer tonnte erst nach größten Anstrengungen zahlreicher Feuerwehrabteilungen gelöscht werden. Wie verlautet, wurden drei Soldaten getötet und ein weiterer schwer verletzt. Drei ostpreuhische Schüler auf dem Eise eingebauten und ertrunken. Auf der noch schwachen Eisdecke des Sees bei Kirchlainen im Landkreis AUenstein sind drei Schüler eingebrochen und ertrunken. Die Leichen konnten geborgen werden. wüste Schlägerei. Ein Toter, zwei Schwerverlehte. In den Gemeindebaracken in Rikultschütz (O.-S.) kam es zwischen den dort wohnenden Brüdern Wolfgang und Richard M i r o s i z, die angetrunken waren, und dem gleichfalls dort wohnenden Invaliden Franz Czapla un>d seinen Söhnen Paul, Richard und Raimund zu einer schweren Schlägerei. Wolfgang Mirosiz, der Vater von seck)s unmündigen Kindern ist, wurde durch Dolchstiche getötet; sein Bruder Richard wurde durch einen Stich in die Herzgegend lebensgefährlich verletzt. Raimund Czapla erlitt durch einen Schlag mit einer Kartoffelhacke einen Schädelbruch. Der Schlag gegen Raimund war von seinem eigenen Vater geführt worden, der in der Dunkelheit seinen Sohn für den Wolfgang Mirosiz angesehen hatte. Franz Czapla und sein Sohn Paul wurden verhaftet. Paul Czapla hat gestanden, die tödlichen Stiche gegen Wolfgang Mirosiz abgegeben zu haben. Die Schlägerei ist nicht auf politische De- weggründe zurückzuführen. „Als wir jüngst in Regensburg waren ..." In einer der letzten Nächte wollten etwa 20 Regensburger Pfadfinder in einer Waldhütte im Naabtal eine Weihnachtsfeier veranstalten. Um zum Ziel zu gelangen, wollten sie sich mit der Fähre in Mariaort bei Regensburg durch ein Fischermädchen übersetzen lassen. Als die kleine Fähre mit den vielen jungen Menschen in der Mitte der Naab angelangt war, schlug die Fähre um und sämtliche Insassen fielen ins Wasser. Zum Glück waren alle, auch das Fischermädchen, des Schwimmens kundig und konnten sich dadurch ans Land retten. Als die Beteiligten, die außer einem kalten Bad keinen weiteren Schaden genommen hatten, noch zitternd vor Frost am Ufer bei» fammenftanben und abzählten, ob auch keiner fehie, fragte die resolute Fischermaid, die sich zuerst von dem ausgestondenen Schrecken erholt hatte: „Hat jeder von Enk 's Fahrgeld scho zahlt?" warme Weihnachtstage in Rom. In Florenz herrscht feit einigen Tagen dichter Nebel mit ständig sinkender Temperatur, die am Mittwochmorgen kaum einen Grad über Null betrug. Auf den nahen Höhen bei Pistoja hingegen, wie auch in Rom, ist die Weihnachtcwoche durch strahlenden Sonnenschein bei Mittagctemperatur bis gegen, ja teilweise über 20 Grad Celsius gekennzeichnet. Die Nächte allerdings sind kalt, und der Temperaturunterschied innerhalb der letzten 24 Stunden,in Rom betrug nicht weniger als 15 Grad. Autounglück bei Berlin. Nach einer Berliner Blättermeldung ereignete sich auf der Straße bei Müncheberg (Mark) ein Autounglück. Bei dem Versuch, einem entgegenkommenden Lastwagen auszuweichen, geriet das Auto des Gutsbesitzers Friedrich v. W a l d o w aus Sophien- walde, Kreis Oststernberg, ins Schleudern und überschlug sich. Die 21jährige Gattin des Guts» besitzers, Frau Dibmara o. W a l d o w, eine Tochter des früheren Rsichswirtschastsm'mister Neuhaus, erl tt schwere Verletzungen, denen sie kurze Zeit später erlag. Der Mann wurde nur leicht verletzt. Das Ehepaar, das erst seit einem Vierteljahr verheiratet ist, war auf dem Wege nach Berlin zur Weihnachtsfeier bei den Schwiegereltern. Aus der Provinzialhauplsiadi. Das Weihnachtsgeschenk als juristisches Prob ern. Die Frage, ob ein Schenker das Recht hat, sein Geschenk zurückzuverlangen bzw. ein Schenkungs- ' versprechen nicht einzuhalten, wird vom Bürgerlichen Gesetzbuch in fest umrissener Weise beantwortet. Zunächst ist zu bemerken, daß im juristischen Sinne ein Schenkungsversprechen nur dann Gültigkeit hat, wenn es notariell oder gerichtlich beurkundet worden ist. Ein gewöhnliches Versprechen, selbst wenn es vor Zeugen oder Schwarz auf Weiß gegeben werden sollte, hat keine rechtliche Bedeutung. Was das Zurückverlangen eines Geschenkes betrifft bzw. die Nichteinhaltung einet rechtswirksamen Schenkungsversprechung, so ist diese Möglichkeit dann gegeben, wenn sich der Beschenkte gegen den Schenker, oder einen nahen Angehörigen von ihm groben Undanks schuldig macht. Darunter versteht das Gesetz y D. eine schwere Beleidigung, eine tätliche Mißhandlung usw. Ein dadurch bedingter Widerruf der Schenkung ist aber nur bann möglich, wenn weniger ccks ein Jahr verstrichen ist, seit der Schenker von der Verfehlung des Beschenkten Kenntnis erhielt. Ungültig ist ein Widerruf dann, wenn inzwischen eine Aussöhnung stattgefunden hat, wenn also etwa ein Schenker eine Beleidigung verziehen hatte, die ihm von dem Beschenkten zugefügt worden war. Die Zurückziehung eines Schenkungsversprechens ist dann möglich, wenn seine Erfüllung mit der Vermögenslage des Schenkers nicht vereinbar ist, wenn also die Erfüllung seinen eigenen Unterhalt gefährdet, oder auch die Unterhaltspflicht gegenüber seinen nächsten Angehörigen. Hat z. D. ein Geschäftsmann einem Freunde ein rechtswirksames Schenkungsversprechen gemacht, so braucht er es nicht einzuhalten, wenn sich seine Vermögenslage inzwischen so verschlechtert hat, daß die Erfüllung ihm die Weiterführung seines eigenen standesgemäßen Unterhalts unmöglich machen würde. Bei Weihnachtsgeschenken und ebenso bei Geburtstagsgeschenken usw. liegt insofern noch eine besondere Sachlage vor, als nach dem Gesetz Schenkungen nicht zurückgezogen werden können, wenn die Schenkung der Erfüllung einer sittlichen ober Anstandspflicht biente. In diesem Falle kann selbst grober Undank seitens des Beschenkten an der einmal vollzogenen Tatsache nichts ändern. Im Falle eines Verlöbnisses bestimmt das Gesetz, daß beiden Verlobten uneingeschränkt ein Rück- forderungsrecht zu steht, wenn die Verlobung wieder aufgehoben wird. Das Sparbuch als Weihnachtsgeschenk. Das Weihnachtssest mit all seinen Wünschen und Hoffnungen steht vor der Tür. Wohl jeder hat den Wunsch seine Familienangehörigen und Bekannten am Weihnachtsfest zu erfreuen. Wo die wirtschaftlichen Verhältnisse es zulassen, sollte man den Kindern und den erwachsenen Haushaltsangehörigen auch ein Sparbuch unter den Weihnachtsbaum legen. Und sei der Betrag auch scheinbar noch so klein, zum Sparen ist er nie zu gering. Aus einem Däumchen wird ein Daum, und Pfennig auf Pfennig dem Sparbuch gutgeschrieben gibt im Laufe der Zeit ein hübsches Sümmchen, oas in Zeiten der Not sehr viel wert sein kann. Außerdem hat der Beschenkte nicht nur einmal am Weihnachtsfest Freude an dem Sparbuch, sondern bei jeder neuen Einlage wächst mit dem Betrag die Freude und die Genugtuung, für Notzeiten gesorgt zu haben. Die Kinder sollen durch ein geschenktes Sparbuch auch darauf hingewiesen werden, daß sie nicht nur für sich sparen, sondern daß ihre Sparpfennige, und wenn es noch so wenige sind, mithelsen am Aufbau unserer deutschen Wirtschaft und damit unseres lieben Vaterlandes. Sorgt für die Hofhunde! Der Gießener Tierschutzverein, Hen° selstraße 10, schreibt uns: Die tierfreundliche Gesinnung vieler Tierhalter macht Halt vor solchen Tieren, die weiter keinen Geldwert für ihn darstellen. Darunter hoben vor allem Kettenhunbe, Katzen und Kaninchen zu leiden. Währerch das Großvieh sachgemäß gepflegt wird, ist manchmal der Hofhund auf jammervolle Weise untergebracht. Ein wirklich guter Tierbesitzer verhilft allen Tieren, die von ihm abhängig sind, zu ihrem Recht. Deshalb bittet der Tierschutz-Verein die Besitzer von Kettenhunden, die Hundehütten gründlich auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Näsie, Kälte uiti) Wind zu prüfen, wenn es noch nicht geschehen ist, und die kleinen Mühen nicht zu scheuen, die nötig sind, um dem Hund die Zeit des Frostes und der kalten Winde zu erleichtern: z. B. müssen Trinkwasser und Futterrefte im Laufe des Tages aufgewärmt werden, der Hund muß morgens etwas Warmes in den Leib bekommen und Gelegenheit haben, sich warm zu laufen. Bei stärkerer Kä'te gehört der Hund in den Stall oder in das Haus. Weihnachten bietet schöne Gelegenheit, den Kindern klar zu machen, daß Tiere als lebende Wefen und nicht nach ihrem Geldwert zu behandeln sind-. Wo die Tiere mißachtet, oder der Liebe nicht wert befunden werden, fehlt ein Stück am Weihnachtsverständnis. Welche Freude bereitet es Kindern, wenn sie am Weihnachtsabend auch den Haustieren etwas Liebes antun dürfen, was gar nichts zu kosten und keines Menschen Glück zu schmälern braucht! Sie lernen dadurch, daß der Reichtum der Liebe keine Grenzen kennt, sondern für alles da ist, was lebt und leidet. Den meisten Kindern ist das etwas Selbstverständliches. Weich falsches Beisp'el gibt man seinen Kindern, wenn die Tiere andern Tage ganz unbeachtet bleiben oder schlechter versorgt werden, an dem die ganze Familie sich gegen» festig Freude macht! Gießener Wochenmarktpreise. Gießen, 22. Dez. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25-30 Pf. das Pfund, Käse 5—10, Eier, ausländische, 12—14, inländische 14 Pf. das Stück, Wirsing, gelb, 8—10, grün 12, Weißkraut 6—8, Rotkraut 8—10, Gelbe Mtllll OOlfl W -man von Margarete Antelmann. rigbt by Martin Feuchtwcmger, Halle (Saale) 12 (tortleRung Nachdruck verboten 3d> hab' richtig Angst um Sie, Leuchen! Ist es denn so schön, sich auzumalen und aufzuputzen und immer in den Hotels und auf den Gesellschaften herumzuschwänzeln? Erst haben Sie mir viel besser gefallen, als wir noch zu Hause waren und Sie ihr natürliches Gesicht zeigten." „Aber Hähnchen, ich hab' doch noch dasselbe Gesicht! Nur Eie verstehen nicht, was schick und modern ist...!" „Nein, das verstehe ich nicht, und ich will's auch nicht verstehen! Zu meiner Zeit machte ein anständiges Mädchen solche Dummheiten nicht mit!" Frau Hahn war froh, sich endlich einmal allen Groll von der Leber herunterreden zu können. Sonst hatte Magdalene nie Zeit für sie, heute endlich war die Gelegenheit da. Zu viel hatte sie die ganzen Wochen über in sich hineinfressen müssen. Es hatte damit angefangen, daß Mutter Hahn stundenlang in dem feinen Modesalon hatte weilen, Anprobe über Anprobe über sich ergehen lassen müssen. Man hatte ihr zugemutet, auf ihre alten Tage mit einem ärmellosen Kleid herumzulaufen. Na, da hatte sie einfach nicht mitgemacht. Sie hatte die hochgeschlossenen Kleider durchgesetzt, die ihr schicklich erschienen waren. Tann tarn diese entsetzliche Autosahrerei, bei der man seines Lebens mcht froh und nicht sicher war. Auf die Rennplätze fuhr man, in die Kaffeehäuser ... Sie war ja nicht ganz weltfremd gewesen, hatte früher mit ihrem Manne auch manch schöne Reise gemacht. Aber sowas — nein, damit konnte sie sich nicht befreunden! Und im Hotel war abends ein Betrieb, daß man sich nicht zurecht fand und in die Zimmer hrnausgehen mußte, wenn man seine Ruhe haben wollte. 3n Stmmer mit den feinen, zierlichen Jill beleben, mit denen man einfach nichts an- Mangen wußte. Nein, das war nichts für sie. Sie wollte nach Hause, kein Geld der Welt würde ste hier festhalten. r®® ^erte lange, bis Frau Hahn mit ihrer Rede zu Ende war. Magdalene hatte Mühe, sie gu beruhigen unb endlich das Versprechen zu bekommen, daß Mutter Hahn bis zur Ankunft einer Gesellschafterin bleiben wolle. ° Dünn sollte sie nach Hause zurückkebren und kJ? Pension aufmachen, zu der Magdalene das Geld spenden würde. Mutter Hahn hatte "utztS davon wissen wollen, hatte sich aber endlich Magdalenes lleberreöung gefügt. »Ich selbst will für längere Zeit verreisen, Mutter Hahn, sobald ich die richtige Gesellschafterin gefunden habe. Ich muß mir endlich die Welt ansehen, das Leben genießen.. „Ach Gott, Fräulein Lenchen, ich habe wirklich Angst für Sie. Es wäre mir fast lieber, Sie hätten das Große Los nicht getoonnen. Ich werde den Gedanken nicht los, daß das kein Glück für Sie war." «Nun hören Sie aber auf mit Ihrer Schwarzmalerei, Mutter Hahn! Das ist doch alles Unsinn! Ich weiß, was ich tue, und habe mein Schicksal fest in der Hand, tzie brauchen keine Angst um mich haben. Und daß ich mein Leben genießen will, das können Sie doch einsehen — nicht wahr? Dazu gehört vor allem, daß ich reise, weit, weit fort. Passen Sie auf, Hähnchen, eines Tages bekommen Sie eine Ansichtskarte aus Honolulu!" »Um Gottes willen, Lenchen, zu den Wilden wollen Sie reisen?" »Ja, ja, zu den Wilden! Und heirate dort einen Schwarzen, und zur Hochzeit und Kindtaufe werden Sie eingeladen.. .r »Die sollen mich nicht auslachen, Lenchen!" »Ich lache Sie ja nicht aus, Mutter Hahn! Ich weiß ja, was ich an Ihnen habe, und daß Sie der einzige Mensch sind, auf den ich mich verlassen kann. Aber — zunächst muß ich hinaus, muß mich austoben, dagegen komme ich nicht an. Später, wenn ich älter und ruhiger geworden bin und mich erst an das viele Geld gewöhnt habe, werde ich schon wieder vernünftig werden." „Ich gönne Ihnen ja alles Gute, Kind! Wenn Sie nur immer den Kopf beisammen halten und nicht zu toll draufloS wirtschaften. Denn — auch bas viele Geld kann einmal zu Ende sein, wenn man es zum Fenster hinauswirft." »Sie kennen mich doch, Hähnchen! Ich war zeitlebens vernünftig genug und hab' gewußt, was ich zu tun hatte. Ich werde auch jetzt 6en Kops nicht verlieren. Doch jetzt wollen wir Schluß machen mit dem Gerede. Es ist so'schön draußen, die Sonne lacht. Wir wollen uns fertigmachen und nach Potsdam hinausfahren. Dort ist jetzt alles in voller Blüte Sanssouci muß herrlich sein..." Bald sahen die beiden zusammen in dem schonen, offenen Auto, das sie durch die belebten Straßen Berlins hinausführte — nach Potsdam zu dem schönen Lustschloß Friedrichs des Großen. • »Elegante junge Dame als Gesellschafterin und Reisebegleiterin gesucht. Bedingung: gewandtes Auftreten und Svrachkenntnisse. Zu melden: Portier, Hotel .Adlon'." 3oe Nowakowska hatte diese Zeilen schon einige Male gelesen, und ihre Augen hatten einen fett- Tarnen Glanz bekommen. Hier schien wieder einmal eine Möglichkeit aufzutauchen, hier konnte sie ihre Fähigkeiten ausnutzen. Das schien eine reiche Frau zu sein — eine Frau, die selbst wohl nicht ganz auf der Höhe war, da sie eine gewandte Gesellschafterin suchte? Ein Feld wie geschaffen für Joe Nowakowska. Sie fuhr erst auf aus ihren Betrachtungen, als die Zimmertür aufging. Ein Mann trat in das mit geringsten Mitteln eingerichtete schäbige Hotelzimmer. Joe sprang auf, gab dem Manne einen Kuß, reichte ihm das ZeitungSblatt: »Sieh her, Titus, das ist vielleicht etwas für uns?" Der Mann las die Anzeige und sagte dann mit rohem Lachen: ..Da wird doch nur eine Dame gesucht, Joe! Was soll ich dabei?" »Laß mich nur machen. Du kennst mich ja. Daß wir hier fort müssen, steht fest. Man wird schon auf uns aufmerksam. Es steht auch fest, daß etwas geschehen muh. Dieses Leben halte ich nicht mehr aus! Du hast keine Möglichleit, etwas zu erreichen. Also muß ich wieder arbeiten..." hab' dich nicht so!" sagte der Mann gleichmütig, indem er sich seine schönen, schmalen Hände besah. "Bitte, hab' ich nicht Immer den Hauptteil KU tragen? Du hast nicht viel anderes zu tun, als von meiner Beute zu leben und den noblen Herrn zu spielen. Ich hab' es bald satt, immer weiterzuarbeiten und mich ausbeuten zu lassen." „Ich halte dich ja nicht, meine Teuerste! Ein Wann wie ich wird überall eine neue und tüchtige Freundin finden." „Du, untersteh dich!" Dicht war sie vor ihn hingetreten, ihn mit ihren großen schwarzen Augen wild anfunkelnd. Man sah ihr die Eifersucht an, die aus diesen Augen hervorblihie. Ihre Nasenflügel bebten. „Warum quälst du mich so, Titus? Tue ich nicht alles für dich? Hm immer wieder Angst zu haben, dich zu verlieren?" Schmerzlich sagte sie eS, während ihr schönes Gesicht einen wehen Zug erhielt. „Torheit, Joe! Ich Hebe dich, du weißt es. Aber — ich bin nicht zärtlich, nicht so weich, wie du es gern haben möchtest." „211x1 ich sehe doch, daß du zu anderen Frauen weich und zärtlich sein kannst. Und ich will nicht, daß du mit anderen Frauen herumflirtest. Du sollst nur mir gehören, nur mich ansehen. Und ich kratze dir die Augen aus, wenn es mxb einmal so geht wie neulich abends..." »H«xe!" Er beugte sich Über Jie und küßte sie. Ueberall hin: auf den Mund, Die Augen, das Haar, die Ohren. Dis sie sich seinen Armen brüsk entwand. „Laß mich jetzt. Ich habe keine Lust und keine Zmt zu einem Schäferstündchen. Cs ist gleich elf Uhr. Ich muß ins Hotel .Adlon', mich bei der ~-ame vorstecken. Vielleicht habe ich Glück. Daß wir hier verschwinden können. Einen neuen Weg finden." Sie war schon dabei, Toilette zu machen. Joe Nowakowska war eine Polin, aus dem westrussischen Gouvernement Podolien. Ihr Vater war ein reicher Mann gewesen, der außer seiner Branntweinbrennerei noch eine ansehnliche Viehzucht betrieb, in einem kleinen Dorfe an der Dnjestr. Weit und breit kannte man Iwan Nowakowska. Nicht nur seines Reichtums wegen, sondern auch deshalb, weil er immer besoffen war. Trotzdem liebte er sein Töchtercyen abgöttisch. Joes Mutter war kurz nach deren Geburt gestorben. Vielleicht, daß die zarte Frau die brutale Liebe ihres Mannes nicht hatte ertragen können, daß sie an den seelischen Kämpfen zugrunde gegangen war. Joe erhielt die sorgfältigste Erziehung. Die Liebe au seinem Kinde war das einzige, was Jwai Nowakowska außer dem Alkohol noch interessierte. Deutsche, englische und französische Er- zieherinnen weilten auf dem großen polnischen Gutshofe. Mit vierzehn Jahren schon war Joe zu einem bili schönen 2Rädchen erblüht, das die Blicke der Männer auf sich zog. Um diese Zeit war es auch, als man von den Geldnöten Iwans zu munkeln begann. Einige Jahre noch hielt er sich über Wasser, bis das schreckliche Ende tarn. Man fand ihn eines Morgens tot vor seinem Schreibtisch« liegen. Ein Schlaganfall hatte seinem Leben zur rechten Zeit ein Ende gemacht. Wenige Tage später hätte er seinen Hof verlassen müssen. Erst jetzt, nach dem Tode Iwan Nowakowskas, erfuhr Joe, daß sie bettelarm war. Ihr Vater hatte noch den Schein des Reichtums um sie verbreitet, hatte sie bis zu feinem letzten Atemzug verwöhnt wie eine kleine Prinzessin. 3ctjt auf einmal stand sie allein und dem Nichts gegenüber. Sie sah es als Glückszufall an, daß in diesen Tagrn der alte Fürst Nikolai Potapow austauchte, der in Kamenez-Podolsk residierte und der viel von der Schönheit Joes gehört hatte. Er hatte nur darauf gelauert, bis ihm diese junge und rassige Schönheit als Beute in den Achvh fallen würde. Er hatte die Verhältnisse Nowakowskas gekannt: er hatte seine Wechsel ausgekauft, um sich die schöne Deute zu sichern. Dann, als der Branntweinbrenner tot war, kam er, sich Joe zu holen. Und er muhte sehen, baß daS schöne Mädchen gern und freiwillig mit ihm ging, daß es gar nicht der Einkreisung bedurft hätte, sie zu erringen. l Fortsetzung folgt.) Die Verwendung der hessischen Ruhrgelder Handwerker-Untersuchungsausschuß des Hessischen Landtags. WSÄ. Darmstadt. 21.D«z. Schlossermeister QDilfclm SchulmeyerV.. Mörfelden, war am 14. Dezember 1932 als Zeuge vor dem Unter» suchungsausschutz des Landtages über die Verwaltung und Verwendung der Rhein-Ruhr-Httfe- gelber geladen, konnte jeooch seine Aussagen infolge des Einspruches des Ausschußvorfitzenden nicht beenden. Er veröffentlicht jetzt in der Presse eine Erklärung, in der es u. a. heißt: »Der größte Teil der Mör.'eldener Handwerker steht auf dem Standpunkt, daß der Kampf gegen Handwerkskammer und HZG. nur von zwei bis drei Herren aus besonderen Gründen geführt und von der Mehrzahl des Handwerkes abgelehnt wird. Die Aussagen eines Vorstandsmitgliedes des Dezirksverbandes Groß-Gerau bestätigen diese Auffassung. Dieser Herr erklärte in Ingelheim auf der Handwerkertagung unter Zeugen, daß sie den Kampf nur führten auf Veranlassung des Direktors der Groß-Gerauer Volksbank, Reiß, und des früheren Landtagsabgeordneten Apotheker Senat (Goddelau). Aus diesen Zusammenhängen läßt sich das Mör.eldener Handwerk nicht als Merkzeug gebrauchen, um einen Herrn Dvnat wieder zu einem Landtagsmandat zu verhelfen, noch um einem Herrn Reiß bei einem Racheakt gegen die HZG. behilflich zu sein. Wie bereit- im Juni Z>. 3. mitgeteilt, hat die Volksbank Groß-Gerau von der HZG. einen Kredit von über 100 000 Mark erhalten, wofür die Volksbank Groß-Gerau 17 003 Mark HZG.- Aktien übernahm. Die Hälfte dieser HZG.-Aktien ist durch die Kapitalzusammenlegung der HZG. verloren. Dieser Aktienverlust ist eine der Ursachen des Kampfes gegen die HZG., eine andere, daß die Groß-Gerauer Volksbank kein »Sachsen- geld" erhalten hat. Aus den bisherigen Zeugenaussagen vor dem Untersuchungsausschuß ergibt sich, daß fast alle Behauptungen in der Agitation gegen HK. und HZG. aufgebauscht waren oder sich nicht mehr aufrecht erhalten lassen, nachdem die früheren Erklärungen einiger Angegriffener auch unter Eid wiederholt wurden. Die Mörfelde« ner Handwerker werden sich deshalb nicht dazu her- geben, für andere Kastanien aus dem Feuer zu holen. Wie ich hörte, hat das Mitglied des Untersuchungsausschusses, Abg. A n t h e s, bei der Staatsanwal schäft die strafrechtliche Untersuchung einiger Zeugenaussagen beantragt." Obecheffen. Wiedereinweihung der Stadtkirche zu Homberg -er. Homberg, 21. Dez. Ein Tag hoher, festlicher Freude mar der vergangene Sonntag für unser Städtchen. Die über 6Ö0 Jahre alte Slcrdttirche wurde wieder eingeweiht. Die Stadt prangte in reichem Fahnenschmuck. Vom Kirchturm wehte die Kirchenfahne. Die Feier begann mit einem F e st - zug vom Amtsgericht und der Friedhofskapell« nach der Kirche. Die Schulen, die Feuerwehrkapell«, die Geistlichkeit, Vertreter der Behörden, die Vereine und zahlreiche Gemeindemitglieder nahmen daran teil. Orgelklänge (Lehrer Allendörser) empfingen die Festocrsainmlung in der Stadt.irche. Superintendent Dr. Wagner hielt die Altar- litur-gie. Der Mannergesangverein sang einen Choral. Sodann hielt der Superintendent die Weihe- rede und weihte im Anschluß daran das Gotteshaus. Die Festpredigt hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer Prätorius, der er das alte Kcrchweihevange- lium von Jesu Einkehr bei Zachäus zu Grunde legte. Nach einem weiteren Chorliod des Gesangvereins „Frauenlob" sprach der Prälat der hessischen Landeskirche, D. Dr. Diehl, zur Gemeinde und erinnerte dabei an den Pfarrer und Superintendenten N i g r i n u s (Schwarz), der um 1555 in Homberg amtierte. Mit der Mahnung: „Wappnet Euch ihr Christenleute mit Bekennermut" schloß der Prälat seine Ausführungen. Einem Lied der Gemeinde folgte Gebet und Vaterunser durch Dekan Schmidt und der Segen durch Oberlirchenrat D. Wagner. Unmittelbar an den Festgottesdienst schloß sich eine weitere Feier an, in deren Mittelpunkt die Verleidung des EhrentiOls „Doktor der Theologie" an Herrn Geheimen Oberbaurat und Professor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, Heinrich Walde, durch den derzeitigen Dekan der theoloaischen Fakultät an der Universität Gießen, Professor der Theologie Rudolf, stand. Geheimrat Walde dankte mit herzlichen Worten für die überraschende Ehre, die ihm aus Amaß seiner 30jährigen Tätigkeit als Denkmalpfleger für Oberhessen zuteil wurde. Er hat in dieser Zeit etwa 100 Kirchen in. Oberhessen wiederhergestellt. In einer Nachversammlung am Nachmittag begrüßte der Ortsgeistliche die Festversammlung. Sodann sprach Geheimrat Walde über die hiesige Stadtkirche, gab eine Erklärung ihrer Geschichte und schilderte die jetzt erfolgten Wiederher- stellungsarbeiten. In einem dreiviertelstündigen Vortrag sprach dann noch Prälat Lr. Dr. Diehl über Hombergs geschichtliche und kirchengeschichtliche Vergangenheit. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. Dekan Schmidt überbrachte die Grüße des Dekanats Grünberg für den Orts- geisllichen, der mit seinen 28 Amtsjahren in Homberg und früheren zwei Jahren in Ober-Osleiiden nunmehr 30 Jahre lang zum Dekanat Grünberg gehört. In einem Schlußwort dankte der Ortsaeistliche allen Rednern, der Musikkapelle, den Gesangvereinen für ihre Mitwirkung, ferner der ganzen Gemeinde und besonders der Bauleitung. Er erwähnte besonders die Namen der Herren Baurat Vogt, Regierungsbauführer Hof. mann und Dauinspektor Essel- Homberg, die sich durch ihre Arbeit große Verdienste um die Hornberger Stadtkirche erwarben. Die neu wiederher gestellte Kirche ist zu einer Sehenswürdigkeit geworden. Landkreis Gießen. * Großen-Duseck, 23. Dez. Am SamStag veranstaltete der Fußballklub 1 9 2 6 G r. - Buseck in der Wirtschaft „Zum Dufecker Tal" eine Weihnachtsfeier. Der Vorsitzende, Reichsbahnangestellter Ludwig Drück, hielt eine Ansprache. Der Posaunenchor Großen-Buseck, unter Stabführung von Herrn R i c o l a i, trug durch Weihnachts- und Adventslieder viel zur Verschönerung des Abends bei. Die von Mitgliedern aufgeführten Theaterstücke ernteten verdienten Beifall. # Lich, 21. Dez. Dank der gemeinsamen Be- mühungen des Verkehrsvereins Lich, der Stadtver- waltung und des Gewerbevereins ist seit heute durch die Oberpostdirektion Darmstadt wieder eine zweite Ortszustellung der Postsachen eingeführt worden. Damit ist einem dringenden Bedürfnis der hiesigen Geschäftswelt Rechnung getragen. Dankbar anerkannt sei, daß das hiesige Postamt die Notwendigkeit der zweiten Postzustellung befürwortete und die jetzt entstandene Mehrarbeit im Interesse der Einwohnerschaft leisten will. Kreis Lauterbach. Schlitz, 21. Dez. Heute gegen 16 Uhr brach im Anwesen der Metzgerei und Gastwirtschaft Weber an der Ecke Bahnhofstraße und Güntergasse (einer der verkehrsreichsten Stellen der Stadt) Feuer aus, das sehr rasch um sich griff. Der Dachstuhl eines Nebengebäudes und eine Remis«, in ter Heu und Stroh untergebracht waren, wurden ein Raub der Flammen. Die Schützer Feuerwehr griff das Feuer mit der Motorspritze energisch an und konnte nach dreistündiger ange- strengter Arbeit den Brandherd zu lokalisieren. Die Einrichtungsgegenstände konnten fast sämtlich in Sicherheit gebracht werden. Der Schaden ist nicht unbeträchtlich, jedoch durch Versicherung gedeckt. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Rüben 8—10, Roke Rüben 8—10, Spinat 20, Unter-Kohlrabi 6—8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35—50, Schwarzwurzeln 25—30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis 30, Dörrobst 35—40, Honig 40—45, Rüsse 35 bis 40, Junge Hähne 70—90, Suppenhühner 60 bis 80, Gänse 75-90, Enten 80-90 Pf. das Pfd., Tauben 40—50, Blumenkohl 40—50, Endivien 10 bis 15, Lauch 5—10, Rettich 10—15, Sellerie 10 bis 30 Pf. das Stück; Kartoffeln 2,53 Mk. per Zentner. Äornotrzcn. — Tageskalender für Donnerstag Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die oder keine". — Astoria-Lichtspiele (Settersweg): „Gentlemen für einen Tag" und „SOS — Schiff in Not". • • Das Po 1 izeiamt am 27. Dezember geschlossen. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Wegen Vornahme von Kesselreinigung bleibt dos Polizeiamt am Dienstag, 27. Ifd. Mts., für den Publikumsverkehr geschlossen. Um dringende, keinen Aufschub duldende Fälle zur Erledigung bringen zu können, haben wir jedoch an diesem Tage in der Zeit von 11 bis 12 Uhr vormittags für den Derlehr mit dem Publikum einen Cil- dtenst eingerichtet. "Das Volksbad amHeiligenAbend und an Silvester. Das Volksbad bleibt am Heiligen Abend und an Silvester in der Mittagszeit zwischen 13 und 14.33 Uhr geöffnet, es wird allerdings an beiden Tagen schon um 15 chlhr geschloßen. Auf die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sei hingewiesen. • • Vorbe st eilte Theaterkarten z u den Weihnachtstagen. Die Intendanz des Stadttheaters macht darauf aufmcrlfam, daß für die Weihnachtstage vorbestellte Karten wegen dec großen Rachfrage bis spätestens Samstagmittag 13 Uhr ab geholt sein müssen, da die Kaste sonst anderweitig darüber verfügen muh. Für auswärtige Besucher bis eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung. * * Der Alicefrauenverein vom Roten Kreuz hatte am Dienstag 153 junge Mütter zur Weihnachtsfeier eingeladen. Das Fest, unterstützt von den Fürsorgeschwestern und Freunden des Vereins, verlief in schönster Weise. Sn kurzen Begrüßungswortcn wurden die jungen Frauen auf die Aufgaben ihres Mutlerberuses hingewiesen und ermahnt, ihre Kinder zielbewuht, d. h. deutsch und fromm zum Besten unseres Vaterlandes zu erziehen. Cs schlossen sich Dankes- worte an die Schwestern an für ihre unermüdliche, aufopfernde Betreuung der Mütter. Die Kaffeepause fehlte natürlich nicht. Die ganze Feier wurde überstrahlt von den graziösen Tanzvorführungen unserer heimischen jungen Künstlerin Frl. Ange D a ch, verständnisinnig von Fräulein Dock (Klavier) und Herrn Schumann (Violine) begleitet. Sogar ein kleiner Engel war vom Himmel gefallen. Die Bescherung, als Schlußakt, erregte große Freude, uub gern nahm jede Mutter ihrem Liebling ein ,Christkindchen", ein Kleidchen, in dankenswerter Weise in der Rähstube des „Allgemeinen Frauenvereins gearbeitet, mit nach Hause. Allen denen, die dazu beigettagen haben, das Fest harmonisch zu gestalten, gebührt wärmster Dank. • * Weihnachtsfeier der Heimat- vereinigung Schiffenberg. Dem Bericht über die Weihnachtsfeier der Heimatvereinigung Schifsenberg tragen wir, einem Wunsche entsprechend, nach, daß sich auch der Schreiner- meister Stumpf- Garbrnteich um die Vorbereitung deL Festes verdient gemacht hat. * • Kellerbrond. Heute gegen 12 Uhr entstand im Hause Marktstrahe 2 ein Kellerbrand. Die im Keller untergebrachten Brennstoffvorräte, Kisten und Papier usw. waren von den Flammen ergriffen und brannten unter großer Rauche entwicklung. Die Feuerwehr, die sofort herbeigerufen wurde, konnte des Brandes bald Herr werden und nach etwa Vzstündiger Tätigkeit wieder abrüden. Auf welche Mei e das Feuer entstand, konnte bisher nicht einwandfrei festgestellt werden. Vezittsschöffengerichi Gießen. * Gießen, 21. Dez. Auf übte Art hat ein Handelsmann aus Treis a. d. L. Leute geprellt. Ein im Besitz von mäßigem Grundvermögen und nicht viel größeren Geisteskräften befindlicher Landwirt suchte ein Darlehen von 203 Mk. und wurde von einem Bekannten an den heute wegen Urkundenfälschung und Betrugs unter Anklage stehenden Händler verwiesen. Dieser ließ sich einen Wechsel akzeptieren und verlangte ferner die Querschrift auf einen Wechsel — ein Gefälligkeitsakzept —, den er nicht über 503 Mk. auszu- stellen versprach. Die Unterschrift bezeichnete er als so schlecht, daß ihm kein Mensch den Wechsel abnehme. Der ahnungslose Landwirt lieh sich herbei, einen neuen Wechsel mit seiner schönsten Unterschrift zu versehen; den schlecht unterschriebenen, erklärte ihm der Händler, werde er ver- nichtew Tatsächlich füllte er den einen vertragswidrig mit einem viel höheren, und den andern ebenfalls mit einem namhaften Betrag aus und setzte sie in Umlauf. Einen anderen Landwirt schädigte er ebenfalls um einen beträchtlichen Betrag, indem er ein Derlängerungsakzept nicht an die vertraglich bestimmte, sondern an eine andere Person weitergab. Ferner lieferte er eine Summe, die er bei einem Diehverkaus für einen Landwirt eingenommen hatte, entgegen seinem Versprechen nur zum Teil ab. Der Angeklagte leugnete mit bemerkenswertem Gesckick und suchte die Angelegenheit nach Möglichkeit zu verwirren und zu verdunkeln. Er wurde indessen durch die umfangreiche Beweisaufnahme einwandfrei überführt und erhielt wegen Urkundenfälschung, Betrugs und Unterschlagung eine Gesamtgefängnisstrafe von sieben Monaten. Wegen dreier Einbruchsdiebstähte erhielt ein junger Mann eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten, wegen Untreue und Urkundenfälschung der Rechner einer Kohlenkasse eine solche von a ch t Monaten. Beide waren in vollem Umfang geständig. Bei dem Rechner wirkte strafmildernd, daß er sich bis in sein vorgerücktes Alter tadellos geführt hatte, durch eine gewisse Rot zu seinen Verfehlungen gekommen war und den Schaden in vollem Umfang wieder gutgemacht hat. Wirtschaft. * Metallgesellschaft 21(3., Frankfurt am Main. Die Bilanz per 30. Septernöer schließt mit einem Gewinnooiteag von 45 614,55 RM. ab, der auf neue Rechnung oorgetragen wird (im Vorjahr 24,5 Millionen Reichsmark Verlust und Sanierung 5:3). Die ca. 5 000 000 RM. Stammaktien, die die Gesellschaft mit Rücksicht auf eine den Anleihezeichnern zugesagte Option noch im eigenen Besitz halten mußte, sollen eingezogen werden. Die Generalversammlung soll am 21. Februar abgehalten werden. * Di e Beschäftigungslage im Konzern der Vereinigte Stahlwerke. Seit dem 1. 10. 32 sind bei der Vereinigte Stahlwerke AG., Düsseldorf, wie WTB.'Handelsdier.st erfährt, auf Grund der Notverordnung rd. 6000 Arbeiter und Angestellte neu eingestellt worden. Der Absatz an Jndustriekohle ist lebhafter geworden, bei den Eifen- betrieben ist, trotzdem die Russenaufträge im wesent- llche-n aufgeardeitet sind, anhaltende Jiad)frage zv bemerken. Am Auslandmarkt sind infolge der weiteren Pfundentwertung und neuerlichen internationalen Preisrückgänge Geschäfte kaum abzuschließen. Don der Arbeitsbeschaffung erroartet man neue Bestellungen. ♦ Hoesch-Köln-Neuesfen AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Dortmund. Die Generalversammlung genehmigte ein« ft mmig den Abschluß für 1931/32 sowie die Herab- setzung des Stammkapitals auf 102,10 Millionen Reichsmark durch Einziehung von 40 Millionen Reichsmark eigenen Stammaktien. Generaldirektor Dr. Fritz Spnngorum führte u. a. aus, die ersten fünf Monate des neuen Geschäftsjahres hätten gezeigt, daß mit der Bilanz 1931/32 die Grundlage dafür geschaffen sei, daß die Auswirkungen der Wirtschaftsbelebung auch in den künftigen Ergeb- niffen in Erscheinung treten werden. Frankfurt still, aber etwas freundlicher. Frankfurt, 22. Dez. (WTB.-DrabtmeiLung.) Die Börse eröffnete wegen der bevorstehenden Unterbrechung des Geschäfts durch die Weihnachtsfeiertage zwar in stiller Haltung, doch war die Stimmung durch günstiae Nachrichten aus dem Industrie-Revier und nach dem gestrigen Rückschlag etwas freundlicher. Bei der Kulisse bestand nach den Glattstellungen der letzten Tage Deckungsbedürfnis, doch bestand diese Neigung nur in kleinerem Ausmaß, da die steigenden Arbeitslosenziffern zur Zurückhaltung mahnten. Die ersten Notierungen lagen überwiegend um 0,50 bis 1 o. H. fester, wobei Montanwerke bevorzugt waren und lebhafte Umsätze verzeichneten. Gelsenlirchen, Buderus, Mannesmann, Rheinstahl und Rheinische BraunkoPen lagen bis zu 1,25 v. H. höher. Stahlvereins-Bonds setzten zunächst unverändert ein, waren aber dann 1 o. H. höher, ebenso wie Phönix-Bergbau, die anfangs etwas nachgaben. Am Chemie-Markt lagen IG.-Farben 0,40 v. H. freundlicher, das Geschäft war aber sehr klein. . Rütgers-Werke gewannen 1,25, Scheideanstalt 0,50 o. H. Metallgesellschaft waren knapp geha'ten. Von Elektroattien eröffneten AEG. 0,40 o H., Lech- Werke Augsburg 0,75 v. H. und Schuckert 0,50 o. H. fester, während Rheinische Elektro-Mannheim und Siemens 0 50 v. H. verloren. Schiffahrtspapiere und ReichsbankanteUe lagert um Bruchteile eines Prozentes gebessert. Matt waren nach der gestrigen Erholung Deutsche Linoleum, die 2 v. H. einbüßten. Deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen setzten unverändert ein. Don Industrie- Obligationen gaben Stahlverein-Bonds etwas nach, Mittelstahl-Bonds lagen 0,75 v. H. niedriger. Am Pfandbriefmarkt traten nur unwesentliche Veränderungen ein. Am Auslandsrentenmarkt zeigte sich erhöhte Nachfrage nach österreichischen und ungarischen Anleihen, die 0,75 o. H. hicher lagen. Auch Türken waren leicht befestigt. Die Umfafctätigteit blieb aber weiter schleppend. Deutsche Linoleum und Siemens und Halske notierten später 1 v. H. höher. Tagesgeld lag unverändett und war etwas gesucht. Berlin freundlich und nicht ganz einheitlich. Berlin, 22. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Stimmung war, rote schon an der Vorbörse, so auch zum offiziellen Beginn als freundlich zu be .zeichnen, wenn auch die Kursgestaltung wieder nicht einheitlich war. Die vorliegenden Momente waren überwiegend günstiger Natur, doch mahnte die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage im Reiche zur Zurückhaltung. Bei den Banken lagen verschie- tentliA Kauforders vor, die sich in der Hauptsache auf Montanpapiere erstreckten, und auch für verschiedene Elektropapiere zeigte sich Interesse. Doch konnte man anderseits auch Realisationen vor den Feiertagen beobachten. Die Perfektuierung des Ar boitsbeschaffungsprogramms mit einem Betrage von 500 Millionen Mark wurde mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Einen recht guten Eindruck machte der Bericht tyr Vereinigten Stahlwerke, der von einem lebhafteren Absatz spricht und recht opti rnistisch gehalten ist. Durch das Arbeitsbeschaffungs- Programm sind bei den Werken bis jetzt 6000 Mann neu eingestellt worden. Auch die in der gestrigen Generalversammlung bei Hösch, Köln-Neuessen, geäußerte Geschäftsbelebung und besseren Zukunfts- aussichten haben natürlich befriedigt. Mit Interesse nahm man einen Artikel des Reichsfinanzministers zur Kenntnis, der gleichfalls in einen optimistischen Ton ausklingt. Don der gestrigen Reuyorker Börse tonnte eine Anregung nicht ausgehen, auch nicht von der Bewegung der deutschen Bonds dort, doch regte die weitere Erholung des englischen Pfundes an. Am Farbenmarkt lag wieder Material vor, so daß der Kurs um % Prozent zurückging. Am Montanmarkt lagen nur Phönix, Rheinstahl und Schlesischer Bergbau etwas schwächer, alle anderen Werte besserten sich. Deutsch-Linoleum waren bis 2 Prozent abgeschwächt. Deutsche Anleihen waren etwas fester, auch Pfandbriefe zeigten freundliche Grundstimmung. Im Verlaufe ergaben sich zunächst bei etwas belebterem Geschäft überwiegend Kurs- bessern n gen bis % Prozent. Am Geldmarkt war die Situation fast unverändert. Tagesgeld stellte sich an der unteren Grenze auf 4V*bzw. 4% und auch 4 Prozent. Monategeld Miet» unverändert. Privatdiskonten waren weiter angeboten, während Re'chswechsel per 20. März und Reichsschatzanweisungen per 18. April weiter fast umsatzlos blieben. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt ZX -<*k X E X &. A.-Gport. ^900-^KickerS"-Offenbach. Die Spislvereinigung 1900 hat sich für den 1. Weihnachtsfelertag wieder einen sehr spielstarken Gegner verpflichtet. .Kickers"' Offenbach, rowber eine Mannschaft aus der Mainb«zirkslig>a, wird auf dem Sportplatz an der Liebigehöhe gu Gast kein. Die Gäste stehen an drittter Stelle in der Labelle des Mainbezirks und halten damit hinter FSB. und Eintracht Frankfurt eine Position, die auf Leistung schließen läßt. Die Offenbacher haben, wie man hört, die Absicht, mit stärkster Mannschaft anzutreten. Es dürfte also am Sonnlaa abermals Gelegenheit gegeben sein, guten Fuhoall zu sehen. Hessischer Weihnachtsfußball. DFL. Prag in Kassel. Das Fußball Programm der Weihnachtstage ist in diesem Jahre im Bezirk Hessen-Hannover nicht allzu umfangreich. Lediglich in Kassel gibt es einige nennenswerte Spiele. So gastiert am 1. Festtag der altberühmte DFC. Prag in Kassel. Gegner der Deutschböhmen wird eine Stadtmannschaft sein. Am zweiten Festtag gibt es dann zwei Spiele: Kurhessen empfängt Union Niederrad und Spieloerein tritt gegen SC. 03 an. Spielvereinigung 1900 Gießen. Dor dem Spiel der 1. Mannschaft am Der- aangenen Sonntag trat die Reserve der aufstrebenden 1. Mannschaft Heuchelheims entgegen. Die Gießener siegten gemäß den Erwartungen sicher. Der hart gefrorene Boden stellte an diie Spieler hohe Anforderungen. Beide Stürmer» reihen spielten etwas zerfahren. Bei dem Seitenwechsel führte 1900 2:0. Rach der Pause schoß der Platzverein noch 2 Tore, das letzte aber ins eigene Gehäuse. 3:1 lautete das Ergebnis für 1900. . „ . r . Die 3. Mannschaft verzichtete auf Spiel und Punkte in Garbenteich kampflos. Zu Hause erzielte die 4. Elf einen eindrucksvollen 62-Sieg über die 2. Mannschaft Steinbachs. Die Gäste leisteten daher heftigen Widerstand. Nachher waren di« Einheimischen ständig überlegen und siegten nach Belieben, obwohl nicht Vie stärkste Elf zur Verfügung stand. Bon der besten Seite zeigte sich 1900s 5. Elf. Die Revanche für die im Borspiel in Klein-Linden erlittene 7:1-Niederlage gelang. Beim Seitenwechsel führte Klein-Linden 2:1, 1900 zog aber nach der Pause gleich auf 2:2. Zu berücksichtigen ist, daß die Gießener ständig nur 6 bis 7 Spieler im Feld hatten, während die Gäste mit 8 begannen und sich dann auf 11 ergänzten. Kurze Sporinoiizen. ZweineueRadrennbahnen werden demnächst in Deutschland erstehen. In Berlin wird auf dem Preußen-Platz eine Bahn erstehen, die auch für di« olympischen Radwettbewerbe 1936 Verwendung finden soll und bei Herzogenrath baut Architekt Schürmann ebenfalls eine Dahn. * Wieder ausverkauft war der Berliner Sportpalast beim zweiten Gastspiel der Eishockey- Kanadier am Dienstag. Di« Kanadier spielten diesmal verhalten; fie siegten aber doch 5:1 (3:0, 1:0, 1:1). Cin Fußball - Städtespiel zwischen Offenbach und Frankfurt wird am 2. Fei i tag in Offenbach ausgetragen. Kirchliche Tlachrichteu. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 23. Dezember. Slabtfird)e. 17 Uhr: Weihnachts eier für die Kinderkirche der Markusgemeinde: P r. Becker. — 3o- hanneskirche. 17 Uhr. Weihnachts eier der Kinder- kirche der Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 24. Dezember. Vorabend 4.30 Uhr; Predigt; morgens 9; Pr e- digt; abends 4.40 und 5.20 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 24. Dezember. Freitag abend 4.05 Uhr; Samstag vormittag 8.30; Predigt; nachmittags 4.40; Sabbatausgang 5.20. — Wochengottesdienst: mor- gens 7.10; abends 4 Uhr. Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L« Bernard Ihre Geldtasche im Handschuh Etwas ganz Neuesl Herren-Handschuhe mit Reibverschlubt ische in der linken Handfläche Ein sehr w.)fkommenes Geschenk für nur 3.45 HerrenmodensRiditer am«n Neuen Bäue 3 Fußleidenden steht jederzeit besonders ausgebildete fachkundige Bedienung kostenlos zurVerfügung leTchenk NORDWESTSCHUHE äl em willkommene? Astoria - Lichtspiele / (riehen Unser Weihnachts - Programm: Heute Donnerstag und Freitag. 4 und 8.30 Uhr, 1. und 2. Feiertag. 3 Uhr, 5.30 Uhr, 8.30 Uhr der neue Sensations-Ton-Film mit Daeglxe Fairbaaks |r. und Jaan Blondell in Gentlemen für einenTag (Banknotenfälscher von Neuyork). 2. SOS /Schiff in Not mit Liane Haid — A. 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Dezember au6er Mk. 3 — Rückvergütung als Weihnachts-Ueberraschung 1 hübsche Keksdose mit feinem Gebäck gefüllt, oder schönes Porzellan, oder siebzig Pfennig in bar. 3 Pak. 40 i pfd. 38 2 Pfd 57 pid 33 Erdbeeren Ananas Dose 100 ’/4 Dose 50 Basler Lebkuchen Orangen *oße Mandarinen groBe Tafeläpfel feine S & F-Kaffee-Festmischung eine besonders feine QuaUtät für diesen Preis...... Körner-Mast-Gänse tat! und z> rt, zum bil Igele Taneepre!« Molkerei-Butter 'Ä 1.25 Oelsardinen Dose 46,30,18 Plockwurst KhnitttMt 100 Schinken gekocht Pfd. 120 Schnittbohnen */.do,c 45 Gemüse-Erbsen >/. . 56 Gemischt.Gemüse •/, . 78 Pflaumen io«,m.stein*/, . 54 SCHADE&FÜLLGRABE Da war doch noch Ja ... richtig ... zu Ihnen wollte noch der Weihnachtsmann kommen. Er wollte Ihnen noch für die Geschenke Ihrer Gattin diese Ratschläge geben: Elektr. Heizofen, Kochplatte, Bügeleisen, Heizkissen, Haar-Trockner „Fön", Waffeleisen. Außer diesen gibt’s noch viele andere schöne Geschenke bei J ß.Häuser-Gießen Am Oswaldogarten - Ruf 21*5 u. 21*8 8592 A Weihnachtskarpfen Frische Seefische, Sold- und Biertische C. G. Kleinhenn Bahnhofstraße 61 eoe»D Telephon 3866 Bekanntmachung. Am 24. (Heiliger Abend) und 31. Dezember (Silvester) d. I. bleibt das Städtische Volksbad in der Mittagszeit zwischen 13 und 1430 Uhr geöffnet; es wird aber an beiden Tagen bereits um 15 Uhr geschloßen. 9052D Gießen, den 21. Dezember 1932. Volksbad Gießen. Braubach, Bauerscher Gesangverein e. V. Unsere Weihnachts-Feier findet am L Feiertag im Caf& Leib statt L Nchm.3.30 Uhr Kinderbescherung. 2 Abends 8 Uhr Weih- nachsfeier mit reichhaltigem Programm u.Tanz. Gäsie können nur gegen Vorzeigen einer Einlaßkarte eingeführt werden. Einlaßkarten sindvon einem Mitglied od. Familienangehörigen beim 1.Schriftführer. Wetzsteinstraße 10. abzuholen. — Um zahlreiche Beteiligung, insbesondere der Kinder und passiven Mitglieder, wird gebeten.9057D fu [toi al IV*I V>; Wissenschaftliche Werke Sondergeoie» oei Brühl'schen Druckerei | Verkäufe | SÄUtO- (BelegeoWtaofü 11/26 ?8-l5lieorolet- Limousine in tadelloser Verfassung spottbillig *u verkaufen. r8ee A Opel, Gießen Frankfurt. Str 52 neuer&ietöerftfjtanl 1'60 cm breit mit Wäscheeinteilung, Eiche-Nußbaum ge- strich.,preisw.z.verk. «7«»« Schillerstr.rll. Gut erhaltene billig zu verk. »?««» Sanbgasse 22 i.Hof Kaufgesuche Hunde kauft eoeoD Verwaltung der Univ.-Kliniken KUnikstraße 32. ßrammophoD mit od. ohne Platten möglichst mit elektr. Antrieb und dynamisch. Lautsprecher zu kaufen gesucht. Schriftl.Angeb.unt. 9059va.d.Giest.Anz. Besondere Belegenheiten in Schreibmaschinen bei Riederhausen Seltersweg 17,1. Stock v. Klelderhaus KöblerUMo ■ HlllllHiilliiliH'liiTliir1 flllllllllllllllllllllllllllllllllll Detektiv K. 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Januar 1933, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen dem Karl huhu und Ehefrau Elise, geb. Trapp, in Gießen zugeschriebene Anwesen Rittergasse 23 flut 1, Nr. 561 = 4 qm Hofraum ur 1, Nr. 567 = 950 qm hofreite, zusammen geschätzt auf 35 415 RM., ver- steigert. 8622V Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, Zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 5. Dezember 1932. 3 A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Ingenieurschule Ilmenau in Thür. Maschinenbau u. Elektrotechnik. WissM- schattnch» BetrietBlühnint. Werkmeiaerabteilung. Salomon .006 A Modehaus Braut H- wiww b——g -Strümpfe •