Annahme von Snjeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein undlür denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Ertcheint täglich,außer Sonntags oabp um die Behauptungen hinsichtlich der Rolle, die Reichskanzler von Pape n gespielt haben soll. Ls wird da unter anderem behauptet, der Kanzler habe seinen Rücktritt nur durch die Strömungen Im Kabinett erzwungen erklärt. Demgegenüber wird amtlich festgestellt, dah der Reichskanzler unmittelbar nach den Mahlen wie am Schluß jum Ausdruck gebracht hat, dah er die Demission des Kabinetts anbieten würde, wenn keine Möglichkeit für eine Verbreiterung der Regierungsbafi? bestände. Diesen Lntfchluh hat er, wie erinnerlich, auch in feiner Ansprache am Dienstag nach der Mahl vor den ausländischen Journalisten zum Ausdruck gebracht. Die Beauftragung des nationalsozialistischen Führers geht auf die Anregung des Reichskanzlers von Papen zurück. Zu den Kommentaren, die kritisieren, dah der Auftrag des Reichspräsidenien an Hiller an Präsidialbedingungen geknüpft ist, die neu und überraschend seien, wird in Regierungstreuen festgeslellt, dah diese Bedingungen des Reichspräsidenlen sich erstens nur a u f allgemeine Punkte beziehen und im wesentlichen lediglich eine Unter ff reidjung von Selbstverständlichkeiten darstellen, da sie Dinge betreffen, die sich aus der Verfassung eigentlich von selbst ergeben. 3m übrigen ist es sowohl beim Reichspräsidenten von Hindenburg als auch bei feinem Vorgänger jedesmal ü b - lich gewesen, bei einer Neubildung der Regierung gewisse Bedingungen zu geben und Grenzen ; u ziehen. • Der „Angriff" nimmt zu den Bedingungen Stellung, die der Reichspräsident an seinen Auftrag an Hitler geknüpft habe und meint, es sei nicht klar ersichtlich, ob eine präsidiale oder eine parlamentarische Regierung gebildet werden solle. Beispielsweise könne das Verlangen nach gänzlicher Ausschaltung des Dualismus zwischen Reich undPreu- hen nur von einer präsidialen Regierung, nicht von einer parlamentarischen garantiert werden. Man müsse es als einen Konstruktionsfehler bezeichnen, wenn von einer parlamentarischen Regierung, wie sie Hitler ja bilden solle, eine derartige Garantie gefordert werde. Den bisherigen parlamentarischen Gepflogenheiten entspreche es ferner, dah der Reichskanzler bei der Zusammensetzung seines Kabinetts in personeller Hinsicht freie Hand habe. Diese Freiheit solle aber Hitler entzogen werden. Die Forderung nach Vorlage eines Wirtschastsprogramms sei eine Selbstverständlichkeit und die RSDAP. warte ihrerseits schon lange auf die Möglichkeit, das nationalsozialistische Arbeitsbeschaffungsprogramm in die Tat umzusetzen. Das Blatt schließt unter anderem: Alles in allem sieht man, dah schon der Versuch der Ausführung aller dieser Bedingungen den Auftrag Hindenburgs an Hitler in dieser Form undurchführbar machen würde. WieflehendieparleienzumAusiragWers? Die neue Lage. Bedenken der Bayerischen Bolkspartci. München, 21. Rov. (CRD.) Die amtliche Korrespondenz der BDP. nimmt zu den Verhandlungen in Berlin Stellung. Die BVP. sei bereit, eine Regierungsbildung auf präsidialer Grundlage mit dem Ziele einer weit umfassenden Konzentration aller politischen Kräfte zu unterstützen. Sie wolle ihre positive Mitarbeit jedem vom Vertrauen des Reichspräsidenten getragenen und aus seinem freien Entschluß her- vorgegangenen Reichskanzler zur Verfügung stellen, wenn es ihm nur gelinge, eine genügend starke und für eine Mehrheitsbildung aus reichende parlamentarische Front hinter sich zu sammeln. Sie wäre, was dokumentarisch feststehe, sogar bereit gewesen, unter solchen Voraussetzungen auch den gurüdgetretenen Kanzler von Papen loyal zu unterstützen. — Die Forderung Hitlers und der Gntschluh Hindenburgs, der Rationalsozialistischen Partei in ihren Wünschen sehr weit entgegenzukom- men, hätte eine neue Lage geschaffen. Es frage sich nunmehr, ob unter der Führung Hitlers der Gedanke der nationalen Front sich ver- nünftigerweise verwirklichen lasse. Es liege auf der Hand, dah es sich hierbei um das gewagteste und gefährlichste Experiment der deutschen Politik handele. Darum bedürfe es reiflicher ilcberlcgung, ob die BVP. es auf sich nehmen könne, allerdings unter ganz bestimmten Bedingungen, der Bestellung einer Regierung Hitler nicht zu widersprechen. Diese Bedingungen mühten dahin- gehen, dah ein verfassungsmäßiges Weiterregieren garantiert und die Ausrichtung einer nationalsozialistischen Parteidikta- tur unter allen Umständen unmöglich gemacht werde. Die BVP. könne keinen Finger für. eine Partei rühren, die sich nicht einwandfrei verpflichte, die Rechte der Länder zu achten und eine Reichsreform zu betreiben, die den Ländern das zurüdgebc. was sie zur Aufrechterhaltung eines bundesstaatlichen Lebens brauchten. Unmöglich könne die BVP. zu- ftimmen, dah nicht nut die Führung der Reichs- sondern auch der preuhischen Geschäfte in die Hand der RSDAP. gelegt werde. Auch die Kenntnis des übrigen Programms, nach dem Hitler als Kanzler zu regieren gedächte, wäre nötig, ehe man die Frage einer möglichen Unterstützung oder Duldung einer Regierung Hitlers beantworten könne. Wie denkt man im Zentrum? Köln, 22. Rov. (TU.) Die „Kölnische Volkszeitung" schreibt zu der Regierungsbildung u. a., der Auftrag, den der Reichspräsident dem nationalsozialistischen Führer Hitler erteilt habe, komme zeitlich und inhaltlich überraschend. Er entferne sich sehr weit von dem Gedanken des Präsidialkabinetts. Das erinnere schon an die Zeiten des allerschönsten Parlamentarismus. Man stehe hier vor einem erstaunlichen Umschwung der Ausfassungen, vor einem Rätsel, das um so größer werde, als der Auftrag zur Bildung einer Regierung auf der Grundlage einer arbeitsfähigen Mehrheit einem erklärten Gegner des Mehrheitsprinzips gegeben worden sei. Diese auherordentlich weitherzige Handhabung des Parlamentarismus gehe selbst denen, die die parlamentarische Regierungsweise für die beste Methode hielten ujjö in ihr unter Berücksichtigung der Erfahrungen in Frankreich und England eine nationale Kraftquelle sähen, viel zu weit. Es sollte doch wohl zur Bildung der nationalen Konzentration genügen, wenn der kommende Reichskanzler ein Programm auf ft eile und sich e i n e, to e n n auch lose, aber ausreichende Mehrheit des Reichstages sichere. Richts fei in dieser groben Rot des Vaterlandes notwendiger als eine Arbeitsgemeinschaft aller Parteien, die für eine Zusammenarbeit allein in Frage kommen könne. Dieses Ziel fei schon einige Opfer wert und selbst die Bedenken, die einer nationalsozialistischen Führung entgegenständen, mühten in Kaus genommen werden. Da wir ohne jenes Risiko nicht aus der verfahrenen Lage herauskämen, sollten wir uns wenigstens für das Geringere entscheiden. *-— Landnöten. 3m August d. 3. wurde in der französischen Stadt Rennes ein Denkmal in die Luft gesprengt. das dem Gedanken der bretonisch- sranzösischen Freundschaft getpibmet war. Die französische Geheimpolizei, die fieberhaft nach den Tätern des Anschlags suchte, ver- hastete einige Bretonen, die angegeben haben sollen dah sie der in Paris lebende und für nationalsozialistische Zeitungen schreibende deutsche Journalist Körber zu der Tat angestiftet und auch mit Geld versorgt habe. Eine sofort bei Korber vorgenommene Haussuchung forderte keinerlei Material zutage. Trotzdem wurde der Deutsche der jede Schuld aus guten Gründen bestreiten konnte, aus dem Gebiet der „einen und unteilbaren Republik" ausgewiesen. 2lm Samstag der abgetaneren Woche begab sich Herr Herriot, Frankreichs Ministerpräsident, nun nach Rankes, um hier gleichfalls an einer Feier anläßlich der 400jährig n Zugehörigkeit der Bretagne zu Frankreich sein geistiges Licht leuchten zu lassen. Eine Stunde vor seiner Ankunft wurden 50 Kilometer vor Rantes durch eine Dynamitpatrone die Gleise zerstört. Der Zug des Ministerpräsidenten konnte rechtzeitig angehalten werden. Herrn Herriot geschah nichts. Das hat ihn nicht gehindert, einer fran- zösischen Rachrichtenagentur Aufklärungen über die Hintergründe des Attentats zu geben, die den entschiedenen Widerspruch aller deutschen Menschen herausfordern. Herriot hat es gewagt. Deutsche als Urheber dieses Attentats zu verdächtigmi. obwohl er selbst zugeben mußte, daß objektive Beweise für eine so unglaubliche Verdächtigung n ich t existieren. Das ist schon für einen Laien eine ganz „anständige" Leistung; wie unglaublich aber erst für einen juristisch geschulten Bürgermeister und Ra- nisterpräsidenten Frankreichs. -Aber wir verstehen diese Stellungnahme. Wie kann auch ein französischer Ministerpräsident zu- geben, daß es innerhalb der französischen Republik politische Minderheiten gibt, die ihr Recht auf Selbstbestimmung selbst mit Revolvern und Dynamit- verteidigen wollen? Man hat Frankreich bisher als einen zentralistischen Staat betrachtet. Wan wird in dieser Beziehung umzulernen haben. Auch in Frankreich gibt es politische Minderheiten. Wenn sie sich heute auf eine Weise, die wir keineswegs verteidigen wollen, zu Worte melden, dann sollte das denen zu denken geben, die unter dem Schlagwort des Selbstbestimmungsrechtes der Völker die gesamten Kulturnationen gegen Deutschland gehetzt haben. Herr Herriot weiß Bescheid. Darum braucht er andere Schuldige. Und am bequemsten ist es noch immer für einen französischen Politiker gewesen, wenn er einem Deutschen etwas an den Rodschößen hängen konnte. Darum also die hetzerische Behauptung, der Deutsche Körber sei der intellektuelle Urheber des Attentats. Es ist nicht so absurd, als daß es nicht geglaubt würde. Deshalb muß Herrn Herriot dem typischen französischen Bourgeois, gesagt werden, daß niemand in Deutschland so fanatisch ist, ihm etwas Böses zu wünschen, geschweige denn, die Hand dazu zu bieten, daß ihm etwas Unangenehmes zustoßt. Wir wissen zu genau, daß der französische Ministerpräsident nicht eine einmalige Luxusausgabe des romanischen Homo ist, sondern eine billige und an sich vielleicht nicht einmal unsympathische Volksausgabe. Leute seiner Couleur gibt es in Frankreich zu Dutzenden. Ein Mensch, der bereits nach Hilfe ruft, wenn sich 40 000 friedlich gesinnte deutsche Radfahrer in einer Rheinstadt versammeln, obwohl sein Land bis an die Zähne bewaffnet ist, kann nicht verlangen, daß man ihn noch hundertprozentig ernst nimmt. Briand hatte ein Paradepferd, das er in Genf immer wieder, auf der Tribüne des Reformationssaales, am Hufeisentisch des Rates und in Inter oiews oorführte, um dem erstaunten Publikum die große Macht des Völlerbundes zu demonstrieren. Das war der bulgarisch-griechische Konflikt, den der Völkerbund beilegen konnte. Wenn es keinen Völkerbund gegeben hätte, so behauptete Briand kühn, so würde Damals ein neuer Krieg aus- geflammt sein. Die skeptischen Realpolittker haben die Tiraden des Genfer Heldenbaritons stets mit gutmütig freundlichem Lächeln über sich ergehen lassen. Sie warfen — nicht mit Unrecht — die Frage auf, ob der Völkerbk- id nicht mehr Konflikte geschaffen als abgebogen habe. Jedenfalls hat sich die Macht des Völkerbundes noch nie an einem ernsten Streitfall erprobt, in **em eine Großmacht beteiligt oder interessiert war. Jetzt steht man in Gens an diesem Prüfstein. Der Sondertagung des Rates ist als Hauptaufgabe die Vermittlung »wischen Japan und China in der mandschurischen Streitfrage gestellt. Es handelt sich nicht nur um die beiden nä^ftbeteiligten Staaten. Die Angelegenheit ist darum so ungeheuer erschwert, weil die 3 nter - essen der Vereinigten Staaten und Rußlands in sehr starkem Maße berührt werden, ohne dah die beiden Staaten im Völkerbund und in seinen Organen vertreten sind. Mcht nur das: die politischen und wirtschaftlichen 3nteressenlinien, die vom Fernen Osten ausgehen, verzweigen sich durch alle Großstädten. Es wird von diesem Punkte aus im Grunde das ganze System der Bündnisse, der zwischenstaatlichen Freundschaften. Rivalitäten und Zusammenarbeit aufgerollt. Wie sich Frankreich zu Japan stellt, das berührt das französisch- russische Problem und das französische Trabantensystem im Osten und Südosten Europas, und von hier aus setzen sich die Komplikationen im Hinblick auf Deutschland, 3talicn und England fort Glaubt jemand, dah es unter diesen Umständen den Herren in der Glasveranda des Quai Wilson gelingen könnte, eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten gerecht würde und allseitige Zustimmung erhalten konnte? Glaubt jemand gar. dah der Völkerbund die Durchführung einer von ihm vorgeschlagen-n Regelung erzwingen könnte? In dem letzten Teile des Berichtes, den die Völkerbundskommission über die Verhältnisse in der Mandschurei erstattet hat, steht der schwerwiegende Satz: „Die Mandschurei ist seit einem Jahre in Feuer und Blut getaucht". Damit ist die Aufgabe des Völkerbundes als eine solche gekennzeichnet, die seiner Zweckbestimmung und seinem Wesen im höchsten Maße entsprechen müßte. Der erwähnte Satz stellt aber gleichzeitig auch schon d i e Machtlosigkeit des Völkerbundes gegenüber den Problemen fest, zu deren Bewältigung er — nach seiner eigenen Phrasologie — gegründet wurde. „Seit einem Jahre —" Wie könnte der Rat überhaupt vom grünen Tisch aus die Streitfrage regeln? Es liegt chm in dem Lytton-Bericht eine Grundlage vor, von der aus der Dölkerbundrat eigene Vorschläge ausarbeiten könnte. Sie werden sich nicht weit von denjenigen entfernen können, die der Lytton-Bericht zur Lösung der Frage als die geeignetsten und gerechtesten empfiehlt. Rach dem Lytton-Bericht wird aber der Anspruch Japans auf Selbstverteidigung abgelehnt und der neue Staat Mandschukuo als ein Werk Japans unter Einbruch in bestehende Souveränitätsrechte bezeichnet. Dagegen steht die Erklärung des japanischen Unterhändlers in Genf, des früheren Vizepräsidenten der südmandschurischen Eisenbahn, Vusuke M a t s u o k a : „Der Völkerbund ist kein Instrument zu der Entscheidung über Anerkennungsabmachungen irgendeines Landes." Macht der Völkerbundsrat also Ernst, so wird er gegenüber einer Großmacht vor den heiklen Artikel 16 gestellt, der d i e Möglichkeit von Sanktionen für den Fall ins Auge faßt, daß ein Staat sich über eine vom Völkerbund beschlossene Lösung als Angreifer hinwegsetzt. Dagegen wird Japan sagen, daß Sanktionen nur im Kriegsfall zur Anwendung gebracht werden dürfen und daß diese Voraussetzung in der Mandschurei nicht gegeben sei. Man weiß aber auch, daß England schon Ende vorigen Jahres es ablehnte, sich an einer amerikanischen Aktion zu beteiligen, die auf die Abberufung der diplomatischen Vertreter in Tokio als Sanktionsmaßnahme hinzielte. Heute setzt Japan auch auf den neuen demokratischen amerikanischen Präsidenten stärkere Hoffnungen. Für Frankreich spielen zur Zeit andere Erwägungen. die sich auf R u h l a n d begehen, eine große Rolle. Gerade aus Zusammenhängen, die für Deutschland besonders wichtig sind und die in der französischen Rüstungs- und Sicherheitspolitik begründet sind, scheint Herriot die projapanische Linie Tardieus ausgeben und sich den sowjetrussischen Wünschen annähern zu wollen. Bei diesem Durcheinander und Gegeneinander der Interessen ist es fast mit Sicherheit zu erwarten, dah der Völkerbund zum Eingeständnis seiner Machtlosigkeit gegenüber einer Aufgabe auf seinem ureigenen Gebiet gelangen muh. Er wird das Fiasko zu verschleiern suchen, indem er die Angelegenheit dem Reunzehner- Ausschuh überweist, durch den sich die Völkerbundsversammlung in Permanenz erklärt hat. Dann werden die Herren am Huseisenttsch des Rates ihre Hände in Unschuld waschen, aber der Weltöffentlichkeit kann man mchts vormachen: der Völkerbund muh eingestehen, dah fein Anspruch eine Täuschung ist, eine Organisation zur Sicherung und Bewahrung des Friedens und zur Ueberbrüdung internationaler Streitfälle zu sein. Dieser Völkerbund hat lerne Macht. Wie wird in Gens entschieden? Vertagung als Ausweg. London, 22. Nov. (WTB. Funkspruch.) „Times" betont, daß der scharfe Gegensatz zwischen den Erklärungen des japanischen und des chinesischen Vertreters nicht ermutigend gewesen sei. Man könne nur schwer den Kurs entdecken den der Völkerbund steuern müßte, ohne die Grundsätze der Dölkerbundssatzung über Bord zu werfen oder Japan zu zwingen, das Schiff zu verlassen. — Nach Ansicht des „News Ehronicle" scheine man entschlossen zu sein, die in der Mandschurei begangene Vertrags Verletzung mit einer Völkerbundsaktion zu beantworten. Die einzigen Großmächte, über deren Haltung noch Zweifel beständen, seien Deutschland und Großbritannien. — „Morning Post" meint, daß der Völkerbundsrat eine Politik des Hinhaltens befolgen und die mandschurische Frage s chließlich der Völkerbundsoer- sammlung überweisen werde, was einen Aufschub von mehreren Monaten bedeuten könne. Dies werde als gutes Zeichen betrachtet, da der Völkerbund noch nicht genügend Kenntnis von allen Faktoren des chinesisch-japanischen Problems habe. Japanischer Angriff in der Rordmandschnrei. Peking, 21. Rov. (TU.) Chinesischen Berichten zufolge haben die japanischen Truppen den seit Tagen vorbereiteten Angriff gegen dre Truppen des chinesischen Generals Su in der Rordmandschurei eröffnet. Die Japaner rüden in Stärke von 10 000 Mann gleichzeitig von Tsitsikar und Hailun aus in westlicher Richtung gegen die Chinesen vor. 3n Tokio ist der Ches der Kwantung-Armee. General K o i s ch o , ein* getroffen, um einen Bericht über die militärische Lage im Fernen Osten zu erstatten. Der General erklärte der Presse, dah die Gerüchte, nach denen Rußland die Aufständischen an der chinesischen Ostbahn unterstützt, unrichtig seien. Das japanische Oberkommando müsse den Sowjetbehörden für alles dankbar sein, was von russischer Seite für die Befreiung der japanischen Zivilgefangenen getan wurde. Weiter erklärt General Koischo, die japanischen Unternehmen müßten schon in der nächsten Zett mit der 3n- vestierung von Kapital in der mandschurischen Wirtschaft beginnen. Rach den Schätzungen des Generals Koischo werden in der nächsten Zeit Investierungen im Gesamtbeträge von etwa 1,5 Millionen Heu notwendig sein. Aus der Provinzialhauptstadt Abt. 79, Osthofen-Rheinh. 8202 V 6elegenheitskauf! über 8205 D Ruhholzvorverkauf fol. Birkenrelser - Besen 50 Stück zu M 5.- ab hier Heinr. Schüttler Straßebersbach (Olllkr.) 15 Festmeter 40 50 40 „ 30 Klasse la „ 1b „ 2a „ 2b „ 3a, 3b Schulkinder brauchen Ovomaltinel l,20Mk.o.Gl.,verk. solange Vormt 7477D terNche Schmerlen ein, so baß die Mutter einen *Ir$t zu Hilfe nef. Dieser gab dem Kind ein Medikament, wodurch es die Stecknadeln wieder von sich gab. Die Boddin gab unbewegt dieses gemeine Verbrechen zu, das sie in seinen Einzelheiten schilderte. Die entmenschte Mutter hat letzt eingestanden, daß sie ihr Töchterchen mit Absicht und Ueberlegung habe töten wollen. Es sei ihr nur darauf angekommen, die 4300 Mark ber Oe- bensversicherung zu erhalten, um dann von ihrem Manne wegzugehen und ihren früheren unsteten Lebenswandel wieder aufzunehmen. Bezüglich des Starkes Absinken der deutschen Ausfuhr nach Dänemark, Nein, die Defen sind heute als Individuen" weder heroische, noch romantische Gebilde. Sie sind weder ein Naturwunder, ein Feuerzauber, noch sind lA.>£emutIll9- Sie heizen — und man kann anno 1932 nur in den seltensten Fällen hinter ihnen sitzen. Und wenn man zu dieser Feststellung un> bedingt einen sentimentalen Kommentar geben mutzte, dann genügte eigentlich nur ein einziges kleines Wörtchen — das „leider" Lernen strengt an, vor allem Kinder, die sich ja noch in der Entwicklung befinden. Ovomaltine, die ärztlich empfohlene Kraltnahrung aus Ei. Malz. Milch und Kakao, steigert die körperliche Widerstandsfähigkeit. weil sie dem Kinde in konzentr erter Form a le Nährstoffe zuführt, die es unbedingt braucht. Kinder, die alsFrühstücksgettänkOvomaltine bekommen. überstehen deshalb die langen Schulstunden vielbesser u.lernen leichter. Lieber an etwas anderem sparen, aber Ovomaltine nehmen f Originaldosen zu RM.1.15. RM.215 und RM. 4. — in allen Apotheken und Drogerien. Ein Gratismuster erhalten Sie von der Fabrik Dr A. Wander G. m. b. H. Am Mittwoch, dem 23. November 1932. 20 h c.t, spricht Dr. Pani Rohrbach Die Sicchengemeinde Crumbach. Kreis Wetzlar, verkauft vor dem Einschlag gendes Fichtennuhholz: Lavdwirttchaftskommer-Ausfchuß für Oberheffen. Sozialdemokratie und Zentrum. Die fozialdemokra- tsche „Rhetntsche Zeitung" schreibt in emem Artikel „Warnung an das Zen- te“?! “V" 'tSchon vor einigen Wochen fiel uns die außerordentliche Vertrauensseligkeit auf die . namhafte Zentrumsführer - wir nennen Sooft unb Stegerwald — einem Zufam- menarbeiten mit den Vationalsozialisten ent- gegenbriti^en. Sie sind, so scheint es, davon über- oatz es der bewährten Diplomatie des politischen Katholizismus gelingen könnte, den Ra» rnV1 l6mud öurd) Eingliederung in politische Verantwortlichkeit „erziehen" zu können. Den guten Glauben der Zentrumsführer s^en wir bedingungslos voraus. Wir teilen ihn bon äuherstem Mißtrauen ^füllt gegen alle Zusagen und Gelöbnisse von rn !rag*€n Hitlers, deren jeweiliges taktisches Verhalten nur von einer Erwägung diktiert wird: Auf jeden Fall zur Alleinmacht zu gelangen. Die E.fahrungen der Vergangenheit notigen uns zu einer letzten Warnung an das Zentrum. Es täuscht sich, wenn es glaubt, daß der leidenschaftliche Kampf, den die Sozialdemokratie gegen das Papen-Kabinett geführt hat, sie zu einer weniger entschiedenen Haltung gegen eine Koalition Hitler-Kaas veranlassen würde. Mag das Zentrum noch so optimistisch sein: Hier stehen alle Grundrechte des deutschen Volkes in Gefahr. Eine Zentrums- Partei, die ganz mit Hitler, mit den Bekennern der Gewalt und des Terrors, mit den Söldlingen der Schwerindustrie und den Pionieren der So- zialreaktion im politischen und parlamentarischen Bunde ist, muß sich auf die schärfste Bekämpfung durch die, Sozialdemokratie gefaßt machen. Lange Jahre hat vor allem die rheinische Sozialdemokratie mit dem Zentrum in einer Art von Schuh- und Rot- gemeinfchaft gestanden. Wendet sich jetzt die Zen- trumsvartei an die Hitlerbewegung im Widerspruch zu allem, was sie bisher getan und publiziert ßat, dann wird die Sozialdemokratie des Rheinlandes im besonderen mit den freien Ge- werkschaften und der ganzen repubikanischen Bevölkerung einen Angriffskampf gegen das Zentrum eröffnen, der ohne Rück - sicht und ohne Schonung geführt werden muß. Deutschnationale und ASDAP. StiftbeSiftbe Va. Schellfische, Kabeljau, Seelachs grüne Heringe, «ratschellfische Scitoe Pfund 40 und 50 Pf. Rollmops, Bismarckhcringc Heringe in Gelee, Bratheringe Kronsardmen, die Dose 38 u. 68 Pf und lose dWdbe Vütkluge Pfund 35 Pf. Richard Grünewald Babnhofstr. 27 «««, Fernspr. 3631 Bienenhonig feinster Dual., Pfd. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing in Privataudienz den von Berlin scheidenden österreichischen Gesandten Dr. Frank zur Entgegennahme seines Abberufungsschreibens. * 3n Riga überreichte der deutsche Gesandte in Lettland, Dr. Stiebe, namens der Reichsre» gierung dem langjährigen deutschen Fraktionssüh. rer im lettländischen Parlament und Chefredakteur der .Rigaischen Rundschau", Dr. PaulSchie- mann die Goethe - Medaille des Deutschen Reiches. Gießen, den 22. Rovernber 1932. Hinter dem Ofen. „Ofen" — das ist alle Gemütlichkeit. Wenn man ihn ansieht, versteht man, weswegen ein Hund hinter ihm so schwer heroorzulocken ist. Wenn draußen der Winter „Feld und Flur" mit Beschlag be= legt hat, dann findet der Sommer wegen dieser ungünstigen Witterung in der Stube statt. Aber bei dieser Verlegung des Sommers in einen geschloffenen Raum verändert er seinen Charakter finnz gewaltig. Das liegt wiederum am Charakter öer „Hauptperson" in - dieser Verwandlungsposse: am Ofen, der in dieses Spiel alle seine persönliche Eigenart mitbringt. Ofen muß sein. Wenn der Winter naht, sucht man ihn für sich zu gewinnen dadurch, daß man ipn zunächst putzt und pflegt, wie das teuerste Schotzhunochen. Dann versucht man seine Gunst zu erlangen, indem man ihm reichlich und gut zu essen gibt Buchenklötze, Briketts, Koks, Anthrazit - das wirft man ihm, je nach seinem Leibesumfang und einem Appetit, in den Rachen. Und der Ofen <^lna^L behaglich, pafft vor Vergnügen aus dem Schornstein dicke Rauchwolken und heizt aus Dankbarkeit für die Leute, die ihn beköstigen, das Zimmer dick und warm ein. ® I f ? ”' 22. Roo. (TU.) Zur Frage der Regierungsbildung erklärt die „R h e i n i j ch - W e st. falische Zeitung", daß eine Verständi- 8 u n g z w 1 s ch e n N a t i 0 n a l s 0 z i a 1 i st e n und De u t s ch n a t i 0 n a l e n die einzig reale Möglich- feit |ei. Käme diese Verständigung jetzt zustande, so wäre damit eine Staatsführung auf auto- ritärer Grundlage erreicht, die zugleich eine Verwurzelung im Volke hätte. Eine solche Regierung märe unabhängig dem Reichstag, hätte aber zugleich die Möglichkeit, den Volkswillen zur Durchführung ihrer Maßnahmen in ganz erheblicherem Maße zu mobilisieren, als das bisher der Fall gewesen sei. — Die „B ö r s e n z e i t u n g" sieht in dem Fortgang der Debatte ein erfreuliches Anzeichen dafür, daß noch nicht alle Brücken abgebrochen und noch nicht alle Möglichkeiten verschüttet sind. Dem Blatte erscheint eine Ver- standigungzwischendenDeutschnatio- "a / n u n d den N a t i 0 n a I f 0 3 i a l i ft e n , in die selbstverständlich auch dieDeutscheVolks- partei miteinbezogen werden müßte, als eine der wesentlichsten Vorbedingungen für eine im nationalen Sinne wünschenswerte Lösung — Die 'tu n 9“ vertritt die Auffassung, daß die N«DAP. ihr Ziel nicht auf dem Wege einer parlamentarischen Mehrheitsbildung erreichen könne sondernn-urdurchihreEinschaltungbei oer Bildung einer neuen Präsidial- re gierung der wirklichen nationalen Sammlung. Im Haag begannen vor dem Forum des Ständigen internationalen Gerichtshofes die öffentlichen Plä- loyers zur Behandlung des n 0 r w e g i f ch - d ä n i- chen Ostgrönland-Konflikts. Aus aller Welt. Der Fall Boddin. Die weitere Vernehmung der wegen ber» un ihrerTochfer verhafteten Frau Boddin in Berlin ergab die Satfadje, baß diese entmenschte Mutter im August &.3. bereits einen scheußlichen Mord, b e r s u ch an ihrer kleinen Tochter begangen hat. Sie gab der Kleinen ein Löffel mit einer Medizin in ber eine Anzahl Stecknadeln enthalten waren. Das Kind weigerte sich zunächst, diese zu sich zu nehmen, wurde jedoch bon der Mutter d^u gezwungen. Bald danach stellten sichfüvch» Mittwoch, den 23. November 1932, nach- I" .. , ", -» mittags 2 Uhr. versteigere ich dahier, | Verkäufe I Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangs- ' weise gegen Barzahlung.- * 8217D e AUiO- Gicßrner Wochenmarktpreise. ® ießen, 22. Roo. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Süßrahmbutter Pfund 130 Pf Amdbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30 «äfe Stück 5 bis 10, Wirsing, grün 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüden 8 bis 10, Spinat 15 Unter- Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl' 20 bis 25, Feldsalat 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 b>s 6 Kartoffeln, Pfund 3, Zentner 250, Blumen- kohl 30 bis 60, Weißkraut, Zentner 300, Rotkraut ^'-5,00 bis 600, Wirsina grün, Ztr. 400 bis 450, Apfel Ztr. 15 bis 25 Mk. Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen 10 bis 12, Äep&U5 bls 3°' ®irnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis ™ 5 £*6 40. Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Gänse 65 bis 75, Enten 80 bis 90, Tauben, Stück 50 bis 60. Eier, ausländische Stück 12 bis 14, inländische 14. VornoNzen. ° 9 e ale n 6 € r für Dienstag r Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr: „Peppina". — Reichsverband Deutscher Tonkünstler und Musik» lehrer, Ortsgruppe Gießen, 20 Llhr, großer Hör» saal der Universität, Hausmusik. - Institut für Leibesübungen der LIniversität Gießen, 20 15 ilßr tm Studentenhaus, Alpiner Lichtbilder-Vortrag. - Techn. Verein und R. D. Baumeister, 20.15 Mr Goetheschule, Westanlage, Vortrag über Cinheitsbewertung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „QHata Hari". ~ ? °™6eTt ber Gesangschule Frau Herta Meyer. Man schreibt uns: Die Vor- tragsfolge des am Donnerstag, 24. Rovember, 20 llßr tm neuen Saale der Krippe (Eingang Ma gasse unb Evangelisches Schwesternhaus) statt» findenden Konzerts enthält ausschließlich Solo und Ensemblesätze aus Mozarts Opern „Don ■3UQn • „Zauberflöte", „Entführung aus dem Serail und „Die Hochzeit des Figaro". Den Schulern soll, wie in jedem Jahre, Gelegenheit gegeben werden, sich in größerer Oeffentlichkeit Horen zu lassen. Durch die Mitwirkung des Gie» ßener Kammerorchesters, das durch einige Herren des Gießener Orchestervereins verstärkt ist, ist es ^möglicht, ii2 aus „ Fiaaros Hochzeit" gefun;e.:en öaße mit vollem Orche/.er zu begleiten, was in pädagogischer Beziehung für die Schüler von beson- derem Wert ist. Am Flügel begleitet Frau Elfriede Fischer. Die Leitung der mit Orchester gesungenen Sähe, sowie der zur Ein» leiten des zweiten Teils gespielten Ouvertüre zu Mozarts „II re pastore“ hat Herr Franz Bauer. -Der Verein Deutscher Studenten veranstaltet am morgigen Mittwoch, 2) Llhr im Studentenheim am Leihgesterner Weg, einen Dor» Kopenhagen. 21.Rov. (WT11.) Die handelsstatistischen Mitteilungen berichten über den Warenumsatz mit dem Auslande u. a., daß in den ersten zehn Monaten dieses Jahres die Einfuhr aus Deutschland einen Wert von 252 342 000 Kronen g?gen 411 264 000 Kronen im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte. Die Ausfuhr nach Deutschland einschließlich Ausfuhr nach Deutschland einschließlich „ Am nächsten Morgen wiederholt sich das Schau- ^?L5^usfuhr hatte einen Wert von fptel. Er hat wieder Hunger. Und da er nicht spre- 120 701 000 Kronen gegen 148 601 000 Kronen im chen kann, gibt er allen Menschen kund und zu Vorjahre. | wissen, daß ihn hungert — denn er wärmt nicht mepr. Dann muß man ihn wieder versöhnen, mit Anthrazit, Koks, Briketts, Holzkloben. Das geht so einen ganzen Winter lang. 1 Büfetts, Kredenzen, Schreibtische, Sofas, Kassenschränke, Chaiselongues, Bücher- schränke, Radios, Pianinos, Grarnmo- phone, 1 Lederwalze, Registrierkassen, 1 Standerlampe, 1 Photographion, 1 Oelbehalter, 1 Kaffeebehälter, 1 Deb meßapparat, Zigarren, Pfeifen, Mutze, Weine und Schnäpse, Briefkassetten, Schreibblocks Bleisoldaten, 1 Pürsch- buchse, 1 Schrotrepetierflinte, 2 Bücher Orbis lerrarum, 1 Mappe „Der Schrein der heiligen Elisabeth in Marburg", 12 Bande Gerbart Hauptmann, 1 Drogen- schrank, 1 Photoapparat, 4 Weißbinder- pinfel, Ladentheken, Warenschränke, Taschenmesser, Schwämme, Scheren Hosenträger, Maßstäbe, Messer und Gabeln. Volk ohne Roumoder Raum ohne Volk? in dem neuen Studentenheim, Leihgesterner Weg. Unkostenbeitrag ffir Studierende und Schüler 10 Pfennig, sonst 30 Pfennig. Der Verein Deofsdier Studenten. Bullenverkauf. Der abgängige Fleckviehbulle ber Dullenstattvn Dteder-Weifel wird am Steifag, dem 25. November 1932 mittags 1 Uhr am Gemeindefaselstall in Aieder-Weifel zum Schlachten verkauft. Rahere Be- Dingungen werden vor Beginn der Der» steigerung bekanntgegeben. Dießen, den 21. Rovember 1932. Ev °luth. «Pfarramt Crumbach. D gez. Hurras, Pfarrer. Vorsitzender. Ed. Schäfer, Imker 2lm Ncchrungsb. 10.1 vlatz 7. 6UoV Auskunft erteilt Herr Förster Klingel- Hofer, Frankenbach. 8211Ö Angebote bis 28. Rovember. mittags 2 Ayr, an das Eo.-luth. Pfarramt Crumbach, z. H. des Herrn Pfarrers Kurras. Aenderungen und Genehmigung vor- oeyatten. zweiten Mordversuches hat Frau Boddin gestmv» den, die kleine Rosemarie in einer Türnische au&* gezogen zu haben: die Kleidungsstücke packte sie in eine Aktentasche und ging mit dem Töchterchen aus die Brücke, wo sie es über den hohen Drückenzaun auf die Gleise warf. Rach der Tat verbrannte sie im Küchenherd ihrer Wohnung da« Kleidchen der Kleinen. — Das Befinden der kleinen Rosemarie, die bei dem Sturz auf den Bahndamm schwere Verletzungen erlitten hat, ist zufriedenstellend, so daß sie m i t dem Leben davonkommen dürste. 2. An Ort und Stelle (Bekanntgabe im obigen Lokal): 1 Oekonorniewagen. 3. Bestimmt: Haarbesen, Anstreichpinsel, Holzpfeifcn unb Mutze, 2 Bernsteinspitzen, Parfüms, Nivea-Oel, Feuerzeug Schnupftabaksdosen, 7 Kartons Seife' 50 Stück Iramafeife, Goldkrem, 8 Pfund Rohtabak, 1 Dose Schminke, 1 Schreibmaschine (Rosa), 3 Oelgernälde (1 Landschaft und 2 Gleiberg). 4. verkauf aus freier Hand (bestimmt): 1 Pürschbüchse mit Zielfernrohr, 1 Sofa, 1 Schrankgramrnopyon, 1 Schlafzimmerbild mit Goldrahmen, 1 Continental. Schreibmaschine (Nr. 29821). Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiefecker Weg 16 — Telephon 3383 Geschäftsdrucksacheo Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brüht. SchuistraBe f [Verschiedenes | Detektiv K. Gerz, Bad-Wanheim, Kur- strafie 17 erleb walle vertrauliche Privat- •i. Geichästsanaele» aenbeiten.roic Aus- fünfte, 'Beobadiiun- nen, Ermittlungen, Sefthafiunfl 0 Be- weismal in @traf- u. .^ivilvro, streng öisfr Svreckfl. : 9 b. 19«/, . Hf,, dem die Schienen durch die Explosion aufgerissen waren, zwei rote Lappen fand, die sicher dazu bestimmt waren, den Lokomotivführer des herannahenden Zuges zu warnen. In Nantes find eine Reihe von Verhaftun- g e n durchgeführt worden, die aber zum größten Teil nicht aufrechterhatten werden konnten. Sechs der Verhafteten sollen angeblich bereits bei dem Bombenanschlag in Rennes und dem versuchten Anschlag in Vannes eine gewisse Rolle gespielt haben, ohne daß man aber die Beweise gegen sie erbringen konnte, die eine Anklage ermöglicht hätten. Herriots Erllarungen, in denen er im gewissen Sinne Deutschland für das Verbrechen verantwortlich macht, werden von der gesamten Pariser Morgenpresse mit um so größerer Genugtuung wiedergegeben, als die lln- tersuchungen bisher zu keinerlei Ergebnissen kamen. Obgleich diese Erllärungen jedoch in bi« Widerspruch zu den Tatsachen stehen, da man selbst amtlicherseits der Aufftlssung ist. daß es sich weniger um einen Anschlag auf das Leben Herriots, als um eine, toetm auch geschmacklose und gefährliche Kundgebung autonomistischer oder kommunistischer Kreise handelt, begrüßen es besonders die Rechtsblätter. endlich einen von höchster Stelle bezeichneten Sündenbock ge- j funden zu haben. Rur der sozialistische „Popu- laire' und die lommunistis^e „Human't^" machen sich die Auffassung des französischen Ministerpräsidenten nicht zu eigen. Während der „Populaire" von eigentümlichen Erklärungen Herriots! spricht, bezeichnet die„Humanite" sie als niederträchtig. Der Anschlag auf Herrioi. Die Pariser Dcutschenhetzc geht weiter. Paris, 21. Noo. (TU.) Ministerpräsident Her- r i 0 t ist am Sonntagabend aus Nantes wieder in Varis eingetroffen. Die Untersuchungen über Den Anschlag bet Nantes werden inzwischen mit großem Eifer fortgesetzt, ohne daß es aber bisher gelungen ist, die geringste Spur der Täter mUphrhrt^D,i3eJ W im übrigen mehr und 9fn(Lber Austassung, daß es sich weniger um einen 4nfd)lag auf das Leben des Ministerpräsidenten handelt als um eine symbolische (Seite überhitzter autonomistischer Gemfi. LCr'-Lb,e ?abu.$ if)rer feindseligen Einstellung gegenüber dem Ministerpräsidenten Ausdruck geben wollten. Diese Auffassung wird dadurch bestärkt. Daß man in unmittelbarer Nähe des Tatortes an 1 ©inen ganzen Winter lang sitzen wir hinter dem Ofen. Das heißt „hinter dem Ofen", das ist wohl ein etwas sehr bildlicher Ausdruck Wenn man sich 3. B. in manchen Häusern, insbesondere auf dem Ede, tue großen Kachelöfen anschaut, die breitbeinig, wie der leibhaftige Golem, in der Stube tcßen, dann wundert man sich wohl, welche kleine Ritze man da wohl als Aufenthaltsort gebrauchen mußte. Aber keine Angst — wir brauchen nicht in biefe Spalte zu schlüpfen, um die Wahrheit dieses Ausspruches unter allen Umständen zu beweisen. In ländlichen Häusern hat man früher Defen so , angelegt, daß sie außer einem Heizkörper zugleich Sn dem Prozeß gegen die Teilnehmer an dem au$ em Möbel barftellten. Der Bauch, der Holz o nnty>«n Ausstand wurden die beiden u"0 Kohle aufnimmt, erweitert sich an der einen Lappo-Führer General Wallenius und Ko- °öer der anderen Seite zu einer gekachelten Bank, 10la zu je neun Monaten Hast deren Steine die Hitze einsaugen und wohlig wei- mit Bewährungsfrist verurteilt. Don den insge- rerleiten. Oder der Küchenherd wurde durch die samt 96 Angeklagten wurden 52 zu Freiheits. durchgebaut, im Nebenzimmer mit Holz ver- ftrafen von zwei bis zu 33 Monaten verurteilt, | "^det und diente dort als Ruheplatz. Dort läßt 32 davon wurde Bewährungsfrist zugebilligt. sich allerdings den ganzen Winter über gut • l1öen, raucßen, lesen, faulenzen, träumen — oder Die Verhandlungen zur Überprüfung des ™ durcheinander. deutsch . französischen Handelsabkom- i ^genannte „Zweckmäßigkeit" der modernen mens vom Jahre 1927 sind in Berlin aufgenom- ^°h"ungen, die daraus besteht, daß ein Ofen eben men worden. Führer der deutschen Abordnung ist "nd weiter nichts, hat dieser Ministerialdirektor Dr. Posse vom Reichswirt- d)^n' a~.r eigentlich darum nicht minder schaftsministerium, Führer der französischen Deleaa- ^^^ckmaßigen Sitte des kombinierten Ofenbaues tion der Ministerialdirektor im französischen Han- gemacht. Der Ofen mit der Kachelbank belsminifterium (Sibel 1 1 7 mußte dem modernen, allein auf weiter Flur stehenden Glutspeicher weichen, wie die Postkutsche der Eisenbahn. Und wenn Johann Peter Voß wieher auferstehen und unter uns Sterblichen von 1932 wandeln würde, dann müßte er feine Ode uher den „siebzigsten Geburtstag" nicht mit dem Mann beginnen, der „auf die Postille gebückt, zur Seite des wärmenden Ofens" dasitzt, sondern mit einem zeitgemäßeren Herrn, der sittsam auf einem Stahlmobel sitzt, vertieft in die Lektüre seiner Lieb- lingsjeitung, und der ab und zu einmal aufstehen muß, um eine Schippe Kohlen in den Anthrazit- ofen zu werfen, der sich in der anderen Ecke des Raumes befindet ... Französisch Konoers. u. Korre» sponden, ert. Dame (Ausländsdeutsche) billigst. Auch Kurse. Schr. Anfr. erb. u. 06824 a. d. G. A. Waldjagd gesucht (Oberhaus.). 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Dodcmber, er Krippe (Eingang öchwestcrnhausi halt, ausschließlich Solo azarts Opern „Don itsuhrung aus dem des Figaro". Den Jahre, Gelegenheit oberer Oessentlichlcit Olittoirlung des Tie i durch einige Herren ■s verstärkt ist, ist d )ochzeit" gefun;e.'en begleiten, was in Pa« e Schüler von beson« ge! begleitet Frau hing der mit Ot* tote bet jur ßin- fpxlten Ouvertüre Hst Herr Franz )et Stubenten Uwvch, 20 Uhr, ün ier Dez, einen Dor- brauchen imaltinel or allem Kinder, die itwicklung befinden, rztlich empfohlene •1, Malz, Milch und körperliche Wider» 1 sie dem Kinde in a le Nährstoffe zu» M braucht Kinder, tänkOvomaltinebe» i deshalb die langen sserulernen leichter. anderem sparen, tiye nehmen I 3thrken und Droge fr erhalten Sie voj /and« G.m.kH eioh.__£ iE Srf plaö »• jeschäftsdrucksachel Recnnunge" 0ri®fb'äffef Bdelumschia»» Postkarte 6eschiiflskarW „BrflbLSchM^I Verschiedenes letektivK.Oerz, Sfe? ?3ef'ttiaJ,injJ gtraf» Fra*?l ÄW K W Wirischast 277723 288497 368559 49735 etrt die 202041 76514 854264 31622 72396 147728 309082 345758 87112 81030 178469 112482 323398 364343 392540 186716 316945 dieS/aPfg-Zigarette bei der nach, teurer CMar^encArt sich/tMilde mit AROMA paart. Gewstmavezng 2. Sttafle 40. "Preuß.-Sübdeulsche (266. Preuß.) Slaals-Lotterie Otrne «-wähl Nachdruck Mrboten 2. Ziehungstag 19. November 1932 Sn der heutigen Dormittagsziehung wurden Gewinne e über 400 M. gezogen Haferflocken in Packungen oder Tüten von 1 Pfund erbittet in dieser Woche die Pfundspende der Irauen-Winterhilfe Vie Zustellung der Pfundpakete wird auf Wunsch der Hausfrauen von den Lebensmittelgeschäften aus direkt an die Sammelstelle erfolgen. Annahme: Alte Klinik, parterre, rechts, Montags, Mittwochs und Freitags, von 9 bis 12 Uhr. 396444 Die Ziehung der 3. Klaffe der 40. Preußisch- Süddeutschen (266. Preußischen) Staats-Lollene jiadet am 14. und lö. Dezember 1932 statt. Scheunenbrand auf der Herrnmühle bei Merlau. IL Merlau, 21. Nov> Heute gegen 15.30 Uhr entstand in der großen Scheune auf der hie- sigen Herrnmühle (Besitzer Oehler» auf bis jetzt noch unbekannte Weise Feuer. Di« schnell herbeigeeilte Ortsfeuerwehr war vor allem darauf bedacht, die Flammen auf ihren Herd zu beschränken. Nachdem noch die Motorspritze von Dieder-Ohmen an der Brandstelle erschienen war, konnte das groß« Feuer aus drei Schlauchlet- hingen bekämvft werden. Dank der angestrengten Bemühungen der Feuerwehren gelang es, den Brand auf seinen Herd zu be sch ran- ken jedoch konnte nicht verhindert werden, daß die grobe Scheune mit dem gesamten Heu- und Strohvorrat, etwa 25 Kubik- meter Brennholz, ein Elektromotor und eine Kreissäge den flammen zum Ovfe'r sielen. Der Brandschaden ist erheblich und nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. 4 »elnnt |u 1OOOO W. 4 tietemne iu 5000 TL 2 Setolnnt »u 3000 M. 14 ©etoimte >u 2*00 M. 195426 283795 335098 26 Gewinn» >u 1000 M. 119436 127140 266185 SOO0™6 63464 79266 69170 69616 ÄÄ'^0 S> ’S 3270B1 “K.ZÄ™ 19473 39114,44791 M?4 Ä 8187«667 ’ 193141 'S IHIIt W 326876 360?3? SSS SKI Ä 169605 181534 192951 . 266786 273728 2/5105 L------ ---- -_ 358253 363864 381440 385006 386273 392587 398958 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen Dorheim I — wieseck I 4:2. Wieseck war in Dorheim zu Gast. Man sah ansprechendes Spiel. Dorheim übernahm bald Führung. Dann spielte Wieseck überlegen und stellte den Ausgleich her. Nach der Pause laaWicseck mehr im Angriff. Ein Alleingang des Mittelstürmers endete mit gutem Schuß im Netz: der Unparteiische entschied „Abseits". Wieseck, durch diese Entscheidung deprimiert, ließ sich überrumpeln, und Dorheim kam so zum Führungs- und zum dritten Tor. Ein Elfmeter brachte dann Wieseck den zweiten Erfolg. Gegen Schluß kam dann Dorheim zum vierten Wettervoraussage. Die eingeleitete Störungstätigkeit dauert fort, denn über Island ist ein neues, kräftiges Fallgebiet erschienen. Weiter strömt maritime Lust vor, welche zur Westwetterlage führt. Der Witterungscharakter bleibt dabei wechselhaft und erneute Niederschläge treten auf. Die Temperaturey zeigen zwischen Tag und Nacht keine stärkeren Gegensäke, die Werte liegen für die Jahreszeit ziemlich hoch. Aussichten fürMittwoch: Veränderlich, wechselnd bewölkt mit kurzem Aufklaren, noch verhältnismäßig mild und zeitweise Niederschlage. Aussichten für Donnerstag: Zunächst noch Fortdauer der Westwetterlage. Lufttemperaturen. Am 21. November mittags 7 8 Grad Celsius: abends 7,4 Grad. Am 22. November morgens 2,5 Grad. Maximum 8,2, Minimum 2,2 Grad. Niederschläge 12,2 Mtllrmeter. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 21. November abends 6,3 Grad. Am 22. November morgens 4,4 Grad. auch der Kundschaft wegen der Entwicklung der Negierungskrise eine abwartende Haltung eingenommen wurde, eröffnete die heutige Börse in freundlicher Tendenz. Das Geschäft hielt sich allerdings in sehr engen Grenzen. 'Die Abschwächung der Neuyorker Börse und der Rückgang der deutschen Werte am dortigen Platze blieben ohne Eindruck. Gegen die Abendbörse stellten sich meist Besserungen von 0,25 bis 0,75 Prozent ein. Am Montanmarkt war die Ilmsatztätigkeit etwas reger. Die Kurse lagen bis zu 0,50 Prozent höher, wobei die günstigen Berichte auS der Kohlen- und Eisenindustrie nachwirkten. Am Chemiemarkt blieben die Kurse gut behauptet, während von Kunstseidepapieren Bemberg 2 Prozent anzogen und Aku 0,25 Prozent höher lagen. Der Elektromarkt wies, mit Ausnahme von Licht & Kraft, die auf 'verhältnismäßig lleines Angebot 1,65 Prozent niedriger eröffneten, allgemein Kursbefserungen bis zu 0,75 Prozent auf Etwa« fester tendierten noch Schiffahrtsaktien unö Deutsch« Linoleum. Von Dauwerlen blieben Holzmann mit 54,50 Prozent unverändert. Nach den ersten Notierungen ergaben sich meist neue Befestigungen von 0,25 bis 0,50 Prozent. Am Nentenmarkt bestand lebhafte Nachfrage nach Altbesih, die nach Ablauf der ersten Dörsenstunde einen Gewinn von 1 Prozent verzeichneten. Dis zu 0,13 Prozent gebessert waren auch die Neubesihanleihe und Schuhgebietsanleihe, sowie späte Neichsschuldbuchfordetungen. Am Markte der Industrieobligationen zogen Stahlvereinsbonds um 0,75 Prozent an. Don fremden Werten notierten Türkische Anleihen etwas höher. Der festverzinslich« Markt verkehrte in uneinheitlicher Haltung. Während Goldp'andbriefe bei kleinem Angebot bis zu 0,50 Proz. schwächer lagen, konnten sich Liquidationspfandbrtefe und Kommunalobligationen leicht befestigen. Im Verlause blieben die Kurse am Aktienmarkt behauptet, die Umsahtattgkeit schrumpfte jedoch auf ein Minimum zusammen. Dagegen konnten sich Deutfche Anleihen. Neichsschuldbuchforderungen und die SchuhgebietS- anleihe erneut bis zu 0,50 Prozent erhöhen. Stahlvereinsbonds gewannen weitere 1 Prozent. Der Satz für Tagesgeld war mit 3,5 Prozent unverändert. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) An die Wiesecker Gemeindeverwaltung. Der Gemeinderat hat beschlossen, den Wiesenweg von der Wieseck bis zu den Sportplätzen m diesem Winter mit Steinen aufzufullen, was für die Gemeinde mit nicht geringen Kosten verbunden ist. Der jetzt beim Straßenbahnbau in der Korn- blumenstraße frei werdende Schutt.würde richtiger für diese Straße verwandt, als in eine Abfallgrube gefahren. Vielleicht kümmert sich die Gememdevec- waltung einmal sofort um diese Angelegenheit, denn es muß doch versucht werden, im Interesse der Steuerzahler zu sparen, wo es möglich ist, uab wenn es nur einige Mark Fährlohn sind. Wieseck, den 22. November 1932.Ä ■■ Hindermarli in (Sieben. Auf dem heutigen Rinder-Nuhviehmarkt in Dießen standen 818 Stück Großvieh. 281 Fresser und 213 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität C50 bis 380 Ml., 2. Qualität 180—280 Mk., 3. Qualität 100—140 Mk.: Schlachtkühe a) 140-220 Mk., b) 50 bis 80 Mk.: Rinder '/r-»/.jährig 60-120 Mk., »/.—2jährig 70—100 Mk., tragend 150—300 Mk. Kälber das Psund Lebendgewicht 20—30 Pf. Marktverlauf: Doxmarkt lebhaft, am Markttag abflauend, Nichtqualitätsware schwer unterzu- bringen, geringer Lieberstand. Berlin ruhig, aber freundlich. Berlin, 22. Nov. (WTB. Funkspruch.) Bei kleinsten Umsätzen blieb die Grundstimmung der Effekten ausgesprochen freundlich. Auf nahezu allen Marktgebieten lagen die Anfangsnotierungen um Bruchteile eines Prozentes höher. Nur Stolberger Zink, Laurahütte und Ehadeaktien waren etwas über 1 v.H. gebessert. Vereinzelt waren, allerdings auf rein zufällige Orders hin, kleine Verluste zu beobachten: Bubiag und Elektrische Licht und Kraft gingen bis zu 1,50 o. S). zurück. Bremer Wolle wurden verspätet 2,50 v. H. niedriger festgesetzt, während Hansa-Dampf 2,25 d. S). höher zur Notiz kamen. Die noch immer nicht erkennbare Weiterentwicklung in der Innenpolitik war natur- gemäß die Hauptursache für die starke Zurückhaltung. Das Publllum hatte nur ganz kleine Aufträge für Spezialwerte gegeben. Montan« und Kunstseideaktien, für die teil« freund- lieber« Nachrichten Vorlagen, teils d.e Placierung größerer Pakete außerhalb der Börse anregte, waren etwas gefragt. Im allgemeinen befchrantte sich die älmsatztätigkeit aber auf Deckungen der Spekulation. Im Verlauf« wurde es eher noch freundlicher: man bemerkte Gewinne bis zu 0,5 Prozent. Contigummi zogen um 1,25 Pro- »ent an, während Montane lebhafter umgeseht wurden. Nach 13 Uhr wurden Schubert & Salzer 3,5 Prozent schwächer notiert. An den R e n t e n m ä r k t e n waren Anleihen freundlicher. Altbesih gewannen insgesamt 140 v. H., Neubesih und Schuhgebietsanleihe waren nur bis zu 0,25 v. H. erhöht. Die Gerüchte von einet zehnprozentigen Abfindung der Inhaber von Schutzgebietsanleihen mit unverzins- lichen, in 20 Iahten fälligen Schatzanweisungen des Reiches haben sich nicht bestätigt. AuchReichs- schuldbuchforderungrn, Pfandbriefe, 3njuftneobk- gationen usw. hatten Besserungen bis 1 v. H. auf» zuweisen. Don Ausländern waren Dosniet 0,o I v H schwächer, während die Abweichungen im übrigen nur bis zu 0,25 v. H. nach oben oder unten betrugen. Im Freiverkeht waten Serben ^Am G e l d m a r k t war Tagesgeld weiter leichter und stellte sich an der unteren Gren-e auf 4 25 v. H., doch war es mit 4,13 und 4 v. H. auch 'schon erhältlich. Monatsgeld blieb unverändert 5 bis 7 v. H. In Privatdiskonten bestand kaum Angebot, und man konnte eher Kaufneigung feststellen. Reichswechsel per 15. Februar und I Reichsschatzanweisungen per 18. April wurden nur in kleinen Posten umgesetzt. Sranffurf freundlich. Frankfurt a. M., 22.Nov. Meldung.) Obwohl von feiten der Spekulation und Er ist der dritte Sieger im Hessischen Polizei- und Schutzhunde-Derein 1914, Gießen. Als Auszeichnung erhielt derselbe die golden« Medaille, e:n Diplom und einen Geldpreis. ' Warnung vor einem "Betrüger. In der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts tritt ein "Betrüger auf, der sich als Inhaber der Firma „Metall-König & Co. Frankfurt a. M., Zeil 16“ ausgibt. Er verspricht den Käufern schriftlich den Alleinverkauf von Patentzundern für einen größeren "Bexirf; außerdem gibt er Garantie von einem Iaht für jeden Zündet und sichert auch geeignete Kinoreklame, kostenlose "Belieferung von Brennstoff und 10 Prozent in Waren zu. Wie festgestellt wurde, besteht die Firma .Metall-König L Co. in Frankfurt a. M." überhaupt nicht. Cs sei daher vor dem Betrüger gewarnt. 2 etttrtane ?n 50000 M. 120743 2 ©eminne ju 10000 214721 4 etwümt »u 5000 M. 200639 227664 6 „ 3000 TL 145305 323041 6 »tminne au 2000 206451 310060 24 Stöinnt 1000 W. 83194 125691 215424 216160 230279 269373 296472 331656 337293 337914 40 gewinne in 800 2K 42064 49754 64950 81192 83726 91856 113681 114491 143935 146004 232391 247959 2541 ST 255948 259458 314056 337097 374124 385269 391553 58 ®*»inne ,u 500 W. 15603 31416 36997 41008 85254 105898 140259 140886 159507 181534 192951 208511 228973 232071 ------ -'-"i 309406 344932 357847 Goldenes Ooltorjubiläum. DSN. Darmstadt, 21. Nov. Heute begeht Geheimrat Dr. Wallau sein öOjährtges Dokwr- jubilaum Der Jubilar hat sich während sem-r 40jährigen Dienstzeit im hessischen Verwaltungsdienst, als Reichstagsabgeordneter und langjähriger Kreisdirektor des Kreises Groß-Gerau beson- d e r e V e r d i e n st e um Hessen und seine engere Heimat erworben. Zestnahme eines Zalschmünzerpaares. WSN. F r a n k s u r t a. M., 21.Nov. In Sachsenhausen versuchte eine 27jährige Frau falsche Fünfmark st ücke zu verausgaben. Sie wurde dabei festgenommen. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung fand man im Nähzeug versteckt weitere F a l s ch st ü ck e , die beschlagnahmt mürben. Unter dem Verdacht der Mittäterschaft wurde ihr 32jähriger Bräutigam verhaftet. Er erklärte, mit der Sache nichts zu tun xu haben. Die Frau gestand.alleinFalsifikatehergestellt zu haben. Der Richter hat Haftbefehl gegen beide erlassen. Beide sind vorbestraft. G. A.-Spori. Arbeiter-Tum- und Gportbund. Tore. Naunheim I — Heuchelheim 1 4:2. In Naunheim lieferten sich beide Mannschaften ein flottes, aber lautes Spiel. Nach einer Viertelstunde übernahm Heuchelheim die Führung. Daraufhin ging Naunheim mehr aus sich heraus, stellte den Ausgleich her und führte bei Halbzeit 2:1. Nach Seitenwechsel war Naunheim sichtlich überlegen, konnte aber nicht zum Schüsse kommen. Erst em scharfer Schuß des Linksaußen erhöh e das Re° ultat auf 3:1. Dann gelana es den Gasten auf 3:2 zu verkürzen, während wenig später Naunheim zum 4. Male erfolgreich war. Nieder-Florsladt I — Lrbstadt I 4:0. Erbstadt war in Nieder-Florstadt zu Gast und mußte sofort viel Abwehrarbeit leisten. Trotzdem kam Nieder-Florstadt bald zum Führungstor und erhöhte bis Halbzeit auf 4:0. Nach Seitenwechsel blieben jegliche Erfolge aus. Altenstadt I — Niederwöllsladl 1 2:0. Niederwällstadt war in Altenstadt zu Gast und mußte erfahren, daß auf diesem Gelände nur schwer Siege zu erringen sind. In einem ausgeglichenen Spiele führten die Platzbesitzer bei Halbzeit mit 1:0. Nach Wechsel erhöhten sie auf 2:0, mußten bann aber alles hergeben, um das Ergebnis zu halten. wieseck III —r Heuchelheim II 4:0. In Wieseck stanben sich diese Gruppenmeister der zweiten Bezirksklasse in einem Freundschafts, spiel gegenüber. Die Gäste stetsten eine körperlich kräftige und flinke Mannschaft ins tfelb. Wieseck mußte sofort gut abwehren, kam aber dann mehr in Fahrt, schuf gefährliche Momente vor dem Tor der Gäste, übernahm die Führung und erhöhte bis Halbzeit auf 2:0. Nach Seitenwechsel sah man blitzschnelle Angriffe auf beiden Seiten, die aber alle abqewehrt wurden. Dann aber rangen sich die Wie- secker durch und stellten das Ergebnis auf 4:0, wahrend Heuchelheim selbst das Ehrentor versaat blieb. Vorher: Wieseck Jugend — Gleiberg Jugend 4:1. traasabend. Dr. Paul Rohrbach wird über da»Thema: .Volk ohne Raum ober Raum ohne Dolk?" sprechen Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. e " Ein Achtzigjähriger. Schlosserm^ster Karl Flett friert seinen Geburtstag nicht am Donnerstag, 24. November (wie heute früh berichtet), sondern am Freitag, 25. November. " Auszeichnung im Hundefport. -öci bet vom Rhein-Mainilchen Landesverband für Polizei- und Schutzhund-Berein«, Sitz «Frankfurt am Main, am Sonntag. 20. November, abgehaltenen Landes-Derbands-Suchhund« Prüfung in Bad-Nauheim, an der acht Führer mit ihren Hunden teilgenommen hatten, kam der Polizei- hauptwachtmeistcr Adolf Steuernagel mit seinem deutschen Schäferhund „Bruno vo n Hohenweg- als Sieger für das Jahr 1932 an erste Stelle. Oderheffen. Paratyphusepidemie in zwei Orten des Kreises Schotten. «"Schotten, 22. Nov. Für die Gemeinden Sichenhausen und Kaul stoß, in denen eine Paratyphusepidemie festgestellt wurde, ist wegen der leichten Uebertragbarfeit der Paratyphus- bazillen durch Milch und Milchprodukte folgende Anordnung des Kreisamts Schotten ergangen: „§ 1. Jeder Verkauf von Milch und den daraus gewonnenen Erzeugnissen, wie Butter, Käse usw., aus den Gemeinden Sichenhausen und Kaulstoß nach außerhalb wird bis auf weiteres untersagt. 8 2. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mark für jeden einzelnen Fall bestraft. § 3. Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Amtsverkündigungs- blatt für den Kreis Schotten in Kraft." Die Bekanntmachung hat mit ihrer gestrigen Veröffentlichung Rechtskraft erlangt. Sie bewirkt daß der Absatz von Milch und Milch pro du k- ten aus den beiden Orten vorläufig völlig unterbunden wird, um auf diese Weise den Gefahrenherdzu lokalisieren. Wie wir auf Erkundigungen an-zuständiger Stelle hören, wurde bei den ärztlichen Untersuchungsmaßnahmen eine Einwohnerin von Si che n h a u s en als Bazillenträgerin und Ausgangspunkt der Epidemie festgestellt. Von dort aus ist die Krankheit auf einen immer größeren Personenkreis m Sichenhausen weitergetragen worden. Durch einen jungen Mann, der ebenfalls erkrankt und Bazillenträger geworden war, tarn sie nach K a ulst oß, vw sie ebenfalls an Ausdehnung gewann. Bisher sind im Verlaufe der ärzllichen Bekäm, 'ungsmaßnahmen in Sichenhausen und in Kaulstoß 9 0 Personen untersucht worden, wobei man m Sichenhausen 18 und in K a u l st o ß 6 P e r s o n e n, durchweg Frauen und Kinder, als Bazillenträger feststellte. Die ärztliche Untersuchung der Bevölkerung beider Ortschaften wird zur Zeit weitergeführt. Es sind umfassendeBekämps u n g s- und Vorbeugungsmaßnahmen der Sanitätsbehörde in der Durchführung begriffen, die erhoffen lassen, daß man der Epidemie ohne weitere Schwierigkeiten Herr werden wird. Wenn auch die ungeordneten Maßnahmen für die Bevölkerung von Sichenhausen und Kaulstoß mancherlei Erschwernisie und Behinderungen im Alltagsleben und in der wirtschaftlichen Betätigung bedeuten, so ist es doch im wohlverstandenen Interesse der Einwohnerschaft gelegen, den Anordnungen der Sanitätsbehörde sorgfältig und pünktlich zu ent s pr e - ch e n, da auf diesem^Wege am schnellsten Abhilfe zu erwarten ist. Zu ner Beunruhigung in anderen Orten des Vogelsbergs oder darüber hinaus besteht zur Zeit k e i n A u l a ß. Nie besondere a A Wir wissen nicht,welche ■ 3/3 Pfg-Marke Sie bisher ■ W geraucht haben.Wenn wir ■ ■ ■ H WW V Sie gleichwohl bitten,der ▲ Wissenschaft halber doch ” einmal die OBERST- Zigarette zu probieren, geschieht das in der Überzeugung,dass Sie uns für diese Anregung dankbar sein werden. OBERST hat eben doch, abseits von den vielen,eine ganz besondere Notes OBERST MielewerkeA.G. Gülersloh/Westf. _____________Grüßte WaachmaachlnenfaoriK Deutschlands. '«wvwtvw 114444k f5$W/w£MlWt' ft y •wxwfjjw- i ? 44444/]urlk.«.« Zu bähen in den einschlägigen Geschäften iMieleSSaschlne men ist n$leu giucKlich? Doch, doch I Jetzt und später auch. Alles ist gut besorgt. Auch die Kochenausstattung. Denn die Junge Frau weiß, wie wichtig der ganze Hausrat ist. Schon beim ersten Mittagessen wird „Sie“ es merken. Alle Hausgeräte für die Ausstattungwerden sorgfältig auch für Sie zusammengestellt bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen - Ruf 2145/2146 Gestern morgen 9 Uhr entschlief sanft nach einem arbeitsreichen Leben mein lieber Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Herr Jakob Gerhard, Schuhmachermstr. im 81. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Gerhard, geb. Köhler. Gießen (Lindengasse 1), den 22. November 1932. Die Beerdigung findet statt: Donnerstag, 24. Nov., nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. sroM 8201 p StudenU Gesucht i[Stellenangebote! Jt. -sause möbliertedSimmcr 1 ' Pension Ä&t J • Der fntm t r fVuriung .Engländer (1b Jabve,€. wird in gut. Eingang, ... ,._,t u. Hei», ver sofort oder am ab Januar 1933 gesucht. -Lehr. Ang. u. 8208v a.d.Gietz.Ans. Für die wohl tuen den Beweise liebevoller Teilnahme, die uns beim Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen Herrn Wilhelm Bernhardt zuteil wurden, sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Charlotte Bernhardt im Namen aller Hinterbliebenen. Gießen, den 21. November 1932. 15. ^.e;.,Nähe Univ. Lctir.Ang.ln. Preis u. 06870 a. d. G.A. Hilfe für vormittags geg. Wohnung und Ver- vfleg.ges. Zu erfrag, b Benner & Wagner, Neuenweg SO. emv Miele-Erzeugnisse In größter Auswahl zu Originalpreisen am Lager. Um zwanglose Besichtigung wird höflichst gebeten. — Für Händler besondere Vereinbarungen. 8«oa J. B. Häuser-Gießen Bans- n. Küchengeräte. Am Oswaldsgarten, Fernspr. 2145,8146 In den letzten Wochen sammelten sich bei uns Abschnitte und Reste aller Art, aber noch groß genug, um sich daraus einen schönen Winter-Mantel, ein modernes Kleid, einen feschen Rock oder eine Bluse usw. machen zu lassen, in riesigen Mengen an. Wir verkaufen daher ab morgen: Mittwoch / Donnerstag / Freitag .1000 Reste: Hälfte des ausgezeichneten Restpreises! Es handelt sich um Abschnitte und Reste von englischartigen u. einfarbigen Mantelstoffen, Tweeds, Flamengas, Hammerschlag, Crßpe Marocains und vielen anderen modernen Stoffen. 810?A Deshalb gleich morgen zu: Nowack ss 22 Forkletzung Nachdruck verboten. unduw co/fünfoi! 8014 A Geschäftskarten liefert Brühl, Gießen Gegen Abend hatte sich ein Schneesturm auf- gemacht. Als der Materialverwalter Schmitt um 21 Ulyr noch einmal die Runde durch den Hof machte, pfiff der Wind vom Fluß her in harten 'Stößen und warf ganze Ladungen Schnee in das Gesicht des alten Mannes. Die Futztapfen, die er im Schnee zurücklieh, waren sofort wieder ver- weht von neuem Schnee, der, halb mit Regen Durch den stiebenden Schnee der Rächt und den sausenden Sturm schlich vorsichtig ein Wann — lauschte nach allen Seiten — alles war still — der Wächter machte gerade seine Außenrunde um die Wasserseite der Fabrikanlagen — der Mann schloß leise mit einem Schlüssel die kleine Tür der Werkstätten auf und ging vorsichtig hinein. Eine Taschenlampe blitzte auf und warf ihren zuckenden Schein auf das Innere der Werk- stätte und die Zeichnungen, die gegenüber den Motorenteilen über dem Arbeitstische hingen. Gleich darauf war das Licht erloschen, und vorsichtige Schritte schlichen wieder über den stillen Fabrikhof. untermischt, die ganze Welt tit ein gleichmäßig stiebendes Grau einhüllte. Schmitt klinkte noch einmal an allen Türen, ja, es war alles zu und dunkel, nachdem der Betriebs- Ingenieur noch bis vor kurzem für sich allein in den Motorenwerkstätten gearbeitet hatte. Der weite Hof lag still da: das Lied der Maschinen, das sonst laut und in gleichmäßigem Rhythmus durch den Hof scholl, war verstummt — nur vom Fluß her kam das Dröhnen, mit dem die Eisschollen, die sich im Tauwind gelöst hatten, gegen die Ufer stießen. Schmitt schüttelte sich, als er in den warmen Hausflur trat. Das war ein ungemütlicher Abend, und man konnte froh sein, ins Warme und Trockene zu kommen. Erika schlief schon, ihr Zimmer war dunkel, das Kind war jetzt oft so müde und blaß: sie grämte sich wohl, daß sie keine Stellung auf dem Werke gefunden hatte. Schmitt hatte ja selbst den Prokuristen darum gebeten, aber der hatte ihm erklärt, es wäre jetzt bei den schlechten Zeiten nicht möglich, Reu- einstellungen vorzunehmen. Erika müßte sich gedulden bis zum Frühjahr, da würde vielleicht schon manches anders sein. Run, es ging ja schließlich so, am Verhungern war man nicht. Das Kind sollte sich nicht so grämen: ordentlich schmal war sie geworden, und ein so ernster Ausdruck war in ihr Gesicht gekommen. Sie war auch zuviel für sich, hatte so wenig Umgang mit anderen jungen Mädchen, immer nur die Hausarbeit und nachmittags über den Büchern, das tut nicht gut. Er würde einmal morgen ihr ernstlich ins Gewissen reden. Er stapfte die Treppe hinauf, schaltete das Licht ein — ein gutes Kind war sie doch, die Erika, alles stand bereit, wie er es gewöhnt war: die warmen Filzschuhe neben dem Ofen und der Tee in der Ofenröhre. Behaglich zog sich der alte Schmitt seinen Hausrock an, holte sich den Tee und las noch ein Viertelstündchen, dann ging er auch in seine Schlafkammer — und bald kündeten laute Atemzüge an, daß der alte Mann entschlummert war. Stadttheater Gießen 8186d Mittwoch, 23. Nov. 20—22,30 Uhr 7.Mittwoch-Abonn. Gewöhnliche Preise Der Raub der Sabinerinnen. Schwank in 4 Akten von Franz u. Paul von Schöntban. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 8221D 1879—1929 Am 20. November verschied nach kurzem Leiden unser lieber Alterskamerad u. Vorstandsmitglied Ernst Karl Lauer, Reichsbahn-Sekretär Wir werden ihm allezeit ein treues und ehrendes Andenken bewahren. Fünfziger-Vereinigung 1879-1929. I, A.: Der Vorstand. Es wird um zahlreiche Beteiligung an der am Donnerstag, dem 24. November, nachm. 2*/-Uhr, auf dem Neuen Friedhof stattfindenden Beerdigung gebeten. 8216 d Die Beerdigung unseres Heben Kameraden Ernst Lauer findet Donnerstag, den 24. November, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Deiner Hände Werk Roman von Klothilde von Stegmann-Stein. Copyright by Martin Feuchtwangrr, Halle (Saale) Am nächsten Morgen kam der Detriebs- ingenieur Moeller als erster in die Werkstätte. Er wollte die Zeichnungen von Kurt noch einmal durcharbeiten, ehe Ivarsen zur Konferenz kam. — Er war kaum in die Werkstatt hereingekommen, da stutzte er. Die Zeichnungen Kurts hingen nicht mehr an der Wand, an die er sie gestern befestigt hatte — und in dem ganzen Raum war ein Durcheinander, als hätten unbefugte Hände darin herumgearbeitet Moeller stand einen Augenblick erstarrt da: blickte wieder auf die leere Wand, auf der sich gestern noch der Zeichnungsplan befunden hatte, dann griff er hastig nach dem Telephon. Gleich darauf meldete sich ein Diener vom Dremerschloh. „Die gnädige Frau schlafen noch", sagte er auf die hastige Frage des Beamten: „auch Herr Ivarsen ist noch nicht zu sprechen." „Verbinden Sie mich dennoch mit ihm", erklärte Moeller energisch, und als der Diener zögerte, rief er. wütend hinein, „Herrgott, Mensch, nun aber fix, und wenn Sie Herrn Ivarsen zehnmal wecken sollten, ich nehme es auf meine Verantwortung." Er lauschte erregt: endlich, nach einer langen Zeit, die ihm eine Ewigkeit dünkte, meldete sich Ivarsens verschlafene Stimme, die etwas ärgerlich klang: „Ra, wo brennt's denn, Herr Moeller? Ich bin hundemüde, bin heute früh erst mit dem letzten Zuge heimgekommen." „Es tut mir leid, Herr Baron, ich muh Sie sofort sprechen, es ist in die Dersuchswerkstätte eingebrochen worden." „Was, eingebrochen? Das ist doch unmöglich!" rief Ivarsen mit offenbarem Staunen zurück. „Wer sollte denn in der kleinen Versuchswerkstatt irgendetwas zu finden gehofft haben?" „Das weih ich nicht, aber es ist da eine höllische Unordnung, und vor allem ist die Zeichnung von Herrn Kurt Bremer verschwunden." „Ich bin in ein paar Minuten drüben", rief Ivarsen zurück und hängte ab. Er sprang aus dem Bett, holte unter dem Kopfkissen vorsichtig ein eingeschlages, flaches Paket hervor. Diesen flachen Gegenstand steckte er in einen Umschlag, siegelte ihn und schloß ihn in das Eicherheits- fach seines Schreibtisches. Dann zog er sich an und war nach kurzer Zeit fertig. Im Frühstückszimmer fand er trotz der frühen Morgenstunde Hiltrud. Sie saß, schön und schmal mit ihrem hochmütigen weihen Prinzessinnengesicht, auf ihrem Platze und las aufmerksam eine Zeitschrift Als ihr Verlobter unerwartet hereinkam, flog ein Zug des unmutigen Staunens über ihre Züge. Aber sie nahm sich zusammen und erwiderte seinen zärtlichen Gruß mit gleichmäßiger Freundlichkeit. „Du bist schon so früh auf. Hiltrud?" fragte er erstaunt Hiltrud lächelte leicht: „Wenn du nicht eht solcher Spätaufsteher wärest, lieber Axel, würdest du mich schon öfters hier frühmorgens gefunden haben: ich stehe schon lange sehr frühzeitig auf „Ilm Himmels willen", Axel hielt sich die Hand vor den Mund, um sein Gähnen zu verbergen, „wie man früh aufstehen kann, wenn man nicht muh, ist mir immer unklar geblieben. Was machst du denn so den ganzen Morgen?" Und er griff neugierig nach dem Buche, das neben ihrem Platze lag. „Was. über Technik liest du?" Er sah sie verblüfft an. „Was heißt denn das?" „Das heiht, daß ich mich für das interessiere, was hier auf Dremerwerk gearbeitet und geschafft wird. Kurt hat mir auf meine Ditte bin dies gemeinverständliche Buch empfohlen." In Axels überlegen lächelndes Gesicht kam ein Zug von Verwunderung und Mihtrauen: „Seit warm stehst du denn mit deinem Stiefbruder so, daß du deine Lektüre mit ihm berätst? Ich denke, du hast ihn nie leiden können? Das sind ja schöne Heimlichkeiten hinter meinem Rücken", fuhr er mit unvermuteter Heftigkeit fort. „Ich wünsche keine näheren Beziehungen zwischen dir und dem Grünschnabel ohne mein Wissen." Hiltrud sah ihren Verlobten mit kühler Verständnislosigkeit an: „Du vergreifst dich entschieden im Ton, lieber Freund. Erstens tue und lasse ich, was ich will, und brauche keine Einwilligung zu Dingen, die ich für richtig halte. Zweitens berührt es mich höchst eigentümlich, daß ein besseres Verstehen zwischen Kurt und mir dich so erregt — eigentlich müßtest du öidj. doch freuen, wenn die Entfremdung zwischen ihm und mir sich löst." Ovarsen biß sich auf die Lippen — da hatte er sich zu etwas hinreißen lassen, was er niemals hatte zeigen dürfen. Hiltrud durfte nicht wissen daß die Kühle zwischen Kurt und seinen Angehörigen für das Gelingen seiner Pläne wichtig war. So zwang er ein entschuldigendes Lächeln auf sein schönes Gesicht Seine Augen schauten tief und zärtlich in die Hiltruds, als er sich jetzt zu ihr neigte — seine Stimme vibrierte: „Verzeih, Hiltrud, ich habe mich schlecht benommen, meine Heftigkeit ging durch mit mir — weißt du nicht, daß ich eifersüchtig bin, rasend eifersüchtig auf jeden, dem du auch nur einen Gedanken widmest, und wenn es auch der eigene Stiefbruder wäre? Ich glaubte im Augenblick, dein Vertrauen nicht mehr so uneingeschränkt zu besitzen, weil du mit deinem Stiefbruder in näherer Korrespondenz zu stehen scheinst und ich davon nichts weiß — ich möchte dich ganz allein für mich haben — jeden Gedanken von dir allein besitzen — verzeih das meiner übergroßen Liebe" und er wollte sie in seine Arme ziehen. Todesanzeige. Verwandten, Freunden, Bekannten und Kollegen die traurige Mitteilung, daß mein einziger, lieber, unvergeßlicher Bruder Reichsbahn-Sekretär Ernst Lauer am 20. November nach kurzem schweren Leiden plötzlich verschieden ist. Der trauernd Hinterbliebene: Konrad Lauer, Ober-Assistent Gießen (Bahnhofstraße 29), 22. November 1932. Beerdigung: Donnerstag, den 24. November, nachmittags 2% Uhr, von der Neuen Friedhofskapelle aus. 06871 [Stellengesuche} Besseres Fräulein ges. Alters, perfekt kaufm.u.musikalisch geb,ld.,wünschtVer- trauensp osten zur Führ. d.Haush. usw. bei einz. Dame od. Herrn. la Referenz. Schr. Ang. u.06857 an den Gieß. Anz. 22jährig. Mädchen 0. Lande Bucht Stell, in ruh.Stadtbaush. alsHaustochter.o«sss Lina Schellhaas Niedcr-Ohmen. Ein bitteres Gefühl stieg in dem Betriebs- rngenleur auf. Für Versuche des Sohnes war niemals Geld da — aber für Toiletten, Reisen ww kostspielige Geschenke sowie Renten an den Schwiegersohn wurde aus der Kasse immer und immer wieder angefordert. „Bitte, geben Sie mir doch einmal die Zeichnungen!" sagte Axel. »2ch habe sie drüben im Büro, Herr Baron." „Run, was halten Sie von ihnen?" „Ich halte sie für außerordentlich gut, um nicht ZU sagen genial, Herr Baron — ich habe sie bisher nur flüchtig prüfen können, denn die Sachen gingen erst heute früh bei •mir ein." »Ich gebe auf Ihr Urteil unendlich viel, Herr Moeller", antwortete Axel mit einer gänzlich ungewohnten Freundlichkeit. „Wenn die neue Konstruktionsidee meines Schwagers so vielversprechend ist, so bin ich durchaus dafür, sie auszuprobieren — dir ist es recht, liebe Mama?" Frau Melanie blätterte längst in ihrem französischen Modejournal. „Mache es, wie du es für richtig findest." »Also, Herr Moeller, sowie ich morgen komme, werden wir die Zeichnungen von Herrn Bremer junior durch sehen. Vielleicht können Sie sich heute schon ein wenig damit beschäftigen." „Ich werde sie mit in die Werkstatt nehmen und die letzten Motorenmodelle, die Herr Bremer im Frühling anfertigen ließ, damit vergleichen." „Schließen Sie nur die Werkstätten gut ab, damit uns kein Unberufener hereinkommt", sagte Ivarsen beifällig. „Wer sollte da hereinkommen, Herr Baron", lächelte der Dettiebsingenieur, „bei uns ist alles sicher: außerdem hat der alte Schmitt ja die Werkstätten unter Verschluß." „Ra also, dann ist ja alles in Ordnung!" Axel reichte dem Ingenieur freundlich die Hand. „Entschuldigen Sie mich jetzt, ich habe Eile, wenn ich meinen Zug erreichen will. Es kann übrigens sein, daß ich erst morgen mittag heimkomme — ich rufe Sie dann sofort herüber." Reste »Nowack jtriilP1 »nterSan»' lichte J POHI zk°n!svlt l<. 00! jtk** fOflOß AÄ S'L Die S1 gibt in M I ficht über l Die Zusan ■ I beslMger I Das ßbfli 121 weihe ■ goloninlöi j fünf weih I sivisionen, juni W I Werste I Truppen. I lind/jechs j dagegen u 1 Kavallerie, Die halbe . 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