Montag, 22. August 1952 Ur. 196 Srübaussabe 182. Jahrgang Das Vorderschiff der „Niobe" hat sich über den Meeresspiegel gehoben. Neuenweg 38 932 <*«»***■ !N jich anzuzeigen Melpfadss I 04310 59290 Wed 1932 mee 15.3-*$- . Spies >ßen, 932 voraussehe. Der Reichswirtschaftsminister wies schließlich daraus hin, daß auch der Herr Reichs- tonaler Ende Juli in einem Interview mit einem amerikanischen Zeitungsvertreter ausgeführt habe, Deutschland habe durchaus die -Absicht, seine Schulden zu tilgen. Wenn die Frage nach einer Herabsetzung der Zinsrate für Deutschlands private Schulden an das Ausland zur Erörterung komme, so werde Deutschland gewiß nicht einseitig Schritte in dieser Richtung unternehmen, sondern eine Einigung mit seinen Gläubigern zu erzielen suchen. Er hosse zuversichtlich, daß durch eine Einigung Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rsichspfennig; für N- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter. sämtlich in Diesten die deutsche Regierung eine Herabsetzung der privaten Schulden in Kapital und Zinsen niemals auch nur erwogen habe. Schon damals habe er bemerkt, dah die Reichsregierung alles daran fetzen werde, den Schuldendienst des Reiches unter allen Umständen sicherzustellen und dah auch die privaten deutschen Schuldner alles tun würden, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Allerdings werde bei einer Verschärfung der allgemeinen Deflation das Mihverhältnis zwischen Geld- und Güterwert, zwischen alten und neuen Schuldverhältnissen noch zunehmen. Deshalb sei die Behandlung der privatenBer- s ch u l d u n g gar keine speziell deutsche, sondern eine internationale Frage. Sie werde sich daher in einer deutsch-amerikanischen Aussprache gar nicht allein klären lassen. Die deutsche Regierung Hobe stets den Standpunkt vertreten, daß es einzig und allein Sache der deutschen privaten Schuldner sei, sich mit ihren amerikanischen und sonstigen ausländischen Gläubigern in Verbindung zu sehen, wenn sie den Schuldendienst nicht mehr leisten zu können glauben. Die beteiligten Regierungen könnten in dieser Hinsicht nur insoweit eingreifen, als sie durch wirtschafkspolitische Maßnahmen der Deflation Einhalt zu kun und damit die Grundlagen für eine Gesundung der Schuldverhältnisse zu schaffen suchten. Ferner könnten die Regierungen dadurch zu einer Erleich- terung des Schuldendienstes beitragen, daß sie gegebenenfalls gefehliche oder sonstige Hinder- nisse, die einer Auseinandersetzung zwischen den Gläubigern und Schuldnern entgegenstehen, aus dem Wege räumen. Die Tiebertragung der fälligen Zins- und Tilgungsraten nach den Gläubigerländern würde freilich außerordentlich gefördert werden, wenn die Gläubigertander sich zu Der Erkenntnis durchringen könnten, daß die Leistung eines so hohen Scpuldendienstes, wie ihn die deutsche Volkswirt- schaft in den nächsten Jahren an ihre ausländischen Gläubiger zu entrichien hat — mehr als 1.5 Milliarden Reichsmark jährlich - bis auf einen verschwindenden Bruchteil nur in Waren möglich sei und deshalb bei den Gläubigerländern offene Grenzen b.ßinWf lte mit Deutschlands Privatgläubigern ein Trans- sermoratorium umgangen werden könne. Keine Ernennung Gerekes zum ArbeitSbeschaffungSkommiffar. Berlin, 20. Aug. (CNB.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, ist über die von einem Blatt gemeldete angebliche Absicht, den Präsidenten des Deutschen und Preußischen Landgemeindetages, Dr. Gercke. zum Reich skommisfar für Arbeitsbeschaffung zu ernennen, nicht das geringste bekannt. Deutschland und seine privaten Gläubiger Der Reichswirtschaftsminister über die Frage der Schuldenerleichterung. Die „Niobe" aufgetaucht. Bis jetzt 34 Tote geborgen. - 35 Opfer werden noch vermißt. ben bekannt ritz Heinrich8 geb. Sehne« Wort15 ;kerlinBPlstz 3 rung der Weltmeinung gegen einen Angreifer, sowie die Ankündigung, sich in außerordent.ichen Lagen für den Frieden mit den anderen Unterzeichnern in Verbindung zu setzen. Hoffen wir, daß das geschieht, wenn es in Genf im mandschurischen Streit hart auf hart geht! Die Rede brachte sonst zur Weltpolitik altes: kein« Streichung Der Schulden, Abrüstung, und neues näml.ch „greifbare Kompensationen", d h bessere Absatzmög.ichkeiten für Amerikas Lan wirtschaft und Industrie „in Beziehung auf .o..t.ete Iahreszahlungen (der Schulden nämlich)' und den Hinweis auf die „vergifteten Quellen der politischen Unstabilität", d. h. die Pariser Friedensverträge. Das letztere ist erfreulich, und der große Zusammenhang, in dem alles gesehen wird, ist bemerkenswert. Aber wen will Hoover mit so vagen und verwickelten Formeln gewin- nen? Kann man draußen mit diesen „greifbaren Kompensationen" etwas anfangen? Kann das draußen eine Wühlerstimme gewinnen? Zumal nun zur Innenpolitik diese Rede so gut wie ganz ertraglos ist. Rur zur „Prohlbl- tion" wird etwas gesagt: dah die Frage auf die Einzelstaaten abgeleitet werden solle. Zur W ir t- s ch a f t s l a g e aber sagt der Präsident gar nichts^ Wir haben die Methoden der Sicherung (womit er die großen staatlichen Kredite, die bisher ganz nutzlos gewesen sind, meint) "^gearbeitet und niemand hat von Hunger oder Kalte zu leiden. Das heißt, die 11 Millionen Arbeitslosen die Depression und Rot im Lande wo sich keine Besserung der Konjunktur zeigt (der längste Reu- Yorker „boom“ ist kaum Reelles), ignorieren. Hoover mußte sich darum einen Angriff von steigern. Während die Konferenz von Ottawa nun mehr als einen Monat in der Hauptsache auf der Stelle tritt, sich namentlich zeigt, daß man für bai zentrale Problem England-Kanada gar kein Programm mitgebracht hatte, kommt immer mehr Leben wieder in die mands ch u r i - s ch e Situation, je näher der Zeitpunkt rüal, zu dem die dahin entsandte Völkerbundskommission zurückkehrt und ihren Bericht in Gens vorlegen wird In kurzer Zeit wird sie zurückfahren, und an- scheinend zur Völkerbundsversammlung, die am 2o. September beginnt, bereit sein. Sowohl die Ernennung des japanischen Generals M u t o zum außerordentlichen und bevollmächtigten Vertreter Japans in der Mandschurei am 8. August, wie die aufsehenerregende Rede S t i m s o n s in der Reuyorker „Foreign Policy’s Association am gleichen Tage stehen mit dieser Lage im Zusam. m^Pe° Kundgebungen in Japan, was man mit der Ernennung Mutos eigentlich will und was sie bedeuten soll, find alles andere als durch- sichtige. Die Anerkennung der Mandschurei als elbständigen Staates schlechthin de )ure. ist das ja nicht. Auch betont man. daß die Maßnahme durchaus .temporär", d. h. bis zur Entscheidung des Völkerbundes aus Grund des Berichts der Lytton-Kommission. gedacht sei. Aber fl^MJerrt- lich behauptet man aus Japan dieser Vcricht werde die Besetzung der Mandschurei durch Ja- pan als unbegründet bezeichnen fderartige M t teilungen kommen auch aus amerikanischer Quelle) und für Japan nicht günstig sein, und betont, dah man sich auf die Anerkennung der Man- dschurei „de jure“ vorbereiten müsse. Ganz offensichtlich spielt die japanische Regierung mit der Idee, die Anerkennung noch vor dem Zusammentritt des B ö 11 e r:bu n De£ auszusprechen und so für Genf ein schwieriges „faii acpompli“ zu schassen. Hinter dem vorsichtigen und wenig deutlich sprechenden Minister- Präsidenten Saito ließ der Kriegsminister Avaki die Katze schon aus dem Sack, indem er die a 11 e r b a ! d i g st e Anerkennung des mandschurischen Staates forderte. Rach der Formet des japanischen Außenministeriums ist o»e Ernennung Mutos. der am 20. nach Mukden kommen sollte, die tatsächliche Anerkennung, auch bei günstigem Ausfall des Lytton-Berichts könne nur die Rede davon sein, die formelle Ander Rcuyorker „Ration" gefallen lassen, wie wir ihn in dieser Weise noch nicht gelesen haben. Hoover kann sich darüber nicht wundern. Er' hat ein gewaltiges Kapitel an Vertrauen zu ihm. das 1928 seine Wahl beinahe fraglos machte, verwirtschaftet. Gewih ist seine Schuld nicht, daß die „prosperity" unter seiner Präsidentschaft in das Gegenteil umschlug. Aber niemand wird heute behaupten, daß er in der 3nnen» und Außenpolitik große staatsmännische Fähigkeiten und großen staatsmännischen Willen bewiesen habe. Hnö was dabei Europa angeht, so zeigt die Statistik, dah hier noch immer der Schwerpunkt des amerikanischen Ausfuhrhandels l egt, bei einem Gesamtausfuhrüberschuh von 334 Millionen Dollar die Bilanz auf Europa mit nicht weniger als 457 Dollar für Amerika aktiv ist! Der Schluh aus alledem für Deutschland: auch die deutsche Außenpolitik wird sich un mandschurischen Streitfall und für Genf vorzubereiten haben. Das find ganz und gar nicht für uns gleichgültige Dinge, weil sie Stimson sehr richtig sieht und sagt, daß alles zusammen- hängt und aufeinander wirkt, also die Frage: Krieg oder Frieden im FernenOsten? für Europa recht wichtig ist. Hnb wenn Europa zunächst für seine Hauptfragen Entscheidendes leider nicht von Amerika erwarten kann, so folgt daraus für Deutschland, wie wir immer wieder betonen, daß es von sich aus die Entschlüsse fassen (aber auch vorbereiten!) muh, die sich ihm in der Schulden-, wie in der Abrüstungsfrage unausweichlich auf- drängen! Das Problem des Fernen Ostens. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Ot o Hoetzsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität löerlin Die große Politik ist in einer Zwischenphafe. wie wir sie häufiger nach großen Konferenzen erleben. in der sich aber doch recht Wichtiges vor- bereitet. Das ist im Augenblick stärker irn Ferne n Osten und in Rord-Amerika der Fall, als in Europa, wo die Rachklänge des englisch-französischen „Dertrauenspaktes" nicht allzuviel bedeuten. Der Spruch des Haager Gerichtshofes irn Memel st r c i t am 11. d. M. hat an sich nur noch historische Bedeutung; er ändert an den Der. hältnissen nichts. Aber gleichgültig kann er uns wahrhaftig nicht lassen. Denn er gibt Litauen im wichtigsten Punkte: Absetzung des Landespräsidenten sowohl juristisch (Recht des Gouverneurs dazu), wie materiell (Berechtigung zur Absetzung im Falle Böttcher) Recht, schafft mit diesem Siege Litauens ein gefährliches Präjudiz und gan^ sicher keine Ruh«. Rach unserer Meinung entspricht das weder dem Wortlaut, noch dem Geiste des Memelstatuts und unterhöhlt diesen Rechtsboden in bedenklicher Weise. Das reizt direkt dazu an, so weiterzugehen, wie der Gouverneur Merkys und auch seine Vorgänger mehrfach schon gehandelt haben. Die Mehrheit der Richter hat hierbei viel zu formalistisch die Gesichtspunkte der Souveränität im Auge gehabt und nicht die, die allein dem Memelstatut und der darauf begründeten Ordnung Recht und Möglichkeit der Existenz ge- ben, nämlich die Sicherung der international gewährleisteten Rechte einer nationalen Minderheit. Aber nur wenn man das im Auge behält. ist überhaupt ein modus vivendi möglich. In letzter Zeit hat die litaui che Reg erung etwas mehr Einsidu und guten Willen gezeigt. Aber das ge- nügt i icht! llnD der Haager Spruch wird in Kow. o eher die Reigung, aufzutrumpfen und mit Dem Memelgebiet willkürlich umzuspnngen, erfennung hinauszuschieben. Schon hieraus sieht man, wie Japan pro- zedieren will. Zudem arbeitet es an einem G e - neraloertrag mit der mandschurischen Regierung. in dem genug damit gesagt ist, daß das Vorbild dafür der Vertrag Englands mit dem Irak sein soll: also die volle Anerkennung und Sicherung der japanischen Rechte und Ansprüche in der Mandschurei bis zur Verfügung über die Polizei und die Verteidigungsmittel in ihr. Es wird also der Konflikt mit dem Völkerbunde in allen feinen Möglichkeiten vorbereitet und die Gegenmine gelegt gegen eine amerikanische Politik, die aus Etimsons Rede hervor- gehen konnte und auf die eine Anerkennung der Mandschurei allerdings eine reichlich heraus- fordernde Antwort wäre. An sich hat S t i m s o n zu jener Reuyorker Stelle nichts Neues gejagt. Er behandelte wieder einmal den K e 11 o g g p a k t, von dem richtigen Ausgangs- punkte aus, daß die zivilisierte Welt heute jo eng zusammenhinge. daß Neutralität im alten Sinne im Kriegsfälle gär' nicht mehr möglich jein würde, ein neuer Krieg wieder ein Weltkrieg fein und dann bert Vogler-Bad Oldesloe. Otto Weißmüller- Seih, Hans GeorgG Ding- Wilhelms- Haven, Manfred Rienau-Wilhelmshaven; Sanitätsmannschaften: von Albe dy 11-Pots» dam. Dr. med. Ge 1 haar - Frankfurt am Main, Gutjahr-Berlin, Kruse- Flensburg, Otto Heuer- Lüneburg, Kurt K 1 o h k e - Rendsburg. Weiter wurde ein Toter geborgen, der noch nicht erkannt werden konnte. Es sind demnach am Sonntag aus dem Schiff 31 Tote geborgen, mit den schon früher geborgenen drei Toten zusammen 34, 35 werden noch vermißt. Au fallend ist. daß sich unter Den Toten einige befinden, von denen die Geretteten behaupteten, sie hätten sie schwimmen sehen, während anderseits Vermißte, von Denen man bestimmt annahm, daß sie im Schiffe seien, nicht gefunden worden sind. Mit Rücksicht auf die teilweise sehr entfernt wohnenden Angehörigen ist die Beisetzung aus Dienstag. 23. August. 16 Uhr. festgesetzt worcen. Aus Wunsch der Angehörigen werden 13 Tote in ihre Heimat über gesühnt, während die übrigen in Dem gemeinsamen Grab aus Dem Gamison- friedhof in Kiel beige, eht werden. ..Obers«** Reicl”b' oh.MÖ|ler Kiel. 21. Äug. (XU.) Die „Äiobe" ist seht vollkommen auf getaucht und hat nur noch geringe Schlagseite nach Backbord Fast alle Räume sind jetzt leergepumpt, um zu den Toten zu gelangen, die sich meist im Hinteren Wachraum befanden. Geborgen wurden bis fetzt folgende ~ Oberleutnant z. S. Reinhard. Wachoffizier, München. Oberverwaltungsgast Walter E n g e l s- Hagen i. W.. Signalgefreiter K r a us-Arnolds- Weiler bei Düren. Sianalgefreiter G u ck - Kafsel. Signalgefreiter Rothe-Gevelsberg; • Seekadetten: Hans Andersen- Hannover, Erich Guß-Berlin, Claus F r e Y g a n g - Gop- pingen, Karl Helmuth G e r 1 a ch - Berlin, Hel- muth G e i g e r - Stettin, Karl Lüdtke »Stettin. Erich M e i s s e n b a ch - Opladen bei Köln, Harald Rudloff - Vegesack, Kurt S ch l a n gen - feldt-Mörs, Hans Günther ochmidt-Wil- helmshaven-Rüstringen, Dimitri £<6m ib t- Potsdam, Fritz Georg S ch r e w e - Cranz (Ostpr.) Werner Schulz- Berlin-Wilmersdorf, Richard S p e h 1 e r - Rheinhausen-Friemersheim. Dieter von D i r ck e - Rheinhausen-Friemersheim. Her- B e r l i n . 20. Aug. (WTB.) Reichswirtschafts- Minister Dr. W a r m b o 1 d hat dem Berliner Vertreter der „Associated Preß". P. Lochner, das nachstehende Interview zur Frage der privaten Verschuldung Deutschlands gewährt: Eine Reuyorker Finanzzeitung meldete vor einigen Tagen, daß Deutschland immer noch mit dem Gedanken spiele, seine privaten Schulden, namentlich an Amerika, einseitig heravzusehen. Auch ließen sich Reuyorker Zeitungen aus Berlin melden, daß sich die deutsche Regierung mit dem Gedanken trage, eine besondere Schuldenmission nach den Vereinigten Staaten zu entsenden; diese Mission solle entweder eine zeitweilig« Zinsfen- kung, oder ein mehrjähriges Zinsmoratorium erreichen. Letztere Rachricht ist bereits amtlich dementiert worden. Zu den angeblichen Absichten einer Schuldenabwertung erklärte der Reichswirtschaftsminister: Was die Frage der Herabsetzung der privaten Schulden anlangt, so habe er bereits in dem Interview, das er dem Vertreter des „Rieuwe Rotterdamsche Courant" Anfang Juli in Lausanne gegeben habe, ausgeführt, daß die moderne Zivilisation vernichten wurde. Der Schutz dagegen liege im fieiloggpatt, wenn für ihn als Sanktion die Weltmeinung mobilisiert wurde. Er sprach ganz offen vom mandschurischen Konflikt, bezog sich auf seine Note vom 7 Januar an China ; und Japan und' seine Zusammenarbeit mit dem Völkerbund: „Gemäß dem Kelloggpakt berührt ein Konflikt alle^ Das ist auch immer unsere Meinung gewesen. Darum haben wir uns auch immer gewundert^ daß Stimson nicht demgemäß mehr Rachdruck im Sinne des Ke'.loggpaktes hinter die Genfer 21 r beit an dieser Sache gesetzt hat. Aber immerhin hat Die japanische Presse Recht, wenn iie Mau ziemlich nervös schreibt und Den Kellogg- balt a's auf den mandschurischen Streit nicht annehmbar bezeichnet. Denn Stimsons Rede ist ein ganz unm.ßverftändlicher Wink nach Tokio und nach Genf in dem Sinne daß Amerika «i (Sknf öi« gegen Japan kritische, fa feindselige Richtung unterstützen will. Das ist richtig gedacht und angelegb Aber die bshenge Haltung Stimsons als Staats- Mär den man in Amerika „wrang horse Harry"' nennt hat weder im fernöstlichen Kon- M noch in der Abrüstungspolitik dazu geführt, KE’ feine Staatskunst sehr imponiert und ge- ■ J ui Furcht einzuflöhen. Was wird er tun. Ä 3ab®an »i« ™=rf>fd,ut«i form« «ner. »DCn? ,,„h ficb so festseht. wie es das vorhat? - * W°biMi«. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monatsBeiugsptefs: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $ern1pred)anfd)lüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck und Verlag: vrühl'fche Univer^lair-Vuch. und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Seschäftsftelle: Zchulftraße 7. '-2ch toünf»^ °uch! !<. I I Eine qufJS19 _ln tu I WO Lehmes Gelickt^ I L-M Mubcatmvldhäre •oiitÄ*8 toai J .der Hellem Samt, wlt feinen 2labierun(M derlei Augen« 8 M auf der AuhenseiL * ,interessiert darin 9enJ .fragte die Dame. 'l$ 6ln dort geboren!' m warm. 1“ frechen, bon den AuchenwWern. u?' von den stillen Seen, sich Eva-Marie um eine r, als ob alte Bekannte. 1 gemeinsamen Erinnerwi« Mer nach Augen!« der« einem so glücklichen ®y fich auf die Serienreife । mg folgt.) WILLE! i M 'T ') M. 1 1180- |o Sie Vorbereitung für den AeiLstagsbegiim. Zraktionsführer-Besprechung im Reichstag. Berlin, 20. Aug. (TU.) Im Reichstag fand am Samstagvormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten Lobe eine Sitzung der F r a k t i o n s - führer statt, in der die Plätzeverteilung vorgenommen und die Vorbereitung für die ersten Sitzungen getroffen wurde. Wer beim Zusammentritt des Reichstages die Verhandlungen leiten wird, steht noch nicht fest. Ueber die Erkrankung von Frau Zetkin liegen direkte Meldungen aus Moskau noch nicht vor. Man glaubt, Mitte der nächsten Woche Genaueres darüber erfahren zu können. Dann wurde die vom Büro des Reichstags vorgeschlagene Platzverteilung genehmigt. Reichskanzler von Papen hat, wie wir hören, den Wunsch, unmittelbar nach der Wahl des Präsidiums des Reichstages mit dem neuen Aeltesten- rat über die weitere parlamentarische Arbeit zu beraten. Man nimmt deshalb in parlamentarischen Kreisen an, daß nach den beiden ersten mehr formellen Sitzungen des Reichstages eine mindestens mehrtägige Pause eintritt, während der der Reichskanzler mit den Parteien die weitere Arbeit vorbereiten kann. Zuwachs bei der deutschnationalen Reichstagsfraktion. Berlin, 20. Aug. (VDZ.) Wie das Nachrichtenbureau des VDZ. meldet, haben die zwei auf der Liste des Württembergischen Weingärtner- und Bauernbundes gewählten Reichstagsabgeordneten and der auf der Landbundliste gewählte Abgeord- nete Habicht die Absicht, sich der deutschna - sionalen Reichstagsfraktion anzuschlie- &en, so daß diese auf 40 Sitze kommen würde. Keine iRomreife Brünings. München, 20. Aug. (ERB.) Zu der Berliner Meldung, daß Dr. Brüning im Anschluß an eine ilussprache mit Reichswehrminister v. Schleicher sich nach Rom zur Fühlungnahme mit Prälat Dr. Kaas begeben haben soll, stellt der „Bayrische Kurier" fest: Dr. Brüning hat sich nicht noch Rom begeben, um sich dort mit Dr. Kaas zu besprechen, schon weil dies völlig zwecklos wäre, da Dr. Kaas sich überhaupt nicht in Rom befindet, roch befand. Er genießt seinen Erholungsurlaub in L i r o I. Dr. Brüning weilt nach wie vor im Schwarzwald. Eine Aussprache zwischen Dr. Saas, der sich erfreulicherweise sehr gut erholt )at, und Dr. Brüning hat im Kreis von Freun- )en bereits am letzten Sonntag in einer süddeutschen Stadt stattgefunden. Präsident Kerrl über das Ziel der ASOAP Berlin, 20. Aug. (ERB.) Der Präsident »es Preußischen Landtages, Kerrl, hat •inem Mitarbeiter des nationalsozialistischen ,,A n - griffe" gegenüber Mitteilungen über die poli- nsche Lage in Preußen gemacht, in denen er u. a. lusführte, alle bisher von der Linkspresse oeröffent- ichten Nachrichten über Verhandlungen zwischen hm und dem Zentrum bzw. Ausschaltung des Frak- äonsführers K u b e seien Unsinn. Abgeordneter Rübe selbst sei für Verhandlungen deshalb nicht in Frage gekommen, weil er feinen dringend benötigten Erholungsurlaub außerhalb Berlins verbracht habe. Er, der Landtagspräsident, habe sich vor drei Tagen ju einer der üblichen Besprechungen zum Führer begeben, die volle Einmütigkeit mch mit den anwesenden Inspekteuren der Partei »ergeben habe. Alle seien sich darüber klar gewesen, )aß es der Partei lediglich um den Führungs- inspruch gehe, und daß sie legal die Macht irreren werde, die ihr zustehe. Oie preußische Polizei soll neutral bleiben. Berlin, 20. Qlug. (WTD.) Heber die Teilnahme von Beamten an politischen Veranstaltungen in Uniform hat der mit der Wahrnehmung der Geschäfte des preußischen Innenministers beauftragte Bevollmächtigte des Reichskommissars für Preußen Dr. Bracht an alle Polizeibehörden (einschließlich Landjägerei) folgenden Erlaß gerichtet: „3n Verfolg der Richtlinien des Runderlasses vom 5. August 1932 verbiete ich den Beamten der P o l i z e i und Landjägerei, in Dien st- kleidung an politischen Veranstaltungen teilzunehmen, sofern es sich nicht um einen dienstlichen Auftrag handelt. In Zweifelsfällen ist der Vorgesetzte zu befragen." Oer Zungdeutsche Orden fordert Verfassungsänderung. Berlin, 20. Aug. (VDZ.) Wie das Rachrichtenbureau des Vereins Deutscher Zeitungsverleger meldet, hat der Führer der Jung- deutschen Bewegung, Artur Mahraun, unter Zustimmung der Unterführer des Iungdeut- schen Ordens aus dem ganzen Reich dem Reichspräsidenten v. Hindenburg die Bitte unterbreitet, einen Ausschuß einzuberufen, der den Entwurf einer Verfassungsänderung zur Abstellung von Mängeln der Weimarer Verfassung ausarbeiten solle. In dem Schreiben, das nach Reudeck gerichtet wurde, heißt es, die Führer der Iungdeutschen Bewegung richten die dringende Bitte an den Reichspräsidenten, durch sein persönliches Eingreifen der unerträglichen parteipolitischen Verwirrung ein Ende zu bereiten. Der Grund der Verwirrung fei in der schrankenlosen Herrschaft der Demagogie zu sehen, die durch Mängel in der Verfassung von Weimar möglich geworden sei. Die Beseitigung der Verwirrung sei nur durch einen Ausbau der Verfassung zu erreichen. „Rur Sie, hochverehrter Herr Reichspräsident", so fährt das Schreiben fort, „verfügen über das Vertrauen der Mehrheit des deutschen Volkes. Darum ist es auch nur Ihnen möglich, das deutsche Volk in dem Willen zu einigen, seine Verfassung im Sinne der Befriedung des öffentlichen Lebens und einer kraftvollen ßenfunn des Reiches auszubauen." Oer Ohlauer Aufruhrprozeß. Dr ieg, 20. Qlug. (ERB.) Dor dem Brie- ger Sondergericht begann der Ober, staatsanwalt heute früh mit feinem Plädoyer. Er führte u. a. aus: Es sei zwar nicht erwiesen, aber sehr naheliegend, daß das Reichs- bannertreffen in Laskowitz den Zweck gehabt habe, den HeberfaH auf die aus Drieg heimkehrenden SA.-Leute vorzubereiten. Es stehe fest, daß bei dem Reichsbannertreffen Reden gegen die Rationalsozialisten gehalten worden seien. Jedem« falls seien die Reichsbannerleute nach Drieg zurückgekehrt mit der Absicht, sich an den Rationalsozialisten zu rächen. Für die Dorbereitung spreche einmal der Befehl, daß Frauen und Kinder sich entfernen sollten, zum anderen der eingerichtete Rachrichtendienst und dann die Besetzung der Strehlener Straße mit bewaffneten Reichsbannerleuten. Mit erhobener Stimme erklärte der Oberstaatsanwalt, daß diese blutigen Ausschreitungen zwei Tote, zahlreiche teils schwer, teils leicht verletzte Opfer gefordert hätten. Auf die Anklagebank gehörten nicht nur die hier erschienenen Angeklagten, sondern mindestens noch 100 weitere Säter. Zum Schluß wandte sich der Oberstaatsanwalt gegen die Berichterstattung in der linksradikalen Presse, weil sie das Ergebnis der Beweisaufnahme buchstäblich aus den Kopf gestellt habe und sogar durch gefälschte Bildberichter st attung bemüht sei, die ahnungslosen Massen noch weiter zu vergiften. Rach ihm nahm Staatsanwaltschaftsrat Hau de das Wort, um die Straftaten der einzelnen Angeklagten zu erörtern. Der Verteidiger Rechtsanwalt Braun nahm in etwa dreistündigen Ausführungen Stellung zu den Plädoyers der Staatsanwaltschaft. Er hob hervor, daß die Terrorakte der letzten Zeit nicht auf das Konto der SPD. kommen könnten: denn die 80jährige Geschichte dieser Partei beweise, daß gegen sie in der Vorkriegszeit nie ein Aufruhrprozeß nötig war. Soweit die Angeklagten die. ihnen zur Last gelegten Taten begangen haben, seien sie bereit, dafür zu sühnen. Bei der Würdigung der Taten der einzelnen Angeklagten forderte Dr. Braun für einige Freispruch, bei den anderen bat er um weit mildere Strafen. Rechtsanwalt Foerder forderte für Stadtrat Manche einen glatten Freispruch wegen erwiesener Unschuld. Er betonte, die Verteidi- guno habe absichtlich daraus verzichtet, Sensationen im Gerichtssaal zu machen, sonst hätte sie den Reichskanzler v. Papen als Zeugen dafür laden lassen, daß auch rechtsgerichtete Politiker vor der Aufhebung des SA.-Uniformverbvts gewarnt hätten. Dr. QU o s b a ch , der die sechs kommunistischen Angeklagten vertrat, bat für diese um Freispruch. Von dem Recht des letzten Wortes des Angeklagten machten nur die Hauptangeklagten Gebrauch. Sie erklärten, daß sie für ihre Taten einstünden, baten jedoch das Gericht um milde Beurteilung. Lediglich der sozialdemokratische Stadtrat Manche erklärte, daß er sich keiner strafbaren Handlung bewußt sei. Oie (Strafanträge. Die Staatsanwaltschaft beantragte folgende Strafen: Gegen den Gewerkschaftssekretär und Kreisleiter des Reichsbanners, Dur nick, wegen Landfriedensbruches, Waffenmißbrauches und schweren Aufruhrs vier Jahre Zuchthaus. Gegen den Ortsgruppenleiter des Reichsbanners, Blech, wegen derselben Straftaten sechs Jahre Zuchthaus. Gegen den Angeklagten Van in (Vater) wegen derselben Straftaten fünf Jahre Zuchthaus. Gegen den sozialdemokratischen Stadtrat Manche wegen schweren Landfriedensbruches und Raufhandels vier Jahre Zuchthaus. Gegen den Gewerkschaftssekretär S t r u l i k we- ( gen einfachen Landfriedensbruches und Aufruhr zwei Jahre Zuchthaus. Die übrigen beantragten Strafen wegen Landfriedensbruches bewegen sich zwischen vierMo - naten bis zu zwei Jahren Gefängnis. In sechs Fällen wurde Freispruch beantragt Die Urteilsverkündung erfolgt am Montagvormittag um 10 Uhr. Geländeübung kommunistischer Sturmtrupps Schüsse aus d»e Polizei. — 41 Verhaftungen Solingen (Wald), 20. Aug. (TU.) In der Heide bei Haan hielten in der Nacht zum Samstag ( kommunistische Sturmtrupps verbotene Geländeübungen ab. Als das Ueber-* fallkommando der Schutzpolizei eingriff, wurde es beschossen. Daraufhin machte die < Polizei ebenfalls von der Schußwaffe Gebrauch. Wie die Telegraphen-Union an zuständiger Polizeistelle erfährt, sind von kommunistischer Seite etwa' 60 Schüsse auf die Polizeibeamten ab» i gegeben worden. Verletzt wurde niemand. Munition und leergeschossene Hülsen wurden im Gelände aufgefunden. 41 Kommunisten, darunter die Führer, wurden fe st genommen und am Samstagmittag nach Mettmann gebracht, wo sie dem Richter vorgeführt werden. Die bayerischen GebirMWen-Kompanien feiern ihr 300 jähriges Veilchen. * M jU ■ • M ! X In Lenggries (Bezirk Tölz) fand eine große Feier der bayrischen Gebirgsschützen-Kompanien statt, die jetzt auf eine 300jährige Geschichte zurückblicken können. Am Anfang ihrer ruhmreichen Tradition stand die heldenhafte Abwehr des Schwedeneinfalls im Jahre 1632. — Unser Bild zeigt den Vorbeimarsch der Schützen an Kronprinz Rupprecht von Bayern (X). Eidechsenparade. Von Ilse Schmidt-Wiffendorff Ich habe einen Garten auf sonnigem Hang. Kein großes Gebiet mit dem Rauschen vieler Bäume ... nur ein kleines Stückchen ist es, aber ich liebe cs mit jener Innigkeit, die immer zwischen Erde und Mensch sein sollte weil Erde und Mensch eins sind. Als ich das erste Mal in dieses Stückchen Natur drang, raschelte etwas erschreckt vor meinem Schritt davon. Ich entdeckte später unter Steinen im glüh- heißen Winkel das smaragdene Funkeln des Männchens und das erdige Braun des Weibchens. Eidechsen. Dann kam das Aufräumen. Wochenlang sah ich nichts von den früheren Bewohnern. Allerlei Arbeit war getan. Die braunen Schollen saugten aufgebrochen Sonne und Wasser in fruchttragende Tiefe. Bäume reckten verjüngte und beschnittene Form ins Licht ... lachende Farbe deckte das kleine Gartenhaus. Und da stand ich nun ein wenig kreuz- und lendenlahm nach langer Arbeit ... und war auch in Freude aufgebrochen. Und fang vor mich hin ... krausgefügtes Melodiengeranke, leise ... in meinen eignen Singsang verliebt. Und plötzlich, rechts und links von mir, schwarz- glänzendes Aeugeln ... erhobene, lauschende Köpfchen. O du seltsamstes Auditorium. Die Eidechsen! Und sie saßen da, unbeweglich, bis ich aufhörte mit meinem Gartenkonzert und raschelten dann prätentiös mit steifer Hofschleppe davon. Und ich schickte ihnen eine Lachsalve nach und war jünger und reicher geworden. Und dies alles wiederholte sich. Wenn ich sang, tarnen sie jedesmal, aber allein mußte ich sein. Und ich erfand für sie Eidechsenarien, durch die die Fliegen summten und Regentropfen perlend klingelten, große Blätter sich zu Zelten bogen und goldsträmig Sonne flutete. Und die Eidechsen verstanden mich, ganz bestimmt. Wenn sie mein Locken hörten, tarnen tarnen sie aus den Felsritzen ... also gefiel ihnen, was ich mir für sie ausdachte. Und dann liefen sie auch nicht mehr davon, wenn ich ohne zu fingen arbeitete. Das Männchen rollte sich sogar hausväterlich behaglich in seine Schwanzschleppe und postierte sich neben die Wassertonne, während ich schwitzte. Nur das Weibchen blieb spröde. Aber schließlich wurde auch sie zutraulich und nun, nach jahrelanger Bekanntschaft, erlebte ich in diesem Frühling das süße Wunder der Eidechsenparade. Am ersten heißen Frühlingstag. Die Knospen saßen kraftgeschwellt am Ast und glänzten in fruchtbarer Feuchte. Mein Spaten schoß blinkend in die Furche ... da sang ich das kleine Locklied, wie es mir gerade der Augenblick eingab. Und wie ich mich umsehe, kommt's herangeraschelt ... Herr König und Frau Königin und mit ihnen vier andere ... zwei Männchen und zwei Weibchen ... kleiner als meine Alten. Eine jüngere Generation? Freunde oder Verwandschaft, die hierher gebracht worden waren, weil hier gut Hütten bauen war? ... Ich weiß es nicht. Und sie stellen sich vor mir auf, die Neuen in der Mitte, mein Herrscherpaar an beiden Seiten, als Hüter und Wächter, und der Zuwachs ward mir gewissermaßen vorgestellt. Und ich nehme die Parade ab, grüße und bewillkommne ... und nun schwänzeln den ganzen Sommer lang sechs Eidechsen selig durch den Garten. Kindliche Geistesgegenwatt... . . verhindert großes Unglück. Es ist nicht selten vorgekommen, daß gerade kleine Kinder durch ihre Geistesgegenwart und ihren naiven Wagemut großes Unglück verhinderten. Der westindische Zuckersabrikant Joseph Martin bewohnte eine Villa in Kingston auf Jamaika. Eines Rachts stattete dieser ein berüchtigter Einbrecher einen Besuch ab. Schon hatte er den Geldschrank ausgeräumt und war mit seinem reichen Fang zufrieden, als sich auf einmal leise die Tür £u einem anstoßenden Zimmer auftat und ein fünf» lähriges Mädchen auf der Schwelle erschien. Es hatte wach in seinem Bettchen gelegen, als ihm ein leichtes Geräusch im Rebenzimmer auffiel. Ohne Zögern stand das kleine Ding auf und sah nach, was da vorging. Der unangenehm überraschte Räuber wollte sich auf die Kleine stürzen. Diese trat an einen Tisch mit feinen Porzellansignren, der neben der Tür stand, und sagte laut: „Wenn Sie nicht auf der Stelle Weggehen, stoße ich den Tisch um!" Der Verbrecher stand einen Augenblick unschlüssig da. Daß sie ihre Drohung ausführen würde, sah er ihr an, und daß das Klirren der herab, stürzenden Figürchen in der Stille der Rächt das ganze Haus aufgeschreckt hätte, konnte er sich auch sagen. Er hatte einen geladenen Revolver bei sich, und es durchzuckte ihnl „Schieß sie nieder!" Das aber widerstrebte ihm, weil sie so mutig dastand, und weil der Knall des Schusses ebenfalls das ganze Haus alarmiert hätte. Dieser Augenblick seiner Unentschlossenheit war sein Verderben. Der Hausherr war noch auf und I hatte in einem angrenzenden Zimmer mit seinem | Verwalter gerechnet. In dem großen Schweigen I ringsum war die Stimme des Kindes vernehmlich zu ihm gedrungen. Im nächsten Augenblick war der Einbrecher überwältigt. Das Gericht sprach später öffentlich dem mutigen Kind seine Anerkennung aus. Die viereinhalbjährige Tochter des Kapitäns vom Amerikadampfer „Wildgans" rettete nicht nur ihr und ihrer Familie Leben, Hab und Gut, sondern die ganze Bemannung und alle Passagiere ihres Schiffes. Das kam so: Die „Wildgans" wurde auf offener See von einem Blitzstrahl getroffen ,und begann zu brennen. Eine ungeheure Panik ergriff die Reisenden. Alles stürzte an Deck, jeder wollte der erste fein, um in eines der Rettungsboote zu gelangen. Als das kleine Töchterchen des Kapitäns aus seiner Kajüte trat, sah es sich einem drängenden, stoßenden, heulenden Haufen anscheinend Irrsinniger gegenüber. Die Kleine begriff gar nicht, warum die Menge so außer sich war. Sie stellte sich ihr dreist entgegen und rief in beruhigendem Ton: „Aber seid doch ruhig! Papa ist ja schon gegangen und löscht das Feuer!" Das Feuer löschen — an diese Möglichkeit hatte noch niemand gedacht. Alle hatten ohne weiteres das Schiss auf- gegeben und nur an ihre eigene Rettung gedacht. Erst die Mahnung des kleinen Kindes brachte sie auf den Gedanken, selbst löschen zu helfen, eine Ausgabe, welcher der Kapitän mit der Schiffs- besahung allein nicht gewachsen war. Jetzt aber, da hundert willige Heiser sich ihnen zugesellten, war sie zu lösen. Die beruhigende Versicherung des Kindes, daß „Papa das Feuer lösche", hatte Wunder gewirkt. Ein vierjähriger Junge, der Sohn eines bretonischen Zollsoldaten, hatte die üble Angewohnheit, des Abends nicht gern schlafen zu gehen. So trieb er sich auch eines Abends spät noch am Meeresufer umher, während fein Vater schon schlief, die Mutter aber noch ihres Mannes Anzug flickte. Da bemerkte er zwei ihm unbekannte Männer, die emsig an der Landseite des großen Dammes Erde wegschaufelten. Das fiel ihm auf. Er rannte zu seiner Mutter und erzählte es ihr. Diese fragte, ob denn der Schleusen Wächter dabei gewesen sei. Das verneinte der Knabe. Der Wächter habe auf der Bank vor seinem Häuschen gelegen und fest geschlafen. Darauf weckte die Frau ihren Mann, und der kleine Junge schilderte ihm ganz erregt, wie fremde Manner an dem Damm ein Loch schaufelten, und der Wächter daneben schliefe. Sofort schlüpfte der Zollsoldat in seine Uniform und stürzte an den bedrohten Damm. Wäre dieser gebrochen, so war ja sein Haus zuerst bedroht, nächst dem aber das ganze starkbevölkerte Tal im Gebiete von drei Quadratmeilen Landes. Der Marrn kam gerade noch zurecht, um die Untat zu verhindern. Bei seiner Annäherung sprangen die Schurken davon. Sie hatten in den Damm ein Loch gegraben, das groß genug war, um ein mächtiges Stück Dynamit aufnehmen zu können, das sie in der Eile vor dem Weglaufen hineingepretzt hatten. An dem Dynamit war eine Zündschnur befestigt. Hätte sich einer der Gesellen nachher noch hinschleichen und die Schnur anzünden können, so wäre eine Explosion erfolgt, die das Wasser in ungeheurem Strom auf das ahnungslose Tal losgelassen hätte. Der mutige Mann holte das gefährliche Zeug aus der Oeffnung heraus, machte es unschädlich und stellte sich als Wache an der Ungkücksstelle auf. Der amtlich bestellte Wächter war nicht zu ermuntern, er kam erst am nächsten Tage wieder zu sich. Die Anstifter des Verbrechens hatten ihn durch präparierten Schnupftabak betäubt. Auf Grund der Beschreibung, die er und der kleine Junge von den beiden Verbrechern gaben, konnten diese zwei Tage darauf verhaftet werden. Künf-Uhr-Tee im Pyjama. Groß ist die Hitze in England, wo das Thermometer Kletterrekorde aufstellt. Die Zeitungen nehmen Rücksicht auf ihre Leserschaft. Die Pariser Be- richte über die Herbstmoden werden zurückgehalten, an ihrer Stelle tritt eine Debatte darüber, wann und wo sich eine Dame im Strandpyjama zeigen darf. Schiffreisen sind in England große Mode. An Bord wird der Strandpyjama getragen. Auf einem der Vcrgnügungsdampfer erschienen einige Damen sogar beim Fünf-Uhr-Tee im Strandanzug. Das erregte peinliches Aufsehen. Eine Delegation aus der Mitte der Empörten beschwerte sich darüber beim Kapitän. Er sollte die Frage entscheiden, ob es fair sei, wenn Damen gesetzten Alters den Fünf-Uhr-Tee im Badekostüm einnehmen. Der Kapitän hielt sich nicht für zuständig, sondern funkte an seine Gesellschaft um Direktiven. Die Direktoren der Linie wollten aber auch nicht die Verantwortung ! für eine so heikle Angelegenheit aus sich nehmen \ und drahteten zurück, das Thema müsse auf einer Konferenz aller Schiffslinien besprochen werden. Bis dahin solle der Kapitän von Fall zu Fall entscheiden. fflWn ich. LLZP l s. no Äusruhr' ^Ltzrr ibung ^urmiruppg ;11®«Mlunll,, r ?Ja> 3« Kr ' Se'beamten ab.l \ niemand. Munition «öen im (Befände auf. d°nmtn die Wh. Qm S ^bracht, wo fit bem im Anloy-Tag 1932 gimcnt in späteren Kriegsjahren richtungwei. W W brauchten. Wie steht es um dasIernsehen? Europas größte Zunkfchau. Die kulturelle Bedeutung des Rundfunks, der aus dem Leben der Gegenwart nicht mehr weg- zudenken ist, räumt der deutschen Funkindustrie im Rahmen unserer gesamten Glektrizitätswrrt- schäft zwangsläufig eine führende Stellung ein. Es ist erfreulich, daß die deutsche Funkindustrie es verstanden hat, diese Stellung nicht nur immer weiter auszubauen, sondern sie trotz aller wirt- chaftlichen Röte sogar in den vergangenen Mo- naten uneingeschränkt aufrechtzuerhalten. Ein paar nüchterne Fahlen mögen das beweisen. Der Produktionswert der de u t sch en Funkindustrie beträgt etwa 10 Prozent de« Produktionswertes der gesamten heimischen Siek- trotechnik, deren Weltgeltung auch dem Laien zum T-egriff geworden ist. Während aber infolge der zunehnnenden Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Produktionswert der gesamten Elektro- technik im vergangenen Fabre um 40 Prozent zurückgegangen ist, beträgt dieser Rückgang bei der Funkindustrie noch nicht einmal 1 Prozent. Diese Tatsache, die nicht zuletzt durch eine äußerst gu n- tige Preisgestaltung ermöglicht wurde, rechtfertigt den Optimismus der deutschen Funk- industriellen, die in der 9. Grohen Deutschen Funk- ausstellung in Berlin eine einzigartige Schau ge- chaffen haben, die in nichts hinter der Ausstel- lung der vorigen Fahre zurückbleibt, ja, sic sogar noch übertrifft. Fn sechs Halle n auf einer Gesamtfläche von 25 000 Quadratmeter stellen über 3000 Produ- zenten ihre Erzeugnisse aus, und die Einrichtung einer Sendehalle mit 10 0 00 Sitzplätzen beweist am besten, mit weichen Besucherzahlen die Ausstellungsleitung rechnet. Apparate, die sich selbst bedienen. Wie in den vergangenen Fahren, so wird zweifellos auch dieses Mal die Abteilung Fernsehen der Funkausstellung daS ganz besondere Interesse des Publikums finden. Allerdings^eine wirklich praktisch verwendbare Lösung des Fernsehproblems, die über das Laboraioriumsexpetl- ment wesentlich hinausgreift, Mbt es auch heutenochnicht. Weder in Deutschland, noch in Amerika trotz aller sensationellen Meldungen - - — * *-" *-— nvUvhen Zum Schluß der Feier folgte ein Vorbeimarsch der Traditionskompanie vor dem Vatailwnskom- mandeur und den Angehörigen der alten Osfi-ler- korps. e Etwa eine Viertelstunde vor Beginn der Feier wurde von einer Abteilung der D i ebener S R. ebenfalls ein Kranz an dem Ehrenmal feierlich niedergelegt Strafkammer Gießen. * Gießen, 19 .Aug. Das Arntsaericht Gießen hatte einen auswärtigen Viehhändler zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er am 16. 6. 1931 auf dem Viehrnatkteiner Frau mit dem Stock gegen den Unterleib geschlagen hatte. Rach umfangreicher Beweisaufnahme be tätigte die Strafkammer das Urteil Ein junger Mann aus dem Vogelsberg hatte, da er mit der Tätigkeit eines ?aube°mten nicht e#» «M Bewußtsein der Beleidigung gehabt hatt^ Da- Mer “iuffaffung nicht an- fölkßen und v-rurt-itt- ju einet angemessenen ®Cinr$etDo6net Friedbergs war von dem dor. Oie Schau des Fortschritts Oie Große Deutsche Junkausstellung in Berlin. Don S. Cfun. bühen-fiompanienjlatt, ruhmieichen Tradition Bild zeigt den Sorbe? e r n (XI- ___ 'bet Wächter daneben TÄS Quadratmeilen • batten in den w» dem y”1 ”, 6v itte sich Aje Schnur iqSS e an nicht zu - Dach^ w n nächten - batten ihn SÄ*— chastet werden- Eine eindrucksvoNe Gedenkfeier für die Gefallenen des Infanterie-Regiments 116 und dessen Tochterregimenter, darüber hinaus aber auch für die deutschen Gefallenen des Weltkrieges msge- tarnt fand am Samstagabend vor dem llöcr- Denk'mal auf dem Landgraf-PhiliPP-Platz vor der Zeughauskaserne statt. Die Feier war auS Anlaß 8:r Wiederkehr des Anloh-Tages von dem Ossizierkorps des 2nfanter,e-Regiments.116 und der Tochterreglmenter, sowie von dem 2ra ditionstruppenteil der 116er bei unserem Bataillon (2. Komp. Fnf.-Regt. 15) veranstaltet Fn stiller Wehmut gedenken wir heute ihrer, und stumme Trauer beschleicht uns. U nd doch wäre es unmännlich, »"tatenloser Klage zu verharren. Deuts chlands Leben, nicht Deutschlands Tod wa r i hr 3 ie l. Deutschland muß leben, lautet ihr Der- mächtnis an uns, die Ueberlebenden. und an die kommende Generation. 21 u c d a n n b a t: i 0 r Sterben einen Sinn. U n d sie haben uns s e l b st den 23kg zu diesem Ziele gezeigt Aufwärts" lautet die Losung, die der Sockel ihres EhremnUs tragt das treue Kameradschaft ihnen errichtete. Die Stutze aber die der niedergesunkene Krce ger fintet un6 di« ihm Hilst, sich w,-ter -mpo-- xureden i st der Stahlhelm, das Symbol des deutschen Frontsoldaten. E r s ° 11 un « z e i- aen, welche Tugenden jene Manner zu - [den emporwachsen ließen, denen das Vater- Opfermut und Vaterlandsliebe, Tapferkeit und Pflichterfüllung und eine Kameradschaft, die nicht danach fragte, welcher Partei, welchen Glaubens, welchen Standes der Rebenmann sei. Otur auf die Persönlichkeit kam eS an, denn „im 'Selbe da ist der Mann noch was wert, da wird baz Skn noch gewogen." Und n u r dieser t « wahre ^S o l d a t e n g e i st kann uns Führer aus unseres Volkes Rot und Zerntten- fein So werden die toten Karne- Ad«n H-Uir Bot un4 ^b-ndig und mahnen Während die letzten Fahre vorwiegend Zeichen des preiswerten Ortsempfängers standen, ist die diesjährige Ausstellung ganz auf den billigen Fernempfänger eingestellt. Die Entwicklung des Senderbaues, der einerseits immer mehr und andererseits immer stärkere Sender schuf, führte zwangsläufig zur Schaffung von Empfangsgeräten, die auch dem technisch nicht durchgebildeten Laien einwandfreie Fernempfangsergebnisse ermöglichen. Einknopfbedienung, eine geeichte Stationsskala und automatischer Fadingsausgleich, die an fast allen modernen Hochleistungsgeräten anzutreffen find, gewährleisten einfachen, störungsfreien und gleichbleibend g u t e n G m p f a n g f a st a 11 e r e u r o- päischen Sender. Wahre Wunderwerke Der Technik sind die modernen Superhet-Geräte, die buchstäblich jedem Kind den einwandsreien (Empfang auch der fernsten Stationen möglich machen. Die Funkindustrie hat für diefe Geräte das Schlagwort von den „Apparaten, die sich selbst bedienen" geprägt, und m der Tat bietet der Fernempfang mit einem solchen Rppa« rat kaum mehr Schwierigkeit als die Auffindung eines bestimmten Wortes im Lexikon. 3m Lautsprecherbau ist erwartungsgemäß die Konstruktion der elektrodynamischen Lautsprecher weiter gefördert worden. Aber auch die elektromagnetischen Lautsprecher sind in der Entwicklung nicht stehengeblieben. Der Einbau sreischwingmber Magnetsysteme hat auch dieser Lautsprecherart eine kaum mehr zu überbietende Qualitätsleistung ermöglicht. Parallel mit dem technischen Fortschritt ging im letzten Jahre die r ü ck l ä u f i g e Preisentwicklung auf dem Funkmarkt. Für den gleichen Preis, den man noch vor nicht langer Zeit für einen elektrodynamischen Lautsprecher bezahlen mußte, erhält man heute einen modernen Fernempfänger mit eingebautem Lautsprecher. Es genügt, die Preise der deutschen und der ausländischen Funkindustrie zu vergleichen, um zu erkennen, daß ein weiterer Preisrückgang tatsächlich nicht mehr zu erwarten ist. von jenseits des Ozeans, die alle paar auftauchen. Immerhin kann man auf der diesjährigen Funkausstellung Zeuge eines wirklich drahtlosen Fernsehens sein. 3n den vergangenen Jahren wurden die Fernseh-Experimente stets mit Hilfe von Kabelleitungen vorgenommen. Die Direktion auf ihren Losen sitzen bleibt. Die Lotteriespieler verlangen eine Verbesserung der Gewinn- aus sichten durch Zerlegung der höchsten Gewinne in kleinere Gewinne und durch die Abschaffung der sog. Freilose, die keine Gewinne sind. Roch besser freilich wäre es, den Preis für daS Los herabzusetzen. Taten für Montag, 22. August. 1850: der Dichter Rikolaus Genau (Riembsch von Strehlenau) in Oberdöbling gestorben: — 1929: der General der Kavallerie und Kaiserlich Osmanischer Marschall Otto Liman v. Sanders In München gestorben. ** (Ein schwerer Derkebrsunfall ereignete sich gestern gegen 8.30 Uhr an der Ecke Südanlage,Bismarckstraße. Ein Auto des Auto- betriebs Schilling bog von der Bismarckstraße aus in die Südanlage ein, um nach Dem Bahnhof au fahren. Gerade als Der Kraftwagen um die Ecke fuhr, kam ein mit zwei Personen besetztes Motorrad an die gleiche Stelle. Aus bis jetzt noch nicht geklärter Ursache stießen die beiden Fahrzeuge an der Ecke heftig zusammen. Dabei wurde der Lenker des Motorrads, Joachim W a ch s m u t h aus Wiesbaden, am rechten Bein schwer verlebt. Das Befinden des Verunglückten ist sehr ernst. Es besteht Lebensgefahr. Sein Mitfahrer namens Walter Blume aus Wiesbaden kam mit leichteren Verletzungen davon. Beide Verletzte wurden der Chirurgischen Klinik zugeführt. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert, das Auto wurde gleichfalls beschädigt, fein Lenker kam unverletzt davon. Die Motorradler waren von Wiesbaden unterwegs, um nach der Edertalsperre zu fahren. Die polizeiliche Untersuchung des Unglücksfalles ist im Gange. *• Aus der Lahn geländet. Die Leiche des in Der Nacht zum Freitag beim Baden in Der Lahn nahe Der MilitärbaDeanstalt ertrunkenen Gerichts- rcferenDars Weinmann aus DarmftaDl rourDe am Samstagmittag gelänDct. Die Leiche wurde von dr Staatsanwaltschaft zur Beerdigung freigegeben. Die Beisetzung wird in Darmstadt stattfinden. •• Missionsfest in Den Gießener Kirchen. Am Sonntag, 23.August, wird in unserer Stadt für Das Dekanat Gießen ein Fest der Basler Mission gefeiert. Dekan Guß mann (Lollar-Kirchberg) hält die Festpredigt in der StaDtkirche, Prof. Keller (FrieDberg) m der Fohanniskirche und Pfarrer S t a u b a ch (Watzen- born-Steinberg) in Der Kapelle am Alten Frieds Hof. In der StaDtkirche wird Missionar Lauck einen MissionskindergottesDienst halten am Rachmittag auf der Waldbühne werden Dekan Gußmann und Missionar Lauck Ansprachen an Die Gemeinden halten. Der Posounenchor Klein-Linden hat seine Mitwirkung zugesagt. Elektrische Musik. Reben Rundfunkgeräten und Fernse^xperimen- ten werden sicherlich die D o r f ü h r u n g e n elektrischer Musik viel Zuspruch finden. Unter elektrischen Musikinstrumenten haben wir zwei Gruppen zu unterscheiden. Bei der einen wird bereits der Ton auf elektrischem 2Dege erzeugt, bei Der anderen entsteht er wie bei Den normalen Musikinstrumenten durch mechanische Schwingungen, aber die Hörbarmachung erfolgt nicht über einen Resonamkörver, sondern durch Umwandlung in elektrische Schwingungen. Beiden Gruppen dient Der Lautsprecher al« eigentliche Schallquelle. ,r . , Es gibt heute eine ganze Anzahl solcher elektrischer Musikinstrumente, die fast alle auf der Funkausstellung zu sehen und zu hören find. Vielleicht wird das eine oder andere dieser Geräte dazu beitragen, die Hausmusikwie- Der mehr zur Geltung zu bringen. Denn die Klangmöglichkeiten Der Instrumente sind teilweise außerordentlich reizvoll und bestechend. Besondere Erwähnung verdienen Da« von Trautwein entwickelte „Trautonium" der Siern e n s -R e r n st - F l ü g e l und ein kleine« Vor- sahgerät, das vor jeDen normalen Radioapparat geschaltet werden kann und durch einsacheSRahern und entfernen Der Hand Die Erzeugung von Aetherwellenmusik" verursacht. Auf der Funkausstellung kann sich jeder Besucher selbst ein Urteil über Wert und Möglichkeiten Der elektrischen Musik bilDen, Da täglich regelrechte Konzerte auf Den verschieDensten Apparaturen veranstaltet werden. Allerlei Kurioses. Erstmalig auf Der Diesjährigen Funkausstellung werden auch e l e! t r i s ch c Streichinstrumente gezeigt. Bei einer Geige dieser Art — und ebenso bei einem Cello oder Baß — wird Die normale Darmsaite durch eine Stahl- faite erseht, Die toieDerum mit einem Verstärker in VerbinDung steht. Der ausübenDe Künstler erregt Die Saite wie üblich mit einem Vogen aber Die Schwingungen Der Saite selbst sind unhörbar. Erst durch Umwandlung m elektrische Schwingungen erschallen sie auf dem Umwege über den Verstärker im angeschlossenen Lautsprecher. e Bei Den FernsehDarbietungen ist es neuerDings möglich, sich selbst im s e r n g e s a n D t e n 23ilD zu sehen. Das Wirb Dadurch erreicht, daß daS zu übertragende Objekt — in diesem Falle Der Beschauer — nicht unmittelbar sern- gesandt wird, sondern zuerst erfolgt eine Tonfilmaufnahme, und erst Der Filmstreifen wird übertragen. Diese AnorDnung, Die zunächst reichlich kompliziert erscheint, ist insofern sehr vorteilhaft als es mit Hilfe von hochempfindlichem Filmmaterial möglich ist, optische Vorgänge bei Lichtverhältnissen noch aufzunebmen und zu übertragen bei denen ein regelrechtes Fernsehen nicht mehr erreicht werden kann. Zwischen Der Ausnahme und Der Fernsebübertragung liegen nur zwanzig Sekunden. Mehr Zeit braucht man nicht um Den aufgenommenen Film zu entwickeln unD in Den Senbeapparat einzufuhren. Welche elektrische Intensität ein moDemef Sender ausllrahlt. zeigt überaus eindrucksvoll der Ultra-Kurzwellensender. Von Zeit zu Zeit wird nämlich anstatt über Die normale Antenne über eine Kugel gefenbet. Die jeDem Beschauer sichtbar ist. Der Erfolg ist, daß aus 6« Äugel heraus ein strahlendes Lichtbuschel tritt Das im Rhythmus Der gesenDeten Tone zittert. Die Lichterscheinung Wird dadurch bewirkt, Daß die , auSstrahlende elektrische Energie den umgeben- : Den Luftstickstoff verbrennt. ______ im Thermo- .'Ut. Die 1 Pariser de WO men ,91 hnien. fln w" ff* ränd'S'A Direk^ag 'tioen\j, $era!'^$ei' ni-ht die - nch E s ,ge< 2, e dunkeln. Auch Im Felde gatt uns Anloy stets als der Ehrentag des Regiments, und Den Mitkämpsem von Anloy tourbe befon- öerc Hochachtung gezollt etwa wie den Knegs- freiwittigen von Le Quesnoy, Dem Langemarci des Regiments. Es war die Feuertaufe der Truppe, Die -hier anftürmte gegen einen weit überlegenen Gegner, der auf den Höhen von Anloy eine ausgesuchte und vorbereitete Stel- ! lung bezogen hatte, in der er feit 3 Tagen den Feind erwartete und Die er mit kampfesmutigen Bataillonen geschickt und zäh verteidigte. Schwere Wunden schlugen seine Waffen Dem angreifenden Gegner, und 36 Offiziere, D. h. die Hälfte des Offizierkorps und 1011 Unteroffiziere und Mannschaften, D. h. über ein Drittel, fehlten als tot verwundet oder vermißt, als am Abend Des 22. August Das Regiment auf den Höhen von Anloy fammelte. — Aber Der Sieg war fein, unD ein geflogener Gegner trat einen Ruckzug an, der vielfach mehr einer Flucht glich. -Wenn es in einem Armeebefehl der 5. Armee nach Der Erstürmung der Höhen und Wälber nördlich von Verdun heißt: „2Bo Hessen schlagen, hält kein Franzmann stand", Dann war es Der Geist von Anloy. Der auch im Regiment noch lebte, als Die Kämpfer meist schon anDere geworden waren. Wie em leuchtendes Fanal leuchtet der Rame An loh dem Re- diesjährige 2lusstettung zeigt erstmalig die drahtlose Ucbertragung optischer Geschehnisse. Richt weniger al« acht verschiedene Fernseh- Empfänger werden im Betrieb gezeigt. Eine der Apparaturen ist sogar imstande, Da« femgefandte Bild auf eine Leinwand zu projizieren. Welche Schwierigkeiten zur Lösung dieser Ausgabe zu überwinden waren, vermag der Laie kaum zu ermeßen. Teilweise war die Erreichung dieses Ergebnisses nur durch Die Verwendung von Ultra- Kurzwellen möglich, da größere Wellen die Ucbertragung einer ausreichenden Bildpunktzahl in der Sekunde nicht erlauben. Der neue Ultra- Kurzwellensender, dessen Wellenlänge 7 OHctct betragt, steht auf dem 138 Meter hohen Berliner Funkturm, um so ein möglichst weites Ausbreitungsgebiet erfassen zu können. Die Cncrgic Pes Senders ist außerordentlich betragt 15 Kilowatt und ermöglicht sowohl für Bild- als auch für Tonsendungen bisher unerreichte Gerstungen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 22. August 1932. Oie Reform des Lotieriesystems. Das große Los der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie ist gezogen worden. ES ist diesmal der seltene Fall eingetreten, daß das Glückslos in einer Hand liegt. Jeder der beiden Losinhaber ist, wenn sie nicht mit Mitspielern zu teilen haben, über Rächt zum reichen Mann geworden, Denn 400 000 Mk. toerDen nach Abzug der 20 Prozent Steuern Dem Glücklichen bar auf Den Tisch gezahlt. Die Lotterieverwaltung verrät jetzt nichts mehr über Romen und Art Der Glückspilze, so Daß Diese ihr Glück ganz in Der Stille genießen können, unbehelligt von Reibern, die auf Brosamen warten, Die von Des Reichen Tisch fallen können, unbehelligt auch von den Projektemachern, Die sich stets in großer Zahl einstellen, Damit Das GelD schnell wieder unter Die Leute kommt- Die Chancen, Durch Die große Trommel aus Der Geldmisere herauszukömmen. sind immer geringer geworden. Denn Voraussetzung Dafür ist natürlich, Daß man sich mit Dem Los die Chance erst erwirbt. Der Losverkauf ist aber ständig zurückgegangen, Die Lotterieverwaltung ist selbst der größte Spieler geworben unb sie hat ausgesprochen Pech. 300 000 Lose, 37,5 Prozent aller Lose, blieben unverkauft unb mußten infolgedessen von der Verwaltung selbst gespielt werben. Das Glück ist nicht in bas Paket ber 300 000 Lose gefallen, bie Glücksgöttin hat vielmehr Die Rolle ber ausgleichenben Gerechtigkeit übernommen unb einen aus Der Kunbschaft mit ihrer beDacht. Infolge der Erhöhung der Lospreise von Drei Mark auf fünf Mark für ein Achtel ist der Absatz dauernd zurückgegangen. Viele Spieler wurden durch die Preiserhöhung verärgert, andere konnten nicht mehr mit und mußten verzichten. Im Jahre 1931 blieben 150 000 Lose unverkauft, in diesem Iahre 300 000. Die Lotterieverwaltung hat sich daher entschlossen, Das Lotteriesystem zu reformieren, unb zwar von Der 41. Ziehung ab. Die Zahl der Lose wird auf 500 000 herabgesetzt. Es werden keine Doppellose mehr geführt und der Gewinnplan wird entsprechend ber verminderten Loszahl geändert. Die große Frage ist nun, wie der Gewinnplan geändert werden soll. Einzelheiten sind darüber noch nicht bekannt. Es wäre jedoch verfehlt etwa die Gewinnaussichten zu verschlechtern, weil dadurch bie Spieler noch mehr verärgert werden würben. Es liefe wieder baraus hinaus, daß bie Spielbeteiligung fich verringert unb die Lotterie- worden. Um 19.30 Uhr marschierte die Traditionskom- panie mit ber Bataillonsmusik an der Spitze vor I dem Denkmal auf. Zur gleichen Zeit hatten sich Die Mitglieder des Offizierskorps des Infanterie- . Regiments 116 und der Tochterregimenter unter Führung des Generals a. D. M o h r vor dem Denkmal versaminelt. Rachdem Die Tradltto^- kompanie dem Dataillonskommandeur. Oberstleutnant K l e p k e, gemeldet worden war unb dieser General wD. Mohr die übliche 2Neldung erstattet hotte, spielte bie Bataillonsmusik zunächst vcn ersten Vers des Rtederländischen Dankgebetes. Anschließenb hielt Leutnant d. R. im In- | fanterie-Regiment 116 etubienraf pölzel die Gedenkrede. Am 221 August dieses Iahres jährt sich zum 17 Male der Tag, der mit ber Geschichte des 8°gim°n.s W.lh-lm" 2!r. 116 UN,«, ftcnnlich »«bunten ist. b-r Tag °°n 2I»l°lv Anloy, ein bis zu jenem heißen Augusttag des Jahres 1914 bei uns unbekanntes beiges Dorf chen, dann aber ein Rarne, der hinemklang m bie Stäbte unb Dörfer unserer hessischen Heimat unbbort rebete von Rot unb Tob von Kämpfen und Streiten, von Heldentum unb Sieg. Heber 4 Jahre hat bas Regiment an de Westfront gestanden. Wo es heiß der glng. war ™ batet in QIngriff unb Abwehr. °"d°°Warn°. bei Verdun, an der Somme ober en Flandern. Wob! mögen manchmal in Den zermürbenden Jiia- terialfchlachten des erstarrten Stellungskrieges i Helden emporwachien neuen, mo v« " K n Leistungen noch grbst« S^Tcn 66$)tr staub at« thr «genes L-ten “rin. alä in icn« «Ren Sd> ad)t S* 1 - --------- Ringens, in die das Regiment nut Dem ©elfte eingriff. Den zu entwickeln Aufgabe lan^ F Densjahre gewesen war. Trotzdem vermochten al jene Taten Den Ruhm von Anloy nicht zu ver "wahr' °»s°- °rbe! Schaft! mietet: ein freie» Reich, ein Land in Lhr, ein Land in wehrt » °'° ft”» gB'Vc'l i lebendig ft, kennen: Deutschland, lege ich uu-nens bet Der-int. 6 0 Lv„9- Offiziere des ehemaligen Inf.» CfS3 Kaiser Wil^lm" diesen Kranz nieder mit !Rgt«...Haii€ üntourDige nicht gc- ÖftÄ» -°'-r-anbert®ulen- berg. 20 (Von Wien): Aus Wiener Operetten. 21.10 bis 22.10; Llleko, Oper in einem Akt. 22.30 bis 24: Rachtrnusik.______ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bi* 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen Für unverlangt eingesandte Tttanuskripte ohne beigefügtes Rückporto wirb keine Gewähr übernommen. fend voraus. . . . . Die Off izierveretnigung de satt en stolzen Regiments hat es von leher als ihre vornehmste Pflicht betrachtet, die Erinnerung an jene Großtaten des Regiments nicht verblassen zu lassen. So hat sie sich auchheutewie- D e r mit den Offizierkorps Der Tochterregimenter unb mit dem Traditionstruppenteil zu ernster Gedenkfeier vereinigt. Aberunse re Gedanken gehen heute weiter, und wir gedenken am Tage von Anloy all der Tausende, die in den Reihen der Truppenteile fielen, beten 2la- men ber Sockel bieses Denkmals tragt. Heute toanbern unsere D lick e wiederin bie Seme nach Frankreich, Dußlanb ober dem Balkan, heute stehen sie wieder auf auS i^rcn ®ra- betn unb marschieren mit uns Seite an ^ette stürmen mit uns vor, liegen am gleichen Ma- schinengewehr, tun mit gleicher Selbstverstanb- I$)teit9ben Tobesgang bes Melbegän^ers unb sterben, wie wir sie sterben sahen. Sie st ar ben. Wofür? — Tür Veutschlanbk Für ihr stolzes, heißgeliebtes Vaterland, dessen Riedergang sie nicht zu erleben SJ.Jpor/ Zußball der Gießener Mannschaften. Auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 fand am gestrigen Sonntag eine Reihe Begegnungen statt die die Hiesigen fast durchweg siegreich sahen. Alsfeld 06 mußte sich auch diesmal wieder der besseren Mannschaft beugen. 7:5 lautete das Ergebnis für 1900. Die 2. Mannschaft gewann gegen die zweite von Wetzlar ebenfalls, und zwar mit 3:2; die 3. Mannschaft konnte sich^ wie erwartet, gegen die dritte des Sportvereins Wetzlar nicht behaupten und verlor mit 1:3 Toren. Die 4. Mannschaft wiederum konnte auch nicht gewinnen. Die 5. Mannschaft von Wetzlar blieb aus. Die 1. Jugend von Alsfeld blieb ebenfalls aus. Die Liga des VfB. siegte auf einer etwas strapaziösen Tour am Samstag in Burg mit 2:1 und in Sinn mit 6:1 Toren. Die beiden Gegentreffer wurden von den Gastgebern aus Elf-Meter-Bällen erzielt. Die beiden Treffen wurden ziemlich hart ausgetragen. Eintracht spielt nur Unentschieden. Die Verbandsspiele der Gruppe Main. Die ^leberraschung des dritten Spielsonntags der Gruppe Main war der Punktverlust des Meisters gegen Rotweih. Eintracht strengte sich während des ganzen Spieles nicht an und vermochte so nur ein 2:2 zu erzielen. Einen schönen Erfolg errang dagegen der Fuhballsportverein. Er schlug am Bornheimer Hang den VfL. Neu- Isenburg ganz überlegen mit 5:1. Gin weiteres 5:1 gab es in Offenbach, wo die Kickers den Der Rahmen. Der prächtig gelegene Waldsportplatz des Vereins für Bewegungsspiele war der Schauplatz der Gan-Dolksturnmeisterschaften der Turner des Gaues Hessen. Der Platz war mit Flaggen geschmückt. Das Grün des Waldes bildete den stilvollen Hintergrund für das bunte Leben und Treiben, für den turnerischen Kampf, für turnerische Fröhlichkeit und den Eifer, der die Ver- anstaltung beherrschte. Der Platz befand sich in bester Verfassung. Die Hitze setzte den Turnern zwar sehr zu, die Leistungen bewegten sich aber doch noch auf beachtlicher Höhe. Die Giehener Freiwillige Sanitätskolonne hatte ein Zelt aufgebaut und einen umfangreichen Hilfsdienst organisiert. Die Sanitäter muhten des öfteren helfend eingreifen. Ernstere Unfälle brachte der Tag nicht. Lediglich ein Dad-Vauheimer Turner erlitt beim 3000-Meter-Lauf eine schwere Sehnenzerrung, sowie einen Dluterguh. Das Fest im Spiegel der Zahlen. Vicht weniger denn 350 Turnerinnen und Turner hatten sich eingefunden. Von ihnen wurden insgesamt 600 Meldungen abgegeben. 56 Vereine entsandten ihre Besten, soweit sie zur Verfügung stehen tonnten. Am stärksten war der Männerturnverein Giehen vertreten. 40 Turner und Turnerinnen vertraten die Farben des Vereins. Tv. Wetzlar und Turn- und Sportverein Butzbach entsandten je 22 Teilnehmer. Der Turnverein Heuchelheim war ebenfalls mit 20 Kräften vertreten. Die Vereine Bad-Nauheim, Kirchhain, 1846 Gießen und Marburg entsandten stattliche Aufgebote. 50 Kampfrichter waren um die Wertung bemüht. Rund 40 Wettbewerbe waren zu bewältigen. Das sporkliche Ergebnis. Die sportlichen Leistungen, die gezeigt wurden, sind beachtenswert. Die hauptsächlichsten Ergebnisse seien kurz gestreift. Im Bierkampf der Turner konnte sich Otto Linden st ruth unter 73 Turnern mit 80 Punkten vor B e a u p a i n (Marburg), 75 Punkte, den 1. Sieg sichern. Im Drei« kampf der Oberstufe der Jugendturner wurde Otto Hill vom Tv. Alsfeld mit 72 Punkten 1. Sieger. Erst an 9. Stelle folgte ein Gießener Turner (Willi Wagner, Mtv.) mit 55 Punkten. In der Jugendturner-Unterstufe belegte Fr. W a l d s ch m i d t (Wetzlar) den ersten Platz. Auch hier lagen die Gießener ziemlich zurück. Der Sieger erzielte 68,5 Punkte. Im Dreikampf der Turnerinnen belegte erwartungsgemäß Else B i ck e l h au p t (Mtv.) mit 71 Punkten vor Martha Arabin (Wetzlar) mit 60,5 Punkten den ersten Platz. In der I u - gend- Turnerinnen -Oberstufe war es Neuling Friedberg mit diesem Resultate hereinlegten. Germania Bieber gab den ersten Punktlieferanten für den anderen Neuling Sportfreunde Frankfurt ab. Auf eigenem Platze siegten diese etwas glücklich mit 3:2. Union Niederrad holte sich gegen Hanau 93 mit 3:0 die Punkte. Katastrophal waren die Zuschauerzahlen. Infolge der Hitze kamen auf fast allen Plätzen kaum 1000 Besucher. Nur Isenburg machte mit 3000 eine rühmliche Ausnahme. * Offenbacher Kickers — VfB. Friedberg 5:1 (0:1). Bor 13 000 Zuschauern und unter der nicht besonders befriedigenden Leitung von Dachmann- Karlsruhe führte der Neuling Friedberg in der ersten Halbzeit ein recht ansprechendes Spiel vor und lag auch mit 1:0 in Führung. Nach der Pause änderte sich aber das Blatt. Die Kickers nahmen eine Umstellung vor, die ihnen auch fünf Tore durch Grebe, Stein (2), Dumont und Gehrt einbrachte. Deutscher Boxersieg in LtSA. Deutschlands Olympia-Mannschaft siegte in Milwaukee gegen eine zweite Garnitur amerikanischer Boxer mit 7:0 Punkten. Der Weltergewichtsmeister Campe der erkrankt ist, war nicht dabei. Die Deutschen konnten alle sieben Kämpfe für sich entscheiden. Die Amerikaner hatten auch zu diesem Wettkampf mit einem guten Geschäft gerechnet. Im Vorkampf in Chikago waren 80 000 Zuschauer zur Stelle, in Milwaukee aber nur 2500. Erika R ö h m i g (Mtv.), in der Jugend- Turnerinnen-Unterstufe die Wetzlarerin Toni Klier. In der Klasse der Altersturner, 1892 und später, die ebenfalls einen Drei« kampf zu bestreiten hatten, belegten zwei Klein- Lindener die ersten beiden Plätze (K. Klinke! und K. W e i ß), in der Gruppe 1893—1897 sicherte sich Wilhelm Laux (Leihgestern) den 1. Sieg. Bei den Einzelkämpfen der Turner wurde W. Langenohl (Heuchelheim) im Hochsprung mit 1,70 Meter Erster, im Schleuderballwerfen siegte O. Linden st ruth (Mtv.) mit 51,66 Meter, im Stabhochsprung errang B e a u p a i n (Marburg) mit 3 Meter den Sieg. Im Kugelstoßen war es H. Müller (Holzheim), 12.02 Meter, im 10 0 = Meter-Lauf siegte Schäfer (Echzell) über Erwarten sicher in 11,6 Sekunden, über 200 Meter behauptete sich K. G e r l a ch (Wetzlar), 24,5 Sek., über 400 Meter wurde K. May (Bad-Nauheim) nur mit knapper Not Erster (Zeit: 54:2 Sekunden). Im 800-Meter-Lauf errang er auch den ersten Sieg, lieber 3000 Meter holte sich H. Holzapfel nach einem taktisch sehr klugen Lauf in 9:44,2 Sek. den Preis. In der 4 mal 100-Meter-Staffel behauptete sich Mtv. Gießen überlegen, unangefoch- tun wurde auch der Sieg in der 10 X Vt = Runden- Staffel der Sieg durch die Mtver in Gießen gehalten. Im Diskuswerfen war es K. Frey (Lang- Göns) mit 33,60 Meter, im Weitsprung K. Gerlach mit 6,23 Meter, die die Siege an sich brachten. Bei den Turnerinnen stellte in den Einzelwettkämpfen die Mtverin B i ck e l h a u p t in den Wettbewerben Kugelstoßen, Hochsprung (1,50), Weitsprung und im 100-Meter-Lauf die erste Siegerin. E. R ö h m i g wurde im Speerwerfen, im Schlagballweitwurf Ch. Schmidt, beide vom Mtv., die Ersten. Im 50-Meter-Lauf siegte Chr. A m e n d, Mtv. Die 4 mal 100-Meter- Staffel brachten selbstverständlich die Mtverinnen überlegen an sich, lieber die Leistungen der Iugend- turnerinnen geben die Ergebnislisten weitere Auskunft. Die Organisation ließ kaum zu wünschen übrig. Unter der Oberleitung des Gauvolksturnwarts Ldw. M a l k o m e - sius konnten die Weiikämpse verhältnismäßig rasch abgewickelt werden. Besonders am Nachmittag klappte es gut. Bewährte Kräfte standen ihm zur Seite. Die Obmänner walteten sicher 'hres Amtes. Proteste fielen aus. Die Siegerehrung. beschloß die Veranstaltung. Ehren-Gauoberturn- toart Will richtete freundliche Worte an die Wettkampfteilnehmer. Besonders begrüßte er den früheren 2. Gauvertreter W. E i d m a n n, der zur Zeit aus Aachen in Giehen zu Besuch weilte. Er erinnerte in weiteren Ausführungen an die volkstümlichen Wettbewerbe in früherer Zeit und wies besonders auf den Wandel hin, dem sie in den letzten Jahrzehnten unterworfen waren. Er dankte der Gießener Durnerschaft für die bereitwillige Uebernahme der Veranstaltung und dem rührigen E auvolkstumwart Malkomesius für die Vorbereitung und Durchführung. Durch den Gauvolksturnwart wurde dann die eigentliche Ciegerverkündigung vorgenommen. Die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit nahm einen außerordentlich befriedigenden Verlauf und stellte den unermüdlichen strebenden Geist, der in der DT. herrscht, erneut unter Beweis. Schwimm - Meisterschaften der Turner in Erfurt, hervorragende Beteiligung. Bei prachtvollem Sommerwetter und schon am Vormittag guten Besuch begannen am Samstag im Erfurter Nordbad die 11. Schwimm-Meisterschaften der DT. Die Beteiligung läßt mit rund 400 Meldungen in den Einzelkämpfen und weiteren 50 in den Staffeln nichts zu wünschen übrig. Auch in den Leistungen geht es voran. Die Zeiten sind im Durchschnitt schneller als Zum Start bereit Die 41 Flugzeuge, die am Europarundflug teil« nehmen, starteten heute nachmittag, in sieben Staffeln eingeteilt, in kurzen Abständen vom Flughafen Staaken nach Tempelhof. Nach einer Ehrenrunde über dem Flugplatz Tempelhof gingen sämtliche Flugzeuge glatt nieder. 39 Flugzeuge verlassen den Flughafen. Der Start zum Streckenflug des diesjährigen Europarundfluges vollzog sich am «Sonntag früh bis auf zwei Ausnahmen programmäßig. Von 7 Uhr bis 7.40 Uhr verließen 39 Teilnehmer des Wettbewerbes den Flughafen Tempelhof in Richtung Warschau. Miß Spooner, die einzige weibliche Teilnehmerin des Wettbewerbes konnte nicht starten, da sich an dem Motor ihrer Maschine Schwierigkeiten herausstellten. Neben Miß Spooner schied der Franzose Massot aus dem Wettbewerb aus. Bei ihm hatten sich während der technischen Prüfung gewisse Differenzen an feiner Maschine herausgestellt, und eine der Grundbedingung des Europafluges ausschreibungsgemäß ist, daß der ganze Wettbewerb mit der gleichen Maschine geflogen wird. lieber den bisherigen Verlauf des Streckenfluges unterrichten die folgenden Meldungen: 3n Warschau. Am Sonntagvormittag sind zwei Stunden nach dem Start in Tempelhof die ersten Flieger der Spitzengruppe auf dem Warschauer Flughafen gelandet, und zwar in der Reihenfolge B 8 (Marienfeld), M 1 (Colombo), 81 (Strau- mann), A 6 (v. Masfenb.ch). B 9 (Poß), 0 4 (Karpinski), E 2 (Iunck), B 6 (Lusser), B 7 (Osterkamp), O 2 (Giedgowd), C 6 (Morczik). Als erster startete Colombo um 9.40 Alhr zum Weiterflug, ihm folgte Marienfeld. Der Italiener Donat mußte in Posen wegen Motorschadens notlanden. Wirtschaft. Die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau. Die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen- Nassau hat sich in dieser Berichtszeit leicht verschlechtert. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist um 956 um 0,3 auf 316 665 gestiegen. Von dem Zugang waren am stärksten beteiligt: das Baugewerbe mit 706, die Angestelltenberufe mit 676, das Verkehrsgewerbe mit 260, das Vervielfältigungsgewerbe mit 158, das Gastwirtsgewerbe mit 140 und die Landwirtschaft mit 94. Demgegenüber war in den übrigen De- rufsgruppen durchschnittlich eine leichte Abnahme zu verzeichnen. Die Zahl der Alnterstühten in der Arbeitslosenversicherung ist um 2435 oder 6,6 Prozent auf 35 170, die der Unterstützten in der Krisenfürsorge um 3558 oder 4,9 Prozent auf 68 417 zurückgegangen. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf Ausscheiden aus der Alnter- stühung infolge der Verneinung der Hilfsbedürftigkeit laut Notverordnung vom 14. Juni 1932 zurückzuführen. / * * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 17. August berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 95,0 gegenüber der Vorwoche um 0,8 v. H. zurück- gegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lau« im letzten Jahre bei den Meisterschaften. Deq schärfsten Kamps gab es im 200-Meter- Rückenschwimmen, wo der Titelverteidiger W. Wanner (TB. Cannstatt) in 2:59 mit dem Kölner Spitz im toten Rennen einkam. Das 1 0 0 0 • Meter - C r a w l s ch w i m m e n gewann der für die Reichsmarine startende HanS Müller in 15:10,6, der damit seinen Titel gegen Seidel, Dresden, und Marx, Köln, erfolgreich verteidigte. Spitz gewann abermals die Meisterschaft im 50-Meter-Strecken« tauben in 35,2 Sekunden vor Tüttelmann, Iserlohn. Das Streckentauchen der Alterskl. 3 gewann ® e r b i g, Darmstadt, in 22,1 Sekunden. Bei den Turnerinnen gab es am ersten Tage gleich zwei neue Bestleistungen, und zwar im 100-Meter-Crawlschwimmen, wo Irmgard Ohliger, Solingen, den neuen Rekord mit 1:76,6 einstellte und in der 4X100- Meter-Bruststaffel, in der die Hamburger Tumerschaft 1816 mit 6:38,3 einen neuen DT.-Rekord aufstellte. Der Neunkampf wurde eine Beute der Hallenserin Steinberg mit 150 Punkten. 3n Brünn und Wien. Das erste Flugzeug traf auf dem Brünner Flugplatz um 1.25 Uhr ein und flog nach kurzer Pause nach Wien weiter. Alm 1515 Alhr waren weitere acht Flugzeuge eingetroffen, von denen sechs ihren Flug nach Wien ebenfalls fortsetzten. Als erster landete auf dem Flugplatz Wien- Aspern Colombo um 15.07 Alhr, der um 15.15 Alhr wieder startete. Als nächste trdffen Marienfeld und Seidemann ein, die ebenfalls nach kurzer Pause weiterflogen. Weitere Stationen: Agram und Vicenza. In Agram traf als Erster Colombo ein (16.40 Uhr), als zweiter Marienfeld (16.52 Uhr), als dritter Seidemann (17.03) und als vierter von Massenbach (17.13). Was die Durchschnittsge. schwindigkeit anbetrifft, so liegt an erster Stell» von Massenbach, der am Sonntag, soweit dir Streckenzeiten vorliegen, bisher eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 215 Kilometer je Stund- erreicht hat. Seidemann erreichte 208 Kilometer, Marienfeld 204 und Colombo 201 Kilometer je Stunde. In Vicenza trafen ein um 19.07 Alhr Marienfeld, um 19.13 Alhr von Massenbach, um 19.33 Uhr Colombo. Unfälle beim (Europaflug. Bei der Landung des deutschen Fliegers Mor- z i k in Brünn brach das Fahrgestell des Flugzeuges ab. Aus dem Wege von Brünn nach Wien brach bei dem von Straumann gesteuerten schweizerischen Flugzeug ein Flügel. Straumann teilte bei seiner Landung in Wien mit, daß er in der Nähe von Wien bemerkt habe, daß die rechte Tragfläche des Flugzeuges nicht mehr stabil sei. Er gab daher seinem Mechaniker den Auftrag, mit dem Fallschirm abzuspringen. Er dürfte in einer Entfernung von 10 Kilometer vor Wien abgesprungen sein, kam jedoch etwas unsanft zu Boden und erlitt eine Prellung der Wirbelsäule. Straumann landete glücklich. ten Agrarstoffe 89,9 (— 2,5 o. H.), Kolonialwaren 83,4 (—0,1 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halb, waren 87,6 (+ 0,1 o. H.), industrielle Fertigwaren 115,7 (—0,3 v. H). Die Indexziffer für Produktionsmittel beträgt 117,8 (— 0,1 v. H ). Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 20. Aug. Bei weiterhin sehr geringen Zufuhren nahm das Geschäft in der abgelaufenen Woche einen besseren Verlauf. Sowohl vom Großhandel, als auch vom Einzelhandel wurden größere Partien aus dem Markte genommen, so daß die Läger ziemlich geräumt waren. Die Preise haben eine weitere Befestigung um durchschnittlich 0,5 Pf. erfahren. Es notierten in Pfennig per Stück ab loko Frankfurt a. M.: Bulgaren 6,5 bis 6,75, Rumänen 6,25 bis 6,5, Russen 6 bis 6,5, Holländer 7 bis 9, Dänen Z bis 9, Flandern 7,25 bis 7,5, deutsche Landeier Z bis 7,5, deutsche Frischeier je nach Größe 7,25 bis 9. Frankfurter Vuttermarkt^ Frankfurt a. M, 20. Aug. Die große Hitze während der ganzen Woche hat auf den Butter absah einen sehr ungünstigen Verlauf genommen, so daß meist große Aleberstände verblieben sind, obwohl die Anlieferungen an und für sich ziemlich knapp waren. Die Preise blieben unverändert, teilweise konnten sie sich leicht erhöhen. Die Verkaufspreise des Großhandels lauten (in 1-Zentner-Tonnen): Holländer 126—130, deutsche Butter, erste Qualitäten, 118—125 Mk. Sie Lolksiumer des Gaues Hessen in Gießen. Um die Gaumeisterschasten. — 3S0 Turner und Turnerinnen im Kampf um Eichenkranz und Diplom. — Gute Gportleistungen. Europarundflug: Gtreckenflug. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzl veikhlostenen Dividende an - Reichsbankdiskoni 5 o H Lvrnbardzinsfuß 6 o. H Frankfurt a. M. Berlin ;?ronliur a.Ai Serlin '.trannun u. M Oeruu Deoifenmarfl Berlin - - Jranffurl a M Schluß« kurs Schluß!. Abend- bdrf' Schluß« für# Schluß!. Mitlog. börse Schluß« kurS Schluß!. Abend- börs Sch uß« hird Schlußk Mi tag- böre Schluß« kurs Gchiuß!. Abend- böri Schluß« ur» Schluß! Mittag' böse '9. August Amtliche Notierung — 20. August Amtliche Notierung Oatum >9.3. 20.8. 19." 20.8. Odium 19- 20.8. i9. 20.8. Oatum 19.8. 20-8. 19.8. 20.8. Srie Geld 1 Z5rir HetstngsorS . Wien . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo ... Kopenhagen. Stockholm London. Buenos Aires Neuhork . . Brussel. . Italien. . Paris . . Schweiz . Spanien . Danzig. . Japan . . Rio oe Ian. Jugoslawien Lissabon Serll Amertkanlsche Belgische Not Dänische Note Englische Not französische Holländische 9 Italienische 91 Norwegische 5 Deutsch-Oeste Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische No 6,284 51.95 12,465 3,057 169,78 73,13 77,82 74,92 14.61 0,878 4.209 58.40 21,58 16,50 81,99 33,87 82,08 9,999 0,324 6,693 13,34 n, 20. August Noten . . . en..... n..... n..... ölen.... ölen.... oten .... loten.... ereich, 1 100 ölen .... loten .... ten..... en..... ten ... . 6,284 51,95 12,465 3.057 169,78 73,13 77,82 74,92 14,61 «0,878 4,209 85,40 21,59 16,509 81,92 33,87 82,02 0,959 0,324 6.693 13,34 Geld 4,20 58,24 77,64 14,57 16,465 169,41 21,55 72,95 2,49 74,75 81,74 33,73 6,296 52,05 12,485 3,063 170,12 73,27 77,98 75,08 14,65 0,882 4,217 58,52 21,63 16,545 82,08 33,93 82,18 0,961 0,326 6,707 13,36 ZJrlt( 4,22 58,48 77,96 14.63 16,525 170.09 21,63 73,25 2,51 75,05 82,06 33,87 6% Dcuticbe Reichsanleihe ».192. U% ehem. 7A>Dt. Relchscml.v.lSLS 5Yi% Young-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslo,.-Rechten..... DeSgl. ohne AuSloj^Rechte . 6% efcm 8°/oHeIi.BoiMaat 1929 (rückzahlb. 102%)...... Oberhesjen Provinz-Anleihe mit AuSIoj.-Rechlen...... Deutsche komm. Sammeiabi. Anleihe Serie 1...... 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Golow«. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem 7% Franks Hyv.-Bank Golow 16 unkündbar bis 1936 6*A% ehem. Wi7o Jrankf.Hyp^ Ban! “lau Piondbrtese • • • 5y,% ehem. 4Yi% Rheinische Htw.'Bank-Liau »Goldp e. . 6% ehem 8% Pr. Landespsand- briesansta, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briesanstai, Pfandbriefe R. 10 4% Oesterretchische Goldrenre . 4,20% Österreichische Stlberrentc 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% deSgt. von 1913 .... 5% abgest. Goldmexilaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I . . . ... 4% belifli. Serie h..... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 tZ4A>RumSn.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente 2fc% Anatolier 69 64 48,25 5,5 53 47,5 45,5 69,25 68,75 77 77,75 67,5 68,5 10,5 1,25 6,45 6.25 6,9 3,3 3,3 3,3 9,75 4,75 60,5 69,13 63 48,13 5,4 52,4 47 46 69,5 77,5 78 67,5 68,5 10,25 6,475 6,4 6,9 3,3 3,25 3,25 10,25 4,65 58,75 68,9 64 48,4 5,5 53 46,13 67,25 10,5 6,25 6.45 7 5,25 10,13 4,5 17,4 59,75 69 63 47,9 5,3 52,75 46,9 10,4 1,25 6,5 6,6 5,55 6,75 3,45 3,4 3,4 5,35 10 4,13 17,4 vamdurg-Amerua Pme i Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Hansa Dampsjchisi . . > Norddeutscher Lloyd . ... < A.G. für Verkehrswesen Akt. 0 Berliner Handelsgesellschaft . 4 Commerz, und Privat-Bank . 0 Darmstädter und Rattonalban 0 Deutsche Bank und Disconto-Gejellschast . 0 Dresdner Bani...... 0 ReichSbanl ......1 A.E.G . . . 0 Bergmann.........o Elektr. Liescrungsgefellschaft. 6 Licht und Srast...... 6 Felten & Guilleaume.... 0 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen ... < Rheinische Elektrizität . . bB Schuckerl & Go...... . 0 0 Siemens L Halske..... 9 Lahmeyer & Go.......10 Buderu..........4 Deutsche Erdöl.......6 Gelsenkirchener . ......8 Harpener..... 0 Hoejch Eisen.........6 Ilie Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... »lodncnucrte.......6 ManneSmann-Röhren . ... 8 ManSf-lder Bergbau.....0 Oberschlei. Kottwerke .... 8 Phönix Bergbau...... 4'/, Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl.........6 15,65 16,5 40 90 16 18,5 75 18,5 129.5 35 79,75 45 66,25 73 71,75 132,5 94 34 74 16,25 63 27,25 46 16 18,75 178,5 55,5 15,5 15,9 39 90 16 18,5 75 18,5 128,5 34,5 69 80,25 45 66,5 n7s 131 92,5 33 73,25 36,75 61,5 27 16 19 180 55,75 15.4 22,75 16,13 39.65 90 53,5 75 61,75 129-4 34,5 68 79,5 45.75 66,75 71,9 131.75 95 32,75 74 35,9 62,65 31.13 93,25 27,5 45,5 17 36 19,25 179 55,9 15,25 15,75 37,5 90,5 53,5 75 61,75 128,75 34,25 67 80,25 44,5 65,65 71,9 71 131,25 91,5 32,75 72,5 36,25 62,13 31 94,75 26.65 44,5 17 36 19 179,5 54,75 Rieben Monian . . . Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 Diou. Minen ...... 0 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salrdetkurtb . 9 3. ®. Harden-Jnoustrn . 1 Scheideanstall .... 10 Goldschmidt..... 0 Rütgerüwerke........0 Metallgelellschast......0 Philipp Holzmann......0 Zementiverl Heidelberg.... 4 Gtnientiuerl Karlstadt.....c Wanst & Frehtaa . . . . 0 Schulthew Patzenhofer ... 0 Aku sANgemetne Kunstseidei 0 Bemberg... ... 0 Zeilstvfs Waidhos..... 0 Zellstofi Aschaffenburg ... 0 Dessauet Gas........7 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum .....0 Orcnstein & koppel.....0 Leonhard Tietz.......6 Svenska......... o Chade..........12 3ranksur1er Maschinen . . . . 0 Gritzner..........o Matnkraftwerke Höchst a. M.. .4 Süddeutscher Zucker.....8 15,75 14,5 100 173 90,9 138,5 25,13 37.25 34 46,5 16,75 5,5 43 40,5 '2,25 17,5 40 43 19 109 16,5 14 100 105 173 90 138 25,5 36,5 32,5 47 46 37 5,5 . 42,5 35 23 17 39,75 43 173 109 15,65 14,13 103,25 174.25 90,75 25,4 '7.25 34 47 57,13 43,13 39,25 34 22 89,5 16,75 40,75 30 43,25 174,5 19 108,25 16,65 13.9 99 105 173 89,65 25 37,4 32,25 46,75 5,75 56,25 41,75 39 33,5 22,5 88,5 16,65 37 29 43,4 174,13 19,25 108,5 52,0 12,48 3,06 170,1 73,2 77,9 75,0 14,6 0,88 4,21 58.5 21,6 16,5 82.1 33,9 82,1 1,00 0,32 6,70 13,3 3antno Schwing en ßi( gnuft SeilE stgmilienb ö«"" Btingsprt giondtl-Bti »-.(jj- qjlif 4 Setla^ sä's«S* Der K Jen 8rani»f«nif‘ Jun fl zu eröffnen. schon seit v' Men Wunsch untei Pariser Regie haben, eine g<-w Frankreich und Der wobei allerdings m «n ist von welcher ranzosische i prompte Arbeit gel sterischen Schrl sich wie wild und t der französische Dir Schrecken verseht w gegen eins, daß dc und Erregung zittei nach Eleichberechtig den Versailler Frie wie unseren ernsten litärische Rüstung vanchekrieges gegen zweimal vierundzw fischen Presie toiefr uns werden so rafd werden in tausends reichen Bollsverfan den schließlich nich Nation gegen uns auch im übrigen 2 fung auslösen. 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