m.m Srühaussabe 182. Jahrgang Mittwoch, 22. Juni 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags. Beilagen: Die Ollusttierle «übener Familienblätter Heimat im Bild ■ DieSchalle Blonats Beingspreis: Ulit 4 Beilagen RM.1.S5 Ohne Jllusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 >uch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zeritsprechanschliisse nnter Sammelnummer 2251. Lnschrist für Drahtnachrichten Anzeiger Oieheu. posischeckkonto: Frankfurt am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: Vrühl'fche Univer^ilttr-Vuch- und Steinöniderei R. Lange in Sietzen. Schnftlettung und Seschäftrftelle: Schnlttratze 7. Annahme oon Anzetaeu für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen van 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ns- h la mea nötigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, platzvorschrist 20* , mehr. Thefredaltteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Voliiili Dr Fr. Wilh Lange; für Feuilleton Dr 5.1hi)not; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Sieben. Hernois Tribuisorderungen. Frankreich will vorerst noch keine Endregelung. — Nach mehrjähriger Pause soll eine Abschlußzahlung geleistet werden. Lausanne, 21. Suhl (TU.) Die Tributsrage ist nach Mitteilungen von deutscher Seite nunmehr in das Stadium unmittelbarer Verhand- lungen getreten. Der englische Ministerpräsident Macdonald hat als Konferenzleiter in seiner ?strigen Unterredung mit den deutschenMinistern i c Wünsche anderer Abordnungen »um Ausdruck gebracht. Diese Wünsche bewegen sich in der Richtung, daß im Falle einer End- ng'ung der Reparationssrage eine Abschluß- zahlung Deutschlands ersolgt. Hierbei werden verschiedene Pläne bereits genannt, die jedoch offiziell der deutschen Abordnung bisher nicht bekannt sind. Die deutsche Delegation ist unterrichtet, daß sie mit dem Vorschlag der Ab- schluhzahlung zu rechnen habe. Die Einstellung dec deutschen Regierung zu diesen Plänen ergibt sich eindeutig aus den Erklärungen des Reichskanzlers in der Vollsitzung der Konferenz am vorigen Freitag. Zu dem Vorschlag der Verpfändung deutscher Eisenbahn- und Jndustriebonds wird aus deutscher Seile ausdrücklich daraus hingewiesen, die Aussassung sei irrtümlich, wenn aus anderer Seite angenommen werde, daß irgend ein Teil der deutschen wirtschast herausgenommen werden könne und für besondere Zahlungen an bas Ausland verwendet würde. Ls handele sich ledigltch um die Frage, ob die gesamte deutsche wirtschast in Zukunst überhaupt noch zu irgendwelchen T r i b u t; a h l u n g e n fähig sein werde, nicht aber um die Frage, ob irgend ein einzelnes deutsches Unternehmen mit Gewinn arbeite. Die jetzt begonnenen Besprechungen über die Tributfrage würden vorläufig mit Macdonald in den nächsten Tagen fortgesetzt werden, obwohl sich die Gegensätze gegenwärtig noch weiter per- Icharflen, liege auf deutscher Seite nicht der geringste Anlaß zu irgendwelcher Nervosität vor. Vie Iributoorschläge, die der französische Mi- visterpräsident herriot in seinen heutigen bei- den mehrstündigen Unterredungen TNacdonald mit- geteilt hat, sehen, wie von unterrichteter sranzösi- fchcr Seite mitgeteilt wird, zwei Perioden vor. 3n der ersten Periode, die einen Zeitraum oon zwei bis fünf Jahren umfassen soll, soll ein vollständiger Zahlungsaus- fchub für sämtliche Tribut! ei st ungen Veutschlands erfolgen. In der , w e i l e n sristmähig vorläufig nicht zu bestimmenden Periode soll unter Berück sichtigung einer Gesundung der deutschen Wirtschaftslage eine Teilzahlung Deutschlands erfolgen. Vie vollständige Erfüllung des youngplanes wird von der französischen Regierung nicht mehr gesordert. Jedoch verlangt sie, daß nach Ueberwin- bung der deutschen Wirtschaftskrise eine neue Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit und Festfehung einer Abschluß- Zahlung Deutschlands erfolgt. In der Unterredung mit Macdonald hat Herriot ausdrücklich erklärt, daß von einem v o l l ft ä n d i - gen Verzicht Frankreichs auf die Tributzahlun- gen nicht die Rede fein könne und daß die französische Regierung in diesem Punkt u n t e r gar keinen Umständen nachgeben könne. Die französische Regierung sei zweifellos im gesamteuropäischen Interesse an einem deutschen Wohlergehen interessiert, könne aber nicht zulasten, daß die Interessen der übrigen europäischen Länder dem Interesse Deutschlands 3 um Opfer gebracht würden. Frankreich isoliert. Werden in Paris die Gefahren der neuen Lage erkannt'? P a r i s , 21. Juni. (TU.) Der „Pari s m i d i" bringt einen Artikel seines Lausanner Sonderberichterstatters, in dem die Isolierung tfrant- reichs auf der Konferenz deutlich hervorgehoben wird. Der Verfasser erklärt u. a.. Herriot findet weder bei E-ngland, noch Italien, noch bet der Mehrzahl der anderen Mächte Unterstützung. Die französische Abordnung be st ehe auf 0em Recht der Vergangenheit, wahrend dte Geigenspieler sich auf die europäische x 111 c und die dringende Rotwcndt gleit einer Lösung beriefen. Als Herriot sich tn der Rächt auf den 17. Juni unter dem Druck der Verhältnisse entschlossen habe, an der Erklärung der fünf Mächte mitzuwirken, fei Die Lage berei ts sehr ernst gewesen. Hcr- riot habe vor der Alternative gestanden, zu unterschreiben oder in völliger Isolierung den Abbruch der Konferenz heraufzubeschworen. Die französische Abordnung mit Herriot an der Spitze tue ihr Aeuherstes, um den f r a n 5 o - sischen Rechts standpunkt ^ufrecht- z u e-r h a l t e n. Die Lage sei jedoch so ernft. oay die Engländer sich unter Umständen entschließen könnten, Lausanne einfach zu verlassen, Ein nationalsozialistisches Vorschlag vom Zentrum gebilligt. Die Wahl des Preußischen »flervräffoenlen bis nach der Äeichsiagswahl »erlagt. Berlin, 21.Juni. (TU.) Die Zentrums- fraktion des Preußischen Landtages trat am Dienstagnachmittag in Anwesenheit der Zentrumsmitglieder des Preußischen Staalsrats, Mitgliedern des Reichsrates und der Reichsparteileitung zu einer Sitzung zusammen, in der der stellvertretende Borsitzende, Abgeordneter Sieger, davon Mitteilung machte, daß ihm der nationalsozialistische Abgeord- nete und Landtagspräsident Äerrl Den Wunsch geäußert habe, die Wahl des Ministerpra- sidenten von der Tagesordnung am Mittwoch abzusehen und bis nach der Re ich stags wähl zu vertagen. Der Abgeordnete Serri habe ausdrücklich betont, daß er im Auftrage der Parteileitung der Nationalsozialistischen Partei und des Vorstandes der preußischen Land- lagssraktion der Nationalsozialisten handele. Land- taqspräfiDent Serri habe dabei der Hoffnung Aus- druck gegeben, daß d a s Z e n t r u m s i ch d . e s e m Wunsche anschließen werde. Nach eingehender Aussprache beschlag die Zen- trumssraktion des Landtages, an den Präsidenten Serri folgendes Schreiben zu richten: „Die Zentrumsfraktion Des preußischen Landtages hat oon Ihrer im Auftrage der national- fozialistifchen Parteileitung und Des Vorstandes Der nationalsozialistischen preußischen CanDtags- fraktlon Ihrem Vorstand geäußerte Anregung. die Wahl Des 2TlinifterpräfiDenten bis nach Der Reichstagswahl hinaus,uschi e- b e n, Kenntnis genommen unD erklärt sich Damit e i n 0 e r ft a n D e n." Weiter beschäftigte sich die Zentrumsfraktion mit der Wahl des Landtagspräfidenten. Es wurde jedoch in dieser Frage ein Beschluß nicht gefaßt, sondern die letzten Entschlüsse dcr_ Fraktion wurden auf Mittwoch zurückgestellt. Die Stimmung der Fraktion, die ursprünglich für die endgültige Wahl des Präsidenten Serri war, soll im Lause Der Verhandlungen umgeschlagen sein und zwar hauptsächlich wegen der scharfen Angriffe, die der nationalsozialistische Führer im Preußischen Landtag Abg. Sube kürzlich gegen das Zentrum gerichtet hatte. Seine Einigung über das Landtagspräsidium. Ein kommunistischer Vorstoß zur Aus» schaltung der Rechten. Berlin, 21. Juni. (TU.) Die kommunistische Fraktion im Preußischen Landtag teilt mit: Entsprechend der in der .Roten Fahne" vom 21. Juni veröffentlichten Kundgebung des Zentralkomitees der KPD. hat die kommunistische Landtagsfrak- woraus man dann Frankreich f ü r den wirtschaftlichen Zusammenbruch Europas verantwortlich machen werde. Wenn Frankreich durch seine Haltung Den Zusammenbruch der Konferenz Hervorrufe, könne die Lag« sich folgendermaßen gestalten: 1. Deutschland erklärt von sich au- ein Moratorium und stellt alle Zahlungen ein. 2. England fordert von Frankreich die Zahlung der Kriegsschulden. 3. Auch Amerika meldet am 1. Juli seine Ansprüche an Frankreich an. Ein überraschender Besuch. Oer Amerikaner Gibson spricht mit Macdonald in Lausanne. Lausanne, 21. Juni. (TU.) Der Führer der amerikanischen Abordnung aus Der Abrüstungskonferenz, Gibson, traf Dienstagnachmittag zusammen mit Dem bekannten amerikanischen Finanzsachverständigen Rorman Davis überraschend im Kraftwagen in Lausanne ein. Beide begaben sich sosort in das Hotel Beau Rivage, wo sie eine eineinhalb stündige Unter« redung mit Macdonald und dem englischen Außenminister Simon hatten. Simon war DienStagvvrmittag von Macdonald aus Genf nach Lausanne zurückberusen worden. Das völlig unerwartete Eintreffen Dibsons in Lausanne hat in allen Konserenzkreisen größte Lleberraschung hervorgerusen, da Die Amerikaner sich bisehr nachdrücklich weigerten, aus innenpolittischen Gründen irgendwelche Gespräche in Lausanne zu führen. Gibsons Erscheinen wird auf einen ausdrücklichen Wunsch des Weißen Hauses zurückgeführt und in Zusammenhang mit der nächtlichen Unter- redungmitHerriot inM 0 rges gebracht. In Der Besprechung mit Macdonald soll Gibson von neuem gegenüber den englischen Ministern den dringenden Wunsch der amerikanischen Regierung nach praktischen Ergebnissen in der Abrüstungssrage vorgebracht und mit größtem Rachdruck eine Wiederaufnahme der Abrüstungsverhandlungen gesordert haben. Um 17.30 Uhr traf Herriot im Hotel Beau Rivage ein. Er verhehlte keineswegs seine Ueber- raschung, als ihm mitgeteilt wurde, daß Gibson bei Macdonald sei. Herriot mußte eine zeit- lang in der Hotelhalle bis zum Ende der Unterredung zwischen Macdonald und Gibson warten. Gibson verließ dann das Hotel und begab sich nach Gens zurück. Anschließend fand eine längere Unterredung zwischen Macdonald und Herriot statt. Gibson erklärte nach der Unterredung mit Macdonald der internationalen Presse, er lege großen Wert auf die Feststellung, daß in Der Unterredung ausschließlich Abrüstungsfragen bc' sprachen worden seien. Die Reparationsfrage fei mit keinem einzigen Wort in Der Besprechung erwähnt worden. Es besteht jetzt kein Zweifel mehr, daß Die amerikanische und Die englische Regierung auf Die französische Regierung Den ft är Uten Druck ausüben, Damit sie in Den Abrüstungsfrage ihren bisherigen Stanbpunkt aufgibt unD Durch ZugeftänDniffe eine Einigung ermöglicht. Neue Verlegenheiisvorschläge. Zwei Ausschüsse sollen bis zum Oktober eine „Endlösung" ausarbeiten. Die Deutsche 9tcaierung roirD, wie Die „Telegraphen-Union" erfährt, Dem PräsiDenten Der Konferenz, MacDonalD, eine schriftliche Auszeichnung überreichen, in Der Der StanDpunkt Der Deutschen Regierung in Der Tributfrage in allen Einzelheiten Dargelegt und Der Nachweis Der uoIlftänDigen Unmöglichkeit weiterer Tributzahlungen für DeutschlanD geführt roirD. Diese Aufzeichnung kann als eine vertiefte Darstellung Derjenigen Gesichtspunkte angesehen wer- Den, Die Der Reichskanzler 0. Papen in seiner ersten großen ReDe vor Der Vollsitzung Der Reparationskonferenz am Freitag gehalten hat. Die Ueberreichung Der Auszeichnung an MacDonalD erfolgt im Hinblick auf Die Vermittlerrolle, Die Die englische Regierung in Den gegenwärtigen VerhanDlungen in Lausanne übernommen hat. Die Ueberreichung roirD Mittwoch vormittag Durch Den Reichsaußenminister v. Neurath erfolgen. Die belgische unD französische Regierung haben ebenfalls angekünDigt, Daß sie am Mittwoch MacDonalD Aufzeichnungen ihrer beiDen Regierungen in Der Tributfrage überreichen werben. Der wesentliche Inhalt Dieser Vorschläge ist bereits bekannt. MacDonalD roirD somit im Laufe Des Mittwoch aleidneitig im Besitz Der französischen und bei- gischen Iributpläne als auch Der deutschen Stellungnahme in schriftlicher Form sein. In allen Konferenz kreisen wurden jedoch am Dienstagabend dieAussichten der Konferenz außerordentlichpessi- m i st i sch beurteilt. Die Erklärung Herriots, daß die französische Re- gierung unter keine Umständen einen vollständigen Verzicht auf Die Tributzahlungen aussprechen könne, roirD Dahin bewertet, Daß eine praktischeEnd- l 0 f u n g im Sinne Der englischen, italienischen und deutschen Wünsche nicht zu erreichen fein roirD. Es roirD Daher jetzt Der Plan erwogen. Die ßaufanner Konferenz bis zum Oktober in Permanenz z u erklären unD in Der Zwischenzeit einen wirtschaftlichen unD einen finanziellen Au s s ch u ß einzusetzen, Die für Die EnDkonferenz im Herbst eine (EnDregelung Vorschlägen sollen. Viel bemerkt rourDc, Daß infolge Des neuen Schrittes Der amerikanischen Regierung England jetzt die amerikanischen Wünsche vertritt und eine enge Verbindung zwischen Den englischen und amerikanischen Interessen auf der Konferenz zu erwarten ist. Man erwartet, daß Die jetzt zutagegetretene FrontendilDung inner halb Der Großmächte bestimmend für die internationale Lage Der nächsten Zeit fein roirD. tion den Fraktionen der Sozialdemokratischen Partei und dem Zentrum ihre Bereitwilligkeit erklärt, für ein LandtagS- präsidium aus Vertretern der SPD. und des Zentrums unter Ausschaltung der Nationalsozialisten und Deutschnationalen zu stimmen. Die kommunistische LandtagSsraktion macht ihren Verzicht auf die Ausstellung eigener Kandidaten bei Der Wahl des Präsidiums von der Annahme und Durchsührung von zwei antifaschistischen M 1 n - dcstsorderungen durch die Sozialdemokratie und das Zentrum abhängig. Diese Forderungen lauten: 1. Herstellung der D e r f a m m I u n g s •, Df- monftrations- und Pressefreiheit unD Freigabe Des Rundfunks für die revolutionäre Arbeiterschaft in Preußen. 2. Nichtdurchführung der beiden faschistischen Notverordnungen derPapen-Re- g i c r u n g in Preußen. Die kommunistische Landtagssraktion hat die Fraktion Der SozialDemokratischcn Partei unD Des Zentrums um sofortige Stellungnahme zu Den ForDerungen ersucht. In Der SunDgebung Des Zentralkomitees Der KPD roirD Die Arbeiterschaft aus- gcforDert, Den Kamps für ein LanDtagspräsiDium ohne Nationalsozialisten unD Deutschnationale zu unterstützen unD politische Massenstrei s gegen Die Papen-Regierung zu organisieren. In Parlamentarischen Kreisen wird erklärt, daß der kommunistische Vorschlag wenig Aussicht aus Verwirklichung habe wegen der von der KPD. ausgestellten Forderungen. Wenn die Kommunisten ihre Stimmabgabe für ein Mitglied der sozialdemokratischen oder der Zentrumsfraktion als Landtagspräsidenten von der Zustimmung zu ihren Anträgen flogen die Durchführung der Papen-Rotverordnungen in Preußen abhängig machen wollten — und eine entsprechende Erklärung verlange die KPD in ihren Schreiben —. so würde das nach Meinung maßgebender parlamentarischer Kreise die Möglichkeit Der Beste 11 ung eines Reichs- kommissarS sür Preußen sein. Ob die Kommunisten auch bei Ablehnung ihrer Bedingungen vielleicht aus taktischer Erwägung die Wahl eines Land- tagspräsidenten der SPD. oder des Zentrums ermöglichen würden, ist zur Zeit noch eine offene Frag«. Verhandlungen zwischen den in Frage kommenden Parteien über die Wahl dos Mimster- präsidenten haben immer noch nicht statt- gefunden. AuS ZentrumSkreisen verlautet, daß ohm« solche Verhandlungen daS Zentrum nicht für einen nationalsozialistischen Kandidaten, aber auch nicht für den Kandidaten einer anderen Partei stimmen wolle. Es würde bann vermutlich Stimmenthaltung üben, womit die Ministerpräsidentenwahl scheitern würde. Hohe Steuern auch in derSchweiz Bundcdral Mnsy über die schweizerische Finanzpolitik. Bern, 21. Juni. (WTB.) Im Schweizerischen Nationalrat gab Bundesrat Mus»), der Ches Des Sinan,^Departements, eine ausführliche Darlegung Der schweizerischen Finanzpolitik. Er erklärte, er erwarte einen Rückgang Des Zinsfußes f ü r Anleihen auf 354 Prozent, unD bemerkte, Daß Ersparnisse in Den Verwaltungen erwünscht seien. Zur Zeit roerDc Die Möglichkeit einer Erhöhung Des MaIzzo11es geprüft. Aus Tabak und Alkohol konnten neue Steuereinnahmen geschaffen werden. Die Einführung neuer direkter Steuern lehnte Bundesrat Mufy für Den Augenblick c.h unD führte aus, in keinem LanDe der Welt würden so viele Steuern bezahlt wie in der Schweiz. Ein Vermögen von 50 000 bis 100 000 Franken werde in Stabten wie Zürich, Bern usw. stärker belastet als in irgendeiner an- deren Stadt der Welt. Seit 1913 hätten die Schweizer 12 Milliarden Franken an Steuern gezahlt. Die Währung der Schweiz sei fest wie seit Jahren. Der Franken habe nie geschwankt. Musy betonte, daß jede Jnslations« Politik abgelehnt werde. — Im Stände- rat teilte der Ches Des TlilitärDepartements Dünger mit, daß Der Bericht Der Sparkommission balD erscheinen roerDc. Die Gasschutzorganisationen für Die Zivilbevölkerung unD für Die Armee seien in Vorbereitung. Ein deutscher Beamter in Lothringen verhafitet. Lächerliche Vorwände. R e u st a d t a. H.. 21. Juni. (ERB) Der Ober- sorstmeister v. Bomhardt wurde, als er in Rombach in Lothringen zu Besuch weilte, von der französischen Polizei verhaltet. Von französischer Seite wird ihm vorgewvrfen, Hausfriedensbruch begangen zu haben, weil er sich in Abwesenheit seines französischen Amtsnachfolgers von dessen Dienstmädchen den Garten der früher innegehabten Otto Hauser t< Berlin, 21. Ium. (TL.) Der Mittwoch um 11 Uhr stattfindenden Konferenz der Innenminister der Länder mit dem Reichsinnenminister legt man große Bedeutung bei. An der Besprechung zwischen dem Reichsinnenminister Freiherrn von G a y l und Hitler am Montag nahmen auch Göring, Frick und Frank II teil. Die nationalsozialistischen Führer brachten gegenüber dem Rcichsinnenminister sehr energisch ihre Forderung auf Aufhebung des Uniformverbots auch in Bayern und Baden zur Geltung und verlangten im übrigen durchgreifende Maßnahmen des Reiches gegen die kommunistische Bürgerkriegshehe. Der Reichsinnenminister hat den nationalsozialistischen Führern zugesagt, nach Möglichkeit ihren Wünschen Rechnung zu tragen. Man ist auch in den Kreisen der Reichsregierung der Leberzeugung, daß die allgemeinen Uni* formverbote in Bayern und Baden über das, was den Ländern im Rahmen ihrer Polizeihoheit zusteht, hinausgehen und glaubt, in der Besprechung die Länder auch von dieser Tatsache überzeugen zu können. Es ist beabsichtigt, den betreffenden Ländern eine kurze F r i st für die Aufhebung der Uniformverbote zu stellen, damit sie Gelegenheit haben, eventuell nötige Uebergangs- maßnahmen zu schassen. Sollte auf dieser Grundlage ein Einverständnis mit den Ländern nicht erzielt werden können, hat man die Absicht, die Frage des Uniformtragens allgemein reichsrechtlich zu regeln und zwar durch eine Rotverordnung des Reichspräsidenten auf Grund des Artikels 48. In dieser Notverordnung würde zum Ausdruck kommen, daß allgemeine Uniformverbote nur vom Reich erlassen werden können. Für die Länder wird im Einzelnen bestimmt werden, wann und in welchem Umfange sie in einzelnen Fällen selbständig vorgehen können. eines Urmenschen der Neandertalrasse und 1909 in einer Grotte bei Combe Capelle im gleichen Departement das Skelett eines weit jün- deren Urmenschen der Aurignacrasso. Der Mousts- rienmensch ist schätzungsweise 100 000, der Aurignacmensch etwa 35 000 Jahre alt. Die beiden Skelette Aus aller Welt. Ivaffentag der Kavallerie. .Hannover, 20. Juni. (TU.) Der Zweite Waffentag der deutschen Kavallerie wurde am Samstagabend mit einer großen vaterländischen Kundgebung cingeleitet, die mit den aus allen Teilen des Reiches nach Hannover gekommenen alten Kavalleristen in den Uniformen der Vorkriegszeit Scharen Tausender aus Stadt und Land im hindenburgstadion vereinte. General a. D. P r e u ß e r, der frühere Kommandeur der Kaoallerieschule, hielt die Begrüßungsansprache. Nachdem dann Senator E l k a r t als Vertreter der Stadt Hannover gesprochen hatte, dankte Generalfeldmarschall v. M a d*e n f e n der Stadt Hannover für die dem Waffentag bereitete freundliche Aufnahme, und den alten Kameraden dafür, daß sie in dieser schweren Zeit den Mut gefunden, zum Berlin, 21.Iuni. (TU.) Nachdem durch die beiden ersten Notverordnungen nur eine Glattstellung der von der Regierung Brüning zurück- gelassenen schwierigen Finanzlage erfolgt ist, wird das Reichskabinett nach der Rückkehr des Kanzlers und der Minister aus Lausanne wichtige positive Maßnahmen durchführen. Die entsprechenden Vorarbeiten werden bereits in den betreffenden Ministerien geleistet. DieDerabschiedungdesReichshaus- Halts durch Notverordnung muh bis zum 30. d. M. erledigt sein. Schwierigkeiten sind dort nicht mehr zu erwarten. Der Reichshaushalt wird in wenigen Tagen bereits vom Reichsrat verabschiedet sein, so daß man unter Umständen noch für Ende dieser Woche bzw. für Anfang nächster Woche unmittelbar nach der Rückkehr Herrn von Papens die betreffende Notverordnung erwarten kann. Als wichtigste Aufgabe kommt dann die Frage der Arbeitsbeschaffung und der Siedlung in Betracht. Die größten Schwierigkeiten macht hier die Frage der Finanzierung des Programms, da im Reichshaushalt nur unzulängliche Summen vorgesehen sind. Der Gedanke einer Prämienanleihe soll nicht wiederaufge- grifsen werden, da man sich von einer solchen Anleihe nichts verspricht. In der Frage der Siedlung dürfte man sehr Diel weniger weitgehen, als das frühere Kabinett beabsichtigte. Die von Brüning geplante Enteignung großer Güter im Oft en wird die neue Regierung nur in erheblich geringerem Umfa n g e durchführen, weil jie auf dem Standpunkt steht, daß alle die Betriebe, die noch gerettet werden können, auch gerettet wer- Reue plane des Reichskabiueiis. Schwierigkeiten der Finanzierung für Arbeitsbeschaffung und Siedetvng. Dienstwohnung zeigen ließ. Weiter wird er beschuldigt, trotz der seinerzeitigen Ausweisung aus Lothringen dorthin zurückgekehrt zu sein, also Bannbruch begangen zu haben. Schließlich beschuldigt ihn die französische Anklagebehörde, während des Krieges an feine vorgesetzten deutschen Behörden Geheimberichte über die Stimmung der Rombacher Bevölkerung gegeben zu haben. Bomhardt ist zur Zeit i m Metzer Gefängnis. Der Fall soll am Mittwoch zur Verhandlung kommen. Die deutschen Behörden haben sich des Falles bereits angenommen und entsprechende Schritte eingeleitet. Otto Hauser, der Entdecker des Moustsrien-Men- ftQhJrnx ®rUn^lal scheu ist in Berlim 58 Jahre alt, plötzlich gestorben. '“B Unter »,nich Hauser, der zu Wädenswil im Konton Zürich ge- fe,n °en U, boren wurde, studierte in Basel und Zürich Archäo- (Ein t-tcn logie. Seine ersten Ausgrabungen legten das mäch- ?r r für alle tige Amphitheater bei Windisch im Aargau, das alle , a,cnn alle Vindodossa, frei. 1908 entdeckte er in der sogenannten U)eahrö;k ciner *Ba unteren Grotte von Le Moustier im Tal der VSzere, I :-tn ocn» (' ^'r em einem kleinen Flüßchen im Departement Dordogne ip I'» bei b!r r ^erfüa in Südfrankreich, die fast unversehrt erhaltenen Reste , I* “ikriiühJ ^rthführ eines Urmpnlrficn her 'Hpnnhortnfmür - Die Frage der Arbeitsstreüung. Berlin, 21. Juni. (WTB.) Das Reichs- arbeitsminifterium isd seit langem bemüht, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eine freiwillige Verkürzung der Arbeitszeit herbeizuführen. Neuerdings sind auch die L a n d e s- arbeitsämter in den Dienst dieser Aufgabe gestellt worden, an der sie durch ihren Aufgabenkreis besonders interessiert sind. Die Landesarbeitsämter sollen durch besondere Kurzarbeitsausschüsse auf die Arbeitsstreckung in den einzelnen Gewerbezweigen und Betrieben ihres Bezirkes hinwirken und an den Verhandlungen dieser Ausschüsse auch die Gewerbeaufsichtsbeamten und gegebenenfalls d i e Schlichtungsorgane beteiligen. Zugleich sind die Spitzenoerbände der Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgefordert worden, die Landesarbeitsämter durch tatkräftige Mitarbeit bei der Durchführung dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen. Heute Länderkonferenz in Berlin Oie Reichsregierung entschlossen, die Aufhebung der Ltniformverbote durchzusehen. Oie Versorgung mit Brotgetreide sichergestellt. Berlin, 21.Juni. (WTB.) Amtlich. Auf Grund der gegenwärtigen Marktlage muß die Versorgung mit Brotgetreide bis zum Schluß des Erntejahres als gesichert gelten. Die Reichsregierung hält es deshalb nicht für erforderlich, die bis zum 30. Juni d. I. geltende Regelung für die zollverbilligte Einfuhr von Weizen zu verlängern. Auch beim Roggen ist die Verforgungslage so günstig, daß die Einfuhr weiterer zusätzlicher Roggenmengen nicht notwendig erscheint. Eine Brotverteuerung wird nach wie vor nicht eintreten. Die getroffenen Maßnahmen sind jedoch von dem entschlossenen Willen diktiert, alle Voraussetzungen zu schaffen, die im Interesse einer angemessenen Verwertung der neuen Ernte unerläßlich sind. Auch die Mrtschastspartei geht allein in den Wahlkampf. Berldn, 21. Iuni. (VDZ.) Der Reichsausschuß der Wirtschaftsparfei beschloß, daß die Wirtschaftspartei mit eigenen Listen in den Reichstagswahlkampf gehen soll, sobald durch geeignete Maßnahmen Sicherungen getroffen seien, daß keine Stimmen verloren gehen können. Der Ausschuß sprach sein Bedauern über das negative Ergebnis der Sammlungsbestrebungen aus und bekundete den Willen, die Sammlung des nationalen freiheitsbewußten Düvgertuins weiterhin zu betreiben. Haisischflossen mit Ei — Tintenfisch mit Chrysanthemum indicum — Tripang mit großen getrockneten Krabben — Fischbauch mit ch nes schein Schinken und Algen — Seeohren mit Rinosleisch — Getrockneter Tintenfisch aus Canton — Chinesischer Reis. 3m Iahre 1890 gab ein Großindustrieller im Berliner Zoologischen ©arten ein „Ueberslaalliches Festessen" aus dessen Speisenfolge man nicht nur die ganze Sorglosigkeit der damaligen Zeit erkennen kann, sondern auch den ganzen Widersinn spürt, der aus Großtuerei und Geltungsbedürfnis herausgeboren ist. Cs gab: Kraftbrühe von Sunda-Rind mit Büffelmark— Zebuschwanz-Suppe — Grönländische Stachelrochen mit Lamabutter— Australischer Kasuar gedämpft mit Edelpilzen - Schalentiere vom Nordkap—Iunge, türkische Schwäne—Antilorenrücken— Norwegische Walderdbeeren, Chinesische Bambus» sprößlinge—Samoa-Borne und Schwedische Meiereibutter und Käse. Den Beschluß möge ein Hochzeits-Essen 1536 machen. Es ist bekannt, daß im Mittelalter ge* A. wurde, wie zu römischen Zeiten. Die durften überboten sich gegenseitig an tagelangen Gasterecen, bei denen oft 100 fette Ochsen verzehrt wurden. Sie belebten die Tafel durch ungeheure Schaugerichte, die manchmal von 12 Personen getragen werden mußten. Aber sie würzten die Mahlz^ten und Speisen auch mit Scherz und tollen Einfallen. £er »Jüchen-Zettel" bei der Vermählung des Grafen Erbach mit Elisabeth, Tochter des Pfalzgrafen Iohann von Simmern am 8. Januar 1536 lautete: © $aift Wild- und Hirschzimmel—Gelb gesottene Koppen-Blaue Forellen mit Hecht—Große Hecht- Feuerwerk in ein Gallren verwappnet als ecbaueffen—g-aift verdämpfte Gänse—Kraut— Pasteten mit lebenden Vögeln-Gebackene Birn- Sin Storch mit Jungen und einem Strick um den Hals mit den Reimen: »Ich wollt mit rechtem Begier daß jedem Claffer wär als mir* Gemüse mit eingemachten Dingen — Gebratene Krammetsvogel J$aueHen: Ein Berg mit ®änfen Kalt Hirschschlägel — Mandeltorte — Kalt: Oberrhein-Lachs — Mandue-Muräne — Lauenburger Schatt-See-Muräne (von Bismarck geliefert) — Puls-See-Muräne — Gebirgs-Forelle — Bach-Forelle — Aal und Aesche. , Auch die Fleischgegner haben schon zu allen Zeiten große Werbe-Essen veranstaltet. Das erste, das allgemeine Beachtung fand, war das „Vegelarier-Festeffen", das 1884 im Zoologischen Garten zu Hannover stattfand. Es wurde gegeben: Suppe von jungen Erbsen mit Griesklößen — Scorzoner Wurzeln mit Bratkartoffeln — Salate und Kompotte — Blumenkohl mit Eiertunke und Kartoffeln-Kroketten — Eingemachte Früchte — Creme mit Johannisbeer-Tunke — Frisches Ob ft — Nachtisch — Graham-Brot — Käse — Pumpernickel. Den Offizieren des deutschen Kanonenbootes „Loreley" wurde 1898 ein „Türkisches Festessen- gegeben, das den Leser in eine ganz fremde Welt versetzt. Die Speisekarte lautete: Weiße Suppe mit gehackter Leber — Ein gebratenes Lamm mit Pistaziennüssen — Gelee — Gebratener Truthahn mit Ananassamen und geriebenen Kastanien gefüllt — Weißer Cierrahm mit gestoßenem Zimt bestreut — Gedämpftes Gemüse mit Oel begossen — Eierküse — Gebratene Fische mit saurer Sauce — Brotpudding mit Zucker bestreut — Gebratene Fische — Eingemachte Aepfel — Geröstete Gänsekeulen — Pastete von gehacktem Fleisch mit Kräutern — Gebäck mit Honig — Zusammengerollte Kohlblätter mit gekochtem Reis gefüllt — Eierspeise mit Mandeln — Gedämpftes Huhn mit Ananassamen gefüllt — Zuckerkuchen wie Diamanten geformt — Gemüse mit Knoblauch tunke — Gebackenes — Wurst von Reis und Kräutern — Kuchen — Gebackene Darben — Rindfleisch mit Oliventunke — Melonen — Gesottene Klöße — Gebackenes — Frikassee mit Kastanien — Schüssel mit gekochtem Reis und Rosenwasser mit Honig. Man kann wohl annehmen, daß die Teilnehmer an diesem Essen gesättigt nach Haus gegangen sind, während die Teilnehmer an dem folgenden Mahl sich wohl etwas zurückhaltend benahmen. Cs war ein „Chinesisches Festessen", das anläßlich der Fisch-Ausstellung in Berlin im Jahre 1884 vom Koch des chinesischen Gesandten bereitet war. Es gab: sind von Hauser und Klaatsch zusammengesetzt und befinden sich im Berliner Museum für Völkerkunde. Bei Ausbruch des Krieges wurde Hauser aus Frankreich vertrieben und mußte fein Lebenswerk im StiH lassen. Verbittert lebte er seit der Zeit in Basel, seit Kriegsende meist in Deutschland, zuletzt in Berlin. Pfeffer- und Schweinewildpret — Hasenpastete — Allerlei Gebratenes — Marzipan und Parmesankäse. Die Leser werden bei den „Pasteten mit lebenden Vögeln" vielleicht erschrocken sein. Das waren indessen Schaugerichte, in deren Innern Vögel gefangen waren, die bann freigelassen wurden und über die Tafel flatterten. Schon in einer Speisekarte des Jahres 1445 anläßlich des Besuchs des Herzogs Rupprecht in Straßburg hieß es: „Rach gehaltener Messe ging Bischof und Gäste zu Tisch. Man trug manch Essen und fremde Tracht auf. Unter anderem brachte man ein Gebackenes, das war ein Schloß und so groß als ein bester. Da thät der Bischof an den gebackenen Schloß ein Fensterlein auf, da flogen Vöglein heraus, darnach thät er ein Türlein auf, da ward ein Weiherlein brinn gemacht, das lief voll lebendiger Fischlein." In weiteren 600 Jahren, im Zeitalter künstlicher Nahrung, wird man diese Feststellungen mit noch größerer Verwunderung lesen. M. A. ------ 3 Kunst und Wissenschaft. Berühmte Festessen. Ein Blick in das Jteid) -er Feinschmecker. 3n der Geschichte der Kochkunst haben sich einige Speisenfolgen erhalten, die ebenso merkwürdig, wie beachtenswert sind. Aus der reichen Fülle seien ein paar Zusammenstellungen wiedergegeben, die nicht nur für die Hausfrauen Belehrung und Unterhaltung bieten, sondern die auch unter kulturgeschichtlichem Gesichtswinkel allgemeine Beachtung verdienen. Am 6. Februar 1891 wurde anläßlich der Deutschen Kochkunst-Ausstellung in Berlin ein „Feinschmecker-Essen" gegeben, das vom Deutschen Gastwirt-Verband veranstaltet war und dadurch einen gewissen Weltruf erwarb, daß es mit 30 Mark für das trockene Gedeck das bis dahin teuerste öffentliche Essen der Welt war. Es gab: Schildkrötensuppe — Austern-Vorgericht mit Kaviar — Rote Meerbarbe und Meerbrassen — Fo- gasch mit Rheinlachs gefüllt — Elennziemer auf Weidmannsart — Englischer Hammelrücken mit verschiedenen Beilagen — Lukullisches Zwischengericht — Langusten mit Scampi — Waldschnepfen — Metzer Hühner — Salat — Eingemachte Früchte — Edeldisteln auf flämische Art — Sellerie — Gemüse — Gefrorene Ananas — Gefrorene Mandarinen auf Bäumen — Bordeaux-Früchte — Eis — Gefrorenes von Erdbeeren — Englische Käsebrötchen — Nachtisch. Aus ein ganz anderes Gebiet führt das „Reichs-Fifch-Efsen", das am 29. November 1876 im Reichstags-Gebäude Za Berlin ftattfanb und zu dem Zweck veranstaltet war, das Fischessen volkstümlich zu machen. Es wurde gegeben: Warm: Rheinlachs mit zerlassener Butter — Weserlachs aus Hameln mit holländischer Tunke — Meerforelle mit Colberger Tunke — Karpfen in polnischer Tunke — Karpfen blau aus Lübichen — Huchen aus der Donau — Saibling aus dem Bodensee in Butter — Schleie in Dill aus Wollin — Schleie aus Lübichen in Bier — Goldorfe aus Wiesbaden in Butter — Hecht aus der Ostsee in Petersilientunke — Zander aus der Ostsee in Pilztunke — Barsch aus der Ostsee gebraten — Renka aus dem Bodensee in Butter und Felchen aus dem Bodensee in Butter. AM-" ,-LsE feJi&S neu« » ynjei^6 $•****„ | usfoö von < lßnnahM° b rüht al I.-°lstruer, ?Aje l i Sfieälfteuern 1 t ^ng ^hr erstatte i gegenwärtigen 0ie0«dttbellM iljumle» gelungen^ niffe, die aus der Ausg worden -di sparsame Wirtschaft ewaltung, die rechtzeitig , oerlorenen Krieg gesth ,unb notwendige Ausgal •in bereits früher so 9 Mu das Elistenzmim großen Teil von weither zu kommen, um sich wieder einmal der Pflege der Kameradschaft zu widmen. Am Sonntag vereinigte die Feftteilnehmer im Stadion von Hannover ein Festgottesdienst. Helle Begeisterung stieg auf, als die Standarten der alten hannoverschen Reiterregimenter unter klingendem Spiel in das weite Rund des Stadion einzogen. Vor dem einfachen Feldaltar, um den in einem großen Viereck eine abgesessene Reichswehrschwadron und die Abordnung der alten Kavallerieregimenter und Kriegervereine Aufstellung genommen hatten, hielt der Wehrkreispfarrer den Feldgottesdienst ab. Der Kommandeur des Wehrkreises 6, Generalleutnant Fleck, betonte in einer Ansprache die hohe Bedeutung der alten deutschen Kavallerie für die junge Reichswehr. Mit kurzen Dankesworten erwiderte Generalfeldmarschall v. Mackensen. Tausende von Zuschauern sahen in den mit Flaggen reich geschmückten Straßen Hannovers den Festzug. An der Spitze zog eine Reichswehrschwadron, voran die alten Standarten. Ihnen folgten in einer endlosen Reihe die Abordnungen der Kavallerieregimenter. Jugendliche Erwerbslose aus dem Rhein-Main- Gebiel in Pommern und Ostpreußen. Nach den guten Erfahrungen, welche im letzten Jahr mit der Unterbringung jugendlicher Erwerbsloser aus dem Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen gemacht wurden, sind jetzt wieder eine Anzahl Jugendliche aus Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden bei kleinen Landwirten im Bezirk des Arbeitsamts L y ck (Ostpreußen) und im Bezirk Neustettin (Pommern) untergebracht worden. Da in der Hauptsache die am schwersten betroffenen Gebiete Rheinland und Westfalen berücksichtigt werden mußten, konnten aus dem Bezirk Hessen diesmal nur etwa hundert Jungen vermittelt werden. Sie finden dort während der Sommermonate zu la nd wirtschaftlichen Hilfsarbeiten Verwendung. Gerüsieinsiurz in Italien. In De s i o, der lombardischen Geburtsstadt des jetzigen Papstes, stürzte an einem Neubau das Gerüst ein und begrub zwölf Arbeiter unter den Trümmern. Als sie nach mühevoller Arbeit geborgen werden konnten, lagen vier i m S t e r b e n, während die übrigen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus? geschafft wurden. Zehn Jahre Allgemeiner Deutscher Bcamtenbund. Der Allgemeine Deutsche Deamtenbund veranstaltete aus Anlaß seines zehnjährigen Bestehens eine Feier im ehemaligen Herrenhaus, bei der der Vorsitzende, Ministerialrat a. D. F a I- kenberg, Vertreter der Ministerien sowie des Oberbürgermeister der Stadt Berlin und andere Organisationen begrüßen konnte. Er bedauerte das Nichterscheinen von Vertretern der Reichsregierung, gab aber der Hoffnung Ausdruck, ein gutes Verhältnis zu allen Behörden pflegen zu können. Der Bund sei nicht Gegner des Deutschen Deamtenbundes. Er verstehe aber nicht dessen Weg, der der neuen Reichsregierung folge, anstatt diese gemeinsam mit anderen Arbeiterverbänden vor Ueberspannung des Bogens zu warnen. Ministerialdirektor Brecht vom preußischen Staatsministerium betonte die Notwendigkeit des Ein stehens für die Mitglieder der Reichsregierung in Lausanne, ohne Rücksicht daraus, wie man inner- politisch zur Reichsregierung stehe. Die preußische Regierung werde sich mit allem Nachdruck bei der Reichsregierung dafür einsetzen, daß die Arbeitszeit verkürzt und die Arbeitslosen in die dadurch freiwerdenden Stellen einbezogen werden. Nach weiteren Begrüßungsansprachen führte Reichstagsabgeordneter Dr. D ö l t e r (Soz.) u. a. aus: Die Beamtenschaft müsse Partei ergreifen in dem Kampf um die Verwirklichung einer Wirt- schaftsversassung, die nicht die Anhäufung diktatorischer Wirtschaftsmacht auf der einen, Arbeitslosigkeit und Massenelend auf der anderen Seite mit sich bringt, sondern die Unterordnung der Wirtschaft unter die Interessen der Allgemeinheit. Die Fortentwicklung des Deamtenverhält- nisses. die Sicherung der Rechte und der soziale Aufstieg der Beamtenschaft seien nur möglich zusammen mit dem sozialen Aufstieg der Arbeiterschaft. । dez'k ; bem Snab ‘SÄ'S Mr teOtr Piwitt Gieße Geheimrat L eWräfitent Dr. - Ütve des verstorbenen ' ^Hessen und später Rh ifingcr, der währen eidrskommissar für bas Laders verdienstvoll v injjtel: Darin Sehr geehrte, gnäi kvebcn erbalte ich öii m Tode üprtf verehrte i’en, zugleich im Warn? cimmg, den Ausdruck Äilnahme. Sic großen Verdienste t •chriger Dienstzeit, ins! aufopfernde Tätig! Wngszeit haben den ::us ein bleibendes D wlkerung des Hessenlai s ehemals besetzten Hess Üeckcn an diesen vortri Whig bleiben. Ihm au nochmals wamsten »9 zu zollen, ist m cohat der Tod Ihres ">stn der Familie eine Z sondern sehr viele im: ms Werden sein Hinsch empsi babe die lief Z e Persönlichkeit des When gewußt und siif J Memsainek Arbeit' Jg ihn wird mir ÄJ. 6ie bitte. 1 Sä N« politisch M Scuertve k,5 Krcisamt ®je6fn . fwi|(ereien des »"'ft« rml|r,e"|i r*ÄnlrKa8'”- ich im üenn in der R r ®egner9 öle 6(|n Mrtigen J*|Lnef)rne den müssen. Unter allen Umständen soll vermieden werden, daß eine große Zahl von Gütern durch . den Konkurs getrieben werde, weil in diesem Falle ja nicht nur die betreffenden Landwirte betroffen würden, sondern alle Gläubiger, d. h. ■ also Sparkassen, Händler, Gewerbetreibende, Handwerker erleiden große Verluste. Wenn das dazu führen würde, daß sogar Sparkassen und Genossen- «j schäften ihre Schalter schließen müßten, würde cs ZU eine unübersehbaren Notlage in den betreffenden Gebieten kommen. In der Frage der Arbeitsbeschaffung denkt man daran, führende Männer auf diesem Gebiete zu einem Ausschuß zusammenzurufen, um auch deren Ansicht zu hören. Der von einer Berliner Zeitung bereits genannte Oberst Hier! von der NSDAP, wird sicher zu diesem Ausschuß gehören. Es sollen aber in gleicher Weise auch, Persönlichkeiten aus anderen politischen Lagern hinzugezogen werden. Auch die Frage der organischen Umge- . ft al tu ng d e r sozialen Fürsorge wird in Angriff genommen werden. Die 2. Notverordnung p hat nur die finanzielle Grundlage für den weiteren Fortbestand überhaupt gesichert. Jetzt sollen durch D e r tv a 11 u n g s d e r e i n f a d) u n g e n weitere Ersparnisse erzielt werden. Dabei denkt man zunächst nicht daran, irgendeine Form der Versicherung oder irgendeine Art der Kassen aufzuheben, sondern man will z. B. d i.e Anzahl der verschiedenen Kassen vermindern. 2luch der Gedanke der Neugründung von S p o r t v et b ä n d e n unter R e i ch s a u'f s i ch t wird wieder aufgegriffen werden, man wird auch hier schon bald mit positiven Plänen an die Oes- fentlichkeit treten. Man spricht auch bereits von Erwägungen über dieDerhängungdesBelagerungszu- st a n d e s. Gerüchte dieser Art sind nach unseren Informationen aber unzutreffend. Es kann indessen kein Zweifel darüber sein, daß die Reichs- regierung entsprechend ihrer Ankündigung die Absicht hat, „die mit ihrer letzten Notverordnung begonnene Politik energisch fortzuführen". Rationalsozialiflische Forderungen München, 21. Juni. (TU.) Zur Berliner 3n- nenministerkonferenz bringt die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz eine längere Auslassung, in der es am Schluß heißt: „Ein Reichs- innenrninister, dem es ernst ist, mit dem Schutz der von ihm beschworenen Reichsverfassung, könne den Landesregierungen nur eine Antwort geben? „Wenn Ihr nicht imstande « und fähig seid, den verfassungsmäßigen Schutz der staatsbürg-erlichen Grund- rechte zu übernehmen, tojnn Ihr statt diese ; Grundrechte pflichtgemäß zu veMdigen, sie außer Kraft seht, dann ist das Reich gezwungen, und sogar verpflichtet, diesen Schutz feiner Staatsbürger s e l b st zu übernehmen und zu gar an- J tieren." Eine solche Antwort an die lediglich geschäftsführenden Länderregierungew die in ihren Ländern keineBolksmehrheit mehr hinter sich hätten, würde von der großen Mehrheit der Staatsbürger gerade in den Ländern nicht nur verstanden, sondern aufs Wärmste begrüßt werden. Sie würde einen unerträglichen bürgerkriegsähn- lichenZustand beendigen, den diese Länderregierungen durch ihre bisherige der Reichsverfassung widersprechende Handhabung der Po- lizeihoheit erst heraufbeschworen hätten. ttlin, Ser Gießener Saushalisvoranschlag snr 1932. ^erbofe Starke Rückgänge auf der Einnahmeseite. - Erhebliche Abstriche an den Ausgaben. — Ständig steigende Wohlfahrtölasten. Äs* Nd LZ? ’fi’eriita lt TU,' ™ 3t; "ur ti* * h4 Staci flara*. I Wight ^gitrungj j Wö. K ?i4nabe ° "■ MScrn auli ' totie eine}] ''NegSäbn, •’ diele Lm, ^bung b?r P» hatten. * । Die Stadtverwaltung hat gestern den Mit- federn des Sladtrats und der Presse eine B e • rachtung zürn Haushaltsvoranschlag Itr Stadt Sieben für dos R j. 1932 zu- «hcn lassen, in der sie folgendes oussahrt: Der Voranschlag der Stadt Gießen für ’M. 1932 schließt in der Betriebsrechnung nit 5 981 762 RM., gegenüber 6 456 914 RM. im Horjahre ab. Der neue Voranschlag ist vor allem «kennzeichnet durch den beträchtlichen Rückgang der Einnahmen. yie Ueberschuhablieferungen der städtischen »jerke gehen um 168 000 RM zurück, wobei I Merdings 75 000 RM. auf die oorgenornrnenen Preissenkungen entfallen. Besonders erheblich ist der tinnahmeausfall auf dem Gebiete der Steuern. Dabei ist der Ausfall bei den Ueberweisungen aus ter Einkommen, und Körperschaft,- teuer mit 186614 RM. am größten. Aber auch Ki anderen Steuern gehen die Ertragnisse zurück. ?er Einnahmeausfall von 78100 RM. bei den «teal steuern beruht auf einer Maßnahme des »essischkn Staates, der die den Gemeinden durch die Senkung der Realsteuern entstehenden Ausfälle ih zukunsl nicht mehr erstattet. Ein beträchtlicher Ein- rahmerückgang ergibt sich bei der Sonder- lebäubefteuer zufolge der durch Reichsvor- jhrisl angeordneten 20-o. H.-Senkung. Die Gesamt- tzmme der Einnahmerückgänge bei den Steuern päre noch größer, wenn nicht die im vorigen Herbst ti rigetretene Erhöhung der Bürgersteuer, die m gegenwärtigen Voranschlag in der zu erwarten- kn Höhe eingesetzt ist, die Einnahmeseite um 80 000 ßeichsmark verbessern würde. Die durch Reichsoor- phrift verfügte Senkung der Mieten ver- x-sacht einen Einnahmeausfall von 30 574 RM. Die Deckung der beträchtlichen Linnahmeausfälle ist zum leit gelungen durch schwerwiegende Eingriffe. die auf der Ausgabeseite oorgenommen worden sind. teils. SitMtmg. Jurd) sparsame Wirtschaft des Stadtrats und der Verwaltung, die rechtzeitig erkannten, daß die durch fcn verlorenen Kriea geschaffene Lage nur produk toe und notwendige Ausgabe gestattet, sind die Ausgaben bereits früher fo gestaltet worden, daß sie gkradezu das Existenzminimum darstcllen. Ja, es sind angesichts der finanziellen Rot bei einzelnen Ausgabeposten die Ansätze so tnapp bemessen, daß hier in den nächsten Jahren eine Erhöhung unvermeidlich sein wird, wenn nicht Substanzgefahrdung eintrelen soll. Die durch die Notverordnungen angeordnete Kürzung der Löhne und Gehälter sowie die Senkung derZinsen brachten die stärkste Ausgabenverringerung. Zwangsläufige Mehrausgaben entstehen dadurch, daß zufolge staatlicher Anordnung 8 o. H. des Aufkommens an Sonder- gebäudesteucr zur Ablieferung an einen Umschul» dunassonds für Zwecke der Umschuldung der Gemeinden neu in Ausgabe zu stellen sind! ferner dadurch, daß der Staat die von den Gemeinden zu leistenden Beiträge für die Volksschulen erhöht hat. Die weitaus größte Ausgabe verursacht nach wie vor die Wohlfahrtspflege, die 1 301 439 RM. erfordert. Die Ausgaben für die Wohlfahrtspflege steigen dauernd, insbesondere deshalb, weil die Zahl der Dohlsahrtserwerbslo’en forlgefehl zunimml (feil Beginn 1932 Zunahme von 100). Wenn in dem gegenwärtigen Voranschlag der städtische Zuschuß zur Wohlfahrtspflege etwas geringer erscheint als im vorjährigen Voranschlag, so ist dies nur scheinbar und beruht daraus, daß ein Reichs- Zuschuß von 100 000 RM. zu dcr städtischen Wohl- sahrtslast vorgesehen ist. Die gewaltigen Wohlfahrtslasten find es, welche die Finanzen der deutschen Städte vollkommen zerrüttet haben, und die Ursache der beträchtlichen, von Jahr zu Jahr wachsenden Fehlbeträge in den städtischen Haushaltsplänen bilden. Lin Zusammenbruch der Finanzen der Städte kann nur abgewendet werden durch eine sofortige und ausgiebige Rcichshilfe, wie dies die kom- munalen Spitzenoerbände feit Jahr und Tag von dcr Reichsregierung fordern. Oertlich. mit den beschränkten, immer schwächer werdenden Kräften der Gemeinden kann die deutsche Wirtschaftskrise nicht bewältigt werden. Das ist eine Reichsausgabe, der die Reichsregierung sich nicht länger entziehen kann. Bei Abschluß des Voranschlags ergibt sich ein Fehlbetrag von 489 035 RM., der vorläufig aus Vermögensmitteln zu decken ist. Die durch ein Wunder ist, abgesehen von einem verbogenen Kotflügel, fein Schaden entstanden. Die Polizei in Schotten wurde von dem Vorkommnis fofort benachrichtigt. Kur, vorder hakte der Autobus des Zweckvcrbandcs Nidda—Ulfa auf dem Dege nach Lreungcsham die Stelle pafjiert. in der Zwischenzeit muß der Droht erst befestigt worden sein. diesiger Wafferrobröruch in Mainz. Mainz, 21. Juni. (TU.» Heule abend ereignete sich in der Hauptverkehrsstraße von Mainz, der Ludwigstrahe, ein Wasser- rohrbruch von ungewöhnlicher Auswirkung 3m Olu glich die ganze Straße einem reißenden Strom. Die Wassermaslen traten mit solcher Gewalt au» dem Boden heraus, daß daS Straßenpf1aster überall ausgeris - s e n und an den Ausbruchs stellen sogar in die Lust geschleudert wurde. Auch die Schienen der Straßenbahn wurden auS ihrer Detondeckung geschleudert und ragen wie verbogene Eisenstäbe in die Lust. Der Derkehr mußte gesperrt werden, da eS lebensgefährlich war, die völlig unter» spülte Hauptverkehrsstraße zu betreten. Die Ursache deS WasserrohrbruchS ist noch nicht ermittelt. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Aus aller Welt. Verbrecherjagd In Kassel. Ein Ginbrechertrio war gewaltsam in die Wohnung einer Dentistin in der Mur- hardstraße eingebrungen, um zu rauben. AIS die erwachte Wohnungsinhaberin sich plötzlich den Eindringlingen gegenübersah. ries sie um Hille und sprang aus der im Erdgeschoß gelegenen Wohnung. wobei sie Derlehungen davontrug. Die Einbrecher flüchteten unter Mitnahme einer Geldbörse mit etwa 40 Mark. Sie wurden jedoch von einer Schupo st reise beobachtet, worauf sie in einem Hause der Luisenstraße verschwanden. DaS tierbeigerufene Ueberfalltom- mando umstellte daS HauS unb stellte Nachforschungen nach dem Derbleib der Danditen an. M- diese sich entdeckt sahen, sprangen sie aul einem Fenster de - zweiten Stockwerk- auf den Hof. Der eine der Täter hatte sich beim Zertrümmern einer Fensterscheibe starke Schnittwunden zugezvgen, ein Zweiter brach bei dem Sprung auS dem Fenster beide Hänbe und zog sich auch eine Deinverietzung zu. Bevor bi« Verbrecher gestellt werden konnten, hatten sie ihre Flucht über verschiedeneZäune und Höse nach der Kaiserstraße fortgesetzt, immer verfolgt von den Polizei beamten. Die Dentistin mußte dem Krankenbau- zugesührt werden, da sie sich bei dem Sprung auS dem Fenster eine Gehirnerschütterung zage zogen hatte. Schwerer Autounfall eine» Kasseler Rechtsanwalt». Aus der Landstraße dicht vor Cölbe ereignete sich ein schwere- Autounglück. Der ÄaOelcr Rechtsanwalt Dr PauImann befand sich in Begleitung deS Oberleutnant# a. 5». 3 u n g in seinem Auto auf dem Wege von Mar- bur g n a ch K a s s e l, al- in einer scharfen Kurv« der Rechtsanwalt die Gewalt über den Wagen verlor, so daß da- Fahrzeug mit großer Wucht gegen eine steinerne Drückeneinfassung fuhr. Die Drückeneinfassung wurde etwa 30 Zentimeter eingedrückt und auch zum Teil i n die Lahn geschleudert. Die Insassen erlitten schwere Verletzungen und mußten nach Marburg in die Klinik gebracht werden. Dr. Paulmann trug u. a. einen komplizierten Druch de- rechten Arme- davon, sein "Begleiter erlitt ebenfalls Knochenbrüche. Da- Auto wurde vollständig demoliert. Mussolini eröffnet die Internationale Bäckerei- lagung. Mussolini eröffnete am Dienstag auf dem Capitol die Internationale Bäckereitagung. Der Korporationsminister erklärte In einer Rede, daß die Tagung nicht nur wegen der Zahl ihrer Teilnehmer, au» den verschiedensten Staaten bedeutsam sei, sondern auch wegen der umfa||enbcn Borträge und Denkschriften, die alle Seiten der Brotherstellung behandeln. Deutschland ist durch Mitglieder der zuständigen Spitzenverbande, durch bekannte Gelehrte und durch zahlreiche Fachleute vertreten. Sonnen- und Lustbaden. Gutes Gesundheitsmittel — aber nicht übertreiben! Don Dr. med. W. Schweisheimer. en soll ütrmitbn! on Gütern bürg i - weil in diel«1 en Landwirte de-1 laubiger, di.l treibende, hanb' Wenn do; dajr I en und Genossen. I Wen, würde «I i den betreffend« I sbefchassun-I inner auf bicfcttl zusoirmcnzurusn, I n. Der von eine ’ le Oberst hier" I diesem Au^'chij I Her Weise augi >eren pohtbl »erden. scheu Umge- f »sorge wird hl 2.')loiuiotbnun|l für den weitem I Letzt sollen burt> ungen meilfj erben. Dabei btit 1 ndeine Form tt:; der Kassen aulgi | ie Anzahl der i e'rminbern. rünbung vo«! leichraussich! _ i, man wirb audi iänen an die Oes- - Haseupastete - m und Pamela» asteten mit leben- sein. Das toars Innern Dögcl * issen wurden uni i in einer Speist- ! des Gesuchs W g hieb .. Dschol und Da» ssen und fre^ ichte man cm ib so grob "IS c« n den 5'^^ ogenDöglcnher- »in auf, da vaZ das lies voll le- i Zeitalter künb Feststellungen-nil M.A.1 -nschab- ■ Moustsr-e"'^ mb oUIT. medr 5 Äff«? t e,nCZr DJlOU^ ie faelDe f(eRt rishs Ä-,1 tiue der proDinvafbauptflaöt Gießen, den 22. 3uni 1932. Geheimerat Dr. Usinger f. Staatspräsident Dr. Adelung hat an die D.twe deS verstorbenen ProvinzlaldirektorS von tb rhessen und später Rheinhessen, ®e';cimerat'5>r. Usinger. der während der DesahungSzeit als LandeSkornmissar für das besetzte hessische Gebiet ßesonders verdienstvoll wirkte. folgcnöeS Schreiben gerichtet: Darmstadt, 20. 3uni 1932. Sehr geehrte, gnädige Frau! Soeben erhalte ich die erschütternde Rachricht tzom Tode Ihres verehrten Gatten. Ach übermittle DH en, zugleich im Ramrn der Hessischen Staats- r^.erung, den Ausdruck herzlichster und apfrich- ii'lier Teilnahme. Die großen Derdienste des Derstorbenen in über Cjüfniget Dienstzeit, insbesondere seine nie ermü- itnuc. aufopfernde Tätigkeit in schwerer Rot- und Eesahungszeit haben dem Toten über dns Grab hinaus ein bleibendes Denkmal gesetzt. Del der Tebolferung des Hessenlandes, vor allem aber der diS ehemals besetzten hessischen Gebiets, wird daS Andenken an diesen vortrefflichen Beamten immer lebendig bleiben. Ihm aus Anlaß seine- Hinschei- drns nochmals wärmsten Dank und hohe Anerkennung zu zollen, ist mir eine Ehrenpflicht. Lo hat der Tod Ihres Gatten nicht nur in den Kreisen der Familie eine unersetzliche Lücke gcrif- : srn. sondern sehr viele im Hessenlande und darüber hinaus werden sein Hinscheiden als einen schweren Herlust schmerzlichst empfinden. Ich selbst habe die liebenswürdige, kluge und aufrechte Persönlichkeit des Derstorbenen stets hoch zu schätzen gewußt und fühle mich ihm in langjähriger gemeinsamer Arbeit eng verbunden. Die Erinnerung an ihn wird mir immer besonders wertvoll sein. Indem ich Sie bitte, den Ausdruck wärmster Teilnahme auch den übrigen Leidtragenden, insbesondere der sehr schwer geprüften Mutter Ihres •alten, übermitteln zu wollen, bin ich mit ergebensten Grüßen Ihr Adelung. Keine poetischen Abzeichen bei Zeuerwebrübungen .Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Äintsverkündigungsblatt folgende Verfügung an die Bürgermeistereien des Kreises: „In letzter Zeit wurde die Wahrnehmung yemacht, daß vielfach Feuerwehrleute bei Feuerwehrübungen zolilijche Abzeichen tragen. Dies erscheint durchaus inerroiinfd)t, denn in der Regel werden jeder Feuervehr Mitglieder verschiedener und gegensätzlicher Parteien angehören, die dann an den Parteiabzeichen der Gegner Anstoß nehmen. Hierdurch ist bei der gegenwärtigen politschen Spannung die Gefahr ge- f.'ben, daß Gegensätze in die Wehr getragen werden, vodurch deren Schlagfertigkeit erheblich beeintröch- tgt wird. Oberster Grundsatz muß bleiben, daß jedes Mitglied Kamerad und nicht Gegner ist: Politik in u ß unter allen Umständen aus der Dehr ferngehalten werden. Der alte Grundsatz Einer für alle, alle für einen" laßt sich rur durchführen, wenn alle Aeußerlichkeiten, die auf Zugehörigkeit zu einer Partei schließen lassen, im I l'icnft wegbleiben. Wir empfehlen, Ihren Befehlshabern von unserer Verfügung Kenntnis zu geben inö sie bei deren Durchführung auf das tatkräftigste
l'54 Meter: 3. Herrmann (1900)
1,50 Meter: 4. Roesner (1880).
Diskuswurf: 1. Kleinhenz (1880) 31,90 Meter: 2. Salzberg (1900) 28,62 Meter: 3. Schlarb (1900) 27,19 Meter: 4. Roesner (1880).
Kugelstoßen: 1. Schlarb (1900) 11,42 Meter: (1880) H,23 Meter: 3. Herrmann (1900) 10,35 Meter; 4. Rompel (1880) 9,51 Meter.
Speerwurf: 1. Berghöfer I (1900) 40,60Meter; 2. Luckhardt (1900) 39,10 Meter; 3. Runz. Heimer (1880) 37,30 Meter; 4. Rompel (1880) 34 Meter.
Klaffe B:
100 Meter: 1. Zankel (1880) 12,2 Sek.; 2. Rompel II (1880) 12,6 Sek.; 3. Berghöfer II (1900); 4. Volk (1900).
Weitfprung: 1. Zankel (1880) 5,27 Meter; 2. Schweitzer (1880) 5,15 Meter; 3. Volk (1900) 4,60 Meter; 4. Berghöfer II (1900).
Kugelstoßen: 1. Berghöfer II (1900) 10,70 Meter; 2. Rompel (1880) 9,48 Meter; 3. Schweitzer (1880) 9,24 Meter; 4. Petfch (1900).
4X10 0 SOI et er: 1. SC. 1880 Frankfurt 49 Sek.; 2. Spielvereinigung 1900 Gießen 55,5 Sek.
Klaffe C:
100 Meter: 1. Goß (1900) 13,8 Sek.; 2. Schmitz (1900) 14 Sek.; 3. Sichel (1880); 4. Weiß (1880).
Weitsprung: 1. Goß (1900) 4,30 Meter; 2. Sichel (1880) 4,15 Meter; 3. Urbaneck (1880) 4,05 Meter.
Ballweitwurf: 1. Goß (1900) 63,40 Meter; 2. Eisenhuth (1900) 53,60 Meter; 3. Urbaneck (1880) 46 Meter; 4. Weiß (1880) 42,40 Meter.
4X10 0 Meter: 1. Spielvereinigung 1900 Gießen 57 Sek.; 2. SC. 1880 Frankfurt 60 Sek.; 3. Spieloergg. 1900 Gießen 2. Mannschaft.
Allgemeine große Staffel (10X1 Runde): 1. SC. 1880 Frankfurt 4:39 Min.; 2. Spieloereinigung 1900 Gießen 5:01 Min.
Arbeiter-Tunr- und Gporibunb.
Bezirks-Jugendtreffen in Heuchelheim.
Am Sonntag fand in Heuchelheim das Sugend- treffen der Fußballer des 3. Bezirkes statt. 13 3u- gendmannschasten beteiligten sich an dem Blitzturnier und den Mannschaftskämpfen in 4X100-m-Stasfel, Weitsprung und 100-m- Lauf. Sehr interessante Spiele gab es im Blitzturnier indem Wiesecks 2. Jugend, nach Verzicht der 1. Äugend, gegen ihre eigene Mannschaft zu spielen hatte und Turniersieger wurde. Die Resultate der Spiele find:
Vorrunde: Heuchelheim gegen Launsbach 1:1. Raunheim gegen Staufenberg 1:0. Fellingshausen gegen Krofdorf 2:1. Hausen gegen Gleiberg 1:1. Wieseck II gegen Lollar 2:0. Dlasbach gegen Großen-Linden 0:0.
Zwi schenrunde : Raunheim gegen Wieseck I 0:0. Fellingshausen gegen Wieseck II 1:2. Raunheim gegen Wieseck I 0:3.
Trostrunde: Heuchelheim gegen Hausen Ij, Gleiberg gegen Launsbach 0:0. Dlasbach gegen Staufenberg 0:0. Großen-Linden gegen Krosl^s
Der Mannschafts-Dreikampf brachte folgend, Placierung: 1. Raunheim 1143 Punkte; 2. Dir. seck I 1094 ; 3. Gleiberg 1059 ; 4. Großen-Linden 1006; 5. Haufen 950; 6. Launsbach 880; 7. Blasbih 822; 8. Krofdorf 759; 9. Heuchelheim 554; I). Wieseck II 526; 11. Staufenberg 525; 12. Solle 387; 13. Fellingshausen 325 Punkte.
Den Abschluß bildete ein Spiel
Gießen I — Bezirksmannschaft.
Die zusammengestellte Dezirkself. größtenteils Spieler der 2. Klasse, lieferten der stark verjüngtm Elf von Gießen ein schönes Spiel. Besonders br der ersten Hälfte war das Spiel spannend mfr ausgeglichen. Rach der Pause war Gießen befoi* ders im Zusammenspiel besser und konnte bij. Schluß mit 6:3 Toren den Sieger stellen.
Wirtschaft.
Oer deutsche Schweinebestand am l.Suni.
WTD. Berlin, 21. 3uni. Die Schweine - zä h lun g am 1. 3uni 1932 hat nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes einen Gesamt- bestand von 2 1,2 9 Millionen Stück im Deutschen Reich ergeben. Gegenüber dem Stand zur gleichen Zeit des Vorjahres (22,53 Millionen Stück) ergibt sich eine Verringerung des deutschen Schweinebestandes um 1,24 Millionen Stück, oder 5,5 v. H. An dieser Verringerung waren mit Ausnahme der Schlachtschweine von i/2 bis ein 3ahr, die noch eine kleine Destandszu- nahme um 0,9 v. H. aufweisen, alle Altersklassen beteiligt. Am stärksten zurückgegangen ist die Zahl der Ferkel, an denen im ganzen um 526 000 Stück = 8,7 v. H. weniger gezählt wurden als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, sowie die Zahl der 3ungschweine ivon acht Wochen bis zu einem halben 3ahr alt), deren Bestand gegenüber 3uni 1931 um 519 000 Stück — 5 v. H abgenommen hat. Eine verhältnismäßig starke Destandsminde- rung zeigt sich auch bei den jungen Zuchtsauen, deren Zahl um 85 000 Tiere — 2,3 v. H. kleiner geworden ist. Einschließlich der älteren Tiere ist der Bestand an Zuchtsauen insgesamt um rund 200 000 Stück oder 9 v. H., darunter an trächtigen Sauen um 118 000 Stück oder 8,3 v. H. zurück- gegangen.
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* Da s Reich und Gelsenkirchen. Amtlich wird mitgeteilt: Bei der Transaktion betreffend Gelsenkirchen handelt es sich um ein Geschäft, das von dem früheren Reichsfinanzminister Dietrich persönlich im Laufe dieses Frühjahres vorbereitet und durch einen von ihm am 31. Mai 1932 für das Reich unterzeichneten Vertrag zum Ab- schluh gebracht worden ist. Die neue Regierung hat dieses Abkommen vorgefunden. Anlaß, die Rechtsgültigkeit zu bezweifeln, besteht nicht.
* Deutsche Continental-Gas-Ge- sellsch aft, Dessau. Wie WTD.-Handels- dienst erfährt, sind die Verhandlungen der Deutschen Continental-Gas-Gesellschaft, Dessau, mit den Schweizer Danken über die Ausnahme eines langfristigen Kredites in Höhe von 8 Millionen sfr. als aussichtsreich au beurteilen. Die Gesellschaft macht dabei von oer im Stillhalteabkommen vorgesehenen Möglichkeit der langfristigen Anlage von ungesicherten Darvorschüssen Gebrauch. Sie wird das Schweizer Geld zur Abdeckung teurer Dankkredite in Deutschland verwenden. Die Laufzeit der Anleihe soll 8 3ahre betragen.
* Motorenwerke Mannheim AG., norm. Benz Mannheim. Der AR. der Mo-
toren-Werke Mannheim AG., norm. Benz Abt. Lv- tinonärer Motorenbau, Manheim, hat in feirtr gestrigen Sitzung beschlossen, T^r auf den 19. Jili einberufenen GV. die Zusammenlegung des AK. m Verhältnis 3:1 von 5,4 auf 1,8 Mill. RM. Vorschlägen, um den Derlustoortrag von 902 520 R'j. zuzüglich des im Geschäftsjahr 1931 erlittenen Ä- triebsverlustes von 467 810 RM. abzudecken ijib ferner Anlagen, Vorräte und Außenstände dm heutigen Marktwert entsprechend abschreiben pr können. Es bleibt danach ein Reservefonds diil 106 000 RM.
* Großer Auftrag für denEschwe« ler-De rg Werks-Verein. Wie WTA- Handelsdienst erfährt, hat die Hüttenabteilung des Efchweiler-Dergwerks-Vereins, Kohlscheid, einen Auftrag auf 400 Tonnen Eisen--Konstruktion für ein Kesselhaus in Lothringen erhalten. Dadurch werden rund 100 Arbeiter für etwa drei Monok Arbeit erhalten. Zur Zeit schweben in Derlin Verhandlungen mit der Reichsbahnverwaltung über Schraubenlieferungen, von denen der Eschweiler- Bergwerks-Verein ein größeren Auftrag für fein Kleineisenwerk erhofft.
Frankfurter Abendbörse geschästsloü,
Frankfurt a. M, 21. 3unt. An der Abend« börse herrschte so gut wie völlige Geschäft s st i lle , da nicht das geringste vorlog, was dem Geschäft -hätte einigen Antrieb geben können. Viel diskutiert wurde die Frage der Hebernahme von Gelsenkirchen-Ast Hen durch das Reich; nach und nach dringen genauere Einzelheiten über diese Transaktion in die Oeffentlichkeit, wonach das Reich HO Mill. Mark der Aktien zum Kurse von 90 Prozent übernehmen soll. 3n der Kursgestol- hing kam dieser Hmstand kaum zum Ausdruck. Gelsenkirchen wurden mit 40,75 bis 41 Prozent gehandelt. 30.-Sachen wurden mit 91 (plus ' ,| Prozent notiert. Auch die Frage eines Zins- eingriffes wurde eingehender besprochen, Festverzinsliche Werte zeigten aber gegenüber den Berliner Mittagsschlußkursen kaum Veränderungen. Das Geschäft in Pfandbriefen lag gleichfalls sehr ruhig, Liquidationspfandbriese konnten sich behaupten. Mainzer Stadtanleihe 36,25 (plus V8 Prozent), Reubesitzanleihe begegnete einigem 3ntereffe. Reubesihanleihe 3 65, Schutzgebiete 2,5, Altbesitzanleihe 37.75, Reichs- bank 125,25, Gelsenkirchen 40,75 bis 41, Har- bener 47,75, Aschersleben 82, Westeregeln 92, Rheinstahl 42, Aku 33,75, AEG. 201/«. Scheide- anstatt 133,50, Ächt & Kraft 67, 3G.-Farben 91, Desfürel 52l/8, Holzmann 31,50, Rütgerswerke 32, Hapag 10,50, Lloyd ll5/0.
Am geringe Entlastung des Arbeitsmarktes
Berlin, 21. Juni. (WTB.) Der Arbeitsmarkt hat in der ersten Iunihälfte nur eine geringfügige Entlastung erfahren. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am 15.Juni, nach den Meldungen der Arbeitsämter, rund 5 569 000 und lag somit um rund 14 000 unter dem Stande vom 31. Mai. Dieser Rückgang wäre stärker, wenn nicht der saisonmäßigen Entlastung eine Verschlechterung in den überwiegend von der Konjunktur abhängigen Berufsgruppen entgegengewirkt hätte.
Seit dem Höchststände des winters ist eine Abnahme um rund 560 000 Arbeitslosen zu verzeichnen, während im Vorjahr die Früh- jahrsentlastung, die allerdings schon einen Monat früher einfehte, bis Mitte Ium sich auf rund 990 000 belaufen hatte.
Die Zahl der Hauptunter st ützungsemp- f ä n g e r in der Arbeitslosenversicherung hat wilder etwas stärker, und zwar um rund 74 000, abgenommen und betrug am 15. Juni rund 1 300000. In der Krisenfürsorge wurden die burd) Aussteuerung oder durch Arbeitsaufnahme entstehenden Abgänge nahezu ausgewogen durch die Zugänge aus der Versicherung, so daß nach einem Rückgang um rund 8000 Mitte des Monats runb 1 573 000 Krisenunterstützte gezählt wurden. Di? gekennzeichnete Entwicklung läßt vermuten, daß bt Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen, die Ende Mai rund 2 086 000 betragen hatte, inzwischen weiter gestiegen ist.
Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse.
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ytanffurl a.M.
21. Juni
6% Deupche Reichsanleche v. 192", 7% Deutsche RcichSanleihe D. 1929 by2% Doung-Anleihe von 1030 .
59,5
60
59,4
60
59,5
60
54
58,5
60
Hanlburg.-Anierila Pale^ . . . t
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
Hansa Dampsschiss .....o
10,75
10,5
10,9
10,5
41
20,5
11,5
Datum
Rtebeci Montan......7,2
Bereinigte Stahlwerke .... 4
20.6.
15,65
21.6.
16
20 6.
15,9
21.6.
15
10,75
&‘r.:
(Reib
7,063
51,95
»rld
7,077
52,05
Geld ■”
7,033 51,95
1 Bries
7,047
52,05
12,485
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Ausloj.-Rechten.......
38,13
3,7
37,75
3,65
37,9
3,65
37,65
3,65
Norddeutscher Lloyd.....6
A.G. für VcrtehrSwesen Mt. . .
Berliner HandelSgesellschait . 8
UommeH- und Privat-Bank. 7
Darmstüdtcr und Nationalban! 8
Deutsche Ban! und
Diöconto-Gesellschast... 6
Dresdner Bank...... 6
12
11,65
12
Olavi Minen......16•/,
Kaliwerke Slscheröleben ... 10
Kaliwerke Westeregeln ... 10
Kaliwerke Salzdetfurth ... 15
12,13
82,5
91,5
11
82
92
146
11,13
Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oölo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Reuyork . . Brüssel. . .
12,465
12,485
12,465
Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 8% Hell. Bolkäslaat von 1929 (rüdtahlb. 102%)......
26
86,5
16
87
16
27,25
87
16
26,5
87,5
16
83
91,5
146
82,5
92
146,25
3.057 170,13
74,97 83,27
78,02 15,25 0,948 4,209 58,54
3,063 170,47
75,13 83,43
78,18
15,29 0 952
4,217
58,58
3,057
170,08
74,83
82,92
3,063
170,42
Oberlicsjen Provinz-Anleihe mit
36,5
33,75
66,25
36,5
33,75
66,5
18,5
18,25
18,5
18,5
3. G. Farben-Industrie... 12
Verein, chem. Industrie Frank« furt a.M...........
91,25
91,5
90,4
74,97
83,08
Deutsche Komm. Sammelabl.
Anleihe Serie 1.......
33,5
30
18,5
30
18,25
30
18,5
30
18,5
77,77 15,16 0,948 4,209
58,54
77,93
15.20
8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 ....
7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. unkündbar bis 1936 Serie 16 .
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