»SS "üchung. i? ^°hv°h>en 1Ur d„ ff,. 8155D Iermineh9-n'iun9i‘ ilr.m,m glimmt A^en-Sladl auf •Jooember 193? b's 12 Uhr er Industrie- unh °"ystraße 7). lSj"rT Jakob 2;n Nu» lMnbtn finh wieder btr bit an, e™Qi)1 abk^nt, eine nehmen. un9 wird in einem lommen; der mit der nienjafjl Gewählte Jlieö, bei Stimmen-- ? das Los. Stimm, ls vier Namen em= iig- ct cich'hnngen auf 9. November 1932 10 bis 12 Uhr ifletei Hungen. Herr Hans Jhring Leidende ist wieder eitel, die mehr als Men, sind ungültig, icember 1932. lelskammer Gießen. I Rinn. MNöMiW November L]., mit* jtefige Gemeinde ihre Korbweiden auf dem Abteilungen an Ort f) meistbietend oer 8151D 17. 'Jlonember 1932. ermeifterei. s. W lösche l8n liebe" mera eine rde. flute Welt.da* eicht und ■gereinen 1 in alle" rhoff ’ 8138A müssen. SN! egen ben und ück 5™ (Selter«*®815 182. Jahrgang Montag, 21. November 1932 Hr.274 KvühauSsabe Drud und Verlag: vrühl'sche Universttäts-Vuch- und Zteindruckeref R. Lange in Gietzen. Zchriftle'ttung und Geschäftsstelle: Zchulstraße Z. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig' für Re- Klameanieigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn» zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Lrlchelnt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Siegener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monatr-Vezogspreis: ejflj 4 Beilagen IRlt. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: gronlfurt am Main 11686. Oie Auswirkung des Arbeitsbefchaffungsprogramms Eine bemerkenswerte Zwischenbilanz. Berlin, 19. Rov. (WTB.) Die Maßnahmen der Reichsregierung zur Arbeitsbefchaf- iung haben neben den sonstigen Mitteln zur Belebung der Wirtschaft den Arbeitsmarkt merllich entlastet. Die Zahl der Arbeitslosen, die im Freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt werden, hat jetzt bereits 250 000 überschritten. Der erste Abschnitt des Arbeitsbeschaffungspro- gramnys in Höhe von 135 Mill. Ml., das die Reichsregierung sofort nach ihrem Amtsantritt entworfen hat, ist in voller Durchführung begriffen. Mit dieser Summe, zu der noch etwa 25 Millionen Mart Ersparnisse an Arbeitslosenunterstützung kommen, sind bisher insgesamt 1 0 Millionen Arbeitertagewerke für Arbeitslose bereitgestellt worden. Hierbei lind nur die Tagewerke mit eingerechnet, die an der Baustelle selbst geleistet werden. Daneben ist aber noch die mittelbare Entlastung des Arbeitsmarktes durch die Lieferung von Sauft offen ufw. zu berücksichtigen. Auch die Arbeiten an dem zweiten Teil des Arbeitsbeschassungsvrogramms in Höhe von 207 Millionen Mark sind zum Teil bereits im Gange, ober werden in nächster Feit begonnen. Dieser Abschnitt umfaßt bekanntlich u. a. Slrafjenbauten, landwirtschaftliche Meliorationen, landwirtschaftliche Siedlung und vor- städ'.ische Kleinsiedlung, den Bau von Eigenheimen und ferner eine Aktion zum Abwracken veralteten Schiffsraumes und den Bau von Heringsloggern. Soweit diese Arbeiten als Rotstandsarbeiten oder im W>ge des freiwilligen Arbeitsdienstes aus- gesühri werden, treten auch hier noch verlorene Zuschüsse aus Mitteln der Reichsanstalt dazu. Aach den Ergehnissen der bisherigen Maßnahmen kann man damit rechnen, daß sich hier zusätzliche Arbeitsgelegenheiten in Höhe von w e i * tc r c n 15 Millionen Arbeitslosen- Tagewerken zuzüglich der mittelbaren Entlastung des Arbeitsmarktes ergeben. Für das notleidende Baugewerbe ist vor allem ganz besonders wertvoll die Hilfsaktion des Reichs für die Durchführung der Jnstandfehungs- arbeiten, für die 50 Millionen Mark und Mittel des Hausbesitzes selbst zur Derfügung stehen. Zur Förderung des Eigenheimbaues hat übrigens auch der Dorstand der Reichsanstalt noch 5 Millionen ersparte Arbeitslosenunterstützung deveitgestellt. Bon größter Bedeutung ist endlich für wichtige teile der Wirtschaft die Bereilslellung zusätzlicher Arbeiten durch die Reichsbahn und die Reichspost in höhe von über 300 Millionen Reichsmark, die zum großen Teil ebenfalls schon im Gange sind. Die Arbeiten des Arbeitsbeschaffungsprogramms Berben zum großen Teil als öffentliche Rotstands- erbeiten, oder im Wege des Freiwilligen Arbeits- bienftes durchgeführt. Um die Auswirkungen des Arbeitsbefchaffungsprogramms einer möglichst großen Zahl von Arbeitslosen zugute kommen zu lassen, soll ein Arbeitsloser nicht länger als t i n Vierteljahr bei diesen Maßnahmen beschäftigt werden. Die Auswahl der Arbeitskräfte ist eine wichtige Aufgabe der Arbeitsämter und geschieht nach sozialen Gesichtspunkten. Insbesondere müssen auch langfristige Arbeitslose bevorzugt werden. Bei den genannten Arbeiten werden dabei doppelt soviel Kriscnunterstütztc beschäftigt, als Empfänger der Arbeitslosenunterstützung. Aber auch die Wohlfahrtserwerbslosen werden weitgehend berücksichtigt. ten von Bremen-Degesack, Emden und Leer haben sich zur Durchführung des Programms bereit- erklärt. Bei Vergebung der Darlehen an diese Fischereigesellschaften ist darauf gedrungen worden, den arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten des Arbeitsbeschasfungspro- gramms entsprechend zu verfahren. Demgemäß beauftragten die Fischereigesellschaften 12 verschiedene Wersten an der Ems, Weser und dem Gib gebiet mit dem Dau der Schiffskörper. Selbstverständlich konnten dabei nur solche Firmen berücksichtigt werden, die über genügende Erfahrungen beim Bau von Heringsloggern verfügen. Die Logger werden mit dem neuesten Typ eines 150-p8-Tieselmotors als Antriebsmaschine ausgerüstet. Bei der Auswahl der vier Motorenfirmen, die mit der Lieferung der Spezial-Dieselmotoren beauftragt wurden, waren dieselben Gesichtspunkte wie bei der Auswahl der Werften maßgebend. Die Durchführung des Bauprogramms wird für die beteiligten Werften Arbeitsmöglichkeit bis Mai nächsten Jahres sichern. Oie Neueinstellungen im Rheinland. K ö l n , 19. Rov. (WTB.) Aus Grund der Der- ordnung vom 5. September zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit sind im Schlich- terbezirk Rheinland bis heute rund 7250 Reueinstellungen vorgenommen worden, die sich auf 213 Betriebe verteilen. Die Mehrzahl der Einstellungen erfolgte in der Textil-, Metall- und chemischen Industrie. Dynamitanschlag ans Herriot. Oer Sprengstoff unter den Eisenbahnschienen. — Vorzeitige Explosion. Paris, 20. Roo. (IM.) Aus den Zug, mit dem der französische Ministerpräsident herriot am Samstagabend Paris verlassen halte, um sich nach Nantes zu begeben, wurde am Sonntagfrüh ein Dynamitanschlag verübt. Unbekannte Tater hatten etwa 50 Kilometer vor Nantes unter die Schienen eine st arte Dynamitpatrone gelegt, die in dem Augenblick explodieren sollte, in dem der Zug die Strecke passierte. Die Explosion ereignete sich jedoch aus bisher noch nicht festgestellten Gründen bereits kurz vor dem Ein- trefsendesZuges.so daß ein unübersehbares Unglück vermieden werden konnte. Am Sonntag kur; vor 6.30 Uhr wurden die Be- wohner der in der Nähe des Schienenstranges liegenden Häuser durch eine furchtbare Explosion wachgemacht und stellten fest, daß die Schienen aus mehrere Meter ausgerifsen waren. Nachdem die nächste Bahnhosswache unterrichtet worden war, konnte auch der Lokomotivführer des Zuges, in dem der Ministerpräsident Platz genommen hatte, rechtzeitig benachrichtigt werden, herriot traf in Nantes mit einer Stunde Verspätung ein. Die Polizei hat sosort eine eingehende Untersuchung eingeleitet. Bon den Tätern fehlt bisher noch jede Spur. herriot ist nach Nantes gereist, um dort an einer Feiex zur Erinnerung an die Bereinigung der Bretagne mit Frankreich teilzunehmen. 3m Zusammenhang mit dieser Reise erinnert „Motin" an den Bombenanschlag von Rennes und behauptet, die Untersuchung scheine daraus hin- zudeuten, daß die Täter von damals ein Alten- l a t gegen herriot selbst geplant hätten. Das Blatt spricht von einer bretonischen Geheimsekte kommunistischer Tendenz. Hetze gegen Deutschland. Herriot selbst gibt das Ttichwort. Paris, 20. Rov. (Sil.) 3n Zusammenhang mit dem Dynamitanschlag auf den Zug des französischen Ministerpräsidenten gab Her - r i ot bei feiner Ankunft in Dantes dem Der- tretet der Agentur Radio einige Erklärungen ab in denen der Ministerpräsident die Auffassung vertritt, daß gewisse deutsche Kreise und insbesondere nationalsozialistische Clemente ihre Hände bei den Anschlägen in der Bretagne im Spiel hätten. Herriot erinnerte an den Bombenanschlag in Rennes und betonte, daß in diesem Zusammenhang der Dame eines in Paris lebenden deutschen Journalisten genannt worden sei, von dem die bretonischen Autonomisten angeblich das Geld für ihre Propagandafonds erhielten. Dieser Journalist, den der Ministerpräsident namentlich nannte (gemeint ist Körb er!), gegen den man aber Beweise nicht in Händen hätte, sei aus Frankreich ausgewiesen worden. Diese Erklärungen des Ministerpräsidenten hoben der nationalistischen „Liberte" genügt, um in großer Schlagzeile anzukündigen: „Ein deutsches Attentat gegen Herri 0 t". Rachdem die Rationalsozialisten bereits bei dem Bombenattentat in Rennes ihre Hand im Spiel gehabt hLttep, so schreibt das Blatt, zeige sich auch jetzt wieder eine deutsche Hand in dem Anschlag auf den französischen Ministerpräsidenten. Dabei müsse besonders berücksichtigt werden, daß der Chef diefes Mannes, Hitler, vom Reichspräsidenten für den Posten des Reichskanzlers vorgeschlagen werde. In Kreisen der Polizei bringt man den Anschlag mit demjenigen in Verbindung, der vor einigen Monaten auf das französisch-bretonische Derbrüderungsdenkmal in Rennes verübt wurde. Obgleich die Untersuchung über diesen ersten Bombenanschlag noch nicht abgeschlossen ist, ist man der festen Heber- Beugung, daß die Täter in Kre sen bretonischer Autonomisten zu suchen sind. Ausgewiesen. Weil Frankreich die Wahrheit nicht vertragen kann. Paris, 19. Nov. (TU.) Die französische Regierung hat den ehemaligen Pariser Korrespondenten des „Völkischen Beobachters" und Mitarbeiter einer Anzahl deutscher nationaler Blätter, Dr. K 0 erber, aus Frankreich ausgewiesen. Dr. ftoerber erhielt eine zweimonatige Frist, um diesem Ausweisungsbefehl Folge zu leisten. Als Begründung für die gegen ihn ergriffene Maß nähme wurde insbesondere geltend gemacht, daß er Frankreich in seinen Artikeln dauernd angegriffen und insbesondere im Jahre 19 2 9 zwei heftige Angriffe gegen die französischen Kolonialmethoden geführt habe und daß in seiner Villa in St. Cloud im Februar 1931 das Deutschlandlied gesungen worden sei. Bei dem ersten Abschnitt des Arbeitsbefchas- fungsprogramms konnten 20 v. h. der Not- standsarbeiter aus den Reihen der Wohlfahrts- erwerbslofen entnommen werden; beim zweiten Abschnitt ist dieser Anteil auf 45 0. h. erhöht worden. Amerika verlangtSchnldenzahlung Roosevelt soll das Problem der Kriegsschulden lösen»! Dadurch werden bei den Gemeinden gleichzeitig rntsprechende Mittel frei, die sie für die anderweitige Leschaftigung von Woblfahrtserwerbslosen verwenden können. In ihrer Gesamtheit b.nommen, bedeuten diese ilrbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung eine 'Mehrbeschäftigung von mehreren Hunde rt tausend Arbeitslosen, wenn man nur die unmittelbare Beschäftigung berücksichtigt. Mindestens ebenso wichtig ist aber die weitere Auswirkung dieser Maßnahmen, die zusammen mit der Ausgabe der Steuerautscheine in Höhe von insgesamt 2,2 Milliarden RM. zu einer nachhaltigen Belebung der Wirtschaft in weiterem Umfange führen muß. Bau von Heringsloggern. 3ur Förderung der deutschen Lalzherings- Erieugung. Berlin, 19. R^. (WTB.) 3m Rahmen des Arbeitsbeschaffung E rogramms hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Darlehen in Höhe von 4 Millionen Marl zur Derfügung gestellt, um zur För - beru ng der deutschen Salzherings- Erzeugung 30 neue Heringslogger zi erbauen. Die drei Heringsfifchereigesellschaf Washington, 20. Nov. Ueber die amerika Nische Stellungnahme zur Kriegsschulden- frage verlautet in Washingtoner politr- schen Kreisen folgendes: Hoover erwartet, daß die europäischen Schulderstaaten die am 15. Dezember fälligen Zahlungen leisten und im Hinblick aus ihre Kreditwürdigkeit nicht die Zahlungsunfähigkeit erklären werden. Die Regelung der Schulden- frage soll dem neuen Präsidenten Roosevelt und seiner Regierung überlassen werden. Man erwartet in Washington, daß die europäischen Schuldnerländer noch der Londoner Weltwirt- schaftskonferen; und nach Roosevelts Regierungsantritt den Antrag auf Schuldennachlah * erneuern werden. Es verlautet ferner, daß Roosevelt den Schuldennachlah ablehnt, daß er jedoch unter Umgehung der internationalen ; Bankiers zusammen mit seinem Freunde, dem Professor an der Universität Columbia, Raymond M 0 l e y, einen eigenen plan zur Rege- 1, lang der Kriegsschuldenfrage ausarbeitet, der I die außenpolitischen Notwendigkeiten der Ber- 1 einigten Staaten berücksichtigt und zugleich den s internationalen handel fördert. 1 Der größte Schuldner Amerikas Mitte Dezember ist England mit 95 Millionen Dollars. Es wird ober darauf hingewiesen, daß England genügend Deoisenoorräte habe, um die Dezemberrate an Amerika zu bezahlen. Aus Dem Weißen Hause wurde nach einer außerordentlichen Kabinektssitzung bekanntgegeben, daß der amerikanische haushalt für 1933/34 um wenig st ens 700 Millionen Dollar gekürzt werden wird. Die Regierung sei entschlossen, den haushalt auszugleichen. Roosevelt will mit Hoover sprechen. Reuyork, 20. Rov. (WTB.) Roosevelt wird seine Anwesenheit in Washington auch dazu benützen, die amerikanische Haltung in der Kriegss chuldenf rage mit Hoover zu erörtern. Frankreich will nicht. Paris, 19. Rov. (TU.) Der stellvertretende Präsident des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, Andree Fribourg, äußerte sich einem Vertreter Der „Sibert e" gegenüber zur Haltung Frankreichs in der Schuldenfrag c. Er meinte, daß Frankreich an Dem Tage seine Zahlungen an Amerika wieder aufnehmen werde, an dem auch Deutschland seinen Zahlungsvervflichtungen nachkomme. Angesichts der gegenwärtigen Finanzlage Frankreichs würde es ein Unsinn fein, auch nur einen Pfennig an diejenigen zu zahlen, durch deren Derschulden Frankreich nichts mehr ein nehme. Er verkenne die Schwierigkeiten der innen- und außenpolitischen Lage keineswegs. Es sei möglich, daß England seinen Zahlungsverpflichtungen Amerika gegenüber nachkomme, um seine Achtung vor den Verträgen zu beweisen. Außerdem werde England nicht ungern Frankreich gegenüber Amerila und Deutschland in eine heikle Lage bringen. Es sei wahrscheinlich, daß auch Italien seinen Zahlungsverpflichtungen nachlomme. Die französische Regierung verlange aber von Amerika, daß es Frankreich gegenüber d i e gleiche Haltung einnehme, die Franl- reich unter amerikanischem Druck Deutschland gegenüber eingenommen habe. „Frankreichs gehortete Goldmilliarden." Reuyork, 19. Rov. (WTB.) „Newyork American" schreibt unter der Ueberschrift „Milliarden gehorteten Goldes b e w e i s e n ^F r a n 1 reichs Zahlungsfähigkeit": Seit dem Ende des Krieges hat Frankreich die Finanzierung anderer kontinentaler Staaten übernommen und ihnen Milliarden für Rüstungszwecke gegeben. Frankreich unterhalt ein Heer, das das amerikanische und das englische um ein vielfaches übertrifft. Frankreich hat stets den größten Widerwillen an den Tag gelegt, wenn es galt, unter Führung Englands oder Amerikas eine wirksame Einschränkung der Rüstungen einzuführen. Es hat die Goldwährung ohne Schwierigkeiten aufrechterhalten können. Weshalb soll der ohnehin überlastete amerikanische Steuerzahler angesichts dieser Tatsachen gezwungen werden, seiner eigenen drückenden Last auch noch die Beträge hinzuzufügen, die nach RechtundGesetzvondenFranzosenbe- zahlt werden müßten? Es hat den Anschein, als ob Frankreich nach dem Motto handelt: „Milliarden für Rüstungen, aber keinen Cent für den amerikanischen Gläubiger". Der britische Steuerzahler wird vorbereitet. London, 21. Nov. (WTB. Funkspr.) Die Blätter bereiten Das Publikum Darauf vor, daß ein Aufschub Der am 15. Dezember fälligen ^chuldenzah- lung an Amerika voraussichtlich nicht gewährt werden wird. Der „Times"-Korrespondent in Washington bezeichnet cs aber als sicher, daß Der Kongreß später seine Haltung revidieren wird. Das in Reuyork weilende konscrva tive Unterhausmitglied B 0 0 t h b y sendet der „Daily Mail" einen Aufsatz in dem es heißt: Wenn Präsident Hoover sich außerstande sähe, einen, wenn auch nur kurzen Zahlungsauschub zu gewähren, dann sei das Beste, was England tun könne, die am 15. Dezember fällige Rate zu bezahlen und feine ganze Hoffnung auf den Erfolg der Weltwirtschaftskonferenz zu setzen. Amerika sei ja bereit, die Erörterung der Frage der Kriegsschulden im allgemeinen auf der Konferenz zuzulassen. Or. Schacht über den Kreditverkehr. Ltreichung aller Kriegsschulden. Herab.etzung der Privatschulden. Rom, 19. Rov. (WTB.) 3n einer Rede, die er auf dem Dolta-Kongretz hielt, erinnerte der ehemalige deutsche Reichsbantpräsident Dr. Schacht an den Kreditverkehr, der sich vor dem Kriege in allen Ländern Europas entfaltet habe. Rach dem Kriege habe diese Tätigkeit nur in recht unorganischer und willkürlicher Weise wieder ausgenommen werden können. Daraus sei das Problem des Transfers hervor- gegangen. Diese Frage biete gegenwärtig außerordentliche Schwierigkeiten und habe ein Auf - höre n des K r e d i t v e r k e h r s nach sich gezogen. Die Länder, die kein Gold mehr exportieren könnten, richteten hohe Zollmauern rings um sich auf, und Daraus wieder ergebe sich allerseits die Unmöglichkeit, zu kaufen. Um diese Schwierigkeit beheben zu können, die die finanzielle und die wirtschaftliche Ordnung bedrohe, sei es seiner Ansicht nach notwendig, daß alle Kriegsschulden g e ft r i d) e n und alle privaten Schulden erheblich herabgesetzt würden. Dr. Schacht wurde heute nachmittag von Mussolini empfangen. Eine Erklärung des Kabinetts Braun. Berlin, 19. Rov. (BDZ.) Wie das Rach- richtenbureau des BDZ. meldet, beschäftigte sich die preußische Staat2regterung Braun heute in einer Kabinettssitzung mit der gestern befanntgegebenen neuen RvtVerordnung über die Regelung der Auswirkung des Leipziger Urteils auf die Beziehungen zwischen kommissarischer und Staatsregierung in Preußen. Heber das Ergebnis der Kabinettssitzung wird dem Rachrichtenbureau folgende offizielle Darstellung aus Kreisen der Regierung Braun gegeben: / Aus aller Welt Mchst r Misch' bura, hat man ziemlich heftige Erdstöße verspürt. . '.chsweh Sachschaden ist bis jetzt nicht bekannt geworden. !m Den- Ohne Gewähr Nachdruck verboten kam an unmöglich Thema für ein und und und gespielten vor allein 3000 M. 2000 M. 1000 M. 171308 320380 Gießener EtaSttheatrr. Björnson: „lieber unsere Kraft". Mit in Nfrws W halten lanb, 2 Aber « Ärmer i fr, hin. 18. November 1932 igsziehung wurden Gewinne M. gezogen 55203 1613 135393 375230 156327 157216 zicht ^ppcnla jiansund, 5 Kilo kgncsjoi cxtl aus! semble amerikanischer Schauspieler: Ramon Nova r r o als Leutnant Rosanoff (bekannt aus „Ben Hur" und „Alt-Heidelberg"); Lionel Barry- m o r e (Schubin); Lewis Stone (Andriani); C. H- Kordon (Dubois). — Lichtspielhaus, -r- der Führer die Brücke nicht rechtzeitig genug schon. Der Wagen durchbrach das Brückengelän!« und stürzte ab. Der Fabrikant Emil Wolf a» Milspe war sofort t o t. Drei weitere Insassen Waden mit schweren Verletzungen ins Schwelmc Krankenhaus gebracht. Mutter und Sohn von Görgafen im Weinkeller getötet. In Hatzenport bei Koblenz wollte ein in 40er Jahren stehender Winzer aus seinem Keler zum Abendbrot Wein holen. Als er nach legerer Zeit noch nicht zurück war, suchte die ZO Jahre alte Mutter nach ihm. Als sie in den K4, ler kam, sand sie ihren Sohn am Dodenli:» gend bewußtlos vor; die am Voden m- henden G ä r g a se hatten ihn b etä u (L Die Mutter wollte den Vergifteten ins Frie schaffen; bei diesem Versuch ist sie aber offenbic auch von den Gasen betäubt tootLn, denn als am andern Morgen im Hause des Winzers noch Licht brannte, fand man Mutter u r) Sohn tot im Keller auf. Erdstöße im Rheinland. dichten," toüt finemjtof °enen N ges fe heran unb oerfd Nn fti M und !««n a Mal. JR ihren ÖteVen ( In Goethes Todesjahr, am 8. Dezember 1832, wurde Vjörnstjerne Vjörnson zu Kvikne im Dovregcbirge, in Peer Gyntischer Landschaft Rordnorwegens als Sohn eines armen Pfarrers geboren. 2m Amkreis der Familie und einer herben skandinavischen Ratur hat schon der Knabe tiefe Eindrücke empfangen, die noch in den späteren Werken des bald berühmt Gewordenen aufzuspüren sind; ein bedeutsames Erlebnis während der Schulzeit — der leidenschaftliche Kampf des böswillig verleumdeten Vaters um sein Recht, — mag der ethischen Entwicklung des jungen Björnson entscheidend die Richtung gewiesen die nachmalige Gestaltung seiner Wahrheits- Rechts-Ideen aus unverwischter Erinnerung persönlicher Erfahrung gespeist haben. Die 21 r Irischen m gefter wr dem 1 jir die cauen F L-ren un Als Höhepunkt in Björnsons dichterischem Werk gilt unbestritten auch heute noch fein Drama lieber unsere Kraft", dessen erster Teil (in zwei Akten) 1883 erschien. Aeußerlich verhältnismäßig locker, durch die Herübernahme einiger Gestalten, mit jenem verbunden, erschien 1895 der zweite Teil, in dem das überwiegend religiöse Motiv erweitert und im Sinne der neuen Kunst- und Geistesrichtung in dic soziale Problemstellung der damaligen Zeit ein- geführt wurde. (Wir haben das nach der letzten Aufführung im Frühjahr 1926 eingehend dargestellt.) - Ä I Ai sä MUNg -jerfD -■j trifte per vor »Eil piW 13711 -öiag I '»Jci In der Landeshauptstadt Christiania _____ Vjörnson früh mit dem literarischen Leben in Berührung, wurde Journalist, Politiker, Theaterdirektor, Schriftsteller und Dichter, — am Ende einer Marja Koch (als Klara) gab von der Krankheitsgeschichte in diesem Schauspiel darstellerisch nicht mehr, als unumgänglich erschien, und traf dabei die merkwürdige Mischung der Gestalt als einer Leidenden und Liebenden, einer zu- gleich Hoffnungslosen und Gläubigen in Bewegung und Ton mit großer Eindringlichkeit. Die jüngere Generation wurde von Elisabeth Wiel an der (Rahel) und Kurt Peter Hamel (Elias) ernst und eifrig vertreten, deren von der starken Persönlichkeit des Vaters halb überwundener Skeptizismus rein dialektisch freilich keinen leichten Stand hatte. Gut, schlicht und verhalten: Frl. Berger als Hanna Roberts in der wenig dankbaren Rolle einer dramaturgischen Hilfsfigur, die bei Ibsen wäre. Der erste Teil gibt in seiner Fabel das rechte s-"7 7'7 theatralisches Evangelium zum Totensonntag: es ist das Drama des Gottsuchertums, getragen von der Idee der religiösen Erneuerung. Hier wird gehandelt von der Kraft des Wunders Aus dem lebendig und nuanciert Konsilium der Geistlichen hoben sich.......... F as sott als der ehrlich und mit bohrender Eindringlichkeit um die entscheidenden Fragen seines geistlichen Amtes kämpfende Bratt und Hehser als der klug-beredsame Kröier — er bat den berühmt gewordenen Satz vom Christen^ tum und von der Macht des Wunders zu spreche^ > — heraus. Volck (Bischof), Geiger (Blank, 'M i che l (Falk), D ie t en (Jensen) und Fö^, derer (Brei) rundeten die Szene mit gut ge. sehenen und geschickt chargierten Gestalten. • 3n Rheinland-Westfalen wurde vergangene Nochb in vielen Stödten ein heftiger Erdstoß va- spürt. Schaden wurde nicht angerichtet. Die Erdstoß in Düsseldorf verliefen von Westen nach Osten mb und vom bergeoersetzenden Glauben. Der Pfarrer Adolf Sana glaubt an das Wunderbare wie die Jbsensche Nora inbrünstig und verzweifelt darauf wartet. Der Pfarrer will seine seit langem schwer krank darniederliegende Frau Klara kraft seines starken und unerschütterlichen Glaubens gesund machen und dem Leben wiedergeben. Und wirklich: als Pfarrer Sang aus der Kirche heimkehrt, wo er unter dem Geläut der Glocken um das Wunder gekämpft und ekstasisch gebetet hat, tritt ihm die vom langen Krankenlager auferstandene Frau entgegen — freilich nur, um sogleich in feinen Armen zu verscheiden. Und auch der Pfarrer sinkt nieder: es ging über seine Kraft, und er ftirW am Wunder, im Glauben. Die Neuordnung des Rundfunks. Wünsche der evangelischen Hörerschaft. Berlin, 19. Rov. (ERB.) Die Evangelische Reichsarbeitsgemeinschaft für Rundfunk, in Id er Vertreter der evangelischen Spihenverbände und der Kirchenbehörden mit Dertraunesleuten bei sämtlichen deutschen Sendern zusammenwirken, nahm in einer Sitzung zur Reuordnung des Rundfunks, insbesondere zu den Richtlinien für die Programmgestaltung Stellung. An den Bericht des Leiters der Arbeitsgemeinschaft, Professor D. Hinderer, schloß sich eine Aussprache. Es kam dabei zum Ausdruck, daß bei aller Anerkennung des kulturellen Aufbauwillens, der sich in den Richtlinien, insbesondere im Hinblick auf die geschichtlich gewordenen deutschen Kulturgüter bekunde, man doch die D i e l d e u t i g k e i t und den Mangel an Klarheit in manchen Formulierungen bedauern müsse. Dor allem aber sei eine ausreichende Berücksichtigung der inneren Gesetzlichkeit des Rundfunks und der Bedeutung des Hörers als eines Teils des Rundfunks selbst zu vermissen. Vor der Gefahr einer Büro- 584 Reichsiagsabgeordneie. Das amtliche Wahlergebnis. Zentrum erhält einen weiteren Sitz. B e r I i n, 19. Noo. (WTB.) Der R e i ch s w a hl- au s s ch u ß hat in feiner heutigen Sitzung das endgültige Ergebnis der Reichstagswahl vom 6. November 1932 festgestellt. Wie amtlich mitgeteilt wird, hat sich infolge Zugangs an Stimmen bei der Feststellung des endgültigen Ergebnisses in den Wahlkreisen die Zahl der gültigen Stimmen auf 3 5 4 7 1 7 4 5 erhöht, darunter 4 170 640 Stimmen für die Wahlvorschläge der Zentrumspartei, wobei von dem in der Pfalz auf den gemeinsamen Kreiswahlvorschlag „Zentrum und Bayerische Volkspartei" entfallenen Stimmen wie bisher 60 000 der Bayerischen Volkspartei zugezählt worden find. Die Zentrumspartei wird daher mit 70 (nicht 6 9) Abgeordneten im neuen Reichstag vertreten fein, yür die übrigen Parteien bedeutet der Zuwachs an Stimmen keinen Mandatsgewinn. Die Gesamtzahl der Abgeordneten beträgt nunmehr 584. Als Pfarrer Adolf Sang sah man Jochen Hauer: eine hochgewachsene, stattliche Erscheinung, deren in sich ruhende Kraft und Gesundheit aus bäuerlichem Umkreis zu stammen und jedenfalls nicht übel zum Wesen dieses Mannes zu passen schien; übrigens war im äußeren Bilde jede Spur eines aufgesetzten, unecht-absichtlichen Mystizismus wohltuend vermieden. Lind es ging in Sprache, Gebärde und Haltung so viel beruhigende und natürliche Gläubigkeit von ihm aus, daß die von ihm erzwungene Wirkung ganz überzeugend anmutete. der populärsten Männer seines Landes; ein norwegischer Kulturhistoriker hatte seinerzeit sogar erklärt, man hätte Björnson zum König machen sollen. Die entscheidende Wendung seines Lebens liegt in der Entwicklung vom Bauern- und Heimatdichter zum Apostel einer neuen Zeit und neuer Ideen; literarisch: im Anschluß an die damals junge Bewegung des europäischen Naturalismus. und Sobotzik zur Abgabe falscher eidesstaatlicher Erklärungen und zur Meineidsleistung angestiftet. Kotzur wurden Meineide in drei Fällen, Anstiftung zum Meineid in 22 Fällen, davon in Tateinheit mit vollendetem Betrug in 2 Fällen, versuchten Betrugs in 3 Fällen und Beihilfe zum versuchten Betrüge in 2 Fällen, ferner die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicheruna in einem Falle und Anstiftung zur Abgabe falscher eidesstattlicher Versicherungen in 12 Fällen sowie Betrug in einem Falle nachgewiesen. Die übrigen 19 Angeklagten wurden wegen der gleichen Straftaten, im einzelnen begangen, verurteilt. Aufsehenerregende Verhaftungen in Estland. Die Leiter der baltischen Baumwollspinnerei in Reval, der größten Textilfabrik Estlands, sind verhaftet worden. Generaldirektor Isak C i - fron wurde dieser Tage auf Veranlassung der estnischen Behörden in Litauen verhaftet. Generaldirektor Citron besitzt in Memel Industriewerke. Direktor Wachmann war schon vorher beim Versuch, die estländische Grenze zu überschreiten, verhaftet worden. Diese Verhaftung wurde bisher geheimgehalten. Beide Industrielle, die im öffentlichen Leben Estlands eine große Rolle spielten, haben mit Hilfe gefälschterBilan- zen bei verschiedenen estländischen Banken Milli o ne n be t r ä g e herausgeschwindelt und diese Beträge zum größten Teil ins Ausland verschoben. Durch die Schwindeleien sind in erster Linie die staatlichen Banken in Mit- leidenschaft gezogen worden. Die Verluste der betreffenden Bankunternehmen stehen bisher noch nicht fest. Sie dürften aber laut Pressemeldungen in die Millionen gehen. Die Verhaftung dieser beiden führenden Industriellen hat in Reval allergrößtes Aussehen erregt. Französisches Militär-Wasserflugzeug abgestürzt. — verurteilt. Wie „Havas" aus Fes berichtet, sind dort vom Kriegsgericht zwei eingeborene Unteroffiziere zum Tode und fünf marokkanische Schützen zuZuchl - haus st rasen von 6 bis 10 Jahren verurteilt worden, die einen Leutnant und zwei französische Sergeanten des Postens von Daguelfa getötet hatten. Einsturz eines Neubaues. — Ein Toter, elf Schwerverletzte. In einer bei Mantua gelegenen oberitalienischen Ortschaft stürzte ein Teileines Neubaues e i n. Zwölf Arbeiter wurden unter den Schutt- massen begraben. Einer der Arbeiter sand bei dem Unfall den Tod, die anderen 11 erlitten schwere Verletzungen. Das große Los. In der jüngsten Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie wurde auf die Losnummer 11 830 ein 10 0 0 0 0 - M ark-Gewinn gezogen. Das Los wird in "beiden Abteilungen in Halben gespielt, und zwar in der einen Abteilung in Berlin und in der anderen in Westfalen. Ein Haupttreffer in Höhe von 50 000 Mark siel auf die Rümmer 120 743. Das Los wird in der ersten Abteilung im ganzen in Berlin, in der zweiten Abteilung in Achteln in Bayern gespielt. Schweres Autounglück in Westfalen. Wie aus Hagen gemeldet wird, stürzte in einer der letzten Nächte ein Kraftwagen mit fünf Jn- affen von der im Zuge der Enneperstraße gelegenen Brücke in die Ennepe. Infolge des Nebels hatte 14 Sfgei fe»« N,% 'M stellerisch virtuos, sie überragt ihre sämtlichen Partner bei weitem, und sie wiederholt hier ihre große .. wuv Leistung aus einer früheren (stummen) Produktion, | frigfam die ebenfalls ein Spionagefall behandelte. Sie spielt ] fren @Q hier drei Rollen nebeneinander: Spionin, Tänzerin I und Liebhaberin; sie ist eine große Dame von Weit,! ’tännlidj« von Geheimnis und Abenteuer umwittert, anfangs I Nm Qn Gerhart Hauptmann bei Hindenburg. Reichspräsident von Hindenburg empfing Gerhart Hauptmann, der seinen Dank für die ihm anläßlich seines 70. Geburtstages erwiesenen Ehrungen zum Ausdruck brachte. Deutschlands ältester Couleurbien er gestorben. Im Heim des Corps Alt-Sachsen in Dresden starb der älteste Couleurdiener Deutschlands, Ernst Richter, im Alter von 85 Jahren. Er war in studentischen Kreisen unter dem Ramen Eugen bekannt und wirkte 86 Semester bei feinem Corps. Russischer Eisbrecher untergegangen. — 30 Tote. Amtlich wird aus Moskau gemeldet, daß der Eisbrecher Rr. 9, der am 24. Oktober aus Ar- changels nach dem Rordpol auslief, um den russischen Eisbrecher Rr. 8 zu suchen, keine Rach- r i cf) t mehr von sich gegeben hat, trotzdem er mit einer Funkanlage ausgerüstet war. Am 1. Ro- vember haben zufällig mehrere Schiffe acht Leichen aufgefischt, die als zur Besatzung des Eisbrechers Rr. 9 gehörig festgestellt wurden. Es wurde dann amtlich festgestellt, daß der Eisbrecher Rr. 9 mit seiner Besatzung von 30 Personen untergegangen ist. 50 Tote beim Untergang eines Fischdampfers. Der japanische Fischdamp er „Aiseki Maru" ist. wie aus Tokio gemeldet wird, in einem Sturm untergegangen. 50 Mairn der Besatzung ertranken. Ein einziger Matrose konnte nach dreitägiger Schreckensfahrt in einem Rettungsboot in halb wahnsinnigem Zustande gerettet werden. Französisches Milltär-wa serflugzeug abgestürzt. — Drei Tote. Ein französisches Militärwasserflugzeug ist in einer Bucht unweit von Toulon für Mer mit drei Mann an Bord abgestürzt. Herbeieilende Motorboote des Flugzeug-Mutterschiffes konnten den im Wasser treibenden Flugzeugführer bergen, jedoch ftarb er bald darauf an den Folgen seiner Verletzungen. Die,Leichen der beiden anderen Insassen konnten noch nicht gefunden werden. Riefen-Meineidsprozeß in Gleiwlh. — Insgesamt 44 Iahre Zuchthaus. In einem Riesen - Meineidsprozeß, der das Gleiwitzer Schwurgericht zehn Tage lang beschäftigte, wurde gegen 20 Angeklagte das Urteil gefäüt. Der Hauptangeklagte, der Grubeninvalide Franz Kotzur wurde zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Seine Helfershelfer, der Händler Sobotzik und der Tischler C h l u b e k erhielten je fünf Jahre Zuchthaus und je fünf Jahre Ehrverlust. Von den übrigen 17 Angeklagten erhielten neun Zuchthausstrafen von insgesamt 19 Jahren. Fünf weitere Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von insgesamt fünfeinhalb Jahren verurteilt. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Seit Jahren gingen bei der Staatsanwaltschaft Gleiwitz Anzeigen ein, die den Invaliden Franz Kotzur und zahlreiche andere des Meineids bezichtigten. Nachdem bereits im vorigen Jahr einige Angeklagte wegen Meineids verurteilt worden waren, standen jetzt zwanzig weitere Ange- klagte vor dem Schwurgericht. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß in 14 verschiedenen Prozessen Meineide geschworen und falsche eidesstattliche Versicherungen angegeben worden waren. Der Hauptangeklagte Kotzur hatte sich als Rechtsvertreter betätigt und die übrigen Angeklagten, darunter auch feine vier Sohne mit Hilfe der Angeklagten Chlubek „Die preußische Staatsregierung stellte in ihrer heutigen Staatsministerialsihung einstimmig fest, daß die gestern auf Antrag der Reichsregierung erlassene Verordnung auf Grund von Artikel 48 Abs.2 der Reichsverfassung dem Wortlaut und Geist der Entscheidung des Staatsgerichtshofs nicht entspricht. Ministerpräsident Braun wird in der ersten Vollsitzung des Landtags am Donnerstag, 24. Rovemoer, zu der dadurch geschaffenen Sachlage Stellung nehmen." Gegen eine Aushöhlung Hessens. Vertreter der Beamtenschaft beim Gtaatspräsid.nlcn. WER. Darmstadt, 19. Rov. (WSR.) Am Freitag wurden die Vertreter des Landeskartells Hessen des Deutschen Beamten- bundes unter Führung des Vorsitzenden Dr. C l a ß auf ihren Wunsch von Staatspräsident Dr. Adelung empfangen. Erschienen waren die Vertreter der Reichs-, Steuer-, Zoll-, Post- und Eisenbahnbeamten sowie der hessischen Staats-und Gemeindebeamten. Alle Vertreter nahmen mit größtem Rachdruck und unter Hinweis auf eine Fülle gewichtiger Gründe Stellung gegen eine Aushöhlung des Landes Hessen durch die etwa vom Reich geplante Wegverlegung von Reichs-Mittel-Behörden. Einmü- ttg wurde der lebhaften Zustimmung Ausdruck gegeben zu den Ausführungen, die der Staatspräsident Dr. Adelung vor einigen Wochen einem Vertreter des WTB. gemacht hat und in denen bekanntlich insbesondere erklärt wurde, daß sich Hessen die Beeinträchtigung seiner Eigen st aatlichkeit auf dem Wege der Ilm* Organisierung von Reichsbchffrden unter keinen Umständen gefallen lassen werde. In diesem unerschütterlichen Glauben, den er bei seinen Kindern, Elias und Rahel, so schmerzlich hat vermissen müssen: sie haben dem Vater im Glaubenskampf um die Rettung der Mutter die Gefolgschaft verweigert. In der Auseinandersetzung über die entscheidenden Fragen christlicher Lehre, christlichen Denkens und Handelns wurde zugleich das religiöse Grundmotiv des Trauerspieles mit dem Generationsproblem verknüpft, das seither immer wieder die Gemüter bewegt und die Geister geschieden hat. Wie nun die jüngere Generation eine praktische Lösung solcher grundsätzlichen Fragen zu gewinnen versucht, wird im zweiten Teil des Werkes dargestellt. — * Die Aufführung des Schauspiels (deutsche ^lebersctzung: Julius Elias) unter der Regie des Dramaturgen Wolfgang Kühne darf als eine recht anerkennenswerte Leistung gelten, zumal wenn man sich die Schwierigkeiten vor Augen hält, die hier zu überwinden sind. Es handelt sich um ein sprödes Stück, und Djörn- son ist nicht gerade der geborene Dramatiker; man merkt das z. B. an der Exposition, die sich von der äußerst raffinierten Technik Ibsens wesentlich unterscheidet; auch große Teile des zweiten Aktes mit den ausführlichen Diskussionsreden kommen dem Spielleiter nicht besonders entgegen. Kühne gab an realistischen Zugeständnissen nicht mehr, als aus der Zeitgebundenheit des Schauspiels heraus notwendig schien, und entwickelte die umständlich einleitende Krankengeschichte mit lebhaften und theatralisch wirkungsvollen Akzenten auf den gewichtigen ersten Aktschluß hin. Auch die Pastorenoersammlung des zweiten 2luf- zuges war gut und lebendig gegliedert und zu den übersinnlichen Vorgängen der letzten Szene hin gesteigert. Herr Löffler, der unter Ver- Greta Garbo als Mata Hari. 11 “ Dieser amerikanische Film (Produktion: Metro- D J statten Lichtstörungen auf. Die Erschütterung!» waren von einer Stärke, wie sie in Düsseldorf n ben letzten Jahrzehnten nicht festgestellt waren. Don dem Erdstoß sind auch Koblenz, Köln, Esten, Wuppertal, Gelsenkirchen, Mülheim, Krefeld, chum und Limburg a. d. Lahn betroffen roorbex Die Erschütterung dauerte etwa zwei bis drei Et- künden und war so stark, daß die Leute aus bcn Schlaf geweckt wurden und Tische und andere Mi. beistucke erheblich ins Wanken gerieten. Der Erdstoß wurde ferner in Krefeld, Gladbach-Rheydt, Essen, Recklingshausen, Dortmund, Velbert, lauten und Opladen wahr^enommen. Der Bevölkerung bemächtigte sich große Unruhe. Das Beben hat wahrscheinlich seinen Ursprung in Holland gehabt, da nach vorliegenden Meldungcn aus Krefeld, München-Gladbach und Nimwegen bort sehr starke Stoße verspürt wurden. Im Haag, in Der Mitte und im Süden Hollands, wie z. B. in M Städten Roermond, Helmond, Arnheim und Til. W UO" Um 11 nifil bet M ft Sei hiera |ttjr @ , ljabf h?L’,igen |oit jene ji Wchm Soge bes ourben. ! M Sl) einnbilb heraus t Minen Macht tiefet Glanz nodj n „ , r1 onbebln dn der heutigen Nochmittagszlehung wurden Gewinne I nn rin. über 400 M. gezogen nw 2 ®«tolnne tu 100000 HL 11830 J 2 Gewinn« tu 5000 M. 3863 Hn . ... 6 Gewinne,u 3000 M. 77770 96697 230711 sl^ytllch, 6 Gewinne »u 2000 M. 29922 36383 45363 WNN er „20 Gewinne «u 1000 DI. 10677 18902 68201 64556 ■rifhin«™. 67998 125268 165561 273413 341227 383435 , A S00M 23776 25758 69645 69781 H^Wni loacon 169902 172746 190687 192291 1®®539 220830 246941 251811 271135 299306 33ß644 338339 339716 353774 367871 7 44 ««»inne tu 600™. 16104 25867 33798 50036 70404 138333 139617 177676 180548 20057K 203329 209799 217634 221455 233426 254946 266067 299607 378739 394709 395182 397130 2357 24441 99425 109707 J 174115 185556 234874 I ------ ------ 349586 360297 30 Gewinne 800 M. 9447 64669 6948R ?nn9fl ^046 79798 89245 97577 119405 130850 194472 283976 310369 352863 357106 888 867620208^70ä^705V2044710^97747l?86?!l 335879 348823 361857 293386 334730. 1 W to« °urch dic "raufend ölvang. N öie ; jj Aienn _____________ ... . ...................... 6ie wie dem auch sei: die Wiederbegegnuna ist sehr Auge interessant. Die Garbo beherrscht diesen Film dar- 'Ader \ Aus der Provinzialhaupistadt Gefallenen-Gedenkfeier alter Soldaten vor dem 116er Denkmal eine Gedächtnisfeier ihren umflorten Fahnen und ein Zug unserer dem Denkmal Aufstellung. Eine große Menschen- Nachdruck ettbütm | n. n n 55203 1613 135393 375230 menge umsäumte rundum den Denkmalsplatz. Um 11 Uhr wurde die Gedenkfeier mit Choralmusik der Kapelle Einbrodt eingeleitet. Hierauf 18.Noveinbkr 19321 lagsjiebung wurden Stwinct j 9 M. gezogen für die gefallenen Kameraden der feldgrauen Front des Weltkrieges. Die Vereine mit hinansjug pnub.,Lüdtcutscht ■) Elaatr-Lollcric 0 349585 360297 944 7 64669 69485 70033 577 119405 130350 194472 ' 357106 12297 19047 46977 66863 I 050 105424 103174 118135 I 246519 293386 334730 R. grzvoM I . 23776 25758 69645 6978 ä? M ffl S i la'ssl )9 394709 395182 39713t I Die" Arbeitsgemeinschaft der militä- rischen Vereine unserer Stadt oeranstal- 1 i Landgr ein .pug uiyeirr nUi a , be wriptii Reichswehrgarnison nahmen in offenem Viereck vor nilyi oefonnt geworden. dem Denkmal Ausstellung. Eine große Menschen- Die selbstsüchtige Vereinzelung der bürgerlichen Spätzeit wird überwunden. Der Mensch will nicht mehr nur er selbst, sondern Glied eines höheren Ganzen (ein. Man fühlt, daß alles zerfallen muß, wenn es nicht zu neuen Bindungen kommt. Der Sinn für das Heldische ist wieder erwacht. Und dann, glaube ich, hat sich bei dieser Umlagerung der deutschen Dinge auch das als mächtig erwiesen, dessen wir heute gedenken: das Opfer unserer Toten. Dieses Opfer hat weitergeglüht unter der Moderdecke deutscher Fragwürdigkeit. Und nun ist die Flamme durchgeschlagen und loht. Jedes große Beispiel wirkt. Jede echte Tat zündet und zeugt. Der unbedingte Einsatz reifet zur Nachahmung hin. Jene Totensaat geht auf in den Herzen der Edlen und unserer Jugend, und der deutsche Wille sammelt sich zu neuem Vorstoß in die Zukunft hinein. Wir können uns darüber freuen, daß die solda tische Idee: Einordnungswille, Dienstbereitschaft, Gehorsamsfreudigkeit wieder Wurzel schlägt im deutschen Land. Doch wird unsere Freude hierüber durch eine schmerzliche Erfahrung getrübt, die in ihrer Art wieder ganz deutsch ist. Scheint es nicht, als gingen tiefe Risse nicht nur durch das Doll im ganzen, sondern gerade auch durch die Welt der alten Soldaten und derer, die in den Rahmen einer männlichen Ordnung hineinwachsen wollen? Sind die, die sich im gleichen kameradschaftlichen Geist verbunden wufeten, nicht gespalten? Ist die feldgraue Front nicht zersprengt? Ich brauche nicht an unsere politischen Verhältnisse zu erinnern, die vor aller Augen liegen: Soldaten stehen in allen Lagern, Soldaten hoben sich gegenseitig abgegrenzt und sind bereit, einander zu bekämpfen. Der deutsche Weg wäre klar, wenn alle Soldaten zusammenhielten und einen unebsieglichen Block inmitten des Volles bildeten. Aber so ist es nicht. Die Wege gehen auseinander. Die gleiche Erziehung, das gemeinsame Erleben und die Kameradschaftidee haben es doch nicht vermocht, uns bis ins Letzte zusammenzuschweißen zu einem unzerreißbaren Ganzen. Und wir wollen nichts verschleiern, keine Grenzen verwischen und in unklaren Gefühlen machen: wenn die Trennung Wirklichkeit geworden ist, so muß sie durchgekämpft werden. Und Soldaten fürchten den Kampf nicht. Nur eines möchte ich sagen: es kann auch im stampf eine tiefere innere Verbundenheit und gegenseitiges verstehen geben. Haben wir im Krieg doch auch den Gegner geehrt. der ehrlich focht: haben wir doch auch vor dem toten Feind das Haupt in Ehrfurcht gesenkt und ihm ein grünes Reis aufs Grab gepflanzt. Lind sollten wir Deutsche nicht imstande sein, bei aller Meinungsverschiedenheit uns ritterlich zu begegnen? Im politischen Gegner den alten Kameraden zu ehren und uns mit ihm auf einen Boden zu stellen, der höher liegt als die schnöde Plattform der Tagespolitik: auf den Boden der alten Waffenbrüderschaft, des gemeinsamen soldatischen Empfindens, der männlichen Achtung? Und noch ein anderes, denke ich, müßte uns zutiefst vereinen: die gleiche Verbundenheit mit unserem Volk. Wir Soldaten kämpften und kämpfen nicht für irgendeinen imaginären Ehrbegriff, oder eine abstrakte Kommandogewalt: wir sind keine Freibeuter und Landsknechte, wir wurzeln im Volk, wissen uns vorn Volke getragen, leben aus Geist und Kraft des Volkes. W i r l e l b ft sind Volk. Nicht das Volk im dumpfen Massenwahn und Klassenhaß, nicht das Volk der Wurzellosen, der Individualisten, Literaten und internationalen Schwärmer, sondern das Volk, das in der Ordnung steht, das sich seine Form gibt, das Bindungen kennt: das Doll, das in Reih und Glied tritt, das sich formiert: das ewige, sich nach feiner Gestalt sehnende Doll. Das Volk, das nicht Willkür will, noch mechanischen Zwang, sondern die stolze Hingabe der Freien an da», was größer ist als sie. Diese Bolksform, um die das deutsche Leben ringt, diese wahre Volksgemeinschaft hatten wir an der Front aufgebaut. Dort mar sie Wirklichkeit. Wie soll sie heute geschasfen werden, wenn nicht aus dem gleichen Geist, aus dem Urerlebnis der Front, wo der Deutsche im Deutschen den Bruder sand? Dieses Urerlebnis ist nicht tot: es bleibt uns heiliges Vermächtnis, Wurzelfchoß der Zukunft und das Geheimnis neuen Werdens. Für diese lebendige Volksidee, die sie selbst ahnungsvoll verkörperten, sind unsere Brüder gefallen, die Stürmer von Langemarck und die alten trotzigen Frontsoldaten. Diesem deutschen Doll, das da ist in allen seinen Kindern, das aber die Form seines Wesens so schwer und selten findet, fühlen wir uns verbunden. Und dieser gemeinsame Dienst am Doll wird uns alte Soldaten, uns Kameraden von einst, über deren Häuptern die gleiche Fahne wehte, und unsere jungen Marschgenossen bei oller Gegensätzlichkeit, die vielleicht notwendig und deut sches «Schicksal ist, davon avhalten, die Brücken zwi- schen uns abzubrechen, uns innerlich fremd zu werden, oder gar einander zu schmähen. Wir wollen den Degen senken vor jedem Gegner, der uns im Tiefsten artverwandt ist, weil auch er soldatisch denkt und handelt. Lind schließlich ein Drittes: das Opfer der Toten mahnt. Die da draußen sind nicht für eine Partei gefallen, noch für eine Klasse oder einen Stand, sondern für Deutschland. Für das Deutschland, das sie kannten, für das Deutschland, das sie ahnten, für das Deutschland, das da kommt. wir sehnen uns nach dem neuen Reich. Aber es wird nur aufgebauf werden aus dem Geist der Toten, der gemeinsamen Verbundenheit untereinander und für ein großes Ziel. Das Reich wird nur dann Bestand haben, wenn es aufgemauert ist auf den Grund unerschütterlicher Treue, der an der Front gelegt wurde, wenn es zusammengehalten wird vom kitt heiligen Opserblutes. wenn es beseelt ist vom Formgedanken latfroher Liebe. Wir werden das Werk nur vollenden, wenn wir es nach Sinn und Plan der Toten weiterführen, wenn wir uns hineinstellen in den Strom, der ihren Gräbern entquillt. Rur dann, wenn wir ihnen schaffend verbunden bleiben und gesinnt sind wie sie, haben wir ein Recht, ihr Gedenken zu feiern. Rur dann dürfen wir das Lieid vom gefallenen Kameraden aus ganzem Herzen singen, jenes Lied, das uns Erinnerung und Gelöbnis zugleich ist, aus dem uns die große Vergangenheit heraufsteigt, und das uns in die Zukunft weist, in dem unsere Trauer klingt, und in dem uns eine Verheißung tönt. Möchten wir die Kraft find .1, diesem Liede zu leben. Möchten wir es immer mit tapferem Sinn und reinen Lippen fingen können. Das walte Gott! Oer Abschluß. Die feierlichen Klänge des Niederländischen Dank- aebetes folgten den außerordentlich eindrucksvollen Worten des Redners. Anschließend legte Kaufmann Muller im Namen der Arbeitsgemeinschaft der militärischen Vereine mit Worten kameradschaftlichen Gedenkens und des Gelöbnisses treuerWei- terarbeit f ü r bas Vaterland im Sinne der gefallenen feldarauen Kameraden einen Kranz am Fuße des Denkmals nieder. Mit der Weise des Liedes „Ich hott' einen Kameraden" fand das ernste kameradschaftliche Gedenken seinen Abschluß. Nach dieser Feier wurde auch am Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz ein Kranz zu Ehren der Kameraden von 1870/71 niedergelegt. Ein Schrecken liegt in der Lust. Wie der Orkan auf Kuba hauste. Von unserem st.-Berichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Havanna (via London), im Rovember 1932. Das Meer, in dem die verborgenen Schatzinseln liegen, und in dem einst die Dukaniere die Goldflotten überfielen, liegt auch heute noch sehr fern vom europäischen Alltag. An seinen Küsten verbirgt sich das Unerwartete und das Grauen, das oft, begleitet von den .Urgewalten der Elemente, das stolzeste Menschenwerk in wenigen Minuten zerstört. Wenn auch unsere schöne Hauptstadt Havanna in den letzten Jahrzehnten von Naturkatastrophen verschont geblieben ist, und die prunkvolle Eintönigkeit unseres Tropenparadieses „nur“ durch Revolutionen und Studentenunruhen unterbrochen wurde, so ist unsere reiche Antilleninsel doch oft genug von furchtbaren Erdbeben und Wirbelstürme n, denen Tausende von Menschenleben zum Opfer fielen, heimgesucht worden. Die Rerven spüren es, wenn unserer Insel neues Llnheil naht. Eine drückende Schwüle lagerte über Havanna, selbst die Abendbrise, die uns hitze- geplagten Großstädtern ein Wenig Kühlung zu bringen psegt, blieb aus. Havanna fieberte! Aus Dem Äotfo, in dem die schönen Damen sich in ihrem Schmuck und in ihren neuen Toiletten bewundern lassen, war es ausfallend still. In den Hafenkneipen, in denen der Zuckerrohrschnaps in Strömen fliefet, in denen das Messer allzu lose in der Scheide sitzt und schwarzäugige Frauen des Elendviertels vor fremden Matrosen die „Eule- bra“ tanzen, War es unruhig. Die Polizei hatte Mühe, die Desperados im Zaume zu halten. Die Atmosphäre wurde immer drückender ... ein Schrecken lag in der Luft. Dann plötzlich verbreitete sich die Rachricht, dafe der Eüdosten Kubas durch einen Tornado zerstört worden sei, eine Riesenwoge habe sich über das Alfer gehoben und habe alles Lebende sortgeschwemmt. In Santa Cruz und in Puerto del Principe seien Tausende von Menschenleben vernichtet. Lind ebenso wie beim furchtbaren Erdbeben. das vor einem Jahre Santiago de Cuba in ein Trümmerfeld verwandelte, plünderten und beraubten wild gewordene Reger die Lieberlebenden der Katastrophe. Eine Hiobspost folgte der anderen. Präsident General M a ch a d 0 ergriff sofort energische Maßnahmen. Lieber die vom Tornado verwüsteten Gebiete wurde der Belagerungszustand verhängt, Truppen wurden mobilisiert mit dem Befehl, die Ordnung wieder herzustellen und die Marodeure an Ort und Stelle zu erschießen. Hilfsexpeditionen wurden ausgerüstet, ein Regierungsdampfer mit Aerzten und Sanitätspersonal Wurde ins Katastrophengebiet beordert und reichlich Lebensrnittel verladen, um einer Hungersnot vorzubeugen. Man erfuhr, daß in der Stadt Santa Eruz, die etwa 4000 Einwohner zählt, mehr als 2500 Menschen von der Sturzflut getötet Worden Waren. Grauenvolle Einzelheiten Wurden berichtet: Das Meer und der Himmel schienen sich plötzlich in einem kochenden Chaos zu vereinen. Aus den Tiefen klang ein wildes Heulen. Die am Liser festgetauten Boote rissen sich von den Ketten los, wurden in die Luft geschleudert und dann von den Wogen verschlungen. Grofeere Fischerdampfer Wurden an der Mole zerdrückt, als ob sie aus Pappe Wären. Die Palmen am Strande knickten um wieStreichhölzer, die Kronen trennten sich vom Stamm und Wurden hoch in den pechschwarzen Himmel gewirbelt. Die Dächer der Häuser lösten sich von den Mauern, die aus Baumstämmen gezimmerten Hütten Wurden auseinandergerissen, und Menschen Wirbelten im Orkan durcheinander. Die elektrischen Anlagen Waren zerstört und durch das Dunkel klangen das Jammern und die Schreckensrufe der Verwundeten. Dann plötzlich, infolge eines Seebebens, ergoß sich das Meer in haushohen Wetten über die Stadt und drohte alles unter den Fluten zu begraben. Wer flüchten konnte, flüchtete. Männer und Frauen kletterten auf die Bäume, die der Sturm verschont hatte, und banden sich an den 'Heften fest, um nicht von den Windstößen mit fortgeriffen zu werden. Aber das Wasser stieg höher und höher, so daß viele in den Zweigen, von denen sie sich nicht mehr loslösen konnten, ertranken, und nun als grausige Wasserleichen geborgen werden müssen. Viele Frauen waren beim Nohen des Tornado in die Kirchen geflüchtet, um der heiligen Barbara, die Macht über Unwetter und Erdbeben hat, psundschwere Kerzen zu weihen. Andere begingen Selbstmord, als sie zusehen mußten, wie ihre Frauen und Kinder vor ihren Augen ertranken, ohne daß sie helfen konnten. Der Sachschaden ist ungeheuer. Die Zuckerrohrfelder in weitem Umkreise sind vernichtet, Tausende von Menschen sind obdachlos geworden, und alle ihre Habe ist verloren. Oeffentliche Sammlungen und Regierungshilfe müßen dem allergrößten Elend zu steuern versuchen. Neben dem Süd- osten Kubas haben andere kleinere Antilleninseln unter dem furchtbaren Sturm gelitten. Die kleine Kaimaninsel soll vollständig zerstört sein, und auch aus Jamaika treffen Schreckensnachrichten ein. Die Bevölkerung Havannas ist aufs tiefste erschüttert. Buntes Allerlei William T. Tilden Wirtschaft S.J.-fporf Devisenmarkt Berlin — Frankfurt L M? Srantfuri a. a-k. Äerlin 'Datum 18.11. 19-11. 18.11. 19.11. 16,5 16,5 95 »,75 52,9 54 4,9 Banknoten. 135 5 v. H. 43 158,5 Distanz von zehn Ruw knappen Punktsieg der 95,5 36,5 20,5 27,5 177,5 67,75 17,4 39.5 90 53,5 16,4 30 26,25 17,25 40,4 89,75 59,5 55,25 60 43 29,5 17,75 43 43 160 95,75 139,5 27 39 33 96 1404 27,5 39,25 33 55,5 60 43 29 17,5 25,13 I 1351 96 27,75 39,25 (Cn- en- b1.? o 9 10 0 o 0 0 0 0 0 1 0 0 0 6 0 u 10,25 6 6,05 6 . 6 > 8 , 0 . 6 10 * . « , 0 , 8 >!'. 10 6 den und endete mit einem Deutschen. 75 61,75 126 31,65 68 95,5 53 72 74,5 71,65 120 109 39,25 74,5 38,5 76 95,75 55,25 59 43,25 30 92 17,9 42,13 34 43,25 160 53,5 45 52,5 4,9 36,5 53,5 204 27.75 178 67,5 17,5 90 53,5 3,3 3,3 5,25 9,2 4,5 Poseidon Köln stellte in Aachen in dcr Crawl-Schwcllstaffel über 50, 100, 200, 100, 50 Mc> ter mit 5:27,2 Minuten einen neuen deutschen Rekord auf. 75 61,75 126,25 31,5 69 94,5 53,4 70,75 73,5 70.5 119,75 109 39 73,75 39 74,5 37,5 95 36 53 38,5 27.5 177,5 67,13 I. ®. Farben-Induftri« Scheideanstalt.... Goldschmidt..... Rütger-werke .... Metallgeiellschast. . . Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Transportkosten. Dcr Fabrikant ist zur Tragung der Transportkosten verpflichtet, da er ein mangelhaftes Werk geliefert har. 10,5 6 6,15 6,25 1 8,3 I 3,4 I 3,35 1 5,25 ' 8,9 16.4 26,5 17,4 39,65 89,5 53,5 75 61,75 126,65 31,25 20,75 68.75 96.9 53,4 71,9 76 71,65 120 109 39,25 75,25 39 76 37,9 127,25 95.75 36,5 53 21 39 27,25 177 67,75 96 55,5 60 42,5 27,75 93 17,75 42,25 35 43,25 158,9 alle Bernbau .... 3Tfe Bergbau Genüsse Riodnetwene . . . Manne« mann-Rühren Man« sei der Bergbau . Oderschles. ftoHtverte Phönix Bergbau . . . id>e Braunkohlen «hetnstaht..... 52,51 44,5 51,75 4,75 i Fußball in Gießen. Während des Totensonntags herrschte auf den Spielfeldern der Gießener Sportvereine Ruhe. Das einzige Spiel des Wochenendes wurde am Samstag ouf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 aus- getragen. Die ersatzgeschwächte 1. Elf der Spielver- einigung trat gegen eine Mannschaft der Universität an und gewann mit 4:2 Toren. Bieber in Fulda 4:0 geschlagen. 3m Freundschaftsspiel gegen Borussia Fulda wurde Germania Bieber am Totensonntag in §ulda mit 4:0 (4:0) schwer geschlagen. Schon nach 18 Minuten hatten die Gastgeber das 4:0-Ergeb- nis hergestellt. Alle Treffer fielen durch schnelle Angriffe des linken Flügels, bei denen der rechte Läufer von Bieber versagte. Auch Winter im 2-0r machte Schnitzer. Erst als die vier Tore gefallen waren, fand sich auch Bieber besser und gestaltete nun das Spiel ausgeglichen. Punffefampf am Main. Das einzige Berbandsspiel der Gruppe Main am Totensonntag führte in Friedberg die beiden . O . 0 :■ b 0 10,25 1,05 5,7 5,9 6 6,25 3,3 3,3 5,75 4,6 21,13 1 io 0 O Walter R e u s e l s Gegner bei seinen Kampf am 26. November in der Frankfurter Fest- Halle ist der Engländer Unwin, mit dem er schon vor einigen Monaten in London boxte. Dcr Kampf ging damals über die volle Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Montag, 21. Rov.: Margarethe, Dienstag, 22.: Fidelio. Mittwoch. 23.: Don Carlos. Donnerstag, 24.: Die Entführung aus dem Srrail. Freitag, 25.: Geschlossen (4. Museumskonzert). Samstag, 26.: Zar und ßimmermann. Sonntag, 27.: Anfang 11.30 Uhr, Ende 13 Uhr: Einführungsvortrag zu Berdis „Don Carlos". Anfang 15 Llhr, Ende gegen 17.30 Uhr: 3m weißen Röhl. Anfang 19.30 Tlhr, Ende gegen 23 Uhr: Carmen. Schauspielhaus. Montag, 21. Rovbr.: Faust, 1. Teil. Dienstag. 22.: Hedda Gab- ler. Mittwoch, 23.: Moral. Donnerstag, 24.: Die endlose Straße. Freitag, 25.: Die endlose Straße. Samstag, 26.: Moral. Sonntag, 27.: Florian Geyer. Moral. 10,5 1 5,8 6,4 6 3,3 3,4 3,4 5,25 4,5 21 134, 134,25 gibt am 3. und 4. Dezember zusammen mit Najuch, Barnes, Nüßlein, Nesserschmidt und Becker ein zweitägiges Gastspiel n der Frankfurter Festhalle. Philipp Holzmann ...... Vf Zementwerk Heidelberg. ... 4 Cementwerk RatiftaM.....O ®at)6 S Freytag......o| Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Dle hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt Schultheis PaNenhoser . . . Mu «Allgemeine ÄintfMetbe) Bemberg........ tzellstoss Waldhos..... Zellstoff Aschaffenburg . . . Dessauer ®ad...... , Daimler Motoren . . . . . Deutsche Linoleum . . . . Orenstctn & Koppel .... Leonhard Tietz...... SoenMa...... _ Lhade.......... Abstiegskandidaten DfB. Friedberg und FC. 93 Hanau zusammen. Friedbergs Schicksal konnte bereits seit einigen Wochen als besiegelt anges«h«i werden, aber auch der alte FC. 93 ist nun anscheinend, da er in Friedberg nur ein 3:3 erzielen konnte, dem Abstieg in die zweite Klasse ausgeliefert. Die Hanauer stehen drei Punkte hinter den Frankfurter Sportfreunden und diese Differenz werden sie in den drei noch ausstehenden Spielen wohl kaum überwinden können. Mainz 05 hält hie Führung. Jlur ein Verbandsspiel in der Gruppe Hessen. Auch in der Gruppe Hessen wurde am Totensonntag nur ein Berbandsspiel ausgetragen. Der Tabellenführer Mainz 05 trat gegen VfR. Bürstadt an und gewann leicht 5:0. Damit haben die Mainzer einen klaren Dorsprung erlangt, sie füh. ten nun nicht mehr allein nach Derlust-, sondern auch nach Gewinnpunkten mit zwei Zahlern vor Wormatia Worms. 100=km^ennen bei her Eröffnung her Frankfurter Winterbahn. 4% Ocflcrtcidjlidie Äolvrente . 4,20% Oesterreichische Silberrentr 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staat-rente v. 1910 4V,% beflfll. yon 1913 . . . k>% adgesl. GoldmerUaner von 99 4% Türkische ZvIIanleihe von 1911 1% Türkische Bagdadbahn-Anleih. Serie I .... 4% be«fll. Serie II..... 6% «umän. ver-inh. Mente v. 1903 4^%«umana>ereind.Rentev.ioi: 4% Rumänische veretnh. »knie 211% ■ ttnatoltci ...... Das umfangreiche Eröffnungsprogramm der Winterbahn in der Frankfurter Festhalle zog sich am Samstag bis nach Mitternacht hin. Trotzdem hielt es aber das gut besetzte Haus die vier Stunden lang bei bester Stimmung. Beim 100- Kilometer-Mannschaftsrennen gab es sogar angesichts der vielen spannenden Momente und schönen 3agden oft Helle Begeisterung. Bei diesem Rennen sah man nach der 10-Kilometer-Wer- tung die ersten Borstöße, die dann bis zum Schluß nicht mehr abrissen. Man hat selten ein so jagdenreiches Bennen gesehen. Dach der Hälfte des Rennens führten überraschenderweise die ausgezeichnet fahrenden Kölner Zims-Perelaer mit einer Runde vor Schön-Duschenhagen und anderen starken Mannschaften. Als Schön-Duschenha- gen dann ihre Angriffe auf die Kölner konz. trierten, kam es zu den Höhepunkten des Re.. nens. Schön-Duschenhagen konnten nach aufregender Verfolgung schließlich der jungen, bald sehr beliebt gewordenen Mannschaft nicht nur den Dorsprung abjagen, sondern gleich anschließend noch feinste, ästhetische Eindrücke vermitteln wird, auch die notwendige Spannung bringen, die einem solchen Großkampf nicht fehlen darf. Es ist nicht aus- geschlossen, daß der Wormser Turn- und Sportgemeinde bei dieser Gelegenheit eine Uebcrraschung bereitet wird: Der deutsche Gerätemeister, Frey- Kreuznach, wohnt nicht weit von Worms entfernt! Vielleicht bekommt er Gelegenheit, im Rahmen des .Hessenkampfes außer Wettbewerb sein Können zeigen zu können. — Die Mannschaften für den Hessen- Jnmpf sind zur Zeit noch nicht zusammengestellt. Es finden noch Ausscheidungskämpfe in den Gauen statt. Die heutsche Getreiheerute 1932. Berlin, 19. Roo. (WTB.) Auf Grund der abschließenden Novembermeldungen der amtlichen Berichterstatter über die Ernteergebnisse sind vom Statistischen Reichsamt folgende Gesamt- erntemengen für 1932 festgestellt worden: Winterroggen 8 271 000 t, Sommerroggen 93 000 t, Winterweizen 4 356 000 t, Sommerweizen 647 000 t, Spelz 155 000 t, Wintergerste 624 000 t, Sommergerste 2 590 000 t, Hafer 6 650 000 t. Im Vergleich mit den endgültigen Ergebnissen des Vorjahres (1931) ist nach diesen Schätzungen die diesjährige Ernte bei allen Getreideartcn erheb- l i ch größer ausgefallen. Sie übertrifft bei Roggen die vorjährigen Erträge um 25 v. h,, bei Weizen um 18 v. h., bei Sommergerste um 3 v. h., bei Wintergerste um 23 v. h. und bei Hafer um 7 o. h. 1014, Jugoslawen 97- bis 9%, Rumänen 9'/: bis 9iÄ, Polen 9 bis 9%, Holländer 9% bis 13%, Flandern 11% bis 13, Deutsche Frischeier 10 bis 14%, in- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 7% 1 bis 8. Kühlhauseier: Rumänen 7% bis 8, Jugosln- ] wen 7 bis 8, Bulgaren 8% bis 8%, Holländer 9 ; bis 9%, Flandern 8% bis 9. Frankfurter Buttcrmarkt. Frankfurt a. M., 19. Rov. 3m Hinblick ' auf die am 15. d. M. erfolgte Kontingentierung hat der Großhandel bereits in den Dorwochen größere Dorratskäufe getätigt. Diese kamen in der abgelaufenen Woche zum Stillstand, i fo daß das Geschäft sehr schleppenden Verlaus 5 nahm. Bei fester Grundstimmung blieben die letz- < ten Preise unverändert. Die Aussichten für big Marktgestaltung in der nächsten Zeit dürften an sich nicht ungünstig zu beurteilen sein. Allerdings besteht durch die erfolgte Doreindeckung des Großhandels die Möglichst, zunächst noch einige Zeit mit prei-drückenden Auslandsangeboten den deutschen Buttermarkt zu beunruhigen. Die Der- 1 koufSpreise des Großhandels lauten (in 1-Ztr * j Tonnen): holländische Butter 135—138, deutsche Butter 125—130 Mk. Oer zarte Schupo. Die Eignung der Frau zu dem schweren Amt des Schutzmannes ist von einer jungen Dame in öem Ort Lima in Ohio so einwandfrei bewiesen worden, daß diese Tatsache in den Vereinigten Staaten großes Aufsehen erregt. Sie hat bei ihrer Tätigkeit als „Arm des Gesetzes" bisher 579 Männer und 25 Frauen verhaftet und einer gerechten Bestrafung zugeführt. Run haben sich auch andere Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts schon als Polizisten bewährt, aber „der" Schupo von Lima, Gertrude Miller, zeichnet sich durch besondere Sanftheit aus. Sie hat ihren Stolz darein gesetzt, sich aller Verbrecher ohne jede Anwendung von Gewalt zu bemächtigen. 3hre Technik besteht in einer Verbindung von Klugheit, Anmut, Festigkeit und Zartheit. Es scheint, daß sie auch in ihrem Beruf spezifisch weibliche Kräfte antoehöet, denn die ilebeltäter, die von ihrem fünften Arm gepackt wurden, erklärten, sie begriffen eigentlich gar nicht, weshalb sie sich von ihr so leicht und ohne Widerstand hätten fangen lassen. Tatsache ist, daß ihr niemand bisher den geringsten Widerstand entgegensetzte. „Sie sah mich an, und ich sah ihr ins Auge", so sagte eins ihrer Opfer aus, „und alle Kraft schien mich verlassen zu haben. Dieser ruhige und feste Blick wirkte auf mich lähmend. Ich wurde nicht so machtlos, weil sie eine Frau war, aber es lag etwas in ihrem sicheren und ruhigen Auftreten, in ihrer weichen und leisen Stimme, dem man nicht widerstehen kann." Aehnlich lauteten die Angaben der anderen Verhafteten, und auch die Frauen erlagen dem Zauber ihrer Persönlichkeit. 3a, manche behaupteten sogar, sie hätten geradezu ein Vergnügen empfunden, als sie von Gertrude Miller abgeführt wurden, denn sie fühlten plötzlich, daß sie Unrecht begangen hätten, und empfanden den Wunsch, dafür zu büßen. Mlkerwanhemng in Kanaha. 3nfolge der Wirtschaftskrise gehen im kanadischen Westen große Veränderungen vor sich. Eine neue Völkerwanderung nach Rorden hat begonnen. um hier das „gelobte Land" zu gewinnen, das den Ansiedlern Wohlstand und Schätze bieten soll. Diese Bewegung vollzieht sich in Formen, bie merkwürdig an die längst vergangenen Tage der einstigen Besiedlung des Landes gemahnen. Ein Beispiel, das Blätter in Vancouver berichten, ist dafür bezeichnend: Ein Zug von Planwagen auf dem Weg von Dritisch-Columbien nach dem Peace-River zieht an den Hügeln von Süd-Al- berta dahin, als eine junge Frau Zwillinge zur Welt bringt, zwei Knaben. Eine Gutsbesitzerin, die von dem Ereignis erfährt, fährt im Kraft- * Die Indexziffer der Großhandels- p reife. Die vom Statistischen Reichsamt für den 15. November berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 94,1 gegenüber der Vorwoche (94,4) um 0,3 vorn Hundert gesunken. Die Indexziffern der Hauptgrup- pen lauten: Agrarstoffe 88,2,(minus 0,7 v. H), Kolonialwaren 81,4 (minus 0,1 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,9 (minus 0,1 v. H.), und industrielle Fertigwaren 114,2 (minus 0,2 vom Hundert), davon Produktionsmittel 116,4 (minus 0,2 o. H.), Konsumgüter 112,6 (minus 0,1 v. H ). ’ Erhöhte Radio-Produktion und Reueinstellungenbei Lumophon. Die bayerische Radiofabrik Bruckner & Stark, die Herstellerin der bekannten Lurnophon-Erzeugnisse, hat weitere Einstellungen in ihrem Werk vollzogen. Cs handelt sich hierbei nicht um eine konjunkturmäßige Erscheinung, die sonst jeweils im Herbst in der Radio-3ndustrie Reueinstellungen zur Folge hat. Die erneute Delegschafts- erhöhung innerhalb kurzer Zeit ist vielmehr eine Auswirkung der neuen Apparate- und Laut» sprecher-Konstruktionen dieses 3ahres. Lumophon beschäftigt heute im Rahmen seiner Organisation beinahe 1500 Arbeiter und Angestellte. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 19. Nov. Das Geschäft war während der ganzen Woche schleppend die erhöhten Preise blieben jedoch unter dem Einfluß des weiteren Produktionsrückganges gut behauptet. In Kühlhauseiern war die Umsatztätigkeit infolge der billigeren Preise etwas besser. Es notierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 10 bis eine weitere Runde gewinnen und somit fc j Rennen für sich entscheiden. Ausgezeichnet fü> ren neben diesen beiden Teams auch noch dz Berliner Mannschaften Gebr. Rickel. Funda-Mc. dorn und Kroll-Wolke. Der sehr unternehmungslustige und starke Altenburger litt daran, daß sei, Partner Manthey zu schwach war. Kurze Sportnotizen. Amsterdams erstes Sechstagercnnct wurde am Freitag gestartet. Deutschland ist bab.i durch die westdeutschen Paare Rausch Hürtgen ui» Göbel Schorn vertreten, die nach 19 Stunden aif dem 4. bzw. 9. Platze liegen. In Führung lieget I. o. Kempen/Boghaert. * Zum Berufssport übergetreten it der mehrfache deutsche Meister im (iistunftlauft,, Maier-Labergo (München). Der Münchener min sich am Montag von seinen bayrischen Freundet verabschieden und bann nach Amerika fahren, tn) er als Schauläufer und Trainer wirken will. Kanadas Eishockeyspieler, die an 30. November in London ihre europäische Gastspiel' reise beginnen, werden am 19. und 20. Dezemb«- und an Weihnachten im Berliner Sportpalast aw treten. Hesseniurnkompf in Worms. Am 27. November. Der Kampf im Kunstturnen an den drei Geräten Neck, Barren und Pferd sowie Freiübung zwischen den Mannschaften der drei hessischen Provinzen hat bereits würdige Tradition. Diesmal aber darf man ihn in Zusammenhang bringen mit den Deutschen Gerätemeisterschaftcn, weil bei dieser Großveranstaltung dcr Deutschen Turnerschaft auch einige der am Hessenkampf teilnehmenden Turner erfolgreich waren. Sie gehören den Gauen Rhein-Main (Darmstadt) und Rheinhessen an, und zwar sind es G e n s- Mainz, der unter 140 Teilnehmern dank seines glänzenden Könnens sich auf den 9. Platz bringen konnte, Fiedler Darmstadt, der 41. und M u l - ler Mainz, der 45. wurde. Ihnen zur Seite stehen im Wormser Wettbewerb die besten Geräteturner der drei Gaue Hessen, Rhein-Main und Rheinhessen. Wenn man weiß, daß im Mittelrheinkreis, der bekanntlich auch den Deutschen Meister im Geräte- furnen, Frey Kreuznach stellt, ein hochentwickeltes Kunstturnen an Geraten gepflegt wird, vermag man auch vorauszusagen, daß am 27. November im Städtischen Spiel- und Festhaus zu Worms hervorragende Leistungen zu sehen sein werden und daß nur die Partei den schlichten Eichenkranz und den Wanderpreis des hessischen Staatspräsidenten erringen wird, die Höchstleistungen zu erzielen vermag und deren acht Kämpfer in ihrem Können am ausgeglichensten sind. Es wird bei diesem Ringen um den Sieg nicht um Unterschiede von einigen Dutzenden von Punkten gehen, sondern cs dürste so kommen, daß nur cm knapper Vorsprung von der siegreichen Mannschaft herausgearbeitet werden kann. Das sollte die- ser Großoeranstaltung, die einen Höhepunkt deut- schcn Geräteturnens werden und den Besuchern wagen 30 Kilometer, um nach einem Arzt zu telephonieren, der. als er anlangt, nur fest stellen kann, baß sich Mutter und Kinder wohl befinden. Am Abend des Meilen Tages nach diesem Ereignis bricht der Wagenzug nach Rorden auf, um auf Präriepfaden sein Ziel zu erreichen. Solche Geburten im Planwagen waren nichts Seltenes: in jenen Tagen vor fünfzig 3ahren, als die Prärie erschlossen wurde und Die Eisenbahn sich zuerst ihren Weg durch die Gebirge nach Vancouver bahnte. 3n der Zwischenzeit haben die 3ndianer aufgchört, die Siedler anzugreifen, und die Büffelherden weiden nicht mehr in den Ebenen. Aber im ganzen Westen Kanadas sind die Planwagen wieder auf dem Wege nach den nördlichen Gebieten, in denen es mehr Flüsse gibt und Trocken, heit weniger zu befürchten ist. Die Regierung unterstützt diese Völkerwanderung, um die Ar^its- lofen aus den Städten zu entfernen und ihnen eine bessere Zukunft zu eröffnen. Sie erhalten Aus- rüstung und Vorräte für die Reise, und es werden ihnen Landgebiete zur Bestellung zugeteilt. Die wichtigsten Bundesgenossen der Regierung dabei sind die Frauen. Sie haben oft mehr Mut und Energie als die Männer, die von dem schwe- ren Schicksal, das sie betroffen, vielfach gelähmt sind. Sie drängen ihre Gatten, die sich an das Hinvegetieren mit der Arbeitslosen-Llnterstühung gewöhnt haben, die Gelegenheit zu ergreifen, die ihnen hier zum Aufbau einer neuen Existenz geboten wird. Mit den Siedlern, die im Ackerbau ihr Glück suchen wollen, ziehen Goldjäger und Abenteurer nach Rorden. An jedem Gebirgsfluh haben sich Männer, meist zu zweien, niedergelas. sen, um das kostbare Metall aus dem Wasser herauszuwaschen. Die Rachfrage nach Spaten, nach Pfannen und andern Geräten ist groß. Meldungen von reichen Goldfunden im südlichen Pukon haben eine fieberhafte Erregung hervorgerufen, und man strebt selbst nach den Strömen im fernen Rorden in Britisch-Columbien, die nur mit dem Flugzeug zugänglich sind. Diesen Goldsuchern müssen auch die Rahrungsmittel durch die Luft Angeführt werden. Andere wieder sind auf die Versorgung durch Hundeschlitten angewiesen. Die Bewegung ist in vollem Gange und nimmt immer mehr zu. Daß mit Erfolg gearbeitet wird, zeigt die beträchtliche Vermehrung der Goldvorräte in der Dank von Vancouver. Mit dem alten Planwagen ist auch das Pferd in der Prärie wieder zu Ehren gekommen. Infolge der hohen Steuern, die das Petroleum sehr teuer gemacht haben, rentiert sich der Kraftwagen nicht. Die Sattler und Hersteller von Pferdegeschirren haben viel zu tun, und an die Stelle der Reparationswerkftätten für Autos treten wieder die Hufschmiede. 75 61,75 126 I 3L5I 68 94.5 53 71 l 72 j 70,5 I 120,5 109 I 39 73,5 39 74,5 Frankfurter SRaldjtnen . . . . O| Ärttzner..........o Mainkraftwerte Höchst a. M.. . 4 Süddeutsch« Zucker.....e| «amvurg-Ämerua Paie. . . i Hamburg-Südam. Dampsschiss. o Hansa Dampsschiss . . . < Norddeutscher Lloyd.....< A.Ä. für Verkehrswesen Akt. Berliner Handelsgesellschaft . Kommen, und Privat-Bank . Darmstädter und Nationalanl Deutsche Bank und DiSronto-Geselllchasl. . . Dre-dner Bank...... Reichsbank........ S.LG............ Bergmann........ (Rein. Liefenmg-gesellschaft. Licht und Kraft...... Selten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... Rheinische Elekmzttät . . . . Schucken & do....... Siemens & HalSke ..... Lahmet,er & Co...... . Buderus...... • • . . Deutsche CfcbAl....... Gelsenkirchener ....... $ranl|un a. 2J1. Berlin Schluß« kur« Schluß'. Abend- bSrse Schluß- hir4 Schlußk. Mltiaa- Mrfe Datum 18-11. 19.11. 18-11. 19.11. 6";> Deuuche Reicheanlethe v.IVU. 73 72,5 73 0% ehern. 7%Dt. ReichSanl. b.1029 87,25 87 87,25 87.25 Bvung.AnIeihe von 1030 . Deutsche Anl..Ablüs..Schuld mti 71 71,9 71,75 72,13 Lluülos.-Rechten...... 54,75 54,75 54.65 54,7 Desgt. ohne Auslos.-Rechte . . 6% ehern 8%t>e|l. BolUttaal 1929 6,3 6,575 6,3 6,5 iruckzahtb. 102%)...... Oberhellen Provlnz-Dnleche mti 65,75 65,65 65,75 65,65 LIustos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabi. 55 55 — — Unleihe Serie 1 ...... 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldvle. US unkundbar biü 103b 6% ehem. 7% Sranks. Hhp-Bank 50,65 50,4 51 50,5 79,75 79,8 — — Golbw 16 unkündbar bis 1936 6K% ehem. 4fo% Sranks.Hhp.. Bank Vlqu Pianobriese . . . 6%% ehem. 4 Rheinische Hiw -Bank-Liou -Soldple. . . 6% chem 8% Pr. Landespfand. 79,75 79,65 — — 79,65 82 — — 82 82 — — bdefanflai Pfandbriefe R. 10 8% ehem. 7% Pr. LandeSpfanb- 77 77 77 77 brtefanNal, Pfandbriefe R. 10 78 77,5 — — Frankfurt a.M. Berlin Schluß, furd Schluß!. Abend- börs- Schluß- fur4 Schlußk. DiLioq. bSr-e Calum 18-11. 19.11. 18.11. 19.11. Rrebeck Montan...... — — d- — Bereinigte Stahlwerke .... 0 Otavi Minen....... 0 24,4 24,75 24,25 24,5 16,75 16,75 16,75 16,75 Kaliwerke Aschersleben ... 6 103 104 103 104,5 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke SaUdetsurth ... 9 109 108 108,5 108,5 164 166 166,5 166 18. Jlot>embcr 19-Rovemter Amtliche <*elb JMtrung 3riel Amtliche Dloiienina Geld 1 Srie' Estingsar» . 6,024 51,95 6,036 52,05 6,034 51,95 6,046 J 52,05 Prag . . . BudapeS. . 12,465 12,485 12,465 12,485 Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,18 169 52 169,23 169,57 O4Io.... 70,33 70,47 70,53 70,67 Kopenhagen. 72,83 72,97 71,98 71,12 Stockholm 73,28 73,42 73,48 73,62 London. . . Buenos Aires 13,80 0,908 13,84 0,912 13,86 0,908 13,90 0.912 Neunork . . Brüssel. . . 4,209 58,36 4,217 58,48 4,209 58,34 4.217 58,46 • e • 21,56 21.60 21,56 21,60 1 Schweig . . 16,49 80,94 16,53 81,10 16,49 80,92 16,53 81,08 34,39 34,45 34,40 34,46 Danzig. . . 81,82 81,98 81,82 81.98 Japan . . . Rio de Ian.. Juaoslawie». Ltsiabo» . . 0,839 0,294 5,634 12,76 0,841 0,296 5,646 12,78 0,839 0,294 5,634 12,76 0,841 0,296 5,646 12,78 Berlin, 19-November Geld Ärles - llmertkangchc Noten....... Belgische Roten ......... Dänische Noten......... Englische Noten ......... 4,20 58,18 71,61 13,82 16,45 168,86 21,50 70,36 2,47 73,30 80,74 34,26 4,22 58,42 71,89 13,88 16,51 169,54 21,58 70,64 2,49 73,60 81,06 34,40 Uranzbstsche Noten........ Holländische Roten........ Italienische Noten....... Norwegische Noten........ TcuUd'-Ccftcneld), * 100 tzchklltng Rumänische Noten........ Schwedische Roten........ Schweizer Noten. ........ Spanische Roten, ........ Ungarische Roten ........