k. ^3r Anschlag aus Semot Annahme von »njelgea für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Rcichspfennig, Platzvorfchrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Will). Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein undfürdenAn- zeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Biegen. 5 9%, Rumänen 9'A bs ander 9% bis 13«, glfls, )t Frischeier 10 bis IC.:, und schmutzcier 7!i icnen 7« bis 8, Iugosli. M bis 8«, Holländer 9 5 9. Deutschland und der Die ersten Ermittlungen. General-Anzeiger für Oberheffen Dnid und Verlag: vriihl'sche Univerfitäl§-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: ZchufNraße 7. 3n politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß der Botschafter bei dieser Gelegenheit in irgendeiner Form das Befremden darüber zum Ausdruck bringen wird, daß in der französischen Presse das Attentat mit einem Deutschen und mit der Aationalfozialistischen Partei rnZusammenhang gebracht worden ist. Koerber rechtfertigt sich. Moniertet Beziehungen zu denAngeschuldtgten gerichtlich sestgcftcllt Paris, 20. Roo. (ÖIB.) Zu der Erklärung, die Ministerpräsident herriot dem Vertreter einer Nachrichtenagentur abgegeben hat, ersucht uns der darin genannte deutsche Journalist koerber um Veröffentlichung folgender Erklärung: herriot hat gesagt: Die in der Untersuchung wegen des Attentats auf das Denkmal von Rennes oerwittelten Angefchuldigtea hätten erklärt, sie hätten Geld für ihre Propaganda von einem notorischen deutschen Rationalisten, deralsein Vertreter Hitlers in Frankreich betrachtet werde, erhalten. Tatsache ist, daß die beiden von herriot gemeinten Angeschuldigten Jeusset und Eattelliot vor dem Untersuchungsrichter in Rennes am 22. September gegen 13 Uhr in Gegenwart von koerber unter Eid zu Protokoll aussagten, dah sie niemals Herrn koerber um irgendeine Unterstützung angegangen seien oder eine solche von ihm empfangen hätten. Ebenso sagte koerber unter Lid zu Protokoll vor dem Untersuchungsrichter aus, dah die Angeschuldigten ihn niemals um einen Centime gebeten oder einen Lentime von ihm erhalten hätten. Velde Angeschuldigte, deren Bekanntschaft koerber ganz unfreiwillig gemacht hat — und zwar sechs Monate vor dem Attentat, das herriot erwähnte —. da sie ihn in feiner Wohnung besuchten, um ihm das Programm ihrer Bewegung klorzulegen, verliehen koerber offenkundig, wie ebenfalls vor dem Untersuchungsrichter zu Protokoll gegeben wurde, vollkommen enttäuscht, da sie einsahen, das; er mit ihrer Bewegung keinerlei Sympathie habe und daß er auch keinerlei Beziehungen zu Hitler besitze, oder die Angeschuldigten, wie sie wünschten, zu Hitler nicht in Beziehung sehen konnte. Die von herriot gemachte Aussage widerspricht also den gerichtlich fe st gelegten Tatsachen. Ein weiterer klarer Beweis für die ungenaue Darstellung, die der Mi- Reihe von Besprechungen mit seinen engeren Parteifreunden gehabt, lieber den Inhalt der Verhandlungen zwischen Rationalsozialisten und Zentrum wird auf beiden Seilen strengstes Stillschweigen bewahrt, weil man unter allen Umständen vermeiden will, dah der weitere verlaus durch Indiskretionen gefährdet werden könnte. Vorläufige Absage Hugenberos. Reichstagspräsident Göring hat auch versucht, mit den Deuts ch nationalen in Fühlung zu kommen. Diese Absicht ist aber zunächst mihlungen. und zwar deshalb, weil die Deutschnationalen wohl erwartet hatten, daß Hitler selbst sich an sie wenden würde. Der „Montag", der ja dem Geheimrat hugenbe r g nahesteht, berichtet darüber, dah die Verhandlungen in der „etwas merkwürdigen Art" eingeleitet worden seien, dah Reichstagspräsident Göring am Sonntagnachmittag durch feinen Adjutanten Geheimrat hugenberg in das Palais des Reichstagspräsidenten zu sich bestellen lieh. Dr. hugenberg lieh nach der genannten Quelle darauf mitteilen, dah er Herrn Adolf Hitler wie stets, so auch jetzt zu einer politischen Besprechung zur ver- fügung stehe. Lr müsse es aber nach den Vorgängen der letzten Wochen ableljnen, einer in so ungewöhnlicher Form erfolgten Aufforderung des Herrn Reichstagspräfidenten Göring nachzukommen. Rach dieser Absage bleibt natürlich immer noch d i e Möglichkeit für direkte Besprechungen zwischen Hitler und hugenberg offen. Man kann aber wohl annehmen, dah sie jetzt erst in einem späteren Stadium in Frage kommen, wenn zwischen Rationalfozialisten und Zentrum eine größere Klarheit erzielt worden ist. Auch Diugeldey will nur mit Hitler verhandeln. Dos Auto des nationalsozialistischen Führers S) i 11 e r oirb bei bet Ausfahrt aus einer riesigen Volksmenge mit Hellrufen begrüßt. CT MkillM. w 6161««*» «‘ ’iiunfl.) S-'.'-S An die Verhandlungen, die Sonntag nachmittag beim Reichstagspräsidenten Göring stattgefunden haben, schlossen sich noch interne Besprech u n- gen bei den Rationalfozialisten im „Kaiserhof". wo auch Adols Hitler wohnt, u n d im engeren kreise der Zentrumsführung, von unterrichteter Seite erfahren wir, dah die Einladung Görings zu Besprechungen nicht nur aus das Zentrum und die Deutschnationaien beschränkt ist, sondern sich auch auf Deutsche Volk spartet und Bayerische Volkspartei erstreckt. Ls ist also sicher, dah auch mit den Führern dieser beiden Parteien verhandelt wird. An den Führer der Dvp.. D i n g e t d e y , ist man bisher jedoch von keiner Seite herangetreten. In volksparteilichen Kreisen vertritt man den Standpunkt, dah der Parteiführer keinen Anlaß habe, sich auf Verhandlungen mit Göring ein- zulasfen. Besprechungen mit dem Reichstagspräsidenten hätten nur bann einen Sinn, wenn alle in Frage kommenden Parteiführer, also auch Hitler s e l b ft, daran teitnähmen. Görmgs Ausgabe. Rur informatorische Fühlungnahme Zur Konstruktion dieser ganzen Verhandlungen werden von nationalsozialistischer Seite solgende Gesichtspunkte unterstrichen: Die Rationalfozialisten find bereit, positiv d i e Aufgabe der Regierungsbildung in Angriff zu nehmen, wenn der Reichspräsident ihnen die Führung überträgt, d. h. Herrn Hitler den Auftrag erteilt. Dieser Auftrag liegt bisher nicht vor, und deshalb werden die Verhandlungen auch nicht von Adolf Hitler geführt. Vielmehr ist nach nationalsozialistischer Auffassung zunächst Rcichstagspräsi- dent Göring der gegebene Mann. Das werde einmal durch feine Stellung als Reichstagspräfident bedingt, noch stärker aber durch die Tatsache bestimmt, daß er von den Parteien gewählt ist, die vom Reichspräsidenten zur Frage der nationalen Konzentration gehört worden sind. Seine Unterhaltungen mit den Parteien gehen von der Frage der Reichstagseinberufung aus, gelten weiter der Stellung der Parteien zum Kabinett Papen und von da aus den Möglichkeiten, die zur Bildung einer neuen Regierung führen tonnen. Ls wird betont, daß diese Verhandlungen nur । informatorisch sind und vorbereitenden Lha- rakter haben. Dabei ist aber kein Zweifel darüber, daß sie sowohl dem Personenkreis als auch — und das in erster Linie — die Programmfragen einer gemeinsamen Kabinettsbildung umfassen. Keine Verhandlungen Schleichers mit Hitler. Berlin, 21. Nov. (TNB. Funkspruch.) In einem Berliner Montagsblatt sind Behauptungen über die Haltung des Reichswehrministers während der poli- 19. Dl-v. 3m Hinblck erfolgte Äontingcntit- tel bereits in dm Dm« kaufe getätigt. Diese fc« n Woche zum EWanb, hr schleppenden Verlag iftimmung blieben die tet* Die Aussichten für d, nächsten Zeit dursten a -urteilen sein. Allerdings 'Igte Doreindeäung des jteit Machst noch einige 2Iuilcmb8angcboten ta bamrufr.gcn. Die Der« M lauten (in l’&v* ütei lÄö-M. deutsch» 1 Punktsieg ß anksurter Theater. aq,2Ä: 'Margaret Mittwoch. 23.: Don )ie Entführung aus ws beschlossen (4. ®u(cum>- 3ar und Zimmemanit 1.30 Uhr. Ende 13 W Dcrdis .'2°n Earlo» . gegen 17.30 Hr: 3a 19.30 Hr, Ende gegn Montag, Oj* 22 : Hedda Gab 1V Donnerstag, 24 . 95 • zu v jreit« h|uni renk' bdtne @ttoi unter gebrc vvÄ Hein bim neni Sch 6cr, fcltix hort stiller mit1: Lieb« vinz über Anzc feit < den Aaun genoti stellui toürbi Del Aer unb1; deren Vom ^erei stimm tretet Stadl Dlu Stadl Kuh rar Leil •» । alW eine D her Ob sich diese neue Methode praktisch ein« spielt, ist freilich immer noch fraglich. Wir können uns jedenfalls nicht vorstellen, wie etwa der Innenminister S e v e r i n g durch die Referenten des Innenministeriums eine Vorlage im Landtag vertreten lassen will, die von seinem -Z.Dangskollegen Bracht ausgearbeitet ist; wenn nicht etwa diese Rotverordnung des Reichspräsidenten nur ein Vorläufer ist, um den Weg zu bere ten, den ja auch der Staatsgerichtshof selbst gew.esen hat, der alten preußischen Regierung äußerstenfalls auch ihre repräsentativen Rechte zu nehmen. Es kann einigermaßen überraschen, daß diese Rotverordnung unmittelbar nach dem Rücktritt des R e i ch s k a b i n e t t s herausgegeben ist, aber einstweilen bleibt ja Herr von Papen als geschäftsführender Reichskanzler auch noch Reichskommissar. Innerhalb der preußi- ichen Verwaltung ändert sich vorläufig nichts, bis die Entscheidung über die künftige Reichs- reg.erring gefallen ist, die, so oder so, auch für Preußen bestimmend werden muß. Entweder es gelingt, der Präsidialregierung im Reich eine parlamentarische Rückenstühe zu geben. Dann wird selbstverständlich gleich die Reuregelung in Preußen mitbestimmt; oder es gelingt nicht, dann wird vermutlich der Reichspräsident in die Zwangslage geraten, aus eigener Macht» Vollkommenheit auch in Preußen endgültige Verhältnisse zu schaffen, weil er sonst vor der Gefahr steht, daß die enttäuschten Oppositionsparteien auf dem jJmtoege über den Preu- hischep Landtag zu einem Vorstoß gegen das neue Relchskabinett einsehen. Der Danzig-polnische Wirtschastsstreit. Der Völkerbundskommissar entscheidet in wichtigen Punkten für Danzig. ?en! ®r- Schmitt sprach das Bekenntnis der süddeutschen Lander zum großen deutschen Vaterland aus. Trotz der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise wolle man nicht verzweifeln, sondern an Deutschlands Zukunft glauben. Das Augenmerk der Reichsregierung müsse stets auf das notleidende Grenzgebiet Baden gerichtet bleiben. Erwerbslosenkundgebung im Kasseler Rathaus. Kassel 19. Noo. (TU.) Im Kasseler Rathaus kam es in den letzten Tagen zu erregten Auseinandersetzungen mit Erwerbslosen, die schließlich am Samstag so ernste Formen annahmen, daß das Ue Verfallkommando eingreifen mußte Sine Erwerbslosenabordnung verhandelte am Sams- ta9 mit dem Wohlfahrtsdezernenten der Stadt we- I ] zM 1 dt»1 | 3« s I I «A I fiitk; nifferpräfibenf in feiner Erklärung abgegeben Hal, liegt darin, daß beide Angefchuldiglen wenige Tage' nach ihrer Konfrontierung mit Herrn Koerber in Kenne« aus der haft entlassen wurden. Hernots Rede in Nantes. P ° r i S, 21. Rovbr. (WTB. Funkspruch.) eine ausführliche Darstellung der Ausführungen Herriots in Nantes. Rach einem Hinweis auf die Bedeutung Driands habe Herriot über den Friesen gesprochen. Leiser sprechend .Herriot dann hinzugefügt, leider seien die ^imstande nicht immer günstig. Frankreich stehe i m Rl l t t e l p u n k t von Mächten, die ihm nicht so helfen, wie sie ihm helfen könnten. Unb in kaum noch hörbarer Stimme habe er dann hinzugefügt, als Regierungschef könne er nicht mehr sagen. Sich plötzlich ausrichtend betonte Herriot dann mit lauter Stimme fein Vertrauen in die Zukunft. Mit der Saust auf den Tisch schlagend habe er betont, er übernehme die Verpflichtung, mit allen Mitteln zwei große Ideen zu verteidigen, die Friede n s i d e e einer Aussöhnung aller Völker, aber auch die Idee Frankreichs, das genug schwere Opfer bewilligt habe und das Recht zu haben, innerhalb dieser allgemeinen Aussöhnung seinen Platz einzunehmen. Der Reichspräsident hat sich nun doch, nachdem die Bemühungen zu einem friedlichen Ausgleich zwischen den beiden preußischen Regierungen gescheitert sind, entschließen müssen, dem Dualismus, der in dem Gegensatz zwischen Braun und Popen die preußische Verwaltung beherrscht, durch eine Rotverordnung ein Ende zu machen. Zeit wurde es ja nachgerade, denn der Krieg, der um die Medaille für Gerhart Hauptmann entstand, ging eigentlich schon über den Rahmen des Lächerlichen hinaus. Er war das sichtbarste Anzeichen dafür, daß in irgendeiner Form d i e Aufteilung der Gewalten vorgenommen werden mußte. Der Staatsgerichtshof hat durch «ein Urteil dazu gezwungen. Welch geringes Maß von Verständnis er damit für die einfachsten praktischen und politischen Rotwendigkeiten an den Tag gelegt hat, zeigt sich ja fast stündlich, und es liegt eine grimmige Ironie darin, wenn der Reichspräsident in seinem Begleitschreiben darauf aufmerksam macht, er habe seine Rot- Verordnung „im Geiste des Urteils“ erlassen. Wir werden also jetzt das Schauspiel erleben. daß die Herren des Kabinetts Braun ich im Wohlfahrtsministerium ansiedeln, daß sie drei lebendige Ministerialdirektoren als bevollmächtigte Vertreter zum Reichsrat zur Ver- sugung haben und, soweit es erforderlich ist auch Beamte zum Vortrag bitten, sowie Akten anfordern können; immer aber nur inner- balb der Rechte, die ihnen durch das Urteil des Staatsgerichtshofs verblieben sind, also soweit die Vertretung vor den vier Parlamenten in Frage kommt. | s-cr - O'b ujib I1 bentl« „Schenk mir ein Buch der Uebersicht" sagte der Student zur Schwester, „das Fachstudium macht so einseitig. Ich möchte eine Deutung des Ganzen et- was, das Zusammenhänge sehen läßt, ein Buch der willst $Qran denke, wenn du mich beschenken «Schenkt mir Bücher", sagte der Arbeitslose, „daß ich wenigstens für Stunden mich vergessen kann " „Schenk mir mal ein Buch mit ein paar Winken für den Haushalt", sagte die junge Frau zur Freun- oin „,ch hab doch immer im Büro gesessen, manch- mal weiß ich gar nicht, wie ich etwas anpacken soll " „schenkt mir doch ein Buch", sagte der Mann zu oen Kollegen, „irgend etwas von Reisen und For- schungen. Selbst kann ich jetzt nicht fort, da mochte ich wenigstens in Bild und Wort etwas von der weiten Welt erfahren. Es reift sich ganz gemütlich vom Lehnstuhl aus, namentlich, wenn man schon in öie bequemen Jahre gekommen ist." hon ' nn Uni Jeines Buch", schreibt Liselotte auf ?*\?ßun'd)3ecäeI' "U'cht so Märchen, wahre Ge' schichten von Madeln, die immer besser turnen tonnen als alle anderen, und nachher furchtbar be- piaöTnl"3”0611' Unö immcr s'egen bei den Olym- schenk mir Bücher", sagte die Meisterin im fanntP *mmen dum ^eger im Kopfsprung, „be- tannte Bucher. Ich werde zu einseitig. Neulich war gen zusätzlicher Beihilfen, da das Wohlfahrtsamt wegen der schwierigen Finanzlage der Stadt die Forderungen der Erwerbslosen ablehnen mußte. Die Winterhilfe erklärte sich jedoch bereit für jedes Kind eine einmalige Beihilfe zu gewähren. Die Erwerbslosen waren damit nicht zufrieden und gaben ihrem Unwillen in drohenden Äußerungen Ausdruck. Während der Verhandlungen waren die Frauen der Erwerbslosen mit ihren Kindern im Rathause erschienen. Da es nicht gelang, die Erwerbslosen zu beruhigen, mußte die Polizei eingreifen. Dis Erwerbslosen ließen ihre Kinder in den Diensträumen des Wohlfahrtsdezernenten zurück, wo sie später von städtischen Fürsorgerinnen in Ob- Hut genommen wurden. Cm scheußliches verbrechen aufgeklärt. Das Verbrechen an der 6jährigen Rosemarie Pokorra-Boddin, das vor kurzem in Berlin großes Aufsehen erregte, Hot jetzt eine überraschende Aufklärung gefunden. Die Kleine wurde am 12. Rovember d. I. bewußtlos auf dem Dahn- gleiS zwischen den Bahnhöfen Stettiner Bahn- Hof und Gesundbrunnen aufgefunden. Bei der Untersuchung hotte sich herausgestellt, daß das Kind. sehr schwere Verletzungen erlitten hatte, offenbar von einer Straßenbrücke aus auf Steife geworden worden war. Rach außerDrdentlich langwierigen Ermittlungen formte werden, daß d i e Mutter inbeö bas Verbrechen verübt hat. Die Mutter die 25iahrige Ehefrau Martha Boddin. Mt nach ftunöenlangem Verhör gestanden, ihr Kind auf die Dahngleise geworfen zu haben. Sie habe die ^at aus Verzweiflung begangen. Diese Angaben erscheinen jedoch nicht sehr glaubwürdig, da die Mordkommission in der Wohnung dä V? ^sicherungspolice üorfanb, nach der das Kind bei Tod durch Unfall mit 4000 Mk. versichert war. Ergänzungswahlen zur Friedberger Handelskammer. Friedberg, 19. Nov. (WSN.) Bei der geftri- gen Ergänzung swahl zur Industrie- Unm^nLH5fQmrner Friedberg wurde in N i d d a Kaufmann Hons Schmoll wie- dergewahlt. Oer Oarmstädier Dolksbankprozeß erneut vertagt. Darmstadt, 20. Noo. (MSN.) Wie wir hören, ist wegen Erkrankung des Houptongeklagten im Dormstadter Volksbonkprozeß, des ehemaligen Direktors Becker, der Prozeß erneut vertagt worden. Er dürfte nunmehr, und zwar endgültig, am 30. Januar 1933 beginnen. Die Zahnpaste von höchster Qualität Sparsam im Verbrauch. Aus aller Welt. Einweihung 6er neuen Rheinbrncke Mannheim - Ludwigshafen. , “Ä dem Geläut- der Klrchenglocken wurde die feierliche Einweihung der neuen Rhein- brurfe zwischen Mannheim und Ludwigshafen vollzogen. Der Oberbürgermeister von Ludwigs- Hafen Dr. E c o r i u s, betonte, daß die Pfalz i* Mnb S^orden und dadurch in ihrer wirt- ^"t?!dIun9 stark gehemmt sei. Reichs- *1° & r gab einen geschichtlichen lieber- bild seit der Erbauung der ersten Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen im Jahre 1867 und sprach ollen am Bau Beteiligten den Donk der Reichsbahn aus. Finanzminister Mattes beglück- wünschte die Reichsbahn zu dem neuen Werk und stattete dem Reichsoerkehrsminister und der Reichs- regierung den Dank des Landes Baden für die finanzielle Hilfe am Brückenbau ab. Im Namen des Landes Baden übernahm er dann die Rheinbrücke und sprach die Hoffnung aus, daß auch die beiden anderen Rheinbrücken bald erstehen möchten. Der bayerische Innenminister Dr. Stütze! übernahm dann die Brücke für das Land Bayern. Der badische Staatspräsident Dr. Schmitt durchschnitt das weiße Band, dos die Brücke sperrte, und die Fest- gaste begaben sich zum Tee-Empfang in den Ritter- aal des Mannheimer Schlosses. Dort begrüßte Obertürgenneifter Dr. Heimerich im Namen öer Stadt Mannheim die Erschienenen. Staatspräsi. xüttN nichs 1 * Das I fcidjsi I iingt® j w I (jungei ber Gedenkfeier teilzunehmen. Pfarrer Dr. Wenzel gedachte dann der gefallenen Helden der Gard'e- regimenter. Das Lied vom guten Kameraden klanq gedampft durch das Gotteshaus. Fahnen und Standarten senkten sich. Gebet und Segen leiteten über £urn Ausmarsch der Fahnen und Standarten, der ich unter den Klängen des Hohenfriedberaer Marsches vollzog. * -..Die vaterländischen Verbände unter Führung des Nationaloerbandes der deutschen Offiziere hielten am Nachmittag einen Heldengedächtnis- Gottesdienft in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ab zu dem auch mehrere Mitglieder des Hohen- zollernhaufes erschienen waren. Die Gedächtnisrede HE Hofprediger Walter Richtrr-Reichhelm. Auch das Reichsbanner gedachte wie olljähr-^ ich heute der Opfer des Krieges. In der Mittags- stunde trafen sich Abordnungen der vier Kreise des Gaues Berlin-Brandenburg auf dem Neuen Markt von denen sich je zwei Ehrenkameradschaften über Öen Schloßplatz unö die Schloßbrücke nach dem Ehrenmal Unter Öen Linden begaben, wo sie nach einer kurzen Feier einen Kranz nieder- legten, ferner fanben auf den verschiedenen Krie- gerfriedhosen Gedenkfeiern des Reichsbanners statt. Hohe Zuchthausstrafen im Altonaer Gprengstoffprozeß. ?ltona, 21 Rov. (WTB. Funkspruch.) Rach mehrtägiger Verhandlung fällte heute dos Sondergericht seine Entscheidung in dem Prozeß gegen die wegen der Handgranatenanschläge in Schleswig-Holstein angeklagten Rationalsozialisten. Der Hauptanaeklagte Standartenführer und Mitglied des Reichstages Moder wurde zu 61/« Iah- 'Zuchthaus verurteilt, der Angeklagte Gr e z e sch z u 6 Ia h ren Zuchthaus, w Ji? 1 n no fünf Iahren und Plaehn zu 5V, Iahren Zuchthaus. Acht Angeklagte er- ^R-ter2J,e^-5a^rer Zuchthaus. Zehn Angeklagte erhielten G-efangnisstrasen von ein bis neun Mo- naten. elf Angeklagte wurden freigesprochen. Oie KPO. dementiert. J”1!11',19' (TU.) Die Pressestelle der KPD. nimmt zu den Enthüllungen der „Kreuz-Zeitung" über die Sitzung des M o s- Lahonhrr?n '"u ro s vorn 14. August 1932 ein- geljent) Stellung und bezeichnet sie als „Erfindungen aus antibolfchewlftischen Fälscherwerkstätten". Ins- besondere wird darauf hinaewiesen, daß die Sitzung des Politbüros vorn 14. August sich mit den Vor- gangen jm deutschen Reichstag vom 13. September befaßt hoben soll, was offensichtlich unmöglich sei Im übrigen werden die von der „Kreuz-Zeitung" angeführten Behauptungen in Bausch und Bogen gewiestn^ mU 0ro&er Entrüstung zurück- fo em netter Mensch bei Hilde, und denke dir, ich konnte gar nickt mitreden, sie sprachen von allen Be" n 58u^ern' Don bcnen keine Ahnung „Schenk mir ein Buch, — denn ich habe Freude Daran, schenk mir ein Buch, denn die Bücher wollen leben, und sie leben erst, wenn sie gelesen werdenl" Tag der deutschen Hausmusik. 22. Rovember. _ Man schreibt uns: Der „Tag der deutschen Haus- musrk (22. November) soll in ganz Deutschland zur Besinnung auf eines der kostbarsten, heute fast ganz vernachlässigten deutschen Kulturgüter aufrufen. Der heutige Musikbetrieb ist allzu sehr in die Breite gc= gangen und verflacht. Vielfach hört der moderne Mensch heute im Strudel lauter Unterhaltung über Des Taaes Nichtigkeiten gedankenlos einer Musik zu, &eren Hauptaufgabe es zu fein scheint, durch Lärm zu betäuben. Den Musikbedarf weitester Streife befriedigen Grammophon, Radio und Tonfilm. So staunenswert alle diese technischen Wunder sind, der unmittelbaren Darbietung in guten Konzerten'verwogen sie doch nicht entfernt nahezukommen. Ganz besonders bedauerlich aber ist es, daß die eigene, persönliche Musikausübung immer mehr zurückge- brangt wird. Die Besinnlichkeit und Beschaulichkeit früherer Zeiten ist uns oerlorengegangen. Und doch roaren es vielleicht die schwersten und trübsten Zeiten ber Vergangenheit Deutschlanbs, in benen es gerabe bie deutsche Hausmusik war, die den bedrängten Menschen Ruhe, Frieden und neue Hoffnung brachte. ” -Wieder durchleben wir Zeiten schwerster Not, Sorge und Hoffnungslosigkeit. Noch lassen wir uns betäuben von technischen und artistischen, in ihrer 21rt in der Tat häufig bewundernswerten Leistungen. Niemals aber vermögen sie zu ersetzen, was die eigene häusliche Musikausübung den Ausübenden und der Familie zu geben vermag. Nur sie vermag im richtigen Sinne für musikalische Erhebung und Begeisterung durch unsere unvergänglichen Meister- werke in den öffentlichen Konzerten vorzubereiten. Endlich aber ist bie Hausmusik berufen, den Mit-' telpunft guter und gesunder häuslicher Unterhaltung und Geselligkeit abzugeben, ja den Deutschen die Häuslichkeit wiederzugeben, die dem modernen Menschen schon fast oerlorengegangen ist, die aber in Deutschland wiederkehren muß, wenn Deutschland gesunden soll. h. S. Der lag ber deutschen Hausmusik soll, nach einer Anordnung des hessischen. Ministers für Kultus und Bildungswesen, auch in den Schulen besonders beachtet werden. Den Schulleitungen ist empfohlen worden, an diesem Tage die Schüler und Schü- lermnen auf den Sinn und die Bedeutung der Hausmusik hinzuweisen. Or. Temesvary Bundeschormeifler des Hessischen Sängerbundes. »S11 J>cLenn ich habe Freude nn die Bücher wollen sie gelesen werden!' 'jouömufif. ,ur das dritte Hessische Sängerbundes-Fest m Vtchen einen besonders bemerkenswerten Auftakt bildet. Vor noNzen. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mata Hari". höher. Stahlvereinbonds gewannen 0,75 Prozent. Qlm Pfandbriefmarkt war die Haltung uneinheitlich, die Veränderungen nach beiden Seiten betrugen jedoch selten mehr als 0,5 Prozent. Am Aktienmarkt stagnierte das Geschäft in der zweiten Börsenstunde fast vollkommen. Man wartet allgemein die Weiterentwicklung der innerpolitischen Verhandlungen ab. Die Kurse blieben indessen auf dem Anfangsniveau unverändert. Die Altbesitzanleihe konnte sich bei kleinem Geschäft um 1 Prozent befestigen, die Schutzgebietsanleihe blieb unverändert. Tagesgeld war zu 3,5 Prozent >llsbankprozeh agi. 2N.) Wie wir hören, )auptangef[agten im kprozeß,des ehe, der Prozetz er. durste nunmehr, und r 1933 beginnen. Erdbeben auch in Gießen verspürt... In der vergangenen Aacht gegen 1 Uhr wurden wie wir heute früh ausführlicher berichteten, im Rheinland, in Holland, ja selbst in Limburg heftige Erdstöße verspürt, deren AuSlaufer auch in Gießen verschiedentlich beobachtet worden sind. Aach den Schilderungen, die bisher zu unserer Kenntnis gelangten, begannen da und doN Scheiben zu klirren, Möbel begannen plötzlich und scheinbar unmotiviert zu knarren, versch.e- dentlich gingen sogar ohne beson^res Zutun Türen auf, so daß der Grad der Erschütterung nicht unbedeutend gewesen sein kann. Achtung beim Bahnübergang in Mücke! Das Kreisamt Alsfeld bringt eine Mitteilung der Reichsbahn zur öffentlichen Kenntnis, in der darauf hingewiesen wird, daß die Sichtverhältmste am der deuWn hE- M Drutschiand zur isien, heute säst ganz irgüter ausruseii. Der ehr in die Breite ge* ch hört der moderne er Unterhaltung über enlos einer Musik .zu, i scheint, durch Lärm : weitester Kreise bt- i und Tonsilm. vo len Wunder sind, der iukn Konzerten oer- >ahezukommen. Ganz es, daß die eigene, mer mehr jU* I und Beschaulichkeit gegangen. Und doch [ten und trubften schionds, in denen es ar die den bedräng- 5 «* ilcn schwerster M & (affen mir uns »rtislifchen, in *^rtr irS^ßciftun- zuerfegen, wasdi« a den Ausübenden ag. Nur sie vermag X Erhebung und Machen M-x ?ten Dor,iuberert ri 1 berufen, den Mu s7n Deutsche" d.e ö nhpm modernen 1 ,emi(. die aber rnßen j*- r, u^, 16, wenn .fit soll, noch einer - für Kultus und «bef*? L- ySt * --s Ä»* lger (W um"n" ifterM gemästete 20 bis 22, fleischige 17 bis 19, gering genährte 13 bis 16; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): oollfleischige, ausgemästcte höchsten Schlachtwerts 29 bis 31, oollfleischiae 25 bis 28, fleischige 22 bis 24. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 35 bis 38, mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 34, geringe Kälber 25 bis 30. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 22 bis 25, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 18 bis 21. — Schweine: voll- fleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 41 bis 44; von etwa 200 bis 240 Pfund 40 bis 44, von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 43 Mark. — Marktoerlauf: Rinder schleppend, Ueberstand; Kälber schleppend; Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft. _____________ verändert. Berlin freundlich, aber still. Berlin, 21. Noo. (WTB. Funkspruch.) Die Aktienmärkte zeigten zu Beginn der neuen Woche verhältnismäßig freundliche Grundtendenz. Die Zurückhaltung, die sowohl beim Publikum als auch bei der Spekulation herrschte, ließ jedoch kein größeres Geschäft auf- kvmmen, so daß die Kursgestaltung wieder mehr oder weniger von Zufallsaufträgen abhing. Da Einzelheiten über die Regierungs-Um- bzw. -Neubildung immer noch nicht bekannt sind, ist die abwartende Börse interessierten Kreise ver- lauten die Meldungen aus tschaft, speziell aus der einiger Zeit im Vortragsabend der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde hinterließ, vertiefte, fand ein dankbares Publikum. Kleine Strafkammer Gießen. • Gießen, 18, Aov. Sin Bäckermeister aus der Gegend von Büdingen hatte seinen Arbeitern gegenüber die Zahlung der Krankenkassen- und der Arbeitslosenversicherungsbeiträge übernom- men, war aber damit in Rückstand geraten und durch den über ihn hereingebrochenen Konkurs zahlungsunfähig geworden. Das Amtsgericht Büdingen hatte ihn freigesprochen, weil die in Betracht kommenden Kassen gegen die verspäteten Zahlungen Nachsicht geübt, d. h. ihm die Bei- tragszaylungen gestundet hätten. Aach der heutigen Beweisaufnahme konnte von Stundung nicht die Rede sein, der Angeklagte War im Gegenteil gemahnt worden. Auf die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung hob die Strafkammer das Urteil auf und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 20 Mark, wobei di« besonderen Umstände mildernd berücksichtigt wurden. „ Vom Amtsgericht Lauterbach war ein Maurer wegen Beleidigung, Bedrohung, Sachbeschädigung und groben Unfugs zu eiter empfindlichen Ge- samtgesängnisstrafe und zu drei Wochen Haft verurteilt worden. Er hatte politische Gegner schwer bedroht und beleidigt, ferner wurde ihm zur Last gelegt, ein vorüberfahrendes Auto durch «inen Wurf mit einem Kleinpflasterstein beschädigt, weiter gelegentlich einer politischen Versammlung mit nachfolgenden Tumulten die Feuersirene in Bewegung gesetzt zu haben. Soweit Beleidigung und Bedrohung in Betracht kamen, nahm der Angeklagte vor Beginn der Verhandlung die Berufung zurück. 3m übrigen wurde er auf seine Berufung freigesprochen. Wegen des Wurfs nach dem Auto war inzwischen ein anderer Täter ermittelt und bestraft worden. 3m Gegensatz zu dem Amtsgericht kam die Strafkammer nicht zu der Feststellung, daß sich der Angeklagte an dem Werfen in irgend einer Form beteiligt habe; er war zwar dabei zugegen gewesen, nach der Tat auch mitgeflohen, hatte sich hinter einem Wagen versteckt und verwirrt gestammelt, als er hervorgeholt wurde. Doch konnte dieses Verhalten als Bestürzung ausgelegt werden. $ranffurf uneinheitlich. Frankfurt a. M., 21. Aov. (WTB. Drahtmeldung.) Obgleich in der innerpol.tischen Situa- tion bisher noch keine Klärung ei-Wetreten ist, eröffnete die Börse zu Wochenbeginn in etwas freundlicherer Haltung, weil man ök Aussichten für eine rasche Aeubildung des Kabinetts nach den Verhandlungen der Parteiführer mit dem Reichspräsidenten weiterhin günstig beurteilt. r Die Kursgestaltung war uneinheitlich, doch überwogen gegen den Wochenschluß Erhöhungen von 0,5 bis 1 Prozent. Eine nennenswerte Belebung des Geschäfts trat infolge der Zurückhaltung aller am Börsengeschäft beteiligten Kreise noch nicht ein, doch waren vereinzelt etwas lebhafter« Umsätze zu beobachten. Durch stärker« Kursbesserungen fielen Reichsbankanteile (plus 2,25 Prozent), Deutsch« Linoleum (plus 2,13 Prozent), Buderus. Felten und Lahmeyer mit Erhöhungen von 1,5 bis 2 Prozent auf. 3G. eröffneten 0,5 Prozent niedriger. Rütgerswerke blieben nur knapp gehalten, während die übrigen Chemiewerte bis zu 0,5 Prozent freundlicher lagen. Am Kunstseidemarkt gewannen Bemberg 1 Prozent, Aku 0,5 Prozent. Bis zu 1 Prozent hoher setzten noch Gelsenkirchen, Mannesmann, Holzmann, Dekula und Contilickoleum-Zürich ein. Schiffahrtswerte, Daimler, Stahlverein und AEG. blieben behauptet. Am R e n t« n m a r k t lag die Schutzgebiets- anleihe erneut unter Druck, der Kurs ging von 5 90 auf 5,321/2 Prozent zurück. Von Deutschen Anleihen blieb die Altbesißanleihe behauptet, Aeubesitz gaben dagegen 0,25 Prozent nach. Von Ausländern tendierten Anatolier 0,5 Prozent G. A.-Gpon Gauoffene Schwimmwetikämpfe in Offenbach. Die Offenbacher Schwimm^Sesellschast 1922 veranstaltete im Offenbacher Schwimmbad gauoffene Schwimmwettkämpse, die mit 16 Vereinen, 100 Einzelschwimmern und 40 Etafselmannschasten überraschend gut besetzt waren. 3n der Hauptsache waren die Kämpfe den unteren Klassen und damit dem Aachwuchs Vorbehalten, die erstaunlich gute Leistungen zeigten und sich spannende Kämpfe lieferten. Aachstehend die w i ch t i g st e n G r g e b n i f f e : Große Kraul st affel, 10x4 Bahnen, Kl. I: (Bahnlänge 14 Meter): 1. Offenbach 96 5:29,0; 2. Mönus Offenbach 5:35,4. Kl. II: 1. Offenbach 1922 5:59,2; 2. Frankfurter SD. 6:06; 3. Delphin (Frankfurt) 6:15. H e r r e n - K r a u l, 14 Bahnen, Kl. I: 1. 3akkel (Offenbach 96) 2:17,6; 2. W. Engelhardt (Offenbach 96) 2:18,6. Herren-Drust- schwimmen, 14 D., Kl. I: 1. Thomas (1. Frankfurter SC.) 2:45,9; 2. Heppert (Post-SD. Frankfurt) 2:47,7. Hohensyburgrennen endgültigabgesagi Bei der Tagung des Gaues V (Westphalen- Lippe) im ADAC, standen auch Besprechungen üb« eine weitere Durchführung des Hohensyburg- rennens auf der Tagesordnung. Es wurde einstimmig beschlossen, die Deranstaltung in Zukunft nicht mehr durchzuführen, bä die Rennstrecke nur -um Teil abgesperrt werden kann und dadurch dem Publikum nur auf einigen Teilen des Kurses Sichtmöglichkeit geboten ist. Aus diesem Grunde schloß die Deranstaltung in jedem 3ahr mit einem Fehlbetrag. Als Ersatz soll im Auhrtal gegenüber der Hohensyburg eine neue Rennstrecke geschaffen werden, di« eine größere Zuschauer- mcnge erfassen soll, um so den finanziellen Erfolg der künftigen Rennen zu sichern. Oer OSB. meldet zu den Fis-Rennen Zu den Wettkämpfen deS 3nternationalen Ski- Derbandes vom 6. bis 13. Februar in 3misbruck hat jetzt auch der Deutsche Ski-Derband die erste offizielle Meldung abgegeben. Gleichzeitig bestellte er für 30 Aktiv«, Damen und Herren, beim 3ntzsbrucker Organisationsausschuß Quartiere. Oderheffen. Landkreis Gietzen. £ Wies« ck, 21. Aov. Aachdem es im Laufe des Sommers hier mit der Bautätigkeit sehr schlecht bestellt war und außer einigen Erweiterungsbauten nur zwei Wohnhäuser fertiggestellt und ein weiteres im Rohbau hingestellt wurden, hat sich in den letzten Wochen die Bautätigkeit starkgehoben. Es sind insgesamt weitere fünf Wohnhäuser in Angriff genommen worden; drei davon sind bereits unter Dach gebracht. — Mit den Arbeiten des Straßen- bahnbaues ist im Dorf begonnen worden. 3n der oberen Kornblumenstraße ist der Erdaushub bereits soweit fertig, daß mit dem Unterbau und dem Einbauen der Schienen angefangen werden kann. iUr Snebberger inner. Sttbtr ge|tri. ex8 mur6e IQn3 vchmoll nie. Himatschal, derThronderGötter. Die gestrige Kulturfilm-Dorftellung im Lichtspielhaus war dem Hvchalpinismus gewidmet. Zunächst folgte man Kletterern in das Dachstein- gebiet und in das Zillertal und dann kam als Hauptteil der Vorstellung das filmische Ergebnis der Expedition des Breslauer Gelehrten Prof. Dr.Dtzhrenfurth nach den hohen Gipfeln deS Himalaya. Der Bildstreifen, ein Tob.s-Klang- film, zeigt die Expedition, an der neben fünf Deutschen, drei Engländer, zwei Schweizer und ein Oesterreicher teilnahm, auf dem Anmarschweg von Venedig aus zu Schiff nach 3ndien, zeigt 3ndiens Schönheit und Armut zugleich, interessante Bilder aus dem Volksleben jener Menschen unter heißer Sonne und die Fülle der prachtvollen Bauwerke einer 3ahrtausende alten Kultur. Von dem idyllisch gelegenen, klimatisch bevorzugten Darjeeling aus, dem Sommersitz der englischer Aristokratte in 3ndien, begleitet man im Geiste die Expedition hinauf in die Berge, schritt einher neben schwerbepackten Trägern und Bahnüberg a nai n Mucke der Nebenbahn Tragtieren, höher und höher hinauf über Passe chungen—Lau dach—Mücke, an dem di« Zuge bisher UI^ ^ämme, entlang an weiten Hängen und durch anhielten, jetzt so weit ausreichend verbessert worden I Täler des gigantischen Hochlandes. 3m alten sind, daß von heute ab die Zughalte aus beiden - ~ -• * *• ” ‘ *•'*’ Richtungen fort fallen. Die Züge aus Richtung •• Einladung der Abonnenten zur Fest Vorstellung des Stadttheaters Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Da es wegen Platzmangel un- I möglich ist, alte Abonnenten zu der Festvorstellung am Sonntag, 27. Aovember, 11 Uhr, ein- I zuladen, hat di« Stadtverwaltung beschlossen, Dienstag, 22. Aovember, und Mittwoch, 23. Ao- I vember, von 11 bis 13 Uhr im Kassenraum des Theaterhauptgebäudes bis zu 10 0 Karten I zu verlosen. Di« Dienstag-, Mittwoch- und I Freitag-Abonnenten werden gebeten, gegen Dor- I ze.gung ihrer Abonnementskarte an dieser Der- I losung teilzunehmen. Für die auswärtigen Abonnenten wird ein Dertrauensmann die Ziehung vornehmen; sie werden von einem eventuellen Gewinn sofort benachrichtigt. " Der Totensonntag wurde gestern in unserer Stadt, wie auch auf dem Lande in althergebrachter würdiger Meis« begangen. 3n den vollbesetzten Kirchen stand das Gedenken an die Heimgegangenen im Mittelpunkt der Gottesdienste, auf den Friedhöfen und an den Gefallenendenkmälern fanden erhebende Feiern statt. Schon am Samstag und besonders am gestrigen Sonntag waren die Friedhöfe das Ziel von Tau- I senden von Mitbürgern in Stadt und Land, die dort an den Ruhestätten ihrer Angehörigen in stillem Gedenken verweilten und die Grabstätten I mit Blumen und Kränzen als äußere Zeichen der Liebe schmückten. Aus allen Gegenden der Pro- I vinz Oberhessen liegen uns heut« früh Berichte I über Totengedächtnisfeiern vor. Bei der großen I Anzahl dieser Mitteilungen und der Gleichartig- I feit aller Feiern ist es uns leider nicht möglich, den Abdruck vorzunehmen, da hierdurch der Raum in viel zu weitem Ausmaß« in Anspruch genommen würde. Wir müssen es bei der Feststellung bewenden lassen, daß die Feiern überall würdig und erhebend verlaufen sind. " Das Preisgericht beim Photo- Wettbewerb des Derkehrs» und De r s ch ö ne r u n g s ve r e i n s. Der Vorstand I und Ausschuß des Verkehrs» und Verschönerungs- Vereins Gießen haben in ihrer jüngsten Sitzung vom Freitag das Preisgericht für den von dem Verein ausgeschriebenen Photo-Wettbewerb bestimmt. Dem Preisgericht gehören an: al8 Vertreter des Dereinsvorstandes der 1. Vorsitzende Stadtratsmitglied Schwieder und Redakteur Blumfchein; ferner noch folgende Herren: Stadtbaurat Gravert, Regierungsbaurat Kuhlmann, Privatdozent Dr. Weyer- Barkhausen. Kunsthändler Karl Ludwig Leib und Kaufmann Winterhof f. Viehzählung am 1. Dezember. Wi« alljährlich, findet auch jetzt wieder am 1. Dezember eine Viehzählung statt. Die Durchführung der Zählung obliegt den Bürgermeistereien. Wer bei der Zählung unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis oder Geldstrafen bestraft. " Vorsicht bei der Eisenbahnfahrt durch den Mainzer Tunnel! Durch die Aufschlitzung des Tunnels zwischen Mainz-Haupt- bahnhof und Mainz-Süd werden vom 28. Aovember ab auf längere Zeit im Tunnel selbst Bauarbeiten zur Ausstellung eines eisernen Gerüstes ausgeführt. Durch dieses Gerüst wird das licht« Raumprofil im Tunnel eingeschränkt. Es können daher Reisende, sofem sie sich im Tunnel bei geöffnetem Fenster hinauslehnen, gefährdet werden. Die Reisenden werden in ihrem eigenen 3nt«resse gebeten, während der Fahrt durch den Tunnel Mainz-Dauptbahnhof und Mainz- Süd und umget<.:t die Fenster der Wagen abteile geschlossen zu halten. bi? 'Nb,,?* Öementen 2 -,n ^orw"wft I ÄS’*»* en. über, fen Kunden. Tej ^ben. Sie J8 begangen. Dick- glaubwürdig ^r°d durch nn: Wettervoransfaae Die Islandstörung bewegt ihren Kern nach Skandinavien weiter und dehnt dabei ihre Südseite über Deutschland aus, welche nebliges, mildes und regnerisches Wetter verursacht, lieber den britischen Inseln dringt zwar kühlere Luft vor, jedoch wird sie sich vorerst nicht sonderlich auf unsere Temperaturen auswirken. Durch sie wird allerdings das diesige Wetter in mehr wechselnd wolkiges umgewandelt werden, wobei schon zwischenzeitlich kurzes Aufklaren möglich ist. Vorerst sind außerdem noch vereinzelt leichte Niederschläge zu erwarten. Die später folgende Bewölkungsabnahme durch den ansteigenden Luftdruck dürfte nachts wieder etwas stärkeren Temperaturrückgang verursachen. Aussichten für Dienstag: Bewölkt, auch etwas auf klarend, im ganzen noch mild, jedoch leichter Temperaturrückgang, vereinzelte Niederschläge. Aussichten für Mittwoch: Langsamer weiterer Temperaturrückgang, bei Aufklaren Nachtfrost- gesähr, neblig-wolkig mit Aufheiterung. Montanindustrie, etwas hoffnungsvoller, und dies war wohl auch der Grund, weshalb sich anfangs für Montanpapiere einiges Interesse zeigte. Verschiedentlich wurden die Samstagschlußkurse bis zu 1 o. S). überschritten, darüber hinaus gewannen Papiere, wie Buderus, Klöcknerwerke, Ilse, Ober- koks, Lahmeyer, Julius Berger und Deutsche Lino- (eum bis zu 2,75 owährend anderseits die führenden Braunkohlenwerte und Leonhard Tietz bis zu 1,5 v. H. einbüßten. Auch nach den ersten Kursen blieb es sehr still, Kursabweichungen von mehr als 0,25 d. S). nach beiden Seiten waren äußerst selten. So konnten z.B. Deutsche Atlanten 1 v. i). und Schultheis 0,5 v. H. gewinnen. Auch am Rentenmarkt überwog eine freundliche Stimmung. Eine weitere Ab- schwächung der Schutzgebietsanleihe um säst 0,750.5). blieb eindruckslos. Einen Teil dieses Verlustes konnte sie im Verlaufe wieder ausgleichen. Bemerkenswert fest und über 0,5 v. 5). höher eröffnete die Altbesitzanleihe, während Reichsschuldbuchforderungen um etwa 0,25 v. 5). abbröckelten. Die Neubesitzanleihe konnte ihren Anfangsoerlust im Verlaufe fast wieder ausgleichen. Auch der Markt der Auslandrenten tendierte unter Bevorzugung von Anatoliern fester. Gegen 12.45 Tlhr bewirkte die fast völlige Geschäfts stille ein leichtes Abbröckeln der Kurse, wobei die Bewegung vom Montanmarkt auszugehen schien. Demoerg waren mit minus 1 Prozent etwas stärker rückgängig. Am Geldmarkt war die Situation ziemlich unverändert. Der Tagesgeldsah stellte sich auf 4,25, vereinzelt auch auf 4,13 Prozent in der unteren Grenze. Privatdiskonten blieben in Kleinigkeiten angeboten, wurden aber glatt auf genommen. Bei unveränderten Terminen lag der Markt der Reichswechsel und Schahanweisungen fast völlig geschäftslos. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Nov. Auftrieb: 1486 Rinder (324 Ochsen, 120 Bullen, 522 Kühe, 447 Färsen), 705 Kälber, 125 Schafe, 4067 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: oollfleischige, ausgemästete, jüngere 29 bis 31 Mark, ältere 25 bis 28, sonstige oollfleischige, jüngere 22 bis 24; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 28, sonstige oollfleischige oder ausgemästete 22 bis 25'; Kühe: jüngere, oollfleischige, höchsten Schlacht- werts 23 bis 25, sonstige oollfleischige oder aus- früher war Deine Frau immer so freundlich und lustig, jetzt versteht sie gar keinen Spaß mehr. Kein Wunder, Otto, daß ihr der Humor vergeht Hast Du eine Ahnung, was es heißt, an Hämorrhoiden zu leiden?“ . Kenne ich, alles schon dagewesen. Meine Alte hat der Doktor mit Posterisan in kurzer Zeit geheilt. Glaube mir, ein wunderbares Mittel, das sollte Deine Frau auch einmal versuchen. Die Tube Salbe kostet in jeder Apotheke RM. 1,59, die Packung Zäpfchen RM. 2,37. . । Lamakloster Pamionchi wurde die Expedition mit ____,____, 3ufle Richtung I Q[[€r zeremoniellen Feierlichkeit empfangen und Mücke werden von heute ab den Straßenubergang mQn Zeuge eines kultischen Festes, das mit 10 Kilometergeschwindigkeit befahren, bei der Dösten zu Ehren veranstaltet worden war. Fahrt aus Richtung Laubach wird die Geschwind'g- Unt) na$ drei Wochen seit dem Aufbruch in leit sich auf 15 Kilometer belaufen. Nach 4 Wochen, Darjeeling schlug die Expedition in der Höhe von also vom 19. Dezember ab, wird für die Zugrichtung 5150 Meter am Kangchendzönga ihr Standlager Laubach—Mücke der Straßenubergang ohne Ge- QUf den Ausgangspunkt des Aufstiegs auf den schwindigkeitsdeschränkung der Zuge, d. h. mit bis Kangchendzönga, der das Ziel war, aber der zu 40 Kilometer Höchstgeschwindigkeit, befahren wer- Expedition unüberwindliche Hindernisse entgegen- den. Autofahrer und Fuhrwerkslenker mögen also stellte und gebieterisch Halt befahl. Und während bei diesem ungesicherten Bahnübergang der junge Darsena, ein Tibetaner, ein Opfer des besonders vorsichtig sein. Berges und des Eises »wurde, mußte sich der Taten für Montaa, 21. November. Führer entschließen, die Dreiländerspitze des Ost. »Visa SS Ä“X S ?Ä-Ö BÄ SS;,., | di« mannigfachen ungeheuren Schwierigkeiten der Expedition, ließ erkennen, was von den Bergsteigern an Mut und Tapferkeit, an Geschicklich- fett und Geistesgegenwart verlangt wurde, bis eS gelang, den 3ongsong Peak mit der Höhe von 7495 Meter mühsam zu erobern und damit eine Höhe zu erreichen, die nie der Fuß eines Menschen betrat Der Film, der die Eindrücke, die der Dortrag des Leiters der Expedition vor M t|E> «iE iz6’ SL-. „■St e iju ??- th ??3Q R lil IH tfH' kl 5«L *1* StA S4 - -fj fff ‘SH.; Seiner Hände Werk Vornan von Klothilde von Siegmann-Siein. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 21 Sortierung Nachdruck verboten Jlit biesen Worten hatte sie sich in einen entfernteren Sessel gesetzt und ganz ruhig und gleichmütig über irgend etwas zu plaudern an» gefangen. 2llS er ein andermal davon sprach, daß der Termin der Hochzeit sobald als möglich angesetzt werden sollte, da antwortete sie kühl: „Dor Ablauf des Trauerjahres ist an eine Heirat nicht zu denken. Erstens einmal habe ich es mit der Che gar nicht so eilig — und zweitens würde es pietätlos gegen meinen verstorbenen Stiefvater sein, wollten wir vor Ende des Trauerjahres an eine Heirat denken." Axel Ivarsen hatte sich nur mühsam beherrscht. Tie kühle Abweisung durch Hiltrud verletzte seine Eitelkeit aufs tiefste. Er war nicht gewohnt, daß die Frauen ihm widersprachen, oder seine Liebkosungen abwehrten. Diese hochmütigeDeutsche war die erste, die sich so benahm, abgesehen von dem kleinen Tippmädel, dem man den Schlag ja aber noch einmal heimzahlen würde. Hier aber mußte er vorsichtig sein, den Ergebenen und Rücksichtsvollen spielen, sollte ihm nicht alles verlorengehen. Aber er wstrde es ihr heimzahlen. Menn sie erst seine Frau war, würde man ja sehen, nach wessen Willen die Ehe ging — vielleicht würde sie ihm noch einmal nachlaufen, um seine Zärtlichkeiten betteln, die sie jetzt mit diesem Prinzessinnenhochmut abwehrte. Wie gut, daß er mit Lona noch nicht gebrochen hatte! Er beschloß, sie in den nächsten Tagen zu besuchen, eine Geschäftsreise ließ sich ja leicht vorschützen. Zwar war sie reichlich anspruchsvoll geworden, die gute Lona, und seine Mittel schmolzen zusammen. Das Werk, an dem er noch beteiligt war, da oben in Aorwegen, arbeitete schlecht und schlechter. Wenn man nicht bald einen großen Coup machte, war es aus mit der Herrlichkeit. Er hatte gehofft, Hiltrud zu einer früheren Heirat zu bestimmen. Wenn er sie erst einmal sicher hatte, konnte er über ihr Dermögen verfügen — und die Bezüge aus dem Bremerwerk ganz anders für sich verwenden. Aber sie war nicht umzustimmen — das wußte er nun. Etwas boshaft versetzte er: »Ich bewundere deine Pietät, Hiltrud, der du unser Glück opferst. Ich habe nie gewußt, daß dein verstorbener Stiefvater dir so viel bedeutet hat." »Das habe ich selbst nicht gewußt", gab Hiltrud ernst zur Antwort. »Solange er lebte, habe ich mich gar nicht viel bemüht, sein Wesen zu verstehen. Aber seitdem er tot ist. mutz ich mehr und mehr an ihn denken und daran, ddß wir ihm vielleicht mehr hätten sein können, wenn wir uns mehr bemüht hätten, seine Liebe zu erwerben." Sie unterbrach sich, denn sie sah, daß ihr Der- lobter mit einem gelangweilten Gesicht hinaussah in den Herbstabend und offenbar mit seinen Gedanken anderswo wellte. »Entschuldige, wenn ich dich mit meinen Privatangelegenheiten langweile", meinte sie etwas scharf. Axel fuhr zusammen. „Aber ich bitte dich, Hiltrud", erwiderte er hastig. »Du weitzt doch, datz alles, was in dir vorgeht, mir wichtig und teuer ist. Du bist seit einiger Zeit so gereizt — man kann es dir'trotz aller Liebe niemals rechtmachen — und das bekümmert mich aufrichtig. Es ist gerade so, als liebtest du mich nicht mehr." Er sah sie schmerzvoll an — und unwillkürlich wurde Hiltrud rot. 3a, das war es: er hatte es ausgesprochen. Sie liebte ihn nicht mehr, das heißt, sie hatte ihn nie geliebt. Was sie zu dem Jawort getrieben, das war ja nur ihr unseliger Trotz gewesen, ihr Wunsch, dem anderen zu zeigen, daß sie sich nichts aus ihm gemacht — und daß sie jeden Mann haben konnte, den sie wollte. 3n ihrer Verzweiflung waren ihr die Schmeicheleien des schönen und eleganten Mannes ein süßes Gift gewesen, das ihr Herz betäubte, ihr Vergessen schenkte. Sie war erwacht — und hatte erkannt, daß sie nichts an ihren Verlobten band. Seine Schönheit schien ihr schal, seine Liebenswürdigkeit phrasenhaft und unecht — auch an seinem Charakter begann sie immer mehr auszusetzen. Lind je mehr sie aus ihrem Rausch erwachte, um so unerbittlicher stand die Liebe zu Olaf vor ihr. Nächte um Nächte verweinte sie in ihrem kühlen Mädchenzimmer. Aber eine Entlobung mit all ihren Folgen war für Hiltrud unbenibar. Dor allem aber war die Bindung an Axel Ivarsen die Schuhwehr auch gegen ihre eigenen sehnsüchtigen Gedanken, die immer wieder zu jenem anderen flohen, der sie verschmähte. Aber man mußte sich zusammennehmen, man durfte sein eigenes Unglück den Verlobten nicht entgelten lassen. So zwang sich denn Hiltrud immer wieder zu jener gleichmütigen Freundlichkeit — mehr aber konnte sie nicht — es ging über ihre Kräfte. _ Hätte sie geahnt, daß Axel ein so frevelhaftes Spiel mit ihr und Mutter spielte, vielleicht hätte sie doch die Kraft gehabt, sich zu lösen. Aber sie ahnte ja nicht, wem sie sich in der Derzweiflung ihrer verschmähten Liebe in die Hände gegeben. Axels Herz war von Wut und Ingrimm erfüllt. Nichts ging so, wie er es wollte. Die norwegischen Motorenwerke konnten sich nur noch wenige Monate halten. Die Aufträge gingen immer mehr zurück. Alles konzentrierte sich hier auf das Bremerwerk. Wenn es nicht bald gelang, neue Modelle herauszubringen, war es mit den norwegischen Motorenwerken aus. Es war ja ganz schön, hier als Schwiegersohn der reichen Frau Kommerzienrat Bremer zu leben: aber endlich wollte man doch einmal hier heraus — dieses Süßholzraspeln war nichts für Ivarsen: er sehnte sich nach der Grohstadt, nach dem Leben, das er gewohnt war — und von dem man hier nichts ahnte. Siebzehntes.Kapitel. Eines Morgens ging der Betriebsingenieur Moeller mit einem Briefe herüber zum Bremer- schloß. Frau Melanie, in einem eleganten Hauskleid aus schwarzer Seide, saß mit ihrem Schwiegersohn beim Frühstück. Hiltrud war noch nicht erschienen. Axel saß behaglich in einer seidenverschnürten, dunkelblauen, gesteppten Seidenjacke da, die seine brünette Schönheit noch hob, und strich sich sein Brot mit Honig. Diese Frühstücksstunden waren das Angenehmste am ganzen Tage. Der Kaffee duftete, das Gebäck, das die Mamsell auf Wunsch der Kommerzienrätin täglich in anderer Form für den verwöhnten Schwiegersohn zu baden hatte, lag locker geschichtet in dem silbernen Kuchenkorbe, der Tisch mit sej^iem zierlichen Gerät aus Porzellan und Silber, den Schüsselchen mit dem zartrosa Schinken, den Eiern in den kleinen Bechern, der frischen Butter — alles atmete Behaglichkeit und Sorglosigkeit. Heute war Ivarsen besonders gutgelaunt. Er hatte wieder einmal eine seiner kleinen Spritzfahrten in die nahegelegene Grohstadt vor, wo ihn Lona erwartete. Da konnte man sich wieder einmal schadlos halten für diese Familienidylle hier. Man mußte vorsichtig sein, denn allmählich, trotz des Trauerjahres mit seiner Zurückgezogenheit, hatten sich Freunde und Bekannte des Bremerschen Hauses eingefunden, die in dem stets gastlichen Hause freundlichen Willkomm fanden. Man war ja auch neugierig auf den Schwiegersohn. Frau Melanie hätte am liebsten gleich wieder einen großen gesellschaftlichen Verkehr angefangen. Aber Hiltrud hatte sehr bestimmt wider« sprachen. So hatte man mit Axel auch nur bei den nächsten Freunden Besuch gemacht, die alle von der gewandten, liebenswürdigen Art des jungen Norwegers entzückt waren. — Aber um so vorsichtiger mußte Axel fein. Nun, man richtete es eben so ein, daß er und Lona nie zusammen gesehen wurden... Da klopfte es. Das Mädchen meldete den Betriebsingenieur. „Mas heißt denn das?" fragte Frau Melanie unmutig. „Hier, in der'Privatwohnung — und um diese Zeit? Warum meldet sich der Mann denn nicht im Büro bei dir, Axel, wenn er was will?" »Verzeih', Mama, ich habe drüben angesagt, daß ich heute verreise: vielleicht ist es etwas Öliges — also gestatte!" — und er winkte dem Stubenmädchen, den Wartenden eintreten zu lassen. Der Detriebsingenieur begrüßte die Frau seines verstorbenen Chefs mit einer tiefen Verbeugung — eine zweite Verbeugung galt Axel. »Also, Herr Moeller, was bringen Sie denn Schönes?" fragte Axel. Moeller antwortete ihm nicht direkt, sondern wandte sich an Frau Melanie. „Gnädige Frau", sagte er, „hier habe ich einen Vries von Herrn Kurt — von HerBn Bremer", verbesserte er sich schnell, als eine Llnmutsfalte über Frau Melanies Gesicht ging; „er fragt an ob wir in unseren Werkstätten Versuche mit dem Vau einer neuen Dämpfungsvorrichtung beim Schiffsmotor machen wollen, zu denen er die Zeichnungen ausgearbeitet hat? „Ich habe Ihnen schon mehrmals gesagt, Herr Moeller, daß alle geschäftlichen Entscheidungen meinem Schwiegersohn vorgelegt werden sollen" wies Frau Melanie Moeller scharf zurecht: eine heftige Röte stieg dem alten Angestellten in die Stirn, aber ehe er noch etwas erwidern konnte, fuhr Frau Melanie fort: „'Bitte, lieber Axel, prüfe du die Sache: auf keinen Fall dürfen aber die Bremerwerke mit kostspieligen Versuchen belastet werden, nur weil Kurt es so gefällt. Dazu haben wir das Geld wirklich nicht." ______ lFortsehuna folgt.) Im Namen der Hinterbliebenen: Bertha Kehr, geb. Wieher, Königsberg (Ostpreußen) Käthe Eichhorn, Gießen, Weserstraße 3. Bitte von Beileidsbesuchen abzusehen. 8198 D Die Trauerfeier findet statt, Dienstag, den 22. November, nachmittags */23 Uhr, in der Neuen Friedhofskapelle. Samstag früh verschied nach kurzem, schweren Leiden unsere Hebe Kollegin Fräulein Johanna Kehr. Zwangsversteigerung. An der Gerichtsstelle werden am 6. De- zember, 10 Uhr, versteigert: Wohnhaus Lahnhofstraße 7 in Gladenbach mit Hof, Hausgarten, Fabrikgebäude (Zigarren- fabrik jetzt Schule) und Autohallen, 17,08 Ar, ferner Garten an der Gießener kratze, 6,17 Ar (Fabrikant Karl Krieb und Marie Krieb). 8192D Amtsgericht Gladenbach. Wim Weide» in Oberhessen und Hessen-Nassau nut ein- X t Gelegenheit geboten, sich an ^tanflefcbener§it,na(8gtibeöütoburte AU beteiligen. Schnstl. Angebote U6850nn2bhPnCl(WCV^bnren Mittel unter uoööJ an den Gießener Anzeiger. Statt jeder besonderen Anzeige. Am 19. November starb nach kurzem schweren Leiden meine teure Tochter, unsere geliebte Schwester, Schwägerin, Nichte und Freundin Fräulein Hanna Kehr. Tief bewegt beklagen wir ihren allzu frühen, unerwarteten Heimgang. Vornehm gesinnt schlicht, freundlich, hilfbereit, ganz in ihrem Beruf aufgehend, den Kindern in mütterlicher Liebe zugetan, so hat sie fünfundzwanzig Jahre hindurch in unserer Schule segensreich gewirkt und gewaltet, so wird sie in unser aller Gedächtnis unvergeßlich weiter leben. • Ehre ihrem Andenken! Gießen, 24. November 1932. Das Kollegium der Schillerschule. 8199 D Evano.Frauenverein Versammlung der Gießener und oberhess. Frauenvereine Donnerstag, den 24.Nov., nachm. 21/,Uhr. Caf6 Leib, Walltorstr.36. Vortrag von Pfarrer Rieber, Offenbach: ,,„D Der moderne Mensch gebunden imUnglauben General-Vertreter för Weine. Weinbrände u. Liköre (Markenware) geg. hohe Prov. gesucht. Weingut Harbach Burgbrandbrennerei und -Likör-Fabrik Bacharach am Rhein. MwV Alten-Buseck. den 20. November 1932. RiasD Die Beerdigung findet Dienstag, 22. Nov., nachmittags 21/, Uhr statt. Heute morgen gegen 9 Uhr entschlief sanft und unerwartet meine liebe rrau und treue Lebensgefährtin, unsere treusorgende Mutter Schwiegermutter und Großmutter Frau Kathrine Seuling geb. Becker Im Alter von 67 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: L. E. Seuling, Küfer. Georg Schröbel, Oberamtsgehilfe s. X 8200 D 8ieoD Bezug durch dfe Eisenhandlungen! Für die überaus großen Aufmerksamkeiten durch Gratulationen, Älumenspenden und Geschenken zu meinem 75. Geburtstage sage ich allen meinen besten Dank „Es regnet BUDERUS MM OFEN Reichsverband Deulscherfonkünsl.'er und Musiklehrer e.f, Ortsgruppe GieOen. Am Tage der Hausmusik (Cäcilientag) D2e^?.a°u' P* Äov®mber 1932, abends 8 Dhr pünktlich, Im großen HBrsaal der Universität Hausmusik Werke von Händel, Dittersdorf, Beethoven, Schubert u.a. Programme 50 Pf., Schüler 30 Pf. rberech- tigen zum Eintritt) bei Ernst Cha Hier und am Saaleingang.___________8142Ö Am 20. November verschied nach kurzem schweren Leiden im 78. Lebensjahre mein lieber Mann, unser innigstgeliebter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Samuel Baum aus seinem arbeitsreichen Leben. Im Namen der Trauerndem Jeanette Baum, geb. Levi Wieseck (Gießener Str. 3), Kerpen, Altona, Gießen, Apolda, den 21. November 1932. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 22. November, nachm, 3Uhr, vom Trauerhause aus. ---- ------------------06862 u.R.D. Baumeister. Dienstag. 22. Nov.. nbbß.SV« Ubr pünktlich, Goetheschule, Westanlage, 1. Bortrag über Einheitsbewerlung Vollzähl.Erscheinen erwarten dringend sieiD die Vorstände. Stellenangebote r—;---;—I Zuverl. q Person ; f. dort. Bez.-Fil. a.<§cn.-Vert.ges. -voß. bau. Berd., Berufgl.l kostenlos). Gehring &• Co. G.«r. b. £>., Unkel/Rhein410. [Verschiedenes | Nächste Woche: Hell. 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A. schade um die gute Kleidung Nur rasch einen Schirm von HäUSer Bahnhofstr. 1, Ecke Marktstr. ZwangsvelUeigerung 78/32 Am Donnerstag, dem 15. Dezember 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, bas im Grundbuch von Gießen der Firma Adolf Müller & Co.. vormals Moritz Gregor! & Sohn, offene Handelsgesellschaft in Gießen zugeschricbene Anwesen fireuz- platz 14: 7898D jlur 1, Nr. 575 = 91 qm Lagerhaus in der Iudengasse zu fireuzplah 14, 31uc 1, Nr. 576*/io - 107 qm hofreite kreuzplah 14, Jlur 1, Nr. 5767/io - 76 qm hofreite tu üreuzplatz 14, 5lut 1, Jlr. 5761/io = 17 qm Bach auf dem Kreuz, zusammen geschätzt 38776 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, Zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 7. November 1932. 3. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Bekanntmachung. Der vom Rat durchberatenc Voranschlag unserer Gemeinde für das Rech- nungsjahr 1932 liegt vom Dienstag, dem 22 November 1932, ab eine Woche lang Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich zu Protokoll oorgebracht werden. Die Erhebung einer Umlage ist be- schlossen worden, wozu auch die Ausmärker beizutrqgen haben. 8197D Harbach, den 19. November 1932 Hessische Bürgermeisterei Harbach. _____ Schomber. | Landwirt sucht 1000-2000 man auf 1. Äyvothek. Schriftl. Ang. unt. 06838 an d. G. A. Stadttheater GieOen w .Meldet ijj) x9 ~1 unb * * *<5»» Ä&> f,d) an Frau Dx. ‘'ÄiÄ •ytt'.S AM gesagt, Herr J ^Scheidungen 'Ä 5tben 'Een", ; ler Aars zurecht: eine ^gestellten in bie ettoQg erwidern konnte, ü'e du die Sache: aus die Dremerwerke mit ajet werden, nur weil haben wir dos Seid ' folgt.) ßpn (Hetz9W ^Z?L. i, WWkM er Hausnin8lk ilientag) g iber iBörsaal1«ru - iflius* sib^^ertch; LL T- O z-> o (9.L Z .L§53 E Co"E2_3 3 —-E 3 ® 3? — ,-± 5 Ä S _ ($) :<=s L = A to c L TH -19 s? Ocl = E 15 •es Z-ZOZ M§ a.E = a 9,= u. wto. -es c-e . 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