weiter aftion. )inilid)leil der erigfeiten unter« Nüd) wicht-g- W- ötn Die \mxr Miyl'igeii en TergverkL, ^elsach erörtert geirvs. n Vorzug fer Mchstoeise in Trage entweder einheitlich gp, ’ituä Henrich t über die AuK. . 2vtderord« an Hand von ltmssen Hessens ' tigung der um« erjnerfe Hirzen« aus, wozu deren " D5V? ' 2 «unstig i flIaubk ■v^y <8 and- L^ aus ^ltaatficher • ^dann gab 1®® reichen ^ngen einen ln9 dertzj. SÄ ^r Dortrog und zog eine -raus berichtete ffut! O.IL rv.lWba ;,1M 51.95 r.ttt 52,(6 12,«5 169,87 72,07 74,12 73,62 14,21 0,912 4,217 M'S 21,0 |6,f7 81,43 34,53 82,10 0,981 0,296 5,606 13,00 3.657 0,0 71.« 73,98 73,48 14,W 0,908 4.209 58.49 1.55 16,0 II.? 34,47 a a tl,w Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher, preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20"/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für denAn- zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Giegen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilogen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat >m Bild - Die Scholle monats:Bejugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: ZronkfnrtomMain 11686. General-Anzeiger für Gberhefsen gri'rf und Verlag: vrLHI'schc Universt,ät5-Vuch- und SteindruSerei R. Lange in Sieben. Schrlftleitung und S-schäftsstelle: §qul?trabe 7. Nr. 248 Erstes Blatt 182. Jahrgang Zreitag, 2(. Oktober 1952 Gießener Anzeiger Exporiwirtschast und Binnenmarkt. Neichsbankprasideni Dr. Luther fordert Wiederherstellung des freien Warenverkehrs und Beseitigung der Zinslasten. Hamburg, 20. Oft. (WTD.) Reichsbankprä- fibent Dr. Luther hielt im Lleberseeklub Hamburg eine Rede über aftuelleWirtschaftsprobleme. Er erklärte, der große Schrumpfungsvorgang habe, wie in der ganzen Welt, so auch in Deutschland in der Hauptsache aufgehört. Der Vorbereitung des Aufschwungs würde a m besten gedient werden, wenn die wirtschaftlichen, politischen und psychologischen Kräfte sich in der Unterstützung des Regierungs- Programms zusammenfänden. Das Programm, dessen Wirksamkeit sich über ein 3ahr erstrecke, könne, wie überhaupt jedes Programm, nicht mit einem Schlage umstürzende Wirkungen auslösen. Es komme jetzt nicht darauf an, Reues zu erfinden, sondern alle Tatkraft darauf zu verwenden, daß nun auch schnellstens ausgeführt werde, wozu durch Be- schlüsse der Reichsregierung und Reichsbank die Grundlagen geschaffen seien. Außer der Festigkeit in der Durchführung des beschlossenen Programms brauche das Wirtschaftsleben zu seiner Erholung Ruhe und abermals Ruhe; dazu gehöre aber, daß auch das Gefühl gewährter Rechtssicherheit wieder anwachse. Der niedrige Zins, der zur Festigung der deutschen Wirtschaft nölig sei, werde in dieser Richtung nur wirksam, wenn die Zinssenkung auf dem natürlichen Wege steigen- der Geldangebote im Geld- und Kapitalmarkt komme. Dr. Luther wandle sich gegen die Behauptung, daß die Reichsbank unter ausländischem Einfluß stehe und kein Instrument der Rationalwirt- schaft sei. „wie das ganze deutsche Volk wissen sollte", so erklärte er dazu, „gibt es einen ausländischen Einfluß in der Reichsbank seit dem Frühjahr 1930 nicht mehr. Das Bankgefeh, aus dem die Unabhängigkeit der Reichsbank beruht. Ist ein deutsches Gesetz und für die Reichsbank bindend. Die für die Regierung bestehende internationale Verpflichtung, die wesentlichsten Vorschriften des vankgesehes nicht abzuändern, wird mit der Ratifikation des Laufaner Abkommens fortfallen. Indem ich dies erwähne, unterlasse ich nicht, auszusprechen, daß nach meiner Ueber- zeugung je schwerer und ernster die Zeiten, um so notwendiger die Unabhängigkeit der Notenbank ist. Das ist eine Frage des Grundsätzlichen. da niemand weih, welche Gesähren zu irgendeinem Zeitpunkt der Notenbank und damit der Währung von einer kommenden Regierung oder einem Reichstag drohen können." Vor wie nach dem Kriege hat ein großer Teil unserer Bevölkerung Beschäftigung und Brot durch den Export gehabt. Die besondere Befähigung unserer industriellen Arbeiterschaft besteht in der Herstellung von Qualitätswaren, für die das Ausland Bedarf hat. Diese Bedürfnisse des Auslandes zu befriedigen, ist ein nationaler Weg, um das deutsche Volk am Leben zu erhalten, seine Lebenshaltung zu verbessern und je nen vollswirtschastlichen Wohlstand allmählich wieder aufzubauen. Ob einmal am Ende eines langen Leidensweges e i n Gleichgewichtszustand entstehen würde, in dem das deutsche Volk das, was es zu einer ausreichenden Lebenshaltung braucht, aus dem eigenen Boden gewinnt, auf diese Frage kann es für die praktischen Entscheidungen der Gegenwart nicht ankommen. 3n praktisch übersehbarer Zukunft muß damit gerechnet werden, daß weiteres Absinken der Ausfuhr neue Erwerbslosigkeit und neue Entwertung deutschen Volksvermögens bedeutet. Wenn industrielle Arbeiter neu eingestellt werden, weil neue Aufträge aus dem Ausland vorliegen, so kaufen sie auch wieder mehr inländische Lebensmittel und das wird sich günstig auf die landwirtschaftlichen Preise auswirken. Das umgekehrte tritt ein, wenn Arbeiter entlassen werden. Spricht man von den großen Hindernissen, die der Wiederentfaltung eines freien Güteraustausches zwischen den nationalen Volkswirtschaften entgegenstehen, so werden oft in erster Linie d i e eingefrorenen Auslandkredite genannt. Nun hat es in der Wirtschaftsentwicklung immer nur ein Mittel gegeben, um den Unterschied zwischen Gläubiger- und Schuldnerland allmählich auszugleichen oder auf ein tragbares Maß zurückzuführen. Das ist der freie Warenverkehr. Deshalb werden alle anderen (Erörterungen, z. B. Wieder au f- hcbung der Devisenordnungen, über Konsolidierung der kurzfristigen Schulden, sozusagen im Technischen teckenbleiben, solange nicht durch Herab- etzung der Zölle und Beseitigung oder Ein- chränkung der sonstige., internationalen Handelshemmnisse die Bahn für den Warenverkehr wieder frei gemacht wird. Nachdem es jetzt in großen anderen Ländern möglich geworden ist, zu freiwilliger Konversion großer Anleihen zu kommen, ist ein Wiederaufbau der Weltwirtschaft schwerlich denkbar, wenn nicht Möglichkeiten sich er.- öffnen, um die zu hohen Zinslasten, die auf die Volkswirtschaften der Schuldnerländer drücken, zu ermäßigen. Hier liegt neben der Erleichterung des freien Warenverkehrs auch der Erde die größte Aufgabe für die Weltwirtschaftskonferenz. Das Kernproblem der Weltwirtschaft bleibt die Anhäu- fung des Goldes und der eingefrorene nF o r d e r u n ge n in wenigen aber bedukungs- vollen Ländern. Nur durch befreiten Welthandel kann im Laufe der Zeit eine Streuung des Goldes über die Erde wieder herbeigeführt werden. Ein Wort sei noch zur Kreditwirtschaft gesagt. Die Kr d tb gehr ndea erwarten Hil e vom Staat. Dem muß en.gegeng.ha len werden, daß es keinen anderen objektiven Maßstab für die Kreditzuteilung im Großen gibt, als die Privatgeschäft l i ch e Prüfung der Rentabilität. Wird die Kreditwirtschaft nicht in dieser Weise geführt, so würde sehr bald jeder objektive Maßstab für die Zuführung von Krediten fehlen und ein Dertrauenszusammenbruch größten Berlin, 21. Oft. (DTR. Funkspruch.) In einem offenen Brief an den Reichskanzler hat Adolf Hitler Behauptungen über den Standpunkt der deutschen Regierung in der Abrüstungsfrage aufgestellt, die im Interesse der deutschen Außenpolitik auf das schärf sie zurückgewiesen werden müssen. Hitler behauptet: Deutschland fei mit einem Aufrüstungsprogramm vor die 2D eit getreten; es habe die Forderung nach einer 300000-Mann--Armee erhoben; es habe ferner den Bau von Groh- kampfschiffen usw. gefordert. Diese drei Behauptungen sind in vollem Umfange unwahr. — Deutschland hat niemals andere Forderungen erhoben als diejenigen, welche das veröffentlichte Memorandum vom 29. August enthält. — Es verlangt nach wie vor, daß die anderen Staaten auf einen Stand abrüften, der unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse jedes Landes demjenigen Abrüstungsstand entspricht, der uns durch den Vertrag von Versailles auferlegt worden ist. Trägt die Abrüstungskonferenz dieser grundsätzlichen Forderung nicht Rechnung, so müssen wir verlangen, daß nicht weiter zweierlei Recht gilt, sondern daß die in Genf abzuschließende Abrüsiungs- fonoention au ch auf Deutschland A n- wendung findet. Deutschland fordert auch in diesem Falle keine Aufrüstung. — Der London, 20. Oft. (TLI.) Eine Abordnung der englischen Kirchenführer, die am Donnerstag dem Ministerpräsidenten und dem Außenminister ihre Ansichten zur Abrüstungsfrage vortrugen, vertraten sämtliche englischen Kirchen mit Ausnahme der römisch- katholischen Kirche. Sie forderten, daß die englische Regierung bei Wiederaufnahme der Abrüstungskonferenz sofort eine endgültige Abrüstungspolitik erklären solle, die sich auf die Durchführung des Hooverplanes und die Gleichberechtigung aller Mitglieder des Völkerbundes stütze. England sei ehrenhalber verpflichtet, die im Versailler Vertrag abgegebenen Versprechungen zu erfüllen, daß die zwangsweise Abrüstung Deutschlands der erste Schritt der allgemeinen Abrüstung der anderen Staaten sein solle. Das Tlnvermögen der Staatsmänner, bisher ein greifbares Abrüstungsmaß • herbeizuführen, sei ein Zeichen moralischen V a n k e r o 11 s und habe eine bedauerliche Wirkung auf die öffentliche Moral, wofür die gegenwärtige Lage in Deutschland das bemerkenswerteste Beispiel sei. Der ErzbischofvonCan- t e r b u r y erklärte, die Kirche werde Macdonald begeisterte Unterstützung gewähren bei der Erfüllung der so oft ausgedrückten Bereitschaft, Deutschland einen ebenbürtigen Platz unter den Rationen zu gewähren, indem ein freiwilliges Abkommen getroffen werde, aus dem sich dann eine Abrüstungs- Vereinbarung ergeben werde. Die Kirche unterstütze die Bestrebungen, die st u f e n w e i s e A b - rüstung auf den deutschen Rüstungs- st a n d zum Grundstein der englischen Politik zu machen. Der Erzbischof von Vork drückte sein Bedauern darüber aus, daß das englische Vorgehen in der Abrüstungsfrage bisher nur Ausmaßes müßte die Folge sein. Die von der Reichsbank immer für richtig gehaltene Forderung, man solle die Banken reprivatisieren, bedeutet deshalb, daß Reichs- und Golddiskontbank keine Maßregeln ergreifen dürfen, die die Unabhängigkeit der Entscheidungen über Kreditgewährung und die Anwendung privatgeschäftlicher Vorsicht auf diese Entscheidungen in Frage stellen. Eine richtige Reichsreform jetzt duvchzuführen, ist wichtigster Dienst der Gegenwart an der deutschen Zukunft. Die duvchgeführte Reichsreform wird Deutschland nicht nur krisenfester machen, sondern auch dazu mithelfen, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit Brot und Arbeit hat. Zustand darf aber nicht weiter bestehen, daß uns grundsätzlich Waffen verboten sind, welche anderen Staaten als unentbehrliche Mittel der Verteidigung erlaubt bleiben. Die Reichsregierung stellt in aller Oefsentlichkeit fest, daß Herr Hitler in feinem offenen Briefe vom 20. Oktober unwahre Behauptungen erhoben hat. die geeignet find, das Bild der deutschen Außenpolitik zu verfälschen und damit das Interesse des deutschen Volkes auf das schwer sie zu schädigen. Das Urteil über dieses Verhalten des Herrn Hitler überläßt die Regierung dem deutschen Volke. wenn Hitler außerdem der Reichsregierung den Vorwurf macht, sie habe bei den Abrüstungsverhandlungen insofern eine falsche Taktik ein- geschlagen, als sie es unterlassen habe, immer und immer wieder die Schuld an der Nichtabrüstung Frankreich zuzuschieben, und dadurch Frankreich in der weit zu brandmarken, so kann demgegenüber festgestellt werden, daß Deutschland gerade nach dieser Methode verfahren ist, wie es vor Beginn der Abrüstungsverhandlungen in Genf von dem Staatssekretär von Bülow angekündigt wurde. Damals allerdings wurde diese Haltung Deutschlands von den Nationalsozialisten angegriffen, die volle Aufrüstungsfreiheit Deutschlands forderten. Stückwerk gewesen sei. 3n dieser Hinsicht sei besonders dieenglischeRote anDeutsch- l a n d in der Frage der Gleichberechtigung z u bedauern. Das moralische Element sei in dieser Rote dem juristischen untergeordnet. Außenminister Simon erwiderte, die Rote ziele nicht auf einen rechtlichen Vorschlag hin, sie besage im Gegenteil, daß Deutschlands Anspruch und die englischen Verpflichtungen nicht in Ausdrücken technischer 3uristik erörtert werden könnten. Die Rote sei dazu bestimmt gewesen, technische und rechtliche Beweisgründe beiseite zu schieben. Die Abordnung würde dem englischen Volke die Annahme des Wunsches nach weiterer Abrüstung erschweren, wenn sie nicht auch sagten, daß England die einzige große Ration sei, die seit dem Waffenstillstand ungeheuer große Abrüstungen vorgenommen habe. Er lehne es ab, sich einem Gefühl der Verzweiflung oder der Rieder- geschlagenheit hinzugeben. Ministerpräsident Macdonald erklärte, daß Sir John Simon bald nach Genf zurückkehren werde. Macdonald werde den Außenminister vielleicht begleiten, um zu sehen, ob nicht ein besseres Verhältnis zwischen den europäischen Nationen zustandegebracht werden könne. Die englische Regierung habe seit Februar zäh daran gearbeitet, nicht nur einen Zustand der Abrüstung, sondern, was schwieriger fei, einen Zustand d e s Willens zum Frieden zu schaffen. Er wolle nicht Ches einer Regierung sein, die lediglich Schriftstücke über die Herabsetzung der Rüstungen unterzeichnet. England habe bereits ein großes Werk mit Amerika vollbracht. Er glaube, daß England von Amerika nur durch eine Art moralischer Katastrophe getrennt werden könnte. Man müsse fragen, weshalb eine ähnliche Einigung nicht auch in Europa möglich sein sollte. Oie Reichsregierung antwortet auf Hitlers offenen Brief. Hitlers Behauptungen in der Abrüstungspolitik werden als unwahr scharf zurückgewiesen. Oie britischen Kirchen fordern Einlösung des Abrüstungsversprechens. Oie Erzbischöfe von Eanterbury und yorf intervenieren bei Macdonald und Simon Die Arbeitslosenziffer sinkt. Den Ziffern der amtlichen Arbeitslosenstatistik hat man bis zuletzt ein gewisses Mißtrauen entgegengebracht. Man wußte nicht genau, in toel* ujei.i Ausmaß die t>zr। dürften Änterstühungs- bedingungen die unsichtbare Arbeitslosigkeit vermehrt hatten und weiter vermehren würden. Diese unsichtbare Arbeitslosigkeit stellt die dunkelste Seite unserer Rot dar, und es wäre gar nichts gewonnen, wenn eine Einschränkung des Kreises der Unterstützungsempfänger mit einer Vermehrung dieser amtlich nicht festgestellten, behördlich nicht erfaßten und darum nur um s o schlimmeren Rot erlauft würde. Bis vor kurzem haben sich die Gewerkschaften in der Polemik gegen die Propaganda der Regierung auf diesen Standpunkt gestellt, daß die wirtschaftspolitischen Maßnahmen nach den verschiedenen Rotverordnungen eine wirkliche Belebung der Wirtschaft und eine tatsächliche Verminderung des Kernübels der Arbeitslosigkeit nicht herbeizuführen vermöchten, und daß alles, was dem an Symptomen entgegengeftellt wurde, nur trügerischer und gefährlicher Schein sei. Man wird den Gewerkschaften zuqeben müssen, daß das in ihren Händen befindliche Zahlenmaterial besonders wertvolle Schlüsse erlaubt. Sie wissen am besten, wieviele von ihren Mitgliedern ohne Erwerb und unterstützungsbedürftig sind. Heute nun muß die größte Gewerkschaft, nämlich die Organisation der Freien Gewerkschaften, die amtliche Auffassung bestätigen, daß im Monat September die Zahl der Erwerbslosen 3 u r ü cf gegangen ist. Es ist noch nicht viel, wenn der Anteil der Erwerbslosen am Mitgliederbestand in dem Berichtsmanat von 44,5 auf 44,1 v. H. gesunken ist. Man darf dabei aber nicht außer acht lassen, daß in früheren Jahren der September stets schon der sommerlichen Belebung auf dem Arbeitsmarkt ein Ende gesetzt hat. Man muß ferner berücksichtigen, daß der in den Notverordnungen gegebene Anreiz zu Neueinstellungen auf der Grundlage von Arbeitsstreckung oder lediglich durch Inanspruchnahme der Steuergutscheine e r ft im Oktober sich ganz auswirken konnte. Die vorausgehenden Erscheinungen müssen entweder so gedeutet werden, daß in ihnen bereits die von der Reict)sregierung in Rechnung gesetzte Wende der Konjunktur sich ausdrückt oder daß allein die Ankündigung der wirtschaftlichen Belebungsmaßnahmen dem Vertrauen und der Initiative der Wirtschaft die er ft en Impulse gegeben haben. Der Rückgang der erwerbslosen Mitglieder der Freien Gewerkschaften beläuft sich zahlenmäßig auf 31 525 Köpfe. 3m Hinblick daraus, daß die Freien Gewerkschaften rund 40 Prozent der deutschen Arbeiterschaft in ihren Reihen zählen, müßte man auf einen wirklichen und kaum noch bestreitbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 80 000 Köpfe schließen. Die amtlichen Zahlen über die Verminderung der Arbeitslosigkeit im September, soweit sie durch die Reichsanstalt 3uf Grund der Eintragung bei den Arbeitsämtern erfaßt wurde, stellt einen Rückgang um 123 000 fest. Die Zunahme der unsichtbaren Arbeitslosigkeit ist also nicht so groß gewesen, wie die Pessimisten glaubten annehmen zu müssen. Lieber die nunmehr vollgültig bewiesene Verminderung der Arbeitslosigkeit hinaus muß eine weitere Tatsache vermerkt werden, die sich aus den Zahlen der Freien Gewerkschaften ergibt, daß sich die Kurzarbeiter-Zahl im gleichen Ausmaß vermindert hat, und zwar trotz derjenigen Bestimmungen in der Rotverordnung, die die Kurzarbeit begünstigen. Trotz all dieser Anzeichen wird man sich hüten müssen, voreilig übertriebene Schlußfolgerungen zu ziehen. Es gibt bekanntlich eine Saison des Spätsommers und Frühherbstes auf dem Arbeitsrnarkt, die mit dem Weihnachtsfest zusammenhängt und die vielleicht diesmal stärker in Erscheinung getreten ist, weil der Abfluß von Arbeitskräften aus dem Baugewerbe und aus der Landwirtschaft, der früher die Herbstsaison vollkommen überschattete, darum nicht mehr so stark sein konnte, weil wir im vergangenen Sommer so gut wie gar keine Bausaison hatten. Man wird also die Entwicklung im Oktober noch abwarten müssen, ehe man sich endgültig zu der optimistischen Auffassung neigt, daß die große Wende auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich eingeleitet fei. Aber bei vorsichtigster Beurteilung wird man aus den bis jetzt vorliegenden Anzeichen doch schon den Schluß ziehen können, daß die Regierung auf dem rechten Weg war, als sie mit dein Programm von Münster die Angriffsrichtung so gut wie ausschließlich gegen d i e Arbeitslosigkeit als das Zentralproblem unserer Not richtete. Hier deutet sich die einzig mögliche Linie des Erfolges an. Einigung mit Dänemark und Finnland über die Buttereinfuhr. Berlin, 20. Oft. (TLI.) Die in Berlin zwischen Dänemark, Finnland und Deutschland geführten Besprechungen über die Reuregelung der Buttereinfuhr nach Deutschland haben zu einer Verständigung geführt. Deutschland wird künftig Dutterbiszu einer Gesamtmenge von 55 00 0 Tonnen im Kalenderjahr*) ur Einfuhr zu- lassen. Dieses Kontingent wird auf die in Betracht kommenden Länder nach ihrem prozentualen Anteil an der gesamten deutschen Duttereinsuhr im Durchschnitt der 3ahre 1929 bis 1931 verteilt. Mit Finnland ist füt Butter ein einheitlicher Zollsatz von 75 Reichsmark vereinbart worden, der den meistbegünstigten Ländern zusteht. Es ist in Aussicht genommen, diese Regelung vom 15. November d. 3. an in Kraft zu setzey —-- Die deutsch-schwedische Hochzeitsfeier in fioburg. Der Fackelzug der huldigenden Koburger auf dem Schießplatz in Koburg. Straßer über das Wirtschafts- Programm der NGNAP Berlin, 20. Ott. (ENB.) Auf einer Kundgebung der nationalsozialistischen Betriebszellenorganisationen gab Gregor Strasser große Teile des Wirt- schaftsprogramms der Nationalsozialisten bekannt. Der wirtichaftliche Aufbau der Nationalsozialisten fei fundiert auf folgenden Grundforderungen: 1. Arbeitsbeschaffung. 2. Produktive Kreditschöpfung (Krediterweiterung im Ausmaß von zirka 3 Milliarden). 3> Staatliche Kontrolle des Geld- und Kredit- wesens. 4. Die Entschuldung der Wirtschaft. 5. Zinssenkung. 6 Wiederherstellung des deutschen Staatskredits. An die Stelle der illiquiden Finanzwechsel, die heute bei der Reichsbank als Gelddeckung liefen, treten Produktionswechsel und Regie- rungssicherheiten. die ein gesünderes Durchbluten der Wirtschaft herbeiführen und den Geldstrom in bestimmten Zeitabständen wieder zur Peichsbanf zurückleiten, nämlich bei Einlösung der Produktionswechsel und der Schaßwechsel. Eine Aenderung des Reichsbankgesetzes sei erforderlich, das die Autonomie der Reichbank beseitigt und die unseligen, längst durchbrochenen Bindungen an den Fremdkörper, das Gold, löst. Der gesamte Geldverkehr müsse unter der Hoheit des Staates stehen und das Bankwesen unter Staatsaufsicht gestellt werden. Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sei ein gesunder Binnenmarkt und das Rückgrat des Binnenmarktes eine gesunde deutsche Landwirtschaft Die Preise werden eine Auflockerung erfahren und das Sparen werde wieder einen Sinn haben Die Spartätigkeit werde durch staatliche Maßnahmen gefördert. Das Smken des britischen Pfundes. Will Gn la d seine Krugsichulden an Amerika zurück ahlen? London, 20. Oft. (Xil.) Die englische Presse befaßt sich eingehend mit dem am Mittwoch erfolgten Nachgeben des Pfund-Kurses und erklärt, daß außer den Saisoneinflüssen auch andere Gründe für den Fall verantwortlich gemacht werden müßten. Obwohl sehr stark Sterling« angeboten worden seien, so sei, wie ..Financial News" berichtet, einer der Hauptgründe französische Dollarankäufe gegen Sterling gewesen. Man habe aber eine offizielle Intervention verspüren können, die sofort erfolgreich gewesen sei. Man müsse damit rechnen, daß das englische Pfund noch nicht seinen tief st en Stand erreicht habe, obwohl es möglich sein werde, das Pfund noch länger« Zeit auf seinem jetzigen Stande zu halten. Die Theorie, daß englische Devisenankäufe stattgefunden hätten, um die Zahlung der am 15. Dezember fälligen Kriegs schulden an Amerika vorzubereiten, dürfte nicht stimmen. 3m ..Daily Telegraph" wird erklärt, daß keine amtliche Bestätigung über die beabsichtigte Kriegsschulden- zohlung zu erhalten gewesen sei. Die „News Chronicl«^ weist auf di« Gefahr solcher Gerüchte hin, di« im Ausland« Unruhe erwecken müßten, weil ein« etwaig« Zahlung von Kriegsschuld«» seitens Englands das ganze Lausanner Abkommen über den Haufen werfen würde. Es sei daher fraglich, ob di« englisch« N«gi«rung das Necht hab«, aus eigener Machtvollkommenheit di« Zahlungen an Amerika wieder aufzunehmen. Sie müsse hierzu vielmehr die Zustimmung desPar- l aments haben. Man habe keinen Grund, zu bezweifeln, daß Macdonald nach den Prä- sidentschaftswahlen in Amerika die Kriegsschuldenfrage anschneiden werde, und zwar, noch bevor die Zahlungen fällig würden. Gegen den politischen Terror. Duisburg, 21. Oft. (WTB.) Sechs Kom - m u n i ft e n standen vor dem Sondergericht, um sich wegen eines Ueberfal'es auf einen Nationalsozialisten. öffentlicher Zusammenrottung, tätlichen Widerstandes gegen Polizei- beamte und politischer Gewalttätigkeiten zu verantworten. Bei vier Angeklagten ließ sich eine Beteiligung an den Ausschreitungen nicht einwandfrei feststellen, dagegen wurde die Beteiligung zweier An- geklagten nachgewiesen. Das Urteil gegen sie lautete auf je 10 Jahre Zuchthaus. Die übrigen vier Angeklagten wurden freigesprochen. ♦ Die Schießerei in Ess« n - Ost, der ein Angehöriger der Eisernen Front zum Opfer fiel, ist jetzt aufgeklärt worden. Der 18 Jahre alte Nationalsozialist Ditthardt aus Essen hat gestanden, am Abend des 18. Oktober von einem SA.-Mann aufgefordert worden zu sein, einem angeblich von Angehörigen der Eisernen Front bedrohten Nationalsozialisten zur Hilfe zu kommen. Dieser Aufforderung sei er mit sechs weiteren Parteiangehörigen nachgekommen. Unter Führung von Ditthardt hatten sich die Nationalsozialisten in der Schulzstrahe aufgestellt und eine Gruppe der Eisernen Front be- Gießen, den 21. Oktober 1932. Vom richtigen Heizen Mit dem Beginn der herbstlichen Witterung hat der „Kampf mit der Heizung" begonnen. Ein wirklicher Kampf ist es deswegen, weil die Heizungseinrichtung, welcher Art sie auch sein mag, zunächst bei der ersten Wiederbenutzung meist widerspenstig ist und Mucken und Unarten aller Art zeigt. Gegen die unangenehme Trockenheit der Luft, die oft auftritt, kann man sich leicht durch Aufstellen von geeigneten Gefäßen mit Wasser auf den Heizkörpern helfen. Ueberhaupt ist bei jeder Art Heizung besonderer Wert zu legen auf einen genügenden Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Zu trockene Luft erzeugt trotz hohen Wärmegrades sehr leicht ein unangenehmes Frösteln, weil di« Verdunstung der natürlichen Hautfeuchtigkeit durch trockene Wärme stark gefördert wird und dann Verdunstungskälte entsteht. Das Ergebnis zu trockener Zimmerluft sind überheizte Räume, in denen man trotzdem nicht warm werden kann. Wenn die Heizung dort noch verstärkt wird, entsteht erhöhte Anfälligkeit der Bewohner gegenüber Crkältungserkrankungen. Daraus ergibt sich als Hauptregel beim Heizen: man sorge stets für ein vernünftiges und richtiges Verhältnis zwischen Luftwärme und Luftfeuchtigkeit. Neben die Luftwärme und die Luftfeuchtigkeit tritt die Lustreinheit als wesentliches Erfordernis für unangenehmen und gelungen Aufenthalt in geschloffenen Räumen. Auch hier wird viel ge- fünöigt. Um die teure Heizwärme, namentlich bei Ofenheizung, nicht zu verlieren, hält man vielfach Türen und Fenster hermetisch verschlossen. Freilich klettert dann das Thermometer zu beängstigenden Höhen empor. Der Aufenthalt in solchen Räumen ist aber alles andere als angenehm oder gar gesundheitlich einwandfrei. Darum müssen geheizte Räume rechtzeitig und vernünftig gelüftet werden. Viele Leute scheuen sich davor, „Zug" zu machen, oder überhaupt kalt« Luft in geheizte Räum« zu lass«n. „Zug" hat durchaus nicht die ihm immer wieder nachgcsagte Schädlichkeit, wenn er nicht lang« Zeit und einseitig auf kleinere Körperbezirke einwirkt. Sonst müßte jeder, der bei starkem Wind über die Straße geht, stets todkrank nach Hause zurückkehren. Man kann also ruhig einmal kurz« Zeit — etwa acht bis zehn Minuten — kräftigen „Zug" machen, um die Luft zu erneuern. Man soll und braucht sich aber nicht gerade in dieser Zeit in die 'u lu t zu ftc Im. Natürlich kommt dabei die kalte Luft in das Zimmer. Ist aber die Heizungseinrichtung in Ordnung, dann wird diese kalte Frischluft sehr bald die durch den Anheizungsgrad der Heizungsvorrichtung bedingte und gewünschte Wärme annehmen. Das Kind in gesunden und kranken Tagen. Die Hausfrauenberatung hatte für gestern abend zu einer Sonderveranstaltung in das Cafe Leib eingeladen. Die Vorsitzende des Vereins, Frau W i m b e r , leitete mit kurzen Worten den gut besuchten Abend ein. Frau Helene Roes«, zeigte sodann eine Anzahl schöner Kinderkleider und Schürzen aus handgewebten Stoffen in feinen Farben. 3m Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Oberarztes der Kinderklinik Gießen, Dr. Frick, über das Thema „Das Kind und seine Pflege". Es sei praktisch unmöglich, so führte der Redner u. a. aus, das umfangreich« Gebiet der Kinderpflege innerhalb eines einstündigen Vortrages erschöpfend zu behandeln. Er erörterte kurz di« Behandlung des neugeborenen Kindes, vbachtet. die, als fie Verstärkung erhalten habe, auf sie zugekommen fei. Um einen Zusammenstoß mit dieser Heberzahl zu verhindern, erklärte Ditthardt, hätte, er seinePistole gezogen und in der Richtung der ankommenden Reichsbannerleut« zwei Schüsse abgegeben. Hierauf sei er mit seinen Leuten geflüchtet. Der Täter sowie sechs Angehörige der NSDAP, wurden dem Richter vorgeführt. e Die Große Strafkammer Stolp verurteilte im Schnellverfahren den nationa sozialistischen Land- tagsabgeordneten Cziniok zu einer Gesamtstrafe von drei Monaten Zuchthaus, die in vier Monate zwei Wochen Gefängnis um- gewandelt wurde. Ez. hatte bei einer deutschna- tionalen Wahlversammlung in Stolp eine Seltersflasche gegen den deutschnationalen Redner geschleudert. Vor einer Verständigung zwischen Oanzig und Polen. Tas Crpevnitz der Genfer Wirtschaft Verhandlungen Danzig, 20. Okt. (TU.) Wie wir erfahren, ist in Gens zwischen dem Präsidenten des Danziger Senats Dr. Z i e h m und dem Vertreter des polnischen Außenministers eine Abmachung zur friedlichen Beilegung der schwebenden großen D a n z i g - p o l n i - schen Wirtschaftsfragen getroffen worden, die allerdings noch der Heberprüfung und Zustimmung beider Regierungen in Schlußverhandlungen bedarf. Präsident Ziehm erklärte, daß die Verhandlungen, die er in Genf mit dem Außenminister Zaleski und einem anderen Polnischen Regierungsvertreter gehabt habe, nicht zu einem Abschluß geführt hätten 3mmerhin fei ein Entwurf aufgestellt, für die Beseitigung der Schwierigkeiten vor allem über die Aufhebung der polnischen Grenzsperre für Danziger Waren, für eine Regelung der Kontingentsfrage usw. Minister Zaleski habe ihm in Genf erklärt, er wünsche eine schnelle Regelung der Streitfragen im Wege der Abmachung und wisse, daß diese Regelung auch den Wünschen der Polnischen Regierung entspräche. Die Verhandlungen über die Abmachung, die in den nächsten Tagen in Danzig aufgenommen werden sollen, würden von entscheidender Bedeutung für die zukünftigen Beziehungen zwischen Danzig und Polen sein. seine Entwickelung nach Gewicht und Gröhe und den Verlauf der rein körperlichen Entwicklung im ersten Lebensjahr. Wichtig für die Mutter wie für den Arzt sei es, neben der Zunahme nach Maß und Gewicht die Lebensäuberungen des Kindes zu beobachten. 3m Alter von einem halben 3ahre sei der Säugling bereits sehr regsam, wie überhaupt die Entwicklung im ersten Lebensjahre die relativ stärkste sei. Ein wesentliches Kapitel sei das „Zahnen", dem verschiedene krankhaft erscheinende Zustände vorausgingen, die nicht unbedingt beunruhigend fein müßten. 3m Leben des Kindes unterscheide man das Säuglings-, das Spiel-, das Schulalter und die Zeit der Reife. Von Bedeutung sei das Spielzeug für das Kind. Es solle in dieser Hinsicht nicht verwöhnt werden. Oft genug erfüllten einfache Holzklötze schon den Zweck. Kinder sollten häufig mit Altersgenossen in Berührung kommen. Der alleinige Umgang mit Erwachsenen erweise sich meist als nachteilig. Die Sprachentwicklung vollziehe sich verhältnismäßig langsam. Das sei aber kein Grund zu irgendwelcher Beunruhigung. Besondere Aufmerksamkeit erfordere die Pflege. Hier seien ungeheure Fortschritte zu verzeichnen, denen allerdings oft genug die Meinungen von Tanten und Großmüttern feindlich gegenüber ftünben. Die junge Mutter müsse sich in dieser Hinsicht frei machen. Groh« Fortschritte seien auch auf dem Gebiete der Ernährung des Säuglings und des Kindes gemacht worden. Vor 30 Jahren betrug (nicht zuletzt auf Grund falscher Ernährung) die Säuglingssterblichkeit 25 Prozent, heute nur noch 8 Prozent. Bei normaler Gewichtszunahme des Kind^ sei die mengenmäßig geringste Ernährung das Beste. 3edes „Zuviel" bedeute Belastung. iuoerernährte Kinder seien gegen Krankheiten weniger widerstandsfähig. Für den Säugling müsse immer die Muttermilch als das Beste betrachtet werden. Viel Sorge mache den Müttern die „Appetitlosigkeit". Man täusch« sich aber darüber häufig. Ein Kind jenseits des ersten Lebensjahres brauche kaum mehr als einen halben Liter Milch täglich. Wahre Appetitlosigkeit sei sehr selten. Kinder solle man, sofern sie normal zunehmen, nicht zum Essen zwingen. Die Kleidung solle möglichst leicht sein. Das Kind mit Maß der Sonne auszusetzen, sei eine vorbereitende Schutzmaßnahme gegen die englische Krankheit. Man solle Kinder nicht nur körperlich, sondern auch seel'sch abhärten. Die Mutter dürfe dem Kinde gegenüber nicht zu weich und nicht zu hart sein. Den besten Schuh gegen Krankheiten bedeute die ständige Hebung und maßvolle Abhärtung aller Organe. 3m übrigen müsse die Forderung erhoben werden: Mütterberatung, nicht Grotzmütterberatung. Zum Abschluß des sehr beifällig aufgenommenen Vortrages beantwortete der Redner noch ein« Anzahl Fragen. Bei dieser Gelegenheit betonte er, daß gegenwärtig kein Fall von spinaler Kinderlähmung in Gießen zu verzeichnen sei. Das Stadtkind sei an sich weniger gefährdet. Die spinale Kinderlähmung dürfe In Gießen als erloschen betrachtet werden. 3m weiteren Verlaufe des Abends sprach Frau Kalbfleisch über zweckmäßige Kinderernährung und ließ entsprechende Kostproben zur Verteilung bringen. 3n Verbindung mit der Veranstaltung hatte die Hausfrauenberatung eine Ausstellung organisiert. Die Firma Egner (Kliniksbedarf) hatte Höhensonne Soluxlampen u. a. m. ausgestellt, die Firma Röhr & (So. zeigte zeitgemäß« wnoerbett ft eilen und dementsprechende Bett- wasche, Frau Helene R o e s e und der Verein k u r F r a u e n k u l t u r hatten Kinderkleider auS- geftellt, die allgemein gefielen. Die Ferber» Aus der Provinzialhauptstadt. fche Buchhandlung war mit Bilderbüchern und 3ugenbliteratur vertreten, das Dürer- Haus bot eine Ausstellung schöner zweckmäßiger Spielwaren. Die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit verdiente alle Beachtung. Spende für die Gießener Winternothilfe Wie das Städtische Wohlfahrtsamt unS mit* teilt, hat die Brot- und Keksfabrik Frankfurt am Main-Osthaien 50 Laibe Brot für die Gießener Wintemothilfe gestiftet. Streik bei Notstandsarbeiten. Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung läßt die Provinz Ober- h e H e n zur Zeit auf den oberhessischen Landstraßen Straßenbauarbeiten ausführen, die einen Kapitalaufwand von rund einer halben Million Mark erfordern. Die Arbeiten sind bereits seit einiger Zeit im Gange In den letzten Tagen sind jedoch auf den Daustrecken Helden- bergen — Ka > chen und Selters — Ortenberg die Pflasterer und Maurer in den Streik getreten, weil sie angeblich bei der Akkordarbeit den tarifmäßigen Stundenlohn nicht erreichen könnten. Es handelt sich auf beiden strecken um etwa 50 Streikende. Im Gegensatz zu der Behauptung der Streikenden steht — wie wir von gut unterrichteter Seite hören — die Tatsache, daß von anderen Arbeiterkolonnen auf den gleichen und auch auf anderen Baustrecken der tarifmäßig« Lohnsatz bei der Akkordarbeit nicht nur erreicht, sondern teilweise noch überschritten wird Die Streikbewegung finbet allem Anschein nach die Unterstützung der Fachgewerkschast Ztornotifren. - Tageskalender für Freitag: Ltadtthectter, 20 bis 22 Hhr, .Freie Bahn dem Tüchtigen" — Deutscher Bund für christl -evang. Erziehung in Haus und Schule. 20 Hhr, Johan» nessaal, Vortrag über „Erziehung der Kinder zum Gebet". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Ich will nicht wissen wer Du bist" sowie Beiprogramm auf der Bühne - Astoria-Lichtspiele, Seliersweg: .Autobanditen". — Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet am Samstag und Sonntag Im Der eins- lokal einen .Sozialen Kursus", bestehend au8 mehreren zeitgemäßen Vorträgen mit anschließender Aussprache. Am Samstagabend spricht Der* bandssekretär Lauser, Darmstadt, über die Geschichte der Deutschen Arbeiterbewegung, am Sonntagvormittag Lic. Waas, Gießen, über da- moderne Freidenkertum, und am Sonntagnachmittag Kreisgeschästsführer Schröder vom DHV. über Stand und Zukunft der Deutschen Sozialpolitik. (Siehe Anzeige.) — Ochmudaub Heilung Sy Küchel. Der Gießener Kunstgewerbler H Küchel, der in den letzten Jahren w ederholt m t Ausstellungen seiner Erzeugnisse an die Oesfentlichkeit trat und damit viel Interesse fand, wird jetzt wieder im Saale des Hotels Prinz Carl seine neuesten Arbeiten zur Schau stellen. Neben Schmuckneuheiten für Kleider, mit denen der Künstler auf der Ausstellung „Kunst und Handwerk" in Berlin einen großen Erfolg erringen konnte, werden auch Echmucksachen nach astrologischen Motiven gezeigt. Sicherlich wird auch diese Ausstellung wieder viele Interessenten finden. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. - ** Jubiläums » Geflügel - Schau auf der Liebigshöhe Dom Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und Hmgegend 1897 wird uns geschrieben: Nachdem die Prämiierung der Tiere stattgefunden hat, ist die Ausstellung am Samstag und Sonntag der Allgemeinheit zugänglich. (Siehe heutige Anzeige.) Außer Den vielen Hühner- und Zwerghühnerrafsen ist auch das Wassergeflügel und besonders Ziergeslügel aut vertreten. Die Ausstellung bietet ein recht farbenprächtiges Bild. Alien Liebhabern und Freunden der Rassegeflügelzucht ist der Besuch der Ausstellung bestens zu empseh en. ** Braugerstentag in Friedberg. Die Hessische Landesgerstenstelle bei der Landwirtschaftskammer für Hessen macht nochmals auf den am Mittwoch, 26. Oktober, 14 Uhr in der Turnhalle der Musterschule in Friedberg stattfindenden Brau- aerftentag aufmerksam. Die Landwirte aus Ober- Hessen, die verarbeitende Industrie und der Handel dürften an dieser Tagung großes Interesie haben. Wiesecker Gewerbeverein und Straßenbahn. ch W i«s e d, 20. Oft. Am Mittwochabend hielt der Gewerbeverein Wieseck eine Versammlung bei Gastwirt Richard Weller ab. Man beschäftigte sich zunächst mit dem Plane einer örtlichen Gewerbeausstellung, in der dem Publikum gezeigt werden soll, daß das hiesige Handwerk und Gewerbe voll und ganz in der Lage ist, den Ansprüchen der Käufer gerecht zu werden und auswärtige Käufe nicht nötig sind. Nach eingehender Aussprache wurde der Vorstand beauftragt, die nötigen Vorarbeiten für diese Ausstellung im kommenden Frühjahr vorzunehmen Auf eine Anfrage besprach man dann die von der Gemeinde erhobene Vergnügungssteuer Hier wurde ein Antrag angenommen, der dem Gemeinderat unterbreitet werden soll und bezweckt, daß die Gemeinde ihre Vergnügungssteuersätze den wirtschaftlichen Drr- hältnissen anpaht und wie die staatlichen Sähe um die Hälfte senkt. Weiter kam auch der Dau der elektrischen Straßenbahn durch die Stadt Gießen bis an die DemarkungS» grenz« Wieseck zur Sprache. Nach einer eingehenden Aussprache, in der bedauert wurde, daß die Stadt Gießen mit dem geplanten Dau nur halbe Arbeit leistet, aber auch vieles Für und Wider gegen den Bau bis zur OrtSmitte aut Sprache kam, gelangte man zu der Ansicht, daß, nachdem die Stadt Gießen in gewissem Sinne die Hand zu Verhandlungen über die Wetterführung der Straßenbahn bis in den Ort geboten hätte, die Gemeinde moralisch verpflichtet sei, von der Stadt ein Positives Angebot zu fordern und zu prüfen, ob es für die Gemeinde tragbar fei, in weitere Verhandlungen über den Bau der Straßenbahn bis in den Ort einzutreten. Ein diesbezüglicher Antrag wurde einstimmig angenommen und soll dem Gemeinderat zugeleitet werden. Nachdem noch über verschiedene allgemeine Fragen, insbesondere private Arbeit-- vergebung gesprochen worden war, fand die Versammlung ihr Ende. Kaffee Hag Bohnen-Kaffee. - Seit 1930 31 % billiger Oberheffen. Buhbach-Licher Eisenbahn. Aus Anlaß des Fr.edberger Herbstmarktes werden am Dienstag, 25. Oktober, auf der Strecke L i ch—G riebe l—B ad-Rauheim dieselben Spätverbmdungen eingelegt, wie sie Sonntags, Mittwochs und Samstags bestehen, also zwischen Lich und Butzbach die Kraftwagenfahrten 16 und 17, zwischen Butzbach-Ost und Bad-Rauheim-Rord die Züge 35 und 36. Außerdem werden an diesem Tage, also» am 25. Oktober, von allen Bahnhofen der genannten Strecke verbilligte, nur für den Lösungstag gültige Rückfahrkarten nach Dad-Rauheim ausgegeben, wie sie sonst Sonntags als Ausflugskarten zur Ausgabe gelangen. Diese Rückfahrkarten gelten am 25. Oktober auch für die Rückfahrt mit dem Kraftwagen ohne Lösung einer Zuschlagskarte. Sängertag des Sängerbundes Süttenberg-Schiffenberg. * Leihgestern, 19. Okt. Am Sonntag fand hier der Sänger tag des Sängerbundes „H ü t te n b e r g - S ch i f f e n b e r g" statt. Der Gesangverein „Eintracht", Leihgestern, unter Leitung von Herr Dauth begrüßte die Teilnehmer mit dem Sängergruß, der Vorsitzende des gastgebenden Vereins Herr Seipp, hielt eine kurze Ansprache Der Lundesvorsitzende A. Müller (Lang-Göns) gab seiner Freude über den starken Besuch Ausdruck und machte die Mitteilung, daß der Gesangverein „Liederkranz", Groß-Rechtenbach, dem Bunde beigetre- treten [et. Der Bund umfasse nun 15 Vereine mit insgesamt annähernd 800 Mitgliedern. Der vom Schriftführer erstattete Bericht über das Bundes- singen 1932 ließ erkennen, daß die Veranstaltung einen befriedigenden Verlauf genommen hat. Sodann beschäftigte man sich mit der Neuregelung der Beitragszahlung. Eine längere Aussprache galt dem im nächsten Jahre abzuhaltenden Liedertag, zu dem ein Wertungsrichter hinzugezogen werden soll. Als Tag wurde der 21. Mai festgelegt. Zur Uebernahme der Veranstaltung lagen Anträge von „Frohsinn", Hochelheim, „Sängerkranz", Watzenborn, und „Liederkranz", Leihgestern, vor. Die Versammlung wählte Hochelheim zum Festort. Die Form des Wertungssingens soll eine Aenderung erfahren insofern, als den Vereinen kein bestimmter Chor oorgeschrie- den wird. Die Auswahl der Lieder bleibt den Vereinen überlassen mit der Einschränkung, daß als erstes Lied ein homophones oder polyphones Volkslied gewählt wird. Hinsichtlich des zweiten Liedes steht die Wahl völlig frei. Um das Programm etwas abwechslungsreich zu gestalten, sollen die Vereine in zwei Gruppen geteilt werden, und zwar in eine Gruppe, die das homophone, und eine Gruppe, die das polyphone Volkslied zum Vortrag bringt. Als nächster Tagungsort wurde Pohlgöns bestimmt. Zum Bundessängertag werden zwei Delegierte entsandt. Landkreis Gießen. T L i ch, 21. Okt. Dem gestrigen Bericht über einen Werbeabend des Gießener Stadttheaters ist nachzutragen, daß der Bunte Abend, der auf kommenden Samstag festgelegt war, mit Rücksicht auf eine Veranstaltung des hiesigen Arbeitergesangvereins auf einen spateren Termin verlegt wurde. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. LJ Ronnen roth, 20. Okt. 3n einer hier im »Deutschen Haus" abgehaltenen Sitzung des G a uvorstandes des Sängergaues „Chattia - Wettertal" wurde beschlossen, denGausängertag am Sonntag, 23. Oktober, im Saale von Gastwirt Wilhelm Will in A l - b a ch abzuhalten. Cs wurde hauptsächlich beraten wie sich der Liedertag 1933 gestalten soll. Die Gauversammlung wird hierüber endgültig beschließen. Kreis Friedberg. △ Butzbach, 20. Okt. Nach dem jetzt vorliegenden Ertragsergebnis der Kraft post en Vutzbach — Hochelheim und Butzbach — Ziegenberg für das Vierteljahr Juli/September war wiederum ein wesentlicher Fehlbetrag zu verzeichnen, so daß die von den beteiligten Gemeinden (Hochweisel, Münster, Langenhain, Niederkleen, Dornholzhausen, Pohl-Göns, Kirch-Göns, Butzbach) gewährleisteten Garantiesummen in voller Höhe in Anspruch genommen werden mußten. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Reichspostverwaltung, durch eine Aenderung der Linienführung die Kraftposten wirtschaftlicher zu gestalten insofern, als die bisher bis Hochelheim durchgeführten Fahrten demnächst nur noch bis Niederkleen geführt werden sollen. Kreis Büdingen. y Bad Salzhausen, 20.Oft. Mit Schluß des Badehauses ist für unseren Badeort die diesjährige Kurzeit beendet. 3m ganzen kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein. Die Zahl der Badegäste war fast dieselbe wie im vorigen Sommer, die Zahl der abgegebenen Bäder lag etwas höher, als im vorigen Jahre, was wohl auf die Senkung der Bäderpreise und die Einführung von Pauschalkuren zurückzuführen ist. Erfreulicherweise ist es den Bemühungen des Ortsvorstandes und des Kurvereins Bad Salzhausen gelungen, daß von einer Versetzung des derzeitigen Kurdirektors, des Medizinalrats, Amts- und Badearztes Dr. Meier, als Kreisarzt nach Bensheim abgesehen wird und unserem Bade seine umsichtige, erfolgreiche und stets auf Hebung des Bades bedachte Verwaltung erhalten bleibt. Einen wesentlichen Fortschritt erhofft man nun aus der Errichtung eines Schwimmbades, das in den Wiesen am Riddaer Hang, unmittelbar unterhalb des Landgrafenteiches, bestehend aus einem großen Süh- wasserbecken und einem kleineren Becken für Solbäder, angelegt werden soll. Das Süßwasser kann sehr leicht aus dem Landgrafenteich mit seinen starken Quellen abgeleitet werden. Dem Kulturbauamt Friedberg sind die Vorarbeiten und die weitere Ausarbeitung des Planes übertragen worden. Eine Untersuchung des Bodens für die Becken mittels Bohrlöcher von 4 Meter Tiefe ergab ein sehr günstiges Resultat. Die maßgebenden Stellen sind bereits mit der hessischen Regierung wegen der Anlage in Verbindung getreten und hoffen, daß der Staat als Eigentümer der Badeanlagen den Hauptteil der Kosten für das Schwimmbad übernimmt. Die Gemeinde will aus ihren Mitteln 7000 bis 8000 Mk. beitragen. Kreis Schotten. • Schotten, 20. Okt. Das Kreisamt Schotten gibt bekannt, daß aus Grund des Gesetzes über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau die gewerbsmäßige Verwendung von Fleisch, bei welchem zwecks Verwendung im eignen Haushalt die Untersuchung unterbleibt, verboten ist. Als eigner Haushalt im Sinne dieser Vorschrift gelten nicht die Haushalte von Krankenhäusern, Erziehungsanstalten, Speiseanstalten, Armenhäusern und ähnlichen Anstalten, sowie der Haushalt der Metzger, Fleischhändler, Gast-, Schank- und Speisewirte. Weiter wird in der kreisamtlichen Bekanntmachung gesagt: „Es wird in letzter Zeit gerade darüber geklagt, daß Wirte bei Schlachtungen die Anmeldung zur Schlachtvieh- und Fleischbeschau unterlassen. Häufig werden 2 Schweine geschlachtet und nur 1 Tier zur Beschau angemeldet, da das andere im „eigenen Haushalt verwendet werden soll. Dies ist gesetzwidrig und strafbar. Steht schon bei Schlachtungen für den eigenen Haushalt fest, oder ergibt sich aus den Llmstän- den ter Schlachtung, daß beabsichtigt ist, von dem Fleisch an nicht dem Haushalt des Besitzers angehörige Personen abzugeben, so muh nach dem Reichsfleischbeschaugeseh die Untersuchung erfolgen. Also auch bei Schlachtungen, von denen das Fleisch zur Beköstigung von Personen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören (z. B. zur Entlohnung für geleistete Hilfe beim Dreschen, ferner bei Hochzeiten, Kindtaufen pp.) verwendet wird. Die Gendarmeriestationen sind zur äleber- wachung dieser Bestimmungen erneut angehalten worden. 3m Llebertretungsfalle erfolgt Bestrafung." Kreis Alsfeld. II. Mücke, 20. Okt. Die Gewerkschaft „2 u i s e" stellte in ihren Betrieben in Weickartshain und Stockhausen zwanzig Arbeiter ein. Es besteht die Möglichkeit weiterer Einstellungen. 58. Grebenau, 20. Okt. Die Firma Dampf, sägewerk Heinr. Risse r in Reimenrod, bie vor einigen Wochen wegen Mangels an Aufträgen den Betrieb schließen mußte, hat dieser Tage ihren Betrieb wieder eröffnen können, so daß etwa 20 Mann auf einige Wochen wieder Beschäftigung gefunden haben. Ebenso haben viele Arbeiter in den Förstereien des Forstamtsbezirks Grebenau bei den im Herbst ausgeführten Kultivierungsarbeiten Beschäftigung gefunden. — Leichte Erscheinung der spinalen Kinderlähmung rourte dieser Tage bei dem vierjährigen Söhnchen des Landwirts Heinrich Kreuzer in Reimenrod festgestellt. Das Kind wurde auf Anordnung des Arztes der Klinik zu Gießen zur Beobachtung überwiesen. Preußen. Karabinerschüffe auf den Bruder. )[ Marburg, 20. Okt. Die heutige Sitzung des Marburger Schwurgerichts galt einer Anklage gegen den ledigen 33jährigen Landwirt und Bergmann August Geller aus Königsberg tei Wetzlar (früherer Kreis Biedenkopf), dem zur Last gelegt wurde, am 13. August versucht zu haben, seinen Bruder Ludwig durch Erschießen zu töten. Wie der Angeklagte, ter älteste von drei Brüdern, erklärte, ist sein Vater vor vier 3ahren gestorben. Die elterliche Landwirtschaft wurde zunächst von dem zweitältesten Bruder Ludwig, der gelernter Landwirt ist, versehen, später, als ter Angeklagte und sein jüngster Bruder Ferdinand arbeitslos wurden, von den drei Brüdern gemeinsam bewirtschaftet. Ludwig fühlte sich als Herr des Hofes und hänselte oft die beiten anderen Brüder, wodurch Zank und Streit in der Familie entstanden. 3n der Mittagsstunde des 13. August kam es wiederum dadurch zu Reitereien, daß Ludwig Teile einer Mähmaschine versteckt hatte, die August und Ferdinand benutzen wollten. Ludwig verweigerte die Heransgabe der Maschinenteile mit kränkenden Worten, wodurch sich August so erregte, daß er einen umgearbeiteten Militärkarabiner hervorholte, ihn mit drei Patronen lud und sich dann hinter die etwa 30 Meter vom Wohnhaus entfernte Mauer in Anschlag setzte. Er wollte angeblich seinem Bruder Angst machen und feuerte einen Schuß in das Fenster der Wohnstube, wo sich Ludwig gerade befand. Als dieser nach dem ersten Schuß in die Haustüre trat, feuerte August einen zweiten Schuß auf ihn ab. Ludwig lief schnell ins 3nnere des Hauses, worauf August noch den dritten Schuß hinter ihm herschickte. Sämtliche Schüsse gingen glücklicherweise dank des Umstandes fehL daß das Korn am Karabiner fehlte und dieser etwa 1,20 Meter zu hoch schiehL August steckte daraufhin den Karabiner in einen Sack und verbarg ihn im nahen Walde. Er radelte anschließend nach Gießen und kehrte erst abends nach Hause zurück, wo ihn die Landjägerei verhaftete. 3n einem Geständnis, das der Angeklagte am nächsten Tage vor dem Amtsgericht Gladenbach ablegte, gab er zu, daß er seinen Bruder wohl habe treffen, nicht aber töten wollen. Gelegentlich einer Haussuchung fanden sich im Zimmer des Angeklagten noch 50 Schuß Karabinermunition und acht Sprengpatronen; letztere stammten noch von der Tätigkeit des Angeklagten als Bergarbeiter her. Wegen Vergehens geg'endasSpreng- stoffgefeh wurde er inzwischen durch Strafbefehl rechtskräftig zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Bei der heutigen Vernehmung suchte der Angeklagte sein früheres Geständnis teilweise zu widerrufen, wobei er angab, der Untersuchungsrichter habe ihm damals die Worte in den Mund gelegt. Auf Vorhalten des Vorsitzenden gab er aber doch zu, daß er beim zweiten Schuß auf die Brust des Bruders gezielt habe. Mutter und Brüter des Angeklagten machten in ter Beweisaufnahme von dem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Oberlandjäger Kroll hat den Angeklagten tei feiner Festnahme auf die Verwerflichkeit seiner Handlung hingewiesen. Dieser hat erwidert: „Wenn ich getroffen hätte, wäre auch nichts daran zu ändern gewesen". Zwei weitere Zeugen stellten dem Angeklagten bezüglich seiner menschlichen Eigenschaften das teste -Zeugnis aus. Die Staatsanwaltschaft ließ die Anklage wegen versuchten Mortes fallen und beantragte wegen versuchten Totschlags ein 3ahr Gefängnis. Das Urteil lautete wegen versuchter Tötung auf sieben Monate Gefängnis unter Einbeziehung ter drei Monate wegen des Sprengstoffvergehens. Es billigte jedoch unter Berücksichtigung mildernder ilmftänte für den Strafrest von vier Monaten dreijährige Bewährungsfrist zu und rechnete die Untersuchungshaft (seit 13. August) an. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Aus aller Welt Ein Deutscher in der Schweiz zu Zuchthaus oerurteilL Dieser Tage hatten sich vor dem Schwurgericht in Genf ter im 3 ah re 1903 in Groh- Dirschkeim (Ostpreußen) geborene H o m k e und ein Komplice wegen zahlreicher Einbrüche in ter Umgebung von Genf zu verantworten. Homke wurde zu 5 3 ahren Zuchthaus verurteilt und wird außerdem nach Verbüßung ter Strafe des Landes verwiesen. 111 SN 62-90 Deutschlands L Und jetzt - zu jedem Pfd. Sanella Margarine ein schönes buntes Sportbild. Zum Einkleben aber das „Handbuch des Sports“! 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Oktober 1932. |Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 23 Oktober, nachmittags um 31/* Uhr statt Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. 7419 D Heute abend entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Paul Konrad Köhler Vermielungen Freundl. möbl.Zimmer m. Zentralhzg. z. o. Am Nahrungsberg 69. 2 große belie Zimoier m. sep.Eins.,f.Büro usw. z. 1.11.32 evtl, sväter xu vermieten. Selteröweg 83,1. Kleines leeres Zimmer w mieten gesucht. Schriftl. Ang. unt. 06156 a. b. G. A. •eeeeeeeeeee Möbl. Zimmer, i.g. Hause u. best. Lage, abzug. Westanl.l, I. EkkeFrankf.Str.s«"n oeeeeeeeeeee zum Aussuchen im Parterre übersichtlich ausgelegt Damen- Herren- Paar 250 50 Damen- Herren- Paar Salomon 7413 A Schulstr. 4 Hemdhose oder Hemd, B’woiie, fein gestrickt................. Schlupfhose, kräftiges Trikot, mit warmem Innenfutter.......... Hose, kräftig gestrickt, solide Qualität, alle Orößen.......... 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Die Zahlung der für den Monat September 1932 rückständigen Beiträge zur Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung und die Abgabe zur Arbeitslosenhilfe wird mit Frist bis zum 29. Oktober 1932 gemahnt. Nach diesem Termin erfolgt Kostenberechnung und Zwangsbeitreibung. Gießen, den 20. Oktober 1932. 7417D Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Üand. Elegantes poliertes Speisezimmer (Nußbaum), Büfett, Kredenz, Auszugtisch, Stühle mit Stoffbezug ooi« für 385 Mark abzugeben. Möbelhaus GO. Koos, Plockslr. 14 Sch.gr.4-Zimm.-Wohn. mit all. Zub. (Friedensmiete) Nähe Bahnhof u. Klinik., gegen Umzugsver- gütungzum 1. Noo. zu vermieten. Sckr. Ang.u.06152a.G.A. 3-Zimmer-Wohn. Bad m. komvl. Einrichtung und Balkon ab sofort fürmonatl. 57 RM. zu vermiet. Schriftl. Ang. unt. .7411D a. d. G. A. In guter Lage, in gutem Hause 3 Zimmer mit gr. Küche, Bad, Zentralheiz.,Zubeh. sofort od. spät, vermietbar. Schr. Ang. u. 06155 a. d. G. A. Mietgesuche Kleines freundlich möbl. 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Reichvereinigung ebemaligerKriegs- gefangener am Sonntag. 23.10 32, 20NbrimEafc ldA Mt Nr. 2§8 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefftn) Freitag, 2|. Oktober M2 Auswandem oder Giebeln? Kritische Gedanken zu einem phantastischen Auswanderungsprojekt. Deutschland ist «in Volk ohne Raum. In der Enge unserer Grenzen, ohne ein« Aufstiegsmöglichkeit vor Augen, von Arbeitslosigkeit bedroht, so wurde aus der hoffnungsfrohen Entwicklung eines freien und stolzen Dolles ein Vegetieren von der Hand in den Mund für mindestens ein Drittel der deutschen Gesamt- bevölkerung. Alle ernsthaften Wirtschaftssachverständigen sind sich darüber einig, das) die Arbeitslosigkeit nie wieder durch eine reine „Wirt- schastsankurbelung" behoben werden kann. Dazu ist die Herrschaft der Maschine zu weit vorgeschritten und hat den Menschen überflüssig ge- macht. WaS liegt also näher, als nach Auswegen zu suchen, wo der deutsche Menschen- Überschuh untergebracht werden kann? Auf einen ebenso phantastischen wie bevölkerungspolitisch verhängnisvollen Ausweg ist der deutsche General Kundt, der ehemalige Ober» kommandierend« der bolivianischen Armee, verfallen. Von seiner südamerikanischen Tätigkeit her kennt General Kundt das Quellgebiet des Amazonen st romes. Hier will er rund 250 000 Deutsche auf genossenschaftlicher Grundlage ansiedeln. Als Mitglieder der einzelnen Genossenschaften sollen nur Verheiratete mit Familie, vor allem ältere und kinderreiche, ausgenommen werden. In erster Linie sollen kinder- -reiche Arbeitslosenfamilien berücksichtigt werden, die zu alt zur Llmschulung sind, denen durch den Triumphzug der Maschine Arbeitsstätte und Heimat genommen wurde und die selbst bei einer Wiederkehr der Konjunktur infolge ihrer hohen tariflichen Forderungen für eine Wiedereinstellung nicht in Frage kommen. Soweit der im ersten Augenblick bestehende Plan des Generals Kundt, 250 000 Deutsche in klimatisch einwandfreien Gegenden Südamerikas anzusiedeln. Noch erscheint der Plan in Deutschland als phantastische Konstruktion. Schon aber ist, veranlaßt durch die amerikanischen Zeitungskorrespondenz „Associated Preß", in den Vereinigten Staaten seit einigen Wochen eine heftige Diskussion im Gange, die auch auf die bolivianischen Zeitungen übergegangen ist. Ans ihnen entnehmen wir die Behauptung, daß General Kundt und seine Mittelsleute bereits m i t a m e r i ka n i s ch e n Bankhäusern Fühlung ausgenommen haben, und daß schon in allerkürzester Zeit der deutschen und der bolivianischen Regierung, evtl, auch der brasilianischen und Paraguaynischen, genaue Vorschläge unterbreitet werden sollen. Aber noch ehe der Plan des Generals Kundt in Deutschland Fuß fassen und trügerische Hoffnungen erwecken soll, sei ihm mit all jenen Einwenden begegnet, die grundsätzlich gegen jede Auswanderung sprechen. Im vergangenen Jahr- hundert, als die erste deutsche Auswan'derungswelle über die Welt ging, sind viele Millionen bester deutscher Bevölkerung zum Kulturdünger für fremde Nationen geworden. Der Westen Amerikas wurde großenteils von Deutschen erschlossen. Deutsche Reisläufer besiedelten Südsibirien. In Südamerika, Südafrika und Niederländisch Indien überall waren es Deutsche, die als Pioniere der Zivilisation ungeheure Opfer brachten. Wie immer war es selbstverständlich der wagemutig st e Teil der deutschen Bevölkerung, der nach Uebersee zog, um sich eine neue Heimat zu gründen. Praktisch sind die 15 bis 20 Millionen Deutsche, die im Laufe der letzten 150 Jahre ausgewandert sind, für die Politik des Reiches, aber auch durchweg für die deutsche Kultur verlorengegangen. In der gleichen Zeit wurde aus dem reindeutschen Böhmen zuerst ein tschechisches Jrredenta- gebiet und später ein tschechischer Staat, unterwanderte das slawisch-polnische Element die deutsche Ostmark und bereitete die politischen Entscheidungen vor, an deren Folgen wir heute kranken, blieben die deutschen Volksinseln in den Karpathen, in Ungarn, in Serbien, in Siebenbürgen und Rumänien, in den Ostseerandstaaten ohne die verbindende Brücke. Wäre der Bismarckstaat hundert Jahre früher gegründet worden, und wäre es möglich gewesen, eine planvolle Koloniasationspolitik statt einer ungehemmten und planlosen Auswanderung durchzuführen, so bestünde heute für Deutschland weder ein Arbeitslosenproblem, noch gäbe es eine mitteleuropäische Frage. Berlin gut gehalten. Berlin, 21. Okt. (WTB. Funkspruch.) Auch heute vermochte sich die an sich unverkennbar vorhandene freundlichere und zuversichtlichere Grund st immung an der Börse kursmäßig kaum auszuwirken, da das anhaltend außerordentlich geringe Geschäft die Bewegungen bei den einzelnen Papieren in starkem Maße vom Zufall abhängig machte. Dem nach der freundlicheren Haltung der letzten Tage etwas überraschenden neuen Schwächeanfall in Neuyork standen verschiedene .günstige Momente aus der deutschen Wirtschaft gegenüber. So. verwies man vor allem auf die gestrige Rede des Reichsbankpräsidenten Dr. L u - ther, die einen sehr guten Eindruck hinterließ. Erwähnenswert find ferner die Zunahme der Beschäftigung der Walzwerke, der gesteigerte Absatz des Ruhrkohlensyndikats im Monat September und die Abnahme der Feierschichten, die Vergebung der Reichspostaufträge nach dem Arbeitsbeschaffungsprogramm, Arbeitereinstellungen in verschiedenen Industriezweigen usw. Der Jahresbericht der Betula, der Gewinne von 65 Mill, ausweist, machte gleichfalls einen guten Eindruck, ebenso wie der Verlauf der gestrigen Lahmeyer-GV., in dem von einer Absatzbesserung in der Elektrowirtschaft gesprochen wurde, und die deutsch-dänifch-finnische Perständi- gung über die Buttereinfuhr. Größere Veränderungen waren kaum zu verzeichnen, Chade gingen um über 3 RM. zurück, dagegen zogen Bubiag um 1 v. H. an. Lahmeyer lagen trotz der eben erwähnten günstigen Momente 1 v. H. schwächer, und auch Contigummi und Berlin-Karlsruher büßten 1,39 v. H. ein. Deutsche Anleihen waren gut behauptet und eher sogar etwas fester, Schutzgebiete lagen aber 0,30 v. H. schwächer. Die Tendenz für die niedrigen festverzinslichen Werte war geteilt, Jndustrieobligationen lagen eher fester, Äit dieser Feststellung aber ist allen Auswanderungsplänen nach llebersee vom staats- und raumpolitischen Standpunkt aus das Todesurteil gesprochen. Für die deutschen Lande östlich der Oder heißt für die nächsten Iahrzehnte die Kernfrage: „Polonisierung oderKolo- n i s i e r u n g ?" Es ist durchaus nicht notwen» dig, daß hierzu die teilweise für die Lebens, mittelverforgung Deutschlands notwendigen Großgüter zerschlagen werden. Deutschland hat genug Raum für eine große Kolonisationsbewegung im Osten. In Verbindung mit dem Arbeitsdienst sind z. B. in der Ostmark von den großen Wehrverbänden vom Stahlhelm über den jungdeutschen Orden bis zum Reichsbarmer g e s ch l o s - sene Kolonisationsdörfer geschaffen worden. Hier liegt die Zukunftsaufgabe für rede Regierung, aber auch für die großen hündischen Organisationen des Reiches. Immer war der Deutsche im Osten dem Slawen überlegen, wenn seine Siedlung einen wehrhaften Charakter trug. Keine uferlosen Pläne, das Blut des deutschen Volkes im südamerikanifchen Arwald versickern zu lassen, sichern die Zukunft Deutschlands, sondern ein baldiges Zusammenwirken aller deutschen Stellen, die als eine deutsche „Landnehmerbewegung" den Osten diesseits, und der einst auch einmal jenseits der jetzigen Zwangsgrenzen mit Pflug und Schwert dem Reiche sichern. während Goldpfandbriefe kaum behauptet schienen. Reichsschuldbuchforderungen konnten sich bei etwas lebhafteren Umsätzen um zirka 0,25 v. H. befestigen. Im Verlause wurde das Geschäft am Farben- und Elektromarkt etwas lebhafter, und die Kurse konnten sich meist etwas befestigen; so zogen Schuckert um 1,25 v. H. an, nur Kalipapiere lagen etwas schwächer. Am Geldmarkt machte sich nach Ueberwindung des gestrigen Steuertermins schon wieder eine Erleichterung bemerkbar, doch fangen jetzt schon wieder die Vorbereitungen zum Ultimo an, was man aus dem anhaltenden Angebot am Privatdiskontmarkt feststellen kann. Tagesgeld ging auf 4,25 v. H. bzw. 4,13 v. H. an der unteren Grenze zurück, Monatsgeld blieb 5 bis 7 v. H. In Reichswechseln und Schatzanwevsungen war das Geschäft nach wie vor fast umsatzlos. Sranffurf freundlich. Frankfurt a. M., 21. Okt. (WTD. Drahtmeldung.) Die heutige Börse eröffnete in Fortsetzung der gestrigen Abendbörse eher etwas freundlicher, was Wohl damit zusammenhängen dürfte, daß Glattstellungen aus alten Lombards unterblieben sind und die Kulisse deshalb kleinere Deckungen vornahm. Der matte Schluß der gestrigen Reuhorker Börse blieb ohne Einfluß, dagegen trugen die Meldungen aus dem rheinisch-westfälischen Kohlenrevier zu der freundlichen Stimmung bei. Das Geschäft zeigte jedoch keine größeren Ausmaße, da die innerpolitische Unsicherheit weiter zur Zurückhaltung veranlaßte. Im allgemeinen lagen Kursbesserungen von 0,25 bis 0,50 Prozent vor. Bon Montanwrrten ge- Wannen Phönix 0,50 Prozent. Am Clektromarkt eröffneten Schuckert 1,25 und Gesfürel 0,25 Proz. höher, Lahmeyer blieben 0,50 Proz. unter dem Abendbörfenniveau. IG. konnten sich gut behaupten. Von Bauwerten gaben Philipp Holzmann 0,13 Proz. nach. Schiffahrtsaktien setzten unverändert ein. Von Rebenwerten verloren Contilinoleum 0,50 Prozent, anderseits konnten sich Vereinigte Zellstoff Dresden im gleichen Ausmaß erhöhen. An den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftslosigkeit. Am Rentenmarkt zeigte sich Interesse für Altbesihanleihen, die 0,25 Prozent gewannen; späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 66,50 bis 66,63 Proz. unnverändert. Die Schutzgebietsanleihe lag mit Rücksicht auf die gestrige Kammergerichtsverhandlung um 0,38 Prozent niedriger. Der Pfandbriefmarkt hatte sehr kleines Geschäft bei uneinheitlicher Kursgestaltung. Im Verlaufe blieb der Montanmarkt weiter im Vordergrund des Interesses, und auch an den übrigen Gebieten ergaben sich bei kleinem Geschäft keine Veränderungen. Tagesgeld war zu 3,5 Proz. unverändert. Reue deutsche Wohlfahrtsmarken. 8? 8 > 81 I >• k: ■? Am 1. November bringt die Reichspost eine neue Markenserie in den Verkehr, die mit einem kleinen Aufschlag für die Wohlfahrtspflege verkauft werden. Die Darstellungen zeigen, wie schon auf den früheren Serien, Meisterwerke der alten deutschen Architektur. — Unser Bild zeigt einige der schönsten Marken der neuen Serie: die Burg Stolzenfels a. Rh. (links), das alte Landgrafenschloß in Marburg (Mitte) und die Wartburg (rechts). Wirtschaft. Sos 6W W den W Vornan von Gert Nothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 18 Fortsetzung. Rachdruck verbotenI Altendorf nahm die Hände des Mädchens fest in die. seinen, trotzdem Traute sich sträubte. „Kleines Mädelchen, du, ich liebe dichl Ist es nichts wert, wenn man weih, man hat einen Menschen in ein neues, schöneres Leben hinübergerettet?" Traute sah ihn an; dann sagte sie: „Ich werde niemals einem Manne ohne Liebe angehören." „Wenn Sie keinen Mann lieben, Traute, dann werden Sie es lernen, mich zu lieben", sagte er eindringlich, und seine Stimme klang bestrickend weich und dunkel. Traute zuckte zurück; dann sagt«.sie fest:. „Ich liebe einen anderen Mann, Herr Altendorf, und nun werden Sie Wohl endlich einsehen, daß jedes weitere Wort vergebens ist/' Sie huschte zur Seite und lies davon. Er aber sah ihr nach. Was kümmert« ihn blasse, verblüht« grau, die daheim aus ihn toaf» . tete? Was kümmerte ihn die elegante Kitje Blo- melen, di« in der Hauptstadt ihr Engagement absolviert« und ihn nftt den zärtlichsten Ramen rief? Richts! Er wollte Traut« Bolsch«r! Im Geist sah er ein braunes, ernstes Gesicht, in dem zwei helle, blaue Augen drohend und verächtlich aufflammten. Fritz Lohgarten! Dieser Mann, der unbarmherzig mit ihm ins Gericht gegangen wäre, wenn nicht Hilma dazwischen stände! And der auch allen Grund dazu hatte, mit ihm ins Gericht zu gehen. Oder doch nicht? Altendorfs schönes Gesicht wirkte jetzt höhnisch, brutal, und dennoch lag ein tiefer, schmerzlicher Zug um den Mund. „Sie liebt Lohgarten? Dann wehe ihm!" Langsam ging er der breiten Straße zu, die rechts drüben nach den Stadtanlagen führte. Aber er sah es nicht, daß ihm noch immer der kleine Mann folgte, der ihm schon den ganzen Tag über auf Schritt und Tritt gefolgt war. Hilma saß am nächsten Abend mit ihrer Mutter im Wohnzimmer. Si« fühlte sich sehr elend, und ihr Blick ruhte immer wieder auf der Tür. Doch Heinz kam nicht. Die Mutter sah dieses qualvolle Warten. Sie hatte es schon die ganzen Tage worher gesehen, und sie wußte auch, daß jetzt das Drama dieser Ehe zum Abschluß kommen mußte. Ieht würde sich Heinz Altcndorf von Hilma lösen! Ieht, wo er noch einmal berühmt geworden toar! Lind — Hilma würde vor ihrem vielleicht schon baldigen Tode nun doch noch dieses Schwerste, Allerschwerste auskosten müssen. Hilma erhob sich. Das resendenfarbige Hauskleid fiel glatt an ihrer entsetzlich mageren Figur herunter.-Mit ihrem schleppenden Schritt ging sie zur Tur. Sie sagte nichts zur Mutter, ließ sie einfach allein und ging hinaus. Und die Mutter fühlte sich willenlos, ohne die Macht, etwas Furchtbares aufzuhalten, dessen Kommen sie seit Wochen ahnte. Mit gefalteten Händen sah sie da, und ihre Lippen bewegten sich. Drüben stand H'lma vor der Tür des Zimmers, hinter der iLe ihren Mann wußte. Einige Minuten lang stand sie regungslos da; dann aber drückte sie entschlossen den Drücker nieder. Langsam zog sie die Tür hinter sich zu, sah auf den Mann, der dort im Sessel saß. Wer war denn der Mann? Das war Heinz Altendorf? Der Mann, den sie so liebte? Ihr — eigener Gatte, der sie verlacht, mit Füßen gestoßen, sie betrogen, vernachlässigt und der sie doch mit ein paar freundlichen Worten und — mit einigen erheuchelten Zärtlichkeiten an sich zog? Dem sie verfallen war mit Leib und Seele? - Dieser Mann sah erschreckend aus. Alt, gelb, iMp.it zerfurchtem, müdem Gesicht und eingesunke- neflfr Augen. OTÄt diesen eingesunkenen Augen sah er ihr jetzt €i^9€9en> und ein lautes Lachen scholl zu '^CSarurfii kommst du? Ich hasse dich! Unb ich ha'üe euch tolle! Damit du es endlich einmal weißt. Ich toftti. allein sein. Geh!" Hilma stand Unbeweglich da. r. . Er tat, als ft« nicht mehr da. Er stand mrf ninn »um «Schrank und entnahm ihm einen was -s tvar: Me W°r. furr du! Dein Anblick macht mich Mr. Hand tastete rückwärts. Endlich hatte sie die Hasd am Griff der Tür. Langsam ging 'lConkn^Ün ihrem Schlafzimmer auf der Kante . f Ls kauerte, sah sie nur immer diesen Des -ö^“frmürbt€n Menschen vor sich, der sie mit Äüfd^en Augen anstarrte. Dapglupe: &er grau wurde es ruhig! uiuljig und friedlich! Gan- Altendorf-Lerhosf wußte, was ihre Hilma' Pflicht tit0?ar" Pft'^chen würden es anders beurteilen; aber liebte diesen Mann mehr als sich selbst, sie, ft«r Mensch, der sich durch Gifte beleben Und -ker hatte nichts mehr zu verlieren! muß, i Hjlmas gelbliche Hand, auf der die bl.iuen Ank durchschimmerten, strich leise und lieb- Aederc.^c^x das Spitzenkissen des zweiten Bettes, kosend ; Fritz Lohgarten befand sich in einer furchtbaren Aufregung. Die Listen mit den genauen Dotizen über die neuen Farben waren abhanden gekommen, Und der Bureaudiener hatte gesagt, daß Fräulein Bolscher gestern abend, kurz ehe sie nach Hause ging, noch einmal ins Laboratorium gekommen fei mit der Bemerkung, sie vermisse eine goldene Radel, die wahrscheinlich noch in einem Behälter ihres Arbeitstisches liege. Er hatte das Fräulein hereingelassen. Sie hatte ja so lange beim Chef im Laboratorium gearbeitet — und da hatte er sich nichts dabei gedacht, wenn er im Vorzimmer wartete. „Es ist gut!" Mühsam verbarg Lohgarten die furchtbare Erregung, die in ihm tobte. Also doch! Sein schwarzer Verdacht bestätigte sich: Die schöne, kleine Traute macht mit seinem Todfeind gemeinsame Sache! Sie war eine — Diebin! Sie stahl, weil ihr Geliebter es verlangte? Und dieses Geschöpf liebte er! Er, Fritz Lohgarten! Er, der immer jo kühl über die Frauen gedacht hatte! Lohgarten wandte sich um. „Fräulein Bolscher möchte einmal zu mir herüberkommen! Keine falschen Schlüsse, Alter! Vielleicht kann Fräulein Bolscher doch etwas helfen bei der Auffindung der Liste." Es klang ganz ruhig, und der alte Diener ging schnell davon. Wenige Minuten später stand Traute vor Fritz Lohgarten, ©eine Augen musterten sie kühl und verächtlich. „Fräulein Bolscher, eine peinliche Sache. Die Liste fehlt, auf der die genaue Zusammenstellung der neuen Farben notiert ist. Sie haben lange genug bei mir gearbeitet, um zu wissen, was für mich jetzt auf dem Spiel steht." Traute blickte ihn entsetzt an. Dann blitzte es empört auf in den dunkelblauen Augen. „Die Liste? Ich habe sie Ihnen doch abgeliefert, als ich meinen Posten hier verlieh... Und ich bin doch nicht wieder —" Sie sprach nicht weiter. Ein Taumel befiel sie. Mit beiden Händen griff sie nach dem Stuhl, der nicht weit von ihr stand. Die Gegenstände im Zimmer führten einen wilden Tanz auf, rasten um sie herum. Die Liste! Unb sie — sie war noch einmal hier gewesen, hatte sich eine kleine goldene Radel geholt. Hätte sie doch diese kleine Radel liegen» gelassen. Ietzt — stand - sie — vielleicht gar in dem Verdacht... Rein! Das wäre furchtbar, wäre nicht auszudenken. „Herr Lohgarten — ich — war noch einmal hier, um eine Radel zu holen; aber ich habe mich um 'nichts hier gekümmert — ich habe nicht einmal gesehen, ob Papiere auf Ihrem Schreibtisch lagen ober nicht." „Weshalb verteidigen Sie sich? Es hat Sie noch niemand angeklagt; aber da ich diese Angelegenheit dem Staatsanwalt übergeben werd«, das heißt, zunächst der Kriminalpolizei, so werden Sie sich auf einige Verhöre gefaßt machen müssen." Mit finsteren Augen betrachtete er sie, die zart und schlank dort stand. Wie ein Riese kam er sich ihr gegenüber vor. Unb er wollte auch lieber in angemessener Entfernung bleiben, denn Wut, Schmerz und Liebe stritten in ihm, daß er die zarte Gestalt am liebsten hin und her geschüttelt hätte, weil sie sich an einen Heinz Altenbvrs hatte verlieren können. „Herr Lohgarten, doch — ich weiß, ich komme in den Verdacht, die Papiere genommen zu haben. Ich schwöre Ihnen, baß dies nicht der Fall ist. Ich — hätte doch kein Interesse daran haben können, Ihnen Schaben zuzufügen?!" „Sie nicht! Aber Herr Altenbors!" Zwischen den Zähnen hatte er es gesagt. Sie blickte ihn an, maßloses Entsetzen in den Augen. „Herr Altenbors? Was geht mich Herr Altendorf an?“ fragte sie außer sich. Unb da fiel ihr auch schon ein, daß alles gegen sie war. Man hatte sie mit Herrn Altenbors gesehen! Unb nun verdichtete sich der Verdacht immer mehr gegen sie, unb sie war doch unschuldig. Sie war vor dem Manne geflohen, vor dessen Leidenschaft ihr graute und der verheiratet war. Riemals wäre auch nur die kleinste Gemeinschaft mit ihm in Frage gekommen. Riemals! Aber Fritz Lohgarten glaubte ihr nicht; sie sah es an seinen grausamen, Hellen Augen. Unb da war es ihr plötzlich, als stürbe sie und fühlt« das ganz genau. Alles wurde kalt unb schwer; lautlos sank Traute zu Boben. Unb der Mann starrte auf die zusammengesunkene Gestalt. Dann aber hob er sie auf. Unb er toanbte den Kopf weg, als ihr Gesicht, weiß unb schmal, an seiner Schulter ruhte. Vorsichtig legte er sie bann auf die Chaiselongue. Rach einigen Minuten erwachte Traute. Er stand mit einem Glas voll Wasser vor ihr. Sein Herz schlug in rasenden Schlägen. Plötzlich wußte er: Traute war unschuldig! Sein Herz rief es laut unb immer lauter. Aber die Vernunft konnte es nicht glauben. „Traute ging unter einem Vorwand ins Laboratorium, unb babei nahm sie bie Liste, weil OUtenborf es so wollte!" Traute nahm bas Wasser unb trank. Danach fühlte sie sich etwas Wohler, unb nun stand sie auf. Die Füße waren ihr noch ganz schwach unb bie Knie zitterten. Dennoch schleppte Traute sich zur Tür. „Ich kann Si« nicht zwingen, mir zu glauben; aber ich habe bie Liste nicht genommen. Ich bitte um meine Entlassung. Ich fühle mich viel zu elenb, um morgen hier wieder arbeiten zu können." „Entlassung! Sie wird kommen; aber vorläufig bleiben Sie um Ihrer Pflegeeltern willen krank, damit sie sich nicht aufregen.“ Traute ging. Als sie draußen war, preßte sie beide Hände auf das wildschlagende Herz. (Fortsetzung folgt) SJL-'Svoit Gerä^emannschastskampf in Leihgestern. Dal-girmes — Launsbach — Leihgestern. Am kommenden Sonntag findet im Vereinslokal des Turnvereins „Frisch-Auf" die zweite Austragung des Gerätewettkampfes Waldgirmes — Launs- oach — Leihgestern statt. Bei der ersten Austragung im Januar dieses Jahres sah man Waldgirmes mit 476 Punkten an erster, Launsbach mit 456 Punkten an zweiter und Leihgestern mit 452 Punkten an dritter Stelle. Da zwischen dem ersten Wettkampf in Launsbach und dem jetzt kommenden in Leihgestern eine längere Zeit verstrichen ist, gleichzeitig aber alle drei Vereine zur Zeit über gute Kräfte verfügen, ist es nicht möglich, zu sagen, wer den Sieger stellen wird. Sporiabteilung -es Tv. Wieseck. Butzbach n — wieseck I 3:1 (0:1). Mit nut 9 Mann und außerdem mit 4 Mann Ersatz traten die Wiesecker in Butzbach an, um das fällige Verbandssoiel zu bestreiten. Der Gastgeber lag bald im Angriff, sah jedoch die Hintermannschaft der Gäste sehr aus der Hut. In der 5. Minute gab es einen Elfmeterball für Butzbach, der aber ins Aus ging. Der Kampf ging lebhaft hin und her. Wieseck erzielte kurz vor Halbzeit das Führungstor. Nach der Pause gestaltete sich der Kampf schärfer. Die Angriffe der Butzbacher scheiterten anfänglich an der guten Hintermannschaft, unerwartet kam aber der Gastgeber durch Fernjchuß zum Ausgleich. Während einer Schwächeperiode der Verteidigung konnten die Gastgeber noch zu zwei weiteren Erfolgen kommen. Die Wiesecker lieferten dem Gegner trotz geschwächter Mannschaft ein gleichwertiges Spiel. Der Schiedsrichter befriedigte wenig: allein zwei Tore, die für Wieseck fielen, ließ er nicht gelten. Turn- und Sportverein Oaubringen. vollbringen I — Wißmar I 7:0 (2:0). Beide Mannschaften trafen sich am Sonntag in Daubringen. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein flottes Spiel. Die Platzmannschaft zog sofort vor des Gegners Tor. 3n der 7. Minute erhielte der Mittelläufer der Gastgeber das erste Tor durch einen Schuß aus 25 Meter Entfernung. Wenige Minuten später fiel das zweite Tor. Mit diesem Ergebnis wurden die Seiten gewechselt. Aach der Pause lagen die Daubringer stets in der gegnerischen Spielhälfte und erzielten Tor auf Tor. Vier Erfolge wurden vom Schiedsrichter nicht gegeben. Der Sieo fiel aber trotzdem noch hoch genug aus. Die Wißmarer Stürmerreihe vermochte nicht, die Verteidigung der Plahbesiher zu überwinden. ^an-ball im Gau Hessen (O T.) Der Turnv. Grohen-Linden trägt am nächsten Sonntag mit seiner ersten und zweiten sowie der Jugend-Mannschaft Pflichtspiele aus. Die erste Mannschaft empfängt die 1. Elf des Tv. Lich und sollte ihren Dorspielsieg wiederholen. 3n Hochelheim spielt die 2. Mannschaft gegen Hochelheims Zweite. 3n diesem Treffen haben die Einheimischen die größeren Siegesaussichten, zumal die Gäste noch mit Ersah spielen müssen. Die Iuaendmannfchaft toedt in Wetzlar zu Gast und wird den Gastgebern den Sieg kaum nehmen können. Han-baU im Lalm-Oünsberq Gau Mit dem kommenden Sonntag beginnt bereits die Rückrunde der Meisterschafts- spiele mit einem reichhaltigen Programm. In der Gau klasse erwartet Staufenberg die Mannschaft von Allendorf, die, wenn auch knapp, so doch einen Sieg mit nach Hause nehmen sollte. Im Spiel Wieseck—Ahbach, auf dem Platz des erstgenannten Vereins, ist es schwierig den Sieger im voraus^ festzulegen. Man rechnet mit einem hartnäckigen Kampf, den Ahbach für sich entscheiden kann. Dorlar ist zu Gast beim Tabellenführer Londorf und dürfte bemüht sein, die Niederlage des Vorsonntag wieder wettzumachen. In den Dezirksklassen finden im 3. Bezirk zwei Spiele statt. Rodheim empfängt' auf eignem Platz die Mannschaft von Wißmar, die sich sicher erst nach hartem Kampf geschlagen bekennt. Garbenteich sollte auf eignem Platz die Zweite von Ahbach sicher abfertigen. Im 2. Bezirk finden Begegnungen in Allendorf ll—Kesselbach und Ao.deck—Allertshausen statt. Beide Spiele sind als offen zu bezeichnen. Im 3. Bezirk trifft Steinbach auf eignem Platz auf Hausen. Hausen sollte den Sieger stellen. Schüler: Garbenheim—Dorlar und Atzbach— Waldgirmes. — Londorf—Mainzlar und Allendorf I—Allendorf 11. Han-ball im OHV. Df)23. I — Garbenleich I. Am kommenden Sonntag stehen sich die beiden zweiten Mannschaften des Tv. Garbenteich und des DHV. in Gießen zum Rückspiel gegenüber. Das Vorspiel, das seinerzeit bei sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen ausgetragen wurde, sah die DHDer mit 3:1 siegreich. Da die derzeitige Stärke der Turnerschaft nicht bekannt ist, kann man eine bestimmte Voraussage nicht machen, trotzdem sollten die DHVer den Kampf für sich entscheiden können. Billard-Wettspiel: Lütgehetrnann — Sommer. Der Frankfurter überlegener Sieger. Das Wettspiel des Amateurs Lütgehet- m a v n (Frankfurt a. M.) gegen Dillardmeister Sommer (Gießen) konnte der erstere überlegen gewinnen. Lütgehetmann, der rwch ni.-f^ 19 Iahre alt ist, erledigte die 430 Punkte in 33 Au nahmen Groß-Zorkamps von poraih gegen Hein Müller. ---1--- -2____________ z- JF < Heute abend treten sich in Berlin die Schwergewichtler Otto von P o r a l h und Hein M ü l l e r in einem Kampf gegenüber, der als Ausscheidungstreffen für die europäische Schwergewichtsmeisterschaft angesehen wird. Links: der Norweger Otto von Porath, der als bester skandinavischer Boxer gilt. Rechts: der Kölner Hein Müller, der deutsche Schwergewichtsmeister. in flüssigem Spiel und erhielte damit den schonen Generaldurchschnitt von über 12, bei einer Höchstserie von 64 Bällen. Sommer, der unter Billard- Track zu leiden schien, konnte seine normale Form bei weitem nicht erreichen und erzielte nur 282 Bälle. Kurze Sporinotizen. Die Pariser Eishockeyspieler mußten in ihrem zweiten Spiele gegen den Berliner Schlitt- schuhklub am Mittwochabend im Berliner Sportpalast eine knappe 1:0-Niederlage einstecken. * Auf der bekannten „T a t" - R e n n st r e ck e bei Budapest will der Münchener Rekordfahrer Ernst Henne auf seiner 750er BMW.-Maschine am 1. November einen Angriff auf den von dem Engländer Wright gehaltenen absoluten Schnelligkeits-Weltrekord für Motorräder machen. * Gesamtpreise in Höhe von 125000 Mark hat der Reichsoerband für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes für sein vorn 27. Januar bis 5. Februar in Berlin stattfindendes Winter- Reitturnier ausgesetzt. Wettervoranssaste. Die rege Störungstätigkeit im Norden ist noch nicht beendet. Nachdem ein Kerngebiet nach Skandinavien weiter gewandert ist, zeigt sich bereits ein neues zwischen Island und Irland. An der Südseite des Tiefdrucksystems erhält Deutschland dauernde Zufuhr ozeanischer Luft, die teils kühlere, im wesentlichen aber mildere Temperaturen besitzt. Die un- beständige und öfters regnerische Witterung wird also zunächst noch fortbauern. Aussichten für Samstag: Weiterhin ziemlich mild und überwiegend wolkig, zeitweise Riederschläge. Aussichten für Sonntag: Roch keine wesentliche Besserung in Aussicht. Lufttemperaturen. Am 20. Oktober: mittags 10,8, abends 9,8; am 21. Oktober: morgens 10,6; Maximum 11,4, Minimum 8,0 Grad Celsius; Nieder- schlüge 4,2 Millimeter; Sonnenscheindauer eine halbe Stunde. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 20. Oktober: abends 8,6; am 21. Oktober: mor- gens 9,0 Grad Celsius._____________________________ Lpremstunocn Dcv DieDnftion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samtlag nachmittag geschloffen 7406 V Allen geska- Freunden geska ETUI ocLez djisran L !!!!!!!!!!!V!M!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!I!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!I!!!!ü! Neueröffnung ®a™T^.22c.OkZ°bX 19” Bahnhofstrabe Nr. 56 pari. Vegetarisches und Diät-Speisehaus „Eden“ Vorzüglicher Mittag- und Abendtisch zu billigsten Preisen / Reiche Auswahl in Gemüse-, Eier- und Mehlspeisen, Pilzgerichten Rohkost usw , sowie jede gewünschte Diät (auch salzarm oder salzlos) zubereitet nach neuzeitlichen Ernährung^grundsätzen. Speisezclten von 12 bis 2% und von 5 bis 8 '/■> Uhr „6IM „Eden“ Bahnhofstrabe 56 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW Hast du heute Kleidersorgen Geh zu Rosenzweig gleich morgen? denn dort erhUltwt du für wenige Mark Herrengarderobe aller Art: Moderne Herren Mäntel von RM. 22.— an. Schwarze Paletots von RM.28.— an. 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