nr.222 SvühauSsade 182. Jahrgang Mittwoch, 21. September 1932 Erschein» lägllch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Beingspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 8ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger Siehe». poftfchecNonto: grantfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck nnö Verlag: vrSHI'fche Univer^iair-Vuch' und Stetnöruderei R. Lange in Stehen. Sdfriftlettung und Seschästzftelle: Zchulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Playvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Ma? Fitter. sämtlich in Gießen in Randnoien. Das diplomatisä)e Durcheinander, das über den weiteren Arbeiten des Bureaus der A b r ü ft u n g 5« f o n f e r e n 3 entstanden ist, hat eigentlich schon die Grenze einer Komödie überschritten. Es zeigt sich eben, daß niemand ernsthaft mit dem unerschütterlichen deutschen Nein gerechnet hatte, und daß nun alle möglichen Versuche gemacht werden, um über den toten Punkt Hinwegzukommen. Wobei England und Frankreich in trautem Wettbewerb eine Po» litik des doppelten Bodens treiben. Herr Herriot, der im Ausschuß den deutschen Forderungen nach Gleichberechtigung fein „Niemals" entgegengesetzt hatte, weiß davon mit einemmal nichts mehr und beruft sich darauf, daß nur die nichtssagenden amtlichen Communiqu6s Gültigkeit hätten. Die englische Regierung, die mit ihrer überheblichen Denkschrift den Franzosen treffliche Sekundantendienste geleistet hatte, hat mit dieser Extratour in ihrer eigenen Presse nur geringes Verständnis gefunden und bemüht sich nun ebenfalls in Interpretationsoersuchen, die ungefähr das Gegenteil von dem sagen, was in dem amtlichen Schriftstück enthalten ist. Frankreich und Deutfchland hätten die ganze Note mißverstanden. England denke gar nicht an eine unfreundliche Haltung Deutschland gegenüber, sondern sei nach wie vor zu allen Vermittlungsversuchen bereit. Herr Henderson endlich, der als Vorsitzender der Abrüstungskommission an der weiteren Entwicklung am stärksten interessiert ist, hat der deutschen Regierung ganz offiziell gut zugeredet und veröffentlicht auch noch in einer englischen Zeitung einen Artikel, worin er die Deutschen zu beruhigen sucht mit dem Nachweis, daß ja eigentlich alles in schönster O r d n u n g s ei. Mir können mit Befriedigung feststellen, daß diese ganzen Rattenfängermelodien in Berlin auf taube Ohren gestoßen sind; der Zweck der Hebung ist zu deutlich Alle Welt bemüht sich jetzt, uns gute Worte zu geben, nur damit wir reumütig und vertrauensvoll nach Genf zurückkehren und uns an den weiteren Arbeiten der Konferenz beteiligen. Sitzen wir dann erst einmal da, dann soll die alte Knochenmühle das Ausslackem des nationalen Widerstandes :" Deutschland zermahlen und uns zu einem be- schcidenen Kompromiß bringen, der Dreiviertel des Weges auf französischer Strecke liegt. Die Haltung der deutschen Politik zeigt aber deutlich, daß es diesmal mit einer solchen Methode nichts mehr ist. Wir haben getan, w a s w i r konnten, um ein Versacken der Abrüstungskonferenz zu verhindern, wir haben rechtzeitig unsere Bedenken angemeldet, haben die Verbindung nach Paris gesucht, ohne daß von irgendeiner Seite Unterstützung kam. Damit ist Deutschlands Ausgabe zunächst erfüllt. Legt die Abrüstungskonferenz Wert daraus, dem deutschen Minimalprogramm zu entsprechen, dann sind wir tu Unterhandlungen gern bereit. Unerfüllbar sind unsere Bedingungen gewiß nicht. Herr von Reurath wird ja in der nächsten Woche in Gens auf der Ratstagung zur Verfügung stehen und anhören, was ihm die anderen zu sagen haben... Die polnische Regierung hält anscheinend den Zeitpunkt für gekommen, die Karten ihres Spiels um Dgnzig aufzudecken. Das ist an sich fein Fehler, denn wenn mit aufgedeckten Karten gejpielt wird, wissen die Spieler, was sie voneinander zu halten haben. Vor einigen Monaten hatte die Regierung der Freien Stadt Danzig sich an den Völkerbundskommifsar gewandt und Schutz gegen die Uebergriffe der polnischen Zoll- und Wirtschafts- gefetzgebung und den Mißbrauch der polnischen Be- fugmffe zur Benachteiligung Danzias in Zollfragen gefordert Der Völkerbundskommifsar forderte Die polnische Regierung zur Aeußerung auf. Monate ließ die polnische Regierung verstreichen, ohne eine An - wort zu erteilen. Jetzt endlich ist die polnische Antwort tteim Völkerbundskommifsar einqegangen. Polen lehnt in seiner Antwort die ForderuWen Danzigs rundweg ab und stellt dafür eigene Forderungen auf, die eine völlige Aufhebung der Danziger Reseroatsrechte wie sie in dem Wirtschaftsabkommen vom Oktober 1931 feftgeiegt wurde», darftellen. Noch am 13. August hat der diplomatische Vertreter Polens in Danzig die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, daß es gelingen werde, zu einer Verständigung mit Danzig zu kommen, die ein friedliches Nebeneinander gewährleisten würde. Um zu wißen, was von den Worten der Diplomaten zu halten ist, und was sich Polen unter einer Verständigung mit Danzig vorstellt, muß man einen Blick auf das werfen, was Polen dem Völkerbundskommifsar als Entwurf zu einem „Vertrag" vorgelegt hat. Polen verlangt bedingungslose U n t e r jp e r f u n g D a n z i g s in fast jeder Beziehung. Die Selbftändig- fert Danzigs soll nur noch auf dem Papier stehen. Alle Hoheitsrechte in Fragen des Zollwefens und der Wirtschaftsgesetzgebung in bezug auf die Ein- und Ausfuhr sollen an Polen übertragen werden. Mehr noch, das Amt des Völkerbundskommisfars soll nach den polnischen Wünschen ausgeschaltet werden, denn Polen fordert das Recht, künftig über feine Befugnisse in Danzig selbst und ausschließlich bestimmen zu dürfen. Um die Wirtschaft Danzigs vollkommen von der polnischen abhängig zu machen, verlangt Polen die bedingungslose Anpassung der indirekten Steuern und Monopole an die polnische Gesetzgebung, die Regierung der Freien Stadt soll nicht einmal' das Recht haben, beim Zustandekommen dieser Gesetze mitzuwirken. Soweit beschränkt sich der polnische Vertragsentwurf auf die Besitznahme Danzigs als Wirtschaftsgebiet. Das weitere Ziel Polens liegt bei der Vorbereitung der polnischen Okkupation. Es wird von Polen die Alleinherrschaft über Danzig auf Dem Gebiete der Sicherheitspolizei gefordert, der Amerika und die deutsche Gleichberechtigung. Hoover wünscht weitere Teilnahme Deutschlands an der Abrüstungskonferenz, aber keine Einmischung in den Streit um Deutschlands Gleichberechtigung. Washington, 19. Sept (TU. Funkspruch.) Präsident Hoover hat unerwartet eine Erklärung abgegeben, in der er unter Bezugnahme auf Pariser Pressemeldungen über die deutsche Gleichbercchti- gungsforderung zunächst fcftfteUt, daß die Stellung der amerikanischen Regierung zu dieser Frage klar fei. „Die einzige Frage, an der die Bereinigten Staaten interessiert sind, ist die chrittweise Herabsetzung der Rüftun- gen in der ganzen Welt. Wir sind keine Partner des Dersailler Bertragswerks. Die Bestrebungen der deutschen Regierung sind eine rein europäische Sache. Amerika hat bereits erklärt, daß es an den diesbezüglichen (Erörterungen keinen Anteil nehmen wolle. Wir find daran interessiert, daß Deutschland weiterhin an der Abrüstungskonferenz teilnimmt, die nunmehr für die ganze Welt so erfolgversprechend aus- ieht, und daß Deutschland bei der Erreichung ihrer Ziele m i t h i l f t. Etappenweise Rüstungsangleichung. Ein angeblicher Vorschlags Englands. Parks, 20. Sept. (WTD.) Der Londoner Havas-Vertreter will berichten können, daß die engli'che Regierung, um Deutschland eine moralische Genugtuung zu geben, daran denke, im Rahmen einer Abrüftungskonven- t i o n d ie militärische Ungleichheit, über die Deutschland sich beklage, zu beseitigen. England plane die Ausarbeitung eines Abkommens, das für eine bestimmte Periode, beispielsweise fünf Jahre, eine Rlist ungsrevidierung vorsehe. Rach Ablauf dieser abc ich den Kampf für die Geruch, tjgkeit begonnen. Mit dem Fortdauern meines Fastens wird der Schrei meiner Stimme gen Himmel steigen zu Gott dem Allmächtigen." Der Mahatma erklärte, er wolle kein Mitgefühl erregen: „Tränen werden in einigen Tagen sinnlos sein. Das Verlangen nach Nahrung wird mir vergehen, und ich werde mich in Gedanken verwünschen. Alles Interesse für die Außenwelt wird schwinden. Ich werd« eins werden mit der Sache, um die es geht. Dennoch werde ich unmenschliche Anstrengungen unternehmen, um am Leben zu bleiben, denn ich bin ebenso begierig weiterzuleben, wie irgendein anderer Mensch. Es gibt kein besseres Lebenselixier als Wasser, und ich merbe es genießen, um meine Hoffnung zu stärken, bk- das Gewissen der britischen Regierung und der Hindus erwacht." Mißglückter Sprengslosfanschlag auf den Schnellzug Berlin—Moskau. 2lm Montagabend wurde, wie erst jetzt bekannt wird, auf den Schnellzug Moskau Berlin auf estländischem Gebiet in der Röhe von Dünaburg ein Sprengstoffanschlag verübt. An den Schienen war mit Draht eine scharfe, noch aus der Kriegszeit stammende deutsche Feldgeschühgranate befestigt. Die Zunder waren so angebracht, daß bei einer Berührung mit den Rädern die Explosion erfolgen mußte. Glücklicherweise schoben die Räder des Schnellzuges die Granate beiseite, wodurch eine Explosion vermieden wurde. Die sofort eingeleiteten polizeilichen Rachforschungen sind bisher ergebnislos verlaufen. Choleraepidemie in China. — 2500 Tote. Rach Meldungen aus Peking ist in der chinesischen Provinz Schcmsi eine schwereChole- raepidemie ausgebrochen. Tie Seuche hat bisher 160 Ortschaften heimgesucht und bereits 2500 Todesopfer gefordert. „Bald hebt sich auch das Herbsten an..." Dom Wein und Don Peter Bald hebt sich auch das Herbsten an, Die Kelter harrt des Weines; Der Winzer Schutzherr Kilian Beschert uns etwas Feines. Scheffel. Aus der Kelter — in Franken heißt sie Kalter — rinnt der süße Saft der Trauben, der Most: „06 sich der Most noch so absurd gebärdet, es gibt zuletzt doch noch 'nen Wein." Er sieht trübe und nichtssagend aus, wenn er aus der Presse rinnt, aber in den Fässern beginnt er sich bald zu regen, er gluckst und poltert an ihre hölzernen Wände und rauscht in den Gläsern; in den Fässern, in den unterirdischen Kellern beginnt der Gärungsprozeß, der den Most zum Wein wandelt. Daher sind Keller und Fässer immer sehr wesentliche und pfleglich behandelte Requisiten des Weinbaus gewesen. Die alten Stifte und Klöster, die Landadelsherrschaften und die Bürger und Dauern in den deutschen Weingebieten haben seit je darauf gesehen, daß unter ihren Häusern dem Wein eine würdige und gedeihliche Wohnung geschaffen werde. Ein sauberer, guter Keller, in dem die Temperaturschwankungen der Jahreszeiten nur gering sind, ein tüchtiger Keller mit dicken Mauern, die gegen Witterung bewährt sind, ein Keller mit trockenen Decken und Mauern: das ist der Stolz jener Leute, denen die Wartung des Weins anvertraut ist, der Büttner. 3m Keller muß Ordnung und Sauberkeit herrschen, in jeder Hinsicht: auch die Besucher und Arbeiter haben sich anständigen 'Benehmens und ehrfürchtigen Schweigens an der Stätte zu befleißigen, an der die Ratur ihre geheimnisvollen Kräfte entfesselt. Daher hat sich ein förmliche« „Kellerrecht" ausgebildet, eine Art Gesetzbuch, das ehemals strenge und ohne Unterschied der Person und des Standes gehandhabt wurde. Das „Herrschaftliche Kellerrecht" in Wertheim gibt diese Strafbestimmungen in folgenden Versen wieder: Tas Zanken, Fluchen, Zotenreiben, Mit groben Worten um sich schmcnhen, Tas Kratzen, Schreiben an den Wänden, Tas Klopfen an die Faß mit Händen, Fürwih und ander Hnbegier Geziemt sich durchaus nicht hier. Von den Fässern ist das „weingrüne Faß" besonders geschätzt, weil man weiß, wie wichttg die Lagerung des Weins in einem Fasse ist, in dem sich schon gute 3ahrgänge befunden haben. Man liebt also die alten Fässer, unter diesen wieder besonders die ovalen, weil es ein alter Büttnerglaube ist, daß sich in diesen der Wein besonders gut entwickele und kläre. Es gibt die kleinen und kleinsten Wässer zum Ausbrni besonderer Spezialitäten und daneben die Giganten, die besonders zur Erreichung einer glelch- mähigen Qualität hergestellt wurden. So ließ der Würzburger Fürstbischof Franz Ludwig von Er t Hal 1784 die noch heute vorhandenen Riesenfässer erbauen, um darin den „Beamtenwein" zu lagern, der damals einen Teil der Gehälter ausmachte, um so allen Klagen über ungleiche Güte des Wein» zu begegnen. Aus dem Faß in die Flasche. Eine Radierung Goethes aus dem 3ahre 1768 für den Leipziger Gastwirt Christian Gottlieb E ch ö n k o p f zeigt auf einem Postament drei verschiedene Flaschen: rechts die frm^ösische Rotweinbouteille, links eine Äkörkarasfe der Zeit, in der Mitte feinen Geräten. Warmund. aber einen Bocksbeutel, das bekannte Behältnis der Frankenweine, die gedrungene, feste, vertrauenerweckende Flasche, die inmitten anderer immer so hübsch drollig wirkt. Woher er stammt? Vielleicht ist er einer der ersten Versuche, die Flaschen, die ursprünglich rund geblasen wurden, durch Abplatten der Seiten und Eindrücken des Bodens zum Versand und Aufstellen geeigneter zu machen. Die bocksbeutelähnlichen flaschen ziehen sich durch die gesamte bildende Kunst, man begegnet ihnen bei Watte au, auf den (Sitten» schilderungen Hogarths, auf den Meißener Porzellanen. Allnrählich wuchs sich der Bocksbeutel zur fränkischen Besonderheit aus, übrigens schon recht früh, denn .wir hören, wie E. T. A. Hoffmann — der Kapellmeister in Bamberg war und die Vorzüge der Frankenweine ausgiebig gekostet haben dürfte — seinen Pater Hilarius im „Kater Murr" sagen läßt: „Echter Dolksbeutel, carissirne 3ohannes, echter Bocksbeutel aus dem St. Johannis-Hospital zu Würzburg, den wir, unwürdige Diener des Herrn, erhalten in bester Qualität — ergo bibamus!“ Das ist ungefähr um 1820 geschrieben worden. — Und woher der komische Rame? Vielleicht vom niederLndischen bookesbeutel, von dem Teufel also, in dem Bücher getragen wurden und der mit dem 'Bocksbeutel eine gewisse Aehn- lichkeit hat. Und von der Flasche ins Glas! Seltsam genug, daß das Glas für jeden deutschen Wein „Römer" heißt! Aber wir wissen auch, daß diese- Glas — wer kennte es nicht! — mit Rom und den Römern nichts zu tun hat und ein ganz deutsches Erzeugnis oarstellt. Das dürfte feine Geschichte wohl beweisen können. Schon das alte deutsche Trinkglas, das Ruppen- oder Warzen- glas zeigt die wesentlichen Teile des Römers in ihren ersten Formen: der zunächst eingetniffene Lippenrand erweitert sich zur Kuppe des Römers, indem er sich im Laufe der Jahrzehnte immer mehr wölbt; der frühere warzenbedeckte Körper des Glases reckt und streckt sich, bis er im 18. 3ahrhundert ein reiner Zierknauf geworden ist. Der Dodenrand endlich vergrößert sich dadurch, daß eine Spirale an den Fuß angesponnen wird. Und woher der Rarne? Er ergibt sich vielleicht, wenn man sich der großen Verkaufsplätze für die alte Glasindustrie erinnert, die ihren Haupt- sih im Spessart hatte: in Frankfurt am Main wurden am Rathaus, am „Römer", die Glasmessen abgehalten. Roch heute gibt es dort das Haus zu den „Drei Römern" und das andere, das „Zum kleinen Römer'' heißt. Hier mögen die Kaufleute den Spessartern ihre Gläser abgekauft haben, die dann nach dem Ort, an dem das geschah, genannt wurden. — Der Römer war ehemals „waldgrün", was weniger mit den Wäldern des Spessart als mit den technischen Llnzuläng- lichkeiten der alten Glasbläserei zusammenhing. Heute, ist er klarer oder ganz kristallklar geworden. und nur sein Fuß trägt noch bisweilen den grünlichen Ton, der an seine jahrhundertelange Geschichte erinnert. Sein eigentlicher Kelch ist so durchsichtig, damit man sich der Farbe des Weins erfreue, und er ist so apfelartig ausgebaut worden, damit man den Duft genieße: Es glänzen die Wolken, es teilt sich -er Flor, Da scheint uns ein Bildchen, ein göttliches, vvr, Wir klingen und fingen: bibamus! SJL-tfpoti Tennis-Weltmeisterschasten der Berufsspieler. In Berlin begannen am Dienstag vor 3000 Zuschauern auf den Rotweih-Plähen die offiziellen Weltmeisterschaften der Berufsspieler. Olm meisten interessierte natürlich das Auftreten von „Big Dill" Tilden. Er hatte mit dem Tschechen Scholz wenig Mühe und gewann sicher 6:0, 6:1, 6:2, er schaltete auch den Berliner Laube mit 6: 0, 6:0, 6:0 aus. Ter deutsche Meister Büß le in schlug Kopischke 6:1, 6:2, 6:2 und den Ungarn Otto Schmidt im besten Spiel des Tages 6:1, 6:2, 6:3. Roman Rajuch war über Fabra- Tschechoslowakei 6:1, 6:0, 6:0 und über Gustav Richter 6:0, 6:2, 6:2 erfolgreich. Messer- schmidt -- Frankfurt lieh Erber 6:2, 6:0, 6:3 hinter sich. „144Minuten"imBerlmerSportpalast Der zweite Renntag im Berliner Sportpalast am kommenden Sonntag bringt als Haupt- nunvner ein 144-Minu en-Mann'cha t-rennen, das 11 Paare bestreiten werden. Fünf Ausländer treten gegen 17 Deutsche in den Wettbewerb. Belgien vertreten Depauw-van Revele, Dänemark schickt seinen besten Mannschaftsfahrer R. Knudsen, während mit dem Schweizer Richli und dem erstklassigen Franzosen Guimbretiere noch Derhandlungen schweben. Bon deutschen Fahrern sind bisher Tietz-Kroll. Funda-Maidorn, Wissel- Manthey, Zims-Perelaer, Dopel-Korsmeier, Kilian-Göbel und Ehmer-Resiger verpflichtet worden. Glänzender Speerwurf in Helsingfors. 3m Rahmen eines zweitägigen internationalen Sportfestes in Helsingfors wartete der Estländer ©ule mit dem großartigen Wurfe von 68,85 Meter auf. Finnlands Leichtathleten zeigten eine wesentliche Berbesserung in den technischen Uebungen, die bisher immer ihre schwache Seite waren, mit Ausnahme des Speerwerfens. Die wichtigsten Ergebnisse waren: 200 Meter: Strandvall-Finnland 22,6; 400 Meter: Strandvall 49,5; 800 Meter: Mickelsson (F.) 1:57; 100 Meter: Strandvall 10,8; 5000 Meter: Loukola (F.) 15:02,8; 10 000 Meter Torikka (F.) 31:37,3; 110 Meter Hürden: Sjöstedt (F.) 15,3; Hammerwerfen: Koutanen (F.) 51,36 Meter; Speerwerfen: Sule (Estland) 68,85 Meter; 2. Liettu (F.) 63,14 Meter; Diskuswerfen: Waalane (F.) 46,63 Meter; Kugelstoßen: Wiidig (Estland) 15,04 Meter; Stabhoch: Grönholm (F.) 4,04 Met. VfB. Gießen. VfL. Ligareserve — Leihgestern I 2:4 (1:0). Auch der vergangene Sonntag brachte den unteren Mannschaften des BfD. keine Lorbeeren. 3n einem schnell und wuchtig durchgeführten Spiel auf dem Waldspvrtplatz konnten die taktisch und technisch besseren Gäste einen klaren Sieg und die Punkte landen. — BfD. spielte reichlich zerfahren. Die Leistungen des BfD.-Sturmes waren schwach. Die Gäste gewannen verdient. BfB.IH — Riederweisel I 3:3 (2:0). Die DfDer hatten große Mühe, sich gegenüber den weitaus kräftigeren und schnelleren Gästen zu behaupten. Trotzdem konnten sie drei Tore vorlegerc, die jedoch gegen Ende der Spielzeit vom eifrigen Gegner bis zur Gleiche aufgeholt wurden. Die 1. Jugend war spielfrei. Die 1. Schüler konnten ihre Siegesserie fortsetzen. Sie schlugen die 1. Schüler von Leihgestern nach schönem Spiel 1:0. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. AL. Großen-Buseck I — Tv. wieseck 1 8:1 (2:1). Am Sonntag stand die erste Elf der Fußballabteilung des To. Wieseck in Großen-Buseck der ersten des FC. 1926 im Derbandsspiel gegenüber. Großen- Buseck konnte auch diesmal Sieger bleiben, allerdings kam die große Tordifferenz etwas überraschend. In der ersten Halbzeit lieferten sich beide Mannschaften einen hartnäckigen Kampf. Großen- Buseck konnte zuerst durch zwei Prachtschüsse seiner Flügelstürmer mit 2:0 in Führung gehen, Wieseck erzielte bis zur Halbzeit ein Tor. Nach der Pause erwartete man allgemein einen hartnäckigen Kampf um den Sieg. Wieseck hatte sich jedoch in der ersten Halbzeit zuviel verausgabt, so daß Großen-Buseck, obwohl die Spieler nicht die sonstige Form zeigten, leicht noch weitere sechs Tore vorlegen konnte. Schiedsrichter M e n g e l-Gießen leitete sehr korrekt. Handball im Gau Hessen (O.T.) 2Nko. Gießen II — Tv. Lich I 2:4 (2:3). Am Sonntag trug die 2. Mannschaft des Mtv. ihr zweites Verbandsspiel der ^-Klasse gegen die 1. des Tv. Lich in Lich aus. Wie vorausgesehen, konnten sich die in schwacher Aufstellung spielenden Gießener gegen die Licher nicht behaupten. Den Mtvern fehlte es an Zusammenarbeit und Spielerfahrung. Die Licher zeigten ein taktisch besseres Spiel. Besonders flink war die Hintermannschaft, der der Gießener Sturm nicht die nötige Durchschlagskraft entgegensetzen konnte. Mit dem Resultat von 4:2 wurde der To. Lich verdienter Sieger. Mw. Gießen 1. Jugend — Tv. Wehlar 1. Jugend 4:3 (3:2). Ebenfalls am Sonntag trat die 1. Jugend des Männerturnvereins gegen die 1. Jugend des Tv. Wetzlar in Wetzlar auf der Spilburg zu ihrem fälligen Verbandsspiel an. Wetzlar ist in dieser Runde wohl der schwerste, dazu körperlich überlegene Gegner. Die Gießener Jugend ist technisch besser. Glem) nach Beginn konnten die Gießener das erste Tor werfen, dem in den nächsten zehn Minuten noch zwei weitere folgten. Erst später fanden sich «die Wetzlarer zusammen. Kurz vor Schluß der ersten Halbzeit konnten erst die Wetzlarer zwei Tore für sich buchen. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel etwas ausgeglichener, die Mtoer zeigten aber immer das bessere Feldspiel. Jede der beiden Mannschaften konnte sich noch einen Erfolg sicher stellen. Bereinsmeisterschasten des Gießener^adfahrer-Bereins 1885 Der Gießener Radfahrer-Verein von 1885 trug am Sonntag seine Dereinsrneisterschaf- t e n im Straßenfahren auf der Karlsruhe aus. Durch Verhinderung von zwei Fahrern waren nur vier am Start. — Die Dereinsrneisterschaft über die kurze Strecke (2 Kilometer) errang August Deibel und siegte in prächtigem Endspurt vor Emil Muhl, Rich. W i t t m a n n und Karl Muhl. Rach kurzer Pause stieg die Meisterschaft über die lange Strecke. Dieselbe wurde ini drei Läufen, und zwar 75 Kilometer, 50 Kilometer und 20 Kilometer ausgefahren, so daß am Sonntag noch das 20-Kilometer-Rennen gefahren werden mußte. Die Strecke führte über Lollar, Dau- bringen, Alten-Buseck, Wieseck zum Ziel Karlsruhe. Bis zum „Daubringer Pah", der größten Steigung des Rennens, blieb das Feld zusammen, doch hier zog es sich auseinander. 3m Endspurt siegte Karl Muhl in der Zeit von 35:45 Minuten vor Aug. Deibel (35:47 Minuten). Ungefähr 2 Minuten später liefen dann Richard W i 11 m a n n und Emil Muhl ein, die sich ebenfalls einen schönen Endkampf lieferten. Rach der Punktwertung der drei Läufe wurde diesjähriger Vereinsmeister über die lange Strecke Richard Wittmann mit 10 Punkten. Zweiter August Seibel (9 P.), Dritter Gg. Spatz (8 P.), Vierter Karl Muhl (7 P.), Fünfter Emil Muhl (5 P.), Sechster Hans Reuer (4 P.). Arbeiter-Turn- und Gporibund. Rieder.Wöllstadt I — Gießen I 5:1. Gießens erste Elf war mit viel Ersah am Sonntag in Rieder-Wöllstadt zu Gast. Rieder-Wöllstadt hat sich mit Ober-Wöllstadt vereinigt. Diese neue Vereinigung stellte sich nun am Sonntag zum erstenmale gegen Gießen vor. Bei verteiltem Feldspiel tarnen die Gäste bald zum Führungstor. Dann kamen die Platzbesitzer mehr in Fahrt und stellten bald den Ausgleich her. 3m weiteren Verlauf gelang es ihnen dann noch, vier weitere Tore zu erzielen, während Gießen zwei Elfmeter nicht verwandeln konnte. wieseck I — Erbsiadt-Kaichen I 6:0. In Wieseck standen sich diese Mannschaften gegenüber. Die Gäste stellten eine flinke Mannschaft ins Feld. Erst allmählich kam Wieseck mehr zur Geltung und ging durch eine Ecke in Führung. Das Halbzeitergebnis lautete bereits 4:0. Rach dem Seitenwechsel lieh sich Wieseck wieder das hohe Spiel der Gäste aufzwingen und Crb- stadt war vorerst merklich im Vorteil. Erfolge blieben aber aus. Dann machte sich Wieseck wieder frei und kam za zwei weiteren Toren. Erb- stadt blieb das Ehrentor versagt. Altenstadt I — Raunheim I 0:3. Raunheim war in Altenstadt zu Gast und muhte erfahren, daß der Reuling auf eigenem Platze schwer zu schlagen ist. Bei überaus schlechten Platz- und Wetterverhältnissen sah man verteiltes Spiel. Alle Angriffe der Gäste wurden von der guten Verteidigung der Platzbesiher unterbunden. Erst in den letzten Minuten fielen die drei Tore für Raunheim. Dorheim I — Heuchelheim I 1:1. Heuchelheim war in Dorheim zu Gast. Bei überaus schlechten Platzverhältnisfen sah man ein verhältnismäßiges, flottes Spiel. Heuchelheim ging mit Spielbeginn mächtig aus sich heraus, fiel aber dann mehr und mehr ab. Dorheim führte zu Halbzeit mit 1:0. Rach dem Seitenwechsel kam dann Heuchelheim überraschend zum Ausgleich. 3n der Folge hielt Heuchelheim durch geschicktes Abseitsspiel das Unentschieden. Kurze Sportnoüzen. Franz Dübbers-Köln verteidigt im Berliner Spichernring seinen Leichtgewichtstitel gegen den Mühlhausener Heinisch. Die weiteren Paarungen des Abends sind: Sabottke gegen Ostermeister- Krefeld, Konrad Stein gegen Baier-Mühlhausen, Phil. Nefzger gegen Volkmar. Olga Jordan-Nürnberg, die Europameisterin im Kunstspringen, hat sich mit dem Geschäftsführer des Deutschen Reichsausschusses, Dr. I e n t s ch - Berlin, verlobt. Ltnzulängiiche Einzugsvergüiung für die Ersahkassen. Von der Geschäftsstelle des Deutschnationalen H a n d l u n g s g e h i l f e n v e r b a n d e s in Gießen geht uns folgende Entschließung zu, die in der 21. Hauptversammlung des Verbandes kaufmännischer Berufskrankenkassen (Ersatzkassen) e. V. einstimmig gefaßt wurde. In dieser Entschließung heißt es: „Die 21. Hauptversammlung des Verbandes kaufmännischer Berufskrankenkassen (Ersatzkassen) e. V. bedauert es lebhaft, daß den Krankenkassen die Erhebung der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe unter geringfügiger, völlig unzulänglicher Einzugsvergütung aufgetragen wurde. Dadurch und durch den ebenfalls den Krankenkassen obliegenden Einzug der Arbeitslosenversicherungsbeiträge ist den Ersatzkassen eine umfangreiche und in noch höherem Maße als den gesetzlichen Kassen kostspielige Verwaltungsarbeit auserlegt, die mit den Zwecken und Aufgaben der Krankenversicherung überhaupt nichts zu tun hat. Schon die Vergütung für den Einzug der Arbeitlosenversicherungsbeiträge entspricht in keiner Weise der Arbeitsbelastung, zumal ihre Festsetzung nicht die geringste Rücksicht aus besondere Verhältnisse bei Ersatzkassen nimmt, die bei gesetzlichen Kassen mit einer erhöhten Vergütung abgegolten werden. Die im Verband kaufmännischer Berufskrankenkassen zusammengeschlossenen Ersatzkassen haben im Jahre 1931 über 135 Millionen Reichsmark Beiträge zur Arbeitslosenversicherung eingezogen und an die Reichsanstalt abgeführt. Die geringe Unkostenvergütung der Reichsanstalt an die Ersatzkassen mit monatlich nur 4 Pfennigen pro Kopf der Kassenmitglieder — das sind nur 0,38 v. H. der eingezogenen Beiträge — steht nicht entfernt im Einklang mit den tatsächlichen Unkosten für die zu leistenden Arbeiten. Keine Ersatzkasse kann mit einer derartig niedrigen Vergütung den tatsächlichen Aufwand für den Einzug der Arbeits- losenoersicherungsbeiträge bestreiten. Die Auffassung des Reichsarbeitsministers, daß die Erhebung der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe eine einfache zusätzliche Maßnahme sei, die mit der Hälfte der seitherigen Einzugsvergütung hinreichend entschädigt würde, wird entschieden widersprochen. Schon die wegen des steuerlichen Charakters der Abgabe erforderlich gewesene Staffelung der Gehälter zwischen 300 und 700 Mark in 11 Abgabebeträge gegenüber einem einheitlichen Arbeitslosenversicherungsbeitrag für diese Gehaltsspanne widerlegt diese Auffassung. Von der 21. Hauptversammlung des V. k. B. wird deshalb dringend gefordert, die Einzugsoergütungen angemessen zu erhöhen, solange die Krankenkassen mit derartigen versicherungsfremden Aufgaben belastet werden." Kirchenneubau in Naunheim. WSR. Raunheim, 19. Sept. Am Sonntag fand hier der erste Spatenstich zu dem Dau einer neuen katholischen Kirche statt. Der Kirchenbau soll etappenweise ausgeführt werden. Die Kirche wird den Ramen „Hei- lig-Geist-Kirche" erhalten. Dem feierlichen ersten Spatenstich von Pfarrer Dargon, Haßloch, wohnten zahlreiche Gäste bei. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Bewahrt den Allen Ariedhof! Seit vielen Jahren fern von der Heimat lebend, ging ich dieser Tage (in Gießen zu Besuch) auf den Alten Friedhof. Auf einem Teil, der vor rund 30 Jahren (als damals der Neue Friedhof im Entstehen war) wieder belegt wurde, bot sich mir ein Bild der Zerstörung. Auf meine Frage, was denn hier geschehe, wurde mir erklärt: Die Steine auf den Gräbern, die nicht mehr gepflegt werden, werden in den Erdboden versenkt und alles gleichgemacht. Muß das sein und warum? — Dann ging ich wie immer um die Friedhofskapelle herum. Dort find einige uralte Denkmäler zu finden. Aber auch diese scheinen dem Untergange geweiht zu sein. Ob dies vom künstlerischen Standpunkte aus gerechtfertigt ist, mögen die Berufenen entscheiden. Der Alte Friedhof sollte für den, der ein stilles Plätzchen liebt, möglichst erhalten bleiben. M. S. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Sport und Wirtschaft i. V.: H. L. Neuner. Wirtschaft. • Ermäßigung des Höchstzinssatzes für normale Spareinlagen? Mit dem heute zu erwartenden Diskontsenkungsbeschluß des Zentralausschusses der Reichsbank ist auch die Frage des Höchstzinssatzes für normale Spareinlagen wieder akut geworden. Wie WTD.- Handelsdienst dazu erfährt, neigt man in Spar- kassenkreisen der Auffassung zu, im Falle einer Diskontsenkung um 1 Prozent diesmal nicht unter allen Umständen an dem bisherigen Höchstzinssatz von 4 Prozent festzuhalten. Die Festsetzung des neuen Zinssatzes, zu dem normale Spareinlagen höchstens zu verzeichnen sind, wird nach erfolgter Diskontermäßigung durch den zentralen Kreditausschuß erfolgen. Seine Höhe steht natürlich noch nicht fest und ist noch Gegenstand von Deratungen, man nimmt aber an, daß er gegebenenfalls um 0,5 Prozent auf 3,5 Prozent ermäßigt werden wird. * Strafbarer Güterfernverkehr. Unterbietungen des Reichskraftwagentarifs durch Unternehmer, die nicht einmal die nach der Notverordnung vom 6. Oktober 1931 erforderliche Genehmigung besitzen, sind in letzter Zeit mehrfach festgestellt worden. Der Betrieb von Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen ohne Genehmigung ist strafrechtlich zu verfolgen. Das Fahrzeug des Unternehmers kann eingezogen werden. Daneben unterliegt die Unterbietung des Reichskraftwagentarifs nach § 24 der Verordnung der Verhängung eines Strafgeldes durch die Verwaltungsbehörden. ** Hauptversammlung der Zucker- großhändler Deutschlands. Am 17. und 18. September fand in Dad Pyrmont die Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zuckergroßhändler statt. Die Versammlung war aus allen Teilen Deutschlands gut besucht und nahm einen angeregten Verlauf. Die Einstellung zur allgemeinen Wirtschaftslage, insbesondere zu der von der Zuckerindustrie im Benehmen mit der Reichsregierung verfolgten Zuckerpolitik fand ihren Ausdruck in einer Kundgebung, die sofort der Reichsregierung, der Zuckerindustrie, den Spi^nverbän- den des Großhandels und sonstigen interessierten Verbänden zugestellt werden soll. Für die Abwicklung des geselligen Teils der Tagung hatte sich die Kurverwaltung Dad Pyrmont freundlicherweise eingesetzt. $ranffurfer Abendbörse erholt. Frankfurt a. M., 20. Sept. Die Abend- börfe lag bei Deginn auf der ermäßigten Berliner Schlußbasis behauptet, doch herrschte weiterhin nahezu Geschäftsstille, zumal die schwächere Haltung der kontinentalen Börsen und auch der stetige Beginn Wallstreets keine Anregung bieten konnten. Durch relativ schwache Haltung fielen Reichsbank auf, in denen eine Verkaufsor^e? Vorgelegen haben soll; der Anteil ging um etwa 1 Prozent zurück. 3m Verlaufe wurde die Haltung etwas freundlicher, und die Kurse zogen auf Rückdeckungen der Kulisse um Bruchteile eines Prozentes an. IG.-Farben stiegen auf 99.75 Prozent nach anfangs 99,1 Prozent. 3m späteren Verlauf erreichten 3G.-Farben wieder den Paristand, und auch Montanwerte, insbesondere Harpener und Rheinstahl mit je plus 1,25 Prozent, waren mehr gefragt. Die Umsätze blieben aber klein. Der R e n t e n m a r k t lag vernachlässigt. Deutsche Anleihen, Reichsschuldbuchforderungen und die Schutzgebietsanleihe blieben behauptet, während in festverzinslichen Werten auf dem erhöhten Riveau eher Abgabeneigung bestand. Dekosama lagen dagegen 0,5 Prozent höher, von fremden Werten waren 4,5 Prozent, Goldrumänen wieder 0,4 Prozent fester. Reubesih 6,90, Altbesitz 55,50, Schutzgebietsanleihe 5, Dekosama 51,50, 4,5pro- zentige Goldrumänen 11,90, Reichsbank 129, Harpener 76, Rheinstahl 67, AEG. 34 bis 34,40, 3G.-Farben 99,10 bis 100, Schuckert 77,25 bis 77,50, Hapag 19, Norddeutscher Lloyd 20. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Echlußk. Mittag- börse Datum 19.9. 20-9. 19.9. 20.9. 6% Dcutiche Retchsanlcihe v. 192. 67,5 67.5 67,25 69,5 6% ehem. 7%XL Reichsanl. 0.1929 76,13 76 75,9 75,4 6y.% Noung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 63,5 63,75 63,25 64 Auslos.-Rechten....... 55,25 55,5 55,1 55,5 Desgl. ohne Auslof.-Rechte . - 6% cfjcm 8%He!i.BollsstaatlS29 7,05 6,9 7,05 6,9 (rückzahlb. 102%)...... Oberhcssen Provinz-Anlethe mit 61,25 61,25 Auslos.-Rechten...... Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1...... 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl 51,5 50,5 Golbpfe. 15 unkündbar bis 193a 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 73,25 74 Golvvt ' 16 unkündbar bis 1936 6>/,% ehem. 4/t% Franks.HhP.- 73 73 Bank Mau. Pfandbriefe . . - 5%% ehem. 4N% Rheinische 79 79 Hnv.-Bank-Liqu.-Goldpic. . . 6% ehem. 8% Pr. Landcspsand- 78,5 78,5 briesanstal Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. 70,1 71 70,25 71 brtefanstall Psandbriese R. io 70,5 70,5 — — 4% Oesterretchische Golorenip . 10 10 — 10,9 4,20% Oesterretchische Silberrentt 1,25 1,25 1,35 — 4% Ungarische Goldrente .... 7,5 7,5 7,45 7,55 4% Ungarische Staatsrente 0.1910 7 7 6,9 6,9 4V2% desgl. von 1913 .... 6,1 6,3 6,4 5% abgest. Goldmexikaner von 99 7 7,25 7,13 , 7 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 3,75 3,75 3,75 3,75 Serie I . . . ... 4 4 4,25 4,25 4% oesgl. Serie 11..... 4 4 3,9 — b% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6,5 6-75 6,7 6,4 4)4%Rumän.veretnh.Rentev.l913 12,15 11,9 12 11,9 4% Rumänische vereint). Rente 5,7 5,7 5,5 5,55 214% Anatolier . - . . 18,75 18,75 18,9 18,75 Frankfurt a.M. Berlin Gchluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Echlußk. Mittag, börke Datum 19.9. 20-9- 19.9- 20-9. Hamdurg-Amenra Pare. . . Hamburg-Südam. Dampfschtsj Hansa Dampfschtsj . . Norddeutscher Lloyd .... A.G. für Verkehrswesen Akt. Berliner Handelsgesellschast . Commerz- und Privat-Bank. Darmstädter und Nattonalbank Deutsche Bank und Dtsconlo-Gesellschaft. . . Dresdner Bank...... Retchsbanl........ A.E.G........... Bergmann........ Elektr. Lieserungsgesellschaft. Licht und Kraft...... Felten & Guüleaume.... Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . Schuckert & (So. . . r . . Siemens & HalSle..... Lahmeyer & (So....... Buderus......... Deutsche Erdöl...... Gelsenkirchener...... Harpener......... Hoesch Eisen........ Ilse Bergbau....... Ilse Bergbau Genüsse . . . ttlöcknerwerke....... Mannesmann-Röhreu . . - Mansselder Bergbau .... Lbcrschles. Kokswerke . . . Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen . . . Rheinstahl........ u ii i i 0 ■1 0 0 0 0 i. . 0 . 0 6 6 0 4 68 0 9 10 4 5 8 0 6 10 6 6 0 8 4,4 10 6 19 20 44 91 56 75,75 63,5 130 33 71,5 87,5 60,5 74,5 71,5 79,25 139 116 40 78 43 77,5 99 36,5 56,75 24 26,75 177 69 19 20 42,5 91 56 75,75 63 129 34,4 70,5 85,25 59 74,5 73 77,5 136 116 39 76,75 44 76 98 35 55 23 25 177 67 18,9 32,75 19,9 43,9 91 56 75,75 63,5 130,5 33,75 20.75 71,5 87,5 60,5 74,9 73 78,75 138 117 40 77,5 43 77 38,25 132 36,75 56,9 24,25 40 26,9 176,5 69,4 19 36,5 33,25 20 43 91 56 75,75 63 129,75 33,75 20,75 70,5 85 58,5 74,25 73,5 78 135,25 115,25 40 76 40,75 74,75 37,13 133,5 96,5 35,75 54,75 22,75 38,75 25,25 177 66 Frankfurt a. M. Äerlin Schluß- kurs Echlußk. Abend, börse Schlußkurs Echlußk. Mittagbörse Datum 19.9. 20.9. 19.9. 20-9. Riebeck Montan...... 7,2 — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 20,5 20 20,9 20 Otavi Minen....... 0 18 17,5 17,75 17,4 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 109 107 109 107,75 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 115 — —— 213 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 174 175 175 175 I. G. Farben-Jndustrie . . . 7 101 100 101,5 99,13 Scheideanstall....... 10 134,75 134 — — Goldschmidt...... . . 0 30 28,25 30,25 29 Rütgerswerke....... Metallgcsellschaft...... . 0 43 42 43,25 42,25 • O| 38 38 38 38 Philipp Holzmann..... . 0 55,5 54,25 55,4 54,75 Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerl Karlstadt. . . . . 4 . O 53,5 50 53,5 50 — — . 0 5.75 5,4 5,75 5,75 Schultheis Patzenhoser . . . Mu (Allgemeine Kunstseide) 0 _ — 54,13 51,9 0 56,25 54 56,65 53 Bemberg.... 0 67,5 65,5 67,25 64,5 Zellstoff Waldhos..... Zellstoff Aschaffenburg . . . c —— 40,5 40,25 39 0 28,5 28,5 30 28,25 Dessauer Gas .... . 7 — 93,65 94 Daimler Motoren . . . 0 20,5 19,75 20,75 19,5 Deutsche Linoleum .... . 0 45,25 44 45,75 44 Orenstein & Koppel . . . 0 36,25 35,5 Leonhard Tietz .... . 6 47 46 47,75 46,13 Svenska....... Ehade .......... 12 180,75 181 180,5 181 Frankfurter Maschinen . . . . 0 _ Grihner...... 28 28 98 5 27 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 4 57 57 Süddeutscher Zucker . . . . . 8 126 125 125 125,25 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a.M. 19-September 20-September Amtliche Notierung Amtliche Notierung meld Arie, Geld | Brief Helsingfors . 6,294 6,306 6,294 6,304 Wien. - . . 51,95 52,05 51,95 52.05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest . . — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,23 169,57 169,23 169,57 Oslo.... 73,53 73,67 73,53 73,67 Kopenhagen. 75,77 75,93 75,72 75,88 Stockholm . 74,92 75,08 74,92 75,08 London. . . 14,62 14,66 14,615 14,655 Buenos Aires 0,908 0,912 0,908 0,912 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,31 58,43 58,31 58,43 Italien. . . 21,61 21,65 21,61 21,65 Paris . . . 16,49 16,53 16,49 16,53 Schwei, . . 81,14 81,3 i 81,15 81,31 Spanien . . 34,17 34,23 33,37 33,43 Danzig. . . 81,82 81,98 81,82 81.98 Japan . . . 0,999 1,001 0,999 1,001 Rio de Ian.. 0,309 0,311 0,309 0,311 Jugoslawien. 6,394 6,406 6,344 6,356 Lissabon . . 13,32 13,34 13,32 13,34 Bantnoten. Strlin, 20-September ®db Zrles Amerikanische Noten . . . 4,20 4,22 Belgische Noten..... 58,15 58,39 Dänische 9?otßrt e . e e • 75,55 75,85 Englische Noten ..... 14,575 14,635 Französische Noten.... 16,45 168,86 16,51 169,54 21,55 91 ,63 9?otrocgif(f)c 9iotett 73,35 73.65 DeutsLOesterrcich, i 1OO Schilling Rumänische Noten .... 2,49 2,51 74,75 76 ns flfi’q?