3143 **** w®4 <>^^xiA-jwOTrmwViirimwiWwi Donnerstag, 2t. Zull 1952 Ht. 169 Svühaussabe 182. Jahrgang juchten den bisherigen preußischen ren das deutsche Volk dieser Tatsache ver- roill es außer Acht lassen, daß die der KPD. einen beharrlichen gegen die Lebensgrun d l a - deutet? Will sich schließen, Tätigkeit Kamps Severing seines Amtes enthoben. Dr. Bracht übernimmt heute die Amts- gejchäfte im Innenministerium. B e r I i n, 20. 3uli. (121.) 3m Gebäude des Preußi- jchen 3nnenminifleriums Unter den Linden erschienen um 20.10 Uhr der Bevollmächtigte des Reichskommissars Dr. Bracht sowie der Berliner Polizeipräsident welcher und ein Polizeihauptmann. Die her- Annahmr von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen Kräfte des Kommunismus in eine Einheitsfront gegen die aufstrebende Bewegung der NSDAP, einreiht. Die Reichsregicrung ist frei von parteipolitischen Bindungen, sie ist aber nicht befreit von der sittlichen Pflicht, offen die Feststellung zu tref = en, daß die Grundlagen des Staates durch eine olche gleichberechtigte Einschaltung staatsfeindlicher Elemente in den politischen Kamps aufs äußer st e gefährdet werden. Die zwingende Notwendigkeit eines Eingriffs hat sich gegenüber der preußischen Staatsregierung ergeben. Es ist kein Zu» ihnen von den inzwischen eingetretenen Maßnahmen Mitteilung zu machen. Wer ist Or. Bracht? Die Laufbahn des Bevollmächtigten für Preußen Der zum Bevollmächtigten des Reichskom- missars für Preußen ernannte Essener Oberbürgermeister Dr. Bracht wurde 1877 in Berlin geboren. Er studierte Rechtswissenschaft und war dann zunächst als Staatsanwalt in Essen und Hamm tätig. 1911 wurde erRegierungs- rat im Reichsrersicherungsamt und wurde 1918 als Bortragender Rat in das Reichsamt des Innern berufen. 1919 trat er als Ministerialdirektor in das preußische Ministerium für Bolkswohlfahrt über. Bet der Bildung des Kabinetts Marx wurde er Anfang Dezember 1923 unter Beförderung zum Staatssekretär zum Chef der Rcichskanz- l e i ernannt, obwohl er bisher politisch nicht her- Dorgetrctcn war. Rach dem Rücktritt des Kabinetts Marx im Dezember 1924 wurde Dr. Bracht in Essen zum Oberbürgermeister gewählt. sgS Dannstadl lie Dereini« ler Technischen 10 ab, die von einberg ge> id)t fifit her Prof. Reu- einiguno, Hin- Hai, das An- i wahren und ne Fortschritte chi erstattete der :g. Daraus ist ickuIL'Me. orragenbe Che- ,urde diese Mc- os. Anschütz, im ein Schüler chnung erstattete iö dem Rechner uß der Tagung Direktors M Liebigs für die lichfteiner Park uft-Kekule. die Gedenkrede i ein Gläschen meckendeund Nervenkrom- schwäche,^' und anM* Äff: 95' DsdielWW mde" gen von Staat und Kirche, Familie und Millionen von Einzelschick- salen bedeutet? Das kann nicht fein. 3ch stehe nicht an, in aller Offenheit zu erklären, daß es die sittliche Pflicht einer jeden Regierung ist, einen klaren Trennungsstrich zwischen den Feinden des Staats, den Zerstörern unserer Kultur und den um das Gemeinwohl ringenden Kräften unseres Volkes zu ziehen. Weil man sich zu dieser, dem einfachen und natürlichen Rechtsempfinden entsprechenden Folgerung nicht entschließen konnte, weil man die sittlichen Elemente der politischen Bewegungen außer Acht ließ, hat sich von Monat zu Monat und von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr die Radikalisierung des politischen Kampfes gesteigert Weil man sich in maßgebenden polnischen Kreisen nicht dazu entschließen kann, d.e politische und moralische Gleich setzung v o n K o m m u n i st e n u n d N a t i o n a l s o Z i a - listen aufzugeben, ist jene unnatürliche Frontenbildung entstanden, die die staatsfeindliche >henden M $8111- liiert. ■ ■ J ii. sm1*; * 5 ** ÜNtrt e q”? ^rbst ll der 2!'* 5 VA. einen, ?? "vr, und Mten auf ■ mit 3, - Übergehen. e? Tage das derAassaui. das Geld m ln eia Vrmoe, die W 'einen der De- Ordnung nk Abhe. Lebensversi. 5 au deren tert für 100 auszchste. J ferner Gaffel und l^heit vunchlr ln' Ziehen, nach besucht, ib Logier- toirt in Ober. )dirt und die azeige icc- noc dom Liede lutreife der- Zer Graut die - Sparkassenbuch n HOO Wk. Jw gegen Schöffengericht schwiMer zu Geldstrafe und )egen das Ar- in. Die Drohe ider Derhand- und erkannte und Aberken- auf die Dauer Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte * Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. .Hernsprechanfchlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahinach. richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686. Oberbürgermeister Dr. Bracht (Essen), kommissarischer Innenminister von Preußen. 3nncnminiftcr in feinem Amtszimmer auf. Dr. Bracht erfuchte Severing, die Amtsgefchafte abzugeben. Severing erwiderte, daß er f i ch weigere, dieser Aufforderung nachzukommen, und nur der Gewalt weichen werde. Als darauf die Anwendung von Gewalt angedroht wurde, verlieh Minister Severing die Amtsräume und begab sich in seine Wohnung, die sich im gleichen Gebäude befindet. Damit ist di e A m Isen tfehung des bisherigen preußischen 3nnen- nnnisters vollzogen. Dr. Bracht wird die Leitung des Ministeriums morgen früh übernehmen. Oie Amtsenthebung der anderen preußischen Minister. Berlin, 20.3uli. (TU.) Amtlich wird mitgeteilt: Nachdem die preußischen Staatsminister Dr. h.c. Dr. ehrenhalber fjirtfiefer, Dr.h.c. Dr. ehrenhalber S t e i g e r, 61 e p p e r, Dr. Dr. h. c Schreiber, Dr. Schmidt und Grimme dem Reichskanzler mit Schreiben vom 20. 3uli d. 3. erklärt haben, daß sie es a b l e h n e n , der von ihm erlassener. LinladungzueinerSihungder Staatsregierung Folge zu leisten, hat der Reichskanzler die genannten Staatsmmifter traft der ihm durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 20. 3uli 1932 (Reichsgesetzblatt Teil 1. Seite 377) erteilten Vollmacht von der Führung der lausenden Geschäfte ihres Geschäftsbereichs als Staatsmiuister enthoben. Amtsenthebung und Verhaftung Grzesinfkis. Am Abend wieder gns der Schutzhaft entlassen. Berlin, 20. 3uli. (WTB.) Gegen 17 Uhr erschien General von ^undstedt mit mehreren Offizieren und 12 Mann der ^erchswehr die Öen neuernannten Polizeipräsidenten TO e gleiteten, im Amtszimmer des P^SerPrasrben ten Grzesinski, wo sich auch der Dizeprasi dent Dr. Weih und Kommandeur Hey- mannsberg sowie Regierungsrat Dr. Specht befanden, und überreichten ein Schreiben, in roel chem den genannten Herren mitgeteilt wird, oay sie ihre Aemter niederzulegen haben. Da sie sich weigerten, wurden Grzesinski, st. Weiß und Kommandeur Heyinannsberg gegen 17.45 Llhr von einem Offizier und 12 Mann der Reichswehr verhaftet und in Kraftwagen nach der Offiziersarrestanstalt in M o a - b j t übergeführt. Während der Abführung wurden in den Gängen des Polizeipräsidiums von Beamten Hochrufe auf die Republik ausgebracht. Rach der Uebernahme der Geschäfte im Polizeipräsidium durch den neuen Polizeipräsidenten Melcher begab sich der neue Kommandeur der Schutzpolizei, Polizeioberst P o ten in die Polizeiunterkunft in der Prinz- Friedrich- Karl-Straße, um dort das Kommando u b e r die Schutzpolizei zu übernehmen. Die ile= bernahme erfolgte programmäßig. Grzesinski. Weih und Heymannsberg wurden gegen 21 IXfcr wieder in Freiheit gesetzt. Bevor sie aus der Schutzhaft entlassen wurden, erschien bei ihnen ein Offizier der ^lchswehr. Dieser legte jedem der Herren ein Schrist- stück zur Tlnterzeichnung vor. das folgenden Wortlaut hat: -Rach meiner gewaltsamen Generalleutnant von Rundsiedt Befehlshaber im Wehrkreis 3. fall, daß nur in Preußen die kommunistischen Kampsorganisationen einen Umfang annehmen konnten, der eine ständige Bedrohung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. Es ist lein Zufall, daß nur in Preußen der Wahlkampf von einer erschreckenden Vermehrung blutiger Alis- einandersetzungcn begleitet worden ist. Die Feststellungen der letzten Zeit haben ergeben, daß die weitaus überwiegende Zahl der schweren Unruhen nur auf Angriffe k o m in u n i st i s ch e r ler- rorgruppen zurückzufuhren ist Alle einzelnen polizeilichen Maßnahmen, der hingehende Einsatz der örtlichen Polizeiorgane haben eine dauernde und sichere Herstellung geordneter Vcr- hältnisse nicht erzielen können. Diese Aufgabe kann nur durch planmäßig und zielbewußte Führung gegen die Urheber der Unruhen gelöst werden. Die Reichsregierung hat die Feststellung treffen müssen, daß die Entwicklung der politischen Verhältnisse in Preußen einer Reihe von maßgebenden Persönlichkeiten die innere Unabhängigkeit genommen hat, alle erforderlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der staatsfeindlichen Betätigung der KPD- zu treffen. Wenn beispielsweise hohe Funktionäre des preußischen Staates ihre Hand dazu bieten, Führern der Kommunistischen Partei die Verschleierung illegaler Terrorabsichten zu ermöglichen; wenn offen ein preußischer Polizeipräsident feine Parteigenossen auffordert, man möge die Kreise der Kommunisten nicht stören - dann wird d i c Autorität des Staates von ob en her in einer Weise untergraben, d i e für die Sicherheit des Reiches unerträglich ist. Die Maßnahmen der Reichsregierung r»ch- len sich nicht gegen die Selb st än- digkeit des Landes Preußen. Sie beschränken sich bewußt darauf, die Grundlagen für die Herstellung eines ordnungsmäßigen Rechtszustandes zu schaffen. Diese Grundlage muh ober die Wiederherstellung einer Staatsautorität sein, die völlig frei von einer nur irgendwie gearteten Verbindung zur staatsfeindlichen kommunistischen Partei ist. Die Reichsregierung will durch ihre Maßnahmen eine geordnete Durchführung des Wahlkampfes f i ch e r st e 11 e n. Sie wird die freie politische Betätigung nur soweit einschränken, als es zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung unbedingt erforderlich ist. Sie geht dabei von der Auf- faffung aus, daß die Ruhestörer — gleichgültig von welcher Seite sie kommen so schorf in ihre Schranken zurückgewiesen werden müssen, daß dem Volk der Austrag des Wahlkampfes ermöglicht wird. Im Verlaufe der von mir als Reichskommissar für Preußen angeordneten Maßnahmen hat sich herausgestellt, daß d e r b i s h e r i g e p r e u ß i ° sche Innenminister der verfassungsmäßig zu Recht erfolgten Verfügung des Hemi Reichs- Präsidenten nicht folgen wollte. Er ha» klärt nur der Gewalt weichen zu wollen, -üur aus diesem Grunde hat die Reichsregierung, einer Ermächtigung des Herrn Reichspräsidenten folgend, den militärischen Ausnahmezu stand für Berlin und Brandenburg erklären müssen. Der militärische Ausnahmezustand wird selbstredend nur solange ausrechterhalten, als es die Herstellung gesicherter Verhältnisse verlangt. Die Reichsregierung wird auf dem von ihr als richtig erkannten Weg unbeirrt fortschreiten. OerReichskanzler begründet im Rundfunk die Maßnahmen in Preußen. Das Eingreifen des Reichs in Preußen. Die Ltebernahme der Macht durch den Bevollmächtigten des Reichskomimffars mit Hilfe des Ausnahmezustandes Verfassung. Sie arbeitet feit Jahr und Tag mit allen Mitteln an der Zersetzung von Polizei und Wehrmacht; sie versucht mit den verschiedensten Methoden die Zerstörung der religiösen, sittlichen und kulturellen Grundlagen unseres Volkstums; und endlich ist es die KPD., die durch chre illegalen Terrorgruppen Gewalt und Mord in -den politischen Kamps bineingetragen hat. Will sich das deutsche Volk diesen Tatsachen verschließen? Will es über formalen Prinzipien der Demeiratie außer acht lassen, daß die Tätigkeit der KPD. einen beharrlichen Kampf gegen die Lebensgrundlagen von Staat, Kirche, Familie und Millionen von Einzelschicksalen bewert in, 20.3uli. (WTB.) 2m Rundfunk hielt Reichskanzler v. Papen folgende Rede: Mit dem heutigen Tag bin ich durch den Herrn Reichspräsidenten zum Reichskommissar für Preußen bestellt worden. In dieser Eigenschaft habe ich auf Grund der mir erteilten Vollmachten den bisherigen preußischen Minister- Präsidenten Braun und den preußischen Minister des Innern Severing ihrer Aem- ter enthoben. Die Reichsregrerung hat sich nach sorgfältiger Prüfung der Sachlage entschlossen, diesen Schritt dem Herrn Reichspratt- deuten vorzuschlagen- Sie beschrankt sich dabei auf hie notwendigsten Maßnahmen, die zur Wiederherstellung geordneter Rechtszustände im preußischen Staatsgebiet erforderlich sind. Die preußische Staatsrcgierung ist bereits am 19 Mai freiwillig zurückgetreten und führt seitdem nur die taufenden Geschäfte. Der neue Landtag war auf Grund der vom alten Landtag, und zwar von den Parteien der Weimarer Koalition, herbeige- führten Aenderung der Geschasts- ordnungnichtinderLage, d.ewaht eines Ministerpräsidenten vorzunehmen. Die auf diesen Vorgängen beruhende parlamentarische Basis des gefchäftsführenden Kabinetts ist entscheidend von der taktischen Haltung der kommunl- stischen Partei abhängig. Denn nach den Wahlen -um Preußischen Land- fn<7entfollen 47 Prozent der abgegebenen ©tim- mL °ü die ÄSD2IP. und DMP S7 Prozent auf alle übrigen Parteien und der Rest von 16 Prozent auf die Kommunisten Durch die Haltung der einzelnen Parteien tft der Kommunistin chen Partei eine Schlüsselstellung emgeraumt. Die Kommunistische Partei Deutschlands et> ftroKt nack ihrem eigenen Bekenntnis und nach zahlreichen Feststellungen höchsten deutschen Gerichts den gewaltsamen älmsturz der Entfernung aus dem Amt erkläre ich mich bereit, mich jeder weiteren Dienstmaßnahme zu enthalten." Dieses Schriftstück wurde unterzeichnet. Die Herren werden an das preußische Ministerium deS Innern einen Protest gegen ihre gewaltsame Entfernung vom Amt richten. Insbesondere ist der frühere Polizeipräsident Grze- s i n s k i der Ansicht, daß seine Verhaftung um so weniger gerechtfertigt war, als er L a nd - tagsabgeordneter, und als solcher immun ist Die tänberwurÖen informiert B e r l i n , 20. Juli. (TU.) Die Schritte der Reichsregierung sind den süddeutschen Ländern gleichzeitig mit der Bekanntgabe an die betreffenden preußischen Stellen mitgeteilt worden. Nach München war mit diesem Auftrag der Freiherr von Lersner entsandt worden, nach Stuttgart der Reichspostminister Freiherr vonRübenach, nach Karlsruhe Ministerialrat W i e d e m a n n. In den Mittagsstunden hat der Reichskanzler die Berliner Vertreter der Länder Bayern, Württemberg, Baden, Sachsen, Thüringen, Hessen und Hamburg empfangen, um GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univer^lgls-Vuch- und Zteindruckerei K Lange in Gießen. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchusstraße 7. Sayern legt Verwahrung ein. Telegramm Helds an denNerchsPräsidenten München, 20. 3uIL (ERB.) Der bayerische Ministerpräsident Held hat an den Reichspräsidenten heute folgendes Telegramm gesandt: , Durch die Rotverordnung vom heutigen i n schwerer Sorge um d i e verfassungsmäßigen Rechte und die Existenz- grundlage der deutschen Länder teile ich Ew. Exzellenz ergebenst mit, daß ich für die bayerische Regierung beim Herrn Reichskanzler heute Rechtsverwahrung eingelegt und Entscheidung des Staatsgerichtshofs über die Rechtsfrage beantragt habe. In treudeutscher Ergebenheit und Verehrung Ministerpräsident Dr. Held. Das Telegramm an den Reichskanzler hat folgenden Wortlaut: Di^Cin^hLng eines Reichskommissars an Stelle von Landesregierung und Amtsenthebung von Landesministern ist nach Auffassung des bayerischen Gesamtministeriums mit der Reichsverfassung nicht vereinbar. Die Rotverordnung vom 20. Juli berührt verfassungsmäßige Rechte aller Länder und ihre verfassungsmäßige Existenz. Ramens der bayerischen Staatsregierung lege ich förmlich Rechtsverwahrung ein. Antrag zum Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich auf Entscheidung der Rechtsfrage ist von uns gestellt. Ministerpräsident Dr. Held. An den Gtaatsgerichtechof in Leipzig hat die Bayerische Staatsregierung telegraphisch folgenden Antrag eingereicht: Ramens der Bayerischen Staatsregierung beantrage ich für das Land Bayern zu erkennen: Einsetzung eines Reichskvmmissars an Stelle von Landesregierung sowie Amtsenthebung von Landesministern, wie in der Reichsverordnung vom 20. Juli 1932 vorgesehen, ist mit der Reichsverf as - sung nicht vereinbar. Die Verordnung berührt verfassungsmäßige Rechte aller Länder und ihre verfassungsmäßige Existenz. Zur Begründung des Antrags nehme ich Bezug auf die Erklärung Bayerns vom 9. Mai 1931 im Verfahren vor dem Staatsgerichtshof wegen des Steuervercinheit- lichungsgesetzes. Weitere Begründung bleibt Vorbehalten. Erbitte Terminbekanntgabe. Ministerpräsident Dr. Held. Oie Auffassung in Darmstadt. Der Standpunkt der hessischen Regierung zu den Vorgängen in Berlin. Darmstadt, 20. Juli. (Lpd.) Heber den Standpunkt der hessischen Regierung zur Einsetzung des Reichskommissars in Preußen erfährt die Telunion von zuständiger Stelle: Die hessische Regierung hat seinerzeit ebenso wie die anderen süddeutschen Regierungen sich mit Rachdruck gegen die vom Reich verfügte Beseitigung des Uniform« und Demonstrationsverbots der Länder unb gegen den Gedanken der Einsetzung eines R e i ch s k o m m i s s a r s gewandt. Es besteht danach kein Zweifel, daß Hessen angesichts der jüngsten Ereignisse in Preußen an diesem Standpunkt mit Entschiedenheit fe st hält. In hessischen Regierungskreisen ist man befremdet über die Plötzlichkeit und Form, mit der die Reichsregierung gegen Minister des größten deutschen Landes vorgegangen ist. Man begrüßt es darum in Darmstadt, daß verschiedene Länder zur Prüfung der Rechtsgültigkeit des Vorgehens der Reichsregierung a n den Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich appelliert haben. Ruhe in Berlin. Berlin, 20. Juli. (TU. Funkspruch.) Auf die Straßen der Reichshauptstadt, die am Tage das gewohnte Bild des Alltags zeigten, übertrug sich in den Abendstunden die Aufgeregtheit und Spannung, die von den politischen Ereignissen des Tages ausgehen. In allen Teilen der Stadt Schwimmstunde in der Ostsee. Don Georg Mühlen-Gchulte. Max ist Bankbeamter. Lili ist Stenotypistin. Die beiden sind ganz jung verheiratet. Sie machen ihre Hochzeitsreise an die Ostsee. An einem schönen Sommermorgen gehen sie zum erstenmal gemeinsam baden. Als das Paar bis an den Leib im Wasser steht, sagt Lili: „Ich möchte so gern schwimmend „Dann schwimm' doch!" „Ich kann aber nicht." „Ach was! Schwimmen braucht man nur zu wollen, dann kann man es." „Na, ich will doch." „Dann kannst du auch." „Nein, ich kann nicht." „Dann fehlt es deinem Willen eben an Stärke." „Das verbitte ich mir, Max. Ich stehe seit meinem fünfzehnten Jahre auf eigenen Füßen. Ich bin die rechte Hand des Chefs einer Preßhefefabrik." „Das hat nichts zu sagen." „Ach, sieh mal an, du scheinst nicht zu wissen, was Preßhefe für das Volkswohl bedeutet." „Ich meine, Lili, die Preßhefe hat nichts mit dem Schwimmen zu tun." „Das hat ja auch niemand behauptet. Ich habe nur behauptet, daß die Preßhefe wichtig ist für die Volksgesundheit, und dabei bleibe ich." „Na, schön! ... Komm ein bißchen tiefer rein!" „Bist du wahnsinnig, Max? Ich kann doch nicht schwimmen." „Das ist deine Schuld." „Wieso meine Schuld?" „Hör mal zu, Liebling: Schwimmenkönnen ist eine reine Suggestionssache. Wie machen es denn die jungen Fische? Kaum sind sie von ihrer Mutter ausgebrütet ..." „Max, blamier' dich nicht. Fische werden nicht von ihrer Mutter ausgebrütet; die brüten sich allein aus." „Das ist egal ..." „Das ist nicht egal. Ein Fischweibchen legt hunderttausend Eier; wenn es die alle selber ausbrüten wollte, dann würde es einen langen weißen Bart kriegen, bis es fertig wäre." „Fische kriegen keine Bärte, Lili." „Ach, sieh mal an! Und die Auster?" fanden sich auf ben Straßen und Plätzen Anhänger der verschiedensten politischen Richtungen zusammen, die leidenschaftlich die politischen Maßnahmen in Preußen besprachen. Vor allem wurden vor den Anschlagsäulen die Wahlaufrufe der volitischen Parteien heftig erörtert, ohne daß es jedoch hierbei zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen ist. Im Regierungsviertel haben sich viele Neugierige eingefunden, die aber nicht auf ihre Kosten kommen. Bis auf ein kleines Polizeiaufgebot in Kraftwagen und zu Pferde und den verstärkten Postendienst vor den Ministerien verriet nichts die Bedeutung der politischen Vorgänge. Die meisten Abendblätter sind mit mehreren Ausgaben erschienen und finden auf den Straßen reißenden Absatz. Die Polizei versieht ihren Dienst mit besonderer Zurückhaltung und hat bisher keinen Anlaß zum Einschreiten gefunden. Ein Ausruf der Gewerkschaften. Berlin, 20. Juli. (CNB.) Von den unterzeichneten Gewerkschaftsverbänden wird folgender Aufruf verbreitet: Die neuesten politischen Vorgänge haben die deutschen Arbeiter, Angestellten und Beamten i n g r o ß e Erregung versetzt. Sie müssen trotzdem ihre Besonnenheit bewahren. Noch ist die Lage in Preußen nicht endgültig entschieden. Der Staatsgerichtshof ist angerufen. Die entscheidende Antwort wird das deutsche Volk, insbesondere die deutsche Arbeitnehmerschaft, am 31. Juli geben. Es ist d i e P f l i ch t aller gewerkschaftlichen Organisationen und aller Volksschichten, die auf dem Boden der Verfassung und des Rechts stehen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür zu sorgen, daß diese Reichstagswahl stattfindet. Weder der Terror der Straße noch irgendeine ver- fassungswidrige Diktatur darf verhindern, daß am 31. Juli das Volk von feinem höchsten Rechte Gebrauch macht. Die vorbildliche Disziplin der deutschen Arbeiter, Angestellten und Beamten ist auch in diesen schweren Tagen unter allen Umständen aufrechtzuerhalten. Wir lassen uns die Stunde des Handelns von Gegnern der Gewerkschaften nicht oorschreiben. Berlin, den 20. Juli 1932. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Allgemeiner Freier Angestelltenbund. Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften Deutschlands. Gesamtverband deutscher Verkehrs- und Staatsbediensteter. Gcwerkschaftsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenoerbände. Allgemeiner Deutscher Beamtenbund. Deutscher Beamtenbund. Das Echo Der Reichsexekuiive. Berliner preffestimmen. Berlin, 20. Juli. (TH.) Die Berliner Abendpresse nimmt zum Teil bereits ausführlich zu dem Vorgehen der Reichsregierung in Preußen Stellung. Der »Lokal anzei ger" (Hugenberg) nennt das Vorgehen einen ersten Schritt. Die Reichsregierung habe wahrhaftig lange genug gezögert und dadurch unzweifelhaft vieles so verschlimmert, daß die Heilung jetzt doppelt schwer sei. Cs sei aber selbstverständlich, daß mit der Entsetzung von zwei preußischen Ministern oder auch des gesamten Staatsministeriums nichts getan sei. Die eigentliche Arbeit folgeer st jetzt! An die Stelle der Parteimänner müßten wieder Fachleute treten. Die »K r e u z z e i t u n g", das Organ des »Stahlhelms", nennt das Vorgehen der Reichsregierung eine erlösende Tat und begrüßt die Hmsicht und Energie, mit denen die nötigen Schritte eingeleitet worden seien. Die „Deutsche Tageszeitung" (Landbund) überschreibt ihren Artikel „Jetzt durchgreifen". Bedenken föderalistischer Art gegen das Eingreifen des Reiches seien gegenstandslos, weil eine auf vorhergehende Zustände abgestellte Rotvervrd- nung solche Bedeutung und damit auch dauernde Folgen nicht haben könne. Die „D A Z." (gern. Rechte) sieht den unmittelbaren Anlaß für die Reichsexekutivn in dem bekannten Geschäftsordnungstrick der Weimarer Koalition und betont, daß die Maßnahmen der Reichsregierung auf gesetzlichem Boden stünden. Das deutsche Volk der Arbeit wünsche die radikaleBeendigung des Bürgerkrieges. Wenn Severing nur der Gewalt weiche, so sei auch das schon dagewesen. Als die preußischen Truppen 1848 unten Generalfeldmarschall von Wrangel wieder in Berlin einrückten, trat dem Alten der Kommandeur der Dürgerwehr entgegen und erklärte, er weiche nur der Gewalt. Wrangel erwiderte ruhig: „Ra, beim weichen Se man, hier ist die Gewalt!" Das „DerlinerTageblatt(Dem.) spricht von einem halb verbrecherischen Spiel, das die Reichsregicrung begonnen habe. Die Hebereinstimmung zwischen der Begründung der Reichsregierung und den Argumenten der Rationalsozialisten und Deutschnationalen ^gehe bis zur Angleichung in der Formulierung. Das Blatt bestreitet mit aller Entschiedenheit, daß das gefährlichste verfassungsrechtliche Experiment, das je in der Republik.unternommen worden sei, notwendig war. Die „V o s s i s ch e Zeitung" (Dem.) spricht von der „Reichsexekution", die ein Schritt von unübersehbarer Tragweite sei. Die Reichsregierung habe eine Aktion begonnen, die ins Hngewisse führe. Das Vorgehen der Reichsregierung sei ein politischer Akt, aus politischen Vorbedingungen erwachsen, aus der politischen Atmosphäre unserer Tage zu verstehen. Mitten durch das deut- ■mmmaKgaji i iura „Auster ist kein Fisch. Und dann stimmt das auch nicht ganz, was du von dem Ausbrüten sagst. Es gibt Fischweibchen, die lebendige Junge zur Welt bringen." „Lächerlich!" * „Gar nicht lächerlich. Ich kenne so ein Fischweib persönlich; es heißt Agathe Stübicke und hat einen Stand auf dem Wochenmarkt." „Du bist abscheulich!" „Aber Liebling!" „Ach, geh' weg!" „Ich meine es doch gut mit dir. Ich möchte dir doch bloß sagen, was dazu nötig ist, damit man schwimmen kann." „So so! Dazu ist nötig, daß man Näheres über Agathe Stübicke erfährt, nicht wahr?" „Das war doch nur ein Scherz. Im übrigen wiederhole ich: Du mußt intensiv wollen! Du brauchst dir bloß zu suggerieren, daß du schwimmen kannst, dann kannst du schwimmen. Sieh mal, die jungen Fische •. " „Nun kommst du schon wieder damit. Denkst du, die jungen Fische suggerieren sich, daß sie schwimmen können? Die denken gar nicht daran. Die denken an fette Regenwürmer und an solche Sachen." „Na ja, aber ..." „Was denn, aber?! Die jungen Fische haben keine Ahnung von Suggestion, sage ich dir. Wie kommst du bloß auf solchen Unsinn?! Nächstens erzählst du mir noch, die Fische halten spiritistische Säancen ab." „Aber davon spreche ich doch gar nicht." „Natürlich sprichst du davon." „Nun sei doch mal vernünftig, Lili. Du sagtest doch, du möchtest gern schwimmen, nicht wahr ..." „Ja, und da lenktest du ab und kamst mir damit, daß die Fische Geister beschwören können." „Aber daran ist doch kein Wort wahr, Lili." „Ist es auch nicht! Ich freue mich bloß, daß bu das jetzt einsiehst. Schwimmen ist wahnsinnig schwer." „Schwimmen ist eine Kleinigkeit." „Denkst du! Marlene in Binz hängt schon seit sechs Wochen an der Angel und kann es immer noch nicht." „Weil Marlene keinen Willen hat." „Ja, und weil sie nicht weiß, daß Kabeljaus den Geist Napoleons zitieren können, nicht wahr?" „Wer behauptet denn so was?" „Du behauptest es." „Dummes Zeug! Ich behaupte nur, daß die Fische schwimmen können." „Guck mal an! Das ist ja eine große Neuigkeit." sche Volk gingen die Trennungsgräben. In verschiedene Lager geteilt ständen sich die Volksgenossen feindlich gegenüber. Heber ihnen sollte die Reichsregierung ein einigendes Band darstellen. Statt Lessen habe sie sich veranlaßt gesehen, bei einer bestimmten Parteigruppierung Stütze und Rückhalt zu suchen. Der „Deutsch e“ (Christi. Gewerksch.) überschreibt seinen Kommentar..ein gefährlicher Weg" und sagt: Daß Üie Gewerkschaften dieser Entwicklung mit stärkstem Mißtrauen gegenüberstehen müssen, darüber ist wohl kein Wort zu verlieren. Denn die dunklen Kräfte, die jetzt immer stärkeren Einfluß zu gewinnen suchen, sind Feinde der Gewerkschaften und der ganzen Sozialpolitik. Stimmen ans dem Reich. Köln, 21.Juli (CNB. Funkspruch.) Die „Kölnische Zeitung" betont, daß unter allen Umständen versucht werden muß, die Krise auf einem Wege zu lösen, der wieder in normale Wege zurückführe, und nicht im Bürgerkrieg münde. Die Reichsregierung täte gut daran, die Reichstagswahl in aller Freiheit stattfinden zu lassen und sich allen Einflüssen zu widersetzen, die auf eine Verhinderung der zum 31. Juli angesetzten Wahl abzielen. Gelinge es, die politischen Leidenschaften in Ruhe und Ordnung auf einen friedlichen Kampf mit dem Stimmzettel abzuleiten, dann könne der 31. Juli eine Wende zur Besserung bedeuten. Alle diejenigen, denen die Nation höher stehe als die Partei, müßten das Ihrige dazu tun, um den Staat aus der Krise herauszuführen. — Die „Königsberger Allgemeine Zeitung" weist auf die Schwere des Schrittes und die Gefahren des Verfalls der Reichseinheit. Peinlich werde der schwarz-roten Koalition sein, wenn jetzt der Trick der geänderten Geschäftsordnung u n - wirksam würde. Die schwerste Verantwortung aber liegt jetzt bei dem Zentrum und den Nationalsozialisten. Ihre gemeinsame Arbeit könnte heute wahrscheinlich allein Preußen und damit Deutschland retten. Der Dresdner nationalsozialistische „Freiheitskampf" erklärt: Es geht jetzt darum, die letzte Bastion des Marxismus endlich zu zertrümmern, damit die Bahn für den durch die Preußenwahl bekundeten Willen des Volkes frei gemacht wird. Vom Erfolg der Aktion des Reiches wird es abhängen, welche Stellung die Nationalsozialisten weiterhin zur Regierung von Papen einnehmen werden. Sollte der Versuch gemacht werden, wiederum eine Länderfront gegen das Reich zu bilden, dann wird man die Nationalsozialisten in Front zur Verteidigung der Reichseinheit finden. Wir warnen in letzter Stunde alle Bürgerkriegshetzer, Rotmordkommandos und aufsässigen Länderminister. — Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" schreibt, die Minister, die ohne Parla- „Jch meine, die jungen Fische können schwimmen ... rein aus Naturtrieb, aus Ueberzeugung, aus Willen." \ „Aber manchmal gehn sie auch unter und er!- trinken." „Das ist nicht wahr." „Das ist doch wahr. Mir hat es ein alter Fischer erzählt." „Der muß ja schön besoffen gewesen sein." „Er war ganz nüchtern, bitte sehr! Er ist morgens rausgefahren zum Fischen, und wie er Frühstück machen wollte, da ist ihm eine Büchse ihit Del'- farbinen über Borb gefallen. Er sagt, wie Blei ist sie weggesackt." „Na ja! Mit bir ist ja keine ernste Unterhaltung möglich." • „Mit bir vielleicht?" „Allerbings." „Ich danke schön! Seit du mir gesagt hast, ein Barsch kann Tischrücken machen und Blumen aus der Luft greifen, glaube ich dir kein Wart mehr." „Alsa Schluß damit! ... Komm jetzt, — wir wollen uns anziehn!" „Wieso denn?! Ich will schwimmen." „Na, denn schwimm!" „Wie soll ich denn schwimmen?" „Leg' dich auf den Leib, zieh' Arme und Beine an, und bann stoß' kräftig aus." „Unb wenn ich ertrinke?" „Du ertrinkst nicht. Stell' bir boch mal vor, was bas Wasser alles trägt! Das Wasser trägt große Schiffe mit Tausenben von Menschen." „Ja, aber wenn einer baoon über bie Reling fällt, unb er kann nicht schwimmen, bann geht er unter." „Nur wenn er sich selber verloren gibt. Wenn er schwimmen will, geht er nicht unter. Fester Wille vermag alles. Fester Wille versetzt Berge." „Das nützt einem gar nichts wenn man am Ertrinken ist." „Natürlich nützt es einem was." „Nein, es nützt einem nichts. Wenn ich in ber Ostsee liege, unb bas Wasser läuft mir von oben rein, bann ist es mir ganz egal, ob ich den Popo- catevetl nach Apolba versetzen kann ober nicht." „Du bist eben entnervt, Lili." „Was bin ich?" „Entnervt bist bu! Du hast kein Rückgrat, du besitzt weniger Tcstkraft als ein Wasserfloh." „Und meine Stellung in ber Preßhefefabrik?" „Piih! Wer weiß, was bu mit dem Chef hast!" mentsmanbat bisher in Preußen noch regiert haben, lassen bem Bolschewismus ziemlich freien Lauf. Ja, sie haben offen ober in Andeutung immer wieder z u einer Einheitsfront mit den roten Terroristen aufgerufen. Das sind Tat- fachen. Mit dem Bolschewismus gibt es kein Paktieren. Lieberraschende Einberufung des Hessischen Landtages. Die Nationalsozialisten beantragen Verfassungsänderung und Ausnahmezustand. Darmstadt, 20.3uli. (1D5J1.) Das Plenum des hessischen Landtages ist auf Donnerstag kommender Woche, vormittags 11 Uhr, einberufen worden. Wenn die (Einberufung auch insbesondere mit Anträgen aufz Hilfe für die hoch- wassergeschädigten begründet ist, so ist doch e i n Hauptpunkt der Tagesordnung ein nationalsozialistischer Antrag, dem Artikel 37 der Verfassung einen Absatz 4 einzufügen, der besagt: „Das Gesamtministerium kann aus dem Staatspräsidenten allein bestehen." Die Vorschriften dieses Absatzes 4 sollen dann entsprechend auf die übrigen versassungsbestimmungen hinsichtlich der Regierung und ihrer Pflichten Anwendung finden. Auf der Tagesordnung stehen außerdem noch einige nationalsozialistische Anträge auf Verhängung des Ausnahmezustandes und auf Entlassung von Polizeioffizieren. Nie Kabinettsumbildung in Italien. Rom, 20. Juli. (TU.) Die grundlegenden Per- sonalveränderungen im italienischen Kabinett entsprechen, wie aus ber amtlichen Mitteilung über die Kabinettsumbildung htzpvorgeht, ber in Italien üblichen Tendenz der „W anberung ber A e m - t e r". So ist denn auch der neue Justizminister de Franeisci Rektor ber Universität Rom und der neue Kultusminister Rektor ber Universität Palermo gewesen. Die Vereinigung der beiden wichtigsten Ministerien, des Aeußeren und bes Korporationsministeriums in ber Hand Mussolinis läßt darauf schließen, daß jetzt bie; Außenpolitik wieder enger an die Innenpolitik angeschlossen werden soll. Die Uebernahme bes Außen« Ministeriums durch Mussolini deutet darauf hin, daß Mussolini darauf brähgen will, daß bie A b - rüftungstonferenj und ber wirtschaft« li ch e Wiebe raufbau Europas jetzt schneller in Gang kommen. Die Uebernahme des Außenministeriums durch Mussolini ist eine Folge ber Haltung ber übrigen europäischen Länder, die Lösung der Abrüstungsfrage und der anderen großen Fragen zu verschleppen. Der Rücktritt Grandis von diesem Posten ist keineswegs darauf zurückzuführen, daß Qrartbi in Ungnade gefallen sei, denn er hat anerkanntermaßen mit den Vertretern aller europäischen Mächte auf bestem Fuße gestanden. Dadurch, daß dieses Ministerium jetzt von Mussolini selbst übernommen wird, soll bie absolute Unabhängigkeit Italiens von dem Verhalten ber übrigen Mächte bekundet werden. Mutmaßungen in -er (Schweiz. Basel, 20. Juli. (ERB.) In Kreisen füh- renber Finanzleute, die mit Italien rege Beziehungen unterhalten, verlautet auf Grund von Meldungen, welche aus Mailand eingetroffen sind, daß bie Hmbildung des italienischen Kabinetts zum Teil darauf zurückzuführen ist. daß Mussolini mit bem Äusgang ber Lausanner Konferenz nicht zusrieben war. Italien habe in Lausanne einer Streichung der Reparationen zugestimmt, ja sei entschieden dafür eingetreten, ohne je* doch eine Streichung"der eigenen Schulden erhalten z u können. Weiter hätten bie Verhandlungen in Lausanne eine gewisse Reuorientierung der italienischen Politik notwendig erscheinen lassen. Verschiedene Minister, so Mosconi, sollen sich zusammen mit G r a n b i einer solchen Reuorientierung to i b e r - setzt haben, was dann dazu führte, daß ihnen bie Demission nahegelegt wurde. „Ah, bas geht zu weit! Nimmst bu bas zurück?" „Gar nichts nehme ich zurück!" „Schön!" Hier geht Lili ein paar Schritte vorwärts, wirft sich mit bem Leib ber Flut entgegen, macht eine Anzahl krampfhafter Schwimmbewegungen, bekommt Wasser in bie Kehle, hustet unb spuckt, verschwindet in einer Welle, taucht wieder auf und schreit aus Leibeskräften: „Hilfe!". Max stürzt hinter ihr her, wirft sich mit bem Leib ber Flut entgegen, macht eine Anzahl krampfhafter Schwimmbewegungen, kriegt Wasser in bie Kehle, hustet unb spuckt, verschwinbet in einer Welle, taucht roieber auf unb schreit aus Leibeskräften: „Hilfe!". Der Babemeister bringt beibe aufs Trockene. Max und Lili sind grün angelaufen; sie schnappen, mit keuchenden Lungen nach Luft. Nach einer Weile beginnt Lili: „Max!". „Was?" „Warum hast du mich nicht rausgeholt?" „Weil ich nicht schwimmen kann." „Weil bu nicht schwimmen kannst, bu Trottel? Hast bu nicht gesagt, wenn man will, bann kann man schwimmen?" „Ja, aber ich will nicht, bu Gans!" Diese Ehe ist roieber geschieben worben. Oer klavierspielende Hund. Ein Wanderzirkus produzierte allabendlich einen Wunderhunb. Der Hund konnte nicht, wie andere Wunderhunde, rechnen, lesen, Saltos schlagen usw., sondern er konnte Klavier spielen. Mit seinen beiden Vorderpfoten brachte er es fertig, einen vierstimmigen Satz auf dem Klavier zu spielen. Es war rätselhaft. Das Wunder dieses Hundes wurde aber eines Abends während der Vorstellung durch ein noch größeres Wunder übertroffen. Der Hund sah auf bem Klaviersessel und hieb mit den Tatzen auf die Tasten. Da huschte eine Maus über die Bühne. Diese Störung konnte der Hund nicht vertragen. Mit einem Satz war er vom Klaviersessel herunter und hinter der Maus Her. Die Maus verschwand in den Kulissen. Der Hund auch. Und — wunderbar — das Klavier spielte weiter. Jetzt wird ber Zirkusbesitzer nicht mehr den klavierspiele-nden Hund als Attraktion herausbringen, sondern das Wunder- klaoiec, das ohne den Wunderhund spielt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 21. 3uli 1932. Schierling ist Gist. Immer wieder hört man, daß Personen — vor allem Rinder — nach dem Genuß von Schierlings- knoUen sterben. Der Schierlingsbecher, den Sokrates trank, lebt auf in der Erinnerung angesichts der Opfer der blühenden Umbelliferen. Sie sind nächst dem Bärenklau die Riesen unter unseren dolden- blutigen Gewächsen. Wir unterscheiden an unseren Flußufern auf den Wiesen und in unseren Gärten 12 Arten,' teils giftig, teils verdächtig. Die gefährlichsten von ihnen sind der Gefleckte Schier- l i n g der Wasserschierling und der Gar- t e n s ch i e r l i n g. Der Gefleckte Schierling (Conium Maculatum) soll den sokratischen Trank geliefert haben. In einer Höhe von ein bis zwei Metern setzen die zartgerillten Stengel die zahlreichen Selben mit den vielen weißlichen Blüten an. Häufig sind bie Stengel am Grunde braunrot und die hohlen Blattstiele am Grunde rotgefleckt, ein Umstand, dem diese gefährliche Giftpflanze ihren Beinamen verdankt. Ihr etwas kleinerer Bruder, der Wasserschierling (Cicuta virosa), ist unsere giftigste Dolden- pflanze. Der Genuß bet grünen Blätter oder der hohlen, fächerigen, nach Sellerie duftenden Wurzel- knallen kann für Menschen und Vieh tödliche Folgen haben. An Sümpfen und Wasserläufen prangen über den zwei- und dreifach gefiederten Blättern mit vielen scharfgesägten Blättchen die unangenehm riechenden weißen Blütendolden. Auf Schutthaufen und in Gärten zwischen Petersilie usw. sproßt der Gartenschierling, auch Hundspetersilie genannt. Wenn sie jung ist, kann die Pflanze leicht mit der echten Petersilie verwechselt werden, sie unterscheidet sich aber von dieser durch den starken Glanz der Blätter, die übrigens auch spitzer sind und beim Reiben einen widerlichen Geruch von sich geben. Der Genuß dieser Giftpflanze bewirkt Erbrechen, Schwindel, ja manchmal sogar die völlige Lähmung des Nervensystems. Die übrigen giftigen Doldenblütler sind weniger gefährlich. Der betäubende Kälberkropf (Chaerophyllum tomulum) mit seinen dunkel-graugrünen Blättern und violetten, in dichten Dolden stehenden Früchtchen ist ebenfalls ein Schierlings» Artgenosse. Lediglich verdächtig ist der Riese unter unseren Umbelliferen, der Bärenklau, die K ü m m e l s i l g e und die Röhrige Rebendolde. Diese Umbelfiefcren gleichen sich äußerlich, wenn sie auch von verschiedener Größe sind, bevor- zugcn nasse Wiesen oder Wasserläufe und Schutthalden, fallen durch ihr imposantes und stolzes Aeußere auf, sind aber meist trotz ihrer Giftigkeit wenig bekannt. Kürzung der Militärrenten. Vom Versorgungsamt Gießen wird uns geschrieben: 'Auf Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 14. Juni 1932 über Maßnahmen zur Erhaltung der Arbeitslosenhilfe und der Sozialversicherung, sowie zur Erleichterung der Wohlfahrtslasten (RGBl. 1, S. 273) muß auch ein Teil der Renten für die Kriegsbeschädigten und »Hinterbliebenen neu festgestellt werden. Eine Kürzung der Versorgungsgcbührnisse tritt aber nur bei kinderlosen Leichtbeschädigten ein, sie beträgt 20 v. H. Der Anspruch auf Kinderzulage und Waisenrente erlischt nunmehr allgemein mit dem Ablauf des Monats, in dem das-Kind das 15. Lebensjahr (bisher 18. Lebensjahr) vollendet. Kinderzulagen und Renten für Kinder, die am 1. August 1917 oder früher geboren find, kommen mit Ende Juli 1932 in Wegfall; sic können jedoch weitergewährt werden, wenn das Kind infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen außerstande ist, sich selbst zu unterhalten, ober sich noch in der Schul- ober Berufsausbildung befindet, und wenn ein Bedürfnis vorliegt. Eine Weiterbewilligung von Kinderzulagen für Kinder von Leichtbeschädigten, die nach dem 31. Juli 1917 geboren sind, wegen Schul- und Berufsausbildung kommt nicht mehr in Frage. Nähere Auskunft erteilen das Versorgungsamt und bie amtlichen Fürsorgestellen. Zur Nachahmung empfohlen? Ein französischer Schriftsteller hat seine Lands- leute einmal in einer etwas boshaften Weise gekennzeichnet: Der Franzose auf Reisen, das sei der Herr, der nochma! Brot nachbestellt und sich in der Geo- graphie nicht auskennt. Wie alle Wahrheiten, so scheint auch diese im Fleisch der Getroffenen eine Spitze hinterlassen zu haben. An ihre Vorliebe für Brot (es ist ja auch besonders gut, wenngleich das ewige Weißbrot nicht jedermanns Geschmack ist) bas sie zu jeder Mahlzeit in Mengen essen, lassen sie nicht rühren. Aber das mit der Geographie? Ist das nicht doch ein bißchen blamabel? Jedenfalls ist urplötzlich in Frankreich eine neue Mode aufgetaucht: Tischdecken mit allen Karten der alten und der neuen Welt. In der Nähe der Pariser Oper hat sich ein tuntiger Kaufmann aufgetan und verkauft Wachstücher mit den Landkarten aller Erdteile, sowohl in ihrem heutigen Zustand, wie auch nach Mustern alter Stiche. Es sieht seltsam aus, und ist nicht ganz ohne Reiz. Aber das ist doch nicht alles! Wachstücher auf dem Eßtisch brauchen noch nicht jedem zu gefallen! Und barum werden jetzt die Teegedecke aus zartem Batist oder Seinen mit allen nur möglichen geographischen Gegenden bestickt. „Wollen Sie an der Riviera Tee trinken? Bitte sehr, hier auf hellblauem Grund, eine Karte von der ganzen Mittelmeerkuste. Lockt Asien Sie? Eine Batistdecke aus zartem Gelb ist mit Ländern, Städten Gebirgen und Flüssen des großen China bedeckt. Südsee? Bitte, auf zartem Grün sind alle bie paradiesischen Inseln verzeichnet." „Sie lieben boch Bali so, liebste Iosy, bitte nehmen Sie an meiner Linken Platz!" „Unb du, Hetti, dein Traum ist es ja, wir wissen es, Waikiki, hier rechts ist dein Gedeck!" Es ist kein Scherz, es ist keine Phantasie, es ist lautere Wirklichkeit. Bestellungen werden entgegen« genommen. Welcher Teil des Globus? Auf welcher Farbe und aus welchem Material? Bitte sehr, wird Ihnen in ... sagen wir 10 Tagen geliefert." Wenn die Franzosen jetzt ihr geliebtes Brot verzehren, können sie nebenher rasch ein bißchen Geographie lernen! Vielleicht könnte diese Sitte auch bei uns eingeführt werben?! * V. N. ** Falsche Reichsbanknoten zu 20 RM. Die Frankfurter Kriminalpolizei hat festgestellt, daß neue Fälschungen von 20-Mark-Noten in ben Verkehr gekommen sind, unb zwar handelt es sich um Fälschungen, die bisher unbekannt waren. Die Falsch« scheine tragen das Ausgabedatum vom 1. Oktober 1924 unb finb in ber Höhe ein unb in der Breite zwei Millimeter kleiner als die echten. Die Pflanzen» fasern sind durch braune Farbstriche vorgetäuscht. Die ^ummernzahlen sind höher unb enger anein» anbergeftellt, und die Rückseite ist unsauber. Da die Hilfe des Publikums zur Aufdeckung dringend not- wendigist, hat die Reichsbank eine Belohnung von 3000 Mark auf bie (Ergreifung der Falschmünzer ausgesetzt. Massen-Verhasiungen in Homberg und Umgebung. * Homberg, 21. 3ull Bei der weiteren Hn- tersuchung des kommunistischen Heber« fallet auf S A. - Leu t e aus Alsfeld in der Macht zum Sonntag zwischen Homberg und Mieder-Ofleiden erfolgte gestern in Homberg, Rüd- dingshausen und Londorf eine ganze Anzahl weiterer Verhaftungen. Die feftgenommenen Personen wurden dem Amtsgericht in Homberg vorgeführt. Mach der Vernehmung der Verhafteten erließ das Amtsgericht Homberg allein im Lause des gestrigen Tages gegen 20 Personen Haftbefehl. Da am Sonntagabend bereits 7 Personen wegen dieser Vorfälle in Untersuchungshaft abgeführt wurden, ist nunmehr d i e Zahl der durch das Hornberger Gericht in Haft genommenen Personen auf 27 gestiegen. Bei sämtlichen Verhafteten handelt es sich, wie wir zuverlässig hören, um Kommunisten. Die Verhafteten wurden von Homberg aus zum Teil dem Landgerichtsgefängnis in Gießen, zum Teil der Zellenstrafanstalt in Butzbach zugeführt. Heben der hessischen Polizei und Gendarmerie trat in dem angrenzenden preußischen Gebiet auch die preußische Gendarmerie in Tätigkeit. Dort wurden ebenfalls zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Die dortigen Verhafteten, deren Anzahl wir zur Stunde noch nicht erfahren konnten, wurden dem Amtsgerichtsgefängnis in Kirchhain zugeführt. Die älntersuchung nimmt ihren Fortgang. Es sind voraussichtlich noch weitere Verhaftungen zu erwarten. Der in das Krankenhaus zu Alsfeld eingelieferte, von den Kommunisten schwer verletzte 621.« Mann Willy Weber befindet sich, wie uns auf Anfrage in Alsfeld mitgeteilt wird, auch heute morgen noch in Lebensgefahr. Kommunalpolitiker-Konflikt nach derButzbacherBürgermeisterwahl 0 Butzbach, 20. Juli. Als Nachklang zu dem k o m m u n a l p o l i t i s ch e n Kampf um die W i e d e r b e s e tz u n g unserer Bürger« m e i ft e r ft e 11 e ist es jetzt zu einem Konflikt zwischen dem Beig. Dr. Schmidt, der seit Januar b. I. bie Bürgermeistergeschäfte führt, unb bem Stabtratsmitglieb Oberjustizinspektor Vierheller gekommen. Beig. Dr. S ch m i b t hat in einem Brief an bas Stabtratsmitglieb Vierheller Vorwürfe erhoben, bie besten Tätigkeit beim Gericht unb sein Wirken als Dorsitzenber ber Bürgermeister-Wahl- kommission zum Gegenstanb haben. Das Schreiben bes Beig. Dr. Schmibt, bas abschriftlich auch einer Anzahl Stadtratsmitglieber zugestellt wurde, hat dem Stadtratsmitglled V i e r h e l l e r Veranlassung gegeben, durch einen Gießener Rechtsanwalt Klage gegen den Beig. Dr. Schmidt beim Gericht einzureichen und zugleich gegen sich leibst ein Disziplinarverfahren beim Amtsgericht Butzbach zu beantragen, um hierdurch ben Beweis zu führen, baß bie gegen ihn erhobenen Vorwürfe unbegrünbet finb. Auf ben Ausgang biefes Konfliktes ist man hier außerorbentlich gespannt. Gericht über das System Kühn in Wetzlar. WSA. Wetzlar, 20. 3uli. Am 19. Februar verurteilte das Erweiterte Schöffengericht den Direktor der Städtischen Betriebswerke in Wetzlar, Diplom-3ngeni«ur Leo Ehlert, wegen Untreue zu 4 Monaten Gefängnis. Gegen dieses Urteil hatten sowohl Chlert wie auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Die Große Strafkammer in Limburg verhandelte gestern 9 Stunden lang über diese Berufungen. Sie verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft und verurteilte Ehlert an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat zu 300 Mark Geldstrafe. sowie zur Tragung der Hälfte 6er Kosten der Berufung. Gegen das Urteil gibt es kein Rechtsmittel. Die Verhandlung nahm ihren Ausgangspunkt bei den Arbeitszetteln, auf Grund deren Material für den Dau der Wasserleitung an dem dem früheren Bürgermeister Dr. Kühn gehörigen 3agdhaus in Werdorf verrechnet wurde, und nicht auf dem entsprechend gekennzeichneten Konto, sondern auf Konten der internen Verwaltung, wobei die Zettel von Ehlert unterschrieben wurden. Die Unterschrift leistete Ehlert entgegen der sonstigen Gepflogenheit, um, wie er sagte, dadurch die Zettel als für Werdorf bestimmt zu kennzeichnen. Auf die Einwendungen des Eerichtsvorsitzenden erwiderte Ehlert, er habe die strikte Anweisung von Dr. Kühn erhallen, die Lieferungen auf diese Weise zu verschleiern. Chlert gab dabei eine Charakterisierung von Dr. Kühn, der seinerzeit nach Aufdeckung des Wetzlarer Kommunalskandals bekanntlich Selbstmord begangen hat. Es sei völlig ausgeschlossen gewesen, den Anordnungen Dr. Kühns entgenzuhan- de In. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 20. Juli. Am 13. Mai fuhren zwei Arbeitslose auf der Landstraße Nieber-Wöllstabt— Okarben mit ihren Fahrräbern nebeneinanber. Ein Arbeiter aus Ilbenstadt überholte sie mit seinem Fahrrab unb unterhielt sich währenddessen mit ihnen. Plötzlich hörten die beiden Arbeitslosen das Signal eines von hinten kommenden Autos; da war es auch schon da. „Es war ein Knall und Schlag, da lag der Jlbenstädter auch schon tot etwa zehn Meter vor unseren Rädern", sagte der eine Zeuge. Das Auto hielt ein Stück entfernt. Wie der Unfall in seinen Einzelheiten sich zugetragen hat, konnten die er chreckten Zeugen nicht angeben. Em dritter Radfahrer etwa 200 Meter zurück, hatte zwar das sehr schnell an ihm vorbeifahrende Auto beobachtet und auch befürchtet, daß es nicht ohne Unglück an Öen drei Radfahrern vor ihm vorbeikomme; auch er tonnte aber genaue Angaben über den Vorfall nicht machen. Der Angeklagte bestritt, im Gegensatz zu früher den Toten angefahren zu haben; er be- hauptete dieser müsse ohne sein Verschulden vom Rad gefallen sein und sich dabei verletzt haben. Nach Ansicht der medizinischen Sachverständigen war dies jedoch nach der Art und Schwere der Verletzungen nicht möglich. Das Gericht vertagte nach längerer Beratung die Sache, damit noch weitere Ermittelungen vorgenommen werden. DeuWe Änersefoiwreine in aller Well. 3um 11. Deutschen Sängerbundesfest in Frankfurt am Main. Don Fritz Heinz Neimefch. Das 1L Deutsche Sängerbundesfest, das vom 21. bis 24. Juli in Frankfurt a. M. stattfindet, steht im Zeichen des ge- lamtdeutschen Gedankens, der Zusammengehörigkeit der Deutschen innerhalb unb außerhalb der Reichsgrenzen in Europa und Ueberfee. In einer Volksdeutschen Weihe- ftunbe und in einer Volksdeutschen Kundgebung in der Paulskirche werden die Vertreter aller deutschen Gruppen diesem Ge- meinschastsbewußtsein Ausdruck geben. Der vierstimmige Männergesang, der in den Freiheitskriegen zum Ausdruck nationalen Hochgefühls wurde, forderte kategorisch eine Der« einsmäßige Zusammenfassung der Sänger, die sich willig der leitenden Hand 'bes Chormeisters unter« ordnen. Es entstand der Männergesangverein, und überall in deutschen Landen wachsen fast zu gleicher Zeit Vereine in die Höhe, die sich die Pflege des vierstimmigen Männergesanges zur Aufgabe machten. Don allem Anfang steht aber neben der Musik das Treubekenntnis zu Volk und Vaterland. Möge der deutsche Vereins« meier auch noch so viel belächelt, auch noch so sehr mit ätzendem Hohn übergossen worden sein, d i e Sehnsucht nach einem größeren Deutsch« lanb, nach einer Vereinigung aller Stämme lebte in ben Gesangvereinen, was den Sängern für alle Zeiten hoch anzurechnen ist. Da überall, wo Deutsche leben, gesungen wird, so entwickelten sich selbstver- ständlicy auch in all den Gebieten des alten Oester« reich-Ungarn, aber auch in Ueberfee, in Nordamerika, Südamerika, Afrika, ja sogar im fernen Australien Männergesangvereine, lieber ihre kulturelle und nationale Bedeutung für das Auslands« deutschtum sei in folgendem kurz berichtet. In der uralten Kultur des fubetenöeut« schen Volkstums sind Musik und Gesang von alters her in hoher Blüte gewesen und schon frühzeitig haben sich auch im Böhmerlande Gesangvereine gegründet. Die Sudeten deutschen waren auf allen Sangerfesten in großen Scharen vertreten, ihr Panier, die blaue Leier auf weißem Grund ist in ganz Deutschland bekannt. Als nach dem Zusammenbruch der öfterreichisck)-ungarfichen Monarchie die dreieinhalb Millionen Deutschen, die in die Tschechoslowakei eingepreht wurden, ihr nationales Leben neu aufbauten, schufen sich auch die Gefangoereine eine mächtige Organisation, den „Sängerbund der Sudetendeutschen", dem bie Sängerbünde in Böhmen, Mähren und Schlesien angehören und dem sich auch die Gesangvereine der Zipfer Sachsen, die m dem herrlichen Ländchen zu Füßen ber Hohen Tatra leben, an» glieberten. Runb 900 Vereine mit 25 000 Sängern und 8000 Sängerinnen find in dem Bunde vereint, der sich in 20 Gaue gliedert und auch eine eigene Zeitschrift herausgibt. Diese Gesangvereine stehen in der vordersten Front des schweren Volksdeutschen Abwehrkampfes gegen die Tschechen, und es gibt keine Tagung der sudetendeutlchen Schutzvereine, in denen der deutsche Schargesang nicht eine bedeutsame Rolle bei der feierlichen Ausgestaltung hat. Im ältesten auslanddeutschen Siedlungsgebiet, i n Siebenbürgen, sind die Sänger und Turner die Träger der nationalen Begeisterung. Die alten und großen Gesangvereine 'ber alten Sachsenstädte haben hier eine ganz besondere kulturelle Mission zu erfüllen. Umgeben von Millionen von Magyaren und Rumänen wirken diese Vereine durch ihren hochkultivierten Gesang eminent kulturpropagan« disti' ch. Ihre Oratorien und Opernaufsührungen sind Ereignisse von bebeutfamer Tiefenwirkung. In allen deut chen Landgemeinden Siebenbürgens bestehen deut che Gesangvereine und schon im Jahre 1892 haben sich die Siebenbürger Sänger zum „S i e - benbürgischen Deutschen Sä ngerbunb" zusammengeschlossen. Ihre Sängerfahrten nach Rumänien, nach der Bukowina, ja selbst ins Mutterland haben Zeugnis davon abgelegt, auf welch hoher gesanglicher Stufe diese Vereine stehen. Neben diesem deutschen Sängerbund in Siebenbürgen wächst im heutigen Großrumänien ein anderer Sängerbund heran, dessen Wirken in nationaler Beziehung überaus wichtig ist. Wie bekannt, waren die zwei Millionen Donauschwaben durch die scharfe Magya- risierungspolitik des alten Ungarn in ihrem völkischen Bestand schwer bedroht. Die an Rumänien gekommenen sogenannten Banater Schwaben, ein überaus sangesfrohes Volk, haben im August 1922 den „Bund Banater Deutscher Sänger" gegründet, dessen Aufgabe es zunächst war, überall neue Gesangvereine zu gründen. Heute gibt es deren schon mehr als hundert, und diese Gesangvereine sind die stärkste Stutze der deutschen Bolksge- meinschaft im Banat. Seit 60 Jahren wirkt der „Czernowitzer Männergesangverein", der der Dorortverein für die deutschen Gesangvereine des Buchenlandes ist, und schon im Jahre 1852 wurde in Bukarest die „Liedertafel" gegründet, die im „östlichen Paris" aus in künstlerischer Beziehung eine Rolle spielt. Im heutigen Rumpfungarn wird dem (Be- fang verein von der politischen Führung des ungar- ländischen Deutschtums eine große Aufgabe 311 gerieten. Der Budapester Gassenhauer, der seit Jahrzehnten auch in der ländlichen deutschen Bevölkerung gewütet hat, kann nur durch das Volkslied vernichtet werden. Der ungarländische -deutsche Volksbildungsverein bemüht sich daher, überall Gesangvereine zu gründen, denn mit Ausnahme von Budapest und der Umgebung von Oedenburg,, wo sowohl in der Stadt als auch in den umliegenden großen deutschen Gemeinden al:e zroße Gesangvereine bestehen, gibt es in den Dör« em nur wenige Vereine. Es werden Musikwett- treite und Wettsingen abgehalten, die der Bevölkerung so rechte Lust am deutschen Sang machen sollen. Die Erfolge sind erstaunlich gut. Daß es in dem vom Reiche abgetrennten (gebieten zahlreiche hervorragende Gesangvereine gibt, ist ja selbstverständlich. Auch in Siids 1 awien sind die deut- fchen Sänger immer dort zu finden, wo das Deutschtum zu verteidigen ist. So alt wie die Ge« fangDereinsiöe-e ist, so alt sind auch die Gesangvereine in den baltischen Städten. Und überall dort, wo in den Großstädten Europas größere oder kleinere deutsche Kolonien bestehen, gibt es ebenfalls Gesangvereine. Doch wir wollen nun unseren Blick auch nach Ueberfee lenken. Der erste Shinftgcfang, der in Nordamerika erklang, ist deutsch gewesen. Es waren die Herrenhuter Bruder, die ihre frommen Lieder fangen, über deren Wohllaut nicht nur Angelsachsen und Spanier, sondern auch die Indianer gestaunt haben. Die Gründung des ersten weltlichen Gesangvereins erfolgte vor bald hundert Jahren, und zwar im Jahre 1835 in Philadelphia. Es folgen dann in kurzen Abständen Baltimore, Cincinnati, Neuyork, Louisville, unb als in den vierziger Jahren die deutschen „Revolutionäre" Hoffmann von Fallersleben, Freiligrath, Herwegh, später dann Carl Schurz und die vielen anderen, denen Deutschland zu eng war, nach Amerika kamen, da gab es bald feine Stadt mit deutscher Bevölkerung mehr, die nicht einen oder auch zwei Gesangvereine gehabt hatte. Schon in den fünfziger Jahren gründet sich der „Oestl'iche Sängerbund" und der „Deutsch-Texanische", der „Nordwestliche" und der „Nordamerikanische Sängerbund", denen sich später der „Pazifische Sängerbund" angliederte. Es ist nur zu natürlich, daß das Land der Riesenströme und Riesenschluchten, der Riesenbrücken und Riesenbauten auch riesige Gesangvereinsveranstaltungen aufweift. Am Sänger- fest zu Broocklyn im Jahre 1900 nahmen etwa 6000 Sänger und 174 Vereine teil. Millionen deutscher Menschen sind in Amerika dem Deutschtum schon allmählich verloren gegangen, auf die aber, die deutschen Gesangvereinen angehörten, kann man sich verlassen, denn die Bindung an die Seele des Mutterlandes ist das deutsche Lied. Auch bei den Deutschen in Brasilien, in Chile und Argentinien gibt es deutsche Ge- jangoereine. In Chile sind 22 Vereine zu einem Bund vereinigt, und eine recht stattliche Prozentzahl des etwa 30 000 Seelen zählenden Deutschtums sind singende oder unterstützende Mitglieder der Vereine. In Brasilien steht das Gesangvereinswesen noch am Anfang feiner Entwicklung Noch find die Gebiete der vorwärts fchreitenden Kolomstendörfer für den deutschen Männergesang nicht gewonnen, denn die weiten Wege in Camp und Busch hindern die Dereinsgründung; doch in den großen Städten blüht das '«ängeroereinswesen, und die deutschen Sängertage find hier ebenso wie überall in der Welt wichtige deutsche Greigniffe. Im ehemaligen Schutzgebiet Südwestafrika wurde im Jahre 1902 zu Swakopmund der erste Männerge- fangaerein gegründet. Durch den herrlichen Roman Hans Grimms haben wir alle 'das weite Sonnen- land Südwest lieben gelernt. Vor fünf Jahren hat der tapfere Südwesterstamm seine Gesangvereine in den „Südwestafrikanischen Sängerbund" mit dem Sitz in Windhuk vereinigt, und mit seinem Wahlspruch sei diese gedrängte llebersicht über die deutschen Gesangvereine in aller Welt beschlossen: So lange hier das deutsche Lied erklingt, geht uns das deutsche Wesen nicht verloren. Buntes Allerlei. Eine moderne Vogelwarte. Die Vogelwarten von heute verfolgen neben wissenschaftlichen Aufgaben die Ziele, Vogelschutz zu treiben und in der Oeffentlichkeit aufklärend zu wirken. 3n musterhafter Weise geschieht dies durch die Vogelwarte in Essen, über, deren Einrichtung R. Korte in der „Gartenschönheit" berichtet. Das 3nftitut untersteht dem städtischen Gartenamt, das wieder der Forstabteilung angegliedert ist. Durch Aushang von Aisthöhlen, Winterfütterung, Anlegung von Vogelschutz-Gehölzen usw. wurde der Vvgelbestand so vermehrt, daß er die Schädlinge in den Essener Waldungen vernichtete. Die 6500 Aisthöhlen, die von der Warte eingerichtet wurden, sind bis zu 96 Prozent besetzt. Diese Zunahme der Vogelwelt hat neben dem praktischen Wert der Schädlingsvertilgung auch sein« ideellen Auswirkungen für alle Besucher der Forsten, die sich an dem Gesang erfreuen. Außer den bereits vorhandenen Vogelarten fanden sich neue hinzu, und im Essener Wald wurden die vorher vertriebenen Pirol, Girlitz, Schwanz- und Haubenmeise. Specht usw. wieder seßhaft. Die Bevölkerung nahm immer mehr Anteil am Vogelschutz und besucht die Warte, die ein reichhaltiges Anschauungsmaterial zusammengebracht hat. 3m Stadtwald, in der Aähe des Wald-Theaters, wurden große Flug- käsige errichtet. Ein geräumiges Blockhaus nahm die Sammlungen auf, soweit sie nicht im 8reiert ausgestellt werden können; hier befinden sich außer Vortragsraum und Dibliothekzimmer die Futterküche und 14 heizbare Käfige für die äleberwinterung der Zugvögel. Zwei weitere Hat- len dienen zur äleberwinterung der großen Zugvögel; all« Aäume können auch im Winter jeDer- zeit besichtigt werden. 3n den 45 Flugkäfigen sind gegen 800 Tiere in 200 verschiedenen Arten untergebracht, von denen 100 auf einheimische Vogelarten entfallen. Diese einheimischen Vögel sind in ihren natürlichen Gemeinschaften zusam- mengestellt, so toi« sie in der Heide, im Mischwald, im Feld, Garten, Sumpf usw. Vorkommen. Der Charakter der natürlichen Landschaft ist möglichst genau gewahrt. 3n halbdunklen großen Käfigen sitzen auf Baumstümpfen und im Gemäuer die Aachtvögel, Eulen, Waldläuze, auch ein Llhu. Die Raubvögel haben besonders geräumige hohe Flugkäfige, und ein eigenes Gebiet ist auch den Wasservögeln eingeräumt. Wie rege der Anteil an dieser Ausstellung der Vogelwarte ist, zeigt, daß sie seit ihrer Eröffnung zu Ostern 1930 von 162 400 Erwachsenen und 67 600 Kindern besucht wurde. Oer Trick des Schlossers. Durch den einfachen Trick, sich allabendlich am Eingang des Theaters aufzustellen und die Besucher zu beobachten, war es einem bekannten und sehr geachteten Kunstschlosser der spanischen Stadt Eheste in der Provinz Valencia möglich, mehrere 3ahre hindurch Einbrüche auszuführen, ohne entdeckt zu werden. Seine erfolgreiche Tätigkeit fand schließlich ein Ende, weil ein Theaterbesucher vorzeitig nach Hause zurückkeyrte, da er etwas vergessen hatte, er fand hier „feinen Freund, den Schlosser", der gerade den Geldschrank ausgeknackt hatte. Dadurch, daß er nur bei Leuten ein* brach, die sich gerade im Theater befanden, durch seine' Geschicklichkeit und die Vorsicht, daß er immer nur einen Teil des Geldes oder der Schmucksachen mitnahm, entstand gewöhnlich der Verdacht, daß das Verbrechen von einem Bediensteten oder einem Familien-Mitglied ausge* führt worden sei, und häufig wurde von der Verfolgung abgesehen. Run hat man endlich den gefährlichen Einbrecher, der alle Tresors der Stadt unsicher machte, gefaßt. SJ.-fporf Gchühenehrung im Schühenhaus. Der Schühenverein Gießen ehrte am Montag im Schühenhaus die Sieger deS Vereins aus den MannschaftSkämpsen des Deutschen Schühenbun- des um die Gaumeisterschaft. Zu den Wettkämpfen traten drei Mannschaften an, und zwar für Großkaliber, für Kleinkaliber Klasse A (3ung* schützen) und für Kleinkaliber Klasse B. Sämtliche Mannschaften konnten als Sieger aus den Wettbewerben hervorgehen. Die Mannschaft für Groß-Kaliber (H. Appel, H. Sauer, W. Georg, G. Schilling und C. Dreher) schoß gegen Alsfeld mit dem Ergebnis von 3660 au 3016 Ringe. Die Mannschaft der Kleinkaliberschützen der Klasse A erzielte gegen Alsfeld mit 2672 zu 2214 Ringen den Sieg. 3m einzelnen schossen die Schützen folgende Ringzahlen: 3ungschütze Reiber 590, Körner 523, Schilling 541, Lenz 514 und Schüler 504 Ringe. 3n der Abteilung der Kleinkaliberschützen der Klasse B gingen die Gießener Schützen mit 2887 Ringen gegen die Vereine Alsfeld mit 2359 und Schotten mit 2478 Ringen als Sieger hervor. Es erzielten: W. Georg 534, H. Appel 596, G. Schilling 599, Hainbach 597 und C. Dreyer 561 ‘ Ringe. Der Vorsitzende des Vereins, Schützenbruder Philipp R i k o l a u s , wies auf die Bedeutung des Schießens im allgemeinen hin, die in dem Wahlspruch „Heb' Äug' und Hand fürs Vaterland" ihren tieferen Sinn ausgedrückt finde. Er beglückwünschte die erfolgreichen Mannschaften und überreichte ihnen das Abzeichen deS Schühenbundes. 3m Anschluß daran wurden noch verschiedene andere Erfolge der Mitglieder, die bei dem Gauverbandsschießen des Gaues Hessen- Rassau am 10., 11. und 12. Juli in Wetzlar zu verzeichnen waren, bekanntgegeben. Schühen- bruder Georg Schilling errang auf Wehrmann den 1. Preis mit 57 Ringen (Meister), im Kleinkaliberschießen den 1. Preis mit 36 Ringen (Meister), auf Festscheibe Wehrmann den | 2. Preis auf auf 300 Meter den 14. Preis. Schühenbruder W. Georg erzielte tm Schnell- feuerschießen den 2. Preis, auf Festscheibe 175 Meter den 9. Preis und auf 300 Meter den 12. Preis. Schühenbruder Franz Mobs erhielte mit 35 Ringen auf 100 Meter einen 2. Preis (Meister) und auf Festscheibe 175 Meter den 3. Preis. Oungschühe Schilling sicherte sich mit 35 Ringen im Kleinkaliberschießen den 1. Preis. Bergfest der Skiläufer. Treffen auf der herchenhainer höhe. Am vergangenen Samstag und Sonntag fand das 2 Bergfest der im Gau Vogelsberg (Deutscher Ski- verband zusammcngeschlossenen Skiläufer auf der herchcnhainer höhe statt. Der Veranstalter des Festes, der Alsfelder Skiklub, begrüßte am Samstagabend die aus allen Teilen Oberhessens erschienenen Teilnehmer in der großen Flughalle neben dem Datcr-Bender-Heim. Am Sonntagmorgen begannen dann frühzeitig die sportlichen Wettbewerbe. 100-m-, 1000-m- und 2000-m-Lauf wurden ausgetragen, ferner traten die Skiläufer zum Kugelstoßen, zum hoch- Iprung und zu einer 5 X 100-m-Staffel an. Der Ski- Hub Gießen war durch Robert Spieß vertreten, der im 8000-m-äouf (in Skistiefeln und mit Stocken) den 1. Sieg in der ausgezeichneten Zeit von 42 Minuten errang. Der Nachmittag wurde in zünftiger Skikameradschaft verbracht. Segelfliegen sott Olympiasport werden. Der Vollzugsausschuß des Internationalen Olympischen Komitees beschäftigte sich in Lausanne auf Antrag seines deutschen Mitarbeiters, Staatssekretärs a. D. Le w a ld, auch mit der Frage, den Segelflug in das Olympische Programm aufzunehmen. Dieser Antrag fand die grundsätzliche Zustimmung des Ausschusses. Die Entscheidung wurde aus Zweckmäßigkeitsgründen bis zur Festsetzung des Olympischen Programms für die Berliner Spiele des Jahres 1936, die im Laufe des Jahres 1934 erfolgen wird, vertagt. Cs wurde bereits jetzt der Wunsch ausgesprochen, daß 1936 in Berlin der Segelflug zumindest als Sondervorführung während der Olympischen Spiele gezeigt werden soll. 24 Vereine, 84 Voote, 401 Ruderer... Das Meldeergebnis für die Regatta der GRG. Gellern abend wurde im Bootshaus der Gießener Rudcrgcselljchaft das Meldeergebnis für die 27. Regatta, die am Sanlstag und Sonntag, den 30. bzw. 31. Juli durchgeführt wird, bekanntgegeben und im Anfchluß daran die Startnummer ausgelost. Herr R icmn n n, der Vorsitzende des Regatta- Ausschusses, betonte, daß in Anbetracht einiger ungünstiger Umstände das Meldeergcbnis für die Regatta der GRG. als sehr günstig bezeichnet werden dürfe. Von 24 Vereinen mit 84 Booten und 401 Ruderern liegen die Meldungen vor. Mancher Verein, dessen Namen im westdeutschen und im süd- delitschen Rudersport guten Klang hat, ist vertreten. Vor allem sind die meisten Vereine, die sich bisher an den Regatten der Gießener Rudergesellschast beteiligten, auch in diesem Jahre wieder vertreten. | Nachstehend seien die Vereine im einzelnen genannt: Essener Turn- und Fecht-Klub Vimburger RE. 1907 Frankfurter RV. „Germania" Mainzer RV. Limburger RG. 1920 RV. Bad Ems Verein Rudersport 1913 Gießen Gießener Ruderclub hassia RV. Mainz-Kostheim-Gustavsburg RG. Worms 1 „Undine" Offenbach Marburger RE. „Saar" Saarbrücken Saarbrückener RG. „Unibine" Hanauer RG. 1879 RE. Rhenania Koblenz RV. Rüsselsheim Wetzlarer Ruderckib RE. „Kurhejsen" Kassel Würzburger RV. Limburger RV. 1895 Weilburger Ruderverein Offenbacher RV. Gießener Ruder-Gesellschaft. Die Anzahl der beteiligten Vereine beweist, daß sich die Regatta der GRG. nach wie vor unbcstrit- tener Beliebtheit erfreut. Im Jahre 1931 nahmen 24 Vereine teil, 1930 waren 18 Vereine beteiligt, 1929 25 und 1928 20 Vereine. Sehr erfreulich ist es, daß auch die Saarbrückener Ruderer wieder am Start find, die ja vm Vorjahre sehr gut gefallen konnten. Insgesamt sind 27 Rennen vorgesehen, von denen aber nur 22 zur Austragung gelangen. Fünf Rennen mußten wegen zu geringer Beteiligung abgesetzt werden. Folgende Rennen werden gefahren (die Zahl der teilnehmenden Boote ist jeweils in Klammer beigefügt): 3ecm-Kirch-Dcdächtnis-Dierer (6) 3ungmann-Einer (3) Ku rz st reckenrennen, 1000 Meter (5) Lahn-Achter (2) Adolf-Fifcher-3ungmannvierer (3) 2. Vierer (4) 2. Einer (3) 1. Vierer (3) Iungmonn-Vierer (5) 3ugend-Gig-Dierer (5) Kurz st recken rennen (6) Leichtgewichts-Vierer (3) Lahn-Pokal (Einer) (3) 3. Vierer (7) Vierer ohne Steuermann (3) 3ungmann-Achter (3) Damen-Vierer (2) B-Vierer (4) 2. Achter (3) Kurzstreckenrennen (3) Ermunterungs-Vierer (2) Großer Achter (2) Als besonders erfreulich wurde es bezeichnet, daß vor allem der 1. Vierer und der 1. Achter zustande gekommen sind. 3n den einzelnen Bennen erwartet man bei der gemeldeten Klasse der Vereine spannende Rennen, die sicherlich wieder lebhaftem Interesse begegnen dürften. Erwähnenswert ist es, daß die Gießener Rudergesellschaft zu ihrer Regatta nicht weniger als 13 Rennen belegt hat. Der Verein Rudersport kann leider nur in einem Rennen vertreten sein, da man sich erst eine sorgfältige Ausbildung des Rachwuchses angelegen sein lassen will. Der Gießener Ruderklub Hassia stellt zu dieser Regatta ebenfalls mit in den Kampf. Die bevorstehende Regatta dürfte sich wieder zu einem sportlichen Großereignis gestalten. Ein Großteil der Siege wird sich die Gießener Rudergesellschaft auch in diesem Jahre nicht nehmen lassen. Vor dem Tenniskampf gegen USA. Seit Dienstag ist die deutsche Mannschaft, die am Wochenende das Davis-Jnterzonen-Finale gegen Amerika zu bestreiten hat, in Paris vollzählig ver- sammelt. Vor einem überraschend zahlreichen Publikum wurde auch schon mit dem Training begonnen, bei dem sich Prenn und v. Cramm in guter Form zeigten. Die amerikanische Mannschaft hat ihr Training unterbrochen, mit der Begründung, daß alle Spieler überspielt seien. Von Dines, dem amerikanischen Meister, sagt man allerdings, daß er feine Form von Wimbledon bei weitem noch nicht erreicht habe. Französische Stimmen erklären, daß die Deutschen in diesem Jahre mindestens die gleiche Chance gegen die Vankees hätten wie im Vorjahre die Engländer. Im Vorjahre wurde bekanntlich USA. durch England ausgejchaltet. Die Stimmung in der deutschen Mannsci-ast ist recht gut, wenn man sich auch leinen übertriebenen Erwartungen hingibt. In den Kreisen der deutschen Expedition erwartet man ein ehrenvolles Abschneiden und mehr zunächst nicht. Fliegende Menschen. Oer 13. Rhön-Segelflug-Wettbewerb hat begonnen. 3m Lager der Segelflieger auf der Wasser- kuppe herrscht Hochbetrieb. Heber 50 Maschinen sind zum traditionellen Rhön-Segelflug-Wettbewerb, der am Sonntag zum 13. Male seinen Anfang nahm, bereits eingetroffen, und insgesamt wird mit der Beteiligung von mehr als 60 Maschinen gerechnet. Schon diese Zahl alleine zeigt, welchen Aufschwung die Segelfliegerei im vergangenen Jahre genommen hat und welcher unbeugsame Sportgeist die deutschen Segelflieger beseelt. 3n keinem der vergangenen Jahre war die Teilnahme am Wettbewerb so rege, in kaum einer anderen Sportart offenbart sich so sehr der Wille zum Aufstieg und zu idealer Kameradschaft. Diese Kameradschaft ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen zum Wettbewerb, schon aus rein räumlichen Gründen. Die Quartiere der einzelnen Teilnehmer mußten nämlich infolge der starken Beteiligung dicht aneinander gelegt werden, Zelt baut sich an Zelt, Halle an Halle. Zahlenmäßig am überlegensten sind die Württemberger. Richt weniger als neun Maschinen hat der Würtlembergische Luftfahrtoerband ins Treffen geführt, zwei mehr als die schlesische Gruppe des Deutschen Luftfahrtverbandes. Auch die Akademischen Fliegergruppen haben sich in großer Zahl eingefunden: Breslau, Dresden, Karlsruhe und Stuttgart sind vertreten, dagegen fehlen erst ounlicherweise Berlin und München. Immerhin wird die Reichshauptstadt durch den Berliner Segelflugverein vertreten, der mit einer verbesserten Auflage seines „Windhund" am Wettbewerb teilnimmt. Besonderes Interesse finden natürlich allgemein die Segelfliegerinnen. Das Lager der Damen-Segelfliegergruppe des Mittel- rheinischen Luftfahrtverbandes ist stets von einer ganzen Anzahl von Besuchern umringt, und die Leiterin der Gruppe Martha Men der, darf sicherlich den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, die am häufigsten photographierte Teilnehmerin des Wettbewerbs zu sein. Leider stand der erste Tag im Zeichen eines neblig-feuchten Wetters, das jede ernsthafte Betätigung von vornherein ausschloh. Ganz besonders bedauerten das die zahlreichen Besucher, die sich trotz des Rebels eingefunden hatten, und denen nun das Erlebnis, Zeuge von Segelflügen zu werden, vorenthalten blieb. Denn ein Erlebnis ist es, - selbst für den Zuschauer, der doch nur ahnen kann, was der fliegende Mensch über ihm in den Wolken empfindet. Mag uns auch der Anblick von Flugzeugen die windschnell durch die ßüfte eilen, nichts Reues mehr sein, mögen wir auch zum großen Teil selbst den Genuß einer Luftreise erlebt haben, das Gefühl zu fliegen, wirklich zu fliegen, ein — im wahrsten Sinne des Wortes — fliegender Mensch zu sein, wird doch nur derjenige haben» der sich dem gebrechlichen und doch so leistungsfähigen Segelflugzeug anoertraut Hnd bei aller Würdigung der wissenschaftlichen, und flugtechnischen Bedeutung der Segelfliegerei darf man dennoch sagen, daß der Erfolg dieser jungen Sportart sich letzten Endes doch wohl in der Hauptsache aus dem einzigartigen Erlebnis des motorlosen Fluges erklärt. Daneben wirkt natürlich als Antrieb auch dis Möglichkeit, aus eigener Kraft selbst mit geringsten Mitteln brauchbare Maschinen konstruieren zu können. Motorsliegen ist auch heute noch ein kostspieliges Vergnügen und wird es sicherlich noch lange bleiben, Segelfliegen dagegen ist ein ausgesprochener Volkssport, und wer sich davon selbst überzeugen will, der braucht nur für ein paar Stunden auf die Wasserkuppe zu kommen und sich mit den einzelnen Teilnehmern des Wettbewerbs zu unterhalten. Heber die Aussichten des diesjährigen Wettbewerbs läßt sich naturgemäß noch nicht viel sagen. Die Teilnahme so bewährter Segelflieger wie Groenhoff, Hirth und Kronfeld läßt aber erwarten, daß die diesjährigen Ergebnisse nicht hinter denen der Vorjahre zurückstehen werden. Im Gegensatz zu dem großen Autorennen auf dem Rürburgring, das von vornherein einen ausländischen Sieg erwarten ließ, weil überhaupt keine deutschen Wagen In der entscheidenden Klasse mitwirken, ist der Segelflugwettbewerb auf der Rhön als eine deutsche Angelegenheit zu bezeichnen. Die einzigen Ausländer, die eingetroffen sind, sind die Polen, und obwohl sie zwei ausgezeichnete Maschinen mitgebracht haben, werden sie wohl kaum den bewährten deutschen Segelfliegern die entscheidenden Siege streitig machen können. $. R°- Wirtschaft. ♦ Verständigung zwischen der chile- Nischen und der europäischen Stickst o f s i n d u st r i c. Die seit einiger Zeit in London geführten Verhandlungen zwischen Vertretern der chilenischen und der europäischen Stickstoffindustrie sind gestern beendet worden. Es ist gelungen, eine (Einigung über die Grundlagen einer vorläufigen Verständigung herbeizuführen. * A G. für Zellstoff- und Papier- fabritation, Aschaffenburg. In der AR.-Sitzung der AG. für Zellstoff- und Papierfabrikation, Aschaffenburg, wurde dem. AR. der Abschluß für das Jahr 1931 vorgelegt. Ct weist unter Heranziehung des Vortrages aus 1930 m Höhe von 205 695 RM., unter Auflösung der gesetzlichen Re- ferne von 2,32 Millionen RM., sowie nach Ab- schreibungen von 1,80 Millionen RM. einen Verlust von 1 625 272,38 RM. aus (i. V. Reingewinn 1 276 089 RM.). Frankfurter Abendbörse abwartend. F r a n f ] u r t a. Q1L, 20. Juli. Die Abendbprsr verharrte in völliger Stagnation, da n^an allgemein die weitere Entwicklung der neugeschhf- fenen innerpolitischen Situation abwartet. Myn erging sich weiterhin in lebhafter Diskussion, top- bet man vor allem auf die möglichen Rückwirkuü- gen im Auslände verwies. Die Kurse zeigten gegen den Berliner Schluß nur geringe Veränderungen, nur I.-G.-Farben und Reichsbank lagen auf kleinste Rachfrage etwa 0,50 Prozent erholt, um aber sim Verlaufe bei weiterer Geschäftsschrumpfung wieder abzubröckeln. Später hörte mandie Mehrzahl der Schlußkurse als Briefkurse. Starke Verstimmung löste die Verhaftung der oberen Berliner Polizeibehörden aus. Der R e n t e n m a r k t lag s e h r st i 11 und un- erholt. In Goldpfandbriefen überwog weiterhin einiges Angebot. Von deutschen Anleihen konnten sich Altbesitz 0,25 Prozent bessern, andererseits lagen später Reichsschuldbuchforderungen zirka 0,50 Prozent niedriger und Reubesihanleihe nur knapp behauptet. Altbesitz 41, Reubesitz 4,70, Da- natbank 18,50, Reichsbank 120,75 bis 121, Gelsenkirchen 30, Salzdetfurth 154, Stahlverein 12,13 bis 12 25, AEG. 22,75, Scheideanstalt 130, I.-G.-Farben 86,25 bis 85,89, Lahmeyer 75, Rütgerswerke 29 50 Siemens 118, Südd. Zucker 105,25, Reichs- bahn-VA. 74, Rordd. Lloyd 12,50. Rachbörse: I.-G.-Farben 85,75 Brief. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 20. Juli. Es wurden notiert: Weizen, 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 255 Mark: Roggen 220 bis 222,50 Mark: Wintergerste für Brauzwecke 170 bis 180 Mark- Hafer, inländischer 170 bis 180 Mark: Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, mit Austauschweizen 38 bis 39,05 Mark, Roggenmehl (70 Prozent) 28,50 bis 29,25 Mark: Weizenkleie 9 Mark, Roggenkleie 9,25 Mark. Weizenmehl, niederrh., mit Austausch- weizen 38 bis 38,80 Mark. Tendenz leicht befestigt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o.H, Lombardzinsfuß 6 v.H. Framiur u. jji. Seriiu Schluß» furd Schluß,. Abend- bSrte Schluß» furd Schluß», mittag» bflrft. Datum 19 7 | 20 7. 19.7 20.7. 6% Deutsche iUcidjeanietlie v.lvü. 66 — 65 — 7% Deutsche flieldiünnleific t>. 1929 66 ! 65 65.5 65 6'A% 2)ounfl-Qlnleibe von 1930 . $eut|d)e Anl.Ablöl.-Schuld mit 63,65 63,5 64 63,5 Aullol.-Rechten....... 41,5 41 41,25 40,9 Deüal. ohne Audlos.-Rechte . 6% Hell. Bolttstaat von 1929 4,9 4,7 4,9 4,75 ("rO'rfinhlb. 102%)...... Oberhclicn Provinz-Anleihe mti 49 50,9 Ausl vs.-Rechten .... $eui|d)c Komm, ©ammelabl. 40 39 Anleihe Serie 1 . • • ■ • 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 37,5 37 38,25 38 15 unkündbar btt 1935 .... 7% n-tantl. Hi)p.-Bank (Molbp|e 69 68 unkündbar btt 1936 Serie 16 . 68 67,25 — 414% Frankl. Hnp.-Bank Ligu.- Psandbriese......- - 4V-% Rbetuliche Hyp.-Bank.Lttu. 78,65 78,4 — — Äoldple.........- 8% Pi. Landespsandbriesanstatt, Psandbriese R. 19 . . . - - 7% Pr. Landebpsandbriesanftall, Piandbriele R. 10 79,9 80 68 68 68 68 — — — 4% r?esterreicht|che Goldrente . — 10 10,25 — 4,20% DcflerrcitWrt Silberrenie 1.05 — 4% Ungarische Goldrente . . . 4% Ungarische Staatvrente V. 191C 5.75 5,75 5,7 5,7 6,5 6,5 6.6 — d'bc>Ql. oon 1918 — —- 5,25 — 6% abgesi. Goldmerikaner von Of 4% TürNIche fiullamrltjc von 191 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih« 4,75 4,5 4,75 — 3,3 3,3 3,4 3,4 Serie 1 3,3 3.3 3,35 3,4 3,3 — 3.3 3,25 3,4 5% fllumhn. vereint». Rente v. 190 4Zi%Rumän.veretnt).Rentev.l91 / ,25 7,4 7 6,9 4% Rumänische vereint,. Rente 3,65 3.75 3,7 3.7 814% I. Anatolier ...... 16,25 1 16,5 16,4 16,4 Frankturi a.M. | Berlin Schlußkurs Schluß!.! Abend-1 bSrs.- I Schluß« furd Schlutzk. Dllllag» dSrte Datum | 19 7 | 20.7. 19.7. 20.7. Hamburg-Amerita Pate» . bl 11,5 —— 11,5 11 Hamburg-Südam. Dampsschtss 0 —— —— — —- Hansa Dampllchlil .... 0 —— —— 18 — Norddeutscher Lloyd .... 6 12,75 12,5 12,75 12.4 A.S. |ür Verkehrswesen Mt. 24,75 — 25,13 25.75 Berliner HandelSgesestschast . 8 89 89 89,25 89.25 Eommerz. und Prival-Bank . 7 — — 53,5 53,5 Darmstädter und Rationalbank 8 18,5 18,5 18,5 18,5 Deutsche Bank und DiSconto-Acsettschast. . . 6 75 75 75 75 Dresdner Bank...... 6 18,5 18,5 18,5 18.5 RcichSbank........ 12 122,5 121 122,25 120.5 a.G.®........... . 7 23 22,75 22,75 22,75 Bergmann........ . 9 — — 20,75 20,75 Elektr. LieserungSgeseNschast. 10 58,5 — 59 5 55 Lickt und Straft..... 10 68 67,25 67,75 67 Felten & Guillraume.... »Vi — 36 36 36 Lesettschast lür Elektrisch« 53,75 Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 9 54 53,75 54 . 9 62,5 62 — 61 Schuckert 8 Eo....... 11 58,5 —— 58,4 58.75 Siemens & HalSko . ... . 14 118,5 118 119,25 118,5 Lahmeyer & Ho.. . • • • . 18 75,5 75 75.5 — Buderus......... . 4 25 24,75 25,25 24,5 Deutsche Lrdvt...... . 6 67,25 —— 67,4 65,65 Gelsenkirchener...... . 8 31 33 31 .25 30,5 Harpencr......... . 0 48 48 48.5 48 Hoeich Eisen........ . 6 — — 23 22,4 Ilse Bergbau....... 10 — — 125 —— Ilse Bergbau Genüsse . . . — —— 89.75 87,5 ffiüdm-rmcrte...... . 6 — — 21 20 Mannesmann-Röhren . . . . e — •— 36 35,25 ManSselder Bergbau .... . 0 11 — 11 — vberschles. Kokswerke . . . . 8 — 28 28 Phüni^ Bergbau...... 4% 14 14 14 14,13 Rheinische Braunkohlen. . . 10 168 167 168 167 Rheinstayl ........ . 43,5 43,25 44,25 gronnur a. l'i. | Ser m Schlußkurs Schluvt.j Abend-1 börse | Schluß- turS Schluß!. Mittag- börse Datum 19 7. 20.7 19.7- 20.7. Riebeck Montan......7/2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Olavi Minen......16'/» Kaliwerke Aschersleben ... io Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdrtsurth . . . 1b I. ®. Farben-Indnstrie . . . 12 Verein, dirm. Industrie Frank- furt a. M........... Schetdcanstali.......1° Goldschmidt.........0 Rütgerswerke........5 Mctallgelclllchast.......5 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg Ecmcntwerk Karlstadt.....' Wayh & Frehtag......0 Schultheis Patzenhofer . . . 1b Atu