Nr. 117 Erster vlatl 182. Jahrgang Samstag, 21. Mai 1952 Ers cheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Schalle Monat,Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Kernsprechanschliisse unter Sammelnummer 225l. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vntrk und Verlag: vrühl'sche Univerfltälr-Vuch. und Stemönidcrci R. Lange in Siehen. Sdfriftletting und Sefchäslsstelle: Schnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite artlich 8, auswärts 10 Neichspsennig: für Ne- Klameanzeigen van 70 mm Breite 35 Re>»spfennig, Playvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. IDilh. Lange. Verantwortlich für Dolttik Dr. Fr. Wilh. Lange' für Feuilleton Dr.fj.Ibpriot; für den übrigen Teil Emst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich tn Gießen. Kriegsgespenst im Fernen Osten. Die Schüsse,,die am Pfingstsonntag den greisen japanischen Ministerpräsidenten Inukai nieder- streckten, haben den Vorhang zerfetzt, der bislang die schwere innere Krisis des japanischen Reiches vor den Augen der Welt verbarg. Was gute Kenner des Landes schon wußten, trfird setzt jedermann eindring lich klar gemacht, die großen wirtschaftlichen und sozialen Spannungen eines in kaum mehr als einem yalben Jahrhunderi aus den Formen eines mittel- alterlichcn Feudalstaates zu einem Staatswesen modern parlamentarisch-demokratischer Prägung übergelcitcten Volkes haben unter dem Druck der Wirtschastskrisis eine Stärke erreicht, die keinen andern Ausweg Infjt, als die Entladung nach außen. Die Besetzung der Mandschurei und das Schanghai- Abenteuer waren Unternehmungen, die der japanischen Regierung von dem die Stimmung weiter Volkskreise verkörpernden Aktivistnus der Militär- partei ausgedrängt worden waren. So ist cs sicher kein Zufall, daß die Ermordung Jnutais durch junge Leeossizicrc grade in dem Augenblick erfolgte, als »ach dem Waffenstillstand mit China die japn nischen Marinetruppcn in Schanghai eingeschifst rouroen, um einen Kriegsschauplatz zu verlassen, der ihnen schwere Verluste, aber wenig Ruhm gebracht hat. 3n Kreisen des japanischen Militärs hat man diesen Waffenstillstand und die mit ihm verbundene Räumung Schanghais nach den außerordentlichen Slraitanftrenguiiflcn und großen 'Blutsopfern als nationale Schmach empfunden, für die das gegenwärtig regierende Kabinett Inukai verantwortlich zu machen, man nur zu bereit war. Wenn also der äußere Anstoß zu dem Attentat auf den Ministerpräsidenten, das von einer Reihe ähnlicher Anschläge auf Persönlichkeiten des ossent lichen Lebens, Banken, Polizeipräsidium und Elektrizitätswerk begleitet mar, außenpolitischer Natur mar, so liegen die Ursachen dieser Ossiziersvcrschrno- rung doch tiefer. Die Verschrnorer selber haben ja schon daraus hingcroicfcn, als sie auf innerpoli - tische M i ß st a n d c deuteten, zu deren Beseitigung ihre blutigen Terrorakte das Volk auffordern sollten. Die innerpolitiiche und soziale Struktur Ja pans, aus der die gegenwärtige Krisis erwachsen ist, fianz zu begreisen, ist für den Europäer nicht ein- ach. Eben deshalb, weil die Entwicklung des japanischen Staatswesens und der japanischen Volks- wirtschaft in beispiellosem Tempo Jahrhunderte übersprungen hat, ohne daß indessen alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Formen und Bindungen des mittelalterlichen Feudalstaates schon gänzlich beseitigt morden maren. So schiebt sich vielfach Altes und Neues, Tradition und Fortschritt ineinander und übereinander und gibt dem Gesicht Japans ble starke Bewegung, die für diese jüngste Welt macht des Paziftk charakteristisch ist. Die beiden Momente, die als treibende Kräfte fast alle Fragen der japanischen Politik beherrschen, sind mirtschastlicher Natur: einmal die starke Uebervölkerung und damit eng zusammenhängend die schnelle I n d u st r i a I i s i e r u n g des Landes. Volks- und Siedlungsdichte wachsen bei einer Bevolkerungsver- mchrung von rund 800 000 Kopsen im Jahre schneller als die Ernährungsgrundlagen, zumal die Bevölkerung sich bei ihrer Abneigung gegen kaltes, trockenes Klima in schmalem Raum zusammen drangt, der für eine Volkszahl von mehr als 60 Millionen die Kroße Suddeutschlands nicht erheblich iiberschreitet. So sinkt die Volksdichte von bem Kernland um die Jnlandsee und Mitteljapan, mo sie von 180 bis 2000 Einwohner aus den Quadratkilometer in der Umgebung der großen Städte betragt, nach oüben und Norden bis auf 19, ja auf Sachalin unter 1 ab. (Angaben nach Haushofer und Rohrbach.) In diesem beschränkten Siedlungsraume kämpfen zwei Grundrichtungen um die Oberhand in der Wirtschaft Japans, der Zug zur Autarkie und das Streben nach Expansion. Die eine, ge stützt auf Landwirtschaft und Aristokratie, die an- dere, heute stark liberwiegende, von Großreederei, Industrie und Hochfinanz gefördert, sucht auf dem asiatischen Festland durch die Schassung von Puffer- floaten Boden zu gewinnen und durch Auswanderung nach Amerika, Australien, China, Indien, dem Malaiischen Archipel auch jenseits der Meere der japanischen Wirtschaft Stützpunkte zu schaffen. Da diese Großmachtpolitik ein starkes Heer brauchte, wurde das schnelle Bevölkerungswachstum nicht un gern gesehen, die immer schmaler werdende Ernährungsgrundlage glaubte man durch eine starke Er- Portindustrie ausgleichen zu können. So knüpft sich eins an das andere zu der ungeheuren wirtschaftlichen Entwicklung Japans, die mir in den letzten Jahrzehnten staunend erlebt haben. Die Weltwirtschaftskrise hat nun alle Zweige dieser mit beispielloser Energie ausgebauten japanischen Wirtschaft schwer getroffen - Das gilt einmal für die Landwirtschaft, deren Erzeugnisse unter dem gleichen Preissturz leiden wie die der übrigen Agrarländer, während die Pachten außerordentlich hoch geblieben sind Das gilt aber in noch stärkerem Maße für die Exportindu- ft r i c , die heute überall auf hohe Zollmauern stößt und namentlich in China, das nächst den Bereinigten Staaten Hauptausfuhrland für japanische Jndustriewaren war, durch den nakicmal-chinesilchen Boykott außerordentliche Verluste erlitten hat. Um zu begreifen, welche Rückwirkungen dies auf die japanische Gesamtwirtschaft haben mußte, muß man sich vor Augen halten, daß die japanische Textilindustrie die Vereinigten Staaten als Exporteur von Baumwollkleidern, dem Hauptkleidungsstück für die Hunderte von Millionen Bewohner der Lander des Ostens, in wenigen Jahren vom chinesischen Markt fast ganz verdrängt hatte, und daß sie selbst in Indien und neuerdings auch in Aegypten in schärfster Konkurrenz mit den englischen Fabrikaten lag. Der außerordentliche Aufschwung der japanischen Schiff- Die neue Eieuernoiverordnung. Oie Kinanzplane des Reichskabinetts: Beschästigungssteuer von l1/, Prozent für alle Einkommen über KM. 3600. —Kürzung der Llnterstützungsdauer in der Arbeitslosenversicherung von 20 auf 13 Wochen. — Weitererhebung der Krisensteuer und der Bürgersteuer. Berlin, 20. Mai. (£JIB.) Das Rcidjsfabinctt hat die Fragen der Erwerbslosenunter- stühung im wesentlichen geklärt, so daß die einzelnen Ressorts die enlsprechcnden Vorlagen ausarbeiten können. Um den Haushalt der Reichs- anflall in Ordnung zu halten, wird man voraussichtlich zu einer Kürzung der Unter- stühungsdauer, wahrscheinlich von 20 aus 1 3 Wochen, kommen. Damit decken sich die deutschen Pläne im wesentlichen mit den gleichen Plänen Englands, das ebensalls eine Kürzung der Leistungsdauer und dieAbtrennungder Versicherung vom Etat anstrebt. Die Auswirkungen der beabsichtigten Verkürzung der Arbeitslosenversicherungsdauer werden voraussichtlich darin liegen, daß die Erwerbslosen in Zukunft statt nach 20 Wochen bereits nach 13 Wochen der ftrifenfürforge zugewie - s e n werden, was bann für sie eine Verkürzung der Leistungen, nämlich den Bezug der Krisenunter- siuhungssähe bedeute. Für die daraus entspringende höhere Belastung der Gemeinden sind Sonderzuweisungen an die Gemeinden beabsichtigt. Die Finanzhilfe für d i e Gemeinden, die das Reich leistete, betrug bisher rund 530 Millionen, davon waren 230 Millionen Zuschüsse für besonders notleidende Gemeinden und 300 Millionen Ausgleichsmittel für die Er- werbslosenlaslen. Jehl sollen die Gemeinden hierfür 4 0 0 Millionen in vierteljahresralen von 100 Millionen (bisher 75) erhalten, und die 230 Millionen sollen auf rund 300 Millionen er- höht werden, so daß die Gemeinden jetzt 700 Millionen bekommen. Diesem Mehr von 170 Millionen werden neue Aufwendungen gegenüberstehen. Diese ergeben sich aus der oben erläuterten Neuordnung der Arbeitslosenversicherung. Das Prinzip der Arbeilslosenoersicherung bleibt ausrechterhalten. Die Bedürftigkeilsprüfung wird nicht erweitert. Sie bleibt wie bisher bestehen, wenn es sich um Ehesrauen und Jugendliche bis 21 Jahre handelt. (Eine Verlängerung der Krifensürsorge soll angeblich nicht in Frage kommen, so daß die wohlsahrtssürsorge der Gemeinden um volle sieben Wochen früher beginnt. Außer dieser Verkürzung der Unterskühungsdauer in der Arbeitslosenversicherung von 20 aus 13 Wochen soll in erster Linie die Erhebung einer Beschäftigten st euer von 1,5 v. H. geplant sein, die für alle Einkommen über 3600 Mark jährlich in Kraft trete. Die neue Beschäf - tigungsflcucr wird auch von den Beamten erhoben, nicht nur von den übrigen Beschäftigten aller Berufe, die sie neben der Krisensteuer zahlen müssen. Die Krisen st euer stellt insofern eine neue Einnahmequelle dar, als sie u r s p r ü n g - lich nur bis z u m Ende d. I. vorgesehen war und nun bis zum Ende des Etatsjahre» 1932 33 eingesetzt ist. Das ergibt eine Mehreinnahme von rund 45 Millionen Mark, wesentlich ist, daß die neue Beschäftigtenskeuer nur vonJahreseinkommenüber3K00Mark erhoben werden soll, weil bi» zu dieser Grenze die Arbeitslosenversicherung prozentual durchgestas- selk ist ab 3600 Mark, aber nicht mehr steigt. Schließlich soll die Bürger ft euer, die ursprünglich nur bis zum 1. Juli erhoben werden durfte, in diesem Jahre nochmals von den Gemeinden beansprucht werden können. Die nochmalige Erhebung der Bürgersteuer bedeutet angeblich eine Mehreinnahme von 250 Millionen Mark. Oie Einberufung des Reichstags erneut abgelehnt. Tic Opposition ruft den Staatsgerichtshof an. Berlin, 20 Mai. (DdZ ) Die von der deullch- nationalen Fraktion für den 24 Mai beantragte GinberufungdeS Reichstags ist, obwohl sie von den Rationalsozialisten und den Kommunisten unterstützt wurde, vorn Re»chstagspräsi- denten Lobe wiederum abgelehnt worden. Der Reichstagspräftdent bleibt in lieberem- ftimmung mit der Mehrheit der Parteien und mit der Regierung bei der Auffassung, daß Artikel 24 der Reichsverlassung nicht angewendet werden kann, weil die Session des Reichstages nicht geschlossen, sondern der Reichstag nur vertagt worden ist DaS Urteil des Staats- gerichtShoses. wonach der Preußische Landtag auch ari) verlangen einer Minderheit. nämlich eines Fünftel- der Abgeordneten vorzeitig einberufen werden muß, gilt nach Auffassung der Mehrheit-Parteien nich t für den Reichstag. Rationalsozialisten und Deutschnationale beabsichtigen nunmehr, den GtaatSgerichtshof für das Deutsche Reich anzurufen, um ein ähnliches Urteil auch für den Reichstag herbeizufüh- ren. Bin solches Urteil wird aber kaum noch vor dem 6. Ium, dem Tage, an dem der Reichstag voraussichtlich Zusammentritt, ergehen. Vertreter des Handwerks beim Reichskanzler. "Berlin, 20. Mai. (TODB l Der Reichskanzler empfing den Präsidenten des Deutschen Handwerks- und xScmerbelainmcrtagc» Pflug- mache r. den Vorsitzenden des Reichsverbandes des Deutschen Handwerks Berlin sowie den Generalsekretär des Reichsverbandes des deutschen Handwerks Hermann zu einer eingehenden Aussprache über die gegenwärtige Lage und die TOiinsche des deutschen Handwerks sowie über die Möglichkeiten seiner wirtschaftlichen Hebung und "Belebung. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Michsregierung. (Sofortige Inangriffnahme von Notffandsarbeiten in Verbindung mit (-iedelung unter Heranziehung des freiwilligen Arbeitsdienstes. *B e r 11 n , 20. Mai. (TU.) Die „Tägliche Rund- fchau" teilt zur Frage der Arbeitsbeschaffung mit Die Reichsregierung hat die feste Ab'icht. schon in den nächsten 14 Tagen mit der Durchführung des Arbeitsbefchasfungsprograrnrns zu beginnen. Die "Besprechungen sind soweit abgeschlossen, daß die aus Haushaltsmitteln und aus anderen Quellen zur Verfügung stehenden Gelder nunmehr sofort c i n gesetzt werden können. Die ersten Arbeiten, die in Angriff genommen werden sollen, liegen auf dem Gebiete des Straßenbaues und der Meliorationen und Flußregulierung. Die Finanzierung der Hausreparaturarbeiten ist noch nicht erledigt. Das Reichsarbeitsministerium hat in keiner Vorlage für den Straßenbau 300— 400 Millionen Mark und für die Meliorationen und Flußregulierungen 200 - 300 Millionen Mark eingesetzt. Obwohl die Prämienanleihe, die im wesentlichen zur Finanzierung der Arbeitsbeschaffung benutzt werden soll, noch nicht aufgelegt ist. haben die bisherigen Verhandlungen mit den Finanzinstituten ergeben, daß ein Zwisch e n k re d i t gesichert ist. Darum sollen die einzelnen Arbeiten sofort in Angriff genommen werden unter genauer Verteilung auf die einzelnen Länder und Provinzen, in denen eine besonders große Arbeitslosigkeit besteht. Die einzelnen Arbeiten sollen in engster Verbindung mit den Diedlungspläncn der Regierung durchgeführt werden und unter flarlcm E i n- satz des freiwilligen Arbeitsdienst e s. Arbeitsbeschaffung und Vauwirtschast. Tie Ausgaben der ttcmcindcn nach Entlastung in der Erwcrbslosensürsorgc. Berlin, 20 Mai. (WTB ) Die Deutsche Ge, sellschast f u r Bauwesen veranstaltete in Gemeinschaft mit 35 Verbänden der Architektin, schäft, des Baugewerbes, der Bauftoffinöuftne, des Baunebengewerbes sowie des 'Bauftoffhanbels eine Kundgebung Der Präsident der Neichsanstnlt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Geheimer SRcflicrungsral Dr S y r u p, wies darauf hin, daß die Arbeusmarktkrise besonders schwer das Baugewerbe betroffen habe. Zur Zeit werde die Zahl der beschäftigten Arbeiter im Baugewerbe und in den Baustoffindustrien nur etwa 25 Pro- 3 ent-b er Arbeitsplätze normaler Bau. Zeiten ausmachen Bei der Prüfung von Maß nahmen zur Belebung der Wirtschaft und zur Ent laftung des Arbeitsmarktes siehe das Baugewerbe im Mittelpunkt. Der Vortragende betonte toiitcr dir fahrt ist bekannt, damit in engem Zusammenhang Schisssbau und Stahlindustrie Aber auch in allen Zweigen der Deredelungsindustrie haben die Ja pancr auf dem oftafiatifdjen Markt die amerikanische und europäische Konkurrenz aus dem Felde ge schlagen, Erzeugnisse der Optik, Chemikalien und Farben, französische Spitzen, böhmisches und bei- gilches (Blas, deutsches Bier haben japanischen Produkten weichen müssen. Das sind wirtschaftliche Tat suchen, die Japan einfach zwangen, in China nach dem Rechten zu sehen, wenn cs nicht wollte, daß seine Industrie durch die jahrzehntewährenden Bür gerkriege in China ihren Hauptabsatzmarkt verlieren sollte, co kam die bcroaifnctc Intervention in Schanghai, die indessen Japan feinen Ersolg brachte. Und an diesem Mißerfolg entluden sich bic Spannungen, die sich wahrend der eben gcschi>dcrten rasenden Entwicklung der japanischen Wirtschaft zu- fammengeballl hotten. Diese Spannungen rühren jedoch nicht nur von Wirtschaftsdeprefsion und Arbeitslosigkeit her Sie sind in weitreichendem Maße auch gesellschaftlicher und politlscherRatur. Eine kleine Anzahl reicher Familien beherrscht große Gebiete der Industrie, der Hochfinanz, der Presse und auch einen ausgedehnten Grundbesitz auf dem platten Lande wie in den Großstädten. Sie haben auch großen Einfluß auf das politische Leben und sind daher die Zielscheibe einer starken antikapi- talistischen wie antiparlamentarischen Agitation. Das Schlagwort .Rieder mit der Oligarchie der Finanzleute ' spielte auch in dem Programm der Offiziersverschwörung eine Rolle, deren Kugeln der Ministerpräsident Inukai zum Opfer fiel Das Offizierskorps der unteren Grade entstammt zumeist der ärmeren Landbevölkerung, die sich durch die Ekpanfions- und Industrialifiemnas- Politik bet herrschenden Schicht bedrängt fühlt. So macht sich die Armee die Forderungen der kleinen Landwirte, die zumeist als Pächter in starker Abhängigkeit von den wenigen reichen Großgrundbesitzern leben, zu eigen und stellt ein Reformprogramm auf. das mit der engen Verbindung von Politik und Finanz brechen will. Da die Armee nach der Verfassung den Kriegsminister zu stellen hat, ist ihr ein gewisser Einfluß auf die Kabinettsbildung gewahrt und es scheint, als ob der Kaiser auf den Rat der .älteren Staatsmänner"' den "Wünschen desHeeres entgegenfommen will. In der Regierung wechselten sich bisher die beiden großen Parteien des Unterhauses ziemlich regelmäßig ab: die Min - f e i t o mehr konstitutionell-demokratischer Färbung und die konservative S e y u k a i. die gegenwärtig am Ruder ist Ihr Parteiführer war Inukai. der ermordete Ministerpräsident, gegen den aber in der eigenen Partei eine nationalistische Gruppe um den Iustizminister Suzuki seit langem intrigierte. Suzuki gilt nun als der kommende Mann und ein von ihm gebildetes Kabinett scheint auch dem Offizierskorps genehm zu sein. Wie weit eine neue, aus den nationalistischen Kreisen der Seyukai gebildete und vielleicht durch parteilose Persönlichkeiten des allgemeinen Vertrauens als Fachminister ergänzte Regierung den auf sie gefetzten Erwartungen in innerpvli- tischer Hinsicht entsprechen kann, 'ft schwer über- blirfbar. Daß außenpoli tisch aber ein noch schärferer Kurs eingeschlagen werden wird. erscheint sicher. "Denn auch vermutlich das Schanghai-Abenteuer kaum wiederholt werden wird, so wird die Annektion der Mandschurei sicherlich das Hauptziel dieser japanischen .Ranonalregierung" sein Damit rückt die Stunde hevan, die man seit Iahren erwartet, die Stunde, in der Iapan wieder aktiv in die Weltpolitik eingreift. Denn cs erscheint fast ausgeschlossen, daß nicht aus dieser „Cölung“ der japanischen KrikiS durch eine neue und diesmal aufs Ganze zielende Aktion in der Mandschurei für die weltpolitische Lage außerordentliche Gefahren erwachsen. Iapan ist bei feinen Operationen in der Mandschurei schon auf russisches Interessengebiet gestoßen. Werden diefe fortgesetzt, ist nicht einzusehen, wie ein Zusammenstoß mit Rußland zu vermeiden wäre Damit würde eine Lage geschaffen, die die anderen im Femen Osten interessierten Großmächte kaum ruhig hinnehmen könnten. England und die "Bereinigten Staaten haben dort den Grundsatz der offenen Tür zu verteidigen, wurden sich also in der erstaunlichen Situation befinden. in gemeinsamer Front mit Moskau die Japaner zum Verzicht zu bringen, wenn sie einen Krieg vermeiden wollen. An Japans Seite steht nur Frankreich, das alles Interesse daran hat. den Schwerpunkt der Weltpolitik aus Europa nach dem Femen Osten zu verlegen, tu- mal in dem Augenblick, wo es in Lausanne offen Farbe bekennen soll. Deutschland wirb, Io wenig es an sich an der Entwickelung in Ostafien interessiert ist, also von dieser Gewichtsverlagerung schwere Rachteile zu erwarten haben. Aber auch jede Festlegung Rußlands im Femen Osten muß Deutschland insofern auf8 engste berühren als Polen sich dadurch entlastet fühlt und zu militärischen Abenteuern gegen Danzig und Ostpreußen ermuntert werden könnte. So drohen von Japan her düstere Kriegswolken erneut einer Welt, die trotz Rot und Elend nvch immer feine Zeit fand und keinen Mut hatte, den letzten großen Krieg zu liquidieren. Notwendigkeit der ländlichen Siedlung, namentlich im Osten, sowie die Notwendigkeit der Instandsetzung von etwa einer Million Althäuser, die Beschäftigungsmöglichkeit für mehrere 100 000 Baum beiter geben würde. Für das Tiefbaugewerbe komme neben den Arbeiten der Reichsbahn und der Reichs- post vornehmlich der Straßenbau in Betracht. Die Unterlassung der Regulierung hochwassergcfähr licher Wasserläufe und des Baues wichtiger Talsperren bedeuteten die bewußte Inkaufnahme von Hochwasserschäden, die jährlich aus viele Millionen Mark zu veranschlagen seien. Auf dem Gebiete der Meliorationen sei etwa ein Drittel des gesamten Ackerbodens verbesserungsbedürftig. Eine Fülle von volkswirtschaftlich hoch- bedeutsamen Arbeiten liege also im Baugewerbe vor. Wenn nur ein Teil dieser Arbeiten ausgeführt werde, so würde sich daraus ein st a r k e r Antrieb für unsere Volkswirtschaft ergeben. Durch eine Umgestaltung der Arbeitslosenhilfe werde nunmehr auch eine wesentliche finanzielle Entlastung der Gemeinden erfolgen. Damit dürften die Gemeinden stär- kerals bisher in derLage fein, die unermeßlichen Bauarbeiten zu vergeben und wieder als Träger von Notstandsarbeiten hervorzutreten. Endlich hätten die gesetzgebenden Körperschaften in den letzten Tagen die Reichsregierung zur Auslegung einer mit Steuerbefreiung ausgestatteten Prämienanleihe für olle diese Zwecke ermächtigt. So sehr alle diese Maßnahmen zu begrüßen seien so könne eine wirkliche Hilfe für unseren Arbeitsmarkt mit seinen zur Zeit noch mehr als fünf Millionen Arbeitslosen und für unseren völlig darniederliegenden Baumarkt nur aus einer natürlichen Gesundung unserer Gesamtwirtschaft kommen. Bankdircktor E. Wildermuth, Dorstands- mitglied der Deutschen Dau- und Dodenbank, gab nähere Erläuterungen zu den Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten. Der Zeitpunkt für die Inangriffnahme eines Arbeitsbeschaffungsprogramms sei jetzt gegeben, da die politischen Entscheidungen im Laufe dieses Sommers fgllen müßten, die zu einer Erleichterung der Lage Deutschlands beitragen könnten. Als letzter Redner forderte Reichstagsabgeordneter Zimmermeister F r e i d e l u. a. Wiedereinführung der freien Bauwirtschaft auf allen Gebieten und wandte sich gegen die Regiebetriebe, soweit sie nicht lebenswichtigen Interessen dienten und gegen die Schwarzarbeit im Baugewerbe. Vorverlegung der hessischen Landtagswahl. V a r m st a d l, 20. Mai. (D3IB. Drahtmeldung.) AlsTermin der Neuwahl des hessischen Landtags, der vorläufig auf den 3.3uli festgelegt war, ist endgültig der 19. Juni bestimmt worden. Diese Vorverlegung entspricht vielen an die Regierung ergangenen wünschen. Die Offenlegung der Listen hat vom 29.2Hai bis 5. Juni, beide Tage einschließlich, zu erfolgen. Auf Grund der Artikel 18,1 und 20 Landeswahl- gesehes sind beim Landeswahlleiter einzureichen bis zum 2. Juni, 19 Uhr, die Wahlvorschläge und bis zum 28. Mai, 19 Uhr, die etwaigen v er b in- dungserklörungen der Listen. Deutschland fordert gleiche Sicherheit. Im Heeresausschuß der Abrüstungskonferenz. Genf, 20. Mai. ($U.) 2km Heeresausschuß der Abrüstungskonferenz betonte der deutsche Vertre- ter Gesandter v. Weizsäcker, daß die Sicherheit unter den gegenwärtigen Verhältnissen bereits völlig kompromittiert worden sei. Gerade die Aufgabe der Abrüstungskonferenz wäre es, die Sicherheit wiederherzu st eilen. Der Vertreter Frankreichs habe einen älnterschied zwischen einem angreifenden und sich verteidigenden Staat gemacht. Zweifellos wäre es richtig, dem Derteider möglichst viele Verte idi- gungsmittel bei der endgültigen Regelung der Abrüstungsfrage zu gewähren und d e m A n - greiser möglichst geringe Angriffs- mittel zu belassen. Man müsse jedoch daran denken, daß die Rollen sich auch um- kehren könnten. Die Hauptfrage sei jetzt für die Konferenz, eine Gleichheit der Sicherheit für alleStaaten herbeizuführcn. Der französische Vertreter hätte von der R e l a t i v i - t ä t der Rüstungen gesprochen. Gesandter von Weizsäcker schlug vor, in den Bericht des Heeres- ausschusses folgenden Sah einzufügen: „Je geringer das Kaliber der für die Landesverteidigung bestimmten Geschütze auf der einen Seite ist. um so niedriger muß aus der anderen Seite dos Kaliber der Geschütze festgesetzt werden, die einen wesentlichen Angriffscharatter tragen". Der deutsche Vertreter im Heeresausschuß hat damit in voller Klarheit von neuem den A n - spruch Deutschlands auf gleiche Sicherheit und Gleichberechtigung in den Rüstungen angemeldet. poincare über Stresemann. Paris, 20. Mai. lTäl.) Die französische Wochenzeitschrift „Illustration" veröffentlicht die Erinnerungen Stresemanns. Dazu ergreift auch Poincare das Wort und erklärt u. a. : „Richts ist interessanter und belehrender als die Lektüre dieser Schriftstücke. Stresemann erscheint darin im wahren Licht. Er war nicht der Staatsmann, der Deutschland mit Frankreich vereinen wollte. Im Geiste Bis- marcks erzogen, hat er dessen Gedanken- gänge niemals außer acht gelassen. Er fühlte jedoch die Unmöglichkeit, alle gesteckten Ziele auf einmal zu erreichen, und deshalb bereitete er die Zukunft methodisch vor. Wenn wir seine Briefe an den Kronprinzen aufmerksam lesen so stellen wir fest, daß er sich selbst rühmt,' kecne europäische, sondern eine deut- sch e Politik zu machen. Er hat mit großer Geschicklichkeit die Aufgaben erfüllt die er als seine patriotische Pflicht ansah. und nie- monö wird ihm hieraus einen Vorwurf machen können. Diejenigen Franzosen aber, die sich ihn als einen Freund vorstellten, haben sich 9 c 1 rJ- s- über Elsaß-Lothringen, noch über Danzig und den Korridor oder in der Rolle vie Deutschland im Völkerbund spielte hat er Frankreich irgendwelcheZugeständnissc. Was wirb in Preußen? Keine Aussicht auf eine Koalition zwischen Zentrum und Nationalsozialisten. Erste Sitzung -er Zenirumsfraktion. Die Bedingung für eine Koalition: engste Zusammenarbeit mit dem Reichskanzler. Berlin, 20. Mai. (TU.) Die Z en lru ms- fraktion des neuen Preußischen Landtages trat am Freitagabend zu einer kurzen Sitzung zusammen. Der stellvertretende Vorsitzende Sieger führte dabei u. a. aus: „Die Zentrumsfraktion wird ihre Arbeit in den Dien st einer aufbauenden nationalen Realpolitik stellen. Ihr wirken wird dem Zweck dienen, der hort der verfassungsmäßigen Ordnung zu sein. Daraus folgt ihre Bereitwilligkeit mit allen den Kräften, die verfassungsmäßige Ordnung und auf- bouende Politik wollen, sachlich zusammen ; u a r b e i t e n. Die Fraktion stellt ihre Arbeit bewußt in den Dien st der Reichspoli- t i k. Die außenpolitische Befreiung, die innerpolitische Arbeit auf dem Gebiet der Binnenwirtschaft, der Arbeitsbeschaffung, der Siedlung und des freiwilligen Arbeitsdienstes wird das Arbeitsziel fein. Die Lösung dieser Aufgabe wird unter den augenblicklichen Verhältnissen im Preußischen Landtag nicht leicht sein." Der Vorsitzende hob weiter hervor, daß es bei dem starken Zusammenhang zwischen dem Reich und Preußen selbstverständlich sei, daß die preußische Zentrumssraktion ihre Politik in engstem Zusammenhang und in eng st er Zusam- nienarbeit mit der Reichstagsfraktion und dem Reichskanzler Dr. Brüning zu führen haben werde. Reubindungen und politische Aenderungen in Preußen könnten nur im Lin- vernehmen mit der R e i ch s p a r t e i l e i - tung und dem Reichskanzler vorgenommen werden. * Die „Germania" beschäftigt sich mit den Erklärungen Adolf Hitlers in der Sitzung der. nationalsozialistischen Landtagsfraktion und dem Artikel K u b e s im Rationalsozialistischen Pressedienst. Das Blatt bemerkt, daß das Zentrum nicht zu jenen „parteipolitischen Gegnern" Hitlers zähle, die sich von gutenRotschlägen an das „Braune Haus" irgendeinen positiven Erfolg versprochen hätten. Dafür feien sie zu sehr Realpolitiker. Als solche nähmen sie auch die Erklärung Hitlers zur Kenntnis, die er aus völlig freien Stücken und offenbar nach langwierigen Beratungen und Auseinandersetzungen innerhalb seiner Partei jetzt der Oeffent- gemacht. Er hatte nicht das aufbrausende Wesen der deutschen Rationalisten und wandte auch nicht die Methoden und die Sprache eines Hitler an, ober erzeigte doch, daß das gemäßigte und vernünftige Deutschland die gleichen Ziele hat wie die anderen und daß wir uns über die Absichten unserer Rachbarn keinerlei Illusionen hingeben dürfen. Die Erinnerungen Stresemanns lehren uns, die Augen offen zu halten." pa-erewski hetzt in Amerika. Neuyork, 20. Mai. (TU.) Der bekannte Musiker und ehemalige polnische Staatspräsident Pa- d e r c ro f ti hielt als Ehrengast der polnisch-amerikanischen Handelskammer in Neuyork eine seiner berüchtigten Hetzreden gegen Deutschland. Deutschlands Pläne auf Beseitigung des W e i ch s e l k o r r i d o r s seien das Werk preußischer Militaristen, die feine wahren Deutschen seien, sondern einen Kolonistentyp darstellten und die sich von einem historischen Haß gegen Polen leiten ließen. Eine Neuaufteilung Polens würde einen internationalen Verstoß mit katastrophalen Folgen gegen die Zivilisation bedeuten. Die 32 Millionen Polen hätten unendliches zu erdulden wegen einer Provinz mit zwei Millionen Einwohnern, durch deren Wiedereingliederung in das Deutsche Reich die militärischen Streife in Deutschland den Staat Friedrich des Großen im Osten miederherstellen wollten. Polen, dessen Geschichte die Friedensliebe des polnischen Volkes beweise (!), wünsche nicht, er = neut verkrüppelt zu werden. Mit dem Hinweis, daß in Deutschland 4 Millionen Kommunisten vorhanden seien gegenüber 620 000 eingeschriebenen Mitgliedern der Kommunistischen Partei in Sowjetrußland, hoffte er, die amerikanischen Wirtschastskreise gegen Deutschland aufhetzen zu können. Der Rede wohnten u. a. bei Owen P o u n g, Parker Gilbert und General Pershing. Die anwesenden Deutschamerikaner machten aus ihrer Empörung gegen die Ausführungen Paderewskis kein Hehl. Der Präsident des Eouncil Foreign Relations hatte Paderewski mit der Bemerkung eingeführt, daß Paderewski von allen Fremdgeborenen dem amerikanischen Herzen am nächsten stehe. Schulrat Meyer aus der Hast entlassen. Begeisterte Ovationen der Mcmcllänver. Mcmel, 20. Mai. (Sil.) Der seit Wochen unschuldig inhaftierte Memellandführer Schulrat Meyer ist am Freitagabend freigelassen worden. Der Antersuchungsrichter Rovickis hatte im Laufe des Tages noch zahlreiche Zeugen vernommen, die Schulrat Meyer durchweg entlasteten. Diese Zeugen waren bei derer st en Voruntersuchung gar nicht berück- sichtigt worden. Jetzt hat sich der Unter- suchungsrichter veranlaßt gesehen, Schulrat Meyer freizulassen, da man ihm keinen Verstoß gegen die Landcsgesetzc nachweisen kann. Die nach Hunderten zählende begeisterte Volksmenge hatte sich rasch vor dem Gefängnis eingefunden, unter ihr auch der Oberbürgermeister B r i n t l i n g e r und andere Führer der memelländischen Parteien. Die Menge brachte auf ihren Vaterlondsverteidiger ein dreifaches Hoch aus und überschüttete Schulrat Meyer, der einen recht mitgenommenen Eindruck machte' mit Dlumenspenden. Unter wiederholten Jubelrufen der Menge fuhr Schulrat Meyer mit seiner Gattin nach Hause lichkeit unterbreitet habe, daß die Nationalsozialist ischeDewegung nicht gewillt sei, in irgendeine Regierungskoalition e i n z u t r e t e n. Die RSDAP. habe zwei Möglichkeiten gehabt, ihren Wahlerfolg auszuwerten: entweder die s a ch l i ch e Arbeit, die allerdings bei der politischen Kräfteverteilung trotz der für Hitler so wichtigen Stärke der Fraktion, nur in einer Koalierung mit anderen politischen Gruppen möglich sei, oder aber die Fortsetzung der bisherigenAgitationspolitikmit dem Ziele, wenn möglich, den absoluten parteipolitischen Einfluß zu gewinnen. Wenn sich Hitler jetzt für den letzteren Weg entschieden habe, so sei das seine Sache. Rur möge der „Völkische Beobachter" dann endlich aufhören, die Dinge in völliger Umkehrung der Tatsachen so darzustellen, als ob das Zentrum die RSDAP. daran hindere, „das verfassungsmäßige Recht zur Staatsführung" auszuüben. Wenn die RSDAP. eine Koalition nicht ein» gehen wolle, dann werde sie allein die Verantwortung für die Schlußfolgerung, die sie aus der Wahl des 24. April ziehe, zu tragen haben. Eine Zwischenlösung. Geschäftsführendes Kabinett ohne Sozialdemokraten. Berlin, 20. Mai. In parlamentarischen Kreisen sind die verschiedensten Gerüchte über die künftige Gestaltung der preußischen Staatsregierung im Gange. Eine Version ging dahin, daß das Kabinett Braun es ablehnen werde, lediglich alsgeschäftsführende Regierung weiter zu amtieren; eine andere Meinung sagt, daß die Rationalsozialisten vor der Lausanner Reparationskonferenz kein Interesse daran hätten, sich verantwortlich an der Regierung zu beteiligen, und daß man daher bis zu diesem Zeitpunkt mit einer Zwischenlösungzu rechnen habe. Diese Zwischenlösung liege darin, daß die von der SPD. g e st eilten preußischen Mini st er Braun, Severing und Grimme ausscheiden, während die übrigen Staatsminister, einschließlich des Finanzministers Klepper, unter provisorischerLeitungdes Wohlfahrtsmini st ers Hirtfiefer vorläufig die Geschäfte fuhren werden. Hierzu wird in politischen Kreisen erklärt, daß bisher über diese Dinge noch keine verbindlichen Besprechungen stattgefunden hätten. Es sei damit zu rechnen, daß der neue Preußische Landtag nach Erledigung der notwendigen Formalitäten in den ersten Sihungstagen sich um etwa eine Woche vertagen werde, in der man versuchen wolle, Parteiverhandlungen überdieRegierungsbildungzu führen. Das neue österreichische Kabinett. Christlich-Loziaie, Landbund und Heimatblock stellen sich Dollfuß zur Verfügung. Wien, 20. Mai. (Tri.) Trotz der verschiedenen Wendungen und Absagen ist es nun doch zur Bildung eines Kabinetts gekommen, an dem sich die Christlich-Sozialen, der Landbund und der Heimatblock beteiligen. Ob dieses Kabinett im RationalrateineMehrheit hoben wird, hängt von der Haltung des S te y risch en Heirnatschutzes ab, der erklärt hat, an der Kabinettsbildung nicht interessiert zu fein. Infolgedessen steht noch nicht fest, ob sich der Steyerische Rationalratsabgeordnete des Heimatblocks, dessen Stimme den Ausschlag gibt, weiterhin der Bundesführung unterstellen wird oder nicht. Die Ministerliste ist folgende: Aeußeres und Landwirtschaft: Dr. Engelbert Dollfuß (Chr.-Soz.), Vizekanzler: Ingenieur Winkler (Landbd ). Finanzen: Dr. Emanuel Weiden- Hofer (Chr.-Soz.), Handel: Dr. Guido I a k o n - c i z (Vertrauensmann des Heimatblockes, kein Parlamentarier), Justiz und Unterricht: noch offen, genannt werden Landeshauptmann Dr. Rin te len und Dr. Schuschnig (beide Chr.- Soz.), Sozialverwaltung: Resch lChr.-Soz.), Heer: V a u g o i n, der zum 15- Male dieses Ressort übernimmt, das er mit einer nur sieben- monatigen Unterbrechung seit dem Jahre 1921 leitet, Inneres: Bachinger (Landbundl, Sicherheit: Hermann Ach (Beamter, kein Parlamentarier). Oer neue Kurs in Zapan. Suzuki kommt der Armee entgegen. Tokio, 20. Mai. iWTB.) Anläßlich seiner Ernennung zum Vorsitzenden der Konservativen Partei hielt Justizminister Suzuki eine Rede, bie weitgehendes Entgegenkommen gegenüber den Forderungen der Arme e bewies. Suzuki betonte die Rotwendigkeit, die nationale Verteidigung zu verstärken und die Methoden der japanischen Diplomatie zu ändern. Die Polizei bereitet einen großangelegten Feldzug vor, um die Terroristen festzunehmen. Diese Terroristen. Urheber der letzten Anschläge, sollen zu drei verschiedenen Gruppen gehören, die in engem Zusammenhang arbeiten. Es sind dies die Gruppe „Brüderlichkeit und Blut", deren Mitglieder, 300 an der Zahl, den Finanzminister I n u j e und den Großindustriellen Takuma» don ermordet haben, die Gruppe der 120 jungen Offiziere, die man für die Ermordung Inukais verantwortlich macht, und die „Todesbande der Landwirte", die 300 Mitglieder zählt und die die Anschläge gegen die elek- trischenKraftstationen am Sonntag verübt haben soll. Amerika läßt seine Flotte im Stillen Ozean. London, 20. Mai. (WTB.) Reuter meldet aus Washington: Die Aufklärungsflotte der amerikanischen Kriegsmarine, zuderauchdieFlottedesAtlantischen Ozeans gehört, wird bis zum l. Oktober d. I. imStillen Ozeanbleiben. AdmiralPratt 'begründet diesen Entschluß mit dem Wunsch zu sparen und groß angelegte Schießübungen vorzunehmen. Es wird jedoch darauf hingewiesen daß dos Staatsdepartement neulich dem Marinedepartement die Anregung gegeben habe Me Aufklärungsflvtte im Stillen Ozean zu '6e- lassen, wie man annimmt, in Anbetracht berLageim FernenOsten. Aus aller Welt. Schwere Schädigung eines deutschen Zirkus in England. Dem Zirkus Gleich ist in England auf Betreiben englischer Artistenkreise durch daS Arbeitsministerium das Auftreten verboten worden. Botschafter Freiherr von Reurath ist im Foreign Office vorstellig geworden. Er legte dar, daß das Verhalten der englischen Regierungsstellen mit dem Geiste des deutsch- englischen Handelsvertrages nicht in Einklang stehe. Der Handelsvertrag sehe ausdrücklich vor, daß Konkurrenzgründe keine Handhabe für eine amtliche Schädigung deutscher Interessen sein dürfte, ein Fall, der hier zweifelsohne vorliege. Das Foreign Office ist gebeten worden, entsprechende Vorstellungen beim Arbeitsministerium zu erheben. Die Lage des Zirkus Gleich ist inzwischen infolge des Verhaltens der englischen Regierung verzweifelt geworden^ Die Schiff- fahrtsgesellschaften haben eine einstweilige Verfügung gegen den Zirkus erwirkt, um ihn zur Zahlung einer Konventionalstrafe in Höhe von 400 Gulden pro Tag und Schicht, beginnend am 15. Mai, zu zwingen. 50 Löwen, 150 Pferde, viele andere Tiere, das gesamte Personal des Zirkus liegen untätig in Rotterdam. In deutschen Kreisen Londons herrscht einmütig helle Empörung über das Verhalten des englischen Arbeitsministeriums, das man als h ö ch st unfair bezeichnet. Schwere Erwerbslosen-Ausschreitungen bei Gotha. Zwischen der Polizei und Erwerbslosen kam es in Waltershausen, Landkreis Gotha, zu schweren Zusammenstößen. Die Erwerbslosen verweigerten die Annahme der um 1 0 v.H. .ge- kürzten Unterstützungssätze, worauf mit dem Bürgermeister Verhandlungen geführt wurden, über deren Ergebnis die Erwerbslosen iit zwei Versammlungen unterrichtet werden sollten. Die Erwerbslosenführer forderten die Versammlungsteilnehmer jedoch zu Demonstrationen a u f, um ihren Forderungen Rachdruck zu geben. Es bildeten sich zwei Demonstrationszüge. Als diese sich dem Rathaus näherten, ging e i n starkes Polizeiaufgebot gegen die Erwerbslosen vor. Darauf wurden die Beamten mit Steinen beworfen und beschossen. Die Polizei verteidigte sich zunächst mit dem Gummiknüppel. Als sie jedoch in Bedrängnis geriet, sah sie sich gezwungen, von derSchuß- waffe Gebrauch zu machen. Sieben Beamte wurden durch Schüsse, Messerstiche und Steinwürfe verletzt. Don den Demonstranten wurden 12 Personen, ausnahmslos der Kommunistischen Partei angehörig, schwer verletzt. Ein Fabrikarbeiter ist seinen Verletzungen erlegen. Bisher wurden 15 Personen festgenommen. Eine Anzahl Trupps von Erwerbslosen und Kommunisten haben sich in die umliegenden Wälder zurückgezogen und geben von Zeit zu Zeit Lichtsignale. Hieraus scheint hervorzugehen, daß die Unruhen von langer Hand vorbereitet wurden. Vom Godesberger verband der Sportschoften. An Pfingsten hielt der „Godcsberger Verband der Sportschaften an Deutschen Hochschulen" (G. V.) in Goslar seine diesjährige Derbandstagung ab. Auf den Derbandskonoenten der Aktivenausschüsse und Alt-Herrenbünde wurde u. a. auch die von Darmstadt nach Gießen übergefiedelte freie Verbindung „Suevia" als renonzierende Sportschaft ausgenommen. Die Tagung begann mit einer Gefallenenehrung und endete mit einem Kommers, auf dem die Spitzen der städtischen und staatlichen Behörden sowie der Standortkommandant begrüßt wurden. Die Verbandstagung schloß mit dem Bekenntnis zur Wchrhaftmachung und sittlichen Ertüchtigung der akademischen Jugend, was der G. V. durch Pflege des Sports und der Bestimmungsmensur erreichen will. Die „Georges Philippar" völlig ausgebrannt und gesunken. Der ausgebrannte Rumpf des Dampfers „Georges Philippar" ist 145 Meilen nordöstlich von Kap Guardafui gesunken, nachdem er seit der Feuers, brunft etwa 1 6 0 Mcilen abgetrieben war. Das Schiff ist vollständig ausgebrannt. Nach dem „Temps" sollen sich an Bord des Dampfers drei Millionen Gold und Silber in Barren befunden haben. Das Unglück im Iransanben-Iunnel. Die Rettungsmannschaften haben jetzt den Teil der eingestürzten Strecke des transandischen Tunnels erreicht, wo man die 40 von der Außenwelt abgeschlossen en Arbeiter vermutete. Es stellte sich heraus, daß dieser Teil des Tunnels infolge Wassereinbruches vollständig überschwemmt ist, so daß alle Eingeschlossenen unter denen sich auch ein dänischer Ingenieur befand, nicht mehr am Leben Jein dürften. Ein neuer, letzter Versuch zur Rettung der ein- geschlosssenen Arbeiter wird unternommen. Das Wasser in dem Tunnel ist bereits aus acht Fuß Höhe ae stiegen. Mit Spezialpumpen ausgerüstete Feuerwehrleute trafen mit Flugzeugen am Ort des Unglücks ein. Wettervoraussage. Die Erwärmung hat weitere Fortschritte gemacht und erneuten Barometerfall veranlaßt. Da die Luftdruckgegensätze aber ziemlich gering sind, greift die Störungstätigkeit mir langsam auf das Festland vor. Heute morgen Jag ein flacher Tiefdruckwirbel über dem Kanal und wird, da im Westen Luftdruckanstieg einfetzt, seinen Weg weiter östlich fortsetzen. An feiner Rückseite gelangt daher kühlere Ozeanluft nach Deutschland vor, die Gewitterstörungen mit Regen und leichte Abkühlung zur Folge haben wird. Eine stärkere Umgestaltung der Wetterlage findet dadurch jedoch nicht statt, vielmehr wird sich nach der vor- übergehenden Gewittertätigkeit das schöne Wetter wieder herstellei» Aussichten fürSonntag: Gewitterstörungen mit Gewitterregen und leichte Abkühlung. Aussichten für Montag: Teils noch ge- witterdrohende Bewölkung, teils aufheiternd, im ganzen aber Fortdauer des warmen Wetters. Lufttemperaturen am 20. Mai: mittags 26,6 Grad Celsius, abends 14,7 Grad; am 21. Mai: morgens 17,3 Grad. Maximum 26,6 Grad, Minimum 12 Grad. — Erdtemperaluren in 10 cm Tiefe am 20. Mai: abends 24,1 Grad: am 21. Mai: morgens 17,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 14>4 Stunden. Aus der Provinzialhauptstadt. Dietzen, den 21.Mai 1932. Blumen am Zensier. Wir Menschen wollen Blumen und Blüten sehen, unS erfreuen an dem Farbenreichtum der Ratur. Da Hilst der Garten, in dem Blumen aller Art erscheinen, da laden die Anlagen mit ihren Beeten gum Verweilen ein DaS Auge kommt zu seinem Recht. Wer aber keinen Garten besitzt und doch seine Freude an dem wachsenden Leben hat. der nimmt den kleinslenPlatz, der ihm übrigbleibt, da-Fenster- brett, und stellt seine Blumenlieblinge hinau» in die Frühling-sonne. 2n Töpsen, in Kästen aller Art sproßt junge» Grün, setzt Knospen an. und schon blühen hier und da die ersten aus. Die Blumen am Fenster gehören zum deutschen Wesen. Airgend» drückt sich die Freude an der Ratur, am wachsenden, blühenden Leben so bescheiden und rührend au» al» bei den Blumen, die manchmal da» ärmste Fenster schmücken. Rir- gendS in der Welt — jeder, der im Ausland war, wird mir da» bezeugen — finden wir solch schönen Fensterschmuck wie in Deutschland, in Stadt und Dorf. Besonder» auf dem Lande ist die Liebe zur Dlumenwelt sehr groß. Selbst wenn der Garten vor dem Hause mit Blüten übersät ist, sehen wir doch noch am Fenster einige Töpfe mit Blumen, die unter dem be- fonberen Schutz der Hau» fr au oder der Tochter stehen Kein Bild ist einladender und erfrischender al» solch ein alte» Dauernbau- in braunem Fachwerk, mit den hellen Zwischenflächen, umrankt von wildem oder edlem Wein, und mitten darin die roten, gelben oder weihen Blüten- sterne der Fensterblumen. Jedem vorbeikommenden Wanderer erfreut e» da- Herz. Wie oft auch bringen einige Blumenstöcke bunte Abwechslung in die Fensterreihen der Mietskasernen in den Städten. Die Einförmigkeit der kahlen Fläche wird angenehm belebt von dem frischen Grün und den leuchtenden Blüten, und jeder denkt, die da wohnen, haben ein gute» Herz: denn ..alle guten Menschen haben Blumen gernl" sagte mir einmal eine alte Dauer-srau. (Es will mir scheinen, dah eigentlich nichts auf der Welt so vielseitig Freude schafft, wie die Blumen am Fenster. Die Menschen, die vorübergehen, schauen auf und bleiben stehen, die Besitzer selber aber haben wohl noch mehr Freude daran. Denn sie verfolgten ja das Werden der Blumen vom Samen- körn an. Sie säten und gosien, düngten und pflegten, unter ihrer Obhut wuchs das junge zarte Pflänzchen heran. Und welche frohe Entdeckung, al» sich eines Tages die erste Knospe zeigte! Dann kam das Auf- blühen. Stand man da nicht oft am Fenster und schaute und wurde nicht müde, immer wieder von neuem die zarte Blüte zu bewundern? Aus den weichen Knospenhüllen wachsen die Blättchen heraus, ganz vorsichtig machen die schützenden Teile den seinen Blütenblättchen Platz. (Es gibt jeden Tag neue Wunder. Unter den Märchen von Andersen ist keines so rührend und innig wie die kleine Geschichte von „Des kranken Kindes Freude". Dem armen Kinde, das immer im Bett liegen muhte, wird ein Blumen- strauh geschenkt. Darunter ist eine Wiesenblume mit Wurzeln. Man setzt sie in einen Topf und stellt ihn ans Fenster. Nun wird beschrieben, mit welcher Liebe und mit welcher Aufmerksamkeit das Kind das Wachsen der Pflanze verfolgt. Sie wurde für den kranken Knaben der schönste Garten, sein kleiner Schatz auf dieser Erde. Er sorgte dafür, dah sie jeden Sonnenstrahl bekam bis auf den allerletzten, der an dem niedrigen Fenster oorbeiglitt. Und des Nachts träumte er von feiner Blume ... Gegen sie wandte er sich noch im Sterben, als ihn der Hebe Gott zu sich rief. Diese Blume hat mehr Freude aemacht als die schönste Blume im Garten einer Königin." Auch uns können leuchtende Blumensterne vor den Fenstern vieles sagen, sie können uns Freude bereiten nach arbeitsreichen Tagen, nach schweren Kümmernissen. Seien es nun einfache 'Bauern- blumen, Geranien, Betunien, Nelken ober stolze Hortensien, Begonien oder dergleichen. In welcher Farbe, in welcher Form sie uns gefallen, das ist einerlei. Die Hauptsache ist, dah wir sie überhaupt haben. Mit etwas gutem Willen, Geduld und Liebe kann jeder sein Fenster zieren und sich selbst und seinen Mitmenschen Freude bereiten. H. Bürgerschaft und Anlagen. Aus unterem Leserkreise wird un» folgende» geschrieben: Bor einigen Tagen stand im „(Siebener Anz." eine Bekanntmachung de» Hochbauamt», in der dringend auf Schutz und Schonung der städtischen Anlagen hingewiesen wurde, Man möchte fast glauben, dah die wenigsten dergleichen lesen, und dah viele, die es lesen, sich darum nicht kümmern. Denn wie es in den Anlagen zugeht, bas sieht ber Naturfreund jeden Tag bekümmerten Herzens. Am schlimmsten hausen freilich die Kinder: für viele von ihnen sind die Wege gar nicht vorhanden, man mutt lieber daneben im Grase, pflückt Blumen und bricht Zweige ob. Dor allem sind e» die Drähte, die die Wege begrenzen, und auf denen es sich so wunderschön balancieren Iäf>t; wenn bann schließlich der Draht bricht, und bic Holzpfosten umgelegt sind, bann kann man ja befriedigt weitergehen. Wie sieht es am Teich vor dem Landgericht aus. Fortwährend stehen Kinder im Dn Sommersahrplan ber Gießener Krastposten. Die Sommcrfahrpläne der Kraft poften treten am 22. Mai, gleichzeitig mit dem Sommcrfahrplan ber Reichseisenbahn, in Kraft. Gegenüber den Winterfahrplänen sind vom 22. ab folgende Aenderungen zu verzeichnen. Giehen—Krofdorf. Bei der Linie Giehen — Krofdorf: Die Fahrten 7.05 ab Krofdorf und 18.20 ab Giehen (Neustadter Tor) fallen aus Der bisherige Wagen ab Giehen (Bahnhof) 18.50 verkehrt 15 Minuten früher. Die Fahrten ab Krofdorf 2120 und ab Giehen (Bahnhof) 22.40 verkehren künftig nur noch Mittwochs und Sonntags. Giehen—Hochelheim. Bei der Linie Gießen — Hochelheim besteht die einzige Aenderung darin, dah die erste werk- tägige itahrt ab Hochelheim an Samstagen 20 Mi- nuten früher verkehrt, mit Rücksicht auf die zum Giehener Dochenmarkt fahrenden Händler und Händlerinnen aus dem Kleebachtale Giehen—IDifjmar. Bei der Linie G i e h e n — W i h m o r ist ber bis- herige Mangel, dah an Sonntagen nur um 8.10 und 17.35 eine Fahrmöglichkeit von Giehen nach Cauns- bad) und Wißmar bestand, dadurch beseitigt worden, dah der Wagen ab Gießen (Bahnhof) 1230 nach Krofdorf an Sonntagen über Launsbach und Wißmar geführt wird Giehen—Gambach. Die Fahrten über Dorf-Güll, (Eberftabt und Ober- Hörgern werden wegen des von der Direktion der Butzbach-Licker Eisenbahn gegen die Erweiterung der Kraftpostlinie Gießen — Gambach erhobenen Einspruchs vorerst noch nicht ausgeführt. In den Sommerfahrplan neu aufgenommen ist eine frühe Fahrt Samstags und an Viehmarkttagen ab Gießen 4.55, die in Gambach um 5.38 ankommt, daselbst wieder um 5.45 abfährt und um 6.31 in Gießen (Bahnhof) ankommt. Mit dieser Fahrt ist den zum Gicßcner Dochenmarkt und Diehmarkt fahrenden Händlern Gelegenheit geboten, rechtzeitig zum Marktbeginn in Gießen zu (ein. Die fonniag- iiche Fahrt ab Gießen (Bahnhof) 19.00 fällt fort, dagegen verkehrt die Kraftpost ab Gießen (Bahnhof) 17.25 künftig auch an Sonntagen Die bisherige Werktagssatzrt ab Gießen (Bahnhof) 19.15 verkehrt künftig wieder — wie im vorigen Jahre — ab Gießen (Bahnhof) 1935, um den mit den Abendzügen aus^ben Richtungen Frankfurt a. 'Dl., Kassel, Betzdorf, Fulda und Gelnhausen ankommenden Reisenden den Uebcrgang auf die Krastpost zu ermöglichen. Gießen—wieseck—Alten-Luseck Bei der Linie Gießen — Wieseck-Alten- Buseck sind die Fahrten ab Gießen (Bahnhof) 13.45 und 19.34 ab Wieseck 13.20 und 19.33 der schwachen Benutzung wegen aufgehoben worden. Die Fahr- zelten ber bisherigen Kraftpost ab Wieseck 8.55 sind, vielfachen Wünschen entsprechend, auf 15 Minuten später festgesetzt. Im Anschluß an den von Frankfurt um 21.01 hier ankommenden Eilzug ist durch Verlegung ber Fahrzeiten einer anderen Krastpost eine Fahrt ab Gießen (Bahnhof) 21.15 nach Wieseck eingerichtet worden. Gießen—Steinbach—Albach. Die Fahrten der Linie Gieße n—S t e i n b a ch— Albach haben keine wesentlichen Aenderungen erfahren. Gießen—Schiftenberg. Die Fahrzeiten der Linie Gießen — Schis- f e n b e r g sind wie bisher — ab Gießen (Bahnhof) 15.25, ab Ludwigsplatz 15.30 und ab Schiffenberg 18.00 — bestehen geblieben. Bei dem Forstgarten besteht bei den Hin- und Rückfahrten Gießen— Schiffenberg eine Haltestelle zum Ein. und Aus- steigen. Grase am (Raube be» Wassers, ober schöpfen aus bem Zufluß: letzterer mit seinem Felsaufbau bietet einen beliebten Hintergruub für Lichtbilb- aufnahmen verliebter Pärchen. Denn auch für Erwachsene gilt baS Gesetz ber Schonung ber Anlagen nur zum Teil: al» ich mich z. B. am brüten Feiertag vormittag» nad) 11 Uhr bem Teich näherte, sah ich ein Kinb vom Weg ab an bas Wasser geben, unb bort staub schon ber gute Dater, um bem Töchterchen bic Goldfische zu geigen. So was erlebt man alle Tage. Doch mehr. 3m Winter, alS baS Wasser gefroren war, konnte man Schüler ihre ersten Laufübungen mit ben Schlittschuhen bort machen sehen. Gin anberes Bild: Die beiben strauch bewachsenen Beete links unb recht- von ber breiten Freitreppe am Theater ftnb nicht mit einem Schutzgitter eingefaßt, unb bic Folge ist, bah ber dort befindliche Rasenstreifen voUstänbig weggetreten ist: ähnlich sehen bie Anlagen zwischen ©Übanlage unb ben Häusern an ber 3ohauueski rche aus. Lieberhaupt bilden bic weiten Rasenflächen vor bem Gymnasium namentlich im Winter den Platz für bie herrlichsten Räuberspiele, dort kann man sich auch gleich das nötige Holz aus bem Gebüsch abbrschen, unb wie schon kann man sich in ben niebrig hängenben Zweigen ber Tannen vor den Bankgebäuben an ber Zohanneskirche verstecken! Da» finb einige Bilber von ber Gleichgültigkeit gegenüber bem ANgemeinbesih ber schönen Anlagen. Hub wie steht e» mit ihrem Schuh? Leiber muh man sagen, dah bie Stadtverwaltung hier trotz allen ^parzwanges doch etwas mehr tun könnte. Der loder sind cS mehrere?) Aufseher ist augenscheinlich überlastet: man sieht ihn ganz selten einmal, und auch dann ist er sehr eilig. Wenn er aber nötig ist, fehlt er ganz fidber; auch mochte eS scheinen, als wenn bic Polizei früher, wo sie stäbtisch war, mehr Interesse für ben Schuh unserer Anlagen gehabt hätte. Der Bürger, ber seine Helle Freube an ber Schönheit ber öffentlichen Gärten hat, muh schweigend bem Unfug zusehen; von ben Kindern wird er verhöhnt und von ben Eltern entrüstet beschimpft, wenn er hin- bemb eingreifen will. Auch die Reinigung derWege unb be» Rasens hat — sicherlich unter dem Druck bet Geldnot — stark nachgelassen: besonders peinlich empfand man das im letzten Winter, wo die Rasenflächen geradezu wimmelten von der Hintetlassenfchast sämtlicher Hunde, ohne daß auch nur einmal ein Streichquartett in Tätigkeit getreten wäre 11 nb noch an einer anberen Stelle macht sich ber Mangel an burchgreifender Aufsicht bitter bemerkbar; da- ist auf bem Wiesenweg nach bem Philosophenwald, ber zu einem unserer beliebtesten Spaziergänge geworben ist. Trotz einer am Anfang und Ende angebrachten Dcrbot-tascl wird der Weg ganz unbekümmert von Radfahrern benutzt: wehrt man sich dagegen, so muh man Ungezogenheiten und freche Antworten, wenn nicht Schlimmeres cinftcdcn. Don allen Seiten könnte dazu beigetragen werden, den städtischen Anlagen einen größeren Schuh angedei- hen zu laffen; bad Beste muh natürlich das B o r • bild unb bie Mahnung der Erwachsenen hin, um ben Kindern die Achtung vor fremdem Eigentum eiuzuflöhen. die Schule allein, die eS an solchen Hinweisen nicht fehlen läßt, ist sonst machtlos. Aber man wird mit vollem Recht behaupten dürfen, dah es nicht viele Städte im Hesscnlanbe gibt, bic so schone Anlagen besitzen wie Giehen. Loht uns alle mit Liebe unb Fvcube an ihrem Schutze zusammenwirken. h. Oberhessischer Kunsiverein. Zu ben Ausgaben be» Oberheftischcn Kunst- Vereins gehört es nicht nur. so schreibt man un», Bilber in Oel unb Aquarell ober graphische Arbeiten, die in Oberhessen entstanden sind, zu zeigen, sondern sein Aufgabenkreis verlangt ebensosehr eine Berücksichtigung alter handwerklicher Kunst. Der hessische Heimatfreund hat allen Anlaß, diese Leistungskraft zu bewundern. Bor allem ist es die Kunst der Kirchenbaumeistcr, die eS verdient, wieder zur Geltung gebracht zu werden. AlS Wahrzeichen de» hessischen Dorfes hat gerade ber Turmhelm der Dvrfkirchcn, dem die morgen beginnende Ausstellung im Kunst- Verein gewidmet ist, seine besondere Stilgeschichte. Jeder, ber durch daS hessische Land gewandert oder gereift ist, kennt diese Turmbekrönungen der Kirchen, aber nur wenige wissen etwas von dem Reichtum an Formen, der in ihnen seinen baugeschichtlichen Ausdruck gesunden hat Der Oberhessischc Kunstvercin hofft deshalb, daß diese Ausstellung der Arbeiten von Dr Stolberg, die in 80 Plänen und Groß-Lichtbilbern um* saftend die Geschichte des heimischen Zimmer- mannshandwerks barftedt. die Bewohner von der ehemaligen LeistungSkrast de» heftischen Kunst- Handwerks überzeugen will. Sonderzüge zur LandwirischastS' aussiellung in Mannheim. Aus Anlaß der Landwirtschaftsausstellung in Mannheim verkehren am Sonntag, 5. Juni, ein D e r w a 11 u n g s s o n d e r z u g der Reichs- bahn mit 50prozentiger Fahrpreisermäßigung von Gießen nach Mannheim. Der Zug fährt in folgendem Plan: Gießen ab 5.53, Frankfurt-West an 7.32, in Mannheim an 8.49. Außerdem ein F l ü g e l zu g von Büdingen über Stockheim nach Vilbel. Büdingen ab 5.22. Weitere Anschlußzüge verkehren von Alsfeld nach Gießen, Alsfeld ab 4.15, Gießen ab 5.53 und Marburg—Gießen, Marburg ab 4.56, Gießen ab 5.53. Rückzug Mannheim Hbf. ab 18.30, Mannheim- Kasertal 18.39, Bilbel-Nord an 20.10, Stockheim an 21.30, Büdingen an 21.55, Gießen 21.38, Alsfeld an 23.34, Marburg an 22.31. Weiter verkehren am Donnerstag, 2. Juni, Freitag, 3. Juni, unb Samstag, 4. Juni, ab Frankfurt Berwaltungsfonderzüge nach Mannheim. Frankfurt ab 7.30, Mannheim an 8.49, zu dem (auch ab Gießen) Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben werden. Sonntagskarten am 31. Mai. 2. und 3. Juni haben eintägige Gültigkeit. Die am 4. Juni gelösten Sorten gelten bis 6. Juni, 9 Uhr. Bornottzen. — Tagcskalcnbcr für SamStag: Stadtthcatcr, „Der Hauptmann von Äöbenicr', 19.30 bis gegen 23 30 Uhr. DDA , 20.30 Uhr, .Hessischer Hof". Monatsverfammlung. - Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die Schlacht von Dadcmündc". Tagcskalcnbcr für Sonntag: Goethe-Bunb. 11 Uhr. Stabttheater. Goethe-Mor- aenfcicr. — Oberhessischcr Kunstvercin, Turmhaus am Branbplatz. Ausstellung .Turmhelme in Lahngcbict unb Wcttcrau". — Lichtspielhaus, Bahnhof ft raye .ine caiiaan von Bademünd«". — Au» dem Stabtthcatcrburca»» wird un# geschrieben Heute, 19.30 Uhr. zum letzten Male ..Der Hauptmann von Köpenick" von Karl Zuckmaycr. — Morgen. Sonntag, Morgen» feier ..Der junge Goethe". Mitwirkende: Or- chestervcrcin Gießen. Leitung Dr. Stefan Xe« me # vary: Schülerchor Leitung Musiklehrer Blaß: Intendant Dr. Rolf P rasch. 3 m Rahmen der Veranstaltung Aufführung be# Goethe« schen Fragments ..Prometheus". SpieUeitung Wolfgang Kühne. Beginn 11 Uhr. Ende gegen 12.45 Uhr. — Montag. 23. Mai. 19.30 Uhr. al» 32. (letzte) Vorstellung im Freitag-Abonnement einmalige# Gafftpiel der städtischen Oper Frankfurt a. M. mit ber Oper . Rigoletto" von Gul« seppc Verdi. Gnde nach 22 Uhr. •• Personalien. Auf Grund des Altersgrenze- aejetzes tritt der Direktor bei der Landes Heil- unb Pflegeanstalt bei Giehen, Obermedizinalrat Dr. O ß - wald, am l.Iuli in den Ruhestand. — Der Gen- darmerie-HauptWachtmeister a. Pr. Heinr. Schnell zu Gießen wurde unter Berufung in das Beamten- Verhältnis mit Wirkung vom 1. Mai ab zum Gen- darmerie-Hauptwachtmelfter ernannt. • • Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei ge- wöhnlichcn Preisen geöffnet. • • Das städtische FreibadanderLahn wird morgen eröffnet Werktags wird es von 9 bis 20 Uhr, Sonntags von 10 bis 15 Uhr für den Badebetrieb geöffnet sein. Rindermarkt in Gießen Am kommenden Dienstag findet in Gießen wieder Rindvieh- (Nutzvieh.) Markt statt. • • Vortragsabend im DHD. 3n einer gut besuchten Mitgliederversammlung der Ort»« gruppe Gießen be» Deutschnationalen Handlung»- gchilfen-DerbandeS sprach am Donncrstaaabcnb im DHV.«Hctm HandwerkskainmersvndikuS R öhr über .Data und sein WirtschaftSsvstem". Der Redner gab zunächst einen Ucbcrblick über den LebcnSgang Batas in seinen Zugendjahren, schilderte dessen Tätigkeit in Amerika und in Deutschland. besprach sein Wirken alS Kriegslieferant deS österreichischen Heere» und den Ausbau seiner wirtschaftlichen Machtstellung auf den Ergebnissen dieser KriegSlicserantcngcwinnc. Gingehend beleuchtete er weiter die Fabrikation»- und Ver- kaussorganisation Batas, die zu seiner beherrschenden Stellung in der Schuhversorgung der Tschechoslowakei führte und ihm den Anreiz gab, mit den gleichen Methoden auch In die deutsche Schuhversorgung Eingang zu gewinnen. Der Vortragende schilderte in diesem Zusammenhänge die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Batas Fabriken und Verkaufsstellen, die nach den Darlegungen des Redner» unter dem Mantel von WohlsahrtSeinrichtungcn und Gewinnbeteiligungen ber Angestellten unb Arbeiter nicht» anberc# zur Folge gehabt hätten, als bic Schaf- funa eines geradezu sklavischen Abhängigkeits- Verhältnisses ber Angestellten- unb Arbeiterschaft Bata- von ihrem Arbeitgeber. Soziale unb menschliche Rechte seien in bic,cm Konzern obensowenig vorhanden, wie berechtigter vpiek- raum für die wirtschaftliche Freiheit dcS einzelnen Individuums. Durch BataS System werde aber auch der selbständige Dchuhhandcl und daS Schuhmacherhandwerk wirtschaftlich so schwer nieder- gedrückt, dah sich dagegen überall schärsstcr Widerstand geregt habe. Um daS ilcbcrgrcifcn der unheilvollen Auswirkungen diese- weit überspitzten Konzernsystems auf Deutschland zu verhüten, sei die schärfste Abwehr dringend geboten. Erfreulicherweise habe Bata mit seinem System bisher nur vereinzelt in Deutschland Fuß saften können, in Gießen und in Darmstadt sei ihm der geplante Einbruch glücklicherweise mißlungen. Der Redner bezeichnete eS alS dringliche Ausgabe dcS an der Schuhversorgung interessierten selbständigen Mittelstandes, aber auch der Angestellten- und Arbeiterschaft, um der gesamtwirtschaftlichen deutschen Interessen, aber auch um der Dozial- und EinkommenSbelange tmllcn dem System Bata die weitere Ausbreitung in Deutschland unmöglich zu machen. Im Anschluß an den mit lebhaftem Beifall angenommenen Dortrag wurde in der Aussprache mit Rachdruck bie Forderung vertreten, angesichts der deutschen WirtschastSver- hältnisse vor allen Dingen nur deutsche Ware zu kaufen, um dadurch daS Geld im Inlande zis behalten und den deutschen Volksgenossen Arbeit und Verdienst zu schaffen. • • Die Vereinigung heimattreuer Oberschlesier hielt in ihrem DereinSlokal .Zum Andres' ihre gutbesuchte MonatSversamm- lung unter der Leitung dcS zweiten Vorsitzenden Apotheker W. H a l m ab. Rach der Erledigung geschästlicher Angelegenheiten wurde die Einrichtung einer WeihnachtSkasse beschlossen Aus seinen Erfahrungen als Mitarbeiter der früheren Abwehrorganisationen und der Reich-zentrale der Heimatvereinigung gab Herr Kostorz einen Uebcrblicf über .Land und Leute Oberschiefien-" unter besonderer Betonung der obcrschlcsischen Geistesgrößen. Herr Heller sorgte für die musikalische Umrahmung. Herr Reisewitz trug oberschlesifchc Schnurren vor. 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Die Badezeiten sind vorerst festgesetzt: wochentags von 9 bis 20 Uhr, Sonntags von 10 bis 15 Uhr. Aenderungen werden jeweils durch Aus-I Hang im Freibad bekanntgegeben. 3969CI Gießen, den 20. Mai 1932. Bürgermeisterei: gez. Vr. Hamm. Bekanntmachung. Dienstag, den 24. Mai 1932, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; sämtliches Vieh wird'gegen Maul- und Klauenseuche^ schutzgeimpft.'Auftriebszeit von 7—8 Ufir1 vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 8. Juni 1932 statt. 3949C Gießen, den 21. Mai 1932. Bürgermeisterei Gießen. ______I. V.: Dr. Rosenberg. Bullenverkauf. Ein fetter Dulle soll durch schriftliches Angebot verkauft werden. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis Mittwoch, den 25. d. M., nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen. 3961D Albach, den 19. Mai 1932. Hessische Bürgermeisterei. Lenz. 19 W26 Ur. UZ Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhcsien) Samstag. 2'. Mai (952 Ein Amerikaner über den Anteil der europäischen presse am Weltkrieg. Lon Dr. Gustav Koloss, o. ö. Professor der Geschichte an der Unmerfitaf Gießen. linier den amerikani'chen Historikern. bic llch in den letzten Jahren lebendig gegen den Schuld- 'pruch und daS Diktat von Versailles gewendet haben, nimmt L. 3. Fay einen hervorragenden Platz ein. Nachdem er ursprünglich das Ver- dammungSurteil über Deutschland gutgläubig angenommen hatte, hat er sich im eifrigen Studium der zahllosen Dokumente über die Entstehung des Kriege- davon abgewendet und sucht nun unter feinen Landsleuten für eine gerechte Auffassung der Weltkrilis zu wirken. Dor vier Jahren Hot er ein zweibändiges Werk über die Vorgeschichte des Krieges veröffentlicht. das auch in Deutschland mit Recht viel Beachtung gefunden Hot. jetzt hat er sich einem hochinteressanten Einzelproblem. der Erforschung der europäischen Preise, gewidmet: insbesondere will er fest stellen, wie sich Presse und Regierung in den einzelnen Ländern gegenseitig beeinfluht haben, und welcher Anteil der Presse an der Verschärfung der allgemeinen Lage 3 u f o m m t. Es ist nicht alles zutreffend und tiesgründig in Fays Darstellung, die in den Berliner Monatsheften zur Erforschung der Kriegsursachen" erschienen ist (Man. oft steht auch der Amerikaner den europäischen Dingen zu fern, um liefere Wurzeln der Ereignisse, fr. B. die unversöhnliche Feindschaft der Franzosen gegen die deutsche Einheit seit Jahrhunderten, zu ersafsen. aber er bringt doch auch viele treffende Beobachtungen und anregende Hinweise. Die 'chiechteste Zensur erhält bei ihm ohne Zweifel die f r a n z ö s i f ch e Presse. Fay hebt hervor, dost die französischen Zeitungen aus Anzei- genmongel finanziell weniger unabhängig sind a,s die englischen und deutschen, dast sie vielmehr in der Regel auf Zuschüsse von Persönlichkeiten oder Körperschaften der Politik und der Wirtschaft angewiesen sind und oft genug direkter Bestechung anheimgefallen sind. Der grobe Panamaskandal vor 40 Jahren gewährte ja manchen Einblick in dies Treiben, und in dem Jahr-' zehnt vor dem Kriege hat namentlich die russische Regierung im Einverständnis mit der französischen die Redakteure zahlreicher grober und kleiner Blätter, deren Ramen bekannt sind, gekauft. und französische Minister haben bei der Verteilung der Bestechungsgelder mitgewirkt So z. B. im Jahre 1912 auch Poincarö, so lehr er es auch später allen authentischen Dokumenten zum Trotz abgeleugnet hat. And damals, in der Balkankrifis, ist die Presse von den beiden Regierungen nicht etwa benutzt worden, um die allgemeine Lage zu entspannen, sondern um sie zu verschärfen. Aehnlich im Jahre 1914: wenige Wochen vor Ausbruch des Krieges erschienen in Pariser Blättern plötzlich mehrere Artikel, die die Aeberlegenheit der russischen Armee über die deutsche in allen Tonarten priesen und jede Möglichkeit, dast Russland bei irgendeiner füm- t'gen Verwicklung mit den Mittelmächten zu- rückweichen könne, schroff oblehnten. So hat die französische Presse betoubt dazu beigetragen, die kriegerischen Neigungen in der französischen Nation zu steigern, und die Regierung hat fich ebenfalls oft von ihr bestimmen lassen, denn oft fasten Besitzer oder Redalteure grober Zeitungen im Ministerium ober übten als Abgeordnete groben Einslust Die Pariser Presse, schrieb ein englischer Botschafter, sei wegen der Kenntnislosigkeit. Gewinn- und Schmäh'ucht ihrer Leiter die schlechteste Europas, aber sie beeinflusse aufs stärkste beide Kammern und die öffentliche Meinung Wenn so an der Vergiftung der politischen Atmosphäre durch die iranzös.sche Presse nicht au zweifeln ist, so lästt sich ähnliches von der russischen sagen. Durchweg panklawistifch gesinnt sucht sie durch Auspeitschung der öffentlichen Wei- nung die Regierung vorwärts zu treiben und scheute sogar, wie im Juli 1914, die Drohung mit der Revolution nicht. lall- die Regierung die nationalen Wunsche enttäusche. Andererseits suchte die Regierung, die ja feit dem Ausgang des japanischen Krieges in demselben Fahrwasser segelte, auch ihrerseits die Presse durch gern angenommene Zuwendungen an einflustreiche Journalisten politisch zu leiten, so dast man nicht sagen kann, wer mehr als der Treibende und der «Betriebene anzusehen ist. - Eine derartige Korruption wie in Pari- und Petersburg gab es. wie Fay rühmend betont, in London nicht: vermöge ihrer guten finanziellen Fundierung habe die Presse sich der Regierung gegenüber unabhängig halten und ihr bei ihrem groben Einflust auf das Publikum wiederholt sogar die politischen Entschlüsse vorschreiben können. So wollte z. B. die englische Regierung im Jahre 1903 im Einvernehmen nut der Bankwelt die finanzielle Beteiligung Englands an dem Bau der Bagdadbahn durchsetzen, aber „Times". .Daily Mail" und andere überschütteten sie mit Anklagen, dast sie den deutschen Konkurrenten, der mit der Bagdadbahn sogar die Sicherheit Indien- bedrohen könne, fördern wolle, und die Regierung muhte schliestlich kapitulieren. Wenn Fay hierin einen Beweis für die Anabhängigkeit der englischen Presse gegen die Regierung sieht, so hatte er freilich fragen müssen, ob nicht andere Mächte, etwa Vertreter von Industrie und Handel, hinter den Zeitungen standen uni» ihre Haltung bestimmten: auf jeden Fall geht aber hieraus hervor, dast die englische Presse nicht ausglcichend und versöhnlich gewirkt, sondern skrupellos die Abneigung gegen Deutschland geschürt hat Auch Grey stand, wie Fay richtig anführt, unter dem Nom. Mitte Mai Am die Antwort auf diese europäische Schicksalsfrage gleich vorwegzunehmen: eine Verständigung zwischen den lateinischen Schwestern liegt ungeachtet aller Hauszwistigkeiten und natürlichen Gegensätze durchaus im Bereich derMög- l i ch k e i t und man könnte sich gewisserorts unter Umständen schwer in die Nesseln setzen, wenn man bei den gegenwärtig wieder beliebten Bündnisbesprechungen Italien als unbedingt sicheren Faktor in das Lager der gegen die „westliche Orientierung“ gerichteten Gruppen einreihen würde. Eine Verständigung zwischen Rom und Paris ist ebenso möglich wie eine Annäherung zwischen Paris und Berlin — es hängt alles nur von dem guten Willen Frankreichs ab. Alles auch der europäische Friede und der wirtschastliche Wiederaufstieg Dabei braucht man nicht einmal krampfhaft nach neuen Friedensrezepten zu suchen, es würde durchaus genügen, wenn Frankreich sein Kriegsideal erneuern und durchführen wollte das Selbstbestimmungsrecht der Völker. So weit rechts von Hitler steht niemand, als dast er sich weigern würde, einer solchen, endgültigen Lösung zuzustimmen. Wer nur die Aeusterlichkeiten betrachtet, könnte sogar zu der Meinung verleitet werden, die Druck dieser durch die Presse geschafsenen Stimmung. Fay hätte noch hinzufetzen können, dast die groben englischen Blätter, die im Nachrichtendienst für die ganze Welt ihre Hauptstärke hatten, durch systematische Erfindungen von falschen Behauptungen über Deutschland viel zur Verhetzung der Nationen unter sich bc,getragen haben Es sei nur an die böswillige Beschuldigung, Deutschland habe Rustland m den lapanischen Krieg getrieben. und der Kaiser habe den Thron Jlor- wegen- für einen seiner Söhne erstrebt, erinnert Da- endlich d i e deutsche Presse betrifft, fo «st Fay der Meinung, dast sie für die Regierung weniger al- m anderen Ländern bedeutete, weil die Minister, nicht vom Parlament, sondern vom Kaiser abhängig, den Tages st römungen mit gröberer Kühle gegenuberfteben konnten. Da er wiederholt die Mästigung der deutschen Regierung anerkennend herrorhebt. so spricht er barmt schon aus. dast er ihrer Politik keine besondere Verantwortlichkeit für den Ausbruch des Krieges zuschreiben will, aber er sagt auch ausdrücklich, dast die groben deutschen Blätter, die für die Bildung der öffentlichen Meinung in erster Linie in Betracht kommen, sich im allgemeinen ihrer Verantwortung betoubt waren und sich einer weit gemäßigteren Tonart als die englischen und französischen befleiftigten. In der Tat dürfte man systematische Verleumdungen der Nachbarmächte in den Spalten'der Hrosten deutschen Blätter vergeblich suchen Aber für die ArteilSbildung im Auslande kam weniger diese Presse als die radikaler gesinnte in Betracht Denn die fremden Zeitungen und zum Teil auch die fremden Botschafter, z. D. Eadwright in Wien, führten mit Vorliebe die Artikel solcher Blätter, insbesondere der alldeutschen, oft noch entstellt, als mastgebend für die deutsche öffentliche Meinung und die Regierung an, obgleich sie wußten, dast sie nur einen kleinen Leserkreis befaßen und mit der Regierung nicht selten in heftiger Fehde lagen. So geschah es, dast sich im Auslande vielfach die Vorstellung von einem erobernrrgs- und kriegslustigen Deutschland bildete, aber Die Ur- fache lag viel weniger m der deutschen Presse als in der ausländischen Berichterstattung. Gegensätze zwischen Frankreich und Italien, weit davon entfernt, sich zuzuspitzen, seien in den letzten zehn Jahren, unter der Herrschaft des angeblich angriffslustigen Faschismus, weniger scharf geworden. Denke man nur an jene kritischen Tage, als Foch in Oberitalien ausgepfiffen und auf die Behauptung Briands hin, Italien fetze sich nur deshalb für die Abrüstung ein. weil es seines Heeres nicht mehr sicher sei, das französische Konsulat in Turin nach Heraus- prügeln der Beamten völlig verwüstet wurde. Damals führte die italienische Presse, die vor- mussolinische. die demokratische und liberale, gegen den Bundesgenossen von der Piave eine Sprache, wie man sie heute kaum mehr hört. Heute sind dagegen die Stimmen, die sich für eine Versöhnung einsetzen, durchaus beachtlich, und Mussolini kennt schlecht, wer ihn für einen gebotenen Franzosenfresser hält. Engländer und Amerikaner sind auch nicht gut auseinander zu sprechen, aber es zeigt sich immer wieder, dast gleiche Rasse und Sprache einen ganz besonderen Saft bilden, der schliestlich sogar stärker sein kann als Dollar und Pfund. Ganz ähnlich ist das Verhältnis zwischen Franzosen und Italienern, mag es oft auch ganz anders scheinen. Was sie gegenwärtig trennt, sind weniger Abneigungen als austenpolitische Ist eine italienisch-französische Verständigung möglich? Don unserem römischen L.-Korrespondenten. Gießener Staditheaier. Curt (tzätz: ..Lcitcnsprünge". Gurt Götz. Schauspieler. Lustspielschretber und Regisseur in einer Person, ist stets bei uns ein gern gesehener Gast gewesen. Wir haben ..Hokuspokus „Ingeborg". den „Lügner und bic. Nonne" und auch jene Begebenheiten" hier gehabt. welche mit der berühmten „Toten Tante" ihre Krönung finden Ein ähnliches dramatisches Kunstgewerbe bilden die vier ..Hebungen" — Götz hat stets eine eigene Terminologie für seine Sachen gewäh- t , welche unter dem gemeinsamen Titel ..Scitenfprünge" erschienen sind und gestern. obwohl sie der Herr und Meister nicht in eigener Per'on und mit den Seinen zelebrierte, ein amüsiertes Publikum sanden. Die vier .Hebungen" heisten: „Tobby". ..Die Taube in der Hand". ..Der Hund im Hirn“, Minna Magdalena": der Obertitel lästt die gemeinsame Themenstellung unmistverständlich erkennen- es handelt sich um die alte und oft auf die Bühne beschworene Arithmetik im Verhältnis der Geschlechter, der Götz immer wieder neue und wenn nicht neue, fo doch jedenfalls aparte und erheiternde Konstellationen und Nü- anccn abzugewinnen weist —: im Plauderton. in einem sorgsam ziselierten Dialog, frech, witzig und allemal, was für das Theater wesentlich ist. scharf pointiert. Der erste Seitensprung heistt „Tobby": auster Tobby sind noch Harrv. Fanny, Bobby und Mary an der lehrreichen Hebung beteiligt, welche von einem unstatthaften Verhältnis berichtet und austerdem davon, wie der in diesem Falle recht- mästige Besitzer, wenn auch nicht sein Eigentum, so doch die Trümpfe in der Hand behält. Heberhauvt lind alle vier Stücke in gewissem Sinn Lehrstücke" und haben eine bestimmte Moral. was zunächst etwas verblüffend erscheint, weil man die hier nicht vermutet, und weil sie überdies In einer keineswegs landläufigen oder fogar in einer grotesken Form serviert wird. Da die „Seitensprünge“ noch durchs Abonnement laufen, wollen wir uns im übrigen auf Andeutungen beschränken und uns bemühen keine Pointe vorwegzunehmen. was die heitere Wirkung der noch aus^^enden Abende beeinträchtigen würde. Die für unser Gefühl amüsanteste Hebung ist die zweite, sie heistt „Die Taube in der Hand": der Spay fitzt paradorerweise auf dem Dach und spielt nicht mit. Dies ist die bemerkenswerte Geschichte von den ausgeknobelten Freundinnen. von dem Würfelspiel ..August bläst vom Turm" und vom ausgegangenen Licht. Wie das zufammenhängt und endet, must jeder selber sehn. Nach der Pause: zuerst ..Der Hund im Hirn" oder der gebissene Liebhaber oder der mit der Tollwut bestrafte Fehltritt: eine wahrhaft grausame Begebenheit und ein äuherst lehrreicher und zugleich abschreckender Strafvollzug. Zum Schlust: „Minna Magdalena": das ist, wie man leicht erraten kann, eine parodistische Persiflage von Hebbels berühmtem bürgerlichen Trauerspiel. Biel Lärm um nichts oder nach der Götzschen Devise: alles halb so schlimm. Doch ist diese vierte Hebung, die ein wenig an die „Tote Tante" erinnert, die grobschlächtigste von den vieren, und die auf Mistverständnis und Verblüffung gegründete Pointe ist zwar komisch, das Ganze aber doch etwas breit ausgewalzt. Es wurde viermal hintereinander — unter Fafso11s Regie — so lebendig und luftig gespielt. dast Herr Götz wenn er anwesend gemeßen wäre, vermutlich eitel Freude und Zufriedenheit geäustert haben würde Die Inszenierung traf den Ton und Stil der mehr oder minder galanten Einakter mit geschickter Nuancierung, geschliffener Konverfativn und gut sitzenden Pointen L ö s f- lers Bühnenbilder zeigten die passenden Innendekorationen mit zweck'^ästiger Raumgestaltung In „Tobby" benutzte Maria Koch ihren Seitensprung zur Entfaltung einer sehenswerten „Szene" zwischen dem von Hauer überlegen gegebenen Gatten Harry und Ia'nschecks aufgeregtem Liebhaber Bobby, während Herr Hub in steifer Biederkeit den Reitknecht Tobbv und Frl. Sachse die niedliche Zofe Mary mimten. Die Taube in der Hand" brachte eine ausgezeichnet gegebene Konversationsszene. sprühend von Witz und Bosheit, zwischen Herrn Hauer (Balthasar» und Frl. Berger Alice- Frl. Wielander (Beatrice» sprudelte besonders in der Eingangsszene ihre Entrüstung in drolligem Wortschwall heraus, während Scheich er - Ado- lar) die Groteske der Situation schon ein wenig übertrieb 5 aff ott stattete den Professor als Rächer seiner Ehre im „Hund im Hirn" mit wahrhaft geniesterifcher Raffinesse aus. die man hinter dem etwas verschollenen Austenbild dieses Gelehrten kaum vermutet hätte: Bruck als Lieb- Haber, schrecklich getroffen von der Rache Strahl. Frau Koch als schuldbewustte Eva Herr Geiger deklamierte mit komödiantischem Pathos auS der „Elga". Zum Schlust war Hub als zürnender Vater aus Kohschenbroda so recht in seinem Element und sprach auch fast so täuschend Dialekt wie Götz selber im Hokuspokus". Frl. W i e 1 a n d e r hatte sich als Mädchen Minna phantastisch her- gerichtet und erntete gleich beim ersten Erscheinen einen Sonderapplaus Herr D o l ck und Frau Schubert hatten sich des zweiten Professoren- paares hingebungsvoll angenommen und kämpften einen selbstlosen Kampf wider den Grimm des wütigen Vaters. Es war. wie schon gesagt, ein heiterer Abend: es wurde viel gelacht und brav geklatscht hth. Lebensgeschichie einer Hand. 23on Hilde Mana Kraus. Zuerst war die Hand keine fünf Zentimeter lang und sah aus wie ein Kinderspielzeug Sie rollte sich immer wieder zusammen wie ein Blatt, und die winzigen Nagelchen glanzten perlmuiicrfarben Unter der zartrosa Haut schimmerte em bläuliches Aderneg. Die Innenfläche bestand aus lauter kleinen weichen Hugelchen, die sich um ein schön geschwun- genes M gruppierten. Allmählich begann die Hand zu greifen. Ergriffenes fest zuhalten und am Daumenglied war eine kleine Schwiele oom Lutschen. Die Hand wuchs. Die Schwiele am Daumen verschwand, dafür war der Nage! des Mittelfingers manchmal blau, wenn er zwischen den Türen der Straßenbahn eingeklemmt wurde Unter den Nageln lag nun oft Sand und Schwur Einmal allerdings waren sie ganz sauber, aber dafür bildeten sich rote Fleckchen auf der Haut Sie war auch heitz und trocken, und die Finger hasteten über die Bettdecke. Doch das ging vorüber. Die Hand wurde großer. Sie war nun etwa zehn Zentimeter lang, und die Fingerspitzen waren immer voll Tinte, besonders am Zeige- und Mittelfinger. Salb darauf bekam sie die erste Norde. Das Messer Entwicklungen, ’ür die man weder bic einen, noch die andern verantwortlich machen kann, weit sie naturentstanden, allo wohl naturgctoollt find. Sie gehen turud auf da» nerfchiedcne Volkswachstum und den lehr verschiedenen natürlichen Reichtum beider Lander, wie- eben die geborene Angleichheit, au- her Hn- freiben und Hnbrudcrlichkcn stammen, oberstes Gelen der Schopfungsgewalt tli W>U man für die Folgen em Schlagwort haben, so stellt es sich mit dem K ampf ums M i t t e I m e e r" zwanglos ein. dessen erste Etappe die Genfer Diplomaten mit ..Flottenverhandlungen" zu bezeichnen pflegen Dazu kommen noch die römischen Aspirationen aus Tunis, auf eine bessere Grenze m Tnpolitanien zumindest, aus Kolonien Schwerwiegende Fragen, gewist. aber nicht unuberwind- liche. es sei denn, man komme nicht los von dem leidigen Fetischtanz ums..Prestige" Den besten Weg. eine Verständigung zu verhindern. das da- „Journal de Gcncve" gewiesen. Entsetzt über die Möglichkeit eines italienisch- deutschen, ja eine- vertikalen Bündnisse- unter Einbeziehung England-, beschwort es Frankreich, „eine g r o st e Geste" zu machen und etwas, was ihm nicht gehört, an Italien zu verschenken, z. B. die deutsche Kolonie Kamerun Rom hat daraus nur mit einem deutlichen Achselzucken geantwortet Der Vorschlag ist Versailles von reinstem Wasser, der darin steckende Gedanke, einen Keil zwischen Italien und Deutschland zu treiben, nach dem Muster von Sudtirol und polnischem Korridor, zwar verflucht gescheit, aber überlebt Italien weist sehr wohl dast sich dakommende Deutschland den polnischen Korridor nicht gefallen lasten und auch seine Kolonien zurückfordern wird Es ist durchaus denkbar.' weil austenpolitifch zwcckmästig. dast sich um größerer Ziele willen Deutsche und Italiener über die Drcnnerwand hinweg die Hände reichen können, und es ist selbstverständlich, dast man in Rom ein Kolonialgeschenk aus der Hand des rechtmästigen Eigentümers nicht ausfchlagen würde, aber den Zankapfel aus der Hand Frankreich- — niemals, solange der scharfe austenpolitische Verstand eines Muffvlini die Lage beherrscht Nichts legt deutlicher den Finger auf die Stelle, wo sich italienische und französische Geiste-- auffalfung in der Politik scheiden, als der Vorschlag des „Journal de Genepe". Unfrieden zu fäcn Die Logik, dast ein Italien. daS sich wegen einer Kolonialfrage mit Deutschland verfeindet, automatisch mit Frankreich vergleichen mühte, hat einen groben Denkfehler. Denn sie unterschlägt die Voraussetzungen. Unterstellt man als richtig, dast in den Kabinetten gegenwärtig Fäden für ein vertikaler Bündnis gesponnen werden, wie anderseits, etwas offener, an dem Bau der französischen Queroder Donaulinie gearbeitet wird. Io ergibt sich die Frage, was Rom und Paris als Ausgangspunkte dabei anstreben. Soweit der gelunde Menschenverstand in dem seinen Spiel mitkvmmt, wird er zu der Erkenntnis kommen, dast Frank- r o i ch zur Sicherung des Friedens, d h. seine- Fr jenä, des Hnterdrückung-sriedens von Ver- 'v lies, neue Stützen an bte Mauer um Deutschland anlegcn möchte. Italien dagegen will gerade da - Gegenteil Nieder mit der Zwingburg! Italien will einen anderen als den Frieden Frankreichs einen europäischen Frieden. Die römische Regierung--- presse hat das deutlich genug ausgesprochen „Die italienische Nation erhofft sehnlich die Erneuerung Deutschlands, und zwar aus zwei Gründen weil die deutfche Kultur ebenfoviel Recht auf Fortentwicklung hat wie die italienische und französische, und weil die Gesundung Europas ohne Deutschland nicht m ö g- lichi st." Sie wünscht einen Aufschwung Deutschlands. „weil der Aufschwung dieser Nation allen anderen zum Vorteil gereichen würde". Das ist. wenn man will, auch ^acro cpoisinn Erhofft bic französische Nation einen solchen Aufschwung ebenso sehnlich? glitt beim Pfeifenschneiden von dem glatten Weiden- holz ab und schnitt eine gerade Sterbe in den Dau men. Die Wunde heilte, ober ein glanzender Strich blieb zurück. Kleine Härchen begannen den Hand rücken und die Zwischenräume der Fingergelenke zu besiedeln. Noch waren die Adern flach, aber bi' Knöchel ragten wie vier Zacken hervor, wenn die Ha d sich zur Faust ballte. Die Hand wuchs. Maschinenöl mit Staub vermengt füllte jede Ritze der Handflache aus, und her bflnfle Rand unter den Fingernägeln war selbst mit Seife, Sand und Bürste nicht zu entfernen. Die Innenseite wurde eine einzige große Schwiele, und die Knöchel, anfangs immer blutend, bedeckten sich mit einer hornartigen Schicht. Die Hand lernte arbeiten und streicheln, wenn auch etwas unbeholfen. Zn einem falten Winter ver dickten sich die Gelenke, und im Frühjahr, als es zu lauen begann, wurden sie feucht und juckten. Die Stellen, die früher schwarz von Tinte waren, überzog das Braun des Tabaksaftes Die Hand wuchs nun nicht mehr. Die Adern auf dem Handrücken schwollen an und lagen wie eine seltsame Verzierung auf dem braunroten Grund Don einem bestimmten Tag an trug der vierte Finger einen Ning, der allmählich auf der Innen- fläche eine kleine Extraschwiele bildete. Breiter wurde die Hand. Sie verschmolz mit Me- tallhebeln und Griffen zu einem Stück Sie pasttc ihre Form den Match,ncnteilen an, die sie umklammerte, und beherrfchte fo die roiberfpenftigen Räder und Kolben. Einmal aber schnellte ein Radhammer zurück und zermalmte die zwei obersten Glieder des kleinen Fingers- Der Finger wurde bis zum Knöchel abgetrennt, und bald war die Haut über den Stumpf fast ebenso hart, wie die anderen Fingerkuppen Eines Tages aber muhte die Hand ganz neue Arbeit lernen. Sie muffte ein Stahlrohr putzen, ein Zünglein am Gewehr abziehen, einen Spatenstiel führen . Die Haut wurde rissig und schwärend, und blau oom Frost. Ein Eiienltück stog daher, rist die Hand glatt weg und warf sie ein paar Meter weiter in die aufgewühlte Erde Noch einige Tage ragte sie heraus, wie ein verkohltes Stück Ast, dann bedeckte sie ein Erdrutsch. Rach mehreren Jahren grub eine Pflugschar den Erdklumpen» mit der Hand aus. Emc Anzahl lofer Knöchlein fiel heraus, kleine weihe Stäbchen, wie Ainderiptelzeug. Italien denkt bei seinen Dündnisplänen nicht daran, Frankreich etwas wegzunehmen, es denkt an Europa. Im Unterschied zu dem Genfer Blatt verspricht ihm kein deutsches dafür eine französische Kolonie, wie etwa Madagaskar, beide Kontrahenten wollen ja vielmehr heraus aus der Stickluft der permanenten Kriegserklärung von Versailles, wollen die Verträge, die der größte Brite und liberale Engländer als „Raub- und Plünderungsverträge" gebrandmarkt hat, verbessern. Frankreich dagegen hält sie für heilig. 2ln diesem fundamentalen Gegensatz muß der Hebel angeseht werden, wenn sich Rom und Paris wieder verstehen wollen. Mit schönen Gesten und billigen Worten redet man nur aneinander vorbei. Denn wenn schon über Grundsätze, deren Durchführung in der Macht menschlicher Einsicht liegt, keine Verständigung angestrebt wird, wie will man dann natürliche Gegensätze wenigstens bis zur nächsten Generation überbrücken? Berlin, 20. Mai. (TU.) Auf dem Flughafen Tempelhof traf aus Holland kommend das Fokker- Sonderflugzeug ein, das der Reichshauptstadt den Besuch des Emirs Feisal von Hedschas brachte. Da der Fürst, der als zweiter Sohn des Königs Ibn Saud die Würde des Vizekönigs von Mekka und des Außenministers seines Landes trägt, ein H a n d- schreiben seines Vaters an den Reichspräsidenten mitbringt, trägt seine Anwesenheit auch den Charakter eines amtlichen Staatsbesuches. Daher war auch das äußere Bild des Empfanges auf den im glänzenden Sonnenschein liegenden Flugyafen sehr feierlich. Am Fechnenmast waren zu Ehren der Gäste die Flaggen des Reiches, Preußens, Berlins und des Königreichs Hedschas — Ser Besuch des Emir Mal in Berlin. I 41 ein grünes Fahnentuch mit arabischen Schriftzeichen — ausgezogen. Zur Bearüßung hatten sich als Vertreter des Reichspräsidenten Ministerialrat Dr. Baron v. Hoyningen-Huene, für die Reichsregierung der Chef des Protokolls, G r a f T a t t e n- b a ch und zahlreiche Beamte des Auswärtigen Amtes sowie für die preußische Regierung Staatssekretär Weißmann und zahlreiche Mitglieder der arabischen Kolonie eingefunden. Der erst 25 Jahre alte Fürst trug das bunte Gewand seines Landes. Rach der Begrüßung besichtigte Emir Feisal den Flughafen und begab sich dann im Auto nach dem Hotel Adlon, wo er während seines Aufenthaltes als Gast der Reichsregierung wohnen wird. Em preisgekrönter Entwms siir das Reichsehrenmal ..... V , k -M: n t. Unter 1800 Einsendungen sind 20 Entwürfe für das Reichsehrenmal in Bad Berka (Thüringen) preis, gekrönt worden. Unter den 20 Künstlern soll in nochmaliger Wahl die Entscheidung über die endgültige Gestaltung des Ehrenmals getroffen werden. — Unser Bild zeigt den Entwurf von Regierungsrat a. D. Walter Ioh. Krüger (Berlin), des Schöpfers des Tannenberg.Denkmals. Freiwilliger Arbeitsdienst in Gedern. V Gedern, 20. Mai. In unserer Stadt werden zur Zeit vier Projekte auf dem Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes durchge- iührt. Ter Fußballklub „Alemannia" stellt seinen Sportplatz an der „Gänswiese" in durchschnittlicher Länge von 150 Meter und Breite von 80 Meter her. Zur Trockenlegung des Platzes wurden 420 laufende Meter Graben ausgeschachtet und mit Stücksteinen ausgestellt, sowie 16 0 laufende Meter offener Graben ausgehoben. Etwa 280 Quadratmeter SMcksteine wurden zum Ausgleichen des Platzes gestellt, sowie 1200 Quadratmeter Hackboden ausgehoben, auf Rollwagen verladen und an anderer Stelle planiert. Die Gesamtfläche der Einebnung und Trockenlegung des Platzes beträgt zwischen 12 000 und 13 000 Quadratmeter. Bis jetzt arbeiteten hieran 14 Mann auf zunächst 18 Wochen. Ta zur Fertigstellung der Arbeit die vorgesehene Zeit nicht ausreicht, ist bereits ein neuer Antrag beim Arbeitsamt Gießen eingereicht worden. Die Stadt bringt zwei größere Objekte zur Durchführung. Im Distrikt „Seife" wird ein viel benutzter Holzabfuhrweg in Länge von 230 Meter ausgehoben und chauffiert. Hier finden \10 Arbeiter für acht Wochen Beschäftigung. Wo^)l das größte Projekt dürfte die Herstellung einer Straße nach der Kolonie Schönhausen sein. Die Straße wird 900 Meter lang, die Fahrbahn 4,50 Meter breit, die Fußsteige zu beiden Seiten je 0,75 Meter. Es sind bei dieser Arbeit zunächst 20 Arbeiter für zwölf Wochen beschäftigt, doch läuft auch hier ein Zusahantrag, da die fast ein Kilometer lange Straße unmöglich in der gestellten Frist fertiggestcllt sein kann. Der Turnverein 1 889 e Frankfurter find die z. Z. beste Reservemannschaft im ganzen Main- gebiet und vermochten u. a. erst kürzlich die bekannte Liga-Erfatz-Mannschaft deS Futzballsport- vereins zu schlagen. Die Eintracht meldet folgende verstärkte Aufstellung: Pfister: Zipp. Völp; Kü- bett, Goldammer, Sobanski; Stamm. Jäger. Mohr, Kron. Dörth. Die bekanntesten Spieler der Elf sind So- banski, Kron. Pfister. Goldammer und Kübert. die alle schon häufig in ter Meistermannschaft gespielt haben. 'Der vom Berliner SV. 92 zur Gintracht gekommene Sobanski wurde noch zuletzt bei ten süddeutschen Endspielen, sowie in der DFB -Meisterschaftsrunde beschäftigt; ferner nahmen Kron und Pfister an den süddeutschen Endspielen teil. Der Halblinke Kron wird allgemein als einer der größten Dallartisten Frani- surts bezeichnet. 3n Kübert und dem lange Zeit in ter Ligamannschast als Mittelläufer spielenden Goldammer besitzen die Frankfurter hervorragende und sehr routinierte Kräfte. Die übrigen Spieler sind größtenteils neu zur Eintracht gekommene Leute, denen man zum Teil heute 'chon eine grotze Zukunft vorausfagt. Die Reserven der Frankfurter Drotzvereine find in ter Spielstärke einer mittleren süddeutschen Bezirksligarnannschast gleichzusetzen. Die Gietze- ncr Gls wird gegen einen solchen qualifizierten Gegner ihre Leistungen noch steigern müssen, um ein ehrenvolles Abschneiten zu erreichen. Frankfurts Stärke liegt in brr beroorragenten Kombination und in der hochstehenden Technik aller Spieler; die Mannschaft hält ten Ball konsequent flach. Man erwartet von ihrem h-.efigen Auftreten eine besondere sportliche Leistung Die B s B. - E l f weist diesmal neben Wilhelm ter am vergangenen Sonntag ein erfolgreiches Debüt gab. ein weiteres neues Gesicht auf in dem in Giehen studierenden Wittekind (früher in ter süddeutschen Dezirksligamannschast Urberach spielend), der im 3nncnfturm Verwendung finden soll. 3m übrigen spielt die hiesige Mannschaft in ter am vergangenen Sonntag bewährten Aufstellung. Die Frankfurter Mannschaft stellt für die Grün- Weifien einen Prüfstein dar. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannschast erledigt am Sonntag ein Rückspiel gegen die zur westdeutschen Sonderliga gehörende 1. Mannschaft vom Verein für Bewegungsspiele Weidenau Das Vorspiel in Gietzen gewannen die Einheimischen mit 3:1. Wohl werden die Gietzener in stärkster Aufstellung nach dem Eiegerland reifen, trotzdem wird es dort der schlechten Platzverhältnisse wegen schwer halten, den Vorspielsieg zu wiederholen. Weidenau zeigte hier bei feinem letzten Auftreten wenig, trotzdem ist man geneigt, auf Grund des Platzvorteils dem Gastgeber die besseren SiegeSauSsichten zuzuschreiben. Die Ligareferve erhielt vom verpflichteten Gegner (Eingang Volksbad) Für die uns anläßlich unserer Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Schule für höheres Violinspiel Anfang und Ausbildung Marie Magold Rudolf Wiele Verlobte Hanns Lenz und Frau Erna, geb. Fuchs Jn Alsfeld (Oberhessen) ist neuerbautes, massives, zweistöckiges Gesdiäftsftaus 10.5X16 Meter, mit anliegendem, etwa 1000 qm großem Grundstück, am Güterbahnhof, zu verkaufen. Das Haus enthält schöne Kontorräume mit saalartigen Lagern und großem Keller. Geeignet zu jedem Geschäftsbetrieb. sehr für Kolonialwarengroßhandlung oder Fabrikation. Preis Umstände halber niedrig. Schriftliche Anfragen unter 3955D an den Gießener Anzeiger erbeten Gießen, Äruchstraße 16 Aschersleben im Mai 1932 Gutrun Lngnd Elfriede Die glückiche Geburt eines gesunden Mädels zeigen in dankbarer Freude an Alfriede ^ang, geb. Steckenmeffer Emil Lang, Äaupraktikant Schlitz i. H., den 20. Mai 1932 z. Z. Evangelisches Schwesternhaus Gießen 03216 J. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSCARTEN sagte Onkel Mollig, als die Grete Hochzeit machte. Ich kaufe Euch einen Gasherd, und zwar einen echten Roeder, beim Häuser am Oswaldsgarten. Ihr glaubt ja gar nicht, was solch ein Ding für Freude macht. Wenn mittags pünktlich und in ausgesuchter Appetitlichkeit die Gerichte auf dem Tisch stehen, dann werden Euch erst die Augen aufgehen, was solch ein modernes Möbelstück wert ist. Das sagte Onkel Mollig und er hatte nicht unrecht, noch dazu, wenn man beim Häuser auch für wenig Geld einen guten Gasherd kaufen kann. 3661 A Ueberlegen Sie doch nicht lange, wenn Sie sich einmal einen Gasherd zulegen wollen, dann kommen Sie doch gleich zu uns. Sie werden fachmännisch beraten und gut bedient. — Wann dürfen wir Sie in unseren Ausstellungsräumen erwarten ? Eis-Bezug 1932 Natur- und Kunst-Eis für Haushaltungen und Gewerbetreibende Anlieferung täglich. Günstige Bedingungen EMIL SCHMALL Biergroßhandlung und Eisfabrik Fernruf 3883 3993 d H.Kaeß Nachf. WILHELM HORN &. SOHN 3967 A sind auch für Sie bei großer Hitze unentbehrlich! Wir empfehlen diese in vielen Ausführungen in schwarz, blau u. grau. Unsere Hauptpreislagen: 7.95, 9.75, 11.75, 13.75, 15.75, 18.50 und 19.75 Kellner-Sakkos mit Lederbesatz und Innentasche Waschjoppen und Tussorjacken in allen Größen und Preislagen Kreuzplatz 15 Telephon 2773 Künstliche Augen fertigen wir naturgetreu für unsere Patienten. E. A<1. 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Als erste La fien hat Dieleei die Gas Mer nicht nur tn der G dem auch im Tumvercin angehört, hat Bürgern jungen Fahren viel geleifl Aussichtsrates der opar- es ihm vergönnt, die Y scuchten zu Helsen. Als Wanderer gehörte er Im Heiner Höhenklub an. A ämlcrn fehlt fi ihm nid Kmsziegenzuch LerKreisziegcnz I hielt seine diesjährige 5 । dem Aorsih des Landtage (Ober-Hörgern), in Lc schast „Zum Schwanen" ervssnete die sehr zahlre fammlung mit Degrützm an den Vertreter des Ausschusses sur Oberhess rat I)r. Wagner iGics Tcschastsführrr Phil Geschäftsbericht, daß die toirtschastliche Acrein von, bergegangen lönlichen Mitglieder ist e betragt jedoch immer nc dntvchvrativen Mitglied des DvMchres. Die beid Hungen tonnten in dei gefüßrt werden. Der 2?arft inTiehenersri $c' den Körungen toi das Herdbuch angetört | nung 320 Iock° und' rur4 die Dermittelung I im Gesamtwerte von 57= mnwrt zu erwähnen ist ""düng von Ziegen, w goliavien abgeseht werde derausstellung in Hanno Äerm vertreten und l°d einen Iz-Prejs errin SeEasse sonnte eine Ziec Hattenroo den Eiegerpre« ;!c ^ge von §cinr. R a ?°r|'andes hg >j^"astu f>nen Qlnlnft Mni tyig S ^. Tie tiS9 Ms der .ea!>9-®ön8 Stl9en Re ^y'ns ist S ^'aentun 8Sti<6 ®iinl"kn l'i W «Sw ff"""1 KSr: ÖÄt?« m Herr t ^Nc, .'S S(, 'nflen n 11 ”: V i n s.C § 1 I '■Jaffa »5 noch 'S Geld einen 1 e'nm*l och elelch w Kul bedient - mtn erwarten? IMSEN inst-Eis iwerbelreibende ge Bedingungen IALL ind Eisfabrik MtiD sie ißer Hitze behrlich! se in vielen schwarz, blau uptpreislaßen; 13.75, 15.75, id 19.75 )S d Innentasche und ■jacken nd Preislagen Nacht. Rhj i SOHN Batäschuhe. iigen stfff msere Waren Isen» suhe b«' te# 30* Nr. UZ Drittes statt Oberheffen. 25 Jahre Bürgermeister von Dieseck. !£ Wiefcck, 21 Mai. Am Montag. 23. Mai, sind cs 25 Jahre, daß Bürgermeister Karl Schomber hom flreisamt Gießen als Bürgermeister dcr Gcmeinde Wicsecl bestätigt wurde 1912 wählte ihn der Gemcinderat Aum Ve rufsbürgermeister. Während der 25 Jahre bat Bürgermeister Schomber manche schwere Entscheidung fressen müssen, und es ist ihm stets gelungen, in Buhe und Sachlichkeit die Aufgaben au meistern Gerade die RachkricgSzeit mit ihren Stürmen lieh ihn nie betragen, und wenn auch die Wellen einmal hoch gingen, so verstand er es immer wieder, durch sein zuvorkommendes Wesen die Gegensätze auszugleichen. In seiner Amtszeit wurden verschiedene wichtige Arbeiten durchge- iührt So erhielt Wicseck vor allem einen Ortsbauplan. der es ermöglichte, die Bautätigkeit biS an die Gemarkung Gießen durchzuführen Die Leitung sür elektrische flraft und Beleuchtung wurde gebaut. Mm die Wasserversorgung sicherzustcllen, wurden die Quellen bei Großcn-Buse9 187,85 Mark ab, ergab mithin einen Reingewinn von 3656.06 Mark Meber bie im Gefchästsiahr vorgenommenen Revisionen berichtete der AustichtsratSvorsitzende. Mhrmacher G n > s k o w s k i: im ganzen haben acht Revisionen stattgefunden, die keinerlei Anstände ergeben haben Er beantragte Entlastung des Vorstandes, die einstimmig gewährt wurde Meber die Verwendung d gewinne- machte der Vorstand folgende Vorschläge 3edeS Mitglied erhält 9 Prozent Dividende und 3 Mark Anwesenheitsgeld. >00 Mark werden zur Betriebsrücklage verwandt, der verbleibende Rest wird dem Reservefonds zu* geschlagen. Dieser Vorschlag sand einstimmige Annahme. Bei der Wahl von AufsichtSratSmit* gliebern wurden die zwei ausfcheidenden. Bürgermeister G l a 11 b a a r von Oppenrod und Firn- Haber- Homberg, wieder- und 3ohS. R ö ck e r von Büßseld für den verstorbenen langjährigen Vorsitzenden deS AufsichtSratS. Altbürgermeister S)ct Jascfien-^fafirplan des Gießener .Anzeigers mit den Eisenbahn 'Verbindungen Oberhessens und der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen Post- und Privat-Kraftwagen- verkehr erscheint anfangs der nächsten Woche als kostenlose fondergabe für die seitherigen Bezieher und für Neubesteller im nächsten Monat freihändig auf die Zwölfer-Ringscheibe vorgeschriebcn waren. Erster Sieger war Jungschühc Fritz Harth von hier mit 33 Ringen (9, 12, 12); 2. Sieger war Schütze Uhrmacher Heinrich Schneider, hier, mit 31 Ringen (9, 10, 12). An dritter Stelle stand --chützc Bäckermeister Ernst W ü ft von hier mit 31 Ringen (11, 10 10). — Am nächsten Montag, 23. Mai, vollendet Frau Frieda St i e b c I geb. Rosenberg, hier- selbst, ihr 8 0. Lebensjahr in geistiger und körperlicher Frische. Mrcie Büdingen — R i d d a, 20. Mai. Hier scheint sich die Bautätigkeit doch besser zu entwickeln, als zu Ansang des Früh,ahrs zu erwarten war. Außer durch den 3nncnausbau eines im Herbst im Rohbau vollendeten Wohnhauses und Der» schiedencn Rcparaturarbeitcn an landwirtschaftlich benutzten Gebäuden, haben sich für die Bau* Handwerker auch Arbeitsgelegenheiten durch gröbere Erweiterungsbauten eines Kaufhauses und einer Schlosserei und Autorcparaturwerkstätte sowie eines Gasthauses geboten. Ferner steht der Rcubau eines Wohnhauses in Aussicht Lehrer Stein, der kürzlich von Stornfels hierher versetzt worden ist. hat an der Salzhäuser Straße von Oberbahnhofsinfpektor Georg Ludwig hier cinch Bauplatz erworben. Der Käufer will noch in diesem 3ahre daraus ein Wohnhaus erbauen lassen, das er im Herbst beziehen will. Kreis Schotten. t Breungeshain, 18. Mai. Hier fand der erste diesjährige Hassia-Bezirkstag des Hassia-Bezirks Schotten statt. Nach Begrüßungsworten des hiesigen Bereinsvorsitzenden Kam. Stein und des Bezirksoorstehers Kam. 'S c r i b a (Schotten) überreichte dieser dem Kam. Louis Appel (Kaulstoß) das Hassia Ehrenkreuz. Bezirksvorsteher S c r i b a erstattete hierauf den Jahresbericht und gedachte dabei des kürzlich ver ftorbenen flam. Kriegervereinsvorfitzenden Heinrich Weber II. (Wingershausen) dessen Andenken in üblicher Weise geehrt wurde Als Vertreter des Bezirks bei dem Derbandstag in Alzey wurde Kam. Straub (Rudingshain) bestimmt, als sein Stellvertreter Kam Strauch (Kaulstoß). Hierauf beschäftigte man sich mit Fragen der Kranken-, Lebens- und Feuerversicherung, ferner mit Angelegenheiten der Kriegsbeschädigtenfürsorge. Kam. Forster Frank (Stornfels) sprach sodann libsr das Kleinkaliberschießen; als fein Stellvertreter auf diesem Arbeitsgebiet wurde Kam. Förster Heller (Schotten) ein- stimmig gewählt Der nächste Bezirkstag soll in Kaul- stoß zugleich mit dein 25. Jubiläum des dortigen Kriegervereins in zeitentsprechender Weise begangen werden. Kreis -Ilsfeld -er. Homberg. 19. Mai. Das der Mitteldeutschen Hartsteinindustrie gehörende Basalt- werk Rieder-Ofleiden hat zum allgemeinen Bedauern bis heute die Arbeiten in seinem Betriebe noch nicht aufgenommen. Es bc* steht die Befürchtung, daß cs wohl der fehlenden Aufträge wegen diesen Sommer ganz stilliegen wird. — Rach Aufhebung des Finanzamts Homberg hat die Dürgermeistcrci mit dem Finanz- amt Grünberg dem Homberg zugcteilt wurde, vereinbart, daß allmonatlich ein Sprechtag in S t e u e r a n g e l e g en h e i t e n in Homberg für unsere Stadt und die Orte der näheren Mmgebung stattfindet. Einige Tage vor dem Sprechtag wird eine Liste auf jeder Bürgermeisterei aufgelegt, in die sich dke Auskunft- suchenden namentlich cintraacn können unter AnSpamer, einstimmig neugewählt. Rachdem der Direktor die neue Dienstordnung eingehend vorgetragen hatte, sand diese einstimmige Annahme. Die Zahl der Mitglieder beträgt 100. von denen 80 anwesend waren. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage die Spareinlagen von 221 663,36 Mark auf 226 479,56 Mark gestiegen sind. 3m nächsten 3ahre blickt die Kasse auf ihr 75jähriges Bestehen zurück. Preußen. Kreis Wetzlar. _ d" Krofdorf, 20. Mai. Aus der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung von K r o s d o rs - G l e i b e r g ist u. a. zu berichten: Mit Inkrafttreten des Sommerfahrplans am 22 Mai soll auf der Postautolinie Gießen — Krofdorf der letzte Wagen, ab Krof- dvrf nach Gießen 21.20 Uhr, ab Gießen nach Krofdorf 22.40 Uhr nur noch Mittwochs und Sonntags fahren, an den übrigen lagen nicht mehr. Die Post- Verwaltung begründet dies damit, daß diese Fahrt durchaus unrentabel sei. Die Gemeindevertretung erhebt gegen diese Einschränkung des Autoverkehrs entschiedenen Einspruch und behält sich vor, falls die Post kein Entgegenkommen zeigt, die Abmachung wegen der A u t o h a l l e in Krofdorf aufzuheben. — Die Dienstunkostenentschädigung des Gemeindevorstehers in Krofdorf und des Bezirksvorstehers in Gleiberg soll um 20 Prozent gekürzt werden. Nicht eingeschlossen in die Kürzung ist die Vergütung, welche der Gemeinde- Vorsteher für die Bereitstellung des Dienstzimmers erhält. — Die Gemeinde • Badeanstalt in der neuen Schule soll ab 28. Mai versuchsweise Samstags wieder in Betrieb genommen werden. Badezeiten: vormittags für die Schulkinder, von 14 bis 18 Uhr für Frauen, von 18 bis 22 Uhr für Männer. Preise: Wannenbad 30 Pf., Brausebad 15 Pf — Aus dem Gemeindewald soll an bedürftige Viehhalter S t r e u l a u b , vorbehaltlich der Genehmigung der Forstaufsichtsbehörde, abgegeben werden. Die Gemeindevertretung gab ihre Zustimmung und setzte den Preis auf i Mk. je Fuhre fest. Dutenhofen, 19. Mai. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung stand die Dienstunkostenentschädigung des Gemeindevorstehers auf der Tagesordnung. Während eine Regierungs- Verfügung eine Herabsetzung des ' jährlichen Der- gütungssatzes von 1 Mark auf 40 Pf. pro Kopf der Einwohnerschaft fordert, beschloß die Vertretung, nur eine 20-v. H.-Kürzung eintreten zu lassen. — Einem Vorschlag der Kreisstroßenbauverwaltung auf Erweiterung der Provinzial st raße im hie. figen Orte beim Haus Nr. 86 stimmte die Vertretung nicht zu, da nach ihrem Ermessen durch den Wegfall des Vorplatzes vor den Häusern und aus sonstiger Ursache für die Anlieger und den gesamten Verkehr die bei dem starken Autobetrieb auf der Provinzial- straße bestehenden Gefahren noch vergrößert werden. i Groß-Rechtenbach, 19. Mai. Dom 22. Mai ab wird auf der Postautolinie Wetz* lar-Hochelheim die Frühfahrt — ab Wetzlar 6 Uhr — nur noch zwischen Wetzlar und Büblingshausen ausgeführt Bis nach (ßroß-Rcchten- b a ch wird nur noch bei Bedarf gefahren. Rundfunkprogramm. Sonntag, 22. Mai. 6.15 bis 8 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert^No- rag-Frühkonzert auf dem Dampfer „Adolf Woer- mann" der Woermann Linie. 8.15 Morgenfeier brr Samstag, 2(. Mai 1952 Freireligiösen Gemeinde Offenbart). 9.30 bis 10.30: ctunbe des Ehorgesangs Volkslieder um 1500 bi» 1800. 10 30; „Mein alter Rock", Erzählung von Nik. Schwarzkopf. 11: Stunde der Kammermusik. 11.30: Aon Leipzig Rcichssendung Kantate zum Sonntag Trinitatis „Gelobt sei der Herr" von Fohann Seb. Bach (G A. Nr. 129). das Städtische und Gewandhaus Orchester zu Leipzig, der Thomanerchor. 13: Aon München: Unterhaltungskonzert. 13: Von Köln: Konzert 14 Stunde der Jugend 15: Stunde des Landes. 16 Aon Baden Baden Konzert des Städtischen Orchesters. 17: Nachmittagskonzert. 18 „Europäische Denker: Benedetta Eroce", Vortrag von Dr. Leo Hamburger, Frankfurt a M. 18.25 Dreißig bunte Minuten 18.55: Tägliche Begegnungen Buchhändler und Kunde. Anschließend Sportnachrichten. 19.30: Dichtergalerie: Gottfried Benn. 20: „Don Eesar", Operette in drei Akten, Musik von R Del- linger. 22: Von Freiburg: Wiener Schrammelmusik. 22 45. Don Köln: Nachtmusik. Montag, 23. Mai 7.05 bis 7.25 Uhr: Schallplattenkonzert, anschließend von Bad Mergentheim: Frühkonzert, Philharmonisches Orchester Stuttgart 12: Konzert auf Schallplatten. 13: Von Köln: Konzert. 15.20: „Die Frau des neuen Indiens', Vortrag von Else Asshoff. 17 Woran erkennst du sie? 18.25 „Geburt, Hochzeit, lob ', Vortrag von Dr Bernhard Kunnner, Berlin. 18.50: Englischer Sprachunterricht 19.30: Italienische Volkslieder. 20.30: Sling zum Gedächtnis. 21 öqm- phoniekonzert. 22: Scheinfirma der Arbeitslosen, Echallplattenbericht. 22.45 bis 24: Von München: Nachtmusik. Dienstag, 24. Mai. ,' 7 05 bis 7.25 Uhr: Schallplattenkonzert, anschließend von Bad Oeynhausen: Brunnenkonzert der Kur- kapelle. 12: Konzert der Kapelle Berndt Buchbinder. 13: Konzert auf Schallplatten 15.20 bis 15.50: Haus- srauen-Nachinittag 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Unter welchen Voraussetzungen sollen Brautleute und Ehegatten einen Ehevertrag schließen und roarum9", Vortrag von Landgerichtsdirektor Leib- fried. 18.50: „Die Stellung Amerikas in der Weltkrisis der Gegenwart", Vortrag von Geh Rat Prof. Dr. Schultze non Gäverniz. 19.30: Frühling in Schwetzingen. 20.30: .Hunger Mond, du kummervolle Barke ...", Hörfolge von Oskar Ludwig Brandt. 21.30: Ein Hauskonzert bei Hans Fugger (1531 bis 1598). 22.45 bis 24: Nachtmusik. Mittwoch, 25. Mai. 7.05 bis 7.25 Uhr: Schallplattenkonzert; anschließend von Bad Oeynhausen: Brunnenkonzert der Kurkapelle. 10.20 bis 10.50: S.chulfunk: „Gedichte werden Lieder". 12: Konzert. 13: Mittagskonzert. 15.15 bis 16: Stunde der Jugend. 17: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Vom 'Naturschutz in Hessen", Vortrag von Dr. Karl Rudolf Fischer, Gießen. 18.50: „Von D 1089. Bitte Streckenwetter und Zielpeilung! — Funkdienst und Wetterberatung im Luftverkehr", Vortrag von Dr. Heinz Orlovius, Berlin. 19.30: Konzert. 21: „Das Hambacher Fest", eine historische Hörfolge von Hermann Wendel. 22.40 bis 23: „Der deutschcFilm an sein Publikum". Ein Olympia-Kandidat geht ins Kloster. Der australische Sprinter Jimmy Carlton, einer der aussichtsreichsten Kandidaten seines Landes für die kommende Olympiade, hat sich entschlossen, Ab- schied von der Aschenbahn zu nehmen und in ein Kloster zu gehen. Amerikanische Pilotin zum Ozean-Klug gestartet. Miß Amelia E a r h a r t, die bereits 1928 an einem Ozeanflug teilnahm, ist zum Alleinflug von Neuyork über Neufundland nach Europa gestartet. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. OrbaL. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 321. (Urdruck.) Don 3. Manskopf, Herborn. Weih 4 Steine: Kg6; Db2; 863. h6. Schwarz 3 Steine: Kh8; Ta6; Sf6. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Problem Nr. 322. Don H. van Deek. Weih 6 Steine: KHZ; Ddl; Lc2: Se4; Be3, H2. Schwarz 5 Steine: Kf5; Lc8; Be5, f3, H5. Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. Partie Nr. 235. Damengambit. In der Siegerrunde des Aufstiegturniers zu Dad Ems, März 1932, gespielt. Weiß: Loose, Düsseldorf. Schwarz: Admiral v. Hennig, Kiel. 1. 62-64 2. Sgl-f3 3. c2—c4 4. Sbl -c3 5. e2-e3 6. Lfl-63 1. Sg8-f6 2. 67-65 3. e7-e6 4. Lf8-e7 5. 0-0 6. c7-c5 Lösung des Problems Ar. 316. Don Dorwerk, Lüben. 1. 864—f5! usw. Lösung des Problems Ar. 317. Don 3. Mieses. 1. Se3—65! usw. Lösung des Problems Ar. 318. Don §. Fridlizius. 1. 865—c3! usw. Berichtigung. Aufgabe Ar. 318, von F. Fridlizius, muh richtig lauten: Weih 9 Steine: Kh5; Dc7; Lg8; Sc5, 65; Ba3. b5, e2. f2. Schwarz 7 Steine: K64; Da5; L61; Sbl; Bb2, b6, g4. Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. Aus der Schachwelt. Beim Aufsticgturnier des Deutschen Schachbundes zu Dad Ems siegte Kieninger, Köln, -p5^ durch zähen Endspurt gegenüber Admiral v. Hennig, Kiel; Hussong, Ludwigshafen, und Kapfer, Hamburg, je 4. Loose, Düsseldorf, und Blcch- schmidt, Plauen, je 4- 31/». Diteusc, Aeubranden- burg, -p 2v2 und Hahn, Nürnberg, +1' 2. Kieninger errang somit den Meistertitel des Deutschen Schachbundes. Das Meisterschaftsturnier des Mittelrheinischen Bundes gewann Strauß, Wiesbaden, 4* 33 (Bewertung Spiclmann) vor Drescher, Hanau, - 24. Peter, Aeuwied; Dr. Grimm, Höchst, und Wenger, Frankfurt, je + 21, Beniner, Frankfurt, -415 und Präger, Frankfurt, +12. Das Turnier um div Frankfurter Meisterschaft gewann Aoh -p 6 aus 7 vor Dr. Grimm 4* 5, Benkner 4- 4’/2, Dr. Sauer, Stadecker, Präger je 4* 3, Dr. Decker 4- Vs- Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch, Volksmund. Unter den vielen Krauses, die im Lissadorf wohnten, wurde, so erzählt „Reclams Universum", einer wegen seines schönen Nußbaumes, der in seinem Hose stand, der „Nußbaumkrause" genannt. Nuß- baumkrause ärgerte sich sehr über diesen Namenszusatz und ließ in seinem Acrger den schönen Nußbaum umhacken, Don Stund an hieß er nur noch der /.abgehackte N u ß b a u m k r a u s e". Der „Analphabet" Ibsen. In einem Pariser Blatt wird eine lustige Geschichte von dem großen nordischen Dichter Henrik Ibsen erzählt; sic soll sich während seines langen "Aufenthaltes in Italien ereignet haben. Auf seinen Wanderungen in der Umgegend von Rom kam Ibsen eines Tages in ein kleines Dorf und suchte an einem Kreuzweg die Angaben zu lesen, die auf dem Wegweiser angeschrieben standen. Aber die Schrift war sehr hoch angebracht, und der kurzsichtige Dichter konnte sie nicht entziffern. Er bat daher einem vorübergehenden Bauern, ihm die Inschriften vorzulcsen. „Ich will Ihnen nichts vormachen", sagte der Bauer treuherzig: „Ich kann auch nicht lesen!" Schwarz wandelt in den Dahnen der Tarrasch- Berteidigung. 7. 0-0 7. Sb8-c6 8. b2-b3 8. b7-b6 9. Lei - b2 9. Lc8-b7 Außer den beiden Königs-Läufern eine metrische Stellung. 10. Tal-cl 10. D68-c7 11. c4xd5 11. e6x65 12. Sc3-a4 shm- Diese 3dee, auf den schwachen Punkt c5 zu spielen, erweist sich in der Folge als verfehlt; Schwarz erhält bald einen übermächtigen Königs- Angriff. 12. .. . 13. 64xc5 14. L63xe4 15. Sf3-d2 16. Lb2xe5 17. 862-c4 12. Sf6-e4 13. b6Xc5 14. 65Xe4 15. Sc6-e5 16. Dc7xe5 17. De5-g5 Die beiden weißen Springer haben sich verirrt, Weiß steht daher dem kommenden Königs-Angriff machtlos gegenüber. 18. D61-c2 18. f7-f5 19. g2-g3 19. Dg5-h5 Droht bereits 20..... Dh3 nebst T—fb—h6. 20. Kgl-g2 20. f5-f4 21. Tfl-gl Weih hat keine Berteidigung mehr: z. D. folgt auf: 21. exf, Df3+. 22. Kgl, e3, 23 fxe3, Dhl4. 24. Kf2, DXH24-. 25. Kel, Dxg34-. 26. Df2, Dh3. Drohend Schach 4, der Schluß ist fiat und leicht verständlich. 21. .. . 22. Kg2-fl 23. Tgl-g2 24. Dc2-e2 25. Kflxe2 26. Sc4xe3 27. Se3xg2 28. Icl-fl 29. Ke2 - 63 30. K63-C2 31. Kc2-bl 32. Kbl —c2 21. Dh5-f3+ 22. F4xe3 23. e3xf2 24. Df3xe24- 25. e4-e3 26. Lb7xg2 27. Le7-g5 28. Ta8-e84- 29. Tf8-f34- 30. Te8-e24- 31. Lg5 - 62 32. L62-b44- Aufgegeben. Lösung des Endspiels Ar. 94. Don F. Amelung, Aeval. I.a5-a6, Lf4 -b8. 2. Tc2-c7!, Lb8xc7. 3. a6-a7, Lc7-f4. 4.Da7-a8, Lf4-g5. 5. Da8-a44-, Ke8-f8. 6. K65-66, Lg5-e74-. 7. K66-67, S68-f7. 8. Da4-a84-, Le7-68 (8..... 868. 9. Df34-. Sf7. 10. Ke6). 9. Da8-a3+, Kf8-g7. 10. K67-e8 und gewinnt! Lösung des Problems Ar. 315. Don 3. Slater. 1. Dgl-eil, Ke4x65. 2. e2-e44- usw. 1. . . ., g3-g2. 2. Del-h44- usw. 1. ..., f3xe2. 2. Del Xe24- usw. 1. ..., 8 beliebig. 2. S6xf64- oder Sc34- usw. Wirffchast. • Brennabor-Werke AG., Brandenburg. Die künftigen Aktionäre der neuen Bren- naborgesellschaft in Brandenburg haben zustimmend Kenntnis von der am 29. April erfolgten Gründüng der Brennabor-Werke AG. genommen. Die Fabrikation in sämtlichen drei Abteilungen (Kinderwagen, Fahrräder und Automobile), die bisher in ganz beschränktem Maße noch von der alten offenen Handelsgesellschaft betrieben wurde, soll nunmehr von dem neuen Unternehmen im Umfang und nach Maßgabe der vorhandenen Absatzmöglichkeiten aufgenommen werden. Abschwächungen in Berlin. Berlin, 21. Mai. ReW c Serie I........... 4% veegl. Serie II....... »% Rumün. verelnh. Rente v. 1903 icht Immer schneller fuhr der Wagen, und Stark herabgesetzte Preise, insbesondere für die beliebten Pauschalkuren. Des Kurhaus steht unter neuer Leitung eines erstklassigen Hotel- und ins- jbesondere Küchenfachmannes. Beste Verpflegung. Diätküche. Prospekte durch die Kurverwaltung Bad Selters (Oberhessen). Anmeldungen frühzeitig erbeten bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker, 1931 : 19 400 Badegäste letzte Leistung beträchtlich übertraf. Unter den Triumphklängen der Musik und den Iubelrufen aller Anwesenden wurde verkündet, daß Budweiser 13 Fuß 5 Zoll weit gesprungen war: zwei Fuß weiter al- im Dorjahre. Auto-Zogd nach dem durchgegangenen Zug. Ein aufregendes Wettrennen zwischen einer ..durchgegangenen" Lokomotive und einem verfolgenden Lastkraftwagen, die an dramatifcher Spannung die kühnsten Filmerfindungen erreicht, hat sich vor kurzem auf den weiten verlassenen Ebenen in der Rahe von Rairobi in der Kcnja- Kolonie ereignet. Gin Güterzug lief gerade aus einer kleinen Station am Athi-Fluß ein. als eine Kuppelung brach. Der Lokomotivführer kletterte herunter, um nachzusehen, was los sei, und ließ nur den eingeborenen Heizer oben. Aus einem unbekannten Grunde sing dann plötzlich die Maschine mit voller Kraft zu laufen an und zog sechs Wagen hinter sich her. Mit einem Entsetzensschrei versuchte der Führer, aus die Empfehlungen von Bädern und Sommerfrischen finden durch den GießenerAnzeiger beste Verbreitung. l.Mai. lunltrflong 20.17 •Monbunittgang geboren: - obolib gtfiorben. S: 17'/ $ ■ z 31.77 • AUSKUNFT . HESSISCHE BADEDIREKTION < Der Bahnhofsvorsteher • prang von auf dte Plattform packte die Brenlle den Zug zum Stehen. Es war die Zeit gewesen, denn ein paar kn. Hai. chle. figkilslonntag. ?e|je; Kommunion hocham! mit fye- Christenlehre unb je mit Predigt - ligt unb CbristtN' Prebigt: 20: dbri- 8.30: Hochamt mit Taten für Lonntag, 22. Mai. Sonnenaufgang 4.26 Uhr, Sonnenuntergang 20.18 Uhr. — Mondaufgang 23.57 Uhr, Mondünlcrgang 5.16 Uhr. 1813: Richard Wagner in Leipzig geboren, — 1848: der Maler Fritz von Uhde in Wolkenburg i. 5. geboren: — 1859: der Schriftsteller Sir Conan Doyle in Edinburg geboren, — 1885: der Dichter Victor Hugo in Paris gestorben. fpäter wäre die Lokomotive mit noch größerer Schnelligkeit den Hügel hinunter gesaust, direkt auf den vollbesetzten Postzug, der auf der nächstes Station hielt ... Mehr Jagdscheine als Jagd. Wer nicht weiß, wie leidenschaftlich der Durch- schnittsfronzose der Jagd obliegt, und wieviele Sonntagsjäger es gibt, der wird erstaunt lein. zu erfahren, daß in Frankreich 1 600 000 Personen Jagdscheine besitzen. Für die Dtaatskassc ift diese Leidenschaft recht angenehm, denn sie erhält dadurch eine Zugabe von etwa 50 Millionen Mark im Jahre, und das Derdienst aller der Leute, die in ihren Einnahmen von diesem Sport abhängig sind, wird sogar aus 150 Millionen Mark un Jahre geschätzt Der französische Durchschnitts- jäger ist nun zwar in seinen Ansprüchen an da- edle Waidwerk recht bescheiden und ist schon froh, wenn er mit ein paar Kaninchen oder einem Paar Rebhühner als Beute heimkehrt. Aber in letzter Zeit sind selbst diese bescheidenen Ansprüche häufig nicht befriedigt worden. Man klagt darüber, daß es in Frankreich viel mehr Jagdscheine gibt als Jagd, und so haben bei der letzten Kammerwahl die Jäger ihre Forderungen recht energisch an« gemeldet. In jeder Gemeinde waren Wahlplakate angebracht, die das AuSstcrben des Wildes beklagten und die Wähler ermahnten, von den Kandidaten bindende Zusicherungen zu verlangen, daß sie für die Rechte und Wünsche der zahlreichen Rimrodc eintrcten werden. Lollar — Waldbau» — vünsberg — Lieber. Eine hübsche Waldwanderung ist die Begehung der roten tteilmarfierung jenseits der Lahn Wir fahren zu diesem Zweck nach Lollar, durchschreiten den Ort in nordöstlicher Richtung, gehen obigem Zeichen nach an dem altersgrauen Gotteshaus von Kirchberg vorbei über die Lahnbrücke durch Ruttershausen und gelangen nach kurzer Zeit in den großen Nrofdorser Forst. Das Zeichen führt uns am Toten Mann, einer mächtigen Hainbuche, die allerdings ihrer Aeste beraubt ist, unb spater an der sog. Braut- buche vorüber nach dem gastlichen Forsthaus Waldhaus. Rach einer Ruhepause wandern wir weiter, stets durch Wald an zahlreichen Grenzsteinen der ehemalig preußisch-hessischen Grenze entlang bis zur Krumbacher Straße, wo wir am Fuße des Duns- bergs angelangt sind. Der Ausstieg zur Hohe ist wohl von hier der steilste, aber auch der kürzeste. Auf dem Dünsberg, wo das Zeichen zu Ende ist, sind Sonn.» tags stets Erfrischungen zu haben. Nachdem wir uns vom Aussichtsturm an der herrlichen Rundschau gelabt haben, erfolgt der Abstieg schwarzen Punkten Gießener Wochcnmarktprcrsc. 'Gießen, 21 Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Süßrahmbutter 130 Pfennig bas Pfund. Landbutter 130. Matte 25 bis 30 Wirsing kgelbl 12 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 12 biS 15. Gelbe Ruben und Rote Rüben je 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Spargel 20 biS 45, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Feldsalat und Tomaten je 80 bis 100, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 30 bis 60. Rhabarber 10 bis 12. Kartoffeln 4.5. Aeplel 10 bis 15, Dörrobst 25 dis 30, Honig 40 bis 45, Russe 35 bis 40. junge Hähne 80 biS 90, Suppenhühner 70 bis 80: Käse 5 bis 10 Pfennig das Stück, Tauben 50 bis 70, Eier 6 und 7, Blumenkohl 30 biS 70, Salat 15 bis 20, Salatgurlen 15 bis 20, Salatgurken 40 bis 60, Ober-Kohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 biS 20, Sellerie 10 bis 30, Radieschen 10 bis 15 Pfennig das Bündel, Kartoffeln 3,80 bis 4 Marr der Zentner. die Rocht und der Schlaf unter den ländlich dicken Federbetten find nicht von schlechten Eltern. Und der Morgentrank und Imbiß ift vorzüglich aber die Sonne ruft gebieterisch hinaus ins Freie, und so beginnt unter einem unerhört blauen Himmel bei strahlendem Tageslicht die Besteigung des Knüll. Kein Mensch ringsum Linkerhand glitzert die noch vereiße Slädrt des Schwarzenborner Teichs, von dem die Efze kommt. Rechteihand winkt der Hügel mit wechselndem Waldbestand. Unb mit Wiefen, in denen noch Schnee hegt Da geht es hinauf. Unb es wird warm habet. Weiter vorwärts nach links herüber liegt so ein grasbewachsener Maulwurfshaufen mit Felsbrocken und einer-Stange Der Baumbestand sieht hoher aus: er wird ringsherum begangen und quer durchschnitten Am Waldsaum ein wackeliger Hochsitz. daneben eine tnoddbe Bank. Aus dem Tal kommt Geläute. Und vergnügt geht es wieder hinab, aufgeweichte, von der Sonne inzwischen aufgetaute Wege machen nichts aus — es ift eine Luft, zu leben! Anderthalb Stunden hat es nur gedauert, und schon ist dieses Werk eines heimatlichen Alpinismus bewältigt. Ts hat gut getan, Körper. Seele und Geist sind erquickt wie lange nicht, und was tutS am Ende, zu erfahren, daß es gar nicht das Knüllköpfchen war, was da bestiegen und erklommen wurde im Hochgefühl erreichten Ziels, sondern nur der Wald- knüll oder, wie hierzulande auch gesagt wird, der Knüllwald! Das eigentliche Knüllköpfchen, das war jener grasbewachsene Maulwurfshügel mit den Felsbrocken und der Stange drauf: und mit 632 Meter. A la bonheur — ein Schwarzenborner Streich! TÜ7 52« 12.*W 3.0« 'S: 84« 79.41 15« 1,002 4,2'7 55.1« 21 0 «93 1.12' IÄ J.431 14," erreichte den Zug. gerade als sich dessen Tempo beim Hinauffahren auf den Hügel eumann-Lveng^ ^Dr. ievaltion- jj,, 5061108 Badeschriften durch die Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6, Telephon 3888 und durch die Kurverwaltung Bqd Wildungen. _____________________ 3644 V Tifli 51,9 । 12.^ - J.057 M 77.07 $4,42 79, 15.U 0.998 4.2Z r» 'S 34. n 0.3 7-4g 14.09 ■ Frühjahrskur für 3970V g Nervenkranke and Nervös-Erschöpfte Sssiialkaranstalt Bolhalm im Tauss bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch I San -Rat Dr. M. Smolze-Kahleyss. "r; 1 Erholungsheim Eichhof Lauterbach (Hessen) IlOMinuten o.Bad-Salzschlirf, am Subost- tabbang des Gichberas mit großen in die ISalbungen des Giwbergs übergebenden ISorfanlagen. Neuzeitliches Schwimmbad Itn nächster Nabe. Ruhige, sonnige Höben- , lagen sichern beste Erholung. 3953 d .Bolle Pension mit 4 Mahlzeiten 4,50 3t Jl nach über drei Ringwalle aus altgermanischer Zeit nach dem Endziel Bieber. Wanderzeit etwa 4S Stunden. Reiskirchen — Ounfborn — (Brünberg. Wir wandern von unserem Ausgangspunkt Reiskirchen auf guter Landstraße teils durch Wold, teils durch freie Gegend über die Dörfer Hattenrod und Harbach an der Soiiimermühle vorbei nach Qucrf- born. Hier haben wir vielleicht Gelegenheit, die groß, artigen Anlagen zur Gewinnung und Beförderung des Wassers, mit dem unsere Vaterstadt versorgt wird, kennenzulernen und zu besichtigen. Der weitere Weg führt uns an der Neumühle vorbei nach unserem Endziel, der alten hochgelegenen Stadt Grimberg, die noch mancherlei Sehenswürdigkeiten wie Diebsturm, Antüniterkloster usw. aus früheren Zeiten aufzuweisen hat. f)abcn wir noch Zeit, dann statten wir auch dem nahegelegenen reizenden Brun- ncntal einen Besuch ab. In Grünberg sind sehr gute Gasthauser. Die ganze Wanderung beansprucht etwa Stunden. Ts 51.0» ' 64-g 15.» 170.* 21. 75.» ;J9 82. 34'ti ISJ«: i bQi Die 23: (1-C • - )ten. >m. liiolisfeft. Zugleich Christen- Dlarluigemeinbt; iir die Mallhiiui- tilitdx. 8: Pst. hre für die Reu. 9.30: Jfr.Üus- 11: fiinbtrlirdjt usscld: 20: Mis- onor Walther - Psr. Bcchlolrhei- • leraemtinbf, Psr. Iinbcr|d)ul<. 9.45: Ooftesbicnft; 10: i. - Lllkv Lustik. g. 10: Hirchberg: nierte männliche Mar - fjoulrn. ießend Cbnftcn- ibom-Steinberft. tzm. 3D W- 'M). 9.30: örtfls- die Leidliche > 17km langer, -ehr breiter, reiner fein*nndlK< r Naf ur- Mtrand. ohne Buhnen und Bauten, der innerhalb von 1 bi* 3 Minuten von allen Häusern erreichbar ist. Mäßige Pen- wlonaprelwe. Kurkarten Inhaber: Kalte Seebäder kostenlos: warmeSeebäderErwachsene IMk^Kinder.7)Pf. — Seuerbaute große moderne Lewehalle mit Schreih- nischr. Rauchzimmer und Zentralheizung l'nterhal- tonxen: Reitepnrf.Tennissport, Tennis!umiere. Konzert Reunion» und Kinderfeste. Frequenz 12000. 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Ja — von der Humanität in Schwarzenborn hatte ja auch Landgraf Philipp eine gute Meinung. Unb wenn den Schwa rzenbömern gern die gleichen Histörchen attgehängt werden wie den Bürgern von Abdera im alten Griechenland oder denen von Schilda. Schöppenstedt, Wafungen und Weilheim in Deutschland, so gilt doch daS eine Wort des Landesherrn gewiß nicht weniger als alle diese Geschichten zusammengenommen Uebri- gens war eS auch ein Schwarz en börner. der Wirt Richard, der seinerzeit dem Oberst von Dörnberg, dem hessischen FreiheitShelden, daS Leben gerettet hat. Die 6d)tthmcn börner können also doch nvch etwas mehr als Käse säen, auS dem Ochsen aufgehen sollen, ober ihre Beine verwechseln, oder einen Brunnen mit Menschen ausmefsen. Und die Schwarzenborner Streiche machen heute vielleicht andere. Wie gesagt, es ist ein schöner Abend, und auch Frählingsfahri zum Knüll. Don Will Scheller. Der Beschluß hat ja eigentlich schon lange fest- aestanden — daß der erste wirklich schöne, sonnige Samstag mit anhängendem Sonntag dazu benutzt werden soll, zielbewußt zu wiederholen, was im Vorigen Jahr als unerwartet köstliche Frucht einer sruhherbstlichen Landpartie erlebt und genossen worden war: hinauf in die Einsamkeit des heimischen Berglande« heißt die Losung, dorthin, wo die Füchse sich Gute Rächt sagen und irgendwo die Welt vielleicht mit Brettern zugenaqelt ist und wo es doch, fern vom Lärm des Asphalts unb seinem Staub, fern zumal von getreuen Rach- barn und desgleichen, so gemütlich, so erfrischend, so befreiend ift. daß. wer einmal davon gekostet hat. immer wieder sich daran laben mochte . Und da nun wirklich das Tagesgestim den 1 Winter in Frühling wandelt, wird Srnft mit diesem Spaß gemacht und da« imaginäre Gespann ■ vor den Wagen geschirrt — und brausend geht es hinein in die leuchtende Landschaft, quer durch das Hessenland und lotrecht dem Süden zu, biS Mitten aus der gesegneten Schwalmniederung die wohlbekannten Umrisse von Ziegenhain sil- I Hern ausschimmem. .Fest wie Ziegenhain", lautete einst ein hessische« Sprichwort, weil eine kaiserliche Armee sich hier am Hessentroh die Zähne ausgebissen hatte, während Landgraf Philipp Gc- lengcncr des Kaisers war Heute sieht es friedlicher au« hier, und es lohnt sich. Halt zu machen und dem reizvollen Kleinstadt-Idyll die Huldigung eines geruhigen Frühstück« zu bringen. Aber dann rasch weiter! Und der Weg schraubt ltch in Windungen hinauf in die waldige, von Diesen und Weiden und dunklen Aeckern bildschön unterbrochene Einsamkeit de« Knüllgebir- ge 6 , das die Schwalmlandschaft südlich begrenzt und mit ihr das ganze von Fulda. Schwalm und Eder gebildete Fünfeck. Hier erhebt sich, vor der beiderseits rotweißcn, nämlich hessisch-hessischen Grenze, der Knüll, einst Knhll genannt, mit seiner welligen Formation, und aus einer seiner Talfalten leuchtet plötzlich, wie durch einen Zauber- Itab märchenhaft hervorgerufen, Schwarzen? [born, da« auf den ersten Blick wie ein Dorf aussieht, in Wirklichkeit aber seit 1329 ©tobt- rächte hat und in der Tat noch Reste von Stadtmauern und Mauertürmen zwischen Häusern und Hausgärten aufweist Auch die vor einiger Zeit I restaurierte Kirche ist ein ehrwürdige« Bauwerk: 1519 bereit« ist sie „um 5 Schuh erlöget" worden. Außerdem gibt es da einen richtigen plätschernden Marktbrunnen, dessen Wasser die Schwarzen- börner Rachtmusik bestreitet, und ein paar Wirtschaften, in denen sich« gut sein läßt. Don den Schwarzenbörnern. oder vielmehr von I ihren Torfahren werden ja allerhand Geschichten erzählt Aber es gibt auch eine, die zwar weniger bekannt ist, aber gerade darum immer wieder her- oorgeboll zu werden verdient Sie handelt auch rom Landgrafen Philipp. Als der einmal beim । Herzog von Braunschweig zu Gast war und der ihn fragte, ob Braunschweig nicht eine wunder- 1 schone Stadt wäre, da antwortete der Landgraf ron Hessen Ja. aber ich habe eine in meinem Land, die will ich dir nicht für diese geben. Unb I olS der Herzog Heinrich fragte, wie sie hieße, antwortete Philipp: Sie heißt Schwarzenborn, deren mag ich in einem Jahr mehr, denn du [dieser in zehn Jahren genießen: es sind kaum I hundert Bürger darin, aber fromme unb getreue | Leut', die mir zu Tag und Rächt willig und ge* I horsam sind. So dachte der Landgraf von Hessen. Und nun I geht c« steil hinab ins alte Städtchen, und siehe I da. es ist alles beim Alten geblieben, die Qua- ilität der ländlich soliden Bewirtung, die angc- [ meffenen Preise, die behaglichen Betten unb vor I ollem die Gemütlichkeit, bas wohltuenbe Gefühl de« Geboigenseins, dessen Reiz darin liegt, daß f« nicht tem Alltag angehört unb doch, wenn ! der Mensch nur will, alle Tage gewonnen werden I kann. Unb so steigt, als die Sonne sinkt, ein wun- I bet barer Abend empor mit einem vollkommen i gestirnten Himmel, silberner Mondsichel und | wandernden Paaren aus den Gassen, wie sie sonst | nur das Volkslied unb ein paar unverbesserliche I Dichter zu kennen scheinen. i Gewiß bie Misthaufen türmen sich hier in I Schwarzenborn besonders hoch unb geben dem Ort fBadlÄMtiungenfür Mew ufBfaie Zur Haus-Trinkkur: Sleusuuserhof... etaLflüde i.Vogel-t>. (Strecke SteHen-Hulda) Shristlieb. Geholungsheim AlsErbolungsstätte febremvfoblen. Stärkende ■vöbcnlutt. Diel Wald. 80 Betreu. Z.T. Zimmer mit fließ. Waller. 4 Mahlzeiten. Einzel- u. Zweibettenzimmer vro Person für volle Bervllegung Mk. 3.— und 3.50. Mebrbettenümmer Mk. 2.50. Kinder bis 13 Fabre Mk. 2.—. Cbnc iea- lidic Zuschläge. Auf Wunsch Diätkost. Milchkuren möglich. Bad i.-vause. Proio. auf Verlang, poufrei. .Fernruf Mücke 36. «MM,MM!" Roman von (5ert Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall«. 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Mit süßem Lächeln streckte Lisa ihm die Hand entgegen, über die er sich beugte und sie küßte. Er wußte ja, wen er vor sich hatte. Polzenhagen hotte es ihm bei einer gelegentlichen Zusammenkunft gesagt, daß seine Ochwägerin, Frau Doktor Ansbrück, jetzt in Polzenhagen sei. Der Freund hatte auch nicht verschwiegen, daß er über diesen Besuch nicht sonderlich erbaut sei, er könne sich leider nicht weiter über diesen Punkt aussprechen. Qlber Lüderitz hatte ihn auch so verstanden. Er verstand ihn nun noch viel besser, als er die schöne, kokette Frau vor sich sah. Sie paßte nicht in diesen stillen, bescheidenen Winkel. Und daß sie nur Unruhe in das alte schöne Polzen- Hagen brachte, das konnte er sich selber denken. „;3d) bin Frau von Polzenhogens Schwester, Frau Doktor Ansbrück. Ditte, treten Sie doch näher, Herr von Lüderitz! Meine Schwester würde es sicherlich bedauern, wenn ich Sie so wieder fort ließe." Lüderitz wäre nicht im geringsten beleidigt gewesen, wenn er jetzt gleich wieder hätte gehen können. 3m Gegenteil — er hätte recht gern auf die Einladung verzichtet. Derdammtes Getue! Jetzt mußte er auch noch tun, als freue Ihn diese Aufforderung wer weiß wie sehr, und er wäre d'och tausendmal lieber heim zu seiner kleinen Frau geritten. Die wartete auch mit dem Frühstück. Na, er wollte ihr jedenfalls gleich alles erzählen. Mit seinem etwas großen Schritt ging er nebön Lisa Ansbrück her. Die ösfnete die Tür zum kleinen Speisezimmer, wo sie jetzt flnmcr die Mahlzeiten zu sich genommen hatten, weil das große Speisezimmer zu ungemütlich war, wenn nur wenige Personen an der Niesentafel saßen. Lüderitz wars dem Diener Reitgerte, Mühe und Ueberrock zu und folgte der jungen Frau. Dabei stellte er bei sich fest, daß ifc? Kleid viel Geld gekostet haben mußte. Na, es war nur gut, daß seine Rose so vernünftig war und selbst alles schneiderte. Da wurde viel Geld gespart! Solch eine Frau, die zudem noch in allem anderen so sparsam haushalten konnte, die wog mehr auf als so ein duftendes Luxusgeschöpf, das einem wohl den Kopf warm machen, einen vielleicht ruinieren konnte. Nein, für ihn waren solche Modepuppen nichts — waren es nie gewesen. Er liebte seine Frau, seine kleine, tüchtige, bescheidene Rose. 3eht saß er der schönen, eleganten Frau gegenüber. Ihr Fuß tm durchsichtig- feinen Seidenstrumpf wippte nervös auf und ab. Lisa Ansbrück verstand es einfach nicht, wie der Mann, der ihr so gut gefiel, derart reserviert bleiben konnte. Irgendein kleines Kompliment wäre doch wahrhaftig am Platze gewesen. Graziös schmiegte sie sich in den hohen, tiefen Sessel. Lüderitz sah mit seinen blauen Augen interessiert auf die vielen Ringe, die an den weißen, sorgsam gepflegten Frauenhänden waren. Donnerwetter noch mal. die mußten ein Vermögen gekostet haben! Man hätte gut und gern einige Felder dafür kaufen können. Lisa plauderte geschickt, heuchelte Interesse für das Landleben. Er durchschaute das aber, denn er war nicht dumm, der schöne, treuherzige Lüderitz. Schade, daß es solche Drohnen gab! Die taugten absolut nichts. Die waren' nur dazu da, sorglos die Gelder des Gatten zu vertun. Gut, daß er nicht an so etwas geraten war. Das hätte ihm gerade noch gefehlt zu den Miseren, die er auf seinem Gute durchzumachen gehabt hatte. Aber mit Rose zusammen war es gegangen. Ja! Die! Lüderitz streckte behaglich seine langen Deine von sich, was Lisa mit einem verächtlichen Lächeln ignorierte. Ein Dauer! Er machte beim flüchtigen ersten Sehen einen ganz anderen Eindruck. Sie hatte sich ihn amüsanter vorgestellt. Nun schien er aber vollkommen gegen weibliche Reize gepanzert zu sein. ilnb wie ausdringlich bemerkbar er den breiten Trauring trug! Zum Lachen! Nun, sie würde ja sehen. Noch gab sie ihn nicht auf. Erst mußte sie einmal seine Frau kennenlernen. Dann wollte sie weiter sehen. Traute kam jetzt herein. Sie hatte schnell die Schürze fortgetan und begrüßte nun den Gast. Er war aufgesprungen und schüttelte ihr herzlich die Hände. „Diele Grüße von meiner Frau. Da kann ich ja gleich die Einladung für Samstag überbringen. Wir möchten einen kleinen gemütlichen Abend geben. Ganz unter uns. Nur Herbergs und Til- schows kommen noch. Wir rechnen bestimmt auf Sie. Nun wußte meine Frau nur nicht recht, ob wir das verwöhnte Großstadtkind, Ihre verehrte Frau Schwester, mit bitten dürfen. Es geht in Deschow sehr einfach zu, und meine Frau sorgt sich nun, ob es der gnädigen Frau gefallen wird. Wir würden uns jedoch herzlich freuen, wenn Sie uns gleichfalls die Ehre erweisen würden." Lisa zeigte ihr berückendes Lächeln, und jetzt verlor der gute, baumlange Lüderitz doch beinahe die Fassung. llnö Lisa lächelte. Traute von Polzenhagen sah ein bißchen unbehaglich drein. Ob Ernst damit einverstanden war, daß man über seinen Kopf hinweg verfügte? Lisa warf ihr einen auffordernden Dlick zu,' und da sagte Trauten „Wir kommen gern. Meine Schwester sagte erst neulich, daß es langweilig würde und ob wir gar nicht ein wenig mit unseren Nachbarn verkehrten. Nun haben wir Trauer und können leider nicht viel unternehmen. Emst ist sehr eigen in solchen Dingen. Zu Ihnen kommen» wir jedoch bestimmt, denn da kommt ja auch unser Haustyrann sehr gern mit.“ Man plauderte von allem möglichen. Traute freute sich jetzt selber, daß sie etwas Gesellschaft hatten. Wahrhaftig, Lisa hatte recht, wenn sie sagte, daß es hier zum Sterben langweilig fei. Es sollte aber jetzt bestimmt anders werden. Ganz bestimmt, ilnö Ernst hatte gar kein Recht, sie wie eine Gefangene zu behandeln. Er, der jederzeit mit seinen Freunden zusammen war, wenn es ihm gerade so paßte. Sie wollte doch lieber auch wieder etwas mehr eigenen Willen geltend machen. Zu dumm, daß sie in letzter Zeit immer gefürchtet hatte, Ernst zu verlieren, und daß sie aus diesem Grunde so weich und fügsam gewesen war. Aber Lisa! Die hatte doch auch recht, wenn sie sagte, daß auch die Frau Rechte hätte. Daß man sich nicht in der Ehe zum Hausmütterchen herabwürdigen lassen dürfe, sondern daß man ein Recht habe, sich zu amüsieren, solange man jung und schön sei. Die Tür wurde ungestüm geöffnet. Ernst von Polzenhagen kam herein, streckte dem Freund die Hand entgegen. „Willkommen. Klaus! Das ist ein gescheiter Gedanke, daß du gekommen bist, Lind du frühstückst gleich mit uns. Na, Kleine, nun lauf mal und sehe unserem Freunde einen guten Happen vor. Ich esse auch mit, ich bin mit einem tüchtigen Hunger gekommen, ilnb ihr beiden leistet uns Gesellschaft. Es schmeckt besser, wenn zwei so schöne, junge Damen mit am Tische sitzen." Lüderitz sah seinen Freund erstaunt an. Seit wann strapazierte denn der sich mit solchen Komplimenten an die Damen? Das war eine ganz neue Seite an dem geraden, beinahe ein wenig groben Polzenhagen. Was mochte denn der eigentlich mit dieser plötzlichen Höflichkeit bezwecken? Die Herren unterhielten sich nach dem Frühstück noch ein Weilchen mit den Damen. Lisa hatte sich in einen Sessel geschmiegt und zeigte ihre schönen Deine. Unö Klaus Lüderitz zog auf einmal Vergleiche. Eigentlich sah das hier hübscher aus als bet Rose. Die trug immer billige Strümpfe und Schuhe. Hm! Hm Polzenhagens Mund zuckte ein Spottlächeln, als er den langen Freund betrachtete. So in aller Stille! Als sähe er ihn jetzt erst richtig. Natürlich, wann fiele denn solch ein guter, anständiger Kerl nicht auf ein raffiniertes Weibsbild herein! War doch schon immer so gewesen» Hätte er Lisa bloß nicht hierher gebracht! Er hätte e£ sich doch denken können, daß sie hier nichts wie Alnbeit stiften würde. Nun, er würde schon mit ihr und ihren Machenschaften zurecht kommen. Hoffentlich machte Lü- derih indessen keine Dummheiten. Das fehlte ja gerade noch, daß die kleine, bescheidene, tüchtige Rofe Lüderitz hier noch Tränen vergoß um Lisas willen. Die schien es aber tatsächlich darauf anzulegen, den armen Lüderitz heiß zu machen, denn was sie ihm gerade jetzt für Blicke zuwarf- Wirklich! Die Situation wurde gefährlich. Nun, Lüderitz wollte er schon morgen oder am liebsten gleich nachher noch sc^gen, wie er über ihn dachte, wenn er etwa auf Lisa hereinfiel. Lisa war sehr enttäuscht, als die Herren aufstanden und sich von den Damen verabschiedeten. Polzenhagen machte ein undurchdringliches Gesicht und sagte: „Wir haben leider noch was Wichtiges zu besprechen. was euch nicht im geringsten interessiert. Ihr entschuldigt also, wenn ich meinen Freund mit hinüber in mein Arbeitszimmer nehme!" Lisa starrte mit bösen Augen"au^die Tür, die sich hinter den Herren geschlossen hatte. Nach einer Weile meinte sie: „Was hat eigentlich Lüderitz für eine Frau? Beschreibe sie mir doch mal?" Traute lachte. „Lüderitz? Der hübsche große Kerl wird sich doch keine Vogelscheuche zur Frau genommen haben. Nein, nein, Rose Lüderitz ist sogar recht reizend, und sie leben sehr glücklich." „So!" Dieses „So!" klang ärgerlich. Traute hörte es nur zu gut. Hnb da wußte sie auch auf einmal, was Lisa sich vorgenommen hatte. Traute beschlich ein sonderbares Gefühl. Ihre eigene Schwester benahm sich nicht wie eine ehrbare Frau, und Schwager Ansbrück hatte wahrscheinlich sehr triftige Gründe, sich von ihr zu trennen. Lisa wandte sich ihr zu. „Reichlich langweilig kann es schon werden dort drüben in Deschow. Aber vielleicht lernt man einige Menschen.kennen, über die man sich amüsieren kann? Doch lassen wir das. Eine andere Frage ist wichtiger: Was ziehen wir an?“ Traute zuckte unschlüssig mit den Schultern. „So einfach wie irgend möglich! Ernst will fein Aufsehen, und die Nachbarn haben kein Verständnis für elegante, extra aus Berlin geschickte Kleider. Es wäre ja auch wirklich nicht angebracht. Es ist ja doch nur eine kleine, ganz harmlose Zusammenkunft." (Fortsetzung folgt.) Schweizer Käse Edamer Käse, 20%.......... % Pfd. O.1O Holl. 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