nr. 299 (Erftes Blaff 182. Jahrgang Dienstag, 2S. Dezember 1932 CEn^etni tägltd),autz« Sonntags und Feiertags Beilagen: T)te Illustrierte (Bienener Familienblatier Heimat mBUd Die Scholl» fflonats:Be$ng$prei$: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §ernsvrechanfchlüfse nnter Sammelnummer 2251. Anschrift tüt Drahlnach- richten. Anzeiger Lietzen. poftfdiedfonto: Lronlfvrt am Main 11686. GietzenerAMiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrrck vnv Derfog: vrühl'sche Univeifitätr-Vuch- und §teindruckerei R. £anie in Gießen. Zchrifileitung und Geschäftsstelle: Zchuf^traße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klamean,eigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrist 20v, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynor; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und 'ür ^en Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich m (Biegen. Hoovers Sonderbotschast an den Kongreß. Der Präsident wünscht die Einsetzung einer Kriegsschuldenkommission. Washington, 19. Dez. (WTB.) (Reuter.) Hoover hat dem Kongreß eine Sonderbotschaft zu- gehen lassen, in der er von dem Plan einer Zu- sammenarbeit mit Roosevelt spricht, um die Kontinuität der AußenpolitikArne- rikas, insdcsond«t.e mit Bezug auf die Frage der Kriegsschulden, auf die Weckwirlschastskon e- renz und die Abrüstungssrage zu sichern. Da ihm die Genehmigung des Kong.eßes zur Wiedereinsetzung der Kriegsschuldenkommisiion fehlt, erklärt Hoover, er müsse unabhängig vom Kongreß vorgehen, um einen Organismus zu schaffen, dec eine neue Erörterung derKriegsschuldenmit denjenigen Ländern ermöglichen solle, die nicht in Verzug geraten seien. Der Präsident tveist auf die Verbindung der Kriegsschuldensrage mit dem Abrü- stungsproblem und den Beratungen über die Weltwirtschaftskrise hin und kündigt an, daß er binnen kurzem einen Schuldenauslschuß ernennen werde, dessen Mitglieder zum SZil gleichzeitig Mitglieder der Weltwirtscha,tskonfe- renz seien, während andere in Verbindung mit den Verhandlungen über die Abrüstungsfragen stehen sollten. Der Präsident wiederholte seine Gesichtspunkte gegen eine Annullierung oder Herabsetzung der Schulden ohne gleichwertige Gegenleistung. Wenn der Kongreß die Einsetzung einer Schuldenkommission beschließen wür^e, würde er dem seine herzliche Zustimmung geben. Die Opposition gegen eine solche Schuldenkommission ist jedoch so stark, daß Hoover nicht die Hoffnung habe, daß sein Wunsch erfüllt werden würde. (Eine der hauptsächlichsten Anstrengungen, die die Veli machen müsse, sei die Wiederherstellung des Preisniveaus, und zwar sei eines der wichtigsten Wittel hierfür die Wiederherstellung eines festen D e - vifen- und wechsetkurses. Die Gold- Währung bleibe die einzig mögliche praktische Grundlage für den internationalen Geldverkehr und die Festigkeit der Währung bei den fortgeschrittenen Industriestaaten. Eine bessere Ausnutzung des Silbers als zusätzliches Geld würde zur Festigkeit der Währung in vielen Ländern der Welt . beitragen. Line Herabsetzung der Rüstungen sei gleichfalls für die Lage der Weltwirtschaft von weittragender Bedeutung. Obwohl sich die welt- wirtschastskonserenz mit dieser Frage nicht beschäftigen dürfe, müsfe man dennoch auch bei dieser Gelegenheit aus einen Fortschritt der Abrüstungsfrage Bedacht nehmen. Der Kriegs- schulkenfrage werde, so meint Hoover, mit Bezug auf die anderen gegenwärtig in der Welt tätigen Wirtschaftskräfte eine übertriebene Bedeutung beigelegt. Der Präsident geht sodann zur Frage der e u r o= päischen Rü st ungen über, durch die die Vereinigten Staaten gezwungen worden seien, z u ihrer Verteidigung höhere Ausgaben 3 u machen, als vor dem Kriege. Er bestreitet, daß Zahlungen zwischen Nationen stets direkt in Waren oder in Gold geleistet worden seien, denn normalerweise sei der „dreiseitige" handel ein sehr großer Faktor im internationalen Austausch, und man müsse auch D i e n st e, wie die Ausgaben amerikanischer Vergnügungsreisender und die Geldsendungen der Auswanderer an die meisten Schuldnerländer in Rechnung stellen, was ost den Betrag der Schuldenzahlungen an die USA. übersteige. Hoover betont, daß die Vereinigten Staaten durch das Moratorium ein Opfer auf f i ch genommen hätten, das doppelt fo groß fei, wie das gesamte Opfer irgendeiner anderen Nation. Jedes neue amerikanische Opfer müsse nach seiner Ansicht durch deutliche Vorteile auf den Auslandsmärkten ober durch andere Vorteile ausgewogen werden. Man müsse den Nationen, die ihren Verpflichtungen gegen die USA. nachzukommen versucht hätten, das Recht zugestehen, um Erörterung dieser Fragen nachzu- fuchen. Der Präsident faßt seine in der Botschaft dargelegte Ansicht zum Schluß in folgenden Punkten zusammen: Ls ist von größter Wichtigkeit, daß sofort vorbereitende Maßnahmen ergriffen werden. Lin geeigneter Organismus zur Behandlung dieser Frage muh geschaffen werden. Einige Vertreter des zu schassenden Organismus sollten sofort ausgewählt werden zur Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz, ferner um Ansichten über die Schuldenfrage mit einigen Rationen auszutaufchen und anderen Rationen Ratschläge über die von ihnen einzunehmende Haltung zu geben. Ls wäre vorteilhaft, wenn einige von den erwähnten Vertretern auch der Abrüstungskonfe- tenj beigeordnet würden. Line bestimmte Anzahl Vertreter könnte sehr wohl auch aus Kreisen des Kongresses gewählt werden. Vie (Erörterungen über die Schulden und die weltwirtschastskonferen; könnten nicht vor dem 4. wär; nächsten Jahres be- endet werden. Die Weltwirtschaftssage aber macht eine Vorarbeit notwendig, die für den Erfolg wesentlich ist, und diese darf nicht auf die Zeit nach dem 4. wärz verschoben werden. Ich beabsichtige deshalb, mich der Mitarbeit Roosevelts zu versichern. Es ist nach meiner Ansicht augenscheinlich, daß die Aussichten auf ein erfolgreiches Ergebnis der Weltwirtschaftskonferenz sehr verbessert würden, wenn das Schuldenproblem zuvor studiert würde, obwohl ein endgültiges Abkommen sehr wohl von einer befriedigenden Lösung der w.rt- schaftsfrage und der Abrüstungssrage abhängen kann, an denen unser Land unmittelbar interessiert ist. Das Echo der Botschaft. Roosevelt lehnt die Mita beit ab. Washington, 20. Dez. (TU.) Roosevelt lehnte jede Stellungnahme zu der Schuldend otscha st Hoovers an den Kongreß ab. Es verlautet aber, daß Hoover bereits versucht hat, Roosevelt zur M i t- a r b e i t zu veranlassen, daß Roosevelt dagegen a b - lehnte und auf frühere Erklärungen hin wies. Danach b.steht geringe Aussicht dafür, daß die Kriegsschuldenfrage vor Anfang März aufgerollt wird. Der Kongreß horte die Botschaften Hoovers mit eisigem Schweigen an. Die Ansichten der Kongreßmitglieder über die Botschaft sind sehr geteilt. Bon den Abgeordneten wurde festge- stcllt, daß in der Botschaft zahlreiche Widersprüche vorhanden seien. Senator Borah gab seine Zustimmung und trat für eine Weltkonferenz zur Behandlung der Kriegsschulden- und der Währungs- s rag en ein. Im allgemeinen w vd die Botschaft Hoovers in Kreisen des Senats nach dem ersten Eindruck zu urteilen, günstig aufgenommen. Das neue französische Kabinett und die Schuldensrage. Paris, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) Das Kabinett Paul-Boncour wird auf Grund seiner gestrigen Beratungen in der Schuldenfrage d i e Entscheidung der Kammer achten und sich auf den Boden der vollendeten Tatsachen stellen. Es wird jedoch im Rahmen und im Geiste des Kammerbeschlusses V e r h a n d 1 u n g en mit Washington ausnehmen, um eine Verständigung zu suchen. Bei der Debatte über die Schuldenfrage ist übrigens offenbar ganz übersehen worden, daß schon in den chauLhat für 1932 die 480 Millionen Francs für Amerika einge- st e 111 waren; de facto hätte es herriot also gar nicht nötig gehabt, beim Parlament um die Ermächtigung zur Zahlung nachzusuchen. Kamps um das Amnefliegesetz. Heute Entscheidung des Reichsrats. — Wird der Reichstag vor Weihnachten noch einmal zusammentreten? Berlin, 19. Dez. (WTB.) Der Aellesten- rat des Reichstags beschloß nach mehr als einstündiger Debatte, am DienLtagnachmittag unmittelbar nach der Sitzung des Reichsraks noch einmal zufammenzutreten, um über die Reichstagseinberufung zu entscheiden. 3n der Wontag-Sihung konnte eine Einigung über die Ansehung einer Reichstagssihung noch nicht erzielt werden. Die Regierung war in der Sitzung nicht vertreten und hatte auch dem Reichstagspräsidenten keine Mitteilungen zugehen lassen. Auch die Bayerische Volkspartei hatte keinen Vertreter entsandt, sie hatte aber schriftlich mitgeteilt, daß sie gegen eine vorzeitige Einberufung fei. Präsident Goering erklärte einleitend, es würde sich wohl nicht empfehlen, noch vor Weihnachten eine Tagung des Reichstags abzuhallen, zumal der Reichsrat, falls er gegen die Amnestie Einspruch erhebe, noch eine Begründungsfrist von 14 Tagen habe. Die Sozialdemokraten beantragten trotzdem, den Reichstag sofort für Donnerstag einzuberufe n, um neben der eventuellen neuen Abstimmung über die Amnestie auch die winterhilseanträge auf die Tagesordnung zu sehen. Die Kommunisten verlangten außerdem für Donnerstag schon die Behandlung der wißtrauensanträge. Beide Anträge wurden jedoch vorläufig abgelehnt. Die badische Regierung Hal sich endgültig entschlossen, im Reichsrat für Einspruch gegen d ie Amnestie zu stimmen. Lin Scheitern der Amnestie im Reichsrat wäre nur noch zu vermeiden, wenn es in der Besprechung des Ministerialdirektors Dr. Brecht mit den preußischen Provinzvertretern gelänge, sie zu einem Verzicht auf einen Einspruch zu bewegen. (Eine absolute Gewißheit besteht allerdings dafür nicht, da das (Ergebnis möglicherweise von einer Stimme abhängt. Für den Einspruch genügen 22 Stimmen, ein Drittel der Reichsratsoertreter. Der Einspruch wäre somit beschlossen, wenn zu den 18 Stimmen der süddeutschen Länder noch vier Stimmen von Provinzoertretern kämen. Man hofft aber, daß vielleicht nur ein Provinzvertreter für den Einspruch stimmen und ein anderer sich der Stimme enthalten wird. Der Aelle st enrat des Reichstags tritt um 19 Ahr erneut zusammen, er wird für den Fall des Einspruchs gegen die Amnestie den Zusammentritt des Reichstags für Donnerslag, 15 Uhr, beschließen. 3n diesem Falle würde neben einer erneuten Abstimmung über d i e A m- neffie auch noch eine Beratung über die Winterhilfeanträge stattfinden. Dagegen rechnet man, wenn der Einspruch nicht zustandekommt, nicht mehr mit einer Weihnachtstagung des Reichstages. Auf keinen Fall ist vor Weihnachten noch mit einer Abstimmung über Mißtrauens- a n l r ä g e zu rechnen. Dafür treten nur die Kommunisten ein, während alle anderen Parteien die politische Entscheidung nur im Anschluß an eine große politische Aussprache wünschen, die keinesfalls noch in diesem Monat durchgeführt wird. Die Frischfleisch - Verbilligung für Erwerbslose. Vorschläge für die Kabinettsberatung. Berlin, 19. Dez. (TU.) Im Reichsarbeitsministerium fand am Montag eine abschließende Beratung der zuständigen Referenten des Reichs- arbeitsm ni, er ums, des Reichs,inanzministeriuins und des Reichsernährungsministeriums über die Durchführung der Frischfleisch - Derbil - ligungsaktion f ü r d i e Erwerbslo- s e n statt, für die neue zusätzliche Mittel bewilligt werden sollen. Als Ergebnis dieser Beratungen wurde folgendes festgestellt: 1. Die Zahl der zum Empfang von Fleischbonds berechtigten Erwerbslosen wird durch die Hereinnahme der alleinstehenden Arbeitslosen um 2,5 Millionen erweitert. 2. Die verbilligte Fleischmenge wird von bisher zwei Wochenkarten im Monat auf vier Wochenkarten je ein Pfund Fleisch ausgedehnt. 3. .Um den besonderen Verhältnissen der alleinstehenden Erwerbslosen Rechnung zu tragen, kann in Zukunft auch statt des Frischfleisches für jede Karte ein Pfund frische Kochwurst (Leber-, Blut-, Grützwurst usw.), jedvch keine Dauerwurst biogen werden. Diese Karten sollen auch weiterhin auf Frischfleisch ausgestellt werden, jedoch können wahlweise die Erwerbslosen sämtliche Gutscheine auch für die genannten Wurstwaren in Zahlung geben. 4. Um den Erwerbslosen ein billiges Aufstrich- mittel zur Verfügung zu stellen, ist es auch gestattet, auf eine Wochenkarte im Monat wahlweise ein Pfund Schmalz zu kaufen. Hier besteht also ein Unterschied zur Frischwurst, die auf alle Karten genau wie Fleisch bezogen werden farm. 5. Die Frischf.e'.sch-Terbilligungsaktion, d e bisher nur bis in den Monat Februar hinein beichte, wird vorläufig bis Ende März 1933 ausgedehnt. Die Erweiterung der Frischfleisch-Verbilligung der Reichsregierung erfordert zusätzliche Mittel im Betrage von etwa 30 Millionen Mark. Das Ergebnis dieser Reserentenbesprechung wird dem Kabinett als Vorschlag unterbreitet werden. Es ist jedoch als sicher anzunehmen, daß das Kabinett diesen technischen Eii^elheiten seine Zustimmung nicht versagen wird, zumal die heutigen Beratungen unter Berücksichtigung der vom Finanzministerium zur Verfügung gestellten Mittel erfolgt sind. Reichskanzler beim Reichspräsidenten. Berlin, 19. Dez. (WTB.) Der Herr Reichspräsident empfing heute nachmittag den Herrn Reichskanzler v. Schleicher zum Vortrag. Oie Pflicht zur Einberufung des preußischen Landtags. Leipzig, 20. Dez. (WTB.-Funkspruch.) 3n dem verfassungsrechtlichen Streit zwischen der sozialdemokratischen Fraktion des Preußischen Landtags und dem Landtagspräsidenten Kerrl wegen Einberufung des Preußischen Landtags wurde vom Vorsitzenden des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich, Rcichsgerichtspräs.dent Dr. Bumke, folgende Entscheidung Verkünder: Rach §17 Absatz 3 Sah 2 der Preußischen Verfassung durfte der Präsident des Preußischen Landtags auf das Verlangen der sozialdemokratischen Fraktion vom 3. August 1932 den Landtag nicht erst zum 30. August 1932 berufen. paul-Boncour. Oer Jüngling in weißen Locken. Den Jahren nach ist Joseph Paul-Boncour allerdings Mn Jüngling mehr. Er hat es erst mit 59 Jahren geschafft, worauf er schon so lange hinarber.e.. Sem Ehrgeiz war ja schon immer auf di e Leitung der f ranzö- fischen Außenpolitik gerichtet, di< seit langen Jahren nur in dec zweiten Garnitur bet influssen konnte. Jetzt hat er die Ministerpräsidentschaft dazu. Trotz der langen Wartezeit bis beinahe an das Ende seines sechsten Lebensjahrzehntes wirkt dieser neue Mann an der Spitze der französischen Regierung in der äußeren Erscheinung und in der Art, sich zu geben, noch ganz wie ein unverbrauchter Jüng.ing. Seine que^s lbr.gen Bewegungen, das sprudelnde Temperament in der Unterhaltung und das leidenschaftliche Feuer des überragenden Redners kennzeichnen feine unverbrauchten Kräfte ebenso wie der jugendliche gepflegte Robespierrekopf auf einer au, fallend kleinen Gestalt. Dieser jugendliche Kopf mit den glühenden Augen des Revolutionärs und mit den edlen Linien des Gesichts unter einer mächtigen schneeweißen Künstlertolle machen die zierliche Gestalt, die man sonst übersehen würde, zu einer der auffallendsten (SrfMeinungen auf jedem politischen Parkett, im Palais Bourbon wie am Hufeifentisch des Genfer Ratsaales oder aus der Promenade des Quai WiFon, wo Paul-Boncour seit vielen Jahren heimisch geworden ist. Auf dem Genfer Terrain haben die deutschen Unterhändler sich immer wieder mit ihm herum,ch.agen müssen. Dieser militärischste Sozialist der Weck hat das Genfer Protokoll und das „potentiel de guerre“ erfunden. Er war es, der die Heiligkeit der Verträge mit der Inbrunst einer geölten Beredsamkeit, mit der scharfen Dialektik des erfolgreichen Anwalts verteidigte. Der französische Generalstab hat die starken diplomatischen und rethorischen Fähigkeiten dieses Feuerkopfes wohl erkannt und sich des Werkzeuges gern bedient. Der ehrgeizige Paul-Boncour ließ sich willig gebrauchen, well er so in der Außenpolitik nach vorn kam, und er schwor schließlich sogar seinen sozialistischen „Jugendsünden" ab um auch unter rechtsgerichteten Regierungen Frankreichs Sprecher bei allen militärischen Verhandlungen in Genf bleiben zu können. Das hindert heute das Organ des französischen Generalstabs nicht, den Regierungsauftrag an den Mann, der sich zu einem fo eifrigen Werkzeug machen ließ, feindselig zu kommentieren. Vielleicht hat man in diesen Kreisen der französischen Rechten das Gefühl, daß Paul-Boncour im Grunde doch bewußt zur politischen Linken gehört. Das Erlebnis feiner jüngeren Mannesjahre war Jaures. Auch nach seinem Austritt aus der sozialistischen Partei hat er sich auf der Genfer Tribüne noch für Jaurös schwärmerisch begeistert, um das Mißtrauen der Sozialisten aus anderen Ländern gegen seinen militaristischen Rationalismus abzuschwächen. Der Weg, der den Anhänger von Jaures' Idee der Rationalarmee, der den Kämpfer gegen die dreijährige Dienstpflicht dahin gelangen ließ, daß er die französische Generalstabspolitik auf der Genfer Tribüne mit Leidenschaft vertrat, kann nur aus Ehrgeiz oder aus Mihverständ- n i s erklärt werden. Paul-Boncour ist offensichtlich der künstlichen Sicherheitspsychose der französischen Militärs zum Opfer gefallen. Paul- Boncour wollte immer nur ein militaristisches Deutschland sehen, gegen das ein ^friedliches Frankreich" geschützt und gestärkt werden müßte. Wenn er jetzt auf der Ministerbank, wo er in den letzten Wochen malerisch zu der wuchtigen Gestalt seines Regierungschefs gelehnt sah, einen Platz weiter rückt, so möchte man dem Ministerpräsidenten Paul-Boncour wünschen, daß ihn die Verantwortung für die höhere Politik zur Aende- rung von Auffassungen führt, die noch aus den Zeiten des Kriegsministers stammen. Wir haben uns wirklich manchmal über Paul- Boncour ärgern müssen. Während seine sozialistischen Genössen in Deutschland für die Fürstenenteignung eintraten, hielt es der Vorkämpfer für Frankreichs Sicherheit in Genf nicht unter seiner Würde, die hohen Honorare seiner sehr erfolgreichen Anwaltspraxis zu vermehren, indem er die Ansprüche der montenegrinischen Prinzessin Miliha, einer geborenen Herzogin zu Mecklen- burg-Strelitz, gegen das Reich vertrat. Solche Sachen kann sich wenigstens der Ministerpräsident nicht mehr erlauben. Man könnte ihm auch diese Extratour verzeihen, wenn er sich nun in der höheren Politik zu einer vernünftigen Einstellung zurückfinden sollte. Man möchte nach dieser Richtung etwas Hoffnung schöpfen, wenn man den Kreis seiner neuen Mitarbeiter unter die Lupe nimmt. Da ist vor allem der Unterstaatssekvetär für die auswärtigen Angelegenheiten, Pierre Cot. noch nicht 37 Jahre alt, der sich in letzter Zeit stark für eine deutsch-französische Verständigung einfetzte. Er war vor gar nicht langer Zeit noch in Berlin, um auf einem Vortragsabend der deutsch-französischen Gesellschaft sich zum Willen der Verständigung zu bekennen. Er hat auch mit deutschen Parlamentariern vielfach Fühlung gesucht, um mit ihnen Möglichkeiten nach dieserMch- hing zu erörtern. Da sind andere Männer aus den Reihen der jungen Radikalen, Eugene Frot und Francois de Tesfan, und da ist noch George Bonnet, der in seinen Betrachtungen über die mitteleuropäischen Fragen eine größere Unvoreingenommenheit an den Tag gelegt hat als die französischen Vorkriegspolitiker aus der Schule Poin- cares. Und wenn das Blatt der Generalstabs- politik sich mit Heftigkeit gegen den neuen Kriegs- Aus -er Provinzialhauptsta-t vergeh zur Be en vorliegen. Ein find im Stadt. 365 yättcge Mcfafa, -dcu cdt eüc / TELEFUNKEN DIE DEUTSCHE WELTMARKE Blumen zum Weihnachisfest. Wer von all den vielen Blumenfreunden möchte nicht zu Weihnachten den einen oder anderen blü» Lebensmittelgeschäften schlugen die Demonstranten die S^-au^ensterscheibeir ein und raubten die Auslagen. Die Plünderer hatten es in der Hauptsache auf solche Geschäite abgesehen, in denen Ganse und Wi döret für die Weihnachtstage ausgestellt waren. Dem schnellen Eingreifen der Polizei ist es zu verdanken, daß es nicht zu wei. teren Ausschreitungen kam. Seichs Personen, die unter dem Verdacht stehen, an den Plünderungen beteiligt gewesen zu sein, wurden verhaftet. Verhängnisvolles Spiel mit der Waffe. Machen Sie jeden Tag zum Festtag I mit einem Radio-Apparat, wie es diese beiden TELEFUNKENAPPARATE sind. Trennscharf, klangrein und laut bringen sie Sender nach Sender, aus ganz Europa. Di« Stadtverwaltung weist in einer heutigen Bekanntmachung darauf hin, daß die Steuer- karten für das Jahr 19 3 3 zugestellt wor- den sind. Arbeitslose Personen wo len die Steuerkarte sorgfältig aufbewahren, da die Aus- stellung einer neuen Karte nur gegen Zahlung von 1 Mark erfolgt. 2luf Seite 4 der Steuerkarte befinden sich De- st.mmungen über die Höhe und die Erhebung dor B ü rge r st e u e r. Die Anforderung der Türger- steuer gilt mit der Zustellung der Steuerkarten als bewirkt. Anspruch auf Befreiung von der Bürgersteuer haben Empfänger von Arbeitslosen, oder Krisenunterstühung, Kleinrentner, Sozialrentner^ Schwerkriegsbeschädigte und Personen, die in öffentlicher Fürsorge stehen. Sozialrentner werden nur befreit, wenn das gesamte Jahres- einkommen 900 Mark nicht übersteigt. Die Bor» aussehung für die Befreiung von der Dürger- steuer muh an den Fälligkeitstagen (am 10. eines jeden Monats im Jahre 1933) spräche gegen die Bürgersteuer ____.... Haus, Bergstraße 20, Zimmer Ar. 29, vorzu. bringen. Das Handwerk zur Kanzler-Rede Hannover, 19. Dez. (211.) In einer Stellungnahme des Reichsverbandes für das Deutsche Handwerk zur Rundfunkrede des Reichskanzlers wird u. a. erklärt, daß der Reichsverband dem einzigen Programmpunkt der neuen Reichsregierung „^iroe.t stuften' lebhaft zustimme. Er erwarte jedoch, daß auch die Vorschläge der handwerklichen Spitzenverbände Beachtung und Verwirklichung finden, was insbesondere für den wiederholt vorgebrachten Antrag gelte, für d i e Instandsetzung des Al t h a u s be si tz e s weitere 200 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Daß die Finanzierungsfrage des gesamten Arbe tsbeschaf» sungsprogramms keine Gefährdung der Währung mit sich bringen dürfe, sei für das Handwerk eine Selbstverständlichkeit. Auch die Aotwendig'eit, möglichst viel zu fiedeln, begrüße das Handwerk. Der beschleunigten Abwicklung des O^thilfeverfahrens werde das Handwerk ebenfalls zustimmen, soweit hierin vor allem der Abbau des einseitigen Dollstreckungsschutzes derLandwirtschaft eingeschlosien wer^e. Lebhaft zu bedauern sei, daß der Kanzler mit keinem Wort auf die Hot« lag« des Handwerks eingcgangen s?i, was um so mehr auffallen müsse, als Schleicher freundschaftliche Worte für andere Berufsstände gefunden habe. Cs müsse darauf hingrwiesen werden, dah das Handwerk in normalen Zeiten acht Millionen Deutschen Arbeit und Brot grbe. Der Reichsverband erwartet, dah möglichst bald eine Aussprache seiner Vertreter mit dem Reichskanzler stattfinden werde. wieder entlassen werden. Sechs der Verletzten müssen noch im Krankenhaus ve»bleibe», es besteht jedoch bei keinem Lebensgefahr. Der Führer des Omnibusses, der ebenfalls verletzt ist, wurde wegen Trunkenheit in Hast genommen. Raubüberfall in London. Auf dem Leicester-Square, einer der belebtesten Straßen der Londoner City wurde während des größten Verkehrs ein tollkühner Raubüber- fall auf den Geschäftsführer der Rialto-Lichtspiele ausgeführt. Zwei Männer stürzten sich aus omem vorbei fahrenden Kraftwagen auf den Geschäftsführer und versuchten, ihm die 500 Pfund Sterling enl- haltende Mappe zu entreißen. Nach kurzem Handgemenge gelang es dem Ueberfallen«n, mit der Mappe in einen Billardsaal zu flüchten. Als dort erneut zwei Männer, die er für die Räuber hielt, auf ihn eindrargen, kam es zu einem blutigen Kampf. Es stellte sich jedoch heraus, daß die beiden Männer Gehoimpotiiz ften waren, die den Geschäftsführer für einen der Räuber hielten, wäh. rend dieser wiederum glaubt«, daß di« Geheim« Polizisten die Verbrecher seien. Die wirklichen Räuber hatten sich den doppelten Irrtum zunutze gemacht und waren in der Zwischenzeit entkommen. Beim Fußballspiel löblich verunglückt. Bet einem Fußballspiel in Manderscheid (Eisei- stieß ein 22jähriger junger Mann namens K l a s aus Oberöfflingen (Kreis Wittlich) mit einem anderen Spieler so unglücklich zusammen, daß Klas beim Sturz das Genick brach und sofort st a r b. Das Fußballspiel wurde sofort abgebrochen. Der Unfall ist für di« Familie um so tragischer, als der Bruder des tödlich Verunglückten im November 1923 bei einem Bauernzug nach Wittlich von Separatisten erschossen wurde. Plünderung von Lebensrmltelgeschästen in Koblenz. In verschiedenen Stadtteilen in Koblenz kam es zu schweren Ausschreitungen von Erwerbslosen, die Offenbar von Kommunisten in Szene gesetzt worden waren. In drei vornotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadt« theater: 20 bis 22.15 Uhr, „Weh' dem, der lügt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frauen in Gefahr". Gießener Wochenmarktpreise. / G ie ß en, 20. Dez, Es kosteten auf dem Heu- ttgen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130, Landbutter 130. Kochbutter 100, Matte 25—30 Pf.das Pfund, Käse 5—10, Eier, ausländische, 12—14 inländische 14 Pf. das Stück, Wirsing, gelb, 8^-10 grün 12 Weißkraut 6—8, Rotkraut 8—10, Gelbe 011x^^8—10, Rote Rüben 8—10, Spinat 20, Lin- Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35—50 S^toatätourädn 25-50 Kartoffeln 3, 21-pfel 18 ®»rrobft 35-40. Honig 40-45, 2!ü„e hTm «3U?8e.„S_/• ni„ | Verkäufe \ BMW.Zweisilzer sowie 07431 ’/al-lielerwagen billig zu verkaufen. O.Faber,Sahrzeuge Etagenhaus mit freier 5 -Zim- merwohnuny, in bester Lage, günstig zu verkaufen. Schrift!. Ang. unt. 90150 an d. G. A. Auto- Gele^enheitskauf! BVrt-Blitz-Lastwagen, neuer Bor- mbrungswagen weit unter Preis Opel, Gießen ,Vrnntfurrer Str. 52 Te 2847 ?3ma Warro gebraucht, Sprechapparat verkauft billig (9003D Straube, Lick Garbenteimer Str. 2 komvl., neue misd kliA-Mgen stehen z. Verkauf bei Jakob Grieb III., Wagnerei, Gambach. Handkarren,2räörig, guter!), z. v. lük.50.- Schanzenstraffe 3 Büro, 1 Tr. 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Wir weisen darauf hin, daß in Verlust geratene Steuerkarten nur gegen Zahlung von 1,— RM. ersetzt werden. Auf der Steuerkarte sind die Bestimmungen über die Höhe der Bürgersteuer usw. angegeben. Mit der Zustellung der Larfen gilt die Lürgersteuer als angesorderl. Soweit Anspruch auf Befreiung von der Bürgersteuer besteht, sind Einsprüche im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 29, vorzubringen. 9000C Gießen, den 20. Dezember 1932. Bürgermeisterei Gießen. 3.93.: Dr. Seil», EsistdiehöchsteZeit RM. 5.45, 5.95, 6.65, 8.30 8en RM. 0.40 SchoßkaffeemGhle RM. 2.40, TelgröhrmaschEne RM 10.50 nähernd zu zeigen, was ich zur Auswahl kleinste Kauf wird Sie restlos zufriedenstellen. ikgutscheine auf dem Gabentisch Lichtspielhaus • Gießen Weißwaren immer noch das beliebteste langjährig erprobten guten Qualitäten! Die-oder keine Nützen Sie dieses besonders günstige Angebot aus! 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Die Fleisch - und Trichinenschau im Deschaubezirk Lich, die bisher von Tierarzt Dr. Walter allein ausgeübt wurde, ist seit 1. .Dezember unter die drei hier ansässigen Tierärzte oufgeteilt wordem Beteiligt sind Dr. Walter mit */?. Dr. Fabia n mit 2/t und Dr. Erb mit Vt- Oberheffen Kinder arbeiten für die Gießener W.nternothilfe. * Dillingen, 19. Dez. Zum Besten der G i e- hener Winternothilfe veranstaltete gestern die hiesige Volksschule eine Ausstellung selb st gefertigter Hand - und Bastelarbeiten mit anschließender Verlosung. Unter Anleitung und Mith'lfe der Lehrer, der Herren Walther und Dr. Kammer und Fräulein Boje, hatten die Kinder meist außerhalb der Schulzeit die ve.schiedensten Laubsäge-, Häckel-, Bast-, Papp- und Modellierarbeiten angefertigt. Zur Ausstellung trug ein Schulsaal völlig weihnachtliches Aussehen, Am einen Christbaum. g schmückt mit selbstausgesägten Engeln und Sternen, waren die mannigfachen Dinge aufgebaut. Da standen verschiedene Krippen mit ausgesägten Figuren; eine große Menge Christbaumschmuck, ausgesägte Sternchen und Engel, allerlei Spielsachen aus Holz, ein Bauernhof, eine Schafherde mit Schäfer und Pferch, Gänse- liesel, Entenscharen, Holz-Eisenbahnen und ein Ochsengespann usw. Don Mädche.chänden waren allerhand Papparbeiten verfertigt worden: Umschläge für Aotizblöele aus gemustertem Papier, Kalender, Weihnachtsmappen mit handgeschriebenen We'.haachtsgedichten und B l dem, daneben Häkel- und Bastarbeiten: Handtaschen und Kästchen. Auch die Kleinsten und Allerkleinsten der Schule standen schon im Dienst der guten Sache. Aus buntem Papier (Luftschlangen) hatten sie die verschiedensten Schälchen und Puppentöpfe modelliert. 300 Sachen kamen so zur Ausstellung und Verlosung. Allenthalben wurde der Veranstaltung von den Ortseinwohnern reges Interesse entgegengebracht. Auch von außerhalb waren Besucher erschienen. Besonders hervorgehoben muß werden, daß die meisten Sachen aus wertlosem G. A.-Sport. Handball im Gau Hessen (O.T.) Id. 1846 I — Io. 1846 II 5:4. Das am Sonntag ausgctragene Vereinstrcffen der 1. Handballmannschaft des Tv. von 1846 gegen die 2. Mannschaft endete nodj einem jederzeit fair ausgetragenen spannenden Spiel mit einem tnoppen 5:4-Siege der 1.Mannschaft. Schiri Strack hatte ein sehr leichtes Amt. Eine 3. Mannschaft spielte mit 8 Mann gegen die 2. Mannschaft des To. Krofdorf und gewann mit 5:3 Toren. Krofdorf spielte reichlich hart. Italien will Leichtathletikkampf mit Deutschland. D - Italienische Leichtathletik-Verband hat in einem herzlich gehaltenen Schreiben an die D2B. angeregt, einen regelmäßigen Leichtathletik-Länderkampf Italien — Deutschland einzuführen. Der erste Kampf soll 1933 in Rom, der Rückkampf 1935 in Deutschland stattfinden. Die DSB. ist nicht abgeneigt, dem Projekt näherzutreten, will aber durchsetzen, daß der erste Kampf auf deutschem Boden stattfindet, da die drei nächstjährigen Länderkämpfe, die bisher abgeschlossen wurden, sämtlich im Ausland stattfinden. * Emmerichen Weihnocbhs- Kaffee und Tee m. 3.- 3-50 - U.- M.U.-6.-8-- sise.bcholcosoderr.sralir'S'.ÜsbocK Fejh>ad(unger».reichd’e Jtupoahl Enmeridier“".;^" 8658 A Rindennarkt in Gießen. Aus dem heutigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 634 Stück Großvieh, 133 Fresser und 172 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 350 bis 380 Reichsmark 2. Qualität 180 bis 260, 3. Qualität 100 bis 140; Schlachtkühe a 140 bis 220, b 50 bis 80; Rinder, XA» bis ^jährig, 50 bis 120, bis zweijährig 70 bis 160; tragend 150 bis 300; Kälber das Pfund Lebendgewicht 15 bis 20 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: schleppend, lieber- stand. Berlin unsicher und etwas schwächer. Berlin, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) Im Gegensatz zum Vornrittagsoerkehr war die Stimmung nicht mehr so freundlich und ziemlich unsicher. An der Vorbörse konnte man noch für Montanpapiere und eine Reihe anderer Spezial- werte Kaufneigung feststellen. Der Ordereingang bei den Banken war aber im Zusammenhang mit den bevorstehenden Feiertagen sehr gering, und die Spekulation zeigte dann eher Neigung, Glattstellungen vorzunehmen, nachdem sie in der letzten Zeit stärkere Anschaffungen dorgenommen hatte. Vor allem verstimmte, daß am Farbenmarkt sowie in AEG. und einigen anderen Papieren Material wieder herauskam, >das, wie die Börse glaubt, aus dem Auslande stannnt. Die Hausse in deutschen Bonds an den verschiedenen Auslandplätzen, besonders aber in Neu- york, blieb dagegen ziemlich eindruckslos, ebenso die andauernde Erholung des englischen Pfundes. Auch die vorliegenden Berichte über die Produktionserhöhung des deutschen Kohlenbergbaues, über die steigende Stromerzeugung usw. konnten auf die betreffenden Märkte teiinen Einfluß ausüben. Dagegen zeigte sich etwas stärkeres Interesse für den Rentenmarkt, an dem vor dem Anlagetermin bereits Käufe getätigt wurden. Am Montanmarkt konnten sich nur Lauvahütte weiter befestigen, während alle anderen Werte bis zu 114 Prozent rückgängig waren. Farben gaben bis auf 93% Prozent nach. Erwähnenswert schwach lagen noch Deutsche Linoleum und Ehade, tee über ihren Abschlag von 3,25 hinaus noch 2% Reichsmark verloren. Von Elektrowerten waren RWG., HWG., Elektrische Lieferungen gefragt und fester. Auch für Reichsmark zeigte sich Interesse. Engelhard- S rau er ei logen mit einem Verlust von 3 Prozent und Süddeutsche Zucker mit einem solchen von 41/: Prozent ausgesprochen schwach. Im Verlaufe war das Geschäft außerordenllich ruhig, und die Kurse gaben überwiegend % bis % Prozent, vereinzelt bis 1 Prozent nach. Farben und Deutsche Linoleum konnten sich dagegen leicht erholen. Am Geldmarkt ergab sich gegen gestern keine Veränderung. Tagesgeld war mit 4VA bzw. 4% und 4 Prozent an der unteren Grenze sehr leicht. Privatdiskonte waren weiter angeb nie n. Die Nachfrage war nur gering. Reichswechsel per 15. März und Reichsschätze per 15. Mai blieben fast umsatzlos. Frankfurt überwiegend schwächer. Frankfurt a. M., 20. Dez. (WTB. Draht- melbung.) Gegenüber der Schwäche der JG.-Fur- benaktien blieben die günstigen Berichte über die Hausse für deutsche Werte an den Auslandsbörsen ohne Einfluß. Die Börse eröffnete daher in großer Zurückhaltung und zunächst mit uneinheitlicher KursgestaUung, wobei aber Abschwächungen von 0,5 bis 1 v. H. überwogen. Die Umsatztätigkeit war auf allen Marktgebieten außerordentlich gering. Die IG.-Farben-Aktien schwächten sich von 94,25 auf 93,50 v. H. ab, Scheideanstalt und Deutsche Erdöl gaben bis zu 1 v. H. nach. Am Elektromarkt verloren Siemens 1,25 v. H., Licht und Kraft un~ Gesfürel je 1 v. H., AEG. 0,25 v. H. Schuckert lagen um 0,65 v. H. freundlicher, Bekula blieben zu 109 o. H. behauptet. Don Montanwerken setzten Jlse-Bergbau Genußscheine 1 v. H., Buderus und Stohloerein je 0,50 v. H. freundlicher ein. Bis zu 0,65 v. H. abgeschwächt waren Aku, AG. für Verkehrswesen und Schiffahrtswerte. Fester lagen Reichsbankantelle mit plus 1.25 v. H. Deutsche Anleihen eröffneten gut behauptet. Ebenso später Reichsschuldbuchforderungen. Am Markt der Industrie-Obligationen konnten sich Stahlverein-Bonds um 0,65 o. H. und Reichsbahn-Vorzugsaktien um 0,25 v. H. befestigen. Don fremden Werten lagen Anatolier 0,25 o. H. niedriger, Zoll-Türken und 4-v. H.-Rurnönen waren behauptet. Arn Pfandbriefmarkt blieben die Kurse bei kleinen Umsätzen fast unverändert. Vereinzelt ergaben sich leichte Besserungen. Etwas fester lagen Stadt-Altbesitzanleihen. Im Verlaufe herrschte weiterhin Geschästs- stille. Eine große Anzahl von Werten kamen noch recht schwach zur Notiz. So u. a. Rheinstabl (minus 1,75 v. H.), Gelsenkirchen (minus 1,50 v. H ), Phönix (minus 1,50 v. H.), Deutsche Linoleum (minus 1,75 v. H.) und Zellstoff Waldhof (minus 1,50 d. H ), denen nur geringfügige Besserungen bet Lahmeyer, Metallgesellschaft und Laurahütte gegenüberstanden. Im Gewerkschaftshaus zu Gießen fanden sich gestern abend zahlreiche Viehhändler, die den Gießener Markt besuchen, zu einer Versammlung ein, um dabei den neuen Bundesvorsitzenden ihrer Organisation, Herrn K e b b e I, kennenzulernen. Herr Kaufmann (Kirtorf), der Vorsitzende der hessischen Diehhändlerorganisation leitete die Versammlung und begrüßte besonders den Direktor des Frankfurter Schlacht- und Diehhofes, Dr. Lang (Frankfurt a. M.), sowie im weiteren Verlauf des Abends die Herren Dr. M o n n a r d und Dr. Schneider. Er gedachte ferner des in den Ruhestand getretenen bisherigen Bundesvorsitzenden Hermann Daniel (Koblenz) und würdigte dessen Verdienste um die Organisation. Der Redner betonte, daß die Verhältnisse im hiesigen Bezirk besonderer Pflege bedürften. Man hoffe, daß sich der neue Bundesvorsitzende auch für die hessischen Diehhänd- ler einsetze. Sodann ergriff der neue Bundesvorsitzende selbst das Wort. Er überbrachte Grüße einiger Landesverbände und die des Bundesvorstandes. Auch er begrüßte besonders die Anwesenheit des Schlacht- und Viehhofdirektors Dr. Lang (Frankfurt), der durch seine Teilnahme beweise, daß er Tuchfühlung mit dem Viehhandel halten wolle. Sodann nahm er zu grundsätzlichen Fragen des Diehhandels Stellung. Wer die Gegenwart beobachte, so führte er u. a. aus, müsse sich darüber klar fein, daß sich die Verhältnisse st ä n - d i g verschlimmerten. Die Politik habe ein klebriges dazu getan. Die Olganisation. der Viehhändler wolle unparteiisch bleiben. Aber man müsse ein Ziel vor Augen haben. Immer wolle er, der Redner, Diener der Olganisation sein. Es sei gegenwärtig noch nicht ganz klar zu sehen, von welcher Seite dem deutschen Viehhandel neue Gefahr drohe. Festzustellen sei, daß der Diehhandel bettelarm geworden sei. Er sei es geworden zusammen mit der Landwirtschaft. Aus dieser Erkenntnis heraus müsse man sich m.t den Regierungen in anderer Taktik begegnen. Es müsse gesagt werden, daß der Viehhandel die drückenden Lasten (Seuchenbekämpfung, Impfkosten und Schlachtoiehhofgebühren) nicht mehr tragen könne. Ein Schlachtviehhof sei eine gemeinnützige Einrichtung, die nicht allein vom Viehhandel die Subventionierung verlangen dürfe. Der Viehhandel, eine Notwend gkeit, müsse geschützt werden. Die Umsatzsteuer mit 2 Prozent sei Diel zu hoch. Besonderer Erwähnung bedürfe die Schlachtsteuer. Die Einführung der Schachtsteuer sei das Sä)werste, was man bisher dcm Diehhandel zumutete. Für die Finanzämter sei sie — leicht zu erfassen, wie sie ist — das Ei des Kolumbus. Diese Steuer sei weitaus zu hech. Es dürfe nicht geruht werden in der Bemühung, diese hohe Belastung abzubauen. Die Eisenbahn-, Personen- und Gütertarife seien ebenfalls noch unverhältnismäßig hoch. Der deutsche Diehhandel fürchte keine Genossenschaft. Zu fürchten seien lediglich die großen Subventionen, die Den Genossenschaften zuteil würden. Abzulehnen sei die Bevormundung und Kontrolle des freien Diehhandels durch die Roichs-Diehverwertungs-Ge- sellschast. Unter das Kapitel Subventionen müsse ein dicker Strich gemacht werden. Man spiele m t den Gedanken an eine Planwirtschaft. Demgegenüber sei zu sagen, daß die freie Wirtschaft in diesem Sinne nicht beeinflußt werden dürfe. Der deutsche Dieh- handel werde nicht abzutöten sein. Oberlandwirtschaftsrat Kaiser habe einmal gesagt, daß der Beruf des Viehhändlers wie kein anderer Beruf ganz bestimmte Kenntnisse voraussetze. Diese Kenntnisse seien ein unveräußerliches Gut und könnten durch nichts ersetzt werden. Sorgfältig gelte es den Nachwuchs zu erziehen. Der Viehhändler müsse sich seinem Kunden unentbehrlich machen und ihm Vertrauensmann sein. Mit besten Wünschen für die Zukunft des Diehhandels, mit der Aufforderung, stets treu zur Organisation zu stehen, schloß der Dortragende seine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen. Oie Aussprache. Der Dortrag löste eine rege Aussprache aus. Herr Löwenstein lMeimbressen) wandte sich zunächst ebenfalls gegen die Subventionen und sprach für „das freie Spiel der Kräfte". Dem Diehhandel müsse Gerechtigkeit widerfahren. Gleiche Dehandlung aller Berufe, insbesondere hinsichtlich der Besteuerung, sei unbedingt erforderlich. Tie Tätigkeit des Viehhändlers im Dienste der Seuchenbekämpfung, die ja für die Dolksge- sundheit von größter Bedeutung sei, dürfe dem Material (Abfallholz, Kistendeckel, Tapetenmuster usw.) hergestellt waren. Die Untoften beliefen sich im Verhältnis zu dem, was geleistet wurde, nicht hoch. Annähernd 1200 Lose konnten zum Preis von 0,10 Mark verkauft und der W i n t e r n o t - Hilfe 60 Mark zugeführt werden. 3n der heutigen Zeit bedeutet dieses Unter» nehmen der Schule eine erfreuliche, nachahmenswerte Leistung. Wurde doch durch diese Arbeit dreierlei erreicht. Einmal lernten die Kinder aus wertlosen Dingen etwas ordentliches machen. Dadurch konnte ihr Gestaltungssinn geweckt und gefördert werden. Zum andern lernten sie, daß auch sie schon dazu in der Lage sind, an ihrem Teil bei der Linderung der Rot mitzuhelfen. Und endlich konnte der Winternoth.lfe wieder ein Betrag zugeführt werden, der auf eine schöne Art zusammcnkam. Denn alle Beteiligten hatten viel Freude dabei. Möge der Ertrag der Arbeit mithelfen, die Rot zu lindern. Wöge« vielleicht aber auch andere angeregt werden, einen ähnlichen Weg einzuschlagen und auch noch weiter zu gehen. Landkreis Gietzcn. X Wieseck, 19. Dez. Unser Kindergarten veranstaltete am 4. Adventssonntag unter Leitung der Kindergärtnerin Marse Decker, Al- ten-Buseck, seine stark besuchte Weihnachtsfeier; sie gab Gelegenheit zu einem Einblick in die rührige und geduldige Arbeit der neuen Leiterin. — Zwei vorweihnachtliche Lichtbild- stunden in der Kirche zeigten, von Gemeindegesängen eingerahmt und vom Ortsgeistlichen erläutert, jedesmal zwei Serien „Weihnachten in der bildenden Kunst" und „Weihnachtssitten und -Gebräuche in aller Welt". Viehhändler nicht durch allzuhohe Delastuna er- schwer! werden. Herr Liebmann (Hausen) betonte, daß er stets für die Wahl des neben Bundesvorsitzenden eingetreten sei, well gerade er die Röte des Diehhandels kenne, wie kein anderer. Buchhorn (Dauborn) betonte, daß hinsichtlich der Umsatzsteuer bei Tauschgeschäften Aenderung geschaffen werden müsse insofern, als es nicht doppelte Besteuerung geben dürfe. Meyer (2n- gelheim) gab der Hoffnung Ausdruck, daß es dem neuen Dorsitzenden gelingen möge, seine Ziele im Interesse des deutschen Diehhandels zu verwirklichen. Kaiser (Mardorf) sprach gegen die Wandergewerbesteuer und wies darauf hin, daß die Regierung noch sehr wenig zur Linderung der Rot im Diehhandel getan habe. Die Jmpfkosten seien zu hoch. Das einzelne Tier sei überhaupt viel zu hoch belastet. Der Diehhandel könne sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen. bei so vielerlei hohen Abgaben kaum mehr behaupten. Die Derwal- tungsgebühren müßten verschwinden, die Imps- f oft en seien herabzusetzen, sonst müsse die Impfung eines Ta^es schließlich ganz unterbleiben. Kreis-Deterinärrat Dr. M o n n a r d führte u. a. aus, daß er den neuen Bundespräsidenten für den richtigen Wann zur Dertretung der Interessen des Diehhandels halte. Die Organisation bedürfe einer klaren Führung. Zur Impfung sei zu sagen, daß das Serum leider noch vom preußischen Staat bezogen werden müsse und jener die Preise diktiere. Es wäre zu begrüßen, wenn diese Unkosten für den Staat vom Staat übernommen werden könnten. Er werde sich jederzeit für deren Herabsetzung einsetzen. Sternberg (DeiLk.r- chen), der Dorsitzende der Viehhändler-Tereini-- gung Gießen und Umgebung, begrüßte den Besuch des neuert Dun".eswrfi'.enden. In kurzen Ausführungen faßte Herr K e b b e I die Gedanken, die in der Versammlung zum Ausdruck kamen, zusammen und gab der Hoffnung auf gute und freundschaftliche Zusammenarbeit Ausdruck. Es sei schon viel geschehen, aber es müsse mehr geschehen. Man habe an den zuständigen Stellen in den Kreisen um die Regierungen schon erkannt, daß der Viehhandel ein wertvolles Glied in der kette der deutschen Volkswirtschaft sei. Mit der Aufforderung, zusammenzuhalten im Rahmen der Organisation, mit dem Wunsche, daß Treu und Glauben auch weiter Geltung haben möchten, beschloß der Dundesvorsitzende bi" Aussprache. Herr Kaufmann (Kirtorf) dankte der Versammlung für das rege Interesse und dem Bundesvorsitzenden für seinen Besuch. Einmaliges Sonderangebot für den Herrn! 1000Selbstbinder Herbin-Stodin x unschädlich und unübertroffen bei starken Kopfschmerzen Rheuma-, Muskel- und Nervenschmerzen. Verlangen Sie daher in der Apotheke nur Herbln-Stodin und Sie werden angenehm überrascht sein. H.O.ALBERT WEBER, MAGDEBURG Am 19. Dezember, nachmittags 4.30 Uhr, entschlief sanft nach längerem Leiden durch Gottes Ratschluß unser Heber Vater, Großvater und Urgroßvater I Johannes Anton Müller im 75. Lebensjahre. In aufrichtiger Trauer um den teuren, treusorgenden Dahingegangeneni Heinrich Meidt und Ehefrau Katharine, geb. Müller Wilhelm Müller und Ehefrau, geb. Henrich Kinder, Enkel und Urenkel. Lang-Göns, den 20. Dezember 1932. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 21. Dezember 1932, nachmittags 1.30 Uhr, vom Trauerhause aus statt. _______________________________________________________9020D Bekanntmachung. Es wird darauf hingewiesen, daß das Leseholzsammeln in den städtischen Waldungen in den Monaten Oktober bis März einschließlich nur von 8 Uhr bis 17 Uhr und nur denjenigen Personen gestattet ist, die im Besitz einer Leseholzkarte (grüne Farbe) sind. 9013C Gießen den 19. Dezember 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Dr. Rosenberg. Selbstverständlich bei Elsoffer! Bi -M-' E AH." Das Weihnachtsgeschenk für unsere Kunden: Trotz unserer billigen Preise und der größten Auswahl erhalten Sie Beim Einkauf von Mk. 1.00 in Spielwaren eine 50-Gramm-Tafel Vollmilchschokolade oder 10 Pfennig in bar. 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Dez. 1932 8993 D 6-45 7.57 7-52 8-07 8-22 1.31 8-52 9-07 9-22 9-37 752 8-07 8-22 8-37 8-52 9-07 S 22 9-37 9-62 12-00(12.07 "S 17.43 14.oo 14-07 14-15 17-45 5 R®te Lame Bahnhof - Bahnhofstraße - Marktplatz. Volkshalle 7-57 7-45 und so weiter alle 7'/, Minuten bis 7 22 7-41 7-62 Die fettgedruckten Wagen verkehren nur in der Zelt vom 1. Mal bi* 1. Dezember, Mittwochs und Samstage wie angegeben. Sonntags ab Uhr. Außerhalb dieser Zeit nur nach Bedarf! 1 37 -50 12-00 12-07 12-16 12-22 12-32 12-37 12-46 13-64 14-oo 17-22 17-30 17.57 17-45 18-00 18-07 18-07 18-16 10-02 10-07 10-16 10-15 10-22 20-62 21-00 10-22 10-30 21-00 21-07 21-22 21-30 11-30 11-37 7-oo 7-05 7-15 7-20 12-30 12-37 12-37 12-45 12-47 12-52 13oo 7-47 7-62 8-oo 7-50 7-35 12-64 13-do 13-07 12-52 13oo 13-07 13-15 8-17 8-22 8-30 13-24 13-30 13-57 13-22 13-30 8-07 8-15 8-20 13-51 13-45 13.52 8-57 8-45 8-50 8-45 8-52 8-58 17-30 17-37 9-oo 9-07 9-13 17-52 18-00 9-07 9-16 9-20 17-54 18-00 18-07 9-15 9-22 9-28 17-62 18-qq 9-47 9-52 10-00 9-54 lO-oo 10-07 18-oo 18-07 18-13 18-32 18-37 18-45 10-17 10-22 10-30 9-52 10-oo 10-05 10-50 10-37 10-37 10-45 21-24 21-30 21-30 21-57 21-47 21-62 11-07 11-15 11-54 12-00 7-28 7-30 6-30 6-37 6-43 12-07 12-15 12-17 12-22 12-30 7-24 7-30 7-37 12-22 12-30 7-22 7-30 7-30 7-34 7-37 7-41 7-50 7-37 13-02 13-07 13-15 8-02 8-07 8-16 7-57 7-45 7-60 7-52 8-oo 8-05 8-oo 8-07 8-16 13-57 13.46 13-22 13-50 13.56 8-62 9-oo 8-30 8-37 8-43 13-62 14-oq 9-02 9-07 9 15 9-22 9-50 8-62 9-oo 9-05 9-24 9-50 9-37 17-45 17-52 9-22 9-50 9-36 9-37 9 45 9-50 18-24 18-30 18.37 10-co 10-07 18-22 18-50 10-07 10-15 18-07 18-16 18-20 21-02 21-07 21-16 10-52 10-57 10-45 20-37 20-45 20-so 10-07 10-16 10-20 10-16 10-22 10-28 21-07 21-15 21-17 21-22 21-30 20-52 21-co 21-05 21-22 21-30 21-35 11-22 11-30 11-35 11.47 11-52 11-30 11-37 11-45 II 52 I2oo 12-02 12-07 12-15 5-45 5-50 12-24 12-50 12-37 7-07 7-13 7-22 7-28 7-54 8-oo 8-07 7-45 7-52 7-56 13.17 13-22 13-30 13-07 13-15 13-20 8-52 8-57 8-45 8-15 8-22 8-28 8 54 9-00 9-07 13-57 13-45 13-60 17-07 17-15 17-20 17-22 17.50 17.35 9-52 9-37 9-45 17-37 17-46 17-60 9-52 lO-oo 18-15 18-22 9-45 9-52 9-58 10-24 10-50 10-37 10-00 10-07 10-15 10-47 10-52 11-00 21-15 21-22 21-00 21-07 21-13 ,21-07 21-15 21-20 21-32 21-37 11-52 11-37 11-45 11-16 11-22 11-28 11-37 11-45 11-45 11-53 5-62 6-oo 12-0! 12-15 12-22 7-22 7-30 10-3 10-45 10-52 11-62 11-56 12-45 12-52 12-58 13-oo 13-07 13-15 13.17 9-50 9-37 9-43 20-45 20-52 20-58 13-15 13-22 13-28 13.32 8.5- 8-45 8-62 2 i ,2 21-15 21-22 21-28 7-0' 7-15 7-22 17-45 17-52 17-58 18.02 5-0- 6-15 6-22 13.68 14-02 14-07 21.or 21-15 21-22 7-07 7-15 17.28 17-32 17-57 7-3! 7-46 7-62 17-50 17-37 17-43 17.47 18.o- 18-16 18-22 21.3s 21-45 21-52 13.43 13.57 13-52 18.13 18-17 18-22 18-50 13.0- 13.15 13-22 8-22 8-30 8-35 10-0- 10-15 10-22 7-26 7-30 7-34 7-37 13.28 13-52 13-57 13-46 17-3- 17-45 17-52 9-sr 9-45 9-62 10-22 10-30 10-36 7-04 7-07 7-u 7-16 7-17 8-o. 8-15 8-22 12-62 13-co 13-05 17.68 18-02 18-07 18-15 12.3s 12-45 12-62 13-50 13-57 13-43 13.47 11.3' 11-46 11-52 8-1. 8-22 8-2H 8-30 11-22 11-30 17-52 18-00 18-05 8-24 8-30 ,8-37 7-45 7-45 7-4' 7-62 7-56 8-oo 7-32 7-37 7-45 2 it w 8 3 9-0! 9-16 9-22 7-20 7 22 7-26 7-50 7-54 7-37 12-45 12.62 17.45 1/-22 17-28 17.32 Feuerbachstraße Friedhof Wieseeker Weg Marktplatz Bahnhof.. Bahnhoi. Marktplatz .... Wieseeker Weg Friedhof Feuerbachstraße Wieserk , Bahnhof ...... Westanlage ..... Marktplatz ... Ivudwigsplafz......... Provinziai-Ftiegeanstkit Volkshalle............ Volkshalle . . " Pro vin zi a I • Pfl egean s tal t Uudwigsplatz ... Marktplatz ' Westanlage ....,’’**** Bahnhof. ....*"....... 8-oo 8-04 8-07 8-ii 8-16 8-17 8-20. 8-22 8 26 8-30 8-34 8-37 13-00 13-07 13-50 13-37 13-16 13-22 13.45 13-62 21-37 21-45 12-22 12-50 12-35 12-37 12-45 12-60 Bahnhof. Marktplatz Wieseeker Weg Friedhof Feuerbachstraße Wieseck . Feuerbachstraße Friedhof Wieser* er Weg Marktplatz .... Bahnhof 22-30 22.34 22-37 22-41 22-45 22-4 7 22-52 22-56 23-00 23-04 12-50 12-37 12-43 11-52 12-00 12-05 12-15 12-22 12-28 Fahrplan der Städtischen Straßenbahn, Gießen Grüne llMC Bahnhof - Seltersweg - Marktplatz - Friedhof - Wieseck 12-07 12-16 12.20 12-00 12-07 12-13 7 47 7-50 7-52 7-56 8-oo 8-04 8-07 21.62 21-56 22 oo 22-04 22-07 22-o 22-15 22.15 22. u 22-22 22-26 7-62 7 56 8-oo 8-02 8-oö 8-07 8-11 8-lb 8-1- 8-22 6-4' 6-52 6-56 7-oo 7-02 7-05 7-07 7.11 7-16 22-00 22-04 22-07 22.li 22-15 22-17 22-20 22-22 22-26 22.30 22-54 7-45 7-4' 7-62 7-54 7-68 8-oo 8-o< 8-07 7-li 7-15 71 7-22 7-24 7-26 7-50 7-54 7-37 21.46 21.4 21-52 21-56 22-00 22-02 22-05 22-07 22-ii 22-15 22-1 • 22-22 7-22 7-26 7-50 7-5'2 7-55 7-37 7-41 7-46 20-37 20-41 20-45 20-4 20-52 20. >4 20-68 21-00 21-04 21-07 21-n 21-15 21-30 21-34 21-37 21-41 21.45 21-47 21-50 21-62 21-56 22-co 22-04 7-52 7-66 8-oo 8-04 8-07 8-o 21-22 21-26 21-30 21-34 21-37 21-5 21-45 21-4 21-52 21-66 8-oo 8-30 9-oo 9-30 8-oo 9-00 9-30 7-15 7-22 7-50 7-37 7-oo 7-07 Loo 6-07 10-30 10-37 10-45 10.52 11-00 10-57 10-45 10-52 11-00 11-07 10-43 10-50 10-58 l1-05 11-13 — 10-62 — 11-07 — — 11-00 — 11-15 10-4 = — 11-00 — 11-16 10-62 — 11-07 — 11-22 10-64 11-02 11-0' 11-17 11-24 11-00 11-07 11-07 11-15 11-15 11-22 11-22 11-30 11-30 11-37 21-30 21-37 22-00 22-37 —— 21-37 21-46 22-07 22.45 —a 21-43 21-60 22-13 22-60 — — — — —i — 21-52 92.nn 22-16 22-52 — 21-45 22-00 22-22 23.oo 21-52 — 22-07 22-50 23.07 — — — — — 21-54 — 22-o 22-32 23.09 22-00 — 22-15 22-37 23-ia — — 22-22 — 20-62 2hoo 21-07 21-16 20-4 20-56 21-04 21-11 21.1t 20-62 21-00 21-07 21-15 21-22 20-56 21-04 21 u 21.1t 21-26 21-00 21-07 21-15 21-22 21-30 21-02 21-0 21-17 21-24 21-32 21-05 21-15 21-20 21-28 21-36 21-07 21-15 21-22 21-30 21-37 21 n 21-16 21-26 21-34 21-41 21-16 21-22 21-30 21-37 21-46 21.ip 21-26 21-54 21-41 21-49 21 22 — 21-57 21-45 21-52