m. 247 Erstes Statt 182. Jahrgang Donnerstag. 20. Oktober 1932 DasRededuellztvjschenDr.GvebbelsunddenDeiiWnaüonalen Der Wahlkampf am Mittwoch 932 1 Dnchchlmd (rang jn oer- amaßnahmev rfn europäijdjen . '• nbgejdiloflentn Leihällnjsse auf Absatz an tech- • Jartol 1932 wie- Lirzeichen (aßen ch unwesentliche, -ließen. ,oon Leuna Lonntn im Jahre Rohöllieferungcn 1 hinter den Er- genügende Men- mirbeitung zur bi^wmiüion Darktes kralle m Betracht n Teilhaber der riervcrfahren der Staaten zu oer- einichaft ßhar- hatte weiterhin, t Berkaufsschwie- leiteren Lerfchör- Lahmen in Derben betreffenden m Zeit des Bor- Berlin, 20. Oft. (Sil. Funkfpruch.) Außer dem Rededuell zwischen der DRBP. und der RSDAP. in Berlin brachte der Wahlkampf am Mittwoch zahlreiche Wahlkundgebungen im Reiche. Hitler sprach in Massenversammlungen der RSDAP. in Oppeln und Breslau. Er wandte sich scharf gegen die Regierung Popen und ihr Wirtschaftsprogramm. Wenn die Welt heute eine andere Einstellung zum deutschen Bolk gewonnen habe, habe Deutschland dies nicht Herrn v. Papen zu verdanken, sondern der nationalsozialistischen Bewegung, die das Antlitz Deutschlands geändert habe. In einer Wahlkundgebung der RSDAP. in Gleiwih war Gregor Stra.ßer der Hauptredner. Der Landtagspräsident K e r r l sprach in Hannover besonders über die Verhandlungen der RSDAP. mit dem Zentrum. Der frühere Reichskanzler Dr. Brüning setzte sich in der Messehalle in Köln besonders mit dem Wirtschaftsprogramm der Regierung Papen auseinander. Wenn man in die Zukunft sehe, so sei gewiß die Möglichkeit einer Besserung vorhanden, aber durch manche Maßnahmen der letzten Monate sei die Entwicklung zeitweise aufgehaltcn worden. Wir könnten aus der Wirtschaftsnot nur herauskommen, wenn der Export aufrecht erhalten, ja, noch mehr gesteigert werde als bisher. Man dürfe aber das durch viele Opfer geschwächte Bolk nicht in dieser Stunde noch reizen mit politischen Experimenten, wie sie die angekündigte Berfassungsreform im jetzigen Augenblick darstelle. In Offenbach sprach Reichskanzler a. D. Dr. Wirth. Man habe ihn, das Zentrum und die Politiker der letzten 14 Iahre immer scharf angegriffen wegen des entschlossenen Kurses der Außenpolitik. Riemand habe jetzt und früher einen anderen Weg weisen können und man habe auch nicht bemerft, daß der schneidige Kurs des Herrn v. Papen in den letzten Wochen unsere Stellung in der Welt verbessert habe. Vielmehr ständen wir heute in der Gefahr einer neuen Isolierung Deutschlands. Es werde oft vergessen, daß die Politik nach einem verlorenen Weltkrieg die Politik eines Leidensweges sei. Der Führer der Deutschen Dolkspartei, Din- geldeh, beschäftigte sich in Güttingen besonders mit der Wehrfrage. Er hob hervor, für die DVP. sei es eine Herzenssache, daß sie in der! Wehrfrage in voller Geschlossenheit hinter dem Reichswehrminister und dem Reichspräsidenten stehe. Der frühere Reichsfinanzminister Siet«* r i ch bezeichnet in einer staatsparteilichen Wahlkundgebung in Lübeck die Grundlage des Papen- programms, am Siefpunkt der Krise eine Ankurbelung der Wirtschaft vorzunehmen, als richtig. Gefährlich aber sei die Kontingentierungspolitik, die kein Industrieland sich leisten könne. Der Führer der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Dr. Breitscheidt, übte in Hamburg scharfe Kritik an dem Wirtschaftsprogramm der Regierung Papen. Er kritisierte besonders die Steuergutscheine, deren Sinn sei, die Wirtschaft durch Subvention der kapitalistischen ilnternehmer anzukurbeln Das sei eine Wirtschaft, bei der das Risiko des Verlustes der Staat trage, während der ilnternehmer den Gewinn einzihe. Reichsliste und Wahlabkommen der Volkspartei. Berlin, 19. Oft. (SH.) Der Reichswahlausschuß der Deutschen Dolkspartei hat gemeinsam mit dem Parteivorstand für dieReichs- liste folgende Kandidaten ausgestellt: Rechtsanwalt Eduard Dingeldey, Handelskammersyndikus Dr. Otto Hugo (Bochum), Frau Oberstudiendirektorin Dr. Elsa Matz, Postdirektor Albrecht Mo- rath, Gärtnereibesitzer Erich Schröder (Krefeld), Direktor Dr. von Stauß, Bergmann Aug. Winnefeld (Wattenscheid). Otto Keinath (Württemberg), Leiter wirtschaftlicher Verbände. Das technische Wahlabkommen zur Sicherung der R e st st i m m e n der Deutschen Volkspartei ist durch eine Abmachung zwischen der Deutschnationalen Volkspartei und der Volkspartei in der bisherigen Form erneuert worden. Das Abkommen sieht vor, daß die Reststimmen der Volkspartei der deutschnationalen Reichsliste zugeführt werden, wofür der Volkspartei auf der Reichsliste der Deutsch nationalen acht Sitze zugesichert werden. Wtion, S”Ö!fag * -n tie 52,05 12,«5 3,00 169,72 71,67 73,97 73,47 11,27 0,902 4,277 $1,61 21,595 16-55 01,38 34,53 82-13 0,98 0,296 5,606 12,98 (hui a.m Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher, preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. 2^llh.Kümmel sämtlich in Bietzen. 6,144 M J.057 73.Ö 73,S 14L s 54,49 21,555 16,fl 11-8 Ni 61.97 0,979 0,294 S 9 19 47 01 50 36 'u .15 gst “feiten ®t. »ogen leicht toten im Al^er. 3m tot die 192?« 7 to 3 Pro- lc,kuft mittag KwlÄhe von 6,5, Ast. ’w^anl 61,75. ühcnstah!645), VinDteum 44 50 ^'Sarben 3.25, Lahmey« Tö 5I.£ 73-* 14,25 16'2 169,69 91,64 r?46 it 01-3$ „Daily Herald" berichtet aus Paris, der Plan einer Diermächtekonferenz könne als endgültig gescheitert betrachtet werden. Sie werde weder in London noch in Genf, noch anderswo stattfinden. Es bleibe also jetzt nichts weiter übrig, als die Tagung des Völkerbundsrats am 14. Rovember abzuwarten, wo Henderson von neuem Gelegenheit haben werde, mit den Deutschen in Fühlung zm treten. Dis dahin werde übrigens der Herriot-Plan bekannt sein, und Henderson werde in der Lage sein, ihn mit den Deutschen zu erörtern. Der Plan Herriots werde die Lage beträchtlich erleichtern, denn auf dem Gebiet der Abrüstung gehe er beinahe ebensoweit wie Hoovers Plan. „Daily Mail" dagegen glaubt z'u wissen, daß Herriot sich mit Lausanne als Konferenzplatz einverstanden erklären würde, vorausgesetzt, daß Polen, Belgien und die Tschechoslo- w a k e i ebenfalls zur Entsendung von Delegierten eingelaöen werden würden. „Morning Post" schreibt, es scheine jetzt, daß die Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten wieder aufnehmen werd«, ohne daß bis auf weiteres neue Bemühungen erfolgen, Deutschland zur Konferenz zurückzubringen. Wahrscheinlich werde von den anderen Mächten ein Plan qualitativer Abrüstung ausgearbeitet werden mit dem Ziel, der deutschen Forderung nach gleicher Rechtsstellung Genüge zu tun. „Daily Selegraph" ist der Ansicht, daß zwei Wege in Frage kämen, um über den toten Punkt in der Abrüstungsfrage hinwegzukommen. -mt Weige- rgleid) mit hem Seigers. eW' und W 'eidegescha.ft Absatz wie im ’ Siportnwfllity1 rt. Die Svßen- leinung, wodurch erben. Berlin, 19. Oft. (SH.) In der „Reuen Welt" in der Hasenheide fand am Mittwochabend die vom Verband Groß-Berlin der DRVP. ein- berusene öffentliche Wahlversammlung statt, in der der von den Rationalsozialisten angeregte „Redekampf" zwischen den Deutschnationalen, Abg. Steuer und Schmidt (Hannover) einerseits und dem Berliner Gauleiter der RSDAP., Dr. Goebbels, andererseits stattfinden sollte. Cs herrschte ein geradezu lebensgefährlicher Andrang. Bei Saaleröffnung um 19 Hhr setzte einwahrer Sturm auf dasLo- k a l ein, der von starken Polizeikräften in mehreren Ketten nur mühsam eingedämmt werden konnte. Wiederholt kam es zu erregten Auftritten zwischen den Einlaßbegehrenden und der Polizei. Dem Aussprache-Redner Goebbels waren von den Veranstaltern 200 Freikarten für Mitglieder seiner Partei zur Verfügung gestellt. Die darüber hinaus verfügbaern Plätze, etwa 3000, waren bei der DRDP. in wenigen Sagen restlos vergriffen. Hnter den nationalsozialistischen Der- sammlungsbesuchern fiel eine zusammenhängend fitzende Abteilung von SA. - Leuten in Hniform auf, die die SA.-Führer beim Betreten des Saales mit „Heil!"-Rufen begrüßte. Der Abgeordnete Schmidt (Hannover), der von den Deutschnationalen als Hauptredner ausersehen war, erschien in der Hniform der Kampfgemeinschaft junger Deutschnationaler und wurde stürmisch gefeiert. Außer Dr. Goebbels erschienen von den Rationalsozialisten auch Graf Holldorf und andere. Schmidt-Hannover spricht für die Deutschnationalen. Das Thema der Versammlung lautete: Rie wieder Parteienstaat! Der erste deutschnationale Red- ner Sch m i d t (Hannover) erklärte einleitend, daß der Wahlkampf wie stets gegen die Linke und gegen d i e Dolschewisierung des Vaterlandes gehe. Die Frage sei. wer sich Daran beteilige. Er kritisierte dann den mit Hilfe der Rationalsoziallsten zustandegekommenen Beschluß des Auswärtigen Ausschusses, der der außenpolitischen Offensive der Reichsregierung um die Gleichberechtigung Deutschlands den Wert abspreche. Allein dieser tief traurige Vorgang recht- fertige die Forderung: Rie wieder Parteien st aat! Hnter größtem Beifall Betonte Schmidt (Hannover) dann den ausschlaggebenden Anteil der Deutschnationalen am Kampfe gegen Boung- und Dawesplan. Ein großer Seil derjenigen, die damals den Dawesplan befürworteten, trage heute das Braune Hemd. Der unglückliche Hitlerputsch des Iahres 1923 habe die nationale Angriffsbewegung um Iahre zurückgeworfen. Fast jeder Satz des Redners wurde von Beifallsstürmen ausgenommen. Die anerkennenden Worte Schmidts für Hitler als Organisator lösten wieder stürmisches Händeklatschen der Rationalsozialisten aus. Eingehender kam der deutschnationale Redner auf die H a r z b u r g e r Verhandlungen und die politischen Ereignisse nach Harzburg zu sprechen. Die Sorge von Millionen gründete sich darauf, daß, während die prächtige Jungmannschast der Rationalsozialisten gegen den roten Mordterror vorgehe, die Führer der Partei im Parlament kommunistische Anträge unterstützen. Als Schmidt-Hannover den nationalsozialistischen Vorwurf zurückwies, daß d i e Deutschnationalen seit 1918 g e - schlafen hätten, gab es bei den Rationalsozialisten ironisches Händeklatschen und Zustim- mungsrufe. Der Redner erwiderte in großer Erregung: „haben Sie denn gar kein Gefühl dafür, wie Sie damit Männer beleidigen, die jahrelang an der Front gestanden haben? Mo war 1918 d ie nationalsozialistische Partei?" Die Riesenfront der parlamentarischen und außerparlamentarischen Kräfte von Harzburg hätte eine stetige nationale Reichsregierung schaffen und erhalten können. Hitler habe es stattdessen vorgezogen, hinter dem Rücken des Stahlhelms und der Deutschnationalen mit den Mittelparteien zu verhandeln, mit dem Ziel, einet Kabinettsbildung mit Geßler als Reichskanzler und Brüning als Außenminister. An Dr. Goebbels richtete der deutschnationale Redner die Frage, ob er die Erklärung eines nationalsozialistischen Abgeordneten „Unser Feind steht recht s!" billige und ob er es billige, daß in Eisenach von Berliner Nationalsozialisten die schwarzweißrote Fahne von der deutsch- nationalen Geschäftsstelle heruntergerissen nn b durcy die Gosse gezerrt wurde. (Stür- niische Pfui-Rufe der deustchnationalen Versammlungsteilnehmer.) Schnitt. schloß mit einer eindringlichen Mahnung zur nationalen Einigkeit. Die ganze Versammlung, Deutschnationale sowohl wie Nationalsozialisten sangen gemeinsam das Zlaggenlied. Dr. Goebbels antwortet. Dr. Goebbels, der mit stürmischen Heilrufen non den Nationalsozialisten begrüßt wurde, bezeich- n>(te es als tragisch, daß heute in Deutschland zwei nationale Parteien miteinander zu fechten hätten. Auch die Nationalsozialisten »5 2'1 kn. UV,®1- Of. TÄ London. 19. Ott. (SH.) Das englische Kabinett erörterte die Frage der Viermächtekonferenz. Es ist noch nichts darüber veröffentlicht worden, ob eine Entscheidung getroffen worden ist. Es wurde jedoch, wie man hört, festgestellt, daß bisher deutscherseits noch kein Rachgeben im Widerstände gegen Genf bemerkbar sei und daß der französische Ministerpräsident Herriot in seiner Hnterredung mit Lord Syrrell an Gens fest gehalten habe. Mgn ist sich darüber klar, daß die in den letzten Sagen auf dem gütlichen diplomatischen Wege gesührten Verhandlungen keine neuen Ansätze zu einer weiteren Entwicklung gebracht haben. Cs ist in Regierungskreisen erwogen worden, welche Gefahren sich aus dem Richtzu- st an de komm en der Viermächtekonferenz ergeben könnten und man ist anscheinend zu der Ansicht gekommen, daß diese weniger ernst zu nehmen seien als ursprünglich angenommen wurde. Es wäre jedoch verfehlt, hieraus schließen zu wollen, daß die englische Regierung den Konferenzgedanken völlig aufgegeben hat. Die 'Besprechungen zwischen London und Berlin sind zur Zeit zum Stillstand gekommen. Offensichtlich warten Londoner Kreise auf Anzeichen darüber, ob sich der Vorschlag verlohnen würde, den Rahmen der Konferenz auszudehnen, wenn dadurch eine Einigung über einen anderen Zusammenkunstsort als Genf ermöglicht würde. Mselwlen um die Viemiächiekonserellz Nur noch geringe Aussicht für ihr Zustandekommen. Gaalschlacht in Pommern. S t 0 l p, 19. Oft. (SH.) Die Deutschnationale Volkspartei veranstaltete hier am Mittwoch eine Wahlkundgebung, in der Rittergutsbesitzer von Kleist- Schmenzin sprach. Zahlreiche Rationalsozialisten versuchten, den Redner durch Zwischenrufe zu stören. Der Vortrag konnte jedoch zu Ende geführt werden. Als einziger Diskussionsredner richtete der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete C z i 0 r n i ck-Stettin heftige Angriffe gegen die Deutschnationalen. Als dann Kleist einen Ausspruch Hitlers vom Rovember 1923: „Morgen haben wir in Deutschland die Monarchie oder ich bin tot“ erwähnte, kam es zu einem allgemeinen Sumult. Die Rationalsozialisten versuchten, die Versammlung zu sprengen, während der deutschnationale Saalschutz dies zu verhindern suchte. Es entstand eine blutige Saalschlacht, wobei eine größere Anzahl Personen verletzt wurde. Der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Cziornick warf eine Selterswasserflasche gegen den Vorstandstisch. Die Rationalsozialisten versuchten sodann, die Sri* büne zu stürm em Mehrere Rationalsozialisten, darunter auch der Abgeordnete Cziornick, wurden verhaftet. Die Versammlung wurde von der Polizei aufgelöst. pelle darauf das Deutschlandlied spielte, erhob sich der ganze Saal und sang geschlossen :„Deutschland, Deutschland über alles". Darauf trat sofort wieder Ruhe ein. Landtagsabgeordneter Steuer konnte nach dem Zwischenfall seine Rede, wenn auch unter immer wiederholten Zwischenrufen der Nationalsozialisten fortsetzen. Um 23.30 Uhr sprach noch einmal Dr. Goebbels. Als Abg. Schmidt-Hannover das Schlußwort erhielt, fetzten die lärmenden Zwischenrufe der Nationalsozialisten erneut ein und nahmen derartigen Umfang an, daß der Redner nicht sprechen konnte. Die Nationalsozialisten riefen „Deutschland erwache!" und stimmten abermals das Horst-Wessel-Lied an. Wieder spielte die Kapelle das Deutschlandlied und bei diesen Klängen sang die ganze Versammlung einschließlich der Nationalsozialisten wieder mit. Um die Nationalsozialisten zu beruhigen, erhielt dann Dr. Goebbels nochmals das Wort. Dr. Goebbels erklärte, daß die Nationalsozialisten das Schlußwort ruhig anhören würden, sofern es loyal sei, dagegen nicht, wenn etwa der Führer der NSDAP, beleidigt würde. In seinem Schlußwort, das nur unter ziemlicher Unruhe gehalten werden konnte, mahnte Schmidt-Hannover erneut zur Einigkeit. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, öernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. poftschclikonto: Frankfurt am Main 11686. wüßten nicht, was sie dagegen einwenden sollten, daß der Parlamentarismus liquidiert werde. Meistens sei man gegen die Mehrheit, wenn man keine Hoffnung habe, die Mehrheit zu gewinnen. Die Nationalsozialisten hätten sich im Verlaufe der Jahre manchmal von Personen trennen müssen. Sie hätten sich aber niemals von der Sache entfernt. (Stürmischer Beifall.) Das Programm von 1919 gelte auch heute uneingeschränkt. Die Nationalsozialisten hätten zwar taktische Umwege gemacht, aber immer ihr Ziel, die Macht zu erobern, im Auge behalten, um damit dem Nationalsozialismus zum Durchbruch zu verhelfen. Auch der Hitlerputsch sei ein Versuch der Machtergreifung gewesen. Dr. Goebbels erklärte bann, er könne die Behauptung, die Nationalsozialisten wollten den Reichspräsidenten absetzen, auf das schärf st e dementieren. Wenn von seiner Partei kommu- nistische Anträge unterstützt würden, so geschehe das nicht im Hinblick auf die Antragsteller, sondern i m Hinblick auf den Zweck des Antrages. Dr. Goebbels nahm dann sehr scharf gegen die Gesamtpolitik des Kabinetts von Papen Stellung, insbesondere gegen di e Notverordnungen, die als in unerträglichem Maße unsozial bezeichnet werden müßten und die dadurch den Bolschewismus nur förderten. Daher bekämpften auch die Kommunisten das Kabinett Popen nicht, sondern begrüßten es als den Schrittmacher für eine bolschewistische Politik. Zur Erörterung stehe das bisherige verhalten der DRVP., deren Anhänger 1918 zwar Monarchisten gewesen seien, aber nicht den Mut gefunden hätten, sich vor den Monarchen zu stellen. Die Rationalsozialisten hätten nicht mit dem Zentrum verhandelt, um das Parlament zu retten, sondern um die Rechte des Volkes, die nun einmal in dem Parlament zum Ausdruck kämen, zu verteidigen gegen eine Regierung, die nicht den mindesten Anhang im Volke habe. Früher habe man die Rationalsozialisten zur Legalität gezwungen, weil die Illegalität gefährlich geworden wäre, und heute wolle man sie zur Illegalität zwingen, weil die Machtergreifung auf dem legalem Dege zu einer Gefahr zu werden drohe. Mit Recht habe Hitler erklärt, daß es nicht ausschlaggebend sei, ob er am 13. August an die Macht komme, sondern daß es darauf ankomme, ob er weiterhin in der Lage sei, sein Programm durchzuführen. Riemais hätten die Rationalsozialisten in den Verhandlungen mit dem Zentrum auf ihre Programmpunkte verzichtet oder dem Zentrum die Führung des Kabinetts zugestanden. Es treffe schon zu, daß in den Verhandlungen für Dr. Goebbels die Leitung eines Ministeriums für Propaganda, Volksei^iehung, K iltur und öffentliche Massenbeeinflussung in Aussicht genommen sei, Harzburg sei ein Mißerfolg gewesen, denn die nationalen Bünde würden sich niemals am grünen Tisch einigen, sondern erst dann, wenn sich eine Bewegung als d i e große Führerin durchgeseht habe. Die Rationalsozialisten bedienten sich keineswegs des Klassenkampfes und sie wünschten weder den von links noch aber den von rechts. Wie könne man verlangen, daß sich der Führer der RSDAP. als Vizekanzler hinter Papen stelle? Wenn Papen mit seiner Politik Schiffbruch erleide, so ziehe er sich zurück und die Ration werde nicht erschüttert. Erleide aber Hitler Schiffbruch, erklärte Dr. Goebbels unter stürmischem Beifall, s0 verlören in Deutschland 14 Millionen Deutsche ihre letzte Hoffnung. Der Einsatz könne nur gewagt werden, wenn die Sicherheit bestehe, daß er zum Erfolg führe. Für eine christliche Politik würden sich die Rationalsozialisten nicht einen Kanzler nehmen, der dreizehn Iahre lang mit dem sozialdemokratischen Internationalismus zusammengegangen sei, sondern einen, der bewiesen habe, daß er dafür auch sein Haupt zu Markte zu tragen bereit sei. Dr. Goebbels schloß unter Hinweis auf den bisherigen Kampf des Rationalsozialismus mit einem begeisterten Bekenntnis zu Hitler, von dem sich die Partei niemals trennen lassen werde. Er habe dem Programm die Treue gehalten und die Partei werde ihm auch in Zukunft, zunächst am 6. Rovember, ihre Treue beweisen. Der Redner schloß mit dem Rufe: W e g mit dem Bruderkampf im nationalen Lager, aber weg auch mit den Parteien und her mit dem Rationalsozialismus. In das Heil seiner Schlußworte stimmten die anwesenden Ra- tionalsozialisten begeistert ein. Schluß der Debatte. Steuer als zweiter Diskuis oneredner. Als nach dem Abg. Dr. Goebbels als zweiter deutschnationaler Redner der preußische Landtagsabgeordnete Steuer das Wort nahm, und gleich am Anfang feiner Rede sagte, er fordere den Abg. Dr Goebbels auf, neben die Kriegsstammrolle des Abg. Schmidt seine Stammrolle zu legen gab es im Saale eine erhebliche Unruhe. Die Nationalsozialisten riefen: Deutschland erwache! Es kam zu mehrfachen Zusammenrottungen im Saal so daß der Saalschutz eingreifen mußte. Die Nationalsozialisten stimmten das Horst-Wessel-Lied an, die Kapelle spielte einen Marsch. Als die Ka- GietzenerAiizeigek General-Anzeiger für Oberheflen Drrd und Verlag: Vrühl'sche Univerfitäls-Vuch- und Zteindruckerei K. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: ZchuMaße 7. Diese Wege seien entweder der Versuch, Deutschland und Frankreich zu veranlassen, sich mit Lausanne a ls Konferenzort einverstanden zu erklären, oder der Verzicht auf den Konferenzplan und Abgabe einer gemeinsamen Erklärung Grohbritan- niens, Frankreichs, Italiens und der anderen alliierten Signatarmächte von Versailles. Dies« Erklärung hätte zu besagen, daß Deutschland an den Genfer Verhandlungen gleichberechtigt teilgenommen habe. Die künftigen Destimmungen über die Organisation der Landesverteidigung aller Mächte, einschließlich derjenigen Deutschlands, sollten in der abzuschliehenden Konvention freiwillig angenommen werden. Die Erklärung sollte dann weiter besagen, dah die militärischen Bestimmungen des Friedensvertrages durch diese neue Konvention, wenn auch nicht durch einseitiges Vorgehen, abgeändert werden könnten. Was wird Frankreich tun, wenn Deutschland aufrüstet? Paris, 20. Okt. (ERB. Funkspruch.) Der radikale Abgeordnete und Bürgermeister von Rouen, M e t a 9 e r, soll im Kammerausschuh für Auswärtige Angelegenheiten dem Ministerpräsidenten Herriot die Frage borgelegt haben: „Was würden Sie tun, wenn Deutschland wieder a u f r ü st e t?" Hecriot soll darauf geantwortet haben: „Die Regierung würde den internationalen Gerichtshof im Haag mit der Derlehung des Dersailler Vertrages durch Deutschland befassen." — Darauf soll Metamer die weitere Frage gestellt haben: Wenn nun der internationale Gerichtshof Frankreich Anrecht gäbe, was dann?" Herriot soll geantwortet haben: „Dann wären zwei Lösungen möglich: Gewaltmittel und juristische Mittel. Niemals würde die jetzige Regierung die ersteren Maßnahmen anwenden." Weiler befragt, ob die Verordnung der Reichsregserung über die Ertüchtigung der Jugend nicht dem Artikel 177 des Dersailler Vertrages zuwiderlaufe, sott Herriot geantwortet haben, d e juristischen Sachverständigen des Quai d'Orsay seien der Ansicht, dah d e e Verordn, ng dem Arti.el 177 nicht widerspreche. Schwere Arbeitslosenunruhen in London. London. 19. Oft. (111.) Am Dienstagabend hotten sich etwa 3000 Arbeitslose aus allen Teilen Londons in der Nähe der westminsterbrücke versammelt, um noch dem Londoner Rathaus ;u marschieren, wo sie höhere Unterstützungssätze verlangen und gegen die Bedingungen der Bedürf- tigfeltsprüfung Einspruch erheben wollten. Die Polizei war zuerst machtlos. Sie wurde mit Steinen, Flaschen und Ziegeln beworfen. Die Menge zertrümmerte mehrere Ladenfenster und plünderte Geschäfte. Als die Lage bedrohlich wurde, gingen starke Abteilungen Polizei zu Pferd und zu Fuß mit Gummiknüppeln gegen die Menge vor Zum ersten Mate wurden la London Pollzeikroftwagen eingesetzt, die mit ziemlicher Geschwindigkeit gegen die Menge fuhren, während auf den Trittbrettern stehende Schutzleute vom Gummiknüppel Gebrauch machten. Die Menge versuchte, die Polizeipferde scheu zu machen, indem sie Feuerwerk unter die Tiere warf. Erst nach schwerem Handgemenge konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. t während der ganzen Unruhen tagte der Lon- ^ d o n e r Stadtrat hinter verschlossenen Türen, Wvon einer starken Polizeiabteilung bewacht. Auch alle Zugänge zum Parlament standen unter scharfer Bewachung. Innenminister Sir John G i l m o u r geklärte im Unterhaus, daß die Demonstrationen (U.o o n einer kommuni st lschen Orgonisatt i o n veranstaltet worden seien. Ls habe sich da- 1 bei um planmäßig vorbereitete Ausschreitungen gehandelt. da man bei mehreren der 40 verhafteten Steine und andere Wurfgeschosse gefunden habe. Die Polizei habe trotz schwerster Provokationen größte Zurückhaltung an den Tag gelegt. Die verhafteten seien bereits dem Polizeirichter vorgeführt worden. Schließung der Wiener evangelischen theologischen Fakultät? Wien, 19. Okt. (TA.) In den Rahmen der von der österreichischen Regierung geplanten Sparmaßnahmen fällt auch die Auslassung der Wiener evangelischen theologischen Fakultät, der e i n z i ge n evangelischen theologischen Fakultät in Oesterreich. Der Dekan der Fakultät. Professor Dr. Wilke, macht in einer Denkschrift an die Regierung auf die nationalen, allgemeinen, kulturellen und wirtschaftlichen Nachteile aufmerksam, welche die Vernichtung dieser alten Bildungsstätte für das Deutschtum Südosteu- r o p a s bedeuten würde. Die Wiener evangelische theologische Fakultät ist seit einem Jahrhundert ein geistiges Zentrum, in dem die evangelischen Geistlichen der deutschen Gemeinden i n Südslawien. Rumänien, Angarn, Polen und der Tschechoslowakei -£>rc wissenschaftliche Ausbildung erhalten haben. Die Denkschrift weist auch auf den peinlichenEin- örurf hin, den eine solche Maßnahme in der gänzen evangelischen Welt Hervorrufen müßte und der Oesterreich durchaus nicht gleichgültig sein könne. Der Haushaltsplan für 1933 sieht trotz der nachdrücklichsten Einwände des Anterrichtsmini- sters weitere außerordentlich einschneidende Sparmaßnahmen im Bildungswesen vor. Außer dem Abbau von etwa 150 Mittelschulen und Entlassungen zahlreicher Lehrkräfte soll vom Finanzminister die Aufhebung der medizinischen Fakultät in Innsbruck und der philosophischen in Graz vorgeschlagen worden sein. Die gesamt« Press« nimmt gegen diese Pläne in schärfster Weise Stellung und bezeichnet sie als ein« Versündigung an der kulturellen Vergangenheit Oesterreichs und als schwere Gefahr für seine kulturelle Zukunft. Die höchste Erregung herrscht aber in evangelischen Kreisen, daß über die Aufhebung der evangelisch- theologischen Fakultät an der Universität Wien bereits Beschluß gefaßt worden sei. Die 10-Zahresseier des Faschismus. ch A i 4 r % Mussolini bei seiner großen Ansprache an Die 25 000 faschistischen Führer, die zu ihm nach Rom gekommen waren, um den 10.Jahrestag des Marsches auf Rom zu feiern. Neben dem Duce rechts General Ba lbo, ganz links General de Dono, die beide den Marsch auf Rom an der Seite Mussolinis mitmachten. Helft der Volksspende Niobe! & E €• De- Ches der deutschen Marineleilung, Admiral Dr. h. c Raeder, und der österreichische Gesandte, Dr. Frank, bei der großen Berliner Veranstaltung der „Dolksspende Niobe", die durch den Appell an weite Schichten unseres Volkes dazu diente, einen Grundstock der Sammlung für ein Ersatzschiff der unter» gegangenen „Niobe" zu schaffen. Am Vorabend der Hochzeilsseier in Murg. Die standesamtliche Trauung. Koburg, 19. Okt. (TA.) Am Mittwochvormittag fand im Hornzimmer der Feste Koburg die standesamtliche Trauung des Prinzen Gustav Adolf von Schweden mit der Pr.n-es in Sybille von Sachs.n-Koburg und Gotha statt. Die Trauung wurde vom ersten Bürgermeister Schwede in seiner Eigenschaft als obe.stec Standesbeamter unter Ais stenz eines zweiten Standesbeamten vorgenommen. Als Trauzeugen fungierten der Kronprinz von Schweden und der Herzog von Koburg. We ter waren die Herzogin von Koburg. der Hofmarschall des Kronpr nzen von Schweden, der Generalbevollmächtigte des herzoglichen Hauses. der Presseattache der schtmd.scheu Gesandtschaft in Berlin und der Leiter der Pressestelle des Herzogs bei dec Trauung anwesend. Die Trauhandlung wurde durch kurze Ausführungen des Standesbeamten eingeleitet. Bürgermeister Schwede wies auf die besondere Bedeutung dies.r Verb ndung des H.rzog.ichen Hauses mit dem schwedischen Königshause hin. Er erinnerte an die gemeinsame Verteidigung der Feste Koburg durch Schweden und Koburger vor 300 wahren und meinte, daß dieses historische Datum eine gute Vorbedeutung für den zu schließenden Bund fei. Er machte das Brautpaar auf die Best.mmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches aufmerksam und vollzog mit den vom Gesetz vorgeschriebenen Fragen an den Bräutigam und die Braut die Trauung. Die Arkunde wurde von dem jungen Ehepaar sowie den Trauzeugen unterzeichnet. Die Neuvermählten nahmen sodann die Glückwünsche der Anwesenden entgegen. Fackelzug und Zapfenstreich. Die Anteilnahme der Koburger Bürgerschaft an den Hochzeitsfeierlichkeiten kam heute abend durch eine große Huldigungsfeier zum Ausdruck. Die festlich geschmückte Stadt wurde nach Eintritt der Dunkelheit illuminiert. Nachdem die Fürstlichkeiten von der Veste hcrab in die Stadt gekommen waren, setzte sich ein etwa 4000 Personen zählender Fackelzug in Bewegung, der auf dem Schloßplatz Aufstellung genommen hatte. Dort hatte das Brautpaar mit den fürstlichen Hochzeitsgästen vor dem Landestheater Ausstellung genommen. Sie nahmen den Vorbeimarsch des Fackelzuges ab, während durch Scheinwerfer das Residei^schloß und die aw.e.en Gebäude elektrisch angeleuchtet wurden. Den Platz hatte eine nach Zehntausenden zäh lende Menschenmenge dicht beseht. Von den Vereinen wurden nach dem Vortrag von zwei schwedischen Märschen durch die Musikkapellen, Gesangsvorträge und turnerische Hebungen geboten. Der Vorsitzende d s Festausschus e hie t c ine Gralu a.ioirs- ansprache an das Brautpaar und die Brauteltern, die mil einem Hoch auf die Eltern sowie auf die Ehrengäste ausklang. Mit dem GroßenZav- s e n st r e t ch nahm die imposante Feier ihren ^Abschluß. Kleine politische Nachrichten. Nach Den neuen Leitsätzen für den Rundfunk sollen bekanntlich Die RundfunksenDungen von parteipolitischen Darbietungen frei- gehalten werden. In Verfolg Dieser Leitsätze hat Das Reichsministerium Des Innern jetzt beschlossen, den politischen Parteien Den Rundfunk im gegenwärtigen Wahlkampf für Wahlreden nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Vor Der letzten Reichstagswahl war Den großen Par» teien Der Rundfunt je eine halbe Stunde freigegeben worden. • Die Deutsche Staa tspartei hat anstelle des bisherigen Spitzenkandidaten für den Wahlkreis Hessen - Nassau, Reichsfinanzminister a. D. Dr. Reinhold, den Fabrikanten Ernst Leih in W e h l a r als Spitzenkandidat ausgestellt An zweiter Stelle steht Frau Dr. Rosa Kemvs (Franklurt). an dritter Der- bandsgeschäftstüyrer Erich Zimmermann (Wiesbaden). e Die Wirtschaftspartei hat für Die Wahl Zum Reichstag wieder em Wahlabkommen mit Der Bayerischen Volkspartei abgeschlossen. Dafür würbe eine Reihe von Namen Der Wirtschaftspartei auf Den Reichswahloorschlag Der Bayerischen Volkspartei gesetzt. Nach neuerlicher Rücksprache mit Den Vertretern Der Deutschen Studentenschaft hat Der Rektor Der Universität Wien verfügt, Daß Die Universität ab Donnerstag wieder allgemein geöffnet roirD. Auch Die anDeren Wiener Hochschulen werden geöffnet werden. * Der Präsident der Abrüstungskonse- re nz hat den Regierungen, die an der Abrüstungskonferenz teilnehmen, offiziell mitgetellt. daß der Hauptausschuß der Abrüstungs- tonferenz in der Woche nach dem 2 1. November zusammentreten wird. Der An- terausschuh, der die Vorschläge über die Reglementierung der Waffenfabrikation und des Waffenhandels auszuarbeiten hat, hat sich nach Einsetzung zweier Anterausschüsse auf unbestimmte ZÄt vertagt. Das neue rumänische Kabinett ist fertiggestellt worden. Danach übernimmt W a n i u den Vorsitz, Mironescu wird stellvertretender Ministerpräsident ohne Portefeuille, der bisherige Handelsminister Madgearu wird Fi- nanzminister und Lugoscanu Handelsminister. Das Außenministerium übernimmt Titulescu. Die übrigen Minister bleiben auf ihren Posten. Vajda Woiwod ist also als einziger aus dem seitherigen Kabinett ausgeschieden. » Im C h a c o - G « b i e t ist eine heftige Schlacht zwischen Bolivianern und Paraguayern im Gange. Die Paraguayer, Deren Stärke 14 000 Mann beträgt, sollen zurückgejchlagen worben sein. Allg. Deutscher Zagdschuhverem; Landesverem Hessen. Der Lanbesoerein Hessen Des Allgemeinen Deutsche n Iagdschutzver- eins, Des größten deutschen Iagdoereins mit 36 000 Cinzelmitgliedern und 120 000 Mitgliedern korporativ angeschiossener Vereine, hielt am vorigen Sonntag in Anwesenheit Des Präsibenten Des Vereins, Des Prinzen Alfons zu Isenburg, in Bingen feine Jahreshauptversammlung ab. Aus Dem Jahresbericht Des Vorstandes ergab sich, daß Der Verein während Des verflossenen Jahres erfolgreiche Arbeit an Der Besserung Der jagdlichen Verhältnisse in Hessen, wie auch für Die wirtschaftlichen Interessen [einer Mitglieder geleistet hat. Zur Förderung dieser Arbeit wurden für Oberh.ssen wichtige org n sat- ris he V e r- änberungen beschlossen. Der seitherige Bezirks- oerein Obcrhcssen wurde aufgelöst. Sein in allen Kreisen deutscher Weidmänner bekannter Vorsitzender, Der „Vater der Wildmarken", Forstmeister a. D. Eberhard G r a sv o n Bernstorff in An- genrod, wurde zum Ehrenvorsitzenden des LcrndeS- oereines ernannt Di« Arbeit in Oberhessen wurde folgenden vier Bezirksoereinen (Namen der Vorsitzenden in Klammer) übertragen: Lauterbach-Alsfeld (Kreisbireftor Dr. Michel, Lauterbach), Nidda (Prof. Hahn, Schotten), Lich (Erbprinz zu Solms - Hohensolms - Lich), Butzbach (Obermedizinalrat Dr. Schäfer, Butzbach). Nach Erledigung Der üblichen geschäftsmäßig notwendigen Vorgänge wurden folgende für Hessen zur Zeit besonders heroortretende Fragen behan- dell: Pachtschutzhandhabung, Höhe Des Iagbpacht- stempels und Damit verbundene Schädigung der Gemeinden, Höhe der Paßgebühr, Die immer mehr erprobte Jäger zwingt, Der Jagd zu entsagen, Schlachtsteuer, Schrotschuß auf Schalenwild, Kontrolle Des Wildhandels und anderer Abnehmer wegen Verstößen von Jägern gegen das Naturschutzgesetz u. a. Der Vorstand wurde beauftragt, die sich aus Der Aussprache ergebenden Wünsche und Anregungen in geeigneter Weise weiter zu verfolgen. Gießen war durch den Verein Hubertus vertreten, desien eifriger und erfolgreicher Tätigkeit lebhafte Anerkennung gezollt wurde. Wettervoraussage. Der Einfluß des hohen Druckes, der sich über Deutschland ausgebreitet und etwas besseres Wetter gebracht hatte geht bereits wieder seinem Ende zu. Die neue Störung zwischen Island und den britischen Inseln hat sich sehr schnell östlich ausgebreitet und schiebt Regenzonen vor, von denen eine heute morgen Nordfrankreich und den Kanal überquerte. Die milde Südwcstiuft wird auch über dem Feftlanbe wieder Niederschlagstätigkeit Hervorrufen. Aussichten für Freitag: Milder, wech- selnd bewölkt und zeitweise Niederschläge, südwestliche bis westliche Winde. Aussichten für Samstag: Unbeständiges Wetter mit lchauerartigen Regenfällen. Lusttemperaturen. Am 19. Oktober: mittags 10.2, abends 3,5; am 20. Oktober: morgens 5,6. Maximum 10,5, Minimum 2,8 Grad Celsius. Niederschläge 1,5 Millimeter. Sonnenscheindauer 3% Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe. Am 19. Oktober: abends 9,3; am 20. Oktober: morgens 6,7 Grad Celsius. (Tirdtlicbe Tlochrichfen. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 22., und Sonntag, 23. Oktober: Laubhüttenfest- Ende. Samstag: Vorabend 5.15 Uhr; morgens 8 30. nachmittags 4. — Sonntag: Vorabend 6.15, Iugendgottesdienst; morgens 8V0; abends 5.40 und 6.10 Uhr. „Sie sind wie ausgewechselt, Fräulein Schulz, vergnügt und frisch sehen Sie aus “ — „Gnädige Frau, Sie wissen doch, daß ich so schrecklich unter Hämorrhoiden zu leiden hatte. Die Aerztin hat mir em Mittel dagegen verordnet Seit einiger Zeit verwende ich es gewissenhaft, Posterisan, Salbe und Zäpfchen, morgens und abends All die unangenehmen Beschwerden und Schmerzen, unter denen ich gelitten habe, sind verschwunden. Ich bin ja so glücklich.“ — Die Tube Salbe kostet in jeder Apotheke RAL 1^>9, die Packung Zäpfchen RM. 23/. Wein; n Hubertus chrr Wgleit W\er. u?r VA ktun. timeter Dese. Dltober: mor» Itesdienst «J iq 22, uni) üttenfest' Ihr ; morgens L°r°be^ 1019605 8^' iselt ich sehen 8'- iS s«a» „Linse“ plaudert: Kürzlich ping ich spazlerenderweise durch die Sahara. Ich gehe also so vor mich hin und nichts zu suchen das war mein Sinn. Auf einmal - peng — steht ein riesiger Berberlöwe wedelnd vor mir. In der Verzweiflung zücke Ich die Kamera und zie'e - der Löwe stutzt und bei dem „Klack" des Auslösers sucht er von panischem Schrecken erfaßt das Welte. Sie sehen also, zu was man die Kamera alles gebrauchen kann. Diese Bilder sind dann die sogenannten „Schnappschüsse". Immer die Kamera mitnehmen I Und das Material natürlich wie Immer von Photo-Winterhoff Kreuzplatz 9 7381 A W MW WM UM ■ W Astoria-Lichtspiele! Aus frischen grünen Heringen Rollmops, Gellee- U. Bratheringe KQ Bismarckheringe vollwichtige 1-Ltr.-Do-e wO vollwich ige..1-Ltr.-Dose ÖW Unser Schlagerl Zervelatwurst Holst., schni tfest V2 Pfd. cn Clever Stolz /a OO ers. tst Tafelbutter.% Pfd. "frV Bückinge fett, zart.. 25 Neue Vollheringe wst. 45 Für jedes volle 5 & F-Sparbuch erhalten Sie vom 1. bis 31. Dezember äusser RM. 3.- Rückvergütung ZU WEIHNACHTEN 4 hübsche Keksdose ■ gefüllt mit feinem Gebädi oder 2feine Porzellanfassen mit Untertassen ' oder j schönes Gedeck bestehend 1| aus einer feinen Porzellanlasse mit Untertasse und Desserteller oder auf Wunsch siebzig Pfennig in bar Die Ausgabe der Gegenstände erfolgt vom 1. - 31. Dez. Deshalb sammeln auch Sie fleissig S 4 F . Sparmarken, um die hübschen Gegenstände zu erhaltenI Oelsardinen Dose 30-18 Oelsardinen Clio Dose 46 Die neue Feinkost Margarine und außerdem S & F-Sparmarken auf alle Waren I 7395 a Filialen in allen blaotieiien Ä .1 MWWWW Hausmarke jL, Kräuterhaus Jung Fachgesch.f.GesnndheitspilegeLd.Schnlsir. Degzugs./alber verkaufe ich am Freitag/ dem 2^Ott.,nachm.2llhr,imLStven Neuenweg 28 q 1 Herrenzimmer, 1 Chaiselongue, - Kleiderschränke mit u.ohne Spiegel ®M M a brauchen gesundes Blut IC u.feste Knochen.Beides gibt ihnen Wörishofer KinriPF «J5Ä25*-- UlllUvl trän, Nähr- und Kräftig.- Znaatznahrnng. 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D Die Beerdigung findet Freitag, den 21 Oktober, nachmittags %2 Uhr, vom Trauerhaus, Brauhausstraße 32, aus statt 7397 D MÖ»- Jtichenk LichlsnielhansGie|en/GoelMündGie|en Volkskonzert 7394 A Mozart zu Großen-Buieck 7377D Hamm großes Preisschliefen Q Sportplatz 1900 [ Vermietungen | Sonntag, den 23. Cftobcr 1932, 2 Llhr Mannschaftskampf 7379D ktköeelidii nn Tinzelverson ob. 06116 zu vermieten. Kirchstraffe 13 v. Thiessen Thiessen Am Sonntag, dem 23. Oktober 1932, nachmittags 4 Uhr, in der Neuen Aula der Universität Gießen, Ludwigstr. . Sil eher R. Kahn für alle Erdhundrassen auf dem Schliefplatz an der Liebigshöhe. Anmeldungen daselbst. O.7O 0.35 0.63 0.32 0.46 0.25 Lendvai ,. Brunk Heuchelheim, Darmstadt, den 20 Oktober 1932. Schlüchternbrot......... Schlüchternbrot......... Roggenbrot............. Roggenbrot............. Rundbrot (Bauernbrot) .. Brödchen.............. Familien-Drucksachen Verlobung sanzelgen Vermählungsan zeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. SchulstraBe I ist gestern früh von ihrem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden erlöst worden. 2. Milnnerchor Das heilige Feuer, mit Orchester .. .Uthmann 3. Frauenchöre a) Abschied v. Walde . Mendelssohn-Bartholdy der Priester a. Athalia . Mendelssohn-Bartholdy 7. Gemischte Chöre b) Friedenslied............... c) Hab mein Wage voll gelade .. 4. Orchester, Erinnerungen an Richard Wagners Tannhäuser 5. Mannerchöre a) So grün als ist die Heiden b) Es wollt ein Jägerlein jagen .. 6. Orchester, Kriegsmarsch Im Nam?n der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Kröck II, Metzgermeister Walter Kröck Emmy Schleenbecker, geb. Kröck Fritz Schleenbecker. a) Erlöse dich.......... b) Die Gedanken sind frei PAUSE Arbeiter-Gesangverein „Eintracht“ Gießen Mitgl. d. Arbeiter-Sängerbundes Rhein-Maingau (II. Bez.) Leitung: Chormeister Heinr.Meyer,Wieseck. Gegr. 1873. f FleischbüttenX FaObUtten V. M. 4.60 u Jauchefässer 450 Liter Mk. IS.- KütereiSommerkom BlelchitraBe y X^7385D HeWcheSmladun« zum Dekanateifest fürInnere Mission Zum Bleichen und Klarspülen der Wäsche Seifix, Paket 14 Pfennig. SdvBCa Her>W«rnlea. SAli/leeigkeil, Citkl) Mnaa. bdun: ili Vorbeaprog r b«.u DurgidMll für Er» od II reihig od. Sportr. Anzüge: 16:29.42/ Th. Köhler Gle6eD.Seltersw.17 .71 it wirk ende: Männer-, Frauen- und Gemischter Chor d. Arbeiter-Gesangsvereins „Eintracht“ Gießen und Mitglieder d. Orchester-Vereins 1908 Gießen VO RTRAGS-FOLGE: Auto- Gelegenheitskäufe 8 40 PS Opel-Lleou» sine,8 MPSMerced.- Benz - Limousine, in tadell. Verfassung, sehr preiswert. ”*0 Opel, GielSen Frkf. Str. 62, Tel.284T kinderloses Ehepaar, Häusern tätig war. Deus I ArauDr. Cclcmann 2 -. Stevhanstrahe 7. Meine diesjährige Ausstellung Sdimudc und astrologischer Sdimudc findet statt im Hotel Prinz Carl am 22. und 23 Oktober. Geöffnet Samstag 15—19, Sonntag 11-18 Uhr. Eintritt tret H. 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Herrn O ermusikmeisters E. Krause 8 Uhr: DPlsoerteliung o. lanjiiölleöigshöhe Todesanzeige. Heute morgen 2 Uhr verschied plötzlich und unerwartet infolge Herzschlags mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Heinrich Gerhard VI. im Alter von 68 Jahren. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Katharine Gerhard, geb. Balser. Steinbach. Lieh, den 19. Oktober 1932. Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Oktober, nachm. 2l/4 Uhr statt. _____________?*> 3l Stadttheater Gießen. tiosD Freitag. 21. Cf tob., 20—22 Uhr 3.Freitag-Abonn. Gewöhnliche Preise Freie Bahn dem Tüchtigen Lustsviel in 3 Akten o. August Hinrichs. I. Teil: 1. Orchester Ouvertüre zur Oper „Titus1 N0UXNHMN BUTTERMILCH-SEIFE Alleinig« Meretefleri GUNTHER * HAUSSNER A.-G., CHEMNITZ T6 RÄDIOSCLERIN U .0.. ApvlUht. «rMJÜkk tUdiwderie. C«*elbduih -.b.TL, BcHl*8Wie/280 3- u. 4-Zimmer-Wohn. beschlagnahtnefrei, zu vermieten, oon» J. Baer, Ostanlage 43. 2» 3. 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Schäfer (Offenbach) sprach über „Die Durchführungsbestimmungen zur Wiederinstandsetzung des Althausbesitzes und die Erstellung von neuen Wohnungen durch Aufbau oder Teilung von größeren Wohnungen". Der Redner beschäftigte sich zunächst mit grundsätzlichen Erörterungen über die Lage des Haus- besihes. Das Haus werfe in der Gegenwart keine Rente mehr ab. Wer glaube, eine Rente errechnen zu können, betrüge sich selbst. Die Häuser befänden sich in denkbar schlechtestem Zustande, der einem Verfall der Vermögenswerte gleichkomme. 3n Deutschland sei es nicht zuletzt deshalb abwärts gegangen, weil man dem Hausbesih die wirtschaftliche Kraft geraubt habe. Die Steuerlasten seien dazu angetan, den Hausbesitz vollends niederzudrücken. Durch frühere Verordnungen habe man dem Mieter weitreichende Rechte ein- ■geräumt, zum Schaden des Hausbesitzers. Die Mieten seien gesenkt worden, die Sondergebäudesteuer zwar auch, aber erst ein halbes Sahr später. Das habe wieder Verluste gebracht. Die Rente wurde erschüttert, und in der Auswirkung dessen verfielen die Häuser. Das ganze Gewerbe, das Handwerk, habe unter dieser Folgeerscheinung sehr gelitten. Dem Stand der Hausbesitzer habe man unter den drückenden Verhältnissen jeden Llnternehmungsgeist und seine frühere Elastizität geraubt. Run aber bereite sich eine Arnkehr vor. Die Maßnahmen der Regierung v. Papen seien geeignet, Hoffnungen wach werden zu lassen. Der Weg zu einer Besserung der Verhältnisse sei beschritten, weniger allerdings um der Hausbesitzer, als um der Allgemeinheit willen. Die Regierung habe 50 Millionen Mark für Reparaturen und Umbauten als Zuschußmittel zur Verfügung gestellt. Sn 20prozentigen Zuschüssen sollen sie den Hausbesitzern zugute kommen. Die restlichen 80 Prozent müsse naturgemäß der Hausbesitzer aufbringen. Wenn er aber in den Genuß des Zuschusses kommen wolle, müßten Reparaturen wenigstens in Hohe von 250 Mk. ausgeführt werden. Rur außerordentliche Arbeiten seien zuschußfähig. Die Reparaturen können bereits jetzt zur Snangrifsnahrne im März angemeldet werden. Die Zuschüsse sollen ohne jede bureaukratische Hemmung zur Auszahlung gelangen. Das Handwerk habe alle Ursache, sich um diese Dinge zu kümmern, denn es sei zu 90 Prozent daran interessiert. Für den Hausbesitzer habe der Zuschuß werterhaltende Bedeutung. Sn seinen weiteren Ausführungen erläuterte der Vortragende dann die Formalitäten, die zur Erlangung der Beihilfe erfüllt werden müssen. Die Auszahlung der Zuschußbeträge solle, so betonte er, sofort nach Beendigung der Reparaturarbeiten erfolgen. Ausdrücklich sei vorgesehen, daß auch der Hausbesitzer, der zugleich Handwerker ist und seine Reparaturen selbst ausführen kann, von der Zuteilung eines Zuschusses nicht ausgeschlossen sei. Der Betrag von 50 Millionen Mark könne auch (bei 50prozentigen Zuschüssen) für die Teilung größerer Wohnungen in Anspruch genommen werden. Mit der Teilung von Wohnungen seien übrigens Steuervergünstigungen verbunden. Die neuen Möglichkeiten der Hilfe für den Hausbesitz bedeuteten nur eine Etappe auf dem Wege des Kampfes der Hausbesitzer zur Beseitigung der Zwangswirtschaft und zur Aufhebung der Sondergebäudesteuer. Sodann streifte der Redner noch das Kapitel der Steuergutscheine und legte dar, in welcher Form diese zur Erhaltung der Werte im Haus verwendet werden können. Der Steuergutschein Heist die Not lindern! Die Gießener Winlernothilfe nimmt zur Zeit eine Kleidersammlung für die hilfsbedürftigen Mitbürger vor. Fuhrwerke der Reichswehr holen die Spenden ab. Trompetensignale künden die Sammlung an. Jedermann helfe nach besten Kräften, denn die Rot i ft groß! Spende für die Wmiernoihilse. Der Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberhessen e. V., Ortsgruppe Gießen und Hingegen^, hat dem Winterhilfswerk, wie im Vorjahr, eine monatliche Beihilfe von 500 Mark in Aussicht gestellt und sich wiederum Erhöhung dieses Betrages in den Monaten Vorbehalten, in denen erfahrungsgemäß die Winternothilfe besonders stark in Anspruch genommen wird. sei ein Wechsel auf die Zukunft, gleichzeitig aber auch eine Unterlage für die Abgabe von Krediten durch öffentliche Kreditinstitute, also eine Unterlage zur Erlangung von Mitteln, die zur Ausführung von Reparaturen verwandt werden können.,, Wie sich die Beleihungsmöglichkeit entwickle, lasse sich heute noch nicht absehen. Eine dritte Möglichkeit, dem Hausbesitz zu helfen, bestehe in der Snanspruchnahme einer Bürgschaft des Reiches für Wechsel, die zur Bezahlung von Reparaturen verw ndt werden. 100 Millionen Mark seien hierfür durch das Reich bereit- gestellt. Abschließend wies der Redner darauf hin, daß der 20prozentige Zuschuß nicht etwa eine Maßnahme für den minderbemittelten Hausbesitz sein solle, sondern eine Anregung zur Belebung des Wirtschaftslebens, an der jeder Hausbesitzer teilnehmen sollte. Für die Hausbesitzer sei es eine Rotwendigkeit, sich zusammenzuschließen, wenn sie eine energische Verfechtung ihrer Snteressen wünschten. Rach einer Pause sprach Stadtratsmitglied R i - c 0 laus. Die Existenz des Hausbesitzers sei immer Kampf gewesen. Die Hilfsmaßnahmen der Reichsregierung bedeuteten keine endgültige Losung der Probleme des Hausbesitzes. Die Ain- terstühung könne nur jenen zugute kommen, die noch die 80 Prozent der Kosten für Reparaturen aufbringen könnten. Der Hausbesitz sei nicht mehr wohlhabend. Gemessen an der Summe der auf- kommenden Hauszinssteuer bedeuteten die 50 Millionen Zuschußgelder nur 4 Prozent. Auf Gießen konnten von den Zuschußmitteln nur 30 000 Mk. entfallen. Das bedeute für insgesamt 150 000 Mk. Arbeitsvergebung. Beser wäre es gewesen, die Hauszinssteuer um 50 Prozent zu senken und den Betrag zur Ausführung von Reparaturen verwenden zu lassen. Man wolle dankbar sein für weniges, wesentlich aber sei die Forderung nach Abbau der ungerechten Hauszinssteuer. Sn seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit der möglichen Form der Gebäudeentschuldung. Abschließend wies er darauf hin, daß der bevorstehende Wahlkampf die Hausbesitzer mit auf dem Posten sehen müsse, wenn sie sich nicht weiterhin in den Hintergrund drängen lassen wollten. Man müsse sich immer vor Augen halten, daß vom Wohl des Hausbesitzers das Wohl weiter Kreise unseres Volkes abhänge. OerReichszuschuß für dieZnstarrdsetzung von Wohngebäuden. Von der Sndustrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß bei der Vergebung von Snstandsehungs- arbeiten unter Snanspruchnahme eines Reichszuschusses außer den rein handwerklichen Betrieben auch solche Antemehmungen, die im Handelsregister eingetragen sind, berücksichtigt werden müssen. Die erforderliche Bescheinigung über den erfolgten handelsgerichtlichen Eintrag wird auf Verlangen von der Kammer ausgestellt. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Hausfrauen-Beratung, 20 Ahr, Cafe Leib, öffent- liche Sonderveranstaltung: „Das Kind in gesunden und kranken Tagen". — Vortragsgemeinschaft: Goethe-Bund, Kaufm. Verein und Orts- gewerbeverein, 20 Ahr, Reue Aula, „Sixt und Bettina". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „3ch will nicht wissen, wer Du bist", sowie ein Beiprogramm auf der Bühne. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Autobanditen". — DerArbeitergesangverein „Ein- t r a ch t“ veranstaltet am nächsten Sonntag, 23. Oktober, 16 Ahr, in der Reuen Aula der Aniversi- tät ein Dolkskonzert. Mitwirkende sind der Männer-, Frauen- und der Gemischte Chor des Vereins, sowie Mitglieder des Orchestervereins 1908 Gießen. Zur Aufführung gelangen Werke von Mozart, Mendelssohn-Bartholdy, Silcher, Ath- mann, Kahn, Thiessen usw., außerdem unter dem Titel „Ein Arbeiterleben" eine Dichtung von Thiessen für Chor und Orchester. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Gictzencr rLLpreise. * Gießen, 20. Okt. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter 1,00; Süßrahmbutter 1,30; Landbutter 1,20; Matte 25 bis 30; Wirsing 6 bis 8; Weißkraut 4 bis 6; Rotkraut 7 bis 8; gelbe Rüben 8; rote Rüben 8; Spinat 15; Römischiohl 8; Anter-Kohlrabi 5 bis 6; Rosenkohl 20 bis 25; Tomaten 15 bis 20; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 30 bis 70; Schwarzwurzeln 30 bis 35; Kürbis 5 bis 6; Kartoffeln 3; Aepfel 15 bis 30; Birnen 10 bis 20; Dörrobst 30 bis 35; Pfirsiche 30 bis 50; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 bis 80; Suppenhühner 60 bis 80; Gänse 70 bis 80; Dos«foi Seo W Roman von Gert Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 17 Fortsetzung. Rachdruck verboten! Traute zuckte zusammen. Hatte er sich verlobt und verlangte seine Braut, daß sie, Traute, von hier entfernt wurde? Der Kopf mit dem rostroten Haar senkte sich ganz tief, und die Wintersonne warf einen hellen Schein darauf. „Kann ich da jetzt gleich hinübergehen?" Traute wußte nicht, ob ein Wort von ihrer • Frage zu Horen gewesen war, denn die Kehle war ihr wie zugeschnürt. Aber er mußte die Frage doch wohl verstanden haben, denn er sagte kühl: „Gewiß, Fräulein! Sie fangen dann am besten gleich heute früh bei Buchhalter Kersten mit an.“ Er wandte sich feinem Arbeitstische zu und nahm keine Rotiz mehr von ihr. Traute suchte mit zitternden Fingern ihre Sachen zusammen, und gerade, als sie das Laboratorium verlassen wollte, klang feine Stimme: „Sch mochte Sie noch etwas fragen, Fräulein Dolscher." „Ditte, Herr Lohgarten!" „Waren Sie mit Shren Eltern im Konzert, in dem Heinz Altendorf fang?“ °And — es ist eine sonderbare Frage, dennoch horte ich sie gern von Shnen beantwortet: Hatten Sie sich die Karten zu diesem Konzert selbst gekauft?" „Rein!" „Sch dachte es mir.“ _ . Bittere Sronie schwang durch seine Stimme. Er wußte, daß es ein unwürdiges Verhör war und daß er dazu kein Recht hatte. Kein Recht? Er war doch ihr Vormund? Ah, wie gut, daß er sich in dieser Minute darauf besann. Run hatte er doch auch ein Recht zu feinen Fragen. „Alnt> kannten Sie Herrn Altendorf?“ „Sa!" „Sch danke Shnen, Fräulein Dolscher. Sch muß Shnen jedoch jeden Verkehr mit Altendorf untersagen, solange der Mann noch verheiratet ist. Ditte, richten Sie sich danach." Ohne sie noch eines Dlickes zu würdigen, ging er schnell ins Rebenzimmer. Traute stand da, starrte auf die Tür. Was hatte er gesagt? Was glaubte er von ihr? So schlecht war sie in (einen Augen, daß er so etwas auch nur in Erwägung ziehen konnte? Sie lief auf die Tür zu. Sie mußte ihm doch erklären, wie das alles gekommen war. Er mußte sie anhören. Da, als sie die Hand aus den Drücker legte, zuckte sie zurück. Wollte sie sich demütigen? Wenn er so schlecht von ihr denken konnte, dann konnte sie ihn mit ein paar Worten nicht vom Gegenteil überzeugen. And — es war gut so, daß er sie aus seiner Rähe verbannte. Diese letzten Wochen waren schwer genug gewesen. And wenn sich ihr nur irgendwo eine Stellung bot, dann würde sie diese Stellung annehmen. Doch das würde jetzt schwer sein. Was würden denn die Eltern sagen, wenn sie plötzlich nicht mehr im Laboratorium arbeitete? Würden sie nicht denken, daß sie sich etwas hatte zuschulden kommen lassen? And würden das nicht auch alle anderen Menschen denken müssen? Traute schob diese Gedanken von sich. Was tat es ihr, was man sprach? Aber daß er von ihr schlecht denken konnte, das marterte sie — darüber kam sie nicht hinweg! Shre Hand strich liebkosend über das Rückenkissen seines Stuhles, ehe sie hinausging. „Sch liebe dich! Fritz Lohgarten, ich liebe dich . ja!“ Zehntes Kapitel. „Lieber Lohgarten, ich habe mich nun einmal darauf versteift, Sie als meinen verehrten Schwiegersohn zu sehen, und ich denke, daß Sie sich das schon noch überlegen werden. Das Mädel liebt Sie. Sie ist eifersüchtig auf Shre schone kleine Gehilfin; sie mag auch nicht so beherrscht sein, wie Sie Shre Frau sehen möchten — aber sie liebt Sie doch, und ich denke, das wiegt doch eine ganze Menge kleiner Anarten auf. Schließlich sind Sie der Mann dazu, mit diesen kleinen Anarten auszuräumen. Wenn man erst verheiratet ist, fügt sich das von selber. Run, wie denken Sie darüber? Sch möchte endlich auch klar sehen, und ich muß in den nächsten vierzehn Tagen wissen, wie ich mein verfügbares Geld anlegen soll. Wir sind Männer, die das Leben kennen, und ich denke, Sie nehmen mir dieses offene Vorgehen nicht übel. Diese Hinzieherei geht mir auf die Rerven." Herr Wiedener trank einen gewaltigen Schluck. ' Er war mehr verärgert, als er zeigen mochte; dennoch gebot ihm die Klugheit, ruhig und freundlich mit Fritz Lohgarten zu sprechen. Dieser sah ihn fest an. Dann sagte er: „Eine Ehe ist nichts Geschäftliches, und aus diesem Grunde werde ich mich auch nicht verheiraten Zwei Menschen müssen sich kennenlernen, ehe sie diesen Schritt tun, und dann müssen sie auch genau wissen, ob sie zueinander passen für ein ganzes Leben lang. Sch habe nun eben herausgefunden, daß es zwischen Shrem Fräulein Tochter und mir keine glückliche Ehe geben kann, und darum ist es besser, wir bleiben Freunde." Dem alten Herrn standen dicke Schweißtropfen auf der Stirn. Er hatte es sich so leicht gedacht, diesen Mann einzufangen. Der brauchte doch dringend Geld! Wie konnte man denn nur so stolz und trotzig fein, wenn man dringend Geld brauchte und man dieses viele Geld auf solche rührend einfache Meise erhalten konnte? Der Mann schien ein Sdealist zu sein, und mit diesen Leuten war immer sehr schwer etwas anzufangen. Aber er konnte doch nicht völlig unverrichteter Sache wieder nach Hause fahren? Slse war so aufgeregt und außer sich — dabei hatte sie ein dick verschwollenes Gesicht vom vielen Weinen. Das konnte er nicht mehr länger mit ansehen, und so war er einfach zu Lohgarten gefahren. „Sch begreife Sie nicht, lieber Lohgarten. Denken Sie doch an Shren seligen Herrn Vater. Es würde doch jedenfalls ganz und gar in seinem Sinne sein, wenn die alten Merke wieder im neuen Glanz sich entfalten. Shnen fehlt doch nur das Bargeld. Greifen Sie doch zu! Sie werden es sicherlich später bereuen, und ich will meine Ruhe haben. Bei Shnen wäre alles in den besten Händen, das weiß ich doch." Mitleid war in Fritz Lohgarten. Mitleid mit diesem Manne, der sich vor einem Süngeren so demütigte um seiner verwöhnten Tochter willen. Doch er konnte es nicht! And er wollte es auch nicht mehr. And in geraden Worten setzte er es dem alten Herrn auseinander. „Sch will mich auf fremdem Geld nicht aufrichten. Vielleicht gelingt es mir auch so, mich wieder in die Höhe zu bringen. And Shr sehr verehrtes Fräulein Tochter wird sicherlich bald genug einsehen, daß es nur gut war, daß sie nicht meine Frau wurde." Der alte Herr stand auf. „So wäre nichts mehr zu sagen. Sch bedauere es tief, lieber Lohgarten. Sch werde mit meiner Tochter ein paar Monate lang auf Reisen gehen, damit sie darüber hinwegkommt. Sch bitte um Shre Freundschaft, Herr Lohgarten." „Sch danke Shnen sehr, Herr Wiedener! Shre und Shrer Fräulein Tochter Freundschaft wird mir immer wertvoll sein." So schieden sie voneinander mit größter Hochachtung; aber zwischen ihnen stand die verwöhnte Slse, der noch nie im Leben ein Wunsch versagt worden war. And Herrn Wiedener graute es vor dieser Heimkehr. Slse aber nahm es ruhiger auf, als er gedacht, und er war so gerührt darüber, daß er ihr einem hohen Scheck ausstellte. „Kaufe dir irgend etwas Aektes, mein Kind. And wir werden zunächst miteinander einige Wochen verreisen. Wie denkst du über Sankt Moritz, Arosa, anschließend Frühling an der Riviera?" „Kannst du denn jetzt hier fort?“ fragte sie erstaunt. „Sch mache mich frei. Das kann ich mir schon einrichten, Slse. Also wir fahren?" Sie schüttelte den Kopf. „Rein! Sch möchte hier bleiben. Wenigstens vorläufig, Papa", sagte sie sehr bestimmt. Er entgegnete nichts; aber er war froh, daß sie diese Enttäuschung so ruhig aufnahm. Er sprach noch einige freundliche Worte mit ihr über die nächste Festlichkeit, die sie hier draußen veranstalten wollten — und dann ging er. Aber er ahnte Anheil. Anheil, von dem sein Haus mit betroffen wurde. Als Slse allein war, ballte sie die Hände. „Das hat er mir antun können? And jetzt, nachdem er doch von diesem Geschöpf hätte lassen müssen? Rachdem er weiß, daß dieses Mädchen ein Allerweltsliebchen ist? Sch muß sie vernichten. Es muß irgend etwas geschehen, damit dieses Geschöpf endlich unmöglich gemacht wird." Zusammengekauert hockte Slse auf ihrem Ruhebett. And schwarze Gedanken jagten sich hinter ihrer weißen, klaren Stirn. Eine hohe Gestalt loste sich aus dem Schatten der Bäume, als Traute früh allein zu ihrem Rüsse 35; Tauben Stück 50 bis 60; Käse 5 bis 10; Eier ausl. 10 bis 12, inl. 12; Blumenkohl 30 bis 60; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 5 bis 8; Lauch 5 bis 10; Rettich 8 bis 10; Sellerie 10 bis 35; Kartoffeln Zentner 2,50 bis 2,80; Weißkraut 2,50 bis 3,00; Wirsing 4,00 bis 4,50; Rotkraut 5,00; Aepfel 12,00 bis 25,00. * ** Kein Branntweinausschank am Wahltage. Wie bei den früheren Wahlen, so wird auch bei der Wahl zum Reichstag am 6. Rovember wieder der Ausschank von Branntwein und der Kleinhandel mit Trinkbranntwein verboten. Der preußische Snnenminifter hat in der am Mittwoch erschienenen Rümmer der Preußischen Gesetzsammlung eine entsprechende Verordnung veröffentlicht, durch die der Ausschank von Branntwein und der Kleinhandel mit Trink- brannttoein am Samstag, dem 5. und am Sonntag, dem 6. Rovember 1932, bis zur Polizeistunde verboten wird. Zuwiderhandlungen werden mit Haft und mit Geldstrafe bis 150 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. ** Zug der Schneegänse. Gestern um 15 Ahr überflog eine Schar Schneegänse, sieben an der Zahl, in der bekannten Keilform in mäßiger Höhe unsere Stadt. Die Tiere flogen in der Richtung Rord-Süd und verschwanden gegen 15 Ahr 8 Minuten nach Klein-Linden zu. ** Feueralarm - Sirenenprobe. Am nächsten Samstag, 15 Ahr, werden die Feueralarmsirenen unserer Stadt einer Prüfung auf ihre Betriebsfertigkeit unterzogen. Zur Beunruhigung besteht also beim Ertönen der Sirenen kein Anlaß. ** Alebe rf alt auf ein junges Mädchen. Am Dienstagabend wurde ein zunges Mädchen von Rodheim, das in einer Zigarrenfabrik in Gießen beschäftigt ist und sich mit seinem Fahrrad auf dem Weg nach Hause befand, in der Rähe des Windhofes bei Heuchelheim von einem Manne angefallen und belästigt. Da das Mädchen um Hilfe rief und sich energisch wehrte, schlug ihm der Rohling mehrere Male auf den Kopf und ergriff beim die Flucht. Die Personalien des rohen Menschen konnten bisher noch nicht fest gestellt werden. ** Der Sagdk 1 ub Gießen und Umgebung hielt dieser Tage in feinem Dereins- lokal seinen ersten weidmännischen Famllien- abend ab, der — wie man uns berichtet — sich eines guten Besuches erfreute und als wohl- gelungen bezeichnet werden kann. Rach den einleitenden Worten des ersten Vorsitzenden, Stadt- ratsmitglied Balzer, der die Versammlung willkommen hieß, hielt Dr. Karl Rudolf F i - scher, Gießen, einen Lichtbildervortrag über „Ratur, Geschichte und Schicksal der Lüneburger Heide und des niedersächsischen Bauerntums", mit dem er Darbietungen aus den Werken des Heidedichters Hermann Lons verband. Der spannende und anregende Vortrag, der u. a. den Werdegang des Heidelebens von Eiszeit und Armensch an bis in das Zeitalter der Kaliförderung und Erdölbohrung schilderte, fand ein dankbares Publikum und reichen Beifall. Sm weiteren Teil des Abends wechselten Säger- lieber und Sagdgeschichten lustiger Art in bunter Folge miteinander ab. Zum Schluß gab der Vorsitzende bekannt, daß im Rovember eine Hubertusfeier, verbunden mit der diesjährigen Sagdaus- ftellung, abgehalten werde. Dienst ging. Die Arbeiter in der Fabrik begannen mit ihrer Arbeit eine volle Stunde später als das Bureaupersonal. Traute erschrak bis ins Herz hinein. Sie hatte den Mann erkannt: Heinz Altendorf! Er vertrat ihr den Weg, und rechts und links waren hohe Schneewehen. Fassungslos sah sie ihn an. „Was wollen Sie von mir? Bitte, geben Sie den Weg frei! Sch habe mit Shnen nichts zu schaffen, und ich komme nur in einen schlechten Ruf, wenn man mich mit Shnen zusammen sieht", sagte sie außer sich. Er verbeugte sich tief. „Verzeihen Sie mir, Fräulein Bolscher; doch mir blieb keine andere Wahl. Sch muß Sie sprechen." Shre Augen sahen ihn groß und ernst an. „Sch wüßte nicht, was wir zu besprechen hätten. Doch ja, bitte, nennen Sie mir den Preis für die Konzertkarten, damit ich das Geld an Sie abschicken kann. Sch nehme keine Geschenke von fremden Herren an“, sagte sie ruhig. „Fräulein Bolscher, ich liebe Sie! Sch bitte Sie um Verzeihung dafür, daß ich nur eine Minute lang denken konnte, ich dürfe mich Shnen nähern, wie man sich anderen Frauen nähern darf. Sch habe eingesehen, daß das falsch war, ganz falsch und daß ich niemals so zu Shnen hätte sprechen dürfen. Rochmals: Verzeihen Sie mir!“ „Sch habe Shnen verziehen — doch ich bitte Sie, meinen Weg nicht mehr zu kreuzen. Es blitzte auf in den dunklen Augen; Altendorf sagte leise, eindringlich: „Sch werde mich scheiden lassen. Werden Sie meine grau, Fräulein Bolscher!" „Rein! Riemais! Sch würde mein Glück niemals auf dem Leid einer anderen Frau aufbauen, ganz davon abgesehen, daß ich Sie nicht liebe.“ „Sie werden mich lieben lernen. Sch warne Sie! Versuchen Sie nicht, mir zu entfliehen — Sie werden mir gehören." „Riemais“, sagte sie voll zorniger Empörung. „Doch! Sie werden einen Menschen, der ein völlig neues Leben beginnen möchte, nicht zurückstoßen. Sie wissen nicht, was mir das Leben bisher brachte!" „Doch! Sch weiß!" sagte sie bitter. And dann fügte sie hinzu: „Ruhm, Ehre, Anbetung! Darauf fußen Sie nun, denken, Sie brauchen nur zu kommen, und ich muß Shnen verfallen." „So ist es nicht! Aber ich kann Sie nicht zwingen, besser von mir zu denken." Er strich mit der schlanken, weißen Hand, von der er den Handschuh abgestreift, über die heiße Stirn. Das süße, junge Gesicht machte ihn rasend. Er liebte dieses Mädchen. Er wollte nichts mehr mit der Vergangenheit zu tun haben. Einzig die Stimme nahm er mit aus dieser Vergangenheit, die ihm vorkam wie ein wüster Traum. Sn der Gegenwart waren nur dieses Mädchen hier und er! And ein neues, schönes Leben sollte beginnen. .(.Fortsetzung folgt.) Achten Sie am * die grün-weiße Pak- kung mit .Haarglanz“ und der beliebten Schaumbrille (offene Augei während des Waschens 1) V Pfg. Ä gr.«* Jubiläums-Festwoche im Lichtspielhaus Wirtschaft ^Bei Regen ,Wi nd il Schnee \ Neue Preise:RM 0.15^1.00 Wissenschaftliche Werke Süser (Solbenc MeJ ÄLüÄ MMM Brühl'schen Druckerei ton* ’vifd) getcltert, irwCÖCCl während der Weinlese im Ausschanl Betr.: jugendlichen Goldglanz, nachgedunkeltes läßt sich bis zu jeder gewünschten Nuance wieder aufhellen. Extra-Blond das Haar dauernd gesund erhält und blondes Haar doppelt verschönt. Brünette und Dunkle wählen Schwarzkopf- Extra, hell und dunkel mit „Haarglanz“ und Schaumbrille. •••••eeeeoee rieben Srcitafl: des von Die u. über die Straße. 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Am Mehlmarkt stagnierte das Geschäft trog aber- mals ermäßigter Mühlenforderung fast vollkommen. Selbst die um 1 Mark unter dem Mühlenpreis zweithändigen Offerten fanden kaum Beachtung. Gegen 14 Uhr nannte man folgende Preise: Weizen 211,50 Mark. Roggen 16150, Sommergerste für Brauzwecke 185 bis 190, Hafer (inländischer) 142 bis 147. Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 30,SO bis 32,15, Weizenmehl (niederrheinisches) 30,80 bis 31,90. Roggenmehl 23,50 bis 24,50, Weizenkleie 7,50, Roggenkleie 7,65 Mark. iyi-.iufurtcr «chlachtviclimarkt. Frankfurt a. M., 20. Olt Auftrieb: 118 Rinder, 733 Kälber, 425 Schafe, 808 Schweine. Es notierten: beste Mast- und Saugkälber 43 bis 46, mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 42, geringe Kälber 32 bis 37; Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast 24 bis 26, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 23, fleischiges Schafvieh 15 Bekanntmachung. : Zwangsversteigerung des Grundstücks des Ingenieurs Heinrich Brinkmann in Giehen, Bahnhofstr. 58. Beschluß. Gegen die Abendbörje bhc6 das Kursniveau meist unverändert, teilweise ergaben sich Veränderungen um Bruchteile eines Prozentes nach beiden Seiten. Fest lagen auf die Ausführungen in der heutigen Generalversammlung Lah° meyer mit plus 2,25 Prozent und Süddeuts che Zucker, die ihre an der Abendbörse begonnene Aufwärtsbewegung um weitere 2 Prozent fort* setzten. IG.-Farben eröffneten nur knapp behauptet. Ebenso lagen Elektrowerte überwiegend etwas niedriger. Rur AEG. und Bekula blieben unverändert. Am Montanmarkt gewannen Mannesmann 0,75 Prvzmt, Stahlverein gaben 0,25 Prozent nach. Etwas niedriger setzten noch Rorddeuticher Lloyd und Holzmann ein, dagegen gewannen Scheideanstalt, Deutsche Erdöl und Daimler Motoren bis zu 0.5 Prozent. AKU. und Zement Heidelberg eröffneten unverändert. Am Rente nmarkt lagen späte Reichs- schuldbuchforderungen fest und lebhaft. Reichs- altbesitz gewannen 0 25 Prozent. Reubesitz und Schutzgebietsanleihe blieben gut behauptet. Stahl- ve^ein-Bonds und Reichsbahnvorzugsaltien zogen etwa 0,5 Prozent an. Don fremden Werten gewannen Anatolier 0.25 Prozent. Am Pfand- briefmarkt war die Haltung uneinheitlich- Während Rheinische Hypothelengoldpfandbriefe. ferner Liquidationspfanobrie e und Kommunalobligationen eher angeboten und etwas schwächer waren, zogen Goldpfandbriefe de: Frankfurter Institute weiter um 0.25 bis 0.5 Prozent an. Die übrigen Gebiete des festverzinslichen Marktes lagen behauptet. Rach einer vorübergehenden Erhöhung um 0,25 bis 0,5 Prozent bröckelten die Kurse im Verlaufe infolge des Ordermangels und der Gcschäftsstille meist noch unter das Änfangsniveau ab. Tagesgeld war zu 3 5 Prozent unverändert und leicht. Anleihen konnten sich durchweg befestigen. Reichsschuldbuchforderungen waren 0,50 bis 0,75 Prozent höher, Schutzgebiete konnten auf die heutige Kammergerichtsverhandlung zunächst 0,20 Prozent anzieyen, waren aber später wieder etwas schwächer. Am Rentenmarkt war die Stimmung gleichfalls freundlicher. Bei den Großbanken sollen verschiedentlich kleine Kauforders für Pfandbriefe vorliegen. 3m Verlaufe konnten die Kurse zunächst weiter etwas anziehen, doch behaupteten sich diese Gewinne infolge des stillen Geschäftes später nicht immer. Westeregeln gelangten verspätet 2,50 unter gestern zur Rotiz, ebenfalls Reichsbank 0,13 Prozent über gestrigem Schluß. Die Situation am Geldmarkt war völlig unverändert zu gestern. Das Angebot in Wechseln hält nach wie vor an, die Danken werden besonders von kleinen Kreditnehmern ziemlich stark in Anspruch genommen. Tagesgeld blieb 4,39 Prozent unter bzw. 4,25 Prozent an der unteren Grenze, Monatsgeld 5 bis 7 Prozent. 3n Reichswechseln und Reichsschatzanweisungen war auch heute kaum Geschäft. Sranffurf freundlich. Frankfurt a. M., 20. Okt. (WTD. Draht- meldung.) Die Vor je eröffnete in meist freundlicher Grund st immun g, doch war die Kursgestaltung entgegen den Erwartungen des Vor- mittagsverkehrs recht uneinheitlich. Die Spekulation, die an der Abendbörse auf Grund der festen Haltung Wallstreets in teilweiser Kenntnis des relativ günstigen Quartalsberichts der 3G.-Farben-3ndustrie einige Käufe und Deckungen vorgenommen hatte, schritt zu Veginn des amtlichen Verkehrs eher zu Glattstellungen, wobei das Ausbleiben von Kundenorders und die unsichere innerpolitische Situation maßgebend gewesen sein dürften. Später wurde die Haltung jedoch wieder freundlicher, da die relativ feste Stimmung am Rentenmarkt und die leichte Geldmarktlage, sowie die Erholung des Pfundkurses etwas anregten. •■Härtere. o«i?o Geora Erhard Marburger Str. 34. Mannschaft der Gastgeber konnte sich durch einen knappen 4:3-Sieg wieder zwei Punkte sichern. Gleich nach dem Anstoß legte Heuchelheim, durch den Wind unterstützt, mächtig los und erzielte innerhalb kurzer Zeit zwei Tore. Daraufhin strengten sich Die Steinbacher mehr an, spielten produktiver und holten in der 30. Minute ein Tor auf. Mit 2:1 für Heuchelheim ging es in die Pause. Rach dem Wechsel gestalteten die Gastgeber das Spiel überlegen für sich und konnten bis zum Schluß noch drei Tore erzielen, denen Heuchelheim nur noch einen Treffer entgegensetzen konnte. Das Spiel wurde sehr fair geführt. Die Gegner waren sich gleichwertig. Der Schiedsrichter S ch n a u t, Lollar, war ein gerechter Leiter. Handball im Lahn Dünsbera-Gau. Dorlar I — Londorf I 3:4 (3:2). Mit diesem Spiel fiel die Vorentscheidung der G a u k l a s s e zugunsten des Altmeisters. Der Spielverlauf sah in der ersten Hälfte den Platzbesitzer als die bessere Mannschaft, die bereits in der dritten Minute durch einen Strafstoß den ersten Treffer buchte. Durch eine schöne Leistung des linken Sturmflügels von Dorlar sandte kurz Darauf »Der Linksaußen zum zweiten Male ein. Ec. Gast kommt nun etwas auf, erzielte das erste Tor, das aber durch einen weiter verwandelten Strafwurf des Platz- besigers wieder wettgemacht wird. Fast mit dem Pausenpfiff erzielte Londorf das zweite Tor. Nach dem Wechsel war Londorf im Vorteil, erreichte zunächst den Ausgleich und in scharfem Endkampf den Siegestreffer. Der Sieg fiel an die glücklichere Mannschaft. Launsbach I — Lrda I 3:5 (0:2). Das Spiel brachte die größte Ueberraschung dieser Gruppe. Die Gäste waren überlegen und stets im Gpielvereimgung 1900 Gießen. Das Gesellschaftsspiel der Ligareserve gegen Sportfreunde Wetzlar 1. Mannschaft endete erwartungsgemäß mit einem eindeutigen Sieg der Hiesigen. Die Gäste brachten eine Elf mit, in der alle Altersunterschiede vertreten waren. Auch diesmal zeigten sich die Wetzlarer Dorstädter als rechte Sportsleute. Das Treffen verlief jederzeit fair und wurde hauptsächlich in Wetzlars Spielhälfte ausgetragen. Trotzdem brachte es 19008 schußschwacher Sturm in jeder Spie hälfte nur auf zwei Treffer, so daß das Ergebnis am Ende 4:0 für die Diauw i en lautete, lei den EinheirnisHen verdarb der Halblinke fast jedes Zufammenfpiel durch übermäßiges Trippeln. Die 4. Mannschaft kam kampflos zu den ersten Punkten, da Dutenhofen mit der zweiten Elf nur unvollständig erschien. Etwas später trugen dann doch noch beide Mannschaften ein Gesellschaftsspiel aus, das 1900 mit 3:1 (Halbzeit 1:0) als sichere Sieger sah. v« MdE von richten: W psßi^ Hitler m auffaffi g nctentum: Irti unb n der heutig gehöre di li chkeil dazu, sich elenientan und autoi Entweder von der ( erster ßini mus gei lid), daß i flenübergef anderes al wollte, ma oder gar c spreche Dor. srihrung' grundsätzlich in allen feil Das de ..Staat" |i ncn ein zu als Priva [ionen Andc W. Was verkünde, sei diese die Das er unb lumen unser gesell ^lassens! Herr von s °un9 gespi Desen, bar unb Be Sölllichx Seroeis iftrtomr loinnie gj. Ä toebrm1; ^nQu K 91 wer eines bis 19; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 41 bis 45, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 40 bis 45. von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 39 bis 44 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schafe mäßig rege, ausverkauft; Schweine sehr schleppend, Ueberstand. verloren gegangen. Gegen Belohnung abAugeben mui Welrterttraße 6. SCHWARZKOPF EXTBA-BIOND „ will es auch besonders sorgfältig gepflegt werden. Am liegt zudem der unvergleichliche, weder durch Zitronenbesten nehmen Sie dafür Schwarzkopf Extra-Blond, das saft noch durch Essigbad ersetzbare „Haarglanz“ bei, der Schaumpon der Blondine. Blondhaar behält dann seinen ' " Dalle11s Verdi unter Leitung von Marietta D e r d i zu sehen, die insbesondere reizende Ausschnitte aus dem Wiener Leben brachten und in einer Darbietung ,Girls von heute" ihren Ausklang fanden. Das Dallett trug xur guten Ausgestaltung des Abends wesentlich bei unb verdiente mit Recht den starken Beifall der Besucher. Die Wochenschau der Ufa unb ein prächti^r Farbentvnfilm mit dem bekannten Paul-W h i t m a n n - Orchester »Der Tanz der Rationen" fesselten in hohem Maße, wobei das Interesse ganz besonders dem Film .Tanz der Rationen" gewidmet war, der in wirkungsvoller Zusammenstellung und glücklicher Gestaltung der einzelnen Teile Ausschnitte aus dem Tanz der Dölker und Zeiten brachte unb babei farbenprächtige Bilder, von großer Eindruckskraft zeigte. Als Höhepunkt unb Schlußftück kam bie neueste Tonfilmoperette „2ch will nicht wissen, wer du bist!" mit Liane Haib unb Gustav Fröhlich in ben Hauptrollen zur Dorführung. Eine reizenbe Liebesgeschichte, in der ein richtiggehender Graf in ber Rolle eines Chauffeurs unb eine junge geschiebene Frau, sowie der Diener bes Grafen in ber Rolle bes gräflichen Herrn selbst im Mittelpunkt stehen, ist bas Kernstück ber interessanten unb schmissig burchgesührten Handlung, bie burch hervorragende schauspielerische Leistungen der Darsteller zu einem Bombenerfolg wurde. Reizende Operettenmus.k mit einer Anzahl gefälliger Schlagermelodien trägt in hohem Maße zu ber starken Wirkung dieser neuesten Tonsilmschöpfung bei. Daß im Verlaufe des Spiels ber gräfliche Diener eine ganze Reihe urgelungener komischer Situationen absolviert unb dadurch den Lach- muskeln reichen Anlaß zur Betätigung bietet, ist ein weiterer starker Pluspunkt des Films. Die Leitung des Lichtspielhauses hat einen guten Griff getan, als sie diese Filmschöpfung auf das Programm ihrer Jubiläums-Festwoche setzte. Der starke Erfolg ber gestrigen Erstaufführung wirb sicherlich bei den weiteren Vorführungen im Verlaufe ber Jubiläums-Woche noch vertieft werden. Alles in allem: Die Feier des 20jährigen Bestehens des Lichtspielhauses hat bei der gestrigen Festdarbietung den verdienten starken Widerhall in der Oesfentlichkeit gefunden, die Jubiläums-Festwoche in glücklicher Weise eingeleitet unb der Leitung des Filmtheaters die Gewißheit gegeoen, daß ihr Wirken auch weiterhin beim Gießener Publikum volle Sympathie finden wird. Berlin ruhig, doch eher freundlicher. Berlin, 20. Ott. (WTB. Funkspruch.) Schon tm heutigen Vormittagsverkehr war die Stimmung freundlicher. Z« Beginn ber Börse konnte die Grundstimmung weiter als zuversichtlicher b.e ch let werden, obwohl die Kurse nicht io fest lauteten, tote man vorher angenommen hatte. Es lagen heute verschiedene günstige Momente vor, die die Spekulation zu Deckungen veranlaßten, während vom Publikum wieder kaum Orders eingelausen waren. Infolgedessen hielten sich bie Umsätze an ben meisten Marktgebieten in sehr engem Rahmen, so daß sogar Werte wie Braubank, Westeregeln usw. nicht zur ersten Rotiz gelangten. Zunächst machte ber Bericht der I.-G.-Farben-Industrie für das dritte Quartal einen günstigen Eindruck, da er von einer Belebung aus fast allen Gebieten im Monat September spricht, ferner herrschte Befriedigung darüber, daß die Dividende der Bu- biag unverändert zum Vorjahr, also 10 Prozent, geblieben ist, obwohl man nur mit 8 Prozent gerechnet hatte. Hinzu kamen Meldungen von einer Absatzsteigerung im Steinkohlenbergbau, bessere Berichte aus der Eisenindustrie, der festere Verlauf ber gestrigen Reuyorker Börse, die Erholung des englischen Pfundes, sowie das Arbeitsprogramm ber Reichsbahn von 280 Millionen Mark, von benen 180 Millionen burch Steuergutscheine aufgebracht werden sollen, während für die restlichen 100 Millionen ber eigene Krebit ber Reichsbahn angespannt werden soll. Ausgesprochen lebhaft war bas Geschäft in Reichsbahnvorzügen, in denen zu einem um 0,50- prozentigen höheren Kurs über 150 Millionen umgingen. Auch in Lahmet)er waren bie Umsätze etwas größer, der Kurs zog um 2,25 Prozent an. Zellstoff Waldhof konnten 1 Prozent. Schultheiß 1,39 Prozent unb Süddeutsche Zucker 2,25 Prozent anziehen, sonst betrugen bie Besserungen nur zirka 0.50 Prozent. Dagegen lagen Dortmunder Union, Hotelbetrieb, Salzdetfurth, Klöckner unb Hösch-Obligationen, sowie Gelsenkirchen Walser um 1 bis zu 2,13 Prozent schwächer. Deutsche Nachdem bie betreibende Gläubigerin die einstweilige Einstellung bewilligt hat, wird der Termin vom 3. November 1932 aufgc hoben. 7398D Gießen, den 18. Oktober 1932. Hessisches Amtsgericht. Das 20jährige Bestehen des Licht- spielhauses Gießen wurde gestern abend in dem prächtigen Dor führ ungssaale des Filmtheaters mit einem Festabend gefeiert, ber einen überaus starken Besuch aufwies. Dem großen Andrang ber Besucher biefes Abenbs ist wohl nur bie gewaltige Ansammlung von Besuchern vergleichbar, bie vor 5 Jahren nach bem großzügigen Umbau des Filmtheaters ben weiten Vorführungsraum füllte. Die starke Bekundung des öffentlichen Interesses an bem Festabend unserer Gießener Lichtbildbühne war allein schon ein glücklicher Auftakt zu der Festwoche, bie bis zum 25. Oktober anbauern wirb. Die Leitung des Lichtspielhauses hatte sich in anerkennenswerter Weise bemüht, für den gestrigen Festabend, wie für die Festwoche überhaupt ein hervorragendes Programm aufzustellen. Die Iubiläumsvorstellung wurde mit vollendeten musikalischen Darbietungen des Kurorchesters Bad Salzhausen unter Leitung des Musikmeisters a. D. Topp eröffnet. Mit feinem musikalischem Empfinden gestaltete Musikmeister Topp mit seiner Kapelle bie Einleitung des Abends in schönster Weise. Wiederholter starker Beifall brachte ihm unb seinen Musikern ben wohlverdienten Dank der Zuhörer zum Ausdruck. Hierauf sprach der 1. Vorsitzende des Landesverbandes ber Lichtspieltheater besiher von Hessen unb Hessen-Rassau, Robert Matter (Frankfurt a. M.), einen Fest- Prolog, den der Landesverband seinem verdienten Vorkämpfer unb Ehrenvorsitzenden A. Henrich anläßlich des Lichtspielhaus-Jubiläums gewidmet hatte. In dem Prolog kam ein Stück Film- grschichte, aber auch das bedeutsame Wirken des Gießener Lichtspielhauses in Versform zum Vortrag, gleichzeitig wurde babei bie hohe Wertschätzung kenntlich, die Herr Henrich im Kreise seiner Berusskollegen und darüber hinaus genießt. In schlichten Worten brachte dann Herr Henrich in einer kurzen Ansprache an die Besucher seinen Dank für die bisherige Unterstützung seines Unternehmens zum Ausdruck, gleichzeitig gab er bie Versicherung, baß er es sich stets angelegen sein lassen werde, nur gute Werke der Filmproduktion auf seiner Filmbühne zeigen unb ben Wünschen bes Publikums in weitgehenbstem Maße gerecht zu werden. Das Kurorchester Bad Salzhausen unter Leitung von H. Topp schloß den ersten Teil des Programms mit der famosen Wiedergabe des Schlagerliebes „Das blaue Leben" aus dem Ufa-Tonfilm „Das schöne Abenteuer" in gefälliger Weise ab. Sodann hatte man die Freude, auf ber Bühne Ballett- Tänze der verschiedensten Art des Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 10. November 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amis- gerichtsgebäude zu Gießen Zimmer 107. das im Grundbuche von Gießen a) dem hinterlang, Ludwig, in Gießen, zu S. b) der Hintertang, Katharina, geb. Kuppel, daselbst zu Vi, beide verstorben, zugeschne- bene Anwesen Kaiserallee 5 7001D Jlui 3, Rr. 114 /10 - 272 qm hofreite, geschätzt 10110 RM., zum Zwecke der Nach- latzauseinandersctzung versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20. Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt Gießen, den 3. Oktober 1932. 3.21. des Hessischen Amtsgerichts Gießen Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Vorteil. Der Platzbesitzer hatte wohl mehr vom Spiel, konnte aber seine Vorteile nicht ausnutzen. Da die Verteidigung Launsbach immer zu weit aufrückte, versuchte es der Gast mit plötzlichen Durchbrüchen. Diese führten dann auch meistens zu Torerfolgen. Der Sieg Erdas war verdient. Beide Mannschaften befleißigten sich eines fairen Spieles. Mit diesem Spiel errang Erda seinen zweiten Sieg " und zwar gegen den Tabellenzweiten auf dessen Platz. Rordeck I — Ruttershausen I 3:2 (1:1). Beide Mannschaften lieferten sich einen gleichwertigen Kampf und kamen vor dem Wechsel zu je einem Erfolg. Kurz nach dem Wechsel schoß Nordeck das Führungstor, dem aber her Ausgleich bald folgte. Im weiteren Verlauf wurde etwas hart gekämpft. Ein 13-Meter-Ball brachte den Platzbesitzern den glücklichen Sieg. Der Sieg des Platzbesitzers muß als glücklich bezeichnet werden. fieffdbad) I — Mainzlar I 0:1 (0:1). Das Spiel war verteilt und brachte den Gästen durch einen Deckungsfehler der Keffelbacher Hintermannschaft schon in der ersten Hälfte den entscheidenden Erfolg. Garbenheim I — Atbach I 2:3 (2:1). 3n Garbenheim trafen sich die Tabellenführer des 1 und des 3. Bezirks. Im Spiel sah man aber, infolge des schlechten Wetters, nicht die gewohnten Leistungen. In der ersten Halbzeit hatten die Platzbesitzer mehr vom Spiel. Sie führten zur Powe mit 2:1. Nach dem Weck/sel kamen die Gäste auf und erreichten zunächst den Ausgleich. Mit einem weiteren Treffer stellten sie aber auch noch ben Sieg sicher hausen Ah. — Holzheim I 6:7 (2:5). Die Gäste kamen zum ersten Erfolg des Spieles. Die alten Herren von Hausen glichen aber bald aus und übernahmen ihrerseits die Führung. Es blieb nicht lange babei. Die Gäste glichen aus. Zur Pause stand der Kamps 5:2 für Holzheim Nach bem Wechsel brückten bie Hausener stark unb holten Tor um Tor auf. Aber auch bie Gäste kamen zu zwei wei- teren Erfolgen, so baß es zu einem Unentschieden Gutes besteht. Die Wahrheit dieses Wortes beweist auch Dr. Thompson s Schwanpuloer in dem bekannten roten Paket. Seit über 50 Jahren schon steht es im Dienste der sparsamen Hausfrau. Noch immer hat sich Schwanpulver für Wäsche und Haushalt am besten bewährt. Das neue Doppel- Paket hilft besonders sparen. Zum Klarspülen und Bleichen her Wäsche empfiehlt sich das^ gute Seifix, als Haushastseife die reine, milde Schwan-Seife. ,006 A *Sch,eier * Modehaus @1—-Salomon Zwangsversteigerung 35*32 Am Donnerstag, dem 27. Oktober 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- aebäude zu Gießen. Zimmer 107. das im Grundbuche von Gießen dem Kart Andreas Schreier. Mäbellchreiner zu Gießen, zuge- schriebene Anwesen Kirchenploh 11 Flur 1, Jlt 465 = 279 qm hofreite. geschätzt 51 345 RM versteigert Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20. 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