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Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummtr bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Ns» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tkyriot; für den übrigen Teil Ernst Blurnfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Popen und der Reichstag Wie will das Kabinett „noch lange im Amt bleiben?" — Reichstagsauflöfung fraglich. — Geschästsführende Regierung während der ganzen Legislaturperiode. „ Berlin, IS. August. (VDZ.) In dem Interview, das Reichskanzler von Papen einem Vertreter des englischen Reuter-Büros gewährte, hat am meisten die Stelle Beachtung gefunden, an der der Reichskanzler erklärte, fein Kabinett werde noch lange im Amte bleiben. In parlamentarischen Kreisen des neuen Reichstages wird dem VDZ.-Büro hierzu erklärt, daß an sich kaum ein Zweifel an der Annahme eines Mih- lrauensvotums gegen das Kabinett Papen bestehe. Es könne sich dann nämlich ergeben, datz der Reichspräsident es als die Hauptaufgabe des Reichstages erkläre, eine arbeitsfähige Regierung, d. h. eine solche zu bilden, die sich auf eine Mehrheit im Parlament stützen kann. Solange der Reichstag hierzu sich nicht imstande zeige, habe der Reichspräsident die Möglichkeit, auch bei Annahme eines Mißtrauensvotums gegen das Kabinett von Papen, diese Reichsrcgierung als Regierung seines Vertrauens mit der geschästsführenden Wahrnehmung der Regierungsgeschäfte solange zu betrauen, bis ein Mehrheitskabinett zustande gekommen sei. Sollten die Fraktionen nicht imstande fein, eine von einer Mehrheit gestützte Regierung zu bilden, dann würde unter Umständen das Kabinett von Papen während der ganzen Dauer der Legislaturperiode des Reichstages geschäftsführend amtieren können. Mit Hinweis hierauf hält man es in parlamentarischen Kreisen nicht für wahrscheinlich, daß bei Annahme eines Mißtrauensvotums gegen die Regierung von Papen die abermalige Auflösung des Reichstages in Betracht käme. Man argumentiert so, daß nach einer eventuellen Koalitionsverständigung zwischen Zentrum und NSDAP, in Preußen neue Möglichkeiten für die Herbeiführung einer Mehrheitskoalition im Reich gegeben wären, wozu einstweilen zu bemerken ist, daß der Preußische Landtagspräsident Serri, der am Freitag aus München zurückkam, sich nicht unmittelbar mit dem Zentrum in Verbindung setzte und auch noch nicht imstande war, offiziell einen Termin für die n ä ch st e Plenarsitzung des Landtages bekanntzugeben. Bisher stehl lediglich fest, daß der p r e u ß i f U) e Fraktionsvorstand der NSDAP, noch vor dem 25. August, dem bisher gedachten Termin für die Landtagstagung, zusammentreten solle. Abstriche am Reichseiat. Neue Besprechungen nut dem Rcichsbank» präl identen. Berlin. 19. Aug. (CAB.) Die Sitzung des Reichskabinetts dauerte heute abend zwei Stunden. 3m wesentlichen handelte es sich darum, die Frage der vom Kabinett seit längerer Zeit beabsichtigten Abstriche am Etat zu erledigen, und zwar sollen diese Kürzungen 110 Millionen Mark betragen, lieber 75 Millionen davon war schon früher eine Verständigung erzielt worden, über die Frage, wie die Kürzung der restlichen 35 Millionen auf die einzelnen Ressorts zu verteilen ist. wurden heute abend vom Kabinett Beschlüsse gefaßt. Außerdem hat das Kabinett eine Reihe wirtschaftlicher Einzelmaßnahmen beraten und sich schließlich auch mit der Arbeitsbeschaffung besaßt. 3m Anschluß an die Kabmettssthung begannen die Besprechungen des Reichskanzlers, des Reichsfinanzmini st ers und des R e i ch s- wirtschastsministers mit dem Reichs- bankpräsidenten Dr. Luther. Hierbei dreht es sich bekanntlich um die Frage der technischen Durchführung der Finanzierungsmaßnahmen zur Arbeitsbeschaffung. 3n Kreisen der Reichsregierung hat man weiterhin den Eindruck, daß eine Einigung über die großen wirtschaftspolitischen Linien der Reichsregierung mit dem Reichsbankpräsidenten durchaus zu erreichen sei. Es handelt sich um ein größeres wirtschaft! ich es Aufbauprogramm, von dem die bisher bekanntgewordenen, weil schon im wesentlichen feststehenden Einzelheiten einer Arbeitsbeschaffung in Höhe von insgesamt 335 Millionen nur einen Teilausschnitt darstellen. ZraktionSsihung der SVO. Berlin, 19. Aug. (VDZ.) Die sozial- demokratische Fraktion des neuen Reichstages trat heute vormittag zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Der Parteivorsihende Wels berichtete über die politische Lage. Reichstagsabgeordneter Dr. Hertz ergänzte den De- richt und dann wurden die Anträge besprochen, die ’ dem neuen Reichstag vorgelegt werden sollen. Darunter befinden sich auch die Anträge, in denen die Verstaatlichung der Schlüs- selindustrien gefordert und auch der Abbau der hohen Gehälter in denjenigen Betrieben verlangt wird, die vom Staate direkt oder indirekt subventioniert werden. Wie wir weiter hörten, begann der Parteivorsitzende Wels mit einem Rückblick auf den Wahlkampf. Wels hat hierauf die politische Entwicklung seit den Reichstagswahlen geschil- dert. Dann behandelte Abg. Dr. Hertz die von der Reichstagsfraktion geplanten Anträge und Gesetzentwürfe, deren wesentlichen Inhalt wir bereits vor einigen Tagen mitgeteilt haben. Diese Anträge sanden die Zustimmung der Fraktion und sollen in den nächsten Tagen im Reichstag eingebracht werden. In der politischen Aussprache der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion kam. wie das VDZ - Bureau hört, die einmütige Auffassung zum Ausdruck, daß das Kabinett v. Papen der schärfsten Opposition der Sozialdemokratie begegnen würde. Oer erste Mißtrauensantrag. Berlin, 19. Aug. (VDZ.) Wie das VDZ.- Büro zu der heutigen Sitzung der sozialdemokratischen R e i ch s l a g s f r a k t i 0 n ergänzend berichtet, hat die Fraktion weiter beschlossen, sofort einen Mihtrauensantrag gegen das Kabinett von Papen einzubringen. Ein besonderer anderer Antrag verlangt, daß durch Reichstagsbeschluß s ä m t l i ch e Rotverordnungen aufgehoben werden, die die Regierung von Papen erlassen hat. Äriming bei KaaS in Hom. 'Berlin, 19. Aug. (TU.) Wie die Nationalliberale Korrespondenz erfährt, Hal sich der frühere Reichskanzler Dr. Brüning nach Rom begeben, um mit dem dort krank barnieberlicgenben Zentrumsvorsitzenden Kaas die politische Lage zu besprechen. Nationalsozialistische Führertagung in München. München, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Am Donnerstag, 18. August, fand laut Rationalsozialistischer Korrespondenz in München in den neu eingerichteten Räumen der Reichsorganisationsleitung der RSDAP. eine De sprechung der Reichs» und L a n d c s i n s p e k t e u r c der Partei unter dem Vorsitz des Reichsorganisationsleiters Gregor Straßer statt. Cs wurde eingehend die politische Lage erörtert und wichtige organisatorische Fragen durchgesprochen..Die Lan- desinspekteure gaben der Reichsorganisationsleitung ein Bild der Partei in den einzelnen Gauen, wobei sie zum Ausdruck brachten, daß die f e ft e Eröffnung der IX. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin. *lj.$ —T - 7r ? / j A Fernsehen im eigenen Heim. Auf der Großen deutschen Funkausstellung finden die Fernsehapparate das größte Interesse. Haben doch verschiedene Firmen jetzt Apparate herausgebracht, mit denen das Publikum ohne große technische Schwierigkeiten ferngefenbete Bilder empfangen kann. Der Preis der Apparate ist gegen früher wesentlich gesenkt. Die „IX. Große Deutsche Funkaus- st e 11 u n g Berlin 1 932“ wurde am Freitagvormittag vor mehr als 2000 geladenen Ehrengästen feierlich eröffnet. In Vertretung des Reichspostministers Freiherrn von Eltz Rüdenach hielt -Staatssekretär Jener- abend' die Eröffnungsansprache. Was einmal im Jahr für das ganze Reich als zentrale Kundgebung für die Bedeutung des Rundfunkgedankens gezeigt werde, so sagte der Staatssekretär, sei mehr als eine Verkaufs- und W e r b e s ch a u. Wohl noch zu keiner Zeit habe der Rundfunk so im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gestanden, wie im letzten Jahr, und seine Bedeutung auch für die Bedürfnisse des Staates so deutlich erkennen lassen, wie in den letzten Wochen und Tagen. Eine schärfere Trennung zwischen den Ausgaben der Organisation, Verwaltung und des Betriebes, von denen der Programmgestaltung sei unerläßlich geworden. So sei vor kurze« eine Neuregelung d e s Rundfunks in Angriff genommen worden, durch die die Organisation vereinfacht und übersichtlich gestaltet werden soll. Die Selbständigkeit der Rundfunkgesellschaft hinsichtlich der Pro- grammgcftaltung werde aber erhalten bleiben, damit der kulturellen und wirtschaftlichen Eigenart der einzelnen Landesteile Rechnung getragen werden könne. Hand in Hand mit der organisatorischen Neuerung des Rundfunks werde die technische Ausgestaltung des Rundfunksendernetzes gehen. Der vor Jahren begonnene Bau von Großsendern stehe vor dem Abschluß. Anerkennung gebühre dem gesamten deutschen Funkgewerbe für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Funktechnik. ,. „ .. , 3m Namen ber S t a ö t Berlin würdigte Bürgermeister Dr. Elsas die Entwicklungsgeschichte der Deutschen Funkausstellung. Auf der diesjahri- gen Schau werde eine große Anzahl Neuerungen vorgeführt. Die Entwicklung der Funkindustrie und des Funkwesens sei noch nicht zu Ende. Schon heute stehe das Funkwesen unter den Kräften des künstlerischen, wissenschaftlichen, geselligen, sozialen und nationalen Lebens der Gegenwart mit an vorderster Stelle. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Verbandes der Funkindustrie. Dr. Erwin Michel, führte aus, erst jetzt habe der Rundfunk begonnen, die ihm innewohnenden starken Beein- flusfungsmöglichkeiten von Menschen auszuschöpfen. Wie noch nie zuvor könne jetzt eine lebendige Beziehung zwischen den Menschen und den Zeit- geschehen herbeigeführt werden. Die Ausstellung solle vor allem dazu berufen fein, ihre wirtschaftliche Wirkung in Richtung der Markterhaltung und Markterweiterung zu erweisen. Die Absatzmöglichkeiten seien im Inlande wie im Auslande noch lange nicht erschöpft. Deutschland stehe, was die Rundfunkdichte anbetreffe, unter den Ländern der Welt erst an neunter Stelle. Bei uns seien erst 23 v. H. der Haushaltungen am Rundfunk beteiligt, in den Vereinigten Staaten von Amerika 53 v. H., in Dänemark sogar 57 v. H. der Haushaltungen. Mit größter Besorgnis fei die Entwickelung des deutschen Absatzes für funk- industrielle Güter im Auslande zu betrachten. Die zum Schutze der heimischen Industrie von einigen Ländern angewandte Zollkonti n- gentierungs» und Devisenvorschrift t e n hätten den deutschen Export in diesem Jahre wert- und mengenmäßig stark vermindert. Dieser internationale Wettbewerb mit ungleichen Waffen wurde von der deutschen Funkindustrie ausgenommen, weil sie glaube, durch besondere technische und wirtschastliche Leistungen auch unter den erschwerten Ausfuhrbedingungen ihre Erzeugnisse auf den Weltmarkt absetzen zu können. und unerschütterliche Haltung des Führers gegenüber den »Sirenenklängen des Kabinetts Papen' ungeheure Freude unter den Parteigenossen ausgelöst habe. ».Beachtliche Zentrumsaußerungen". Berlin, 19t Aug. (VDZ.) Unter dieser Ueberschrist beschäftigt sich der Preußische Pressedienst der RSDAP. mit einer Auslassung des Pressedienstes der Deutsche n Z e n t r ums p a r t e i, in der Gerüchte zurückgewiesen waren, als ob das Zentra m bereits den Rationalsozialisten bestimmte Z u s i ch e r u n- g c n für die preußische Regierung gemacht habe. Als „besonders interessant" bezeichnet der offiziöse nationalsozialistische Pressedienst die Stelle in der Zentrumsauslassung, daß es Tatsache bleibe, daß die preußische Zentrumsfraktion nach wie vor bereit lei, ux Verhandlungen über die Frage der Regierungsneubildung in Preußen einzu- dreten. Der Frattionsvorstand der RSDAP. ist vom Fraktionsführer K ube auf Dienstag, 23. August, „zu einer wichtigen Besprechung" zusanv.en- berusen. Klara Zetkin erkrankt. Berlin, 19. Aug. (TU.) Die kommunistische Reichstagsabgeordnete Klara Zetkin, die als ältestes Mitglied des Reichstages dessen Eröffnungssitzung zu leiten hätte, ist in Moskau wieder an einem ihrer von Zeit zu Zeit auftretenden Malariaanfällen schwer erkrankt. Zur Patientin, die im Kreml-Krankenhaus untergeben bt ist, sind vier der besten Aerzte des Krankenhauses besohlen worden, von denen je zwei sie ständig beobachten. Es verlautet, daß zunächst der 'Verlauf des Anfalles sich normal entwickele. Bundeskanzler a. D. Schober t. Wien, 19. August. (111.) heule gegen 22 Uhr ff a r b in einem Sanatorium in der Nähr uon Wien der ehemalige Bundeskanzler und Außenminister Dr. Johannes Schober im Alter von 57 Jahren. ♦ Hans Schober wurde am 14. November 1874 zu Perg (Ober-Oesterreich) geboren, besuchte in Lii'Z das Gymnasium, studierte an der Universität in Wien Rechts- und Staatswissenschaften und trat 1898 in den Dienst der Wiener Polizeidirellion. Während des Krieges leitete er als Polizreirat die staatspolitische Abteilung. Nach der Ernennung des damaligen Polizeipräsidenten Gayer zum Minister des Innern, wurde Schober am 25. 6.1918 als Hoft rat mit der Leitung der Wiener Polizeidirektion betraut. Nach dem Umsturz blieb er auf Ersuchen der damaligen drei großen politischen Parteien, des Nationalverbandes, der christlichjozialen und sozial- demokratischen Partei, im Amte. Mit Beschluß des Staatsratsdirektoriums vom 30.11.1918 wurde er zum Polizeipräsidenten ernannt und gleichzeitig für seine Person mit der Leitung des gesamten Dienstes der öffentlichen Sicherheit betraut. Als das Ministerium Mayr im Juni 1921 zurücktrat, wurde er mit der Bildung eines neutralen Dearntenkabinefts betraut, am 21. Juni 1921 zum Bundeskanzler gewählt und übernahm gleichzeitig die Leitung des Ministeriums des Aeußeren. Ein gelegentlich des Besuches des Bundespräsidenten beim Präsidenten der tschechoslowakischen Republik in Lana von Schober in Prag am 16. Dezember 1921 abgeschlossener Vertrag mit der Tschechoslowakei erregte das Mißfallen der Großdeutschen Partei, das im Januar zur Zurückziehung des großdeutschen Vertrauensmannes im Kabinett führte Als die Großdeutschen bei der am 21. Januar 1922 durchgeführten Verhandlung des Vertrages von Prag, der mit den Stimmen der Christlich!oralen und Sozialdemokraten angenommen wurde, dagegen stimmten, gab Schober feine Demission, lieh sich jedoch von den Christlichsozialen bewegen, neuerlich an die Spitze der Regierung zu treten. Er wurde am 22. Januar abermals zum Bundeskanzler gewählt und übernahm zugleich die Leitung des Ministeriums des Innern. Am 30. Mai schied er endgültig aus dem Amte des Bundeskanzlers. Es folgte das Kabinett Seipel. Schober übernahm wiederum das Wiener Polizeipräsidium. Rach dem Rücktritt der Regierung Streeru - w i tz wurde Schober am 26. 9.1929 zum dritten Male zum Bundeskanzler gewählt. Parteipolitische Zwistigkeiten veranlaßten am 25.9.1930 seinen Rücktritt. Rach den im Rovernber 1930 stattgesunden en Wahlen übernahm er das ihm im Burgenland angefallene Mandat des Landbundes und wurde in dem am 3.12.1930 gebildeten Kabinett Ender wieder Vizekanzler und Außenminister. Die Demission des Vertreters der Großdeutschen in der Regierung, des Iustiz- ministers Dr. Schürff, war einer der Anlässe ju der am 21.6.1931 erfolgten Reubildung der Regierung V u r e s ch , in welcher Schober wieder als Vizekanzler und Außenminister verblieb. Anfangs September 1931 sprach sich die Mehrheit des Haager Schiedsgerichtshofes gegen die Zollunion aus, was Dr. Cuntius und Schober veranlaßte zu erklären, von einet weiteren Verfolgung dieser Idee Abstand zu nehmen. Die Widersprüche in der Fortführung des Außen- kurses innerhalb der Regierungsparteien führten dann am 28. Januar 1932 zum Rücktritt der Regierung Duresch und damit zum Ausscheiden Schobers aus dem Kabinett. Widerstand gegen Oesterreichs Verskiavnng. Oer österreichische Bundesrat lehnt das Lausanner Protokoll ab. Wien, 19. Aug. (WTB.) Der Bundesrat erhob mit 2 7 Stimmen der Sozialdemokraten, Rationalsozialisten, Großdeulschen und des Heimatblocks gegen 2 2 Stimmen der Christlich-Sozialen und des Landbundes Einspruch gegen das Lausanner Protokoll. Es muh nunmehr an den N a t i o n a l r a t zurückgehen. Die Gründe für den Einspruch sind folgende: 1. Weil durch dieses Protokoll die außenpolitische Handlungsfreiheit der Republik, insbesondere auch im Hinblick auf eine engere politische und sogar wirtschaftliche Gemeinschaft mit dem Deutschen Reich, für eine Dauer bis zu 20 Jahren wesentlich beeinträchtigt wird. 2. weil durch dieses Protokoll Oesterreich neuerlich einer drückenden Auslandkontrolle un- terworfen wird. 3. Weil in diesem Prolokoll wirtschaftspolitische Bestimmungen gefährlich st er A r t enthalten sind. 4. weil Bestimmungen dieses Protokolls geeignet sind, wichtige sozialpolitische Errungenschaften breiter Schichten arbeitender Menschen zu gefährden. Vor der Abstimmung war es im Zusammenhang mit einem Antrag auf Schluß der Aussprache zu minutenlangem Lärm gekommen. Der Antrag auf Schluß der Aussprache war von den Regierungsparteien gestellt worden, da außer dem Berichterstatter seit Beginn der Sitzung um 10 älhr vormittags nur drei nationalsozialistische Redner, die durch Dauerreden Obstruktion treiben wollten, zu Worte gekommen waren. Der Antrag auf Schluß der Aussprache wurde mit Hilfe der Sozialdemokraten angenommen. Rach der Abstimmung über den Einspruch gegen den Rationalratsbeschluß wurde die Sitzung für eine halbe Stunde unterbrochen. Keine Mehrheit mehr für die österreichische Regierung? Wien, 19. Aug. ($11.) 3m österreichischen Parlament gehen ernstliche Krisengerüchte um. Der Abgeordnete Vinzl des nationalen Wivtschaftsblockes hat sein Mandat niedergelegt. Er ist bekanntlich jener Abgeordnete, der für das von den Großdeutschen eingebrachte Mißtrauensvotum gegen die Regierung Dollfuß stimmte und dann von den wirtschaftlichen Verbänden, denen er angehörte, so unter Druck gesetzt wurde, daß er einen vollständigen Rervenzusammenbruch erlitt, auf Krankheitsurlaub gehen mußte und auch bei der letzten Abstimmung über Lausanne fehlte. Durch diese Mandatsniedevlegung rückt an seine Stelle der frühere Sektionschef Schauer-Schoberlech- n e r, der führend in der Angestelltenbeweguug tätig ist. Es wird mit Bestimmtheit behauptet, daß der neue Mann gegen, Lausanne stimmen werde, d. h. also, daß die Regrerung ihre Mehrheit verliert. Der Bundesrat, dessen Beratungen am Freitag um 10 llhr begonnen haben, wird frühestens in den späten Rachmittagsstunden mit dem Lausanner Protokoll fertig werden, da ihm bereits die Rationalsozialisten angehören, die in schärfster Opposition zum Protokoll stehen. Aus aller Welt. Oie Rüstungs-Gleichheit. Paris in Erwartung eines amtlichen deutschen Schrittes. Paris, 19. Aug. ($11.) 3n französischen politischen Kreisen erwartet man mit Sicherheit schon in den nächsten Tagen einen amtlichen Schritt des deutschen Botschafters von H o e s ch bei der französischen Regierung, durch den die Frage der Gleichberechtigung in den militärischen Rüstun- g e n aufgeworfen und Frankreich aufgefordert werden soll, sich zusammen mit den anderen europäischen Großmächten an den Verhandlungstisch zu sehen. 3n der französischen Presse wird bereits jetzt lebhaft gegen die deutschen Forderungen protestiert, denen man jede juristische Berechtigung abspricht. Um die Regierungsbildung in Thüringen Weimar, 19. Aug. (ERD.) ' Zwischen den Rationalsozialisten und dem L a n d - b u n d fanden heute zum ersten Male Besprechungen über die bevorstehende Regierungsbildung in Thüringen statt. Es handelte sich dabei lediglich um eine unverbindliche Fühlungnahme. An den Besprechungen nahmen von den Rationalsozialisten Fraktionsführer Abgeordneter Saude! und Abgeordneter Wächtler , vom Landbund Staatsminister Daum und Staatsrat M a ck e l d e h teil. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, soll Staatsminister Baum wenig Reigung zeigen, wieder in die Regierung einzutreten. 3m Landbund . und auch in den Kreisen der Deutschnationalen soll man beabsichtigen, den Rationalsozia - I piccard über Vor der presse. Desenzano, 19. Aug. (WTB.) Um 13 Uhr empfing Professor P i c c a r d die im Laufe der Nacht und des Vormittags in Desenzano einge- troffenen Pressevertreter aus allen Ländern. Prof. Piccord gedachte zunächst in dankenden Worten des belgischen Fonds für wissenschaftliche Forschung, der seinen Flug finanziert hat. In anerkennenden Worten hob er dann die vom Schweizerischen Aero-Club geleistete Organisationsarbeit hervor, insbesondere gedachte er in diesem Zusammenhang des Sekretärs des Komitee« des Aero- Clubs Dr. T i l g e n k a m p. Professor Piccard erklärte, daß das wissenschaftliche Ergebnis des Flugs befriedigend sei. Beim ersten Stratosphärenflug habe er leider nicht die gewünschten Ergebnisse gehabt, die er erhofft hatte. Diesmal sei es ihm jedoch dank der Erfahrungen des ersten Flugs gelungen, die Berechnungen zu vervollständigen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil dieses zweiten Flugs fei die Tatsache gewesen, daß er über die Schweizer Alpen führte, die er besonders gut kenne. Infolgedessen habe es keiner großen Arbeit zur Feststellung des jeweiligen Standorts bedurft. Besonders die Seen hätten sich als gute Wegweiser er- wiesen, so der Garda-See, der infolge seines charakteristischen Umrisses auch in großer Höhe erkennbar sei. Die kosmische Strahlung, so erklärte Professor Piccard, sei besonders st a r k gewesen, und sie habe, je höher der Ballon stieg, immer mehr zugenommen. 3m italienischen Rundfunk. Rom, 19. August. (TU.) Professor Piccard sprach heute zwischen 20 und 21 Uhr kurz im italienischen Rundfunk über den Zweck seines Aufstiegs. Der erste Aufstieg, so sagte er, in dem er sich der sranzösischen Sprache bediente, habe den Zweck gehabt, die kosmischen Strahlen zu studieren, ein sehr schwieriges Problem. Zudem habe es damals an Erfahrungen gefehlt Porträt einer Als-Ob-Katze. Von Dorothea Hofer-Oernburg. Eines Tages war sie da. So eine gescheckte, dreifarbige, dreiteilige, unmögliche kleine Katze. Nein, wie häßlich sie war, mager wie eine Spindel, ihr Fell nicht glatt, nicht seidig, ihre ungleichen Augen zu klein und ganz nach unten gerutscht, auf den Schnurrbart zu, der rechts und links mutlos her- unterhin, wie beim Hauptmann von Köpenick. Es war ein Seehundsschnurrbart, es war im ganzen Leben kein Katzenschnurrbart und zum Ueberfluß saß ihr immer ein Wollfläckchen, ein Stäubchen, ein Federchen darin! schlampig, nicht zum Ansehen, geflickt, gestückt, grade über dem Auge, dem linken 2luge war ein schwarzer Hosenbodenflicken eingesetzt, ein wahres Wunder von einer schäbigen, handgefertigten, dilettantischen, kleinen Dreigroschenkatze, billig, wie aus einem Spielzeugladen im Tal ... nein, mas sage ich, die Industrie hätte sich ganz prinzipiell gegen sie gewandt. Sie war gar nicht durch die Kontrolle gekommen ... so etwas ...! Sie war überhaupt keine Katze, sie war ein elendes kleines Vieh, mit Augen, die tränten und mit Borwasser behandelt werden mußten. Ihr eines Ohr war zu klein, das andere zu groß. Sie war mit der heißen Nadel zusammengeschludert, sie war alles in allem die unordentlichste, unsymmetrischste Katze, die man sich vorstellen kann, und was das seltsamste an ihr war — sie benahm sich in keiner Weise danach. Denn nicht wahr, man sollte doch von einem so gearteten Geschöpf erwarten können, daß es sich still in eine Ecke des Zimmers gesetzt hätte, um so schlicht und unscheinbar wie möglich zu sein, sich zu leckten, ihr miserables kleines Flickerfell zu strählen, sich ein wenig zu pattem und herzurichten. Ja, man sah es einfach schon ungern, daß sie schnurrte und behaglich tat, als wäre sie dick und verzärtelt und manikürt und habe auf Gottes weiter Welt nichts zu tun, als das in einem fort zu betonen; kurz gesagt, man hätte erwartet, daß sie sich mit äußerster Zurückhaltung so benehme, wie es ihr zukam. Das Tolle aber, das ganz und gar Verwerfliche war, daß sie sich im Gegenteil als die unglaublichste Als-Ob-Katze entpuppte, die jemals einen Haushalt unsicher gemacht hat. Keine Spur angeborener Bescheidenheit, weder vor noch nach Tische. Wenn sie sich hinsetzte, wenn andere Leute aßen, um mit einer Miene wahrhaft natürlicher, angeborener Unverschämtheit ihr mehr oder weniger rosa Maul aufzureißen — übrigens konnte fie mit diesem kleinen Maul zugegeben reizenderweise erröten und erblassen — wenn sie also da saß, es aujrifj und zu schreien begann, gar nicht sanft zu miauen, und die verurteilte, verhungerte Kreatur listen die beiden Ministerposten zu überlassen und nur Staatsräte in die Regierung zu entsenden. Beileid zumTode des Admirals Zenker. Berlin, 19. Aug. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat an die Witwe des Admirals Zenker nachfolgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Schmerzlich berührt durch die Rachricht von dem so unerwarteten Ableben 3hres Herrn Gemahls spreche ich 3hnen meine herzlichste Anteilnahme aus. 3ch werde dem um die Reichsmarine im Krieg und Frieden Hochverdienten Admiral stets ein ehrendes Andenken bewahren." Reichskanzler von Papen hat der Gattin des verstorbenen ehemaligen Chefs der Marinelci- tung Admiral Zenker zugleich namens der Reichsregicrung telegraphisch seine Anteilnahme übermittelt. Der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. R a e d e r widmit dem Verstorbenen einen herzlichen öffentlichen Rachruf, in dem seine Verdienste um die deutsche Marine dankbar hervorgehoben werden. Oie Schlachtsteuer auch in Oldenburg. Oldenburg, 19. Aug. (TU.) Das olden- burgische Staatsmini st erium, das bekanntlich aus Mitgliedern der NSDAP, besteht, hat an den Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „Infolge Nichtbeseitigung der Schlachtsteuer in Preußen sieht sich Oldenburg gezwungen, die Schlacht st euer ebenfalls einzuführen. Oldenburg ersucht nochmals dringend, diese unsoziale Steuer im ganzen Reich zu beseitigen." feinen Flug. und einige Einzelheiten der technischen Vorbereitung seien unvollkommen gewesen. So konnten bestimmte Messungen nicht während des Aufstiegs, sondern nur oben vorgenommen werden. Eine Wiederholung sei also notwendig gewesen. Piccard meinte, es werde ihm schwer fallen, feinen Zuhörern die Freude zu schildern, die er diesmal während des glücklichen Aufstiegs empfunden habe. Zunächst fei her Ingenieur in ihm befriedigt gewesen, daß er die Gondel richtig gebaut habe. Als Alpinist habe er sich ferner glücklich gefühlt, einen so prachtvollen Blick auf seine seit 12 Jahren entbehrten Schweizer Berge werfen zu können, die sich befon» ders aus der Ferne als großartiges Relief zeigten. Als Physiker habe er eine große Genugtuung über das richtige Arbeiten seiner I n ft r u - mente empfunden; das beweise, daß er sein Laboratorium in der Gondel richtig vorbereitet hatte. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sei er also mit dem Ergebnis des Aufstieges vollkommen befriedigt. Piccard dankte zum Schluß in italienischer Sprache der italienischen Negierung und der italienischen Fliegertruppe für die wirksame Unterstützung seines Fluges. Eine Brüskierung Deutschlands? Berlin, 19. Aug. (TU.) Heute um 20 Uhr verkündete die Funkstunde, daß Prof. Piccard um 20.25 Uhr auf allen deutschen Sendern über seinen Stratosphärenflug sprechen werde. Rach längerem vergeblichen Warten muhte gegen 20.40 Uhr mitgeteilt werden, daß Prof. P i c * card — entgegen der Ankündigung — nicht wünsche, daß seine Rede auch von den deutschen und österreichischen Sendern übernommen werde. Eine Anfrage bei der Reichsrundfunkgefellschaft ergab, daß dort über den Grund der plötzlichen Absage Pic - cards bisher noch nichts bekannt sei. persönlich mimte, obwohl sie satt sein mußte, wie Buridans Esel, so konnte niemand sich selbst widerstehen. Man kam sich ganz einfach vulgär und gehässig vor, man erlag vollkommen ihrer Suggestion, man sagte „widerliche Person" zu ihr und teilte sein Mahl mit ihr. Ja, so war sie. Immer von dieser Philosophie des Als-Ob. Als ob sie hungrig wäre, als ob man ihr nicht den Bissen im Munde gönne, als ob es nur an uns läge ... oh, sie verstand es, einen ins Unrecht zu setzen, diese mieseste aller kleinen Miesekatzen, die geborene Als-Ob-Katze von Gottesgnaden. Nicht genua damit, benimmt fie sich auch jetzt noch in jeder Weise „als ob". Als ob fie anmutig sei ... nun Gott sei Dank, wenn sie auch immer Stäubchen im Bart hat, anmutig, das ist sie, das kann man eigentlich schon mit gutem Gewissen behaupten. Sie schlägt einen Salto in der Luft, fabelhaft. Darüber wollen wir auch kein Wort weiter verlieren, da sie sonst doch nichts aufzuweisen hat, diese Katze, dieses Kätzchen, das nolens volens auf irgendwelchen Schultern, irgendwelchen Nacken horstet, „als ob" man sie dazu aufgefordert hätte; und das Unangenehmste dabei ist, daß man sich immer zu wohlerzogen vorkommt, um die Indelikatesse zu besitzen, eine solche Katze darauf aufmerksam zu machen, wie wenig man das von ihr, grabe von ihr wünsche. Jeder leidlich hübschen gegenüber Kleinigkeit ... „Nunter Miezi ...!" Und sie geht so wenig herunter, wie diese, aber man hat doch wenigstens keinerlei Scham, keinerlei Minderwertigkeitskomplexe vor ihr... wie? Nein, es ist keine Kleinigkeit um das Geheimnis dieser Katze. Eine Herbstkatze ist sie. Vielleicht sagt das alles ... turnt auf dir herum, „als ob" ein Hohlsaum in Crepe Georgette einzig und allein zu ihrer Belustigung, Begutachtung, Beteiligung an- geferhgt werde.....als ob" eine Korallenkette an deinem weißen Hals nur da sei, damit sie sich hinterrücks daran begeistere, deine Haare, damit sie mit ihren Stecknadeln von kleinen Krallen darin herum- zwickt, dich in dein Ohr beißt, kurz mit rücksichtsloser Zierlichkeit so benimmt, „als ob" man dann zu seinem Vergnügen vor sich hinflüstere „... O du Kätzchen ... dummes, albernes du ..." Ganz als ob sie einfach hübsch wäre und wenigstens „Prinzessin von Siam", mit verträumten, veilchenblauen Augen und mit einem gelbbraun-schwarzen Fell, llebrigens hat fie wirklich Ähnlichkeit mit der „Prinzessin von Siam"; mein Gott, daß mir bas jetzt erst auffällt, ihr Fell ist schon viel seidiger geworben, sie runbet sich, bekommt Kontur, ihre Augen tränen nicht mehr und sitzen schon höher, ihr Schnurrbart richtet sich auf, unb gestern hat sie sich bereits etwas erlaubt, was man einer echten Siamesin kurzerhanb verweisen müßte, während es sie kleidete, ganz ein» von abstürzenden Gesteinsmassen erschlagen. In einem Hartsteinwerk bei Kupferberg (Oberfranken) wurden die Arbeiter Anton Schicker und Fritz Zahl bei der Arbeit von abstürzenden Gesteinsmassen erschlagen. Lieber die Ursache des Unglücks ist noch nichts Näheres bekannt. Zwei Antwerpener Studenten im Rhein ertrunken. Dieser Tage kam eine Gruppe von Studenten aus Antwerpen in Alsum bei Hamborn an, wo sie in einem Gasthof eine kurze Pause machten. Mehrere Studenten ließen sich mit der Fähre auf die linke Rheinseite übersetzen, wo sie trotz den Warnungen des Führerpersonals ein Bad nahmen. Vier junge Leute gerieten dabei in die Gefahr des Ertrinkens. Zwei konnten gerettet werden, während die beiden anderen, die des Schwimmens unkundig waren, ertranken. Beim Baden ertrunken. Der Badebetrieb im Mannheimer Strandbad hat innerhalb weniger Tage fein drittes Todesopfer gefordert: der Steuerassistent Braunagel aus Neckarau ertrank beim Schwimmen. Der achtjährige Sohn, der den Vater begleitete, teilte der Polizei das Verschwinden des Vaters mit; sofort vorgenommene Nachforschungen führten bisher zu keinem Ergebnis. Feuergefecht zwischen dänischen Zollbeamten und Spritschmugglern. Vor der 3nsel Moen begegnete ein dänischer Zollkutter einem Motorboot, in dem sich ein den Beamten bekannter dänischer Spritschmugg- l e r und ein Pole befanden. Zwischen den Beamten und den Schmugglern entwickelte sich eine stundenlange Schießerei, bei der jedoch niemand verletzt wurde. Als der Zollkutter das Schmuggelfahrzeug abschleppen wollte, riß die Schlepptrosse. Der Kutter muhte schließlich wegen fach. Sie nahm Platz auf Annettes Stirn, während Lucian sie küßte. Jawohl, bas hat sie aeroagt. Sie schielte babei herunter auf ihre beiben Münder, mit ihrem einen zu kleinen Auge, biefe unmögliche Katze, ganz kritisch unb viel zu aufgeklärt, um sich mit ihrem Großvater Hibigeigei zu fragen: „Warum küssen sich die Menschen?", schien sie zu sagen: „Annette, Fräulein, tu bu boch nur nicht so, als ob ... immer als ob ... bu gehst mir .bamit in unerhörter Weise auf bie Nerven ... Wie ...? mit diesem Nichts von Erscheinung, meine Liebe ...du wirst es auf bie Dauer bamit nicht machen .. ich warne bich. Ich rufe bir zu: erkenne bich selbst!..." Sprach's unb schüttelte ihr geflicktes Haupt. Mit einem Wort, von ben brci Lastern bes modernen Menschen, laut Nietzsche, kann sie minbeftens eins für sich in Anspruch nehmen. Die Unschulb, unb wahrhaftig, man kann es nicht anbers ausbrücken, fie ist eine höchst philosophische, höchst ärgerliche, höchst anmutige kleine Talmikatze, ohne Charakter unb mit ganz übertriebenem Selbstgefühl. „Quo vadis?“ 3m Lichtspielhaus sieht man seit gestern in einer auf brei Tage berechneten Sonberoeranftaltung die teilweise tönenbe Neufassung bes bekannten internationalen Großfilms „Quo vadis?“, bem ber berühmt geworbene Roman von S i e n k i e w i c z zugrunbeliegt. Manuskript unb Regie: Gabriellino b ' Annunz i o unb Georg Jacoby. Der historische Stoff- bürste in seinen Grunbzügen hinlänglich bekannt sein; ber Schauplatz ist bas kaiserliche Rom zur Zeit der ersten Christen. Die heidnisch- barbarische Welt des schon bem Verfall zu- neigenben lateinischen Riesenreiches wirb ber kleinen, von Opferbereitschaft für ben neuen Glauben unb bie christliche Lehre beseelten Gemeinbe — unter ber Führung bes Petrus — in ben Katakomben gegenübergeftcUt. Der Film entwickelt die bewegten unb vielfach bramatischen Szenen aus der Zeit ber Christenversolgungen mit einem er» staunlichen Aufwanb an Material unb Menschen; die Produktion muß enorme Summen verschlungen haben. Die überroiegenb auf pompöse Silber unb repräsentative Massenszenen eingestellte, manchmal geradezu opernhaft anmutenbe Inszenierung erinnert mehr als einmal — stilistisch unb stofflich — an ben „Ben Hur"-Film, ben wir ebenfalls früher hier gesehen haben. Die Höhepunkte bieser mii riesigen Mitteln verschwenberisch arbeitenben Regie bilden bie schwelgerischen Feste des Kaisers, bie Episoden aus bem brennenben Rom, bann die Szenen im Zirkus mit den bekannten „Quo- vadis“=ßöroen, mit einem aufregenden Wagenrennen und dem Kampf des starken Ursus gegen Maschinenschadens die Verfolgung aufgeben. Die Schmuggler sind mit ihrem Doot in Richtung auf die deutsche Küste entkommen. Spielplan der Frankfurter Theater« Opernhaus. Sonntag, 21. August, 20 bis nach 22.30 Uhr: „3phigenie auf Tauris". — Montag, 22., geschlossen. — Dienstag, 23., 19.30 bis 22.30: „Der Freischütz". — Mittwoch, 24.. 20 bis nach 21.30: Zweite Symphonie in C-Moll. — Donnerstag, 25., 20 bis nach 21.30: Zweite Symphonie in C-Moll. — Freitag, 26., 20 bis nach 22.30: „3phigenie auf Tauris". — Samstag, 27., 11.30 bis gegen 13 (geschlossene Vorstellung): Feier des Freien Deutschen Hochstifts. 19.30 bis gegen 22.30: „Die Zauberflöte". — Sonntag, 28., 17.30 bis nach 22: „Die Meistersinger von Rürn- berg". — Von Montag, 29. August, bis Sonntag, 9. Oktober 1932 bleibt das Opernhaus geschlossen. Schauspielhaus. Sonntag, 21. August, 20.15 bis nach 23 30 Uhr: „Geschichte Gottfriedcns von Derlichingen mit der eisernen Hand (Urgöh)". — Montag. 22., 20.30 bis nach 23: „Egmont". — Dienstag, 23-, 20.15 bis nach 23.30: „Geschichte Gottfriedens von Derlichingen mit der eisernen Hand (Urgötz)". — Mittwoch, 24.,19 bis 24: „Faust" (1. Teil). — Donnerstag, 25., 20.30 bis nach 23: „Egmont" oder „Torquato Tasso". — Freitag, 26., 16 bis 17 (im Garten der Wilhelm- Meister-Schule, Hänfener Landstraße 101): „Triumph der Empfindsamkeit". 19.30 bis 22.30: „Florian Geyer". — Samstag, 27., 19.30 bis nach 22: „Egmont". — Sonntag. 28., 20.15 bis ßach 23.30: „Geschichte Gottfriedens von Derlichingen mit der eisernen Hand (4lrgöh)". — Die Vorstellungen am Sonntag, Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag finden bei günstigem Wetter als Freilichtaufführungen auf dem Römerberg statt. den Stier. In dem überwiegend mit ausländischen und hier gar nicht ober wenig bekannten Schauspielern besetzten Solisten-Ensernble erscheint Sanni n g s in ber Rolle bes Nero. Er erinnert hier gelegentlich ein wenig an seinen Zaren im „Patrioten"; aüerbings vermißt man bie Stimme, doch begreift man bald, was Jannings gerade an dieser Figur gereizt hat; seine mimische und körperliche Ausdruckskraft und Beweglichkeit heben ihn von Anfang an über seine Partner hinaus, von denen (bie uns namentlich nicht bekannten) Darsteller ber Lygia, be/ Petronius, Vinitius unb Vitellins vor anbern zu nennen sind. —r— Oie Schahgräberbriefe kommen wieder Vor dem Kriege kamen mit großer Regelmäßigkeit Briefe aus Spanien an Deutsche, in denen von einem fabelhaften Schah gefaselt wurde, der irgendwo deponiert sei und zu dessen Auslösung ein bestimmter Betrag gegen Zusicherung der Beteiligung überwiesen werden sollte. Viele sind trotz allen Warnungen darauf hereingefallen und haben ihr Geld verloren. Der Krieg hat dem Schwindel ein Ende gemacht, aber alles kommt wieder, nur in einer anderen, der Zeit mehr an- gepahten Form. Ein Wurstfabrikant in Thüringen erhielt aus Barcelona ein anonymes Schreiben. In dem Brief wird mitgeteilt, daß der Schreiber s'ch im Zuchthaus befinde. Seine 16jährige Tochter sei dadurck) des väterlichen Schuhes beraubt und außerdem seien 6000 Mk. für. Prozeß- und Gerichtskosten zu zahlen. Der Briefempfänger möge unter der Adresse „Federico Matias nach Gironella, Lista Correos 724 in Spanien" telegraphieren, daß er bereit sei sofort nach Spanien abzureisen, das Mädchen in seine Obhut zu nehemen und die Gerichtskosten zu bezahlen. Er würde dafür Dokumente erhalten, die es ihm ermöglichen würden, das auf einer Derlmer Bank deponierte Vermögen des spani- scyen Zuchthäuslers in Höhe von 300 000 Mk. abzuheben. Als Belohnung solle er 100 000 Mk. ^?ueri- Der Spanier hatte diesmal Pech. Der Fabrikant wandte sich um Rat an den Syndikus seines Verbandes. Dieser erinnerte sich daran, daß er den Drief vor langer Zeit wörtlich in einem deutschen Kriminalroman ge- lesen hatte. Aus dem Roman hatte der Spanier den Brief , einfach abgeschrieben, um zu versuchen, vd man nicht wirklich mit der Romanidee Geld machen könne. Der Brief ist vervielfältigt. Es werden ihn also auch noch andere Personen empfangen oder schon empfangen haben. Es wird gewarnt. 0er ( Richtfest. - ® 3» J**.!.*» Den yem «ährt an D-'l er dort Ein seines Dan haltet. SA Mn frage Denn dieser l Eine annehA 3n unferm Od Gebührend ö"1 Der aus das (3d) nenn nu Erhält m Ebbelwcm nen Auch Luleck! lind Handkai > Lohnt den gev Jach der alter Es blieb so wc aur Hebung oj Drum seht das Unb überlegt: Güte 300 W aus Bei dem in der letz brud) des Hacks K a unter dem Putz des S zehnten nur noch m Wirklichkeit aber em In überraschend k gärten, am Schnittp löngerten Aoonstra^ Bau der Sisver< erwogen hatte, das genommen wurde, n an der Moltkestrahe hensührung fallen n ehemaligen Lacksabi Bedürfnissen entfpra Cisvereins ist Prunkbau, aber do baren Mitteln ein berungen gerecht b weise zu stellen sir sehr geschickt aufge. schoß befindet sich der sicherlich begrüs gefchoß ist ferner ei die Arbeiter fre die Vah Wo. tzjne Garde sehen. 2m ersten großes Rimmer bett stimmt fein fast, die hinten, oder sich ett Fenster nach der T fassenden Ueberblic Hangelstein, ja bii ganze Raum macht fluteten Terrasse, sich außerdem ntx stand des Eisver. und ein 3erei führt von außen durch ein Treppe: spricht wird. Gestern fand nun bau fertiggestellt u den «st, öi ?“■ A- di- §an6 Katt Der 1. Vorsitz genchtsrat Dr. Di Bürgermeister Dr < bcttoaltung erschien' «SÄS gutes ömUrUj^’den ”£mn M«i( iMuÄ""* S'winjtii u.?“8 ? KkdD d'eser ©SÄ 2 iufftnf।.üenheit »rXn?ie^r b( ‘Ä'jiK. «sS«: t'nen c Clnen r .Wen [nr, W- Der fWtt & und fe «l feiere iolgung aufgeben. Sie ™ 2oot in Richtung kommen. ^kfurter Theater ig. 21. August, 20 bis mie auf Tauris". - - Dienstag, 23, 19.30 h"- - Mittwoch, 24, Symphonie in L-Woll. 'is nach 21.30: Zweite 7 Freitag, 26, 20 bis i Tauris". - Samstag, efchloflene Aorftellungx m Hochstifts. 19.30 bis flöte". - Sonntag, 28, lleisterfinger von Mm« 9. August, bis Sonntag, Opernhaus geschloffen. Sonntag, 21. August, .Geschichte Gottfrieden; lernen $anb (Urgöf))". rach 23: „Sgmont“. - ad) 23.30: „®efd)id)tt jen mit der eiscrne/r ovch, 24,19 dir 2V. itilag, 25, 20.30 b’.8 .Torquato Mo". - Tarten der Dtlhelm« üandstrahe 101): „Sri- it". 19.30 bis 22.30: lmstag, 21, 19.30 bis Sonntag, 28, 20.15 bis Iottfriedens von Bei« m Hand (ürgöö)“. - mntag, Montag, D'cns« ig und Sonntag finden I Freilichtaufführungen maiig bekannten Schau- fnsemble erscheint 3a n* Nero. Er erinnert > keinen Zaren im ,,pa iS man die Stmme 5 Lannings gerade eine mimtidje und kor Beweglichkeit heben i J . Partner hmE. v°" nicht bekannten) Da ,niu5, Binitius unb nen sind. ft kommen wieder i und 3U/Vierung rag Diele n. ^L. n(bi kommt en, der -2 xhürm- jtfabritantvn ein anon^^fet d mlt9S nbc^ Seine thaus Jftetim Lurch *. _ ßflno Mk- ;erdem Der Men 3* * W unter öeßfl Sorrco dironella, ßl’iacr bereit gieren, öaJ, IiödL-" jArf? rÄl •Bat an "j^an, itiet>‘n' H)Dniani0y m t der ^fLltigt. t i» DerViy «nen elT< angen » Hll ab rotoff^n. ^chung Hit mehr ,^gierung? :n erMUi*el^- .WorbnciJVri' DZ °-.s7 ?kl[1 jÄte 6«6„S SVyo« anne Freitag •n. toub frühestens in rrrrs Aus der Provinzialhauptstadt. Vieh en, den 20. August 1932. Wie wär'S? Zu unserer Notiz in Nr. 188: .Jedem Fremden ein Glas Weint" schreibt uns ein alter Mitarbeiter: Wen heut' die Reiselust befällt, Fährt an den deutschen Rhein, Weil er dort ganz umsonst erhält Ein feines Gläschen Wein. Man händigt ihm den Gutschein aus Zur Hebung des Verkehrs, Da bleibt Sonntags kein Mensch zu Haus'. Nun frage ich: Wie wär's, Wenn dieser so vernünft'ge Brauch: Sine annehmbare Spend' In unscrm Oberhessen auch Gebührend Eingang fänd ? Wer auf das Land die Schritte lenkt (Ich nenn' nur zwei- Exempel), Erhält in Annerod geschenkt Ebbelwein 'nen ganzen Bembel. Auch B u s e ck spendet diesen Trank — And Handkäs' .durch und durch" Lohnt den gewohnten Dummelgang Nach der alten Wellersburg. Es blieb so manches ungetan Zur Hebung des Verkehrs, Drum seht das Mainzer Beispiel an And überlegt: „Wie wär's?" H. E.-Dr. Eine 300 Jahre alte Hausinschriff aufgefunden. Bei dem in der letzten Woche durchgeführten Ab- bruch des Hauses K a t h a r i n e n g a s s e 5 hat sich unter dem Putz des Hauses, das in den letzten Jahrzehnten nur noch als Scheune benutzt wurde, in Wirklichkeit aber ein Wohnhaus mit Tenne, beide unter einem Dach vereinigt, darstellte, folgende Inschrift über dem einflügeligen Hauseingang gefunden: „DIESER BAVW STETT IN GOTTES HANTT ER BEWAR IN VOR FEVWER UND BRAND." ANDONGES SAND BIN ICH GENANT. 1614. ** Museen und Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. ** Anfall im Gießener Bahnbetriebswerk. Der im hiesigen Bahnhof als Reichsbahnschlosser beschäftigte Wilhelm Lenz von Klein-Linden verunglückte am Donnerstagnachmittag unter einer Lokomotive, an der er Arbeiten auszuführen hatte. Eine schwere Tragfeder fiel dem bedauernswerten Mann auf die Deine, so daß er einen Beinbruch erlitt und ihm außerdem der Fuß ausgerenkt wurde. Am Kopfe erlitt er ebenfalls Verletzungen, die allerdings nur leichterer Natur waren. Der Verunglückte mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. •• Der Ertrunkene noch nicht aufgefunden. Der in der Nacht zum Freitag in der Lahn ertrunfene Gerichtsreferendar August Weinmann konnte bisher noch nicht aufgefunden werden. ** Sonntagsrückfahrkarten zum Sa« tholikentag in Essen. Vom 31. August bis 4. September findet in Essen die 71. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands statt. Aus diesem Anlaß werden an die Besucher von allen Bahnhöfen des Reichsbahn-Direktionsbezirks Frankfurt a. M. — somit auch von Gießen und umliegenden Bahnhöfen — Sonntags- (Festtags-) Rückfahrkarten nach Essen ausgegeben. Die Sonntags- karten gelten wie folgt: 1. Dom 31. August bis 2. September je 24 Stunden von 12 Uhr bis zum folgenden Tage 12 Uhr, zum Beispiel vom 31. Au- gust 12 Uhr bis 1. September 12 Uhr (12 Uhr Beendigung der Rückreise); 2. vom 3. September OUHr bis 5. September 24 Uhr durchgehend. Am 5. September 24 Uhr muß die Rückreise beendet sein. Oer Eisverein im eigenen Heim. Richtfest. - Ein Haus der Allgemeinheit. - Oie Eichgärten in zukünftiger Gestaltung. In überraschend kurzer Zeit wuchs in den Eich- gärten, am Schnittpunkt der Wolf- und der verlängerten Noonstraße, ein Haus heran, dessen Dau der E i s v e r e i n schon seit längerer Zeit erwogen hatte, das aber erst jetzt in Angriff genommen wurde, nachdem die alte Dretterbude an der Moltkestraße mit Rücksicht auf die Straßenführung fallen muhte und die Räume in der ehemaligen Lackfabrik von Zurbuch nicht den Bedürfnissen entsprachen. Das neueHaus des Eisvereins ist nicht allzu groß, es ist kein Prunkbau, aber doch entsprechend den verfügbaren Mitteln ein Gebäude, das allen Anforderungen gerecht werden dürfte, die billigerweise zu stellen sind. Zu betonen ist, daß es sehr geschickt aufgeteilt wurde. Im Erdgeschoß befindet sich ein An s ch n a l l r a u m , der sicherlich begrüßt werden wird. Im Erdgeschoß ist ferner ein besonderer Raum für die Arbeiter freigehalten, die während der Eislaufzeit die Bahn in Ordnung zu halten haben. Eine Garderobe ist ebenfalls vorgesehen. Im er st en Obergeschoß wird ein großes Zimmer bereitgestellt, das für Gäste bestimmt sein soll, die dort eine Tasse heißen Kaffee trinken, oder sich etwas aufwärmen wollen. Große Fenster nach der Talseite zu gestatten einen umfassenden Aebcrblick über die Landschaft bis zum Hangelstein, ja bis zum Daubringer Pah. Der ganze Raum macht den Eindruck einer tichtdurch- fluteten Terrasse. Im ersten Stockwerk befinden sich ouherdem noch ein Raum für den Vorstand des Eisvereins, und eine kleine Küche und ein Vcreinszimmer. Eine Treppe führt von auhen her zum Obergefchoh. so daß durch ein Treppenhaus keinerlei Raum beansprucht wird. Gestern fand nun, nachdem das Haus im Rohbau fertiggestellt und unter Dach gebracht worden ist, das Richtfest oder wie die Handwerker sagen, die „Bauhebe" statt' Der 1. Vorsitzende des Eisvereins, Land- qerichtsrat Dr. Wodaege, begrüßte zunächst Bürgermeister Dr. Hamm, der für die Stadt- Verwaltung erschien, Baurat G r a v e r t als den Bauleiter, die Vertreter der den Bau ausluh- renden Firmen, Rektor Schmidt, dem als eifriges Vorstandsmitglied des Eisvereins ein wesentliches Verdienst um die Errichtung des Hauses zufällt, und nicht zuletzt die Handwerker die sich um die Erstellung des Veremshauses mit aller Sorgfalt bemühten. Dr. Wodaege erinnerte sodann daran, dah der Ei sve rein in diesem Winter auf ein 50jährige s -oe* stehen zurückblicken könne und das Haus ein gutes Omen darstellen möge für den Eisvcrem und das beginnende zweite halbe Jahrhundert seiner Zukunft. Das Haus sei gebaut für die Allgemeinheit, und man freue sich darüber, daß es gelungen sei, es aus e i g e n e r K r a f t schaffen zu können. Das Haus möge aber auch dazu beitragen, die Mitglieder des Vereins enger zusammenzuführen. Nachdem man bei der traditionellen Fleischwurst der Richtfeste und einem Glase Bier einige Zeit zusammensah. wurden das Haus und das angrenzende Gelände eingehend besichtigt. Vaurat Gravert gab bei dieser Gelegenheit einige Aufklärungen über die zukünftige Gestaltung des Eichgar- tengebietes. Als man wieder beisammensah, sprach Bürger- meister Dr. Hamm dem Eisverein Dank für die Einladung und freundliche Degruhung aus. Das Heim zu errichten aus eigenen Mitteln des Eis- Vereins sei, so führte er u. a. aus ein e -L, a t. Cs bedeute einen Fortschritt im Stadtbild und einen Anfang zur weiteren Entwicklung im Nordosten der Stadt. Der Derem habe das Heim errichten lassen und es gleichzeitig der Stadt geschenkt. Deshalb habe auch die Stadt die Bauleitung und die Ausführung übernommen. Das Haus solle ein weiteres Glied der Windung zwi- schen Bürgerschaft, herein und Stadtverwaltung sein. Die Stadtverwaltung werde es als Treu- händer in guter Obhut halten. Mit besten Wun- schen für die weitere Entwicklung des Elsvereins schloh er seine kurzen Ausführungmi. Der Rest des Abends gehörte einem gemütlichen Beisammensein 3m Minter wird der Eisverein das neue heim in Verbindung mit der Feier feines 50jährigen Bestehens einweihen und seiner Bestimmung übergeben. Projekte derStadt im Eichgärtengebiet. In engem Zusammenhang mit der Erstellung des Heimes des Eisvereins gehen verschiedene andere Arbeiten, die gegenwärtig im Eichgärten- gebiet vorgenommen werden. Die Eichgärten sollen für die Zukunft zu den Lungen unserer Stadt ausgebaut werden. Im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes wer- den in unmittelbarer Nähe der bisherigen Eisbahn umfangreiche Ausschachtungsarbeiten vorgenommen und das dadurch gewonnene Erdreich als Anterlagematerial für die zu schaffende verlängerte Roonstrahe verwandt, die bis zum Philosophenwald durchgeführt werden soll. Das ausgeschachtete Gelände soll einen größeren Teich bilden, der sein Wasser aus der Wieseck erhält. Der Teich soll Gelegenheit geben zum Kahnfahren im Sommer und zum Eislauf im Winter. Die bisherige Eisbahn an der Moltke- strahe soll, wie es im Bebauungsplan der Stadt vorgesehen ist, als Baugrundstück Verwendung finden. Als Ersatz dafür wird dem Eisverein das neuausgeschachtete Wiesenland zur Verfügung stehen. Die Arbeiten sind bereits ziemlich, weit vorgeschritten Etwa 53 junge Leute sind im freiwilligen Arbeitsdienst mit den Ausschachtungsarbeiten beschäftigt und haben seit dem 4.3uli bereits 1700 cbm Erdreich bewegt. Außerdem trägt man sich mit dem Gedanken, neben der eigentlichen verlängerten Noonstraße als Fahrbahn einen zweiten Weg für die Fußgänger parallel der Roonstrahe zu bauen und diesen Weg mit Daumreihen zu bepflanzen. Der Weg bzw. die Allee soll ebenfalls bis zum Philosophenwald durchgeführt werden. Eine weitere Verschönerung der Eichgärten soll in der Schaffung einer großen baumumsäumt en Grünanlage unmittelbar vor dem Pestalozzi- schulhaus erstrebt werden, die sich von der verlängerten Roonstraße aus im rechten Winkel bis zum Schulhaus erstreckt. Die Verwirklichung dieser Projekte, die unserer Stadt und besonders dem Stadtbild im Nordosten nur zum Vorteil gereichen können, soll mit Hilfe des Arbeitsdienste» soweit wie möglich gefördert werden. Gegenwärtig werden die Arbeiten nur dadurch etwas gehemmt, dah die Gärten, die dort beseitigt werden müssen, noch nicht frei gemacht werden können. Den Gartenbesitzern wird anderes Gelände zur Verfügung gestellt, so dah der endgültigen Verwirklichung der Pläne nach menschlichem Ermessen kein allzu grohes Hindernis entgegenstehen dürfte. Allerdings werden darüber noch einige Jahre vergehen. Amtsgericht Gießen. Ein Korbmacher hat Ende März d. I. einen bei ihm wohnenden Arbeiter nächtlicherweile mit einem feststehenden Messer bedroht und hierbei in nicht unerheblicher Weise die Nachtruhe der Hausbewohner und Nachbarn gestört. Es ging ihm deshalb ein Strafbefehl zu, gegen den er Einspruch emlegte In Erkenntnis der Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels nahm er es jetzt zurück, so daß es bei der ursprünglichen Strafe und den neuen Kosten verbleibt. Der gleiche Mann hatte dem vorbezeichneten Arbeiter der arbeitslos war und eine Zeugenladung vor Gericht erhalten hatte, eine Bescheinigung des Inhalts ausgestellt, daß er bei ihm in Arbeit steye und täglich vier Mark verdiene. Dieses Zeugnis war bewußt wahrheitswidrig und nur zu dem Zwecke ausgestellt dem anderen die Möglichkeit zu verschaffen, Zeugengebührcn zu verlangen. Er machte von diesem Zeugnis auch Gebrauch und erhielt daraufhin Zeugengebühren. Nunmehr machte der Korbmacher, der von seinem Untermieter wegen der oben, geschilderten Bedrohung und des ruhestorenden Lärmes zur Anzeige gebracht worden war, gegen den Letzteren eine Anzeige wegen Betrugs., da er die Zeugengebühren unter Doripiegelung falscher Tatsachen erhalten habe. Hierauf erhielten beide Oie erste Ilandemfahrt der Deutschen Studentenschaft im August 1932. Eine Wallfahrt zu den Schlachtfeldern und Gräbern des großen Krieges. 13on siud. phil. et ter. pol. Eberhard Hreiherrn Schenk zu Schweinsbcrq. 3m Juli dieses Jahres hatte die Einweihung der Gcdenkhallc auf dem Freiwilligenfriedhof Langemarck stattgefunden. Sie wurde errichtet aus Mitteln der Deutschen Studentenschaft, die Patenschaft, Ausbau und Pflege dieses Friedhofes übernommen liat. Nach Schluß des Somm^rsemesters sand die erste Fahrt über d i e flandrischen Schlachtfelder statt, die von der Langemarck- spende der Deutschen Studentenschaft organisiert wurde, und die von jetzt an jedes Jahr ausgeführt werden soll. In Derlin. Hamburg und Köln trafen sich in den ersten Augusttagen Studierende und Angehörige. der in Flanderns' Erde ruhenden Gefallenen. um die Stätten zu sehen, auf denen das deutsche Heer vier Jahre kämpfte und blutete, um die Gräber ihrer Väter. Drüder und Söhne zu besuchen. Bei der alten deutschen Proviant- station Herbesthal rollt der Zug über die belgische Grenze. Das rauchgeschwärzte Lüttich zieht vorüber. Es ist genau 18 Jahre her. seit diese Stadt und Festung die Beute des ersten großen deutschen Sieges wurde. Weiter geht es über die Flüsse Gelte und Dyle. an denen die belgische Armee vor ihrem Rückzug in die Festung Antwerpen unglücklich kämpfte. Don Brüssel trägt uns ein Bummelzug durch die flandrische Ebene. Bei Kortryk und Comines trägt die Landschaft zuerst die Zeichen des Krieges. Helle Betonbunker, frühere deutsche Unterstände, trotzen den Jahren. Ihre Eingänge sind verschüttet und überwuchert. Reben dem neu erbauten Bahnkörper zwischen Comines und Ppern läuft die alte Strecke, von Artillerie zerschossen, von versumpften Gräben durchfurcht. Die neue, aus Kalkstein erbaute Kathcdralevon PPern taucht auf. Die um 1920 erbauten Häuser der Stadt sind festlich geflaggt. Das althergebrachte flämische Volksfest in Q)pcrn ist in vollem Gange. Cs tobt um die chaotischen Trümmer der Tuchhalle und der alten Kathedrale. Stumm lassen die abgedeckten Säulengänge, die gen Himmel ragenden bröckelnden Mauerreste, die auf den Stein- trümmern errichteten englischen Gedächtnislreuze das Dröhnen der Drehorgeln, das Tosen des Jahrmarktes über sich ergehen. Lebensfreude, Vernichtung und Tod in einzigartiger Szenerie vereinigt. Am Rande der Stadt liegt die alte Kaserne, stark von Artillerieeinschlägen verheert. Die eine Hälfte, von Balken gestützt, dient als Armenhaus, die andere Hälfte liegt verlassen und abgedeckt, dem Verfall ausgesetzt, der langsam und stetig fortschreitet. Um die Stadt ziehen die breiten Festungsgräben, zum Teil mit Gesteinsmassen angefüllt, die von der stark demolierten Festungsmauer herabgerollt find. Der englische Triumphbogen am Menin- t o r zeugt von Reichtum und Macht des Weltreiches. Der nächste Tag führt uns auf den Remmel» berg. Von Artillerie zerschossen, von Sprengungen durchwühlt, thront das Kemmelmassiv in der Ebene Flanderns. Bei der Frühjahrsoffensive 1918 war die Höhe in deutsche Hand gefallen. Heiß und steil ist der Aufstieg. Brombeersträucher, undurchforsteter junger Riederwald verkleiden den von Granittrichtern durchwühlten Berg. Der Blick schweift übet das unvergleichlich schöne Flandern. Ueppige Felder, Erlen- und Pappelreihen, die zur Grenzziehung dienen. In Teichen und wassergefüllten, von Schilf und Slachcldraht umgebenen Geschoßtrichtern spiegeln sich Sonne und Himmel. Auf der Fahrt durch die blitzblanken neuerbauten Dörfer im Dreieck Comines- Roulers -Bpern sehen wir seitlich der Straße die sorgsam gepflegten deutschen Soldatensriedhofe. Einige seien hier genannt: Houthem. Werwieq, America, Zandvoorde. Deccelaere, Paschendaele, Poelkapelle. Jeder einzelne Friedhof ist individuell nach der Geländelage angelegt, keine Spur von Schematisierung. Inmitten des Meeres schwarzer, knapp meterhoher Eichenkreuze ist ein dunkles Weihekreuz errichtet, das sich ernst von den lachenden Feldern abhebt. Der eingeebnete Rasen ist kurz gehalten. Blühende Rosen. Weiden- pflanzungen umsäumen die Grabreihen Sie geben Zeugnis von der starken Liebe, mit der Deutschland die Ruhestätten seiner Gefallenen betreut. Als schlichte und stolze Künder deutschen Geistes ruhen die deutschen Soldatenfriedhöfe in der Ebene Flanderns. Die Patenschaft für einen einzelnen Friedhof hat stets das Regiment übernommen. dessen Angehörige die Mehrzahl der dort Bestatteten ausmachen. Gegen Nachmittag erreichen wir das Schlachtfeld von Lange ni ar ck. Brütende Augusthihe liegt über der Landschaft. Sie war Zeuge des Ereignisses im Spätherbst 1914. von dem der deutsche Heeresbericht meldete: „Westlich von Langemarck brachen junge Regimenter unter dem ®c- sange „Deutschland, Deufschland über alles" gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie." Bleichende Betonbunker ziehen sich an der alten Frontlinie entlang. Still in sich abgeschlossen ruht die Landschaft. Silbergrau-grune Pappeln und Erlen bilden den ilebergang vom tiefblauen Augusthimmel zu den satten goldglänzenden Feldern. Ein breiter stiller Weidengraben durchquert das Land ... Heber den Feldstrichen, die der Krieg zerrissen hat, steht gelb- roter und dunkelroter Mohn in leuchtender Farbenpracht. Wir versammeln uns in der neu eingeweihten Chrenhalle zu einem kurzen Gedenken an die heldenhaste Langemarckschlacht, ihre Dollbringer und Opfer. Cs folgen K r a n z - nieöerlegungen von Dertretern studentischer und militärischer Derbände. Ein Mitkämpser spricht von den Spätherbstkämpfen in Flandern. Das Lied vom guten Kameraden beschließt die schlichte Feier. In die Innenwände der Gedenk- Halle sind eingraviert die Namen der über 1 0 0 0 0 Freiwilligen, die am Abschnitt Langemarck für Deutschland fallend ihr Leben früh vollendeten. Ein Hain junger Eichen ist auf dem Friedhof angepflanzt. In wenigen Jahren wird sich Eichenlaub wölben über die langgestreckten Kreuzreihen, unter denen die irdischen Reste der unsterblichen Helden ruhen. Auf einer Kranzschleife in der Chrenhalle stehen die Derse des im Osten gefallenen Kriegsfreiwilligen Walter Flex: „Wir sanken hin für Deutschlands Glanz, Blüh'. Deutschland, uns als Totenkranz!" Für uns Rachtriegsdeutsche ist der Anblick von Langemarcks Erde ein Appell, im nernen- fressenden Friedensringen beharrlich weiterzukämpfen für das große und noch ferne Ziel, die vollständige Befreiung des Daterlandes. Strafbefehle wegen Betrugs und wegen Beihilfe zu diesem Vergehen. Diesmal beruhigte sich der Korbmacher, während der Arbeiter Einspruch erhob, allerdings ohne Erfolg, da Arbeitslose, die ja einen Lohnausfall nicht haben, einen Anspruch auf Zeugen- gebühren nicht besitzen. eine Tribüne für das Publikum. An der ersten Sitzreihe der Tribüne ist ein Schild angebracht, durch das die Besucher der Parlamentstribüne gebeten werden, die erste Sitzreihe den Damen zu überlassen. Wenn ein Fremder sich in das Luxemburger Parlament verirrt, das Schild übersieht und in der ersten Reihe Platz nimmt, dann erscheint ein Diener und fordert den Besucher höflich aber bestimmt auf, sich etwas weiter nach hinten zu bemühen. Daher kommt es, daß selbst in den Tagen der heißesten Debatten die Tribüne voll besetzt ist. Die erste Sitzreihe ist immer leer, den die Damen Luxemburgs haben für ihre Abgeordnetenkammer kein Inter- esse, sie find auch nicht höflich genug, um für die galante Geste des Parlaments auch nur ab und zu mit einer Anstandsvisite zu danken. Vier Jahre Zuchthaus für den Dillenburger Oberrentmeifter Zwanzig WSR. Wetzlar, 19. Aug. Dom Erweiterten Schöffengericht Wetzlar wurde heute der ehemalige Oberrentmeifter Heinrich Zwanzig aus Dillenburg wegen fortgesetzter schwerer Urkundenfälschung, Amtsunterschlagung und Anstiftung zu diesen Derbrechen, zu einer Zuchthausstrafe von vier Jahren und 1000 Mark Geldstrafe verurteilt. Außerdem er. hielt er drei Jahre Ehrverlust. Sechs Monate werden ihm als durch die Untersuchungshaft ver- büßt, angerechnet. Zwei Mitangeklagte, die Kaf» sengehilfen Hch. Derghauser aus Katzenfurt im Kreise Wetzlar und Otto Schmörch aus Eisemroth erhielten wegen Beihilfe zur einfachen Amtsunterschlagung und schwerer Urkundenfälschung 14 Monate bzw. 6 Monate Ge- fängn is. In den Jahren 1925 bis 1931 hatte Zwanzig als Leiter der staatlichen Kreis- und Forstkasse rund 202000 Mark unter- schlagen. Er behauptete zwar, dah es nur 130 000 Mark sein könnten, die er unterschlagen habe; die genaue Nachprüfung ergab aber eine wesentlich höhere Summe. Der Derbleib des Geldes ist ein Rätsel und konnte bisher nicht aufgeklärt werden. Das Gericht war der Ansicht, daß Zwanzig einen Teil des Geldes beiseite geschafft haben muh. Er behauptete, dah er das ganze Geld in ein Sägewerk gesteckt habe, das er im Jahre 1925 in Frohnhausen im Dill- kreis für feinen unehelichen Sohn, der aber in feiner Familie gelebt hat, gekauft habe. Das Sägewerk brannte ab und d>e Neueinrichtung ver- schlang vollkommen die Dersicherungssumme. Zw. entschuldigte seine Derfehlungen damit, dah die Kassenrevisionen der Wiesbadener Regierung sehr wenig genau gewesen seien, bzw. überhaupt nicht stattgefunden hätten. Buntes Allerlei. Oie Oamen nach vom! Luxemburg wird von einer Großherzogin regiert und in ihrer Arbeit von einer Abgeordnelenkammer unterstützt. In dieser Kammer gibt es keine großen Tage die das Interesse der Welt in Anspruch nehmen könnten. Aber die Kammer ist unbestreitbar das höflichste Parlament aller Parlamente, die in der Mehrzahl immer geringeren Wert auf Höflichkeit [egen. Die Verhandlungen des Luxemburger Parlaments sind öffentlich und daher gibt es auch Oer Taucher und die Straßenbahn. Dor einigen Wochen war Italien der Schauplatz eines zwar nicht gerade sehr wichtigen, aber amüsanten Streitfalles. Ein Raucher bestieg den Richtrauchcrwagen einer Strahenbahn und weigerte sich, den Wagen wieder zu verlassen, mit der Begründung, er rauche seine Zigarre ja gar nicht, sondern er hielte sie nur in der Hand. Wenn die Zigarre trotzdem weiter rauche, so könne er nichts dafür. Der Schaffner möge sich also gefälligst nicht mit ihm, sondern mit feiner Zigarre auseinandersehen. Das Ende dieses Streites war ein verwickelter Prozeh, der übrigens in erster Instanz mit einer Niederlage der Strahenbahn endete. Ein Berliner Spohvogel, der diese Geschichte gelesen hatte, beschloß, das Dorbild des streitsüchtigen Italieners in Berlin nachzuahmen. Er setzte sich also ebenfalls, in der Hand eine brennende Zigarre, in einen Nichtraucherwagen, und zunächst verlief alles auch ganz programmgemäß. Der Schaffner blickte mihbilliqend den Ucbcltätcr an und verkündete: „Eie müssen raus, rauchen ist hier verboten." Woraus der Fahrgast seelenruhig, getreu feinem italienischen Dorbild, erklärte: „Ich rauche ja auch gar nicht. Meine Zigarre raucht." Eigentlich hätte der Schaffner nun die Nichtigkeit dieses Satzes bezweifeln und einen längeren Dortrag über die Auslegung ter zuständigen Dorschriften halten müssen. Aber da er kein Italiener, sondern ein Berliner war und uzdem ein „Heller" Berliner, der längst gemerkt hatte, wes Geistes Kind der Fahrgast war. geschah nichts dergleichen. Der Schaffner sprach nur einen einzigen Satz, aber der genügte, um das ganze Problem endgültig zu klären un- alle weiteren Erörterungen zu erübrigen. Dieser Satz lautete: „Na schön, denn dürfen Sie bableiben, aber Ihre Zigarre muh raus aus dem Wagen!" Dielleicht beschliehen die italienischen Strahen- bahngesellschaften, nur noch Berliner Schaffner einzustellen... O.A.-'Spoit Zum Zwötfkampf-Gieg k>es Turners Karl Muter beim Kreisturnfest in Trier. Dom Turnverein 1 846 Gießen wird uns folgendes geschrieben: Die in der Frühausgabe des „Gießener Anzeigers" vom 18. August gebrachte Rotiz über eine in der „T u r n z e i t u n g" desMittelrhein- k reifes erschienene Berichtigung der Sieger- liste vom Kreisturnfest in Trier hat in den Kreisen der hiesigen Turner berechtigtes Aufsehen erregt. Zunächst muß festgestellt werden, daß der hier zuständige T u r n a u s s ch u ß des Mittelrheinkreises es nicht für nötig befunden hat, den Turner Karl Reuter vom Turnverein von 1846 Gießen in Kenntnis zu sehen, aus welchem Grunde eine Aenderung in der Reihenfolge der Zwölfkampfsieger eingetreten sein soll. Roch dem im Besitz des Turners Reuter befindlichen Siegerausweis hat er in Trier an den einzelnen Geräten folgende Leistungen erzielt: Freiübung 19 Punkte Barren (Pflicht) 15 „ Barren «Pflicht) 17 Barren (Kür) 18 Tferd, quer (Pflicht) 18 Pserd, lang (Pflicht) . 20 Pferd, quer (Kür) 19 Reck (Kür) 17 Schwimmen*) 20 Ochlcuderball 10 Weitsprung 15 100-Me.ter-Lauf 19 zusammen 207 Punkte. Diese Leistungen wurden auf Grund der einzelnen Wertungstabcllen ermittelt, vom Riegenführer zusammengestellt, vom Berechnungsausschuß geprüft und in einer Tabelle auf dem Turnplatz in Trier zum Aushang gebracht. Da die Leistung des Turners Reuter nicht Überboten wurde, so hat man ihn als den ersten Sieger im Zwölfkampf in Trier in aller Oeffent- lichkeit geehrt. Man muß sich deshalb fragen, wie es möglich ist, daß ein einwandfrei festgestelltes und geprüftes Ergebnis ohne weiteres nachträglich geändert wird? Ist diese Maßnahme nicht geeignet, Zweifel an der ordnungsmäßigen Bewertung der erzielten Leistungen aufkommen zu lassen? Jedenfalls wird der Turnverein von 1846 Gießen die in der offiziellen „T u r n z e i t u n g" gebrachte Berichtigung nicht ohne weiteres hinnehmen, sondern volle Aufklärung der Angelegenheit von den zuständigen Stellen verlangen. Dis dahin bleibt der Turner Karl Reuter in den Augen der Gießener Turner 1.Sieger vomMittel- rheinischen Kreisturnfest in Trier. *) Die beiden Hebcrpunkte im Schwimmen wurden nicht angerechnet. Sieg und Platz in Chikago. Die deutschen Teilnehmer beim internationalen Lcichtathletikfest am Donnerstag in Chikago schnitten sehr gut ab. Borchmeyer gewann den 200-Meter-Lauf und wurde über 100 Meter Zweiter, Syring gewann den 10 020-Meter-Lauf und Dr. Peltzer belegte über 800 Meter den dritten Platz. VolkSwMeisterschasten to Gaues Hessen 350 Teilnehmer. — lieber 50 Vereine des Gaues meldeten. — Oie Wettkämpfe auf dem Waldsportplatz. Der morgige Sonntag.wird viele Turnerinnen und Turner in Gießen vereinigen, denn die Volksturnmeisterschaften des Gaues Hessen der DT. werden auf dem Waldsportplatz des VfB. zum Austrag gelangen. Die Wettkämpfe beginnen bereits am Sonntagvormittag um 9 Ahr mit den Mehrkämpfen der Turner und Turnerinnen: die Einzelkämpfe, die Staffeln und die Entscheidungen werden den Rachmittag ausfüllen. Das Meldeergebnis mit 350 Teilnehmern darf, entsprechend den wirtschaftlichen Umständen der Gegenwart als sehr gut bezeichnet werden. Vertreten sind besonders zahlreich die Städte Gießen, Wetzlar, Friedberg, Bad-Rauheim, Lauterbach, Butzbach, Kirchhain, Schlitz usw. Heuchelheim entsendet einige sehr leistungsfähige Turner. Viele Ortschaften der näheren und weiteren Umgebung unserer Stadt sind mit ihren Turnern vertreten. Die Ausrichtung der Veranstaltung wurde der Gießener Turnerschaft übertragen. Die Oberleitung liegt in Händen des Volksturnwartes L. M a l k o m e s i u s. Fünfzig Kampfrichter sind zur Wertung der Leistungen aufgerusen. Für die Mehrkämpfe treten allein nicht weniger denn 250 Teilnehmer und Teilnehmerinnen an. Die Jugend ist stark beteiligt. Es werden folgende Wettbewerbe bestritten: In den Einzelkämpfen treten die Aktiven Turner (1913 und älter) zum 100-, 200-, 400-, 800- und 3000-Meter-Lauf an. Ferner sind ausgeschrieben Weitsprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Schleuderball, Diskuswurf. Gelaufen werden noch dazu eine 4xl00-Meter°Staffel und erstmalig auch eine 10X'^-Dunden-Staffel. Der Mehrkampf der Aktiven besteht aus 100-Meter- Lauf. Hoch- und Weitsprung und Kugelstoßen. Die Jugendturner-Ober st ufe bestreitet einen Dreikampf sowie eine 4 100-Meter- Staffel, die Jugend-Anterstufe ebenfalls einen Dreikampf und eine 4xl00-Meter-Staffel. Die Altersturner treten zu einem Dreikampf in zwei Altersklassen an. Die Turnerinnen haben einen Dreikampf (100-Meter°Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung), ferner als Einzelwettkämpfe 50-Meter- (erstmalig bei Gauwettkämpfen), 100° Meter-Lauf, Hoch-, Weitsprung, Kugelstoßen, Speer- und Schlagballweitwurf im Programm. Spiegel der Besten ... Zu den Wettkämpfen treten, soweit sich die eingegangenen Meldungen überblicken lassen, die Besten des Gaues Hessen mit nur wenigen Ausnahmen an. In kurzen Zügen seien die Chancen der einzelnen, der mutmaßlichen Favoriten, umrissen. Bei den Aktiven Turnern treten zum 100-Meter-Lauf mit besten Aussichten der Wetzlarer Gerlach, der MTB.er Decker und der Groß-Lindener Stengel an. Marburg wird stark vertreten sein. Heber 2 0 0 Meter werden Gerlach--Wetzlar, Schwab-Buhbach und Beau- pain-Marburg den ersten Platz unter sich ausmachen. Im 400-Meter-Lauf erwartet man ein Duell zwischen Ploch-MTV. und May-Bad- Rauheim. Heber 8 0 0 Meter treffen sich Ploch und Raab-Bad-Rauheim. Für die 3 0 0 0 M e t e r haben sich nicht weniger denn 25 Läufer gemeldet. Die Frage nach dem Sieger muß offen bleiben. Im Hochsprung sind Langenohl-Heuchelheim und Pfeffer 1816 Gießen für 1,70 Meter gut. Ihre Chancen liegen gleichverteilt. Im W e i t s p r u n g werden Beaupain-Marburg und Stengel-Großen-Linden um den Zentimeter kämpfen. Im Stabhochsprung treffen neben anderen Langenohl und Deaupain als voraussichtlich Beste aufeinander. 3,20 Meter dürften beide schaffen. Im Kugelstoßen ist Langenohl ebenfalls sehr befähigt. Konkurrenten hat er in Beaupain-Marburg und Roth-Dad-Rauheim. Im Diskuswerfen erwartet man Wehner-Dad- Rauheim und Lindenstruth Mtv. Gießen an der Spitze. Die 4 X 1 0 0 - M e t e r - S t a f f e l sollte den Mtvern in der Aufstellung Jakob, Ploch, Decker und Seyb nicht zu nehmen sein. Die Mannschaft tritt gegen Friedberg, Kirchhain, Butzbach und Marburg an. Auch für die 1 0 X 1 ■>» Runden-Staffel haben die Gießener Mtver eine ausgezeichnete Mannschaft. Butzbach und Kirchhain sind aber nicht zu unterschätzen. In der Jugendturnerober st ufe haben 60 Turner zu den Mehrkämpfen gemeldet. Mtv. Gießen ist sehr stark vertreten. In der 4x100° Meter-Staffel sollten die Mtver gegen Butzbach hart zu kämpfen haben. An dem D r erkämpf der Jugendturner-Hnterstufe sind 50 Jugendliche beteiligt. In der Altersklasse 1 und II ist die Beteiligung nicht sehr stark. In jeder Klasse stellen sich etwa je 10 Mann im Rlter von 35 bis 38 und über 40 Jahren den Kampfrichtern. Bei den Turnerinnen hört man unter der Auswahl der Besten verschiedene gut bekannte Warnen, lieber 5 0 Meter stehen die Damen Amend und Espach Mtv. im Vordergrund. Friedberger Turnerinnen beteiligen sich mit guten Aussichten in diesem Nennen, lieber 100 Wi e t e r wird Frl. Bickelhaupt (Alto.) die Siegerin stellen. Für Tv. Wetzlar startet Frl. Arabin. Marburg, Friedberg usw. sind mit dabei. Im Hochsprung wird Frl. Bickelhaupt auch nicht zu schlagen sein. Im Weitsprung ist Wetzlar stark vertreten. Die Damen Espach und Rahmig sollten aber mitzureden haben. Für das K u g e l st o ß e n sind zu nennen: Bickelhaupt und Rahmig (Mtv.). Für das Speerwerfen ist Frl. Rath (Bad-Rauheim) Favoritin. Die bekannte siegreiche Staffel des Männerturnvcr- eins über 4 X 100 Meter (Espach, Rahmig, Amend, Bickelhaupt) sollte traditionsgemäß den ersten Platz für sich beanspruchen. Friedberger, Wetzlarer und Marburger Damen sind die. Gegnerinnen. Im D r e i k a in p f der Damen dürften unter etwa 30 Bewerberinnen die Turnerinnen Arabin und Röder (Wetzlar) und Bickelhaupt (Mtv.) die Spitzengruppe bilden. Für die Jugendturnerinnen-Ober- ft u f e , wie auch für die 11 n t e r ft u f e liegen zahlreiche Meldungen vor. Mutmaßliche Siegerinnen zu nennen ist nicht möglich. * Es steht zu erwarten, daß am Sonntag auf dem Waldsportplatz guter Sport geboten wird. Den Ergebnissen, besonders der aktiven Turner sieht man mit viel Interesse entgegen. Hoffentlich beeinträchtigt die auch für den Sonntag zu befürchtende hohe lern* peratur die Leistungen nicht allzu sehr. AlSfeLd zum Rückspiel in Gießen. 1900 (Liga) — Alsfeld 06 (Liga). Am vergangenen Sonntag waren die 1900er in Alsfeld groß in Fahrt. Daß sie trotzdem nicht höher gewannen, lag weniger am Sturm, der sonst immer der Sündenbock war, wenn ein Spiel verloren, oder nicht hoch genug gewonnen werden konnte, sondern vielmehr am Schlußdreieck, das sich eine Anzahl Schnitzer leistete und durch eine gewisse Schwerfälligkeit nicht im besten Sinne auffiel. Das Ergebnis lautete mit 8:7 Tore für 1900 wenig ehrenvoll. Zudem es eben anders lauten konnte. Run sind die Alsfelder für morgen zu verhältnismäßig früher Stunde in Gießen. Sie werden sich vielleicht revanchieren wollen. Das sollten die 1900er aber kaum gestatten. Rach dem Spiel, das man gegen Wetzlar sah, sollte man es nicht erleben müssen, daß die Gäste den Sieg mit nach Hause nehmen. Die Alsfelder verstehen anscheinend Schwächen auszunützen und haben es ja auch bereits bewiesen. Ihre größte Stärke ist der kleine behende Mittelstürmer Spiehr, der sich als außerordentlich gefährlich erwies. Wenn die Elf der Spielvereinigung nicht vollständig antreten kann, liegen die Aussichten für das Spiel' nicht besser, als am Bor- fonntag. Das Spiel ist noch Freundschaftsspiel. Fußball'ttlubkampf gegen Spv. Wetzlar. Während die Liga das Rückspiel gegen Alsfeld austrägt, spielen die unteren Mannschaften gegen die gleichen Mannschaften des Sportvereins Wetzlar in Freundschaftsspielen, die sich hier zu einem regelrechten Klubkampf auswachsen. Die 2., 3., 4. und 5. Mannschaft der Spielvereinigung treten gegen die 2., 3., 4. und 5. Mannschaft des Sportvereins Wetzlar an. Die Spiele finden sämtlich auf dem Platz an der Liebigshöhe statt. Die 2. Mannschaft, die Ligareserve, die technisch beste der unteren Mannschaften, sollte ihren Kampf gewinnen. Die 3. Elf der Spielvereinigung, die bisherige Lehr- mannschaft, tritt geschwächt den Wetzlarern gegenüber und hat nicht allzuviele Chancen auf Sieg. Die 4. Mannschaft ist einigermaßen stabil und sollte dem Gegner zu mindesten einen gleichwertigen Kampf liefern. Die 5. Mannschaft hat nicht allzu- viele Aussichten. 3ugcnbfpiele. Die 1. Jugend trägt bereits das Freundschafts- rückspiel gegen die 1. Jugend von Alsfeld 06 aus. 2(m Vorsonntag spielten die Jugendlichen der Spielvereinigung ausgesprochen schlecht und gewannen nur knapp. Man hofft aber diesmal auf ein besseres Abschneiden. Die 6-Iugend hat in der Jugend von 'Wieseck einen gleichwertigen Gegner. Die 1. und die 2. Schülermannschaft treffen in den 1. Schü- lermannschaften von Lollar (in Lollar) bzw. gegen Leihgestern (auf dem Sportplatz 1900) auf körperlich sehr überlegene Gegner. VfB.-Liga auswärts. .. Zwei Spiele am Wochenende! Die VfBer begeben sich auf die Reise. Angesichts der Temperatur, die in diesen Tagen herrscht, wird das Reisen, wie überhaupt das Fußballspielen em zweifelhaftes Vergnügen fein. Aber was tut man nicht alles für feinen Verein ...! Am Samstagabend spielt die Ligamannschaft in Burg (an der Dill). Der Gegner ist den VfBern aus früheren Verbandsspielen her bekannt. Gegenwärtig spielen die Leute von Burg eine Klasse tiefer als die Hiesigen. Die Mannschaft ist aber recht spiel- , stark, wenigstens in diesem Sinne in ihrer engeren Heimat bekannt und entsprechend beachtet. Wie die VfBer gegen die Gastgeber abschneiden werden, ist noch nicht vorauszusagen. Man sollte jedoch erwarten dürfen, daß die Grün-Weißen, die ehemalige Mannschaft dar Oberliga imstande fein wird, eine Mann» schäft, die eine Klasse tiefer steht, zu schlagen. Die Leute vom Waldsportplatz haben in den Spielen der Bezirksliga genug Schule genossen, und müßten mit dem Gegner fertig werden. Ob es so fein wird, weiß man nicht! Man weiß es nie vorher, denn die Mannschaft ist noch nicht in einer bestimmt zu umreißenden Form. Wlit dem mageren 4:2 gegen Fron- hausen hat die Elf schon einmal in dieser Saison etwas enttäuscht. Für das Spiel des Sonntags liegen die Verhältnisse nicht viel anders. Sinn ist das Ziel der weiteren Wochenendreise. Für das Spiel des Sonntagsgegners liegen die Verhältnisse nicht anders, als für das des Samstags. Unter den gegenwärtigen Witte- rungsoerhältnissen bedeuten zwei Spiele innerhalb einer so kurzen Zeit eine eminente sportliche Leistung. Hoffentlich vertreten die VfBer den Gießener Fußball in Burg und in Sinn nicht nur mit ausgesprochenem Sommerfußball ... Die Ligareserve muß gegen einen ihrer stärksten Gegner, gegen die 2. Mannschaft von Ehringshausen auf dem Platz in Ehringshausen antreten. Eine e Rückspielverpflichtung ist zu erfüllen. Der . ing des Kampfes ist offen. Wirtschaft. * Hessische Landes-Hypotheken- bank, Darmstadt. Die Teilungsmasse der Hessischen Landes-Hypothekenbank, Darmstadt, enthält nach dem Stunde vom 30. Juni 1932 einen Betrag van 2,29 (am 31. Dezember 1931: 2,21) Millionen Reichsmark, dem 53,97 (unv.) Millionen Reichsmark teilnahmeberechtigte Kommunalschuldverschreibungen gegenüberstehen. Unter den Aktiven werden aup aeroertete Kommunaldarlehen mit 1,043 (1,063) Millionen Reichsmark, fällige und anteilige Zinsen hieraus mit 0,075 (0,047—0,166) Millionen Reichsmark und Baranlagen aus eingegangenen Aufwertungsbeträgen und Zinsen mit 1,167 (0,78) Millionen Reichsmark ausgewiesen. Nachdem bereits 10 v. H. in Liquidations-Komrnunal-Schuldverschreibungen und 3 v. H. in bar ausgeschüttet sind, wurde bekanntlich vor einiger Zeit eine weitere Teilausschüttung von 2 v. H. in bar angekündigt. * Die Hannoversche Maschinenfabrik A G. norm. Georg Egestorfs (Hanomag), Hannover- Linden, erlitt im Jahre 1931 einen Verlust von insgesamt 5,52 Millionen Reichsmark, bei Abschreibungen von 1,25 (1,34) und Sonderabschre" bungen von 9,07 Millionen Reichsmark. Der Generalversammlung soll Mitteilung gemäß § 240 HGB. gemacht werden. * Gründung einer innerbelgischen Stick st offgenossenschaft. Nachdem bereits eine kommerzielle Organisation der belgischen Stick- stoffindustrie besteht, ist nunmehr unter der Bezeichnung „Federation beige des producteurs d’azote“ in Brüssel eine Genossenschaft ins Lehen gerufen worden, die sich auf die technische Vereinfachung und Verbesserung der Betriebe bezieht. Das Ursprungskapital beläuft sich auf 100 000 Franks, kann jedoch beliebig erhöht werden. An der Genossenschaft nehmen alle bedeutenden Werke teil, u. a. Societö beige de l’azote, Produits chimiques de la Meuse, Kuhlmann, engrais azotes. Frankfurter Alendbörse freundlich. Frankfurt a. M., 19. Aug. Auf Grund der festen D'?rseneröffnung in Reuyork herrschte auch an der Abendbörse weiterhin freundliche Tendenz. Das Geschäft verlief jedoch recht schleppend, und nur am Montanmarkt wa:en die Hmsähe etwas reger bei Besserungen bis zu 0,50 Prozent. IG.-Farben, Reichsbank und Schuckert und die Mehrzahl der übrigen Werte blieben gegen den Berliner Schluß gut behauptet. Am Rentenmarkt zeigte sich weitere Rachfrage nach Schuhgebietsanleihe, während deutsche Anleihen und der übrige festverzinsliche Markt zwar recht still, aber eher leicht gebessert waren. Von fremden Werten blieben Hngar. ,Goldrente zu 6,45 Prozent auf dem Mittag^niveau unverändert. Altbesih 48,25, Reubesitz 5,50, Schutzgebietsanleihe 3 80, Reichsbank 129,50, Mannesmann 46, Rheinstahl 55,50, Stahlverein 15,63, bis 15,75, AEG. 35, Deutsche Erdöl 74, IG.-Farben 90,88, Schuckert 71,75, Schöfferhof-Binding 136, Hapag 15,63. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) v. A. Ihre Fragen sind generell nicht zu beantworten. Es bestehen hinsichtlich der Einkommen- steuerfreiheit und der Umsatzsteuerfreiheit vielerlei Bestimmungen. Um Ihre Fragen beantworten zu können, bedarf ejs einer genauen Spezifizierung Ihrer Einkommensverhältnisse. Datum 6% Dcundje Wetdjeanlettyc d.192. <;% chcm. 7%Dt. Reichscml. V.19LV 5'/2% youni]=21nlcif)C von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.'Schuld mfl Auslos.-Rechteu...... Sein!, ohne Auslos.-Rechte . . 6% ehern 8% £>efl. Boltsstaat 1929 irücfoahlb. 102%)...... Cberhefien Provinz-Anleihe mit Ausloj.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 6% ehern. 8% Srantr. Hyp.-Banl Goldvte. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Baitl Golvvie 16 unkündbar bit 1936 6'/»% ehern. 4>/2% Franks.Hyp.- Banl yiflii Piandbriefe . . . 5y2°o ehern. 4)4% Rheinische Hyv -Bant^Linu -Goldpse. . . 6% ehern 8% $r. LandeLpsand- briesansta! Pfandbriefe N. 19 6% ehern. 7% Pr. Lanbespfand» btiefanftnn Pfandbriefe R. 10 4% Oesterreich»che Gotbrenie . 4,20% Oesterreichische Silberrentr 4% Ungarische Gvldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4’/z% desgl. von 1913..... 5% abzest. Goldmexilaner von 99 4% Türkische Bollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleibe Serie 1 . . ......... 4% desgi. Serie 11....... 6% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4Z4%Rumän.vereinl).Rentev.l913 4% Rumänische vereinh- Rente 2)4% • Anatolier . . Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 5 o. H. Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. JJ1. | Berlin Frankfurt 0.2)1. Berlin grantfurt a. 2)1. Aerlm Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schluß« kurs Schluß!. Abcnd« börfe Sch lur Schluß- turs Schlußk. Mittag, bör c 6 JJlittag» brirfe Schluß-! kurS 1 Abenb- börs. Schluß« kurS Abend- hört Schluß- lurtf Miitag- börse 18-August 19.August 18.8. 19.8. 18- Amtliche Notierung Geld | Ariel Amtliche Notierung Geld | Arie' 19-8. £)atum 18.8. 19.'-. 18.8. 19.8. Saturn 18.8. 19.8. 18.8. 19.8. 60 69 61.5 48,5 5.45 53 47,5 45.9 69,25 69,25 77,5 77,75 67,5 68 10,5 1,25 6,05 6,25 6,75 3,3 3,3 3,3 4,35 — 69 64 48,25 5,5 53 47,5 45,5 69,25 68,75 77 77,75 67,5 68,5 10,5 1,25 6,45 6,25 6,3 3,3 3,3 3,3 9,75 4,75 59,25 68,5 63 48,75 5,5 53 46,4 6,15 6,4 5,4 7 - 3,35 5,05 9,65 4,4 58,75 68,9 64 48,4 5,5 53 46,13 67,25 10,5 6,25 6,45 7 5,25 10,13 4,5 17,4 VamDutfl»'21meriia Pate. . 'x Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hanta Dampsjchisi . . . k Norddeutscher Llono.....< *21.0. für Verkehrswesen Mt. . 0 Berliner HandelSaefelllchast . 4 Commerz- und Privat-Bank . O Darmstädter und Nationalbant 0 Deutsche Bank und Tisconto-Gesellschaft... o Dresdner Bant...... o Reichsban' .......i; A.E.G...........o Bergmann.........o Glcftt. LieserungSgesellschast. 5 Licht und Straft...... c Fellen & Guilleaume.... o Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität . . . SB Schuckert & (So....... 0 Siemens & Halske..... 9 Lahmeyer & (So.......10 Buderu^..........4 Deutsche Erdöl.......t Gelsenkirchener.......v Harpener..........0 Hoesch Eisen.........6 Ille Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... Sllörfnetw. le ......6 Mannesman Rühren .... 6 Mansseiecc Bergbau.....O Lberschles. Kokswerke .... 8 Phönix Bergbau......4’/2 Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl.........6 16,13 16,5 39 89 16 18,5 75 18,5 127 34,5 69 80 46 66 71 132,5 95 34 73,9 36 62,65 27 44,25 16 18,75 176 55 15,65 16,5 40 90 16 18,5 75 18,5 129,5 - 79,75 45 66,25 73 71,75 132,5 94 34 74 36,25 63 27,25 46 16 18,75 178,5 55,5 16 16,4 39,5 89 53,5 75 61,75 126,65 34,4 66,75 79,5 46,5 66,13 71 131,75 95 33,65 73,75 35,5 60,25 30,25 95 26,65 43,5 16,65 35,75 18,4 177,5 55 15,4 22,75 16,13 39,65 90 53,5 75 61,75 129,4 34,5 68 79,5 45,75 66,75 71,9 131,75 95 32,75 74 35,9 62,65 31,13 93,25 27,5 45,5 17 36 19,25 179 55,9 Rieben Montan......1,. Bereinigte Stahlwerke . . . . O Ltavi Minen....... 0 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth ... 9 I. G. Farben-Jndustrie ... 7 Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........O Rütgerswerke........O Metallgesellschast.......O Philipp Hotzmann......C Zementwerk Heidelberg. ... 4 Eementtverk Karlstadt.....0 Watch S Frehtag.....0 Schultheis Patzenhofer ... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) O Bemberg........ 0 Zellstoff Waldhof..... 0 Zellstoff Aschaffenburg ... 0 Dessauer Gas........7 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum .....O Orensteiu & Koppel.....0 Leonhard Tietz.......6 Svenüka......... 0 Ehade..........12 frankfurter Maschinen . . . . 0 Gritzner..........g Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 4 Süddeutscher Zucker.....g 14,75 14,5 100,5 106,5 173 91,25 138,25 24,13 37,5 32,9 47,5 46,5 5,5 42,5 40 34 22,25 17,4 40,5 44 173,75 19 109 15,75 14.5 100 173 90,9 138,5 25,13 37,25 34 46,5 46,75 5,5 43 40,5 22,25 1?,5 40 43 19 109 14,65 14,13 100,25 108 175,75 90,9 23,5 37.4 32,75 47,25 59 42,5 39,75 35 22 89,25 16,75 39,4 29,75 44,75 174 108,25 15,65 14.13 103,25 174,25 90,75 25,4 37,25 34 47 57,13 43,13 39,25 34 22 89,5 16,75 40,75 30 43,25 174,5 19 108,25 Helsingsors . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Reuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan.. Jugoslawien. Lissabon . . 6.285 51,95 12,465 3,057 169,78 73,23 77.87 75,07 14,62 0,878 4,209 58,39 21,58 16,495 82,00 33,87 81,97 1,019 0,324 6,693 13,34 6,296 52,05 12,485 3.063 170,12 73,37 78,03 75,23 14,66 0,882 4,217 58,51 21,62 16,535 82,16 33,93 82,13 1,021 0,326 6,707 13,36 Banknoten 6,284 51,95 12,465 3,057 169,78 73,13 77,82 74,92 14.61 0.878 4.209 58,40 21,58 16,50 81,99 33,87 82,08 0,999 0,324 6,693 13,34 6,296 52,05 12,485 3,063 170,12 73,27 77,98 75,08 14,65 0,882 4,217 58,52 21,62 16,54 82,15 33,93 82,18 1,001 0,326 6,707 13,36 Serlin, ,9-August Geld ÄÄIs Amerikanische Roten....... Belgische Roten......... Dänische Roten......... Englische Roten......... Französische Roten........ Holländische Roten........ Italienische Roten....... Norwegische Noten........ Deutscl«. Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarische Noten........ 4.20 58,24 77,64 14,57 16,46 169,41 21,54 72,95 2,49 74,75 81,81 33,73 4,22 58,48 77,96 14.63 16,52 170,09 21,62 73,25 2,51 75,05 82,13 33,87 L'ssä DieDDug fliWjtiilb D‘<5d) £Äiw“ • - »i* "ÄZS. Wliar für Arbeit Mr von uns zwe mn- taÄ SLLÄ tenbe Ideen bisher Organisation ta V kal ausgesprochen tt begründete anschnev« band, dessen Dindm eng sind, der in sem berufen ist, große 2 mit einem so umw Oeffentlichkeit trete, scheinend immer nod Wirtschaft vor dem bie wir 46 000 beutst sind über die T chi schast besser ui er schallsicher Interesse Entscheidendes, so Deutschland in dieser vor Augen: ein gro einfach nicht mehr in auch nur noch die zuzahlen, die sie jetzt Hunger und Derelen „Kann man", so ei Landgemeindetages, Weitung, die eine reicht, Arbeitsbi einem Ausmaße bett geholfen wird?" Dr. ( und von diesem Ged wickelte er das Wirts «MüMages. Er s Urv, Ke eine ftre mehreren MiU sollen das Land vei Ernährung des deu Dodenwachsium sich schen Belangen Be politische Qhifbaua Eelbstversorgungsgi sollen folgende sein der deutschen Strati zur Quelle, Einde arbeiten zur Äeui landwirtschaftlicher Auf Doden°Melioi zu legen Dolkspoli. das Ziel haben, I lchaftliche Grundlaq Verchen Weltgeltu Handwerkersiedlung, land, gärtnerische t m den Großstadt- u Ä unhaltbar Verkehre B Daureifn durch Dau großer SS- und Ausbi Ä^^nehes ge Zasserft Petzes von Fluaplä A'- Dasser- und ne? usw. usw. auÄC Fan 'st Qis 2,die Forderung, l Sas s Sä HssL". rere Mu dem un L-ss K-K-r