Mittwoch, 20. Juli 1952 182. Jahrgang ar. 08 Krühaasgabe Kampf um Preußen 12. Fällen nicht Herr der * Erregte Aussprache im preußischen Staatsrat 3. 4. 5. 8. 9. 11. gekommen find, und es sich preußische Polizei in vielen Lage war. Jn der Abendpresse wird Mit tiefer Besorgnis habe ich weiter in "den letzten Monaten beobachten müssen, wie sich die kommunistische und sozialdemokratische Propaganda unbehindert übersteigern durfte, wie in ihrer Auswirkung die Unsicherheit im Lande anwuchs und Ueberfälle und Morde sich von Tag zu Tag in erschreckendem Maße mehrten. Ich habe nicht die Ueberzeugung gewonnen, daß von feiten der geschäftsführenden preußischen Regierung die ihr zu Gebote stehenden Machtbefugnisse in der Weise gebraucht worden sind, wie es zur De r- Hinderung des Schwindens der Staatsautorität notwendig gewesen wär«. In diesem Verantwortungsgefühl gegenüber der Mehrheit des Volkes, das der Landtag vertritt, und aus der Ueberzeugung heraus, daß die Mehrheit des Volkes den bestehenden Zustand nicht billigt, halte ich mich persönlich für verpflichtet, beider Reichs- regierung anzuregen, ob nicyi bis zur Wiederherstellung oerfassungsgemäßer Zustände in Preußen die Pölizeigewalt besser vom Reich übernommen wird. daß auch die letzten 14 Tage des Wahlkampfes m Tausenden von Versammlungen das wohlbekannte Bild der disziplinierten nationalsozialistischen Massen sehen werden. Sollte allerdings die Maßnahme des Kabinetts Popen dazu bestimmt oder geeignet sein, den sozialdemokratischen Polizeipräsidenten der schwarz-roten Länder eine handhabe zu geben, die von uns mühsam erkämpfte P r o p a g a n d a s r e i - h e i t erneut zu sabotieren ,so wird die jetzige Rcichs- regierung sich klar darüber fein müssen, daß es dann für die NSDAP, nur noch allerschär f st e K a m p f st e l l u n g geben könnte. Wir werden die Taten des Kabinetts ebenso abwarten wie bisher und hoffen, bald einwandfrei feststellen zu können, ob hinter der neuen Notverordnung wirklich der Wille steht, die marxistischen Mordzellen auszuräuchcrn oder nicht vielmehr der Wille des Herrn Scvering, dem verhaßten Na- tionalsozialismus die gefürchtete Propagandawaffe noch in der letzten Minute aus der Hand zu winden, wa sbekanntlich der einzige Zweck der roten Mord- offensive der letzten Tage gewesen ist. papen verhandelt mit dem gescha'fissührenden Preußen-Kabinett Berlin, 19. Juli. (LAB.) Reichskanzler von Popen hat für morgen die preußischen Minister hirtsiefer und Severing zu einer B e - sprechung gebeten, die offenbar dem Zweck dienen soll, die Bekämpfung der Ausschreitungen nach einheitlichen Gesichtspunkten zu regeln, wie verlautet, wird die Reichsregierung bei diesem Empfang darüber Aufklärung erbitten, was in Preußen zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung unternommen wird. Falls hirtsiefer und Die „Germania- teilt mit, sie habe von zuverlässiger Seite erfahren, daß nach den Beratungen der Reichsregierung die Einsetzung eines Reichskommissars in Preußen so gut wie sicher fei. Jn der Besprechung des Reichskanzlers mit den Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspsennig: für R- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.f).2hi)iiot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Dießen. davon gesprochen, daß des Reiches für zugelassen: 1. Sozialdemokratische Partei Deutschlands, 2. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpari tei (Hitlerbewegung), Kommunistische Partei Deutschlands, Deutsche Zentrumspartei, Deutschnationale Volkspartei, Deutsche Staatspartei, Bayerische Bolkspartei, Christlich-Sozialer Dolksdienst (Evangelische Bewegung), Deutsche Bauernpartei, ein Zivilkommifsar Preußen eingesetzt werden soll, dem dann d i e gesamte preußische Verwaltung unterstehen würde. Maßnahmen anderer Art wären einstweilen nicht beabsichtigt. Man meint, daß hierfür eine rechtsstehende Persönlichkeit ohne ausgesprochenen parteimäßigen Charakter, etwa ein Oberbürgermeister oder ein höherer Verwaltungsbeamter, auserschen werden soll. Severing nicht in der Lage sein sollten, eine dem Kanzler befriedigendeErklärungab- zugeben, so ist damit zu rechnen, daß die Reichsregierung sofort von sich aus entscheidende Maßnahmen beschließen wird. Die preußischen Minister dürften deshalb allein gebeten worden sein, weil nach Auffassung der Reichsregierung die politischen Unruhen fast nur in Preußen oor- "' erwiesen hat, daß die 21 Reichswahlvorschläge amtlich zugelaffen. Berlin, 19. Juli. (WTB.) Der Reichs- Wahlausschuß trat heute unter dem Bor- sitz des Reichswahlleiters Prof. Dr. Wagern a n n zur Prüfung und Zulassung der eingereichten Reichswahlvorschläge zusammen. Es wurden, wie amtlich mitgeteilt wird, folgende 21 Reichswahlvorschläge für gültig erklärt und Wie di« Zeitungen melden, hat der Minister hirtsiefer am 15. Juli in Köln in einer Wahlversammlung erklärt, irgendeine Koalition mit den Nationalsozialisten sei für die Zentrums - fraktion ausgeschlossen. 5. Obwohl ich bei dieser Lage zur Behebung der Krise eine nochmalige Befragung des Volkes für notwendig halte, habe ich doch den Dreierausschuß zur Beschlußfafsung nicht berufen, weil ich nicht annehmen kann, daß die übrigen Mitglieder, nämlich der Mimsterprairden der geschästsfuhrenden Regierung und der Präsident des in seiner Zusammensetzung nach den Wahlen vom 24. April dem Willen des Volkes nicht mehr en t-sprechenden Staatsrates, meinem Antrag auf Auflösung des Landtages zustimmen werden. Auch nach meiner Auffassung kann es feinem Zweifel unterliegen, daß die durch den alten Landtag oorgenommene Geschäftsordnungsänderung verfassungswidrig ist. Die preußische Verfassung bestimmt in ihrem Artikel 45: „Der Landtag wählt ohne Aussprache den Ministerpräsidenten-. Diese Fassung läßt keinen Zweifel darüber, daß dem Landtag g a r n i ch l die Berechtigung zusteht, die Ministerpräsidentenwahl zu verschieben oder sie unmöglich zu machen durch die Bedingung, daß eine absolute Stimmenmehrheit für die Dahl notwendig ist. Durch die Bestimmung „ohne Aussprache" hat die Verfassung augenscheinlich beabsichtigt, die Machtstellung, die sonst einer kleinen Partei bei der Bildung der Regierung zukäme, zu brechen. Die jetzt getroffene Geschäflsordnungsänderung ist also in Wahrheit eine Verfassungsänderung, für die eine Zweidrittelmehrheit notwendig war, die aber weder im alten, noch im neuen Landtag für sie erreicht ist. Ich bin als Präsident des Landtages nicht gewillt, widerspruchslos zu dulden, daß der Wille des Volkes, von dem nach Artikel 2 der Verfassung alle 'Staatsgewalt ausgeht, durch eine der Verfassung zuwiderlaufende, von einer einfachen Mehrheit des Hauses beschlossenen Geschäftsordnungsänderung in sein Gegenteil verkehrt wird. Der Artikel 59 der Verfassung sieht zwar die Führung der Geschäfte durch ein Kabinett vor, das nicht mehr das Vertrauen des Hauses und damit des Volkes hat. Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß eine solche Losung nur einen vorübergehenden Zustand bilden darf, und den Landtag nicht befreit von der zwingenden Begründung des Artikels 45, ohne Aussprache den Ministerpräsidenten zu wählen. Der Landtag ist, wie auch der Staatsgerichtshof anerkannt hat, nicht einmal befugt, irgendeinen der geschäftsführenden Berlin, 19. Juli. (TU.) Der Preußische Staatsrat beschäftigte sich mit einem sozialdemokratischen Antrag, auf die Reichsregierung mit stärkstem Rachdruck wegen sofortigerEin- führung des LIniformverbots einzu- wirken, sowie mit einem Zentrumsantrag, darüber hinaus gegen jeden ungesetzlichen Waffen- undSprengstoffbesihmit unnachsichtlicher Strenge vorzugehen. DrMeerseld- Köln (Soz.) wies darauf hin daß Deutschland s ch o n m i t t e n i m Bürge r k r i e g stehe. Die Kommunisten seien zweifellos mitschuldig, aber zum weitaus größten Teil trügen die Rationalsozialisten die Schuld Junge Menschen würden systematisch aus Mord dressiert, die politischen Gegner würden für vogel- frei erklärt, und wenn sie der Mordgter der Braunhemden entgehen sollten, erwarte sie, wenn die „R^is" zur Macht kämen der Galgen umJo sicherer Die Reichsregierung trage die Mitschuld an diesen Gewalttaten, denn sie habe aus der Aufhebung des Uniformverbots em Politisches Geschäft gemacht. Es sei schmutzige Heuchelei, wenn sich die ..Razis" als verfolgt hlnstellen und wenn behauptet werde, daß den SA.-Leuten Führen °°n Wallen nach streng °erb°ten len Sollte es etwa richtig sein, daß die Reichsregierung das Chaos mit Absicht herbeifuhren wolle, um Preußen möglichst schnell ben Reichs kommissar aufzwingen zu können? Weberdos eine noch das andere erscheine in diesem Kabinett ler umgrenzten Möglichkeiten als ^unmöglich. Er wolle aber darauf Hinweisen, welche politischen Folgen sich in den Westprovinzen aus einem Belagerungszustand ergeben konnten. Der Rationalsoz. Sprenge r (Franffurt a MI wies diese Angriffe scharf zuruck und erklärte, sie bedeuteten eine Summe von politischem va- dismus, wie man ihn feiten erlebt habe. Sozial- Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Utilagtn: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats-Bcjugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: zronkfurt am Main 11686. Strafanträge imDeocheimyrozeZ Berlin, 19. Juli. (CNB.) Im Devaheimprozcß stellte nach vierstündigem Plädoyer der Staatsan walt folgende Strafanträge: Gegen Pastor Cremer wegen fortgesetzter Untreue drei Jahre Gefängnis, gegen Claußen wegen fortgesetzter Untreue drei Jahre Gefängnis und sofortige Verhaftung, gegen Generaldirektor Wilhelm I e p - p e l wegen fortgesetzter Untreue, Betruges in zwei Fällen, Urkundenfälschung und Bilanzverschleierung zwei Jahre sechs Monate Gefängnis, gegen Ernst Wilhelm Cremer wegen fortgesetzter Untreue und Betruges acht Monate Gefängnis, gegen Paul I e p p e l vier Monate Gefängnis und gegen Kocks drei Monate Gefängnis, während er bet Pfarrer Müller Freispruch mangels Beweises beantragte. . .. Der Staatsanwalt wies auf die Vorwürfe hin, die in der Oeffentlichkeit gegen kirchliche Organisationen erhoben worden seien, man müsse einen ganz klaren G r e n z st r i ch zwischen der Kirche und den kirchlichen Organisationen einerseits und den Angeklagten anderseits ziehen. Wenn man überhaupt von einer „Mitschuld" kirchlicher Verbände reden wolle, so fei es eine tragische Schuld, die darin liege, daß' die Entwicklung der Wohlsahrtspslege kirchliche Organisationen, insbesondere den Zentralausschuß für Innere Mission, zur Verteilungsstelle staatlicher Gelder gemacht habe und den Zentralausschuß dadurch gezwungen habe, sich auf ein ihm wesensfremdes Gebiet zu begeben. demokraten und Kommunisten trügen die Schuld ! an dem heutigen Zustande. Das Zentrum sei mitverantwortlich für das, was nach der Revolution geschehen sei. Die Bildung der nationalsozialistischen Schuhtruppen sei auf die mörderischen Angriffe der Marxisten zurückzufuhren. Aeberall trete den Rationalsozialisten im Reichsbanner und in den Kommunisten der organisierte Mord entgegen. Das deutsche Bolk werde nicht achtlos an den vielen hingemordeten Rationalsozialisten vorübergehen. Die Arbeitsgemeinschaft gab eine Erklärung ab. in der die blutigen Zusammenstöße auf das tiefste beklagt werden. Die Ursachen dieser Unruhen lägen aber nicht in der Aufhebung des Uniformverbots, sondern in planmäßiger kommunistischer Hetze und den von dieser Seite kaltblütig vorbereiteten Ueberfällen auf Andersdenkende. Es sei unbedingt nötig, dagegen scharf vorzugehen, damit sich der friedliche Teil der Bevölkerung auch in Parteikleidung politisch betätigen könne. Bon der Reichsregierung seien weitere Maßnahmen zu erwarten. Der Zentrumsantrag wurde schließlich mit den Stimmen der Antragsteller und der Sozialdemokraten angenommen. Durch ihn erledigte sich der sozialdemokratische Antrag. Die NSDAP, zum Demonstrationsverbot. München, 19. Juli. (TU.) Zu dem Demonstrationsverbot der Reichsregierung schreibt die Nationalsozialistische Korrespondenz u a. folgendes: AKr Nationalsozialisten hoben keine Ursache, die Bestimmungen der neuen Verordnung, in der wir eine er st e Maßnahme gegen den unerträglichen roten Terror erblicken möchten, etwa als gegen uns gemünzt anzusehen. Wir werdendafur sorgen. 14. Landbund, 15. Deutsch-Hannoversche Partei, 18. Höchstgehalt der Beamten 5000 Mk. für die Arbeitslosen und bis jetzt abgewiesenen Kriegsbeschädigten, 19. Deutsche Einheitspartei für wahre Volkswirtschaft, Unterstühungsempsängerpartei Deutschlands, 20. Deutsche Sozialistische Kampfbewegung, 21. Rationale Minderheiten in Deutschland, 22. Rationale Mitte, Großdeutsche Freiheitsbewegung gegen Faschis» und Unsozialismus, 23. Schicksalsgemeinschaft deutscher Erwerbsloser (Erwerbslosenfront), 24. Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bauern, 25. Freiwirtschaftliche Partei Deutschlands (Partei für krisenfreie Volkswirtschaft), 26. Gerechtigkeitsbewegung für Parteienverbot, gegen Lohn-, Gehalts- und Rentenkürzun- gen, für Arbeitsbeschaffung, 27. Deutsche Volksgemeinschaft. Landtagsmäsident fierrl schreibt an den Reichskanzler. Tas Reich soll durch Notverordnung »Eingreifen. Berlin, 19. .Juli. (TU.) Der Rationalsozialistische Zeitungsdienst gibt den Wortlaut eines Briefes bete Präsidenten des Preußischen Landtages, Ker'cl, an den Reichskanzler v. P a p e n wiedk r. Kerrl teilt eingangs mit, daß feine Demühunfzen um die Bildung einer verfassungsmäßigen. Regierung in Preußen erfolglos geblieben sind und berichtet dann über die dadurch entstandene Lage. Die von lern verflossenen Landtag in letzter Stunde vor- genommene Geschäftsordnungsänderung ist mit einer von den Kommunisten bis zu dem Zentrum greifenden Mehrheit von dem I reuen Landtag bestätigt worden. 1. Die stärkste Fraktion des Hauses, die RSDAP., war durchaus bereit, die ihr durch die Wahlen zugefallene Verantwortung für die Regierungsbildung zu übernehmen und einen Kandidaten für das Amt des Minister- präsidenter. zur Wahl zu stellen. Sie verlangte , ober, daß der Ministerpräsident vor seiner Wahl keinerlei Bedingungen zu übernehmen brauche, l.ondern völlige Freiheit in der Bildung des Kabinetts und der Festlegung hes Regierungsprogramms behielte. Die Zentr umsfrattion lehnte diese Forderungen ab und. beschloß, die Wahl bis nach idem ?> 1. Juli z u vertagen. Da bei der bestehe nden Lage die Wahl so doch zwecklos war, stimmte die nationalsozialistische Fraktion diesem Teschs uß zu. 2. Die geschäftsführende Regierung hat dem Land tag einen Etat vorgelegt. Seine Beratung konnte noch nicht erfolgen, seine Rich tannahme steht aber nach den Erklärungen der Mehrheit des Hauses im Aeltestenrat bereits jetzt fest. .?.. Durch die Vereitelung des vom Landtag be= sh'.ofsenen Amnestiegesetzes, gegen das der üb eraltcrt« Staatsrat Einspruch erhob, war die <5 timmung bei der Mehrheit des Hauses derart erregt, daß es mir richtiger erschien, den Landtag ,uor dem 31. Juli nicht mehr zu berufen. 4. Die NSDAP, hat mir keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie von ihrer Forderung für di« Wahl eines Ministerpräsidenten auch nach dem 31. Juli nicht abgehen würde. Ihr Fraktionsvorstand hat Auftrag gegeben zur Klageerhe- bung auf Feststellung her Derfassungs- Widrigkeit d e r Geschäftsordnungs- önder'ung vor dem Staatsgerichtshof. Minister aus seinem Amte zu entlassen. Die geschäftsführende Regierung dagegen ist in der Lage, sich über jeden Beschluß des Landtags hinwegzusetzen und hat das auch bereits bei den verschiedensten Beschlüssen des Landtages getan. Damit ist für das Land Preußen ein R o t st a n d h e r e i n g e b r o ch e n , der bei der bestehenden Lage durch den Landtag nicht geändert werden kann, der aber zur Herstellung wahrhaft verfassungsmäßiger Zustände unbedingt geändert werden muh. Jch glaube nicht, daß erst die Entscheidung des Staatsgerichtshofes in dieser Frage abgewartet werden kann, sondern möchte der Reichsregierung zur Erwägung stellen, ob nicht durch den Herrn Reichspräsidenten auf Grund des Artikels 48 eine Verordnung erlassen werden kann, durch die dieser unwürdige, dem willen der Mehrheit des preu- hischen Volkes nicht entsprechende Zu st and abgeändert wird. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen find rnib Verlag: vrühl'fche Aniverpläts-vAch. mtb Stehtöniderci K Lange in Gießen. Zchristlettnng und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. preußischen Ministern hirtsiefer und Severing sollen diese über das geplante Vorgehen des Reiches unterrichtet werden. Das Verfahren, so behauptet die „Germania", das der Reichskanzler dabei ein- zuschlagcn gedenke, sei so, daß er an die preußische Regierung dieAufforderungrichten wolle, freiwillig zurückzutreten, um dem Reichskommissar, als welcher nach der „Germania" übrigens Herr v Papen selbst fungieren soll, Platz zu machen. Sollte die preußische Regierung dieser Aussorderung nicht nachkommen, dann sei, wie das Blatt behauptet, geplant, für das preußische Gebiet den Ausnahmezustand zu erklären. Aus diese Meise würde dann ohnehin die ganze vollziehende Gewalt auf das Reich übergehen. Jn diesen Plan solle ferner auch die Beseitigung einer Reihe preußischer Staatssekretäre eingeschlossen fein, die der Reichsregierung aus politischen Gründen unbequem wären. Das Zentrumsorgan schließt an diese Mitteilungen einen längeren Kommentar, in dem es hervorhebl, daß nach seiner Meinung die rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen für die Linsehung eines Reichskommissars in keiner Weise gegeben wären. Ls schließt mit einer Warnung an die Reichsregierung und betont, daß die Regierung die neue Verantwortung, die sie für diesen folgenschweren Eingriff übernehme, nicht fragen könne. Amtlich wird hierzu ausdrücklich erklärt, daß die Behauptung, für das preußische Gebiet solle der . Reichswahlvorschläge sind für gültig Ausnahme ; ustand erklärt werden, v e r k l ä r t u n d z u g e l a s s e n unter der Vor kommen falsch sei. Ebenso seien keine an- Aussetzung, daß an dies« Reichswahlvorschläge deren Beschlüsse seitens der Reichsregierung abgeschlossene Kreiswahlvorschläge cinge- gefaßt worden. Die Reichsregierung warte viel- reicht und zugelassen worden sind, andernfalls die mehr die Auswirkungen ihrer Maß- zugelassenen Reichs wähl list en nachträglich wieder nahmen zunächst ab. Damit entfielen auch gestrichen werden. Bei den Wahloorschlägen fallt „UeUupU™, d>- » —«ul»««.. | M b-6 L—«^1°, 13, wu.^7 mern ursprünglich für die DVP., die Wirtschafts- partei, das Landvolk, die Konservative Volkspartei, die Dolksnationale Reichsvereinigung und die SAP. Deutschlands vorgesehen waren, die indessen keine Reichs-Wastlvorschläge eingereicht haben. Die Wahlvorschläge der „Partei der Erwerbslosen für Arbeit und Brot", der „Einheitsbewegung aller Schaffenden", des „Deutschen Staatsbürgerbundes" und einer „Katholisch-Sozialen Nationalpartei" sind entweder nicht eingereicht oder nicht als gültig anerkannt worden. Pfarrer Cremer fei die peinliche Figur dieses Prozesses. Er sei aus Berechnung und eiskaltem Zynismus zusammengesetzt und habe nur das einzige Ziel vor Augen gehabt, sich und seiner Familie auf Kosten anderer ein Vermögen zu erwerben. I e p p e l sei, nachdem er Generaldirektor wurde, geblieben, was er gewesen sei, nämlich ein Mensch ohne Charakter. Man könne nicht einmal sagen, daß er einen schlechten Charakter habe. Claußen endlich sei durch seine guten Umgangs- formen und sein gewandtes Auftreten besonders gefährlich. Er sei der Typ eines Menschen, der viel zu früh gelernt habe, wie man über Leichen gehe. Die anderen Angeklagten seien absolute Nullen. Der Staatsanwalt ging dann auf den Gegenstand der Anklage ein, schilderte die Entstehung der verschiedenen sehr verschachtelten Gesellschaften und bezifferte den Schaden nach den Fest- st e l l u n g e n der Sachverständigen bei der Baugenossenschaft Mülheim-Ruhr auf 16 Millionen, bei der Devaheim und Deuzag auf 15 bis 2 0 Millionen Mark. Es sei vollkommen erklärlich, wenn die Oeftentlichkeit in höchster Erregung darüber sei, daß in ganz kurzer Zeit eine solche Millionensumme verwirtschaftet werden konnte. Die Angeklagten seien besonders schwer zu bestrafen wegen der unerfreulichen Verquickung von Religion und Geschäft. Man müsse sich die armen Leute vorstellen, die ihr Letztes verloren im Vertrauen darauf, daß ein Unternehmen nicht schlecht sein könne, das von der Kirche propagiert wird. .So hätten die Angeklagten auch das Vertrauen zur Kirche und den ihr angegliederten Organisationen untergraben. Tausende seien es, die Sühne verlangen und Gerechtigkeit heischen. Oer Anschlag auf den ^eichsbankpräsidentenLuihervorGerichi In der Mitte stehend: Dr. Max R o o s en. — Links sitzend: Walter Kertscher. Berlin, 19. Juli. (ERB. Funkspruch.) Bor dem Erweiterten Schöffengericht Berlin-Mitte begann der Prozeß gegen den 59 3ahre alten Rechtsanwalt Dr. Roosen und den 34jährigen Volkswirtschaftler Werner Kertscher, die am 9. April d. 3. auf dem Potsdamer Bahnhof einen R e v o l v e r a n s ch l a g auf den Reichs- bankpräsidenten Dr. Luther verübten. Bei der Vernehmung der Angeklagten gab Dr. Roosen eine ausführliche Schilderung seines recht bewegten Lebens. Er wurde in Buenos Aires geboren.„ besuchte in Wandsbek bei Hamburg das Gymnasium, wurde Referendar am Kammergericht und Assessor beim Oberlandesgericht in Hamburg. Zum Doktor promovierte er m Heidelberg und ließ sich dann in Hamburg als Anwalt nieder. 1908 übersiedelte er nach Berlin, wo er sich mit Finanzgeschäften befaßte. Nebenher beschäftigte er sich mit Finanzreformplänen und trat auch publizistisch hervor. Politische Beweggründe oder Hintergründe für ihr Vorgehen existieren nicht. Bei der Ausarbeitung des Währungsprogramms habe er sich mit Werner Kertscher ange- freundet. Er habe erkannt, daß cs mit dem Programm allein nicht getan sei: man mühte auch das Rüstzeug schaffen, um das Programm zu festigen und wirtschaftlich zu fundieren. Es gäbe keinen Mann von Bedeutung, den er nicht bearbeitet habe, ohne daß er damit hätte durchdringen können. Zuletzt endlich habe er sich nur mit der Attacke auf die Reichsbank beschäftigt. Lieber die Tat selbst machte er, trotz einiger Hinweise des Vorsitzenden, keine weiteren Angaben. — Die Vernehmung des zweiten Angeklagten Werner Kertscher beschränkte sich auf die Feststellung seines Bildungsganges. Der Nebenkläger, Reichsbankpräsident Dr. Luther, als Zeuge berichtete dann über den Anschlag auf dem Potsdamer Bahnhof. Für ihn liege der Tatbestand so, daß ein Mann, der mit seinen Ansichten nicht durchgedrungen sei, zur Waffe greife, um auf einen hohen Beamten zu schießen, nur um eine Gerichtsverhandlung herbei- zuführen, in der er seine Ansichten verbreiten könne. Dazu seien die ordentlichen Wege da. Wenn diese nicht zum Ziele führten, müsse man eben als Staatsbürger verzichten. Das Gericht beschloß, die Vollstreckung der Verhaftung vorläufig zunächst bis morgen auszusetzen, um den Angeklagten Gelegenheit zu geben, ihre Beweisanträge vorzubereiten. Dieser Beschluß wurde von den Zuhörern mit Händeklatschen ausgenommen. Die Weiteroerhandlung wurde dann auf Mittwoch vertagt. Oas Urteil im Kieler Hitler-Prozeß. Kiel, 19.Juli. (111.) Irn Kieler Prozeß Hitlers gegen den Hauptschriftleiter der „Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung", Würbe, wurde das Urteil gefällt. Dem Beklagten wird bei Androhung einer Geldstrafe im Fall der Zuwiderhandlung i n jedem einzelnen Fall verboten, zu behaupten, der Kläger bereite den Bürgerkrieg vor, er habe Putschanordnungen ergehen lassen und den Befehl gegeben, die öffentlichen Gebäude zu besetzen, Lebensmittel und Waffen zu requirieren und die Kassen nicht zu vergessen. Im übrigen wird die Klage abgewiesen. Die Kosten trägt zu einem Fünftel der Kläger und zu vier Fünfteln der Beklagte. Das Urteil wird für vorläufig vollstreckbar erklärt.—Dem Prozeß lag eine Behauptung Wurbs zugrunde, daß Hitler den Bürgerkrieg bis ins Einzelne vorbereitet habe. Der Schauplatz der Slraßeukämpse in Mona. i II ä ; ne». ..... Polizei-Patrouillen-Wagen in der Altonaer Marienstraße, Ecke Große Johannisstrahe, wo die folgenschweren Kämpfe zwischen der Polizei und den Kommunisten stattfanden. Insgesamt wurden an diesem Schreckenstage 16 Personen getötet und etwa 50 verletzt. Einigung der Alliierten in Genf ohne Hinzuziehung Deutschlands. Oie deutsche Forderung nach Gleichberechtigung soll beiseite geschoben werden. Genf, 19.Juli. (TU.) Die Vertreter Englands, Frankreichs, Italiens und der Vereinigten Staaten haben am Dienstagnachmittag eine streng vertrauliche Sitzuna abgehalten, an der Simon, Herriot, Balbo, Gibsön und Norman Davis teilnahmen. Zum Schluß der Verhandlungen wurde auch Be- nefch hinzugezogen, lieber das Ergebnis der Sitzung wurde von amerikanischer und französischer Seite übereinstimmend mitgeteilt, daß zwischen den vier Großmächten eine völlige Einigung über den Text der Vertrags- entschließung bis auf die Frage der Herabsetzung der schweren Geschütze erzielt worden sei. Die Streitfrage über das Ver - bot des Bombenabwurfs s ei im französischen Sinne geregelt worden. Der Text der endgültigen Vertagungsentschfte- ßung, die eine Zusammenfassung der verschiedenen Abrüstungsbeschlüsse enthält, wird noch in der Nacht zum Mittwoch den übrigen Abordnungen übermittelt werden. Die vertraulichen Besprechungen zwischen den Großmächten werden am Mittwochvormittag fortgesetzt werden. Der Text der Dertagungs- entschließung enthält keinen Hinweis auf die deutsche Gleichberechtigung und lediglich die Klausel, daß die. Einbringung von Anträgen den Mächten vorbehal- t e n bleibt. Für Mittwochnachmittag ist der Hauptausschuß der Konferenz einberufen, dem dann der endgültige Text der Vertagungsentschließung vorgelegt werden soll. In leitenden Kon- ferenzkreisen wird erklärt, die Verhandlungen tm Hauptausschuß würden unter allen Umständen noch im Laufe dieser Woche zum Abschluß gebracht und die Konferenz werde sodann auf einige Monate vertagt werden. Die deutsche Abordnung ist trotz der bereits zweitägigen Anwesenheit Herriots in Genf in die Verhandlungen noch immer nicht eingeschaltet worden. Ein« Besprechung zwischen Herriot und Radolny ist jedoch für Mittwoch vc'rgesehen. Die deutsche Abordnung ist durch die Einigung der vier anderen Großmächte vor t> t e Tatsache eines endgültigen Texte s gestellt worden. Es bestätigt sich damit Uve Vermutung, daß die Großmächte jetzt so schnell wie möglich zu der Grundlage eines allgemeinen Abrüstungsabkommens gelangen wollen, .ohne hierin eine Anerkennung der deutschen G leichberechtigung aufzunehmen. Die französische Taktik geht immer stärker in der Richtung über die Vereinbarungen der vier Großmächte ein e n d- gültiges Abkommen zustandezubrin^en, um erst nach der Annahme dieses Abkommens die Frag« der deutschen Gleichberechtigung im negativen Sinne zu erledigen und die deuis che Regierung in die Zwangslage zu setzen, Ine Verantwortung für den Ausgang der AbrüstunP?- konferenz zu übernehmen. Die deutscheAbordnung hielt amDiens-- tag mehrfach interne Besprechungen über bf.e Stellungnahme zu der erwarteten Vertagungsentschließung ab. Die deutsche Abordnung steht jetzt vor der außerordentlich ernsten Frage, o b eine weitere Mitarbeit an der Konferenz überhaupt noch möglich ist. Es zeigt sich, daß die seit fünf Monaten hinausgezögerte Inangriffnahme -er Frage der Gleichberechtigung sich jetzt in verhängnisvoller Weise auswirkt. Die Konferenz kann zu einer eindeutigen Stellungnahme zu der deutschen Forderung auf Gleichberechtigung nur noch dann gezwungen werden, wenn die deutsche Regierung jetzt einendahingehendenAntrag beim Präsidium der Konferenz einbringt. Ob ein derartiges Vorgehen von deutscher Seite erfolgt, steht abev-noch nicht fest. Dreißig Sekunden. Von (5. Lüders. Inspektor Gray hob den Glasdeckel der Schatulle an und nahm den Revolver heraus, der darin lag. „Dieses Stück meiner privaten kriminalistischen Sammlung, meine Herren, ein Revolver wie viele andere, nichts Ungewöhnliches allo, hat natürlich seine ganz besondere Geschichte. Diese Geschichte wird aber auch Sie interessieren, nicht nuc deshalb, weil sie einen sehr gefährlichen Moment meines Lebens schildert, sondern hauptsächlich darum, well ich diesen Gefahrenpunkt unter Ausschaltung jeder gedanklichen Ueberlegung rein instinktmäßig, wie ein Tier, überwand." Gray machte eine kurze Pause und blickte sinnend auf die winzige Stahlwaffe in seiner Hand. „Es war vor wenigen Jahren. Ich arbeitete damals in Chi- fago, in jener Zeit, als Fred Campton die Belegschaften sämtlicher Polizeireviere auf den Beinen hielt. Sie werden sich ja dessen noch erinnern. Dieser Campton nun war zwar ein Bursche von ungewöhnlicher Brutalität, aber dabei, wie sich später herausstellte, feige und unentschlossen. Die treibende Straft bei seinen Unternehmungen war Mildred Harrison, seine Geliebte. Sie sollte blond und schön sein, wie sich das für die Freundin eines so bekannten Gangsters gehört. Man rühmte ihre unweibliche Energie und fürchtete ihre echt weibliche Grausamkeit. Ich wollte zuerst den Gerüchten nicht recht Glauben schenken, wurde aber eines anderen belehrt, als ich Fred Campton hinter Schloß und Riegel hatte und trotzdem der Vernichtungswille sowie die Einheit seiner Bande dadurch nicht im mindesten Abbruch erlitt. Von nun an kämpfte ich einen unheimlichen Kamps gegen Mildred Harrison. Meine energischen Versuche, diese Frau ebenfalls zu verhaften, mißglückten genau so wie ihre verschiedenen Anschläge auf mich. Eines Tages faßten wir wieder einen ihrer Leute. Auf mein Betreiben verriet mir der Kerl unter Zusicherung völliger Straffreiheit und eines Freibilletts nach Südamerika den Aufenthalt der Harrison. Es war eine trübe, regnerische Nacht, als ich die mir angegebene Straße, es war übrigens eine dreckige Straße in der Hafengegend, absperren ließ und allein das Haus Nr. 21 aufsuchte. Es war alt, dreistöckig und, den teilweise erleuchteten Fenstern nach zu urteile^, von mehreren Parteien bewohnt. „Das ist Vorspiegelung falscher Tatsachen", hatte der Gefangene erklärt. „Es soll so aussehen, als ob ... in Wirklichkeit bewohnt sie es allein." Ich entsicherte meinen Revolver, steckte ihn in die Iackettasche und betrat den Treppenflur. Schwaches, verrußtes Gaslicht erhellte die ausgetretenen Stiegen dürftig. Mangelhaft nur konnte ich die rechts und links angebrachten Namensschilder lesen. Es herrschte Totenstille, und ich gewann schnell den Eindruck, daß mein Mann die Wahrheit gesprochen hatte, das Haus war leer, bis auf die dritte Etage, die Mildred Harrison bewohnen sollte. Ein einziges Mal hörte ich irgendwo ein schrilles Läuten, als ich die ersten Stufen betrat. Der Podest der dritten Etage lag fast völlig im Dunkeln, und der Aufgang zum Boden gähnte unheimlich wie ein schwarzes Loch. Ich steckte meine rechte Hand in die Jackettasche und umklammerte, den Zeigefinger am Abzug, meinen Revolver. Dann klopfte ich. Es hörte sich an, als ob durch die Stille des Hauses ein Alarmzeichen dröhnte. Nichts regte sich. Wiederholungen waren nutzlos. Die Harrison war nicht zu Hause, was ja ohne weiteres möglich war. Desto günstiger für mich. Ihre Wohnung mußte ein interessantes Feld für eine Haussuchung fein. Mühelos öffnete ich mit Nachschlüsseln die Tür. Ich schloß sie wieder hinter mir und benutzte meine Taschenlampe. Ein Flur mit Garderobehaken, Spiegel, Schrank, Läufern, drei Türen. Die mittlere war unverschlossen. Die Lampe hatte ich wieher ausgeknipst, da der Lichtschein von der Straße uüs gesehen werden konnte. Aus dem Zimmer schlug mir eine warme, parfümierte Luft entgegen. Ich fühlte meine' Füße in weiche Teppiche einsinken. Von der anderen Seite drang kein Lichtschein herein. Die Fenster waren wohl durch Vorhänge geschützt. Ich wollte wieder meine Lampe hervorholen, da, irgendwo, knipste es, und das Zimmer lag urplötzlich in rotgefiltertem Ampellicht. Im gegenüberliegenden Türrahmen stand lächelnd eine blendend schöne Frau im Abendkleid. „Guten Abend, — Mr. Gray, wenn ich nicht irre?" Ich hatte natürlich einen anständigen Schreck bekommen, aber Geistesgegenwart gehört zu meinen Vorzügen, und so hatte ich mich ebenso schnell wieder gefaßt. „GutenAbend, Miß Harrison." „Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?" Während ich breitbeinig beide Hände in den Jackett- I tuschen, stehen blieb, tänzelte die Frau, graziös mit einem Taschentuch spielend, einige Schritte auf mich zu. Ich ging auf ihren ironischen Ton ein. „Ich wollte Sie zu einem kleinen Spaziergang abholen. Wie wäre es beispielsweise mit einer Autofahrt ins Polizeipräsidium?" / „Zu liebenswürdig!" „Nicht wahr? Aber trotzdem möchte ich Sie/ bitten, Ihre Hände von der Schreibtischschublade wegzunehmen, denn" — ich lächelte so freundlich, wie ich nur konnte, „wenn es hier etwas zu schießen gibt, so schieße ich." / „Sie mißverstehen meine Absicht lieber Inspektor. Ich wollte Ihnen nur meine Scyiffskarte geigen, um Sie davon zu überzeugen, daß es nicht böser Wille ist, wenn ich Ihrer liebenswürdigen Einladung nicht Folge leiste. Bereits morgen abend fahre ich von Neuyork ab, via Europa. In zwei Stunden schon startet mein Flugzeug." „Das ist aber schade daß Sie uns verlassen wollen. Es werden so viele Menschen Ihre Abreise bedauern, daß ich mich förmlich verpflichtet fühle, Sie nicht fahren zu lassen." „Von diesem Gefühl werde ich Sie befreien, indem ich Ihnen auf meine Weise den schuldigen Dank ausspreche für das liebenswürdige Interesse, das Sie meiner Person während der letzten Wochen entgegen- brachten." Sie lächelte ein bestrickendes Lächeln, bas in einer anderen Situation bestimmt aufreizend gewirkt hätte. In diesem Fall machte es mich unsicher. Ich fühlte, daß ich energisch werden mußte, sollte mir nicht die Herrschaft über die Situation entgleiten. „Mildred Harrison, Sie werden sich sofort anziehen und —" „Noch nicht, Herr Inspektor, ich sagte schon, mein Flugzeug fliegt erst in zwei Stunden." „Ich habe keine Zeit, mich hier mit unsinnigen Redensarten aufzuhalten, well — „Sie in zwei Stunden längst ein toter Mann sind, — ich verstehe." Die Frau lächelte immer noch, ich aber fühlte urplötzlich, wie irgendwo in diesem Hause oder in diesem Zimmer eine ganz große Gefahr auf mich lauerte. „Inspektor Gray, Sie sind plump in die Falle gerannt, in die ich Sie durch einen meiner Leute, der sich von Ihnen absichtlich fangen ließ, gelockt habe. Sie werden dieses Zimmer nicht mehr lebend Der- | ^lassen. Ich habe in solchen Dingen nie gescherzt, auch nicht in den Briefen, die ich Ihnen schickte." Es folgten Sekunden, während deren bedrückend wie ein schrecklicher Traum Totenstille im Zimmer herrschte. Die unerschütterliche Ruhe, die absolute Siegesgewißheit dieser Frau wirkten auf die Nerven. Ich glaube, meine Stimme klang heiser, als ich sagte: „Ich erkläre Sie für verhaftet. Sie werden mir sofort folgen." „Nun scherzen Sie. Aber nichts kann Ihr Schicksal ändern, auch der Revolver nicht, den Sie auf so lächerliche Weise in der Tasche verbergen. Inspektor Gray, Sie sind in dreißig Sekunden ein toter Mann!" Niemals, meine Herren, werde ich diese halbe Minute vergessen. Der Schweiß rann mir in kleinen Bächen am Hals herunter. Die rechte Hand krampfte sich um den Revolver. Es kam mir gar nicht zum Bewußtsein, daß ich meine ursprünglich eingenommene Haltung nicht um einen Zentimeter verändert hatte. Nie vergesse ich das Bild der Frau. Sie stand vielleicht vier Meter von mir- entfernt, eine Hand in die Hüfte gestemmt, während die andere das Taschentuch an die Nase führte. Ihr Blick war lauernd und bösartig funkelnd wie bei einer Katze. Obgleich ich sie nicht den Bruchteil einer Sekunde aus den Augen ließ, versuchte ich, die Gefahr aus dem Halbdunkel des Zimmers heraus irgendwie zu erkennen. Nichts schien verdächtig. „Ihre Zeit ist um, Herr Inspektor. — Sie glauben mir nicht, was?" Und jetzt, meine Herren, kam der Augenblick, von dem ich vorhin sprach. Mit dem Instinkt eines Tieres roch ich förmlich die Gefahr. In diesem Augenblick wußte ich, daß die schöne Frau die ganze Zeit über in ihrer schlanken rechten Hand den schußbereiten Revolver gehalten hat. Ein kleines bösartiges Ding, das von dem Taschentuch völlig bedeckt war. Ich überlegte gar nicht. Ganz instinktmäßig machte ich einen Sprung wie ein Raubtier in Gefahr — und jchon umklammerte ich ihre Hand. — Mildred Harrison sank in die Knie, aber noch ehe sie einen Schrei ausstoßen konnte, saßen schon Die Stahlfesseln an ihren Handgelenken. Meine Leute staunten als ich ihnen Ane Lady im Abendkleid ans Auto brachte. Die nächsten acht Tage saß ich hinter Panzerplatten in Schutzhaft, bis die ganze Bande aufgeflogen war. Erst bann konnte I ich mich wieder auf die Straße wagen." Hin. * d>e folgen, w an diesem =====3 H)ne den werden. m Herriot und >ch i'tugele&en. ) die Einigung ir die Tat« Testes ge« lontit bie Der« Io schnell tote H allgemeinen dollen, .ohne rutschen Gleich, ranzölische Tal« chtung über die ichte ein e nb- standezubrinD, les Abkmnens xrechtigung im nd die beul’ d)e zu sehen, bit krOIbrüflun^ igen über bic n Vertagung^ lbordnung steht sten Frage, ob an bet fion» öglich ist- 64 onaten hinaus, rage bet Gleich. nisvoller Dcise zu einer ein* deutschen Sot- r noch dann ge< Regierung Antragöciin igt Ob ein bei* r Seite erfolgt, hickte." leren bcbrütfenb ille im ZAM« hc die absolute t auf die Nemn. i|er als ich sagte, aerben mir sofort «™%SÄ bcn Sie uu| 1° untim ® w iffgtÜ '."«nlte* ■ qar nicht 8J® glich einsenM- Miet verändert frau. Sie N ernt, e>"‘Ä iigendwie zu nstintt^ g^en- tji diesen^ njei| iu schule- arüSer kleine; war. ptijq machte i"7n Gefahr - er >" ® Mildred anb. 7«e eine" K ** gen.‘ Aus der provinzialhauptstavL Gießen. den 20. Juli 1932. *♦ Vortragszyklus über Wehrwisse n f ch a f t an der Landesunioersität. 3m Nahmen des von dem Rektor und der Studentenschaft der Landesuniversität veranstalteten Vor- tragszyklus über Wehrwissenschaft wird heute, Mittwoch, 20.15 Uhr, General von Sch'ckfuh in der Aula über das Thema „Die militärische Lage Deutschlands" sprechen. Der Vortragende stand bis 31. März als Kommandeur des Inf.-Rgts. Id im aktiven Militärdienst. " Dienstjubiläum in der Unider- sitäts-Dibliothek. Heute vor 25 fahren trat Kanzlei-Oberassistent Otto P ur r mann aus Friedrichsville in der Mark Brandenburg in den Dienst der Universitäts-Bibliothek ein. Er war vorher Trompeter-Sergeant im Hessischen Leib- dragvner-Regiment Rr. 24 in Darmstadt und dann während des Krieges einem Pferdelazarett zu- geteilt Die Direktion beglückwünschte ihn aus Anlah dieses Jubiläums und sprach ihm Dank und Anerkennung aus. " Die Tuberkulose in Hessen. 2m Jahre 1931 starben in Hessen im ganzen 1674 Personen gegen 1596 in 1930 an Tuberkulose. Don diesen entfallen irt 1931 934 gegen 894 in 1930 auf Tuberkulose aller Formen und 740 gegen 702 in 1930 auf Lungentuberkulose. Daraus ist ersichtlich, daß die Tuberkulosesterblichkeit gegen das Vorjahr wieder zugenommen hat. •• Sonntags-Rückfahrkarten zum Rhönsegelflug-Wettbewerb. Aus Anlaß des Rhön-Segelslug-Wettbewerbes und des Rhön-Turnsestes werden am 23. und 24. und am 30. und 31.3ult Sonntagsrückfahrkarten auf allen Bahnhöfen der Reichsbahn im Umkreis von 200 Kilometer um Wüstensachsen und Gersseld — also auch in Diesten — aus- gegeben. Die Karten gelten vom 23. Juli von 0 Uhr an bis 25. Juli um 12 Uhr und vom 30. Juli von 0 Ahr an bis 1. August Um 12 Ahr. Die Rückfahrt muh jeweils am Montag spätestens um 12 Ahr angetreten sein. ** Abschiedsoor st ellung des Kasperle-Theaters. Heute nachmittag aerob- schiedet sich Kasperl Larifari, der Freund der Gie- tzener Jugend, in einer legten Vorstellung. Beginn: 17 Uhr. Alls grosten und kleinen Freunde des Handpuppenspiels fmib herzlich eingelaben. Siehe gestrige Anzeige. Das Kino in der Krise. WSR. Frankfurt a. M., 19. Juli. 2n einer Versammlung des Landesverbände- der LichtspieltheaterbesitzervonHessen und Hessen-Rassau wurde über die Krise in der Filmindustrie eingehend berichtet. Bon 159 Lichtspieltheatern in Hessen haben 52 über d i e Sommermonate geschlossen. Ob und wann sie wieder geöffnet werden, ist eine offene Frage. Der Dorfitzende Matter sieht aber insofern der Zukunft nicht ganz hoffnungslos entgegen, als die RSDAP. versprochen habe, im neuen Reichstag sofort einen Antrag auf Abänderung der Reichsvergnügungssteuer und eine Senkung der Dergnügungssteuer auf 5 Prozent «inzubringen. Auch andere Parteien hätten sich in gleichem Sinne ausgesprochen. In Hessen werde als einziger Staat im Reich von den Kinobesihem eine sogenannte Stempelgcbühr erhoben, die seinerzeit eingeführt wurde, als das Kino noch «in ambulanter Betrieb war. Trotz gröstter Bemühungen sei es bisher nicht gelungen, diese Stempelgebühr zu Fall zu bringen. Er glaubt aber, dast sie in kurzer Zeit um etwa 50 Prozent ermäßigt werden könne. 2n der Versammlung wurde weiterhin Klage geführt über die Minderwertigkeit der Tonfilmproduktion des letzten Jahres. Gut 90 Prozent sei Schund gewesen, mit dem man kein Geschäft erzielen konnte. Auch die Beiprogramm« bedürften einer weitgehenden Aenderung. Stemerleichiermg für die hessische Landwirischasl. Angleichung der staatlichen Grundsteuer an die Einheiiswerie. Die Hessische Amtliche Presse st elle teilt.mit: In Hoffen findet für das Rechnungsjahr 1932 die Veranlagung der Grundsteuer noch nicht auf der Grundlage der Einheitswerte statt. In einer größeren Anzahl hessischer Gemarkungen ist jedoch bei dem landwirtschaftlichen Besitz ein erheblicher Unterschied zwischen dem Grundsteuerwert und dem .zuletzt festgestellten Einheitswert vorhanden, so dast sich der Finanzminister, um auch auf diesem Gebiet der notleidenden Landwirt- jchast zu helfen, entschlossen hat, für das Rechnungsjahr 1932 auf dem Gebiete der staatlichen Grundsteuer im Billigkeitswege Maßnahmen zu einer Angleichung der Grund- steuerwerte an die entsprechenden Linhetls- werle zu treffen. 3 u berücksichtigen sind nur diejenigen Staats-Steuerpflichtigen, deren Grundsteuerwerte (ohne Gebäude und Forstgrundstücke) mindestens idas dreifache des Einheilswertes erreichen. Die Ermäßigung beträgt, je nach Lage des Wertunterschiedes, bis zu drei Raten der staatlichen Grundsteuer des landwirtschaftlichen Vermögens (ohne Gebäude): sie wird auf die zuletzt fälligen Raten des Rechnungsjahres 1932 angerechnet. 3n denjenigen Gemarkungen, in denen der gesamte Grundsteuerwert in der Gemarkung (ausschließlich Gebäude) 300 v. h. und mehr des Einheitswertes des gesamten landwirtschaftlichen vermögens in der Gemarkung ausmacht, erfolgt die Ermäßigung von Amts wegen, in allen übrigen Gemarkungen im Einzelfalle auf Antrag. Die Finanzämter find entsprechend angewiesen und zu jeder näheren Auskunft bereit. Nationalsozialistische Kundgebung. Die NSDAP, setzte mit einer Wahlkundgebung om gestrigen Abend im Cas6 Leib den Wahlkampf in Gießen fort. Zunächst sprach Universitätsprofessor Kade über das Thema „Völkische Schulreform". Das System der vergangenen deutschen Epoche habe sich selbst gerichtet, weil ihm die völkische Grundlage fehlte und der Aufbauwille nicht vor- Händen war, der der neuen Generation um so mehr eigen sei. Man kämpfe nicht für den Materialismus, sondern für eine nationale Idee in ihrer umfassenden Bedeutung. Die Schulreform habe während der letzten 30 Jahre nur geringe Tiefenwirkung aus- lösen können. Die Reformbewegung habe fruchtlos bleiben müssen, weil sie sich von morschen Funda- menten und den Ideen von vorgestern nicht habe lösen können. Sie sei, befangen in idealistisch-libera- listischem Geiste, stehen geblieben. Die in die Zu- kunst führende Idee habe die deutsche Kulturpolitik entbehren müssen. Glücklicherweise befinde sich die junge Lehrergeneration im Aufbruch. Es beginne der Durchbruch zur Wirklichkeit. Eine Reform der Schule müsse konform gehen mit allen anderen Erscheinungen des Lebens. Der Boden hierfür muffe aber er ft bereitet werden. Die NSDAP, verkörpere den Aufbruch und den Boden einer neuen Kultur. Oie künftige Phase der deutschen Geschichte werde diesmal nicht von der Kultur her, sondern von der Politik und dem Staatsgedanken her bestimmt. Die junge Freiheitsbewegung sei reich an geistigen Schätzen, die es zu heben gelte. Kultur, Bildung und damit die Schule seien schicksalhaft dem Staate, der Wirtschaft und dem Volkstum verbunden. Die völkische Schulreform erstrebe eine oraanische Bildung aus den vielfältigen natürlichen Aeußerungen des Lebens heraus. Die Schule dürfe nicht weiter eine Welt für sich sein. Der Zusammenhang mit der natürlichen Bildung dürfe nicht verloren gehen. Die Entwicklung ergebe sich aus einer funktionellen Bildung aus der nächsten Umgebung des Kindes heraus. Die völkische Schulreform werde, anknüpfend an Gegenwart und an das Chaos der Gegenwart, neue Zielpunkte schaffen. Die Organisation der Schule sei alleinige Aufgabe des Staates. Der Schüler müße in der Schule als zukünftiger Staatsbürger stehen. Die bisherige allzu radikale Subjektivierung werde restlos abgebaut. Die „Bildung" werde nicht mehr nur eine theoretische Angelegenheit und nicht nur eine Sache der gehobenen Volkskreise sein. Jedem müsse gleiches Recht werden. Die Wissenschaft werde vor allem auf eine andere Systematik gebracht werden müsien. Die neue Schule habe gewisse Ausgangsprinzipien. Nichts werde mehr Platz haben, was Autorität und Disziplin untergrabe. Die Wurzel aller zukünftigen Aufbauarbeit sei der patürliche Ablauf völkischen Lebens. Die neue Schule werde aus den dem Volksleben am engsten verbundenen Landschulen herauswachsen müssen. Organisch-völkische Schulreform werde sich schnell durchsetzen, weil ihr die junge Lehrerschaft zum weitaus größten Teil angehöre. Der zukünftige Lehrer werde auf neuartigen Berufsschulen heran- gebildet. An die Stelle der vielfachen Formen der höheren Schulen müsse ein Einheitstyp treten mit reich aufgegliederten Kursen. Die Schulzeit als solche werde etwas abgekürzt, dafür aber den Iu- genbbünben, den lebendigen Gemeinschaften des praktischen Lebens, ein Teil der Erziehungsarbeit überlassen. Wehrpflicht und Arbeitsdienstpflicht würden die staatsbürgerliche Ausbildung festigen müssen. Die NSDAP, weise mit diesen Gedanken neue Wege. Abseits allem Epigonentum solle zu neuer Volksgemeinschaft geführt werden. Deshalb gehe es jetzt um grundsätzliche Entscheidungen. Der Sturm aus Dolkstiesen zum Neuen werde sich nicht mehr beruhigen lassen und die Pädagogen zwingen, den Weg der in die Zukunft weisenden großen Bewegung zu beschreiten. Am 31. Juli müsse die Möglichkeit geschaffen werden, das neue Kulturprogramm in Angriff zu nehmen. (Lebhafter Beifall!) 2m Anschluß daran sprach Reichstagsabgeord- neter Ringshausen ^Offenbach) über das Thema „Volkswille und Reichslagswahl. 2n der Rot, so betonte er, müsse es sich zeigen, wieviel Kraft und Gröhe in einem Volke stecke. 2n der Zeit der Rot dürfe es nicht Halbheit, Kompromiß und kleinliche Fragen geben. Sie fordere die Tat. 3n Deutschland gebe es heute, wie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, wieder zwei scharf getrennte Lager. Es seien aber wieder volks- fremde Kräfte gewesen, die das deutsche Volk auseinanderrissen. Rationalismus und Internationalismus ständen sich gegenüber. 1918 habe der Internationalismus gesiegt und das Bekenntnis zum Vaterland untergraben: heute noch komme in der Rachwirkung dessen viel nationale Würdelosigkeit zum Ausdruck. Die RSDAP. werden den geraden Weg gehen und allenthalben dem Vaterlande zu dienen bestrebt sein. Das System der vergangenen Jahre habe immer wieder nur niedergerissen, nie aber aufgebaut. Die Träger des internationalen Gedankens habe man sorglos groß werden lassen. Der Mittelstand sei zerschlagen worden undeutsches Wesen habe seinen Einzug gehalten. Die Menschen seien dem krassesten Mate- rialismus entgegengeführt worden. Ihnen stehe heute der SA.-Mann, der Rationalsozialist als heimatverbundener Mensch gegenüber. Das deutsche Volk dürfe nie erwarten, daß eine internationale Welt einer Ration das Heil bringe. Die Ration müsse immer Kräfte aus sich selbst schöpfen. In dieser Erkenntnis sei auch schon ein großer Teil des deutschen Volkes wach geworden. Cs gehe ein Sehnen nach Arbeit und sittlicher Existenz durch das Volk. Die RSDAP. habe wie- der vielen den Glauben an die eigene Kraft zu- rückgegeben. Hitler habe eine neue Gemeinschaft geschaffen und nicht eine Partei schlechthin. Der Kampf gelte in erster Linie dem rmdeutschen Geiste. Freiheit werde nicht aus einem Schlagwort, sondern nur aus reinem Herzen geboren. Freihmt gründ« sich auf Ehre und Treue. Sie dürfe nicht iöentifä sein mit Disziplinlosigkeit. Das Volk müsse sich organisch aufbauen aus seinen Fundamenten heraus. Jeder müsse sich Teil des Ganzen fühlen. Der Weg führe aber nur dann m die Zukunft, wenn das Volk seinen eigenen Kräften vertrauen und an sich selbst glauben forme. Rach- dem sich der Redner in einigen Einzelheiten noch mit den Schulverhältnissen in Gießen befaßt und außerdem verschiedene Episoden aus dem Reichstag wiedergegeben hatte, um darzutun, in toel- rfjen Formen sich heute der Parlammit^ismus bewegt, schloß er unter lebhaftem Beifall seine Aus- I führungen. Der Werdegang des Gchuhkönigs. Wie Thomas Bata seine Fabriken gründete. — 200000 paar Gchuhe täglich. Sin nationales Problem. Don unserem V.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Prag, im Juli 1932. „Noch eine!* sagt der vierjährige Thomas Bata (sprich Batfa), als er von Verwandten eine Krone bekommt und von seiner Mutter gefragt wird, wie man dazu sage. Im Zwölfjährigen ist der brennende Drang nach Geld und Gel- deswert bereits so stark ausgeprägt, daß er von der Schule durchbrennt, „weil er für das Schulegehen nicht bezahlt bekommt*. Lesen und Schreiben Halle et nicht gelernt, aber Im Rechnen war er immer einer bet Vesten. Die Eltern sind bettelarm, wie das ganze südostmährische Land, wo Thomas Bata vor 50 Jahren geboren wurde. „Potschengießerei" nennt man von Wien aus die Gegend, in der seit jeher alle Arten von Schuhbekleidung für die. nördlichen Länder der österreichisch-ungarischen Monarchie hergestellt mürben. Aber nicht am laufenden Band, wie heute in Zlin (sprich Slin), wo die Maschinen der riesen- hasten Anlagen des Weltunternehmens Bata tä g • l i ch ein-bis zweihunderttausend Paar Schuhe ausspeien. Der kaum Schulentwachsene versucht, sich eine eigene Erzeugung zu schaffen und scheitert. Zehnmal scheitert er, noch nicht 20 Jahre alt, bis er erkennt, daß zum reichen Mann, der er werden will, doch mehr gehört, als lediglich die verzehrende Sehnsucht nach Geld, ohne die Kenntnisse, wie man auf reellem Wege hochkommt. Jetzt gebt Bata nach Pirmasens, der Zentrale der deutschen Schuhindustrie, und lernt. Lernt Lesen, Schreiben, Rechnen, lernt Deutsch und lernt überhaupt erst, wie ein Schuh erzeugt wird. Denn das wußte er bisher nicht. Er handelte nur. Don Pirmasens macht er wie alle Tschechen, die es später in der Industrie zu Rang und Namen gebracht haben, den Sprung über den großen Teich, landet in Detroit, wo er seine Kenntnisse vervollkommnet, lernt das laufende Band kennen und — amerikanische Reklame. Als er wieder in die Heimat kommt, hat «r so viel erspart, daß er sich einen fabrikähnlichen Betrieb mit 50 Arbeitern einrichten kann. Aber das Geschäft geht schlecht, — bis der Weltkrieg anbricht. Am Tage der firtegsetfiärung peitscht er zwei Pferde zuschanden, um noch rechtzeitig den Anschluß an den Schnellzug von Oderburg nach Dien zu bekommen. Daß „Beziehungen" im alten Oesterreich allen Erfolg im öffentlichen Leben ausmachten, war ihm schon als Kind geläufig. Als Fabrikant in Zlin, was sich eben so Fabrikant nennt, hatte er sich mit der Tochter eines alten Wiener Originals, des Leibarztes des Kaisers Franz Josef, Dr. K e r z l, verlobt. In Wien führte ihn sein erster Weg zum Vater seiner Braut, der ihm die Lieferung non1 50 0 0 0 Paar Segeltuchschuhen f ü r die österreichische Armee vermittelt. Auch das notwendige Betriebskapital bringt er aus Wien mit Es geht eben nichts über gute Beziehungen. Don da an geht die Erfolgskurve DataS steil aufwärts. Roch im Krieg verdient er Millionen, das ^Unternehmen wächst. AIS die Tschecho-Slowakei entstanden war, entdeckte der bis dahin gut österreichische Patriot Bala sein tschechisch-nationales her; mit solchem Erfolg, daß er von der tschechischen Regierung «ine Millionen-Subvention bekommt, die es ihm im Jahre 1922 erlaubt, seine Erzeugnisse mit einem Schlage um den halben Preis abzusetzen. Jetzt wird der letzte Anlauf genommen. Ein Fabrikstrakt reiht sich an den anderen, aus 50 Arbeitern sind 10 000 geworden. 2n den Zeiten der Hochkonjunktur bis 1931 erzeugt er 200 000 Paar Schuhe am Tage. AIS da- Ausland gegen die ^Überflutung des Markte- durch die Data- Erzeugnisse hohe Zollmauern errichtet, baut er in Deutschland und Oesterreich ebenso Fabriken wie in Ehina, Indien, Brasilien und Südafrika. Sein Unternehmen ist längst weltumspannend geworden. Ls hat nicht nur den Ruin tausender Existenzen in der gewerbsmäßigen Schuherzeugung und im kleinen Jabritalionsbdrieb in der Tschechei auf dem Gewissen, sondern auch in vielen anderen Ländern. Hundertmal ist seine Arbeitsmethode angefeindet und auf erzieherischem Wege versucht worden, der Erfolgskurve des Zliner Ford Abbruch zu tun. Die .Unmoral feiner Arbei ts- Methoden bestand darin, daß er von seinen Arbeitern da-selb« verlangte wie von sich selbst, d. h. daß sie vom frühen Morgen bis zum späten Abend an ihrer Maschine stehen müssen und unbarmherzig ihr Brot verlieren, wenn sie auch nur einen falschen Stich tun, wenn auch nur ein Paar Schuhe weniger erzeugt wird, als es die „®c- n e r a 11 i n i e“ vorsieht. Immerhin verdienen gute Arbeiter bei Data 50 Mk. in der Woche, was für die Tschechoslowakei, wo der Lohn und Lebensindex bedeutend niedriger ist als im Reich, ein nicht alltägliche- Einkommen ist, aber sie sind Sklaven des Systems Bata, dem sie sich auf Jahre hinaus verdingen müssen. Bata verpflegt und beherbergt alle seine Angestellten selbst. Ebenso wie er alle zur Schuherzeugung notwendigen Fabrikate selbst herstellt. Für 25 Pf. bekommt man in ben Speisehallen Batas in Zlin ein vorzügliches Mittagessen und, damit die Laune gehoben werde, gibt es mittags und abends Tafelmusik. Schwimmbassins, Kinos, Lesehallen, Vortragssäle, Turnhallen: alles steht dem Bata-Arbeiter zur Verfügung. Für die jugendlichen Arbeiter hat er ein eigenes Internat eingerichtet. Auch der Jugendliche verdient 15 bis 30 Mark in der Woche — aber e r sieht sie nicht. Den Betrag für Verpflegung und Wohnung behält die Firma zurück, der Restbetrag fließt ihr in Form eines unfreiwilligen Kredits zu. In der Tat muß der Bala-Arbeiler, was er über den täglichen Bedarf hinaus verdient, dem werk zur Verfügung stellen, wenn auch gegen Verzinsung. So kommt es, daß Bala bis heule noch ohne Bankkredile gearbeitet Hal. Die Kredite stellen ihm seine Arbeiter zur Verfügung. Man ist in Zlin zufrieden. Während in der Tschechoslowakei der Kommunismus außerordentlich stark ist, kennt Zlin mit seinen über 10 000 Arbeitern keine Kommuni st en. Bata selbst war Bürgermeister der Stadt, die er in kaum 20 Jahren aus einem elenden Dorf zu einer Riesenkommune gemacht hat. Sein Arbeitssystem ist eine Synthese von Amerikanismus und Patriarchalismus. Wenn viele von Bata zugrunde gerichtete Existenzen durch seinen Tod eine Befreiung von dem außerordentlichen Druck der tschechischen Dumping-Konkurrenz erhoffen, so ist dieser Glaube trügerisch. Denn das S y st e m B a t a ist mit seinem Schöpfer nicht gestorben. Seine durchweg in Amerika geschulten Direktoren werden das Werk weiterführen, bis es sein heute 20jähriger Sohn in die Hände nimmt. Man wird weiterhin in Indien ebenso Data-Schuhe tragen wie in Südamerika und — in Deutschland, solange die Bevölkerung nicht bedenkt, daß jeder Pfennig für Data-Er?eugnisse einer Volkswirtschaft zugute kommt, die die wirtschaftliche und kulturelle Vernichtung der Deutschen auf ihre Fahnen geschrieben hat. Richt vom sozialistischen, allein vom nationalen Standpunkt aus ist das Problem Bata anzufassen. politischer BeleidigungS-prozeß. WER. Friedberg, 19. Juli. Dor einiger Zeit erregte die Behauptung des Gastwirts Walther aus Ossenheim, der der RSDAP. angehört, der Landtagsabgeordnete Lux (SPD.) in Rieder-Florstadt habe Steuern hinterzogen, großes Aufsehen. Abg. Lux strengte daraufhin eine Beleidigungsklage gegen Walther an, die heute vor dem hiesigen Amtsgericht zur Derhandlung stand. Die Parteien schlossen folgenden Vergleich: Der Privatbeklagte Walther erklärt, daß er sich durch den Derlauf der Hauptverhandlung davon überzeugt habe, daß die Behauptungen, die er in einem Offenen Brief an die „Hessisch« Landeszeitung" vom 19. Mai 1932 und gegenüber dritten Personen weiter verbreitet habe, daß der Privatkläger Steuern hinterzogen habe, voll und ganz unrichtig seien. Die Hauptverhandlung ergab, daß der Privatkläger bei der Abgabe seiner Steuererklärung vollkommen korrekt gehandelt habe. Walther verpflichtet sich weiter, die Erklärung in verschiedenen politischen hessischen Zeitungen zu veröffentlichen. Außerdem übernahm er die Kosten des Derfahrens. Buntes Allerlei. Oer plauder-Tanz. Zu der neuesten Tanz-Schöpfung, die jetzt im amerikanischen Ballsaal immer beliebter wird, gehört eine ebenso große Gewandtheit der Zunge wie der Beine. Dieser sag. „Plauder-Tanz", der zunächst bei den Ballfesten der Hochschulen von Studenten und Studentinnen geübt wurde, will etwas Geist in die Eintönigkeit der modernen Tanzbewegungen bringen und fordert daher eine Abwechslung von Tanz und Gespräch. Wenn man sich eine Zeitlang gedreht hat, dann soll das Paar im behaglichen Schritt eine leichte Konversation aufnehmen. Wird diese Unterhaltung angeregter und wärmer, steigert sie sich „sogar zu einer Liebeserklärung, dann können die Tön- zer auch eine Weile stillstehen. Dadurch wird natürlich für die übrigen Paare eine gewisse Hemmung heroorgerusen, und es ist nicht leicht, die Hindernisse zu umtanzen, die durch die herumwandelnden oder stehengebliebenen Paare entstehen. Auf dem Kongreß der amerikanischen Tanzlehrer, der jetzt in Neuyork stattfindet, wurde daher vorgeschlagen, Die «ajuler und Schülerinnen eingehend in der den, sich auf einem dicht gedrängten d^^tt anmutig und geschickt zu bewegen. Es sind hauptsächlich Gleich- gewichts-Uebungen, durch die die Tänzer lernen sollen, aus dem Tanzschritt sofort in den Geh-Schritt zu verfallen und niemals die Balance zu verlieren, mag der Raum, auf dem sie sich bewegen, auch noch so beschränkt sein. Oie schnellsten Züge. Der äußerst scharf« Konkurrenzkampf, der zwischen Eisenbahn, Kraftwagen und Luftverkehr entbrannt ist, zwingt auch das älteste unter diefen -Verkehrsmitteln, das solange als schnellstes Beförderungsmittel galt, zur Steigerung seiner Geschwindigkeitsleistungen. Mit den schnellsten Zügen steht die englische Eisenbahn an der Spitze. Der „Cheltenham Flyer“ der Great Western-®if€nbafjn legt die 123 Kilometer lange Strecke von Swindon nach Paddington in 56 Minuten 47 Sekunden, also mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130l/j Kilometer in der Stunde, zurück. Di« Züge anderer Länder, die hinter dieser Rekordleistung zurückbleiben, sind schwerer als di« englischen gebaut. Deutschlands schnellster Zug, der H a m b u r g — Berlin- Expreß. durchfährt die Strecke von 285 Kilometer mit einer Durchschnittsschnelliakeit von 95.5 Kilometer in der Stunde, während die Höchstleistung auf einer Teilstrecke 112 Kilometer beträgt. Man hofft aber, nach_ Einführung der neuen Signalapparate eine beträchtliche Beschleunigung zu erzielen. In Frankreich ist der schnellste Zug der Paris—Lüttich-Expreß, der, ohne anzuhalten, dies« 237 Kilometer lange Strecke mit einer mittleren Schnelligkeit von 106 Kilometer in1 der Stunde zurücklegt: aber auf mehr als der Hälfte seines Weges hält er eine Geschwindigkeit von über 112 Kilometer in der Stunde ein. Es gibt 27 Züge in Frankreich, die mehr als 1.6 Kilometer in der Minute während ihres ganzen Weges zurücklegen. Die schnellste unter den französischen elektrischen Dahnen, der Süd- Expreß von Paris nach der spanischen Küste, besitzt ein« mittlere Geschwindigkeit von 96 Kilometer. Doch haben die französischen Zuge heut« bereits ihre höchste Geschwindigkeit erreicht, da «in Gesetz eine Steigerung über 120 Kilometer in der Stund« verbietet. Den Schnelligkeitsrekord aller Züge schlug im Dezember 1930 unter ganz besonderen Umständen der zwischen Smith's Falls. Ontario und Montreal laufende Zug der Ca- nadian-Pacific-03af>n. Er legte die 2061/» Kilometer lange Entfernung in 91 Minuten, also in einer Durchschnittsschnelligkeit von 136 Kilometer, zurück. Doch war dies ein AuSnahmefall, da es eine vorher erfolgte Verspätung einzuholen galt. 9Jlxfpott 11. Rationale Weitkämpfe der Spiclvereinigung 1900. Zum 11. mal führt die Epiel^Dereinigung 1900 am kommenden Sonntag ihre nationalen leichtathletischen Wettkämpfe durch. Die Veranstaltung, die stets eine große Anziehungskraft aus- übtc, verspricht auch in diesem Äahr eines der bedeutendsten sportlichen Ereignisse unserer engeren Heimat zu werden. Trotz der Schwere der Zeit hat eine verhältnismäßig große Zahl bedeutender Leichtathletik-Vereine ihre Meldungen abgegeben. Auch Leichtathleten der DT. werden vertreten sein. So ist so gut wie gesichert der Start von Eintracht Frankfurt mit bekannten Sprintern wie E l d r a ch e r und Mähr- lein, von S ch i l g e n (ASC. Darmstadt), dem westdeutschen Waldlaufmeister Keim (Hamm) und dem deutschen Meister im Steinstoßen, De- b u s (ASV. Köln). Fest zugesagt haben die beiden Kasseler Grohvereine Hessen-Preußen und Turngemeinde, sowie Sportverein Corbach, VfB. Marburg (mit Krück), VfL. Wetzlar (mit Kilo), DfD. Diez, Sportverein 98 Darmstadt, Männer- Turnverein Gießen und Olympischer Sportclub Gießen. Auf das Meldeergebnis im einzelnen werden wir noch zurückkommen. 50 Jahre Regatta in Gießen. Rückschau auf die 1. Gießener Regatta. Am 30. und 31. Juli 1932 veranstaltet die Gießener Ruder-Gesellschaft die 2 7. R u d e r r e g a t t a. Dieser Tage waren es 50 Jahre, daß in Gießen die 1. Regatta stattgefunden hat. Es war die 2. Regatta In Odenhausen (Lahn) gelangten am Sonntag die Volksturn - Meisterschaften des Lahn - Dünsberg - Gaues zum Austrag. Entsprechend den Ergebnissen zählen die am Sonntag ausgetragenen Wettkämpfe zu den besten Meisterschaften, die bisher im Gau veranstaltet wurden. Die Leitung log in Händen von Gausportwart W i n- t e r. Schon frühmorgens wurde mit den Vorkämpfen begonnen. Man sah verschiedene sehr ansprechende Leistungen. Speerwurf, Weitsprüng, Hoch- spruna sowie Diskuswerfen, Stein- und Kugelstoßen der Männer wurde bereits am Vormittag entschieden. Die Jugendklasse führte Entscheidungen im Hochsprung, Weitsprung und im Kugelstoßen durch. Bei den Frauen fielen Entscheidungen in den Wettbewerben Weit- und Hochsprung, sowie Bollweitwurf. Am Nachmittag hatten sich zahlreiche Zuschauer auf dem Sportplatz des Turn- und Sportvereins Oden- hausen eingefunden. Die gebotenen Leistungen befriedigten allgemein. Die Wettbewerbe wurden sehr flott abgewickelt. Es gab besonders in den Laufwett- bcwerben spannende Kämpfe. Den 400-Meter-Lauf der Männer entschied Komp (Lollar) klar für sich. Die 1500 - Meter gewann überraschend Hofmann II. (Alten-Buseck). lieber 100- und 200-Meter gfng Großhaus als erwarteter Sieger durch das Ziel. Im Stabhochsprung gefiel Bepler (Kinzenbach) ausgezeichnet. Die Staffeln, die Wettbewerbe der Frauen und Jugendlichen sahen die Teilnehmer ebenfalls auf beachtlicher Höhe. Die Turn Vereinigung Ruttershausen sicherte sich zwei eindrucksvolle Staffelsiege. Den Abschluß der Wettkämpfe bildete die Siegerverkündigung, die durch den Gausportwart Winter vorgenommen wurde. Die Meisterschaftskämpfe brachten im einzelnen folgende Ergebnisse: Männer. 10 0 -Meter - Laus: 1. Helmut Großhaus, Lollar, 11,9; 2. Fritz Agel, Atzbach, 12,1; 3. Albert Bechthold, Wißmar 12,3 Sek. 200-Meter-Lauf: 1. Helmut Großhaus, Lollar, 24,8; 2. Fritz Agel, Atzbach, 26,0; 3. Albert Best, Wißmar, 26,8 Sek. 400-Meter-Lauf: 1. Armin Komp, Lollar, 57,8; 2. Fritz Geier, Atzbach, 60,1; 3. O. Schneider, Odenhausen, 60,1 Sek. 800-Meter-Lauf: 1. Karl Pfaff, Launsbach, 2:17,5; 2. Theodor Maid, Hausen, 2:18,3; 3. Hans Krämer, Ruttershausen, 2,19 Min. 1500-Meter-Lauf: 1. Wilh. Hofmann II., Alten-Buseck, 4:46,4; 2. Theod. Maid, Hausen, 4:46,5; 3. Adolf Bremer, Erda, 4:49,2 Min. 3000-Meter-Lauf: 1. Albert Todt, Wißmar, 10:39,3; 2. Ludwig Lich, Londorf, 10:39,7; 3. Th. Maid, Hausen, 10:39,8 Min. 4 X 10 0 - Meter - Staffel:!. Tvgg. Ruttershausen 48,8; 2. Ty. Lollar 49,6; 3. T. u. Spo. Odenhausen 50,3 Sek. des Hessischen Regattavereins. Großes Interesse wurde von allen Seiten dieser Regatta entgegengebracht. Die Strecke war nicht allen Wünschen entsprechend, die vielen Windungen und die stark mit Weiden und Schilf bewachsenen Ufer der Lahn machten die Strecke unübersichtlich. Diese Mängel wurden in dem letzten Jahrzehnt durch kostspielige Aufwendungen der Gießener Ruder-Gesellschaft stark verbessert. Da ein Schiedsrichterboot nicht vorhanden war, errichtete man auf dem linken Ufer einen Hochsitz. Hier konnten die Bahnrichter die erste Hälfte der Strecke übersehen; der Rest der Strecke wurde vom Ziel aus beobachtet. Der Bahnrichter befand sich in luftiger Höhe etwa 12 Meter über dem Erdboden. Für die Zuschauer war eine geräumige Tribüne erbaut. (Das Regatta-Komitee hatte für die Veranstaltung insgesamt 2000 Mark verausgabt.) Zwölf Vereine hatten die Meldungen abgegeben, und zwar Frankfurter Rudergesellschaft „Germania", Frankfurter Ruderoerein „1865", Frankfurter Rudergesellschaft „Sachsenhausen", Rudergesellschast Dberrai), Rudergesellschaft „Kastel", Offenbacher Ruderverein, Offenbacher Rudergesellschaft „Undine", Koblenzer Rudergesellschast, Ruderklub „Nassovia", Höchst, Ruderklub Wetzlar und Mainzer Ruderklub. Es gab ein umfangreiches Programm von 10 Rennen. Die Kämpfe waren sehr scharf und wurden nur mit kleinen Unterschieden entschieden. Leider mußten sämtliche Rennen bei anhaltendem Regen ausgefahren werden. Infolgedessen herrschte große Verstimmung, worunter die Veranstalter, die Gießener Ruderer, besonders zu leiden hatten. Hierzu kamen nach zwei verlorene Rennen. Sämtliche, zum Teil wertvollen, Preise wanderten sämtlich nach auswärts; nur der Preis des Mandarinen-Kastens verblieb in Gießen. 1 5 0 0 - Meter - Stoffel: 1. Tvgg. Ruttershausen 3,55; 2. To. Atzbach 3:55,4; 3. Tv. Launsbach 3:57,8 Min. Hochsprung: 1. R. Wissemann, Lollar, 1,60; 2. Otto Dietz, Lollar, 1,60; 3. W. Hofmann, Alten- Buseck, 1,60; 4. O. Schardt, Hausen, 1,60 Meter (durch Stechen entschieden). W e i t s p r u n g: 1. Reinh. Schieferstein, Launsbach, 6,47; 2. Helmut Großhaus, Lollar, 6,29; 3. Wilhelm Speier, Odenhausen, 6 Meter. Stabhochsprung: 1. Wilh. Bepler, Kinzen- bach, 3,10; 2. Wilh. Speier Odenhausen, 3; 3. Rich. Bepler, Kinzenbach, 2,90 Meter. Kugel st oßen: 1. Emil Winter, Launsbach, 11,30; 2. Otto Dietz, Lollar, 10,50; 3, Heinrich Rühl, Beuern, 10,32 Meter. Steinstoßen: 1. Heinr. Rühl, Beuern 7,65; 2. Karl Agel, Lollar, 7,30; 3. Rich. Bepler, Kinzenbach, 7,19 Meter. Speerwerfen: 1. Otto Dich. Lollar, 42,50; 2. Otto Schardt, Hausen, 41,15; 3. Rich. Wissemann, Lollar, 39,8E Meter. Diskuswerfen: 1. Emil Winter Launsbach, 31,83; 2. Otto Dietz, Lollar, 30,15; 3. Wilh. Bepler, Kinzenbach, 26,93 Meter. Jugend. 100-Meter-Lauf: 1. Hch. Kormann, Londorf, 13; 2. Ph. Keil, Beuern, 13,1; 3. Adolf Klinket, Lollar, 13,2; 4. Hermann Rährsheim, Ruttershausen, 13,3 Sek. (In den Vorläusen erreichten alle Endteilnehmer unter 13 Sek., die beste Zeit erzielte Keil, Beuern mit 12,5 Sek.) 1500-Meter-Lauf: 1. Willi Best, Wißmar, 4:59,4; 2. Erich Gilbert 5:00,3; 3. Heinz Schmidt, Kinzenbach, 5,02; 4. L. Bender, Garbenheim. Hoch sprung: 1. Ehr. Möbus, Reiskirchen, 1,60; 2. Wilhelm Lepper, Alten-Buseck, 1,55; 3. Heinz Schmidt, Kinzenbach, 1,55; 4. Hch. Kormann, Londorf, 1,50 Meter. Weitsprung: 1. Heinrich Kormann, Londorf, 6,21; 2. Ehr. Möbus, Reiskirchen, 6,10; 3. Ad. Klinket, Lollar, 5,96; 4. H. Pfaff, Kesselbach, 5,89 Meter. Kugelstoßen: 1. Hans Pfaff, Kesselbach, 13,10; 2. Ehr. Möbus, Reiskirchen, 12,74; 3. W. Will, Ruttershausen, 11,43 Meter. Frauen. 100-Meter-Lauf: 1. Alma Becker, Lollar, 14,3; 2. Elfriede Lemp, Mainzlar, 15,2; 3. Elis. Herzberger, Mainzlar. 15,7 Sek. Hochfprung: 1. Elfriede Lemp, Mainzlar, 2; 2. Elli Felde, Staufenberg, 1,20; 3. Alma Becker, Lollar. 1,20; 4. Lina Grün, Lollar, 1,20 Meter (durch Stechen entschieden). Weitsprung: 1. Alma Becker, Lollar, 4,79; 2. Elli Felde. Staufenberg, 4,02; 3. Lina Erb, Wie- seck, 3,97 Meter. Ballweitwurf: 1. Emmi Reinhard, Launsbach, 44,50; 2. Herta Kutscher, Lollar; 3. Minna Lotz, Wieseck, 37,50 Meter. Deutsche Vadmeisterschafien in Nürnberg. Um die Meisterschaft der Steher. Am Sonntag kam auf der Dahn Reichelsdorfer Keller bei Aürnberg vor 12 000 Zuschauern die deutsche Stehermeisterschaft zum Austrag. Zu diesem Meisterschaftslauf über 100 Kilometer waren die acht besten Dauerfahrer Deutschlands zugelassen. Es gab denn auch einen überaus harten Kampf, den schließlich der Hannoveraner Erich Möller (wir berichteten bereits kurz darüber) zu seinen Gunsten entschied. Sn einem glänzend gefahrenen Rennen übernahm er schon in der 17. Runde die Spitze und gab sie nicht mehr ab. Große Mühe hatte der Titelverteidiger Walter S a w a l l, um seinen zweiten Platz gegen K r e w e r behaupten zu können, der alle Anstrengungen machte, an Sa- Wall vorbeizukommen. Don den übrigen Fahrern hatte der Frankfurter Schäfer und der Leipziger Hille stark unter Motordefekten zu leiden, von Dederichs, Schindler und Wißbröcker hatte man mehr erwartet. Wanderlust Frankfurt siegt im Zweier-Radball. Am Samstagabend ^vurden bei dem 49. Bundesfest des Bundes ^Deutscher Radfahrer die Meister in den Saalsport-Wettbewerben ermittelt. Sn zwei großen Sälen war man vom Rachmittag bis spät in den Abend mit der Feststellung der neuen Titelträger beschäftigt. 2m großen und ganzen gab es die erwarteten Ergebnisse. Wanderlust Frankfurt schlug im Endspiel der Zweier-Meisterschaft Leipzig- Lindenau überlegen 7:4 (5:1). 3n den übrigen Saalsportwettbewerben gab es folgende Sieger: Einer-Kunstfahren: G. Heidenreich, RD. Adler Breslau, 294,4 Punkte; Zweier- Kunstfahren: Gebr. Rolle, RV. Preußen Halle, 409,3 Punkte; Sechser-Kun st reigen: RV. Blitz Reukölln, 14,158 Punkte; den 7. Platz belegte hier der RD. Germania Offenbach a.M.; Achter-Kunst reigen: RV. Dlitz Reukölln. 14,670 Punkte. 1000-Meler-Meisterschafi der Amateure. Am Sonntagnachmittag wurden die Bahnwettbewerbe des Samstags mit den Endläufen der Fliegermeisterschaft über 1000 Meter fortgesetzt. Rach dem Ausscheiden des Favoriten Richter hatte der Berliner Da sch keine allzu große Mühe, seinen Hauptgegner, den Breslauer Frach, abzufertigen. Einen gewaltigen Eindruck auf die Besucher des Bundesfestes macht der Fest-Korso, an dem die Bundesvereine aus allen Teilen des Reiches mit ihren Abordnungen teilnahmen. Der Zug, der Hintermarff in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Rutzviehmarkt in Gießen standen 887 Stück Großvieh, 144 Fresser und 237 Kälber zum Verkauf. Auswärtige Käufer waren zahlreich vertreten. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe: (1. Qual.) 350 bis 400 Mk., (2. Qual.) 200 bis 260 Mk., (3. Qual.) 100 bis 150 Mk. Schlachtkühe: a) 150 bis 240 Mk., b) 50 bis 100 Mk. Rinder: (halb- bis dreivierteljährig) 50 bis 100 Mk., (dreiviertel- bis zweijährig) 80 bis 150 Mk., (tragend) 170 bis 300 Mk. Kälber: 0,20 bis 0,28 Mk. das Pfund Lebendgewicht. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: Kauflust gering, Lieberstand. • Reue Vereinbarung mit der Schweiz über den Waren- und Devisenverkehr. Die Verhandlungen zwischen der deutschen und zwischen der schweizerischen Regierung sind nunmehr zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Importeuren Schweizer Waren wird auf Antrag die Genehmigung gegeben werden, über ihre Devisenkontingente hinaus auf ein Sonderkonto bei der Deutschen Reichsbank zugunsten der Schweizer Rationalbank in einem bestimmten Umfange Reichsmartzahlungen vorzunehmen. Lieber das Sonderkonto wird zur Bezahlung deutscher Waren, die nach der Schweiz ausgeführt werden, verfügt werden. Die schwetzerische Regierung wird u. a. die Einfuhr der sogenannten Kompensationswaren (Matz, Zucker, Kohle) aus Deutschland in der bisherigen Höhe auch für die Monate Oktober. Rovember und Dezember sicherstellen. Das Reiseabkommen wird bis zum Ende Dezember verlängert. Weiter ist deutscherseits eine Herabsetzung der Zölle für Spielwaren (ausgenommen solche aus Hotz oder Alumini^tn) zufast eme Lange von drei Kilometer hatte, ging durch die ganze Stadt und bot inmitten ter flaggen, geschmückten Straßen ein imposantes Bild. VfB. Gießen. Schiedvrichkeroereinigung — Alle Herren Vfv. 1:6 (1:2). Das Fußballtreffen der beiden Mannschaften gestaltete sich sehr interessant. Beide Mannschaften setzten sich tatsächlich auS den ältesten Semestern zusammen, so daß auf jeder Seite das Geiamtalter mehr als 400 Jahre betrug. Auf den Spielverlauf und auf das Tempo wirkte sich dies allerdings nicht sehr aus, die Senioren des Fußballsports spielten vielmehr nahezu wie im Mai ihres Lebens. Der 42jährige Stürmer, der 54jährige Torwart, die würdigen Läufer und Verteidiger waren mit einem Eifer bei der Sache, der auch einem aktiven Spieler zur Ehre gereicht hätte. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen, es gab interessante Spielmomente. VfB. ging bald mit 1:0 in Führung und erst gegen Ende der ersten Halbzeit ve"achten die Schiedsrichter den Ausgleich zu erzielen. Kurz vor der Pause erzielten die Alten Herren des VfB. noch ein zweites Tor. Die zweite Spielhälfte sah bie DfB.er meist im Angriff und sie brachten das auch im Endergebnis mit hoher Differenz zum Ausdruck. Dem Schiedsrichter war ein weiterer Erfolg nicht mehr beschieden. Zuschauer und Spieler waren von dem Kampf sehr befriedigt. Todessturz in der Rhön. WER. Flie gerlager Wasserkuppe. 19. Suli. Der dritte Tag des diesjährigen Rhön- Segelflug-Wettbewerbs hat leider ein Todesopfer gefordert. Der Breslauer Student Rüdi- g er ist beim Sturzflug abgestürzt und fand dabei den T o d. Mittlere nordwestliche Winde liehen von den frühen Morgenstunden ab erstmalig einen regeren Flugverkehr zu. Wieder bot sich das von den Vorjahren her bekannte Bild. Gleichzeitig segelten 8 bis 10 motorlose Flugzeuge über dem Fliegerdenkmal. ilnter diesen befand sich ein aussichtsreicher Pilot der Schlesiergruppe des Deutschen tLuftfahrtverbandes, der junge Breslauer Student Rüdiger (Liegnih) auf „D.-Senator". Er kreiste lange Zelt am Horizont und ging plötzlich um 9.20 Llhr am Rordwesthang über dem Abtsrodaer Wald zum fast senkrechten Sturzflug über. Anscheinend wollte er aus dem dichten Rebel und den sehr tief liegenden Wolken heraus. Augenzeugen beobachteten, daß er bereits noch inderLuft eine Tragfläche verlor. Rüdiger war sofort tot, während die Maschine restlos zu Bruch ging. Ein Defekt der Steuerungsorgane wird wahrscheinlich die Llrsache des bedauerlichen Lln- glücksfalles fein. gesagt. Das Abkommen tritt am 1. August tn Kraft und gilt bis Ende Dezember 1932. Weitere Verhandlungen zwischen den beteiligten Regierungen werden im September gepflogen werden. * Motoren-WerkeMannheimvorm. Benz, Abteilung Stationärer Motorenbau. Mannheim. Die gestrige Ge« neralversammlung stimmte der Zusammenlegung des Grundkapitals im Verhältnis 3:1 auf 1,8 Mill. Mk. zu. Der Duchgewinn wird zur Deckung des Verlustes von 467 809 Mk., zur Vornahme von Abschreibungen und zur Bildung eines Reservefonds verwandt. frankfurter Abendbörse freundlicher. Frankfurt a. M., 19. Juli. Die Abendbörse verkehrte sowohl für Aktien, als auch für Renten in ftiller Haltung. Die Spekulation ging aus ihrer Zurückhaltung nicht heraus, da vor allem das Publikum sich weiter vom Börsengeschäft vollkommen reserviert verhielt und wieder keine Orders herlegte. Von den meist unveränderten Auslandsbörse ging keine Anregung aus, so daß sich das Geschäft weiter in engsten Grenzen hielt. Nach den Rückgängen/Im Mittagsverkehr, die hauptsächlich aus Abgaben von Lombardbeständen des Berliner Platzes ^resultiert haben sollen, war die Stimmung eher etwas freundlicher. JG.-Farben zogen zum ersten Kurs 0,25 v. H. an, wobei der Umsatz zirka 36 Millionen betrug. An den übrigen Marktgebieten war es sehr still, doch taxierte man die Berliner Schlußkurse gut behauptet. Im Verlaufe erfuhr das Geschäft zwar keine Belebung, die Kurse zeigten aber weiterhin Ansätze zu einer Besserung. JG.-Farben konnten sich bis auf 86,75, nach anfangs 86,13 v. H. erholen. Neubesitzanleihe 4,90, Altbesitz 41,50, Neichsbank 122,50, Stahlverein 12,40 bis 12,50, JG.-Farben 86,13 bis 86,40 (Nachbörse: 86,75), Siemens 118,50, Südd. Zucker 105,25, Reichs- bahn-VA. 74,40. Leichtathletik im Lahn-Dimsberg-Sau. Wirtschaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. iSronffun u. JJl. Berlin Schluß- !ur< Schluß!. Abend« börse Schluß- hird Schluß!. Mtttag- börse Datum 18 7 19-7. 18.7. 19.7. 6% Deutsche Reichsanleche v. 192'/ — 66 65 65 7% Deutsche ReichSanIeihe v. 1929 65 66 65,13 65,5 6/,% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Wlös^Schuld mit 63,5 63,65 63,9 64 AuSlos.-Rechten....... 41,25 41,5 41,13 41,25 Desgl. ohne Auslos.»Rechte . 8% Hess. Volksstaat von 1929 5,13 4,9 5,05 4,9 (rückzahlb. 102%)...... Oberbeilen Provinz-Anleihe mit 49,5 49 50 50,9 Auslos.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. 40 40 ■— — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Boldpfe 39 37,5 38,25 38,25 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 69 69 — unkündbar bis 1936 Serie 16 . 4>A% Franks. Hyp.-Bank ßiqiL- Pfandbriefe......... 4y2% Rheinische Hyv.-Bank.Ltqu. — 68 — — 78 78,65 — Goldvle........... 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, 79,75 79,9 — — Psandbriese R. 19...... 7% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, 68,5 68 68 68 Psandbriese R. 10 . — — — —’ <% £>eftenetd)t1d)e ®olt>rente . . 4,?0% Oesterrelchische Silberrente <% Ungarische Goldrenle .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4>/2% desgl. von 1913 . . . 6% obgesi. Goldmexikaner von 99 4% Züdlidie Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I........... 4% desgl. Serie II....... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^%9iumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 8)fc% I. Anatolier....... 10 10,25 — — 1,05 1,05 —— 5.75 5,7 5,7 — 6,5 6,6 6,6 — — 5,75 5,25 4,75 4,75 4,55 4,75 3,5 3,3 3.4 3,4 3,3 3,3 3,3 3,35 3.3 3,3 3,4 3,25 — — 4,1 7 25 7,25 7,4 7 3,65 3,65 3,5 3,7 15,75 16,25 16 16,4 Frankfurt a.2)l Berlin Schlußkur« Schloßt. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Datum 18 7. 19 7 18.7. 19.7. Hamdurg-Amcrita Pate, . . 11,25 11,5 11,5 11,5 Hamburg-Südam. Dampfschifl . 0 Hansa Dampfschiff .... . 0 —— —— — 18 Norddeutscher Lloyd .... . 6 12,65 12,75 12,75 12,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. e . — 24,75 25,5 25,13 Berliner Handelsgesellschaft . 8 89 89 90 89,25 Commerz. und Privat-Bank . 7 — 53,5 Darmstädter und Nationalban 8 18,5 18,5 18,5 18,5 Deutsche Bank und Disconto-Geselllchaft. . . 6 75 — 75 Dresdner Bank...... 6 — 18,5 18,5 18,5 Reichsbank ...... 12 123 122,5 123 122,25 A.E.G........... . 7 23 23 23,25 22,75 Bergmann........ . 9 20.75 20,75 Elektr. LieferungSgesellschast. 10 58,5 57.25 595 Licht und Kraft...... 10 68 68 67,75 67,75 Felten & Guilleaume.... 6¥t — — 36,75 36 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 54 54 54,4 54 Rheinische Elektrizität . . . . 9 — 62,5 62 5 —— ©Ändert & (So. . ..... 11 — 58,5 59,5 58,4 Siemens L Halske . . . . . 14 119 118,5 119,4 119.25 Lahmeyer & do.. • • • • . 12 76 75,5 76,5 75,5 Buderus......... . 4 25,5 25 25,25 25,25 Deutsche Erdöl...... . b 68 67,25 68.5 67,4 Gelsenkirchener...... . 8 31,25 31 31,5 31 .25 Harpener......... Voesch Eisen........ Ilse Bergbau....... . 0 48 48 48,25 48.5 . 6 23,75 23 10 — — — 125 Ilse Bergbau Genüsse . . . — —— — 89,75 ttwclnerwerke....... . 6 — 22 21 ManneLmann-Röhren . . . . 6 35,5 — 36,4 36 Mansfelder Bergbau .... . 0 11 11 11 Oberschles. Kokswerke . . . . 8 — 28 28 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen. . . Rheinstahl........ 4’,i 14.25 14 14,65 14 10 166 168 166 168 44,25 43,5 43,9 43,25 Jran![un a. M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börsc Schluß- lurS Schluß!. Mittag- börse Datum 18 7. 197 18.7. 197. Rtebed Montan...... 7,2 —— — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 4 13,25 12,5 13 12,25 Otavi Minen...... Kaliwerke Aschersleben . . . 6’/ —— 10 10 25 10 10 — 86 86 87 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 — 97 96 95 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 154 .154 153,75 153 I. ®. Forben-Jndustrie. . . Verein, dient. Industrie Frank 18 86,75 86,4 86,5 85,9 fort a.M......... —— — —— Scheideanstalt....... 11' 131 130 — — Goldschmidt........ . 0 17 17 16,65 17 Rütgerswerke....... . b — 30,75 30 30,4 Metallgelellschast...... 25 24 25 24 Philipp Holzmann..... . 8 31,25 31 31,25 31 Zementwerk Heidelberg. . . . 7 36 36 — — Cementwerk Karlstadt. . . . . 7 — — — — Wayß & Freytag..... . 0 4,13 4 — 4 Schultheis Patzenhoser . . . 15 _ _ 52,25 52 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 33,25 33,5 33,25 33,25 Bemberg......... 0 — 28,5 28,5 26,5 Zellstoss Waldhos..... 12 — 28 27,9 27,5 Zellstoff Aschaffenburg . . . 6 •— 19,4 20 — Dessauer Gas....... . 9 — — 80,25 79,5 Daimler Motoren..... . 0 10,5 10,5 10,75. 10,5 Deutsche Linoleum .... . 6 30 30,5 30 30 Orenstetn & Koppel .... . 0 — 21,25 21,13 Leonhard Tietz...... . 8 44,5 45 45 45,5 Svenska......... 15 — —— — Chade.......... — 174 176 174 Frankfurter Maschinen . . . . 0 — — Gritzner......... . 0 17 18 17 Matnkraftwerke Höchst a.M.. . 6 49 49,5 — — Süddeutscher Zucker .... 10 105 105,25 105 105,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 18 3uli 19. Full Amiliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie, Geld 1 Briek HelstngsovI . 6,354 6,366 6,364 6,376 Wien. . . . 51,95 52,05 51 .95 52.05 Prag . . 12.465 12,485 12,465 12.485 Budapest . . — — — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3.063 Holland . . 169.73 170.07 169,73 170.07 Oslo. . . . 74,13 74,27 74,43 74 57 Kopcnbagen. 80,82 80.98 80.97 81.13 Stockholm . 76,52 76,68 76,77 76,93 London. . . 14,925 14,965 14,98 15,02 Buenos Aires 0,923 0,927 0.923 0,927 Neunork . . 4.209 4,217 4.209 4,217 Brü||el. . . 58,30 58,42 58,30 58,42 Jtalten. . . 21,51 21,55 21,50 21,54 Paris . . . 16.485 16,525 16,485 16,525 Schweiz . . 81,89 82,05 81,90 82.06 Spanien . . 33,77 33,83 33,72 33.78 Dmizig. . . 81,97 82,13 81.97 82.13 Japan . . . 1.169 1,171 1,159 1,161 Rio de Ian.. 0,325 0,327 0.325 0,327 Iugostawtell. 6.693 6,707 6,693 6,707 Lissabon . . 13,59 13,61 13,64 13,66 Berlin, Ig.FuI! Geld Brief Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgilche Noten ......... 58,14 58,38 Dänische Noten......... 80,79 81,11 Englische Noten ......... 14,94 15,00 Französische Noten........ 16.445 16 505 Holländische Noten........ 169,36 170,04 Italienische Noten......* . 21,47 21,55 Norwegische Noten........ 74,25 74,55 Deutsch»Oesterreich, i 100 Schilling — — Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten........ 76,60 76,90 81,72 82,04 33 LZ 33,72 Ungarische Noten........ — —