■^Utl tntfi r -n ÄNen toetben h (?6atf 1 di-erLdä '6 für '- 8.I0 «- >i<"Ä ^frit Är Ulvllg. w v™«nS h uin, bi ap' sä/Ä 'Mtt'sJÄ1 StzL ZM Zechend anqe[{hen te*E ff Eei auf bi, 21bei den (Ent, 2."^, in die wehr Hi iu k°wmen. c wer zwar noch eln Jj« bas sogar den k'Zen, da es in Achtung sich burifl Wß lr den Wocheninorkt' ■5„WDN °uch zurülk- en vergeblichen Ber- Mer Stelle" anzu. 1 ^ür abaegeben 5 fofort Abhilfe oe. n verursachen wurde, sdeitslose eine Tag. wuchtete. Durch Je- :e vielleicht noch ein enheiten" in Betracht -tädten, unterirdische ln geschassen werden. L. Stamm. Ipril illplatten. 1020 bii i Dankschalter. Don hen: Mittagskonznt : Konzert auf Schall-' ?hmbe der Jugend, taltungsmufik. 18.25: crbüchern", Dortrag 18.50: Mannheim: lechnen", piouberei zephenheim. 19.30; - Ihr Men unb >vn Hans Dvsdaud. lnbekanntes ton De« Seispielen. Don Dr. Unterhaltungsmusik. - Englands große Wien. leinden. l>. April. neinden. ibc. Gottesdienst in der .ncrstag, 21., und a b f e ft. Donners- rgens 8.30 Predigt. Ihr; morgens 8.30. - nd 7.15 Uhr: morgen- Ifrn Mgionsgksell' morgens: 6.00 Uhr. pril. und Frei- l l.Tag: Dorabend. Ehr Predigt Dach- Dorabend: 8-15 Äk, Sabbatseier den 2d. , Uhr. Samstag vor- g: 4.00 Uhr. Sabbat- Dochengottesdlenst. 6.30 Uhr. L343 49.« 12-4« 41.94 3,057 170,68 77.!» 87.16 77, 15, 1,048 4,209 58,« 21-63 16-605 L !Ä 0,273 7,423 14,54 Arankfvrl O.7U. IS.Ani SM- 65.« 3.0« 171-2 78,01 87,34 77,S 15.« 1,0)2 4.11 59-1* 21,67 , .645 8l-?3 33 J 82,83 1,«l 0,28' 7,437 14.54 87.17 15-« 16-« ITt-S 21-« JO-« ii m. 92 Erst« Blaff Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Msnatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlstsse unterSammcInummer 2251. Anschrift für Drahtnach^ richten: Anzeiger Gieße«. Postscheckkonto: Zronkfurt am Main 11686. 182. Jahrgang Mittwoch, 20. April 1952 7^ Ä Annahme von Anzeigen A WM für die Tagesnummer bis Eichener Anzeiger« Dr. Friedr. Wilh. Lange. General-Anzeiger für Oberhessen MW • * ' Dlumschein und für den Omrf «Nd Verlag: «kühl',ch« ll«iversttüir-v»ch- mit Sltitötiidtrti B. £ewgt in «iehen. Schriftiettnng und Seschäsirftele: Schnlftratze 7. Keine Auflösung des Hessischen Landtags. Ablehnung sämtlicher nationalsozialistischen Anträge zum SA.-Derbot. - Keine ausreichende Mehrheit für den Antrag auf Auflösung des Landtags. Oie Anträge. Darmstadt. 19. April. Für die Dienstags- sthung des Hessischen Landtags hat die natio- nalsozialist ische L o n d t a g s f r a k t i o n den Antrag gestellt, die Regierung aufzusordcrn, unverzüglich beim Reichspräsidenten und der Reichsregierung nachdrücklichst dahin zu wirken, daß die Verordnung vom 13. April 1932 sofort aufgehoben wird. Für den Fall der Ablehnung dieses Antrages wird beantragt: 1. Die Regierung wird oufgesordert, unverzüglich beim Reichspräsidenten und der Reichsregierung zu erwirken, daß auch die Kampf-Organisationen derjenigen politischen Gruppen, denen gewaltsame Zusammen st öhe mit Rational- s o z i a l i st e n nachgewiesen werden können, verboten werden, um so die Rechtsgleichheit und die gleiche Sicherheit aller politischen Richtungen und ihrer Angehörigen wieder herznstellen. 2. Die Regierung wird aufgefordert, im Rahmen ihrer Zuständigteit sofort für das Gebiet des Volks st oates Hessen die unter Punkt 1 genannten Organisationen, insbesondere das Reichsbanner und die Eiserne Front, mit allen ihren Llntergliederungen zu verbieten. Weiter hat die nationalsozialistische Fraktion einen längeren Antrag eingebracht, wonach der Landtag das Vorgehen des hessischen Innenministers und der hessischen. Polizei bei Ausführung der Rotverordnung vom 13. April 1932 auf das schärfste mißbilligen soll. Schließlich beantragen die Rationolsozialisten: „Der Landtag löst sich auf". Abg. Dk. Best (Nat.-Soz.) erklärt, Artikel 48 RD. gestatte zwar die Aufhebung von Grundrechten des Staatsbürgers, erlaube jxdoch nicht die Außerkraftsetzung des Anspruches auf gleiche u n d gerechte Behandlung durch die Machthaber. -In weiten Kreisen habe die letzte Amtshandlung des Reichspräsidenten Helle Empörung ausgelöst und so zu dem Schreiben Hindenburgs an Groener geführt. Gerade die SA. habe in den beiden Wahlgängen den öffentlichen Frieden gesichert. Strafbare Handlungen könnten der SA. nicht nachgewiesen werden. Wahrend Reichsbanner, Eiserne Front und Antifa zum Bürgerkriege bereit daständen, sei die RSDAP wehr - und schutzlos gemacht worden. Die Art der Durchführung der Rotverordnung in Hessen stelle eine kalte Rache für den Wahlausfall am 10. April dar. Die Prätorianeraorde des jetzigen Regimes sei kein Schutz des Staatsbürgers mehr. Die moralische Qualität der jungen uniformierten Polizei in den Kasernen und ihrer Offiziere ergebe sich daraus, daß sic Schulden hätten und auch auf diese Weise neben ihren teuren Unterhaltungskosten den Bürger schädigten. Bei der Durch- sührung der Rotverordnung in Hessen seien fast sämtliche Gesetze verletzt worden. Man habe verlacht, die politische Arbeit der Par- lei l a h m z u l e g e n. Von dem beschlagnahmten Material werde von dem Innenministerium das, was ihm passend erscheint, veröffentlicht. Man verschweige jedoch, daß z. D. der Waffenhändlcr hack auch Waffen an Sozialdemokratien abgegeben habe. Das jetzige System des absoluten Polizeistaatcs müsse schnellstens aufhören und einem freien und gerechten Staat platz machen. Innenminister Leuschner erklärt: Die hessische Regierung ist nicht in der Lage, sich bei Reichspräsident und Reichsregierung für die Aushebung der Rotvcrordnung vom 13. April 1932 einzusehen. Das Verbot ist ge- lehlich zulässig und aus staatspoli- lischen Gründen dringend notwendig gewesen. SA. und SS. sind vollständig militärisch organisiert, siL waren trotz aller Versicherungen nicht legal und gegen alle Beteuerungen auch bewaffnet. Sic waren auf den Sturz der versassungsmäß'.gcn Regierung eingestellt und haben 'ich polizciUcye Sefugnissc angcmaßt. Die militärischen Forma- :ioncn mußten daher verboten werden. Der Minister verliest dann aus dem beschlagnahmten Material Stellen über die militärische Slicderung, den Rachrichtcn- und Beobachtungsdienst. Richtlinien über das Verhalten der SA. bei Verhaftungen, über die Tarnung der SA. rnch dem Verbot in Gesang-, Sport- und Kcgel- " Hubs ufto. Als der Minister über die Organisation der Motorstaffeln spricht, ruft Abg. Lenz dazwischen, die Vorbereitungen leien gegen Polen gerichtet, worauf Minister 2cufebner erwidert: „Deswegen haben die Äational- lozialisten auch ein Landes-verratsver- lahren an den Hals bekommen, weil man in Preußen überzeugt ift, daß ihr Verfahren, das |c im Osten durchführen wollten, in einer Weife »onstatten gehen sollte, daß sie das deutsche Vaterland im Stich gelassen hätten. Der Innen- lninistcr gibt Personen bekannt. Hie zum Verrat von polizeilichen Geheimnissen, zur Verletzung des Vahndienstgcheimnisses und zum Einbruch in die Gießener Reichswehrkaserne verleite! worden seien. In Rheinhessen haben wir allein 100 Pistolen bei den Rationalsozia» listen beschlagnahmt. (Der Minister deponiert die zwei beschlagnahmen Pistolen des Abgeordneten Döring. — Heiterkeit.) Eine Verletzung der Immunität von Landtagsabgeordneten ist nicht erfolgt. Material, das allein für die Abgeordnetentätigkeit dient, haben wir schon herousgegeben. Wenn ticbcrgriffc von Polizeibcamten vorgekommen sein sollten, wird eine Llntersuchung eingeleitet werden. Aber die Rationalsozialisten brauchen nicht allzu zimper- lich £u sein. Rach einem Gesamtüberblick hat die Polizei ihre Ausgabe mustergültig erledigt. Aufs schärfste weise ich die schweren Angriffe und Beschimpfungen gegen die Polizei zurück: ich muh ihr vielmehr im Ramen der Regierung und der friedliebenden Bevölkerung unseren Dank aussprechcn. Das Reichsbanner kann mit der SA. nicht auf eine Stufe gestellt werden: es ist auch nicht militärisch organisiert: es ist vor allem ein Schuhinstrument der republikanischen Bevölkerung und Verfassung. Oie Aussprache. Abg. Hoffmann (Z.) erklärt, das Zentrum begrüße die von der Reichsregierung angeordnete Auflösung der SA. und SS., weil es davon eine Stärkung des Vertrauens in die Sicherheit und Festigkeit des Staates und eine Befriedung des i n ne r p o l i t i s ch e n Lebens erwarte. Dos Zentrum hoffe, daß gemäß einem Wunsch des Reichspräsidenten ähnlich gear-. tete Organisationen die gleiche Behandlung erfahren. Am politischen Leben sollten alle wertvollen Kräfte wirksam beteiligt werden, doch die Diktatur einer Partei könne nur Zertrümmerung und Verarmung zur Folge haben. Da es sich bei dem SA.-Verbot um eine Reichsanordnung handele, lehne das Zentrum alle vorliegenden Anträge ab. Abg. Schreiber (StP.) sieht das Verbot als völlig gerechtfertigt an. Eine stärkere Abfuhr als durch den Innenminister Leuschncr hätten sich die Rationalsozialisten nicht holen können. Cs sei staatspolitisch unerträglich, daß ein Staat ein Machtinstrument gegen seine eigene Existenz dulde. Abg. Zinn kann (6.) schließt sich dem Zen- krurnsredner an und lehnt ein Verbot des Reichsbanners ab. Dos. Ablenkungsmanöver der Ra- tionalsoziolisten. ihren SA.-Leuten mit der Land- togsouflösung imponieren zu können, werde die Sozialdemokratie unmöglich machen. Abg. Lenz (RSDAP.) nennt die Erklärungen des Ministers „romanhafte Erzählungen". Die militärische Organisation der SA. habe die RSDAP. niemals geleugnet. Während hier der Minister salbungsvolle Reden halte, würden vor dem Landtag die Menschen von den Kosaken des Innenministers .zusammengehauen. Herr Leusch- ner regiere noch Methoden mittelalterlicher Raubritter. (Der Redner erhält mehrere Ordnungsrufe.) Abg. Fenchel (Lv.) verurteilt das einseitige SA.- Verbot und stimmt den nationalsozialistischen An- trägen zu. (Beifall bei der NSDAP.) Abg. (9 r e b (Chr.-soz.) fordert ein Verbot sämtlicher militärisch organisierter Verbände. Oie Abstimmung. Die nationalsozialistischen Anträge werden mit 29 gegen 27 Stimmen der Rationalsozialisten, des Landvolks und der Christlich-sozialen ab- gelehnt. Der Antrag, den Landtag aufzulöscn, findet nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Rur 34 Stimmen der Rationalsozialisten, Kommunisten und des Landvolks sind für Reuwahlen. Dos Haus vertagt sich o,u f unbestimmte Zeit. Annahme der ersten Abrüstungs- Entschließung in Genf. Gegenstoß der französischen Staatengruppe. — Oie Gegensätze unüberbrückt. Gens, 19. April. (211.) Der gestern vom Sonderausschuß einstimmig angenommene Ent -> schlicßungsentwurf über die stufenweise Herabsetzung der Rüstungen, jedoch nur unter der Voraussetzung der Durchführung einer entscheidenden ersten Stufe auf der gegenwärtigen Abrüstungskonferenz, -führte zu einem lebhaften Zwischenspiel in der heutigen Vorrnittagssitzung des Hauptausschusses. Der rumänische Delegierte T i t u l e s e u. als Wortführer der französischen Staatengruppe, ging zum Gegenstoß über und suchte die auf amerikanischen Wunsch in der Entschließung angenommene Forderung auf Herabsetzung der Rüstungen auf ein Mindestmaß durch eine einseitige Auslegung dieser Entschließung unwirksam zu machen, indem er seine Zustimmung zu dem Entwurf von der Annahme eines neuen, bisher noch nicht behandelten Antrages der tschechoslowakischen Abordnung zu Punkt 2 der Tagesordnung abhängig machte. Der tschechoslowakische Antrag fordert entsprechend der französischen Sicherhcitsthefe, daß die Herabsetzung der Rüstungen nur unter Berücksichtigung der nationalen Sicherheit, der geographischen Lage, den besonderen Bedingung c n der einzelnen Staaten und den interna tionalen Verpflichtungen durchgeführt werden darf. Titulescu erklärte, daß die zur Abstimmung vorliegende Entschließung und der bisher noch nicht behandelte tschechoslowakische Antrag ein untrennbares Ganzes bildeten. Dieser Gegenstoß der französischen Staatep- gruppe wurde von Litwinow sofort scharf kritisiert. Lliwinow erklärte,' er lehne die Auslegung T i t u l e s c u s ab und könne die Entschließung unter keinen Umständen im Geiste rumänischen Auslegung annehmen. Rach einer längeren bewegten Aussprache stellte Henderson schließlich den Entschlic- ßungsentwurf des Sonderausschusses als solchen zur Abstimmung durch Hand- ausheben. Der Hauptausschuß nahm die Entschließung sodann einstimmig an, jedoch erhoben sich Litwinow und Titulescu gleichzeitig und erklärten, die Entschließung nur im Sinne ihrer Auslegung annehmen zu können. Die praktische Bedeutung dieser Entschließung ist damit durch das Vorgehen der französischen Staatengruppe ernstlich in Frage gestellt worden. Oer zweite Punkt. Frankreich fordert Berücksichtigung der nationalen Sicherheit. Der Hauptausschuß behandelte dann den zweiten Punkt der Tagesordnung, und zwar a) die Kriterien der Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen, b) Berücksichtigung der des anderen LI m - st ä n d e in den verschiedenen Ländern. c) die Methode der Berechnung der Esse k t i v st ä r t c nach den Erfordernissen der inneren Polizei und der nationalen Sicherheit. Zu diesen Punkten lagen zwei einander völlig widersprechende Anträge vor. Der tschechoslowakische Antrag, dem sich die Vertreter von Rorwcgcn, Schweden. Spanien angc- fchlossen hatten, verlangt, daß die Abrüstungskonferenz grundsätzlich beschließt, die R ü st u n - gen auf das vereinbarte Mindestmaß herabzusetzcn unter Berücksichti - gung der nationalen Sicherheit, der geographischen Lage und der besonderen Bedingungen eines Staates. Dagegen beantragte der italienische' Außenminister Gr an di. daß die Prüfung der Methoden für die Herabsetzung der Rüstungen sofort auf praktischem Gebiet durchgesührt werde, um in kürzester Frist d i e erste entscheide nd c Etappe der Abrüstungen auf öen möglichst tiefen Stand herbeizuführen. Die Aussprache verlor sich in allgemeinen theo- retischcn Erwägungen Litwinow erklärt, cs sei unmöglich, die Faktoren der nationalen Sicherheit der einzelnen Länder allgemein scstzusctzcn. Botschafter Radolnv empfahl dem Hauptausschuß dic Annahme des italienischen Antrages. Cs handele sich nicht mehr um die Destä- tigung, sondern umdieDurchführung bes Artikels 8 des Völkerbundspaklcs. Dieser Forderung trage der tschechoflowalifcke Antrag nicht Rechnung, während der italienische Vorschlag auf die praktische Durchführung der Abrüstungsverpflichtungen hinziele. Paul 'Boncour brachte sodann mit großem Rachdruck d i e Iran- zbsi schc Forderung zur Geltung, daß der Grundfatz der nationalen Sicherheit und der internationalen Verpflichtungen als maßgebende Richtlinien in die Entschließung aufgenommen tttrben müssen. Die französische Regierung könne den gestrigen Beschluß über die Herabsetzung der Rüstungen auf das Mindestmaß im Sinne des Artikels 8 des Völkerbundspaktes, also somit nur mitRü ck sich t aus die nationaleSichcr» heit und die internationalen Verpflichtungen annehmen. Die tranzöfifche Abordnung stehe auf dem Boden des tschechoslowakischen Antrages und müsse gegen den italienischen Dl rschlag Vorbehalte anmelden. Der Hauptausschuß fetzte eihen Redaktionsausschuß ein, der die verschiedenen Vorschläge zu Punkt 2 der Tagesordnung zusammenfassen soll. In dem Redaktionsausschuß sind wiederum sämtliche Großmächte vertreten. Man will auf diese Weise versuchen, die zwischen dem italienischen Vorschlag und dem Antrag de« französischen Staatengruppe entstandenen Gegensätze zum Ausgleich zu bringen. Der Vorsitz in diesem Ausschuß ist wiederum dem griechischen Gesandten P o l i t i s übertragen worden. Mißvergnügen in Paris. Paris, 20. April. (WTD. Funkspruch.) Die Annahme der ersten grundlegenden Entschließung über die etappenweise.Abrü st ung durch die französische Delegation wird von .Echo de Paris" kritisiert. Cs sei zu befürchten, so schreibt das Blatt, daß damit ein Fehler begangen worden sei. Die Klausel „Erste entscheidende Etappe der allgemeinen, möglichst weitgehenden Herabsetzung", die von Deutschland in den C n t s ch! i e ß.u n g s e n t w u r s ei n - geführt wurde, werde durch Artikel 8 des Völkerbundstatuts nicht ausreichend ausgeglichen, um so mehr, als dieser Artikel selbst nicht klar darlege, was unter nationaler Sicherheit und unter gemeinsamer Aktion zu verstehen sei. Die erste Entschließung auf der Abrüstungskonferenz stelle also keinen Sieg der französischen Auslassung dar, und man müsse fragen, warum Paul-Boncour es zugclassen habe, daß die Aussprache in dieser Weise in bic 3 r r e geht. Lautete doch die Frage lediglich, ob dic Abrüstung auf einmal oder etappenweise durchgeführt werden solle, und dies zu beantworten, habe nicht erfordert, daß Grundsätze angenommen werden, die damit nichts zu tun hätten. Ausland und GA.-Verboi. EineterklürungangelsächsischcrJournalisten über das umstrittene Hitlcr-Zutcrvicw ERB. Berlin, 19. April, Die drei angelsächsischen Journalisten, die anläßlich des Verbote» der SA. unb SS. den Führer der RSDAP. intcr- bictot haben, veröffentlichen darüber folgende Erklärung: Am 14. d. M. empfing Herr Adolf H i 11 e r die drei unterzeichneten Journalisten H. R. Knickerbocker, Edgar A. Mowrer und Sef ton D e l m e r um 14 Llhr im Hotel Kaiserhof zu einer Untcrrcbung über bas Verbot der SA. und SS. Ein Fragebogen mit fünf Fragen wurde von uns aufgestellt und durch Dr. Hansstaengl, dem Auslandpreslechef der RSDAP., Herrn Adolf Hitler, vorgelegt. Herr Hitler erklärte sich bereit, uns gegenüber die Fragen zu beantworten. Dr. Hansstaengl war während der ganzen Dauer der Untcrrcbung zugegen. Eine an Herrn Hitler gestellte Frage lautete: Glauben Sie, daß die deutsche Regierung bei dem Verbot der SA. auslänbi- schernDruck nachgegeben hat? Hieraus antwortete Hitler: Ja, nach meiner Lieberzeugung ist das derFallgc- w c s e n. Schon vor einem Jahr e r fu chte die französische Regierung Dr. Brüning um die Auflösung der SA. Dr. Brüning sagte zu, er konnte aber erst jetzt sein Versprechen erfüllen. Hierauf warf Herr Sefton D e I m c r die Frage ein: Haben Sic fürdieseBehauptung Beweise, Herr Hitler? Herr Hitler antwortete: Rein, ich habe keine Beweise dafür. !'d° |id) M» ^tnbl A^inblilr- eir> einb .®irb,%rpr. 'Zer als tur ihr« ff^Ibflbtr mann J[ wählt M) 9Qr n Ln,eber. Pofe und 03 di- R,7ma XÄ %J?R t alb5 m0[l drama. ssK suisS- ®*N /-r Demut' eru? -LL.M ’fe^n im. (jSotb6üdtvess Ul.) 3m süöasrikani» Hob der Führer der ral §muts, scharfe lgierung tagen Gebrauch der dritte Amtssprache chrung der deutschen 1 ömutS, werde sehr das) bei Durchführung rischen in Süd- l würden, wahrend die Beamten ungünstiger der deutschen Sprache H erhoa verteidigte ung und betonte, dah ne Beamten bc- auf deren Ernennung l d habe. n^n^ring. । Nord-Land, einem ch von der arktischen sein Schiss von eine® noü)“, begleitet M mten Polarsorsch-a steht, der einen Den ie. Eine Aufgabe der -ine Gruppe w > r unter der Leitung ten Düften des Aorb' untersucht ” tgüoneOOOÄjm; t kartograpM , Untersuchung Mitarbeiter entdskte' «ine Dasierstrahe. b her Richtung verlock d und wenn die »vi M und g-xohnl'ch rusanoW am Ä&- »» >s.Landes g gori^L derS°°^ felf Aus aller Welt. Die Frühjahrsübungen der deutschen Flotte. Die Frühjahrsübungen der deutschen Flotte in der Ostsee haben mit Qkginn dieser Woche ihren Höhepunkt erreicht. Die drei Linienschiffe „Hessen", „Schleswig-Holstein" und „Schlesien" standen unter dem Oberbefehl von Kontreadmiral Förster. Don den Öluf- klärungsstreitkräften nehmen die Kreuzer .,K ö • nigsberg" und »Emde n" und die zwei Torpedobootsflottillen unter dem Kommando von Kontreadmirol Albrecht teil. Den Oberbefehl über beide Verbände übernahm Vizeadmiral Glabisch. Kleinere Manöver wechselten mit Marschübungen der Llusklärungsstreitkräfte und Tagangriffen der Torpedoboote auf die Linienschiffe, wobei die verschiedensten Angriffsarten durchgeführt wurden. Eine anschließende Nachtübung der Torpedoboote stellt die Flottille vor die Aufgabe, an drei durch andere Streitkräfte gesicherten Linienschiffen Fühlung zu gewinnen und sie anzuareifen. Mit abgeblcndeten Lichtern begann das Heranpirschckl an den unsichtbaren Feind, der durch häufigen Kurswechsel die Suche erschwerte. Dann, nach plötzlichem Hervorbrechen zu schneidiger Attacke deckten Vernebelungen den Rückzug. Die Manöver vollzogen sich im großen Raum der Pommerschen Ducht und der Rügenschen Gewässer. Großer Bergrutsch bei Cochem. Der schon seit Jahren drohende große Bergrutsch bei Cochem ist in den Abendstunden des Dienstags eingetreten. Schon während des ganzen Rachmittags befand sich das Beramassiv in ständiger Unruhe. Gegen 23 Uhr ist die Hauptmasse des in Bewegung befindlichen Berges — etwa 10 COO Kubikmeter Erd- und Felsmasse — unter großem Getöse abgestürzt. Die benachbarten Mo se l o r te wurden in mächtige Staubwolken eingehüllt. Eine vor dem Haupteinbruch des Felsmassids befindliche Schreinerei wurde vollständig hinweggcfegt. Die zentnerschweren Steinblöcke liegen meterhoch auf der Provinziallandstraße. Große Teile der Gesteinsmassen find in die Mosel gestürzt. Eine große Menschenmenge umlagert die Einfturz- stelle. Die Fernleitungen sind zum großen Teil durchschlagen, so daß die nahen Moselorte ohne Licht sind. Von der Cochemer Seite her versuchte man, mit Scheinwerfern das völlig im Dunklen liegende Gelände zu erhellen. Heber die Höhe des angerichteten Sachschadens ist noch jeder Ucberblick unmöglich. Die anliegenden Weinberge sind völlig zerstört. • Der Bilderfälscher wacker zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der Kunsthändler Otto W a ck e r ist vom Schöffengericht Berlin-Mitte unter der Beschuldigung, 30 Bilder, die das Zeichen des holländischen Meisters van Gogh trugen, als echte van Goghs in den Verkehr gebracht zu haben, wegen fortgesetzten Betruges zum Teil in Tateinheit mit fortgesetzter Urkundenfälschung zu einem Fahr Gefängnis verurteilt worden. 3n der Begründung zu dem Urteil befaßte sich der Vorsitzende u. a. ausführlich anit der Frage der Echtheit der von Wacker in den Handel gebrachten van-Gogh-Dilder. Die Hauptverhandlung habe ergeben, daß elf Bilder ohne jeden Zweifel Fälschungen sind. Zwischen den Kunstkritikern und Händlern, zwischen den Kunsthistorikern und Malern habe in diesem Punkte völlige Einmütigkeit geherrscht. Infolge der kunstkritischen Ausführungen der Sachverständigen Iusti, Thormälen und Ruhemann, sowie den wissenschaftlichen Untersuchungen der anderen Sachverständigen habe das Gericht vier weitere Bilder, die von den holländischen Sachverständigen als echt erklärt wurden, für Fälschungen angesehen. Selbst wenn ober auch noch das eine oder andere Bild echt sei, so sei doch die übergroße Mehrzahl unbestritten falsch. Der Vorsitzende führte weiter aus, an den großen Unbekannten könne das Gericht nicht glauben. Wie anders hätte Wacker vor Gericht gestanden, wenn sein Anwalt, der von Amts wegen zur Verschwiegenheit verpflichtet gewesen sei, als Zeuge hätte sagen können, daß er den Dorbesiher der Bil - r kenne, aber nicht nennen dürfe. Wacker könne nicht erwarten, dah das Gericht seinen fadenscheinigen Erklärungen glaube. Strafmildernd sei für ihn gewesen, daß ihm seine Taten dadurch erleichtert wurden, daß das große Publikum den Experten alles glaubte, dem künstlerischen Wert aber nur geringe Bedeutung bei- mah. Zweiter internationaler Auto-Straßenkongreh. Ter vom -Internationalen Autostrahenamt in Genf einberufene zweite internationale Auto- straßen-Kongreß nahm in Mailand seine Arbeiten auf. Gin Vertreter des Internationalen Arbeitsamts verlas eine Mitteilung Albert Thomas , in der auf die Rotwendigkeit umfangreicher Arbeitsbeschaffung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hingewiesen und der Bau eines europäischen Auto- strahennehes empfohlen wird, das in 50 fahren mit einem Kostenaufwand von vier Milliarden Goldfranken geschaffen werden sollte. Der Präsident des Organisationsausschusses des Kongresses, Dr. Ruffeier (Bern), dankte Italien für die Bereitstellung seiner Erfahrungen und Fachleute an alle übrigen Länder. Der Kongreß beschäftigte sich sodann mit der Beratung tonischer Fragen. hohe Zuchthausstrafen für Brandstifter. Das Schwurgericht Dortmund verurteilte den 30jährigen Mechaniker G la d e zu drei Jahren Zucht. Haus, den 24iäl)rigcn Schlachter Frigge zu zwei Jahren Zuchthaus und den 26 Jahre allen Klempner F r i g g e zu drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus. Glade, der in Hamm eine Fahrradhandlung betrieb, befand sich in Zahlungsschwierigkeiten Mit seinen Vettern, den Brüdern Frigge, kam er überein, dieWerkstattinBrandzusetzen, um sich dann durch die Versicherungssumme von allen Geldsorgen zu befreien. In der Nacht zum 16. No- vember v. I. legten die Brüder Frigge auf Geheiß Glades den Brand an. Durch das Feuer gerieten drei Leute, die in dem Gebäude schliefen, in h ö ch st e Lebensgefahr. Riesiges Feuer in der Hauptstadt von Britisch-Honduras. In Belize, der etwas über 10 000 Einwohner zählenden Hauptstadt der britischen Kolonie Honduras in Mittelamerika, brach ein Feuer aus, durch das drei Häuserviertel zerstört wurden. Der Schaden wird auf eine Million Mark geschätzt. Menschenleben sind nicht zu beklagen, doch sind 4 00 Einwohner obdachlos geworden. Die zerstörten Gebäude waren größtenteils Geschäftshäuser. Die Gaste von zwei großen Hotels konnten rechtzeitig gewarnt werden. — Wie erinnerlich, war die Stadl im eeptember v. I. von einem Wirbelsturm heimgesucht worden, dem 1000 Menschenleben zum Opfer fielen. 9er britische StaalshaushMvoranschlag we Reparalions- und Kriegsschuldenrahlungen. Neville Chamberlains Budgelrede im Unterhaus. <^2.) Unter grobem ffAbgeordneten und bei überfüllten ?.Fr^non der britischen Regierung keine Benachrichtigung erhalten zu haben, daß sie keine weiteren Zahlungen an Amerika leisten wolle. Mcm legt Chamberlains Erklärung feine erhebliche Bedeutung bei, sondern nimmt an. daß die britische Regierung nur das Ergebnis der Lausanner Konferenz abwarten will, bevor-sie diesen Posten im Budget anführt Aus der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 20. April 1932. Sein oder Nichtsein? Der zweite Vortrag von Prof. Dr. H o r n e f - le r im Rahmen seines Vortragszyklus, der auf Veranlassung der Mittelstandsvereinigung Gießen geboten wird, fand am Montagabend im Cafö ^etb wieder vor zahlreichen Zuhörern statt. Der Redner sprach diesmal über das Thema: »Der Geist des neuen Staates". Rachdem er mit kurzen Worten die geistige Brücke von dem ersten Vortrage zu dem Thema des Abends her- gestellt hatte, betonte er u. a., daß er den Rationalismus als Angelegenheit der Rasse ab- lehne. Das Wesen eines Volkes offenbare sich in seiner geistig-sittlichen Veranlagung. Alles komme darauf an, ob wir aus der Geschichte des deutschen Geistes Werte zu gewinnen wüßten, die wir auf die Sache selbst ausstrahlen . lassen konnten. Der Redner wies bann. auf Kant hin, dessen grundlegende philosophische Erkenntnisse und Bekenntnisse er in den Mittelpunkt feine« geistreichen Gedanlenbauwcrles stellte. Er rühmte am deutschen Volke die hervorragende Zähigkeit zur Ausprägung individueller Kräfte, bedauerte aber, daß es dem deutschen Volke gerade infolge seiner Vielseitigkeit immer noch niept gelungen sei, einen einheitlichen deutschen Geist zu schaffen. Zwar sei in unserem Volke die aus dem Rordosten auf das ganze deutsche Volk ausgebreitete preußische Disziplin lebendig. Aber die wahre Erziehung sei die Selbstüberwindung; auf diesem Wege sei das deutsche Volk das disziplinierteste der Geschichte geworden, es habe dieses hohe Gut durch seinen Abbruch mit der deutschen Geschichte aber wieder von sich geworfen. Der reine, nackte Rationalismus, der von anderen Völkerschicksalen vollkommen absehe, werde niemals das deutsche Wesen stärken können. Selbsterkenntnis durch Vergleiche mit den anderen Wesen sei uns nötig; nur die ganze Weite der Weltgeschichte könne uns das deutsche Wesen und damit auch den Sinn des deutschen Volkstums und der deutschen Geschichte erkennen lassen. DerRedncr erinnerte dann an die Geschichte Griechenlands und Roms, stellte das Machtstreben der römi- scheu Kirche in früheren Jahrhunderten und das Wirken der Reformation, ferner die westeuropäischen Geistesrichtungen in den Kreis seiner Be> trachtung, um erneut auf Kant hinzuweisen, dessen Lehre von Gesetz und Freiheit („die wahre Freiheit ist das Gesetz und das Gesetz ist die wahre Freiheit") heute mehr als je Beachtung verdiene. Er erinnerte weiter an die Lehr- und Denkfreiheit in dem Preußen Friedrichs des Großen, an das Werk des Freiherm vom Stein und das Wirken Bismarcks, und bemerkte, dah dieser große und wundervolle Staat wieder zerfallen sei, liege an den Epigonen, die diesen Staat nicht verstanden hätten. Rotwendig für unser Dolk sei die Erziehung auc freiwilligen Disziplin die Wiederherstellung der Autorität, die Der- wirklichung der Gesetzlichkeit Kants. Wahre Disziplin sei nicht die Unterwerfung unter eine Diktatur, sondern sei die freiwillige Unterordnung unter die Sachkunde, unter die Erfahrung; Zielpunkt des Strebens sei der auf diesen Grundlagen aufgebaute freie Bürgerstaat. Dom Masse-Staat sich in die Diktatur fluchten, sei Selbstpreisgabe des Bürgertums. Es müsse die Anknüpfung an die deutsche Geschichte wiedergefunden werden; die Diktatur sei aber keine deutsche Geschichte, sondern sie bringe etwas Fremdes, etwas Welsches in Deutschland hinein. Das Ideal sei der von sachkundigen und bewährten Männern geleitete freie Bürgerstaat. Rur auf diesem Wege könne Deutschland aus der Rotzeit wieder herauskommen. (Lebhafter Beifall.) Nationalsozialistische Versammlung. Die RSDAP. hielt am Montagabend in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine öffentliche Versammlung ab. Als erster Redner sprach Abg. Graf Solms. Er beschäftigte sich zunächst mit der Wiederwahl Hindenburgs und seiner Botschaft an seine Wähler sowie mit dem Verbot der SA Dieses Verbot sei eine schwer zu verstehende Maßnahme. Die SA. bejahe den Staat unb die Staatsautorität. sie diene dem Vaterland, der Ration. Es gebe in Deutschland Organisationen, die das Rationale leugneten und nicht verboten würden. Jeder andere Staatsmann hätte übrigens verstanden, die SA. im Dienste des Vaterlandes au verwenden. Der Redner beschäftigte sich sodann mit der Person des Reichskanzlers. Die RSDAP. glaube nicht an ihn, sie könne ihm ihr Vertrauen nicht schenken, seine Deflationspolitik sei verhängnisvoll für die deutsche Wirtschaft ge- worden, das Heer der Arbeitslosen habe sich vergrößert. Deutschland habe im Auslande an Ansehen verloren, Brüning könne sich von den kommenden Verhandlungen nichts versprechen. Ge- Frankreich werde nichts zu erreichen sein. Die ffen- und Wirtschallsgewalt auf der Seite Frankreichs sei au groß. Die RSDAP. sei gegen Brüning, bewußt für Hitler. Hitler wolle das Ehaos abwenden und einen geordneten Staat schaffen. Der Staat sei aber nicht Selbstzweck. Ein scheinbarer Staat müsse durch einen wirklichen Staat abgelöst werden. Die Auflösung der SA. sei eine große Unklugheit gewesen. Der Er'o g der Verbotsaktion werde sich in das Gegenteil verkehren und sich werbend für die RSDAP. auswirken. Man habe aber — und das sei wohl der tiefere Sinn der Aktion — die SA zur Illegalität bringen wollen. Der Plan sei an der Disziplin der SA. gescheitert. Abschließend sprach der Redner von Hitler, von der Bedeutung des Führers, seiner Persönlichkeit, seiner geistigen ileber- legenheit und von seinem umfangreichen Wissen, Hitler sei der Führer aus der Rot unserer Tage, es sei an der Zeit, sich zu ihm zu bekennen. (Lebhafter Beifall.) Sodann sprach Edler von Graeve. Er erörterte zunächst die gegenwärtige Situation zwischen Hindenburg und Groener und die Vorgänge der letzten Tage. In Deutschland herrsche eine Ruhe, die krampfhaft gesichert werde. Der Weg werde in das Chaos führen, wenn sich die Verhältnisse weiter so entwickelten wie bisher. Ernsthaft bereite sich eine Revolution vor, die eine Epoche abschließen werde. Es handle sich um eine geistige Auseinandersetzung mit den Kräften, die bisher dem Volke systematisch das Selbstvertrauen geraubt hätten. Dor der Entscheidung liege immer lange Dorbereitung. Die jetzt fich vorbereitende Revolufion sei schon lange vor dem Kriege latent in der Entwicklung gewesen, zu einer Zeit, da man auf den Geist des Westens hörte, der dem Deutschen volksfremd sei. Man habe geradezu nach dem Westen gestarrt und den deutschen Osten dabei vergessen. Erst der Weltkrieg habe wieder eine Verbindung mit Blut und Boden geschaffen. Aber nur bei denen, die im Felde waren. In der Heimat seien andere Strömungen vorherrschend gewesen, die zu den verhängnisvollen Rovembertagen 1918 geführt hätten und das heutige System in das Leben riesen. Run sei es Hitler, der dem Geist !^s Westens enfgegcntretc. Der Kampf werde ihm schwer gemacht. Man werde aber in Zukunft mit all den Mitteln kämpfen, mit denen man bisher der RSDAP. entgegengetreten sei. Das Verbot der SA. sei ein Akt der Verzweiflung. Die Revolution der Gegenwart werde den Sieg davontragen, wenn nicht zuvor die Verzweiflung im Volke ihn unmöglich mache. Man spreche zu viel von Krise und lähme dadurch die Widerstandskrall des Volkes. Das gegenwärtige Svstem unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens wanke, weil die Grundlage zerstört sei. Mit einem Aufruf, sich dem Führer Hitler an-uschließen, beendete der Red. er seine ebenfalls beifäl.ig aufgenommenen 2Iu Jü' rungen. Bornotizcrr. — TageskalenderfürMittwoch. Stabt- theater: 19.30 bis gegen 22.15 Uhr, „Liebelet , vorher „Der verwandelte Komödiant". — Einhornfaal, 11 bi» 19 Uhr, Hessische Hygiene-Ausstellung. — Olympischer Sport-Club: 20.30 Uhr, Reichsbahn-Turn- unb Sporthalle, Generalversammlung. — Hausfrauen- Beratung: 20 Uhr, Hotel Hindenburg, Ausstellung und Kursus für kunstgewerbliche Verarbeitung von Seidenkrepp. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Sieger". Aus dem Stadttheaterbureau Wird uns geschrieben: Heute. 19.30 älhr, ..Liebelei". Schauspiel von Arthur Schnitzler. Eines der bekanntesten und beliebtesten Kammerspiele Schnitzlers. Spielleitung Karl Heyser Vorher „Der verwandelte Komödiant", ein Spiel aus dem deutschen Rokoko von Stefan Zweig. In der Titelrolle Karl Bruck. Ende der Doppelvorstellung gegen 22.15 Uhr. 27. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 22. April, 20 Uhr, „Morgen geht's uns gut!" Die bejubelte Schlageroperette von Hans Müller, mit der Musik von Ralph Benatzky. Spielleitung und Hauptrolle Heinrich Hub. Musikalische Lei» tung Walter Moehl. Tänze Ewald Bäulke. — Der Schlußvortrag von Professor Horneffer im Rahmen seines von der Mittelstandsvereinigung Gießen veranstalteten Vortragszyklus findet morgen, Donnerstag, abend im Saale des Caf6 Leib statt. Jrn Anschluß an den Bortrag soll eine freie Aussprache für alle Parteien vor sich gehen, zu der bereits eine Anzahl Wortmeldungen vorliegen. Die auf hoher geistiger Warte stehenden Darlegungen des Gelehrten, wie auch die Aussprache über die Gesamtheit der Vorträge lassen für morgen wieder einen geistig sehr anregenden Abend erhoffen. (Siehe heutige Änzeiae.) — Lehr, und Ünterhaltunasvorfüh- rung in der Alice-Schule. Man schreibt uns: Morgen, Donnerstag findet in der Alice-Schule, Steinstraße 10, um 16 und 20 Uhr je eine Lehr- und Unterhaltungsvarführung über neuzeitliche Selbst- herstellung^vn Kleidung statt. Neue Wege der Eigen, schneiderei unb Wäscheherstellung werden aufgezeigt werden. Das Herstellen der Büste in Form des eigenen Körpers zum Abstecken und Anproben der Kleidungsstücke, der Werdegang vom Stoff zum fertigen Kleid wird vorgearbeitet, Wäschestücke unb Schnitte gezeigt werden. — Siehe Anzeige vom Samstag. ** Vom Feldschükendienst. Die Bürgermeisterei macht im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß der Dersorgungsanwärter Heinrich Schmidt von hier als Feldschütze für die Gemarkung Gießen verpflichtet wurde. ** D i e Vertilg um g der Raupennester mufj van den Garten, unb Feldbesitzern an ihren Bäumen, Sträuchern unb Hecken bis zum I.Juni vorgenommen werden. Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, hat Bestrafung zu gewärtigen. In. tereffenten mögen die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei beachten. Entfesseltes Afrika. Unter diesem Titel lief am Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße wieder ein Kulturfilm, der aber in mancher Hinsicht die Ansprüche nicht ganz erfüllte, die man an einen Kulturfilm stellen darf. Wohl sah man interessante Tieraufnahmen, einen spannenden Kampf zwischen einem Löwen und einer Hyäne, Bilder von einem Steppcnbrand, einige sehr gute Aufnahmen von Flußpferden und Krokodilen, von den scheuen Kudus und von schönen Impalla-Antilopen, dies alles war aber nicht mit jener Sorgfalt und nicht mit jenem technischen Geschick gestaltet, das man zum Beispiel in dem Film „Rango" zu bewundern Gelegenheit hatte. Interessant, wenn auch nicht mehr neu, waren die Szenen aus den Kraals der Eingeborenen und die Aufnahmen von den ekstatischen kultischen Tänzen. Dezeicknend für die Einstellung der Amerikaner war übrigens die Form, in der sie mit den Siegern Geschäfte machten, und was sie als Tauschmittel. mit . sich führten. Sympathisch berührte die Tatsache, daß die Expedition auszog, weniger um Tiere zu schießen, als zu dem Zwecke, ür einen zoologischen Garten Tiere lebend zu fangen. Unter diesen Umständen wurde vom Gewehr wenig Gebrauch aemacht. Den Höhepunkt des Filmes bildete der Kampf zweier Löwen gegen eine Rinderherde innerhalb einer Hürde und der Fang eines Löwen im Retz. Zum Schluß des Filmes sah man eine etwas rührselige Wiedersehensszene, die man nicht vermißt hatte. Wettervoraussage. Die Jslandstorung hat sich südöstlich verlagert, so daß ber Kern jetzt über Sdjottlanb liegt. Ihre Warm, lüft ist babei bereits über Frankreich unb Norbwest- beutschlanb oorgebrungen. Im Bereich ber Sübwest- lüft schreitet die Erwärmung auch über unser Gebiet weg. wobei bas Nieberschlagsseld über Englanb bei einer Weiterbewegung bis in unseren Bezirk vor- greifen bürste. Jeboch steht eine stärkere und längere Beeinflussung der Wetterlage durch die Druckstörung nicht in Aussicht. Aussichten für Donnerstag: Dunstig unb neblig-wolkig, sortschreitenbe Erwärmung, etwas Regen, später wechselnb wolkig mit Reigung zur Auf. heiwrung, südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 19. April: mittags 9,5 Grad Celsius, abenbs 4,9 Grab; am 20. April: morgens 1,5 Grab. Maximum 9,7 Grab, Minimum — 1 Grad. » — Grbtemperaturen in 10 cm liefe am 19. Avril: abenbs 8,6 Grab; am 20. April: morg ns 4,6 Grad gelfius. — Sonnenscheinbauer 6 Stunden. Schöne weiße Zähne schon nach einmaligem Putzen mit ber herrlich erfrischend schmeckenden „Chlorodonl-Zahnpaste", schreibt uns ein Raucher. Tube 50 Pf. unb 80 Ps. Versuch überzeugt. Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Gtatt Warfen! Bauerscher Gesangverein e. V. / Gießen Ihre Vermählung geben bekannt Gießen 20. April 1932 Höxter 3093 D Gießen, Frankfurt a. M., den 19. April 1932. 3076D der Vorstand. reiche Beteiligung bittet 3091 D Johann Jung, Zugführer i. R. 3085 D Steinbach und Ettingshausen, den 20. April 1932. Heuchelheim, den 18. April 1932. 3044 D Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. April, nachm. 3V2 Uhr statt. Nur vom 20. bis 23.April 1932 Giefien, den 19. April 1932. 3048 D Brot Werbetage! Um damit zu räumen, gebe ich auf 0,453 20 einem 3-Pid.-Laib Brot 2 Brötchen 3068 v Gratis! Zum Brotaufstrich und als Beilage empfehlen: Feinste Tafelbutter... % Pfund 68 Pf. 0.85 0.58 yz Pfund 32. 30 und 18 Pf. Margarine 3057 V 4°/0 Rabatt! 3062 A Vom 20 bis 23. April erhalten Sie in unseren Verkaufsstellen bei Einkauf von Pfund 48 Pf. Pfund 56 Pf. .Pfund 54 Pf. Pfund 72 Pf. Qualität, Meter nur. findet am Donnerstag, 21. April, nachmittags 3% Uhr. auf dem Alten Friedhof statt. Um zahl- Pn'v.-Ooz. Dl. A. Herrmann Ruch Herrmann, geb. Schwerter Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Beiz und Frau Minna, geb. Löber ca. 250 Meter bedrucktes Kunstseid. Diagonalgewebe in jeder erdenklichen Farbe. — Meter nur.... 1.45 Muster, Meter nur..... ca. 500 Meter bedruckt. Wasch-Kunstseide, hochmoderne ca. 500 Meter Afgha- laine, das moderne Gewebe, Wolle mit K'seide, 100 cm breit, _ Meter nur.... 1.95 Vierfrucht-Marmelade Zwetschen-Latwerg... Apfelgelee........... Johannisbeergelee .... % Pfund 13 Pf i/4 Pfund 25 Pf. V4 Pfund 25 Pf. % Pfund 25 Pf. r/4 Pfund 25 Pf y4 Plund 30 Pf. Allen denen, die in so liebevoller Weise für unsere liebe Entschlafene ihre Teilnahme be- bewiesen haben sowie Herrn Pfarrer liiert für die Grabrede sprechen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Limburger-Stangenkäse Edamer-Käse 40% Schweizerkäse.... Camenbert ca. 500 Meter uniWasch-Kunstseide, erstklassige.weich fließend. ca. 500 Meter K seiden Maroc.100 cm breit, fabelhafte Qualität, in jeder Farbe _ _ Meter nur.... 1.95 Blut- und Leberwurst Bierwurst....... Preßkopf........ Streichleberwurst Zervelatwurst Blockwurst... ist gestern nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 79 Jahren von uns gegangen. % Pfund 12 Pf. y4 Pfund 20 Pf. . % Pfund 25 Pf. Stück 28 Pf. Die Trauerfeier für unseren lieben Kameraden Friedrich Löber Hells 2-Zimmerwohnnng (en. sch. Mans.- W.), Nähe Neust. zu ni. ges.Schr.Ang. m. Preisang. u. 3066V n. b. Gieß, Anz. Schöne 4-Zimmerwohn., en. mit Bad (Nähe Neustadt), zu miet. ges. Sckr. Ang, in. Preisung, n.3065V g. d.G. A. Turnverein 1846 Aliersnege Donnerstag, d. 21. April, abends 8.30 Uhr pünktlich LstD Turnstunde anschließend wicht. Besprechung Bitte um vollzähliges Erscheinen. . Oberturnwart. Die Trauerfeier vor der Einäscherung findet am Donnerstag, dem 21. April, nachmittags 31/, Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofs statt. Kinderwagen Marke Brennabor Prozent Rabatt Filiale der Offenbacher Lederwaren Aug. Kiibinger Nadif. Inh. J.G. Höfle, Gießen, Seltersw.67 ca. 250 Meter bedruckte Kunstseid. Georgette, gemirst., hochmod Zeichnungen und ganz modern. Farbstellgn., a Meter nur.. 2.90 Für den Vertrieb eines neuartigen, leistungsfähigen Lichtreflektors werd, für Gießen und Umgebung geeignete Persönlichkeiten ges. Bew. an W. Körner, Frankf./M- Sindlingen, Farbenstr. l i. >>:>V Äufgepaßt! Wir verkaufen nur 3 Tage lang, Donnerstag, Freitag und Samstag, vom 21. bis 23. April, so lang der Vorrat reicht moderne Leiden Stoffe zu nachfolgenden Preisen: 10000 Dlarf auch geteilt, auf I. Hypothek auszuleihen. Schr. Ang. u. 02450 a. d. G. A. Xachruf. Am 18. April verstarb unser Ehrenmitglied und langjähriges Vorstandsmitglied Friedrich Löber Wir betrauern in dem Dahingeschiedenen einen eifrigen Förderer unserer Bestrebungen und werden sein Andenken stets in Ehren halten. 3079 0 Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 21. Apnl, nachmittags 3*/e Uhr, in der'Kapelle des Alten Friedhofs statt. I>er Vorstand. laden» einriditung gebt*., auch inEinzel- teilen preiswert zu verkaufen. Ferner: 1 Glasaufsatz für Ladentheke, 1 Lam- ve (Kugelvendel), tZeiß-Schrägstrah- ler. Schr. Ang. unt. 02447 a. d. G. Anz. Zwangsversteigerung 37/31 Am Donnerstag, dem 19. Mai 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, das nachstehende, im Grundbuche von Gießen a) dem August Münker in Gießen, b) der Anna Münker geb. Dönges, daselbst, als Gesamtgut der Errungenschaftsgemeinschaft zugeschriebene Anwesen Frankfurter Straße 45: 2662D Flur 5, Nr. 297 - 417 qm Grabgarten und 183 qm Grasgarten, Flur 5, Nr. 298 = 472 qm hofreite, geschätzt auf 28 242 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 4. Aprils 1932. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ StoUlmmer Birke poliert billig abzugeben. Gambach, Holz- heirner Str.il. Von kurzem, mit großer Geduld ertragenem schweren Leiden, hat Gott meinen lieben Mann, unsem lieben unvergeßlichen Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Heinrich Serth im 70. Lebensjahre durch einen sanften Tod erlöst. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Serth, geb. Petri Familie Heinrich Serth Familie Jakob Serth Georg Serth, Bruder. 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April, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Klaviere, 6 Sofas, 1 Bett, 2 Chaiselongues, 3 Schreibmaschinen, 1 Eisschrank, 1 Diwan, 2 Aktenrollschränke, 1 Registrierkasse, 1 Rechenmaschine, 1 elektrische Haarschneidemaschine, 2 Glasschränke, 3 Schreibtische, 1 Schrankgrammophon, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Badeofen, 3 Vertikos, 1 Teppich, 1 Flurgarderobe, 1 Kommod«, 4 Kleiderschränke, 3 Bü- fekts, 1 Kredenz, 1 Standuhr, 2 Bücherschränke, 1 Trumeauspiegel, 1 Tisch, 1 Vitrine, 1 elektrische Ständerlampe, 112 Besen, verschiedenes Kinderspielzeug, wie Pferdchen, Puppenwagen, Kinderspiele, Klappstühle, 100 Kartons Christbaumschmuck u. v. a. 3089D Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe im versteigerungslokal): 2 Kassenschränke, 3 elektrische Kühlschränke, 4 Personenwagen (Horch, Helios und Opel). 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Denn war es dort dem Verfasser darum zu tun. die Geschichte der Seele im Werdegang der Menschheit auszuzcigen als eine Entwicklung, die von dem Ueberwiegen einzelner Seclenkräste in den älteren Perioden der Menschheitsgeschichte zu einer Verflochtenheit in der neuesten Zeit führt, so handelt es sich für ihn jetzt darum, an einem überragenden Geiste, der zugleich Exponent der seelischen Gestimmtheit seiner Zeit ist. eben diese seelische Gestimmtheit darzutun. Verstand und Wille beherrschen das Zeitalter Kants. Verstand und Wille sind auch die Kräfte, die in Kants Werk wirksam sind. Einbildungskraft und Gcsühl — die beiden anderen Seelenträfte - sind zurück- gedrängt. Indem Dreysig dies an Kants Philo- sophie und Art zu philosophieren offenbar macht, läßt er sich leider mehr, als dies für seine Zwecke nötig war. zu sachlich.kritischen Auseinandersetzungen mit den Grundgedanken Kants verleiten, ohne genügend tief in den ganzen um Kants System schwingenden Problemkreis eingedrungen zu sein. Es würde zu weit gehen, hier einzelne - übrigens typische Mißverständnisse anzuführen (schon die ersten Sähe der Abhandlung enthalten ein solches). Unberührt bleiben von diesen Mängeln Wert und Richtigkeit der psychologischen Analysen. — Psychologie des Unbewußten. Don Universitätsprofessor Dr. R. Herbertz. In der Sammlung „Wissenschaft und Bildung". 135 Seiten. Geb. 1,80 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (28.) —Das Rätsel der Seele hat die denkende Menschheit von jeher beschäftigt. Träume, Wahnvorstellungen, Suggestionen, übernatürliche Fähigkeiten — wieviel Deutungsversuche dieser Erscheinungen sind nicht allein aus ticr Geschichte be- kannt! Erst der modernen Tiefenpsychologie ist es gelungen, an den Kern des Problems heranzukam- men. Einer ihrer bekanntesten Vertreter zeigt hier, wie alle Regungen der Seele, so zusammenhanglos sie auch scheinen, aus einem Grundprinzip zu erklären sind. Es handelt sich dabei nickt um künstliche und darum leicht angreifbare Auslegungen, sondern um eine wissenschaftlich exakte Untersuchung und Erfassung des Problems, die auch die Grenzen unserer heutigen Erkenntnis offen eingesteht. Dqbei wird eine Fülle rätselhafter Erscheinungen aufge- schlossen. Der Traum z. B. wird erklärt aus der schöpferischen Tätigkeit des Unbewußten. Auch bei dem Spezialgebiet Freuds, der Refonanztheor'ie, der Vürftellmigsverrnttpfung, den seltsamen Artens sich zu versprechen, geht die moderne Tiefenpsychologie neue Wege. Das Buch ist lebendig abgefaßt und belebt durch eine große Zahl praktischer Fälle, die Verfasser aus seiner eigenen Erfahrung beibringt. So bildet die Darstellung nicht nur eine belehrende, sondern zugleich eine fesselnde, stets interessante Lektüre. Deutsche Erzähler. — Georg Rendl: V y r den Fen st er n. Roman. 326 S. Leinen 4,80 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Berlin. — (70) — Georg Rendl, geboren 1903 zu Zell am See in Salzburg, Sohn eines Imkers, übernimmt 17jährig die Bewirtschaftung einer Bienensarm mit über 160 Völkern. Verläßt als 20jähriger die Heimat, um in Jugoslawien seine Kenntnisse zu erweitern, kehrt nach Oesterreich zurück und findet seine Familie völlig verarmt, wird Bergarbeiter, dann Ziegeleiarbeiter, schließlich gelingt es ihm, in einer Tafelglashütte das Handwerk des Glasbläsers zu erlernen. Die Glashütten stellen ihren Betrieb ein. und wiederum brotlos wird Rendl Bahnarbeiter. Als Arbeits- und Obdachloser schreibt er seine beiden ersten Bücher, den früher hier angezeigten „Dienenroman" (Insel-Verlag) und den Roman „Vor den Fenstern". Dieses Buch schöpft aus Reichtum des menschlichen Daseins: Lebensbilder von ursprünglicher Wirkungskraft entstehens Arbeitsstätten. Fabrikhof, Stadtquartier, Landstraße, Bauemstall, Backstube, Wirtshaus. Wald und Moor, Feldhütte und Kapelle, ilcberall brennt ein Licht, das der Mensch hinträgt, überall brennt die Flamme des* Lebens. Mit dem Auge eines Dichters, der das Leben bejaht, blickt Georg Rendl sich um in einer winterlich öden Welt, da taut der Frost hinweg und eine gefrorene Seele blüht auf. So wird beschrieben, wie im Winterboden das Leben scheinbar erstorben ist und doch das Wachstum unverlierbarer Seelenkräfte vor sich geht. — HeinzSteguweit: DcrIünglingim Feuerofen. Roman. 338 Seiten 8°. Leinen 4,80 Mark. Albert Langen, München 1932. — (67.) — Der Roman schildert die Schicksale eines jungen rheinischen Frontsoldaten unmittelbar nach seiner Heimkehr aus dem Felde. Die Nöle und Wirrnisse der Nachkriegszeit, der fremden Besetzung und der öeparatiftenumtriebe am Rhein werden — offenbar aus persönlichem Erlebnis heraus — geschildert und mit einer kleinen Liebesgeschichte nicht ungeschickt und nicht ohne Humor romanhaft verbunden: die Erzählung ist von leidenschaftlichem Patriotismus getragen, wird aber mitunter durch die etwas selbstgefällig wirkende Glorifizierung des in der ersten Person eingeführten Helden beeinträchtigt. — Peter Mendelssohn: Paris über m i r. Roman. Ganzleinen 6,50 Mark, geh. 4 Mark. Verlag Ph. Rcclam jun., Leipzig. — (18.) — Dieser Roman ist ganz Zeitbuch und ganz Dichtung zugleich — eine seltene Synthese, die seinen eigensten Zauber ausmacht. Zeitbuch ist es, denn cs schildert das moderne Paris von 1930, das Gcwirre der Politik, Finanz und Gesellschaft, die Schicksale verschiedenster zeittypischer Personen, vor allem aber das deutsck französische Verhältnis. Aber diese Darstellung von Zuständen und aktuellen Problemen ist von einem dichterischen Temperament getragen, das alles in seinen mitreißenden Fluß taucht. Einer jener Grenzmenschen, die das Erlebnis zweier Lander und Kul Für den Düchertifch. turen in sich tragen, schildert hier sein eigenstes Schicksal als Deutscher in Paris, sein Gluck und seine Qual. Ein ernstes und doch bezaubernd jugendliches Buch, ein schicksalhaftes Dokument unserer Zeit, das eine der tiefsten Fragen der Gegenwart in ganz eigener Formung aufrollt. — Kate Biel Alle Wege führen zu Franz. Roman. 211 Seiten 8°. E. P. Tal & Co., Verlag, Leipzig, Wien 1932. — (83.) — lieber die- sen Roman, Erstlingswerk einer jungen und bisher unbekannten Autorin, worin ungeschminkt und un bekümmert von den frühzeitigen Liebeserlebnissen eines gewitzten Kleinbürgermädels berichtet wird, wäre kein Wort zu verlieren, wenn er nicht mit dem Literaturpreis des Deutschen Staatsbürgerinnen- Verbandes ausgezeichnet worden märe; das erscheint doppelt unverständlich, wenn man bedenkt, bafj so kluge und angesehene Persönlichkeiten wie Gertrud Baeumer, Alice Behrend und Alfred Döblin im Preisgericht tätig waren, — und wenn man sich durch die Lektüre überzeugen muß, daß dieser Roman (ursprünglich unter dem anmutigen und verheißungsvollen Titel „Irma ist ordinär".) weder gehaltlich noch formal irgendwie bemerkenswert, bedeutsam oder gar preiswürdig erscheint. Wir glauben allerdings zu wissen, daß Ina Slidel, die ebenfalls der. Jury angehörte, sich seinerzeit — zugunsten von Elisabeth Langgäsier — gegen die endgültige Entscheidung ausgesprochen bat. Nach dem, was wir von beiden Bewerberinnen um den Preis bisher gelesen haben, würde es begrüßenswert gewesen sein, wenn Ina Seidels Stimme sich hätte durchsetzen können. Jedenfalls ist zu hoffen, daß die Ausschreibung, falls sie wiederholt werden sollte, ein würdigeres Ergebnis zeitigt: es .gibt manche junge Dichterin heute in Deutschland, die einer solchen weithin sichtbaren Anerkennung wirklich wert wäre. —y— Neue Kriegöbücher. — ..Die chemische Waffe im Weltkrieg und - jetzt." Mit 16 Abbildungen. Don Dr. Ulrich Muller. Kiel. Verlag Chemie, Derlin. Gebunden 5,50 Mk. (15.) -- Der Der- faffer hat als Spezialist erst an der Front, dann in den Laboratorien an der Schaffung der Gaswaffe mitgearbeitet und ist noch heute mit dieser wichtigen Frage und der der künstlichen Vernebelung einschließlich der Schutzmaßnahmen usw. intensiv beschäftigt. Im ersten Teil, dem „Gaskampf" gewidmet, wird das Wesen der Gaswaffe Umrissen. Ein umfangreiches Kapitel ist der hochaktuellen Luftgaswaffe gewidmet. Sodann wendet sich die Arbeit dem eigentlichen Schweiz» punkt zu: dem Kampfstoff selbst. Das Wesen der chemischen Kampfstoffe überhaupt, die De- dingungen ihrer Drouchbarkeit und ihre Wirkungsweise werden in faßlicher Form wieder- gegeben. Es folgen die Begriffe der „Reiz>- grenzen" und des „Tödlichkeitsproduktes". Ein neuer Begriff, die „Warnzahl", wird vom Verfasser eingeführt und wirft neues Licht auf die bunte Reihe dieser Stoffe, vom Standpunkt des Arztes, des Chemikers Und des Soldaten aus gesehen. Eine historisch-graphische Darstellung, die neu und von unübertrefflicher Anschaulichkeit ist. erleichtert das Verstehen und zeigt, wie die deutsche Militärchemie in diesem Ringen die Führung an sich riß und sie bis zum Ende behielt. Einen breiten Raum des Werkes nimmt naturgemäß die Beschreibung der Kampfstoffe und ihrer Wirkung ein. Der zweite Teil des Werkes ist der „Schwesterwaffe" des Gases, dem künsb- lichen Rebel, gewidmet. In gleicher Klarheit wie im ersten Teil wird ihr Wesen geschildert, ihre Entwicklung beschrieben. „Die chemische Waffe" ist ein Ehrenbuch der deutschen Militärchemiker des Weltkrieges, ein Lehr- und Rach-> schlagebuch für den Fachmann und für öen arr der Materie besonders interessierten Laien. — V o'n der Wolga zum Amur. Die tschechische Legion, und der russische Bürgerkrieg. Dargestellt auf Grund authentischen Materials von Dr. Margarete Kl ante. Herausgegeben im Auftrage der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, e. V. Ganzleinen 7.50 Mk. 2m Ost-Europa-Derlag. Berlin W 35- (13.) — Zwischen Krieg und Frieden 1916 bis 1920 — in Mitteleuropa fast unbeachtet vor den Sorges u« das eigene Schicksal — spielte sich in Rußland und Sibirien jene erschütternde Tragödie ab, von der hier erstmalig auf Grund authentischen Materials rücksichtslos der Schleier genommen wird. Im Mittelpunkt der überaus bewegten Handlung steht das abenteuerliche Unternehmen der tschechischen Legionäre, das einer der wichtigsten Bausteine des tschechoslowakischen Staates geworden ist. Weite Kreise wissen bisher kaum, wie schon lange Jahre vor dem Kriege die tschechische Unabhängigkeitsbewegung in der alten habsburgischen Monarchie auf ihr Ziel hingearbeitet und wie ftch das nationaltschechische Denken auch auf einzelne Truppenteile der k. u. k. Armee ausgewirkt hat. Dieser Teil des Buches erleichtert das Verständnis dafür, daß schon 1915 tschechische Regimenter wegen Ueberlausens zum Feinde und Unzuverlässigkeit aufgelöst werden muhten. Aus diesen kriegsgefangenen österreichischen Soldaten tschechischer Abstammung bildete man in Rußland die tschechische Legion, die den Kamps für Masaryk und „Los von Oesterreich" durch Teilnahme an der französischen Front wirkungsvoll zu unterstützen gedachte. Auf dem Transport nach dem Westen begriffen, den sie quer durch« Rußland und Sibirien über den Stillen Ozean erreichen wollte, zwang sie der hereinbrechende Sturm der russischen Revolution zum Kamps mit Trotzkis Voler Armee. Einer der eigenartigsten Feldzüge begann, den die Geschichte des großen Krieges überhaupt zu verzeichnen hat: der Bürger- und Dandenkrieg zwischen Weih und Rot. Aufstände. Ueberfälle, Entwafsnungen. Gefechte und Schlachten, Regierungen wurden gebildet und verraten. endlose Reihen Flüchtlinge bedeckten die Straßen. Tschechen, Franzosen und Engländer, Bolschewisten. Weißrussen und Japaner standen im Gefecht. Mitten in diesem Chaos, dem grauenhaften Untergang -des riesigen russischen Reiches, zermürbt von der Sehnsucht nach der Heimat, trank und verhungert, bedroht von den ehemaligen Verbündeten Kameraden, den Legionären ... das Heer der „Plennys", der deutschen und österreichischen Kriegsgefangenen. Man muß diese Aneinanderreihung überraschender Tatsachenberichte mit einer Fülle spannenden Details selber gelesen haben, um diese furchtbare sibirische Episode zu begreifen. Goethe-LiieraturimIubiläumsjahr — Goethes Werke. Mit einer Einführung von Gerhart Hauptmann. 2 Bde. 1880 Seiten. Th. Knaur Nachf. Verlag, Berlin W 50. Ganzleinen pro Band 2,85 Mark, Halbleder 3,75 Mark, Ganzleder 4,80 Mark. —(19.) — Diese schöne, sehr gut gedruckte und ausgestattete zweibändige Ausgabe von Goethes Werken bietet, was von seinem gewaltigen Lebenswerk im deutschen Volke lebendig bleiben wird. Gerhart Hauptmann, der fast zur selben Zeit, da sich Goethes Todestag zum hundert- sten Male jährt, das 70. Lebensjahr vollendet, führt in seinem fein abgestimmten Geleitwort in die Goethesche Geisteswelt ein. Die wenigen Seiten, in denen Hauptmann die ewige Lebendigkeit von Goethes Lebensarbeit beleuchtet, gehören zu den besten Essays, die wir seiner Feder verdanken. Bei der sorgfältigen Auswahl ist die Ansicht Haupt manns mit maßgebend gewesen. Der Lyriker kommt ausreichend zu Worte, auch die Spruchgedichte sind nicht vergessen.. Den epischen Dichter vertreten „Her- 'mann und Dorothea" und „Reineke Fuchs", während der Dramatiker mit den großen Dramen von „Götz" bis zum II. Teil des „Faust" fast vollständig vertreten ist. Der zweite Band bringt die drei großen Romane, die leuchtenden Schilderungen aus „Dichtung und Wahrheit", Reisebeschreibungen und Be- tenntniife, die Sprüche in Prosa. In beiden Bänden sind ferner zahlreiche Aufsätze zur Kunstgeschichte, Literatur und Naturmisienschaft enthalten. Die dankenswerte Uebersicht der wichtigsten Lebensereignisse aus dem Werdegano des Dichters schließt die Ausgabe ab, die einen Äolks-Goethe im weitesten Sinne des Wortes barftellt. — Die gediegene Ausstattung in Verbindung mit dem billigen Preis machen die Ausgabe zu einer im Goethe Jahr besonders willkommenen Neuerscheinung. — Carl Gustav Corus: Goethe. Zu dessen näheren Verständnis. Mit einem Nachwort herausgeg?ben von Rudolf M a r x. 164 Seiten mit einem Bildnis. (Krövers Taschenausgabe Band 97.) Seinen 3 Mark. Alfred Krönet Verlag, Leipzig. — (58.) — Carl Gustav Carus (1789 bis 1869)', als Mediziner, Denker und Land'chaftsmaler gleich her- vorragend, einer der universalsten Menschen des vori gen Jahrhunderts, von Goethe, den er kannte und mit dem er bedeutende Briefe wechselte, schon als junger Mann mit höchsten Lobeserhebungen be= grüßt, zeichnet in diesem Buche mit dem Hellen Blick des Menschenkenners den Eindruck auf, den er von Goethe gewann. Wie man dem Wachstum einer Pflanze, ihren Bedingungen und ßeiiiräftcn nachgehen kann, so blickt Carus mit dem Auge des Naturforschers auf das Lebewesen Goethe und seine Entfaltung. So entstand, aus nächster Nähe gesehen, ein unschätzbares Bild von dem Menschen Goethe, von seiner Lebensgestaltung, Lebensform und 2c benskunst, von seinem Verhältnis zur Natur und den Menschen: ein Buch, das für jeden, der mit dem Leben fertigwerden will, eine Reihe wertvoller Erkenntnisse birgt. Als Buch der Weisheit und Lebenskunst gesellt, es sich den Gesprächen mit- Eckermann. Als Simmel, Gundolf, Emil Ludwig baran« gingen, die geistige Gestalt Goethes aufzubauen, tonnten sie sich auf den genialen Wurf von Carus berufen. Nun liegt das Buch in der bekannten hellblauen Reihe „Kroncrs Taschenausgabe" vor. Rudolf Marx schrieb ihm ein einführendes Nachwort. — Walther Linden: Goethe und die deutsche Gegenwart. 70 Seiten 8° mit Bild. Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W 57. Preis 1,50 Mark. — (3.) — Unter den zahlreichen Erscheinungen des Goethcjahres nimmt das Büchlein Dr. Walther Lindens, des Neuherausgebers bet Bielschowskyschen Goethe-Biographie, durch seine frische, zusammenfassende Darstellung eine besondere Stellung ein. Der „lebendige" Goethe in seiner mechselvollen und zugleich einheitlichen Erscheinung — als Jüngling, Mann und Greis — tritt hier vor den Leser: ein Kämpfender, Leidender, ewig Junger. Dieses Volksbuch für alle Kreise setzt Goethe zu der Gegenwart in Beziehung und hebt hervor, wodurch er dem lebenden Geschlecht ein Führer sein kann. — Durch seinen niedrigen Preis ist das Bändchen für jedermann erreichbar. — H. H. Houben: Der polizeiwidrige Goethe. 200 Seiten mit Textabbildungen, 8 Kunstdrucktafeln und mehrfarbigem Umschlagbild von Olaf Gulbransson. Geb. 3,80 Mark. G. Grote Verlag, Berlin, 1932. — (66.) — Dos ist kein Scherz, sondern bitterer Ernst' Es ergi^r.Deutschlands größtem Dichter nicht viel besser als zahllosen andern prominenten Schriftstellern von Anno I bis zum heutigen Tag! Wissen Sie, wie oft man den „Faust" verbot? Daß man „Werthers Leiden" konfiszierte Daß „Egmont" ein Menschenalter lang von der Hauptbühne Deutschlands verbannt blieb? Daß nicht wenige Gedichte Goethes als Schmutz und Schund, seine „Wahlverwandtschaften" durchaus als ein unsittliches Buch galten? Daß die meisten seiner Stücke sich erst nach einem halben ober ganzen Jahrhunbert auf ber Bühne so zeigen bürsten, wie sic geschrieben waren Alle bicse und noch manche anberen überraschcnben Enthüllungen macht Houbcn in seinem neuen Buch, belegt sie mit bisher unbekannten Dokumenten, illustriert sie mit Faksimiles urb zeit- geschichilichen Karikaturen. Das Werk ist als Bei- trag zum Goeihejahr ebenso interessant wie als selbständiges, .traurig wahres Kapitel aus ber Ge schichte des deutschen Geistes. — Ernst Schrumpf: D e r nationale Goethe. Ein Wegweiser für unsere Tage 56 S Zweite Anklage. Geh. 1,50 Mark. I. F Lehmann« Verlag, München 1932. — (54.) — Die kleine Schrift, deren erste Auslage schon früher an dieser Stelle cnge.jcigt wurde, enthält, für einen Vortrag zu- fummengcfteUt und vom Herausgeber mit einer Ansprache eingeleitet, eine Anzahl Goethe Worte aus den Briefen, Gesprächen und Werken des Dichters — ohne Kommentar ober verbindenden Text. Politik und Geschichte. — Prof. Dr. Richard Laqueur. Da« Deutsche Reich von 18 7 1 in weltgeschichtlicher Bedeutung. Verlag I. 6. B. M l^h r, Tübingen, Preis 1,50 Mk. (39) — Bismarcks Reich wird als eine Synthese bc« dhnastikchen Absolutismus und des deutschen Rationalismus gedeutet, und die beiden damit zur Vereinigung gebrachten Grundkräfte werden als historische Erscheinungen gewürdigt Der Absolutismus, eine nicht an Ort. Zeit oder Volkstum gebundene Herrschaftsform, begegnet mit allen charakteristischen Eigentümlichkeiten im Aegyptifchen Reuen Reich und im Hellenismus, die mit dem neuen Absolutismus verglichen werden. Das deutsche Rationalgefühl muß hingegen als einmalige Erscheinung aus der deutschen Geschichte abgeleitet werden, wobei den Frühstadien eine besondere Bedeutung zukommt. Das entscheidende Ereignis ist ber Ausstand des Ar- minius. der in seinem Ursprung erklärt wird. Der Erfolg war entscheidend, aber er ist doch auch die Grundlage für die Problematik ber Deutschen geworden, an der Bismarck vorübergehen mußte, um fein Werk zu vollenden — Generalleutnant a D. Horst v. Metzsh: Männer und Mächte: Hindenburg. (R. Kittler. Verlag, Leipzig.) Mit 17 Abbildungen. Kart. 1,50. Leinen 2.50 Mk. — (79) — Einer der bekanntesten militärpolitischen Schriftsteller der deutschen Rechten, G.neralleutr.ant a. D. Hprst von Mehsch, gibt in diesem Buch nicht eine Biographie, sondern eine Untersuchung dessen, was er den Hindenburggedanken nennt. Rochmals das Leben des Marschalls und Reichs- Präsidenten zu erzählen, das wir alle kennen, war feine Aufgabe, die gerade diesen Autor hätte reizen können. Daher nimmt sich General v. Mehsch eine Analyse dessen vor. was an Hindenburg so groß und einfach und doch so kompliziert und bedeutsam ist. Weil Hindenburg ebenso das Problematische fehlt wie das Glänzende, stellt General von Mehsch sein Wesen dar „eingebettet in Ehrfurcht und Pflicht". Für den Autor ist der Hind?n- burggedanke etwas, das er ebenso unsterblich nennt wie Deutschland selbst. Der Hindenburg- gebaute, das ist die überparteilich regierte Ration. In Hindenburg selbst erblickt die ganze Welt eine Verkörperung des Deutschtums. Kein Sand zeitgefälligen Geschehens kann die alles überragende Pyramide stolzer geschichtlicher Größe verwehen. Aus diesen Gründen stammt die große Volkstümlichkeit Hindenburgs, die unerreicht ist. Das „Gothaische Jahrbuch für Diplomatie. Verwaltung und Wirtschaft" ist im 169. Jahrgang für das Jahr 1932 erschienen. (17.) — Gegenüber dem Jahrgänge 1931 sind neu aufgenommen die Verfassungen von Abessinien. China. Südslawien und Polnisch- Schlesien. ferner die mexikanischen Gliedstaaten, di? internationale Sonderstellung Oberschlesiens sowie die Aufgaben des Völkerbundes. Aus zahlreichen Staaten liegen die neuesten Ergebnisse der Volkszählungen (von 1930 und 1931) vor. Die Ausstattung des Bandes ist tadellos, die Anordnung übersichtlich wie stets. Wegen seiner ständig größer werdenden Vervollkommnung sollte das Werk bei keinem Verwaltungsbeamten fehlen. Das Buch schmücken die Bildnisse des Präsidenten der französischen Republik, Paul Doumer. und des Reichsverwesers des Königreiches Ungarn, Rikolaus Horthy von Ragybanya- Aus fremden Literaturen. — Jack L o n d o n: „Meuterei auf der E l s i n o r e". Uebersetzt von Erwin Magnus. Brosch. 2,70 Mark, Leinen 4,2-5 Mark. Univeritas Deutsche Verlags-AG., Berlin W 50. — (77.) — Die „Elsinore", eines der letzten großen Segelschiffe, wagt die berüchtigte Umsegelung von Cap Horn. Sie trägt eine bunt zusammengewürfelte Schar Menschen durch die Einsamkeit der ungeheueren Wasserwuste. Den zwei Prachtfiguren des Kapitäns und des Steuermannes steht eine Mannschaft gegenüber, die sich aus verbrecherischen und zweifelhaften Elemen- ten zusammensetzt. Als einzige Passagiere dazwischen die Tochter des Kapitäns, ein echtes Seemannskinb, und der junge Pathurst, ein erfolgreicher Schrift- stellen Es gelingt Jack London wunderbar, die schwüle, unheilträchtige Stimmung auf diesem Un glücksschifs zu gestalten. Mitten auf ber Fahrt stirbt der Kapitän unb bie Meuterei bricht los. Nun räumt Jack Lonbon mit aller verlogenen Romantik auf: diese Meuterei gleicht in nichts den herkomm- lichen Vorstellungen, sondern eher einer mobernerf Lohnbewegung: Wind unb Wetter zwingen bie Mannschaft zubem, ihren Dienst weiter zu tun, um ihr eigenes Leben zu retten. Dennoch ist bie Fahrt äußerst gefährlich und abenteuerlich, ihr Ausgang erscheint immer wieder zweifelhaft. — Unnötig zu sagen, baß ber Roman e,ne lebenbige Schilberung von Meer unb Seefahrt gibt, m ber Jack Lonbon ja Meister ist. . —®ufina r ® unnarsson: „Jon Ara- i o n . Romam Verlag Albert Langen, München. Preis geb. 8 Mark. - (38.) - Jon Arason — ein Islanber, ber als Stallknecht auszog unb Bischof rourbe, ber letzte des alten Glaubens auf Island bcnor mit landfremdem Gesetz lanbfrembe neue Bot.chaft b,galten Ordnungen zerstörte — von ihm )mgt bieie cage, von einem Glücklichen, dem alles wohl geriet, was er in bie Hand nahm, von einem öer Warfen konnte mit festem Griff, ber ein scharfes 2 uge unb em mutiges Herz hatte. Fest stand Ion Arason auf dem Boden seines uralten Landes ein hon g feiner Sippe unb aller, die feiner Würde sich beugten bis es fein Glück mehr brachte, unroanbel- ffiJmnUbxrCU=t3U lcin'™eH Neid aedieh unb bie jcroalt ber Fremben bas alte Recht brach. Da fäll! . on Araion unb gibt fein Leben unb lacht noch im «roarten"' Unterwerfung von ihm Aus der Provinzialbauptstavt Gießen, den 20. April 1932. Oie ^ealsteuersperre für 1932. In den von dem Wirtschaftsprüfer und Steuersyndikus Hermann Will zu Gießen herausge- gebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Ar. 8 vom 15. April) wird berichtet: Unter dem 19. März 1932 hat die Reichsregierung im Zusammenhang mit anderen steuerlichen Ro^chriftcn auch eine Realsteuersperrverordnung für das Rechnungsjahr 1 932 erlassen. In ihr wird den Ländern und Gemeinden grundsätzlich auch für das ganze Steuerjahr 1932 die Verpflichtung auferlegt, keine höheren Realsteuersähe (Grund- und Gewerbesteuer) zu erheben, als sie für 1931 rechtswirksam beschlossen und festgesetzt waren. Ferner kann eine im Rechnungsjahr 1931 nicht bestehende Be- steuerungsgrundlage für 1932 nicht neu eingeführt teerten. Zugelassen ist aber eine AusdehnunH ter Steuergegenstände in gewissem Umfange und in Anpassung an das Grundsteuer- und Gewerbe- steuerrahmengeseh. Hinsichtlich ter Gewerbesteuer wird es den Landesregierungen überlassen, die sog. Filialsteuer einzuführen oder den Gemeinten die Einführung zu gestatten. (Das hat nur für die Länder Bedeutung, die diese Sondergewerbesteuer bisher noch nicht kennen.) Für die Grundsteuer ist eine Anpassung der Steuerwerte an die neuen Einheitswerte für zulässig erklärt, wenn daraus eine Mehrbelastung für den Steuerpflichtigen sich nicht ergibt. Allgemein zugelassen ist ferner eine Erhöhung ter Realsteuersähe ter Gemeinden bis zum Satz des Lantesdurchschnitts. gegebenenfalls auch im Wege ter Verkoppelung ter Realsteuern mit der Dürgersteuer. Sie hessische Staatsregierung hat, wie das „Tarmst. Tagbl." hort, durch Vermittelung der Kreisämter sämtlichen Gemeinden Hessens, deren Realsteuersätze unter dem hessischen Landesdurchschnitt liegen, folgende dringliche Mitteilung zugehen lassen: Der im Etatsjahre 1931 den Städten und Landgemeinden des Landes aus Staatsmitteln gewährte Ausgleich für die durch Rotverordnung erfolgte prozentuale Senkung der kommunalen Real steuern werde im Iahre 1932 aus finanziellen Gründen nicht mehr gewährt. Die Real st euer- sperre werte also für die Gemeinden mit unter dem Landesdurchschnittssähen liegenden Realsteuersätzen in der Weise gelockert, daß, im Falle der Etat nicht aus eigenen Steuermitteln ausgeglichen werden könne und bezüglich der Wohlfohrtslasten Staatshilfe in. Anspruch genommen werten müsse, die betreffenden Gemeinten eventuell durch staatliche Zwangsmaßnahmen verpflichtet werden, ihre Realsteuersähe bis zum Landesmittel zu erhöhen. Das Landesmittel beträgt auf 100 Mark Steuerwert bezüglich ter Gebäudesteuer 37 Pfennig, der land- und forstwirtschaftlichen Grundsteuer 50 Pfennig, des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals 72 Pfennig, des Gewerbeertrags 3,25 Mark. Begründet wird die Maßnahme damit, daß seit Jahren eine erhebliche Zahl von Gemeinten in Hessen ihre Realsteuersätze absichtlich weit unter dem Landesmittel ließen, aber für ihre Wohlfahrtslasten Staatshilfe in Anspruch nahmen, während in der weitaus größten Mehrzahl der hessischen Gemeinten die Realsteuersätze erheblich über dem Landesmittel liegen und die Wohlfahrtsausgaben aus Mitteln ihrer wesentlich höher belasteten Steuerzahler beglichen werten müssen. Die steuerliche GerechtiAeit erfordere deshalb die Durchführung der genannten Regierungsmaßnahme. Die Gemeinderatsversammlungen ter in Betracht kommenden Gemeinden wurden von ter Regierung aufgefordert, dringlichen Beschluß zu fassen, ob sie die Steuererhöhung freiwillig durchführen wollen, falls es erforderlich werden sollte. Liederabend des Gesangvereins „Liederkranz^. Am Samstag beging ter Gesangverein „L i e d e r k r a n z" die 9 5. Wiederkehr seines Gründungstages. Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitverhältnifse nahm der Verein von einer größeren Festlichkeit Abstand und veranstaltete dafür in schlichter Weise einen Liederabend Der erste Vorsitzende, Rektor Georg Kling, betonte in seinen kurzen Cinleitungsworten, daß es weniger auf eine große Feier, als vielmehr auf die Tatsache ankomme, daß der Verein in den 95 Jahren seines Bestehens von seinem Ziel und Zweck, die ernste Pflege des Männergesanges, nicht abgegangen sei. sondern sich durch alle Röte der Zeiten im Sinne dieser Tradition bewährt habe. Die Richtigkeit dieser Worte wurde durch die Tat am Samstag erneut bewiesen. Gewiß ist ter Chor des Vereins, der u. W. wohl der älteste in Gießen ist, nicht sehr stark, dafür sind aber seine Mitglieder von regem Eifer und großer Sanges- freute beseelt, und die Leistungen ließen den berechtigten Wunsch zu, den Verein im kommenden Winter auch einmal in größerem Rahmen zu hören. Die Dortragsfolge enthielt Chöre von Kreutzer, Mozart, Häser, Silcher u. a., und sie erfuhr eine sichere und schöne Durchführung. Unter der bewährten Leitung seines Chormeisters W. Schüttler erlang sich der Chor einen erfreulichen, zu neuen Taten anspornenden Erfolg. Als besonders schön gelungen sei der Chor „Weihe des Gesanges" von Mozart hervorgehoben, der einen geschlossenen und nachhaltigen Eindruck machte. Aber auch Häsers „Der Wald" verdient die gleiche Erwähnung. Die Reihenfolge ter Chöre wurde, um auch etwas Abwechslung zu haben, durch Sologesang und Jnstrumentaldarbietungen unterbrochen. Das Chormitglied Hans Möller (Tenor) fang Mendelssohns „Frühlingslied" und die „Ungeduld" von Schubert mit sehr sympathischer Stimme. Mit einem anderen Mitglied, Herrn K. Faber (Bariton), zusammen wurden noch zwei Duette von Abt und Hiller in angenehmster Weise vorgetragen. Den instrumentalen Teil des Abends bestritten Herr W. Schüttler (Klavier) und seine beiten Töchter, Frl. Waltraud und Frl. Martha Schüttler (Violine), wobei sich Frl. Waltraud Schüttler als eine tüchtige junge Geigerin mit ungekünsteltem natürlichen Spiel zeigte und Frl. Martha Schüttler eine sichere und dezente zweite Stimme durchführte. Der herzliche Beifall der zahlreich erschienenen geladenen (Säfte dankte dem Chor und allen Mitwirkenten für die wohlgslungenen Darbietungen. B- Rundfunkprogramm. Donnerstag. 21. April. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.00: Don München: Unterhaltungsmusik. 13.00: Schallplattenkonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17.00: Aus dem großen Saal des Stüdt. Saalbaus Darmstadt: Akademie-Konzert. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „Die Staatsverfassung ter Völker: Oesterreich", Vortrag. 19.30: Operetten-Konzert des Rundfunk-Orchesters. 20.00: Scarpins Streiche. Hörspiel nach Moliöre. 21.20:. Studien-Konzert. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik. Wirtschaft. I -G. Zarbenindusirie. weiterer Rückgang des Absatzes. — 51,5 Millionen Mark Reingewinn. — Verminderung der Belegschaft. WSR. F r a n k f u r t a. M., 19. Apr I. Aus dem heute ter Presse übergebenen Geschäftsbericht der IG.-Farbenindustrie AG. für das Jahr 19 31 ist von allgemeinem Interesse, daß sich auch bei ter IG. die im Vorjahr bereits ausgetretenen Geschüstserschwe- rungen beträchtlich vermehrt haben.» Der Absatz ist weiter rückgängig. Der Reingewinn ist von 95,16 auf 51,46 Mill. Mark zu rückgegangen. Bekanntlich werten daraus 7 Proz. gegen 12 Proz. im Vorjahr Dividente verteilt. Die Belegschaft ter IG. einschließlich ter Gruben und der andern von ihr kontrollierten Werke betrug am 31. Dezember v. I. 98 716 Arbeiter und Angestellte. Auch im vergangenen Jahr mußte eine weitere Verminderung der Belegschaft durch- geführt werten. Dabei wurden wiederum in erster Linie soziale Gesichtspunkte beachtet und eine große Anzahl älterer Angestellter und Arbeiter mit längerer Dienstzeit unter Gewährung einer laufenden Unterstützung in den Ruhestand versetzt. In vielen anderen Fällen wurden bei längerer Dienstzeit entsprecbende Abfindungsbeträge beim Ausscheiden b^ahlt. Um weitere Entlassungen zu vermeiden, ist die Kurzarbeit bei Arbeitern und Angestellten noch mehr durchgeführt worden. Ferner ist die Verwaltung in einzelnen Betrieben versuchsweise dazu übergegangen, Arbeiter und Angestellte abwechselnd für einen gewissen Zeitraum, zu beurlauben und nach Ablauf des Urlaubs wie-' der einzustellen. * * Die öffentlichen Lebensversicherungsan st alten in Deutschland. Im März wurden bei den im Verbände öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zusammenge- schlossenen öffentlichen Lebensoersicherungsanstalten 11819 neue Versicherungen mit 14,73 Millionen Mark Versicherungssumme beantragt. Die durchschnittliche Versicherungssumme betrug in der Groß- lebensversicherung 3513 Mark, gegen 4010 Mark im März 1931, und in der Sterbegeldversicherung 454 Mark, gegenüber 513 im gleichen Monat des Vorjahres. Berlin ziemlich behauptet. B e r l i n , 20. April. (WTB. Funkspruch.) Nachdem man im heutigen Vormittagsoerkehr, verstimmt durch neue Kursrückgänge in Neuyork, mit einer schwächeren Börse gerechnet hatte, zeigten die offiziellen ersten Kurse gegen gestern ziemlich behauptete Tendenz. Hinsichtlich des Ausganges der Preußenwahlen herrschte natürlich auch weiterhin starke Unsicherheit, im übrigen fehlte es an irgendwelchen Momenten. Die Kundenaufträge hielten sich aus diesem Grunde in engsten Grenzen, während die Spekulation eher zu Deckungen neigte. Für Farbenaktien bestand einige Kaufneigung. Viel besprochen wurden die jetzt bekanntgegebenen Durchführungsbestimmungen zur Verordnung über den Effekten- handel mit dem Auslande, über deren Auswirkung in der Praxis man recht geteilter Meinung war. Festzustehen scheint jedoch, daß die Bestimmungen das an und für sich schon kleine Geschäfte weiter einengen werden, wenngleich natürlich auch illegale Verkäufe verhindert werden müssen. Auf diese letzte Wirkung führte man einen Teil der heutigen Deckungen zurück. Was die Kursgestaltung im einzelnen anbetrifft, so sind heute Hoesch-Obligationen, AG. für Verkehrswesen, Reichsbankanteile, Holzmann, Harpener, Siemens und Farben mit Gewinnen von 1 bis 1,5 v. H. zu erwähnen. Anderseits gingen Dessauer Gas, Vogeldraht, Aku, Waldhof, Schultheis, Charlottenburger Wasser, Deutsche Atlanten, Deutsche Erdöl, Rheinische Braunkohlen, Felten, Gesfürel und HEW. im gleichen Ausmaße zurück. Im Verlaufe vermochte sich eine Besserung durchzusetzen, die besonders an den Hauptmärkten zu Gewinnen bis zu 1,5 v. H. führte. Im allgemeinen war eine Geschäftsbelebung aber nicht zu verzeichnen. Interesse fanden besonders Farben, Gelsenkirchem Contigummi, Licht & Kraft und Siemens. Vereinzelt waren auch kleine Abbröckelungen festzustellen. Deutsche Anleihen nicht ganz einheitlich: Altbesitz freundlicher, Neubesitz knapp behauptet. Von Ausländern waren 4,5-v. H.-Rumänen etwas schwächer, deutsche festverzinsliche Werte bei kleinem Geschäft überwiegend etwas schwächer. Reichsschuldbuch, forderungen und Reichsbahnvorzugsaktien waren nur wenig verändert, Farben-Bonds lagen etwa 1 v. H. fester. Frankfurt still. F r a n k f u r t a. M., 20. April. (WTB. Drahtmeldung.) Rachtem noch im vorbörslichen Verkehr, auf Grund der neuerlichen Schwäche der gestrigen Reuhorker Börse niedrigere Kurse taxiert worden waren, eröffnete die amtliche Börse zwar in sehrruhiger, aber eher e t w a s f r e u n d- -licherer Stimmung. Das Geschäft hielt sich dabei in sehr engen Grenzen, zumal das Räher- rücken des Wahltages die Zurückhaltung aller am Börsengeschäft beteiligten Kreise verstärkt hat. Auch die neue Rotverordnung gegen ©ffetten- schmuggel mit ihren verschärften Bestimmungen auch für den legalen Handel wirkte auf die Geschäftstätigkeit hemmend. Die Spekulation schritt heute zu kleinen Deckungen, die ein leichtes Anziehen der Kurse für Speztalwerte zur Folge hatten. Vom Publikum lagen keine Aufträge vor, und auch sonst fehlte es an Anregungen. Etwas fester eröffneten IG., Reichsbank, Schuckert und Siemens, die Besserungen von 1 bis 2 Prozent aufwiesen. Montanwerke lagen uneinheitlich, doch gingen die Veränderungen nach beiden Seiten nicht über 0,50 Prozent hinaus. Von sonstigen Elektroaktien gewannen AEG., und Licht & Kraft je 0,50 Prozent. Einige Rebenwerte, wie Metallgesellschaft und Karstadt, zeigten Erhöhungen von 0,50 Prozent. Scheideanstalt und Rütgerswerke gingen dagegen im gleichen Ausmaß zurück. Die übrigen Marktgebiete lagen geschäftslos. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche, Reichsschuldbuchforderungen zogen 0,25 Prozent an, von ausländischen Renten waren Anatolier gefragt und fester. Im Verlaufe hielt die Deckungsneigung der Spekulation an, und die Kurse verzeichneten weitere Besserungen. Besonders waren einige Montanaktien etwas stärker erhöht. Die Umsahtätigkeit hielt sich aber weiterhin in den aller engsten Grenzen. Am festverzinslichen Markt lagen Gvldpfandbriefe eher etwas schwächer. Liqui- dationspsandbriefe blieben gut gehalten. Für Städteanleihen hat das Interesse hierbei merklich nachgelassen. Don Jndustrieobligationen waren Mainkraft gesucht, Stahlverein-Donds gehalten, dagegen Farben-Bonds 1,50 Prozent höher. Tagesgeld war im Zusammenhang mit den heutigen Gehaltszahlungen etwas steifer und stellte sich auf 4,75 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. F r a n t f u r t a. M., 20. April. Es wurden notiert: Weizen 267,50 bis 270 Mark, Roggen 225, Sommergerste für Brauzwecke 195 bis 200, Hafer (inländischer) 165 bis 172,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen) 39,25 bis 40,25; Son- Vermahlung 38,25 bis 39,50, Weizenmehl (nieder- rheinisches, mit Austauschweizen) 39,25 bis 40, Son- dermahlung 38,25 bis 39,25, Roggenmehl (770 v. H.) 29 bis 30, Weizenkleie 10,85 bis 11, Roggenkleie 11 Mark. — Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M 20. April. Auftrieb: 104 Rin- der, 1004 Kälber, 105 Schafe, 493 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 40 bis 44 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 30 bis 34; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 30 bis 32, mittlere Mastlämmcr, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe' 23 bis 29; Schweine: oollfleischige von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 36 bis 39, von etwa 160 bis 200 Pfund 35 bis 39, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 32 bis 35 Mark.— Marktverlauf: Schuf- und Kälber mittelmäßig, ausverkauft; Schweine schleppend, ausverkauft. Oberheffen. Birdinger Kreistag. WSN. Büdingen, 19. April. Der Kreistag des Kreises Büdingen hat in seiner diesjährigen ordentlichen Tagung den mit 519 156,51 Mk. (gegen 604 554 Mk. im Vorjahre) abschließenden Haushaltsplan des Kreises Büdingen für 1932 genehmigt. Ferner wurden der Rechnungsbericht der Kreiskasse von 1930, der mit einem Ueberschuß von 82 098,51 Mk. abschließt, und die Sondervoranschläge des Kreiswohlfahrtsamts und des Kreiskinderheims Bingenheim gutgeheißen. Als besonders bemerkens- wert ist noch zu berichten, daß auf Antrag der SPD.- Kreistagsfraktion einstimmig beschlossen wurde, die Gewährung der Reichshilfe für notleidende Gemeinden auch für die kleineren Gemeinden zu fordern und die Schullasten für die Gewerbeschulen auf sog. Be- zirksschulgemeinschaften zur Entlastung der Schul- sitzgemeinden zu verteilen. Mit der Ermäßigung der Kreissteuern von 210 000 Mk. im Vorjahre auf 185 500 Mk. im neuen Haushaltsjahr erklärte sich der Kreistag einverstanden. Oer Totschlag im Kreise Büdingen. ♦ Bleichenbach (Kreis Büdingen), 19. April. Die Ermittelungen in der Totschlagssache Gtreum wurden heute fortgesetzt. Durch die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei wurden auf der Bürgermeisterei Zeugen vernommen. Im Hause des erschlagenen Schneiders (nicht Landwirtschaftsknechts wie gestern irrtümlich gemeldet worden war) Streum fand die gerichtliche Leichenöffnung statt. Die im Ortenberger Gerichtsgefängnis untergebrachten ^Täter wurden einzeln im Auto geholt und der Leiche gegenübergestellt. Die ungeheure Erbitterung, die in Bleichenbach über die rohe tat herrscht, führte dabei zu heftigen Szenen. In der Nähe des Eltern- Hauses des Toten hatte sich eine Menschenmenge angesammelt, die sich in heftiger Erregung befand; als die Autos ankamen, ging die Menge mit Verwünschungsrufen gegen sie vor, sie wollte die Täter herausreißen und lynchen. Nur dem energischen Dazwischentreten der Sicherheitsbeamten gelang es, die Menge abzudrängen und Unheil zu verhüten. Wie wir hören, sollen die Täter unter dem Eindruck der Gegenüberstellung die Geständnisse wieder- holtundergänzt haben. Sie werden demnächst nach Gießen verbracht und vor das Schwurgericht gestellt werden. Der Landwirtschaftsknecht Kuhn von Aulendie- bach der gestern in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert wurde, hat einen Unter- schenkelbruch, und eine Kopfverletzung' erlitten. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend gut, Landkreis Gießen. < Lollar, 19. April. Am Sonntagvormittag sand die im Wintersemester beschlossene geologische Wanderung der hiesigen Volkshochschule unter Führung von Herrn Dr. F15 r k e (Gießen) statt. Heber 30 Personen, hatten sich dazu eingefunten. Der Weg führte durch Ruttershausen nach den Basaltschloten des Lützel- und des Altetergs. Rach Besichtigung der Dtein- brüche wanderte man zur Tiefenbach, hier zeigte am Straßendurchbruch eine grüngraue Ader erdig verwitterten Basalt und an anderer Stelle trat der Zechstein zutage. Run wurde der Sandstein- und dann der Dasaltsteinbruch bei Staufenberg aufgesucht. Dort sah man schönen, meist sechs- Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 v.H., Lombardzinsfuß 6,5 v.H. Jranlfun a. ■Berlin ;>riuniiur. u .9t, Bern .... Ul u, JJi. | .äerhi. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 7N. Schluß-s fürs 1 1-Uhr- Kurs Schluß-! Anfang- lurs 1 Kurs Schluß«. 1-Uhr- "irs 1 Kurs Schluß-1 fürs 1 Ansang- Kur» Schluß- lurs 1-Uhr- Kurs Echluß- lur-i Anfang- Kurs 19.April 20. April Datum 19-4. 20.4. 19.4 20,4. Datum 19.4 20.4. 19.4 20.4. Datum 19.4. 20.4 19.4. 20-4 Amtliche Notierung Geld | 3riei Amtliche Geld Notierung Srie HelsingfoH . Wien . Prag . . Budapest . . Sofia Holland . . Cfllb . . Kopenhagen. Stockholm . London . . Buenos Aires Neunori Brüssel. Italien . . Paris . . Schwetz Spanien Danzig Japan Rio de Ian.. Jugoslawien, utiiaboe _______3er Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not Französische 7berfchlef. Kokswerke .... 8 i Ahonix Bergbau.....4% Rheinische Braunkohlen. . . 10 Rheiuslahl ....... ..6 14,5 15 83 23.5 43 23,75 101,25 59,5 48,75 63 71 31 15,75 155 | | m 1 1 1 1 1 1 1 £l 1 1 i ss I i iiiis SII 1 1 1 1 1 1 1 1 14,25 43,5 14,9 29,75 83 21,9 23,5 43 23,65 102,25 25,5 19,75 56 60 32,5 49,25 61 42 94 71,5 20 53,65 31,5 33 25 126 22 33 13 30,25 15.9 156 36,75 14,65 15,25 31,4 103,25 25 55,25 59,75 30.75 48,13 42 95 71 31,75 34 25 21,25 32,75 12,5 30 16.25 155 35,5 Riebeck Montan . . . Bereinigte Stahlwerke Olavi Minen .... Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke ©aUbetfurtb I. ®. garben-Industtie Verein, chem. Industrie surf a. M...... Scheideanstalt.... Goldschmidt..... RütgerSwerke .... MetallgeleNIchaft. Philipp Houmann . Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt. Wayh & Frevtag Schultheis Patzenhofei Aku (Allgemeine Kuns Bemberg. Zellstoff Waldbof . . Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ... Daimler Motckren Deutsche Linoleum . Lrenstein & Koppel . Leonhard Tietz . . Svenskck - - 2 bade Frankfurter Malchtnen Grihner...... Mainkrastwerke Höchst Süddeutscher Zucker . . . 7,2 ... 4 . 16»/. . . 10 . . 10 . . 15 . . 12 Frank- . . 10 . . . 0 . . . . 6 ....!> . . . 7 . . . . 7 . . . . v . . 15 leide) o . . 0 . . . 12 . . . 6 . . . . 9 . . . . 0 . . . . 5 . . . . 0 . . . 8 . . . 15 . . . . 0 . . . . 0 .M.. . 6 ... 10 14,75 85,5 95 85,25 124,5 17,5 27 28,25 32 42,5 5 33 34,5 25 90,75 1 121 1 1 £ ISIMM 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Mil 15 10,65 86 95 142 85,25 17,4 26,25 28 31,5 57,4 33 34,5 30 77,75 9,5 25,75 21,25 51 10,75 192 1 j 14,75 10,4 142 86,75 56 32 34 76,5 9 21 10,75 l 50,5 12,48 65,0 3,06 171,0 78,0 87,3 77,6 15,9 1,05 4,21 59,1 21,6 16,64 81,9 33,3 82,8 1,46 0,28 7,43 14,5 3anfno Schilling en 50 95 12,465 62,94 3,057 170,68 76,82 86,81 77,52 15,87 1,043 4,209 58,98 21,63 16,605 81,82 33,17 82,67 1,399 0,279 7,423 14,49 Geld 4,20 58,82 86,98 15,91 16,56 170,31 21,76 77J4 2,49 77,34 81,59 33,23 "-»tz ^ebStje 31'*: 104«™ ? ^chivein« k n' Xfest Ä-KL taps I Nietzen. 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