llr. 45 Erster Statt 182. Jahrgang Samstag, 20. Februar 1952 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck M1Ö Verlag: Vrvhl'lche Uaivelßlat^vich mö Sieieörndcrei H. Lange in «sieben. 5chnftlett»g und Geschästritelle: Zchufittaße 7. .Innahme van ln}< für die lagesnummer bis jum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeiaen von 27 mm Brette örtlich 8, ousmärts 10 Reichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Brett« 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20‘ . mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Vohtili Dr. Fr. Wild. Lange; für Feuilleton Dr H.Thnnot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filler, fdmtlid) in Gießen. Cr> cherni täglich, außer Sonniags und Feiertags Beilagen: The 3Ilu|tnert« ®URtner FamiliendlaNer Heimat m Bild Die Scholle Blonats Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM 1 9H Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. AernsvrechanschlSfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger tieftet. P»llscheckkonto: 5ron(furt am ülaiR 11686. Die VoliveNammiung des Völkerbundes einberufen. Die Vermittlung des Völkerbundsrats im chinesisch-japanischen Konflikt gescheitert.- Die Völkerbundsversammlung tritt aus Antrag Chinas als letzte Instanz am 3. März zusammen. Die letzte Ratssitzung. Heftige Auseinandersetzung vcr beiden Parteien. 3n der voraussichtlich letzten öffentlichen .Sitzung des llöUerbunbsratcs vor dem Zusammentritt der Vollversammlung des Bölkerdundes land am Freitag eine außerordentlich scharfe Auseinandersetzung zwischen den Aertretern Japans und Chinas statt. Die Sitzung begann mit der Mitteilung des Ratsprosidcnlcn Paul L o n c o u r, daß der !Udlferbiinb»rnt auf Önin# des chinestichen Antrags nunmehr zur Einberufung der Vollver- smnmlung de- Völkerbundes schreiten müsse. Ter ck, ncsijchc Gesandte '/len teilte 'adann in größter Ci . gung mit, daß der bisherige Kriegszustand in schanghai jetzt den Charakter eines offenen Krieges gewonnen habe. Das japanische Oberkommando habe 40 000 Mann in schanghai gelandet, die mit Ö i f t g a s b o m b e n und D u ui «Dum Geschossen ausgerüstet vorgingen, (fin deutscher Arzt habe bestätigt, daß die japanischen Truppen Dum Dum Gc'chossc verwendeten. Die Loge sei völlig unhaltbar. Die chinesische Negierung habe sich daher entschlossen, den Dolkerbundsrat zum sofortigen Zusammentritt zu ersuchen, um unverzüglich Gegenmaßnahmen zu er* Iireifeii. Man müße sonst damit rechnen, daß e i n urchtbares Blutbad in den nächsten Tagen tattsindet. Der japanische Botschafter Sato protestierte unter der größten Spannung des bis auf den letzten Platz gefüllten Sitzungssaales scharf gegen die Behauptung der chinesischen Negierung, daß die japanischen Truppen Gistgosbomben und Dum- Diim-Gefchoffe verwendete,,. Die japanischen Truppen besäßen lediglich Rauchbomben. die Perschleierungszwerken dienen. Wenn der Völkerbundsrat jetzt den Konflikt an die Vollversammlung verweise, so sei damit für die japanische Regierung die allerletzte Gelegenheit gegeben, eine Erklärung übet die Ursachen und die Tragweite der Ereignisse im Fernen 0 ff e n obzugeben. Der völkerbundspakl könne nut bei einem Konflikt zwischen zivilisierten Staaten in Frage kommen. China befinde sich — und es wäre peinlich, dies erklären zu müssen — seit zehn Iahten in dem Zu st and eine» forlge- setzten Bürgerkriege», vollständiger Unordnung und der Auslösung. Die Sicherheit der Ausländer sei nicht mehr gewährleistet. Daher seien diejenigen Staaten, die die entscheidenden 3nlcreffen in China hätten, gezwungen gewesen, zu außerordentlichen Maß- nohmen überzugehen. Niemand könne den Schutz der japanischen Interessen Japan abnehmen. Das Slylchai oer Mandschurei. Der japanische Botschafter erklärte sodann, er habe dem Dölkerbundsrat eine bedeutsame Mitteilung -u machen. Die Llnabhängigkeit der Mandschurei sei soeben auügetufcnworden. Japan habe ollzuweitgebende Interessen in der Mandschurei und habe allzusehr durch daS Borgehen der chinesischen Gouverneure gelitten. aU daß es nicht eine Bewegung mit 6hm- X> a t b i c begrüßen könne, die den Schuh und die friedliche Entwicklung für japanische Interessen in der Mandschurei sichere Die japanische Regierung unterstütze daher die Hnab- hängigkeitsbewegung in der Mandschurei. Denn China später einmal eine normale Zentralregierung habe, so sei die japanische Regierung bereit, sich mit China über daS endgültige Schicksal der Mandschurei zu verständigen. Japan versoige keinerlei territoriale Absichten In der Mandschurei und wolle sich nur die Mandschurei al» Tätigkeitsfeld für feine überschüssige Bevölkerung und für seine w i r t s ch o s I i i ch e Entwicklung sichern. Die japanische Regierung sei bereit, ihre Truppen au» der Mandschurei zurückzuziehen, sobald da» Ziel erreicht sei, daß der japanischen Auswande- rung und den japanischen wirtschaftlichen Interessen keine Schwierigkeiten mehr bereifet würden. Japan werde seine Truppen jedoch nur unter der Beöingung zurückziehen, daß der Schuh der Jntereffen Japan» von einer neutralen Streitmacht übernommen werde Der chinesische Delegierte Ben ironisierte den japanischen Hinweis auf das Fehlen einer organisierten Hegietung in China mit einer Reihe Bemerkungen, in denen er u. a. Japan als Amokläufer in Oftaficn charakterisierte. Auch fei es auffallend, daß sich Japan trotz feiner Behauptungen über das Fehlen einer vcrhand- lungssähigen chinesischen Regierung dauernd um direkte Verhandlungen mit China unter Ausschluß der anderen Mächte bemühe. Die Geschichte der letzten zwanzig Jahre lehre, daß Japan die inneren Schwierigkeiten Chinas begünstige und ausnuhe, weil c» d i e Einigung und Erstarkung Chinas verhindern wolle. Die Mandschurei sei die Kornkammer Chinas und für Chino als Aufnahmegebiet feines Devölkerung-überschulfes unentbehrlich Sie fei historisch, ethnisch, kulturell und politisch durchaus chinesisch, woran auch die Errichtung einer Marionettenregierung nichts ändere Dersicherungen über das territoriale Desinteressement Japans habe man auch vor der definitiven Angliederung Koreas gehört. ©er Beschluß des Rats. Genf, 19. Jebr. (XU.) Der völkerbund»- r a t Hot am Freitagabend noch vierstündigen Verhandlungen auf Grund de» Antrages der chinesischen Regierung beschlossen, eine außerordentliche Vollversammlung de» Völkerbunde» zum Z.Marz nach Genf einzuberusen. Sämtliche 54 Mitglied- floaten de» Völkerbunde» werden ersucht, Vertreter zu der Vollversammlung zu entsenden. Die chinesische und japanische Regierung werden aufgeforöert, unverzüglich eine eingehende Darlegung der Konfliktslage zu übermitteln. Die Verhandlungen, die der völkerbundsraf seit fünf Monaten über den japanisch-chinesischen Konflikt geführt hat, werden damit abgebrochen und die weitere Bekandlung de» Konflikle» der oußer- oidentttchen Vollversammlung de» Völkerbundes überwiesen. Em letzter Appell der Möchte. Der Ratspräsident Paul-Boncour wandte sich hierauf mit ernsten Ermahnungen an den Vertreter Japans An Stelle der von Chino verlangten einstweiligen Maßnahmen schlug Paul- Boncour eine Verlängerung des , apa - nischen Ultimatum» vor. damit die Verhandlungen an Ort und Stelle wieder ausgenommen werden könnten. Der britische Delegierte Lord Londonderrv erklärte sich mit den Anregungen Panl-Boneours einverstanden. Der Zwölfer-Ausschuß habe vor einigen Tagen einen Appell an die Stärke und die Ehre Japans gerichtet, die jetzigen Ergebnisse bedeuteten eine sehr bedauerliche Antwort hierauf. Die Verlängerung des Ultimatum« sei das einzige Mittel, eine vielleicht bevorstehende Katastrophe obzuwenden. Rachdem auch alle übrigen Ratsmitglieder ihre Zustimmung zu den Anregungen des Ratsprästdenten ausgesprochen hotten, nahm der Dolkerbundsrat ohne weitere Aussprache die bereits wieder- gegebene Entschließung über die Einberufung einer außerordentlichen Versammlung des Völkerbundes zur Behandlung des chinesisch-japanischen Konfliktes an. Heue schwere Schlacht um Schanghai im Gaug. Aach Ablauf des Ultimatums eröffnen die Japaner den Angriff auf Tfchapei. Schanghai, 20. Jcbr. (IDID. Funkspruch.) Obwohl die große japanische Offensive nach Ablauf des japanischen Ultimatum- nicht vor früh 7 Ahr (also ungefähr Mitternacht MCZ.) beginnen soll, war bereit» Freitag abend Maschinengewehr- und Gewehrseuer am Aordbahnhof von Schanghai zu vernehmen. Japanische Artillerie und Infanterie mit Kriegsmaterial rückten unaufhörlich an die Front und begannen um 7.30 Uhr früh (Ortszeit) mit den Angriffsbewegungen. Das Arlil- leriefeuer wurde auf Tfchapei um 9 Uhr früh eröffnet. 10.42 Uhr vormittag» (Ortszeit) gingen die japanischen Stoßtrupps aus der langen Front zwischen Tfchapei tinb hongten in westlicher Richtung auf das zwei Meilen nördlich von kzongken gelegene Kiangwan zum Angriff vor. Ihr Ziel ist die Besetzung der Dufung-Eisenbahn- l i n i e . um aus diese Weife ihre Flanken zu decken. Man nimmt an, daß sie nach Besetzung der Bohn- linie z u m Schlage gegen Tfchapei ausholen werden. Gegenwärtig bombardieren japanische Flugzeuge die Ortschaft Kiangwan, die von der 87. und 88. Division der Armee Ischiang- keischek» verteidigt wird. Diesem Angriff kommt insofern Bedeutung zu, al» die Japaner bisher immer nur die 19. chinesische Armee, nicht aber die Truppen Tschiangkeischek» pngegriffen haben. Das japanische Hauptquartier gab um 11 Uhr (Schanghai-Zeit, etwa 4 Uhr MLZ.) bekannt, daß die auf Kiangwan verstoßenden Truppen die Gebäude de» Sportklub», die am Rande der Ortschaft Oie Friedensboten liegen, genommen haben. Die japanischen Truppen sollen auf harten Widerstand gestoßen sein. Der japanische General H t) c h a wird, wie man glaubt, die Hauptmacht seiner Truppen auf den Schonghai-Ranking- und Schanghai-Hangtschou- Eisenbahnknotenpunkt werfen und so die Hauptmacht der 11 003 Mann zählenden chinesischen Truppen in Tschapei umzingeln und abfchneiden, falls sie sich nicht rasch nach der Echanghai-Hongtschau-Eifenbahn zurück- ziehen, und sie dann gegen den Tsudfchau-Bach treiben, dessen gegenüberliegende Ufer von britischen und amerikanischen Truppen besetzt sind. Gleichzeitig dürften 3000 Mann japanische Truppen am Wusung-Bach einen heftigen Angriff auf Dorf und Fort TBufung eröffnen. Die Japaner erklären bereits jetzt, daß bei einem Erfolg der Offensive ihre Aufgabe, die Chinesen aus den starken Schützengraben- stellungen zwischen der Eisenbahn und dem Tsudfchau-Bach zu vertreiben, sehr schwer sein wird und daß sich das Einschlagen von Geschossen in den englisch-amerikanischen Abschnitt der Riederlassung kaum vermeiden lassen werde. 15 Tanks werden die Japaner bei dem Angriff auf den Rordbahnhof unterstützen. Ungefähr 60 Feld- gefchüye und ein Dutzend Haubitzen hatten die Beschießung zur Einleitung der Offensive eröffnet, sobald die japanischen Flugzeuge berichtet hatten, daß die Chinesen mit dem Ablauf des Ultimatums ihre Stellungen nicht geräumt hatten. der weißen Kultur. Äabrenö die Politiker der Mächte durch bie Institution des Völkerbundes immer wieder Mahnungen an China und Sapanjur Wiederherstellung des Friedens richten, hat gleichzeitig die Rüstungsindustrie aller Lander große Schiffsladungen voll Waffen und Munition für die beiden krieg führ en den Länder abgehen lassen. ÄiedeuWeplattsomiiliGenf Bevor die Abrüstungskonferenz in Wenf nut den .Hommiffionsarbrikn beginnt, hat der Führer der deutschen Delegation, Botschafter '.'l a doIny, den bereit» vom Reichskanzler Dr. Br» ning in seiner großen Rede vor dem Genfer Forum angetlindigten präzisierten Abrüstungsvorfchlag Deuischland» eingebracht und ausführlich erläutert. Das deutsche Programm vermeidet geschickt den naheliegenden Fehler, durch liberraditale, aus Pro paganba abgesteUte Forderungen sich in Utopien zu verlieren und dadurch Gefahr zu laufen, nicht ertzfi genommen zu werden. Nirgend» wird der Boden sachlicher Möglichkeiten verlassen und dadurch den Abrüstungsgegnern keine Vorwande geboten, einer ernsthaften Diskussion auszuweichen. Das Ccho, da» die deutschen Vorschläge bei der französischen Dele gation in Gens wie in der Pariser Presse gesunden haben, zeigt ja auch schon, wie unbeguem den Franzosen gerade diese streng sachliche, gänzlich un pathetische Art des Kampfes ist, die Deutschland auf der Genfer Abrüstungskonferenz bevorzugt, um ein möglichst weilgreifendes praklischcs Result.it durch,u setzen. Da cs den Konventionsentwurj der Vorbe reitenden Abrüftungskommisfion des Völkerbundes als unbrauchbar abgclehnt hatte, hatte cs die Pflicht, nun seinerseits Vorschläge zu machen, die den deut schcn Standpunkt in der Abrüstungssrage in allen technischen Einzelheiten präzisieren mußten, nachdem der deutsche Reichskanzler die politische Grundlinie aufgczeigt hatte, von der aus Deutschland die Ab rusiung behandelt wissen wollte. Das ist nun also geschehen und die deutschen Vorschläge, die der Botschafter Radolni) der Abrüstungskonferenz unter breitete, werden neben dem stark umftritlenrn Hon- Dontionscntrourf und den Vorschlägen anderer Dele gationeii die Verhandlungsbasis für die weiteren Arbeiten der Konferenz bilden müssen. Der Grundsatz absolut gleicher Rechte und gleicher Pflichten, den schon Reichskanzler Dr. Brüning in seiner Genfer Rede als die deutsche Warbinnlfor derung wirkungsvoll herausgestrichen hatte, durch zieht auch wie ein roter Fähen das deutsche Ab nifiungsprogramin. Um das politisch Wesentliche, die politische Voraussetzung der deutschen Vorschläge vorwcgzunehmc», sei gesagt, daß Deutsch l.rnd als vollberechtigtes Mitglied des Völkerbundes für feine Rüstungen die Anwendung des g l c i ch c n Maßstabes beansprucht wie die anderen Mitglie der und und daß es in logischer Weiterentwicklung dieses Fundamentalgrundsatzes die Ablösung der Deutschland und seine ehemaligen Bundesgenossen deklassierenden Abrüstungsbestlmmungcn desversaillerDiktals durch die auf Grund der im Völkerbundsstatut feftgelegten Verpflichtung abzuschließenden neuen Konvention fordert. •Hieraus folgert weiter, daß die deutschen Abrustungs vorschlage sich logischerweise auf eben dielen B. stimmimgen des Berfailler Diktats über die Cni lu?ffDeutschlands aufbauen, die ja damals von militärischen Fachleuten ersten Ranges aus den Streifen der Ententemächte ausgearbeitet worden finö und deren praktische Durchführbarkeit ja eben falls unter ständiger aufmerksamer Kontrolle von Cntenteoffizieren erprobt und bewiesen wurde. Mit zweifellos großem Geschick und in lückenloser imb daher schwer angreifbarer Beweisführung wird 1° dasselbe System, das seinerzeit in Versailles zur einseitigen Entwaffnung Deutschlands ausge klügelt wurde, nun von der deutschen Delegation als Schema für die allgemeine Abrüstung aufgefleUl, aber doch elastisch genug ausgeftaltet, um als vcr handlungsl'asis dienen zu können, natürlich stets unter voller Wahrung des Grundsatzes absoluter Gleichberechtigung Deutschlands mit den anderen Vertragspartnern einer Abruftungskonoention. Hiervon ausgehend beabsichtig! das beutldje Ab- rüftungsprogramm analog den italienischen, rufst- schen und in begrenztem Maße auch den amerika Nischen Vorschlägen einmal die Abschaffung der A n g r i f f s ro a f f e n , wie schwere Artillerie, Tanks, Luftfahrzeuge und das Verbot des Gas. und Chemiekrieges. Mit einem deutlichen Blick auf die nefigen Befestigungsanlagen an der franze,fischen Oftgrenzc, die wie eine einzige Belonmaucr von Belgien bis zum Schweizer 3ura die Rohre uiige sahlter Geschütze schwerster Slalibn auf das von Derteidigungswerken gänzlich entblößte deutsche Rhemgebiet richten, fordert der deutsche Abrustungs- Vorschlag auch „Verbot der F c st u n g c n die für die anderen Nationen eine unmittelbare' Bc brohung darstellen", indem sie für die in ihrem orfiuR aufgestellten Angriffsarmeen Aussalltore bil den. Auch für die Forderung, die Militärflugzeuge und -luftschisse ganz zu beseitigen und die ,-Zivilluft fahrt jedem militärischen Nebenzweck zu entziehen, haben die Deutschland in Versailles auferlegtcn sehr scharfen Bestimmungen jum Vorbild gedient. Di« gänzliche Beseitigung der den Frieden in erster Linie ständig bedrohenden Angrifsewasstn muß aber nach deutscher Auffassung ergänzt werden durch eine rücksichtslose Begrenzung der noch verbleibenden Rüstungen Wiederum analog deS eigenen Rüstungsstandes schlägt die deutsche Delegation die Ablchassung der allgemeinen Wehrpflicht vor. Aber da sie von vornherein annimmt, daß sie mit dreier Forderung nicht durchdringen wird — auch 3ta- ßen, das mit dem deut'chen Abrüstungsprogramm sonst in allen wesentlichen Punkten konform geht, würde sich hierzu wohl kaum verstehen —, erneuert die deutsche Delegation das heftig umstrittene Verlangen, auch die ausgebildeten Reserven des Wehrpflichtheeres in die B: schränkung einzubeziehen, da nur dann wirklich vergleichbare Maßstäbe mit Söldnerheeren gewonnen werden. Ebenso alt ist der Streit um die Einbeziehung des gelagerten Materials in die Beschränkung, denn erst diese Maßnahme zusammen mit einer scharfen Kontrolle des Waffenhandels und der Waffenfabrikation verbürgen die Aufrechterhaltung des herabgedrückten allgemeinen und gleichen Rüstungsniveaus. Schon diese knappe Gliederung der deutschen Abrü- ftungsvorschläge verdeutlicht, dah sie auf der Konferenz auf schärfsten Widerspruch stoßen werden. So gut wie in allen Punkten kann auf Frankreich und seine östlichen Trabanten exemplifiziert werden, möge es sich nun um die Abschaffung der Angriffswaffen ein» schließlich der Befestigungen handeln, oder um Flugzeuge, U-Boote, allgemeine Wehrpflicht, ausgebildete Reserven, gelagertes Material und Waffenfabrikation. 3n allem und jedem wird Frankreich seine Lebensinteressen getroffen fühlen und sich bis zum äußersten zur Wehr setzen. Dem Echo der deutschen Vorschläge in der Pariser Presse kann man schon entnehmen, daß Frankreich seine Abwehr auf die alte Sicherheitsthese und die berüchtigte Behauptung von den „potentiels de guerre“ aufbauen wird. Die deutsche Delegation hat diese zu erwartenden französischen Einwendungen schon im voraus zu entkräften versucht, indem sie daran erinnerte, daß der Völkerbund schon vor drei Jahren ausdrücklich festgestellt hat, daß der Stand der allgemeinen Sicherheit eine Herabsetzung der Rüstungen gestatte. Aber den Franzosen genügen weder Völkerbund noch Locarnopakt und Kellogg- abkommen als Ersatz für die ihnen in Versailles versagte Bürgschaft Englands und der Vereinigten Staaten. Der hysterische Schrei nach neuen Sicherheitsgarantien beherrscht nach wie vor die politische Phraseologie der französischen Staatsmänner und der ihnen willfährigen Presse. Richt anders ist es mit den „potentiels de g u e r r e“, worunter man in Frankreich nicht etwa das „Volk in Waffen" verstanden wissen will, in das Frankreich sich dank der allgemeinen Wehrpflicht, dank der militärischen Erziehung der Jugend und eines minuziös ausgearbeiteten zivilen Hilfsdienstes in wenigen Tagen zu verwandeln vermag, wenn die Staatsleitung auf den Knopf drückt, sondern womit man die „innere Kriegsstärke" der Länder meint, die dank eines großen industriellen Apparats angeblich jederzeit in der Lage seien, auch Kriegsmaterial herzustellen, wobei bewußt außer acht gelassen wird, daß «ine solche Umstellung, selbst wenn sie heimlich vorbereitet sein sollte, solange Zeit gebrauchte, daß «in mit modernen Angriffswaffen ausgerüsteter Gegner die betreffenden Industriegebiete mit ihren Anlagen längst in Schutt und Asche gelegt haben würde, bevor dort die erste Granate gedreht werden könnte. Der zwingenden Logik der deutschen Abrüstungsthese, die auch den dcut- Vorschlägen zugrunde liegt, daß es nämlich keine Bedrohung der Sicherheit geben kann, wenn kein einziges Volk über eine Rüstung verfügt, die über seine unmittelbaren nationalen Interessen, hinausgeht, läßt sich auch mit den französischen Argumenten nicht beikommen. Trotzdem werden wir uns auf schärfsten Kampf gefaßt machen müssen und uns auch darüber klar sein, daß in diesem Kampf die Interessen der Rüstungsindustrie zu unseren Ungunsten schwer in die Waagschale fallen werden. Der chinesisch-japanische Krieg in der Mandschurei und um Schanghai wirft ein grelles Licht auf dieses überaus trübe Kapitel internationaler Handelsbeziehungen, wie ja schon im Weltkrieg die Rüstungsindustrie hinter den Kulissen eine außerordentlich verhängnisvolle Rolle gespielt hat — erinnert sei nur an den Einfluß der amerikanischen Rüstungsfirma Bethlehem Steel Corporation auf den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg —. so lassen die großen Waffenkonzerne auch seit Kriegsende alle Minen springen, um im Geschäft zu bleiben. Die deutsche Rüstungsindustrie ist tot. Dis auf den geringen Bedarf unserer kleinen Reichswehr ist sie ganz auf friedliche Produktion umgestellt. Aber sonst in der 'Welt herrscht Hochkonjunktur in der Rüstungsindustrie, seitdem nicht mehr nur ein paar süd- oder mittelamerikanische Revolutionen und der chinesische Bürgerkrieg mit Waffen versorgt wer- den müssen, sondern die Großmacht Japan im Fernen Osten zu Felde zieht. Run tauchen wieder hier und da schnell dementierte Meldungen über Waffenlieferungen auf. Den englischen Riesenkonzern V i ck e r s - A r m st r o n g beherrscht der geheimnisvolle König der Waflenhändler. Sir Basil Z a h a r o f f, der es vom bescheidenen Winkelbankier in seiner griechischen Heimat durch rücksichtslose Ausnutzung der Kriegskonjunktur zu einem mit höchsten Orden der Ententemächte und dem britischen Adelstitel geschmückten Magnaten der Londoner City gebracht hat. Sein Geld rollt überall, wo unruhige Clemente gegen die herrschende Ordnung zu revoltieren suchen und auch letzt im japanisch-chinesischen Konflikt sollen seine Waffenfabriken mit großen Lieferungen beteiligt fein. Den europäischen Markt — mit Ausnahme von Rußland, dos in den Putilow-Werken fein eigenes großes Waffenarsenal für die Rote Rnnee hat — beherrscht die französische Firma Schneider-Creuzot gemeinsam mit den tschechischen Skoda-Werken in Pilsen. Die Riesenrüstungen Frankreichs und seiner östlichen Vasallenstaaten werden im wesentlichen von diesen beiden geliefert. Skoda wird aber auch jetzt / als Lieferant für chinesische Heerführer genannt in eifriger Konkurrenz mit amerikanischen Firmen, in erster Linie wohl der Bethlehem Steel Corporation. Diese in wenigen großen kapitalkräftigen Konzernen zusammengeschlossene Rüstungsindustrie hat seit dem Weltkriege auf allen Abrüstungskonferenzen als interessierter Beobachter und häusig wohl auch als etwas mehr eine große Rolle gespielt. Erinnert fei nur an den Shearer-Skandal auf der Genfer Flotten- konferenz. Drei große amerikanische RüstungS- firmen hatten im ‘herein mit hohen Offizieren der Pazifikflotte Mr. Shearer. einen in allen Satteln gerechten Glücksritter, mit Tausend-Dol- lar-Roten reichlich equipiert, als ihren Ver. ^auensmann nach Genf gesandt, wo er aber den Engländern so auf die Rerven fiel, dah sie beim Staatssekretär Kellogg seine Abberufung durchsetzten. In dem aus einem Streit über das vereinbarte Honorar für seine Rüstungspropaganda entstandenen Prozeß wurden die Rüstungsindu- strie und die beteiligten Seeoffiziere schwer bloß* gestellt. Aber in den seltensten Fällen werden diese unterirdischen Kanäle politischer Einwirkung freigelegt . Meist bleibt die Rüstungsindustrie als Interessent auf den Abrüstungskonferenzen im Verborgenen, doch ihr Einfluß als stark retar- dierendes Moment für jede Weiterentwicklung des Abrüstungsgedankens ist nicht leicht zu unter- schätzen. So erwachsen den Verfechtern der allgemeinen Rüstungsbeschränkung, in deren erster Reih« neben Italien, Rußland und den kleineren Reutralen vor allem das schon Entwaffnete Deutschland steht. aus den verschiedensten Untergrünbcn vielerlei Schwierigkeiten und Hemmungen. Dazu kommt noch die gänzliche Undurchsichtigkeit der politischen Lage, auf die schon die in Frankreich und Deutschland für das Frühjahr bevorstehenden Wahlen ihre Schatten vorauswerfen. In Frankreich hat der reichlich plumpe Versuch, durch eine Wahlreform der gegenwärtigen nach rechts tendierenden Kammermehrheit auch Über die Wahlen hinaus die Herrschaft zu sichern, den von der Linken beeinflußten Senat gegen den seiner Mehrheit allzu willfährigen Ministerpräsidenten Laval in Harnisch gebracht. Das Kabinett blieb auf der Strecke und wenn es auch so kurz vor den Wahlen als ausgeschlossen erscheint, daß der Regierungswechsel eine politische Reuorientierung bedeuten wird, so ist doch das Verbleiben T a r - dieus, des stärksten und gefährlichsten Exponenten der französischen Politik in Genf, in Frage gestellt. In Deutschland können sich die Dinge während der kommenden Woche parallel entwickeln. Hier hat die Reichspräsidentenwahl die Gemüter aufs heftigste erregt und der Kampf der Harzburger Opposition gegen das Kabinett Brüning die Fronten seltsam verschoben. Feld- I marschall v. Hindenburg tritt als Kandidat | der Mitte und der gemäßigten Rechten in den Wahlkampf. Gegenkandidaten sind von der Opposition bisher noch nicht nominiert. Man rechnet hier offenbar damit, den Reichskanzler in der bevorstehenden Tagung des Reichstags zu Fall bringen zu können, um dann freie Hand zu haben. Brünings Mehrheit im Reichstag ist nach dem Abzug der Volkspartei zur Opposition auf nur wenige Stimmen zusammengeschrumpft. Das Zünglein an der Waage bittet wiederum die Wirtschaftspartei, über deren Entscheidung für oder wider den Kanzler noch nichts bekannt ist. Ein Regierungswechsel in Deutschland, über dessen Ausgang bei den vielen heute noch unbekannten Größen, die dabei mitsprechen würden, noch nichts gesagt werden kann, kann natürlich auch auf die weltpolitische Lage und damit auch auf die Abrüstungskonferenz nicht ohne Einfluß bleiben. Die Grundrichtung der deutschen Politik in Genf kann jedoch nur dieselbe bleiben, mag die Tonart auch wechseln oder die Methoden sich ändern. Des Reichskanzlers Dr. Brüning und seiner Mitarbeiter mit kluger Mäßigung formuliert und geschickt begründete Abrüstungsvorschläge werden stets eine starke und gut fundierte Plattform fein für Deutschlands Kamps um seine Gleichberechtigung unter den Völkern. Keine Auslösung des Hessischen Landtags. Auch die Nationalsozialisten lehnen den deutschnationalen Antrag auf Auflösung des Landtags ab. Nie Kommunisten fordern Winterhilfe. Darmstadt, 19. Febr. (WTD.) Rach Eröffnung der Sitzung vertritt Abg. Sumpf (K.) den Antrag auf sofortige Auszahlung der am 11. Dezember 1931 vom Landtag beschlossenen Winterhilfe durch die Gemeinden, zu dem von der Regierung erfiärt wird, daß keine, Mittel vorhanden find. Der Redner wirft den Rationalsozialisten und den Sozialdemokraten vor, daß für sie die soziale Frage gelöst sei,, wenn die fetten Pfründe mit Parteibeamten besetzt sind. Abg. Dr. Best (Ratsoz.) gibt die Erklärung ab, dah sich seine Partei an der Debatte nicht beteilige, weil erst die nationalsozialistischen Anträge, die Aussicht auf die Hereinnahme der Mittel böten, behandelt werden müßten. (Die Rationalsozialisten verlassen den Saal.) Abg. Galm (K.Opp.) erklärt: Äe Rationalsozialisten redeten sich feit Tagen die Lippen wund über historisch« Geschichten und kniffen vor den aktuellen Röten des Volkes. Wenn es um lebenswichtige Fragen des Hesfenlandes gehe, dann amüsierten sich die Rationalsozialisten draußen auf dem Korridor. . Abg. Wesp (Z.) erklärt, das Zentrum lehne di« agitatorischen Anträge der Kommunisten ab, da die notwendigen Mittel dem Staate fehlten. Abg. Z i n n k a n n (S.) sieht in dem Antrag nur «in neues Täuschungsmanöver. Die Regierung hab« für März eine Auszahlung von etwa 200 000 Mark durch die Provinzen veranlaßt. Abg. Schreiber (StP.) sieht in dem nationalsozialistischen Rückzug die völlige Bankrotterklärung ihrer Versprechungspol tik. Innenminister Leuschner wies darauf hin, daß in den vergangenen Jahren vom Lande insgesamt ein Betrag von 3,3 Millionen Mark auf- gewendet worden sei, dah aber unter den heutigen finanziellen Verhältnissen nicht ein Betrag von rund 22 Millionen Mark, den der angenommene nationalsozialistisch« Antrag, nach der heutigen Zahl der Wohlfahrtsempfänger das Land kosten würde, von dem Land bereitgestellt werden könne. Es sei schon jetzt außerordentlich schwer, nur die laufenden Unterstützungen aufzubringen. Man müsse im Durchschnitt des Rechnungsjahres 1931 mit 35 000 Wohlfahrtserwerbslosen in Hessen rechnen, eine Zahl, die eine Gesamt- belaftung der hessischen Gemeinden mit mindestens 30 Millionen Reichsmark allein für die laufende Unterstützung der Erwerbslosen bedeutet. Demgegenüber sei die Kommunalmasse der Reichsüberweisungssteuern von rund 18 Millionen Reichsmark nach der Schätzung zu Beginn des Rechnungsjahres auf etwas über 12 Millionen Reichsmark gesunken. Schon daraus ergebe sich, wie schwierig die finanzielle Situation der hessischen Gemeinden heute sei. Die Provinzen hätten gewisse Beträge zur Verfügung gestellt, so daß an vielleicht 5000 bis 7000 Unterstühungsemp- fangcr eine zusätzliche Beihilfe gegeben werden könne. Auch die Hessische Hauptfürsorge- stelle habe einen Betrag für solche Kriegsbeschä- Digten und Kriegerhinterbliebenen bereitgestellt, die hdt) in besonders schwerer Rotlage befinden. Die Regierung habe im Rahmen des Möglichen 'n aller Stille nützliche Arbeit geleistet, während solche Anträge wie der zur Debatte stehende nur Dem Agitatlonsbedürfnis gewisser Gruppen die- nen- Bei Stimmenthaltung sämtlicher Parteien wird der Antrag von den Kommunisten angenommen. Die polizeidebatie. Diejpoliacttebatte wird dann fortgesetzt. Abg. R.nk (v.) polemisiert gegen die Nationalsozialisten, die auch im Falle Buttler voreilig geschrien hatten. Der Fall Buttler werde sicher ganz anders °^^' °sdle9rationalsozialifte^ erwartet hätten. J* Äf'\poIcSierrt aegen die Kom. mumsten. Was denke das Ministerium über die BUdun^ von „roten Zellen" in der n en m inister L eu schn er erklärte: Ich weiß, dah bei der Polizei rote Zellen gebildet wurden, und ich werde darauf sehen, daß sie ihr Ziel nicht erreichen. Ebenso werde ich auch gegen die Hakenkreuzzellen vorgehen, über die ich in wenigen ^.agen noch einiges zu sagen habe. Abg. Mauer (K.) hält es bereits für erwiesen daß der nationalsozialistische Abgeordnete Buttler selbst auf sich geschossen hat. Abg Jung (Rats.) verweist auf den Wormser ^orfall, wo ein Kommunist von seinen eigenen Genossen an einen Baum gebunden und bann bas Usoerfallkommando alarmiert worden fei. . ^5- 3 i n n t a n n (S.) sieht in den vier Tagen der Landtagsberatungen nur die komplette Pleite der nationalsozialistischen Demagogie des Wahlkampfes, denn bas Volk sehe nicht die gerinqfte Spur eines positiven Ergebnisses. In der Abstimmung über den Antrag, „der Aus- schuh gibt sein Mandat unerledigt zurück und die von den Nationalsozialisten behaupteten Verfehlun- gen werden als Tatsachen angesehen" bleiben bie Nationalsozialisten sitzen, und der Antrag wird gegen die Kommunisten und Niepoth (DBP.) a b g e l e h n t. (Heiterkeit.) Abg. Z i n n f a n n (S.) plädiert bann für den sozialdemokratischen Antrag, Dr. B e ft im Staats- gerichtshof burch einen anberen Abgeordneten zu ersetzen. Der Antrag wird mit 25 gegen 23 Stimmen abgelehnt. Oer Auflösungsantrag. Es folgen dann die Anträge der Deutschnatio- nalen und Kommunisten auf Auflösung des Landtages. Abg. Böhm (Dntl.) erklärt, das Hessenvolk wolle nicht länger bas Theater dieses Landtages und feiner „Makulatur" hören, es will Arbeit haben. Nach dem Scheitern der Koali- tionsoerhandlungen hatte die Regierung bie Land- tagsauflöfung durch einen Volksentscheid herbeisüh- ren müssen. Wer oas Weiteramtieren der jetzigen Regierung unmöglich machen wolle, müsse sich für bie Auslösung ein» setzen. 2lbg. Keil (K.) spricht sich für die Auflösung aus. Abg. (3 r e b (Ehr.-Soz.) lehnt bie Auflösung ab, da bei einer Neuwahl kaum eine wesentliche Verschiebung zu erwarten sei. Abg. Schreiber (Stp.) glaubt zwar an ein oeränbertes Gesicht des neuen Landtages angesichts des schon deutlichen Katzenjammers, lehnt die Auf- lösung aber ab, damit die Entlarvung der NSDAP, fortgesetzt werben könne. 2ttg. Dr. Best verliest eine längere Erklärung. Darnach erstrebe die RSDAP. eine klare Entscheidung, wie die einzelnen Parteien z u dem Sanierungs-Programm der RSDAP. stünden. Daß sich die Beratung dieses Programms hinauszögere, sei nicht die Schuld der RSDAP.. sondern liege bei der Regierung und den übrigen Parteien. Reuwahlen wurden bann herbeigeführt, wenn dieser Landtag durch fein Verschulden dem Volke bewiesen habe, welche Entscheidung es dann in der Fükwung des Landes zu treffen habe. 2ttg.Hainst ad t erklärt für das Zentrum, es halte eine Auflösung des neugewählten Land- tages fürnochnicht angebracht. Die Zentrumsfraktion hoffe, daß bei der Weiterdauer dieses Landtages das hessische Volk immer stärker unterscheiden lerne zwischen den Parteien, die zu positiver staatspolitischer Arbeit fähig und gewillt find. Zu gegebener Zeit werde das Zentrum Auflösungsanträge vorlegen. Abg. D e l p (Soz.) erklärt, die aus dem letzten Wahlkampf hervorgegangene größte Partei habe den Beweis erbracht, daß ihre parlamentarische Arbeit nur auf Agitation eingestellt ist, daß sie aber nicht ihre Wahlversprechungen bisher erfüllt habe. Dipl dieser Partei Gelegenheit zu ge- den, ber der Etatberatung zu zeigen, welche praktische Arbeit fte zu leisten vermöge, halte die SPD. den Zeitpunkt der Landtagsauflösung zurzeit nicht für gegeben.' 3n der Abstimmung sprechen fich nur Kommunisten, Landvolk und der deutfchnationale Abgeordnete für die Auflösung aus. Die Sitzung wird auf Mittwoch kommender Woche vertagt. Kleine politische Nachrichten. Vom 1. April 1932 ab wird bie hessische Gesandtschaft in Berlin auf den Umfang der Reichsratsvertretung umgestellt. Die Bezeichnung Hessische Gesandtschaft wird in Wegfall kommen. Die hessische Landesvertretung beim Reich wird, wie bisher, die Interessen des Dolksstaates Hessen gegenüber der Reichsregierung in Berlin und der übrigen Zentralbehörden und Körperschaften vertreten. e Der Reichspräsident hat eine neue Rot- ncrorbnung zur Ergänzung der Vorschriften :r bi« Zwangsvollstreckung beiland- .. irtschaftlichen Betrieben und über das Sicherungsverfahren unterzeichnet. Es handelt sich im wesentlichen um Ergänzungen des Dritten Teiles der 4. Rotverordnung vorn 8. Dezember und der Sicherungsverordnunq vom 17 Rovember 1931. *. In der letzten Parteioorstandssitzung der deutsch nationalen würbe eine Entschließung angenommen, bie sich gegen eine Benachteiligung der Partei und bes übrigen Teiles der Rechts- opposition bei ber Handhabung ber N o t - verordnungen in dem bevorstehenden Wahl kämpf wendet. Die DNDP. fordert bie äufHebung ber Notverordnungen, die eine Ein- schrankung der Presse, und Redefreiheit bezwecken. Sie wird im Reichstage dahingehende Anträge stellen. * Die Parteileitung der Sozialistischen Ar- bei ter partei hat beschlossen, bei der R e i ch s - p r ä s identen wähl für den von ber KPD. auf- gestellten Kandidaten Thälmann einzutreten. Der preußische Kultusminister hat auf den Bericht des Provin^ialschulkollegiums gegen den Kasseler Studienassessor Herders, ber nach Frankfurt versetzt würbe, wegen seines Zeitungsaufsatzes „W i l l st du lange leben? — Werbe General!" das förmliche Disziplinarverfahren eröff- net und zugleich angeordnet, baß dem Studien- assessor Herders Unterricht im öffentlichen Schulbienst bis zur Erledigung bes Disziplinarverfahrens nicht zuzuweisen ist. * Der Kampfausschuß ber Berliner Gast. wirte hat in einer Versammlung beschlossen, am Montag ben Bierboykott burchzuführen. Der Boykott soll sich nicht allein auf Bier unb Weißbier erstrecken, sondern alle Produkte ber Großbraue- reien umfassen. Von einer Schließung ber Lokale will man absehen. Reichspräsident v.Hindenburg hat anläßlich des Ablebens des ehemaligen Königs vonSachsenin einem an den Prinzen Friedrich Christian von Sachsen gerichteten Telegramm seine Teilnahme zum Ausdruck gebracht. Ebenso hat der sächsische Ministerpräsident dem Familienoberhaupt des Hauses Wettin das Beileid der Regierung ausgesprochen. Ferner hat er angeordnet, daß am 23. Februar, dem Tage der Beisetzung in der Dresdner Hofkirche, die staatlichen Dienstgebäude und Schulen—Halbmast zu beflaggen find. » . Die Vorführung des „Königin-Luise"- Films, in dem bekanntlich Henny Porten die Hauptrolle spielt, ist vom litauischen Kommandanten für bas gesamte Memelgeb iet verboten worden mit der Begründung, baß die gegenwärtige Lage eine derartige Filmvorführung nicht zulasse. ♦ Im Einverständnis mit dem preußischen Staatsministerium hat ber Polizeipräsident von Berlin beschlossen, zu ber am 22. Februar gefeierten 200. Wiederkehr bes Geburtstages von George Washinton ben westlichen Teil des Friebrich-Kärl-Ufers vor bem Lehrter Bahnhof in Washington-Platz umzubenennen. Oer Stahlhelm fordert ritterlichen Kampf. Berlin, 19. Febr. (ERB.) „Der Stahlhelm* veröffentlicht unter der Überschrift „Ritterlicher Kampf" einen Aufruf, in d^m im einzelnen d i e Haltung des Stahlhelms gegen die Kandidatur Hindenburgs noch einmal begründet wird. Der Herr Reichspräsident habe es abgelehnt, sich von Dr. Brüning als Reichskanzler zu trennen und der Anregung der Bundesführer zu folgen, eine Kandidatur erst für den zweiten Wahlgang in Erwägung zu ziehen. Zum Schluß heißt es: Wir würdigen mit Ernst und Ehrfurcht die Gründe, die den Gencralfeldmarschall zu feiner Entschließung bestimmt haben. Uns zwingen andere - Gründe auf einen anderen Weg. Hindenburg hält seinem Kanzler Brüning die Treue. Wir müssen uns selbst, unserer 3dee, unserer Sache die Treue halten. So wird der Kampf unausweichlich. Doch in dem Augenblick wollen wir uns und dem Manne, mit dem uns trotz allem unser Soldatentum vereint, geloben: Es soll ein ritterliches Kämpfen werden! AusrottungderdeittschenSprache in Lettland. Aiga, 19. Febr. (TU.) Das lettländische Kabinett Skujeneek beschloß, auf dem Wege der Rotverordnung ein Sprachengesetz für Lettland zu erlassen, das u. a. eine einschneidende Beschränkung derBenuhung der deutschen Sprache in Lettland bezweckt und bereits am 4. März in Kraft treten dürfte. Rach dieser Rotverordnung darf in der lettländischen Wehrmacht und in allen staatlichen und kommunalen Behörden nur d i e lettische Sprache benutzt werden, ebenso im Verkehr mit staatlichen und kommunalen Stellen. Während die Regelung der Sprachenfrage im Parlament dem Landtag selbst Vorbehalten bleibt — bekanntlich sind bisher deutsche und russische Reden gestattet —, müssen jetzt in den Kommunalverwaltungen deutsche und russische Redner auf Verlangen nur eines Parlamentsmitgliedes ihre Reden in die lettische Sprache übersetzen. Alle Firmenaufschriften, Plakate, Stempel u, a. müssen in lettischer Sprache ausgeführt sein. Das gilt auch für Vereine und sonstige Organisationen. 3m amtlichen Verkehr dürfen nur lettische geographische Bezeichnungen verwandt werden. Damit soll die Verwendung alter geschichtlicher deutscher und russischer Ortsbezeichnungen ausgerottet werden. So soll z. B. Mttau jetzt nur noch 3elgava heißen usw. painleve verzichtet auf die Kabinettsbildung. Paul-Voncour od?r Varthou als nächste Kandid len. Paris, 20.Febr. (1BIB. Funkspruch. heule ruh hat painleoe auf bie Kabinettsbildung verzichtet, da bie Verteilung der Portefeuilles die größten Schwierigkeiten machte. Er sagte, die Linksparteien hätten ihm hei einer Aufgabe, ein Ministerium ber republikani- chen Versöhnung zu bilden, ihre volle Mitwirkung zugesagt. Unterstützung oon anberer Seite, auf die er glaubte rechnen zu können, sei ihm aber systematisch verweigert worden. Er werde daher dem Präsidenten der Republik den Auftrag der Kabinettsbildung zurückgeben, hava» nimmt an, dah der Präsident der Republik nun- mehr paul-Boncour oder Var khou, jedenfalls aber einen Senator, mit der Kabinettsbildung betrauen werde. » 3n Paris fanden wiederum Studentenkundgebungen gegen den Senat statt als Protest gegen den Sturz des Kabinetts PrnxxL Studenten ber Rechtswissenschaft und der Medizin demonstrierten im Lateinischen Viertel und auf den großen Boulevards. Vor dem SenatS- gebaube wurden sie durch die Polizei aufge- - halten. Sie warfen (Ster unb Jomaten auf die Polizeibeamten, bemächtigten sich so- bann eine« Wasser s ch lauche- und bespreng, ten die Polizei Zehn Personen wurden verhaftet Gkkaiserpuhi Regierungschef der neuen mandschurischen Republik. , To ft o, 19. Febr. (DTB.) Der Aktion-au-» schuf) der neuen mandschurischen Republik hat heute einstimmig den ehemaligen Kaiser von Mina, P u h i, -um Lhes der Regierung erwählt. 9ui« QHuIben wird berichtet, dah der Gouverneur der Provinz Mulden. Tlangschiyi, unsormell den Posten dcS Premierminister- angenommen hat. Da- neue Oberhaupt der mandschurischen Republik von Japans Gnaden ist der 26jährige Sohn des Mandschu-Priiucn Tschun. der bekanntlich nach dem Riederschlagen des Dorerausstande- im 3uni 1931 an der Spitze der chinesischen Sühnegesandtschast in Berlin war. Rach dem Lode de- Kaiser- Kwangsu, 1908, und der Kaiserin-Mutter Tsu-Hsi übernahm Tschun die Regentschaft für seinen -um Thronfolger berufenen zweijährigen Sohn. 1912 wurde Puyi zur Abdankung gezwungen und lebte seither beinahe al- ©efangener in seinem Palast in Peking. Als 1924 der General Feng den kaiserlichen Palast besetzte, entsloh Puyi mit der ganzen kaiserlichen Familie nach Rorden. Später hat er sich lange in Japan ausgehalten. Aus oder Welt. Festnahme Guido Hackebeils. Gegen den ehemaligen Generaldirektor Guido Hackebeil, von dem inzwischen in Konkurs geratenen Zeilschnslenkonzern Guido Hackebeil AG, schwebt schon seit Monaten bei dem Ltaat». anwalt 1 Berlin ein Ermittlungsverfahren. Hackebeil wird der Bilanzfälschung und des Konkursoerbrechens belchuldigt. 3hm wird oorgeroorfen, daß er betrügerische Aktien- Manipulationen vorgenommen und dadurch die Gläubiger der Hackcbcil-AG. um annähernd eine Million geschädigt hat. Freitag nachmittag wurde Hackebeil von Kriminalbeamten der Stoatsanckalt- fchaft vorgeführt, die seine vorläufige Fe st n a h m e anordnete. Darauf wurde er in dos Moabiter Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Loen hedln auf neuer Expedltionsreise. Der Asiensvrscher Sven H«din hat sich auf der »Europa" eingeschifft, um eine neue Expeditions- reise nach Innerasien über Amerika anzutreten. An Bord der »Europa" fand eine eindrucksvolle Abschied-feier statt. Gerhart Hauptmann, der sich gleichfalls an Bord befindet, sowie ein Der- tretet des Rorddeutschen Lloyd, verbanden ihre Glückwünsche mit dem Wunsch für weitere Erfolge de- Forschers. Die Sowjet, werden gesellschaftsfähig in London. 3n diplomatischen Kreisen Londons hat es erhebliche« Aufsehen erregt, dah der englische Auhenrninister Sir 3ohn Simon persönlich an einem Empfang in der russischen B o t s ch a s t teilgenommen hat, während der damalige Austenminister Sir Austen Lhamber- latn sich stet- durch einen Beamten des Fore ign Office vertreten liest. Auster dem deutschen. türkischen und japanischen Bot» schaster sind Mitglieder des Londoner diplomatischen Korps bisher nicht bei Festlichkeiten auf der russischen Botschaft persönlich anwesend gewesen, sondern haben sich darauf beschränkt, die Einladung formell anzunehmen. 2n seinem Auto verbrannt. Bei lebendigem Leibe verbrannt ist auf der Ehaussee von Herten der Oberstadtfekretär Anton Brinkmann aus Buer. Er hatte mit seinem Wagen eine Fahrt nach Herten gemacht, von der er nach Mitternacht zurückkehrte. 3n der Rähe des Schlosses Westetholt fuhr er gegen einen Thausseebaum, wobei der Wagen in Brand geriet. Brinkmann, der sich nicht rechtzeitig aus dem Wagen befreien konnte, kam in den Flammen um. Aus der Provinpalhauptiladt. G t e st e n. den 20. Februar 1932. Volkstrauertag. E» war im Rovember 1916. Wir kamen au- der verlöschenden Somme-Schlacht. Mit schweren Der- lüsten hatte die Division den Picrre-Baastwald gehalten. Run ging e- in eine ruhige Stellung. Auf dem Transport ruhten wir am Totensonntag in einer Stadt des Hinterlandes Erschütternd für ieten, der es sah, grüstte die Lebenden dort ein großes Kreuz. Gedenket der toten Helden von der Somme! Das war ein gewaltiges Reminifzere für all und jung, eindrücklicher all eine Predigt — die- Kreuz mit seiner heiligen Mahnung Gedenke! Solch heiliges Gedenke! ruft uns allen auch der morgige BolkSrrauertag wieder zu. An ihm gedenken wir nicht nur Der Helden von der Somme, von Bpern und von Derdun, wir gedenken all unserer Gefallenen aus dem groben Äriegc. Dergist die treuen Toten nicht! So mahnt jeder Bolkstrauertag ernster und dringlicher noch alS der vorige, je weiter wir rücken von jener kriegerischen Dergangenheit und je dunkler die Gegenwart wird. Wir machen keine großen Worte, denn was sollen Worte, wo Taten — namenlo- grob — au- jener Zeit noch heute zu un- reden. Wir machen keine großen Worte, weil daS nicht im Geist unserer Helden wäre, die immer stillet und schweigsamer wurden, je länger der furchtbare Krieg währte, und auch schweigend und darum namenlo« grob In den Tod gingen. Darum sagen wir ganz einfach, was der tiefste Sinn deS Dolkstrauertages in dieser Rotzeit ift ober doch werden soll: Ein Trauertag de« ganzen DolkS, ein DolkStrosttag und dadurch ein neuer Lebenstag unseres Bvlke» voll Kraft. WaS könnte unser ganze« Dolk besser einen al« die gemeinsame Trauer um seine gefallenen Söhnei 3m Felde, wo der Mann etwas wert ist, standen sie allzumal Schulter an Schulter, au- allen deutschen Gauen, auS allen Ständen und Berufen: .De« deutschen Bolke« Jugendblüte, fein Stolz und Herz, sein Mark und Saft, o welch ein Schatz an Treu und Güte, an WahrheitSdrang und Heldenkrast." Und neben der Jugendblüte Deutschland- au« allen Volksschichten stand seine Menneskraft, ob e« Arbeiter waren, von denen der Dichter Karl Dröger fang: 3 mm er schon haben wir, Deutschland, zu dir eine Liebe gekannt. Bloh wir haben sie nicht mit Ramen genannt. Herrlich offenbarte e- erst deine größte Gefahr, dah dein ärmster Sohn auch dein getreuster war," oder ob sie als Akademiker kämpften und fielen — sie alle waren eine« Volke« Heldensöhne. Darum gilt ihnen deS ganzen deutschen Volkes Trauer. Mögen andere Fragen, die sich mit dem Krieg befassen, von den Parteien verschieden beantwortet werden, die Trauer um unsere Gefallenen soll und must heute eine gemeinsame sein. Freilich: E-s darf keine schwächliche Trauer sein, die sich nur darin erschöpft, dast sie die Opfer dieses groben Kriege« bedauert. Damit wäre weder unseren Gefallenen, noch uns, den Lebenden, gedient. 3m Gegenteil! Rur dann kann das gemeinsame Leid uns einander näherbringen und uns Trost und neue Kraft geben, wenn wir bei aller Trauer um die allzufrüh vollendeten Söhne unsere« Volke« doch den Glauben bewahren. dab sie nicht umsonst gestorben sind. So führt rechte Trauer zum Trost, und Dolks- trofttag soll ja da« eine hohe Ziel des morgigen Trauertags werden. Trost bringen uns in unser Leid unsere Gefallenen? denn fte verkünden aus der Ewigkeit die uralte und auch heute noch gültige Wahrheit: .Es geht nur durch Sterben -um Leben!" 3a, daS ist immer wieder Wahrheit In der Geschichte Deutschland« geworden: Durch Rächt zum Licht! Durch Kreuz zur Krone! Durch Tod zu neuem Auferstehen! Darum glauben wir gerade In dieser tiefsten Rächt unsere« Volke« an ein neues Morgenrot, weil diese« uralte Gesetz leuchtend über aller Rächt und allem Tod steht: Durch Sterben zum Leben. 11 nb der Herr bet Weltgeschichte, der zugleich der Vater seiner Menschenkinder ist, tröstete uns mit der Gewißheit aus der Ewigkeit, dab unsere Gefallenen leben, wiewohl hc gestorben sind ihrem Lcibc nach 3a, .füh schlafen, die da schlafen in Gotte« Hand und Land". 3brc Seele ist heimgekehrt in« Vater- Haus Keine Qual rührt fie mehr an. Sie haben da« grobe Gesetz des Opfern« erfüllt. Sie waren treu bi« in den Tod. Run krönt sie der SiegeS- kranz in einer besseren Welt. Aller rechter Trost must aber zur Kraft werden. Aus dem DolkStrosttag soll daher ein Volk-kraft- tag, ein neuer LebcnStag unlereS Dolle« erstehen, — da« ist da« andere Ziel deS DvlkS- traucTtage«. Unser Voll, heute leider so au«» einanöergenffen, soll burefvkine Toten neu verbunden werl-en im Geist der Einigkeit, den wir nicht entbehren können, wenn wir uns nicht selbst auf geben wollen. Darum soll un« in Herz und Gewissen heute die alte Mahnung gerufen werden: .Hab und Zwietracht müstt ihr dämpfen, Geiz und Reid und böse Lust: erst nach diesen letzten Kämpfen darfst du ruhen, deutsche Brust!" Und diese kraftgebende Einigkeit wird nicht errungen, ohne dab der Geist unserer Helden — der Geist selbstloser Pflichterfüllung — wieder in un« wach wird. .Es leben heute zu viele von Deutschland und noch zu wenig f ü r Deutschland" — da« ist unsere Rot. Sv müssen wir — wie einst unsere Brüder beim AuSzua in den groben Krieg — wieder frei von un« selber werden und erkennen, dab der Mensch nur soviel wert ift, al« er zu opfern vermag und dab Dienen — und zwar fclbftlofc« Dienen — im Geiste 3esu deS LebenS höchster Sinn und heiligstes Ziel ist. Diese« Heldentum deS Alltags labt unS m schwerer Zeit bewähren: dann sind wir wert unserer gefallenen Helden: dann dienen wir wie sie unserem Vaterland! Oberhessischei- Kunstverein. Der Oberhessische Kunstverein bringt, tote man un« schreibt, als zweite die.jährige Veranstaltung in der Zeit vom 21. Februar bi« 13. März eine Frühjahrs - Kunstausstellung von Arbeiten einer Gruppe von Malern der Geg enwart. Es sind gerade zehn 3ahre vergangen, seit der Kunstverein seinen Freunden eine ülcbersicht über die neuen Richtungen der Malerei geben konnte. Rachdem sich inzwischen die Wogen auf dem M.».re der Kunstauffa fung w eber etwas geglättet haben, wird es sicherlich für jeden Kunstfreund von grobem Interesse sein, fich selbst an Hand von zahlreichen Originalen ein Urteil darüber bilden zu können, wie sich inzwischen die Einstellung geändert bat. Acht Maler zeigen in 65 Arbeiten ihre Werke der letzten 3ahre. Künstler von sehr hohem Alter wie Ehristian Rohlfs- Hagen — und Künstler von kaum 30 3ahren. die schon nicht mehr unter den Lebenden weilen, wie Walter Gramattö. der 1929 starb. Der Kunst- verein hat deshalb die Gelegenheit nicht vorüber- gehen lassen, das reiche Material In Oel, Aquarell und Pastell, das bisher nur in Grobstädten, wie Berlin, München und Stuttgart, gezeigt wurde, auch einmal in unserer künstlerisch stark interessierten Provinzialhauptftadt ausstellen tu können. Er hofft dabei zuve-l^ittch. bab feine Mühe durch starken Besuch während der drei Aus- stellungStoochen belohnt wird. BornoNzcn. — T a g c « I a l e n b c r für SamStag: DHD.-3ugend, 20.30 ilbr, Cafö Leib, Eltern- und FreundeSabend. — Volkshalle, 19.30 ilbr, Hallen- Handball-Turnier. — GDA., 20.30 ilhr, .Hessischer Hof", Monats-Versammlung. - Qdicc- Schule, 11 biS 13, 15 bi« 17 ilhr, Reue« Schloß, Handarbeits-Seminar-AuSstellung. - - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Meine Frau die Hochstaplerin": 22.45 ilhr, .Pröpken" und „Boren ist Trumpf". — Astoria-Lichtfpiele. SelterSweg, „3n- gagt" und .Raub im Westexpreh". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater Dieben: „Erna Sarafin", 19 bi« 21 30 ilbr. — Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 ilhr, Frühjahrs- Kunstausstellung. - Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Reue Aula, 12 ilhr, Gedenkfeier zu Ehren unserer gefallenen Krieger. Stadtttrche: 20 ilbr. Kirchenn u ikalische Feierstunde. -- Physii log sche« 3nftitut. Friedrich- hrabc: 11.30 ilhr, 10 Vortrag. ..Die Funktionen des RervenspstemS RLDAP: 20 30 ilhr, Eaiö Leid, nationalsozialistische Versammlung — Lichrspieihaus Bahnhosstraste: 11.15 ilhr, Da« Gche.mnis der i -Deutschland": ab 15 ilbr, ..Meine Frau die Hochstaplerin": 22-45 ilpr, ..Pröpken' und ..Boren ist Trumps". — Aftoria- Lichtspiele ..3ngagi" und ..Raub im Westerpreb". — Au» dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag. 21. Fe- vruar. 19 ilhr, al» Fremdenvorstellung zu er- mähigten Preisen W e^erdolung de« Berliner Schauspiel» von A. H. Zeiz .Erna Sarafin" unter der Spielleitung von Karl Hevser. Der ffrnft de« Spiels ift dem Ernst de« Tage«, dem Volkstrauertag, angemessen. Eine wahre, menschlich ergreifende Begebenheit, der Fall der Berliner Stenotypistin Erna Anthony, liegt dem Stück zugrunde. Die Aufführung ift dadurch besonders bemerkenswert, dast Frau Auguste Prasch- Grevenberg für die erkrankte Frau Agathe Wal- thcr-Lederer die Rolle der Mutter Sarafin fpielL Spielzeit. 19 bi« 21.30 ilhr. — Dienstag. 23. Februar. bleibt bat Theater geschlossen Die 20. Vorstellung im Dienstag-Abonnement wirb verschoben. — Mittwoch. 24. Februar. Erstaufführung des deutschen Märchen» von Zuckmaher „Der Hauptmann von Köpenick" unter bet Regie deS Intendanten Dr. Prasch. •• Balkenbrand. Gestern um 13.15 ilbl wurde die Feuerwehr nach dem Haufe Ludwig-« platz 10 gerufen, in dessen dritten Stockwerk ein Balken in unmittelbarer Rahe de« Karnin« in Brand geraten war, ohne dab e« die Bewohner vorher bemerken konnten. Erst al« da« Feuer «inen Türbalken und eine Tür ergriff, wurde man aufmerksam. Die Feuerwehr muhte vom Beil reichlich Gebrauch machen, denn der Ballen war schon stark vom Feuer ersaht worden. Rach zweistündiger Arbeit hatte die Feuerwehr die Gefahr eine« drohenden Dachstuhlbrandes beseitigt Der Sachschaden ist erheblich, da zwei Decken durchgebrochen werden muhten, um da« Feuer völlig bekämpfen zu können Um 15.15 Uhr konnte die Feuerwehr wieder einrüden. •• Grasbrand am Philosophenwald. Gestern gegen 20.15 Uhr wurde die Feuerwehr zum zweiten Mal am Tage alarmiert. In der Nahe bee Philosophenwaldes war auf bisher noch unbekannte Weife ein Grasbranö entstanden, der rafch an 'Ausdehnung gewann. Die Feuerwehr ging gegen die Flammen mit der Schippe vor und war bald des Feuers Herr. Rach balbflünbiacr Tätigkeit konnten die Mannschaften wieder einrucken. Weitere Lokalnachrichten Im zweiten Blatt. ------- 1 Wettervoraussage. An der Rückseite der Finnlandstörung dringt Kaltluft vor. die über ganz Skandinavien bi« nach dem deutschen Küstengebiet wieder Lemperatur- riickgang verursacht, während in Mittel- und Süddeutschland Reste wärmerer Lust Sroftab- schwächung gebracht haben. Die Kaltlust wird sich weiter durchsetzen, so dah auch bei uns. namentlich am Tage, erneute Abkühlung eintritt. Einzelne leichte Schauer und vorerst mehr wechsel- haste« Wetter stellen fich auherdem ein. Bi« zur kommenden Woche dürfte der hohe Druck über den britischen 3nselir. die Barometerstände bi« zu 785 Millimeter aufweisen, auch übet Deutschland wetterwirksam werden, so dah durch Kaltlust und Bewölkungsrückgang eine Zunahme des Racht- frostes in Aussicht steht. Aussichten für Sonntag : Tagsüber fället, nachts geringer Frost, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, nur vereinzelt leichte Schneeschouer. Lufttemperaturen. Am 19. Februar, mittag-: 4,0 Grad Eelsiu-, abends: 0,9 Grad TelfiuS. Am 20. Februar, morgens: 1,3 Grad EelfiuS. Maximum: 4,4 Grad Celsius Minimum: minus 4,4 Grad Eelf. Sonnenscheindauer: 81/« Stunden. Amtliche wlntersportnachrlchten. Alpen, Garmisch-Partenkirchen; Klar, minus 11 Grad, 14 an Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Opel-Zulassungen Im Vergleich mit den 4 nächstbesten Zulassungen 1931 wurden dreimal soviel Opelwagen neuzuge- lassen wie Wagen irgend eines anderen Fabrikates. 19*06 El P IE L .. urteilssichere Käufer kauften OPEL mehr als dreimal soviel OPEL Wagen wie jedes andere Fabrikat, WEIL die Herstellung von Qualitätswagen in der Großproduktion weniger kostet als bei der Fabrikation kleiner Mengen, Opel also Qualitätswagen zu nie« drigeren Preisen verkaufen kann, WEIL Opel-Konstrukteuren Erfahrungen zur Seite stehen, die beim Bau von 20 Mil« lionen Wagen erarbeitet wurden, WEIL Opel-Konstruktionen erprobt sind und Opelwagen im harten Dienst täglicher Gebrauchskilometer ihre Zuverlässigkeit bewiesen haben, WEIL Opelfahrem eine geschulte und am weitesten verzweigte Händler* und Kundendienstorganisation zur Verfügung steht, WEIL die wirtschaftliche Stärke der Opelwerke zum wirtschaftlichen Vorteil für Opelkäufer wird, denn: je stärker das finanzielle Fundament, desto günstiger die Bezugskosten für Qualitätsmaterial, WEIL Opel auch in Zukunft Automobile bauen und das riesige, sicher fundierte Werk stets hinter seinen Wagen stehen wird. 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Rund ist die ist auch mein ( artige Deltsp lemen Land-1 gene Erdachse schwarzen Ctä ausgelieserf d vom Tisch üb, ecken, wo er weih? - vie "ach Gummi» allerlei Kinde o-e Weltkugel i>reisgebcu! D A gibt, das wuhrt den Glo J . h?t ihn k mast seine Aus Men von 1 »clbieb: S’ und "°n Westen im toeit meii Io weit fe dm Boger S^det, i ^orbnUng dc Men, Hände d^e Leere. Da ^meinä teil? WS*«®1»«! i reich Kesdorf M’anÄ ? 8*n’"«.n, Ne 0.0| : ft 0.08 ‘•ui 1,18 • 1.25 "--1.58 ,e-erstkL 0 CC rb Mtr 4|Q3 -nFarb. 0 7C Meter 4,/g ■k 2.90 :idc,nicht 9 Qn <25.3.60. 4,3U n Farben k 111 Per Meter nard »ckstraße 16 haus am Platze l$on 2dbitg. v Jgf. 500 Mark r billig . 103081 Üefdiit. lmcig.' evtl. 1. Hiiv., f. ca. 3 Sion, tu Icib.flef. 2dir. Äng. m. Pi. u. 01038 n.b.ilfl. Vereine M --'S- Mit, eb -SS iifi t. ig. unt. G. A. Zickels Stadttheatcr KL""S° Z^L' H L"- von -Hin: ^u' «nwr k'fer «K riet-wl^ Wtto M hixflxo^'ÄtuBdtiv in beitet Lage ge- iudit. Vermittlung verbeten. Zchri'tl. Angebote u. 1286D an den Aek. 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Lehr wichtig dabei ist, wie wir i.'tzt wohl alle wißen, der psychologiiche Faktor — prak- tilch gesprochen —. die Fähigkeit, für die Führung der eigenen Politik bat- Stimmungsmäßige bei fremden Völkern richtig cinzulchätzen. Für die angelsächsischen und romanischen '-Nationen ist da» ein Gemeinplatz, und wahrend des Weir krieg» haben wir zu unferm Schaben verhöngnisroU fenuq erfahren, wie wirksam untere Feinde auf die- er (Beige zu spielen wußten. Bei uns gibt e» Leute, die sagen: Wie unwürdig, sich von der Propaganda, von den Wünschen, von den Stimmungen de5 Auslandes leiten zu lasten! Sicher, sich leiten zu lassen, das wäre auch unwur- big, benn leiber machen wir gerade in Deutschland die Erfahrung, daß Deutsche sich uom Ausland allzu leicht einfangen lassen: namentlich dann, wenn es sich darum Im Sinne des Auslands handelt, die „pazifistischen" Gedanken der gesättigten Siegerpol- ker dem Fühlen de» besiegten deutschen Volkes ein- zuimpsen. Man merkt ost nicht einmal, was die ausländische Empfehlung aus sich hat. Doch von die- fern mehr unbewußten Hineintappen in den fremden Fettopf soll hier gar nicht die '.Rebe lein. Etwas aubres ift es, sich unbewußt fremden 3nteref|en bienstbar machen zu lasten, unb wieder etwas andres, positive politische Faktoren gefühlsmäßiger Art, wenn sie im Ausland auftreten, unberücksichtigt zu lasten. Die Kenntnis der Psychologie des Auslände., ist eine politische Fundamentalkunst. Daß sie in Deutschland nur zu oft gefehlt hat, und auch heute noch fehlt, spricht das — vielleicht nicht von allen Deutschen anerkannte — Wort eines bekannten Engländers während des Krieges aus: Die deutsche Politik wäre die beste Politik der Welt, wenn olle Menschen Preußen wären! Während des halben Jahres, das ich selbst im Bommer 1931 auf einer Weltreise in Nordamerika, Ostosien, Indien und dem vordem Orient zubrachte — der Gießener Anzeiger hat eine Reihe meiner Berichte veröffentlicht —, habe ich von Anfang bis xu Ende die Erfahrung gemacht, wie sehr Deutich- land jetzt im Vordergrund des Weltinterestes steht. Man benutzte lebe Gelegenheit, um mit mir über die deutschen politischen unb wirtschaftlichen Verhältnisse zu sprechen, unb babei fiel mir auf, wie nachdrücklich in diesen Gesprächen von der Gegenseite ftete* die Frage der Stabilität unsrer Innern 3 u ft o n be in ben Vordergrund geschoben wurde. Diese.Einstellung der Ausländer ift begreiflich Man kann die Einsicht, daß die allgemein europäische, ja die Weltlage, untrennbar mit der Ent« Wicklung der deutschen Dinge verknüpft ift, jetzt als ziemlich durchgedrunaen betrachten. Dabei handelt es sich auf der einen «eite um die Sorge aller derer, die mit ihrem (Reibe in Deutschlanb und an Deutsch land interessiert sind, unb auf ber andern Seite um da» allgemeine Verlangen nach Erhaltung des Friedens, den man gefährdet glaubt, sobald es in Deutschland zu inneren Erschütterungen kommt. Niemand sollte heute noch so töricht sein, zu meinen, es sei für uns gleichgültig, wie man im Ausland über Deutschland denkt. Die ganze nichtsron- zösische Welt ist. was Deutschland betrifft, deutlich i n einer geistigen Umwandlung begriffen. Man beginnt das krankhafte Mißtrauen gegen Deutschland zu verlieren, und es bilden sich richtigere Vorstellungen über unsre Wirtschaftslage, über die gegenwärtige Leitung unsrer Politik, über unfern guten Willen (unb unsre Ansprüche!) in ber Ab- rüftungsfrage unb so weiter. Dabei ist ein Faktor von größter Bedeutung: die Person unsers Reichspräsidenten. Sie kann als moralischer Raumfahrt auf dem Globus. Don Friedrich Schnack. *7htnb ist die CQMt unb muß sich brebn .. Rund ist auch mein Globus, auf dem ich zuweilen großartige Weltspaziergänge antrete. Mitten durch feinen Land- und Meerapfel schneidet die messingene Erdachse, die ihm Halt gibt auf seinem schwarzen Ständer, sonst wäre er der Einordnung auSgeliesert. die des Teufels Wiege ift, und rollte vom Tisch über den Fußboden, in alle Zimmerecken, wo er nichts zu suchen bat, und — wer weiß? — vielleicht nar zur Zimmertür hinaus, nach Gummi- und Lederballart. Anlaß gebend zu allerlei Kinderspiel und Unfug. Hein, man darf die Weltkugel nicht den Kindern und Gassenbuben prcisgebenl Dafür ist also die Erdachse da, die acht gibt, daß kein Unglück gcfchicbt. Sie be- to.-ljrt den Globus vor dem widersinnigen Schicksal fügt ihn ein ins Gesetz: wie könnte er auch sonst seine Aufgabe erfüllen! Er dreht sich, sanft getrieben von meiner Hand: gleich der wirklichen Erdkugel, die von einer höheren Hand angetrieben ist. dreßt und wälzt sich rund in der Dichtung von Westen nach Osten... So weit mein Blick die aquarellierte Kugel um- grenzt, so weit reicht der kleine Welthorizont. Hinter dem Bogen aber, der gegen die Außensphäre schneidet, lauert das Chaos. der Urgrund jener Unordnung, dagegen alle Kugeln. Formen, Gestalten. Hände und Geister kämpfen — dort gähnt die -Leere. Ta ist nichts, mag auch im Hinter- gründ mein schwarzes Tinlen'aß ftebn und in der Schreibschale unter dem leichten ^Schatten oes Globus der gelbe, dünne Bleistift liegen, wie eine andere Weltachse, wie eine zweite, augenblicklich außer Dienst befindliche. Das ganze irdische All spiegelt sich auf feinem dicken runden Kugclbauch. Philosoph.sch scheint er mich anzuglänzen, erfüllt von Hub-e und Geschlossenheit. Herrlicher Land- und Meerwandel! B 'd knupit sich an Bild, Linie an Lime. Riff an Riff... Links erheben sich die Kontinente, rechts versinken sie. wenden sich ab. wenden sich der Dämmerung zu, dem Abendstern, dem dunkel- flügeligen Schlaf. Da ist Europa. Langsam steigt es über die Dogenhöhe der Kugel, es hat ausgeschlalen. Guten Morgen! Da sind tp r wieder unter dem Auge der Sonne. Aus den Dünsten des Ostens, des Morgens löst sich sein altes, vertrautes Rarbengcsicht. wächst mir zu. Grad um Grad. Minute um Minute, schiebt sich mächtig heran, mit der zerrissenen Brust die blaue Woge des Meeres vor sich herwälzend. Rußland. Oesterreich. Italien. Deutschland. Spanien. Frankreich. Holland, England ... Land auf Land, Ebenen und Aktivposten für Deutschland im Ausland gor nicht hoch genug eingefchätzt werden. Ich möchte anknüpfen an die Ansprache des Reichspräsidenten in der Neujahrs n a ch t. In Deutschland habe ich gehört, sie sei etwas väterlich-einfach gewesen und habe darum auf das Ausland wohl nicht voll gewirkt. Das Gegen teil ift richtig. Man macht sich nicht leicht eine Vorstellung davon, rote bas Ausland gegenüber Hindenburg» Perionlichkeit eingestellt ift Hinden bürg ift draußen fast schon eine mnthifche Fi Rur geworben, eine Verkörperung alles besten, was in Deutichland treu, ehrenbaft und groß ist. Es in wirkliche Ehrfurcht, die ihm entgegengebradu wird. Ein hoher englischer Oi'izier in Indien, brr mir ben jetzigen Vizckönig schildern wollte, jagte „Er ist wie Ihr Hindenburg, 'eine Kraft (bis power) liegt hier!" — unb damit legte er bic Hand aufs Herz. Eine andre Persönlichkeit sagte über Hindenburgs Worte am Silvesterabend. „Er hätte das Vaterunser sprechen können, bas Bewegende war ja, seine Stimme zu hören!" Rie wird sein 'Jlamc ohne den Ton des höchsten Respekt» genannt. Denn man sich daran erinnert, mit welchem Miß- trauen Hindenburg als ber ehemalige Oberbefehlshaber ber beutfdjen Kriegsmacht im Weltkrieg bei feinem Amtsantritt als Reichspräsident draußen aufgenommen wurde, so ist es geradezu merkwürdig, wie sich das Urteil über ihn gewandelt unb welch ein vollkommenes Vertrauen in feine Person er für sich erworben hat Ein wichtiges Stuck von biefem Vertrauen überträgt sich, solange er ber beutsche Reichspräsident ift, von seiner Person auch aus Deutschland leib st, und dieses moralische politische Aktioum überflüssig aufs Spiel zu setzen, wäre von unsrer Seite ein nie wieder gutzumachender Fehler. Wenn die Deutschen Hinden- bürg nicht wieder wählen, wo er selbst doch das Opfer bringt, sich in feinem Patriarchenalter noch einmal zur Verfügung zu stellen, dann — so wäre das allgemeine Weltempsinben — wissen sie überhaupt nicht mehr, wie ein vornehmes Volk denkt und dann beweisen sie uns selbst, wie schwer es ist, mit ihnen auf ber Grundlage eine» vernünftigen, vornehmen unb normalen Gemeingefühls zu- fammenzukommen. Ein weiteres moralifch-politifches Aktioum ist die Person des Reichskanzlers Dr. Brüning. Wenn der Ausländer vor Hindenburg Ehrfurcht empfindet, so empfindet er zu Brüning Vertrauen. Es hat ja leider an vielen Stellen der Welt lange Zeit geheißen: Man kann zur deutschen Politik fein Vertrauen haben, man weiß nicht, was Deutschland will, wann ein deutsches Ja ein wirkliches Ja ift, und ein deutsches Rein ein wirkliches Rein. Ich will nicht untersuchen, was ben Anlaß zu diesem Urteil gegeben hat, bas einem ja schon in ber Vorkriegszeit begegnete, namentlich in Englanb. Auch bie damit zusammenhängenden Personenfragen bleiben hier unberührt. Die Sache selbst wirb jebem, der sich mit auswärtiger Politik beschäftigt, nur zu bekannt fein. Bei Brüning hat fowohl feine Per- sönlichkeit im Verkehr mit ausländischen Staatsmännern überzeugend gewirkt, als auch, gegenüber der öffentlichen Meinung des Auslandes, feine Art, die Dinge zu behandeln. Wenn Brüning jagt: „So und |o sieht es in Deutschland, das und das muß in Deuifchland geschehen, da unb dahin richten sich die deutschen Anstrengungen, das und das ist uns möglich, unb bas nicht" — s o glaubt man e s i h m. Man empfinbet: Was Brüning sagt, das fließt aus feiner Ueberzeugung, und dahinter steckt nichts Hinterhältiges, Verborgenes. Es ift keineswegs so, daß man ihn im Auslande nicht kritisiert, aber man glaubt ihm. Das ist ein immenses Aktioum für die deutsche Politik. Dor allen Dingen: Man glaubt auch feinem Rein! Namentlich die letzte Notoerordnung hat wirklichen Eindruck gemacht, unb sie ist im 2Iuelanbc viel eingehender behandelt worden, als die vorhergehenden. Es dauert eben eine Weile, unb je ferner ein Lanb von Deutfchlanb ist, befto länger bauert es, bis sich der Berge ... Ein abenteuerlicher Filmstreifen, über- tummelt von Aufregungen. Schicksalen. Katastrophen, Bölkerströmungen. Guten Morgen! Europa funkelt von Tatenlust, ber schwer begreifliche, verworrene. schöne Kontinent. .Rolle!" befehle ich meinem GlobuS — unb er rollt. Ah. Afrika zieht vorüber, massiv unb feierlich. Es gleicht einem Gvldzacken mit Gold- küften unb Clfenbeinränbern. Zuweilen linde ich auch, es sähe einem Rilpferbkops ähnli ch. Seine Rase ragt in den Golf von Aden, wo Arabiens Sonne die Seeleute auf dem Schiffsdeck röstet und sie mokkabraun färbt. Unb dann die flammende Wanne des Indischen Ozeans. Mitten hindurch schießt die Acguatorlinie. Rördlich dämmert jetzt Asien auf mit den webenden Landzipfeln Bord er- indien und Hinterindien, die wie gelbe Schnupftücher aus seiner Tasche herausflattern. Eine winzige Handbewenung von mir, kaum kräftiger als ein kleiner Schwingenschlag — unb bie Wüste Gobi ist vorüber mit ihren brausenden Sandstürmen. Gluthöllen und Karawanen. Grün und blau cnttauchen dem Meer die bulligen Gewürzinseln. bie Tanzinseln. die Dogeiinseln ... unb ba: Australien mit ben G'.asbergen. den Flaschenbäumen und den Belfern im Dusch, segelt wie eine beladene Barke baßer... Seht, der Stille Ozean! Pst! Leise! Er toläft. Alle Stürme ruhen. Sie haben sich wie Möven auf die glitzernden Wellenkämme gefegt, ihr Windgefieder gespreizt, und so schaukeln sie brüderlich die Dünung. Durchsichtig gleich grünem Glas schimmert die Flut. Amerika entschwindet bereits wie ein Traumbild über die Krümmung hinabtauchend — Richtung: Mitternacht ... Gute Rocht. Amerika! Deine Felsenberge, die Rocky Mountains, toiegen sich schon im sternenbesprühten Schlaf: die Kordilleren. das steinerne Rückgrat Südamerikas, strecken sich unter dem Glanz des tropischen Mondes. und die Urwälder raunen ihre phantastischen Schlummerlieder. Gute Rächt! Doch unermüdlich, schlaflos im Rorden und im Süden der west'ichen Halbkugel stürzen die Flüsse und Ströme durch Ebenen und Wälder, dem Gesetz unterworfen zwischen Ursprung und Mündung... Fruchtrund im Aether schwebt der GlobuS Mein Aether ist Holzfarben, denn die Wand, vor der mein Globus kreist, ist so. Aber der R o r d p o l zeichnet sich nicht weniger scharf von der so verwandelten Aetherfarbe ab. Ich hebe ein wenig das Gesicht und fasse den Rordpol ins Auge. Im Ohr klingen mir zwei dumpfe sagenhafte Rordlandlaute: Rord ... pol... Hier ist die Erdkugel abgeplattet, wie abgeschliffen vom eiskalten Luftwirbel, den der Welttanz am Pol erzeugt. Schneeweiß ist der Rorbvol. Es ist auch kein Wunder. Sauter Frost. Und dort unten, der Eindruck durchsetzt: Deutichland, als Ganze» gesehen, ist wirklich am Rande seiner Kraft, und seine Anstrengungen find unerhört groß! Bon den unpersönlichen Dingen erregen die meiste Bewunderung die deutsche Technik und — immer noch — die deutjche Wissenschaft. Daß die „Bremen" das Blaue Band des Ozeans hat, und daß Eckener mit dem Zeppelin um die Welt gefah ren Ift, darauf redet noch heute jeder Amerikaner ben Deutschen an, mit dem er ein Gespräch anfangl. Allerdings ebenso bestimmt auf den Borcrsieg von Mar Sdjmeling. 3m vorigen Sommer in Reuyork zeigte man mir eine frühere Nummer der illustrier len 3citfd)ri't „Life" mit der „Bremen" in voller Fahrt und dem phantasievoll gezeichneten Zeppelin darüber. Die gegen England iranisch genug gehaltene Unterschritt lautete Britannia rule*» the waves! Ich hatte eine Unterhaltung mit einem amerikanischen Politiker, und der sagte mir: „Das Unheil nicht nur Europas, sondern der Welt ift der I n - seriorirats Komplex, den die Franzosen euch Deutschen gegenüber hoben; sie suhlen, daß sie nicht mehr gegen euch aufkommen würden, sobald ihr nicht mehr gewaltsam zu Boden gehalten werdet!" Deutschlands innere Kraft ist draußen ein Atziom; trotz der gegenwärtigen Krisis, von der Deutschland stärker noch geschüttelt wird als andre Länder. Darum ist es ein Jammer, daß infolge ber Finanznot die ohnehin von jeher ungenügenden Aus- gaben für deutsche Kulturpolitik im Ausl an de fast schon bis auf ein Nichts beschult- ten sind. Gerade wo wir keine äußeren Waffen haben, sollten wir kein Opfer scheuen, um unsre geistigen zu gebrauchen. Das Herz kann einem aber wehtun, wenn man die deutschen Vertretungen im Auslande be'ucht. und auf den Gesandtschaften unb Konsulaten Höri, daß überhaupt keine Mit t c! mehr vorhanden sind, um das kulturpolitische (Bcbiet zu pilegen Man kann von den tnemöcn nicht verlangen, daß sie deutsche Bucher lesen. Mehr als man glaubt, tonnen es immerhin, c-ic werden aber mit franzosi'chen und englischen überschüttet, für einen ganz geringen, bloß nominellen Preis, ober auch umion’t Man schickt ihnen französische, engluche, arnerikanliche Gelehrte, Ißortragcnbe, Kunst ler, Conferenciers, deutsche aber, deren es im Bus lande immer zu menig gegeben hat, können jetzt überhaupt nicht mehr kommen. Fremde Bucher werden in die Sprachen des Auslandes massenhaft übersetz, und verbreitet; deutsche sind im Original ben ausländischen Interessenten zu teuer, und die Zahl der Ueberjetzungen ist verschwindend gering. lh- bleibt geradezu ein Eindruck von Miserabilität aus ber deutschen Seite. Ein Kapitel für sich sind auch deutsche P r e s s e a r t i k e 1 über das Ausland, sie werden sehr aufmerksam gelesen, und man kann mit ihnen moralische Kreditposten erwerben oder ruinieren. Ich kenne einen Fall, wo sich einmal ein deutscher Vertreter wegen eines unsreundlichen Ar- titele- über Deutschland in ber Presse de» betreffen ben Lande» beschwerte. Der fremde Staatssekretär griff lächelnd in ein Fach seines Schreibtisches unb zeigte ein Bündel deutscher Zeitungsartikel über fein Land, davon ein gut Teil von beschämender Dber- slächlichkeit und gedankenlos abfälliger Kritik Kritik muß manchmal fein; bann aber vergesse man nicht, daneben zu unterstreichen, was gut unb anerkennenswert ift. Die englische Presse ist Meister in dieser Art, moralische Kreditposten im Auslände zu schassen! Wettzeschichte aus der Speisewageupekspetlive. Sran$ Muller, Deutschlands „historischer" Speisewagenkellner erzählt. Warum verdarb sichZoffre nicht den Magen? — Speisewagen unter Gewehrfeuer. Stresemann will Hausmannskost. Don Georg Biesenlhal. Vierzig Jahre tat Franz Winkler Dienst als Speisewagenkellner reisender Regenten und hoher Diplomaten aller Rationen. Aus ber Fülle seiner intimsten Beobachtungen, die oft einen weltgeschichtlichen Hintergrund haben, erzählt er hier einige Erlebnisse. Oie sparsame Kronprinzessin und die Frauen überhaupt. „Eine meiner ersten Sonderfahrten war eine Reise mit der alten Königin von England. Die verbrachte damals den Sommer in ihrer dänischen Heimat, in Jütland, unb ich holte sie in Fredericia ab und brachte sie nach Calais. Die ganze Reife dauerte drei Tage. Ihrer Majestät war nämlich unpäßlich, unb so mußte die Fahrt in Hamburg unterbrochen unb mit verminderter Geschwindigkeit weitergeführt werden. Die Bahnverwaltung mußte den ganzen Verkehr umkrempeln, damit der Sonderzug mit seinem unberechenbaren Fahrplan ungestört an sein Ziel kam, und es aob deswegen viel mathematisches Kopfzerbrechen. Ich habe mir nur gedacht: es ift ja kein Wunder, wenn Majestät unpäßlich wird — bie Menus bestanden nur aus Hummer, Kaviar und solchen Sachen — zum Käse bevorzugte sie Gänseleberpastete und morgens auf nüchternen Magen gebackene Forellen — da soll einer nicht unpäßlich werden. Heute überlege ich mir überhaupt so manchmal: wer war eigentlich der Berschwenderischste von deinen Gästen, wer hat am meisten gefuttert? Wissen Sie: ich kanns nicht sagen. Aber den sparsamsten Gast, den kenne ich. Das war nämlich: die deutsche Kronprinzessin. Ich erinnere mich z. B der Fahrt des Kronprinzenpaares mit IStöpfigem (Befolge nach Genua, wo der Kronprinz damals seine Jndienreise antrat. Bis Basel hatte ich Dienst. Dem Zug war ein Schlaf- und ein Salonwagen angc- hängt, die Herrschaften dinierten aber in unserem Speisewagen, wo wir das Raucherabteil reserviert hatten. Es gab damals zwei Menus, eins zu 5 unb eins zu 3 Mark — die Kronprinzessin als bescheidene Hausfrau entschied sich für das ZU 3 Mark, und das wurde denn auch genommen. Ueberhaupt bie Frauen! Ich bin oft genug nach Holland gekommen und habe oft genug die Königin und den Prinzgemahl bedient — aber diniert hat .Wilhelmintje' bei mir nie! Sic wußte cs immer so einzurichtcn, daß sie zu Haute zu Mittag aß, unb im Speisewagen nahm sie höchstens einen Tee. — Sie bürfen nun aber nicht glauben, daß es immer so ein reines Vergnügen war, mit Prinzen unb Fürsten unb Zaren zu fahren — ober jo eine Art Erholungsreise, o nein! Wir haben Rekordleistungen vollbracht zur Hochzeit der Prinzessin Victoria Luise, als sich die Herren Europas in Berlin ein Stelldichein gaben. Erst hieß es, da» englische Königspaar abzuholen. Ra, im Umgang mit Königen war man gewiß nicht verlegen — aber damals gab's ein mächtig offizielles Drum und Dran, da hatte ich bis zu 40 Grad Lampenficber. Die Majestäten kamen mit eigener Jacht über ben Kanal, in Calais stand ich schon mit meinem Salonwagen unb brachte sie nach Berlin. Bis Calais habe ich sie auch wieder zurückbegleitet, unb als wir da ankamen, fiel mir ein Stein vom Herzen. entgegengesetzte Südpol, der ist genau so abgeplattet und genau so weiß bereist. Meine Hand gibt der Kugel einen federleichten Schwung. Wie die Acquatorgegenden vorüber- wechfeln. so wandeln sich die Länder: die einen mit Hitze, die andern mit Kälte. Es ist gerecht so. Die brasilianischen Reptile Lnnen mit Eis nichts anfangen, und die Polarfüchse brauchen keine Hitze. Der Globus ift zufrieden, er dreht sich. Meine Hand schwenkt die Eisberge vorüber, die Landeisbarriere, dagegen die eingepanzerten Wasser lecken, sie wirbelt den höllischen Winter vorbei, die erfrorenen Walfänger in den Äriftall- klötzen. Schnurrbärtig bestaunen mich die Robben. Die Eisbären heben ihre Köpfe. Um sie ist die lange Rächt angebrochen. Hinter Himmelswänden von Eis und Frostglas hat sich die Sonne schlafen gelegt. Ein wechselndes Erdtheater auf der Kugelbühne! Meine Hand ahmt es nach, sie dreht den Globus. Unb der kleine Globus, an dem meine Träume hängen wie ein tausendmaschiges Zaubernetz. zeigt feine vielen Meer- und Landzejichter, seine rauhen und stillen geographischen Mienen. (Stufte und h> ‘etc. wüste und paradiesische, tragische und verschwiegene Gesichtszüge sind es. die er mir zuwendet, bei seiner beständigen Drehung von Abendland zu' Morgenland. Ungeheure Geschichten und Chroniken gibt es da zu lesen für den kundigen Leser, mächtige Erbrom.ne und farbenlodernde Böllererzählungen. weite Meeres- odysfeen — eingetragen, eingeschrieben auf die Wangen bc~ " >hären. davon ein Abglanz fiel auf meinen I en Schüle>qlobus. auf die kleine Weltkugel, d-h.nter das Chaos meiner ArbeitS- stube lauert. Bor dem Dorhang der Finsternis, dem Reich der Einordnung, bem schwarzen Dunkel bes Todes und des Richtsfeins muh bie kleine Kugel tanjen, muß bic treue Hand tätig sein: ber Globus muß sich drehn und die Hand muh ihn beflügeln. Sie haben ihre Ausgabe. Zeiten und Zonen zaubern sie wie im Spiel herauf. Okzident und Orient ... Guten Morgen! Gute Rächt! Sod)fd)ulnocf)ri(f>fetL Professor Dr. IuliuS Echwietering in Münster hat den Ruf auf den Lehrstuhl der deutschen Philologie an ber Universität Frankfurt als Rachfolger von Prof. Hans Raumann angenommen. Prosesor Dr. jur. Karl August Eckhardt an der Handels-Hochschule Derlin hat den Rus an die HniDcrfität Bonn als Rachfolger des Geh. Iustizrats H. Schrcucr auf den Lehrstuhl für deutsches Recht und bürgerliches Recht angenommen. Gentleman im Kriege. Der Kritiker Dr. Bernhard Diebold hat im Frankfurter Sveietätsverlag unter dem Titel .Das Buch der guten Werke 1914—1918“ einen sehr lesenswerten Sammelband erscheinen lassen, der als ein schönes und bleibendes Denkmal der Kameradschaftlichkeit, Ritterlichkeit und Menschlichkeit im Weltkriege gelten darf. Diesem Buch, auf daS wir schon früher Hinweisen konnten, ist der im Folgenden abgedruckte Beitrag des englischen Kriegsteilnehmers G. F. D a h in Greenwich entnommen: 1915 fuhr ich auf einem kleinen Schiff, daS von London nach Holland bestimmt war. Eines AbendS feuerte ein deutsche- H-Doot (U 28) auf uns zum Zeichen, daß wir zu stoppen hätten. Unser Kapitän hoffte durch schleunige Flucht in die holländischen Gewässer der Gefahr entgehen zu können, doch das U-Boot war zu schnell für uns unb kam halb längsseits. In sehr gutem Englisch fragte der deutsche Ossizier unseren Kapitän, warum er nicht gestoppt habe, als ber Schuh gefeuert würbe. Der Kapitän antwortete: .Weil ich Engländer bin!“ „®ut“, antwortete der deutsche Offizier, »Die sind ein mutiger alter Knabe, ich werde Ihnen drei Minuten Zeit geben, das Schiff zu verlassen." Dieser Befehl wurde schnellstens ausgeführt, und dann machten wir, dah wir in unseren zwei Rettungsbootcm fortkamen, während die Deutschen unser Schiss versenkten. Wir ruderten mit äußerster Kraft, als dss U-Boot herankam unb sich folgenbe Unterhaltung entspann: Der Deutsche: .Wohin?“ Unser Kapitän: .Holland!“ .Glauben Sie, dah Sie bei dieser Dunkelheit dorthin finden werden?“ .Ich will'S versuchen, aber wenn Sie SportS- mann wären, würden Sie uns inS Schlepptau nehmen.“ .Gut. ich bin Sportsmann und werde Sie schleppen unb Ihnen aufjerbem eine Zigarre geben, damit Ihnen der Weg nicht zu lang wird. Werft die Leine herüber, und wir werden euch bald in Holland haben.“ Und wirklich, das U-Dvvt schleppte uns nach Holland. Als wir uns trennten, sagte der Deutsche: »Gute Rächt. Kapitän, Sie find ein tapferer Mann, ich erweise Ihnen meine Ehrenbezeugung. ' Unser Kapitän antwortete: .Gute Rächt, mein Herr, Sie sind ein Gentleman.“ Und das sagten wir alle. 8. 30, M 9er Skandal in der Wetzlarer Verwallnng Das erste gerichtliche Nachspiel. losen Bestandteil herabgesunken. 3n Deutschland könne man vom frühen Mittelalter her bis zum 18. Jahrhundert das Dominieren des Herrschaftsgedankens verfolgen. Erst um die Wende des vorigen Jahrhunderts habe sich eine andere Entwicklung angebahnt. Ms Erneuerer des staatlichen Lebens in Deutschland müsse der Freiherr vom Stein ange'ehen werden, der den Staat auf völkischer Grundlage aus den Urkräften seiner Bürger oufgebaut sehen wollte. Er habe den Deamtenstaat vorgefunden, dessen Gebäude wie ein riesiger Kuppelbau auf Säulen fundiert war, die die Beamtenschaft darstellte. Das Bolk in seiner Gesamtheit sei aber nur Füllwerk gewesen und nicht mittragender Bestandteil. Die Verantwortlichkeit des einzelnen gegenüber dem Ganzen war ausgeschaltet. Bei Jena, nach jener Schlacht gegen Napoleon, sei dieser Staat zusammengebrochen und die freie Volksgemeinde geboren worden. Die Liebe des freien Mannes wurde seinerzeit sichtlich zum Bestandteil staats- erhaltender Kraft. Die Basis des neuen Staates wurde die Volksgemeinde. Steins Einzug in Berlin habe seinerzeit den Beginn der Re-Germani- sierung bedeutet, den Beginn der Reorganisation des Volkstums, die einer neuen Form der Vaterlandsliebe die Bahn gebrochen habe. Er habe in der Folge die Selbstverwaltung angestrebt und das Verantwortungsgefühl des einzelnen der Gesamtheit gegenüber gefordert. Der Gemeingeist sollte zugleich Vaterlandsliebe in' kristallisierender Ausgestaltung werden und der Selbstverwaltungsgedanke zum Erziehungsmoment für den tätigen Gemeingeist. Das Vaterland sollte sich nicht mehr im Abstraktum „Staat" erschöpfen sondern im „Land voll Lieb' und Leben" zu eigensten schöpferischen Kräften zurückfinden. Zum Schluß seiner Ausführungen stellte der Redner den Freiherrn vom Stein dem Imperator (dem verkörperten Renaissance-Prinzip) Rapo- leon gegenüber, er entwickelte in kurzen Zügen bie Ideen Steins in bezug auf die Vereinigung der freien Völker in Europa und schilderte ihn schließlich als den christlichen Staatsmann, der seinem Volke außerordentlich viel gegeben habe. Dem Vortrag wurde lebhafter Beifall zuteil. Eine Aussprache bewies das starke Interesse der Zuhörer. Studienrat Clotz wies in seinen Schlußworten auf die starken Fäden hin, die gerade den Jungdeutschen Orden mit den Gedanken des Freiherrn vom Stein verbinden, ja die Gedanken des großen Staatsmannes dürften als die geistige Untermauerung des jungdeutschen Kampfes um die Erneuerung des Staatsgedan- kens auf völkischer Grundlage angesehen werden Gietzcner Wochenmarktpreise. Vornotizen. — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Das Konzertjahr erreicht mit dem Chorkonzert am 25. Februar, 19.30 Uhr, in der Stadtkirche seinen Abschluß und zugleich seine Krönung. Rach reiflicher Heberlegung hat der Vorstand allen Schwierigkeiten zum Trotz sich doch entschlossen, die Matthaeuspassion aufzu- führen in der Heberzeugung, daß gerade in so schwerer, ernster Zeit dieses zu den größten Schöpfungen der deutschen Geistesgeschichte geAus öer Promn^talbuupOtaöt Gießen, den 20, Februar 1932. O e psycho ogifchen Berufseignungö- ilnter uchungen Vom Institut für experimentelle Psychologie und Pädagogik der Hniversitat Gießen wird uns geschrieben: Wie aus den regelmäßigen Berichten des (Siebener Arbeitsamtes bekannt fein dürfte, werden die in ihrer Bedeutung zunehmend anerkannten psychologischen Berufseignungs- Untersuchungen seit ihrer E.nführung im Institut für experimentelle Psychologie und Päda- gog.k Friedrichstraße 24III, durchgeführt. Die Leitung des Arbeitsamtes hatte damit in verständnisvollster Weise diese für das Schicksal junger Menschen ebenso wie für die Wirtschaft verantwortungsvolle Aufgabe einer Stelle übergeben, die durch ihre wissenschaftlichen, dauernd überprüften Hilfsmittel, ebenso wie durch die Beteiligung eignungspshchologisch vorgebildeter Kräfte die Gewähr für die sachgemäße Lösung gab. Trotz der Erfolge, rote sie durch die zunehmende Inanspruchnahme der Prüfstelle und die Kontrollen erfolgreicher Bewährung in der Praxis ihren äußeren Eindruck gefunden haben, ist es für das Psychologische Institut we.terhin leider nicht mehr möglich, Eignungsuntersuchungen für das Arbeitsamt Gießen durchzuführen, nachdem die den Arbeitsämtern übergeordnete Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Berlin trotz lebhaftester Bemühungen des Gießener Arbeitsamtes sich endgültig geweigert hat, die verantwortungsvolle Gutachtertätigkeit des Institutes, die schon seit fast einem Jahre unentgeltlich geleistet wird, auch nur in bescheidenem Maße zur Deckung der Hnkosten des Institutes zu honorieren. Da das Bedürfnis für sachgemäße, wissenschaftlich einwandfreie Cignunngsuntersuchungen im Stadt- und Landkreis Gießen zweifellos vorhanden ist, die zentralistische Regelung durch die Deichsanstalt die Befriedigung dieser örtlichen Bedürfnisse in der bisherigen, allseitig anerkannten Weise aber unmöglich macht, ist die Leitung des Institutes für experimentelle Psychologie und Pädagogik der Anregung gefolgt, psychologische Cignungsfeststellungen für die verschiedenen Berufe in seinem Prüffeld mit noch verbesserter Methodik im unmittelbaren Einvernehmen mit den interessierten Stellen und dem berufsuchenden Jugendlichen weiterhin durchzuführen. Vorherige Anmeldung ist erforderlich Für unbemittelte Jugendliche wird das Gutachten unentgeltlich erstattet Staatsbürger-Abelw im Zungdeutfchen Orden. .Die Bruderschaft Gießen des Jungdeutschen Ordens hielt am Dienstag im Hotel Köhler wieder einen Staatsbürgerabend ab. der sehr gut besucht war. Studienrat Clotz hieß Gäste und Mitglieder willkommen. Sodann sprach Prof Dr Koch über das Thema „Der Freiherr vom ©teinunböie Erneuerung derVaterlaub s l i e b e". Der Redner gab zunächst eine Definition des Wortes „Vaterland", das im allgemeinen die Begriffe „Heimat", „Voll" und „Staat" erfasse. Der Begriff „Heimat" schwinge wohl stets mit, wenn man vom Vaterland sprech lange Zeit sei aber das Wort Vaterland weniger mit dem Begriff „Volk", als mit dem Begriff ..Staat" identifiziert worden. Der Staats- gebaute sei meist in ber deutschen Geschichte das Vorherrschende gewesen, weniger der Volksgedanke. Man müsse eine klare Hnterscheidung ' machen zwischen dem freigewachsenen völkischen Gedanken des Vaterlandes und der künstlichen, auf den Staat gerichteten Version. Der Staatsgedanke als Ausdruck und Inhalt des Wortes Vaterland sei in erster Linie auf den verhängnisvollen Einfluß der Renaissance zurückzuführen, ber das „Ich". Prinzip in den Vordergrund schob und in ber Folge den absolutistischen Staat auch in Deutschland schuf. Der Bürger sei dadurch zum willenGießen, 20. Febr. Es kosteten auf dem heutigen Wocheumarkt: Landbutter HO Pfennig, Kochbutter 90, Süßrahmbutter 130, Matte 25 bis 30 Wirsing 10 bis 20 (pro Zentner 9 bis 12 Mk.) Weißkraut 8 bis 10 (pro Zentner 5 bis 6 Mk.)' Rotkraut 10 dis 15 (pro Zentner 7 bis 10 Mk.),' Kartoffeln 4 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk.) rote Rüben 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 12* Spinat 25 bis 30, Hnterkohlrabi 6 bis Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 60 bis Wetzlar. 19. Febr. Vor dem Erweiterten Schöffengericht in Wetzlar stand heute der sog. Bürgermeister-Prozeß gegen den Betriebsdirektor E h l e r t und den Stadtbauinspektor Hepp zur Verhandlung an. Bei Eröffnung der Sitzung wurde bekanntgegeben, daß Hepp einen Vergif - tungsversuch mit Lumina! unternommen habe und im Krankenhaus untergebracht sei. Bei der Untersuchung durch Professor Dr Jahrmärker (Marburg) wurde festgestellt, daß Hepp an den Verhandlungen nicht teilnehmen könne Das Gericht beschloß daher auf Antrag der Staatsanwaltschaft, den Fall Hepp zu vertagen und gegen Ehlert allein zu verhandeln. Es handelt sich bet dem Prozeß um die Vorgänge, die mit dem Jagdhausbau des Bürger- m e i ft e r 5 Dr. Kühn zusammenhängen. Insgesamt wurden dabei durch die Betriebsverwaltung in Wetzlar für rund 2500 Mark Ausrüstun^gcgen- ftänoe zum Bau der Wasserleitung durch Verrechnung auf verschiedene Posten zum Nachteil der Stadt verschoben. Außerdem wurde dem Angeklagten zur Last gelegt, weitere Gegen st ände für die Villa des Bürgermeisters ohne Bezahlung geliefert zu haben Es handelt sich hierbei um einen elektrisch betriebenen Eieschrank im Werte von 1235 Mark, eine elektrische Waschmaschine im Werte von 2000 Mark, einen Gasherd im Werte von 545 Mark, eine Radioanlage im Werte von 475 Mark und einen Bohnerapparat im Werte von 191 Mark. Zu ber Verhandlung waren etwa 40 Zeugen erschienen, die zum Teil wegen der Vernehmungsunfähigkeit Hepps entlassen werden konnten. Rach eingehender Vernehmung der städtischen Beamten kam die Staatsanwaltschaft zu dem Beschluß, die Anklage gegen Betriebsdirektor Ehlert wegen fortgesetzter Untreue und Beihilfe zum Betrug bei der Lieferung von Gegenstän- oen für das Jagdhaus Werdorf aufrechtzuerhalten. Der Staatsanwalt beantragte, nachdem er besonders auf die skandalösen Zustände bei bet Stadtverwaltung Wetzlar, wie sie durch den Hn- tersuchungsausschuß bekanntgeworden sind, hin» getoiefen hatte gegen den Angeklagten Ehlert eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten. Die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Engelmann. Wetzlar, bet gegen bie Darlegungen des Staatsanwalts Stellung nahm und die Gründe des Verhaltens des Betriebsdirektors auf die besonderen Hmstände zurückführte, die in dem ganzen System vorhanden gewesen seien. Die Verteidigung des Angeklagten ging dahin, er habe dem Dürgermeistet nur einen längeren Kredit für die Verpflichtungen ermöglichen, aber berm.iben wollen, daß bet Dame des Chefs der -cviu/ultung durch die Restantenliste der Betriebswerke gesch.eift wurde. 2m übrigen sei er sich der Rechtswidrigkeit feinet Handlungsweise nicht vollkommen klar gewesen. Bürgermeister Kühn habe ihm den Auftrag gegeben, die fraglichen Posten auf andere Konten zu verbuchen. Damals, es war im Jchre 1928. habe er nicht im entferntesten geglaubt, an der Gerechtigkeit des Chefs der Verwaltung zweifeln zu dürfen. 3uixm habe er befürchten müssen, feine Stellung zu verlieren, wenn er auch nur einen dahingehenden Verdacht aussprechen würde. Das Gericht konnte dem Beklagten in seiner Verteidigung nicht folgen. Es erblickte gerade darin, wie der Direktor feine Vollmachten dazu benutzte, um Kühn einen zweifelhaften Kredit zu gewähren, der zudem noch gefährdet war, weil offenkundig Bürgermeister Kühn überhaupt nicht bezahlen wollte, und in ber Art, wie dieser Kredit durch Falschbuchungen gegeben wurde, das Strafbare Moment des Verfahrens. Das Gericht vertrat die Ansicht, daß bei Direktor Ehlert die Einsicht in bie Strafbarkeit feiner Handlungen um so eher vorauszusetzen sei, als sich die einfachen Magazinarbeiter und Angestellten geweigert hatten, unrichtige Arbeitszettel zu unterschreiben. Das Urteil lautete auf vier Monate Gefängnis wegen fortgesetzter Untreue und Un- terschlagung. An der Verhandlung nahmen von der Regierung in Koblenz Oberregierungsrat von Kirch- bach und als Sachver''! Seiger der Regierung Rechnungsrevisor S ch e u b teil. Weiter würbe bekannt, baß ber Chauffeur bes Bürgermeisters, Schmidt, ber feine Entlassung zu Mitte Februar angefünbigt bekommen hatte, sich ebenfalls mit einem ftarf wir- fenben Schlafmittel zu vergiften versucht hat und in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte, wo ihm sofort der Magen ausgepumpt wurde Man hofft, daß er wieder gesunden wird Ja — und im selben Jahr begleitete ich den Chef ber französischen Heeresleitung, Feldmarschall Io ff re, im Speisewagen von Paris bis an die deutsch-russische Grenze. Er fuhr zur Abnahme der russischen Herbstmanöoer 1913, und kein Mensch ahnte was. Dann tarn der Krieg und ich habe noch oft gedacht: .wenn er sich damals bei mir doch so 'ne kleine Magenverstimmung zugezogen hätte... Zu spät!' Mitropa Grünoung unter Blitz und Donner. 1917 trat dann die größte berufliche Umstellung meines Lebens ein: die sieben deutschen Speisewagengesellschaften wurden aufgelöst und zur Mi- tropa vereinigt. Ich wurde natürlich mit übernommen, gehörte ja damals schon zur alten Garde. Ich weiß noch, wie kurz nach der Gründung in einem der ersten Mitropawagen eines Tages der alte Herr Geheimrat von Opel saß, und wie er mich sah und freundlich lächelte und sagte: ,Na, Wintler, Sie sind auch hier?' Ich sagte bloß: ,Ia- wohl, Herr Geheimrat!' Innerlich aber war ich ganz gerührt und dachte: da sieht man doch die alte Anhänglichkeit Die wenigen Speisewagen, die damals verkehrten, fuhren meist bis dicht an die Front, der längste dieser Kurse war Berlin—Konstantinopel. Ich aber wartete auf den Tag, wo ich Hindenburg und den Stab seiner siegreichen Armee im Sonderzug abholen und ins jubelnde Berlin bringen würde. Statt dessen endete dieser Traum in einem ganz anderen Sonderzug — der fuhr nach Trier und beförderte die deutsche Waffen st ill st ands- Kommission mit Erzberger und 60 Personen vorn Auswärtigen Amt Das war ein trauriges Erwachen In Trier gingen uns die Lebens- mittel für die Rückfahrt aus, und ich lief von In- stanz zu Instanz und bekam keine. Mir kamen fast die Tränen in die Augen. Ich, dachte ich, ich, in Ehren ergraut, ich kann doch meine Gäste nicht hungern lassen. Der Bürgermeister schickte mich zum Stadtkommandanten, einem amerikanischen Oberst, und der wieder wies mich ab mit den Worten: ,Nothing to do with us. you go to the Bürgermeister' Das war der schrecklichste Tag meines Gebens. Aber es tarnen noch mehr schreckliche Tage. Der große Rückschlag nach dem Waffenstillstand zwang die Mitropa, fast alle ihre Dienste einzustellen. 1919 bediente ich in dem einzigen Speisewagen, der damals verkehrte- im sogenannten Parlamentzug zur Nationalversammlung Jeden Morgen mit 100 bis 120 Abgeordneten von Berlin nach Weimar abends wieder zurück nach Berlin Wiederholt wurde der Zug beschossen, besonders bei Halle, wo die Kommunisten saßen So fuhren wir ohne Licht, unter militärischer Bedeckung und mit Maschinengewehren auf der Lokomotive. Da eben nur der eine Speisewagen im Zug mitsuhr, wurde fraktionsweise nacheinander diniert. Von links bis rechts habe ich sie alle damals kennengelernt, jeden nach feinen Leibgerichten. Von Genua bis Aman tfi ct. Na. und seitdem haben nun alle die führenden Politiker der Nachkriegszeit von meinem Tablett gegessen. 1922 tarn noch ein schmerzliches Erlebnis für mich: Genua. Ich bediente damals im Extrazug die Delegation mit Dr. Wirth, Rathenau und Cuno. Still und bescheiden hält unser Zug in Genua, auf dem ganzen Bahnhof kein Mensch, nur zwei Herren in Zivil zum Empfang Wenige Minuten später steht die Menge draußen Kops an Kopf, und mit ungcheurem Jubel und nicht endenwollen- bem .Ewivas fährt der Sonderzug mit Lloyd George und den französischen Bevollmächtigten ein. Ich tat mich auf dem Bahnhof um, da standen überall die Salonwaaen der Delegationen, polnische, estnische, belgische usw. — alles deutsche Repara- tionswagen. Das war ein trauriger Anblick für mich alten Eisenbahner Von Genua bis Genf hat es dann wohl kaum eine Konferenz gegeben, zu der ich nicht m.tfuhr Es war sozusagen ein ganz neuer Reisestil, den ich da kennenlernte Ob das nun Wirth war oder Luther ober Hermann Müller— sobald der Zug Berlin verlassen hatte, jagte eine Konferenz die andere, und alle arbeiteten unter Hochdruck bis spät in die Nacht. Ich habe es doch mitangesehen, habe oft genug bis zum Morgengrauen Kaffee serviert. Als ich L u t h e r, S t r e s e- mann, Marx und v. S eh u b e r t im Extrazug nach London zur Verhandlung über den Dawes- Plan fuhr, war aus dem Speisewagen bis Hoek van Holland eine Kanzlei geworden, wo 10 Schreibmaschinen rasselten, und ich wand mich nur mühsam zwischen Aktenbergen durch. Die Herren waren meist sehr mäßig im Essen, es wurden auch nur die einfachen Menus geboten. Strefemann mar hell begeistert, als er auf ber Rückfahrt aus London im Speisewagen wieder deutsche Hausmannskost bekam, Englands .Fisch- futter' hatte ihm nicht zugesagt, und er bestellte gleich in Vlissingen ein Schnitzel mit Stangenspargel. Einmal erlebte ich nach alten Glanz- als ich 21 man ll l l a h aus Basel abhalte, in einem San- derzug ganz aus Mitropa-Salonwagen Ich bin mit dem Präsident Calles und zahllosen Maharadschas durch Deutschland gefahren — habe zum 70. Geburtstag des Kaisers im Extrazug Mackensen und alle die hohen Offiziere zur Gratulationscour nach Doorn gebracht und im Trauerzug bei ber Ueberführung von Eberts Leichnam nach Heidel- berg bebient. es war eine sehr feierliche Fahrt, und unterwegs auf allen Bahnhöfen ftanben die Menschen bichtgedrängt unb erwiesen dem toten Reichs- Präsidenten die letzte Ehre Und dann servierte ich eines Tages im Svnderzug bei der Eröffnung der Z u g t e l e p h o n i e auf der Strecke Berlin—Homburg; da merkte ich erst, wie alt ich geworden sein muß: wo ich doch die halbe Entwicklung der Eisenbahntechnik miterlebt habe. Und ich dachte zurück an die Zeit, wo wir im Speisewagen noch mit Gas kochen mußten, unb wo alle Weile mal währenb ber Fahrt ber Gasbehälter unterm Wagen undicht wurde und das Gas entwich, so daß wir kein warmes Essen mehr geben konnten. Unb baß erst 1895, als ich schon vier Jahre Kellner war, Seife unb Handtuch in den D-3ügen eingeführt wurden — als Nebengeschäft des Restaurationswagens, .gegen ein Entgelt von 10 Pf bereitzuhalten'. An all das dachte ich bei ber Eröffnung ber Zugtelephonie. Aber es kam noch viel besser; benn seit drei Jahren bin ich Aufseher im Rheingold-Expreß, und dos ist der schönste Zug, den's je gegeben Hot. Hier verbringe ich, wie man so sogt, meinen beschaulichen Lebensabend, immer an den Ufern des Rheins vorbei. Was ich noch sogen wollte — mir ist ba neulich so ’ne alte Zeitschrift aus meiner Anfangszeit in die Hänbe gefallen - ich werbe Ihnen mal ganz genau angeben Zeitschrift bes Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen, Jahrgang 1893, Nummer 5, Seite 39 — wissen Sie, was da steht? .Die Einstellung von besonderen Speisewagen ist nicht möglich, weil ihr Gewicht zu groß ist'. Zeioiaiat 100 vis 120, Tomaten 60 bis 70 Zwiebeln 18 bis 20, Meerrettich 30 bis 60 Schwarzwurzeln 25 bis 30, Dörrobst 25 bis 30 2lepfel 8 bis 15, Birnen 10 bis 12, Nüsse 35 bis 40! Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis loo' Suppenhühner 80 bis 90 Pfennig pro Pfund' Tauben 60 bis 80, Eier 9, Käse 5 bis 10 Blumenkohl 30 bis 70, Salat 25 bis 30' Endivien 15 bis 30, Oberkohlrabi 8 bis io' Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15. Sellerie 10 bis 40 Pfennig pro Stück. hörende Werk Johann Sebastian Bachs tn weitesten Kreisen Anklang finden wird. Der Entschluß zur Ausführung der Passion wurde nicht leicht, weil sie die Mitwirkung hervorragender Solisten verlangt und dementsprechend auch die Kostenfrage Sorgen machen mußte. Die Bemühungen um die Besetzung der Solostimmen sind nun ganz besonders glücklich und erfolgreich verlaufen; zum Teil kehren altbekannte und bewährte Namen wieder I Sopran: Frl. Margarethe von Winterfeld-Berlin, Alt: Frau Ruth Arndt-Kisch-Köln; Tenor: Max Meili» München, Daß: Erich Meyer-Stephan- Offenbach. An der Orgel Johannes N e b e l i n g, am Klavier Frl. Mimi Dock. Chor: der akademische Gesangverein, verstärkt durch Mitglieder des Bauerschen Männerchors, der Knabenchor der höheren Lehranstalten, Leitung Oberreallehrer H. Blaß; Orchester: der Gießener Orchesterverein; Sologeige: Herr Schüttler. Die Geltung liegt in den bewährten Händen unseres Hniversitäts» Musikdirektors Dr.Stefan Temesvarh. So sind alle Vorkehrungen zum Teil in langer, mühseliger Arbeit getroffen, dem Werk eine seiner Größe entsprechende glänzende Aufführung zu bereiten, und es darf der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß weiteste Kreise interessiert der Aufführung beiwohnen werden. Alles Nähere in den Anzeigen und bei Ernst Challier, Neuenweg 10. — Dortrag im SaufmännTlI^en unb GewerbevereinGießen Man f.jte bt uns: 2n uer jetzigen Zeit ist Co nur wenigen vergönnt, in fremde Länder zu reisen. Es ist darum um so wertvoller, wenn man wenigstens im Geist eine schöne Reise machen kann. Dies w.rd möglich fein durch einen Vortrag, den Dr. Alfred Kaufmann am Dienstag, 23. Febr., im Kaufmännischen und Gewerbeverein Gießen (Hniversitäts- Aula) über das Thema „Frühlingsfahrt zu den sonnigen Gestaden des Mittelmeers" halten wird, eine Fahrt, die im letzten Früh ahr von Genua über Sizilien und Griechenland nach Konstantinopel, Palästina und Aegypten und zurück nach Venedig führte. Da der Vortragende als ausgezeichneter Kenner der Länder des Mittelmeers, besonders des Orients, gilt dürfte man in Wort und Bild Die Schönes und Lehrreiches aus seinen Darlegungen, die von Lichtbildern begleitet sind, entnehmen dürfen. (Siehe Anzeige.) — Der Bund der Kaufmannsjugend im DHV. veranstaltet heute 20.30 Hhr im Cafä Leib einen Eltern- und Ireundesabend, für den ein reichhaltiges Programm vorgesehen ist. Musik Schargesänge, Sprechchor, Hans-Sachs- Spiele. turnerische Hebungen, eine Ansprache des Gauvorstehers A u e r b a df, Frankfurt, werden das Interesse der Gäste in Anspruch nehmen. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. — Dellachint kommt! Der Le c.nn.e Ex e- rimentaitunftlet Stuart Bellachini kommt auf seiner diesjährigen Gastspieltour für einen Sag nach Gießen. Er gibt am Dienstag, 23. Februar, 20 Hhr, im Cafe Leib, einen Gastspielabend. (Näheres in heutiger Anzeige.) * ** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Hhr bei kleinen Preisen geöffnet. " Die Gewerbe - undMaschinenbau- schule Gießen beginnt ihr Sommersemester am 18. April in den Abteilungen Mafchinenbauschule mit Elektrotechnik, Baugewerbe. Schreinerfa )- schule, Malersachschule und Schuhmacherfachschu e. Die Anstalt bietet neben der fachlich-theoretisch n Ausbildung auch die Möglichkeit, Gesellen- bzro. Meisterprüfung abzulegen und erteilt in der Abteilung Maschinenoauschule die „Mittlere Reise". Näheres siehe heutige Anzeige. *“ Saalrenovierung tn der Herberge zur Heimat. Die Weißbinder- und Malervereinigung Gießen hat vor einiger Zeit ihre^ Lehrlinge mangels ausreichender praktischer Betätigung im Beruf angehal en. den Saal der Herberge zur Heimat neu herzurichten. Die Arbeit wurde unter fachmännischer Aufsicht durchgeführt und ist in diesen Tagen beendet worden. Die Wände des Saales haben eine dekorative Ausschmückung erfahren, sie sind in zarten Farben gehalten, die Decke wurde mit ornamentaler Malerei wirkungsvoll geschmückt und gibt dem Raum eine besondere Note. Die Lehrlinge waren mit großem Eifer bei der Sache und leisteten in jeder Hinsicht gute Arbeit. Auch die kleine Bühne wurde neu hergerichtet. Hm den Lehrlingen Gelegenheit zu geben, mit der Schriftmalerei praktisch vertraut zu werden, anderseits um einige Wandflächen etwas zu beleben, wurden Sprüche gemalt, die sich gut dem Ganzen einfügen. Es ist erfreulich, daß die Handwerksmeister des Maler- und Weihbindergewerbes die Initiative ergriffen haben und hier ein gemeinnütziges Werk vollbringen ließen. Das Material für die Renovierung des Saales wurde aus Mitteln der Herberge bestritten. ** ® a ft f p i e l Bernd Henrich Königs- seid im Lichtspielhaus. Seit gestern gastiert im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ein Komiker- Ensemble, bas in Vorstellungen am späten Abend das Publikum zwei Stunden lang gut unterhält. Zur Aufführung gelangen zwei Lustspielschlager, deren Stärke in einer tollen Situationskomik liegt, die mit allen möglichen Mitteln die Lachmuskeln der Zuhörer in Bewegung fetzt. Da ist zunächst eine Militär-Burleske, in der der Bursche der M ttel- punkt ist unb die Rolle einer jungen Frau spielen muß, well die Tante beschwindelt worben ist, von der ber junae Leutnant Gelb haben wollte. In dem zweiten Schlager sieht man einen Ehemann, ber sich als Boxer ausgibt, weil er zufällig einen berühmten Boxer zum Namensvetter hat, dabei aber in dieser Eigenschaft Reisen macht, die allem anderen dienen, nur nicht dem Boxkampf. Als es herauskam: Streit Versöhnung mit der Gattin, happy end. Das Ensemble ließ die beiden Stücke flott über die Bühne gehen unb erntete lebhaften Beifall. Kleine Strafkammer Gießen. * Dießen, 19. Febr. Zwei Angeklagte hatten vor Sihungsbeginn ihre Berufungen zurücknenorn- men. Ein anderer Angeklagter, der wegen Beleidigung des Leiters einer Arbeitsamtsnebenstelle zu 40 Mark Geld st rase verurteilt worden war, nahm die Berufung nach Aufruf seiner Sache ebenfalls zurück. Ein weiterer Angeklagter oer auf dem Seltersweg beim Vorbeimarsch von Angehörigen einer Politischen Partei aufreizende Redensarten gebraucht hatte, die zu Gewalttätigkeiten führen sollten und der deshalb wegen Der-- gehens gegen die Notverordnung des Reichspräsidenten zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wordcn war, war trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht erschienen; seine Berufung wurde verworfen. 81m ,, Oietiieei Ad> urtrai Parum «8 heue ter La> --K-E re?h ßanfl®. «“Ä ««» die.^ Has be^ .JSSs Kmlun; ab 1 Vorsitzende.^ aVIouftili( passiven Mgl> Wilämslest. Salden «teilt Witej Räamn wege Speisezimme Schlafzimmei Küchen 1 Warenreg, IM __Kap), A MMiim ---Jjnfpteg Zur Ko undKc Klei, 'nnWen6 Anzuestofle „ ""Si« «r£pa; uns I Inns!) v . Fernsp Bel Mich beteilige P°^nne8 ^A^fln. M durck S l^ «MÄ !U 'teste ÄreilMn?^7^ ’M® "■“riSa* 1 nur tDeniatn'1! 1 U'A- len. Ez ?t h.W^nnt, «Ätafe Dies fo rhm n, «ne «5 PÄIi AäÄ S&’riS g*J»ÄS; !y«i» man in Tvri A«.L'L 'de Anzeige.) ' ZreundesabenL, für bcn SÄ twrgelehen ift 'drechchor, HanS-Sochr« n92n, eine Ansprache bei ^ch,* Frankfurt, werden :e.In Anspruch nehmen. ;n9en Anzeige ersichtlich, m tl D.-r ie v-nn.e «• .^ellachini kommt Vastspieltour für einen bt am Dienstag, 23. Fe- e Leib, einen Gastspiel- tiger Anzeige.) » tb der Heidenturm n 11 und 13 Uhr bei Hei- tndMafchlnenbou- ti ihr Sommersemcster am mgcn Maschinenbauschu.'e ugewerbc, Schreinerili » iö Schuhmackersachschu e. der sachlich-ihevreiise n vgiichleii, Gesellen- bp. n und erteilt in der Ad- ule die .Mittlere Heile“, .nzeige. rung tn der Her- L Die Deihbinder. und en hat vor einiger Zeit ausreichender praktischer mgehak.en, den Saal der eu herzurichten. Die ii> ännischer Aussichi durch- i Tagen beendet losrden. z haben eine dekorative sie sind in zarten Far- wurde mit ornamentaler Mmü-it und gibt dem otc. Die Lehrlinge waren cr Sache und leisteten in ■it Auch die kleine Mae ’ iim den Lehrlingen Sc- der Hchristmalerei Prak- ■^ä£. ier-s-3tf -.SZS» . der Bursche °k (pi?len »inet ungen ö ... ooB e-Sr Ms? xites lUHfl »l*,} ÄfSJ- s,"ül ■SÄS chSZ g Angekiligtee- sW -OK Ob erh essen. Lanvtrets Wicßen. • Lollar, 19. Febr. ®tftern gegen 15.30 Uhr ereignete sich hier in der Hauptstraße ern s ch w c - rer Derkeyr-unfall. Der dreijährige Hell, much Lang wurde von einem Lastkraftwagen auS Dresden überfahren. Doch Au-sage deS KraftwagenführerS ift der Junge plötzlich über die Strohe und gegen den Lastkrahwagen gelaufen. Das bedauernswerte Jtinb erlitt nach den Feststellungen de- sofort herbeigerufenen Arxte« einen schweren Schädelbruch, eine Gehirnerschütterung, sowie einen S^r'-N-s^-inbruch. Aus An- vrdnuny de- Ärzte- i urde der Kleine sofort in , die Chtruryische Ällnii uaa- Gtesten verbracht, er erlag tedoch sehr baU) feinen schweren Verletzungen. d. Hungen. 19 Febr. In der jüngsten ® e • meinderatsfitzuna wurde ein Antrag der Aeich-bahn auf Ermäßigung de- Wassergel d e - für da- auS der Leitung der Gemeinde entnommene Wasser durch e ne neue Regelung erledigt. Austerdem wurden die Beerdigungskosten neu festgesetzt Die Erhebung von Steuer st undung-zinsen wurde in einer Höhe von 5 Prozent beschlossen. - 1111> 6 e , 19. Febr. Der Mannergesangverein .Loreley" hielt d.eser Tage se.ne Jahre-hauvt» versammluna ab. Dach der Begrünung gab der 1.Vorsitzende. W. Tag. einen Rückblick ü er da- abaclaufene Derein-jayr und dankte besonders den passiven Mitgliedern für ihre Detail nung beim JubiläumSlest Sodann erstattete der Rechner. Ä. Sack, den Kassenbericht. worauf ihm Entlastung erteilt wurde. Jn den Vorstand wurden neu ge- toählt die Landwirte K Schäfer und Karl D e l y e r. S« wurde beschlossen, den Jahre- verein-beitraa für aktive Sänger auf 2 Mark, für passive Mitglieder auf 1 Mark »u senken. All- Fahnenträger wurde W. Eichenauer bestimmt. 3m Frühjahr fall in Gemeinschaft mit dem Veller-Heimer Gesangverein und der dortigen Musikkapelle ein Konzert veranstaltet werden. Ärett Friedberg. WSN. Friedberg. 19. Febr. Mit Wirkung vom L Februar ab fetzt die Stadtverwaltung die Preise für Go» und Strom um je 1 Pf. je Kubikmeter b;w. Kilowatt st und, her- ab. Die Senkung für den K o k s p r c i s beträgt pro Feniner 10 Pi Diese Preissenkungen bedeuten für die Stadt einen jährlichen Einnahmeaussall von 20 000 Mark. Weitere Preissenkungen auf den genannten Gebieten mühten nach Ansicht der Stadtverwaltung weitere Steuererhebungen im Gefolge haben. Ärcie Alsfeld fr* 2 l - feld. 19. Febr. Am Mittwochabend sprach auf Veranlassung der Al-'cder Dürer» aefellschaft lln vers.tüt-^ro'efsor Dr Mom» oert (Giessen) im Phyfiksaal der Ober schule über da- Thema .Arbeit-losigkeit und Weltwirtschaftskrise". Der Vedner gab zunächst einen Ucbcrbltd über die Ursachen der Arbeit-lostgke t. dir. wie er zeigte, nicht allein durch die Wirtschoit-krise hervorne ulen ift Professor M o m b c r t wie- dann auf die engen Verflechtungen in der modernen Weltwirtschaft hin. wodurch es sich erkläre, dast unsere Heuti-e Krise alle Ku.turländer ergriffen habe und das, sie sowohl Agrarkrise, al- auch Jndustr.ekrise sei. lieber die Weiterentwicklung der Krise führte der Vortragende u. a. au-, hast Vorau-lagen febr gewagt feien, da auster den rein bkonümiscken xräften heutzutage auch unberechenbare pol.ttsch« Tendenzen tm Spiele feien. Die au-gezeichneten, klaren Au-führungen de- Glehener Datlonalökonomen fanden eine aufmerksame und dankbare Zuhörerschaft. chombera, 17. Febr. Dieser Tage fand hier ein Gemeinschaftsabend der CHrischona- Gemeinschaft statt Prediger N u b i n oom Bibelheim Flensungcrhoi begruhte die Teilnehmer. Nach einem Chorlied svrach P'orrtr Eckhardt oom Heim der 5t Chrisckona bei Bakel über da» Thema ..Westnot und Weltgericht" und im weiteren Verlaus de» Abends über die Tätigkeit der Pilger- Mission im Ausland. Der Vortrag fand aufmerksame Zuhörer. flirthtiche Jlachnchfen Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 21. Februar. Reminiseere. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassist. flneU; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemelnde. Psarrossistent Knell: 18: Pfarrer Becker - Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Aurfeld, zugleich Militärgottcsdienst; 11: Kinderkirch« für bic Iohanncsgemeinde, Piarrer Ausseld: 18: Pfarrossistent KneU; 20: Bibeldclpre- chung, Pfarrer Lic Waas — Kapelle de» Alten Friedhof». 9.30: Pfarrer Becker: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrer Becker. — Ellfa- belh klclnkindcrschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waa»; 18: Pfarrer Lic Waas. — kon'irmandensoal (Clebig- flrahe 56). 14: Toubstummengottesdienst, Pfarrer Bechtolsheimcr. — klein Linden. 9: i)auptflotte»- dienst, Beichte und hl. Abendmahl für die weibliche Jugend: 11: Kinveraottesdienst. — wieseck 9 45; 11: Kindertirche: 19: Kollekte. — Kirchberg. 10: Volks- trouertaa. M twirkuna der Feueru>ehrkapelle und bt» Gesangoerein» Staufenberg mu gemischtem Chor. Kollekte: 13 30: Lollar. — Alten Buseck 13; 19-30: Passionsandacht. — Houfen-Gordenteich. 10; Dardenterch, Feter des hl. Abendmahl: 13: /lausen. — Watzenborn- Steinberg. 13: Hauptaottesdienst sKirchenchor): 14: Feier am Denkmal (Posaunen» chorl: 14.30: Kinderkirche. — (vrüningen. 10: chauot- gonesdienst — Ltch. 10: Stiitsdechant Kahn: Lolk»- trauertafl, Kollekte. Feier am Gefallenendenkmal; 13: Kinderaottesdienst: 14: Stiftepfarrer Troubt. Donnerstaa. den 25. Februar, vaubringen 20.30 Uhr Bibelstunde. Katholische Gemeinde«. Samstag, den 20. Februar. Giesten. 16JW und 19 Uhr: Beichte Sonntag, den 21. Februar. 2. Fastensonntag. Beginn der österlichen Zeit Glehen. 6.30 Ubr: Beichte: 7: Messe, Kommunion der Jünglinge: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. S: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt: 14.30: Bortrag und Andacht. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt: 20: Vortrag und Andacht — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Scholten 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 24. Februar Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Dienstag, 23. Februar, und Freitag. 26. Februar. Giesten. 18.30 Uhr: Fastenandacht.________ ionntnnebu nlt v.Merzte u. ttvottieken am 21.2 32 .'rau Dr 9lotbenbcrner. Dr.Olcner. ihiaehwofMe. •rt' nnri#: Dr. i'au* adi • ) O«ellle»e tlniM •m. ■.(iomiiui *le OmoiiCM • U->»»»>», «iec»ee» Crbltte beeleelee» Z«ie»4e*» >» —— Kranhcnvcrsldtcrantl tcrtroncnssachc . Darum wählt ner die Otxr liehe Pcscnen^-A •crloiemc II- I >« A-V. ■ Dcutsdic Kränken- Vcrstchcrunüs- Ihtlen-Gcscllsmatt Benin Sfhöncbert Innshruottr Str. ie-11 Fernepr. 0 1 Stephan 658Q ■el Nickteriiranttung gewinn» Bezirks-Vertretung: Alfred Andrae Gießen, Schll erstraße 13 hei .ospekte durch |Verschiedenes| Ctn. ;nmf. linnere Seit im SluSl., eri. I Englisch tauch Nachhilfe), febr mäsuge Berg. LchriftL Ang. unt. 01010 a. d. G. A. ,lung. tüchtige Schneiderin n. noch Kund, an in u.anft. d.H. Tagst Jt Schritt!. Ang. unt. 01044 a. d 01. W. Pcrf. Schneiderin emvf. l. i. Ank. u. AuSbess. v. Damen- u. Slinbcrfleib. u. Wasche. Tag 3 -X, Kleid o. 2,50 X an. Lchnftl. Ang. unt. 01045 a. d. M. A. Äute Schneiderin empfiehlt sich tn Neuanferttgen und AuSbessern. (oioes Zu erfrag, i. d. Ge- schäftSst. d. G. A. JungeS Ehepaar fucOt kleinere Wirtschaft am liebst, auf gröft. Marktssecken. koiV I Cffcrten unt. V. K.1 4523 an den Wev- larer Anieiger. 1 teil Garten ;u verpachten, oioe? 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Hafenkoof 5, Buchenbergs 58 und 59, Häulerborn 36 und 37, Sommerberg 35, Fichtenbaum 40 und Rückar» 41 der Jörflerri Baumgarten und Raben- Pfuhl 56, 49 und 69, Rehhecke 66, 71, List, gehegt 64 und 70 der Försterei Leihgestern: 1398V Langhol,, A: Lfche: RI 4 1 6t. = 1,52 Fm., Langholz, dl: Esche: Kl. 3 .3 et. = 3,13 Fm., Kiefer: fit 2b 4 St. « 2,34 Fm., 3a 2 St. = 1,74 Fm.: Abschnitte. A: Eiche:, Kl. 3 3 St. - 1,15 Fm., Buche: Kl. 5 14t. = 1,38 Fm., Esche: fit 3 1 St. - 0,74 Fm., Kl. 4 2 St. - 1,44 Fm., Lärche: Kl 3b 1 St. -- 1,38 Fm., Kl. 5a 1 St. - 1,32 Fm., sichle: Kl. 4a 1 St. - 1,03 Fm., Kl. 4b 2 St. = 4,10 Fm., Kl. 5a 16t. - 1,15 Fm : Abschnitte, N: Eicher Kl. 2 1 St - 0,33 Fm., Kl. 3 4 2t. - 1,47 Fm., Kl 4 7 6t. = 5,08 Fm., Kl 6 1 St. - 1,12 Fm.. Buche: Kl. 3 2 St. = 0,96 Fm., Kl. 4 4 St. - 2,76 Fm., Kl. 5 1 St - 0,96 Fm., Esche: Kl 2 3 St = U2 Fm., Kl. 3 23 St. - 13,09 Fm., Kl 4 3 St. = 3,09 Fm . Kiefer: Kl 2a 1 St. - 033 Fm., Ml. 2b 28 St. - 11,83 Fm., Kl. 3a 26 St. = 12,08 Fm.. Kl. 3b-9 St = 6,47 Fm , Kl. 4a 1 St. = 0,66 Fm., Kl 4b 1 St - 1,11 Fm., Lärche: Kl. 2a 1 6t. = 0.34 Fm , Kl. 2b 2 St = 1,04 Fm., Kl. 3b 1 St - 0,75 Fm., Kl 4a 1 St - 0^-3 Fm, Kl 4b ISt. - 1.05 Fm., Fichte: Kl. 3b 2 St. - 2,11 Fm., Kl. 4a 2 St = 3,21 Fm.: Abschnitte, F: Elche: Kl 4 1 St = 0,40 Fm, verbftangen, Slck.: Eiche: 2. Kl. 3. 3. Kl. 1, Esche: 2. «1 2. 3. SH. 1, Fichte: 1. Kl. 174, 2. Kl. 452, 3. Kl. 179; 7!uh scheiter, Hm : Eiche: 1.Ä1. 6,3 (1,25 Meter lang), 2. Sti. 2^ (2,20 Meter lang), Lärche: 2 Kl. 6,1 (3 Meter lang), sichle: 2 Kl 2,1 (3 Meter lang); Hutzknüppel. Hm.: Lärche: 5,7 (3 Meter lang), sichte: 5,2 (3 Meter lang); Tiuhreisig, Hm.: 3 (10 Meter lang, Schichthauscn). Es wird vorherige Besichtigung des Holzes empfohlen. Die unterstrichenen Nummern werden nicht versteigert Gießen, den 19. Februar 1932. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolau». hwkmbettiut#- ” Verwendet Tauslg’s für Euern Säugling! Er bleibt gesund und gedeiht. Nur zu haben bei: C. Röhr & Co. wo die 6er die beiten Preise bringen. Nun sollten Ihre Hennen wenigsten« jeden zweiten Tog e|n El legen w Do« bring« Gewinn! frDhem Sie daher da» feie Futter (g)9ttusftatcic, Bergisches Kraftfutterwerk DUiieidort-Hefen Xu bähen In allen elnschliglßen Geschäften. Bezugsquellen weist nach: Achtung! Wirte und Cafes! Prima Ausschankweine direkt V. Erxenger d. Liter Im Faß BH. - 4- tn Llterflasckea bei Abnahme toi SO Fl. and anhrlrt» BH. 0.46 ab Station Albig neg. Nachnahme. Glas, Kiste und Fässer leihweise gegen Frankorücksendung. )Md foLSdueider, Vetutaa u Wetcbudl.,llbltBhelnt). _____Tüchtige Vertreter gesacht Motorrad -Nummer-Schilder und u ,, i । geprägt, ganz Aluminium AUW nicht rostend 01050 y ß kürzeste Lieferzeit! 1984 Karl Peppier 0 Marburger Str. 25, TeL 2168 OIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIB Beschluß. Der Metzgermeifter Heinrich Moo- VII., geboren am 10. Mai 1880 zu Lollar, wohnhaft in Lollar, wird wogen Trunksucht entmündigt. 1377D Gießen, den 23. Dezember 1931. Hessische- Amtsgericht. Lieferungsvergebung. Die Lieferung des Bedarfs an Butter, Eier und MUch für da- Rj. 1932, sowie de- Bedarfs an sonstigen Per^ebrunoS- gegenständen (außer Backwaren und Fleischund Wurstwaren) und an RcinigungS» materiak (Seife usw.) für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1932 soll für die Universitäts-Kliniken in Gießen vergeben werden. 1370V Die Lieferungsbedingungen und die Bedarfslisten können an Werktagen bei der Verwaltung der Univeriitäts-Lliniken, Kli- nikstraße 32, 1. Stock, Zimmer 5/7, für BerzehrungSgegenstönde und Kimmer 10 für ReinigungSartikel von 15 bis 17 Uhr (außer SamStags) gegen Erstattung der Selbstkosten baiclbft bezogen werden. Angebote und Muster sind getrennt, reridiloilcu und mst entsprechender Auf. schritt versehen an die obige Verwüstung biS Msttwoch, den 9. Mär» 1932, 10 Uhr, «neureichen. ZuschlagSfrist Pik zum 26. März 1932. Holzversteigerung. Montag, den 22. Februar, nachmtttag» 1 Uhr, lässt die Gemeinde Fellingshausen zirka 20 Stück = 35,50 fm Nadkl-LchnlU- stamme, 178 Fichte Stangen 1 bi» 3. Kl., 64 rm Eichenutz'cheit, 31 rm Nadelnutz- schest und Knüppel, sowie 25 fm Eiche- Stammhoh (Wagnerholz) meistbietend ver- steigern. 1409V Der Dürgermesster: Wagner. Lagerhalle m. ll. Garten ,u verv. Nähe Ederltr. Sckriftl. Ang. unt. 01085 a. d. G. A. Ein Acker -u nackt, acf. [ oiors Wieseck. Giessener Str. 114. Welch.erfLlrckitekt baut Landhaus auf eig. Grundstück in Borort von Giessen (erfte Bahnstat.) u. finanziert dasselbe, wenn Licherh. geft. wird als 2. Hup., auf neu). 10 *3 Zimmcrhh. i.Cffcn« back a. M. Abtrna. nach Ucbcrcinfunrt. Lchriftl. Ang. unt. 01004 a. d. G. A. Muakator-Verkaufakontor, Frankfurt a. MU Gutieutetrabe 8/12. 8759 V Wasdikörbe cm 60 «5 70 75 HO H5 90 oval 200 2^0 2.00^.00 330 3.70 4700 Leiterwagen — Räder In allen Größen 67 72 78 84 68 Wilh. Kohlenmann 01061 Fernruf 8676 Ä’euatadt 1Ä KnabeninMiJuHÄfcius Forelbaue bei Eriitell (Oberbe»».* Seite'l niereekunde. O - Reale* n. Rcalgi mu GrüodL Loterrid)! in kleinen Kla««en Ertiebong n pfli*tbewo(h*eiu n «elbitan- diger Arbeit Beete Erfolge Ge- »und» Lege en en'gedehnieD Waldungen. Sport onoe Cebertreibonf Pertänbdie Lmpfeblongen Auiftibrl. Proepekt dord> Dr L n e I e •- Telephon; Reidieliheim (Weuerem 11. Dlenüß-n.Biennliolioetneigetüag vom 12. d. M. ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den zuständigen Kassestellen, Ueberweifuna und erster Abfuhrtag am 22. b. TI. Ablauf der Zahlungsfrist für unverbürgte Holzgeldschuld am 14. März 1932. 13990 Giessen, den 19. Februar 1932. Hessisches Forstaml Schiffenberg. __________Nicolau».__________ Nuhholzverkauf. Durch schriftliches Angebot sollen aus dem Gemeindewald verkauft werden: Fichten-Stämme. 1333V 222 Stämme la.ftlaffe - 41,46 fm, 107 Stämme Ib-Klasse = 33,95 fm, 17 Stämme La-Klasse = 9,99 fm, 2 Stamme 2d-Klasse = 1,72 fm, 1 Stamm Sa-fllafle - 0,92 fm. Angebote sind, getrennt nach Klassen, bis zum 25. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf der Bürgermeisterei cinzureichen, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können und die Ocssnung stattfindet. Leihgestern, am 16. Februar 1932. ____________Bürgermeisterei.___________ Holzversteigerung. Mittwoch, den 24. Februar 1932, nad>- mittag 1 llhr, wird im Lteeberger Gemeindewald versteigert: 1403V Distrikt 49: 12 500 Lohlchlag-Durchfor- stunaswellen Totalität; 75 Fichtenstangen 1. bis 3. Kl.; 22 rm Eichennutzscheit 2,4 Meter lang; 25 rm Fichten und Kiefern, brennhoh. Zusammenkunft beim Woktzenendhaus an der Strasse Oberkleen—Griedelbach Cleeberg, den 19. Februar 1932. Der Bürgermeister: Höhn. Nuhholzverfieigerung. Freitag, den 26. d. M., kommt in den Salbungen der Gemeinde Beuern, Distrikt Heegwald, folgende- Nutzholz zur Versteigerung: Fichten Stämme 2a 1 St. 0,42 fm 1b 2 , 0,49 „ la 5 „ 0,79 „ Ficht. Derbstang. 1. »L 59 „ 5,31 , 2. „ 160 , 9 „ 3. „ 406 „ 12,18 N FichL ReiSstang. 4. n 6) „ 1,22 „ 1. n 60 „ 16 , Fichten Nutzknüppelreisig Sckichthousen 167,8 rm 63,12 Zuiammenkunst vormittags 9^ Uhr auf der Kreisstrobe Beuern— Geilshausen am Waldeingang. 1384V Beuern, den 18. Februar 1932. Bürgermeisterei Beuern: Lindenstruth. Nutz- und Brennholzversteigerung Mittwoch, den 24. Februar 1932, vormittags 10 Uhr anfangend, werden im Gasthaus .Lum Bahnhof", dahier, folgende Mengen Hol,; öffentlich verkauft: Distr. 31b, 38, 39, 44a, 45b, 47 u. 51. 2 rm Eichen-Nutzlcheit (1,20 m lang), 38 „ (kichen-Nutzknüppel (2,40 m lg ), 6 „ Na2elhLl;knüppel (2,40 m lang), Lrennhol;: 499 rm Eichen Scheit, 423 „ E.chen-Knüppel, 34 „ Bucken-Scheu, 114 „ Duchen-Anüppel, 20 „ Nadelholz-Knüppcl, 1800 Stück Buchen-Wellen. Branbobernborf, den 17. Febr. 1932. Der Bürgermeister. Stahl. Bi//igsten und bequemsten ßnennstoff-r^^F^ Di-ikeffs^ Hcfzf; Kein Rauch, lein Paß, keine Jcfi/acken National-Sozialistische Versammlung! Sonntag, den 21. Februar 1932, abends 8% Uhr, im Caf6 Leib LICHTSPIELHAUS GIESSEN Lichtspielhaus Gießen! 2 Redner: Professor Werner, Präs, des Hess. Landtags Eintritt 50 Pf., Erwerbslose 25 Pf. 01070 NSDAP., Ortsgruppe Gießen Cafe Leib II (Modell 28) (Schutzmarke) Statt Karten! Toial-Ausverkauf Or. med. (Surf Mayer und Frau Irma, geb. Weiferhahn zeigen sehr erfreut die Geburt eines Sohnes an. 01079 Kraft & Wießler • Butzbach Dienstag, den 23. Februar 1932, abends 8% Uhr Vevfammlurrg 1400 D im Hörsaal 11 des Landwirtschaftlichen Institutes, Senckenbergstr. 17a Näheres siehe Auswelskarte 0991 zimmer entgegengenommen. 1110 D Oberhessischer Kunstverein 0.95 2.75 Gr. 4-6 Gravert 1385 D Damen-Frühjahrsmäntel (neuste Modelle) Damen-Wintermäntel, Damen-Kleider Neuenweg 28 Mittagessen... Werbe-Drucksachen bal Brühl, Schulstraße 7 Gießen, den 19. Februar 1932. z. Z. Llniversitäts-Frauentlinil. Anmeldungen für Sexta und die übrigen Klassen bis Oberprima einschließlich werden jetzt schon im Direktor- Telephon 3414 ... .von RM. 0.80 moderne Kleiderstoffe, Gardinen Damen-Röcke und Damen-Schlüpfer Strümpfe, größte Auswahl Die bekannte „Rinn-Rinne“, Kurzstand mit einer neuen Anbindevorrichtung, tiefliegende Reformkrippen,Futtertisch u. Selbsttränke. Vorteile: Geringer Stickstoffverlust, trockener Stallfußboden, reines u. gesundes Vieh und reine Milch.— Nachgeahmte Rinnen weise man zurück. Zementrohre von unübertroff. Festigkeit, Gartenweg-Einfassungen, Betonpfosten usw. liefert zu billigsten Preisen. 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Sämtliche Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Schlachtung. 13940 Beatgepflegtes Ihrlng-Melchlor-Export I Samstags bis 4 Uhr nachts geöfihet! Sonntags ab o Lhr KONZERT. Dienstag, den 23. Februar. 8 Thr Grober Gastspiel-Abend des melstbertihmten Experimentalktinstlera Bellachini Der Riesen-Lacherfolg Nur noch heute und morgen Sonntag, 10.45 Ehr: Gastspiel Bernd Henrichs-Königsfeld der beste rheinische Komiker m. seinem Burlesken-Ensemble vom Apollo-Theater Düsseldorf die führende Varietd-Btthne Deutschlands in seinem tollsten Militär - Lachschlager Pröpken der Schrecken der 9. Dragoner liMMMiMMmiM Dienstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula: 5. VORTRAG mit Lichtbildern: Eine MM zu ta «iip teilte te Kltews Dr. phil. ALFRED KAUFMANN Gießener Konzertverein Donnerstag, den 25. Februar 1932,1930 Uhr in der Stadtkirche. — Achtes Konzert J. S. Bach Matthäus - Passion Leitung: Dr. Stefan Temesvary. Ausführende: Der akad. Gesangverein, verstärkt durch Mitglieder des Bauerschen Gesangvereins; der Gießener Or- ehesterverein: der Knabenchor der höheren Lehranstalten, Leiter: Oberreallehrer Hch. Blaß. Solisten: Marg.v. Winterfeldt, Ruth Arndt,MaxMeill, Erich Meyer-Stephan. — Orgel: J o h. N e b e 1 i n g. — Am Klavier: Mimi Bock. — Solovioline: Wilh. Schattier Eintrittskarten: RM.2.—, 3— und 4.— bei Ernst Cha liier und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1— nur im vorverkauf bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus gegen Ausweis. 1817 D Dr. Blank über das Thema: Hessen wählt Hitler! Sonntag, 21. Fehr., 11.15 Uhr vorm. Zum Helden-Gedenktag Das Geheimnis der U-Deutschland , Ein historisches Bilddokument aus dem Weltkriege. Vom Handelsboot zum U-Krenzer. Originalaufnahmen v. unantastbarer Echtheit während der KXitägigen Kaperfahrt, des zum U-Kreuzer umgebauten Schiffes von seinem Führer Korvetten- Kapitän Meusel aufgenommen. — Bis heute wissen nur wenige, um dieses heldenhafte Schiff. Herr Korvetten-Kapitän a. D. Mensel wird seinen Film persönlich mit einem Vortrag begleiten Eintrittspreise: 60—150 Pf. Jugendliche haben ZutrittI Vorverkauf: Tageskasse und Hapag-Reisebüro •40i C Gießen Aschaffenburg Stephanstr. 53 Gießen Februar 1932 Herzliche Einladung 1368D| zur Christlichen Techniker • Konferenz des I Bezirks Frankfurt a. HL In Gießen am Sonntag, 6. März 1932 (Anfang 9.30 Uhr) im Saale des Vereins für innere Mission Herberge zur Heimat. Hint.d. Westanl.il Die Tagung steht unter dem Leit wort: Der Glaube i. Sturm d. Zeiten, Luk. 8,22-25 HELLSEHEN Gratis Horoskop über Glück und Zukunft Großer bunter Teil: Das Entzücken aller Augen und man lacht Tränen. Karten:Num. Sperrsitz 1.25 Mk., II. Platz 75 Pf. einschl. Steuer — Im Vorverkauf: Musikalienhandlung Ernst Challier,NeuenweglO—Abendkasse: 25Pf. Aufschlag 01042 laudteoMIi ftobrnßne- Nr. 45 Drittes Blatt Oiefiener Anzeiger tiveneral-Anzelger für (Dbertfeflem Samstag, 20. Z-'brua' 1952 Jtanonoieu 3n einer Stadt ist au- den KricgSjahren ein Ragel-Standblld als Zeichen de- Opfcdinne» der Heimat erhalten An feinem Godel findet sich diese- Wort: „Loh Wanderer tönen die Sorten der Liebe, es rufen um Hilse die Opfer der Schlachten und wo- Du auch Ipcnbcft, D u bleibft in der Schuld" — Täglich schreiten > Tausende Wcnichen an diesem Denkmal vorüber, wteviele mögen unter ihnen sein, die auch an diesem Dort schon vorübergehen? Gewiß, eini* mbere Ze't ift oefv-m-" WANDERER VERWEILE IN ANDACHT UND KÜNDE ZU HAUSE WIE WIR ALS rC^IN T.REUE IZUR HEIMAT (Bcöemflcin für die deutschen Gefallenen auf Dem Soldaten Friedhof in Montdidier (Frankreich). sehen, und der grobe Krieg liegt eigentlich schon so weit, neue Aufgaben, neue Sorgen sind erstanden und da- Leben ist hart, aber, und an diesem „aber" der Gefallenen löscht keiner auch nur einen Buchstaben „D u b l e i b st in der Schuld". — Da- ist ein Aus an jedermann und diesen Ruf in jedermann immer erneut zum wachen, verpflichtenden Bewußtsein zu bringen, ist der tiefste Sinn de- jährlichen BolkStraucrtagcs für die Toten des Weltkriege-. In diesem Jahre gibt dieser hehre Gedenktag eine eigenartige Perspektive zu den Genfer Abrüstung-Verhandlungen. Zwischen dem Weltkrieg und dem jetzigen Ringen um einen irgendwie ersehnten Welt-Frieden spannt sich die dämmernde Erkenntnis der ganzen Grosze und zerstörenden Furchtbarkeit eines Krieges, wie der letzte einer war Run haben in Genf alle vertretenen Völker eine einzigartige Gelegenheit, einen Teil der groben moralifchen Schuld an die Gefallenen dieses groben Kampfes abzutragen. Denn die Gefallenen sind für den Frieden in den Tod gegangen, so zeigen sie uns auch heute die Ausgabe, für den Frieden zu arbeiten. Möchte viel Geist von solcher Erkenntnis die Verhandlungen in Gens beherrschen. Deutschland trägt schwer die Last des verlorenen Krieges. Das Mab dieser Last ist riefen- Von Geld und Lebe. Roman von Greie von Saß. Copyright by IRmrttn Feuchtwangrr, Hall« 17. Fortsetzung Nachdruck verboten. Vor Ladenschlust nahm dann der Geschäftsführer. der sich plötzlich darauf befann, dab Helene Schadow für die Firma eine wertvolle Kraft gewesen, Gelegenheit, ihr ein paar ermutigende Worte zu sagen. „Sie werden die Kündigung doch nicht schwer nehmen. Fräulein Schodow? Sie finden doch jeden Aiigenblick eine andere Anstellung — bei Ihrem Aussehen, Ihrent Wuchs. Sehen Sie sich nur beizeiten uml Es muh ja nicht in der Pelzbranche fein." Helene erwiderte kühl, daß sie keine Sorge Darum habe. Er öffnete die Tür vor ihr. Sie trat auf die Strohe, atmete tief und befreit auf. Es war ein warmer Maiabend. Helene entfchloh sich, den Heimweg zu Fuh zu machen. Sie muhte über den Fahrdamm. wartete das Vorüberfahren eines Autos ab. In dem Augenblick trat ein Herr neben sie. zog grühend feinen Hut. Sie dachte nicht daran, daß der Gruft ihr gelten konnte, und überschritt den Fahrdamm. Auf der anderen Straßenseite angelangt, bemerkte sie. dah der Herr ihr gefolgt war Er grühte noch einmal. Indem er seinen Hut tief vor ihr zog. trat er in respektvoller Haltung auf sie zu. .Gnädiges Fräulein verzeihen, da ft ich mir die Freiheit nehme, Sie hier auf der Strohe anzureden." Ä Run erst erkannte ihn Helene. Es war der Käufer des Hermelinfchols. Sie streifte ihn mit einem kühl fragenden Blick. Er sieht nicht aus wie einer, der ein Abenteuer sucht, stellte sie im stillen fest, ilnö dennoch fragte sie in un« geduldigem Ton. was er von ihr wünschte? Richt einen Moment blieb sie stehen. Sie ging weiter und der Herr neben ihr her. „Gnädiges Fräulein, ich wollte mir erlauben. Ihnen einen Vorschlag zu machen, der Sie gewih interessieren wird." Sie wuhte nicht, was das sein mühte, das jetzt imstande wäre, ihr Interelle zu erwecken. Der Herr an ihrer Seite sprach weiter: .Gnädiges Fräulein, es ist fast unmöglich. Ihnen hier auf der Straße meinen Vorschlag zu unterbreiten. Wenn ich mir erlauben Dürfte, Sie einzuladen, mit mir in ein Restaurant oder Gase zu kommen. Es würde mir die Sache, die ich vorhabe, wesenllich erleichtern. — — Rein. Sie wünschen das nicht? Ich begreife — Sie kennen mich nicht. Sie gestatten, daß ich mich Ihnen vorstelle: 'Doktor Hahn. 5ilmregi[fcui/ gtob ruhl aut Dielen schwachen Schultern, llnb wenn Rot einigen kann, so kann sie doch aud) trennen In Tcui'dland hat die Rot getrennt, schon streiten die Brüder Da kommt wieder der Dolk-trauertag und mahnt ..Du bist in der Schuld!" Deutscher, denke daran, auf welchem Platze du auch stehst, deine toten Krieger starben unter Preisgabe ihres eigensten Lebens, um daS Gemeinsame zu retten da- Vaterland ..Sie führten da- Schwert. Sei Du Ihrer wert!" Das kann nur heißen. am VoU-trouertag geloben, über Perfon und Partei da- größere Ziel sehen und hierfür Dienst tun Deutschland Die telegraphische Berichterstattung über die Vorgänge in Ehina droht unsere ganzen Zeitbegrisfe über den Haufen zu werfen. Fast jeder Leser wird die Erfahrung gemacht haben, dah die Meldungen, die er liest, mit feiner eigenen Uhr kaum in Einklang zu bringen sind. Wieso das kommt? Wir merken eben hier, dah die Uhrzeit, mit der wir rechnen, nur ein relativer Bear i f s ist. Den Ameri. kanern, die ja in ihren Meldungen febr stark auf Europa angewiesen sind, ist das längst in Fleisch und Blut ubergegangen UnS aber, die wir aus dem Osten verhältnismäßig wenig hören, ist danach etwas ganz Reue- Wir müllen uns eben nur klar machen, daß die Zeiteintei ung ei es jeden Ortes von der Sonne abhängig ift und dah die Sonne nun einmal im Osten früher auf. geht als im Westen. Das bedeutet praktisch, dah in Schanghai fast acht Stunden frühe r M i 11 a g ist al- bei unS. während in R e u- ho rk etwa sechs Stunden später die Mittag-glocken läuten als in Europa Ein bekannter Historiker pflegte im Kolleg feine Hörer damit zu überraschen, daß er ihnen oorrechnete. wenn zur Zeit der Türkenkriege bereit- das Telephon bestanden hätte, bann würden die Reu. Dörfer von dem Au tauchen der Türken vor Wien früher erfahren haben, al- die Türken tatsächlich da waren. Eine ähnliche Erfahrung können wir eigentlich jetzt jeden Tag machen Wenn die Japaner die Forts von Rauling um 4 Uhr nachmittags beschießen, dann ist es in Europa erst 8 Uhr früh Es wäre also durchaus denkbar, dah die entsprechende telegraphische Meldung früh genug zu uns gelangt. um bereit- in den Mittags- jcitungen zu erf Heinen. Der Deutsche würde also um ein Uhr mittag- lesen können, wa- nachmittag- um vier Uhr geschehen ist. die Zeitung würde sich fo zu einer Art vorwört-gerichteten Propheten entwickeln. Wir müllen uns eben darüber klar Werdern dah darin ein Trugschluß liegt, daß zwischen der Uhrzeit und der absoluten Zeit ein Untcrfhicb besteht, der ja auch in der Praxis dazu geführt hat. daß auf dem 180 Längengrade, also auf der andern Hälfte ocr Weltkugel eine Da tu m-grenze geschaffen wurde, um die verschiedenen Kalenderdifferenzen untereinander auSzugleichen. Diese Datums- grenze. die nicht genau zum 180. Längengrade Der- läuft, sondern nautisch und wirtschaftlich bestimmt ist, zwingt Schiffe, die von Westen nach Osten fahren, einen Tag doppelt zu zählen, Schiffe dagegen, die von Osten nach Westen fahren, einen Tag au-fallenzu lassen. Dabei wird der Terminkalender notdürftig aufrechterhalten, weil fonft auf einer Reife um die Erde ein voller Tag gewonnen werden würde, ebenso wie ein Flieger. dellen Flugzeug die Umdrehungsgefchwindig- feit der Erde um die Sonne übertrifft, theoretisch in die Vergangenheit hineinfliegen würde. Aber das ändert nun einmal nichts daran, dah alles zeitliche Geschehen von der menschlichen Einrichtung der Uhr und des Kalenders unabhängig ist. LandwirWast und Genossenschaften. Vortragskursus über landw. Genoffenschastswesen an der Landesuniversität. Der 6. DortragSkursu« über landwirtschaftliches Genossenschaftswesen in Gießen, zu dem da- Land- wirtfchastliche Institut der Landesuniversität Diehen, der Verband der Hessischen landwirtschaftlichen Genoffenschaflen in Darmstadt und der Ländliche GenosfenschastSverband, Raisseisen, in Frankfurt a. M. eingeladen hatten, sand eine sehr rege Beteiligung Als Vertreter des Rektors der Universität begrüßte der geschästsführende Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts, Prof. Dr. S e f f o u s. die Kursteilnehmer, zugleich auch im Ramen der Veranstalter. Er betonte die Rotwendigkeit, stets wieder für die Stärkung und Verbreitung des genossenschaftlichen Gedankens und für tatträf» tige Selbsthilfe zu werben. AIS erster Redner sprach Pros. Dr. Mom - bert, Gießen, über „Weltkrise und Landwirtschaft". Der Vortragende ging von den Ursachen der Weltkrise aus. Diese nahm ihren Ausgangspunkt von Deutschland, wo im Jahre 1929 die sremd- ländischen Kredite abnahmen, die Kapitalflucht einsehte und eine Vertrauens- utfb Deflationskrise um sich griff. Diese Entwicklung wurde verstärkt, als vom Frühjahr 1931 ab der deutschen Wirtschast gewaltige Mengen fremden Kapitals entzogen wurden. Die Krise, die in den Vereinigten Staaten ausbrach, beruhte dagegen auf einer mit Epekulation-ausschreitungen verbundenen Ueberproduktion. Die Folge war ein gewaltiger Preiszusammenbruch, unter dem auch die Landwirtschaft schwer zu leiden hat. Mit diesem Preisniedergang wichtiger Roh- und Agrarstosse in den Uebcrseeländern ging deren Kaufkraft für europäische Induftrieprodukte fehr stark zurück, wodurch eine weitere Verschärfung der europäischen Wirtschaftskrise eintrat. Rach der gleichen Richtung hin waren die starken Goldzuflüsse nach Frankreich toirffam, die zur Folge hatten, daß damit vor allem in England und Deutschland daS Kreditvolumen eingeschränkt werden muhte. Rur nach der wirtschastlichen Seite hin kann man heute mit allem Vorbehalt gewisse Tendenzen erkennen, die vielleicht aus eine günstige Entwicklung hinwirken können. Sie liegen in einer Rückkehr der gehamsterten Beträge zu den Sparkassen und in einer gewissen Verflüssigung des deutschen Geldmarktes. '2lod> wichtiger find jedoch die Pläne, die augenblicklich in den Vereinigten Staaten dazu dienen sollen, das Kreditvolumen zu erweitern. Wenn dieser Versuch gelingt, dann werden auch die Preise allgemein an^icbcn. Ein günstiger Einfluß aifl die Lage der deutschen Landwirtschaft wäre die Folg.-. Den zweiten Vortrag hielt Oberregierung-rat Morne weg, Darmstadt, über: „Organisatorische Maßnahmen im Hinblick und auf Grund deS ReichSmllchgeseheS". Er führte u. a. aus: Es gibt wohl kaum ein Gebiet des landwirtschaftlichen Warenabsatzes, auf dem eine größere Verworrenheit und ein unwirtschaftlicheres Absahsystern herrscht, als auf dem Frischmilchmarkt. Preise, wie sie in zahl- Helene dachte flüchtig: Was mag er nur wollen? Seine Begleitung war ihr unsäglich lästig. Doktor Hahn fragte, ob sie Interelle für den Film habe? -Richt gerade sehr großes", gestand sie. Er sah sie an. überrascht, ein wenig zweifelnd. „Das soll ich Ihnen glauben? Rein, das können Sie nicht von mir verlangen. Es gibt ja in ganz Berlin nicht eine junge hübsche Dame, die nicht Filmdarstellerin werden mochte." Sie antwortete nicht, dachte: Wozu höre ich mir den Unsinn an? Doktor Hahn rückte mit seinem Vorschlag heraus. „Gnädiges Fräulein. Sie sollten zum Film gehen. Ich bin überzeugt davon, Sie würden Karriere machen. Sie haben das Zeug dazu, Begeisterung zu entflammen, hinzureihen." Sie sah ihn mit einem matten Lächeln an und sagte „Ich habe nicht die Absicht, Herr Doktor." Heber Doktor Hahns hageres, bartlose- Gesicht glitt ein Lächeln. .Verzeihung, daß ich widerspreche. Jede Frau will das. Es ift ja die Aufgabe der Frau, zu gefallen, Freude zu geben — die eine fo, die andere so. Ratürlich lann nicht jede zum Film. Sie konnten es. Eie sind geschaffen dazu. Als ich Sie heute sah. stellte ich Eie gleich vor den Kurbelkasten. Herrlich — herrlich mühte das sein, dachte ich mir habet. Ich habe nämlich demnächst ein Filmdrama auf die Leinwand zu bringen. Dies Drama wird fich die Welt erobern, und zwar auf Grund dieser Erkenntnis: Daß das Volk im tief ft en Grunde seine- Seins eine unstillbare Sehnsucht nach Reinheit und Haren Seelen hat. Die Heldin des Dramas: ein Mädchen, das um seiner Unschuld willen leibet Dies Wesen — hauchzart, mit einer in Keuschheit bewahrten Seele — müßten Sie wundervoll verkörpern können. Hätten Sie nicht Luft, gnädiges Fräulein? Reizt Sie diese Aufgabe nicht? — Sagen Sie. Ja. Doktor, ich will versuchen. sie zu lösen." „Wie könnte ich das? Ich habe ja keine Spur von Talent" „Doch - doch! Sie haben ein großes Talent Es ift Ihnen nur noch nicht zum Bewußtsein gekommen. Ich bilde es aus. Geben Sie mir die Möglichkeit dazu!" „Ihr Vorschlag ift gewiß gut gemeint. Herr Doktor, aber ich kann ihn nicht annehmen." Sie blieb ftehen. „Haben Sic Dank für Ihr Interesse. Auf Wiedersehen!" Eie wollte gehen. Er legte mit beschwörender Gebärde seine Hand auf ihren Arm. „Gnädiges Fräulein, ich bitte Sie, das kann doch nicht Ihr letztes Wort in dieser Sache fein? Eie ahnen wohl nicht, was Sie von sich weisen: Die Möglichkeit, Ruhm und Reichtum zu erlangen?“ Ein ungewolltes, ironisches Lächeln glitt über Helenes Antlitz. Doktor Hahns Gesicht hatte sich im Eifer des Gefechts gerötet, seine großen schwarzen Augen hatten auf einmal einen finsteren Ausdruck. .Sie belächeln das. was ich Ihnen sage, und doch ist cs so. Sie können sich darauf verlassen, daß ich Sie lanciere. In absehbarer Zeit sind Sie unter unseren bedeutenden Filmdarstellerinnen eine der beliebtesten. Sie werden ein Vermögen verdienen." Ein Vermögen verdienen! Diese Derheihung weckte nun doch ihr Interesse. »Ich will es mir überlegen, Herr Doktor — da- muß ich doch?" .Ja. selbstverständlich. Ich gebe Ihnen meine Karte, llnb bitte Sie, mir innerhalb einer Woche Bescheib zukommen zu lassen." Sie nahm bic Visitenkarte, bie er ihr reichte. .Ihren Ramen weih ich nicht, gnäbiges Fräulein. Wenn Sie ihn mir nicht nennen wollen, bann könnten wir vielleicht ein Kennwort ver- abreben?“ „Richt nötig!“ Sie nannte ihm ihren Ramen. Als sie bic Treppe zu ihrer Wohnung hinauf- stieg, blieb sie vor der Tönniesschen Entreetur unentschlollen stehen. Sie überlegte, ob fic nicht einfach klingeln sollte und Eva. die gewiß öffnen würde, sagen, daß sie Hans-Achim sprechen müsse. Aber wenn nicht Eva, sondern die Geheim- rätin die Tür offnen würde? Rein, sie wollte es doch lieber sein lassen. Hans-Achim könnte es nicht recht fein. Eie würde gut aufpassen, vielleicht, dah sie ihn noch heute sah. Und wenn nicht — morgen würde sie ihn bestimmt sehen. HanS-Achim blieb für Helene in den nächsten Tagen unsichtbar. Eie geriet darüber von Tag zu Tag mehr in Unruhe, denn sie brannte darauf, ihm fagen zu können. Sieh, dies unglaubliche Glück bietet sich uns! Indessen vermied Achim es absichtlich, Helene zu begegnen, obgleich er voll sehnsüchtigen Verlangens nach ihr war. Helene bewohnte das Zimmer, das sich über dem seinen befand. Es geschah zuweilen, daß er durch feine Zimmerdecke hindurch ihren leichten Schritt horte. Das war schon früher so. Und wie oft hatte dieses huschende 2Iuf und Rieder den Wunsch in ihm erweckt, Helene noch einmal zu sehen, obgleich er kurz vorher mit ihr zusammen gewesen war. Um dies zu ermöglichen, hatte man miteinander ein Zeichen verabredet. Hans-Achim muhte an die Decke Hopfen. Für diesen Zweck hatte er einen langen Geöirgsstock in sein Zimmer gestellt. Trat er auf einen Stuhl, so tonnte er mit reichen Produktion-gebicteii gezahlt werden, müssen zum oölligcn Zusammenbruch unserer Milch» wirtschaft fuhren Es muß versucht werden, nach Möglichkeit Zusammen chlusic der Erzeuger und der Verarbeiter von Milch auf freiwilliger Grundlage zustande zu bringen Es empfiehlt fich. bereite zufammengeschloffene Gruppen in einen Zusammen chluß cinzuglicdern Ale Rcchteform für einen ZwangSzufammenlchluß kommt die Form der eingetragenen Genoffenfchaft nicht in Frage. Der Zwangscharakter widerspricht zwar dem Wefcn der Selbstverwaltung im Genossenschaftswesen, mit einem ausschließlich freiwilligen Zusammenschluß wird aus die Dauer aber wohl kaum etwas erreicht werden Aus diesem Grunde ist der § 38 des Reichsmilchgesetze- geschaffen worden, der bei verständnisvoller Anwendung Ordnung auf dem Frifchmilchmarkt zu fchaffen ermöglicht und der Landwirtschaft zu einer auskömmlichen Rente au- dem Kuhstall verhelfen kann. „Der gegenwärtige Stand der gcnvffenschast» lichen Vieh- und Eierverwe tung in Ober» Hessen und Rassau" war das Thema deS solgenden Vortrag- von LandwirtschaftSlchrcr Frech, Darmstadt. Die ersten Vi konnten sich bisher stets in der Spitzengruppe halten und schlugen sich mit viel Energie und Geschick. Der zweite Tabellenplatz ist ihnen nicht so von ungefähr zugefallen, er ist erkämpft, aber' sie halten ihn nicht unumstritten und die Mannschaften der Spitzengruppe befinden sich mit Ausnahme von Borussia Fulda noch immer in der Gefahr des Abstiegs, denn die Situation liegt so, daß die Marburger Germanen nur einen Punkt voraus haben, während die drei folgenden Mannschaften punktgleich liegen. Germania ist also noch nicht sicherer Zweiter. Die Entscheidung darüber kann schon das bevorstehende Spiel gegen die VfDer bringen. Sollte das Spiel auf dem kleinen Platz des Platzvereins stattfinden, dann werden es die Grün-Weißen nicht leicht haben. Die Marburger stellen eine in keinem Teil zu unten« schätzende Mannschaft, der gegenüber die Gießener ihr ganzes Können einsetzen müssen. Die VfDer versuchen sich mit veränderter Formation und treten mit folgender Mannschaft an: Balser: Kreß, Hetzel: Lehrmund, Dingel, Leutheuser: Fehling, Därenfänger, Haupt, Feuster, Ritter. Als der stärkste Teil dürfte hier die Läuferreihe angesprochen werden. Wenn der Sturm die Arbeit der Läuferreihe auszuwerten versteht, sollten die VfDer nicht ohne Chancen in den Kampf gehen. Die Ligareserve tritt in Durgsolms gegen die dortige 1. Mannschaft an und sollte den Sieg mit nach Hause bringen. Die bessere Technik der VfD.er müßte sich hier unbedingt durchsetzen. Die 3. Mannschaft weilt in Dutenhofen zu Gast und soll ein Freundschaftsspiel gegen Dutenhofen I austragen. Den VfB.ern wird hier wohl kaum ein Sieg beschert fein, denn die Plah- besitzer verfügen über eine außerordentlich durchschlagskräftige, auf Erfolg eingestellte Mannschaft. Iugendspiele. Die 1. 3ugend bestreitet ein Diplomspiel gegen die 1.3ugend des VfR- Duhbach auf des Gegners Platz. Das Vorspiel auf dem Waldsp^rtplah endete unentschieden. Man erwartet diesmal die VfD.er in Front, denn ihr technisches Können sollte ein Plus bedeuten, das durch den Eifer des Gegners allein nicht aufzuwiegen ist. Die 2.3ugend tritt auf dem Platz der Spielvereinigung gegen die 2.3ugend von 1900 an. Die Gießener Flieger am Titisee. An der ersten diesjährigen großen Motorsportveranstaltung Südwestdeutschlands, dem Titiseerennen, beteiligten sich auch unsere Gießener Flieger. Fluglehrer Maier und Flugzeugführer M o o g zeigten dort auf dem Klemm- Flugzeug „Gießen" D 1866 beachtenswerte Kunstflüge. Der Schulbetrieb der Gießener Flugübungs- st e l l e im vergangenen 3ahre fand in der Fachpresse lobende Anerkennung. Auch die sportlichen Leistungen der auf unserem Flugplatz ansässigen Südwe st deutschen Sport- s l i e g e r v e r e i ni g u n g, die dem Verein für Luftfahrt in Gießen angeschloffen ist, werden dort als außerordentlich gut bezeichnet und ihnen das Zeugnis ausgestellt, daß sie in hohem Maße geeignet sind, in allen Devölkerungsschichten für den deutschen Luftfahrtgedanken zu werben. Man kann hieraus ersehen, daß die Entwicklung unseres Flughafens allenthalben reges 3ntereffe findet. Dei dem guten Fliegerwetter herrscht auf dem Flugplatz stets ein reger Flug- und Schulbetrieb. Heute abend: Hatten-Handball-Turnier Heute abend findet nun in der Dolkshalle das sicherlich mit einiger Spannung erwartete Hallen» Handball-Turnier statt, an dem nicht weniger als 12 Mannschaften aus dem Kreise der Turner und Sportler, der Aniversität und des Militärs sowie der Polizei teilnehmen. Da die Mannschaften unter sich nach ihrem mutmaßlichen Stärkeverhältnis sorgfältig ausgewählt und einander gegenübergestellt worden sind, darf man mit interessanten Kämpfen rechnen. Durch die Mitwirkung des Gießener Eisvereins, durch die Teilnahme zweier vorzüglicher Faustballmannschaften (Tv. 1846 Giehen und Postsportvcrein Frankfurt) und unter der Mitwirkung der Reichswehrkapelle dürften sich für die Zuschauer einige unterhaltsame Stunden ergeben. (Siehe auch die gestrige Anzeige.) Spielvereinigung 1900 Gießen. „Olympia" Lorch (süddeutsche Oberliga) in Gießen. Die Blauweißen haben am morgigen Sonntag auf ihrem Sportplatz an der Liebigshöhe wieder illustre Gäste. Für diesmal hat inan sich eine Mannschaft der Oberliga des Kreises Main-Hessen verpflichtet. „Olympia" Lorch weilt hier zu Gast. Die Gegner des morgigen Sonntags spielen in der gleichen Klasse mit Wormatia Worms, Mainz-Kaste! usw. und haben sich einen guten Namen gemacht. Auch in den Pokalspielen hält sich die Mannschast in guter Position. Den 1900ern ist diese Gaste-Elf nicht unbekannt. Zu Ostern des vorigen Jahres trugen sie in Lorch ein Spiel aus, das allerdings unter denkbar schlechten Platzverhältnissen (es regnete den ganzen Tag) und außerdem mit ersatzgeschwächter Mannschaft (Zeiler fehlte) mit 7:2 verloren wurde. Lorch verfügt über eine außerordentlich stabile, körperlich sehr leistungsfähige, ausdauernde Mannschaft, die verschiedene anerkannte Könner, z. B. die Gebrüder Lorbacher, in ihren Reihen hat. Die 1900er werden auch auf eigenem Platze gegen diese Mannschaft keinen leichten Stand haben. Immerhin lassen aber die Leistungen, die am vergangenen Sonntag gegen die gewiß vorzügliche Mannschaft des VfB. Friedberg gezeigt wurden, die Hoffnung wachwerden, daß sich die Blauweißen auch gegen diesen Gegner tapfer halten werden. Jedenfalls wird auch hier wieder ein hochinteressantes Spiel zu erwarten sein, dessen Ausgang nicht vorauszusagen ist, da das Ergebnis sehr von der Disposition der Blauweißen abhängig sein dürfte. Die Blauweihen treten mit der Mannschaft des Vorsonntags an, also mit Schmidt: Zeiler, Jäckel: Henrich, Langsdorf, Glitsch: Lippert, Arnold, Wilhelmi, Heilmann, Schmidt. Vor dem Spiel der Liga tritt die Ligareservez gegen Nauborns 1. Mannschaft an, und zwar zu einem entscheidenden Spiel um die Meisterschaft ber A-ÄIaffe. Die Dlauweißen dürfen diesen Kampf nicht auf die leichte Schulter nehmen, wenn sie Sieger bleiben wollen. Die Lehrmannschaft spielt gegen Leihgestern I. und dürfte um eine Niederlage kaum herumkommen. Die 4. Mannschaft empfängt am Sonntagvormittag die I. von Bieber zu einem Gesellschaftsspiel. Man sollte aus diesem Spiele den Gruppenmeister Gießen bestimmt als Sieger hervorgehen sehen. Die Gäste sind allerdings nicht zu unterschätzen. Die 5. Elf hat die 2. Mannschaft von Daubringen in Dau- bringen zum Gegner. Die Dlauweißen entsenden ihre stärkste Vertretung und sollten sich den Sieg sichern können. Jugendspiele. Die 3ugendabteilung seht die Pflichtspiele fort und erwartet die 1. 3ugenb in einer neuen Pflicht- spielserie bie 1. 3ugenb bes SV. Wetzlar. Da beide Mannschaften fast gleich spielstark sind, darf man einen spannenden Kampf erwarten. Die 2. 3ugenb ist spielfrei. Die 3. Jugend tritt gegen Die 2. 3ugenö des DfB. Gießen an und steht damit vor einer schweren Ausgabe. Man hofft aber, daß sie soviel Ehrgeiz und Energie aufbringt, um ein möglichst ehrenvolles Resultat zu erzielen. Die 1. Schüler und 2. Schüler erwarten diejenigen aus Wieseck und Steinberg. Die 1. Schüler können infolge ihres besseren technischen Spiels das Treffen gewinnen, während die 2. Schüler gegen den kräftigeren Gegner wohl das Nachsehen haben werden. 1. Schülermannschaft, die am vergangenen Sonntag gegen Wieseck recht gut gefallen konnte, spielt morgen gegen die 1. Schüler von Klein- Linden. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorherzusagen. Gpielvereimgung 1926 Leihgestern. Arn morgigen Sonntag empfängt die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die 3. (Lehrmannschaft) der Spielvereinigung 1900 Gießen zum Gesellschaftsspiel. Die Gäste sind bekannt als eine eifrige, technisch gut durchgebildete und auf Erfolg eingestellte Mannschaft. Die Leih- gesterner müssen sehr auf der Hut fein, wenn sie ehrenvoll bestehen wollen. Die 2. Mannschaft fährt nach Wieseck zum Rückspiel. Gegner ist die 2. Mannschaft des dortigen Turnvereins. Die Jugend empfängt die Jugend von Garbenteich zum letzten Pflichtspiel, dem eine entscheidende Bedeutung beizumessen ist. Handball der Sp.-Vg. 1900. Am Sonntag hat die 1. Mannschaft der Spvg. 1900 nach dem Ligaspiel die gleiche des Tv. Pohl- Gons £u Gast. Die Turnermannschaft hat sich in letzter Zeit sehr stark in den Vordergrund geschoben. Tv. Butzbach muhte erst kürzlich eine Niederlage von ihr einftetfen, auch gegen Polizei Butzbach wurden schon schmeichelhafte Ergebnisse erzielt. Die 1900er werden, um vor einer Ueberraschung bewahrt zu bleiben, gut daran tun, eine kampfkräftige Elf ins Feld zu stellen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Auf dem Trieb stehen sich am morgigen Sonntag Gießen I und Wieseck I im Freundschaftsspiel gegenüber. Beide Mannschaften haben sich immer spannende Spiele geliefert, die abwechselnd die eine ober bie anbere Mannschaft als Sieger sahen. Da für das bevorstehenbe Spiel bie Gäste mit Ersatz antreten müssen, dürfte Gießen den Sieger stellen. Vorher stehen sich Gießen II und Kinzenbach I im Freundschaftsspiel gegenüber. Hier werden zwei gleichwertige Gegner ihre Kräfte messen, von denen der glücklichere Sieger bleiben wird. Auf dem Wiesecker Platze herrscht Hochbetrieb. Den Reigen eröffnet Wiefecks 2. Jugend gegen Wißmars Jugend. Dann werden sich Wieseck II und Wißmar I im Freundschaftsspiel gegenüber» stehen. Hier werden die Platzbesitzer die besseren sein und wohl Sieger bleiben. Im Anschluß daran stehen sich Lollar I und Allendorf I im Entscheidungsspiel um die Bezirksmeisterschaft des 3.Bezirks gegenüber. Der Sieger dieses Spieles wird an den Aufstiegsspielen zur Kreisklasse teilnehmen. Da beide Mannschaften über gute Kräfte verfügen, dürfte ein spannendes Spiel zu erwarten fein, besten Ausgang allerdings nicht vorauszusagen ist. fionen und Liquidationspfandbriefc hatten ziemlich behauptete Kurse. Goldpfandbriefe waren weiter vernachlässigt. Goldkommunalobligationen blieben eher gesucht. Von deutschen Anleihen neigten Altbesih weiter zur Schwäche und gaben erneut etwa 0,75 Prozent nach. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN. 1g. Februar 20. Februar Amtliche Aotlerung Amtliche Jlotlcruna 80 zu je 3000, 2020 zu je 2000, 4108 zu ie 1000, 6678 zu je 500,20004 zu je 400 M. Lu«#* * * 4 5 * * * * 10' £oi'n,ü9 OB'S sKs W be,2n*Jlummei ..yi einrAE". ®ewa >*SaH » v-in Unermeßlichen un U )endigen Geifl sch stand es einer Iah Bei- Reichstages, von t feier der Kriegsereigni' t r erfteReichsp 'gas J schwarz drapiert, f, a'identenpiah, der 1 .glen die M KN -, i .tM empor