"i’iinsH! ,.h. r* sr- .43 ■24 ■55 .50 ■05 44 -41 .74 .94 -53 & ,14.5t '«74 2.« u 350 & °lls hu\na- 4?i Achter Dn Aund ^bet N°r l°S bet feS ■ < StT?* kt '--«L l. Jen. unter Lri. ombtt im oomiliimles, 5^ ,e pekuniär« '"gen dieser 2rt Med b« Äit. &L ^art« Ü8l»«bet und hob 'tK wb 3id J* Wieber Q|< hervor, frau •J^ren, und Frau t 25 Jahren dem :QtelM Aeziia. n ■BtitflHebern bei n 'n bunter Folge r recht gut, Alit M Schvmber ä 3uflanbetommen reisachrn Hoch aus des Äirchengesang. 'dt dos Familien. 3n einer gut be» Figen Rachaussaal l e r ((Biegen) über nge und ihre De. irtrag wurde sehr Dersamm ung be» Anregungen ju i sollen olle un- ithinq enfemt, die hen Reinigung un- Ehrihung durchge- eiten städtischen n g, bei der 1003 n Aufgebot kamen, Ääuferföar ringe« für Juchensch?' ' Duchenlnüp-el '.3 Luchenstöcke 8 HI \ Mttlc 7 M. ur> \W 1 MI. je 5) Redaktion. 9 17 Uhr. Samstag Hauses Lund, - Geschästslebens. - n In- und Ausland hs11 >ie Zeilen vor den I o war es schon flc- obsnachricht schon >n k nur, daß man von t hatte, in Geschästs- sbanl nicht unternch' ne Daiücn daßand. M fein? »um Warten «u be« ÄÄ ühlt, ohne 16m ave SfegS ’S$‘U r*n ifen en en -- S Vcbt3«M* kL»S Äfej: Dt r^nten crreglc Nr. 16 Erst« Blatt 182. Jahrgang Mittwoch, 20. Januar 1952 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Diehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Konats=Bejngsprels: Mit 4 Beilagen NM.1.S5 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Giehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 1188«. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniik ent Bttla«: vrNHI'Ich« Unioerftläts-Bed). ent Steintredtrei R. Eangt hl Wefjen. SchnMhnng unt «efdfäftsfteüe: Sd)nntr«f|e 1. Annahme van Anzeiaen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fiir l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re» klameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig. Platzvorschrist 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Dolitik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Das neue Kabinett Laval vor -er Kammer. Frankreich beharrt auf seiner These: Das unveräußerliche „Recht" auf Reparationen. — Kein Verzicht ohne Schuldennachlaß. Die mit grober Spannung erwartete Erklärung, die Laval bei der Vorstellung seiner neuen Regierung in der Äammer abgab. hat insofern eine gewisse Enttäuschung gebracht, al« sie für die weitere Behandlung der Lausanner Konferenz keinerlei Anhaltspunkte brachte Laval hat sich daraus beschränkt, den französischen Standpunkt sowohl für die Kriegsentschädigung wie für die Abrüstung voll aufrecht zu erhalten, die französischen Forderungen sogar noch stärker zu unter st reichen, schon mit Rücksicht aus die Mehrheit, die er gewinnen will. Daß er dabei die Erkl irung des Reichskanzler- mit der Feststellung der Zahlungsunfähigkeit Deutschlands einfach üb ersah, war eine diplomatische Unfreundlichkeit, die für die starke Spannung zwischen Pari- und Berlin kennzeichnend ist, die aber doch da- Bestehen dieser Erklärung nicht au- der Welt schasst. Go einfach, wie Herr Laval sich die Entwicklung vorstellt, liegen die Dinge nun doch nicht, daß Frankreich nur z u kommandieren braucht, daß bestensalls eine Verständigung der Gläubigerstaaten erfolgt und dann Deutschland zu einer neuen Unterschrift gezwungen wird. Die Zeiten sind endgültig vorüber, da- deutsche Porlemonnaie ist leer, wir können nicht mehr zahlen und werden nicht mehr zahlen. Herr Laval macht eine Politik im luftleeren Raum, wenn er das einfach ignorieren will. Und wir möchten an» nehmen, daß er im Laufe der Debatte dach genötigt sein wird, sich zu dem wirklichen Kernproblem zu äußern, schon weil die Linke ihm die unbequeme Antwort auf diese Frage nicht ersparen dürfte. Vielleicht wollte er auch nur Zeit gewinnen. um inzwischen die Verhandlungen mit London zum Ende führen zu können, die dann wieder eine Einheitsfront der Gläubigerstaaten gegen Deutschland bringen sollen. England scheint von neuem weich geworden zu sein und will, um die Lausanner Konferenz nicht zu gefährden, ein Pr ovis orium von einem halben oder einem ganzen Jahr durchdrücken in Verlängerung de- Hoover-Feierjahrcs. lieber ein halbes Jahr ließe sich vom deutschen Standpunkt aus politisch vielleicht reden, weil wir ja auch wissen, daß die französische Regierung vor den Kammerwahlen keine Bewegungsfreiheit hat, aber wirtschaftlich i st damit nicht weiterzukommen, denn nicht nur die deutsche. die ganze europäische Wirtschaft braucht endlich Gewißheit, die Voraussetzung für die Rückkehr des Vertrauens ist. Mit Provisorien ist da nichts gemacht, zumal menn ein Provisorium, wie das Laval beabsichtigt, so aufgezogen wird, dab eS in sich eine neue Anerkennung des V o u n g p lans durch Deutschland enthält. Der Kanzler kann also gar nicht ander-, al- aus alle derartigen Andeutungen mit einem glatten Rein antworten. Wir sind nicht imstande, die ungeschützten Zahlungen weiter zu leisten, selbst wenn sie uns nachher in Form eines Darlehen- sofort zurückerstattet werden. Wir können uns daraus berufen, daß die Sachverständigen die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands festgestellt und eine beschleunigte Erledigung verlangt haben. Will Frankreich die Konferenz von Lausanne torpedieren, bann soll es auch offen die Verantwortung dafür tragen und die Schuld auf sich nehmen für alle Folgen, die daraus entstehen müssen. Oie Regierungserklärung. Paris, 19. Jan. (WTD.) Die heutige Sitzung der Kammer eröffnete Kammerpräsident Bouisson mit einer Ansprache, in der er kurz bemcrktx, daß er nicht glaube, aus der ihm durch fe>>» Verlegten Reserve herauszugehen, wenn er erkläre, daß Frankreich nichts von seinen G lä u b i g e r a n s p r ä ch e n Q u f g e h 4.n. könne ohne die Garantie einer Her avsetzung feiner Schulden in gleicher Höhe. Frankreich fei stet- dazu bereit gewesen, sich umfassend anzupassen und seinen Standpunkt zu berichtigen, wenn die Rotwen- digkcit dies erfordert hätte, natürlich unter der Bedingung, daß man gemeinsam darüber berate. Frankreich sei der Meinung, Abkommen, die lange Zeit erörtert und feierlich in Kraft gesetzt worden seien, könnten nicht durch einen einseitigen Entschluß eines der Vertragspartner gekündigt werden. Ministerpräsident Laval verlas darauf folgende Regierungserklärung: Unsere Regierung steht vor groben aufoen- politischen Aufgaben. Sie wird zwei Problemen, die gegenwärtig Gegenstand internationaler Erörterung sind, sich widmen müssen: die Reparationen und die Einschränkung und Herabsetzung der Rüstungen. Die Krisis, deren Auswirkungen Frankreich infolge der gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeit der Rationen auch spürt, hat nicht nur die öffentliche Meinung der Völker in Verwirrung gebracht, sondern auch zahlreiche Systeme wach- gerufen. die eher auf doktrinärer Einbildungskraft a l s auf der Realität der Tatsachen begründet sind. Die Well ist nach Formeln begierig, die ihr Heilung versprechen. Eie nimmt leider mit zu großer Bereitschaft die Theorien auf, die ein Universal- heilmittei bringen wollen Die Annullierung der Reparationen und der Kriegsschulden würde auf bieten Geisteszustand zurückgehen IDIr können für die Zukunft keine Lösungen annehmen, die, ohne die Krise beschwören zu können, Frankreich in feinen wesentlichen Interessen und in seinen durch frei geschlossene Verträge betonten Rechten treffen würden, wir werden uns das Recht auf Reparationen nicht verwehren lassen. Man fordert von uns aber eine Enllastungsquiltung zugunsten unserer Schuldner, wir haben aber eine doppelte Pflicht, nämlich gegenüber den Generationen. die den Krieg miterlebt haben, eine Pflicht der Rechtschaffenheit, die darin besteht, nichts von unseren Guthaben zu opfern, ohne einen entsprechenden Erlaß unserer eigenen Schulden; und gegenüber den kommenden Generationen haben wir eine Pflicht der Vorsicht, nämlich alle Abkommen von einem gerechten Ausgleich der Produktions- und Existenzbedingungen abhängig zu machen. Dieses Gleichgewicht wäre zerstört, wenn nach überwundener Krise das Mißverhältnis zwischen den finanziellen und steuerlichen Lasten, die die Völker in ihrer Aktivität belasten, Frankreich bei der Konkurrenz aus dem Weltmarkt In einen Zustand u n - bedingter Unterlegenheit versefzen würde. Die Regierung wird bei allen bevorstehenden Verhandlungen zur Anpassung der in Kraft befindlichen Vereinbarungen über die Kriegsschulden an die Periode der wirtschaftlichen Depression weiterhin sich streng an diese grundsätzlichen Prinzipien hallen, die das französische Parlament stets gebilligt hat. Die Regierungserklärung behandelte dann weite^ die wirtschaftliche Lage in Frankreich, die Arbeitslosigkeit, die Budgetverabschiedung. Sie ging sodann zum AbrüstungS- Problem über und erwähnte u. a. das Protokoll von 1 92 4, das, obwohl es nicht ratifiziert worden sei, am vollständigsten die fränzosis' e Au'fassung toTer'e/e. ferner die allmähliche Anwendung dieser Gedankengänge in dem Abkommen von ßccarno, dem Kellogg-Pakt, dem allgemeinen Sch edsger.chls-Astkommcn, mit denen sämtlich der Harne Briands verbunden bleibt; all das seien die unveränderlichen Grundsätze der sranzosischen Politik. An dieser Politik haben alle Parteien teilgenommen und alle Franzosen würden sie aufrechterhalten. Alle erklären überdies, daß sie sich den Erfolg nur in einem bestimmten Rahmen denken, nämlich der Achtung des Begriffes des Vertrags. der Schiedsgerichtsbarkeit, der Definierung des Angreifers, des gegenseitigen Beistandes, also der Sicherheit. Es wäre verkehrt, etwa auf irgendeine Schwäche oder Müdigkeit Frankreichs und damit auf den Verzicht auf diese Grundsätze rechnen zu wollen. Der Wille Frankreichs, den Frieden zu organisieren, schließt beides aus. Nie Debatte. Während sich der Senat nach Verlesung der Re gierungcerflärung vertagte, trat die Kammer auf Antrag des Ministerpräsidenten sofort in die Beratung der vorliegenden Interpellationen über die allgemeine und auswärtige Politik der Regierung sowie die Zusammensetzung des Kabinetts ein Als erster Interpellant erklärte der Abgeordnete Ledoux (radikal), er könne dem neuen Kabinett das Vertrauen nicht schenken. — Der sozialistische Abgeordnete F r o s s a r d, sagte, man habe sich in Frankreich anscheinend der Illusion hingegeben, daß Frankreich von der Weltwirtschaftskrise verschont bleiben werde. Heute könne man eine solche Meinung nicht mehr aufrechterhalten. Maginots Tod hätte keineswegs die Gesamtdemission des Kabinetts zur Folge haben müssen. Doch scheine es, daß Laval nur darauf bedacht gewesen sei, ohne Briand wiederzukehren. Er spendete unter frenetischem Beifall von Zweidritteln der Kammer der politischen Tätigkeit Briands Anerkennung. — Der rechtsradikale Abgeordnete Louis Marin rief: Heute verschwindet die Person Briands; morgen wird seine Politik verschwinden. — Frossard erwiderte: Die Mehrheit zeige jetzt ihr wahres Gesicht. Aber die Friedenspolitik sei mit einer reaktionären Mehrheit unmöglich. Laval mäste erklären, ob er tatsächlich Briands Werk vernichten wolle. Der Sozialist Leon Blum erklärte, Deutschlanb verweigere die Zahlungen. Man mässe sich fragen, ob die verschiedenen französischen Kabinette auch alles unternommen hätten, um die republikanischen und demokratischen Kräfte in Deutschland zu unterstützen. Wenn Frankreich sich auf sein Recht versteife, so würden die nationalsozialistische Propaganda und dadurch das Elend und das wirtschaftliche Chaos nur noch verstärkt. Als Blum der Regierung vorschlug, einen Geist der internationalen Solidarität walten zu lassen, entstand auf den Lebhafte Befriedigung in Paris. Tie Rückendeckung für Laval. Pari S, 19. Ian. (TU.) Die scharfe Kammererklärung Lavals findet in Pariser politischen Kreisen ein lebhafte- Scho. — Von recht- bi- weit in die Mittelparteien hinein herrscht außerordentliche Befriedigung und man hebt hervor, daß Laval die Haltung 'Frankreich- noch einmal klar zusammengefaßt und j e - den Zweifel a n den Absichten der Regierung aufgeräumt bat. Laval,Tar- dieu und Flandin würden an den .Rechten" Frankreichs nicht rütteln lassen und mit einem Höchstmaße von Energie zu den bevorstehenden Konferenzen gehen. SS sei nicht die Gewohnheit deS Ministerpräsidenten, leere Worte zu gebrauchen oder sich durch Widerstände in der Verfolgung der französischen Ziele hemmen zu lassen. Die Regierungserklärung habe daS Programm für die Behandlung der Tribut- und Ab- rästungSfrage eindeutig bargelegt und Laval könne in dieser Beziehung der Unterstützung der Ration sicher sein. ES ist ohne Weiteres klar, daß der französische Ministerpräsi- bc. t seine Programmerklärung in biefer so schroffen Form abgegeben hat, um sich vor der Kammer aus eine ftarre und unnachgiebige > Haltung fest zulegen und fich bei ihr b i e nötige Räckenbeckung zu holen. TempS billigt die Erklärung im vollen Umfange. 3 o u r - nal des Dsbats wertet die Regierungserklärung und die Eröffnungsrede deS Kammerpräsidenten in dem Sinne, daß endlich die verantwortlichen Kreise sich entschlossen hätten, die Ration zur einmütigen Abwehr auszu- sordem. „Matin" betont die völlige Einigkeit von der Rechten bis zur äußersten Linken über den wesentlichen Punkt der fraitzösi sichen Außenpolitik, daß Frankreich keinesfalls zahlen werde, wenn Deutschland nicht zahle, und „Echo de Paris" warnt das Ausland vor 31 lultonen über daS Ausmaß der innenpolitischen Streitigkeiten in Frankreich. — Die OppositionSpresse verhält sich kritisch. 'So charakterisiert die radikale .Republique" in einem Artikel die Engherzigkeit in der ReparationSsrage. Bänken der Rechten ein gewaltiger Tumult, so daß der Kammerpräsident mit der Unterbrechung der Sitzung drohte. Blum weigerte sich weiterzusprechen und verlieh die Tribüne. Erst auf mehrmalige Aufforderungen deS Kammerpräsidenten setzte er seine Ausführungen fort und erklärte, die Sozialistische Partei Frankreichs verzichte nicht auf den Grundsatz der Reparationen, solange sie sich im Rahmen der materiellen Zerstörungen hielten, die während des Krieges angerichtet worben seien. Man müsse französischerseits zugeben, baß Deutschlanb bic Reparationen bisher mit Hilfe ausländischer Anleihen bezahlt habe. 3n Deutschland behaupte man, mehr bezahlt zu haben, als man schuldig sei. Gegen eine derartige These genügten selbst amtliche Verlautbarungen nicht. Man brauche vielmehr schlagendeDeweise. und wenn diese Beweise jemals von Deutschland erbracht würden, so würden die Sozialisten die Reichsregierung von allen Zahlungen entbunden erklären. Blum schlug bann eine internationale Untersuchung vor, um bie Wahrheit zu ergründen. Den kurzfristigen Krediten dürfe schon deshalb keine Sonderstellung eingeräumt werden, weil auch die Reparationen keine politischen, sondern Privatschulden seien. Die Sozialisten seien nicht für die große Geste, die man von Frankreich verlange, da Deutschland dann von allen inneren Schulden befreit, eine bevorzug te Stellung einnehmen würde. Eine Angleichung derRe- parationen an die augenblickliche Lage sei jedoch notwendig. Wolle die Regierung etwa zur Politik des Zwanges und der Pfänder zurückkehren? Er wolle nicht, daß der Voungplan einseitig zerrissen werde, aber ebenso wenig, daß man ihn gewaltsam aus- zwinge. Blum trat für die französische These ein, daß an öie Vereinigten Staaten kein Centimes mehr gezahlt werden dürfe, als Fränkreich selbst von Deutschland erhalten werde. Zum Schluß richtet Blum an die Regierung die Frage, ob siediePolitikDriands f o r t s e tz e n wolle. Als Louis M a r i n in die Debatte eingreifen wollte, begannen die Sozialisten ein Pultbeckelkonzert. Frankreich will keine Regelung der Tribuisrage. Das Berliner Echo. Berlin, 20. 3an. (CRD.) Die Regierungserklärung in der französischen Kammer und die anschließende Debatte finden in der Morgen- Presse ein lebhaftes Echo. Die ,V o s s. Z t g.“ betont die innerpolitischen Einflüsse auf die Erklärung und nennt Lavals Reparationsthese den betrüblichsten Beweis dafür, daß die Aussicht auf Wahlen den Blick auf die wirklich wesentlichen Dinge in Frankreich leider sehr weitgehend getrübt h be. — Die „DeutscheAllgemeine Zeitung" schreibt: Mit tlarcn Werten ausgesprochen, laute das Ergebnis schon der bisherigen Vorbesprechung einfach dahin: DieTri- butfrage soll 1932 nicht geregelt werden. Mit unverhülltem Hohn werde der Plan der großen Schuldenstreichung weiter als ein utopisches Allheilmittel bezeichnet. als der Ausfluß eines Geisteszustandes, den Frankreich a b l e h n e. — Die „D o r se n z ei tun g", die ebenso wie die Scherlblätter die Aeußerung Lavals, daß Frankreich sich nicht das Recht auf Reparationen nehmen lasse, in den Mittelpunkt ihrer Bewertung der Regierungserklärung stellt, sieht in dieser eine erneute Kampfansage gegen den deutschen Wiederaufbauwillen. Shylock stehe nicht rechts noch links, er stehe auf seinem Schein und — drohe uns mit dem Messer. Der „T a g“ spricht von einer Torpedierung von Lausanne und Genf. Das Blatt fordert, daß der Kanzler auf jeden Fall, fei es in Lausanne, sei es in Genf, seine Feststellungen ganz unmißverständlich wiederholen mässe, um zu bekunden, daß nicht Verhandlungen über einen dritten andern Voungschcma zu entwickelnden Tributplan zur Debatte stünden, fonbem die endgültige Niederschlagung der Tri- butzahlungen. ohne die eine wirtschaftliche und politische Bereinigung unmöglich fei. Deutschland hält an der Konferenz von Lausanne fest. Berlin, 19. Jan (LRR.) Amtlich. Gegenüber der haoaserklärung, in der eine Verlängerung des Hoooer-Moraloriums angeregt und für den Fall dieser Verlängerung die Lausanner Konferenz als überflüssig bezeichnet wird, wird in Kreisen der Reichsregierung mit allem Nachdruck betont, daß Deutschland nach wie vor unter allen Umständen an dem baldigen Zusammentritt der Reparationskonferenz in Lausanne fest hält. Ls kann nur immer wieder auf den wiggins-Bericht vom August v. I. und auf das Baseler Gutachten hingewiesen werden, die beide die Notwendigkeit einer baldigen Regelung der Reparationsfrage verlangen. Man ist in Kreisen der Reichsregierung der Auffassung, daß sich kein Staatsmann diesen Notwendigkeiten entziehen kann. Auch in der Berliner Presse kommt der amtlich vertretene Standpunkt zum Ausdruck, daß eine Verschiebung für Deutschland mit den schwersten Auswirkungen verbunden wäre. — Die „Vossische Zeitung" glaubt, daß in der Hauptsache die Pariser Regierung sich deshalb gegen die Lausanner Konserenz wehrt, weil, es ihr nicht gelungen sei, in den Vorverhandlungen eine Einigung mit den anderen Staaten zu erreichen und die Sicherheit zu erlangen, daß die Gläubigerstaaten der deutschen Delegation auf der Konferenz mit einem einheitlich en Programm gegenübertreten. — Das „Berliner Tageblatt" betont, daß die Verantwortung für eine, möglicherweise katastrophale. Verschärfung der Weltkrise auf denjenigen Mächten ruhen würde, die jetzt die V e r s ch test u n g der Konferenz forderten, und es sei keineswegs ganz ausgeschlossen, daß diese Mächte bald selbst den Wunsch haben möchten, eine Entscheidung schon vor Ablaus des halben 3ahres herbeizuführen, um eine rapide Verschlimmerung der Weltwirtschaftslage und ihrer eigenen Verhältnisse aufzuhalten. Scharf wendet sich die „Börsenzeitung" gegen die französischen Bestrebungen. Das Blatt schreibt: Riemais wird man in Deutschland auch nur einen Augenblick mit Gedanken spielen, wie sie in dem Havas-Kommunique zum Ausdruck kommen. Wir denken nicht daran, uns in Lausanne mit dem .Versprechen" zu begnügen, daß das Tributmoratorium verlängert werde, wenn Amerika seinen Kriegsschuldnern gegenüber ein gleiches Entgegenlo rmen zeige TerVvung- Plan ist tot; das ist die einzige Basis, auf der sich Deutschland dazu bereitfinden kann, die Llndurchführbarkeit und effektive Richtigkeit deS Verdoppelung des Butterzolles. Gchuh der deutschen Milchwirtschaft gegen die Auswirkungen der Krisis auf dem internationalen Buttermarkt. Berlin, 19.Januar. (MTB.) Amtlich. Die Reichsregierung hat den autonomen Butler- 3 o U von 50 R 21L auf 100 R 2H. für den Doppelzentner erhöht. Auf die Einfuhr aus Landern, deren Wahrung unter die Goldparität gesunken ist. wurde gemäß der Verordnung des Reichspräsidenten über außerordentliche Zollmahnahmen vom 18. D. 21L ein Zuschlag von 15 v.h. des Wertes der Butter oder von 36 R21L je Doppelzentner eingeführt. Der dieser Berechnung des Zollzuschlags zugrundegelegte Wert der Butler ist unter Berücksichtigung des Preises der Ware vor Sinken der Währungen unter die Goldparität auf 240 R2U. je Doppelzentner ange- seht worden. Der Butterzoll für die Länder, mit denen das Deutsche Reich nicht in einem handelsvertraglichen v e r h ä l t n i s fleht, wurde auf 17 0 R'Rl. je Doppelzentner festgesetzt. Der autonome Zoll für Quark aus Magermilch, Wolkeneiweih, wurde auf 17 RW. je Doppelzentner erhöht. Dazu wird von der Regierung erklärt: Der wichtigste -Zweig der bäuerlichen Veredelungs- Wirtschaft, die deutsche Milchwirtschaft, stand in den letzten Wochen in zunehmendem Maße unter dem unerhörten Druck des völligen Zusammenbruchs am internationalen Duttermarkt. Dieser wurde, abgesehen von der sich in den letzten Jahren ständig st e i - gernden Duttererzeugung in der Welt, vor allem verursacht durch die Entwertung verschiedenermaßgeblicherWährun- gen und die sich mehr und mehr verringernde Aufnahmefähigkeit des englischen Duttermarktes. In ununterbrochener Folge sanken aus diesen Gründen die für den Weltbuttermarkt entscheidenden Preise in Kopenhagen seit Mitte September 1931 von 118 Mark ju Zentner auf gegenwärtig 75 Mark je Zentner, d. h. um 43 Mark je Zentner ab. Bei der bisherigen Abhängigkeit des deutschen Buttermarktes vom Weltbuttermarkt drohte sich dieser Preissturz in vollem Umfange auch auf die deutschen Butterpreise zu übertragen. Unter diesen Umständen wurden die Verhältnisse für die deutsche Milchwirtschaft, die mit einem P r o du kt i o n s w e r t von rund vier Mil- liarden RM. in normalen Zeiten neben der Fleischerzeugung mit an der Spitze aller Produktionszweige stand, völlig unerträglich. Die Berliner Butternotierung ging auf 97 RM. je Zentner oder bei einem Friedenspreis von 131 RM. je Zentner im Januar 1913 auf74v. H. des Friedenspreises zurück. Demgegenüber belaufen sich die P r o d u k t i o n s k o st e n der Landwirtschaft auf etwa 12 0 v.H. des Friedenswertes. Die sich aus dieser Situation für die Milchwirtschaft ergebenden Verluste müßten täglich auf Millionen oder jährlich auf Milliarden Verluste veranschlagt werden. Angesichts der verzweifelten Lage der bäuerlichen Betriebe und im Hinblick auf die Unmöglichkeit, durch staatliche Maßnahmen zum Ausgleich eine angemessenere Gestal- tung der Viehpreise herbeizuführen, da deren Tiefstand fast ausschließlich eine Folge der durch starken Import an Futtergetreide und Rekordsuttermittelernten der letzten -Jahre überhöhten Viehbestände ist. gab es für die Reichsregierung unter sorgfältiger Abwägung und Berücksichtigung der deutschen Aussuhrinteressen keine andere Möglichkeit, die deutsche Landwirtschaft und damit den wichtigsten Faktor des deutschen Binnenmarktes vor der Vernichtung zu bewahren, als die Milch- und Duttererzeugung g g n die verheerenden Auswirkungen der internationalen Dutterkrise zu schützen. Sozialdemokratischer Protest. Berlin, 19. Jan. (ERD.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraltion hat beim Reichskanzler Dr. Brüning Vorstellungen gegen die Erhöhung des Dutterzolles erhoben. Die Fraktion ist der Ansicht, daß die Dutterzollerhöhung keine wirksame Hilfe für die bäuerliche Veredelungswirtschast bringen könne. Der Rückgang des Butterpreises sei im wesentlichen durch die rasch sinkende Kaufkraft der städtischen Bevölkerung hervorgerufen worden. Eine Preiserhöhung würde also nur eine vermehrte Abwanderung zum Margarinekonsum bedeuten. Außerdem würde über die Verteuerung eines so wichtigen Rahrungsmittels in stärkstem Widerspruch zu der Preissenkungsaktion der Reichsregierung stehen- Auch bedrohe die Erhöhung des Butterzolles den deutschen Export. Eine große Reihe wichtiger Abnehmer der deutschen Judustrieprodukte würde in der jetzigen Situation auf Gegenmaßnahmen nicht verzichten, die neue Arbeitslosigkeit infolge Einschränkung des deutschen Exports bewirken würden. Die Strasanlräge im Melker Tuberkulose-Prozeß. Lübeck. 19. Jan. (WTB.) In der heutigen Verhandlung sprach Staatsanwalt v. Beust über die Krankenschwester Anna Schütze. Die Staatsanwaltschaft nimmt als Ursache des Llnglücks eine Verwechselung an und als Zeitpunkt den Monat November 1929. Wie eine solche Verwechselung erfolgt ist, ist schwer zu sagen. Eine Möglichkeit ist folgende: Die Schwester hat in ihrer Vernehmung gesagt, dah man zur Herstellung der Emulsion eine Platinöse benutze, die man auch im täglichen Gebrauch verwendete. Für die Herstellung der Kulturen und der Abimpfungen aus dem flüchtigen BCG. ist aber eine andere Oese benutzt worden. Das ist eigenartig. Ob diese Verwechselung wahrscheinlich ist, kann man nicht sagen, aber auch wenn dadurch das Unglück entstanden wäre, so würde das die Folge der mangelhaften Organisation sein, die Professor Deycke zur Last zu legen ist. Es ist wahrscheinlich, daß ein Versehen passiert ist, wem, kann man nicht sagen. Ein Verschulden der Schwester läßt sich nicht nachweisen und demgemäß wird der Oberstaatsanwalt seine Anträge stellen. Oberstaatsarwult Dr. Lien au plädierte dann gegen Professor Klotz. Er wies darauf hin, daß ihm nach seiner Dienstanweisung die Fürsorge über sämtliche Kinder im Kinderhospital oblag. Aus der auffälligen Häufung der Einlieferung im Jahre 1929 hätte der Angeklagte stutzig werden müssen. Professor Klotz wurde von den Eltern der Gedanke nahegelegt, die Erkrankungen könnten auf die Fü tterung zurück- zu führ en sein. Frau Dr. Küsel habe gesagt, schon wieder ein Calmette-Kind. Am 17. April 1929 hätte Professor Klotz Zweifel an der Unschädlichkeit des BCG. bekommen müssen. Trotz aller Bedenken habe er aber noch vier Tage Urlaub genommen. Wenn also Fahrlässigkeit vom 17. April an schon gegeben sei. so falle Professor Klotz die Schuld an einem Todesfall und an der Erkrankung von 12 Kindern zu. Sollte das Gericht aber glauben, dah diese Fahrlässigkeit erst am 23. April eingetreten sei. so falle ihm die Schuld an der Erkrankung mehrerer Kinder zu. Es liegt also fahrlässige Körperverletzung vor. Der Oberstaatsanwalt betonte, daß der Angeklagte Dr. A l t st a e d t außerordentlich fahrlässig gehandelt habe. Aber gerade das mache die Entscheidung überaus schwer, dah auf der Anklagebank Männer sitzen, die mit ganzer Liebe der Gesundheit und dem Wohle der Menschheit dienten. Prof. Deycke sei ein Mann von hoher ethischer Lebensauffassung und Dr. Altstaedt habe sich von dem Gedanken leiten lassen, die Lübecker Kinder von dieser furchtbaren Krankheit zu retten, nachdem er vorher seine Gattin durch Tuberkulose verloren hatte. Aber wir haben dem Gesetz zu folgen. Der Oberstaatsanwalt beantragte dann auf Grund des § 222 Abs. 2 des Strafgesetzbuches (fahrlässige Tötung) gegen Prof. Deycke und Obermedizinalrat Dr. A l t st a e d t eine Gefängnis st rafevondreiIahren, gegen Prof. Dr. Klotz ein Jahr Gefäng- nts und Freisprechung der Schwester Anna Schütze. ganzen Tributshstems auch international bescheinigen zu lassen. — Rach Ansicht der .Rachtausgabe" würde ein Verzicht auf die Lausanner Konferenz bedeuten, dah die Regierung ihre beabsichtigte Ankündigung der Zahlun-'su fü^igkcit D utlch- lands offiziell überhaupt nicht Vorbringen Lnne. es sei denn, der Reichskanzler entschlösse sich, die kürzlich in vertraulichen Be- sprechui3gen mit den Botschaftern abgegebene Erklärung durch eine offizielle Rote den Gläubigerregierungen gegenüber zu w ederholen. England schwankt. Die Angst vor einem deutschen W ederausstreg. London, 20. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter schildern heute die völlige Verwirrung, die wegen der -geplanten Reparationskonferenz herrscht, drücken aber die Hoffnung aus, daß die interessierten Mächte sich in irgendeiner Weife einigen werden. Sie stellen fest, dah Deutschland mit einer blohen Verlängerung des Moratoriums nicht einverstanden ist, und auf einen Zusammentritt der Konferenz beharrt, dah aber anderseits vor Abschluß der französischen Kammerdebatte eine Klärung der Lage unmöglich sei. Die Blätter halten es für ausgemacht, daß mit oder ohne Konferenz in Lausanne ein Aufschub der Hauptfragen erfolgt. .Daily Mail" und „Daily Expreß" lehnen eine Beseitigung der deutschen Reparationsverpflichtungen entschieden ab. — „Times" betont, daß weder eine „gemeinsame Front" von Gläubigern gegenüber Deutschland, noch eine „gemeinsame Front" von Schuldnern gegen Amerika gebildet worden sei. Die britische Regierung wünsche dringend eine freie Vereinbarung zwischen Gläubigern und Schuldnern. — „Daily Telegraph" betont, dah Lavals gestrige Erklärung die Dinge auf den toten Punkt bringe. 2n erster Linie sei eine vernünftige Haltung Deutschlands und Frankreichs notwendig, denn irgend- w i e mühten die europäischen Mächte es fertig* bringen, an die Arbeit zu gehen. — „Morning Post führt aus, dah eine endgültige Reparationsvereinbarung Die Besorgnisse berücksichtigen müsse, dah Deutschland durch Strei- chungseinerDerpflichtungenzumäch- tig werden könnte. Andererseits müsse England aber auch angesichts seiner großen Darlehen an Deutschland an die verhängnisvollen Folgen eines deutschen Zusammenbruches denken. — „Rews Chronicle" erklärt, die einzige Rechtfertigung für eine Vertagung der Konferenz wäre der vorherige Abschluß einer grundsätzlichen, allgemeinen Vereinbarung, über deren Einzelheiten später verhandelt werden könnte. Amerika bleibt fest. Vergebliche Londieruugen Lavals in Washington. „Wash i n g t o n, 19. Jan. (WTB.) Der französische Ministerpräsident hat in Washington die Haltung der amerikanischen Regierung in der Schuldenfrage sondieren lassen. Laval erklärte dem amerikanischen Botschafter in Paris, er könnte schwerlich die Vertagung und die Hinausschiebung der Schuldenzahlungen vor dem Parlament anregen, ohne vorher über die Haltung der Vereinigten Staaten unterrichtet zu sein. Frankreich habe in einer Rote verlangt, dah die p o l i tisch en S ch u l d e n und Reparationen die P r i o - rität vor den Privatschulden genießen sollten, falls Deutschland nach Beendigung des Moratoriums nicht alle Schulden zahlen könnte. Laval wünschte zu wissen, ob eine Möglichkeit bestünde, dah der Kongreh seinen Widerst and gegen jede Herabsetzung oder Aufhebung der Kriegsschulden a u f g e E> e. Das Staatsdepartement beobachtet indessen noch immer Stillschweigen über eine Verlängerung des Hoover-Moratoriums. — Dem „Newyork Herald" dagegen wird aus Washington berichtet, daß das Staatsdepartement Botschafter Edge beauftragt habe, Laval davon zu unterrichten, daß die amerikanische Regierung sich nicht entschließen könne, ein neues Moratorium z u ver- sprechen und daß die Parteiführer im Kongreß das Weiße Haus vor jeder Ausdehnung des Hoover-Moratoriums gewarnt hätten. — Nach dem „Figaro" soll die Antwort Washingtons ferner hervorheben, daß die Ansicht der amerikanischen Regierung dahin gehe, die europäischen Staaten könnten ihre Schulden bezahlen, wenn sie untereinander das Vertrauen wieder Herstellen und ihre Rüstungskosten herabsetzen würden. Oie Arbeit des preiskommiffars. Berlin, 19. Jan. (CNB.) Wie amtlich mitgeteill wird, hat der P r e i s k o m m i s s a r auf Grund seiner Verhandlungen mit den Brauereien angeordnet, daß der Bierpreis ab 1. Februar um zwei -Rark je Hektoliter Vollbier gesenkt wird, also von 49,85 auf 47,85 Reichsmark. Der Ausschankpreis soll eine entsprechende Senkung erfahren. Die Seifenindu str i e hat für die wichtigsten Sorten ihre Preise gegenüber dem Stande vom 30. Juni 1931 auch bei den nichtpreisgebundenen Waren imDurchschnitt um mindestens 10 Prozent gesenkt. Soweit eine solche Preissenkung bisher nicht vorgenommen wurde, ist sie, abgesehen von Schmierseife, im Laufe des Monats Januar durchzuführen. Durch Verordnung sind Preisauszeichnungen auch für Sch uhreparaturen angeordnet worden. Ferner sind die Schornsteinfegertaxen gegenüber den Sähen vom 1. Dezember 1931 um 15 v.H. gesenkt worden. Oer Nationalsozialismus und das Handwerk. Der Frankfurter Handwerkerrat hatte zu einer Versammlung des Frankfurter Handwerks im Dolksbildungsheim eingeladen in der Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung der RSDAP.. Dr.Wagne.r (München), einen Vortrag über Rationalsozialismus und Handwerk und Gewerbe hielt. In längerer Rede umriß Dr Wagner das wirtschaftspolitische Programm der RSDAP. Die Behauptung, dah die Rational- sozialsten das Eigentum enteignen wollten, sei eine ßüge; im Gegenteil wollten sie d e m E i g e n- tum wieder freies V e r s ü g u n g s r e ch t geben. Sie würden nicht den Staat zum Opfer der Wirtschaft machen, sondern sie würden die Wirtschaft aus den Fesseln desStaa- t e s lösen. Auch die Behauptung, die RSDAP. wolle eine neue Inflation, sei Unsinn. Die Partei werde vielmehr dafür sorgen, daß jede inflatorische Arbeit verhindert werde und die Währung wieder stabil wird. Die Stühe der Währung sei nicht das Gold, sondern die Autorität des Staates und das Vertrauen, das der Staat genieße. Die RSDAP. wolle eine völlige Trennung von Wirtschaft und Staatsverwaltung durchführen. Sie schlage die Durchführung einer berufs ständischen Gliederung vor. Die gesamte Wirtschaft müsse in fünf Stände eingeteilt werden, und zwar Industrie, Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe, Handel und freie Berufe. Es müsse dann eine Wirtschaftskammer gebildet werden, die wiederum aus fünf S tä n d e k a m m e r n besteht. Diese fünf Ständekammern seien in Fachgruppen zu gliedern. In diesen Fachgruppen dürsten nur diejenigen Kreise vertreten sein, die zum Stande gehörten. Die Lehrlinge Dürften keine Vertretung bekommen! sie müßten erzogen werden und die Verantwortung für die Erziehung müsse wieder beim Meister liegen. Es dürfe keiner selbständig werden, ohne nicht vorher Lehrling und Geselle gewesen zu fein. Die Fortbildungsschulen müßten durch den Stand geleitet werden. In die Versicherungen müßten Sicherungen eingeschaltet werden, damit die Kassen nicht ausgenutzt werden konnten. Die Stände mühten die Oberäussicht über die Kassen haben, bis jeder Stand seine eigene Krankenkasse hat. Sn der Arbeitslosenfrage vertrete die RSDAP. den Gedanken der A r b e i t s d i e n st p f l i ch t. Es müsse eine Rücksiedlung aufs Land vorgenommen werden, und dazu werde die Arbeitsdienstpflicht die Möglichkeit geben. In der Steuerfrage stehe die RSDAP. auf dem Stand* Jun“. öaft es nur zweiSteuern geben dürfe, die Einkommensteuer und die V e r - b r a u ch s - oder Luxus st euer, die davon ausgehe, daß das, was lebensnotwendig ist, nicht besteuert wird. Was darüber hinausgeht, müsse steuerlich ersaht werden. Das Geld - und Kreditwesen müsse wieder in den Dienst Der Wirtschaft gestellt werden. Es dürfe keine Privatbanken mehr geben, sondern nur Staatsbanken, in denen auch die Vertreter der Stände ein Wort mitzusprechen hätten. Zum Schluß beschäftigte sich der Redner mit Den verschiedenen Maßnahmen, die die RSDAP. zur Wiederingangsehung der Wirtschaft vorschlagt. Die bisherige kapitalistische Wirtschaft habe den großen Fehler begangen, daß sie immer von dem Gedanken der Produktion ausgegangen sei und auf die Kaufkraft überhaupt nicht Rücksicht genommen habe. Wenn eine Wirtschaft wieder zu gesunden Verhältnissen kommen solle, so könne es nur eine nationale Wirtschaft fein. Gründung der Hessischen Landvolkpartei. WSR. Darmstadt, 16. Jan. Die Abgeordneten Glaser und Fenchel (seither Landbund) haben einen Aufruf zur Gründung der Hessischen Landvolkpartei erlassen, in Dem es u. a. heißt: Der H e s s i s ch e L a n d b u n d hat sich für politisch neutral erklärt. Damit fehlt Der Sammelpunkt für Die Vertretung der Sache des Landvolks in den politischen Körperschaften. Mehr denn je braucht heute unser Landvolk neben seiner wirtschaftlichen und berufsständischen Organisation eine Vertretung in Politik und Parlament. Die fogenanten „Weltanschauungsparteien" haben unser Landvolk in der Vergangenheit im Stiche gelassen und das wird auch in Zukunft nicht anders werden. Qlerger denn je ist Der Dauer vom Sozialismus aller Richtungen bedroht. Die Krisis in Wirtschaft und Politik drängt auf nahe Entscheidung. Es gilt, die Grundlagen des Bauerntums zu retten: „Freie Scholle, freies Eigentum", selbstverantwortliche Wirtschaftsführung. Cs gilt im Landvolk, Dom und Jungquell Der Aanon zu erhalten. Diese Ziele sind nur zu erreichen, wenn sich das Landvolk zusammenschließt in einer unabhängigen, selbständigen, politischen Organisation auf berufsständischer, christlicher, nationaler, konservativer Grundlage. Kleine politische Nachrichten. Unter dem Vorsitz des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg trat das Kuratorium der 1927 von ihm gegründeten Stiftung ..H i n d e n b u r g s p e n d e" zusammen. Dem Geschäftsbericht i? ; entnehmen, daß die Stiftung bisher im- - amt nahezu 5 Millionen M aV ..' in rund 27 000 ©in^elfällen vorzugsweise an 'Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Veteranen verausgabt hat. Im Jahre 1931 wurden 999 000 Mark an Unterstützungen ausgezahlt. Der Vorsitzende der nationalsozialistischen Reichstagssraktion, Dr. Frick, der vor seiner Ernennung zum thüringischen Innenminister bayerischer Staatsbeamter war, kehrt jetzt wieder i n den bayerischen Staatsdienst zurück, und zwar als Regierungsrat erster Klasse bei der Regierung von Oberbayern und Mitglied des Oberversicherungsamtes. * Der Danziger Völkerbundskommissar Äraf G r a • Dina hat zum Schutze der Danziger Staatsangehörigen im polnischen Eisenbahn- Dienst entschieden, daß künftighin Danziger Bürger, die zum Betriebspersonal der Danziger Eisenbahnen gehören, nicht mehr ohne ihre Zustimmung nach Polen oersetzt oder in Polen beschäftigt werden dürfen. Polen Darf nur eng umrissene Gruppen höherer Beamter mit polnischen Staatsangehörigen besetzen, aber das gesamte Büropersonal bei der Danziger Eisenbahndirektion und den Danziger Eisenbahnämtern einschließlich der Amtsoorsteher und das gesamte Außenpersonal ist mit Danziger Staatsangehörigen zu besetzen. * Der von der spanischen Regierung eingesetzt» Juristen-Ausschuh zur Prüfung der Frage der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit der Auflösung des Jesuitenordens hat diese Frage bejaht. Voraussichtlich wird nun demnächst eine Verordnung des Justizministers über die Auflösung des Jesuitenklosters in Spanien erscheinen. Aus aller Welt. Tragischer Ausgang eintr Verbrecherjagd. In Schwerin wurde ein von auswärts stammender Mann in mittleren Jahren von der Kriminalpolizei wegen eines Fahrraddiebstahl s v e r f o I g t. In der Elisabethstrahe gelang es einem Schuhmann, den Flüchtigen zu halten. Im selben Augenblick zog der Fahrraddieb einen Revolver, riß sich von seinem Verfolger los und lief davon. Durch mehrere Straße nbis zum Kreuzgang am Dom ging die wilde Jagd. Plötzlich hörte man vom Kreuzgang her zwei Schüsse. Der Flüchtige hatte Dort Den Arbeiter Franz Swientkowiak aus Hamborn, Der sich ihm entgegengestellt hatte, Durch einen Re- volverschuh niederge st reckt und unmittelbar Darauf Selbstmord begangen. Der Zustand des Swientkowiak ist hoffnungslos. Riesige Heringsschwärme vor der Elbmündung. Cuxhavener Fischer, die mit großen Heringsfängen eintrafen, berichten über riesige Herings- schwärme, die seit Ende vergangener Woche vor der Elbe stehen. Aach der Schilderung Der Fischer sind die Schwärme teilweise so stark gewesen, daß es unmöglich war, mit den Retzen hindurch- zukommen. Natriumexplosion in Norwegen. Infolge von lieberschwemmungen bei Dergen drang das Wasser in ein Ratriumlager einer Fabrik ein. Es entstand eine Explosion. Die herumschwimmenden brennenden Ratriumbehälter setzten noch verschiedene kleinere Lagerschuppen und das Holzlager der Fabrik in Drand, das vollständig eingeäschert wurde. Schweres Aukobusunglück bei Batavia. Bei Batavia wurde ein Autobus, der sich auf der Fahrt von Bantam nach Batavia befand, an einem Cisenbahnübergang von einem Zuge ersaßt und etwa 500 Meter weit mitgeschleift. Auf einer Drücke stürzte der vordere Teil des Autobusses über das Brückengeländer i n einen Fluß, während der Hintere Teil zwischen Zug und Geländer eingeklemmt wurde. Bon den Insassen deS Autobusses wurden sieben getötet und zwölf verletzt. Wirbelsturmkatastrophe in Alabama. Der Staat Alabama wurde von einem Wirbelsturm heimgesucht, dessen Opfer auf 11 Tote und 150 Verletzte geschätzt werden. Auch der Materialschaden und die Verluste an Vieh sind außerordentlich groß. Bei einem Zimmerbrand erstickt. In Stetten am Kalten Markt (Amt Meßkivch in Baden) ist bei einem Zirninerbrand Der im anstoßenden Schlafzimmer liegende 72jährige Vater des Besitzers, noch ehe Der Brand entdeckt worden war, erstickt. Drei Kinder erstickt. Sechs ftnaben, die in einer verlassenen Sand» fteingrube bei Neapel spielten, wurden, als die Grube plötzlich einstürzte, unter den Er d m a f - s e n begraben. Die Feuerwehr befreite mit größter Mühe die Verschütteten. Drei Kinder waren jedoch bereits erftidt. Dec völkerbundsausfchuß für Kunst und Literatur tagt im Goethejahr in Frankfurt a. M. Der Dölkerbundsausschuß für Kunst und Literatur hatte auf seiner letzten Tagung beschlossen, seine nächstjährige Tagung anläßlich der Goethe- Jahrhundertfeier in Frankfurt a. M abzuhalten. Die Verlegung der Tagung nach Frankfurt a. M. war jedoch in der letzten Zeit fraglich, weil der Völkerbund entsprechend dem allgemeinen Sparprogramm auch den Etat für geistige Zusammenarbeit stark beschnitten und sich gegen die Verlegung von Tagungen außerhalb Genfs ausgesprochen hatte. Runmehr ist eS gelungen, diese Schwierigkeiten zu beheben. Der Ausschuß, dem namhafte Persönlichkeiten des geistigen und künstlerischen Schaffens der verschiedenen Länder angehören, aus Deutschland u. a. Thomas Mann und Geheimrat Wäholdt, wird infolgedessen vom 12. bis 14. Mai in der Goethe-Stadt seine Tagung abhalten. leli. •etbrtdjttjagb. n auSvärt- stam. ren von der Art# ohrraddleb# lisabethsirohe gewichtigen zu Hal# der Fahnaddirb von seinem 2er- h mehrere 6ha# ln ging die wild« i xreuzgang her . e hatte dort den M Hamborn, der durch einen At- : und unmititl# mgen. Der Zu# nungiloi. r Llbmündung. groben Hering»# riesige Herings# gener Woche vor >erung der Fischer so flarf gewesen, x Äehen hindurch- !, bn Frage ba dick Frag« '".demnächst eine 8 über die Aus# Spanien erscheinen. ' und jy Achten. !ttl «MÄ n «labam-. einem Sir-« 1 Tote und 15» Huch der Vatenob sind außerordentlich nd ttstiöl- M (2ünt Detzkv» )C 72jöhrisr nbcntH^ lM«f®ri, fe."b°U ?""D«r Bür. ,*)an5|ger (Siiet, uflimntuna Kt-gtwerd.; 'II ne @ruPPMl "ntsangehörigen P«lonal bei 6#r b‘n Donzjg„ \ WsDorfttber ;Üfl hl ,-n wurden, nis 76rD”gl *s* antfurt a-M. ir ^Alosten, 4> Ä {tagu%^ineB dem 7at fit den ®‘t{ he' &SES5 *«&? i n und W lorwegen. mgen bei Bergen [atriumlager stand eine Ervlo- brennenden Ha# schiedene kleinere jet der Fabrik in hert wurde. bei Bataola. vbuS, der sich aus satavia befand, afi n einem Fuge wett mitgeschktst der vordere Teil ktüdenaelänbtr in niete it wurde. Bon den den sieben ge- Aus der provinsialhauvGadt. Drehen, den 20.3anuar 1931. Gymnastik für Vielbeschäftigte. Die Wunderwirkunq der Gymnastik auf unseren 5töc, e poften w r w.h. alle erkannt! W r ble.ben elastisch und erhalten uns viel langer jung als ohne die förderlichen Körperübungen Eine Schwierigkeit ist nur, dah es unS im Getriebe der Tage ost schwer fällt, die nötige Zeit dafür zu erübrigen, und dah auch dem ungeübten Körper ost schon kleine Hebungen schwer fallen. Dieses AnsangLstadium, daS unangenehm ist, muh überwunden werden: der Körper ist unglaublich gelehrig und belohnt un-, wenn wir Geduld mit ihm haben! 2llS besonder- empfehlenswert auch für die nicht mehr gan) Jungen find die Hebungen zu erwähnen, die in liegender Stellung auSgeführt werden, während der Zeit, die man dem Körper -um Qlu^rubcn gönnt Eine andere Reihe von Hebungen kann man bei feinen verschiedenen Arbc tcn immer so zwischendurch machen. Die Hebungen sind am besten morgen- In einem Radeanzug auszuführen Wenn einem da« im ersten Augenblick auch kalt erscheint, wird man sich doch schnell erwärmen. Man legt sich auf eine Chaiselongue, mit Kissen unter dem Kopf, da der Blutandrang nach dem Kopf sehr lästig und für viele unerträglich ist. Run streckt man erst da- eine Dein so kräftig au-, wie man kann, dann das andere, und* darauf auch die Arme. Run hebt man die Beine langsam bis sie mit dem Körper einen rechten Winkel bilden, und senkt sie dann auch ganz langsam wieder. Hieraus streckt man da- eine Bein flach aus und hebt da- andere, mit gestreckten Knien natürlich, so hoch man eben kann Hierauf bewegt man die Zehen vor- und rückwärts. Auf diese Weise wird der Fuh geschmeidig gemacht Man kann diese Hebungen auch gleich im Bett ausführen, nachdem man die Decke entfernt hat. Eine ausgezeichnete Hebung, um die Knöchel biegsam und schlank zu machen, kann man überall aussühren wo man sitzt, also zum Beispiel an der Schreibmaschine, in bet Strahenbahn ober so Man schlägt ein Bein über ba- anbere, richtet bie Fuhspitze abwärts unb läßt ben Fuh kreisen, ab» wechselnb nach links unb nach rechts. Auch mit den Stiften muft man immer nach einiger Zeit wechseln. Die gleiche kreisende Bewegung soll man auch mit den Händen ausführen. Kopfkreisen wirb vielfach als nützlich empfohlen, wirb aber nicht von allen vertragen. Eine sehr empfehlenswerte Methobe ist, beim Duften am Mittag ober Spätnachmittag bie Stifte hochzulegen, in bet Sorm, baft man bie Deine amieftl und sie vom Knie ab auf entsprechen!» ftoftc Kissen legt. So bekommt ber Leib eine Blutzufuhr, bie sehr vorteilhaft wirkt. BefonberS bei nervösen Menschen wirb bleses Ausruhen sich sehr wohltätig erweisen. Segensreich sinb auch bie Atemübungen. Sür sie sollte man sich immer ein paar Minuten Zeit nehmen denn man verbessert dadurch seine Gesundheit erheblich und erhöht seine geistige unb seelische Spannkraft. Man stellt sich in aufrechter Haltung hin, zieht bie Schultermuskeln an unb hebt nun langsam bie Arme, mit zusammen- ftoftenben Händen, bis man bann über dem Kopf die Hände nach den Seiten führt und darauf langsam senkt Während des Hebens ber Arme atmet man ein, währenb bes Senkens aus. Zu beachten ist, bah bie Einatmung buteft bie Rase au erfolgen hat. währenb man bas Ausatmen durch ben Munb besorgen kann. Wenn man bie Cungc zwingen will, sich richtig mit Lust voll- zupumpen, so atmet man erst richtig ein unb ftöftt dann bie Luft in kleinen Rucken butch ben Munb toiebet auS, unb zwar so lange, bis man nicht weiter kann unb bie Luft wie in einem Krampf einsaugt. Mehrmals ftintereinanber toicberftolt, erfrischt biefe Atemübung ungemein. Man soll fie besonberS bei Spaziergängen auSführen, ba sie in guter Luft natürlich besonbers wirksam ist. H.Sch. Die Mieisenkung in Hessen. Zur Beseitigung von Zweifeln, die von verschiedenen Seiten erhoben wurden, wird amtlich nochmals darauf hingewiesen, daft sich bie gesetzliche Miete gemäft § 1, Kapitel II, vom Zweiten Teil der Vierten Rotverorbnung vom 8. Dezember 1931 nur um zehn vom Hundert ber SriebenSmiete ermäßigt. Die Zuschläge werben von ber vollen Fricbcns- mictc wie bisher berechnet. Beispiel: Die Fric- den-miete vom 1. Juli 1914 war 100 Mk. unb die gesetzliche Miete im Dezember 1931 122 Mk. Die Miete von Januar 1932 ab beträgt dem- nach: 100—10 Prozent — 90 Mk., dazu der Zuschlag = 22 Mk.. zusammen: 112 Mk. In den Fällen, in denen bas Wassergelb auf bie RuhungSberechtigten bisher umgelegt wurde, gilt die Bekanntmachung vom 22. Dezember 1930 auch weiterhin. Die neuen portosähe. Zahlreiche Klagen aus ber Bürgerschaft über ungenügendes Frankieren von D.ie'en u.-b Postkarten, namentlich im Ortsverkehr, geben Anlaft, erfty^auf bic Aenberungen der Portofähe hin- zuweiser^x kosten Fern briefe bis zu 20 Dramm jetzt 1 2 Pfennig (bisher 15 Pf.), Sem- briefe von. 20 bis 250 Gramm jetzt 2 5 Pfennig (bisher 30 Pf.). Fernbriefe über 250 Gramm unverändert wie bisher 40 Pfennig. Postka r- ten kosten jetzt im Fernverkehr 6 Pfennig (bisher 3 Pf.). Im Orts verkehr ist keine Veränderung des Brief- unb Karlenportos eingetreten; Ortsbriefe kosten also nach wie vor 8 Pfennig. Ortspostkarten 5 Pf. PortcA Hnveränbert ist auch das Porto für Druck- sachenfendungen geblieben. In Zwei e s ällen empfiehlt es sich, an ben Postfchaktern Erkunbi- gungen einzuziehen, bevor man burd) unzureichendes Frankieren dem Empfänger der Sendung Zahlung von Strafporto verursacht. Pornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch: Stabt« tfteater Tieften: ,Lopf in ber Schlinge", 20 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstrafte: „Berge m Flammen". — Aus dem Stabttfteaterbüro wirb uns geschrieben: Als 15. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement Erstaufführung bes spannenden Abenteuers in drei Akten ,Iopf in der Schlinge"" von 3obn von Bradley. Ein spannender Äriminalreifter, dessen ernstes Thema, nämlich bie Diskussion bes Indizienbeweises, ihn zu einem Stück von Niveau und Wert macht. Mitwirkende: Damen: Doering, Koch. Walther-Leberer: Herren: Hauer, Hcyser, Fassott, Kühne, Michel. Die Spielleitung dieser menschenfreundlichen Kriminalsatire hat Wolfgang Kühne. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr. — Freitag, 22.3a- nuar, 20 Uhr zum letztenmal „fiumpacioagabundus", bie köstliche Zauberposse von Johann Nestroy. 15. Dorstclluna im FreitagAbonnernent. Ende 22.30 Uhr. — Die Intendanz hat sich auf Grund des außerordentlichen Andrangs, der sich wieder xur letzten Vorstellung der „Puppensee", wie zu allen vorigen Wiederholungen dieser Aufführungen einstellte, entschlossen, am Samstag, 30 Januar, 15 45 Uhr eine letzte Wiederholung ftaltfinden zu lasten. Besonders heroorzuheben ist, daft die Vorstellung zu kleinen Preisen stattjindet, so baft jedem die Mög- lichkeit gegeben ist, sich noch der großen Gemeinde anzuschlieften, die an dieser Vorstellung Freude gehabt hat. Talen für Tonnerctaa, 2t. Januar. Sonnenaufgang 8.20 Hftr. Sonncmuntergang 16.53 Hftr. — Monbausgang 14 Hhr, Monbunter» gang 7.13 Hhr 1793: Hinrichtung LubwigS XVI. von Frankreich. 1804: ber Maler Moritz v. Schwinb in Wien geboren. 1815: ber Dichter Mathias Clau- biuS in Hamburg gestorben. 1831: der Dichter 2lch:m v. Arnim in Wiepersbors gestorben. 1851: ber Komponist Albert Lortzing in Berlin gestorben. 1867. ber Schriftsteller ßubtoig Thoma In Oberammergau geboren. 1872: ber Dichter Franz Grillparzer in Wien gestorben. 1924: ber erste Volkskommissar ber russischen Sowjetunion. Wladimir Jljitsch Lenin, in Gorki bei Moskau gestorben. e •• Die AmtStage beim KreiSamt Gieften. Das KreiSamt Gieften gibt Im neuesten Amlsverkünbigungsblatt erneut bekannt, baft bie AmtStage beim Kreisamt nur Dienstag vormittag- und Freitag vormittags in ber Woche find. Währenb ber übrigen Zeit finb bie Dienst- »Immer be- KreiSamteS für baS Publikum geschloffen, so baft, foweit es sich nicht um Fälle Wenn Ihre • Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll allcrbringenbfter Art hanbelt, Personen, bie aufterhalo ber AmtStage vorsprechen, auf Abfertigung nicht rechnen können. ' StäbtifcheBrennholzversteige- rung. Del der vorgestrigen Brennholzversteige- rung auS den Waldungen ber Stabt Gieften (Försterei Röbgen) würben im Durchschnitt solgenbe Preise erzielt: Buchenscheiter 11.60 Mk., Eichenscheiter 1. Kl. 8,00 Mk.. Eichenschciter 2. Kl. 5,60 Mark, Kiefernscheiter 8,00 Mk., Duchenknüppel 8,50 Mk., Eichen knüppel 5,40 Mk., Duchenstöcke 7,00 Mk.. Eichenstöcke 5,00 Mk., Fichtenreisig 4,00 Mark per Raummeter, Buchenreisig 3. Kl. 100 Wellen 15,60 Mk. " 8 2. Geburtstag. Heute feiert Frau Phil. Bob Wwc., Kaiferallee 2, ihren 82. Geburtstag. *’ .W ander der Tierwelt i m Waf - f e r.“ Am Sonntagvormittag lief im Lichtspielhaus Bahnhofstraße ein biologischer Groftsilm. Die Wunder ber Tierwelt des Wassers würben in ihrer ganzen Diellältigkeit vor Augen geführt. Mit dem Mikroskop und der Kamera waren dem Leben und Werden der verschiedenen Tiere geheimste Vorgänge abgelaufcht. Der Besucher lernte den Entwicklungsprozeft der Amöbe und anderer Hrtierchen kennen, wurde Zeuge der Geburt einet Libelle, bie sich aus ber Verpuppung befreite; bie Zelllolonie .Volvo?". eine ganz merftoürbiae Organisation von nieberen Tieren, die Aufnahmen ber Stiftwasferpolypen Hybra, ber RuberfuftkrebSchen unb vieler anderer fesselten bie Aufmerksamkeit in hohem Mafte. Richt weniger intereffant waren die Bilder von ben Tieren, bie als Amphibien im Wasser, wie in ber Luft leben können. Spannende Szenen ber Molch-Metamorphose mit glänzenb gelungenen Mikroaufnahmen von bet Teilung im Ei bis zum schlüpfenden Embryo unb bet Hmstellung ber fiemenatmenben Larve zum lungenatmenden Amphibium beschlossen diesen Teil des Films. Weitere Wunder aus der Welt der Tiere des Meeres wurden ben Zuschauern offenbar. Das Leben, bie Fortpflanzung, der Kampf um bie Behauptung, bie oft seltsamen Formen bes Selbstschutzes durch das künstlich geschaffene ober bas natürliche Mimikry ber Krebse, der Seesterne, der Muscheln, ber Stachelhäuter usw., waren in hervorragenben Bilbem sestgeftal- ten. Hochinteressant war ber Verlauf eines Kampfes zwischen einem Tintens sch unb einem Taschenkrebs. Rach einer uniocrfcLen -ztcoue ber Klein- tierlebewelt, bes Planktons, ber Quallen, ber Schnecke unb Würmer, ber kleinen unb groften Fische, sanb der Film seinen Adschluh durch Bilder von den Tieren des Eismeeres (Seehund, Walroft, See-Elefant, S.elöwc», aus dem Reiche der Austernzucht, der Stift- und Eeewasfersifcherci, der Jagd auf Haifische unb Wale, unb beten Verwendung für bie mannigfachsten Zwecke. " Die freie Innung ber Hhrmachet unb Golbschmiebe Gieften und Hm- g e g e n b beging, wie man uns berichtet, am Sonntag in schlichter, würbiger Weise ben Jahrestag ihres 40jährigen Bestehens. Zugleich fanb eine VorstandSsitzung bes Hftrmacher Vetbanbes Hessen statt. Seitens bes Derbanbes Hessen, zahlreicher Innungen unb des ZentralveröandeS der deutschen Hhtmacher wurden der hiesigen Innung und besonders ihrem Ehrenobermeister Otto Schmidt (Gieften), der nunmehr 40 Jahre die Geschäfte der Innung führt, Ehrungen dar- gebracht. Anschließend referierte H.-rr Coquot (Hanau) über Steuerfragen unb Herr Lang- nidel (Mainz) über Preisabbau unb Angelegenheiten ber Handwerkskammer. •• Die Maul- unb Klauenseuche in Oberhessen. DeuerbingS ist bie Maul- unb Klauenseuche in Friebbetg-Fauerbach unb in Vilbel ausgebrochen. Der Stabtteil Fauerbach bzw. Vilbel wurden zum Sperrgebiet, die Gemarkungen Fauerbach und Vilbel zum De- dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags In der Geschäftsstelle auf. obachtungSgebiel erklärt. In Holzheim ist die Maul- unb Klauenseuche erloschen und danach die G emarkung Holzheim auS dem Beobachtung«- gebiet ausgeschieoen. Dberbeffen. Landkreis Gießen. gd. Droften-Duseck. 19. Jan. Am Sonntagabend gab der hiesige Posaunenchor im Saale deS Gastwirt- Drück ein Werbeton- zert unter seinem Leiter Hch. Rühl. In seiner Degrüftungsansprache wie- K. Schmidt darauf hin, daft ber Chor Zeugnis ablegen wolle von feinem ernsthaften Streben, unb baft er zugleich um passive Mitglieber werbe, ohne bie ein Verein gerabe in der jetzigen Zeit nicht bestehen könne. Die Darbietungen zeugten von flciftiger Arbeit, guten Fortschritten und beachtlichem Können. Mit Recht wie- W. Rühl in seinem beifällig auf genommenen Dank an bie lugendliche Schar barauf hin, baft ber Pofaunenchor aus dem kirchlichen Leben unsrer Partei nicht mehr hinwegzudenken sei. In dankbaren Worten gedachte er auch deS Gründer- Psarrer Kalb- Henn. Es ist zu wünschen, baft bie uneigennützige Arbeit beS Chores durch steigende Mit- glieberzahl die verdiente Unterstützung findet. Die Deranstaltuna war gut besucht. + ®roften-2inben, 19. Jan. Am Sonntag beging ber hiesige Kirchenchor im Schaum- Icften Saale bie Feier seine- 25jährigen Veste h e n -. In der Degrüftungsansprache gab ber Dorsihenbe, Psarrer Schultheis, einen Rückblick auf bie Geschichte be- Verein-. Er gebuchte vor allem bes "Begründers, des bamaligen ersten Pfarrers Schulte, der durch Äranfbeit leider am Erscheinen verhindert war; er hatte schriftlich feine Glückwünsche übersandt. Das Gleiche hatte der ebenfalls verhinderte erste Dirigent, Musiklehrer Schäffler, getan. Rach ihm leitete den Ehor Oberreallehrer D l a ft und bi« heute seit 1912 Lehrer Römer. Für ihn bedeutete also die Feier zugleich das 20jährige Dirigenfenjubiläum. Zum Zeichen des Dankes für seine ersprieft- liche hingebungsvolle Arbeit wurde ihm ein Geschenk überreicht. Die noch mitfingenden Mitgrün- det erhielten die von Rudolf Koch in Offenbach entworfene kunstvolle Ehrenurkunde ber hessischen Kirchenchöre. Cs sind die Sängerinnen Fräulein Marie Wahl unb Christine Müller, sowie die Sänger Johanne« Menge«VII., Ludwig KeftlerVlII.. Heinrich Menges II. und Philipp Stengel. Ein von den Herren Oberreallehrer Blaft, Lehrer Römer, Köhler unb Degen gebilbetes Streichquartett machte flute Musik. Am Flügel war Dr. R ö m e r. Der Ehor trug »ahlreiche Lieder vor, kunstvolle unb ebenso schlichte Volksweisen, und zeigte, was ein Verein von guten Stimmen, bei Fielst und Hingabe unter kunstverständiger Leitung leisten kann. Alles Gebotene wurde mit Dankbarkeit ausgenommen, besonders auch ein b-'^es Dersspiel mit vier Damen als gewandten Darstellerinnen. Möge der Chor tociteo blühen uuu wirken, sich zur Freude unb ber Gemeinde zum Gewinn. r. Lang-Gön«, 18. Jan Der hiesige M o - for-Sporfclub hielt am Samstag in ber festlich geschmückten Turnhalle sein diesjähriges Stiftungsfest ab. Rach einem einleitenden Musikstück und der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Dr. Schäfer, wurden den zahlreich Erschienenen einige recht genustreiche Stunden beschert. Gesangsvorträge unb Deklamationen der Herren Velten, Grünebaum, Gast unb Hä ufer, aufterbem ein flott gespieltes Theaterstück sorgten für Hnferhalfung. Den musikalischen Teil deS Abenbs, in dem nur klassische Musik geboten wurde, bestritt der hiesige Orchesterverein. Zum Schluß folgte Tanz. — Dieser Tage würbe hier ein Kursus über Kranken- unb Säuglingspflege, ber von Frl. Griebel, Gicsten, geleitet würbe, »u Enbe geführt. Den Kursu« besuchten bie älteren Fort- bilbungsschtilerinnen, austerbem waren einige freiwillige Teilnehmer erschienen. t. Grüningen, 18. Jan. Im Aller von 92 Jahre würbe gestern die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Anna Elisabeth H u b e l e r, zu Grabe getragen. 3n unserer Gemeinde leben zur Zeit noch acht über 80 Jahre alte Leute, die zusammen ba« Aller von insgesamt 666 Jahren haben. Es finb dies: Altbtirgermeister Gilbert (87 Jahrei, Ludwig Petri (86), Adam Samuel L e i d i ch (85), Marie Linker Ww. (83), Margarete Fay Ww. unb Eleonore Marste11er (82). Fritz Lange (81) unb Wilhelm Gottfrieb Dender (80). Kreis Schotten. O Laubach. 18. Jan. Am Samstagabenb fand im „Schtitzenhof" bie biesjährige Generalversammlung bes hiesigen Krieger - und Milifär- ve r e i ns statt. Der Vorsitzende Sy Stotz gedarbte zunächst ber im vergangenen Jahre verstorbenen fünf Äameraben unb forberte fobann zur weiteren treuen Mitarbeit auf. Die Rechnungsablage ergab bei einer Einnahme von 807 Mk. unb einer Ausgabe von 660 Mk. einen Heberschuft von 147 Mk. Der Antrag bes Gesangvereins „Eintracht", bemnächst einen gemeinschaftlichen Theaterabenb zu veranstalten, würbe mit Rücksicht auf die beseitigen schlechten Verhältnisse einstimmig abgelehnt. Statt bessen soll im nächsten Monat ein Vortragsabend stattfinden; dem Vorstand würbe es überlassen, bas Thema unb den Redner zu wählen. Sodann überreichte der Vorsitzende den noch lebenden drei Altveteranen von 1870 71, die bereits 61 Jahre dem Kriegerverein angeboren und Mitbegründer desselben find, sowie sieben weiteren Mitgliedern anläftlieft ihrer mehr als 50jährigen Vereinszugehörigkeit Ehrenurkunden. Weiter erhielt der Obmann ber hiZ-gen Hassiajugenbgruppe Karl ßeibner jun. eine silberne Ehrennabel für seine Verbiensle Zum Schlüsse hielt Stubienrat Vetter einen fesselnden Vortrag über bie Debeutung deS 18. Januar 1871. Reicher (Beifall lohnte zum ^chlulle den Redner, dem der Vorsitzende in herzlichen Worten Dank aussprach. I Ober-Lais, 18 Jan. Die erste dies- winterliche Drennholz-Versteigerung auS der hiesigen Försterei war recht gut besucht. Dementsprechend logen bie Preise verhällnismä- ftig hoch. Es kosteten je Raummeter buräftfeftnitt- lich: Duchenscheiter 8 Rik., Duchenkiltippel 6 Mk., Duchenstöcke 4 Mk., Duchenreiser 1.20 biS 1,50 Mark. — Die Holzhauerarbeiten in ben staatlichen Waldungen unserer Gegend finb nahezu beendet. Die hiesigen Holzhauer, bie in den Förstereien Glashütten, Michelnau, Eichelsachsen unb Schwickartshausen befchästigt waren, haben ihre Arbeit bereits vor Weihnachten beendet, nur bie in ber hiesigen Försterei tätigen Leute haben noch für einige Tage Arbeit. Die Tatsache, daft Fichtenstammholz überhaupt nicht und Duchenstammholz nur in sehr beschränkter Menge geschlagen wurde, hat bie Dauer bet Hollbauerarbeiten in ungewöhnlichem Mafte be- schränkt. Preußen. KreiS Wetzlar O Krosdors-Dletberg. 18. Jan. Im abgclausenen Jahr 1931 wurden in unserer Älr* chengemetnbe 45 Kinder getauft (Vorjahr 43), konfirmiert 16 (Vorjahr 24). Getraut wurden 15 Paare (Vorjahr 16). Am heiligen Abendmahl nahmen 660 Kommunikanten teil Verstorben finb 15 Glieder der Kirchengemeinde (Vorjahr 19). Kreis Biedenkopf. C Ri e b e r w e i d b a ch, 18. Jan. Bei der jüngsten DrennholzVersteigerung wurden je 2 Rc.um ncter folgende Preise erzielt: Buchenknüppel 10 bi« 11 Mk. Duchenscheithol, 13 bis 15 Mk, Duchenrollschcit 14 bi« 15.50 Mk., Eichenkntippel 7 bi« 8 Mk., Sichenscheit 8 bi« 8,50 Mark, je 3 Meter Duchenreiser kosteten 3,50 biS 4,50 Mk. unb je 5 Meter Duchenreiser 7 biS 8 Mk. Maingau. ^Frankfurt a. TL, 19. Januar. (WSN.) Mm Samstag wollte eine 18jährige Haustochter ein im Dft?n noch glimmende» Feuer dadurch an- fachen, daft sie Petroleum In den Ofen goft. Die Flamme schlug sofort empor und brachte die Petroleum flasche zur Explosion. Gleichzeitig fingen die flleider des Mädchen» Feuer unb verursachten schwere Brandwunden. Die Schwerverletzte nwftte in da» Krankenhaus gebracht werden, wo fie am Montag an den Folgen der Brandwunden ge ft erben ist. Der Borfall möge zur Warnung bienen! Flugzeug-Absturz in Darmstadt. WSR. 5) a r m ft a b t, 19. Jan. Da« neue Flugzeug D 2 2 der Akademischen Fliege rgruppe wurde heute nachmittag bei einem DersuchSflug völlig zerstört. Die Maschine hatte bereit« vormittags mit voller Belastung unter Führung be« Piloten Waldemar Voigt einen Höhenflug bi« 5800 Meter zur vollen Zufriedenheit ausgeführt unb befanb sich babei in einem einwandfreien Zustand. Bei dem VersuchS- flug am Rachmittag brachte der Pilot die Maschine in einer Höhe von 1200 Meter in eine Rechtskurve, au« ber sie trotz wiederholter Versuche auS bisher noch nicht aufgefiärten Gründen nicht herauSgebracht werden konnte. Da in diesem Zustand an eine Landung nicht zu denken war, sprang Voigt mit dem Fallschirm ab unb kam unversehrt zu Boden. Die Maschine setzte ihren Spiralslug fort und schlug in der Rähe de« Jagdschlosses Kranichstein auf einem Acker auf, wobei fie reftlo« in Trümmer ging. Holzversteigerungs - Termine. Donnerstag, 21. Januar. Hessisches Forstamt Rabenau: Zusammenkunft in der Gastwirtschaft H Belling zu Odenhaufen. 10 Hhr. Die Wetterlage. Lt •< t-Äü Para 3! Mn I “ *---- 0 wolkenlos.9 neuer oe«e"i --OI«>0 eoedecu »I^ege^ # »ehnee & tireupem • neoei K Gewitter.@win4jbiie O« xW lekhter Ost 5* '"•»'Oer Suäsuawesi q sturo»s<*er nordwesl Oie Pfe'ie fliegen ->,i otT. wmde Die oooen SUbonen stenenden Zj» len gehen d*e lemperitur en o>» timen verp.ndce Orte mit gleiche* Hcercsniveau umgereennete« tultdruch ^citcrvoraussagc. Allmählich wirkt sich ber hohe Druck von Osten her auf unsere Wetterlage au», fo baft die Bewölkung zurückgegangen ist und während der klaren Nacht vielfach leichte Fröste auftraten. Dabei wurden durch die Ausstrahlung nur die unteren Luftschichten bis unter Null abgektihlt. Aus den Bergen lagen dje Morgentemperaturen über dem Gefrier- punkt So wurden auf dem Feldberg im Taunus 3 Grab und auf dem Brocken 6 Grad Wärme beobachtet. Das über Darmstadt täglich aufsteigende Wetterflugzeug ^zeichnete heute morgen in 3000 m Höhe noch ungefähr null (8rad auf. Der Hochdruck- einfluft hält zunächst ftand, so daft Nachtfröste auftreten, welche in Bodennähe noch etwas zunebmen. Bon lokalen Dunst- unb Nebelbilbungen abgesehen, bleibt das Wetter meist heiter und trocken. Aussichten für Donnerstag: Nachtfrost, morgens stellenweise dunstig oder neblig, tagsüber aucheiternd, trocken. Aussichten für Freitag: Noch wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 19. Januar: mittags 8,3 Grad Celsius, abends 0,6 (Brad; am 20. Januar: morgens minus 2,1 Grad. Marimum 8,3 Grad, Minimum minus 3,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an liefe am 19. Januar: abends 3,8 Grad; am 20. Januar: morgens 1,2 Grad Celsius. — Sonnen- scheindauer 6 Stunden.__ Rauhe Winterluft schadet der Haut nicht, wenn Sie zur Psiege bie hcrcliche Creme Leodor nehmen, etn vorzügliches Mittel gegen NSte ber Haut. Rote Packung fettfrei — blaue Packung fetthaltig. Unter-Lockie-sprest^ Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard Marburg, den 19. Januar 1932. 521 D Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Mechthild Zschorlich, geb. Fieber und Kind Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute mittag 2% Uhr, meinen innigstgeliebten Mann, unseren treuen Vater, Sohn, Bruder und Schwager im Alter von 40 Jahren, wohlversehen mit den Tröstungen unserer heiligen Kirche, in ein besseres Jenseits abzurufen. Beerdigung: Freitag, den 22. Januar, nachmittags 2% Uhr, von der Exerzierhalle des Ausbildungs-Bataillons. Franz Zschorlich Hauptmann im 15. Infanterie'Regiment LehrwirtschaflNassaufLahn) Ausbildung jung. Mädchen als Lehrlinge der Hindi. Hauswirtschaft in Küche. Haus, Gartenbau und Geflügelzucht. Examen vor der Landwirtschaftskammer. 519D M/C & F DRUCKSACHEN WW Ix ö I—Brühl'sche Druckerei Vermietungen WMielAus schöne, sonn. Lage, Heizung, zu verm. Schriftl.Ängeb.unt. 0358 an d. Gß. Anz. 2-3-Zimmer-Wohnung in rub. Lage z.vrm. Großen- Bnseck Anger 14. Oxfll Karotten in Würfeln 7i Dose 38 KDNSERUEN Nur bis einschl. Dienstag den 26. Januar Junge Schnittbohnen .....7, Dose 48 Junge Schnittbohnen fein -7, Dose 52 Gemüse-Erbsen .............7i Dose 60 Junge Erbsen ......... 7i Dose 70 Junge Erbsen mittelfein.....7i Dose 85 Gemüse-Erbsen mit Karotten 7i Dose 64 Junge Erbsen mit Karotten 7, Dose 74 Gemischtes Gemüse.... ...7i Dose 85 Haushalt-Mischung bestehend aus getr. Erbsen, frisch.^eschn. Karotten, mit KQ Beil. v. Sparg. u. getr. Morcheln, 7, Dose Ufa Pflaumen süß mit Stein......71 Dose 58 Apfelmus gute Qualität.......7i Dose 48 Apfelmus tafelfertig..........7, Dose 64 Erdbeeren .......... 7i Dose 120 Donnerstag, den 21. Januar eintreffend: EIN S&F-SCHLAGER OC Junge, zarte Hühner Pfund 75, UU Heute frisch von der See: Kabeljau O.K.................Pfund 26 Schellfisch O.K..............Pfund 26 Fischfilet.....................Pfund 50 frisch geräuch. Bückinge Pfund 30 Sprotten..............1-Pfund-Kiste 50 S L F-SPARMARKEN auf alle Waren 493 a Filialen in allen Stadtteilen Wir beabsichtigen das zeitgemäße Klein-Lebensgeschäft weiter auszubauen und suchen per sofort für den Kreis Gießen Werbe-Beamten für den Verkehr mit den Mittelstandskreisen. Gute Vertreter-Organisation, reichliches Adressen-Ma erial und wertvolle Empfehlungs- Verträge zur Auswertung sind vorhanden. He ren, die ähnliche Position bere ts innegehabt haben, werden bevorzugt. Auch Nicht- fachlsu e finden Berücksichtigung. 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Erle, Wcstanlage 5, zu haben. 500D Der Vorstand. Kriegerverein Gießen Samstag, 23. Jan. 8 '2 Uhr, «aaD im Cast Leib Vortrag über Die AbrüstUDgskonlem Siehe heut- Inserat der ^rDcitSoetiiein- schäft. Abzeich. an- legen. Ur?, zahlreich. Erscheinen bittet der Vorhand. ttl Gießen Freitag, 22. Januar 20 Uhr vünktl., im Hörsaal derNerven- klinik, Am Steg 18 Vortr g von ßelL-Rat Prol. Dr. Sommer „Neber d.Rennweg vonThiiringen zum stilrein." 4991) Gäste willkommen! Gesangverein Seilerteil Samstag, 23.Jan^ abends 87, Ubr Peneral-Versannnlung im Vereinslokal. Um zablr. Beteilig, auch seit, der vast. Mitgl. bittet [5071) Der Vorstand» ?a»d Wdn twn 1813. Kaufm. Keller. Budjfüßruna „ .Wer erteilt Pnialnnleniii? CHonaeboteu.1187 L» MitteldeMc ^nnonc.^eöitton ötehen. w ^WeH Anfechtn dm KliabenoliMn foroie t'flitfen lllld ÖciiHcnnnahcu. <5tunltl.2lnflebAint. 0342UAK w\\w f.b.l'ahn abzugeb. l>SchriNi.Anakb.unl.- 1 OWöÄiln,. 5000 RM, aufl.Hovotbekoon SeKi'tflcli.gel.iüie 20(iiiO$i.'cbr.?lM. u.0375a.bßlfi.?ln). LR- B. mebrf. Sieter furnriftifl. Io- fortgeludit.grtiriit- lidic Cilangebole unter 0371 an den Giehener Anzeiger,. Wk fjy^i r ^e|*fixfh lehChJ1,e|' eh krp,ea 2®rnae in m a. >o m ,10 n w 4 ät 10 I I i, >. I. [t V Lehrverträge f Bi* W % S«4 sind im Reudniik erschienen und mr unsere i’htgheber bei unserem l^ov sitzenden H tttie. Wcslanlage o.vi haben. m «J® »Drtritfln n. W togimflti* «-^65 SL t«*jE s>S ^^uNrei-b. law 22 yanuar Äff 8515 “vortr«* Edii-i-«»S8 Nr. 16 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 2J. Januar 1952 Jugend und Hochschule. Bekämpfung der akademischen Berufsnot. 3n Berlin wird gegenwärtig eure Zentralstelle gebildet, die sich zur besonderen Ausgabe stellt, der akademischen BerusSnot Abhilfe zu schassen. Ls bedars keiner längeren AuSiührungen von der Bot, die die Uebersüllung der akademischen Beruse mit sich gebracht hat oder der schweren Gefahren. die dem kulturellen Leben Deutschlands damit drohen. Die Ursachen für die Heber- süllung sind mannigfach Tiefgreifende Wandlungen in der Struktur deS kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Leben- haben stattgefunden. gesteigerte Bildungsbedürfnisse. h.here An oiderungen an die Vorbildung, zunehmende äleberschätzung akademischer Bildung und die Unmöglichkeit des Unterkommen- in anderen Berusen haben insbe- sondere den Zustrom zu den Hochschulen bewirkt. Da- überspannte Berechtigung-Wesen hat diese Entwicklung weiter gesördert. Man wird selbsi bei einer Besserung der Wirtschaftslage keinesfalls auf eine baldige oder gar völlige Beseitigung der BerusSnot hoffen dürfen. AuS dieser Erkenntnis ergibt sich die Frage nach Mahnahmen, die geeignet sind, zur Minderung der Rot der Akademiker beizutragen. Man wird von zwei Gesichtspunkten au-gehen müssen. Einmal muh der Zustrom zu den akademischen Berufen eingedämmt werden. Zum anderen kommt eS darauf an, den jungen Menschen, die ihr Studium gerade abgeschlossen haben oder in Kürze abschließen werden, zu Helsen. Hinsichtlich der Uebersüllung der Hochschulen wird man zu einer scharfen AuSlese nach Begabung, Leistung und Eharakter bereits auf der höheren Schule kommen müssen. Daneben sind durch Zwischeirprüfungen und am Eingänge der einzelnen .Oberseminare" die wahrs Hein.ich Geeignetsten auszuwählen. Die Einführung eines nunicrus clausus dürste wegen der unsicheren Dc- darssseststellung der einze.nen Berufe und infolge anderer Bedenken zu keinem brauchbaren Ergebnis führen. Droh der Erkenntnis der großen Ee- sahren ist eS bisher nicht gelungen, die Ucberfül- lung der Hochschulen einzuschränken. Baldige Maßnahmen sind aber unumgänglich. Zu den, anderen Gesichtspunkt, wie den vielen Jungakademikern in ihrer Beru 6not geholfen werden kann,, ist aus drri Möglichkeiten hinzuwei en. Erstens: Beschaffung vonAr- b c 11 mit Berd enstmöglia.keit ^wc tens: Ciruich- tung von Kursen zur beruflichen Fortbildung otcr 11 m f d) u I u n g. Drit cns Ausbau einer besonderen Akademikerfürsorge. Will man den Akademikern Arbeit verschaffen, so soll man zunächst versuchen, ihnen Betätigung in ihrem Beru'e zu ermöglichen. Das bedingt eine Vcrbcslerung der heutigen Einrichtunen ter Stellenvermittlung LZ fehlt d r Ilebcr- b(id über das Angebot sowohl von Arbeitsstellen als auch von Arbeitslräftcn. da weder die öffent- HJ en Arbeitsnachweise, noch die Stelle-.vermitt- lungcn der Berulsverbände die Mehrzehl der Angebote erlas en. Da aber häufig die vorhandene Arbeit ni ;t ausreichen wird, einen Akademiker voll anzuslcllen. w rd man auch der Bermittlung von gelegentlicher Arbeit und Heiniarbeit besondere Beachtung zuwencen müssen. Beben den erwähnten Mahnahmen. die eine besfere Verteilung der vorhandenen Arb:it aus der Grundlage der Beru Soorstilduni bezwecken, wird versucht w r en muffen, Ak dcmiker auch in Berufszweigen, die ihnen bisher nicht offen- standen, unterzubringen: d b. die Versuche der Bedarfswcckung für Akademiker ver- b cnen ern ha le Unterstützung. W.it.-r kann man der Berussnot dadurch begegnen daß mit Hille der produktiven Erwerbslosensü.sorge ..geistige A o t st a n d s a r b e i t e n' durchgcsührt werden. Diese Arbeiten k nnen körperlicher wie gc ftiger Ratur sein. Jnsae'ondere fan en stallst fäx Erst bangen Ct nen von Bibl oth e usw. jungen Akademieen eine Ze Lang Bescyä ligung und geringen Derdienst verschaffen Auch gehört hierher die Beschäftigung in Arbeitslagern. Beben der Beschaffung von Arbeit mit Derdienstmeglich- keit ist die E i n r i ch t u n g v o n K u r s e n . die der beruflichen Fortbildung und der Umschulung für den Uebergang in verwandte Berufszweige dienen, von großer Wicht gkeit. Äonhctc Ansätze sind auf dem Gebiet der technischen Berufe bereit- vorhanden. Die geistige Akademilerhilse wird sich aber auch daraus erftreden müllen, den erwerbslosen Akademikern einen verb l taten Besuch von Theatern, Konzerten und öffentlichen Dor- trägen, sowie den verbilligten Bezug von Zeitschriften und Büchern zu ermöglichen. Schließlich follen noch die Fürsorgemahnahmen erwähnt werden, die sich auf Bermittlung von billigen Speisungen, Kleidung und Wohnung beziehen. Es genügen hier kurze Andeutungen. Die Fürsorgemaßnahmen können und sollen sich aber auf den KreiS der wirklich Bedürftigen beschränken. Alle diese Mahnahmen, die geeignet sind, der furchtbaren BerusSnot der Akademiker einiger- masten zu begegnen, sind sehr zu begrüben und es ist nur zu wünschen, dast einer schnellen und intensiven Durchführung der Akademilcrhille keine unnötigen bürokratischen Schwierigkeiten bereitet werden Als Werkstudent nach Liberia. Wagehalsige Expedition eines jungen deutschen Zoologen. Don Egon Larsen Dem Mutigen gehört die Welt — daS beweist, allen Krisen zum Trotz, der junge Berliner Student Otto SchulA-Kampfhenkell Inmitten eifrigster Beisevorbercitungen trifft man den 21 jährigen Zoologen in seinem provisorischen Hauptquartier, von dem aus der Vorstoß bi- ins Innere der afrikanischen Begerrepublik Liberia unternommen werden soll. Der grobe blonde Junge, dem man aus den ersten Blick Energie und Unternehmungsgeist ansieht, erzählt die romantische Dorgeschichte seiner bevorstehenden Beise in die Tropen „In Wien und Freiburg im Dreisgau habe ich Zoologie studiert. Aber niemals haben mir die Wissenschaft chen QBäher daS zu geben vermocht. waS ich mir ersehnte: die unmittelbare Berührung mit der Batur — dort, wo sie am wildesten, am sremdesten und am interessantesten ist Der Wunsch nach Beisen und Abenteuern liest mir keine Buhe Die ersten drei Semester, die ich in Freiburg studierte, fern von meinen Eltern, liest ich nicht verstreichen, ohne einen ersparten Pfennig meines Monatswechsels auf den anderen zu legen. Es war nicht ganz einfach, manchmal war Schmalhans Küchenmeister — aber es gelang mir bis zum Frühjahr 1930. eine ganz hüblche Summe zusammenzubringen. Mit Rucksack und Decke als einziger Reise- auSrüftung zog ich los. Meine Eltern hatten keine Ahnung von meinen Plänen: ich schrieb ihnen nur, dast ich nach Oberitalien in die Ferien fahren wollte. Tatsächlich bummelte ich aber als zoologischer Dagabund durch Italien, ohne selbst eine Ahnung zu haben, wohin mich meine Beise noch führen sollte: allerdings hatte ich mir vorsichtshalber das Visum nach Algier besorgt. In Sizilien, das ich ins Blaue hinein durchstreifte. fand sich eine Gelegenheit, billig nach Bordafrika hinüberzukommen — eine recht merkwürdige Gelegenheit, nämlich auf einem italienischen EträflingSdampfer. Cs war ein Transport von fünfzig Schwerve.brechcrn, alles M tgl eher der Maffia, die nach einer Strafkolonie gebracht wurden Cs waren sämtlich Räuber und Mörder, und ein wenig unheimlich war die Geschichte schon für einen neunzehnjährigen Deutschen, als einziger Passagier mitzufahren. Die Sträflinge waren paarweise aneinandergekettet und wurden von dreißig Karabinieri bewacht: in der Rächt wurden sie mit dem Arm an den Dettpsosten gefettet. Durch Tunis kam ich in die Sahara. Ich besuchte eine Reihe von Oasen, teils mit der Eisenbahn. teils auf Kamelen und Lastautos Hier begann mich nun auch der w.ssenschastliche Ehrgeiz zu packen: in den Oasen fand ich sehr interessante Reptilienformen. Damals fastte ich den ersten Gedanken an eine gründlichere Wiederholung meiner Afrikareise 211$ ich wieder in Deutschland eintraf — die ganze Reise hatte nur sieben Wochen gedauert —, brachte ich drei schwere Kisten mit. gefüllt mit seltenen Reptilien. Ich verlauste sie an zoologische Handlungen, und man sagte mir, es bestünde immer Interesse für derartige „Ware", ich solle doch noch einmal hinunterfahren. Insbesondere gebe es in Liberia noch viel zoologisch unentdecktes Gebiet. Das liest ich mir nicht zweimal sagen Den ganzen Sommer diese« Jahres benützte ich dazu, um eine Expedition nach Liberia auf die Beine zu bringen. Bach austerordentlichen Anstrengungen und vielen Fehlschlägen ist es mir nun gelungen. Liberia ist ein souveräner Staat. 1861 von den aus Amerika rückgewanderten ehemaligen Heger- sklaven gegründet Cs sind zum grosten Teil gebildete und kulturell hochstehende Menschen, die sich v n hr n Etammesbrü ern im übrigen A ri.as stark unterscheiden Wenige Kilometer hinter der Küste aber beginnt ursprünglichstes, unberühmtes Afrika. Großtiere sind zwar wenig zu finden, dafür aber eine Reihe westafrikanifcher Haustiere. Bashornvögel. Zwergfluhpferd. Antilopenarten: besonders interessieren mich die rotköpfi- gen Perlh hner und eine sehr seltene Cidechsenart mit stachligem Schwanz 2In dieser zoologischen Ausbeute wird der Berliner Zoo in erster Linie beteiligt sein: so ist auch die hauptsächlichste materielle Dor- bedingung für meine Expedition erfüllt. Ich verspreche mir einen auch wissenschaftlich guten Erfolg: denn Liberia ist bisher noch kaum nach seiner Fauna durchgesorscht worden. Ich werde photographieren und Schmalfilme aufnehmen. Mein einziger Reisebegleiter wird, auster eingeborenen Trägern und Dolmetschern, ein Farmersohn aus Eüdwestafrika sein, der nur ein Jahr älter ist als ich. Damit dürsten wir einen Rekord aufstellen: den Rekord der jüngsten Cxpeditionsforscher! Für mich bedeutet die Reise einen Teil des Studiums, und ich verspreche mir von dieser Werkstudenten-Arbeit mehr als von einer Reihe von Universitätssemestern. Der deutsche Generalkonsul in Liberia, mit dem ich kürzlich auf seinem Berliner Heimaturlaub sprach, hat mir jede Unterstützung zugesichert Die Reise in das Innere Liberias, wo es noch keine Eisenbahn und keine Strastenbahn gibt, werden wir mit Trägerkarawanen und in Kanus unternehmen. Die Dauer unserer Expedition ist voraussichtlich ein halbes Jahr." ..Und dann werden Eie gcwist die Ausmerksam- keit der ganzen naturwissenschaftlichen Welt errungen haben, Herr Schulz-Kampshenkel?" „Das wage ich noch nicht zu hoffen. Aber es ist heutzutage schon so, dast man eine besondere Leistung vollbringen must, vorwärtszukommen. Cs ist traurig, aber unabänderlich, dast ein junger Akademiker, noch dazu ein Zoologe, kaum Aussicht hat, eine Existenz zu finden, wenn es ihm nicht gelingt, das Interesse der Mitwelt zu erwecken." Ium Gedächtnis Georg Kerschensteiners. Don : r. ät'u uff Messer, o ö profefiot der Philosophie an der Universität Gießen. Don München kommt die Kunde, dast dort am 15. Januar Georg Kerfchen st einer geworben ist. Er war der angesehenste, er war zugleich der populärste, der beliebteste u.iter unseren Pädagogen. Es ist. als ob unsere Lehrer chast durch seinen Tod verwaist sei. QBer ihn aus Dersamm- lungen sprechen Hörle, wer es miterlebte, wie er grdste Kongresse leitete, der hatte den Eindruck, dast er die Autorität eine- DaterS genost, aber emeS TatcrS, der durch innere Lebendigkeit und Juae. dllchkeit die meisten der Jüngeren noch übertraf. Kerschensteiner wurde am 29. Juli 1854 in München geboren als zwölftes unter dreizehn Kindern. Der Tater, Kaufmann, hatte damals alles verloren, was er sich in einem langen Leben erworben hatte. Die immer heitere, rührige, unendlich sorgsame Mutter war die Ernährerin der Famille geworden. Er erzähll von ihr in seiner herrlichen Selbstbiographie'): ..Sie hatte als Kind einer Drauersfamilie und teilweise erzogen tm Institut der Englischen Fräulein zu Bvmphenburg bessere Tage gesehen. Aber als die Tot über die Familie hereinbrach, war ihr keine Arbeit zu niedrig, kein Weg zu weit, keine Last zu mühsam, um Brot zu schaffen für den ihr anvertrauten Familienkreis, ja selbst noch für andere, die da mühselig und belaßen zu ihr kamen. Gütig, immer heiter, fromm entschlossen, das waren ihre Eigenschaften. Ich segne ihr Andenken." Wer Kerschensteiner persönlich gekannt hat. der weih, dast die Güte. Heiterkeit, Frömmigkeit und Tüchtigkeit der Mutter auf ihn übergegangen waren Er wird zunächst Bolksschullehrer. 2Iber nicht lange steht er in der Praxis, da regt sich in ihm ..das Gefühl namenloser Unwissenheit" und der Hunger nach Erk»-zntnis. Er bereitet sich nun auf bas Gymnasium vor. wird in die Unterprima ausgenommen und bezieht 1877 die Universität. ') Leipzig, Terlag Meiner 1926. Ton 1883 bis 1895 war er Gymnasiallehrer in Nürnberg. Schweinfurt und München. Die stillen W.rkungen. die dort von seiner Persönlichkeit in immer weitere Kreise drangen, bewirkten, dast er 1595 einst mm g zum Stadtschulrat von Münchrn gewählt wurde. Als solcher hat er bis 1919 gewirkt: er hat eine grvstartige oraani- satorische Wirksamkeit entfaltet, die dem Münchener DolkSschul- und Fortblldungsschulwesen eine vorbildliche Bedeutung über die Grenzen Dcu schlands hinaus verschaffte. Seit seiner Pen- fionierung hat er als Honorar-Professor der Pädagogik der Universität München angehört. Die groste Wendung, die sich in unterer Pädagogik vollzogen hat vom Ideal der harmonisch ausgebildeten Cinzelper'önlichkeit zum Staatsbürger und von der mehr theoretischen Einstellung der L-rn- und Wissensschule zur A r - beits schule hat in Kerschensteiner einen ihrer Hauptführer Der Sinn der Arbeitsschu'e ist nach ihm. . mit einem Minimum von Wissensstoff ein Maximum von Fertigkeiten. Fähigkeiten und Arbeitsfreude im D e-ste ftaa’Sbürqcr'idjer Ee- finnunq auetulolcn " »geführt wurde, ist in der Schweiz feil langem bekannt Schon feit fünf Jahren ruft der .Derband der schweizerischen Studentenschaften'^ jeden Sommer die akademische Jugend auf. bedrängten Gemeinden bei der Durchführung notwendiger Tauarbciten zu helfen. au deren Finanzierung die Tüttel der Gemeinde nicht au-reichen. Jeder, der sich zur Teilnahme an einer Arbeitskolonie meldet, ist verpflichtet, drei Wochen unentgeltlich au arbeiten; es werden ihm zwei kostenlose Bahnfahrten auf Schweizer Gebiet, freie- Schlafen und Verpflegung gewährt, außerdem bat er noch Vergünstigungen auf den umliegenden Hutten und Bergbahnen. Gearbeitet wird von 5 bi- 13 älhr mit cinftünbiger Pause zum Morgenellen, der Bachmittag ist in der Regel dienstfrei. Die Teilnehmer sind nicht nur Studenten im engem Sinn, sondern auch 'Dau- und Sekundarschüler. gelegentlich auch junge Kausleute. An Rationen sind außer der Schweiz Deutschland, England. Frankreich. Holland. Italien, Polen. Oesterreich. Ungarn und die baltischen Randstaaten immer vertreten. gelegentlich sieht man auch Perser, Türken, (Bulgaren und auch Vertreter überseeischer Länder. Von den Ausländern sind die 'Deutschen am zahlreichsten. Amtssprachen sind Schwyzerdütsch. Französisch und Hochdeutsch. Die Arbeiten. die natürlich keine großen technischen Kent, iisse voraussetzen dürfen, stehen unter der Leitung eines einheimischen Bauführer- und werden von Zeit zu Zeit von einem kantonalen Äulturmgenicur kontrolliert. Meistens wurden die Arbeitskolonien beim Straßenbau verwendet, sie wurden aber auch schon zweimal mit Erfolg bei Baturkatastrophen eingesetzt. Die Werkzeuge, sowie die Strohsäcke und Decken werden von der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt, die Küche wird von Studentinnen besorgt, die unter der Leitung einer erfahrenen Köchin stehen. Die Finanzierung übernimmt in erster Linie der Schweizer Dund, Kanton und Gemeinde geben nur kleinere Zuschüsse. Entspricht zwar der Arbeitseffekt eine- Studenten nur zu 40 bis 80 Prozent dem eines DerusSarbeiterS, so springt doch für die unterstützte Gemeinde ein erheblicher Gewinn heraus. Für den Studenten sind die zwei Wochen Arbeit in der Höhenluft eine prächtige Erholung, sie wecken in ihm das Verständnis für das Tergbauerntum, dem Grundelement des Schweizer Dolkes, unb bieten ihm Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit den Arbeitskameraden der verschiedensten Rationen. Hochschulnachrichten. Der berühmte Göttinger Mathematiker Geheimrat Prof. Dr. phil., Dr. math. h. c., Dr phil. h. c., Dr. med. h. c., Dr. rer. nat. h. c., Dr. Inq e. h. David Hilbert begeht am 23. Januar feinen 7 0. Geburtstag. Geboren zu Königsberg i.Pr. begann Hilbert seine akademische Laufbahn 1886 als Privatdozent in seiner Baterstadt, wurde dort Extraordinarius und 1893 Ordinarius und siedelte 1 >-f»5 als Nachfolger von Pros. Heinrich Weber nach Güttingen über. Berufungen u. a. nach Berlin und Bern hat der Gelehrte abgelehnt. Den Akademien der Wif- senschaften in Berlin, München, Wien und Budapest gehört Geheimrat Hilbert als Mitglied an. Er ist Bitter des Ordens pour le mSrite für Wissenschaften und Künste. Die Technische Hochschule in Danzig ernannte ihn zum Ehrendoktor „in bewundernder Anerkennung feiner genialen Forschungen auf allen Gebieten der Mathematik und der mathematischen Logik, durch welche er der Wissenschaft neue Bahnen gewiesen und eine neue Blüte der Mathematik in Deutschland heroorgerusen hat". ner Scholle umformen. Der Landjugend soll in Ittendorf inS D:wußtsein gehämmert we d n. daß sie die kräftigste Stühe des Reiches ist, das Fundament der deutschen Unabhängigkeit von der Welt. Das Arbeitsjahr der ersten deutschen "Bauern- Hochschule wird zwei Semester von je vier Monate Dauer umfassen. 3m Winter steht das Institut den Jungbauem offen, im Sommer den D.uern- töchterrr. Au g-nommen wird die Landjugend aller deutschen Gaue, der DZuch von mindestens zwei Kursen einer anerkannten landwirtschaftlichen Schule geh irt zur Au'nahmebed n- gung. Für die nächste Zeit ist die Frequenz auf je 30 Semester Teilnehmer bcfl;ranft, ein um ang- reicher Ausbau der Schule bubet aber wohl nur eine Frage der Zeit. Die Arbeits- und Wohn- räume befinden sich allesamt auf Sch oß Ittendorf, bas der „Terein Dabische Dauemschu'e" für d e Verwirklichung seiner Hochichu p'äne erw rb. Das Schloß erhebt sich au« einem der reizvollsten Flecken der deutschen Erde, seine Bewohner sehen über das Schwäbische Meer hinweg bis weit in die österreichische und schweizerische Alpenwelt hinein. Der Unterrichtsplan umschließt a'Ie für die kulturelle Hebung und den geistigen Fortschritt der Bauernjugend wichtigen Gebiete Gleichgroßer Wert wie auf die praktische Vervolllommnung der Hörer wird auf ihre geistige Entwicklung gelegt. So umrafji der Plan neben Wirtschatts- und Genossenschafts.'ehre, Zucht- und P lamenfunbe. Buchführung und Wirtlchas s eozrapyie auch Vorlesungen über Technik, Physik, Vollswirtschast, Geschichte, Staats- und Gemcindebürgerkunde. Die Dauernstudentinnen werden außerdem noch mit Säuglingspflege. Erziehungölehrc, Wohlfahrtspflege. sowie S)iufc und Garter.wi.ttscha 13- kunde bekanntgemacht. Die Freizeit füllen Spiel und Tanz, Sport unb Aus'lüge aus: die ständige Gemeinschaft soll eine fröhliche, aber nicht anspruchsvolle Geselligkeit auslösen. Cs ist zu hoffen, daß die Dauern-Hoch- schule aus Schloß Ittendorf zur Vorläufern einer Reihe gleichartiger Institute wird. Ihre Stoff» nung könnte den Auftakt zu einem wichtigen Kapitel in der Kulturgeschichte des deutschen Bauernstandes bilden. W. P. 9.J.*fpor< Handwerk und Rhein-Ruhr-Hilfe. Darmstadt, 19. Jan. (WSN.) Der Amtliche Hessische Pressedienst teilt mit: In den letzten Tagen ist in einzelnen Zeitungen die Nachricht verbreitet worden, die vom Reich für das Handwerk im ehemals besetzten hessischen Gebiet überwiesenen Mittel Ltppen und wälzte vorsichtig mit der Zungenspitze das glühende Zigarettenstück aus dem Mund. Sez herunter, das Haar raucht« noch immer aber der Zigarettenstummel war nicht mehr da' er lag letzt aus der Zungenspitze, die ihn sacht zu Boden gleiten liest. Unglaublich! Lauter Bei- fall brach los. Sein Gesicht flammte vor Erregung. Man sah wie es rn ihm arbeitete. Die Züge waren gespannt' SL alle Kräfte in sich aufgerusen, der Schwelst stand chm auf der Stirn. Heftig breitete er die Arme aus, atmete tief: die Luft Sansibars durchströmte ihn. Seine Augen leuchteten, er lächelte, er war zufrieden. Kartenkunststücke. Aus einem Pack Spielkarten nest er ein Blatt ziehen und noch ein: Kreuzas, Herzdame. Ohne, dast man ihm die Bilder gc- jeigt hatte, schob man sie wieder in das kleine Paket zurück. Er legte das Kartenspiel säuberlich auf die Schiffsplanken, stand auf und seht« auf die hintere Schmalseite des Kartenstostes die Zehen des rechten Fußes. Es war ein brauner lederartiger, vom Staub Sansibars beschmutzter Fuß der ganz gewiß durch seltsame Länder gewandert war — der Fuß eines Zauberers, was uch oud) sogleich erwies. Die Zehen drückten das Kartenpäckchen klaffte auf, er rief: „Eins! 8*”5** $rci •••“. und befahl: „Kommt heraus!" und alsbald gehorchten die Karten. Wie von einem geheimnisvollen Luftzug herausgerissen, flatterten zwei Karten, über einen Meter weit fliegend P?n Lfmz und gar verblüfften Zuschauern vor die Fuße: Kreuzas, Herzdame. „Wie macht er das nur", fragten sich die Leute Ja, wie macht er das! Unten auf dem Wasser, das gegen die Schiffswand schwappte, heulten die Pfeifen der Schlep- Per draußen im Licht schaukelten die kleinen hübschen Jachten des Sultans von Sansibar' auf dem Deck schlenderten lange', weißgekleidete Somali-Freyidenfuhrer umher, ihre Dienste an- preisend. Aber der Zauberer hatte die Passagiere in seinen Dann geschlagen. Er erbat sicv M von mir ein Taschentuch, entfaltete es und schlang einen Knoten. Dann versicherte er sich meiner Mitarbeit indem er mich an dem einen II?6, rtoob€i cr den anderen Qlnf den Knoten setzte er einen zweiten und dritten, und als wir durch Zug und Gegen- zug die drei Knoten ganz dichtgezerrt hatten überließ er mir das Tuch, ich sollte es zusammen- fließen. Gesagt, getan. Er blies eine Schlangenmelodie über meine Hand und m diesem Augenblick war es mir, als ver- spurte ich in der verschlossenen Faust, die das em GeMl plötzlicher Wärme. „Oeffnen Eie! gebot der Hexenmeister. Ich ent- Der Zauberer von Sansibar. Von Friedrich Schnack. Das Schiff lag ein paar Stunden unter der ^ropensonne Sansibars. Mit den ersten Schmuck- und Seik^nhändlern, den Elfenbeinkaufleuten und Edeiiholzschnihern, die ihre Waren feilboten, kam auch der Zauberer an Bord, ein blostfüßioer angeiahrter Mann, ausgedörrt vom Klima und braun wie ganz Afrika, mit scharfer Aase und lockerem Greisenbart. Cr trug einen roten Fez und emen langen, burnusähnlichen Mantel, den Clnr gelber Seidengürtel zusam- rnenhiell. In den Armen hatte er seine schmutzigen Tuchbundei, darin die Zaubergeräte, sein Werkzeug enthalten waren. Beim Betreten des -vecks machte er seine morgenländische Derbeu- gung^ als erwarteten ihn höchste Herrschaften; b!nmtorCnsat6cr kleinbürgerliche Kolonial- b«amtc aus französischen und belgischen Kolonien, mit Frauen und Kindern, ein paar lange Schot- auch ein paar Deutsche. Wohlmeinend nS. ar fo 9€rn erwartet und neu- SS sah. wählte rasch «inen geeig- "S ^lah für seine Vorführungen, liest sich ^ber und war im Au umdrängt. Cr saß mit HihM^™909™ Geling. Hinter ihm das HS'unö weisten Mauern Sansi« Sultanspalast, die Palmen und Me- l^baume: schönes Bild, feurig und farbig nUtC1m bDvn ben Längsstangen des weist- gestrichenen Bordgeländers. Er ließ seinen Lock- und Zunftruf vernehmen- „Galli! Galli! Galli!" Worte, bekannt an der -f°lQ rmani^en Küste und auf allen Schif- er unö Sansibar. So lockte einen unsichtbaren Hahn. ntodr€ verwunderlich gewesen, wenn .oben auf der Mastspitze gekräht hätte - ßuP unö Umwelt war alles möglich — dl^> war es nur eine Möve, die sich auf den aUerenenmnner9efh,sU1^Cn bä"«. Die flinken, ma- Finger des Mannes zerrten aus dem Deutel drei Metallbecher, schöne Damaszener Ar- N-Ilk fk, tSi D°d-n n?ch oben Oor 5in ®t fingerte nach einer kürbisgelben ^'8enJ^“, cr,I5,c’ wie sie die ndichen Schlangenbe chworer haben, und fhielte eine Möglicherweise, wer lärm eS wissen, zog er mit diesen quengelnden ^ns?h„70Slsche Kräfte um sich zusammen. aus Däumen ' (t H°asern und den verzückten ^Än^^^^r^^'^^eutsch, Französisch, Arabisch, Suaheli ... Ich kennen die ganze Welt ... Derlin, Paris, London, Monako, Dar- Mussolinis Sturmglocke Don unserem römischen L-Korrespondenten. Rom, Mitte Januar. Wenn es ein« über die Erde oder auch nur über Europa verzweigte politische Klasse gäbe, die sich von dem Kleinkram der Hauspolitik und aus den Aiederungen der Parteisucht befreien könnte, so müßten heute Millionen und aber Millionen von Menschen aufspringen und den Mann umjubeln, der mit dem Hammer an die »große Glocke der Wirklichkeit" schlägt, der als erster Staatsmann den Mut findet, von verantwortlicher Stelle aus endlich, endlich einmal die Dinge beim Aamen zu nennen. Wenn die Völker wüßten, was auf dem Spiele steht, wie sie von Konferenz zu Konferenz durch elendes Geschwätz an den Rand des Abgrundes geschaukelt wurden, wenn si« nicht auch heute noch irregeführt und durch Zwangsbrillen geblendet wären, sie müßten zu Mussolini, der Dlut von ihrem Dlut und Fleisch von ihrem Fleisch ist, der aus Armut und Kampf kam, aufblicken wie zu ihrem Retter. Heute haben ein Recht, stolz zu sein, alle diejenigen, die seit Jahren glaubten und sagten, von Rom her würde, solange dort Mussolini regiere, niemals jene finstere Reaktion kommen, von der die Ewiggestrigen tuschelten, niemals Guropafremdheit und Weltenbrand. Im Mai 1928 hatte ich jene denkwürdige Unterredung mit Mussolini, in der Mussolini damals, vor fast vier Jahren, das sagte, was heute im „Popolo d'Italia" zu lesen ist, was seine Sturmglocke kündet. Was sagte Mussolini? Er sagte mir, die Reparationen seien ein Unsinn, die gegenwärtigen Grenzen Europas nicht minder, die ungleiche Dewaffnung desgleichen. Und was würde die Welt sagen, wandte ich ein, wenn Deutschland die Zahlungen einstellen und gleiches Sicherheitsrecht proklamieren würde? Aiente! Aichts! Vielleicht, so erläuterte der Mund des Duce, I toaS seine in die Zukunft spähenden Augen sahen, mne Sinne witterten, vielleicht gäbe es vierzehn Tage lang ein großes Geschrei, aber dann würde man sich wieder beruhigen und sich mit dem fait accompli abfinden. Unö heute: „Deutschland hat erklärt, daß es nicht zahlen kann, weder heut«, noch morgen, noch jemals. Ein fait accompli und als solches unwiderruflich. Was tun? Gewaltmahregeln ergreifen? Und welche? Mit welchem Ergebnis? Italien würde sich weigern, an irgendeiner in ttflenbeincr Weise teilzunehmen 1" Man lese die beiden Sturmartikel Mussolinis ohne Voreingenommenheit und nenne dann den Staatsmann, der jemals seit dem Krieg« so klar Dinge gesehen, dargestellt und die Rettungs- Möglichkeiten angegeben hat! Aber es läßt sich leider nicht leugnen, daß auch Frankreich mitzureden hat. Was Mussolini anstrebt, die Defriedung Europas auf Menschenalter hinaus, das eben möchte Frankreich verhüten. Denken wir an Clemen» ceaus offenes, mutiges, brutales Wort, daß es verhängnisvoll wäre, wenn Deutschland jemals die Tribute zahlen könnte. Sie müßten derart fein, der ganz« Friedensvertrag, daß sie unerfüllbar und damit Frankreich immer Handhaben blieben, tzu Repressalien zu greifen. Die Tribute Wien, «8 gibt zahllose Franzosen von Rang, die das auch heute noch offen schreiben, zur Nieder- poltung Deutschlands dienen. Man wußte es feit 13 Jahren. Große Aeutrale, wie Sven Hedin, gebrauchten noch schärfere Worte. Einer der libe- ralften Engländer, Dernard Shaw, sprach von or v ztxunb Plünderungsverträgen", sogar Aitti, ^loyd George und andere bereuten ihre Unterschriften unter dem infernalischen Dokument Aun dröhnt die römische Glocke. Die Politiker inunen letzt sprechen, wenn wir noch heil aus der Krisis herauskommen sollen. Die Zeit für homöopathische Kuren ist vorbei. Jetzt heißt es handeln. Mannschaft der Gäste ragte (obwohl er durch eine Verletzung etwas behindert war). Fischer hervor Der Schiedsrichter traf seine Entscheidungen nicht immer klar und rief den Widerspruch der Zuschauer wie der Spieler des öfteren hervor. Der Kampf wurde mit geringen Ausnahmen sehr fair ausgetragen. (Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) siegt in Dillenburg 6:2 (4:1). Daß der Gang der Blauweihen nach Dillenburg schwer sein würde, stand fest. Dazu mußten die Gießener auf einige ihrer Besten verzichten (Heil- mann, Göbel. F. Schmidt. Brambach). 1900 betritt dieses Treffen in der gemeldeten Aufstellung, nur fungierte Lippert als Mittelläufer und Langsdorf halblinks. Man hatte damit eine glückliche Hand bewiesen; die Mannschaft zeigte ein über Erwarten gutes Spiel. Gießen war jederzeit in der Lage, das Spielfeld zu beherrschen, zudem war jeder Spieler mit Feuereifer und Siegeswillen bet der Sache. Obwohl einzelne Spieler des Gastgebers und ein Großteil der zahlreichen Zuschauer versuchten, eine scharfe Rote in das Spiel zu bringen, liefe sich der Ersahschiedsrichter Scharf aus Diskirchen nicht aus der Ruhe bringen. Er hatte einen schweren Stand. Die Gießener stellten in schneller Reihenfolge bei überlegenem Spiel ihren Sieg sicher, hielten dann aber fepr zurück. 1900 verdankt diesen überlegenen Sieg in erster Linie dem überragenden Schußvermögen des Halbrechten, Arnold, der allein fünf Treffer auf sein Konto brachte. Die Vorarbeiten dazu leistete fast ausnahmslos Kurt Schmidt auf Linksaußen, der selbst das fünfte Tor schoß- sah gleich von Beginn an 1900 tm Vorteil. Arnold und Wilhelmi war« teten mit Prachtschüssen auf, die nur knapp das ■3tel verfehlten. In der 13. Minute begann der Torreigen. Innerhalb fünf Minuten fielen durch Arnold vier Tore. Ein Freistoß wegen Handspiel ergab nach kurzem Geplänkel den ersten ©egen- treffer. Aach der Pause schoß Kurt Schmidt trotz ^arffter unfairer Gegenwehr einen weiteren Treffer. Eine schöne Flanke desselben Spielers erreichte wiederum Arnold, ein blitzschneller Start und das Spiel stand 6:1 für Gießen, ©egen Spielende kam Dillenburg zum zweiten Treffe^ Wißmar hielt zwar den Ball am Pfosten, der Schiri entschied aber nach Reklamation des Plahvereins Tor. Die Blauweißcn beschränkten nrt e den Rest des Spieles nur noch auf die Abwehr. — Dillenburg bevorzugte die hohe wuchtige Spielweise, war aber zu ungenau. Die Ligareserve erkämpfte sich auch im Wieder- holungsspiel gegen Ehringshausens (Kreis Weh- lar) 2. Cif die Punkte durch einen 2:0-Sieg. Beim Seitenwechsel führte 1900 bereits 1:0. Die ©icfeencr zeigten ein ansprechendes Spiel. Im Sturm mangelte es an Treffsicherheit. faltet« das Taschentuch, di« drei Knoten waren weg. aufgeknüpft vom Unbegreiflichen. Ich zupfte mich an der Aas«. Wahrhaftig: Wirklichkeit! Hier saß der verdutzt« Kolonial- soldat, da unten blitzt« das Hafenwass«r, rings- um lachten die Leut«. Sie lachten vor Ueber- raschung. Wunderbare Vorgänge, zum Belachen geeignet. . -Vst es auch Ihr Taschentuchs fragt« mich ein tang«r Engländer. . war mein Taschentuch, in der Eck« stand das Monogramm. S>er Hexenmeister holl« zu einer neuen Ueber- raschung aus ehe er seinen Zauberkram zusam- menrafste und lafftg in seinen Fez Münzen ein- lammelte. als wäre ihm wenig an diesen Franken unö halben Rupien gelegen. . na^m einen Blumentopf, tat einen Kern ber Mangofrucht hinein, beöedte ihn mit Erde mit gelblich-rötlicher afrikanischer Erbe. Schleier darüber Flötentöne, Schleier weg: der Keim hatte sich zu einem langen grünen Trieb ent- AE- Afrikanische Erde darauf, Schleier öar- Schleier herunter: sieh da! Blätter und Bluten ... Wie? dachte man. Wie geht das zu? Träumt« man? Schwindel? Optische Täuschung? Massen- Wpnose? Ich wandte mich ab, mich meines Wachseins vergewissernd. ... Schlangenflötenweise, Schleier herunter' eine frische Mangofrucht hing jetzt am Däumchen! das ein« rasend schnell« Entwicklung erlebt hatte. Den Zuschauern fielen beinah die Augen aus den Köpfen. Man betastete die Frucht, sie war frisch und fest. Kein Zweifel an ihrer Beschaffen- fecit. Eine Mango, wie man sie jetzt überall an der ostafrikanischen Küste sah. Der Zauberer durchschnitt die Frucht: ihr Fleisch war gelb, und der Saft tropfte heraus. Die Deckglocke läutete. Zögernd löste sich die erregte Gruppe auf, «s war Zeit zum Mittag- essen. Der Zauberer, di« Münzen einsteckend und feine Bündel schnürend, verbeugte sich und ging b°nJBorb. Er stieg in ein Boot, das ihn hinüber an die Kaitreppe brachte. Mit dem Fernglas verfolgte ich ihn. Ich sah. wie er di« Treppe an der Landungsstelle hui aufstieg und zu meiner Verwunderung in ein vornehmes, blaues Auto stieg, das dort auf ihn gewartet hatte. Er fuhr ab unö an öer Uferftrafee entlang. Reben mir an ?eeLtn9 stand der Barmann. Er mochte meine Verwunderung bemerkt haben, denn er erzählte der Alte an der Ostküste eine der gtDaubcnrtT6aben.6e.tD‘>6ne' M 5ufmnmCT' Mussolini hat gesprochen als ein internationaler Staatsmann, als wahrer Europäer. Aus seiner Seite ist die Einsicht wie die Vernunft, auf der andern, der französischen, die säbel- rasselnd« Unvernunft. Herr Franklin-Bouillon weiß sich keine bessere Antwort, als „mit fliegenden Fahnen über den Rhein und nach Derlin zu marschieren". Marschiere er, mögen sie kra- reelen, diese Westentaschennapoleone — den Klang der Wirklichkeitsglocke vermögen sie nicht mehr aus unseren Ohren zu reißen. VfB-Gießen. _ VsA.Gießen (Liga) gegen VfB. Kurhessen Marburg (Liga) 2:6 (1:4). Ueber 600 Zuschauer wurden am Sonntag auf dem VfB.-Platz Zeugen eines spannenden Kampfes. Die Marburger stellten eine sehr gute Mann- schaft. Die VfDer zeigten sich aber auch von einer weit besseren Seite als sonst. Unter diesen Umständen kam ein Spiel zustande, das die Zuschauer in Dann hielt. Zum Schluß ließen allerdings beide Mannschaften etwas nach, da in der ersten Spielhälfte ein sehr schnelles Tempo vorgelegt wurde und sich die Mannschaften etwas verausgabten. Ueberraschend war die Tatsache, daß die VfDer, im Feldspiel den Gästen die Waage hielten, das । Spiel stets offen halten konnten, hauptsächlich in der ersten Halbzeit fast ausschließlich in des ©eg- ners Spielhälste legen. Die Marburger schoben sich hin und wieder nur durch rasche Durchbrüche in Front. Allerdings: wenn d.eMarbur-er durch- kamen, dann hing auch bald der Dali'im Retz Das geschah viermal in kurzen Abständen hintereinander. Im Zuspiel waren die Marburger genauer und offensichtlich besser. Die Gießener zeig- ten sich eifriger und glichen dadurch das technische Plus der Gäste aus. Der Sturm der Hiesigen erwies sich leider wieder nicht als durchschlagskräftig genug, um die sichere gegnerische Verteidigung zu überwinden und die erkämpften Torchancen aus- zunühen. Manche Gelegenheit wurde ausgelassen. Der Tormann der Gäste brauchte nicht allzuoft einzugreifen. Der Spielverlauf sah schon kurz nach Angriff die Marburger erfolgreich. Einen schwachen Schuß liefe Balser passieren. Das Tor war zu halten. In der 6. Minute buchten die Gäste den zweiten E^olg. Dalser hatte den Dali bereits, wurde bedrängt und liefe ihn noch in das Tor rollen. In der 12. Minute war bereits das dritte Tor für Marburg fällig. Der Gießener Tormann gestattete sich einen Stellungsfehler. In der 18. Minute brachten die Marburger einen schönen Angriff Dali hing wieder im Retz. Dalser war ersichtlich nervös und unsicher. Die Mannschaft vorübergehend etwas deprimiert, liefe aber troh- öem nufet nach, sondern kämpfte energisch und verbifsen weiter. In der 30. Minute erst konnten die Grun-Weißen unhaltbar für Öen Tormann aw 1:4 verkürzen. Kurz vor Halbzeit vergab vchmiöt eine glänzende Chance. Aach der Pause gelangten die Marburger noch zu zwei weiteren. Treffern, denen die Gießener nur noch ein Tor (Kohler) entgegesehen konnten. Für den Rest der zweiten Halbzeit flachte das Spiel etwas ab. Beide □Hannfcfeaften ließen nach. Der beste Mann war in der Mannschaft des VfB. diesmal unstreitig Barenfanger. Haupt wiederum sehr geschickt Baiser überzeugte nicht, Kreß war sehr Oeutheuser und Henrichs gut. Knaus noch ntäft kräftig und widerstandsfähig genug. In der num Behl« ... womit er «inen Zirkus meinte Dann er einmal aufgetreten war. „Eins, zwei drei ... Cr gab seinen Dechern leichte Schläge hob sie auf einen nach dem andern: unter jedem lag em Flaschenkork, und man hatte vorhin doch genau gesehen, daß die Decher teer gewesen ^aren. „Vier fünf, sechs ..." zählt« er auf beutfefe. Und feine Hände lüften listig die Ge- faße: je zwei Flaschenkork« lagen da. Schon zahlte er neuerdings weiter: je drei Flaschenkorke. Seht nur! Ein« wunderbar« Korkvermeh. rung. Erstaunte Augen. Wenn das so weiter- ?'n,9€ ;• • Da blies «r abermals die Schlangen- I» r?'. m Vecher, wobei er rief: „Galli' ©alli! ©alld und hervorhüpften ein, zwei, drei €l9ä rk-€benb,9c Küken. Piepsend standen sie da unschuldig^ tote vom Himmel gefallen. Sie fanden ihre Bewunderer. Rein, die reizenden Küken! Da waren sie aber schon wieder weggezaubert gleich den Korken, und verschwunden in der magischen Welt des Orientalen. f ,®r klemmte nun, zur Belustigung, ein Ei zwi- ^>en Nasenwurzel und Stirn. Cs haftete, und war doch kein Schwindel bei diesem Kunststück. Lang schtoebte eS auf seiner Aase, dann hieb er e« mit öer flachen Hand auf den Schiffsboden auf bafe cä nur so krachte. Man Der meinte, Ei- und Detter spritzen zu sehen. Er hob die £anor:rrÄ?tn* 6t)ur DDn Feuchte, Schale oder L^kles war weg die Küken und die Korken. SS? er ^on wieder ein Küken zwi- rifi os vorn und hinten, uud riß es scheinbar entzwei. Zwei muntere Mnren hatte er dabei aus einem gemacht, auf ^CnL^anötcIkr €r eins dar. Man lachte das war ausgezeichnet. Da zog er blitzschnell einem verblüfften Kolonialsoldaten ein drittes Küken aus der Aase ... Geschrei! Bravo! ..., jetzt TuJl/r Infanteristen gar am Ohr und zu Boden fiel eine kleine, sich windende Aatter, kaum W groß wie eine Blindschleiche. Und ehe noch die Vision von Schlangenländern und giftigeni @e- m "r*®6 ic^ khakigelben Kolonial- soldaten erloschen war, erbat sich der Zauberer der Küken und Natter auf die Seite gebracht ®r brach sie in zwei gleiche Teile und brannte di« eine Hälfte an, die andere ch-n?" (Solbaten, der aus seiner Detäu- bung aufgewacht war; der Alt« tat einen tiefen seinen" Fez 9limmenbcn Stummel unter T«?15 Anlage in dieses Kunststück zog er zwei I.ange Drahtstifte aus dem rechten Nasenloch steckt«^ die Är” ?erwischhaft gegen die BackA betete ffd> toieöet, aus der sog. Rhein-Ruhr-Hilfe seien u. a. zum Kauf eines Hauses, zu Baudarlehen an höhere Beamte, zur Kreditgewährung an einen früheren Landtagsabgeordneten und zum Ansammeln von Zinsen verwandt worden. All diese Behauptungen sind aus der Luft gegriffen. Das gesamte Geld aus dem Rhein-Ruhr-Fonds einschließlich das- jenige, das der Handwerker-Zentralgenossenschaft von der Handwerkskammer überwiesen worden ist, wurde vielmehr in einzelnen Darlehen zu verbilligten Zinssätzen an die Handwerker des besetzten Gebiets gegeben. Die Mittel zu dem erwähnten Ankauf des Hauses, zu Baudarlehen — und zwar nicht nur an die in der Presse genannten, sondern auch an zahlreiche andere Personen — und für den erwähnten Kredit stammen nicht aus dem Rhein-Ruhr-Fonds. Auch diese Gelder sind alle zur Belebung des schwer Dar« niederliegenden Handwerks gewährt worden. Die 3. (Lehr-)Mannschast erfocht gegen WieseckS 1. Mannschaft die nötigen Punkte. Mit 4:2 (3:2) endete das sehr spannende Treffen, bei dem man beiderseits recht ansprechende Leistungen zu sehen bekam. Da aber auch Dutenhofen in Lich ein 4: 3-Sieg glückte, ist die Meisterschaftsentscheidung noch einmal hinausgerückt. Im letzten ausstehenden Spiel tritt Lichs 1. Elf in Gießen an. Ein Unentschieden genügt den Gießenern zur Meisterschaft. Im Falle einer Niederlage muß 1900 nochmals mit Dutenhofen spielen. Die 4. Mannschaft verlor gegen Leihgesterns 2. Elf 1:4. Das Spiel stand beim Seitenwechsel schon 0:3 ->c Wen und nur durch eine erfolgreiche Um'- \ ,ng konnten die Blauweißen eine höhere Niei. ,.äge verhindern. Zu berücksichtigen ist aber, daff die Gießener nur mit acht Mann antreten konnten. Das vorgesehene Rückspiel der 5-Mannschaft gegen VfB. Krofdorf -tarn nicht zustande. Das als Ersatz dafür vorgesehene Spiel gegen Lollars 2. Elf wurde reichlich spät abgeschlossen. Es traten auch hier nur acht Mann an. Der Sieg war war verdient. Resultat 0:4 (0:2) für Lollar. Handball der Sp.-Vg. 1900. Polizei Butzbach I — 1900 I 9:0. Arn Sonntag hatte sich 1900s erste Handball- mannschaft zum Verbandsrückspiel den Butzbacher Polizisten zu stellen. Wie toentg Jile Spielvereinigungsleute gegen die ausgezeichnet aufgelegten Gastgeber ausrichten konnten, geht aus dem Ergebnis hervor. Zu Halbzeit stand die Partie schon 6:0. Wenn 1900s Stürmer — es waren derer nur vier — nicht so wurfschwach gewesen wären, hätte es immerhin zu zwei bis drei Gegentoren reichen müssen. Im übrigen war die Mannschaft jedoch mit Eifer bei der Sache unö toeferte sich, so gut es ging. Polizei Butzbach 1. 3gö. — 1900 1. 3gö. 2:4. @ine angenehme Ueberrafchung bot die erste Jugend, die den stämmigen Butzbachern mit 4:2 (Halbzeit 3:2) das Nachsehen gab. Die Gießener griffen forsch an unö hielten gut durch. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Egelsbach I — Raunheim I 2:2. 3m zweiten Spiel um die Kreisrneisterschaft mußte Naunheim in Egelsbach bei Darmstadt antreten. Das Spiel bewies, daß die Spielstärke der Gäste den Platzbesihern in nichts nach st and. Trotz schlechter Platzverhältnisse wurde ein spannendes Spiel gezeigt. Naunheim fand sich schneller mit Den Platzverhällnissen ab unö war merklich tm Vorteil. Die Platzbesiher muhten reichlich Abwehrarbeit leisten. Ein glänzender Flankenlauf des Linksaußen von Naunheim wurde zum ersten Tor ausgewertet. Nun fand sich auch Egelsbach besser und Naunheim konnte nur mit viel Geschick fein Heiligtum bis Halbzeit sauberhalten. Nach dem Wechsel wurde ein Handelfmeter von Egelsbach verschossen. Bald folgte nun eine Drangperiode vor dem Tor der Aaste, bis em vom Pfosten abprallender Ball im Rachschuß zum Ausgleichstor eingeschossen wurde. In der Folge gestaltete sich das Spiel wieder offener. Naunheim kam abermals zum Führungs-' tor. Schon glaubte man an einen Sieg der Gäste Da gelang es Egelsbach im Verlaufe eines Strafstoßes abermals den Ausgleich zu erringen. Es blieb bei diesem Ergebnis. Lollar I — Allenöorf I 4:0. Im Rückspiel um die Bezirksmeisterschaft des 3. Bezirkes standen sich die Gegner in Lollar gegenüber. Im Vorspiel konnte Allendors mit 8:4 Sieger bleiben. Allendors (mit zwei Mana ©riafe) hatte gegen die kompletten, mit großer "Wucht spielenden Einheimischen wenig zu bestellen. Bereits nach zehn Minuten wurde ein Elfmeter vom Gästehüter glänzend abgewehrt Lollar lag weiter im Angriff. Die wenigen Durchbruche der Gäste scheiterten an der Abwehr der Platzbesitzer. Bei Halbzeit führte Lollar bereits 2:0 Auch nach Seitenwechsel lag Lollar stets m on . . 14.46 14.50 14.44 14 48 Buenos Stert 1,043 1.047 1.038 1.042 9ie*inort . 4.209 4.217 4.209 4.217 ®rii|irl . . . 58 64 58.76 58.64 58 76 Iuil ie ii. . . 20.98 21.02 21.08 21.12 PorU . . . 16.56 16 60 16.57 16.61 6tbrori| . . 82.12 82.28 82.12 82 28 Spornen . . 35 66 35.74 35.66 35.74 Ieinig . . . 82 07 82.23 82 07 82.23 garan . . . 1.548 1,552 1.548 1 552 Wtv te Jan.. 0.259 0.261 0.254 0.256 neflaroltw. 7.443 7.457 7.443 7.457 lüiabon . . 13,24 13.26 13,14 13.16 Berlin, 19 Januar *elb ■"■»rief timrnlanild c Welte ....... 4.20 4.22 58.48 58,72 laniKfct 9ioicn ......... 79.54 79.86 Cnfliiltht ‘Rcl.-n . ........ 14.42 14.48 16.52 16.58 6ol!antl|d't 9Zoten........ 169.16 169 84 Jtdlirnhd't 91 ottn ........ Sorrorfltfdje Sioten........ 20 86 20.94 78.49 78.81 £ tu t|d> l t ftrrrrldj, • 100 kchlllie- Numanffitie 9ioten........ 2.48 2.50 GAroebtfche «oitn ........ 80.84 81.16 €diiDti$cr 91o!ta. ........ 81.94 82.26 Gpanifcbe Noten. ........ 35.53 35.67 Ungariidif Sloten ........ Reichsbankdiskoni 7 o f).. Combaröpnsfuß 8 v h. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 20. Jan. ES wurden notiert: Weizen 1. gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 235 bis 236,50, Roggen 222,53 biS 225, Sommergerste für Brauzweckc 185 bis 187,50. Hafer, inländischer 147.50 dis 155, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 mit Auslauschweizen 35.75 biS 36,75. Sonbermahlung 34 biS 35, Weizenmehl, Niederrhein., mit AuS- tauschweizen 35,75 bis 36,50, Sondermahlung 34 bis 34,75, Roggenmehl 33,75 dis 31,75, Weizen- fleic 8,65, Roggenkleie 9,25. Tendenz: gut behauptet. Amtsgericht Gießen. Der Fußsteig Scke der Dolkengasfe und de« Se'.terSweqS ist oHenlußtlbß eine beliebte ilntcr- haltungsstätte für StraßenpaNanten, insbesondere auch für Gäste der nahen Wirtschaft: denn ost schon halte an besagter Stelle dre Polizei Anlaß zum Einschreiten wegen verkehrswidrigen Stehenbleiben- deS Publikum-, da- auf Grund der Paragraphen 1 und 16. Abt. 2 und 24. der Polizeiverottinung betr. d.e Verkehrsregelung in der Stadt Gießen verboten ist. namentlich mit Rücksicht auf di« Zugänge der angrenzenden Häuser und Läden. Einschlägige 'Beschwerden sind auch schon ergangen. Der diesmalige Angeklagte erhielt die übliche Geldstrafe. Straferschwerungsgründe. die insbesondere in der Weigerung Der Verkehr-störer. den Weitungen der Polizei zu» folge weiterzugehen, gefunden werden, waren nicht nachweisbar. Am 13. Oktober v I. wurde deS Abend- auf dem Kinchenplatz die Polizei von einem Kinde in die Wohnung feiner Eltern gerufen, da diese sich in heftigem, lauten Lärm verursachenden Streit befänden. Der Ehemann war erst kurz vorher au- dem Wirt-hauS in trunkenem Zustand mit einem Begleiter nach Hause gekommen. Rachdem infolge deS Erscheinen- der Polizei der Streit sich einigermaßen gelegt hatte und die beiden Polizeiwachtmeister wieder gegangen waren, liefen ihnen die beiden Angeklagten au- der Wohnung nach und belästigten diese in der unflätigsten Weise, nicht allein durch Beleidigungen und üble Rachreden hinsichtlich deren zuvorigen Verhaltens der Frau gegenüber, sondern auch durch Tätlichkeiten, die den Tatbestand deS Widerstand- in sich schloffen. Strafe: 10 Tage bzw. eine Woche Gefängnis. In einem anderen Fall erging sich der Angeklagte. alS er an einem seinem Dienst nachkommen- den Polizeiwachtmeister vorüberging, ohne jede Veranlassung ebenfalls in unflätigen Beleidigungen. AIS dieser den Beleidiger, der sich weigerte, seinen Barnen zu nennen, pflichtgemäß sestnahm. suchte letzterer sich wiederholt mit Gewalt zu befreien. Gin Gleiches tat er anderen zur Hilfeleistung hinzugekommenen Polizeibeamten gegenüber. Auch sein Begleiter suchte ihn der Festnahme mit Gewalt zu entziehen. 11. a. umklammerte er einen der Polizisten, um ihn an weiterem Vorgehen gegen den anderen Angeklagten zu verhindern. Schließlich machte der Polizeiwacht- meifter von seinem Gummiknüppel ausgiebigen Gebrauch, und jetzt gelang die endgültige Festnahme Strafe: wegen Beleidigung und Widerstand 4 Wochen, wegen Versuchs der Gefangenenbefreiung 2 Wcchen Gefängnis. Sprechstunden vcr Redaktion. 11.30 bi« 12.30 Ui)r, 16 bl« 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen Lum Schutz gegen VW Orippe Erkältunnskrank■ Jj(inflai>in>'/'T\ heiten,Mandel-u. Halsentzündungen I Vlv Igge iMSEMIEUk-SCBULE uf.. M«$chinenee_.. 1 Sibelius warf einen scharf prüfenden Blick au>.den Frechen. „Wirklich nicht?" fragte der Bankier und beugte sich lauernd vor. „So bin ich also falsch berichtet wenn man mir sagte, daß Sie für alle Schulden aus dem Dahamageschäft des feinen Hauses Lund geradestehcn, weil Sie Bürgschaft geleistet haben?" „Woher wollen Sie das wissen?" z „Dohe r", entgegnete der dicke Mann. „Man hat so seine Quellen, zum Beispiel diese —“ Unö er reichte dem Konsul eine Abschrift des geheimen Dürgschaftsabkommens zwischen den Armen Sibelius, Lund und der Landschaftsbank. „Run, Herr Konsul", fragte der Dicke mit triumphierenden Lächeln, „bin ich sicher, von Ihnen jenes Geld zu bekommen, das ikh-an diesen Herrn Lund verloren habe?" „Seien Eie nicht so sicher" — der Konsul sprach sehr langsam, und sah sein Gegenüber scharf an —, „daß Sie Ihr Geld von mir bekommen. Hätten Sie diesen Vertrag, den Sie nur durch üble Machenschaften in die Hände bekommen haben können, aufmerksam gelesen, dann hätten Sie eines feststellen müssen: meine Bürgschaft gilt nicht für den Fall eines Betruges!" Mit gespieltem Erstaunen schlug der dicke Mann mit den Händen auf seine Knie: „Die Sache wird ja immer amüsanter, betrogen haben also die Brüder Lund auch noch?" Der Konsul reckte sich zu seiner vollen Höhe empor: „Richt die Gebrüder Lund haben betrogen, sondern Sie, mein Herr I" Der Bankier schlug eine mißtönende Lache auf: „Das ist ein ausgezeichneter Scherz, den Sie sich da leisten, Herr Konsul. Ich freue mich, daß Sie das Mißgeschick Ihres großen Geldverlustes so heiter tragen.“ Der Konsul stand auf. „Herr Bankier ©riefen“, sagte er und nahm die Mappe, die er mitgehracht, an sich, „ich brauche mich mit Ihnen nicht weiter aufzuhalten In dieser Mappe sind alle Beweise dafür, daß das Haus Lund von Ihnen verbrecherisch betrogen worden ist. Ditte, greifen Sie nicht danach! Die Originale dieser Papiere liegen bereits im Safe bet der Landschaftsbank. ______ f ™ y f y Mchtenderbstangen 1., 2. u. 3.'Klas's'e Stuck " 4,6 rm Eichennutzscheit, Rollen zu Garten- „ 4. „ 5. „ 6. „ 7. 9. „ 2,84 „ Unter dem Eichenholz befinden 'sich 3 h-. Stamme 4., 5. u. 6. Klasse, sehr hochwer- nges cholz zu Fornier geeignet. Larchenstämme 3. u. 4. Klasse = 4 km, 3 M^nftamme 2- u- 4 Klasse = 2,5 fm, Fichtenstamme la-Klasse = 9,39 fm Buchenscheit Buchenknüppel Buchenreiser Eichcnknüppel Eichenreiser Elchereifer Kiefernschcit Kiefernknüppel Derb- und Reisstangen, 357 Stück, Klasse verschieden. Z^ammenkilnft 8% Uhr am Eingang Donoerslnfl, den 21. jannat nachmittags 2 Llhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 12 Korbflaschen, 11 Diwans, 3 Chaiselongues, 5 Schreibtische, 2 Klaviere, 4 Vertikos, 3 Tische, 6 Stühle, 6 Nähmaschinen, 5 Kleiderschränke, 1 Damenfahrrad, 1 Radioanlage mit Lautsprecher, 2 Sommermäntel, 1 Anzug 18 Manchesterhosen, 2 Lodenmäntel, 1 Registrierkasse, 1 Rechenmaschine, 2 Schreibmaschinen Orga-Privat, 2 elektr. Haarschneidemaschinen, 1 Herrenfahrrad, 1 Trumeauspiegel, 1 Flurgarderobe, 1 Aktenrollenschrank, 2 Bücherschränke, 1 Glaserschrank, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Kredenz, 2 Glasschränkchen, 1 Badeofen mit Wanne, 3 Spiegel, 1 Regulator, 1 Kommode, 1 Grammophon, 4 Büfetts, 1 Standuhr, 1 Vitrine, 1 Wäscheschrank, 1 Waschtisch, 1 Korbmöbelgar- mtur, 1 Harmonium Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal: 4 elektrische Kühlschränke, 1 Eisschrank, i feon^ranfe, 2 Läuferschweine, lnbU^elio5rr,°nenma9Cn zusagende verfahren Man glaubt, daß sich -eslens bis zuw iner-cn, da auch die Frankreich hierbei ju noch möglich fein, it Mande zu bringen, fo eine kurze verfchi um einige Tage t kn, dafz die Käufer, iicheu Ministern Vcmhungen um das renz, werden die vusfi mifllfd) btutk'ül Off wattigen Verhandln' Formel zu finden, d Frankreich, die wahren. Der „Sta oerftündigenkc langen“ ausor dann einer Konfe werden. Unter Hinweis reign Office" erkli 6taaten mühten i \ selbst zu helfe von Amerika I komme eine e i A u g e n b l i ck be gehenden Ansichte Frage. Aber m legenheit geben, zu um in gemeinsan toas sofort g fache, daß in Frc Wahlen fällig s Rückwirkung < ^erenz, ist af Grund, eine aufzuschieben Erklärung, daß -gemei nsamer Deutschlando elnrgten ötac 5f?le Dehauplm •Metung bringen Unsiche 21.3a ^tfache, daß die kommenden A kann, wird in der L n°ch nicht al schreibt, Rc daraus v rcn untecJjrf förA? femet §deo! »"d M V’l “ W NtzK toärtin Pakten a“W ernste Wurden, aber WK