vrrs vnd Verlag: vruhl'sche Umversiläls-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange in Siehen. Schrlftleltung und Geschäftsstelle: §chu!straße t. Die Mahnung der Toten I Die englischen Abrüstungsvorsch'.äge annehmen könne. 5 8 I 6 6 8 M übt c.ncn tausendfältigen Zauber aus auf unser Gemüt. Darum wollen wir uns in diesen Tagen beginnen und darüber nachdenten. daß diese Regierung von Papen zu bilden. Der neue Reichstag sei unter dem Zeichen derselben, noch verstärkten Unfähigkeit zusammengetreten. Cs bestehe die Möglichkeit eines letzten Versuches mit neuen Männern, um unter neuen Gesichtspunkten eine Anzahl von Parteien zu einer Konzentrationsregierung zusammenzubringen. Der Versuch erscheine gewagt und — jedenfalls bei dem gegenwärtigen Stand der Regierung — nicht fruchtbar. November 1932 Annahme von Inje^en für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undsür denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Die wir von unterrichteter Seite erfahren, hat die Besprechung zwischen dem Reichspräsidenten und Adolf Hitler 1 Stunde und 10 Minuten gedauert. Aus der Seite Hitlers hat niemand weiter an ihr teilgenommen: sie vollzog sich zunächst zwischen dem Reichspräsidenlen und Adolf Hitler u n - ter vier Augen. Roch kurzer Zeit wurde dann Staatssekretär Meißner zugezogen. Der Inhalt der Unterredung erstreckte sich aus eine Darlegung der gegenseitigen Auffassungen. Da die Besprechungen noch nicht abgeschlossen sind, werden sie i n d e r nächsten Woche fortgesetzt. Um 12.30 Uhr verließ Hitler das Haus des Reichspräsidenten in seinem Kraftwagen. Inzwischen hatte sich in der Wilhelmstraße eine so große Menschenmenge angesammelt, daß es dem Wagen des nationalsozialistischen Führers schwer wurde, sich einen Weg zu bahnen. Die Menge durchbrach die Schupoketten und drängte sich an das Ausfahrtstor des Präsidentenhauses heran, so daß es erst wieder geschlossen werden mußte. Dann erst war es der Schutzpolizei möglich, die Straße so weit frei zu machen, daß der Wagen herausfahren konnte. Aber auch in der Wilhelmstraße selbst gab es immer wieder Stockungen, so daß Hitler nur schrittweise vorwärtskam. Die Ovationen setzten sich I fort, bis Hitler im „Kaiserhof" ausgestiegen war. Zentrum und RGOAp. suchen Kühlung. denn die Konzentration könne nie Dauer haben, ohnedieRationalsozialr st en, d,e jedoch, wie Gayda aus persönlichen neuen Informationen wissen will, jede Kombination dieser Art oblehnen würden. Die inner- deutsche Lage erscheine verwirrt, aber die Verwirrung trage das Ä e n nj e i cf» c n deS Tleberganges und der Reubildung. Im Hintergrund stünden klare Strömungen und sichere nationale Kräfte. 6,036 52,05 12,«5 3,063 163» 70,47 72,97 73,« 13,84 0,912 4,217 58.« 21.« 16,53 81-0 31,« 81.9» 0.« 0,5 5,6« 12,71 M. 58,44 71-74 IS.» 16. ' 169-« si 2,4» 73.4» 81'0» 34-39 "W. "L20 58,20 7I-« 13- 16,45 168,81 21.« 70,'6 2-7 73,« 8°, 34-5 werde weitergehen. Cmährungsnöte drohten Deutschland daher heute im Gegensatz zu der Zeit 1918 24 nicht. 3m Interesse der Rentabilität der Landwirt- schast muh vor allen Dingen k o st e n s e n - kung für die Landwirtschaft erstrebt werden. Ist zu dem Zeitpunkt der völligen Selbstversorgung, der heute nicht mehr fern ist, die Landwirtschaft nicht so weit gediehen, daß sie durch Kostensenkung die preise ihrer Erzeugnisse der Kaufkraft der städti- scheu Bevölkerung anpassen kann, so muh sie einer neuen schweren Krise verfallen. Wenn diese Auffassung richtig ist, so muh man sich heute schon kritisch verhalten gegen alle Ve- ftrebungen, welche darauf hinauslaufen, das Produktionsvolumen der Landwirtschaft unter Kostenerhöhung zu vergrößern. Cs liegt dsher auch fein Bedürfnis üor die vorhandene Kulturf.äche schlechthin durch Kapitalinvestierungen für Tlroarmachung des Bodens usw. zu vergrößern. Vielmehr wird von Fall zu Fall sowohl für einzelne schon vorhandene Betriebe wie für ganze Gebietsteile geprüft werden müssen, ob Investierungen von neuem Kap tal eine Kostensenkung fürdie Produktion herbeizuführen geeignet sind. Die Landwirtschaft ist. da ihr der Weltmarkt verschlossen ist, mit der städtischen Industriebevölkerung auf Gedeih und Verderb verbunden. Während die Landwirtschaft ihre Produktion vermehrt hat, hat sich die industrielle Werteproduktion von 1928 bis 1931 um rund 40 Proz. vermindert. Da die Landwirtschaft nur etwa 20 Prozent der industriellen Retto- produktion abnimmt, die übrigen 80 Prozent an die städtische Wirtschaft und das Ausland geben, so ist der industrielle Absatz durch Stärkung der landwirt'chaftlichen Kaufkraft nicht wesentlich zu verbessern. Eine Politik allgemeiner Preis- i und Lohnsenkungen wäre bei der jetzigen Kon- I junkturlage verfehlt. Zweckmäßig angelte. Scharfer Gegensatz zu Frankreich Berstimmrma in Paritz. Paris, 19. Rov. (WTD. Funkspruch.) Die Presse beschäftigt sich aua» yeute noch sehr ein- gehend mit dem englischen Abrüstungsplan, den Sir John Simon vorgestern in Genf bargelegt hat. Journal schreibt, der Hauptpunkt des englischen Plans sei die sofortige Anerkennung der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung. Allerdings seien gewisse tatsächliche Ungleichheiten noch Vorbehalten, die erst allmählich verschwinden sollen, wenn sich die Hoffnung auf Entspannung ohne eine besondere Sicherheitsgarantie bestätige. Der englische Vorschlag sei genau das Gegenteil des französischen Plans, der die Herstelluiig der Gleichheit erst nach Herstellung von Sicher- h e i t s g a r a n t i e n und außerdem i n. einer Reihe von Etappen vorsehe. Dieser Gegensatz wäre an und für sich schon als ernst zu bezeichnen, werde aber einigermaßen dadurch kompensiert, daß im englischen Plan die Aufrechterhaltung einiger tatsächlicher Ungleichheiten geeignet sei, die grundsätzlichen Zugeständnisse auszugleichen. Am ernstesten aber sei, daß Die unmittelbaren A b r ü st u n g sm a h nah - men, die England vorschlägt, die französischen Sicherheitsreserven gänzlich ruinieren würden. Die Ausführungen Simons - so schließt das Blatt — enthielten gefährliche Maßnahmen. . , „Echo de Paris" erklärt, Frankreich bestreite England nicht das Recht, seine Flottenmacht zu erhalten. Aber aus welchem Grunde, so fragt das Blatt, wundere sich England, wenn Frankreich für sich eine entsprechende Derteidi- gung fordere? 2m September habe Deutschland der Abrüstungskonferenz den Rücken gekehrt, um durch Drohungen zu erreichen, was es durch Heberrebungen nicht habe erlangen können. Und London setzte von sich aus die Höhe des Löse- 6,024 51,95 12,465 3,057 (69,18 70,33 72.» 73,28 13,80 0,908 4,209 58,36 16,W 80-94 34,39 81,82 0,83? 0,29» 5,634 12,76 Hitlers Besuch beim Reichspräsidenten. Eine einstündige Unterredung Hindenburgs mit dem nationalsozialistischen Führer anfangs unter vier Augen, dann imBeisemOr.Meißners.-Oie Besprechung wird fortgesetzt werden. zentration anfehen wollten. Das römische Echo. Rom 18. Rov. (Sil.) Ter Rücktritt der Regierung 'von Papen wird nicht nur in der italienischen Presse aus-ührlich behandelt, sondern bildet auch das Tagesgespräch der römischen politischen Kreise. Wie immer läßt jedoch die Presse mit einer entschiedenen Stellungnahme auf sich warten. In einem kurzen Kommentar, den er Verworrene Lage" betitelt, sagt Gayda, der Direktor des halbamtlichen iornale D 3 t ali a". der Rücktritt Papens sei keine lieber- raschung. Der letzte Reichstag sei aufgelöst werden wegen seiner Unfähigkeit, eine Mehrheit für ine Seid Ws ’ Ol.e rur einen Streit "etwa 800 Mann für Wften einen Streit ,e lm Ser? noch Un. und Mo- elbotf Der Umhin H*£-b£enbtUn 322) Millionen W*. Untoftenjentung und ^9 konnte aber ba röen, wie im üorjabte. f6) RM. ©eminnnortrai] id) ein Reingewinn non ;r °uf den I. Dezember mmlung wird norg^ ) Millionen Reichsmark een und den Rest von nung nprjutragen, öhung der fron- n 61idftoHteerte, hen Sticistosfteerle in ösischen Vlättermeldun' mm für das kommende i eine JahreserzeuMg mmon'alpeter, Hatton- at vorsieht, was zu- nnen reinem Stickstoff die Pwduktionsfähig« i Anspruch genommen die Werke vornehmlich Ammonsalpeter besaht, e Erzeugung auf etwa W iörfe freutMf. Äop. 5er Stixbc' >n Situation ließ an nennensteertrs Mr die Stunxraing eme geivisst Hervvsi- out. Die wenigen Ilm- auf die Spekulation h staken bei 3®.-$ar- ;cn anderen Werten Er- Proz. ein, die Weht- loch unverändert 3m biebene Papiere weiter f TergbM und J».* ag die Wtbelihanleihe im übrigen blicbendic -eau unverändert 3m । höhere Pariser Kurs- (c für türkische 2nfa* J Markt lagen ®olb- r Äypotheken-Aankund „S Mannheim bis Sge Frankfurter ^X^8!),6proz.M'N- z Aeihr 18 b'.s 23 <8,®- Bgckllschast 33, Sie- Berlin 18. Rov. (WTB.) Reichswirtschafts- minifter Dr. Warmbold hielt in der Deut- schen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft einen Vortrag über den Charakter der gegenwärtigen Krise. Der Redner wies auf die beschleunigten Fortschritte in der Produktionstechnik hin, die einen technischen Produktionsapparat auf getürmt habe, der die Grundlage für eine ungeahnte Aufrüstung der Wirtschaft' in allen Ländern bot. Die bedeutsame Folge sei die Beschleunigung der Industriali- s i e r u n g getoejen, die schließlich zu schweren Wachstums st örungen geführt habe. Das Schulden-, das Kreditproblem sei zum Zentralproblem dieser Krise geworden. Eine der Hauptaufgaben der Weltwir.schaftskonserenz werde es sein, die Beseitigung der Handelshemmnisse zu fördern. Der alle Sah, „daß Verpflichtungen von Land zu Land nur durch Warenlieferungen und Dienste, niemals aber durch Geld ausgeglichen werden können", müsse zu seinem Recht kommen. Das sei beson. bers wichtig für die Lösung der deutschen Aus- landoerschuldung. Unsere Zahlungsfähigkeit, betonte der Minister, ist allein bedingt durch die Warenmenge, die das Ausland anzunehmen bereit ist. wir werden zahlen und können zahlen, wenn man uns gestaltet, zu zahlen. Die Frage, ob sich Deutschland ohne schvxre Schäden für den Lebensstandard des deutschen Volkes auß der Weltwirts ch a f t h e r - a u s l ö s e n könne, beantwortete der Minister dahin, daß als berechtigter Kem des sogenannten Autarkiebestrebens lediglich die Forderung ubng bleibe, die natürlichen Kräfte des hei- mischen Bodens voll auszunutzen- Diesem Ziele habe sich Deutschland in den letzten Jahren weitgehend genähert, was besonders die starke Zunahme der landwirtschaftlichen Produktion beweise. Die Entwicklung in Richtung auf völlige Selbstversorgung Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte VirNener Familienblatter Heimat m Bild Die Scholle monats-Beiugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. üernsprechanschlüsse unter Sammebmmmer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: gronifurt am Main 11686. Industrie und Landwirtschaft. DerneichSwirtschastöministerzurgegenwärtigenLagederdeuischenDoikSwirtschast gelbe8 fest. Wenn der Reichsaußenminister nächste Woche im Dölkerbundsrat erscheinen werde, dann werde er nur liebenswürdige Gesichter vorfinden. Wan könne sich nicht wundern, wenn Japan, diesem Beispiel nacheisernd erklären werde, daß das beste Mittel, den Völkerbund zum Kapitulieren zu bringen, darin bestehe, ihm den Rücken zu kehren. Oie Gleichberechtigung. Berlin wartet auf eine französische Erklärung. Berlin, 18. Nov. (CNB.) Die Rede des britischen Außenministers Sir John Simon in Genf wird in amtlichen Kreisen als eine 'Antwort aus die deutscherseits immer wieder gestellte Frage gewertet, ob die 'Vereinbarungen der Abrüstungskonferenz t n gleichem Umfange zeitlich und materiell auch für Deutschland gültig sein sollen. Wenn Sir John Simon in den Punkten 2 und 3 der englischen Vorschläge sagt: „Die Beschränkung der deutschen Rüstungen sollte in der gleichen Ab r ü ft u n gs k o n oe n t i on entfallen fern, die auch die Rüstungsbegrenzungen der anderen Staaten bestimmen wird^ und weiter: „Deutschlands Rustungsbegrenzungen sollten fürdie- selbe Zeit gelten und denselben Revi- sions Methoden unterliegen, die für die anderen Staaten gelten", so bedeutet das die Anerkennung der deutschen Forderungen Nachdem nunmehr also England und Italien im wesentlichen unserem Standpunkt in der Frage der Gleichberechtigung bei getreten sind, liegt das Schwergewicht jetzt bei Frankreich. Gegenüber den gestern in der Sitzung des Büros der Abrüstungskonferenz an Deutschland gerichteten Aufforderungen, nunmehr nach Genf zu kommen, wird es in amtlichen Kreisen als für Deutschland unmöglich bezeichnet, sozusagen versuchsweise wieder an der Konferenz teilzunehmen, ehe der französische Standpunkt eindeutig geklärt ist. Danzig, 18. Rov. (TU.) Nachdem die Danzu polnischen Verhandlungen in Warschau über schwebende wirtschaftliche und Zollfragen gescheitert waren, hatte der Hohe Kommissar des Völkerbundes beiden Parteien einen Entwurf zu einem modus vivendi f ü r drei Jahre vorgesch'agen und erklärt, daß er in diesem Vorschlag einen letzten Versuch zu einer Regelung der Fragen im Wege beiderseitigen Ueberein- kommens erblickte. Gleichzeitig legte der Kommissar den beiden 'Parteien einen Entwurf zur sofortigen Regelung der in Genf anhängig gemachten Streitfragen wegen Einführung des polnischen Zloty auf den polnischen Eisenbahnen im Gebiete der Freien Stadt Danzig vor, sowie einen Entwurf zur Aufhebung aller Verbote der Danziger Zeitungen in Polen und der polnischen Zeitungen in Danzig. Der Senat der Freien Stadt Danzig erblickte in diesem Entwurf eine geeignete Grundlage für eine praktische und sofortige Lösung der bestehenden Schwierigkeiten. Der Vertreter der polnischen Regierung erklärte, daß die polnische Regierung den von dem Kommissar des Völkerbundes oorgelegten Entwurf nicht ' um i - i \3 b's 16 ^ 3) : t 1 ' « le6 am 6*., ^9 ton? - tae Ä N; °bd°h! bu T »eine bHo'S Jhab ür 275 Erstes Blatt 182. Jahrgang Samstag, 19 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesien schwere Zeit eine EpochcderErneuerung ist. der Umwertung der 'Begriffe von einem glücklichen und zufriedenen Leben. Wenn jetzt, beim Abschied der Statur, unsere Gedanken sich sreimachen aus den engen Fesseln des Tages und in die Ewigkeit gleiten, wollen wir uns über die Steine und Dornen des Weges hinweg- | letzen den Zorn und Aerger abschütteln und den festen Glauben fassen, daß diese Prüfung zu einem guten Ziele führt- Dor unseren Augen tauchen die endlosen Zuge der Toten aus, die für Heimat und Bolk gefallen sind. Sic gaben ihr Leben in der gläubigen Zuversicht, ihrem Baterland zu einer gesicherten und alücklichen Zukunft zu verhelfen. Haben wir dieses Testament, dos. sie hinterließen, geheiligt, haben | wir ihren letzten Willen vollstreckt? Tiefe Beschämung muß uns ergreifen, wenn wir uns dieser heiligsten Pflicht erinnern. Gewiß, unsere Feinde draußen haben uns gedemütigt und zu knechten versucht, um so mehr wäre es unsere Ausgabe, uns zusammenzuschließen und durch Einigkeit stark zu machen. Wenn wir uns weiterhin bekämpfen und bcschimvfen, wenn wir weiterhin in jedem, der eine andere Anschauung hat, einen Dumm- topf und Verbrecher wittern, wenn wir weiterhin die Politik nur als Mittel für Sondermteressen« betrachten, können sich nicht die hohen Degabun- gen und sruchtbaren Kräfte der deutschen Ration entfalten für die unsere Brüder auf dem Schlachtfeld gefallen sind. Solange wir uns nicht von den Verführern abwenden, die in Wort und Schrift das Volk gegencinanderhehen, um daraus für sich selbst Vorteil zu ziehen, solange wir nicht einmal die Kraft auf bringen, uns eine auf breiter Grundlage ruhende Regierung zu schaffen, Berlin, jg. Nov. (ERB.) Obwohl ine Lmp- versündigen wir uns in schwerster Weise gegen fäng(? bcr Barleiführer beim Reichspräsidenten das Testament unserer Toten. , ffrena vertraulich waren, werden in einer ganzen Wir wollen uns in diesen '^gen rn unserem ' » 0£)n Blä(tern Kombinationen über den Inhalt Denken und Fuhlen mit denen verem«^ * 9 Besprechungen angestellt. Darüber hinaus unb Sorge ga^ Die Menschengenerationen reihen wird dann auch die besondere Bedeutung des für sich aneinander wie Ketten, eine erwächst aus der fjeute vorgesehenen (Empfanges Hillers heroorge- anöercn jede hat nur eine zeitlich begrenzte fjobetL diesem Zusammenhang will die „DAZ. Ausgabe. Aber alles Gute und Schöpferische, QU6 zentrumskreifen wissen, daß unmittelbar nach Las sich aus einer Generation heraus entwickelt, & Empfang Hitlers Besprechungen zwi- -äs“äW.r: unfe^^Da^rin'bc^em^Wir haän in dieser Verständigung dienen sollten nnL' denen Sekunde der Ewigkeit, in der wir das Sonnen- besonderes Gewicht auf das Beftreben gelegt wer licht erblicken, unsere Pflicht ^uerfüllen, ^n würde, dem neuen Kabinett eine besondere die Pflicht gegen uns und unser Anrecht auf em fonflruftiDC Unterlage zu geben, die es vom Grund- frohes Lebensgefühl und die Pflicht gegen die, . . b€c Bräsidialregierung nicht allzuweit entferne bie vor und waren und die, die nach uns kom° ^okdem die Mitarbeit von Parteiführern ge- men werden. Wir wollen uns siatte. - Auch der „Börfen-Lourier" glaubt, daß S S- noch d-M Beiud, Gesellfchaft find. Denn wird das Gedenken an zwifchen Zentrum und Na^ionalfozialisten^e ne Tin die Toten uns mit einer stillbeglückenden Be- sländigung versucht werden wurde. Diese Aussprache fiimung erfüllen. würde sich auch auf die Segierungsbil- -------- öung in Preußen erstrecken. Man hoffe auf € Wie wir Schwer lastet das Leben auf unseren Tagen, erfahren, hat der R e > ch s President heute u Wit welcher Sorglosigkeit haben die älteren unter 11.30 Uhr Adolf h l t l e r empfangen Ob- uns ?n ihrer Jugendzeit gelebt. Damals war wohl man den Zeitpunkt der Besprechung geheim »»‘.ä: S SS wE Ää zu verzwe feln, denn Reichtum allein macht nicht genommen s°^ern sorgt nur dafur daß ö 5 b - fung geschaffen, die von erschreckender Oede war. hielt sich 1^4 nur eine / ";Ppuen^*e"e/t'eIUbnQ°nen °in übt c.ncn tausendfältigen Zauber aus auf unser I rufe aus. Aus aller Welt 20 ftortlefoung. Nachdruck verboten. 'chreib yettr bah I /olfler Deiner Hände Werk Jtoman von Klothilde von EtegmanmEtein. Copyright by Martin Ferrchtwangrr, Halle (Saale) Wie man in England über die Neutralität Belgiens dachte. Interessantes aus den britischen Dorkriegsdokumenten. einer Aktentasche bei sich. Plötzlich fuhr eine L.mouFne dicht an den Bürgersteig heran, dem Wagen entstieg ein maskierter Mann, der sofort auf den Boten zusprang und ihm unter Bedrohung mit einem Revolver die ^Aktentasche mit dem Geld entriß. Der Räuber sprang dann wieder in den Wagen, der darauf in schnellster Fahrt davonfuhr. Der Räuber trug eine grauschwarze Maske. Die Täter konnten bisher noch nicht ermittelt werden. Einsturzunglück in Mannheim. — 4 Schwerverletzte. Ein Einsturzunglück ereignete sich in Mannheim. Das Gerüst am Neubau einer Auto- mobilgarage stürzte aus noch nicht geklärter Ursache plötzlich mit den darauf befindlichen Arbeitern in die Tiefe. Vier Maurer wurden durch den Fall und durch die auf sie stürzenden Pfeiler des Gerüstes schwer verletzt. Räuber in der Notwehr erschossen. Ein Gsndarmeriewachtmeister in Mährisch-Ostrau überraschte nachts zwei Männer, die in ein Hotel einzudringen versuchten. Einer der beiden bedrohte den Beamten mit einem Messer. Der Angegriffene machte in der Notwehr von seinem Dienstreool- ver Gebrauch und tötete den Burschen. In dem Erschossenen wurde der gefährliche Verbrecher Joseph Janik festgestellt, ein Bruder des Räubers Leopold Janik, der kürzlich in der Slowakei ebenfalls von einem Gendarmen erschossen wurde. Köpenlckiade in Köslin. Der geisteskranke frühere Kriminalbeamte I e n - dresky versuchte dieser Tage den Regierungspräsidenten Cronau zu verhaften. Erließ sich in der Privatwohnung des Regierurrgsprä- d. h. der Rentabilität und der Produktivität Rechnung tr g.ndr Arbe tsbeschaffungen in den Grenzen, bie durch die Devifenlage gezogen sind, sollen gefördert werden. Mr die Entwicklung des Binnenmarktes ist be- deutsam eine liberale Kreditgewährung. Eine Lockerung der Devisenzwangswirtschaft kann erst erwogen werden, wenn die internationalen Schuldverflechtungen auf eine neue Basis gestellt sind und der Gold- und Devisenbestand der Reichsbank gleichzeitig eine Erhöhung erfahren hat. Bei strenger und lückenloser Devisenbewirtschaftung kann unsere Währung von innen heraus kaum bedroht werden. Wir sind aber berechtigt und nach den gegebenen Verhältnissen sogar verpflichtet, unsere Kre- ditpolitik im Innern so einzurichten, daß jede Arbeitsmöglichkeit durch Banken und No- tenbank finanziert wird. Das gegenteilige Verhalten würde unsere Lage und die Sicherheit der Währung beeinträchtigen. Moskau berät die deutschen Kommunisten. Die..Kr uzzeitunft" ve-ösfentlicht Terrcr länc des Politbüros. Berlin, 19. Rov. (ERD.) Die „Kreuzzeitung" berichtet in großen Schlagzeilen über Terrorpläne der Kommunisten, die am 14. August in einer Sitzung des Moskauer Politbureaus erörtert worden sein sollen. 3n dieser Sitzung habe, so schildert das Blatt, der Vertreter der Dritten Internationale, Manu i l s k y , einen ausführlichen Vortrag über die politische Entwicklung in Deutschland gehalten, in dem er als die größte Gefahr eine Koalitionzwischen Zentrum und Rationalsozialisten unter bestimmender Führung des Zentrums bezeichnet habe. Heber die Gegenmaßnahmen der Kommuni st en habe Manuilskh lediglich gesagt, daß die Geheimagenten inner- halbderSA. befriedigend ihre Pflichi vor der Revolution täten. Die soziale Zusammensetzung der SA. erleichtere diese Arbeit, und einige ganze Abteilungen könnten schon heute für kommunistische Aktionen verwandt werden. 3m Anschluß an diesen Vortrag hat dann, der „Kreuz, zeitung" zufolge, der Vorsitzende der Revolutionären Gewerkschaftsinternationale, Losowsky, gesprochen, der gesagt habe, die KPD. müsse die Fähigkeit zeigen, die günstige Situation auszunutzen nicht nur mit Öen Methoden Torglers, sondern auch mit den Methoden Hölz' und Skoblewskhs. 3n dem Moment, wo der administrative Apparat des deutschen bourgeoisen Staates schwach werde, müsse man sofort die Verwirrung und den Zerfall durch die Organisation von Strei ks, Sabotage und der Anwendung der Methoden des Massen- und des iiw.vibuellen Terrors verstärken. Zum Schluß habe dann Stalin gesprochen, der die Aufstellung umfangreicher Blutlisten in Deutschland empfahl, in denen die Ramen aller derer stehen müßten, die a l s e r st e den Beginn der revolutionären Kämpf' spüren und zu deren erfolgreicher Durch- führi ng rech tzeitig von der Bildfläche verschwinden mühten. Kunst und Wissenschaft. Vontzers „Schwälmer Tanz" in Marburg. Das Museum der Universität in Marburg hat den „Schwälmer Tanz" von Professor Carl D a n tz e r, ein Hauptwerk seiner Kunst, eine monumentale Gestaltung hessischen Volkslebens, aus Hamburger Privatbesitz angekauft. Es war eine der letzten Amtshandlungen des jetzigen Oberpräsidenten vion Hülsen als Kurator der Universität Marburg, in Gemeinschaft mit dem Rektor dieses hervorragende Stück der Universität ziu sichern. Die Reuerwerbung ist ein Ge- I winn für das ganze Hessenland. 1 hierher zurückkam, dachte ich dich vorzufinden. Was hat's denn gegeben? War Baron Ivarsen zufrieden mit dir?" Eine glühende Röte stieg in das Gesicht des Mädchens: »Rein, Herr Degenerl" Der Prokurist sah sie erstaunt an: „Rana, was hast du denn da angestellt? 3ch hab' dich doch neulich hier zur Aushilfe für Fräulein Klara gehabt — na, ich muß sagen, du schreibst doch sehr schnell und anständig. Warst du vielleicht unsicher oder was war los? Ra, rede doch, Mädel! 3ch hätte dich zu gern hier engagiert — gehörst doch zum Bremerwerk wie wir alle." Erika überlegte: sie sah das gute alte Gesicht, das ihr von ihrer Kinderxeit her so vertraut war. Ja, diesem Manne, Dem Onkel Degener, wie sie ihn bis vor kurzem genannt, konnte man sich anvertrauen. Er würde dem Vater nichts erzählen. „Ich möchte Ihnen etwas erzählen, Onkel Degener", sagte sie leise, und sie wußte gar nicht, baß sie ihn plötzlich wieder so wie in der Kinderzeit genannt hatte. „Aber ich bitte Sie, daß nie- mgnd etwas davon erfährt.. „Von mir nicht", gab der alte Degener trocken zur Antwort. „Ich habe schon mehr Geheimnisse zu hören bekommen als von einem solchen Kiekindiewelt", setzte er gutmütig hinzu. „Also wo brennt'« denn, kleine Erika?" Doch sein Gesicht wurde sehr ernst, finster beinahe, als Erika in hastigen Worten ihm die Szene in dem Privatkontor schilderte. „Verdammter Lump!" fluchte er und schlug mit der Faust auf bin Tisch, daß Erika zusammen- fuhr, Unb bann wurde sein wütendes Gesicht ganz ernst und gramvoll. „Das ist nun die neue Zeit auf Bremerwerk", sagte er bitter. „Wenn das der Herr erlebt hätte — ein Rachfolger, auf seinem Platz, der mit der jungen Tochter seines alten Angestellten was anfangen will — pfui Teufel! Ra, Erika, nimm dir« nicht zu Herzen: der Reue ist nun mal ein Lump, und ausgerechnet auf den fällt die hochgeborene Gnädige herein. Wenn das nur gut geht!" Ein Seufzer kam aus seiner Brust: „Ja, Kindchen, ich kann nun wirklich nichts mehr einrenken: die Karre ist verfahren. Vielleicht hättest du nicht gleich zuhauen sollen..." „Ja, das war ein schwerer Fehler", gab Erika reuevoll zu. „Ich hab' bas gleich hinterher ein- gesehen, aber ich war so empört unb entsetzt, Onkel Degener, ich konnte wirklich nichts bafür.“ „Ha, ich mach dir doch keine Vorwürfe, Kindchen. Ich kann daS ja verstehen, wenn so ein Äetl kommt — aber an eine Stellung hier ist ja nun nicht zu denken." „Ach Gott, da« wäre ja nicht daS Schlimmste, ich kriege schon eine Stellung. Freilich, am schönsten wäre es auf dem Bremerwerk gewesen: aber Lin guter Jang. Wie von der öperreihisch-tschechoslowakischen Grenzstation Gmünd gemeldet wird, hatte dort die Gattin eines Attaches der polnischen Gesandtschaft in Wien ein sehr peinliches Erlebnis. Bei einer Leibesvisitation, die sie unter Hinweis auf die Stellung ihres Gatten vergeblich abzuwehren suchte, wobei sie den Beamten ein Geschenk von 10 000 Schilling anbot, wurden gefunden: 198000 Schilling, 25000 Tschechenkronen, 2860 schweizer Franken, 680 Dollar in Roten, drei Schecks auf 60 amerikanische Dollars, 14 kanadische Dollars, 700 holländische Gulden, 200 Schwedenkronen, fünf Dänenkronen, 14 englische Pfund. Die Landjägerri in Gmünd bestätigt die Richtigkeit der Rachricht. Hamburger Paddlerin aus Seenot gerettet. Rach einer Meldung des „Hamburger Fremdenblatts" ist die junge Hamburger Sportlerin Müller, die vor etwa einer Woche von Calais aus den Versuch unternahm, den A e r m e I - t a n a I mit einem Klepperboot z u durchqueren, und die seit ihrer Abfahrt von Calais vermißt wurde, durch den in Dünkirchen stationierten Hamburger Schleppdampfer „Fairplay" aus schwerer Seenot gerettet und nach Dünkirchen gebracht worden. Geschäftsbote von Autobanditen überfallen. In Hamburg wurde wieder in der Repfold- strahe ein außerordentlich frecher Raubüberfall auf einen Geichäftsbotenausgeführt, wobei den Tätern über 10 000 Mk. in die Hände fielen, die der 50jährige Bote zur Dank bringen wollte. Er trug das Geld in den des Augenblicks abhSngen. Angenommen. daß Frankreich die Neutralität in einem Kriege gegen Deutschland verletzt, ist es unter den gegenwärtigen Umständen zweifelhaft, ob England oder Rußland einen Finger rühren mürben, was, wenn die Neutralität Belgiens durch Deutschland verletzt würde, wahrscheinlich der Fall wäre." Don besonderem Interesse ist, daß der belgische Kriegsminister zwei Jahre vor dem Ausbruch des Krieges der Ansicht war, daß die Gefahr einer Verletzung der Neutralität eher von Eng. land als von Deutschland oder Frankreich drohe, und eine Verteidigung für diesen Fall vorbereitete. — Bemerkenswert ist ferner, bah auch bie Stellung Hollanbs wegen seiner angeblichen Absicht, Vlifsingen zu befestigen, in Eng. lanb besondere Beunruhigung hervorrief. Die Frage der holländischen Reutralität wurde als fast ebenfo wichtig betrachtet wie die Belgiens. Alles hing von der Frage ab, wieweit der deutsche Einfluß in Holland vorgedrungen war. — Auch in der Schweiz bestand, wie die Derfasser der Dokumentensammlung behaupten, eine wesentliche Gefahr infolge der Germa- nifierung des Landes, das, wie ein britischer Agent in der Schweiz schrieb, in allem mit Ausnahme des Ramens ein Alliierter Oesterreichs unb Deutschlands sei. In einer Rotiz des Foreign Office wurde darauf hingewiesen, daß eine mächtige Partei in der Schweiz die Aufgabe bet alten Politik unb ben offenen Anschluß an Deutschland unb Oesterreich vorbereite und daß die Schweiz möglicherweise bie Stelle Italiens im Dreibund einnehmen würde. was nicht geht, geht nicht. Wenn nur dem Vater diese Sache nicht schadet!" „Unfinn“ Jagte Degener grob, „was du für Gedanken hast...“ Erika sah ben väterlichen Freund erstaunt an. Warum sprach denn der auf einmal so rauh? Aber Degener fuhr schon fort: »Geh nun mal schön heim, mein Kindchen, und halt deinen Schnabel! Die Sache bleibt unter uns. Unb sieh bich unter der Hand nach einer Stellung hier in bet Stadt um — wenn du eine Empfehlung brauchst, schick bie Leute ruhig zu mir. Unb nun muh ich arbeiten. Auf Wieber- sehen!" Er schob Erika beinahe gewaltsam zur Tür hinaus unb zwang sich zu einem unbefangenen Abschiedslächeln. Kaum aber war er allein, wurde fein Gesicht sehr ernst. Das war eine verteufelte Geschichte, unb er hatte unter seiner Grobheit, mit der er Erikas A::gst um ben Vater abgewehrt, nur seine eigenen Gebanken verbergen wollen. Er kannte diesen Ivarsen, er kannte ihn schon aus ben ersten Tagen bet Zusammenarbeit. Dieser Mensch war böse und rachsüchtig. Wer ihm entgegentrat, über den ging er mitleidlos hinweg. Sechzehntes Kapitel. Erika verschwieg in ihren allsonntäglichen Berichten an Kurt bas Erlebnis mit Ivarsen. Sie mochte Kurt nicht in diese häßliche Sache hinein- ^iehen: er konnte ihr auch nicht helfen unb seine Abneigung gegen ben neuen Verwandten würde sich dadurch nur gesteigert haben. So schwieg sie und berichtete ihm nur die kleinen Ereignisse ihres bescheidenen Lebens hier. Kurts Briefe klangen ruhig unb ausgeglichen. Zwar war bet Kummer um den Tod des Vaters stark, aber er verlor das Brennende. Je mehr er in der Arbeit vorankam, um so mehr fühlte f^ch,^urt mit dem Vater im Geiste verbunden. Diese Briefe gaben Erika immer wieder Mut und Zuversicht, wenn sie verzagen wollte. Denn es war jetzt vieles, was sie beunruhigte und ängstigte. Zwar war feit ihrem Zusammenstoß mit Ivar- f^11 dem Vater gegenüber nichts erfolgt. Aber Stau Kommerzienrat Bremer sah, wenn sie ihr emmal in der Stadt begegnete, über ihren Höf- lubcn Gruß hinweg, als wäre Erika Luft. Unb ivarsen musterte, wenn sie auf bem Fabrikhofe fdjnell an ihm vorüber wollte, sie mit einem so unverschämten Blick, baß ihr das Blut in die Wangen flieg. Mehr unb mehr verdichtete sich in tbr der Wunsch, hier von Bremerwerk fortzu- kommen, denn auch in der Stadt war es mit einer Stellung im Augenblick nicht leicht. Die .flecht, alle Firmen schränkten das Personal ein. Außerdem wunderte sich jeder, daß Erika nicht auf dem Bremerwerk angestellt wurde — und fie konnte ja nichts tun, um dieses Erstaunen aufyittären. Es war das erstemal, daß Erika der Gemeinheit der Menschen begegnete. Der Schleier vor ihren Augen war gerissen. Das Leben zeigte sich ihr wie es war, brutal, häßlich unb böse. Sie schauerte zusammen wie unter einem jähen Frost- gefühl. In ihreft Ohren klangen immer noch bie erniebrtgenben Worte nach, die der Rorweger über sie unb Kurt gesprochen. Unb nun endlich fand fie Tränen: sie stürzten aus ihr heraus^ wie ein unversiegbarer Quell. Das war bas Schlimmste, was man ihr antun konnte — ihre reine, kinbliche Liebe zu dem Jugendfreunde in den Schmutz zu ziehen. Sie weinte lautlos, in tiefem Schmerz. Als sie sich nach langer Zeit erhob, war ein neuer Zug in dem klaren Gesicht, ein Zug der Aeise und der Festigkeit. Run vermochte sie auch zu überlegen. Sie hatte zuerst in dem wilden Empörungsschmerz dem Vater alles sagen toollen. Aber sie kannte ihm: trotz seines Alters ging der Zorn immer noch leicht mit ihm durch. Wenn sie ihm den Austritt zwischen dem Schwiegersohn der Frau Kommerzienrat und sich schilderte, stellte der Vater vielleicht gar den Beleidiger zur Rebe, ohne Rücksicht batauf, daß er hier in Lohn unb Brot flanb. Das aber mußte vermieden werden. Vielleicht würde dieser freche Mensch, der sie angegriffen, die ganze Geschichte totschweigen — schon um seiner Braut willen. Als Erika am nächsten Morgen die Wohnung aufräumte, sah sie das große Personenauto aus der Garage herausfahren und darauf Axel Ivar- sen, schon in Hut unb Mantel, eilig über ben Hof in das Privatkontor gehen. Bald kam er wieder etne Aktenmappe unter bem Arm. unb stieg in ben Wagen, dessen Schlag der Chauffeur ehr- erbiettg aufhielt. Grika beendete schnell ihre häuslichen Arbeiten, dann zoa fie das gestreifte Baumwollkleidchen wm die Hausarbeiten zu verrichten pflegte, wusch sich unb kam nach kurzer Zeit ui einem einfachen, aber gefälligen blauen Woll- t*t ^Qu6*ür' Kott Sing fie in das Arbeitszimmer des Prokuristen. Herr Degener saß an seinem Schreibtisch und hatte gerade die Angestelltenkarthotek vor sich. gtng *bcr sein Gesicht, al« Erika nach bescheidenem Klopfen hereintrat. U»o bist du denn gestern geblieben? AIS ich nach einet halben Stunde sidenten melden, erflärte, er sei der Vizepräsident und drang in das Zimmer Cronaus ein. Dort erklärte er dem Regierungspräsidenten, der an, Kaffeetisch saß: „Ich habe den Auftrag. Sie zu verhaften." Er behauptete, der Regierungspräsident habe Spritschmugge men begangen. Als Iendresky merkte, daß der Regierungspräsident inzwischen einen Beamten herangerufen hatte, ergriff er plötzlich die Flucht und versuchte, über die Dächer zu entkommen. Er wurde jedoch schon auf dem Boden des Hauses sestgcnom- mcn. I. war früher Kriminalassistent in Köslin, später Beamter der Schutzpolizei in Oberschlesien unb hatte wegen Unkorrektheit aus bem Amt scheiben müssen. An ben Spritschmuggeleien ist selbstverständlich kein wahres Wort. — I. wurde in bie Provinzialheilanstalt gebracht. Leprakranke als Bifffteöer beim rumänischen Arbeilsminister. In der Wohnung des rumänischen Arbeitsministers erschienen drei Bittsteller. Als sie ihr Anliegen vortrugen, stellte sich heraus, daß sie aus dem Internierungslager der Leprakranken in Tichilesti kamen und selbst zu den Kranken gehörten. Die Deputation beschwerte sich darüber, daß bie Kranken infolge Mangels an Medikamenten und Lebensmitteln schweren Leiden ausgesetzt seien. Der Minister hörte die Klagen an und verständigte die Gefundhe'.tsbebörde, die die Deputation in das Internierungslager zurückbrachte. Die Wohnung des Ministers wurde einer gründlichen Desinfektion unterzogen. Große Betrügereien in Wien. Die Wiener Polizei ist einem grohange- legten Detrugsunternehmen auf die Spur gekommen, das nach Deutschland hinüber- spielt. Wiener Kaufleuten wurde vorgespiegelt, ihre Schulden durch einen Vermittler in „freien Reichsmark' abdecken zu können. Der Betrüger sandte reichsdeutschen Firmen fleine Beträge unb fälschte bie Postbestätigungen auf hohe Summen um. Dann ließ er sich von ben betreffenben Kaufleuten ben vollen Gegenwert der gefälschten Summen in Schillingen auszahlen. Der Schaden wird auf rund 900 000 Reichsmark geschätzt. Rachgewiesen ist bisher ein gelungener Betrug im Betrage von 6000 Schilling und ein mißlungener Detrugsfall in Höhe von 10 000 Schilling. In Zusammenhang mit dieser Angelegenheit wurde ein Wiener Kaufmann namenS Püchler verhaftet. Zwei weitere Personen, die flüchtig sind, werden verfolgt. Es besteht die begründete Dermutung, bah es sich um ein großes Konsortium von Schwindlern handelt. Der achte Band der „Brttischen Dokumente über den Ursprung des Krieges", der heute veröffentlicht wird, wirft ein interessantes Licht auf die Art, was man vor dem Kriege von der „Heiligkeit" der belgischen Neutralität hielt, und läßt deutlich die feste Uederzeugung der Diplomaten jener Zeit erkennen, daß die Neutralität Belgiens im Falle eines Krieges von irgendeiner Macht verletzt werden würde. So heißt es in einem Schreiben des Sekretärs der britischen Gesandtschaft in Brüssel an Lord Grey vom Februar 1909: „Es scheint nicht der geringste Zweifel bei den Belgiern zu bestehen, daß im Falle eines Krieges zwischen Frankreich und Deutschland keine der beiden Mächte einen Augenblick zögern würde, die Neutralität Belgiens zu verletzen. Obgleich die Belgier keine besonders patriotische Nation sind, beabsichtigen sie, sich so tapfer wie möglich gegen eine Jnvasionsarmee zu verteidigen, nicht in der Hoffnung, fiegreid) zu sein, sondern in dem Vertrauen, daß ihre Tapferkeit durch die Mächte am Kriegsende anerkannt würde und daß sie so eine Teilung oder den Verlust ihrer nationalen Rechte am ehesten verhindern können." Die umstände zwangen die Diplomaten, wie in dem Buch ausgeführt wird, realistisch zu sein und in sich keine falsche Vorstellung über die Heiligkeit des Vertrages vom Jahre 1839, der bie Neutralität Belgiens garantierte, aufkommen zu lassen. In einer Erklärung zu den Verpflichtungen Englands, die Neutralität Belgiens zu schützen, schrieb 1908 der ständige Unterstaatssekretär des Foreign Office: „Ob wir aufgerufen werden können, unsere Verpflichtungen zu erfüllen, muß notwendigerweise von unserer Politik in dieser Zeit und den U m st ä n - 'LSettcrvoranssaqe Die Störungstätigkeit im Westen hat sich weiter ausgeprägt und drängt den hohen Druck südöstlich zurück. Das Jslandtief ist wesentlich stärker geworden, und der Biskayawirbel ist bis zum Kanal hin vorgerückt. Dieser wird sich zunächst bei uns aus« wirken, denn er führt neben Warmluft auch Niederschlagsfronten mit sich. Das Wetter wird also vielfach trübe sein, dabei treten zeitweise Niederschläge auf, und die Temperaturen gehen nachts nicht mehr so jtark zurück. Aussichten für Sonntag: Meist neblig und bewöllt, im ganzen milder, vereinzelte Riederschläge. AussichtenfürMontag: Etwas wechselhaftes Wetter, noch vereinzelte Riederschläge, Temperaturen wenig verändert. Lufttemperaturen. Am 18. Rovember mittags 3,7 Grad Celsius: abends minus 1,7 Grad. Am 19. Rovember morgens minus 0,1 Grad. Maximum 3,8 Grad, Minimum minus 2,0 Grad. — Sonnenscheindauer 5*/2 Stunden. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 18. Rovember abends 1,8 Grad. Am 19. Rovember morgens 1,0 Grad. Sie kam auch nicht zur Ruhe. Immer, wenn sie die Gestalt Axel Ivarsen« nur von ferne sah oder das hochmütige Gesicht Frau Kommenienrat Bremers, kamen diese Angst und Unruhe über sie. Es dauerte ja nur noch ein Jahr, bis Kurt wiederkam. Aber das Jahr war lang. Sie wußte nur nicht, wie sie dem Vater begreiflich machen sollte, daß sie von hier weg wollte. Er würde es nicht verstehen können — murrte er doch schon ohnehin, daß sie sich nicht längst wegen einer Stelle an Herrn Ivarsen gewandt hatte. Ebensowenig wie Erika hatte Axel Ivarsen die Beleidigung vergessen, die Grika ihm angetan. Aber er war ein Mensch, der seine Rache gern gründlich und kühl vorbereitet. Hätte er dem alten Schmitt sofort gekündigt, wie Frau Melanie es gewollt, so war zu be- fürchten, daß diese kleine freche Person, diese Erika, aus der Schule plaudern würde. Es war ihm schwer genug geworden, seine Schwiegermutter von der Rotwendigkeit zu überzeugen, vorsichttg vorzugehen. Aber sie war so vollkommen unter seinem Einfluß unb im Banne seiner Liebenswürdigkeit, daß sie alles guthieß, waS er ihr vorschllm. Ja, mitunter schien es ihm, als ob Frau Melanie mehr von ihm hielte als Hiltrud, seine Braut. Denn mit Hiltrud war seit längerer Zeit eine eigentümliche Wandlung vorgegangen. Die erste verliebte Zärtlichkeit, die er in ihr erweckt, war sehr bald einer kühlen Reserve gewichen. Richt, daß Hiltrud sich als seine Braut nicht korrekt benommen hätte — o nein. Aber sie war zu korrekt. Sie war kühl und gleichmäßig freundlich, aber nicht mehr. Er hatte geglaubt, sie im Sturm erobern unb gefug g machen zu können, w e bisher cl.'e Frauen, um die er sich bemüht. Run mußte er erleben, daß biefeS Mädchen ihm langsam entglitt; er wußte nichts wodurch unb warum. Aber er spürte ,cine Zärtlichkeiten liehen ihre Rerven mcht erschauern: unter seiner dunkelschmcichelnden Stimme, die alle Frauen betört, erzitterte sie mcht. Ja, sie wieS Liebkosungen freundlich, aber bestimmt ab. Zuerst hatte sie wie zufällig sich abgewandt, wenn er sie küssen wollte, so bah sein Mund nur ihre Haare streifen konnte. Unb aw er einmal leidenschaftlicher wurde, da hatte sie sich mit einer ungeahnt kräftigen Bewegung befreit l^ber Axel", hatte sie kühl gesagt und sich übet die wirren Haare gestrichen, „ich Ueoe es nicht, wenn man sich so berangiert GefuhlSausbrüche liegen wir überhaupt nicht unb du muht schon zufrieden sein, wenn unser Verhältnis ein freundschaftlich ruhiges ist und bleibt (Fortsetzung folgt) Aäi ji-Sb fit jr.ri'10 ifl >* M '• teiwil-J' eilten st 'jlafene ten en Still « tzbvÄ Die ßiel grüßen unb lal lein he> jfltgtUi IM' Id öel°. Sie M auf »i gekannt mein Der nehmen Dankte gestand' W Se muh en schen d traurig verstehe Jollen! elftem [ aui bei Diese Klaube Dieber bie 2id zuteil Mensch Sott is Sott g uns ftk erlebt l fam se Bieber in bem ober st jochbet leinen fflflt: De r 3tlu gew.h Leben Luther löiung ich le ihm l Kusch ben । Seel« bti'er 2Be.fe wenn« ©artne ber sei Die immer bei ll aber s als be IS. Ja! Lchnör Engelfi langah bie Tu hunber Teiflai Trabst Form, Trani! belang bet @ Caue man e ®eige Men ist aus 'cheinb -ms be Reichsmark geschäht, m gelungener Betrug Pintng und ein miß- n Höhe von 10 000 ng mit dieser Angele- « Kaufmann namens ei weitere Personen, "folgt. Es besteht die 1 es sich um ein großes rn handelt. 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Bei der vorjährigen Hilfsarbeit der Gießener winternothilse für die unterstützungsbedürftige« Familien in Gießen hat die Landwirtschaft im kreise in vorbildlichster weise mitgewirkt. Reiche Spenden an Kartoffeln und Gemüse wurden von dem selbst schwerringenden. aber trotzdem hilf»- bcreiten Landvolk für die Rotleidenden in Gießen gestiftet. Die Gießener Winternothilfe weih, daß da» Landvolk in diesem Winter einen weit chwereren Existenzkampf als bisher zu bestehen hat. Dennoch richtet sie auf diesem Wege die d r i n- gende Bitte an alle Menschenfreunde auf dem Lande, durch Spenden von Kartoffeln, Gemüse und anderen Gä rungsmitteln den Rolleidenden in Gießen auch jetzt wieder zu helfen. Eine große Menge Kartoffeln wurde bereits durch Kauf erworben. Vie Geldmitilel de» Winterhilfswerks sind aber außerordentlich beschränkt, so daß der Appell an die christliche Rächstenliebe unseres im helfen und Opfern schon oft bewährten Landvolkes zur dringenden Rotwendigkeit geworden ist. Jeder Landmann helfe! Die Spenden können entweder direkt, oder über die Bürgermeisterei oder das Pfarramt des Wohnorts der Stifter der Gießener winternothilse ange- meldet werden. Für die Abholung wird umgehend Vorsorge getroffen. Alle Spender können des h e r z- lichsten Dankes der winternothilse und der unterstühungsbedürfligten Familien gewiß sein. van. Frau Elfriede Fischer hat die Begleitung am Klavier übernommen. Näheres ist auS der heutigen Anzeige ersichtlich. Gefahr für das Hauptzollamt Gießen! Oie Heichsfinanzverwaltung auf unverständlichem Wege. dem Pfarrer Dr. Wilhelm Boudriot zu As» doch (Rheinprovinz) die französisch-resormierte Pfarrstelle zu Offenbach a. W-, Dekanat Offenbach a. OH., übertragen. * Veterinär-Personalie. Ernannt wurde der Tierarzt Dr. med. vet. Karl Uhr i g aus Worms unter Berufung in das Beamtenverhältnis mit der Amtsbezeichnung „Veterinärrat zum Amtsveterinärarzt mit Wirkung vom 1. November 1932 ab. ** Familienabend im Kriegerver- ein Gießen. Man berichtet uns: Der Krieaer- verein Gießen hatte seine Mitglieder und deren Angehörige für Donnerstagabend zu einer Familienfeier in den „Postkeller' eingeladen. Der Abend wurde eingeleitet durch eine kurze Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden, Landgerichtsrat Trüm - perl, der dem Wunsche Ausdruck gab, daß in unserem Vaterlande die gleiche Einigkeit herrschen möge, wie im Kriegerverein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Lichtbilderoortrag von Kamerad Oberleutnant a. D. Bonhard, der auf Grund seiner eigenen Erlebnisse im Weltkriege über das Thema „Land und Leute in Mazedonien" sprach und seine Schilderungen durch eine Reihe eigener photographischer Aufnahmen unterstützte. Die interessanten Ausführungen des Redners und die ausgezeichneten Bilder sanden reichen Beifall. In den Pausen konzertierte die Hauskapelle, die mit guter Musik aufwartete. Im Verlaufe des Abends konnten an einige Alt- und Iungschützen Auszeichnungen verteilt werden. ______________________ Diesem Abschiednehmen setzt der christliche Glaube die Wahrheit entgegen: Es gibt ein Wiedersehen. Diese Zuversicht gründet sich auf die L ebe Gottes, die in 2:fus Christus der Welt zuteil geworden ist. Alles, was 2c>us den Menschen gebracht hat. gipfelt in dem Satz:: Gott ist unser lieber Vater im Himmel. D^.er Gott gibt uns die. die in Liebe und Treue zu uns stehen. Es -ist für den, der Gottes Liebe erlebt hat, undenkbar, daß derselbe Gott so grausam sein könne, ihm die L eben für alle Zett wieder zu nehmen. Paulus hat diesen Gedanken in dem Worte ausgedrückt: „Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn." Und der hochbetagte Ernst Moritz Arndt hat, als er an seinen nahen Tod dachte, sich selber tröstend, gesagt: „Die ewige Liebe spricht: Kind des Vaters zittre nicht!" Jesus hat die, die an ihn glauben, auch gew.h gemacht, daß es ein ewiges, unzerstörbares Leben gibt, das den Tod überdauert. Martm Luther gibt das Ziel und den Erfolg der Er- lösung durch Christus in den Worten an, „daß ich sein eigen sei und in seinem Deiche unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit". Die Toten haben Frieden gefunden, som.t hat der Tod nichts, das die Seele schrecken kann, er ist der Eingang in eine bei ere jenseitige Welt. 3n unvergleichlicher We.se ' hat das Friedrich Rückert ausgedrückt, wenn er sagt: „Der Apfel fällt gereift in feines Gärtners Hand, so fällt in Gott ein Geist zurück, der seine Reife fand." Die Grabmalkunst der alten Zeit hat nicht immer der Seele Trost gegeben. Die Totentänze des Mittelalters f nd ungemein charakteristisch, aber s.e fielen den Tod. nach dem Worte Hiobs, als den König der Schrecken dar. 3m 17. und 18.Jahrhundert versah man die Grabsteine mit Schnörkeln und Arabesken, mit Blumengerank. Engelfiguren und Wappen, d.e Inschriften waren langatmig und pr'e'en in übertriebener Form die Tugenden des Verstorbenen. Das 19. Jahr» hundert hat auf diesem Gebiete weiter eine große Ve.flachung gebracht. Auf ländlichen Friedhöfen Grabsteine aus Holz oder Gußeisen in einerlei Form, auf städtischen Friedhöfen Marmor und Granit ohne Eigenart, mit immer gleichlautenden, belanglosen Inschriften. Vielleicht bahnt ftch in der Gegenwart eine Neuschöpfung an. Robert Caner hat ein Grabmal geschaffen, auf dem man eine Frau in langem Gewände sieht, die Geige gespielt hat. Sie hat das Instrument sinken lassen und schaut vor sich hin, das Lied ist aus. Ein einfaches Motiv, ohne jede bibliiche. scheinbar auch ohne jede religiöse Beziehung, doch auf dem Anges cht der Frau ist tie'er Frieden ausgeprägt. Der alle Klage verstummen läßt. Rückerts Vers und diese Grabfigur sind Um- schreibungen des Wortes aus der Offenbarung Johannis: „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an, ja der Geist spacht- dah sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre VZerke folgen ihnen nach." H. B. Im „Gießener Anzeiger" Nr. 267 vom Samstag, 12. November, haben wir in einem Artikel a u p t- I Zollamt Gießen" auf die Bedeutung dieses Amtes für das Gießener und das oberhessische Wirtschaftsleben hingewiesen und zugleich mitgeteilt, daß die Reichsfinanzoerwaltung, nach einer Meldung aus Kassel, die Absicht hegen soll, im Rahmen einer Verwaltungsreform die Zollämter Gießen und Marburg zu verschmelzen. An- gesichts der größeren Bedeutung des Gießener Hauptzollamts gegenüber dem Marburger Amte haben wir aus zwingenden farblichen und Dermal- tungsmäßiaen Gründen die Forderung erhoben, daß die Reichsfinanzverwaltung bei der Durchführung ihrer Rrformmaßnohmen unter allen Um- ständen das Hauptzollamt Gießen ausrechterhalten müsse. Der Angliederung des ganzen oder eines Teiles des Marburger Amtes an die Gießener Zollverwaltung kann viel leichter das Wort geredet werden, als einer umgekehrten Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 80 bis l.OO; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 30 b.s 60; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kürbis 5 bis 6; Kartoffeln 3; Aepsel 15 bis 30; Birnen 10 bis 20; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 bis 90; Suppenhühner 60 bis 80; Gänse 65 bis 75; Enten 80 bis 90; Nüsse 35; Tauben Stück 50 bis 60; Eier, ausländische 12 bis 14; inländische 14; Blumenkohl 30 bis 60; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 5 bis 8; Lauch 5 bis 10; Rettich 8 bis 10; Sellerie 10 bis 35; Radieschen Bund 10; Kartoffeln Zentner 2,50; Weißkraut 2,50; Rotkraut 5,00; Wirsing 4,00 bis 4,50; Aepsel 12,00 bis 25,00 Mk. Vornonzcn. — Tageskalender für Samstag: VfB. 08, 20.30 Uhr, Vereinsheim, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der blonde Traum . — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: Lord Aldini, der Schrecken der Verbrecher" und „Die Sünde der Lissy Kraft". — Tageskalender für Sonntag: AMRG., 11 Uhr, 116er-Denkmal, Gefallenen-Ge° denkseier. — Stadttheater, 18.30 bis 20.45 Uhr, „lieber unsere Kraft". — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Christengemeinschaft, 20.30 Uhr, Grabenstraße 11, öffentliche Feier zum Gedächtnis der Toten. — 11.30 Uhr, Physiologisches Institut, Friedrichstraße 24, öffentlicher Vortrag über „Die Funktionen des Nervensystems". — Schutzenhaus, 16 Uhr, Militärkonzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Uhr, „Der weihe Tod im Himalaya , ab 15 Uhr, „Mata Hari". — Oeffentliche Totensonntag- Feier. Am morgigen Totensonntag veranstaltet die Bewegung für religiöse Erneuerung im Raume der Christengemeinschaft, Grabenstr. 11 (Gartenhaus) um 20.30 Uhr eine öffentliche Feier zum Gedächtnis an die Toten. Lic. Robert Goebel, Marburg, spricht über das Thema: »Unser Gedenken an die Toten". (Siehe heutige Anzeige.) — Die Gesangsschule Frau Herta Meyer veranstaltet am Donnerstag, 24. Nov., 20 Uhr im Saale der neuen Krippe einen Mozart-Abend. Das Kammerorchester der Volkshochschule hat seine Mitwirkung zugesagt. Die musikalisch^ Leitung liegt in den Händen von Musik- lehrer Franz Bauer jr„ die künstlerische Ein. studierung bei Frau Paula Frank - Zonder- Mittlerweile scheint man aber in Berlin, unge- achtet aller Warnungen aus dem hiesigen Wirtschaftsbezirk, seinen eigenen Weg gegangen zu sein. Es liegen jetzt Pressemeldungen vor, nach denen die Reichsfinanzoerwaltung tatsächlich im Begriff stehen soll, das Gießener Hauptzollamt auf- zu h e b e n und es mit dem kleineren Amt in Marburg zu vereinigen. Sollte diese Absicht wirklich zur Tat werden, so könnte man nur sagen, daß die Reichsfinanzoerwaltung damit einen ganz e r - staunlichen Unverstand gegenüber den dringenden wirtschaftlichen Erfordernissen des Gießener und des oberhessischen Bezirks an den Tag legen würde. Wir meinen, ehe man derartig weit- tragende Entscheidungen trifft, müßte man sich nicht vom grünen Tisch in Berlin aus mit der Lage der Dinge beschäftigen, sondern aus einer Prüfung der Verhältnisse an Ort und Stelle heraus handeln. Oder soll etwa auch hier wieder zum Ausdruck kommen, daß man in Berlin aus dem Standpunkt steht, Preußen gegen Hessen unbedingt den Vorzug zu geben, nur weil man i n Gießen noch hessisch und nicht preußisch ist? Die Reichsfinanzverwaltung kann ver- sichert sein, daß sie bei einer Aufhebung des Haupt- Zollamtes Gießen eine ganz beispiellose Ungerechtigkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber der oberhesst- schen Bevölkerung begehen wird, die natürlich eine entsprechende Würdigung bekommt. •• Die Ergänzungswahlen zur Industrie- und Handelskammer Gießen betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die beteiligten Kreise besonders Hinweisen. " Rindermarkt in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Die Besuchszeiten der Museen. Da» Oberhessische Museum im Alten Schloß, das Dölker- mufeum sowie das Kriegsmuseum und die Gemäldesammlung im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet •• Evangelisch-ki rcyliche Pfarrper- onalie. Durch die Kirchenregierung wurde „Staatsministerium Darmstadt. Nach neuester Pressemeldung Verlegung Hauptzollamt Gießen nach Marburg in Berlin scheinbar entschieden. Da Gießener Amt nach Beamten und Unterstellen doppelt so groß wie Marburg, wirtschafts» und verkehrspolitisch bedeutender, Verlegung nach Marburg ungerecht- fertigt. Bitte dringend zur Wahrung Gießener Belange fofort Einspruch zu erheben. Oberbürgermeister." Der telegraphische Protest der Industrie- nd Handelskammer hat folgenden Wort- Aus her provinziasbauvtffaht Gießen, den 19. November 1932. Totensonntag. 3e älter der Mensch wird, um so größer wird die Schar ferner Toten. Am Totensonntag ziehen sie an feinem Auge vorüber, wie nach der ar.echichen Sage in Der Unterwelt die Schatten an dem Helden Odyf.eus vorübergleiten. Aus der fernen Kindheck tauchen Gespielen auf, die einer tückischen Kinderkrankheit zum Opfer ge- fallen find. Aus der Jugendzeit kommen Alters- acaoj.n deren hoff nu..g.volle Entwicklung durch einen frühen Tod abae.chnitten wurde. Die ent- schlafenen Eltern wachen auf und reden zu dem Kinde wie einst in den Tagen, da ihr Haus in den Stürmen des Lebens eine feste Burg war. Still reicht Der Heimgegangene Ehegatte seinem Lebensgefährten die Hand und spricht zu-ihm: Die L ebe hört nimn e. auf. Bruder und Schwester grüßen in Treue. Das entschlafene Kind kommt und lagt: Ich war dein und bleibe dein. Alt sein heißt immer einsamer werden. Kehrt der Altgewordene an eine Stätte zurück, an der er früher verweilte, fragt er Dort nach Bekannten, so bekommt er in vielen Fällen die Antwort: Sie sind tot. Unvermutet stößt er in Der Zeitung auf Todesanzeigen, Dann sagt er: Ich habe ihn gekannt, er war mein FreunD, mein Mitichüler, me n DerufägenoU mein KameraD im Heere. Der kennt Das Leben nicht, Der vom Abschied- nehmen nichts weih. Man muß einmal auf Der Wanderung in die Fremde auf einer Bergeshohe gestanden und einem, der Dem Wegziehenden das Geleite gegeben hat, zugewinkt haben, man muß einen Eisenbahnzug, Der einen lieben Menschen wegführte, nachgesehen haben und dann traurig und verzagt heimgegangen sein, um zu verstehen, daß Scheiden und Meiden weh tut. Vollends versteht man das, wenn man von einäm hat Abschied nehmen müssen, der im Sarge aus dem Hause getragen wurde. laut: „Staatspräsident Dr. Adelung Darmstadt. Nach einer Pressemeldung scheint die Entscheidung über die Zusammenlegung der Hauptzollämter von Gießen und Marburg zu Gunsten von Marburg gcfalleh zu fein. Bitten dringend darum, dagegen Einspruch zu erheben und die Interessen Hessens wahrzunehmen. Industrie- und Handelskammer Gießen: Ludw. Rinn." Wie wir gestern abend bei einer telephonischen Rücksprache mit dem Staatspräsidenten Dr. Ade- l u n g erfuhren, hat das Hessische Staatsministerium der hessischen Vertretung in Berlin sofort die Anweisung gegeben, bei der Reichsfinanz. Verwaltung und den übrigen maßgebenden Stellen des Reiches den f ch ä r f st e n P r o t e ft H e f f e n s gegen eine Aufhebunades Hauptzoll » amtes Gießen zur Kenntnis zu bringen. Staatspräsident Dr. Adelung teilte uns weiter mit, daß die hessische Regierung alles tun und kein Mittel unversucht lassen werde, um diese Schädigung Gießens, Oderhes- s e n s u n d d e s a a n z e n H e s s e n l a n d e s a b - zuwehren. Hoffentlich wird diesen Maßnahmen der erstrebte Erfolg zuteil werden. Hygiene der Augen. Don Hygiene der Haut, der Zahne usw. hat man schon viel gehört. Aber mit den immer fur- zer werdenden Tagen rückt die Gesundheitspflege der Augen in den Vordergrund, denn Millionen fleißiger Menschen werden in den Wintermonaten gezwungen sein, bei künstlichem Licht zu arbeiten, viele schon körperlich ermüdet auch noch in den Nachtstunden. Und gerade sie sollten nichts außer Acht lassen, ihr Augenlicht nach Möglichkeit zu schonen. Heute wird kaum noch ein Handwerker gezwungen sein, bei Petroleumlicht oder Stearinkerze zu arbeiten. Und er, der es im Sommer bestimmt vermeidet, im grellen Sonnenlicht zu lesen, weil ihm die Augen schmerzen, sollte jetzt darauf achten, daß er sich nicht durch zu sparsame Beleuchtung schädigt. Nicht zu wenig Licht und nicht zu viel! Sein Schein soll das Arbeitsfeld gut erleuchten, die Augen selbst aber schonen. Ein dunkler Lampenschirm erfüllt diesen Zweck vollkommen. Beim Lesen ist die Körperhaltung von Wichtigkeit. Wenn wir vorgeneigt die Zeitung aus nächster Nahe studieren, muten wir unseren Augen eine größere Leistung zu, als wenn wir guten Abstand halten. Die Entfernung ist die richtige, die den Augen keine unnütze Belastung zumutet, die sich schnell durch Ermüdung kundtut. Das Augen stellt sich selbst auf die richtige Entfernung und den günstigsten Lesewinkel «in. Bei vielen ist es geradezu eine Frage der Eitelkeit, keine Brille zu tragen. Jenseits der Vierzig brauchen die meisten Menschen eine Lesebrille. Da? ist keine Schande. Die Linse im Auge beginnt ihre Elastizität zu verlieren, und man kann ihr die schwer werdende Arbeit durch das richtige Glas abnehmen. Wer gern und viel liest, acht« ganz besonders darauf, was er liest. Schlechter Druck auf schlechtem Papier ist ein böses Augenpulver. Bevorzugt klaren, guten Druck und nicht zu kleine Buchstaben. Beachtet dies alles, und ihr könnt selbst das Teste dazu beitragen: Eure Sehkraft zu erhalten und zu pflegen. • Gietzcner Wochenmarktpreije. • Gießen, 19. Nov. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,30; Lan. butter 1,30; Kochbutter 1,00; Matte 25 bis 30; Wirsing 6 bis 8; Weißkraut 5 bis 6; Rot- traut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 1 8 bis 10; Spinat 15; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; 5 95 Herrenmoden Der L.V. C. Gießen gez. Horn X (dienen. [06851 Wieseck. den 18 November 1932. 8180B ■ 06808 Gießen, den 18. November 1932. 6132 D Bieber, den 17. November 1932. Statt Karten! Heuchelheim, den 18. November 1932. 8174 L Gießen, im November 1932. 8182 D (Verschiedenes Elisabetha Hahn, geb. Sack nebst allen Angehörigen. Gieben (Crednerstrabe 19), Malang, Samarang, den 17. Nov. 1932. Die Beerdigung findet Montag, den 21. November, nachmittags 2 Uhr, vom Portal des Neuen Friedhofs aus statt. Zein ich, ab W eil chder Orient i führte, b Hienböi-- Ls ist für Defti auf jmc Samstag abend Cale Schwarz. Am 17. November entschlief sanft nach langem schweren, mit grober Geduld getragenem Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater Schwiegervater, Grobvater. Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Frank, Schmiedemeister Die Beerdigung findet Sonntag. 20 Nov., nachmittags 21 /., Uhr statt. 06845 Wohnung mit Böro- uod Lagerräumen evtl. (Garage, Nähe Bahnh. ob. Zentr. von Dauermieter b. spätestens 1. 4. 33 zu mieten gefudit. Schrift!. Ang. mit. 06792 a. b. G. A. Französisch Slonneif. u. Korre- svonden; ert. Tarne (Ausländsdeutsche) billigst. Auch Kurse. Sehr. Ansr. erb. u. 06824 a. b. G. A. Kleine Kaffee-Filiale! Bek BremcrGroff- Nösterei richt, strebs. Damen und Herren Bertriebsstellc für ihren bef. QualiL- Nösfkaffeeein. Lehr höbet Berd. tCfinc Risiko. Wertv. Zug. Bcw. u.3.15 n. bie 2lnn.-(^rv. 4ldalb. 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Heute morgen gegen 9 Uhr ist meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwester Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, für die vielen Kranz- und Blumenspenden, der Krankenschwester tür die liebevolle Pflege, für die trostreichen Worte des Herrn Plärrers Becker und allen denen, die während seines Krankseins Gutes an ihm getan haben, sagen wir aut diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Weller IV., Metzgermeister. gez Brück X $149 D Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Carl Peter, Lahnstrabe 15. Beerdigung: Sonntag, den 20. November, nachmittags 21/2 Uhr, vom Sterbehause aus. Danksagung rür die wohltuenden Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen danke ich, auch im Namen aller Hinterbliebenen. herzlichst. Besonderen Dank den Beamten. Angestellten u. Arbeitskollegen des Stadt Gaswerkes und der Altersvereinigung 187z-1922. Wilhelmine Eisenacher. Wißmar. Gießen, den 19. November 1932. Die Beerdigung fand in aller Stille statt 06812 Wilhelmine Weller geb. Valentin Am Sonntag verstarb unser Sohn und Bruder Paul Knorr im 20. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Albert Knorr Für die überaus liebevolle Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen Herrn August Dickore sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Unterfertigter L.V.C. erfüllt hiermit die traurige Pflicht, ihre Verbandsbrüder von dem Ableben ihres lieben Verbandsbruders Herrn cand. ineö. ußOrt Kreiß (Cimbria-Bonn) in Kenntnis zu setzen. ■r 10 1030 rieffvunkt zur Ge- fuHcncngebenheiev Loniiiua vormittaa & MseiM ÄnS Stadttheater OM \ u^uo.^arast. HebcrJ'^uiJ. V^'Ä'22.^0V" DienAAW ' H-Ar-v- W*- llele; •!"$?,$»- KliK«. rikr-AÄ«^ iZunAW sr-ätkaAnrnl. „ dieues * — Der 9roß6 Schlag, aP0pelinh«n>d.a Mel ä**s d(rne Färb,,4 "nd nur.. X KA ZZ° •s?’$ "r. loilvro, fireno iw? eS'?^?b- Französisch NM u. M0rrfl feftReti. Tarne , '^Wbeutlthel a<4.u. 00824 a. b. ü. eccrcxieogny-Q ■ ?WtML tiohn > verlehrör.dichi be. woluit.Ltadw.i.b Vane i. venn. ob.; vett-Lchriitl. Ang. ".06^a.b.G.A. WtarT a.eriteDvoth.geg. ' breit, sitheth. von • Lelbstg. ßei. 2du. ’ Ag.u.068Ua.G.A. 2500 M [ a. 1. Hnvotbek aut neu. Wohnhaus gei. 2rfjriftl. Ang. uni 06816 a. d. G. L. LSL it n Samstag, 19. November 1952 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Ur. 275 Zweites Blatt ■ i * Ä V>‘ • O..„ ... / ■- ■'J MH 1 EM. /'V M .. I Die j)auptniann«3eier im Staatlichen Schauspielhaus zu Berlin, bei der der Reichskommissar Dr. Bracht dem Jubilar zu seinem 70. Geburtstag die Goldene Medaille der preußischen Staatsregierung überreichte — Bon rechts nach links, im Hintergrund der Dritte, Werner Krauß als Gabriel Schillings, Gerhart Hauptmann und Elisabeth Bergner in ihrem Bühnenkostüm, Dr. Bracht Freiherr von Gay! und die ebenfalls bei der Aufführung mitwirkende -trübe Moos. DerAnschlußgedanke in Oesterreich. Bon unserem ?. ^.-Korrespondenten. Wien, November 1932. „Kein Pessimismus auf lange Sicht wegen Oesterreich, aber auch keine Illusionen!" Damit schloß ein langes und schweres Gespräch, das ich auf der letzten Etappe meiner Rückreise aus dem Orient über Oesterreich mit einer Persönlichteil führte, die üüer die Zusammenhänge der Politik Kienböck-Dollfuß bis ins letzte unterrichtet war. Es ist eine Illusion, zu glauben, daß die Auflage für Oesterreich, wegen der eben gewährten Anleihe aus zwanzig Jahre allen Anschluhgedan- k e n zu entsagen, von der jetzigen österreichischen Regierung als ein Druck oder ein? Härte empfunden wurde. Dos Gegenteil ist richtig. Unter den österreichischen Christlich-So- zialen gibt es in bezug auf den Anschluß alle Schattierungen vom „Keinesfalls" bis zum „Meinetwegen". Positiver Anschlußwille besteht innerhalb dieser Gruppe höchstens bei unmaßgeblichen Einzelpersönlichkeiten, nicht bei der Führung. Direkt negativ ist der starke Flügel, dessen Exponent der jetzige Finanzminister Kienböck ist. Wenn die Franzosen nicht schon selbst das zwanzigjährige An- schlußverbot in die Gewährung der Anleihe hinein- gebrachl hätten, so Hütte man es von dieser Seite womöglich anjjeregt. Jedenfalls wird es als erwünschte Sicherung gegen ein akutes Wiederauftauchen der Anschlüßsrage empfunden und geschätzt. Man muß die um Kienböck richtig verstehen. Sie sind nicht undeutsch, aber sie sind zuerst Oester- reicher und dann Deutsche. Den Vorwurf des „Rümlingtums" lassen wir beiseite. Soweit er das Ueberroiegen katholisch-weltanschaulicher über gefühlsmäßig-nationale Bindungen ausdrücken soll, rührt er an eine Gewissensfragv, und im übrigen wird allzuviel agitatorischer Gebrauch davon gemacht. Gerade im alpenländischen katholischen Klerus findet man vielfach die kernigste deutsche Gesinnung. Die Kienböcke, um diesen Scherzausdruck kurze- halber zu gebrauchen, haben noch den gefühlsmäßigen Standpunkt: A. E. J. O. U. Das sind die Buchstaben, die der Habsburger Friedrich HL — man nannte ihn die kaiserliche ^chlastnütze, aber er mar der Vater Kaiser Maximilians I. — auf seine Geräte und sein Hausgestühl schrieb. Man kann sie deutscg und lateinisch lesen. Deutsch: „Alles Erdreich ist Oesterreich untertan!" Latei- teinisch: „Austria ent in orbe ultima“ — Oesterreich bauert bis ans Ende der Welt! Gemeint ist ursprünglich das letztere, denn im 15. Jahrhundert war Latein maßgebend. Es ist nicht unbegreiflich, wenn ein Oesterreicher aus der älteren Generation noch die AokPellung festhalten möchte, daß es einen „österreichischen Gedanken ' u der Welt" gibt. Oesterreichs Kulturmissioii in Südost- europo war zwei Jahrhunderte lang unbestreitbar, und es kränkt den Oesterreicher mit Recht, wenn man im „Reich" so wenig davon ahnt und sich |Q wenig dafür interessiert. Wenn Deutsch bis heute die kulturelle und geschäftliche Vermittlungssprache fast im gesamten Donauraum bildet, so ist das ein Vc. dienst Oesterreichs. Lassen wir die Nebentöne, die im Kienböckkreis auch noch hier und da mitschwingen, beiseite und betrachten wir den österreichischen Gedanken als das erste Motiv, so 7 nn doch fein Zweifel fein, daß er im eben genannten Sinn mit dem Absterben der Generation verschwinden wird, die noch das alte Oesterreich erlebt hat. E s gibt eine österreichische Sendung in Deutschland, die mit der Wesensart des österreichischen Stammes, mit seiner besonderen Kulturüberlieferung und mit Oesterreichs Lage im europäischen Raum gegeben ist. Diese wird bleiben, auch wenn der Anschluß geschehen ist, und gerade weil es diese österreichische oenbung gibt, die für Gesamtdeutschland so wertvoll ist, warten wir mit Schmerzen auf den Anschluß. In der Weltgeschichte aber muß man Geduld haben, auch mit den Kienböcken, die nicht aus ihrer altösterreichischen Haut herauskönnen. Worauf es dem Kienböck-Flügel der Christlich- Sozialen jetzt ankam, war vor allen Dingen der vorläufige Damm gegen den Anschluß für den Bedarfsfall. Man ist dabei so energisch gewesen, daß man nicht nur rücksichtslose eigene Per- sonaloeränderungen oorgenommen, sondern sogar von der Reichsregierung gewisse Versetzungen verlangt hat. Auch das ist für die Gegenwart ein Zeichen dafür, daß bei den Christlich-Sozialen scharf gegen die Anschlußidee gearbeitet wird. Es ist, wenn nicht der Form, so doch der Sache nach ein vollkommenes Zusammenspiel mit Frankreich, so sehr, daß man sich sogar vor solchen Grotesken nicht scheute, wie den österreichischen Vertreter beim Völkerbund dahin zu instruieren, daß er, gegen Deutschland, Genf als Ort der Viermächte-Bespre- chung empfiehlt! Die Grotzdeutschen sind sichere Anschlußfreunde, ober sie sind an parlamentarischen Mandaten schwach. Die österreichische Sozialdemokratie ist anschlußfreundlich, unter der Bedingung, daß im Reich fein scharf nationalistischer Kurs gesteuert wird. Käme sie zu der Vorstellung, daß ein solcher Kurs eingeschlagen wird, so würde sie ihre Anschlußfreundlichkeit revidieren. Für den Anschluß ohne Phrase.sind die österreichischen Nationalsozialisten. Eine Parlamentswahl in Oesterreich würde ihnen sicheren Zuwachs bringen. In den Alpenländern sind der Wille zum Anschluß und der gesamtdeutsche Gedanke am stärksten. Der Bundeskanzler möchte nicht als sein Gegner erscheinen, ist es aber im Grunde doch. Auf jeden Fall ist er ein Gegner von Schritten und Bekenntnissen, die auf den Anschluß zuführen Darum lag ihm auch so wenig daran, die volle Schwere der Anleihebedingungen zu erfahren, daß er seine Zustimmung gab, bevor er sie überhaupt kannte. Auch dieser Streich tragt seine Heilung in sich selbst. Also ruhig a d w a r t c n : keine Illusion, fein Pessimismus! Taten für Samstag, 19. November. 1231: die Heilige (SlifaBetf) von Thüringen in Marburg an der Lahn gestorben: — 1770: der Bildhauer Bertel Thorwaldsen auf See zwischen Island und Dänemark geboren; — 1805: Ferdinand Bicomte de Lesseps, Erbauer des Suez- kanalS, in Versailles geboren; — 1828: der Komponist Franz Schubert in ^Dien gestorben. Taten für Sonntag, >0. November. 1802: der Maler Wilhelm v. Kügelgen in Et Petersburg geboren; - 1858: die schwedische Schriftstellerin Selma Lagerlös in Marbacka geboren; — 1910: Graf Tolstoi in Astapowo gestor- ben; — 1915: der Dichter Johannes Trojan in Rostock gestorben. Freiwilliger Arbeitsdienst und Landvolk. Äon Pfarrer Kornmann-Laudach. In diesen Tagen ging die Rach richt durch die Zeitungen, daß der Reichsarbeitsmini- nister sich über wichtige Gegenwartsfragen des sreiwilligen Arbeitsdienstes geäußert habe. Wenn da der Befriedigung Ausdruck gegeben ward darüber, daß auf Grund der letzten Berordnung vom 16. Juli 1932 ein außerordentlicher Aufschwung in uer Teilnahme am sreiwilligen Arbeitsdienst zu verzeichnen sei, so kann man dem nur durchaus zustimmen. Immerhin sind gerade von dem Standpunkt des Landvolkes aus gewisse Anmerkungen zu machen, mit denen wir dem Interesse einer guten Sache nur zu dienen glauben. Fraglos sollte der freiwillige Arbeitsdienst in erster Linie dem Zweck dienen, der Jugend zur ernstlichen Arbeit und zur organischen Eingliederung in das Bolksganze zu verhelfen. Dieses Ziel ist hundertprozentig zu b e j a h e n. Trotzdem halten wir es für bedauerlich, da*> ’enc Berordnung vom 16. Juli d. I. eine gewiss: Schematisierung herbeigeführt hat: zum fr^.willigen Arbeitsdienst werden hauptsächlich Personen unter 25 Jahren herangezogen. Dieser jetzt festgelegte Grundsatz erscheint uns aus sozialen Erwägungen sehr anfechtbar. Haben wir doch jetzt schon längst „Fälle“, in denen ein gutgestellter Bauernsohn unter 25 Jahren, der es von Hause aus nicht nötig hätte, im freiwilligen Ar- beitsdienst mitschafft, während ältere, über 25- jährige also, die es viel besser hätten „brauchen" können, abseits stehen müssen: es wird nur ein gewisser Prozentsatz Aelterer herangezogen, denn „hauptsächlich" soll ja der freiwillige Arbeitsdienst der Jugend zugute kommen. Dieser Punkt scheint uns dringend einer Bereinigung zu bedürfen, soll nicht eine schwere Schädigung der Idee des freiwilligen Arbeitsdienstes eintreten. Was die Betreuung und g e i st i g e Forderung der Arbeitsdienstwilligen an betrifft, so liegen da hinter denen, die schon längere Zeit hier mitwirken, die ersten eingehenderen Erfahrungen. Heber sie fand kürzlich in Gießen unter Oberschulrat Hassinger - Darmstadt, vom Hessischen Heimatwerk aus, eine Aussprache statt. Wir wissen aus der Praxis, daß im Hinblick auf die Erfordernisse der Bolksgesamtheit die besten Erfahrungen in bezug auf die Betreuung in geschlossenen Lagern gemacht werden, d. h. also dort, wo die Arbeitsdienst- willigen in Baracken u. dal. untergebracht und für die Dauer ihrer Maßnahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes bereinigt und. Zweifellos ist das der ideale Fall; nur ist hier zu sagen, daß diese Art der Unterbringung für unser 'flaches Land, für Dörfer und Kleinstädte, wegen der damit verbundenen Unkosten so gut wie nicht in Frage kommt. Auch dies erscheint uns bedauerlich. Denn es führt leicht dazu, daß auf dem Lande die Wegebauten, Meliorationen und ähnliche Arbeiten, wie sie vom freiwilligen Arbeitsdienst ausgeführt werden, in dieser schlechten Jahreszeit der ungünstigen Witterung halber ruhen, und daß der Arbeitsdienstwillige also sein Ziel, zu Arbeit zu kommen, kaum erreichen kann. Es wird wohl in unseren Landverhältnissen auf lange Sicht damit zu rechnen sein, daß die Arbeitsdienstwilligen aus ihrem Wohnhäuse morgens zur Arbeitsstelle marschieren, dort ihre Arbeit verrichten und nach getaner Arbeit wieder heimmarschiercn (hosientlich ost mit Gesang, als Ausdruck innerer Befriedigung, wieder als werwolles Glied eines Ganzen sich zu fühlen). Diese sogenannte „offene" Art der Arbeit im freiwilligen Arbeitsdienst hat gerade für die Betreuer ihre besonderen Schwierigkeiten. Dor die Arbeitswilligen einer Kleinstadt ticken so, im Laufe d r B treuungsmaß- nahmen, auswärtige und einheimifche Redner im Wechsel, nicht selten überschneiden sich dann die Themen, und es kommt im ganzen zu einer gewissen ungeglätteten Arbeit. Da aber auf die Dauer nicht ein Betreuer allein alle Dortragsabende bestreiken kann, läßt sich bis jetzt nichts anderes tun, als daß einer, der am Orte ansässig ist, in gewissen regelmäßigen Abständen die Betreuungsabende hält, daß aber abgesehen davon auswärtige Kräfte ober — in größeren Verhältnissen — auch andere einheim.sche Kräfte ihn unterstützen. Das ist ein gewisser Rotbehelf, die Praxis wird mit der Zeit schon Wege zeigen, dies Verfahren noch abzuklären und vielleicht zu verbessern. Es kann wohl nichts schaden, wenn man einmal in breitester Oessentlichkeit daraus hinwcist, daß alle Betreuungsarbeit, wie sie das Hessische Heimatwerk auch bei uns in Obet- hessen vorbildlich organisiert hat, selbstlos und unentgeltlich geschieht. Wer hier als Redner mitmacht, tut es als Dienst an der Sache; vergütet werden lediglich wirklich entstandene Auslagen, also z. B. Reisekosten. Dabei darf man wohl auch einmal betonen, daß dieses Werk völlig unpolitisch ist, daß also etwa die positive Mitarbeit bei den Betreuungsmaßnahmen keine politische Festlegung des einzelnen Mitarbeiters bedeuten kann. Ich wenigstens denke, daß man sehr wohl grundsätzlich Anhänger der Arbeitsdienst pflicht sein kann (tote der Schreiber dieser Zeilen), und daß man dennoch, um der offenbaren Jugendnot willen, sich getrieben fühlen kann, sich der Mitarbeit bei Betreuungsmaßnahmen für Angehörige des freiwilligen Arbeitsdienstes nicht zu versagen Ein Wort noch zur Frage der Siedlung. -Leider ist cs um die Ostsiedlung sehr still geworden. Oder täusche ich mich? Ist die Osts.cd- hing nicht bis zu einem gewissen Grade geradezu a b geb r o f feit worden?! Wir wären dankbar dafür, gerade darüber einmal ein Wort zu hören, bitte: ein eindeutig klares. Gerade der Gedanke der Siedlung schien uns außerordentlich fördernswert, in Anbetracht solcher Teile der Landjugend, die keinen Lebensraum an Ort und Stelle haben, auf die es aber wegen ihrer äußeren und inneren Qualitäten antom* men muß, soll sie nicht, statt zum Ausbau des Volkes der Zukunft zu dienen, in Hoffnungslosigkeit untergehen. Eine Jugend ohne Ziel ist etwas Unmögliches. In unwandelbarer Liebe zu ihr sei darum die Stimme freimütig erhoben. Wirtschaft. Devisenbewirtschaftung und Auslosung von Anleiheablösungsschuld. Berlin 18. Rov. (WTB.) Cs ist beobachtet worden, daß inländische Banken für Rechnung ausländischer Kunden aus geloste Stücke der deutschen Anleiheablösungs- schuld aus Mitteln von Cffcktensperrguthaben der betreffenden Kunden erworben haben. Die Käufer rechnen offenbar damit, daß ihnen die auf die ausgelosten Stücke für die vergangenen Neben Jahre nachzuzahlenden Zinsen bei Auszahlung auf freiem Konto gutgeschrieben werden. Eine solche Auflösung von Sperrguthaben würde, wenn sie auch formal nach den zur Zeit geltenden Bestimmungen möglich wäre, dem Sinn der Devisenbewirtschaftung widersprechen. Es ist daher in Aussicht genommen, noch vor Auszahlung der Beträge anzuordnen, daß diese Zinszahlungen ebenso wie der Gegenwert der ausgelosten Papiere selbst auf ein Sperrkonto des Ausländers zu verbringen sind, wenn dieser die Stücke nach der Auslosung zu Lasten eines gesperrten Guthabens erworben hat. Berlin unter Schwankungen freundlich. Berlin, 19. Rov. (WTB. Funkspruch.) Zum Wochcnschluh erhielt sich die schon gestern zu beobachtende freundliche Grund st immung, obwohl das Geschäft zunächst sehr ruhig war. Angesichts des frühen Börsenbeginns lagen vom Publikum Orders nur in ganz kleinem Umfange vor, so daß sich überwiegend tleinc Besserungen, die nur vereinzelt über 1 Prozent hinausgingen, ergaben. Einige Werte waren auch um Bruchteile eines Prozentes niedriger. Es herrscht in Börsenkreisen die Hoffnung, daß aus den augenblicklichen politischen Besprechungen doch binnen kurzem ein positives Ergebnis herauskommen muß. Wie bereits gestern betont, glaubt man, daß auch die künftige Regierung an der großen Linie der augenblicklichen Wirtschaftspolitik festhalten wird. Hinzu kam die gestrige Rede des Äcichswirt- schaftsministers Dr. W a c m b o l d , die allgemein günstig beurteilt wurde. Auch die Verlängerung des Burgfriedens bis zum 2. Januar und die gestern nachmittag eingetretene Erholung des englischen Pfundes wurden als günstige Faktoren gewertet. Am Renten markt konnte man gleichfalls eine gewisse Beruhigung feststellen, und man rechnet eher mit vereinzelten Kurserholungen. Der Montanmarkt lag ziemlich fest, es zeigte sich vor allem für Harpencr, Vereinigte Stahl, Rheinstahl und noch einige andere Werte Interesse. Erwähnenswert waren ferner Berliner Kraft und Licht, die bei etwas lebhafteren Umsätzen 1,1 Prozent anzogen. Die gestern start gedrückten Schutzgebiete eröffneten unverändert, sie waren aber im Verlaufe mehrfachen Schwankungen unterworfen. Auslandrcnten war so gut wie gc- geschäftslos. Rc chsschuldbuchforderungen erholten sich um 0,25 bis 0,4 Prozent. Jndustrieobligatio- nen waren gleichfalls etwas hoher. Im Verlaufe konnten sich infolge der außerordentlichen Geschäfts stille die ersten Kurse nicht überall behaupten. Es ergaben sich zum Teil Rückgänge bis zu 0,5 Prozent, nur Gelsenkirchen Wa^er holten ihren Anfangsverlust fast ganz wieder auf. Später konnte sich, ausgehend vom Farbenmarkt, wieder allgemein eine Befestigung durchsetzen. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld weiter leicht mit 4,25 Prozent, teilweise mit 4.13 Prozent an der unteren Grenze, während der Satz für Mo- natsgeld unverändert 5 bis 7 Prozent blieb. ■^Künstliche Augen 9g v I fertig, wir naturgetreu für uns. Patienten. -» PF. Ad. Müller Söhne, Wiesbaden, in Sieben. J I.niversitäts-Augenklinik.Friedrichstr. 18 ■*1 vom 24. bis 26. November 1932. mbgV Nicht nur Hie 'großen,"sändem buch diewieTeft kleinen Stationen mit ihrem interessanten und schönen Programm bringt LUMOPHON 23 trennscharf und tonrein in dem dynamischen Lautsprecher. Der Zweikreis - Dreiröhren - Empfänger LUMOPHON 23 kostet für Gleich- oder Wechselstrom als Empfänger RM. 131.— und als Kombis Nation mit dynamischem Lautsprecher RM. 168.—' Der Preis des Röhrensatzes beträgt nur RM. 55.80 Drei Ratschlägefürden Radio-Einkauf A Beachten Sie dasVerhältnis von Preis u. Leistung unter Berücksichtigung der Tatsache, daß LUMOPHON 23 nur 3 Röhren haft, Q Prüfen Sie dieTrennschärfe u. gleichzeitig dabei die Einfachheit^ der Bedienung. Sehen Sieauf dieVorzüge der Lumophon-Skala; ©Auf die Wiedergabe kommt es an. Hören Sie deshalb Musik Sprache. Vergleichen Sie den Klang des dynam. Lautsprechers» Frankfurt still. Frankfurt a. M., 19. Hob. (WTD. Draht- Meldung.^ Da über die Verhandlungen des Reichspräsidenten mit den Parteiführern strengstes Stillschweigen bewahrt wird und auch über den Stand der Dinge Ungewißheit herrscht, war die Stimmung an der Wochenschlußbörfe bei fa st völliger Geschäfts stille etwas unsicher. Don der Kundschaft lagen keine Orders vor, und auch sonst fehlte es der Dorfe an anregenden Momenten. Die llmsahtätigkeit war daher sehr gering, und beschränkte sich nur auf die Külisse, die verschiedentlich kleine Abgaben und anderseits kleine Deckungen vornahm. Die Kursbildung war daher uneinheitlich, die Verschiebungen nach beiden Seiten betrugen jedoch kaum mehr als 0,50 Prozent. Gegen die Abendbörse eröffneten IG. 0,25 Prozent niedriger, während Deutsche Erdöl und Goldschmidt etwa 0,25 Prozent höher einsetzten. Am Elektromarkt gewannen AEG. 0,13 Prozent, Gesfürel gingen um 0.40 Prozent zurück, etwas mehr Interesse zeigte sich am Montanmarkt für Stahlverein, die 0,50 Prozent anzogen. Auch Duderus konnten sich um 0,25 Prozent erhöhen. An den übrigen Marktgebieten stagnierte das Geschäft nahezu vollkommen. Rach den ersten Kursen bröckelten die Kurse allgemein leicht ab. Am Rentenmarkt setzten Reubesihanleihe 0,25 Prozent freundlicher ein, während Altbesitz im gleichen Ausmaß niedriger lagert Reichs- schuldbuchfordecungen in späten Fälligkeiten blieben zu 69,75 Prozent behauptet, ebenso die Schuhgebietsanleihe mit 5,80 Prozent. &. A.-Gport. Geräte-Wettkampf Großen-Linden-Heuchelheim-Krofdorf. Zum dritten Male standen sich am Sonntag die Mannschaften der Turnvereine Grohen-Lin- den, Heuchelheim und Krofdorf, diesmal in Krofdorf, zum Treffen gegenüber. Gauoberturnwart Mill (Gießen) übernahm die Leitung des Kampfes. Er dankte dem Tv. Krofdorf für die mustergültigen Dorbereitungen. Mit wenigen Aende- rungen waren die Mannschaften in der Aufstellung wie bei den früheren Kämpfen erschienen. Der Verlauf des Kampfes war bis zum Ende sehr spannend und es war nicht vorauszusehrn, wer den Sieg erringen würde. Aaa> dem zweiten Gerät (Darren) führte der Favorit (Großen-Lin- den) nur noch mit 2 Punkten Vorsprung (497 P.) vor Krofdorf (495 P.) und Heuchelheim (474 P.). Erst am letzten Gerät (Reck) konnte der Tv. Grohen-Linden durch die überragenden Leistungen seiner aktiven Turner die Aktiven des Tv. Krofdorf weit überflügeln und den Sieg für sich sicherstellen. Das Endergebnis war folgendes: 1. Grohen-Linden 745 Punkte: 2. Krofdorf 731 Punkte: 3. Heuchelheim 701 Punkte. Leistungen an den einzelnen Geräten: Grohen-Linden Krofdorf Heuchelheim Pferd 246 241 235 Barren 251 254 239 Freiübung 57 50 47 Reck 191 186 180 Die besten einzelnen Turner: A k t i v e : R Seth, Tv. Grohen-Linden, 81 P.: K. Kehler, Tv. Grohen-Linden, 78 P.; Fr. Wei- tershaus, Tv. Grohen-Linden, 75 P.: QL Leun, Tv. Grohen-Linden, 72 P., und K. Würtz, Tv. Krofdorf, 72 P. Altersturner: W. Hofmann, Tv. Krofdorf, 87 P., und A. Rinn, Heuchelheim, 76 P. 2agendturner:K. Faber, Tv. Grohen-Linden, 81 P., und O. Röhrshei m, Tv. Krofdorf, 75 P. Turnerinnen: Klara Amend, Tv. Krofdorf, 54 P.: Luise Weih, Tv. Grohen-Linden, und Emilie Reuschling, Tv. Heuchelheim, je 53 Punkte. Die höchst erreichbare Punktzahl für eine Llebung, 30 Punkte, wurde nur einmal gewährt, und zwar erhielt sie der Turner Fr. W e i t e r s - haus vom Tv. Grohen-Linden für seine Freiübung. Zum Schluß fand eine schlichte Siegerehrung durch den Gauoberturnwart Will statt. ÄircMithe Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 20. November. 26. nach Trinitatis. Totensonntag. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker: 11: Sin- derkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker: 17: Pfarrer Mahr, Litura. Gottesdienst — Johan- neskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld: 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld 17: Pfarrer Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung, Pfarrer Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz: 11: Kinderkirche für die Luther- aemcinde, Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Kleinkindes schule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas: 10.45: Kinderkirchs für die Petrusgemeinde, Pfarrer Lic. Waas: 18: Pfarrer Lic. Waas. — Neue Aula. 11.15: Univer- sitäts-Gottesdienft. Predigt: Prof. 2r. Bornkamm. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst 11: Kindergottes, dienst 14: Gefallenen-Gedenkfeier. — wieseck. 9.45: Hauptgottesdienst (Frauenchor): Kollekte: 11: Sin. derkirche; 17.30 19.30: Abendfeier (Lichtbilder, Schülerchor): Kollekte. — Alten-Vuseck. 10 13 (Frauenchor). — Großen-Buseck. 10 30: Gottesdienst (Posaunenchor): Kollekte: 11.30: Beichte und Feier des heiligen Abendmahls. —- Oppenrod. 9: Gottes- dienst (Kollekte). katholische Gemeinden. Samstag, den 19. November. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 20. November. 27. und letzter Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: Kommunion der Kinder und des Elisabethenvereins: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Sakramentalische Andacht 5onntnncbienit h vieritc u. uothrrcn un 20 11 82 Dr.S.Klein. i )i Neumann-Svengel. Pelikanavotb. Zahnarzt: l)r. Wertheim. IM7d n r Größte Ausstellung Reparaturen, körn pichte Anlagen Ton lebt Die Künstler sind wirklich- zMj/hw keitsnahe. Lilian Harvey, Willy Fritsch, *******frv Hans Albers, Max Hansen auf ODEON haben. ODEON-Plotten und Musikopporafe I erhältlich in jedem guten Fachgeschäft WWW DD IE RIM ST CIHIAILIL1I IE IR» WIED IE N WIE G il O SUSSSS Ermäßigter Preis Erhöhte Wirtschaftlichkeit. Ihre Vermählung geben bekannt Gießen, den 19. 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Frasch danken herzlich für die ihnen anläßlich ihrer Vermählung erwiesenen Aufmerk, samkeilen Herrenberg — Großen-Äuseck, den 19. November 1932 06802 GIESS E N - S E LT EPS W E G Junker & Ruh. Juno, Oranier usw. Irisdie Oefen Germanen, Oranier, Cora, Petring-Oefen sowie Eschöfen (Original Musgraves). Hirzenhainer usw. Kramer-Ofen neue frische — ■ Dauerbrenner. Vertrieb der Eliga L Jung’schen Brikett-Dauer brand-Helxttfen Fachmännische Beratung Besichtig, ohne jeglichen Kaufzwang Edgar Borrmaim / Gieren — 7803 A Metzgerei-Bedarfsartikel 6assenheimer&Co. Wetzsteinstraße 25, Telephon 3940 । Beste Bezugsquelle für Metzger u. Hausmetzger. Frisier- Toiletten 1 mal Eiche 1 mal Goldbirke sowie ein Schreibtisch (Eiche) weit unter Preis abzugcben. H. Vetter, Wiesenstr. 4. (sieoD Ein Sperialfeniter leigt Ihnen Teppichhaus Otto Täubert Pappen-Wagen werden preiswert repariert und aufgearbeitet [06880 Cb. F. Gödicke Liebiastr.37 (Hof). Daselbst mehr, neue Puppenwagen weit unt. Preis abzugeb. 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Oktober 1932. «u x Svaar, ilusti ünsvettot au Urkundsbeamter der Geschäftsstelle des Hess. Amtsgerichts. ficbms'SS. au8ferti|,unS bringen wir hiermit zur Meni- Gießen, den 17. November 1932. Bürgermeisterei Gießen. Dieses größte nnd spannendste Spionagedrama des Weltkrieges wird vollständig in deutscher Sprache gebracht. Gutes Beiprogramm! - Neue Ufa-Ton-Woche! Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf und besuchen die nach Möglichkeit die ungekürzten Nachmittagsvorstellungen, da zu den Abendvorstellungen stärker Andrang erwartet wird. Gelegenheit! Unsere flott und rentabel laufenden Rc- pnrol-Schuh besohl betriebe fallen auch hier am Plabe und Umgebung errichtet werden und bietet sich tüchtigen Unternehmern eine sof. ergiebige Existenz. Kapitalbedarf gering, da konkurrenslose Einricht, nur vermietet wird. Angeb. an Reparol-Vertrieb. Frankfnrt/M.- Ködelheim. Abteilung X. 8144V "7I Zwei weitere Zuführungen von Ver- _U brennungssauerstoff o Strahlutigsraum, bestimmt, um den LZJ Rauchgasen allp nicht für den Kamin- auttrieb benötigten Wärmemengen zu entziehen S Drosselklappe i.Rohrstutzen, den bau- pohzeil. Vorschriften entsprechend. Bekanntmachung. Befr.: Lrgänzungs- und Ersatzwahlen zur Industrie- und Handelskammer Gießen. 8155D Zwecks Vornahme der Ergänzungs- unb Ersatzwahlen wird Termin bestimmt 1. für den Wahlbezirk Giehen-Stadt aus Dienstag, den 29. November 1932 vormittags 9 bis 12 Uhr im Sitzungssaal der Industrie- und Handelskammer (Lonyftraßc 7). (Es scheiden aus die Herren: Jakob Maternus, Leopold Mayer und August Noll. Die Ausscheidendcn sind wieder wählbar. Außerdem ist für den ausscheidenden Herrn Rudolf Nowack, der die Annahme einer Wiederwahl ablehnt, eine Ersatzwahl vorzunehmen. Die Wahlhandlung wird in einem Wahlgange oorgenommen: der mit der geringsten Stimmenzahl Gewählte gilt als Ersatzmitglied, bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Stimm- Zettel, die mehr als vier Namen enthalten, sind ungültig. 2. für den Wahlbezirk Llch-Hungen auf Dienstag, den 29. November 1932 vormittags 10 bis 12 Uhr auf der Bürgermeisterei Hungen. Es scheidet aus: Herr Hans Jhring in Lich: der Ausscheidende ist wieder wählbar. Stimmzettel, die mehr als einen Namen enthalten, sind ungültig. Gießen, den 19. November 1932. Industrie- und Handelskammer Gießen. Ludwig Rinn. SOiSlrom-Erlgarnis bei Verwendung me.nes Licht-Reflektors »Ideal« Hergestellt in meiner Werkstatt. Paul Noach, Spenßl, Insiallalionsfiesdi. Neustadt 47, gegenüb. J. B. Häuser Große Verdienstmöglichkeit kür Wiederverkäufe^______________ 06846 Nicht frieren! Warm liegen! Dafür nicht viel Geld ausgeben müssen. I Ab morgen (Toten-Sonntag), 20.Xovember ffl I Premiere I Das ungeheure Erlebnis! 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