nr. 246 Kvübaussabe 182. ZahrgMg Mittwoch. 1Y.GktobeNYZ2 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei K Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen. Postscheckkonto: HranlsurtamMain 11686. Die Kredite der preußenkaffe vor dem Untersuchungsausschuß. Oie ehemaligen preußischen Minister Klepper, Braun und Hirisiefer als Zeugen. Berlin, 18.Oft (VDZ.) Die öffentliche Sitzung des Klepper-Untersuchungsausschusses des Preußi- fchend Landtags, in der die ersten Zeugenvernehmungen über die Beschuldigungen erfolgen sollen, die gegen den früheren Finanzminister Dr. Klepper erhoben werden, hatte ein zahlreiches Publikum angelockt. Die Zeugenvernehmungen sollen sich zunächst auf den Fall „Kölnische Volkszeitung erstrecken. Als erster Zeuge erklärte der frühere Finanzminister Dr. Klepper, daß er es ablehnen müsse, auf Fragen des Berichterstatters Abgeordneten Steuer zu antworten, da Steuer in der Öffentlichkeit bereits über den Zeugen ein Urteil abgegeben habe, das eralsbeleidigend empfinde. Entsprechend einem Zentrumsantrag wurde nach erregten Zusammenstößen zwischen dem Abg. Steuer und Zentrumsabgeordneten beschlossen, die Fragen des Berichterstatters Abg. Steuer durch den Vorsitzenden Abg. Dr.' Eubke (Dn.) und den Mitberichterstatter Abg. Dr. Mu Hs (Rats.) an den Zeugen stellen zu lassen. Oie Vernehmung Kleppers. Hierauf begann die Vernehmung Dr. Kleppers. Seine Aussagen hielten sich im wesentliches im Rahmen der bereits von ihm der Oeffentlichkeit übergebenen Erklärungen. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden, daß die Gelühergabe für die „Kölnische Volkszeitung" doch nicht zu den st a - tutenmäftigen Geschäften derPr«eu- ßenkasse gehörte, erwiderte Klepper, es_ sei ständige Praxis gewesen, daß solche Geschäfte, die nur mittelbar mit den Zwecken der Preußen- kasse zusammenhängen, aber im Interesse des Staates durchgeführt werden sollen,dann durch geführt werden können, wenn es mit Z u - stimmung der Staatsregierung geschehe. Solche Geschäfte seien sowohl in der Vorkriegszeit wie auch nach dem Kriege durchgeführt worden. Auf weitere Fragen erwiderte der ' Zeuge über die vertrauliche Behandlung dieser Transaktion, es sei allgemein so, daß Regierungen, wenn sie der Presse in irgendeiner Form finanziell zu Hilfe kämen, dies streng vertraulich täten. Es kam dann die Sprache auch auf die Tl e b e r - nähme eines Aktienpakets der„Ger- tnani a“. Der Zeuge erwiderte auf eine diesbezügliche Frage, die Aebernahme sei erfolgt, um zu verhindern, daß der Reichskanzler v. P a - pen die Aktienmehrheit der „Germania" erhielt. Dem Zeugen wurde ferner das Gerücht vorgehalten, daß im Zusammenhang mit der Reichspräsi- dentenwahl die Preuhenkasse einen Wahlausschuß unter st ü h t habe. Der Zeuge lehnte es ab, sich zu dieser Frage zu äußern. Ein Antrag, diese Frage für zulässig zu erklären, wurde vom Ausschuß angenommen. Da der Zeuge bei seiner Weigerung blieb und dies mit staatspolitischen Gründen erklärte, will der Ausschuß in nichtöffentlicher Sitzung sich darüber schlüssig werden, ob der Zeuge in eine Ordnungsstrafe zu nehmen sei oder ob zunächst die Aussagegenehmigung des Staatsministeriums hinsichtlich der Beantwortung dieser Frage eingeholt werden soll. Die Beantwortung einer Frage, ob G e l d e r zur Bekämpfung der nationalsozialistischen Bewegung gegeben worden seien, lehnte der Zeuge Klepper ab. Die Rationalsozialisten erklärten darauf: „Das genügt uns." Damit war die Vernehmung beendet. Oer ehemalige Mmister- präsident Braun als Zeuge. Es wurde bann der bisherige preußische Ministerpräsident Dr. Braun vernommen. Er erklärte, daß er in dem vorliegenden Falle keinerlei politische Bedenken gegen die Hergabe der Mittel gehabt habe. Im Gegenteil sei ihm die Sache aus Staats- und grenzpolitischen Gründen sehr erwünscht gewesen. Das Plenum des Staatsministeriums habe sich mit der Sache nicht besaßt. Auf die Frage, ob die Hergabe der Mittel für den vorliegenden Zweck nach seiner Ansicht z u d e m A u f - gabenkreis der Preußenkasse gehört habe, erwiderte Dr. Braun ironisch, daß er geglaubt habe, daß der Aufgabenkreis der Preußenkasje außerordentlich weit gezogen sei, da sie ja Millionen für einen russischen Schwindler und Hochstapler wie Uralten) ausgegeben habe. Auf die Frage der Kommunisten, ob Gelder für die Neichspräsidentenwahl ausgegeben worden seien, erwiderte der Zeuge, daß ihm nichts davon bekannt sei. Wenn er etwas davon wüßte, so betonte er, so würde er aus staatspolitischen Gründen keine Auskunft geben. Als im Zuhörerraum verschiedentlich Beifalls- und Miß- fallensäußerungen laut wurden, wurde von Zentrumsseite die Räumung des Zuhörerraums gefordert. Schließlich ro-rbe biefer Antrag aber zurückgezogen. Minister a. D. Hirtsief er erklärte, baß er sich für bie Angelegenheit aus grenzpolitischen Gründen entschieben habe. Es wurde darauf beschlossen, als neue Zeugen u. a. zu laden den Reichskanzler von Popen und den Staatssekretär Planck. Der Reichskanzler soll über den An- tauf der Germania-Aktien durch die Preußenkasse Gehört werden. Es wurde beschlossen, beim Staatsministerium vorstellig zu werden, damit der Zeuge Klepper zur Beantwortung der Frage über die Hergabe von Geldern der Preußenkasse anläßlich der Reichspräsidentenwahl die Aussagegenehmigung erhält. Oie Gozialnotverordnnng wird gemildert. Heute eine neue Verordnung. Berlin, 18.OH. (TU.) Die wesentlichen Punkte bet Verordnung des Reichsarbeitsministers ; u r Ergänzung von Soziallei ft ungen, die am Mittwoch veröffentlicht werden wird, sind: 1. Die Sähe der Arbeitslosenversicherung werden um 2 Mark im Durchschnitt erhöht, und zwar g e - staffelt je nach dem Familienstand der versicherten. 2. 3n der kranken- und Angestell- lenoersicherung werden zusätzliche £ei ft ungen, die durch die Verordnung vom 14. Juni verboten waren, wieder zu gelassen. 3. In der Unfallversicherung wird der Zuschlag von 7,5 v. h., der gleichfalls durch die Verordnung vom 14. Juni untersagt war, für künftige Versicherungen wieder ge- stattel. Ferner werden einige technische Einzelheiten, besonders bezüglich der Altersversicherung geregelt. Sir deutsch-schwedische Wrslenhochzeit in Murg Linkes Bild (von rechts nach links): der Vater des Bräutigams, Kronprinz Gustav Adolf von Schweden Kronprinzessin Märta vonRorwegen und Kronprinz Öloo von Norwegen auf der Reise zu den Hochzeitsfeierlichkeiten in Koburg. — Rechts: das Brautpaar Prinzessin Sybille von S a ch s e n - K o b u r g - G o t h a und der schwedische Kronprinzensohn Gustav Adolf. Presse-Empfang in Koburg. Koburg, 18. Oft. (TU.) Am Dienstag sand auf der Feste Koburg in dem alten mit Wappen geschmückten Saal des Fürstenhauses ein Presse- empfang statt. Der Herzog und die Herzogin von Koburg sowie das Brautpaar ließen sich die in Koburg' erschienenen Vertreter der deutschen, der schwedischen und der übrigen ausländischen Presse vorstellen. Bei einem Glase Bier ergab sich eine zwanglose Unterhaltung. Im Anschluß an den Empfang hatten die Vertreter der Presse Gelegenheit, die im Fürstenzimmer aufgestellten Geschenktische, den Hornsaal, in dem die standesamtliche Trauung stattfindet, und die berühmte Waffensammlung der Feste zu besichtigen. Am Nachmittag sind in Lichtenfels bereits folgende fürstlichen Gäste eingetroffen: Der Kronprinz und bie Kronprinzessin von Schweden, der Kronprinz von Norwegen, bie Prinzen Bertil, Sigwarb unb Karl Johann sowie Prinzessin Ingrid von Schweben. Die Prinzen mürben vom Herzog von Koburg abgeholt. In Würzburg trafen ein: Prinz Arthur von Eonnaught, Detter des Königs von England, und seine Schwester, Lady Patricia Ramsay. — Unter den Geschenken für das Brautpaar befindet sich vom Reichspräsidenten eine Porzellanschale und zwei große Leuchter aus der preußischen Porzellanmanufaktur AußenpoUUWkAussprachetmbkiMchenllnterhaus London, 18. DH. (WTB.) Das Unterhaus bot bei seinem heutigen Wiederzusammentritt ein lebhaftes Bild. Die Bänke waren dicht besetzt, und die Minister wurden, wie üblich, von den Regierungsanhängern mit lautem Beifall begrüßt. Das Erscheinen des zurückgetretenen Innenministers otr Herbert Samuels, der sich auf einem Ecksitz auf der Regierungsseite des Hauses zwischen Mitgliedern seiner Parteigruppe niederließ, löste bei den Samuel-Liberalen Hochrufe und einiges Zischen von der konservativen Seite her aus. Oie Viermächtekonferenz. Bezeichnend ist, daß gleich die erste der Anfragen, bie, wie üblich, der Debatte oorausg.ngen bie Viermächtekonferenz betraf. Der Liberale Manber fragte den Staatssekretär des Aeußern, ob er mitteilen könne, ob jetzt Vorkehrungen getroffen worden sind für eine Viermachtekonferenz zur Erörterung der Wiederaufnahme der Arbeiten der Abrüstungskonferenz unter Mitarbeit Deutschlands, und in welcher Stadt diese Zusammenkunft stattfinden werde. Der Staatssekretär des Aeußern Sir John Simon erwiderte, das Büro der Abrüstungskonferenz ist bis zum 3 November vertagt worden. Das Unterhaus wird wissen daß die Regierung schon vor kurzem eine Zusammenkunft zwischen den vier hauptsächlich in Betracht kommenden Mächten vorgeschlagen hat, um eine Lösung der schwierigen Frage zu finden, die durch das Ausscheiden Deutschlands aus der Abrüstungskonferenz aufgeworfen wurde. Der britisch? Vorschlag für diese Viermächtezusammenkunst ist grundsätzlich von den anderen drei Mächten angenommen worden, aber es hat sich bisher als unmöglich erwiesen, sich über den D r t einer solchen Zusammenkunft zu einigen. Die britische Regierung erwägt jedoch einen neuen Schritt, um eine Einigung in dieser Frage herbeizuführen. Ein Mitglied der Arbeiterpartei fragte Sir John Simon, ob er nicht glaube, daß dem Zwecke der Abrüstung viel besser gedient werden würde, wenn Großbritannien einige wirklich greifbare Vorschläge mache Auf diese Frage erfolgte jedoch keine Antwort. Ottawa. Dte Aussprache über die Abmachungen aus der Re i ch s w i r t s ch a f t s k o n f e r e n z von Ottawa leitete Schahkanzler Rcville Chamberlain mit einer Rede ein. Wenn die Abmachungen von Ottawa, so erklärte er u. a., zu einer erhöhten Wohlfahrt führen, ober ein geeinigtes englisches Weltreich zum Ergebnis haben würden, dann wäre dies der größte Beitrag, den das Weltreich zum Wiederaufbau und zum Wohlergehen der Welt liefern könnte. Er könne sagen, daß die Konferenz ein besseres gegenseitiges Verstehengezeitigt habe. Zum ersten Male habe Indien den Grundsatz der Vorzugsbehandlung für Weit- reichswaren anerkannt. Kanada und A u st r a - Iren hätten den Gedanken aufgegeben, ihre heimischen Märkte nur für ihre eigenen Erzeugnisse Vorbehalten zu woUen. Reu sei auch, daß zum ersten Male das gesamte Kolonialreich in die Abmachungen ein- bezogen worden sei. Die Abkommen zielten auf eine Herabsetzung der Zölle innerhalb des Weltreiches hin. Die Politik der englischen Regierung gehe dahin, zunächst den heimischen Märkten zu helfen und dann den Einfuhren aus den Dominions wachsenden Anteil zu gewähren. Die Regierung glaube, daß in Ottawa die Grundlage für eine Landwirtschastsgemeinschaft innerhalb des Weltreiches gelegt worden sei. Sie habe in Ottawa erhebliche Vorteile für die industriellen Interessen- durchgeseht, d^ jetzt in Kraft getreten seien. Im Ramen der Opposition wandte Lans - b u r y ein, daß die Ottawaer Abmachungen den Arbeitslosen keine Mehrbeschäftigung brächten. Hinsichtlich der Kündigung des Handelsvertrages mit Rußland erwarte er eine in der Oeffentlichkeit geführte Untersuchung über die Frage des Dumpings und die gegen Rußland erhobenen Anschuldigungen. Die Interessen der englischen Landwirtschaft seien nicht genügend berücksichtigt worden. Sir Herbert Samuel brachte die Einwendungen seiner liberalen Gruvpe gegen die Ottawaer Abmachungen zum Ausdruck und warf dem Schahkanzler einseitige Berichterstattung vor. Die Abmachungen bedeuteten eine Vermehrung und eine Erhöhung der Zölle. Englische Zollverhandlungen mit Skandinavien. Lon b o n, 18. DEL (TU.) Die englische Regierung hat die Regierungen von Dänemark, Norwegen unb Schweben zur Eröffnung von Zollbesprechungen in Lonbon eingelaben. Alle brei Staaten, bie bereits vor einiger Zeit mit bem Wunsche nach neuen Zollvereinbarungen an Eng- [anb herangetreten waren, haben bieEinlabung angenommen. Gleichzeitig wirb mitgeteilt, bah zur Zeit Zollverhanblungen mit Argentinien im Gange sinb. Wahrscheinlich wirb nicht eine allgemeine Konferenz, sonbern es werben Sonber- konferenzen mit ben einzelnen Regierungen ftatb finben. Wie ferner verlautet, sollen bie bisherigen Hanbelsverträge Englanbs mit ben eingelabenen Regierungen bestehen bleiben unb nicht revibiert warben. Der Zweck ber Verhanblungen sei ber Abschluß von Abkommen innerhalb bes Rahmens ber bestehenben Verträge. Herriois Reise nach Madrid. Warum Frankreich die spanische Freundschaft sucht. London, 18. Oft. (TTl.) „Daily Mail" berichtet, daß sich hinter dem Vorschlag des französischen „Sicherheitsplans", die internationalen Waffenlager auf spanischem Boden anzulegen, viel mehr verberge, als auf den ersten Blick erscheine. Er weist hierbei auf die französischen Pläne hin, den Ausbau derspa- nischen, nordsüdlich verlaufenden Eisenbahnen zu zweigleisigen mit französischen Geldern zu unterstützen, die auf nichts weiter hinausliefen, als daß Frankreich im Kriegsfall seine afrikanischen Truppen schon in einem spanischen Hafen lanben und mit der Eisenbahn nach Frankreich befördern könne, wodurch die Gefahren des Seeweges erheblich verringert würden. Wenn Spanien der Verbündete Frankreichs werde, so ständen letzterem auch die Häfen auf den Balearen zur Verfügung, so dah die französischen Transportlinien im westlichen Mittelmeer soweit wie nur irgend möglich gegen einen Angriff von Osten heü geschützt feien. Laut Havas erklärt man in unterrichteten Kreisen diese Rachricht als eine „dumme Erfindung". Herriots Reise nach Madrid sei ein ausgesprochener Höflichkeitsbesuch. Ein neues Gesetz gegen Autodiebstähle. Berlin, 18. Okt. (ERD.) Auf dem Vortragsabend der Vereinigung Kraftfahrender Journalisten betonte Reichsjustizminister Dr. Gü r t n e r mit Rachdruck, daß in Deutschland ein dringendes Bedürfnis nach einer Reuregelung der Strafbe st imm ungen für Autodiebstähle vorliege. Im neuen Entwurf des Strafgesetzbuches sei eine Bestimmung vorgesehen, in der aber nur von dauerndem Entzug fremden Eigentums die Rede fei, während es sich ja bei dem Gebrauchsdiebstahl uni eine vorübergehende Entziehung handele. Das Reichsjustizministerium habe daher dem Kabinett den Vorschlag gemacht, im Wege der Rotverordnung — ein anderer sei zur Zeit nicht möglich — eine Strafbestimmung zu schaffen, um dieses Problem der Autoentwendung befriedigend zu lösen. Aus dem Inhalt der Verordnung, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werde, hob der Minister hervor, dah, wer Kraftfahrzeuge oder Fahrräder gegen den Willen des Besitzenden in Gebrauch nehme, sich strafbar mache; da auch der Versuch strafbar sei, werd« man schon das Ankurbeln eines Wagens als einen strafbaren Vorgang beaeidjncn können. Dte Bestimmung sei auch auf Fahrräder und Motorboote ausgedehnt B' Ireie Gewerkschaften und MMaftsplan Aus aller Welt RS » ihn nicht." ( 3n der mandschurischen Provinz Mukden haben neue Kämpfe der Freischärler gegen die mandschurischen Truppen begonnen, die ungeheure Ausmaße anzunehmen drohen. Entlang dem Ialufluß sind insgesamt 100 000 chinesische Frei- schärler zusammengezogen. Gs kam bereits zu Zusammenstößen mit den Japanern, die ihrerseits eine neue Division Verstärkung erhalten haben. jdocbttulnochricbtetL Prof. Dr. Alfred Fletsch an der Universität Dorpat hat einen Ruf als Ordinarius der Physiologie an die Universität Lausanne als Rachfolger von Prof. Al. Arthus angenommen. Als Antwort der Berans Friedhos a zualeich als 5 gefanbts in u ctabtoerwaltu worden. Die Verfolgung solcher Vergehen soll nur a u f Antrag erfolgen. Die Strafandro- Huna betrage ein Vielfaches dessen, was in der ausländischer Gesetzgebung bisher festgelegt sei. Milderung der Verordnung für Badekle-dung. Berlin, 18. Okt. (TU.) Im preußischen Innenministerium fand, wie die Zeitschrift „Deutsche Sion» fektion" mitteilk, am Dienstag eine Besprechung von Vertretern der interessierten Fachkreise mit den zuständigen Persönlichkeiten statt. Die Unterredung ergab, daß bezüglich der Tendenz der Verordnung volle Uebereinstimmung zwischen den Kleine politische Nachrichten. Die sterblichen Reste des Dölkerbundskommis- sars in Danzig, Grafen Gravina, die nach Italien ubergeführt werden, trafen auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin ein, wo eine kurze Trauer feier stattfand. Im Ramen der Reichsregierung wurde ein Kranz am Sarge niedergelegt. Fachkreisen und der Regierung besteht. Luch hm- sichtlich der Durchführung der Verordnung wurde wie die „Deutsche Konfektion werter miUeül, Uebereinstimmung erzielt dahingehend, daß die Dolizeibehördenangewlesen werden sollen jede kleinliche Anwendung der D er o r d n u n g z u u n t e r l a s s e n und insbesondere nicht cinzuschreiten, wenn der Ruck en aus- schnitt der Vorschrift nicht völlig entspricht, herbei ist allerdings Voraussetzung, daß ein fester Sitz ber Vorderseite gewährleistet wird, ferner daß der Rückenausschnitt nicht den ganzen Rücken freiläßt, und der tiefste Punkt des Ruckenausschnitles keinesfalls unter der Gürtellinie liegt. Sturm überrascht worben und gekentert. Er und 'ein Sohn hätten sich an dem kieloben treibenden Boot fcstaehaltcn. Bei dem stundenlangen verzweifelten Kampf gegen die hohen CBclIcn habe der Sohn die Kräfte verloren. In Deutschland so übersättigt, daß ein Neubedarf auf absehbare Zeit nicht vorhanden sei. Heute käme es darauf an, ben Konsum z u pflegen. Die Gewerkschaften seien in bezug auf den Erfolg des Regierungsplanes nicht so hoffnungsfroh gestimmt, wie die Reichsregierung, jedoch feien sie bereit, dem wirtschaftlichen Teile des Regierungsplanes die Chance zuzubilligen, feine Brauchbarkeit unter Beweis zu stellen. Leidenschaftlich aber müsse protestiert werden gegen den Teil des Planes, der mit unerträglicher Härte in den Lebensstandard der Arbeiterschaft und ihre sozialen Kräfte eingreift Der Redner wendet sich schließlich noch gegen die Handelspolitik der Reichsregierung und fordert die Regierung aut, ihren Wirtschaftsplan von den offenkundigen antisozialen Fehlkonstruktionen zu bereinigen. Es wurde dann eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: „Tas Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung krankt an inneren Widersprächen. Die Rechte und Lebensnotwendigkeiten der Arbeiter und Angestellten werden den Wünschen der Landwirtschaft und Großindustrie geopfert. Die Gewerkschaften fordern daher von der Reichs- regierung, die Verordnungen vom 5. September und 3. Oktober aufzuheben. Durch die krasse Ungerechtigkeit der Regierungsmahnahmen ist bereits eine tiefe Erbitterung und Entrüstung ms Volk getragen. Diese Politik schafft immer neue Unruhe und zerstört damit die Voraussetzung für eine Belebung der Wirtschaft. Die Gewerkschaften sind sich bewußt, daß der Kampf um die Rechte der Arbeiterschaft zugleich der ganzen deutschen Wirtschaft dient. Darüber hinaus fordern die Gewerkschaften die Abkehr von überlebten Wirtschaftsformen und die Einleitung einer Neuorganisation der Wirtschaft mit dem Ziele planmäßiger Wirtschaftsführung." denlangen verzweifelten Ka Wellen habe Der Sohn die feiner Todesangst habe er den Sohn angefeilt, um ihn ja nicht zu verlieren. Der Gerettete gibt weiter an, daß der Tod gegen 3 ilfcr eingetreten sei Dann hat Haack mit dem toten Sohn auf dem gekenterten Boot in Sturm und Wellen über zwölf Stunden bis zum Mittag ausgehalten, bis endlich die Rettung durch den Dampfer nahte. Am Rachmittag lief der Bergungsdampfer mit der Flagge Halbstocks in den Swinemünder As r°> lörperu 8“ r iS HO Ä*«$. !ra®pi Dom cmch m , h^'3 l’ 5crlchung^- vcmDiw „ trenn am ein ger'mger 1 rrvtzdm A M6 i« % wM«« "d fafli Mit iÄ- die - nrimr 'orglall rfnngen n aud) aufjerorber j-e Draunsarv twmmrn werde schaffen ift 9C1 ober Denztn, Ka'fer. Lei kleineret trft eine kurze |cn, weil auf, gungen aus > lernten. Fallt tr’.tb der Hinz hing des bett fährlichen Dlt Arzt kommt, : schon stoppen, Ledergürtel, t zusagen als Q schnürt. Die < aröheren Bei den. Die ne falsch, Dmd die natürlich geschaltet tix nähen hat a austretenden notwendig V Angehörig« der Desinsekt wunden befor von ihr ersehnten „neuen Menschen" in der eigenen Brust au finden meint. — Ein Beitrag, der gleichfalls Die junge Generation angeht, ist der Aufsatz „Grenzen der Technik" von Dipl.- Ing. Otto Veit. Die ungeheure Arbeitslosigkeit in der ganzen Welt, die zum Teil durch eine Tlebersteigerung der Technik, durch Verdrängung der menschlichen Arbeitskraft durch die Maschine hervorgerufen ist, macht die Frage zu einer der dringlichsten der Gegenwart. Wir müssen wieder zu der Erkenntnis zurückfinden, daß die Ausgabe der Technik Dienst für den Menschen ist, während sie heute den Menschen zu vernichten droht. — Der „Kunstwart" (Verlag G. D. W. Eall- weh, München» beginnt feinen 46. Iahrgang mit dem Oktoberheft unter dem neuen Trtel „Deutsche Zeitschrif t". Die „Deutsche Zeitschrift" nennt sich im Untertitel: Unabhängige Monatshefte für die politische und geiftige Gestaltung der Gegenwart, und der Inhalt des umfänglichen Oktoberheftes zeigt am besten, wie fie ihre Aufgabe politischer und geistiger Bildung auffaßt. Unter den Aufsätzen sind zu nennen: „Reichs reform und Reugestaltung des Reichs" von Hermann UHtnann; „Geist und Ration" von Paul Alverdes; „Staat und Wirtschaft" von Werner Picht: „Zeichenunterricht als Kunsterziehen" von H. Eckstein, mit 10 Bildern: „Väter und Söhne'" von Alexander Berrsche: „Die Erziehung zur Gemeinschaft" von Kurt Plachte: „Wirtichaft im Raturzustand" von H. Herngel: „Stadtrandsiedlung" von Werner Lindner u. a. m., ferner im literarischen Teil die Rovelle „Großmutter" von Hermann Stehr. — „Philosophie und Leben", hg. von Prof. Aug. Messer. Verlag Felix Meiner, Leipzig. — Das Thema des Oktober-Heftes bildet: Das Leben. Sin Aufsatz von Hans Krüger behandelt die Bedeutung des 70jährigen Biologen Iu- lius Schultz. Ludwig v. Dertalanffy schildert die in der Biologie miteinander ringenden Grundanschauungen über das Leben. Der Herausgeber setzt sich mit der modernen sog. „Philosophie des Lebens" kritisch auseinarrder und bekämpft deren naturalistische Tendenzen. Auch die „Aussprache" dreht sicy um einzelne bedeutsame Lebensprobleme. reuth sich einer neuerlichen Unters uchung ineinerUniversitätsklinik stellt. Diese Mitteilung wurde von der Kanzel des Regensburger Domes — Konnersreuth gehört zur Diözese Regensburg — bekannt gegeben. In dieser Predigt sprach Domprediger Rohrmüller über den Standpunkt der Kirche, wobei er die bekannten „Grundsätze über Konnersreuth" von Kardinal Faulhaber wgrunbe legte. Er erinnerte daran, was Kardinal Faulhaber schon immer gewünscht hat, daß von kirchlicher Seite eine neue Untersuchung in einer Universitätsklinik begrüßt würde. Es müsse sich ohne seelische Mißhandlung durch die medizinische Wissenschaft feststellen lassen, ob die Rahrungslosigkeit, die Wundmale, die Fernkommunionen auf natürliche Ursachen zurückgeführt werden können. Es müsse sich durch Kenner der orientalischen Sprachen feststellen lassen, ob die angeblichen aramäischen Worte, die Therese Reumann spricht, wirklich Worte aus dem Dialekte sind, den Christus gesprochen hat, oder ob diese Worte durch Suggestion beigebracht worden sind. Auch die Glaubenswissenschaft, besonders die Wissenschaft von der Mystik, würde diese Tatsachen näher zu untersuchen haben. Und dann, so sagt „Was war darin?" „Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls nicht Annemaries Schuhe. Ich fauste los, warf mich zwischen die Tanzenden und suchte Brcnkwitz, abe: ich erfuhr mit Entsetzen, er hatte sich schon davongemacht und brachte seine Dame nach Hause. Annemarie trug das Mißgeschick mit leidlichem Humor. Wir riefen nach einer halben Stunde bei Brenkwitz an, aber er war noch nicht daheim. Er war auch nach einer vollen Stunde noch nicht da. Die Blonde muhte entsetzlich weit draußen wohnen." „Na, und das Ende der Geschichte? Du erzählst schleppend, lieber Freund." „Um zwei Uhr machte ich ein Ende, ja. Wir konnten schließlich nicht die ganze Nacht m unserer Ecke sitzen. Vier Flaschen Wein hatten wir schon getrunken. Da ging ich hinauf in den ersten Stock des Hauses.' Ich muß hisr einflechten, daß die Bar sich im Erdgeschoß eines Hotels befand. Kem sehr großes Hotel aber ein nettes, saubres Haus." ' „Ich möchte doch lieber gehen", sagte unerwartet Fräulein Emma, „ich glaube, Herr Brendel wird die Geschichte nicht in Damengesellschaft erzählen mögen." Aber Brendel hielt sie fest. „Doch, doch", ver- sicherte er, „jetzt kommt eine zweite Pointe. Sie ist gerade für Damen recht interessant, handelt sie doch von der Hilfsbereitschaft des weiblichen Geschlechts untereinander. Hören Sie nur. — Ich gelangte auf den Korridor des ersten Stocks. Es war, wie gesagt, etwa zwei Uhr. Diele Schuhe und Stiefel standen vor den Türen. Ich sah fie alle an. Endlich am Ende des Ganges fand ich ein Paar schwarze Pumps, die Annemarie passen mußten. Ich hob sic auf und sah sie mit Verzückung an: Kardinal Faulhaber in seinen Grundsätzen, kann die Kirche ein endgültiges Ur ter l .ollen. Wenn nun Therese Reumann oder dre W-tcrn, die das Hindernis bilden, nicht darauf eingeyen — denn sie können nicht gezwungen werden — so ist es selbstverständlich, daß die Kirche sich nicht weiter damit beschäftigen kann, well ihr die Möglichkeit genommen ist. sich damit zu beschäftigen. Zum deutsch-polnischen Greazzwischensall bei Weihenberg. In den letzten Tagen fand am Tatort deS polnischen G r e n z z w i s ch e n f a 11 c s zwischen Weißenberg und Montaucr-Weidc eine O r t s - besichtigung statt. Der polnische Starost aus Mewe hatte der Einladung des Stuhmer Landrates Dr. Zimmer Folge geleimt. In seiner Begleitung befanden sich ein Amtsrichter und die fünf Grenzsoldaten, die auf den deutschen Arbeiter Schiwelski geschaffen und ihn dann nach Polen verschleppt hatten. Don deut- scher Sette waren zugegen Landrat Dr. Zimmer aus Stuhm, der Oberstaatsanwalt aus Elbing, der Amtsrichter aus Stuhm und die deutschen Augenzeugen. Der Vorfall wurde nochmals genau rekonstruiert, wobei die polnischen Beamten natürlich nicht zugeben wollten, daß auch sic sich einer Grenzverletzung schuldig gemacht haben Die Besichtigung stellte einige Einzelheiten klar, die sich bei der Vernehmung nicht hatten klären lassen. Der Lokaltermin dauerte sechs Stunden. Es ergaben sich erhebliche Widersprüche zwischen den Aussagen der deutschen Augenzeugen und der polnischen Soldaten. Der Arbeiter Schiwelski ist nicht verwundet worden. Er befindet sich in Mewe im Gefängnis und sieht dort feiner Aburteilung wegen Grenzübertritts und Weidendiebstahls auf polnischem Boden entgegen. Schwerer Sturm an der Rordseeküste. Im norddeutschen Küstengebiet und über der Nordsee setzte in einer der letzten Nächte ein heftiger Südwestwind ein, der sich zu Sturm ft ärte steigerte. Borkum meldete Südsüdwest-Windstärke 9, Helgoland meldete Windstärke 8. Die Deutsche See- marte hat erneut Sturmwarnung erlassen. Infolge der aufgewühlten See waren kleinere Schiffe gezwungen, Nothäfen anzulaufcn. Windhose über einem Dorf in Dithmarschen. Dieser Tage zog eine Windhose über Reinsbüttel (Dithmar'chen) hinweg, die großen Schaden anrichtete. Das Dach einer riesigen Scheune wurde 500 bis 600 Meter weit fortgeschleudert und knickte dabei die Masten der Hochspannungsleitung um. Die Scheune stürzte vollkommen zusammen. Bei dem Einsturz des Hauses eines Arbeiters wurde dessen Frau verletzt: ein im Bett liegendes Kind wurde verschüttet. Erst nach längerem Suchen konnte das Kind mit zum Glück nut leichten Verletzungen geborgen werden. Eine Anzahl weiterer Personen wurde ebenfalls verletzt. Insgesamt wurden von der Windhose acht Häuser eingedrückt. Weitere Häuser wurden schwer beschädigt. An den Aufräumungsarbeiten beteiligten sich auch SA.- und SS.-Mannschaften aus der Umgebung. Ein Ausschuß zur Feststellung der Schäden und Einleitung eines Hilfswerkes ist eingeleitet worden. Rächkllche Fischertragödie auf der Ostsee. Der Kapitän des zum Hafenbauamt Swine- münde gehörenden Regierungsdampfers „Walter Körte" bemerkte an einem der letzten Tage in der Swinemünder Bucht etwa drei Meilen von Koserow entfernt ein kieloben treibendes Doot. An dem Doot hatte sich ein völlig erschöpfter Mann angeklammert. Rachdem der Schiffbrüchige an Bord genommen war, wurde die Leiche eines jungen Mannes entdeckt, die an dem kleinen Fahrzeug festgebunden war. Der Dampfer nahm sofort Kurs auf Swinemünde. Hier wurde der ältere Mann ins Krankenhaus eingeliefert. Es handelt sich um den 53jährigen Fischer Otto Haack aus denr Ostseebad Zinnowitz. Rachdem Haack das Bewußtsein wiedererlangt hatte, erzählte er, daß er mit seinem 25jährigen Sohn in einem kleinen Doot aus Zinnowitz in See gefahren fei. Gegen 23 Uhr feien sie von dem plötzlich aufkommenden Das französische Militärgericht in Nancy verurteilte einen Soldaten zu sechs Monaten Gefängnis, der als Anhänger der Adventist e ns ekts den Gewissenseinwand gemacht und sich geweigert hatte, an Samstagen an den Hebungen t e i l z u n e h m e n. Der gleiche Soldat war bereits früher einmal aus dem gleichen Grunde zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Große 37. Eine Sekunde zögerte ich. Diebstahl mit morgiger Rücklieferung? Das kam nicht in Frage! Also faßte ich mir ein Herz und pochte an die Tür des Zimmers 23. Eine verschlafene Damenftimme antwortete mir. Ich sagte gedämpft: ».Gnädige Frau, hier ist der Kommissar für *>as Siedlungs- wesen, bitte kommen S;e an die Tür, ich habe Ihnen etwas zu sagen. Sie brauchen nicht zu öffnen, aber ich flehe Sie an, hören Sie mich an! .Was sind das für dumme Witze! Machen Sie, daß Sie von der Tür wegkommen, oder ich klingle dem Hausdiener/ .Gnädige grau*, sagte ich, »Sie zwingen mich zum Diebstahl!' .Unfug! Ich liege im Bett und zwinge Sie zu gar nichts. Aber jetzt haben Sie mich munter gemacht ... Jetzt muß ich mir dieses Karnickel von Kommissar für das Siedlungswesen einmal an« sehen!' Ich stand mit Herzklopfen; da öffnete sich die Tür zu einem Spalt und eine junge Dame im weißblauen Nachtanzug steckte den blonden Kopf heraus! .Also, was wollen Sie eigentlich, Sie Nachtgespenst?' .Ich bin der preußische Referendar Ewald Brendel', sagte ich und verbeugte mich korrekt, ,ich habe eine Bitte an Sie, gnädige Frau., Und bann erzählte ich ihr alles. Prosit!" „Und haben Sie die Schuhe bekommen?" „Ja, ich erhielt die Schuhe. Sie paßten der Annemarie, und es kam zum wundervollen happy end." „Wer war die Dame vom Zimmer 23?" fragte Lilius. Brendel zog seine Uhr. „22 Uhr", stellte er fest, „dann muß ich aufbrechen. Nach 22 Uhr ist das Variete aus. Ich pflege nämlich an Abenden, wo Annemarie keine Zeit hat, die Dame vom Zimmer 23 abzuholen und ins Hotel zu begleiten." „Eine Artistin?" rief Fräulein Emma. „Ja", sagte Brendel, „sehr begabt, Drahtseilakt und Schlangendame. Auf Wiedersehen." — Hafen ein. Sparplan für die Stabt Reuyork. Die kürzlich gemeldete Warnung der Reuyorker Dankiers, die die Stadt finanzieren, daß sie k e i n e weiteren Anleihen finanzieren könnten, wenn nicht weitgehende Sparmaßnahmen getroffen würden, hat sofort Erfolg gehabt. Der Revisor der Stadt Reuyork, Berry, der kürzlich die Ablehnung der vom stellvertretenden Bürgermeister M c K e c vorgeschlagenen Sparmaßnahmen veranlaßte, hat jetzt selbst einen Plan unterbreitet, durch den Ersparnifsc von 67 bis 110 Millionen Dollar erzielt werden sollen. Das Budget der Stadt Reuyork erreicht die Höhe von 615 Millionen Dollar. Grubenexplosion im Rheinland. — (Ein Toter, elf verletzte. Das Bergreoier Aachcn gibt amtlich bekannt: Auf ber 300 ° Meter « Sohle des Steinkohlenbergbaues „Sofia Jakoba" bei Hückelhoven hat sich eine Schlagwetterexplosion ereignet, bei der ein Bergmann zu Tobe gekommen ist unb 11 Leute verletzt wurden. Don den Verletzten wurden sechs durch die Explosion unmittelbar betroffen, während fünf Bergleute bei dem Versuch, ihren Kameraden zu helfen, durch Einatmen der Nachschwaden zu Schaden gekommen sind. Bei drei der Verletzten besteht Lebensgefahr. Die Untersuchung durch die Bergbehörde ist eingeleitet worden. Auto fährt in eine Gruppe Bergarbeiter. — Lin Toter, zwei verletzte. Auf der Dortmunder Straße in Gerthe bei Bochum fuhr dieser Tage ein Personenwagen älteren Systems in eine Gruppe zur Arbeit gehender Bergleute hinein. Ein Bergmann wurde sofort getötet, während zwei weitere Ver- 'lehungen erlitten. Der Führer des Kraft- Wagens ergriff die Flucht in Richtung Lütgendortmund. Am Wagen blieb wahrscheinlich ein rechter schwarzer Halbschuh hängen, da dieser dem Toten fehlt. Lebensgefahr besteht bei den Verletzten nicht. Annemaries Schuhe. 23on Frank F. Braun. „Ja", sagte Brendel, „das ist diese höchst merkwürdige Geschichte, die mir neulich mit der Annemarie passiert ist." Er schob sein Glas ein bißchen zurück und lehnte die Ellbogen auf. „Habe ich sie euch erzählt?" . _ Vilius beugte sich vor. „Wer ist Annemarie? wollte er wissen: aber Brendel überhörte die Frage. Er ließ sich von seiner Geschichte nicht mehr abbringen. „Die ganze Sache kam daher", hob er an, „daß sich dieses liebliche Mädchen am Mittag ein Paar Schuhe in der Größe 36 gekauft hatte, statt Nummer 37^ zu nehmen, wie ihr zukam. Am Abend, wir sahen in einer netten, kleinen Tanzbar, Ijntte sie die Schuhe an. Es waren sehr hübsche Schuhe, wirklich, mit Eidechsen- ober Schlangenhaut überzogen, und Annemarie hat ja an sich reizende Beine, so daß ..." „Was für eine Geschichte wollen Sie eigenthd) erzählen, Herr Brendel?" fragte das ältliche Fräulein Emma, Lilius' Schwester, und machte einen spitzen Mund. Brendel nickte ihr herzlich zu. „Eine sehr harmlose Geschichte", versprach er, „wahrhaftig, Horen Sie nur zu. — Also, Annemarie, ich, Tanzbar, so weit waren wir. 'Nun drückten diese Schuhe aber das arme Kind entsetzlich. Ich merkte es bei Jbem sanftesten Tango. Sie trat förmlich von einem Fuße auf den andern." ,Das war vielleicht der Tangoschritt, Brendel." „Unterbrich mich bitte nicht! Ich brachte Anne- jnarie wieder an unfern Tisch in der Ecke und schonte fie. Wir tranken eine Flasche Wein. Immer steigt Wein mir leicht zu Kopf. Ich weiß nicht, was ich unterm Tisch zu suchen hatte, plötzlich sah ich, stellte ich fest, daß Annemarie unter dem Schutz der Tischdecke ihre enaen Schuhe abgeftreift hatte. Sie hielt die schwarzbestrumpften Füße auf dem Teppich. Die Schuhe standen daneben. — Da faßte ich den Plan, der so gräßliche Verwicklungen mit sich bringen sollte. Ich dachte, es sei ein vorzüglicher Witz, der Annemarie die Schuhe wegzu« nehmen. Also schob ich sie mit einem Fuß beiseite, bis ich sie ergreifen konnte, nahm fie auf, ohne daß Annemarie etwas merkte unb steckte fie in meine Aktenmappe, die neben mir auf dem Ecksofa stand." Brendel machte eine Pause. Fräulein Emma ließ einige mißbilligende Zischlaute Horen. „Wie lange versteckten Sie der Dame die Sckyihe?" Brendel setzte sein ®l'V ab. „Iegi Tammt die Pointe", verkündete er. „Will es doch ber ZljmU, fach beanftaü i Friedhof: „Die Lurch I lierungsai berfeidern rungsbera Erschlag gebr gänzlich oermill 1 weite Fläft öruck von Sestri Grabsteine, an isihalmngsarber Umfallen, und e Wtt werden, dl fallend? Oral «r Zustand, dk Joijid) heute bt*ifien feste! Mme durste "beMgen, datz mußte. B W6 ■qcrs vorn 4. d I "l>mmen: Tw ' °°' Grabstü 16.21 un Dom wLu ■ öie Etc einer ( < -Mung qi I ’S ÄS 8 sä** x,/'Unö »Otlbf in pUerWiDn i Wne»M tyränfeXfr’Wn : ' eine Ö-ic L'S | M des f > hK-" kef 8 ubtnL nbe ÜU5 tt> H Äenbtn iSä: "SS Berlin. 18. Ott. ($U.) Der Allgemeine Deut'che Gewerkfchaftsbund und der Allgemeine freie Angestelltenbund hatten ihre Mitglieder zu einer öffentlichen Kundgebung im Plenarsaal des vorläufigen Reichswrrt'chafts- rates zusammenaerufen. Die Versammlung wurde durch den Dundesvorsitzenden L e i p a r t eröffnet, der u. a. erklärte: Erste Pflicht jeder Regierung sei es, die aufbauwilligen Kräfte zusammenzufassen und Reibungsflächen zu vermindern. Statt dessen treibe die Reichsregierung einen Keil in das deutsche Volk. Echte Autorität könne nur durch Vertrauen entstehen. Die Ent- 'cheidungen der Gewerkschaften seien vollkommen frei von parteipolitischen Erwägungen. Die Gewerkschaften würden jede Regierung unterstützen, die die Rechte der Arbeiterschaft unangetastet ließe. Daraus führte das Mitglied des Bundesvorftan- des, Fritz Tarnow, in einem Vortrag „Der Wirtschaftsplan ber Reichsregierung unb die Gewerkschaften" u. a. aus: Der bisherige Produk- t i o n 5 d e r l u ft durch d i e Weltkrise würde von Sachverständigen auf 250 bis 300 Milliarden Reichsmark geschätzt. Die deutsche Industrieproduktion allein sei auf über die Hälfte zusammen- geschrumpft, nämlich von 84 Milliarden im Jahre "1928 auf 32 Milliarden in diesem Jahre. Die ausreichende Versorgung aller Menschen sei heute nur eine Frage ber Organisation der Arbeit. Hier sei eine völlige Neuordnung auf sozialistischer Basis mshr als dringend. Trotzdem betrachten es die Gewerkschaften als ihre Pflicht, auch auf dem Boden des kapitalistischen Systems nach erweiterten Lebensmöglichkeiten für die Arbeiterschaft zu suchen. Für die Entfaltung einer privaten Unternehmerinitiative seien die Aussichten sehr gering. An Produktionsmitteln sei 'Zeitschriften. — Im Oktoberheft der „Zeitwende" (E. H. Becksche Verlagsbuchhandlung) zeigt an Hand llterarischer Aeußerungen der jungen Generation, besonders des Buches von S. Günther Gründel „Die Sendung der Iungen Genevation", 'Friedrich Langenfaß auf, daß die Iugend heute unerbittlich vor die Frage nach dem Glauben gestellt ist, d. h. vor die Entscheidungsfrage: Renaissance oder Reformation? Die Zukunft wird davon abhängen, ob der Renaissancemensch noch einmal den Sieg davonträgt, ob die Iugend Den Der Reichstagspräsident Jagdgasl bet mecklenburgischen Regierung. Schwerin, 17. Okt. (TU.) Wie die „Mecklen- burgische Zeitung" erfährt, hat die Mecklenburg- schwerinsche Staatsregierung dem Reichstagspräsi- benten Goring im Wildpark Friedri ch s - moor den Abschuß eines Rothirsches genehmigt. Göring hatte sich bekanntlich bereits vor einiger Zeit burch Vermittlung des preußischen Lanbtags- Präsidenten Kerrl an die preußische Regierung mit der Bitte um Abschußgenehmigüng gewandt, ber auch entsprochen wurde, jedoch genügte dem Reichstagspräsidenten die Geweihstärke der Hirsche in dem ihm zugewiesenen Revier nicht. Friedrichs- nwor ist als Revier für kapitale Hirsche bekannt. Auch der G r o ß h e r z o g von Mecklenburg-Schwe- rin hat dort häufig gejagt und mehrfach auf Iagd- ausstellungen Auszeichnungen für die in Friedrichs- moor erlegten Hirsche erhalten. Die katholische Kirche wünscht die neuerliche Untersuchung Therese Reumanns. Die bayerischen Bischöfe haben auf der Di- schosskonferenz in Freifing den Beschluß gefaßt, Therese Reumann und deren Eltern aufzufordern daß die Stigmatisierte von Konners- „Sag mal, was redest du eigentlich immer so mit den Damen?" meinte Lilius, „ich finde keine Gesprächsthemen. Ganz ohne Tanz konnte ich den Abend nicht hinbringen." „Um 23 Uhr kam der Kladderadatsch. Annemarie wollte nach Hause. Sie begann ihre Schuhe zu suchen. Schließlich bemerkte sie mein Lächeln, und ich mußte die Aktentasche öffnen. Ich wunderte mich schon, daß das Schloß so hakte; aber ich fiel fast vom Sofa, als die Tasche aufs prang." * daß Kollege Brenkwitz von der Staatsanwaltschaft dasselbe Lokal besucht! Auch er kam direkt vom Amt unb hatte seine Aktentasche bei sich. Er setzte sich zu uns, wir tranken eine zweite Flasche Wein. Annemarie erklärte, sich den Fuß verstaucht zu haben. Sie brauchte nicht ein einziges Mal aufzustehen. Brenkwitz verzog sich bann. Er hatte im Nebensaal eine Blondine entdeckt. Wir vermißten Sius der Provinzialbauptstavi Gießen, den 19. Oktober 1932. Wie behandelt man frische Schnittwunden? Von Dr. med. Volkenborn. Bei Schnittwunden ist es wichtig, die Wunde sofort von etwaigen älnreinlichkeiten und Fremd, körpern zu reinigen, die der verletzende Gegenstand in die Wunde hcreingebracht hat. Als be- sonders gefährlich ist die feuchte Gartenerde zu erwähnen, denn sie enthält nur allzu oft den fürchterlichen Starrkrampferreger. Dieses tückische kleine Lebewesen hat leider noch die Eigenschaft, seine verheerenden Folgen erst nach Tagen und Wochen sichtbar erscheinen zu lassen, so daß der Verletzte erst gar nicht glaubt, eine gefährliche Krankheit in sich zu haben, die Wunde unbeachtet läßt, bis er, vielleicht schon längst nach Heilung der Wunde, in den Starrkrampf verfällt. Dieser Ausgang ist um so bedauerlicher, als eine rechtzeitige Serumeinspritzung des Arztes den Starr- krampf bedeutend unschädlicher gestalten kann. Wenn auch die eben geschilderte Erkrankung nicht allzu häufig ist, so muß man doch bei vielen Verletzungen, z. B- auch im Fleischergewerbe, wenigstens daran denken, daß es ja genügt, wenn am Fell des eben geschlachteten Tieres nur ein geringes Quantum von Erde sich befindet. Trotzdem wollen wir uns darüber klar sein, daß ja schließlich die meisten einfachen Schnittwunden an und für sich harmloser Natur sind, falls sofort richtig vorgebeugt wird. Es emp° fiehlt sich, die Umgebung der Wunde mit Iod- tinktur sorgfältig zu reinigen, da alkoholische Iodlösungen nicht nur desinfizierend, sondern auch außerordentlich entzündungshemmend wirken. Die Braunfärbung der Haut muß in Kauf genommen werden. Falls keine Jodtinktur zu beschaffen ist, genügt auch Abreibung mit Alkohol oder Benzin, im Notfälle sogar mit Kölnisch Wasser. Bei kleineren Schnittwunden schadet es gar nicht, erst eine kurze Zeit ruhig Blut abfließen zu lassen, weil auf diese natürliche Weise Verunreinigungen aus dem Körper herausgespült werden können. Falls größere Blutgefäße verletzt sind, wird der hinzugerufene Arzt sofort eine Abbindung des betreffenden Gliedes vornehmen, um gefährlichen Blutverlust zu vermeiden Bevor der Arzt kommt, kann auch der Laie den Blutverlust schon stoppen, indem er oberhalb der Wunde einen Ledergürtel, oder vielleicht einen Hosenträger sozusagen als Notverband um das betreffende Glied schnürt. Die eigentliche Wundbehandlung muß bei größeren Verletzungen denr Arzt überlassen bleiben. Die neuere Medizin hält es übrigens für falsch, Wunden dicht und rasch zu vernähen, weil die natürlichen Heilkräfte nicht vollkommen ausgeschaltet werden sollen. Ein zu rasches Vernähen hat auch den Nachteil, daß bei späterhin austretenden Eiterungen oft ein neuer Einschnitt notwendig wird. Angehörige des Fleischergewerbes müssen bei I der Desinfektion der im Beruf erlittenen Schnittwunden besonders vorsichtig sein und möglichst I umsichtig vorgehen, weil gerade bei Schlachtungen leicht Bakterien, die dem Tierkörper innegewohnt haben, in die Schnittwunden verschleppt werden können. Das sicherste Zeichen einer eintretenden Blutvergiftung ist die Bildung roter Stränge in der &Gr Wunde, die entzündete Lymph- gesaßstrange darstellen. Wenn diese Erscheinung auftritt, ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Frauengruppe des DOA. Gießen. Um der Sache des Vereins für das Deutsch- tum ,im Ausland zu dienen und zugleich den Mitgliedern und Freunden des Vereins eine genußreiche Unterhaltung zu bieten, hatte die Frauen- gruppe des VDA. Gießen am Sonntag einen bunten Nachmittag auf der Liebigshöhe veranstaltet. Der gute Besuch ließ erkennen, daß man auch in Gießen von der Notwendigkeit der Fürsorge für unsere deutschen Brüder im Ausland überzeugt ist und deshalb der VDA.-Sache großes Interesse entgegenbringt. Der Nachmittag wurde mit flotter Marschmusik des Schülerinnenorchesters der Studienanstalt eröffnet. Einem ausgezeichnet wiedergegebenen Kinderspiel „Großmutters Bratäpfel" von Hiller mit Frau Emma Schudt in der Hauptrolle, wurde von den Zuhörern, unter denen die Kinder die große Mehrheit bildeten, größte Aufmerksamkeit entgegengebracht und starker Beifall gespendet. Frau Professor R o l o f f hatte sich in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt und begleitete die Gesangspartien auf dem Klavier. Auch das zweite Theaterstück „Der Herr Doktor", ein Lustspiel aus der Biedermeierzeit mit Musik von F. Schubert, wurde in vortrefflicher Weise gegeben. Herr Roloff hatte die Begleitung der Gesangseinlagen übernommen und meisterte seine Aufgabe mit großem Geschick. Bei gemeinsamem Kaffeekranz in der Pause wurden von den Damen des Vereins Erfrischungen gereicht, während das Schülerinnenorchester der Studienanstalt noch mit guten Musikvorträgen aufwartete. Die Veranstaltung war ein schöner Erfolg des Vereins, hoffentlich ist auch der finanzielle Ertrag, der der VDA.- Sache zugute kommt, den Erwartungen entsprechend ausgefallen. Bornotizen. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Erstauf- führung des Lustspiels „Roulette" von Ladislaus Fodor, in der deutschen Bearbeitung von Siegfried Geher. Nach den starken Erfolgen bei der Uraufführung in Wien und anläßlich der Aufführungsserien in Berlin, Hamburg usw. dürfte diesem liebenswürdigen Lustspiel auch in Gießen Anerkennung und beifällige Zustimmung nicht versagt sein. Spielleitung hat Karl Heh- s e r. 3. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. ** Mehgerschaft i! n b Winterhilfe. Vom Städtischen Wohlfahrtsamt wird uns mitgeteilt, daß sich das hiesige Metzger- und Fleischer- gewerbe bereit erklärt habe, auch in diesem Jahre wieder auf die Fleischmengen, die vuf die Reichsfleischverbilligungsscheine hin abgegeben werden, einen Preisnachlaß von 4 Pf. pro Pfund zu gewähren. MeVerändeMgenausdemAltenMeichos Als Antwort auf ein Schreiben, das wir wegen der Veränderungen auf dem Alten Friedhof an die Stadtverwaltung richteten, und zugleich als Stellungnahme zu verschiedenen Eingesandts in unseren Spalten übermittelt uns die Stadtverwaltung den nachstehenden Bericht des Städtischen Hochbauamts über die vielfach beanstandeten Maßnahmen auf dem Alten Friedhof: „Die Durchführung umfassender Regulierungsarbeiten auf den alten Gräberfeldern des Friedhofes am Nahrungsberg wurde von uns im Juni d. I. in Vorschlag gebracht, weil die meisten Grabstätten gänzlich verwildert und verwahrlost waren und damit weite Flächen des alten Friedhofes den Eindruck von Gestrüpphalden erweckten. Diele der alten Grabsteine, an denen oft jahrzehntelang keine Unterhaltungsarbeit ausgeführt wurde, neigten zum Umfallen, und es muß als glücklicher Zufall angesehen werden, daß bis jetzt kein Unglücksfall durch umfallende Grabdenkmäler zu verzeichnen war. Der Zustand, den die alten Reihengräber boten, läßt sich heute noch an den ungepflegten Erbbegräbnissen festellen, über die die Stadt nicht ohne weiteres verfügen kann und diese Inaugenscheinnahme dürfte jeden Unvoreingenommenen davon überzeugen, daß hier Wandel geschaffen werden mußte. Zu dem Schreiben des „Gießener Anzeigers" vom 4. d. M. wird wie folgt Stellung genommen: „Das Recht zur Beseitigung von Grabstätten ergibt sich aus den Paragraphen 16, 21 und 52 der Friedhofs- und Begräbnisordnung vom 20. Oktober 1928. § 16, Abs. 2 besagt, daß die Stadt jederzeit das Recht hat, die Beseitigung einer Grabstätte anzuordnen, wenn *bies zur „Erreichung anderer, dem öffentlichen Interesse dienen Zwecken" notwendig ist. Dieser Paragraph laßt es zu, daß Gräber beseitigt werden, wenn die vorgesehene Schonsrift von 30 Jahren noch nicht ab gelaufen ist. Um solche Grabstätten handelt es sich in keinem Fall bei denjenigen, die auf dem Alten Friedhof eingeebnet worden sind. Alle diese Gräber waren bereits über 30 Jahre belegt und von dem in § 21 vorgesehenen Recht der Neuerwerbung auf weitere 30 Jahre war in keinem Jolle Gebrauch gemacht worden. Die Gräber waren also sämtlich in das uneinge- schränkte Verfügungsrecht der Stadt zurückgefallen. Da eine Neubelegung des Alten Friedhofes nicht mehr erfolgen darf, können nach § 52 der Friedhofs- ordnung Teile des Alten Friedhofes, auf denen feit über 30 Jahren keine Beerdigungen mehr stattgesunden haben, auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung anderwc iger, öffentlicher Bestimmung übergeben werden. Aus vorstehenden Ausführungen ergibt sich eindeutig, daß ein Recht der Vorbesitzer auf die Grabstätten nicht mehr besteht, und damit entfällt auch das Recht auf Erhaltung der Denkmäler auf diesen Gräbern. Da eine Lagerung der Steine nicht zweckmäßig ist, weil daraus eine Haftpflicht der Stadt abgeleitet werden könnte, die Friedhofsordnung aber keine Bestimmungen über deren Verwertung enthält, wurde angeordnet, daß die Grabsteine jeweils an ihrem Aufstellungsort eingegraben werden sollten. Dies hat einmal den Vorteil, daß bei evll. Nachforschungen jederzeit die Lage einer Grabstätte nachgewiefen werden kann. und es dürfte auch in den meisten Fällen den Wünschen der Hinterbliebenen entsprechen. Beim Eingraben der Grabsteine ist mit aller Vorsicht oor- gegangen worden. Eine mutwillige Zertrümmerung von Denksteinen hat nicht stattgefunden. Dem vom „Gießener Anzeiger" angeführten Fall der „Zertrümmerung" eines angeblich erst vor kurzem frisch hergerichteten Marmorkreuzes liegt folgender Vorfall zugrunde: In Gräberfeld 3 befand sich eine Grabstätte Luise Hofmann, gest. am 26. Juni 1849. Das Grab selbst war in feiner Weise gepflegt, nur ein Marmorkreuz war vorhanden. Dieses sollte, wie alle derartigen Steine, eingegraben werden. Das nahezu 90jährige Gradkreuz zerbrach bei dem Einlegen in mehrere Teile. Auf Wunsch eines jetzt noch lebenden Angehörigen haben wir den Denkstein wieder ausgraben, zufammenfetzen und auf ein ihm gehöriges Erbbegräbnis legen lassen. Der Vorgenannte hat nach unseren Informationen den Vorfall — ob vor oder nach der Ausgrabung des Grabmals konnte nicht ermittelt werden —, dem „Gießener Anzeiger" brieflich angezeigt. Eine Verallgemeinerung dieses Falles ist, wie aus dem ganzen Sachverhalt heroorgeht, nicht angängig. Aus der Behandlung dieser Angelegenheit und der Tatsache, daß Grabstätten, die ein Merkmal zeigten, daß Angehörige noch auf deren Pflege bedacht wären, nicht berührt worden sind, ergibt sich aber deutlich unser Bestreben, alle unnötigen Härten zu vermeiden. Die Benachrichtigung von Hinterbliebenen über die geplanten Maßnahmen wäre in den meisten Fällen nur mit ungeheuren Schwierigkeiten möglich gewesen, da sie uns unbekannt waren. Es wurde deshalb bewußt davon abgesehen, um die Beschwerden solcher Personen zu vermeiden, denen aus irgendwelchen Gründen keine Mitteilung zugegangen war. Eine Verpflichtung zur Benachrichtigung besteht nicht. Durch vorstehende Ausführungen ist auch gleichzeitig das „Eingesandt" vom 4. Oktober beantwortet. Im übrigen gehen die Schlußfolgerungen, die der Einsender an die getroffenen Maßnahmen knüpft, von ganz falschen Voraussetzungen aus. Ls denkt niemand daran, den Alten Friedhof heute schon als öffentlichen Park zu erklären. Nach den Bestimmungen der Friedhofsordnung ist das auch gar nicht möglich, da der § 52 bestimmt, daß der Friedhof noch 3 0 Jahre nach der letzten Beerdigung als solcher erhalten werden muß. Nach unserer Schätzung vergehen mindestens noch 8 0 I a h r e, bis der vom Einsender befürchtete Fall der „Profanation" eintreten kann. Es berührt eigentümlich daß erst, nachdem zur Beseitigung unhaltbarer Zustände geschritten werden mußte, die Pietät in einzelnen Nachkommen geweckt wird. 11. E. zeugt es von pietätloserem Verhalten, wenn Angehörige ihre Gräber verwildern und die Steine verfallen lassen, als wenn diese ungepflegten Reste beseitigt und dafür ruhige, gepflegte Schmuckflächen geschaffen werden. Die Aufführung von „jungen Pärchen, Kindermädchen usw." als Besucher des Friedhofs ist nur als billiges Mittel zur Aufreizung weiterer Beoölkerungskreife zu werten." ** Preußisch-Süddeutsche Klassen- Lotterie. Die Ziehung der 1. Klasse beginnt am 21. Oktober, also schon übermorgen. Amtsgericht Gießen. Einer Geldstrafevon240Mk.. bzw., falls diese nicht eindringlich ist, einer Haft st rase von 24 Tagen verfiel ein durchreisender Kaufmann aus Stettin, der von einem Zollbeamten überrascht wurde, als er in einem hiesigen Geschäft ihm gehörige Anzugsstoffe, die er im Vorrat in einem Auto mit sich führte, unter Zuhilfenahme zweier Begleiter zum Verkaufe anbot, ohne im Besitze eines für Hessen gültigen Wandergewerbescheins zu sein, also ein steuerpflichtiges Gewerbe ausübte, ohne es bei der zuständigen Behörde angemeldet zu haben. Die hinterzogene Steuer bezifferte sich auf 120 Mk. und der Dichter hatte, ohne daß es auf fein Ermessen ankam, auf Grund des Hess. Gesetzes betr. die Besteuerung des Gewerbebetriebes im Amherziehen vom 22. Dezember 1900, auf eine Geldstrafe zu erkennen, die dem doppelten Betrag der hinterzogenen Steuer gleichkam. Die Ersahstrafe war nach Artikel 19 des genannten Gesetzes zu bemessen. Ein vielfach vorbestrafter Arbeiter betrat hier am Platze ein Ladengeschäft, nicht als Käufer, sondern lediglich, um kommunistische Zeitungen zu verkaufen. Der Ladeninhaber gab ihm deutlich zu erkennen, daß er nichts kaufe: trotzdem verließ er den Laden nicht, auch nicht, nachdem er wiederholt hierzu aufgefordert worden war. Er benahm sich vielmehr in hohem Maße ungebührlich, bedrohte den Geschäftsinhaber und leistete diesem, als er ihn aus dem Laden drängen wollte, heftigen Widerstand, der in dem Augenblick nachließ, als die Frau des Bedrohten, um den Angeklagten einzuschüchtern, mit einem Devolver in derLand im Laden erschien. Jetzt erst gelang es Mann und Frau, den Eindringling auf die Straße zu setzen. Strafe: 4 Wochen Gefängnis wegen Hausfriedensbruchs. Kegelspieler, die in einer offenen Dahn, unweit von benachbarten Häusern bis in die Nacht hinein Kegel schieben, verüben ungebührlicher Weise ruhestörenden Lärm: sie sind strasbar und eines ausdrücklichen Verbots bedarf es nicht. Auf eine Ortsüblichkeit können sich die Duhestörer nicht berufen. Letzten Endes wird es, falls die Polizei nicht von sich aus vorgeht, darauf ankommen, ob die Anwohner, vielleicht der Äegelgesellschaft oder dem Wirt zuliebe, den nächtlichen Lärm über sich ergehen lassen, oder ob sie sich beschweren wollen. Eine Anzahl Kegelschieber aus einem Nachbarort, die noch gegen 1 ilfjr gekegelt hatten, verlangten gerichtliche Verhandlung »und Entscheidung. Es kam aber nicht dazu, denn sie zogen vor, ihre Einsprüche gegen die ergangenen Strafbefehle kurz vor der Verhandlung zurückzunehmen. Sie fürchteten wohl, einen Präzedeirzsall zu ihren üngun* st en zu schaffen und das nächtliche Kegelschieben gänzlich einstellen zu müssen. Laten für ^onnerstan, 20 Oktober. 1892: der Afrikaforscher Emin Pascha (Eduard Schnitzer) wird bei Kibonge in Afrika ermordet. Die schlummernde Maffia. Von unserem ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Palermo, im Oktober 1932. Wir saßen in Palermo und aßen Langusten. Die Riesenportion zu 3,50 Lire, und in 24 Stunden hatte noch niemand das Wort „Krise" ausgesprochen. Glückliches, ackerbautreibendes Sizilien! Draußen herrschte Festtrubel — Prinzenbesuch. Dicke Girlanden mit gelben Apfelsinen hingen von den Häusern, und die Illuminationslämpchen glimmten schon bei Tage. Das kleine Restaurant war menschenleer, aber ich drehte mich doch nach alter Gewohnheit erst spähend um, ehe ich leise fragte: „W a 3 macht denn d i e Maffi a?" Die hübsche Deutsche, die blonde Professorin der Universität, zuckte die Achseln. „Man hört nichts mehr, der Duce hat's jetzt doch geschafft." Ich wußte, ein paarmal hatte er es nicht geschafft. Trog aller Gewaltmaßnahmen und Einkerkerungen, obwohl man halb Girgenti deportierte, batte die inoffizielle Beherrscherin der Insel, die Maffia, immer wieder das Haupt erhoben. Ein paar Maschen rissen, aber das unsichtbare, über die ganze Insel gespannte Netz der allmächtigen Geheimorganisation hatte sich stets wieder geschlossen. Die Maffia sprach weiter Recht und vollstreckte Urteile nach eigenem Ermessen, Justiz und Polizei blieben eine Farce. Vor wenigen Jahren noch sah ich staunend, wie die gesamte, zur Badesaison in Mondello, dem Badeort Palermos, versammelte Aristokratie bei dem kleinen Lädchen des MilchhäMers vorfuhr, um der Tochter zur ersten Kommunion Blumen und Geschenke zu bringen. Bis ich hörte, der „Babbo" der Kleinen war Maffiacapo — Oberhaupt — des Badeortbezirks. Jetzt hat der Faschismus die Maffia besiegt. Die „Maffia", das Wort, das niemand laut auszusprechen wagte, das alles zum Verstummen brachte. Es ist auch heute noch sehr schwer, etwas zu erfahren. Vor Jahresfrist büßte ein junger Offizier, der lachend prahlte: „Die Maffia ist tot, sie existiert nicht mehr", die Unvorsichtigkeit noch mit seinem Leden. Am folgenden Morgen fand man die schrecklich verstümmelte Leiche in einem Loch am Straßenrande. Die sterbende Maffia hatte noch einen letzten düsteren Gegenbeweis geliefert. Es heißt, die Capos der Maffia wären an Mussolini hevangetreten und hätten ihm bei einem Besuch der Insel unbedingte Sicherheit gewährleistet. Man hatte im Stillen die Hoffnung nicht aufgegeben, der Duce würde sich den einmal abgelebten, erneut angebotenen Bündnisvorschlag doch noch überlegen. Der Duce kam. Die antifaschistische ultraklerikale Bevölkerung der Insel ah ihm kühl ablehnend entgegen, die Studenten- chaft offen feindselig. Und Mussolini sprach — prach zu einer taufendköpfigen, stummen, mißtrauischen Menge, und nach ein paar Worten, ein paar Sätzen raste das Volk, heulte und schrie, außer sich vor Begeisterung. Mussolini sprach noch einmal zu den Studenten, und sie warfen sich vor sein Auto, sinnlos vor Begeisterung „Wir sterben für dich". Mussolinis Sizilienfahrt war einer seiner unerhörtesten Triumphe. Aber dann griff eine eiserne Faust zu, hinweg über Verhandlungen und Verbrüderungsprojekte. Der tüchtigste Präfekt kam nach Palermo, er setzte sein eigenes Leben aufs Spiel. Das Wohl des Landes ging über alles, aber es heischte scharfe, grausame Maßregeln. Die Oberin des Klosters in der Via G. erzählte mir, wie man in einer einzigen Nacht allein aus dem dortigen kleinen Bezirk 800 Leute fortgeführt hätte. Aller Stände, jeden Alters. Nicht nur bekannte Maffiamitglieder, nein, jeder, der im Verdachte stand, etwas von ihr ,yu wißen, einmal mit ihr zu tun gehabt zu haben, wurde verhaftet. Man sprach drakonische Urteile, man kerkerte ein auf Jahre, deportierte, enteignete. Mit erbarmungsloser Strenge, mit brutaler Gewalt ging man vor. Bewußt. Denn allmählich schuf man die Furcht, erzeugte Schrecken und endlich eine aus Angst geborene Achtung vor dem Gesetz. Man schießt jetzt nicht mehr in Palermo lästige Menschen auf belebter Straße einfach nieder, unbekümmert, ob es zufällig vor der Kaserne der Karabinieri, der Polizeitruppe, Aeschieht oder nicht. Der Täter enttarn ja doch auf leben Fall, wenn auch erkannt, stets unbehelligt. Die Landwirte brauchen keine Tribute mehr zu zahlen, damit ihre Orangen- und Zitronenhaine unbeschädigt bleiben und ihr Vieh göschützt ist. Und Landpartien, wie die historische, in ganz Sizilien belachte, auf den Monte Griffons, wo sich eine große Gesellschaft, meist Offiziere mit ihren Damen, von zwei vermummten, höflichen Massioten lammfromm ausplündern ließen — aus Furcht vor der sonst drohenden Vendetta — solche Landpartien find jetzt vorbei. (Es war übrigens reiche Beute, denn feine richtige Sizilianerin geht ohne ihren ganzen Schmuck auf einen Ausflug.) „Mit der Maffia find keine Geschäfte mehr zu machen", sagte kürzlich der Sohn einer großen Reedereifirma, in dessen Familie das Recht eines Maffiacapos erblich ist, ganz offen. Und er ging hin und trat der faschistischen Vereinigung bei und geht jetzt auch in Zivil stets mit dem Abzeichen herum. Unbehelligt. Die vor der Ataffia Geflohenen und von ihr ins Ausland Vertriebenen find jetzt alle i n d i e Heimat zurückgekehrt. Ein Menschenleben hat wieder Wert in Sizilien, und nicht jeder Leidenschaft ist die Möglichkeit gegeben, sich zügellos auszutoben. Aber von den Maffioten haben Diele die Heimat verlassen, und andere Länder haben ein düsteres Erde angetreten. Die zu Haus geübten Künste ließen sich auch anderswo verwerten. Man klagt in Nordafrika, in den italienischen Kolonien. Daß Maffiaelemente auch in den amerikanischen Rackets Unterschlupf fanden, ist bekannt. Und man muß auch in Sizilien selbst noch wachsam bleiben, denn eigentlich ist die Maffia noch gar nicht tot. Sie schlummert nur... Buntes Allerlei. Kampf gegen den Lärm. In Berlin fand dieser Lage eine Vollsitzung des Fachausschusses für Lärmminderung beim Verein deutscher Ingenieure statt. Aebereinstim- rnend wurde eine möglichst geräuschloseVer- kehrsabwicklung gefordert, wobei u. a. darauf hingewiesen wurde, daß wohlklingende und dem Ohr verhältnismäßig angenehme Hupensignale auch im Hinblick auf die Verkehrssicherheit schrillen und mißtönenden Signalen überlegen seien, wie eingehende Llntersuch ungen gezeigt hätten. Gesetze und Polizeiverordnungen zur Bekämpfung des Verkehrslärms müßten weit schärfer als bisher gehandhabt werden. Allerdiirgs ist die Durchführung solcher Verordnungen ebenso wie ihr Erlaß außerordentlich schwierig, weil die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus diesem Gebiet noch verhältnismäßig gering sind und geeignete Abwehrmaßnahmen infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten nicht selten unverwirklicht bleiben müssen. Jedenfalls soll dem Problem der Lärm- Minderung in Zukunft erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Oie älteste Autolenkerin. Mit dem Anspruch, die erste Frau zu sein, die einen Führerschein als Kraftwagenfahrerin erhalten hat, tritt die 85jährige Herzogin von älzös auf. Sie behauptet, die „Alterspräsidentin" aller weiblichen Autolenker zu fein. Ohr Führerschein stammt aus dem Jahre 1898. Ein französisches Blatt hat daraufhin festgestellt, daß jedenfalls in Frankreich keine andere Frau vor ihr die laubnis zur Lenkung eines Autos erhielt. Die greise Herzogin schreibt selbst dazu: „Ich erhielt meinen Schein nach meiner ersten Fahrt, und ich bin niemals ohne einen Führerschein gefahren. Mein erster Wagen, ein Delahaye, befindet sich jetzt als ehrwürdige Reliquie in demDer- kehrsmuseum zu Compiegne. Was für eine Ehre! Aber es war doch noch viel hübscher, mit vier lebendigen Pferden zu fahren!" Sie Herzogin ist trotz ihres hohen Alters noch immer Präsidentin des französischen Frauen-Automobil- Klubs und lenkt bei dessen Veranstaltungen höchst eigenhändig ihre Luxus-Limousine. Diese Äuto- Degeisterung hat aber ihre Liebe zu den Pferden nicht geschmälert. Oer gepfändete Dickhäuter. Allzu große Tüchtigkeit im Eintreiben von Forderungen hat einen Kaufmann zu Bridgewater auf Neuschottland in eine höchst schwierige Lage gebracht. Ihm ist mitgeteilt worden, daß ein Elefant auf seine Kosten nach Bridgewater verfrachtet wurde, und obwohl der Kaufmann, der David Mc Kean heißt, ein großer Tierfreund ist, weih er nicht, wo er mit dem mächtigen Dickhäuter hin soll: er hat in seiner bescheidenen Wohnung keinen Platz und fürchtet auch, daß ihn der Rüsselträger arm fressen wird. Das Tier war als Sicherheit für eine unbezahlte Rechnung eines Zirkus von einer kanadischen Firma, die Mc Kean vertritt, gepfändet worden, und da die Bezahlung ausblieb. bestand der tüchtige Kaufmann auf der Aushändigung der Sicherheit. Er wünscht aber jetzt, baß er nicht so hartnäckig gewesen wäre, denn alle die verzweifelten Telegramme, die er an die Zoologischen Gärten und Zirkusse auf dem amerikanischen Kontinent richtete und in denen er ihnen einen Elefanten „zu Schleuderpreisen" an- bot, sind unbeantwortet geblieben. Er muß also fürchten, mit dem Elefanten „sitzen zu bleiben“ und erwartet mit Zittern und Zagen die Ankunft des unerwüyschten Gastes. Ö.J.-fporf Wetzlar I I und Veh> Tor des Kampfes. Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin, 13. Oktober 6.276 52.05 12,485 3,063 169,82 72,87 75,23 74,52 14,515 0.894 4.217 58,60 21.605 16,56 81,41 34,53 82.13 0,991 0,296 5,656 13,20 für die erstmals Faust- der Lei- Olympiasieger Pelle wird zusammen m>t der Budapester Kunstturnmonnschost am 30. Oktober in Frankfurt am Kamps gegen Eintracht und die Luxemburger Mannschaft teilnehmcn. „Rund urndie Schwei 3*, eine Radrundfahrt in vier Etappen, wird nach dem Vorbild der Tour de France im kommenden Jahre zum erstenmal aus- getragen. Die Rundfahrt wird internationat aus- geschrieben und kommt in der ersten Septemberhälfte zur Durchführung. Deutschlands Ländcrelf gegen Ungarn soll zum Länderspiel am 30.Oktober in Budapest wie folgt spielen: Jakob (Regensburg); Haringer, Wendl (beide München); Grämlich (Frankfurt), Leinberger (Fürth), Appel (Berlin); Fischer (Pforzheim), Lachner (München), Mahlik (Beuthen), Hofmann (Dresden), Kobierski (Düsseldorf). meister des Lahn-Dill- und Aargaues. Anschließend zeigt der Gauobmann Sommerspiele, Willi Loh (Gießen), in einem Sonderbericht, daß auch das ball spiel sich auf beachtlicher Höhe * Mehlpreisermäßigung. Die süddeutschen Großmühlen, die bereits eine Preisermäßigung für Mehl um 0,10 Mk. pro Sack vorgenommen haben, haben nunmehr ihre Preise um weitere 0,10 Mk. herabgesetzt. Der Großmühlenpreis beträgt somit für die 100 Kilogramm Weizenmehl Spezial 0 30,90 Mk. und desgleichen mit Auslandsweizen 31,90 Mk. ab Mühlenstation. * Das Arbeitsprogramm derAdam- Opel-AG. Wie WTD.-Handelsdi^nst von der Firma Opel AG. erfährt, ist es ihr durch dauernde vorsichtige Arbeitsplanung gelungen, leit 15 Monaten Arbeiterentlassungen zu vermeiden. Vom Juni 1931, einen Monat vor Beginn der Krise, bis zum September 1932 ist die Zahl der beschäftigten Arbeiter gegenüber dem Vorjahre sogar um 6 Prozent erhöht worden. Die Firma Opel ist entschlossen, wenn nur irgend möglich, Altenstadt wieder aus, aber Florstadt stellte doch noch den Sieger. wiefeck II — Gießen II 1:1. 3n Wieseck wurde ein flottes, aber reichlich hartes Spiel geboten. Wieseck übernahm die Füh- rung, vergab aber dann die sichersten Sachen. Erst gegen Schluß gelang es Gießen, aus dem Gedränge heraus, den Ausgleich herzustellen. Vorher: Wieseck Jugend gegen Alten-Duseck Jugend 2:1. Wetzlar I — Naunheim II 3:2. In Wetzlar lieferten sich beide Mannschaften auf der als unzulänglich bekannten ..Ochsenwiese" ein spannendes Spiel, das durch die schlechten Platzverhältnisse wesentlich beeinträchtigt wurde. Wetzlar übernahm bald die Führung und erhöhte auf 2: 0. Naunheim holte ein Tor auf. Wetzlar stellte aber bis Halbzeit den Torunterschied wieder her. Nach der Pause lag Naunheim mehr im Angriff und erzielte durch Elfmeter das letzte Münchens Eishockeysai Ion wird am 28. Oktober mit dem Städte-fpiel München — Prag eingeleitet. Die Tschechen werden übrigens vis zur Eröffnung der Prager Kunsteisbahn München ,zum Trainingsguartier machen. emerilonifthc 92otcn....... vergliche Roten......... Dänische Noten......... (rngltsche Noten......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten....... Norwegische Noten.......r Deutsch-Lcsterrelch, • 100 Schwing Rumänische Noten . . Schwedische Note«. . Schweizer Noten. . . Spanische Noten. Ungarische Noten Helstngsor» . Men. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . Honbon. . . Buenos Airet Reuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Part» . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . Blasbach I — Kinzenbach I 8:0. In Naunheim lieferten sich diese Mannschaften ein flottes Spiel, das Blasbach mit 8:0 Toren als überlegenen Sieger sah. Naunheim (Jugend) — Krofdorf (Jugend) 3:0. Handball. wieseck I — Gießen I 5:6. Gleichwertige Mannschaften standen sich gegenüber. Der Unparteiische hatte einen sehr schweren Stand und lieh sich in seinen Entscheidungen zu viel beeinflussen. Gießen wurde mit viel Glück unverdient Sieger. Kurze Sporinoiizen. Die Charlottenvurgcr „Rixen- tragen Ende Oktober in Westdeutschland drei Klubkämpfe aus und zwar am 28. Oktober gegen Rote Erde Hamm, am 29. und 30. Oktober gegen Düsseldorf 98 und am 31. Oktober in Iserlohn. Oer Gasabsah der Ruhrgas AG. Bei der Ruhrgas AG., Essen, wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 604 Mill, cbm Gas abgesetzt, gegen 601,3 Mill, cbm im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Höchstabgabe wurde im Monat Juni mit 74,4 cbm erzielt. Der Monatsdurchschnitt des letzten Vierteljahres liegt etwas über 70 Mill. cbm. Die Höchstabgabe im Monat Juni beruht im wesentlichen auf der Abwicklung von Russenaufträgen und anderen Auslandsaufträgen der von der Rwhrgas AG. belieferten Werke. Rach Erledigung dieser Aufträge traten bei einigen Werken der Eisen- und Stahlerzeugung Rückgänge im Gasverbrauch ein. Bei einer Reihe anderer Abnehmer, namentlich bei solchen der Fertigwarenindustrie, konnte jedoch eine Belebung festgestellt werden, die sich in einer Erhöhung des Gasbezuges zeigte. Der in Anbetracht der Wirtschaftslage verhältnismäßig günstige Stand des Gasabsatzes ist im wesentlichen auf neue Anschlüsse, sowie darauf zurückzufuhren, daß alte Abnehmer sich in weiterem Umfange von anderen Brennstoffen auf Kokereigas umgestellt haben. Das finanzielle Ergebnis wurde sowohl durch die Preissenkung, die am Anfang des Jahres infolge der Notverordnung vorgenommen werden mußte, als auch durch eine Erhöhung der Zinslasten ungünstig beeinflußt. Der Verlust des Jahres 1932 dürfte daher, soweit sich bisher übersehen läßt, nicht geringer sein, als der des Jahres 1931 (1 970 602 RM.).' und Herborn (Lahn-Dillgau) einen guten Anfang genommen hat. Für feine mustergültige Rechnungsführung, die auch von Gauoberturnwart Will anerkannt wird, wurde dem Kassenwart P. R i t s e r t (Gießen) unter lebhaftem Beifall Entlastung erteilt; durch Wiederwahl bleiben er und Weisel (Butzbach) als Mitarbeiter dem Gaufpielausschuß erhalten. Als neue Rechnungsprüfer werden die Tv. Großen-Linden und Niederwalgern bestimmt. Die Vorrunde bei den Sommerspielen 1933 wird dem Tv. Frankenau im Nordbezirk, die Rückrunde dem Tv. Nidda zugesprochen, den Gauwerbespieltag erhält der Tv. Dorheim, und das Hallenhandballturnier wird nach seinem vorjährigen ersten großen Erfolg wieder bei der Gießener Turnerschaft zu Gaste sein. Ein Antrag von Willi Loh (Gießen) auf Fahrgeldausgleich unter den jeweils teilnehmenden Abteilungen einer Spiclrande findet bei der großen Notzeit allgemeine Unterstützung. paddler-ClubkampsMarburg-Giehen. Bei dem am Sonntag in Marburg durchgeführten Klubkamps zwischen dem Marburger Kanu-Club und der Paddlergilde Gießen hat sich die Paddlergilde Gießen sehr gut gescKagen. Von den bestrittenen Rennen wurden der Altherren-Einer (Erich Lohr), der Herren-Einer (Poldi Huber) und der Jugend-Einer (.Helmuth Scheller) gewonnen, während der Jugend-Zweier zweiter und der Herren- Einer dritter Sieger wurde. Aeuselö großer Erfolg in Paris. Er schlägt Larry Gains glatt nach Punkten. 15 000 Zuschauer hatten sich am Montagabend im Pari-er Sportpalast zu dem Kampf des jungen deutschen Schwergewichtlers Walter N e u s e l gegen den kanadischen Mulatten Larry Gains eingefunden. Der Deutsche trug einen überlegenen Punktsieg davon. Schon von der ersten Runde ab beherrschte Neusel völlig den Ring und landete gleich schwere Körpertreffer. In der siebenten Runde konnte sich Gains nur noch durch Klammern über die Runde retten. Die beiden nächsten Runden verliefen ausgeglichen. In der zehnten Runde landete Newel kurz vor dem Schlußgong einen schweren Kinnhaken, der den Neger zu Boden zwang. Nur das Ende des Kampfes rettete Larry Gains vor der sicheren k. o.-Niederlage. Das Publikum nahnt den Sieg des Deutschen mit großer Begeisterung auf. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I — Dorheim I 3:2. Trotz des regnerischen Wetters hatten sich viele Zuschauer eingefunden, die Zeuge des Spieles sein wollten. Wenn auch die Platzverhältnisse große Anforderungen stellten, so bekam man doch ein flottes Spiel zu sehen, bei dem abwechselnd beide Gegner mehr vom Spiel hatten. Der Unparteiische hatte keinen leichten Stand. Dreimal gelang es Gießen erfolgreich zu sein, während Dorheim nur zwei Tore erzielen konnte und sich damit knapp geschlagen bekennen muhte. Naunyeim I — Wieseck II 3:2. Mit Spielbeginn sah man wohl ein ansprechendes Spiel, das jedoch durch den aufgeweichten schlüpfrigen Boden wesentlich beeinträchtigt wurde. Fast alle gut herausgearbeiteten Torchancen blieben im Schlamme stecken oder wurden zu Ecken abgelenkt. Nach Verlauf einer Viertelstunde lenkte der rechte Läufer der Gäste einen schwachen Ball ins eigene Tor. Wieseck, etwas deprimiert, kam allmählich wieder auf und stellte den Ausgleich her. --Dann ging Naunheim mächtig aus sich heraus und konnte durch körperliches Spiel bis Halbzeit dos Resultat auf 2:1 stellen. Nach der Pause war das Spiel wieder ausgeglichener und Wieseck gelang abermals der Ausgleich. Naunheim stellte um und spielte sehr aufgeregt. Wieseck verpaßte einige sichere Chancen. Wenige Minuten vor Schluß gelang es Naunheim aus klarem Abseits einen schwachen Ball zum Siegestor zu verwandeln. Erbslodt-Kaichen I — Heuchelheim I 4:2. Heuchelheim war in Erbstadt zu Gast und muhte erfahren, daß es schwer ist. den Platzbesitzern auf eigenem Platze den Sieg zu nehmen. Schon nach Verlauf einer Viertelstunde übernahm Erbstadt die Führung. Bis Halbzeit stellte jedoch Heuchelheim den Ausgleich her. Nach Seitenwechsel führte abermals Erbstadt, um dann in kurzen Abständen das Resultat auf 4:1 zu stellen. Erst gegen Schluß konnte Heuchelheim das zweite Tor erzielen. Altenstadt I — Nleder-Florstadt I 2:4. Die Plahbesiher übernahmen zunächst die Führung, die Gäste stellten aber bald den Ausgleich her und gingen ihrerseits in Führung. Wohl glich auch durch diesen Winter die gesamte Belegschaft von über 6000 Arbeitern und Angestellten durchzuhalten. Dies hat um so mehr Aussicht auf Erfolg, als Opel bekanntlich nicht nur etwa ein Drittel des Jnlandmarktes und annähernd 70 Prozent des gesamten deutschen Automobilexports bestreitet, sondern insbesondere auch in steigendem Maße nach Heberseeländern exportiert, in denen die Vertaufssaison zeitlich nicht mit der europäischen zusammenfällt. * Neueinstellungen bei der Friedberger Zuckerfabrik. Die hiesige Zuckerfabrik wird in der diesjährigen Kampagne statt wie bisher in drei Schichten zu je acht Stunden in vier Schichten zu je sechs Stunden arbeiten lassen. Hierdurch ist eine Neueinstellung von etwa 80 Arbeitskräften möglich geworden. Mit der Kampagne wird in den nächsten Tagen begonnen werden. • Arbeiter-Einsteilung bei bet Reichsbahn in Frankfurt. Im Zusammenhang mit dem Beschaffungsprogramm der Reichsbahnverwaltung sind auch im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt a. M. in den letzten. Tagen Neueinstellungen von Arbeiten erfolgt. Die Zahl der Neueinstellungen belief sich in der ersten Oktoberhälfte auf rd. 1500 Mann. Frankfurter Abendbörse freundlicher. Frankfurt a. M., 18. Oft. An der Abendbörse war die Stimmung nach dem Rückgang im Mittagsverkehr etwas freundlicher, doch hielt sich das Geschäft in sehr engen Grenzen. Den festen Eröffungskursen der heutigen Neuyorker Börse stand die weiterhin unsichere politische Situation gegenüber. Die Kulisse und auch das Publikum hielten mit Käufen weiter zurück. JG.-Farben zogen gegen den Berliner Schluß 0,5 Proz. an, im übrigen blieben die Schlußkurse meist unverändert. Der Verlauf war völlig farblos. Der Rentenmarkt bot ebenfalls ein sehr stilles Bild bei kaum veränderten Kursen. Nur Reichsfchuldbuchforderungen und am Auslandrentenmarkt Anatolier waren etwas beachtet. Neubesihanleihe 6,40, Altbesihanleihe 46,38, Echuhgebictsanleihe 5,20, Dresdner Dank 61,75, Reichsbank 125, Gelsenkirchen 39,25. Mannesmann 51,25, Stahlverein 23. Aku 55,50, AEG. 32. Be- kula 114,50, JG.-Farben 93,75, Siemens 118, Hapag 16,75, Anatolier Serie I und II 19.10. Ht.24 'SÖ veiiagt"' Eltge»" Heimat lllonat OhneOH Zustellg' Auch b von inM, zern! tnlerS?1 Mnit. richte^ pdf berg I I trennten sich mit dem Ergebnis von 6:1 Toren für Wetzlar. Großen-Linden I — Grohen-Buseck 1 2:1. In Großen-Linden lieferten sich diese Mannschaften bei überaus schlechten Platzverhältnissen ein flottes Spiel, das die Plahbesiher mit viel Glück für sich entscheiden konnten. — Vorher standen sich Großen-Linden II und Grüningen I gegenüber. Hier trennten sich die Gegner 3: 3 unentschieden. Gießen III — Hungen II 0:0. Am Sonntagvormittag standen sich beide Mannschaften auf dem Trieb gegenüber und trennten sich nach wechselvollem Spiel mit dem Unent- schieden 0: 0. Mendorf (Lahn) — Leun I 2:2. In Allendorf sah man trotz der schlechten Platzverhältnisse ein flottes, ausgeglichenes Spiel, das einen gerechten Ausgang fand. Lich I — Lang-Göns I 5:2. Lich übernahm bald die Führung und stellte bis Halbzeit das Resultat auf 3:0. Nach dem Wechsel gelang es den Gästen, zwei Tore aufzuholen, der Sieg der Gastgeber war aber nicht zu verhindern. stungen, wenn auch nicht der Zahl nach, hält, und daß das Tennisspiel in Zusammenarbeit mit den spielstarken Abteilungen von Braunfels s« ,Die«' die Ml, stellen." letzter ? Äeues- ' gnseltt'-t richtig « englische > Mg s-in - Mn rollig vcr zweifeln- Politik, hat die Dritische machtpol der Wirtschaf Mllerli st« von seeischen land mi mehr vc teln vor standen kann. D mache zeigt, a ehrlich tigen : Dotwe: Wem rüftung lischen ( wert, d zukomm lerrolle olgsa enMche Mgt ist. Pnlle sta mtttoütb fjetren 1 durchaus Aktion 1 politische erregen Man Deutsch!, daraus? - wie Mentalit ken Volk der Gleic mit der 9 nach örej: nationaler wußtsein i erwacht if nmg, die | Hal. kann daß sie her mir der 2 «in 3a ab Herrn " unserer ®i tvenn die dilkelt Hai bare @t 8U Vier man uns lassen? 3, ist ein Tx Wtluf) ni Nan kann Trigen D Dvrtrn d und thQ( dann in d bot die 6t dollen. . Auch je J Drund ■M all« An Dars! A'btraue -Denn bi aeststellur gen vorlie eine Dinöl it-ielle darüb N und k Ar das q äS01 E ^Seni ü&N rS Kurszettel der Berliner und Zranksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Bataillon — Gpielvereinigung 1900. Ein Mannschafts-Zweikampf. Sie Spielvereinigung 1900 beschließt am kommenden Sonntag die leichtathletische Saison mit einer Veranstaltung von hohem sportlichen Reiz. Leichtathleten, Fußball- und Handballspieler des Militärs treten den Leichtathleten und den Mannschaften der Spielvereinigung 1900 gegenüber. Der Kampf, der hier als Zweikampf auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 aus- getragen wird, fand bereits im Vorjahre einmal statt und endete seinerzeit mit dem nur knappen Vorsprung von nur drei Punkten für die Spielvereinigung 1900, die damit den glücklichen Sieger stellte. Die Veranstaltung fand schon im vorigen Jahre viel Anklang; in diesem Jahre soll sie in größerem Rahmen stattfinden. Die Vorarbeiten sind bereits im Gange. Ein umfangreiches vielseitiges Programm ist vorgesehen. Um 14 Uhr erfolgt der Einmarsch sämtlicher Teilnehmer. Der Vorsitzende der Spielvereinigung 1900 und der Sportoffizier des Bataillons werden kurze Ansprachen halten, die über den besonderen Sinn dieses Wettbewerbes informieren werden. Im Anschluß daran folgen sofort die Leichtathletikwettbewerbe, die Sprung-, Wurf- und Laufwettbewerbe, die Einzel- und Staffelläuse, unter denen die Zahl 20X' . Runde besondere Aufmerksamkeit finden wird. Während der Langstreckenläufe werden die Soldaten modernes Bodenturnen zeigen. Sodann folgen Fußball- und Handballspiel bei gekürzten Spielzeiten. Dem Sieger des Zweikampfes winkt ein künstlerisch ausgeführter, wertvoller Wanderpreis, der von dem Bataillon und der Spielvereinigung 1900 gemeinsam gestiftet wurde. Man darf mit der Veranstaltung hohe Erwartungen verknüpfen, denn auf beiden Seiten sind ausgezeichnete, leistungsfähige Sportler am Start. Während der gesamten Vorführungen wird die Kapelle der Reichswehr unter der persönlichen Leitung von Herrn Obermusilmeister K r a u ß e konzertieren und dadurch nicht unwesentlich zur unterhaltsamen Gestaltung des Nachmittags beitragen. Den Abschluß bildet die Preisverteilung und ein anschließendes geselliges Beisammensein auf der Liebigshöhe. Wir kommen auf die Begegnung noch zurück. Gauspieliag im Gau Hessen der OT. Die 'ordentliche Jahrestagung der Gau'pieler- schafb mit rund 100 Vertretern aus nahezu 50 Turnvereinen am Sonntag zu Gießen versammelt, hörte einleitend den Rechenschaftsbericht ihres Gaufachwartes Fritz Seibert. Wetzlar. Die Spielbewegung im Gau — Mtv. Gießen und Tv. Wetzlar spielen nunmehr zehn Jahre — erfreut sich stetigen Auftriebs von den Landvereinen her bis hinauf zur Teilnahme insbesondere an den Handballrunden, die zur Zeit 80 Mannschaften umfassen neben den Freundschaftsspielen, zu denen gelegentlich an einzelnen Sonntagen 40 Schiedsrichter im Gau zu stellen waren. Durch planmäßige Uebungs- stunden in kleineren Gruppen werden die Schiedsrichter, nunmehr 160 an der Zahl, auf hoher Leistung gehalten, mehrere bestanden die Prüfung für den Mittelrheinkreis, über 20 Anwärter tarnen mit Erfolg durch die Gauprüfung. Dazu verlangt der Gauspieltag schon bei den Vereinen zur Abwendung der im Kampfspiel liegenden großen Gefahren zu Ausschreitungen eine durchgreifende Erziehungsarbeit an ihren Spielmannschaften und an ihrem oft mit „Dereinsfanatikcm" durchsetzten Zuschauerkreis. Mit dem Spieleifer ihrer Jugend — u. a. führt der 5. Bezirk (Friedberg-Butzbach) schon Schüler- handballrunden durch — muß ferner in jeder Gemeinde auch die Entwicklung der Spielplatzfrage annähernd gleichen Schritt halten, zumal durch entsprechenden Umfang des Spielfeldes (55 mal 90 Meier), wie durch seine pflegliche Beschaffenheit Zusammenstöße und Unfälle vermindert werden und, wie schöne Beispiele zeigen, im freiwilligen Arbeitsdienst für Gemeinden und Vereine eine Gelegenheit offen steht. Die der Kreisklasse angehörenden Mannschaften des Gaues spielen nicht mehr in der 1. Gaugruppe (Main—Lahn), sondern aus wirtschaftlichen Gründen vorläufig in dem neuen „Lahnbezirk" unter Leitung des Gauspiel- wartes Seibert mit Angliederung der Gau- Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a.M. Derlin Frankfurt a. M. Serlin Schlußkurs Schlußl. Abend- börse Schluß» kurs Schluß!, mittag, börse Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß» kurs Schluß!. Mittag« börse Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Dalum 17.10. 18.10. 17.10. 18.10. Datum 17.10. 18-10. 17.10. 19.10. Datum 17.10. 18.10. 17-10. 18-10. 6% Scuhdie flictchsanlcthe U.192. 73,4 73,25 73,5 72 Hamburg-Simenta Pcue. . 1 16,9 16,75 17,13 16,9 Riebed Montan...... — — 6% ehern. 7 %®t ReichSanl. 0.1929 38,3 87.5 88,65 88 Hamburg-Südam. Dampsschiss . 0 - — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 24,13 23 24,13 23,13 6%% Boung-Ailletlie otm 1930 . 71 71 70,9 70,9 Hansa Dampsschiss . . . ( — — 27,5 28 Otavi Minen....... 0 17 16,5 16,75 16,25 $eut|d)e 9lnl..'2Iblöi.-Gd)ul6 mtl 47,13 46,4 Norddeutscher Lloud .... . ( 17,5 17,4 17,5 17,4 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 102 101 102 101.25 AuSloi.-Rechten...... 47 46,5 A.G. füt Verkehrswesen Akt. . 0 42 40,5 41,5 40 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 108,5 108 108,5 108 Desgl. ohne 51uslof.4Rcdite . . 6% ebem 8%Hess. Bolksslaat 1929 6,65 6.4 6,6 6.45 Berliner HaudelSgesellschast . < 90,5 90,5 90,75 90,5 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 165 164 165,25 162 Commerz, und Privat-Bank . 0 53,5 53,25 53,5 53,5 (tüdiablb. 102%)...... 67,5 65,75 68 66 Darmstädter und Nationalban 0 — — Oberhellen Provim-Anlelhe mit Deutsdie Bank und I. G. Farben-Jndustrte . . . '< 94,5 93.75 95,13 93,25 Auslos.-Rechten...... — — — — Diseonlo-Gejellschast. 0 75 75 75 75 Scheideanstalt....... 10 139,25 139 — — Deutsche Komm. Sammelabl. Dresdner Sani...... 0 61,75 61,75 61,75 61,75 Goldschmidt........ . 0 27,75 26 28 26.5 Anleihe Serie 1...... — — — 45,5 Reichsbanl....... 1: 125,75 125 125,5 125,75 RütgerSwerke....... . 0 41 40 41,5 39,75 6% ebem. 8% Franks. Hvp.-Banl 75,5 75,75 Metallgeseüschast...... 0 34 34,5 34 35 Goldple. 15 unkündbar bis 1935 — EM» Ä.E.G........ . 0 33 32 33,5 32,25 6% ebem. 7% Franks. Hlw.-Bant Goldple 16 unkündbar bis 1936 75,5 75'25 Bergmann........ . 0 20,5 20,75 21 ■ Elektr. LieserungSgesellschast. 5 67,5 67 68 67,75 Vbillpp Holzmann..... . o 57,25 56 58 55,25 6'4% ehem. 4’4% .rranks.Hhp.- Bank Uiqu Ptandbriese . - - 79,75 Licht und Kraft...... 6 87,5 87 87,75 87 Zementwerk Heidelberg. . . . 4 48,5 48.5 79,9 - — Felten & Guilleaume.... V 57 55 57,5 55,75 Cementwerl Karlstadt. . . . . 0 53,5 52 — — b¥t% ehem. 4Vi% Rheinische Hiiv.-Bank-lllqu.-GoldpIe. . . 80 80 Gesellschasl sur Elektrische 71,25 Wanß & Frevlag..... . 0 4,65 5 - - — Unternehmungen .... Rbelnisdte Clektrrzilät . . . 4 12 71 72 6% ehem 8% Pr. Landespfand- 73 6S 72,5 71,5 72,5 71,5 brtesaustall Psandbriese R. 19 73,5 73 73 Schaden & Co....... O 73,5 72 73,5 71,5 Schultheis Payenhojer . o — — 56,4 58 6% ehem. 7% Pr. Landeöpsand- briefanfailt Psandbriese R. 10 73 73,5 - — Siemens & Halske..... Lahmeyer & Co....... 9 10 119 119 118 119 119,5 119,5 117,75 119,4 Aku