::K>L Huh ÄMon cS1 'n berg, L e mT^Stfertn. «nonnt.6 rbf »um t(|en. ■WA’* »Ls MHt.325, ’N- )flo?62Dfl- e^r feine ftomtro^n. ms Ur. 326. Hrllerup. nffippe. Dm DebÄtion-tisch, mg. elte Meyerbeers „Pro der Titelrolle. suchte der Souffleur mmerjanger, plouberte und fragte enblidj: rb dar Wetter morgen nen Wienerwaldausflug iie morgen bas Setter rftount tzung: (LH. BL) fches. Philadelphia rief her ip ßegsbume auf: - lir die Frage beanlwor. öchiller der bedeutendste iptare nMlich!' ■fpeare war Engländer!' n Reihe eine triumpbie- , ich hab' geroon- (ßuft. Sl.) I ech im glommen. :ibd)en (mb au( dem n. Ate Waichstau des Orts, einen ihrer Kunden im dem Zaun stehen. _ it. Laut rief sie hinüber: b -en Doktor, daß oie js morgen ist Ihr Hemd ti Sie mich gehen, bitte, minutenlang. Er über- °z nab nut ein einziges vor einer 9* Tot- i Men, der chn Br 'vkTihn noch kurz zu- «in K-nÄ-r mI " w ich um dreie je Sie nicht aOetri DoS en nicht fmigehen. ehe “L oa rufe meinen bis ich f S-- S &»e» Km* >: lasten A w t ich konnte r )Ung Sie nicht r^c 4 «“Lrt 561 Msß 't (Tfntpn -*v rnjib mü » Ä «"S lit - «”* * aufg^ [(UTL hier^ ® M flankte Lil llr. M Svühausgabe (82. Jahrgang 8reitag, (9. August 1952 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für R— hlamean-eigen von 70 mm Breite 35 Ncichspsennig, Platzoorfchrift 20 . mehr. Chefredakteur Dr. Friede Wtth. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tdyrcot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Poftfd}cdfonto: Anzeigenteil Max Filter. Srankfurt am Main 11686. vnick und Verlag: vrühl'sche Univer^lüts-Vuch' und Steinömderei R. Lange in Sieben. Zchriftleitmig und Geschäftsstelle: Zchusstraße 7. iämtlich in Gienen Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Lr> chernt täglich, außer Sonntags und Feiertags: Beilagen: Die Illustrierte ffiiefjener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, ßernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe«. ZRanönotcn. Nach dem Kriege hat man fo recht gespürt, wie unbekümmert die leitenden Stellen in dem Marinewesen Deutschlands verfahren haben, als sie seit Gründung der deutschen Kriegsmarine im Fahre 1888 sich überhaupt nicht darum kümmerten, daß Logbücher und Aufzeichnungen von Mitgliedern der einzelnen Schiffe archivarisch gesammelt wurden. Unter größten Mühen und Anstrengungen ist es Vizeadmiral a. D. Dr. E von M a n t e y im Fahre 1919 gelungen, ein regelrechtes Marine- archiv auf die Beine zu stellen. Er hat keine Kosten und keine Anfeindungen gescheut — die Re- volutionäre wollten sogar die für sie unwichtigen Marineakten vernichten — und hat in langer und Zäher Arbeit Stück für Stück zusammengetragen, hat sich mit Hilfe seiner zahlreichen Freunde und teilweise auch mit Hilfe der Admiralität das Material zusommengesucht, das heute in den Räumen eines Hauses im Regierungsviertel der Reichshaupt stadt untergebracht ist. 1919, also mit dem eigentlichen Gründungsjahr dieses Archivs, waren es natürlich plan- und wahllos zusammengewürfelte Akten, die nach und nach sortiert und durchgearbeitet werden mußten, bis sich die jetzt vorhandenen 170 000 wichtigen Auszeichnungen geordnet aufstapeln ließen. Fn erster Linie befinden sich Admiralstabsakten, Tagebücher (nicht die alten Reichsmarineakten), politische Aufzeichnungen und Flottengesetze in dieser Sammlung. Ganz besonders die Tagebücher der leitenden Offiziere wiesen erhebliche Lücken auf, die durch einen regen Briefwechsel und durch Nachforschungen teils in England, Frankreich oder Ftalien aufgefüllt werden mußten. Aber leider hat die englische Stelle, die unser deutsches Archiv bis jetzt bereitwilligst und kameradschastlichst unterstützte und jede Auskunft über irgendeine Frage gern zur Verfügung stellte, jetzt ihren Austausch von Quellenangaben und Tatsachenberichten eingeschränkt, da die Fachstellen in England nicht mehr genügend Arbeitskräfte zur 1 Verfügung haben, um unseren Wünschen gerecht werden zu können Aber neben der Sammeltätigkeit, der sich Vizeadmiral von Mantey hauptsächlich gewidmet hat, werden in dem Marinearchiv in Berlin wissensch-fi- liche Bücher geschrieben, die den Seekrieg 1914 bis 1918 in allen Gewässern der (Welt auf das Genaueste darstellen. Für den Leiter des Archivs ist es eine ungeheure Arbeit, denn er hat nicht wie das Reichsarchiv Mittel des Staates zur Verfügung, sondern muß seine Kräfte die er für die Ausarbeitung der w chtigen Karten und für die Bearbeitung der wissenschaftlichen Bücher braucht, aus dem Erlös dieser Werke nehmen. Elf dicke Bände liegen bis jetzt gedruckt vor, achtzehn Buchausgaben sollen den gesamten Weltkrieg zur See erfassen. Leider ist es den Sachbearbeitern in b'cfrm Archiv nicht m glich, die weiteren Bücher der Oeffentlichkeit zu übergeben, da sie nicht genügend Absatzmöglichkeiten sehen.^(ber der Kern der ganzen Arbeit liegt doch in dem Sammeln und Stapeln der Aufzeichnungen, die wohlgeordnet in dem Marine Archiv ruhen. Mit Le chtig- keit ist aus den Logbüchern festzustellen, wie alle deutschen Kriegsschiffe und U Boote während des Krieges manövrierten, was ihre Besatzung erlebte, und zu ersehen, mir tapfer und treu sie ihrem Vaterland gedient hat. Die deutschen Kriegsteilnehmer, die nach Der. dun geeilt- waren, um an der Cinweihung des Beinhauses von D ou a u m o n t teil, zunehmen, sind, wie übrigens auch zu erwarten war, schwer enttäuscht worden. Frankreich, das an der Stelle, wo sich früher das Fort Douau- mont befand, das größte Totenmal errichtete, hat die Feier der Einweihung nicht zu der größten und würdigsten Gedenkfeier für die Toten des Weltkriegs gemacht, sondern zu einer rr t n französischen politischen Angelegenheit. Lin. ter den unbekannten Gefallenen, deren Lieberreste in dem Deinhaus ruhen, befinden sich ebensoviele Deutsche wie Franzosen. 3n den Reden, die der Präsident der Republik hielt, der Kriegsminister Boncour, der Marschall Petain. einer der letzten überlebenden Führer des französischen Heeres aus dem Kriege, gedachten sie nur der französischen Gefallenen, nicht auch der deutschen. 3m Gegen- teil, die Reden waren voll versteckter Anspielungen gegen Deutschland, es waren noch die alten Haß- und Kampfreden, die man zum Äeberdruß kennt aus der Zeit, als sie noch zum regelmäßigen Sonntagsprogramm der französi- schen Politiker um Poincare gehörten. Es war keine Totenfeier, sondern eine Gelegen- heit für Frankreich, ein militärisches Schaugc- pränge größten Stils zu entfalten, eine Siegesfeier, der die seit dem Kriege vergangenen 14 Jahre nicht den versöhnlichen Charakter zu geben vermochten, den man bei ähnlichen Der- anstaltungen in anderen Ländern trifft. Eine Fefer, die mehr dem Andenken an die Alliance der im Krieg verbündeten Staaten gewidmet ! war, als den Gefallenen von Verdun. Rur Italien'hatte sich ausgeschlossen. 3n dem Wald von Fahnen aus allen am Krieg auf französischer Leite beteiligt gewesenen Staaten fehlte die italienische. Der Besuch der Einweihungsfeier war enorm. Jedes verfügbare Zimmer in Verdun war beseht. Den Großteil der Festteilnehmer bildeten natürlich die früheren Soldaten, namentlich die, die vor Verdun gefochten haben, die durch die ..Hölle von Verdun" hindurchmuhten. Sie hatten ihre alten Uniformen angezogen, die Ehrenzeichen am Rock. Auch die französischen Kolonialtruppen waren sehr zahlreich vertreten. Das Beinhaus steht auf der Höhe von Thiaurnonl. Es ist bas größte Kriegerdenkmal Oie Schicksalsfrage des Kabinetts Papen. Von unserer Berliner Redaktion. Die Regierung Papen weiß genau, daß man ihr heute von links und von rechts mit teils ab- wartendem, teils feindlichem Mißtrauen begegnet, daß weite Dolkskre.se in ihr eine Interessengemeinschaft von Baronen. Junkern und Industriekapitänen erblicken. Die Regierung darf aber überzeugt sein, daß sie sich sehr schnell eine breite Grundlage des Dertrauens zu schaffen vermag, wenn sie recht bald wirkungsvolle und mut.gc Ansätze zu erlösenden Taten findet und sichtbar zu machen versteht. ..Wir werden lange im Amte s ein", diese Ankündigung des Kanzlers in seinem Reuter-Interview wurde unterstrichen durch die Hoffnung, daß ein Appell an den gefunden Menschenverstand seine Wirkung nicht verfehlen werde. Der gesunde Menschenverstand ist ganz etwas anderes, als der berühmte und berüchtigte und viel mißbrauchte sog. „Sachverstand", auf den sich bisher noch alle unsere Regierungen bei ihren wirtschaftlichen Maßnahmen verlassen haben. Lind dann waren sie, wie uns die Ereignisse belehrt haben, in der Tat verlassen.und verkauft. Der Mann im Dolke ist heute von einem tiefen Mißtrauen erfüllt gegen die Ratschläge der Sachverständigen, von denen er inzwischen gemerkt hat. daß sie immer in erster Linie Interessenvertreter sind. Drei Gutachten von drei solchen Leuten werden fast immer nach auseinanderstrebenden Richtungen weisen. Ihr Inhalt ist stets weniger Programm, als eine Anhäufung von Bedenken und Warnungen gegen übereilte Entschlüsse und eine Zusammenstellung von Forderungen, deren inter- efsenmäßige Begründung oft nur ganz dürftig verschleiert ist. Aus dem Wege eines K v m Promi s > e s zwischen „sachverständigen" Gutachten kann niemals eine große und rettende T a t gefunden werden Soeben hat der Reichsverband der deutschen Industrie eine Kundgebung zu den A r b e i t s - beschasfungsplänen veröffentlicht. Sie bestätigt, was zur Charakterisierung solcher Gutachten gesagt wurde. Sie glaubt nicht an einen konjunkturiördernden Einfluß, sie lehnt alle uferlosen Pläne ab", sie „empfiehlt gewissenhaftes Abwägen" und dann kommt das alte Lied: „Eine Besserung kann nur ..." Würde man die Gewerkschaften fragen, so liegt die Antwort auch schon fest: „Erhöhung der Kaufkraft durch Erhöhung der Löhne. Lind der Dertreter der Reichsbank sagt natürlich und kann von feinem Standpunkt aus gar nichts anderes sagen: „Hände weg von der Währung!" Ein.- Regierung, die zw scheu diesen Heubündeln der Schlagworte weiter zaudern würde, kann das Volk, das sie vertritt, nicht mehr lange vor dem Verhungern retten. Der gesunde Menschenverstand, von dem die Angelsachsen offenbar etwas mehr haben als wir allzu wissenschaftlichen und allzu methodischen Deutschen, ist sich längst darüber klar, daß die Krise, soweit sie von inneren Bedingungen abhängig ist, nicht eine Krise der Produktion, sondern eine solche des Absatzes und der Verteilung ist. Diejenige Einfuhrmenge, die wir nicht entbehren können, vermögen wir immer noch mit unserer Ausfuhr zu bezahlen. Im Innern aber haben wir einen völlig ausreichenden, längst nicht ausgenutzten Produk t i onsapparat und ungenutzte Arbeitskräfte, die sich danach sehnen, in diesem Produktionsapparat neue und vermehrte Werte für einen vermehrten Derbrauch zu schaffen. Davon werden wir nicht selig, daß 4,20 Mark unverändert einem Dollar gleichzusehen sind, wenn sich Herausstellen sollte, daß neue Wege des Geld - und Kreditwesens den gelähmten Produktionsapparat in Bewegung bringen könnten. Das deutsche Dolk wird auch nicht davon satt, wenn die Betriebe rentabel werden. Es wird aber davon satt, daß die Betriebe in vollem Umfange arbeiten. Rentabilitätsprinzip im alten privat- wirtschaftlichen Sinne, Golddogma der Währung und Larifpolitik der Gewerischaften werden vom deutschen Dolke nicht beweint werden, wenn sie über Bord gehen, wenn aber dafür wirklich unsere der Erde. Der Turm ist 46 Meter hoch. Auf seinem Altan brennen Nacht für Nacht die Leuchtfeuer. Im Gestühl hängt die große Glocke von Douaumont, zu beiden Seiten des Turmes liegen die Beinhallen, in denen Kapellen für alle Religionsbekenntnisse und 52 Grüfte untergebracht sind. Noch täglich werden auf dem Kampffelde um Verdun Ueberreste von Gefallenen gefunden. Sie werden alle im Beinhaus beigesetzt. Die Zahl der hier Bestatteten übertrifft schon die Zehntausende. Niemand vermag mehr festzustellen was deutsche, was französische Krieger waren. Um so befremdender wirkt es, daß in den Grufthallen nid)t eine Inschrift, nicht ein Emblem in der Ausschmückung daran erinnert, daß auch Deutsche hier'bestattet liegen. * Die Unterzeichnung eines russisch-japanischen Fischereivertrags nach mehrjähriger Derhandlung ist mehr als nur ein Wirtschaftsabkommen. Der -Vertrag muß vielmehr als ein neuer Auftakt iu besseren politischen Verhältnissen zwischen Rußland und Japan angesehen werden. Das ist bei der Llngelöstheit der mandschurischen Probleme durchaus ein Fortschritt. Aber dennoch nur ein erstes Glied in einer Kette von neuen politischen Ereignissen, die sich immer deutlicher an- kündigen. Wenn man nämlich bedenkt, daß um die Wirtschaft so angekurbelt werden.kann, daß alle Volksgenossen ausreichend Arbeit und Brot haben. Die Regierung wird nur bann, wie Papen sagte, sehr lange im Amt bleiben können, wenn sie den Willen hat, falsche Rücksichten mutig beiseite z u schieben und wenn sie jenseits dieser Rücksichten die neuen Wege findet, die vom gesunden Menschenverstand gewiesen werden. Verständigung mit der Reichsbank. Heute Äabineitssitzunq. Berlin, 18. Aug. (TLl.) Wie die Sil. erfährt, haben die Verhandlungen zwischen dem Reichskanzler und dem Reichsbankpräsidenten am Donnerstag soweit zu einer Annäherung der Standpunkte geführt, daß am Freitag eine entscheidende Kabinetts- s i h u n g über das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung stattfinden kann. Bei den bisherigen Verhandlungen handelte es sich bekanntlich um eine Summe von 200 Millionen, die von der Reichsbank in Form von Wechseln diskontiert werden sollen. Oie Koionialfrage. Berlin, 18. Aug. (Sil.) Zu der Bemerkung des Reichskanzlers von Papen in seiner einem englischen Pressevertreter gewährten Unterredung bezüglich der Kolonialfrage wird von zuständiger Stelle erklärt, diese Bemerkung sei so auszufassen, daß die Kolonialsrage im Rahmen der Verhandlung über bie allgemeine Gleichberechtigung Deutschlands besprochen werde. Die Frage werde aber nicht vordringlich behandelt. Sie sei wohl durch den Besuch des früheren Kolonialstaatssekretärs von L i n d e q u i st bei dem Reichskanzler an- < geregt worden. Reichswehrminister von Schlei- I cher habe keine Verhandlungen über die Kolonialfrage geführt. Kerrl bei Hitler. Besprechungen über die Ncgicrunstebildung in Preußen Berlin, 18. Aug. (CNB.) Dem „Angriff" zufolge steht die Tagesordnung für die Landtags- si tz u n g am 25. August noch nicht fest, insbesondere ist noch unbestimmt, wann die Wahl des Ministerpräsidenten aus die Tagesordnung gesetzt wird. Landtagspräsident Kerrl Hal sich, nach der gleichen Quelle, zur Berichterstattung und Information über das preußische Regierungsproblem nach München zum Führer der NSDAP, begeben, von wo seine Rückkehr für morgen erwartet wird. Von dem Ergebnis dieser Unterredung sind, wie der „Angriff" meldet, die weiteren Maßnahmen abhängig. Oie revolutionäre Bewegung der NGOAp. 2A.»Stabschef Üiöhm ar die TA.»Leute. München, 18. August. (TU.) In der nationalsozialistischen Parteikorresponde: z „Q SK." er- klärte der Chef des Stabes, Röhm, die nationalsozialistische Bewegung sei ih.em Ursprung und ihrem Ziele nach eine revolutionäre Be wegu ng . weil sie ein-? grundlegende Reugestaltun g des Staate s nach Wesen und Inhalt erftrcLc Der Träger dieses revolut onären e'ran'eas lö.i e ur der SA. - Mann sein. Es mässe immer wieder herausgestellt werden, daß sein Streben und fe n Kampf richt allein dem Ziele biene, den Marxismus in ■ r?n seinen Spielarten vom B o l s ch e - wism bis zur sozialdemokratischen Bourg eoisie zu schlagen, sondern daß er sich ebenso klar eindeutig und rücksichtslos aäsehe von der ideenlosen Reaktion e ines oct - Deutschland fordert Wehrrecht. Eine Kundgeoung des Aufklärungsausschufses für nationale Sicher eit. Berlin, 18. August. (TU.) Der Aufklärungsausschuß für nationale Sicherheit veranstaltete am Donnerstag einen Empfang für die in- und ausländische Presse. Der Präsident des Reichskriegerbundes Kyffhäu- fer, General d. A. a. D. von Horn, begrüßte die Vertreter der in- und ausländischen Presse und führte aus, daß sich der Deutsche Reichskriegerbund Kysfhäuser, der Arbeitsausschuß deutscher Verbände und die Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wehrverstärkung infolge des ergebnislosen Verlaufes der Abrüstungskonferenz in einem „A u f klärungsausschuß für nationale Sicherheit" zusammengefunden hätten mit der ausdrücklichen Absicht, das deutsche Recht auf Gleichberechtigung, Sicherheit und Ehre auf breitester Grundlage in allen Volksschichten geltend zu machen. Das deutsche Volk müsse fordern, das Vaterland in Not und Gefahr schützen und verteidigen zu können. Generalmajor a D. von Frankenberg und P r o s ch l i tz erklärte als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wehroerstärkung, die Arbeitsgemeinschaft sei 1930 in München ins Leben gerufen worden, weil schon damals die Entwicklung der Abrüstungsverhandlungen hätte erkennen lassen, daß sie dem völlig schütz- und wehrlosen Deutschland die nationale Sicherheit nicht bringen würde, auf die es denselben Anspruch habe und erhebe, den alle anderen Bölter- bundsmitglieder für sich geltend machten. Da die Entschließung vom 22. Juli, mit der sich die Abrüstungskonferenz vertagt habe, keine Aussicht auf Besserung der deutschen Sicherheit enthalte, hätte sie von uns abgelehnt werden müssen. Wenn keine Aussicht vorhanden sei, daß die Gleichberechtigung Deutschlands mit den anderen Vertragspartnern durch Abrüstung oder mindestens eine merkbare Rüstungsminderung bei ihnen gewonnen werde, so könne ein Ausgleich nur durch Verstärkung der deutschen verteidigungsmitlel geschaffen werden. Das fei die Forderung, die von der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wehrverstärkung um der nationalen Sicherheit Deutschlands willen ausgestellt und unverblümt angemeldet werde. Der aeschäflssührende Vizepräsident des Arbeitsausschusses deutscher Verbände, Dr. h. c. Hans Draeger, führt aus, daß der gegenwärtige 3 u ft a n b , der die Scheidung zwischen schwer bewaffneten und beinahe waffenlosen Völkern aufrecht erhalte, rechtswidrig sei. Die jetzt stattfindenden diplomatischen Verhandlungen hätten nur dann einen Sinn, roenne eine vollkommene Gleichberechtigung für Deutschland erreicht werde. Man habe zwar durch das Versailler Diktat die deutsche Jugend nicht hindern können, an die mögliche Verteidigung des Vaterlandes zu denken, aber durch den Artikel 177 des Versailler Diktates sei sie unter das unmoralischste Ausnahmerecht gestellt worden, das es je gegeben habe. An die Stelle verletzenden Mißtrauens, durch Lügen, Intrigen und engstirnige Machtpolitik müsse die Achtung vor der nationalen Würde jedes Volkes und die Anerkennung jener Grundsätze, die mit dem Begriff der staatlichen Souveränität verknüpft seien, treten. japanischen Fischereirechte erst noch vor weniger Zeit ein blutiger Seekampf mit russischen Wacht- booten im Japanischen Meer (an dessen russischen Küsten) möglich war, und daß zur selben Zeit, als nun der Fischereivertrag endlich zur Llnter- zeichnung fertig war, der amerikanische Außenminister Stimson zum erstenmal öffentlich von einer „russischen Regierung" sprach, so hat man sogleich die wichtige Stellung Rußlands zwischen Japan und Amerika erkannt. In Tokio wie in Washington beginnt ein neuer Auftakt in der Ruhlandsrage. Freilich, erst mit der Entscheidung des Völkerbundes auf Grund eines besonderen (noch nicht veröffentlichten) Kommissionsberichtes über Japans Recht oder Llnrecht in der Mandschurei wird sich das Verhältnis Tokio —Moskau—Washington merklich in die sichtbare Weltpolitik vorschieben. Kommen muß diese Entwicklung aber. Was zunächst den Genfer Mandschureibericht angeht, so verurteilt er das japanische Vorgehen in der Mandschurei als eine unzulässige Verletzung des Washingtoner Vertrags (1922) vom Grundsatz der .offenen Tur" für die Großmächte in China. Lind auch Amerika hat erst in diesen Tagen ausdrücklich, unter Bezugnahme auf den Kellog-Pakt, von der Kriegsächtung, erklärt, es betrachte Japans Okkupation der Mandschurei als ein strafwürdiges Vorgehen gegen diesen Pakt im allgemeinen und Amerikas Oftafienintcreffen im besonderen. Japan ist also vor die Entscheidung gestellt, entweder die Mandschurei wieder als Bestandteil Chinas zu achten, oder aber es kommt einer internationalen Aechtung. wie sie Amerika fordert, zuvor und tritt aus dem Völkerbund aus. Dis dahin aber versucht es, sich wenigstens mit der Sowjetunion wieder besser zu stellen, zumal diese den Japanern für einen Richtangriffspakt gern und gut mehr Rechte in der Mandschurei zuzugestehen bereit scheint als Gens und Amerika. Bereit zu sein scheint, betonen wir. Denn der Kreml müßte nicht die alte russische Diplomatenkunst des Balancierens zwischen Japan und Amerika verstehen, würde er sich nun ganz auf die eine oder andere Seite legen. Wohin die Augen gerichtet sind, zeigt der Versuch, die Staatsanleihen., in Amerika zur weltrechtlichen und politischen Geltung zu bringen, nicht zuletzt dazu, um in Amerika auch als künftiger Anleihenehmer Achtung zu erwerben. Gelingt wenigstens das und findet sich auch Japan zu einem Richtangriffspakt mit Moskau bereit, so kommt dies alles ** 'n Russen auch für ihre Europapolitik zugute. filetierten Bürge rtums. *2tun poche das junge Deutschland an die Tore der Macht. Cs wolle und werde den Nachweis seines Könnens erbringen. Der Opfertod der Nationalsozialisten habe niemand berührt, dagegen erhebe man jetzt gegen die Züchtigung von Lumpen und Verbrechern flammenden Protest. „Mit dieser Welt, mit dieser Gesellschaft, mit dieser Gesinnung verbindet uns nichts. Die Nationalsozialisten wollen ein neues Deutschland, ein Vaterland der Ehre, der Freiheit und der Gröhe, einen Staat der Helden und nicht der Händler." Keine militärischen Absichten der NSOAp. London, 18. Aug. (TU.) Der Berliner Berichterstatter des „Daily E x p r e ß" gibt Berichte wieder, die, wie er ausdrücklich bemerkt, nicht von nationalsozialistischer, aber angeblich „von maßgeblicher Quelle" stammen, wonach die nationalsozialistische Parteileitung einen Befehl an sämtliche körperlich gesunden Nativ- nalsozialisten erlassen habe, sich innerhalb der nächsten acht Tage den Sturmtruppen a n - z u s ch l i e ß e n. Bei Nichtbefolgung werde mit der Ausweisung aus der Partei gedroht. Als Entschuldigung werde lediglich das Zeugnis eines dem Aerztestab der SA. angehörenden Arztes angenommen. Hierzu erfährt die Telegraphen-Union von n a - t i o n a l s o z i a l i st i s ch e r Seite, daß die Meldung in dieser Form nicht zutrifft. Die nationalsozialistische Bewegung verfolge schon immer den Grundsatz, daß die gesunden, kräftigen Parteimitglieder auch in die SA. oder S A. - R e s e r v e gehen,, nur zu dem Zweck, um rein organisatorisch einen engerenZusammen- halt unter den Parteimitgliedern zu schaffen. Dieter Grundsatz ist jetzt erneut in Erinnerung gerufen. Mit dem Scheitern der Verhandlungen über die Regierungsumbildung oder mit irgendwelchen m i • litärischen Absichten hat das nichts zu tun. Auflagenachrichten für rechts und links Berlin, 18. 2lug. (ENB.) Wie der nationalsozialistische „Angriff" erklärt, ist ihm heute bei Redaktionsschluß von dem neuen Leiter der Presse-Abteilung der Reichsregierung, Major M a r ck s , eine Auflagenachricht zu den Darstellungen der Unterredungen Hitlers am Samstag mit dem Reichskanzler und dem Reichspräsidenten zugegangen. Er wird sie gemäß den gesetzlichen Bestimmungen morgen zum Abdruck bringen, und zwar auf der ersten Seite mit vierspaltiger Heberschrist. Das „Berliner Tageblatt" veröffentlicht in seiner Freitagmorgen-Ausgabe eine von Dr. Bracht unterzeichnete Auflagenachricht. 3n dieser heißt es: „Unter der Hebcr- schrift „W affenschmuggel für die SA." hat das „B. T." ein Telegramm veröffentlicht, nach dem die Kölner politische Polizei bei über- raschenden Haussuchungen in Bergisch-Gladbach über 1000 Schußwaffen gefunden habe, die für nationalsozialistische Gruppen bestimmt gewesen seien. 3m Zusammenhang damit habe die Polizei am Nachmittag des gleichen Tages eine ähnliche Aktion in Wahn bei Köln durch geführt und hierbei Hundert« von Revolvern, mehrere tausend Schuß Munition und zahlreiche Handgranaten beschlagnahmt. 3n beiden Fällen soll es sich um Waffen gehandelt haben, die aus Belgien stammten. Nach den angestellten amtlichen Ermittlungen entsprechen diese Meldungen nicht den Tatsachen. 3n Bergisch-Gladbach sind in den letzten Wochen insgesamt sieben Waffen beschlagnahmt worden. Gegen die Schuldigen, unter denen sich allerdings auch Nationalsozialisten befinden, ist das Strafverfahren eingeleitet worden. Weitere Waffen sind ist Bergisch-Gladbach weder vorgefunden (Spinnerftreif in England. Liverpool, 17. Aug. (WTB.) Die Arbeiter der Baumwollspinnereien in Preston (Lancashire) sind heute in den Streik getreten. Von 35 Spinnereien sind nur noch acht in Betrieb, noch beschlagnahmt toorben. Auch Die Meldung über eine Waffenbeschlagnahme in Wahn bei Köln entspricht in keiner Weise den Tatsachen. Aberglaube? Lächerlich! Von Hans Heimann. Zweiundzwanzig junge Mädchen, Mitglieder eines Opernballetts, waren in München tätig gewesen und unternahmen anschließend einen Ausflug nach Ommergnu (Abkürzung für „Oberammergau"). Dicht vorm Ziele, in Wurmesau, radelte ihnen ein Schornsteinfeger entgegen, der sofort umzingelt wurde und nach wenigen Sekunden anstatt seines Besens nur noch einen jämmerlichen Stummel in der Hand hielt: denn jede der Tänzerinnen hatte eine Borste entwendet. Weil das Glück bringt. Der Schornsteinfeger selbst war gänzlich frei von Aberglauben und verlangte den fünffachen Preis. Ich aber ließ mir das Wrack vermachen und schickte es als eingeschriebenes Paket einer Kollegin vom Kabarett, die sich unterfangen hatte, mir einen Kettenbrief aufzuhalfen mit der herzigen Stelle: „Mrs. Reis of Loeben ist blind geworden, der Frau San.- Rat Möller wurde das rechte Bein amputiert, Signor Fernand! geriet mit dem Strafgesetz in Konflikt. Hüte dich also, das Schicksal herauszusor- dern." Das war vor drei Jahren. Trotzdem forderte ich das Schicksal heraus, begab mich in Prag zur Mme. Pruscha und ließ mir (nachdem sie die köstlichsten Dinge geweissagt hatte) gegen Nachzahlung von vierzig Kronen etwas Düsteres künden: daß ich mich binnen weniger Wochen mit meinem Rasiermesser schneiden, und daß ich (gegen abermalige Nachzahlung) elend daran zugrunde gehen werde. Daraufhin erwarb ich sämtliche auf dem Erdball erhältliche Arten von Rasiermessern. Drei Jahre hantierte ich in sträflichem Leichtsinn mit meinen Rasiermessern und strafte die Mme. Pruscha unablässig Lügen. Und obwohl ich seit je ein Mensch ohne Aberglauben war, wurde ich nach und nach immer weniger abergläubisch, bis in den letzten Winkel meiner, Seele hinein. Ich stand gewohnheits- mäßig mit dem linken Fuß auf: die Sonne Cäsar Flaischlens lachte mir hartnäckig. Ich heiratete an einem Freitag und verschüttete für alle Fälle gleich beim Hochzeitsmahl die auf der Tafel reichlich vor- handenen Salznäpfchen: meine Ehe nahm keinerlei Schaden. In der Sommerfrische freue ich mich all- morgens der Spinnen ober auch der Schäfchen zur Rechten. Ob ein Leichenwagen an mir vorüberfährt oder nicht — ich deute ihn nicht als Vorboten. Als Dritter zünde ich meine Zigarre am selben Streichholz an. Und beim Abschiednehmen von mehreren Personen reiche ich die Hand übers Kreuz oder nicht — es- ist mir einerlei. piccard am Garda-Gee gelandet. W Wenige Minuten vor dem Aufstieg. Links: Professor Piccard. — In der Kugelöffnung- Max C o s y n s. Verona, 18. Aug. (MTV.) Der Ballon Professor Piccards ist, nachdem er Riva in etwa 1400 Meier höhe überflogen Hal, in der Nähe von Verona am unteren Gardasee um 17.10 Uhr niedergegangen. Herzlicher Empfang in Italien. Mailand, 18. Aug. (WTB.) Die Kunde vom Fluge Professor Piccards hatte sich rasch In dem Gebiet des Garda.Sees verbreitet. Tausende von Personen verfolgten mit lebhaftem 3nteresse den D EUTSCHLAND ntoi oMaran Posch tavo Die ungefähre Flugroute Piccards. langsamen Flug des Ballons. Hm 14 Hhr war Prof. Piccard bis auf eine Höhe von tausend Meter herabgestiegen und überflog Dese n . z a n o zweieinhalb Stunden lang. Von hier aus nahm er Kurs gegen Castiglione della S t i v l e r e und landete dann in der Nähe von Monzambano. Eine zahlreiche Zuschauermenge zollte den mutigen Fliegern begeisterten Beifall. Prof. Piccard verließ gleich nach der Landung die Gondel und begab sich im Auto nach Desenzano, während C o s h n s an der Landungsstelle blieb. Wie weiter aus Desenzano gemeldet wird, hat Professor Piccard seinen Flug in aus- gezelchn eter gesundheitlicher Verfassung beendet. Das italienische Luftfahrtministerium, das schon vorher von der Möglichkeit einer Landung im Gebiet von Mantua informiert worden war, hatte den Offizieren und Soldaten der Fliegertruppe den Befehl erteilt, sich für alle Fälle bereit zu halten. Der Befehl wurde sofort ausgeführt. Von Verona, Desenzano und Verrara waren Flugzeuge aufgestiegen, um bei der Landung und bei der Bergung der wissenschaftlichen 3nstru- mente behilflich zu sein. piccard ist zufrieden. Desenzano, 19. Aug. (WTB. Funkspruch.) Piccard und sein Begleiter C o s h n s wurden bei ihrer Ankunft gegen 22.15 Hhr vom Podesta und den übrigen Ortsbehörden begrüßt. Gleichzeitig kamen zwei Lastkraftwagen an, auf denen Die Ballonhülle und die Gondel, sowie alle 3n- strumente verstaut waren, die Piccard persönlich abmontiert hatte. Piccard, der sehr ermüdet schien, zog sich sofort nach seiner Ankunft auf sein Zimmer zurück. Doch fand er noch Zeit, den Pressevertretern gegenüber seiner großen Genugtuung über das Gelingen des Unter- nehmens Ausdruck zu verleihen. Er erklärte, daß er beim Aufstieg mehrere Male die Adria und das Tyrrhenische Meer habe sehen können. Die Meßinstrumente hätten außerhalb der Gondel eine Temperatur von 5 5 Grad unter Null und in der Gondel von 15 Grad unter Null ausgezeichnet. Der Ballon habe eine Höhe von 167 00 Meter erreicht. Das ausgezeichnete Wetter habe gestattet, zahlreiche Beobachtungen anzustellen, auf deren Durchführung er von Anfang an gehofft habe. Die vor dem Hotel harrende Menge brachte Professor Piccard begeisterte Huldigungen dar, so daß er viermal auf dem Balkon erscheinen mußte. Oie wissenschaftlichen Instrumente beschädigt. Paris, 19. Aug. (WTB. Funkspruch.) Ein Vertreter der Agentur Havas meldet aus Desen- Richard Wagner hat 13 Buchstaben, wurde 1813 geboren, die Quersumme von 1813 ist 13, an einem 13. April (1845) wurde der „Tannhäuser" vollendet, an einem 13. März (1861) wurde er uraufgeführt, und an einem 13. Februar (1883) starb Wagner. Was besagt das angesichts des ungeheuren Vorrats von Möglichkeiten, die ein geschehnisreiches Leben bietet? Massenet unterschlug beim Numerieren seiner Partitur stets die 13 die ansonsten in Frankreich beliebt ist und der Mistinguette als Glückszahl gilt. Moltke sagte oft: „Unberufen!" machte also von einer Angewohnheit der skeptischsten Skeptiker Gebrauch, die beim Ausspucken nur deshalb Holz anfassen, weil Asbest oder Leder weniger oft vorzw kommen pflegt. Der Mensch, der ins Licht der Scheinwerfer tritt (Schauspieler, Sängerin, Diseuse, Akrobat, Equilibristin, Bahbuffo, Rezitator) ist abergläubisch, um das böse Vorzeichen sofort zu durchkreuzen und dadurch Sicherheit zu gewinnen. Denn wenn man rechts stolpert, braucht man nur dreimal ‘über die linke Schulter zu spucken, und es kann einem nichts geschehen. Mit Spucke, dieser wahrlich wohlfeilen Substanz, wird alles Unheil abgewendet und ins Heil umgebogen. Nicht-Unglück wandelt sich zu Glück. Stellt man Schuhe aus den Tisch, gibt's Krach: pfeift ein Jüngling bei Tische, erwischt'er eine verwachsene Frau: sitz) man an der Ecke des Tisches, wird man einer bösen Schwiegermutter teilhaftig: drei Beispiele für indirekte Erziehung und nicht für Aberglauben. Wird die Braut mit ihrem Schleier vom Regen überrascht, hat sie Aussichten auf eine ideale Ehe: ein Beispiel für indirekten Trost und nicht für Aberglauben. Drinat nachts ein wilder Löwe brüllend in dein Schlafgemach, so darfst du Angst haben und dir einbilden, der Löwe bekomme welche, sobald du kabbalistische Zeichen in die Lust malst (knips das Licht an!) und ihn dadurch dermaßen verwirrst, daß er im selben Grade, wie du deine Angst abreagierst (Verzeihung!), vor deinen kabbalistischen Mätzchen von Angst erfüllt wird und sich grausend wendet in der Meinung, du seist Gustav Meyrink persönlich. Vielleicht wird er aber etwas ganz anderes tun. Und du vielleicht auch. Auf einem „vielleicht" beruht der Aberglaube. Man ist abergläubisch, wo man unsicher ist und mit einem „vielleicht" rechnen muß. Also eigentlich immer und überall. Der Wilde wie der zivilisierte Wilde. Und außerdem ist es vorteilhafter, der über den kleinen Weg gehuschten schwarzen Katze die Schuld am Unfall zuzumessen, als der heute zum erstenmal schofsierenden Gattin. Für viele ist der Aberglaube ein Schwimmgürtel, ein Rettungsring. Sie könnten „vielleicht" sehr gut schwimmen, aber sie wollen sicher sein. Und wer weiß, ob sie als geborene Nichtschwimmer nicht durch dauernden Gebrauch eines Rettungsringes das Schwimmen perfekt erlernen? Was einen Menschen glücklich macht, soll man ihm lassen. Und jede starke Lüge birgt ein Fünkchen Wahrheit Oie Bürgermeisterwahl im Wasser. Sollte da in einem Oertchen an der Maritza, nicht weit von Sofia, ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Die Parteien im Rat konnten sich nicht einigen. Man schlug wütende Redeschlachten, die Gemüter erhitzten sich mit jeder neuen Debatte immer mehr, und es bestand die Gefahr, daß es blutige Köpfe geben würde. Es wurde der Präfekt gerufen, damit er vermittele. Der Präfekt tat das auf höchst originelle Weise, er ließ die Parteien sich streiten und schaute derweilen höchst interessiert zum Fenster hinaus. Dann schwang er die Glocke, mit der er den Redeschwung unterbrach. Er erhob sich und bat alle Versammelten, mit ihm ans Fenster zu treten. Hier wies er auf die unten vorbeiströmende Maritza, den Strom, der in der bulgarischen Nationalhymne verherrlicht wird. Seine Wellen, sagte er, würden nicht nur die bulgarischen Herzen, sondern auch den Körper eines guten Bulgaren erfrischen. Er schlage deshalb vor, die Sitzung auf kurze Zeit zu unterbrechen und in der Zwischenzeit ein gemeinsames Bad in dem schönen nationalen Strom, der Maritza, zu nehmen. Gesagt, getan. Gemeinderat begab sich aus dem Sitzungssaal an das Ufer des Flusses, entledigte sich der Kleider und sprang ins Wasser. Hier wurde der Wahlkampf eifrig fortgesetzt, aber nicht mit heftigen Worten, sondern mit lustigem Geplantsche. Nach einer Weil hielt der Präfekt abermals eine herzhafte Ansprache an die gc- meinderätlichen Nackedeis und sagte: aus Eurer Erregung habe ich ersehen, daß 3hr eine große Entscheidung treffen wollt. Es ist verständlich, wenn 3hr Euch vorher gegenseitig massakrieren wollt. Fangt aber möglichst zeitig damit an, damit dies bis zum Wahltag beendet ist. 3e mehr Kandidaten vor der Wahl erledigt werden, desto besser für den, der gewählt werden soll. Die Gemeinderäte standen verdutzt im Wasser, einige waren so beschämt, daß sie einen Taucher zano, der Begleiter von Professor Piccard, 3n- genieur C o s y n s, habe erklärt, daß sämtliche wissenschaftlichen 3nstrumente bei der Landung beschädigt worden seien. Doch seien die wissenschaftlichen Dokumente intakt geblieben. Giaaiskonimissare für preußische Gemeinden. Berlin, 18. Aug. (WTB.) Gegenüber vielfachen Nachrichten über die bevorstehende Bestellung von Staatskommissaren in einigen Gemeinden wird von amtlicher Seite mitgeteilt, daß tatsächlich seitens der Staatsregierung Maßnahmen beabsichtigt sind, um auf eine gewissenhaftere und pünktlichere Abführung der von den säumigen Gemeinden erhobenen Staats st euern an die Staatskasse zu dringen. Die Rechtsgrundlage hierzu bietet die in der Haushaltsfeststellungsverordnung noch von der früheren geschäftsführenden Regierung getroffene Bestimmung. Danach erhält der Finanzminister das Recht, einen besonderen vtaats- beamten in die säumigen Gemeinden zu entsenden, der alle Maßnahmen zur pünktlichen Ablieferung der Staatssteuern ergreifen und im Notfälle der Gemeindekasse unmittelbar Zahlungsanweisung zur Abführung der nach seiner Bestellung eingegangenen Staatssteuerbeträge geben kann. Das dem Finanzminister eingeräumte Recht soll den Regierungspräsidenten übertragen werden. 3n welchen Fällen die Regierungspräsidenten von der Entsendung besonderer Beauftragter Gebrauch machen werden, wird durchaus von der Lage des Cinzelfalles abhängen. Die gedachte Maßnahme wird nur als äußerstes Mittel in Anwendung kommen. 3n jedem Falle wird dafür gesorgt werden, daß durch die Anordnungen der in die Gemeinden entsandten Beauftragten die Erfüllung der dringlichen Zahlungsverpflichtungen aus Gehältern, Löhnen und Wohlfahrtsunterstützungen keine Stockung erfährt. Ein großer Betrüger festgenommen. WSR. Frankfurt a. M., 18. Aug. Am Opferdenkmal in Frankfurt a. M. wurde der aus Berlin-Steglitz stammende Felir Li er au festgenommen, der sich als Missionsdirektor und Landesgrohmeister des Bahai-Ordens bezeichnete. Lierau ist 1878 in Steglitz geboren und war ursprünglich Buchdrucker und Heilgehilfe. 1930 war er in 3erusalem als „Arzt" tätig. Er soll sich ausgezeichnet haben bei der Bekämpfung von Tropenkrankheiten und als Chirurg. Lierau reist seit längerer Zeit in Deutschland umher und ist seit drei Wochen in Frankfurt „tätig“. Er hatte in einer Tageszeitung eine Anzeige aufgegeben, in der er für eine „Deutsch- chvistliche Mission" christlich und national Gesinnte sucht als Leiter von Niederlassungen seines Ordens. ^Interessenten mußten 2 0 0 0 b i s 3 0 0 0 Mark Kaution stellen. 3n Frankfurt und in anderen Städten soll eine ganze Reihe von Personen auf den Schwindel hineingefal- l e n sein. Gestern hat ihn eine Frau, die ebenfalls von ihm geneppt worden ist, am Opferdenkmal wiedererkannt und seine Festnahme veranlaßt. Man fand eine Menge gefälschter Papiere bei ihm, unter anberem auch einen Nachweis, dessen Lichtbild ihn in der Tracht eines Rabbiners zeigt und mit dem Zeichen seines Ordens versehen, ferner einen Ausweis, auf dem er sich Dr. L. Hamis nennt. Weiter fand man eine Aufstellung über Einnahmen, nach denen er täglich 25 Patienten behandelt und mit einer Einnahme von monatlich 1500 Mark rechnet. Durch eingemachte Bohnen vergiftet. WSN. Langen, 18. Aug. Nach dem Genuß von eingemachten Bohnen erkrankte die Familie des Philipp Fritsch aus Offenthal bei Langen unter schweren Vergiftungserscheinungen und mußte in das Langener Krankenhaus eingeliefert werden. Fritsch und dessen 18jährige Tochter sind dort im Laufe des heutigen Tages verstorben. Die Mutter liegt ohne Besinnung hoffnungslos darnieder. versuchten. Nun trat einer der Ratsmitglieder vor, lobte den Präsekten wegen seines guten Rates und machte dem Gemeinderat den Vorschlag, den Streit zu begraben, bzw. gleich ins Wasser zu versenken und den Bürgermeister jetzt sofort im Wasser zu wählen. Es war ihnen wohl schon reichlich kühl im Wasser geworden, denn innerhalb zwei Minuten hatte man sich geeinigt und die Wahl einstimmig vollzogen. Hnter dem Gesang der bulgarischen Nationalhymne kroch der Gemeinderat ans Hser, stieg in die Kleider und anschließend ins nächste Wirtshaus. Hochschulnachrichten. Der Zoologe Professor Dr. Ludwig Plate, Ernst Haeckels Nachfolger an der Hniversität 3 e n a, beging dieser Tage seinen 7 0. Geburtstag. Plate ist 1862 zu Bremen geboren, war Schüler von Ernst Haeckel und Richard Hert- wig, erwarb in 3cna den Doktorgrad und habilitierte sich 1888 in Marburg für Zoologie. 1905 wurde Plate Ordinarius der Zoologie an der Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule und übernahm fünf 3ahre später als Nachfolger Haeckels das Ordinariat der Zoologie in 3ena. Sein Spezialgebiet ist die Abstammungs- und Vererbungslehre, Anatomie und Phylogemie der Mollusken. Der Romanist Professor Dr. Rudolf Zenker in Rostock beging dieser Tage seinen 70. Geburtstag. Gebürtig aus Dresden, erwarb er in Erlangen den Doktorgrad, erhielt 1898 in Würzburg die venia legendi und siedelte acht 3ahre später als ao. Professor nach Rostock über. Hier erhielt er 1905 die Beförderung zum Ordinarius. Professor Zenker ist Herausgeber der „Romanischen Forschungen". Der Hamburger Prioatdozent Dr. Albrecht Unsöld hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Physik an der Universität Kiel als Nachfolger von Professor Walter Kassel erhalten. Als Nachfolger von Professor Wolfgang Denk ist der Privatdozent Dr. Peter Walze! an der Wiener Hniversität zum ordentlichen Professor der Chirurgie der Hniversität Graz ernannt worden. Zum Ordinarius der Chirurgie an der Hniversität 3nnsbruck als Nachfolger von Professor Egon Ranz! wurde Dr. Burghard Breitner, Privatdozent an der Hniversität Wien ernannt. sämter wurde bisher in die Heimfahrt an. Das Haus Sonnenstraße M. 32 u?°rden ft^e bei ‘"••RJÄS Wiederum ist ein Aligießener HauS vom Erdboden verschwunden: innerhalb weniger Jahre daS siebente. Ich weih nicht, ob es anderen meiner Mitbürger so geht, wie mir: mich beschleicht sedes- mal ein eigenartiges, wehmütiges Gefühl, wenn ein Stück Altgießen, fei es aus Altersschwache oder aus anderen Gründen, für alle Zeiten ausgemerzt wird. Fast täglich habe ich mich während ihres Abbruchs, zu den dem Tode geweihten alten Fachwerksbauten in der Schloßgasse, am Asterwcg, in der Dammstraste, am Walltor. tn der Neustadt, am Neuen Weg und zuletzt m der Sonnenstraste begeben und mit gemischten len zugesehen, wie vom Dach an, biS zum Fundament ein Stück nach dem anderen abgetragen wurde, und schon nach wenigen Tagen nichts weiter mehr zu sehen war, wie der Platz, auf dem vor zweieinhalb Jahrhunderten die Maurer und Zimmerleute den Aufbau begonnen hatten. Gerade an das dieser Tage der Baufälligkeit zum Opfer gefallene Hous Sonnenstraste 32 knüpfen «ich für mich aus meiner Jugendzeit allerlei Erinnerungen, denn ich war ein „Kreuzer Bub" und als solcher hatte ich das althergebrachte Recht, nicht nur alle um den Kreuzplah Herumliegenden Eckrn und Winkel, sondern auch die Häuser'vom Dach bis *um Keller zu durchschnüffeln, was, wenn es in Rudeln geschah, allerdings nicht immer einwandfrei vonstatten ging. Dor hau« stand auf einer, au, zwei Teilen bestehenden vodenfläche, deren jede schon vor der Erbauung, also vor vielen Jahrzehnten, ihren eigenen Besitzer hatte. Der gröstere Anteil gehörte einem Dorfahren des Rentners Konrad Walkomesius. in dessen Familie (sämtlich Metzgereien) es sich weiter vcr. erbt hat Der kleinere Teil der Bodenflache dagegen hat im Laufe der Zeit den Besitzer des öfte. ren gewechselt: dabei blieb das Eigentumsrecht der Familie Malkomefius unangetastet. Offenbar hat der Erbauer des Hauses, da sein Anteil allein für die Errichtung eines Hauses zu klein war und sich sein Grundstücksnachbar zur Hergabe seines Bodenanteils nicht verstand, von diesem die Er- laubnis erhalten, über dies Hindernis hinweg- zubauen. So kam es, dast das Haus dem Erbauer gehörte, der überbaute Raum aber Eigentum der Familie Malkomefius blieb, bis auf den heutigen Tag. Auf diese Art kam letztere in den Besitz ihrer Schlachthalle. Wir Giestener Jungen haben ungezählte Male gesehen, wie das Dieh, das ge. schlachtet werden sollte, von der Sonnenstraste aus, in dieselbe geführt und dann später ein Fleisch- viertel nach dem anderen durch die Mehgerbur- schen über die Strahe, um daS Vorderhaus herum in den Laden auf der Mäusburg getragen wurde. Als Vorderhäuser galten das Haus Kreuzplah Rr. 1 (in meiner Jugendzeit der Firma I. QI. Dusch Söhne, Spezereiwarenhandlung und Dlausärberei, jetzt Herrn Ludwig Größer in Trier einem Giestener. gehörig,. Ferner da« Hous Mäusburg Rr. 19 «Eigentümer der mehr- fach erwähnte Mehgermeister a. D. Malkomefius. Obgleich diese Häuser mit ihren Vorderfronten nahezu im rechten Winkel zu einander stehen, bil- den sie mit ihren Rückseiten eine zur Sonnenstraste rechtwinklige große Fläche. An diese war daS abgebrochene Haus mit seiner hohen Giebelseite angebaut und mit den beiden Vorderhäusern durch Türen verbunden. Eine derselben führte von dem Schlachtraum in daS Malkomesiussche HauS auf der Mäusburg, die übrigen vom 1. Stock und dem Dachgeschost in das Gröstersche auf dem Kreuz- Platz. Aus dem kleinen Raum im Parterre neben der Schlachthalle hatte man, da er für eine Wvh. nung nicht ausreichte, einen, nur von der Son- nenstraste aus zugänglichen kleinen Laden mit noch kleinerem dahinterliegenden Stübchen, in das man über ein kleines Treppchen hinaufklettem muhte, zurechtgemacht. Soweit ich mich erinnere, wurden in dieser kleinen Behausung im Laufe der Jahre In bunter Reihenfolge Vollwareu, Fische, Brot, alle Kleider und Schuhe feilgehallen, dann betrieben auch noch in Abständen mehrere Barbiere, Schuster, Spengler und zuletzt ein Rhein dem erforderlichen Umfange zugclassen worden. Als Meldestellen für Arbeitsdienstwillige, die sich nach den neuen Bestimmungen bekanntlich nicht lediglich auf Unterstützungsempfänger beschränken, sind in allen Fällen die ArbeitLä".!:. bestimmt worden. Meldungen bei dem Reichskommissar oder den Bezirkskommissaren sind daher zwecklos. Die Arbeitsämter sind angewiesen worden, Wünschen von Arbeitsdienstwilligen, zu Aus der Provinzialbauptstadt. G lest en. den 19. August 1932. Unbeschränkte Wasserversorgung unserer Stadt. Trotz der lange anhaltenden starken Hitzeperiode ist die Versorgung unserer Stabt mit Trinkwasser bisher uneingeschränkt möglich gewesen. Der neue Hochbehälter bei der Ganscburg, der im Winter 1930 in den Dienst unserer Wasserversorgung gestellt wurde und besonders der Aufgabe gilt, bei lange anhaltender Trockenheit mit seinem ständig großen Wasservorrat die Versorgung der Bevölkerung ohne Einschränkung sicherzustellen, hat also bis jetzt seine Probe aufs Excmpcl bestanden. Obwohl bei der außerordentlich heißen Temperatur täglich große Mengen Wasser verbraucht werden, ist doch ständig in dem Hochbehälter ein Wasservorrat von mehreren tausend Kubikmeter vorhanden. Man kann auch weiterhin damit rechnen, daß unsere Stadt, im Gegensatz zu manchen anderen Gemeinwesen, dank der weitsichtigen Aufspeicherung von Wasservorräten keinen Mangel in der Trinkwasserversorgung zu erwarten haben wird. Oie DerfahrenSvorschristen für den Freiwilligen Arbeitsdienst. Dom Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst sind unter dem 11. und 16. d M. die Destimmungen über die von den Trägern der Arbeit und des Dienstes zu beobachtenden Der- fahrenSvorschriften erlassen worden. Die Dienststellen sind angewiesen worden, bei der Anerkennung der Maßnahmen und der Zuweisung der Arbeitsdienstwilligen mit größter Beschleunigung zu versahren. AlS Träger des Dienstes werden vom ReichS- kommissar solche Derbände als besonders geeignet bezeichnet, die durch Gemeinschaftsideen, welche außerhalb des Freiwilligen Arbeitsdienstes liegen, ihre Mitglieder zusammenfafsen und in der Lage sind, für die Maßnahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes einen bestimmten Stamm von Arbeitsdienstwilligen zu stellen. Zum Arbeitsdienst können grundsätzlich nur Arbeit-dienstwillige bi- zu 25 Jahren zugelasfen werden. Eine Ausnahme ist vom Reichskommissar nur für die Führerausbildung und -Verwendung iWfare ä®em*en. '6 sZrr prD« e-Ssi?; srsä1 °ch erhält 9Ä 9e* ;,n Gemeinden >>, jBmen zur pünktlich^ ,ftn ergreifen und im S unmittelbar J, 8’Äna* 'S Eioatssteuerbetiäge Ömin'fier einge- jwn «füllen die Äe- Entsendung beson- keuch mtidjcn werden. ^elsalleS n 9liV'tb nur --IS lammen. T öMt teerten, dch &Kin finden Jie Erfüllung der dring- ^ngen aus Tehältern, rtsunterftuhungen lein! Äff« Md »-» ijn« «eÄ iinuten IW nftimmig &w IfacbriÄte«- f(, 1« ®r- ÄWI« ifaer an 0er @c* Tage ^ n gcboten. 1 1862 -u 3rf5orb Herb I cn aoologit- jl rburg f^Q-Xaie an i is der I xLS •2’8«*' «ui i -«Hs- nl *- ’S* ! sei J •• Der Kraftfahrzeugbestand in Hessen. Rach ben Ermittlungen des Hessischen Landesstatistischen Amte« betrug der Kraftfahrzeugbestand in Hessen insgesamt 11 941 Personenkraftwagen. 3468 Lastkraftwagen und 16 419 Krafträder. Gegenüber dem Jahre 1931 ist die Anzahl der Kraftfahrzeuge gestiegen. Jedoch war eine beträchtliche Zahl von Fahrzeugen bei den Zulassungsbehörden vorübergehend abgemeldet. Abgemeldet wurden etwa 11 v. H. der Lastkraftwagen, 9 v. H. der Personenkraftwagen und etwa 8,5 v. H. der Krafträder. Dabei sind im Sommer jahreszeitlich am wenigsten Kraftfahrzeuge vorübergehend abgemeldel, da es ja im Winter hauptsächlich üblich ist, Kraftfahrzeuge außer Betrieb zu setzen. So sind in diesem Jahre im Dolks- staat Hessen weniger Kraftfahrzeuge im Verkehr gewesen al- im Vorjahre. Diese Erscheinung ' Hessen noch nie beobachtet. ften. Die 8. Dereinswanderung •* VHC. © i e ., am vorigen Sonntag führte — wie man uns berichtet — in das Dilltal. 36 VHEer wanderten nach Zurüctlegung der Bahnfahrt von Aßlar aus über den auf bequemen Pfaden erstiegenen Dillberg, auf schönen Hochwaldwegen zu der im Wiesental vom Wald eingeschlossenen Gisen- erzgrube Fortuna, deren Betrieb infolge der schlechten Wirtschaftslage vollständig ruht, und weiter nach dem schön gelegenen Dernbachtal. Vach ausgiebiger Frühstücksrast am Waldesrand wurde die Wanderung durchs ganze Dernbachtal, an zahlreichen Hochständen vorbei, fortgesetzt. Rach Wiederersteigung der Höhe führte der Weg bei dem Junker Johannesplah abermals auf die uralte Hohe Straße, di: bereits auf dem Wege zum Dernbachtal überschritten wurde. Um 12.30 Uhr erreichte man das Wanderziel Diana- burg. Rach zweistündiger Rast und Wahrnehmung des selten schönen Rundblicks von dem Aussichtsturm erfolgte der Weitermarsch auf abwechslungsreichen Waldwegen über Forsthaus Langegrunb und Greifenthal nach Kahensurt zur Schlußrast. Um 18.48 Uhr traten die Wanderer besonderen Maßnahmen zugelassen zu werden, möglichst zu entsprechen. Beim nächtlichen Bad in der Lahn ertrunken. In der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr badeten in unmittelbarer Nähe des Bootshauses des Ma- rinevereins zwei Studenten und ein Gerichtsrese- renbar. Auf bisher noch ungeklärte Weife versank plötzlich und unbeobachtet der Gerichtsreferenbar August Weinmann aus Darmstabt (wohnhast in Gießen, Löberstraße 1) unb würbe nicht mehr gesehen. Als bic beiden Stubenten bas Ausbleiben ihres Ramerabcn bemerkten, machten sie sich sofort auf die Suche nach bem Vermißten, benachrichtigten aber schließlich bie Polizei, bic bann gemeinsam mit ber Wache der Militärbabeanstalt Die Lahn absuchte. Die Nachforschungen blieben bisher leiber ergebnislos. ** Die Straßenumbauten Sonnen» [trage unb D a m m ft r ahe werben bis morgen abenb abgeschlossen. Die Fahrbahn ber Sonnen- straße hat eine Kaltasphaltbecke, ber Bürgersteig eine Decke von Gußasphalt erhalten. Ueber bie Aus- gcftaltung des kleinen Platzes, ber sich an ber Dammstraße ergeben hat, schweben noch Erwägungen. v ,, , " Vom Brückenbau an der Frankfurter Straße. Dem Umbau der großen Drücke über die Main-Weser-Bahn vor dem Dor- vrt Klein-Linden fiel leider auch das Uhr- türmchen, nahe der Drücke zum Opfer. Von den vielen in Gießen beschäftigten Personen, nament- ger sestgenommen. : ° M 18. Aug. 2m uü a. M. tourte der aui de Felir Sie tau fest- Missionsdirektvr 'elfter des 2ahai-0r- > ip 1878 in öirglih ge- inglich CBud)bruder und in Oerufalem als „2nt" Michnei haben bei der ckanlheiien und als Lhi- ängerer Zeit in Deuilch- drei Wochen in Jranl« i einer Tageszeitung eine der er für eine „Deutsch- istlich md national ®e« on Äiederlassungen seines * 2000 618 3000 len. 3n Jrantfurt und in ne ganze Aeihe von Per- indel hineinyesal- ihn eine Frau, die eben« toorden ist, am Opfer- md feine Festnahme Der« Menge gefälfchtek 'er anderem auch einen lb if)n in der Treck und mit dem Äeichc. » ferner einen QlnÄteeis, hamis nennt. Weiler m über Einnahmen, nach | Patienten behandelt und | >n monatlich 1500 Marl ® 13o6nen »etfliffet Aug. Nach bem Oenufe oon Mitte bie Sam 'e d ffenthal bei Langen unter tungserldjctnungen Lener Krankenhaus eA S bellen Whrige I " heutigen Tages oerftorben. | lich auch von den im Gießener Dahnhof tätigen Dcdienstetcn und Angestellten, wird dies fchr schmerzlich empfunden. Hoffentlich findet sich nicht weit von der alten Stelle doch wieder ein Platz, wo sich die Uhr aufstellen läßt. •* Einbruch im Gasthaus. Zn der Gast wirtschaft „Zum Rangierkopf" in Klein- Linden wurde in der Nacht zum Donnerstag ein schwerer Einbruchsdiebstahl verübt. Der oder bic Diebe erbrachen ein Fenster im Erdgeschoß, drangen in das Gastzimmer ein, fliegen auch in den Keller unb eigneten sich verschiedene wertvolle Oegenftänbc an. Die Einbrecher stahlen einen Rabioapparat mit Lautsprecher, ein Paar braune Herrenhalbschuhe, eine Aktenmappe mit verschiedenen geometrischen Instrumenten, zwei Pakete mit je 20 Tafeln Schokolade, einige Flaschen Weinbrand und andere Svirituosen, sowie eine Flasche Bier. Die Landes- kriminalpolizeistelle Gießen nahm sofort, zusammen mit der zuständigen Gendarmerie Gießen, die Ermittlungen auf. Die Diebe konnten bisher noch nicht gefaßt werden. " Großer Aehrendleb stahl. Aus einem Weizenacker des Landwirtes Bernhard Kratz in Lindheim (Kreis Tübingen) wurden in der Rächt zum Donnerstag von 53 Garden sämtliche Aehren abgeschnitten und gestohlen. Der Landwirt sand am anderen Morgen nur noch bic leeren Strohhaufen vor. Der Schaben ist beträchtlich. Die LandeSkriminalpolizeistelle Gießen nahm sofort bie Ermittlungen auf unb fetzte einen Polizeihund auf die Spur. Bisher waren die Bemühungen der Polizei noch nicht von Erfolg gekrönt, bic Untersuchung wird fortgesetzt. ee Deerenernte im BergwerkSwald. War schon die diesjährige Himbeerernte gut ausgefallen, so muß man die jetzt beginnende B rom- bccrcrntc als sehr gut bezeichnen Täglich wandern Hunderte, groß und klein, mit Töpfen und Eimerchen in den nahen BergwerkSwald. um gegen Abend mit gefüllten Gefäßen zurückzu- kchren. Für manche bedeutet das Bcerensammcln, wenn eS auch viele Mühe macht, einen kleinen Nebenverdienst. Leider aber giot eS Leute, die die Beeren schon in halbreifem Zustand abpflücken Wenn nicht bald ein durchdringender Regen kommt, wird das Deerenholcn vorzeitig sein Ende finden, denn die noch nicht auSgcreiften Beeren vertrocknen am Stock. Wachstum und Begabung. Interessante neue Forschungsergebnisse. Don Or. £>. Werner. Während bie medizinische Wissenschaft bis in die jüngste Gegenwart hinein In erster Linie nur die eigentlichen KrankheitSerscheinungen studierte und der allgemeinen Konstitution deS Menschen wenig Ausmerksamkeit widmete, bat sich in neuester Zeit ein beachtlicher Umschwung in dieser Beziehung vollzogen. Heute steht die Äon« stitutionSforschung stark im Vordergrund deS Interesses, und insbesondere auch die De« ziehung zwischen Körperbau und geistiger Entwicklung sind Gegenstand ernsthafter wissenschaftlicher Forschungen geworden. Der amerikanische Gelehrte Professor Todd hat Tausende von Schulkindern untersucht unb drei Haupttypen deS Körperbaues bei ihnen scst- stellen könnens bie ,.W einglas die ..Tonnen-" unb bic „Röhrensor m". Diese De- zeichuungen vermitteln eine plastische Vorstellung von ber Körperbildung ber Typen Die Wein- glaSform - baS Kinb mit breitem Schultergürtel unb schmalerem Decken — soll die günstigste önt- wicklungschance haben DaS „Tonnenkinb" ist normal veranlagt für seine körperliche unb geistige Entwicklung, während daS „Röhrenkind" Schwierigkeiten hat. sich langsamer entwickelt, viel Schlaf braucht unb leichter erregbar ist. Womit sich von selbst ergibt, daß ein derartiges Kind in ber Regel kein Musterschüler sein kann. DaS stärkste Wachstum setzt bei allen Typen zu verschiedener Zeit ein. Ob diese plötzliche Körperentwicklung zwischen dem 13. und 14. Lebensjahr oder später zwischen dem 15. und 16. Lebensjahr einsehen wird, kann der Arzt auS dem Knochenbau des KindeS erkennen- Woran« zum anderen wieder Rückschlüsse auf die gesamte Entwicklung eines Menschen gezogen werden können. Die "Begabung eine« KindeS ist nicht unbedingt maßgebend für da- spätere Leben. Jeder Lehrer wird die Beobachtung gemacht haben, welch ungeheure Unterschiede geistiger, körperlicher unb seelischer Natur zwischen zwanzig Kindern deS gleichen Alters unb derselben Klasse bestehen Zwei Gleichaltrige, deren einer ber Reise eines Vierzehnjährigen entspricht, während der andere kaum die Entwicklungsstufe deS Achtjährigen erreicht hat, sind keine Seltenheit. Es ist vollkommen falsch, wenn liebevolle Eltern aus der geistigen Reise ober „Begabung" eine« KindeS positive oder — was noch ärger ist — negative Schlüsse auf die Stellung de« KindeS im späteren Leben ziehen. ES läßt sich in dem jugendlichen Aller, wo Ausbildung des Körpers und Geiste« noch gegeneinander ausgewogen werden und durchaus nicht parallel lausen, überhaupt nichts auf die Zukunft schließen. Allzu schnelles Reifen zieht auch in der Regel ein vorzeitiges Alter nach sich. Das ist die alte Erfahrung, die man mit Wunderkindern macht, und gerade bei genialen Menschen ist häufig eine langsame und späte Entwicklung beobachtet worden. Daß bei der sogenannten „Schulbegabung" auch Rassenfragen mitsprechen, beweist die Tatsache, daß in afrikanischen Schulen, wo weiße unb schwarze Kinder gemeinsam unterrichtet werden, die kleinen Neger bi« zum 12. Lebensjahr macher ein Handwerk darin. L» war ein olel- sekklge» Lokal. Auf der Rückseite deS Hauses floß, vom Botanischen Garten kommend, „bic Stabtbach" vorbei. Das offene Bett ist noch unverändert vorhanden. Dasselbe zieht um das Schloß und den Heidenturm herum und geht vor der ehemals Ottenschen Färberei (dann Restauration Fei del, jetzt SanitätSstation), in einen Kanal über, der, unter dieser herziehend, den Kanzleiberg in etwa drei Meter Tiefe durchquert unb sich bann unter den Häusern längs der Sonnen- straß-e biS zum ehemals Kathreinschen Haus, an dessen Stelle jetzt daS Sonntagsche steht, fort- setzte. Von da ab floß die Dach wieder offen unb zwar zwischen den Rückseiten der Häuser der Wagen- bzw. Dreihäusergasse einerseits und denen der Sonnenstraße andererseits, her, biS zum ehemaligen Dufchschen unb Malkomesius- schen Vorderhaus, unter welchem sie, die Mäusburg nach dem Honschen HauS -u durchquerend, verschwand. Die MalkomesiuSsche Schlachthalle hatte auszer der erwähnten Türe noch eine solche mit zwei Trepplingen, die direkt in die Dach führten. Einige Meter „stromaufwärts" befand sich in dem Höschen des Scheelschen, früher Hcniibachschen HauseS, ein offener Zugang zur Dach: abwärt- unter dem ehemalig Dufchschen Vorderhaus, ein ebensolcher, der aber natürlich, wie der Keller überhaupt, üdrrwölbt war. haubachs (wie ber Busch'schen Firmeninhaber) waren ihre» Zeichen» Blaufärber. Sie wuschen an diesen Stellen die damals von den Dorf- schönen allgemein getragenen hellblauen Strümpfe aus, um sie von dem Farbüberschuß zu befreien. Dem Mrygcrmrister Malkomefius fiel es natürlich auch nicht «in — etwa au« hygienischen Gründen ben bei seinen Schlachtungen entstehenden Unrat abzusahven. WaS nicht auf dem, noch der Dach zu etwas abschüfsigen, Doden von selbst ablief, wurde mittels Besens und ein paar Kübeln Wassers über die Treppe hinauSbesördert. unb bemit hatte er seine Pflicht, Die Halle sauber zu halten, erfüllt. Was die RachbarSleute sagten, war ihm einerlei. Er übte ein althergebrachtes Recht aus unb bamit basta. Die Anwohner wußten cs ja auch schließlich nicht anders und sanden sich damit ab. Rur auf die beiden Färber war Rücksicht zu nehmen, die diese auch ihm gegenüber zeigten. Es soll da nie, wie mir meine Gewährsleute versicherten, zu Differenzen gekommen fein. , ilebrigen« waren cs nicht nur diese drei Anlieger, welche dem armseligen Flüßchen daS Leben lauer machten. Gerade in der offenen Strecke hinter den Häusern ber Sonnenstraße, muhte e« die schamloseste Behandlung über sich ergehen Tassen. „ . Den Strümpfen sah man trotz alledem nicht an. daß sie mit Bachwalser gewaschen worden tonten, denn sie blinkten in der Sonne in azurner Bläue wie im Hochsommer ber Himmel. Zu hunderten standen sie auf flache Holzschabloncn ausgezogen, an den Häusern der Sonnenstraße entlang, zum Trocknen angelchnt. und wir Jungen, die wir beim HinauStragen behilflich waren, die Weißen In ihren Leistungen übertreffen, während fie dann später den hellhäutigen Mitschülern gegenüber stark in« Hintertresfen geraten. Interessant sind auch die Zusammenhänge zwischen anormalem Wuchs unb geistiger Entwicklung Zwerg- und Riefenwucks sind vielfach von geistigen Anormalien begleitet Eine Erklärung Dafür bieten die WachSlumSvorgänge deS Körpers. Sic werden bestimmt durch bic innersekretorischen Drüsen unb lallen sich an Der Entwicklung der Knochen erkennen Da die Entwicklung des Gehirn« durch die gleichen Vorgänge bedingt ist wie die Entwicklung Der Knochen, läßt sich au« bem Zustand b* Knochen auch aus den Stand der geistigen Entwicklung schließen. Nicht allein die Größe der Knochen ist Dabei entscheidend, sondern in höherem Maße noch Der Grad, bi« zu dem die Knochen von Dein weichen Zustand der Jugend bereit« in Den festeren unb spröderen bc« erwachsenen Menschen übergegangen sind Daß ber Gehirnanhang, bic sogenannte Hvpo- physe, zum großen Teil bestimmend auf Die Wachstumsvorgänge wirkt, ist heute ziemlich bekannt Zwei Parallel laufende Vorgänge- werden heute dieser Drüse vor allem zugeschricbem die Entwicklung des Wachstum- körperlich gesehen — und die der geistigen und körperlichen Reife. Die Hypophyse enthält zwei Arten von Zellen. Die eine Art versorgt nach Ansicht Der Gelehrten daS Blut mit Den chemischen Stoffen, die den Anreiz zum Wachstum geben. Diese Zellen sind in Der frühen Jugend besonders zahlreich und tätig. Daher wächst der Körper bis zu einem bestimmten Alter Während dieser Zeit ist Die anDcre Gattung von Zellen verhältnismäßig untätig. Untersuchungen bei Tieren ergaben, Daß Die WachstumSzcllen langsam an Kraft abnehmen in gleichem Maße, wie bic zweite Gattung in ihrer Tätigkeit wächst Diese zweiten Zetten beeinflussen unb veranlassen Die Reise DeS jungen Menschen, körperlich unb geistig gesprochen. Also eine starke Entwicklung des Geistes, neben dem Stimmwechsel und der Ausbildung der Körperformen. Es ist eine ganz bestimmte Zeit, in der diese Umstellung erfolgt, in ber das Wachstum nachläßt unb Die Reife beginnt. Gewisse Störungen im Ausgleich bieser betben Zettgattungen veranlassen übertriebene« Wachstum wobei die Reifezellen nicht zur Entfaltung kommen unb die Folge ist, daß ein Riefe mit mangelhaften GelsteSgaben und fehlender Reise entsteht. Ober aber da« Wachstum wird zu srüh unterbrochen, die Entwicklung geistiger und körperlicher Reife setzt zu rasch ein. Ein kleiner Körper mit einem frühreifen Geist entsteht. Diese Vorgänge, deren tiefste Ursachen man noch immer nicht restlos ergründet hat unb Die Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen bleiben, lassen sich am Knochenbau eines jungen Menschen unb an bem Zustand der einzelnen Knochenteile erkennen. Vielleicht werden Die Schulkinber von morgen vor dein Eintritt in Die Klasse auf ihren Knochenbau hin röntgenologisch untersucht ... haben gar manchmal für bie mithelmgebrachken, weder mit Seife noch mit Sank» in ihren normalen Zustanb zurückführbaren, bis aus die Knochen blaugefärbten Hände, von Der Mutter die verdiente klatschende Quittung erhalten. Mit dem Abbruch de« Hauses Sonnenstraße 32 ist wieder ein Stück eigenartiger Bau- und Eigentumsverhältnisse, wie sic bei den einengen- den Wällen der Festung Gießen nicht zu vermeiden waren, verschwunden, und eS wird bie Zeit kommen, in der von dem trauten „Alt-Gießen" nicht mehr viel zu sehen ist. Hat man Doch seit Dem 70/7ler Kriege die Straßen ber Altstadt Durch Einbau neuer Häuser unb Modernisierung der alten derartig umgcmobclt, baß das. an Dem der alte Gießener so sehr hängt: an beni einfachen, freundlichen Giebelhäusern unb -Häuschen, nur noch an einzelnen Stellen in seines Ursprünglichkeit zu finden ist. Wit können e» ab ein Glück betrachten, Daß da, alte Baffjau», Die frühere hlrschapotheke, Die beiDen Schlösset auf Dem BranDnkaß und eine Anzahl Burgmannenhäuset erhallen geblieben flnD, sonst hätte Gießen au» seiner Der- gangenhell an altertümlichen Bauten nur seht wenig aufzuweifen. Wie nahe manchmal bic Beseitigung altehrwürdiger Gebäude an ihrem Vollzug vorbeiging, beweist die Tatsache, Daß man vor gar nicht allzulanger Zeit ernstlich Daran dachte. Dein alten Schloß mit dem Heibcnlurm, das Schicksal deS alten Äollegiengebäubc« mit der Sternwarte, den vier FestungStoren und der Neustäbter Stadt- Pforte zu bereiten. Ob man bic 1810 1812 wegen ihrcS baufälligen DacheS abgebrochene Pankra- tiuSkirchr - iyr Turm steht ja noch nicht auch der Nachwelt hätte erhalten können? Kii-chlicke Nachrichten. Jfraetllifche Gemeinden. Israelitische Bellglonegemelnbe. Gottesdienst in Der Synagoge (SüDanlage). Samstag, 20. August. Vorabend 7.15 Uhr; morgens 8.30; abends 7.45 unb 8.25 Uhr. Noch vor wenigen Jahren nannte man die Sonnenstraße „In der Sonne" und den Kreuzplah „Auf dem Kreuz". Diese neuen Bezeichnungen habe ich beibehalten. Dagegen konnte ich mich nicht entschließen, unser Stadlgewä'ser, welches seit Menschengedenken, bi« zu seiner Pietätlosen Elnscharrung, bei ben Gießenern „d i e" Bach h eß, noch zu guter Letzt mit „b e t" 'tiad) zu titulieren. Hat ja auch Duden nicht« dagegen, wenn man „Den" Dach „Die“ Dach nennt Langfristige Wettervoraussage für die 3eit vom 19. bie 28. August 1932. Fortbestand Des vorwiegend helleren, mannen unb trockenen Wetters. Es ist jedoch zu erwarten, baf) bie Tageslmchsttemperaturen in ber nächsten Woche durchschnittlich etwas niedriger fein werden als in dieser Woche. Buntes Verbreitung und Namen der deutschen Zeitungen. 3n 2658 deutschen Orten erscheinen zur Zeit 4703 Tageszeitungen. Es ist eine irrige Annahme, daß Deutschland mit Zeitungen übersättigt ist, denn erst auf 13 270 Einwohner kommt eine Zeitung. Partcizeitungen gibt es gleichfalls weniger, als angenommen wird. Insgesamt sind 973 vorhanden, die sich nach der Gröhe der Anzahl wie folgt verteilen: Zentrum und BDP. 603, SPD. 135, RSDAP. 120, KPD. 49, DRDP. 32, DAP. 17, Wirtschafts- und Staatspartei je 10. Llcber diese ausgesprochenen Parteizeitungen hinaus gibt es 1074 rechtsgerichtete und 193 linksgerichtete Zeitungen. Als parteilos bezeichnen sich 2029. Die höchste Auflage einer deutschen Tageszeitung ist 550 000; die geringste wird mit 55 angegeben! Lieber 100 000 Auslage haben 23 Tageszeitungen, zwischen 50 000 und 100 000 sind es 33, und zwischen 20 000 und 50 000 sind 119 verzeichnet. In Berlin (ohne Bororte) erscheinen allein 76 Tageszeitungen. Die Aamcn der deutschen Zeitungen haben sich im Laufe der Jahre mehr und mehr vereinheitlicht: „Anzeiger", „Tageblatt" (in Süddeutschland „Tagblatt"), „Zeitung" und „Aachrichten" mit dem Hinzufügen der Ortsnamen sind die in Deutschland am meisten vorhandenen Zeitungen. Gleichfalls weit verbreitet sind die Aamen: „Kurier", „Rundschau", „Echo", „Kreisblatt", „Stadtblatt" „Bote", „Post". „Tagespost", „Beobachter", „Erzähler" und „Sprecher". Als in Oels (Schlesien) die erste Eisenbahn gebaut worden war. nannte der tüchtige Verleger seine Zeitung „Die Lokomotive an der Oder", denn durch die Lokomotive kamen naturgemäß die neuesten Rachrichten an. Als in Köpenick der regelmäßige Dampfschiffverkehr nach Berlin eingerichtet wurde, taufte H. Ienne 1866 seine Zeitung „Das Dampfboot". Beide Zeitungen bestehen heute noch, wie auch der 1785 in Löbau (Sa.) gegründete „Sächsische Postillon". Der „Gesellige", der 1826 in Graudenz gegründet wurde, verzog 1920 nach Schneidemühl. Wir sehen dann noch die „Henne" in Ilmenau, die am Fuße des Kicke!- Hahn täglich ein frisches Ci legt, die „Fortuna" in Glückstadt (1740), den gemütlichen „Waldler" in Regen im Bayerischen Wald; den „Stammgast" in Liebenstein; den „Sächsischen Erzähler" in Bischofswerda; den „Greif" und den „Kleinen Greis" in Greiffenberg (Schles.); die „Alte Liebe" in Cuxhaven, die nach dem alten Wahrzeichen der Stadt, der gleichnamigen, in die Llnterelbe hinausragenden Mole benannt ist; den „Patriot" in Lippstadt (1848); den „ Freimütigen" in Soest; den „Boten aus den sechs Aemtern" in Wunsiedel; das „Echo aus dem Siebengebirge" in Allerlei. Königswinter; die „Berg-Glocke" in Reichenstein (Schles.); den „Wörlitzer Winkel"; den „Wasserfall" in Furtwangen (Bad.); den „Deutschen" in Sondershausen (1813); den „Hinterpommer" in Köslin; den „Altmärker" in Stendal; den „Zoller" in Hechingen; den „Prignitzer" in Wittenberge; die „Glocke" in Oelde (Wests.); den „Schwarzwälder Boten" in Oberndorf (1835); den „Sauerländer" und die 1806 in Zerbst gegründete „Extrapost", die bis zum Jahre 1871 noch in ihrem Kopf den Spruch trug: Die Extrapost für Stadt und Land macht allerhand, was nützt, bekannt. Wir sehen noch das „Ländchen" in Dockwih (Sa.); den „Gemeindeboten" in Holzweißig und die „Goldene Aue und Finne" im Llnstruttal. Wo man sich nicht küßt. Können wir uns überhaupt vorstellen, daß es auch Menschen gibt, die nicht wissen, was ein Kuh ist? Lind doch gibt es Völker, die ihn nicht kennen und die, wenn sie unseren Kuß sehen würden, darin etwas höchst Llnpassendes erblicken müßten. Sie haben Grußformen, die wir wieder kaum verstehen können. Ein pqar Beispiele dieser Art führt eine englische Zeitschrift an. Die Eingeborenen mancher Südseeinseln begrüßen sich, indem sie Mund und Rase an die Wange des, andern legen, wie um lange und kräftig daran zu riechen. Wollte jemand zu ihnen sagen: „Küsse mich," so wäre ihnen das unverständlich, man mühte es für sie in: „Rieche mich" übersetzen. Ein mongolischer Vater küßt auch nicht seine Kinder, sondern beriecht ihr Haar. Wenn ein Südsee-Insulaner einen andern besonders ehren will, gießt er ein Gefäß mit Wasser über seinen Kopf. Gerade im Gegensatz zu uns setzt der Chinese, wenn er höflich sein will, den Hut auf den Kopf, und wer in Japan auf diese Sitte hält, zieht sich zur Begrüßung seine Schuhe aus. Will man in Persien jemand seine besondere Hochachtung ausdrücken, darf man sich ihm nur mit nackten Füßen nahen. Die Araber küssen sich gegenseitig die Füße oder Knie und bei einer hochgestellten Persönlichkeit küßte man den Saum ihres Kleides. Die Bewohner der Goldküste verbeugen sich zum Gruß tief, nehmen ihr Obergewand von der Schulter und falten es unter dem Arm. Bei einem Besuch unter den Eingeborenen von Brasilien bietet der Wirt dem Gast einen Sih an, und dann verhören sie beide etwa eine Minute in vollkommenem Stillschweigen. Erst dann blickt der Wirt erstaunt um sich und fragt mit lauter Stimme: „Bist Du da?" Will ein Dasuto seinen Häuptling anreden, so begrüßt er ihn mit dem Titel „wildes Tier", was uns wenig schmeichelhaft erscheinen dürfte, den Ohren des Häuptlings aber wie Musik klingt, denn es ist eine Ehre, die seinem Mut und seiner Kraft dargebracht wird. SJ.-j’pori Handball der Sp.-Vg. 1900. Polizei Buhbach in Gießen. Die Handballabteilung der Spieloereinigung 1900 will in der kommenden Saison einen regen Spielbetrieb entfalten. So empfängt sie kommenden Samstag die bestens bekannte Elf des Polizeisportvereins Butzbach und stellt sich am Sonntag dem To. Pohlgöns. Gegen die Butzbacher Polizisten, ein in Gießen stets gern gesehener Gegner, haben die 1900er wohl keine Gewinnchance. Sie müssen bemüht bleiben, so gut Widerstand zu leisten, wie es eben geht. Dadurch, daß in letzter Zeit ein gutes Zusammenarbeiten in der Mannschaft festzustellen war, sollte Gewähr für ein ehrenvolles Abschneidcn geboten sein. Auch in Pohlgöns werden die Spielvereinigungsleute ihr ganzes Können aufbieten müssen. Die Turner-Mannschaft ist als gefährlicher Gegner bekannt und konnte z. B. bei dem letzten Gießener Hallen-Handball-Turnier recht gut gefallen. Europa-Rundflug 1932. Der Streckenslug. A Nach Abschluß der technischen Prüfungen am Samstag siedeln die Teilnehmer nach dem Flughafen Tempelhof über, wo am Sonntagfrüh der Start zum eigentlichen Rundslug erfolgt. Die Reihenfolge des Startes wird ausgelost. In den drei' Großetappen können im Höchstfälle 220 Punkte erzielt werden. Das Punktergebnis der technischen Prüfungen und des Rundfluges ergibt dann die Startfolge für den abschließenden Ge° fchwindigkeitsflug, der am 28. August über 300 Kilometer in einem Dreieckskurs von Tempelhvf nach Frankfurt a. d. O. und zurück geflogen wird. Der Schnellste dieses Rennens ist also der Sieger im Curopa-Rundflug 1932. Die einzelnen Etappen: 21. bis 22. August: Tempelhof — Warschau — Krakau — Prag — Brünn — Wien — Agram — Vicenza — Rimini — Rom (2497,4 Kilometer); 23. bis 24. August: Rom — Florenz — Bellinzona — Turin — Wendepunkt: AVenga — Cannes — Lyon — St. Gallen — Stuttgart — Bonn — Paris (2464 Kilometer); 25. August: Ruhetag in Paris; 26. bis 27. August: Paris — Deauville — Rotterdam — Dortmund — Hamburg — Kopenhaoen — Laholms Ducht — Göteborg — Laholms Bucht — Kopenhagen — Hamburg — Berlin-Staaken (2401,2 Kilometer). Vorbereitungen für die Vrennsloffverbrauchs- prüfung. Im Flughafen Staaken herrschte am Donnerstag eine ungewohnte Ruhe, da sich die Teilnehmer auf die Brennstoffoerbrauchsprüfung vorbereiten. Alle Brennstofftanks der Flugzeuge wurden entleert. Freitagfrüh wird dann unter Aufsicht von Vertretern des Sportausschusses jedem Teilnehmer eine bestimmte Menge Brennstoff zugeteilt, von dem nach der Rückkehr der Flugzeuge der Rest zurückgewogen und so der Verbrauch ermittelt wird. Der Stand der deutschen Teilnehmer nach den bisherigen Wertungen ist folgender: Poß an 9. Stelle, Wirth an 11., Junck an 14., Cuno an 15., Morzik an 16., Pasewaldt an 17., Stein an 18., Lusser an 20., Seidemann an 22., v. Cramon an 23., Freiherr von Massenbach an 30., Papana-Ru- mänien, der unter deutscher Flagge fliegt, an 34., Marienfeld an 36., Raab an 41. Stelle, der letzten Stelle des Wettbewerbs. Kurze Sportnotizen. Australiens Tennisspieler waren eine Klasse besser als die Mannschaft des Berliner Tennis-Verbandes und schlugen die Reichs- Hauptstädter, ohne einen Punkt abzugeben, mit 7:0. Crawsord mußte etwas aus sich herausgehen, um Gustav Iaenecke mit 6:2, 4:6, 6:4 auszuschalten. Primo Camera, der italienische Boxriese, muhte nach seiner Erfolgserie über mäßige Gegner jetzt wieder eine Riederlage einstecken. In Rewark schlug der Amerikaner Stanley Poreda den über 60 Pfund schwereren Carnera glatt nach Punkten. Deutsche Radsiege gab es wieder auf der Kopenhagener Ordrup-Bahn. Engel holte sich ein Ausscheidungsrennen gegen Richli und Ehmer siegte in einem Tandem-Rennen mit dem Dänen Knudsen als Partner über Falck-Hansen-Harder. Das Malfahren fiel wieder an den Belgier Scherens, der Falck-Hansen und Richli auf die Plätze verwies. Rekordflieger Boardman, der im Juli 1931 von Long Island nach Stambul einen Weltrekord im Langstreckenflug aufstellte, ist in Springfield (Massachusetts) aus großer Höhe abgestürzt und schwer verletzt worden. Wirtschaft. Zinslast und Verschuldung. Das Institut für Konjunkturforschung befaßt sich in seinem neusten Wochenbericht mit der Bedeutung der Zinsen für die Bilanzen der Schuldner. Danach läßt sich die Zinslast der deutschen öffentlichen und privaten Wirtschaft für die Gegenwart (Mitte 1932, aufs Jahr gerechnet) auf 6,2 Milliarden Mark schätzen. Mit diesem Betrag wird eine Verschuldung von etwas über 90 Milliarden Mark verzinst, die sich aus etwa 60 Milliarden Mk. Langkrediten und etwa 30 Milliarden Mk. Kurzkrediten zusammenseht. (Zur Gesamtverschuldung ist noch der Münzumlauf zu zählen, der einen zinslosen Kredit an das Reich darstellt.) Von der gesamten Zinslast entfallen rund 1,2 Milliarden Mr., also fast ein Fünftel, auf die Verzinsung von Auslandskrediten, und zwar ungefähr je zur Hälfte auf kurz- und auf langfristige Kredite. Die Zinslast ist gegenwärtig zwar geringer, als in den letzten Jahren, die Zinssenkung blieb aber weit hinter der Geschäftsschrumpfung zurück, so daß die Llmsaheinheit gegenwärtig mit mehr Zinsen belastet ist, als in den letzten Jahren. Die Zinslast aus den Auslandsschulden ist im Gegensatz zu den Zinsen für inländische Langkredite nahezu unverändert, da sie von der Zwangskonversion grundsätzlich verschont blieb. Bei mehr als der Hülste der Ausländsanleihen liegen die Rominalzinsen über 6 Prozent, bei fast 30 v. H. sogar über 7 Prozent. Der durchschnittliche Cffektivzins der seit der Währungsstabilisierung aufgenommenen Ausländsanleihen beträgt für den Anleiheschuldner (d. h. unter Berücksichtigung des Auszahlungskurses) 7,05 Proz. Aehnlich dürften die Verhältnisse bei den ausländischen Kurzkrediten sein. Die Kurzkredite sind an der gesamten Kreditverschuldung mit rund 33 v. H., an der Zinslast dagegen mit fast 44 v. H. beteiligt. Die Errechnung eines Durchschnittszinssahes für die einzelnen Wirtschaftszweige ergibt (Stand Mitte 1932) folgendes Bild: Landwirtschaft 7,2 Proz., Hausbesitz 5,4 Proz., Oeffentliche Gebietskörperschaften 5,9 Proz., Oeffentliche Unternehmungen 6,6 Proz., Handel, Verkehr, Handwerk, Industrie usw. 8,0 Proz. In der letzten Gruppe sind verhältnismäßig wenig Langkredite ausgenommen worden. Das schwierigste Problem der Zinsbelastung ist die mangelnde Anpassungsfähigkeit der Zinslast an die übriaen Wirtschaftsvorgänge. Die Zinslast ist gegenüber 1931 zwar um 1,4 Milliarden Mark (= runü 18 Proz.) gesunken, es ist aber fraglich, ob sich dadurch die Gesamtbelastung durch die Zinsen, gemessen am Volkseinkommen, ermäßigt hat. Denn die volkswirtschaftliche Produktionsleistung wird, soweit sich das jetzt schon übersehen läßt, wahrscheinlich etwa im gleichen Verhältnis zurückgegangen fein. * Die steuerfreie Reichsbahnanleihe 19 31. Das Ergebnis für die am 15. August 1932 geschlossene Zeichnung auf die steuerfreie Reichsbahnanleihe 1931 beläuft sich auf über 260 Millionen Reichsmark. frankfurter Abendbörse gebessert. Frankfurt a. M., 18. Aug. Im Anschluß an den freundlichen Mittagsschluh setzten sich an der Abendbörse weitere leichte Kurserhöhungen durch. Bei sehr ruhigem Geschäft lagen IG.-Farben, Cement Heidelberg und Phönix bis zu 0 5 Prozent höher, während AEG. und Rord- deutscher Lloyd behauptet blieben und auch an den übrigen Marktgebieten die Berliner Schlußkurse meist unverändert waren. Im Verlaufe zeigte sich erhöht Interesse für Harpener, die bis zu 2,5 Prozent anzogen, dagegen kamen Salzdetfurth um 2,75 Prozent niedriger zur Rotiz. Im allgemeinen vermochte sich die freundlichere Tendenz zu erhalten. Renten blieben vernachlässigt. Deutsche Anleihen blieben gehalten, dagegen neigten Reichsschuldbuchsorderungen weiter zur Schwäche. Altbesitz 48,50, Reubesih 5,45, Harpener 62 bis 62,60, Salzdetfurth 173, Phönix 18,75, Cement Heidelberg 46,50, IG.-Farben 91,25, AEG. 34,40 bis 34,50, Zellstoff Waldhof 34, Rorddeutscher Lloyd 16,25 bis 16,50. Schweres Brandunglück beim Dreschen -er. Homberg, 18. Aug. In dem benachbarten Erbenhausen brach gestern mittag beim Dreschen in der Hosreite des Landwirtes Friedrich ein Feuer.aus, das einen großen Umfang annahm. Als Ursache sieht man das Heiß laufen eines Maschinenteiles der Strohpresse an, da hier zuerst die Flammen aufzüngelten. Die aus den umliegenden Dörfern erschienenen Wehren waren dem Brand gegenüber machtlos, der Stallung und Scheuer, die mit Kornstroh und Weizen angefüllt war, erfaßt hatte, und alles wurde in Schutt und Asche gelegt. Presse und Dreschwagen verbrannten mit. Das Vieh konnte rechtzeitig geborgen werden bis auf ein Schwein, das in den Flammen um kam. Menschen sind glücklicherweise nicht verletzt worden. Der durch den Brand verursachte Schaden ist natürlich für den betroffenen Landwirt als auch für die Dreschgenos- senschaft Erbenhausen beträchtlich. Die Lahnschiffahri im Juli. WSN. Diez, 18. Aug. Nach einer Mitteilung des Wasserbauamts Diez hat die Verfrachtung auf der kanalisierten Lahn sich im Juli ciwas erhöht. Sie betrug in beiden Richtungen 9680 Tonnen. Insgesamt wurden damit in den ersten sieben Monaten des lausenden Jahres etwa rund 50 000 Tonnen verfrachtet. Das bedeutet gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres ein Rückgang um fast 5 0 o. H. — Einen außerordentlich starken Aufschwung hat demgegenüber das Wasserwandecn auf der Lahn genommen. Nach den Feststellungen des Wasserbauamts Diez wurden im Juli allein 1380 Sportfahrzeuge geschleust. Wenn man berücksichtigt, daß zahlreiche Wasserwanderer wegen der nicht unerheblichen Schleusengebühren auf das Schleusen verzichten und ihre Fahrzeuge über Land um die Schleuse befördern, wird dieser Aufschwung erst recht klar. Die starke Zunahme des Wasserwanderns, die in diesen Zahlen ihren Ausdruck findet, erhellt gleichzeitig die Umschichtung, die sich im Erholungsverkehr vollzogen hat. Das Hotel- und Gastwirtsgewerbe wird davon weniger erbaut sein, da die meisten Wasserwanderer — das ist allerorts so — sich selbst verpflegen und in ihren Zelten wohnen. Spmale Kinderlähmung im Oillkre's. D illenburg, 18. Aug. (WSR.) Wie der Kreisarzt des Dillkreises mitleilt, sind im Dillkreis drei Fälle von spinaler Kinderlähmung festgestellt worden. Die K nder fanden Au na^m^ im Krankenhaus Dillenburg. Ein 12 ä'rreS Mädchen aus Riederschell) bei Dillenburg ist nach kurzem Kranksein gestorben. De be - den anderen Kinder befinden sich außer Lebensgefahr. — Im Krei eDe eniopi sind zwei Fälle von spinaler Kinderlähmung br- kanntgeworden. Die K'nder be in'.en sich au" er Lebensgefahr. Die Kre sürzte beider Kr ise hab n alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern. £ tcn für ftreita , 19 Anvust. 14 v. Ehr.: der römische Kaiser Augustus in Nola gestorben; — 1662: der französische Philosoph Blaise Pascal in Paris gestorben; — 1780: der Dichter Jean Pierre de Böranger in Paris geboren; — 1819: James Wall, der Verbesserer der Dampfmaschine in Heathfield gestorben; — 1917: der Führer der Altkatholiken, Johann Friedrich, in München gestorben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an — Retchsbankdiskom 5 o H. Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- bclrf- Schluß« lurs Schlußk. Miiiag- börse Datum 17.8. 18.8. 17.8. 18.8. 6% Dcimche i)lcid)sanicitie d. 19h. 61,5 60 59,75 59,25 ti% ehcm.7%Dt. ReichSanl.v.1929 68,75 69 68,75 68'5 5%% Boung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mb 61,5 61,5 61,65 63 Ausloj.-Rechtcn...... 48,75 48,5 48,9 48,75 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . 6% ehem 8%.t>efi- VolkSstaat 1929 5,4 5,45 5.4 5,5 (rühi Äohstoffpreise nicht Wirkung gelten la Irrtümer Bruni ouseinandersehte, i unbegrenzte Aufstit sie es fertig brächt gesunkenen Rohstos weiter gedacht, so h daß das Absinken der absinkenden Ao Umschwung eintrete: auf den Aohstofsmä Die Preise für a Frühjahr 1930 noc Vergleich zu dem T 1932 erreichten. D nun allgemein sestzr klar zu ersehen ist, 6teigerungi)e: ist, oder auf die . der Union, die j Zweck besorgt wurd Austrieb zu geben. Steigerung der Aohs Nachfrage fein kann, Sn, M auch die Ur verbrauch wieder sie ^*9 der Wirts nebenbei Darenausl d>e TvrMze aus nicht zu meinen st M die 3ol[nu' veschränlungei ''ch bisher an keiner Seigt hat. Präside wenigen Tagen wi nung gerichtet, i bauen, aber die °ar nicht daran gehen. Daß die 'i jgragen haben, di Ef SU verschärfen, 8 es bte beiden ' l'cö Die Union un ,e grobten Goldvor Amalen Ablauf de, Achtungen der Läni 4t» ,in Äh?*«, Nfenöe EjA. ccfCl Innern. Oen über °>itsen?^ZolI S 't Slanö j r ^ucht to -'h un h Aarkt^"aivg Sm 12« teai -e'aye w ^ano