m. N5 Erster Blatt 182. Jahrgang Donnerstag, 19. Mai 1952 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen und Verlag: vrühl'sche UniverfilStr-vach. unö Steinöniderei H. tarnte in Stehen. $d?rf*tleitung unö Seschäftrftelle: SchuNtrahe 7. Mnnahmf von Injelaen für die lagesnummrr di* zum 91ad)mittag vorher. Preis für ( mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örthd) 8, aueroärt* 10 Reickisviennig: für Re» klomean,eigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, T'laljoorfdjrifl 20*, mehr. Ckeiredaitteur Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.fj.lbnno«; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich >n Gießen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag*. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanfchlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riehen. Postschecttonto: firanffurt am Main 11686. Deutsche Kulturarbeit in Spanien Don unserem v. Oss.-Berichtcrstatter. Rachdrutt, auch mit Quellenangabe, verboten! Madrid, Mai 1932. Die spanische Regierung hat vor wenigen Wochen dem Parlament denncuenStaatS- haushalt voraelcgt und seine Verabschiedung ohne wesentliche Abänderungen durchsehen können. Dieses Budget zeichnet sich durch einen energischen Sparsamkeitswillen aus, von dem kein Ressort verschont geblieben ist. Rur eine Ausnahme hat man gemacht 3m Etat des Kultusministers. Die Tatsache, daß diesem Minister nicht nur keine Abstriche gemacht, sondern sogar eine bedeutende Erhöhung zugestanden wurde, ist ein Beweis für den ernsten Willen der Regierung, das kulturelle Leben des Landes zu heben und zu fördern So zeigt auch die Schaf- rung zahlreicher neuer Schulen und die Bemühungen um die Festigung der Verbindung mit der internationalen Wissenschaft, deren Auswirkung sich jetzt schon spürbar macht, das außerordent- lid'c Interesse sür kulturelle Angelegenheiten. luch dem internationalen Austausch von Studenten wurde erhöhte Ausmerksamkeit geschenkt. In einem besonderen „Patronate" sind alle sich darauf erstreckenden Bestrebungen zusammenge^aßt worden, wobei die Tatsache besonders erfreulich ist, daß bereits in diesem Jahre wieder spanische Studenten nach Deutschland g c f ch i ck t werden konnten. Auch eine von der spanischen Forschungsgemeinschaft herausgegebene Statistik läßt erkennen, daß diese an der Entsen- düng spanischer Studenten ins Ausland besonders interessierte Stelle in steigendem Maße Deutschland berücksichtigt Die Steigerung der spanischen Aktivität auf kulturellem Gebiet ist nun ohne Zweifel in jeder Hinsicht auch der allgemeinen Förderung der deutsch-spanischen Kulturbeziehungen zugute gekommen. Während früher Frankreich mit großem Abstand gegenüber anderen führend war, ist cs im Lause der letzten Jahre den ernsten und zähen Bemühungen der hierfür in Betracht kommenden deutschen Organe in Spanien im Verein mit dem Verständnis, das diesen 'Bestrebungen in der Heimat größtenteils zuteil geworden ist, gelungen, diesen Vorsprung wesentlich zu verkleinern. ES hat heute den Anschein, als ob Frankreich, das mit allen Mitteln und ohne jede Rücksicht auf die Unkosten sich eine Art Monopolstellung auf der Halbinsel schassen wollte, dieses deutsche Aufholen auf kulturellem Gebiet in Spanien bereits mit einer gewissen Besorgnis betrachtete. So ist der erst vor kurzem vom französischen Parlament bewilligte Zuschuß von vier Millionen Francs sür die französische Schule in Madrid ein Beweis dafür, mit wie wachsamen Augen man in Paris den immer stärker werdenden deutschen Kulturwillen in Spanien verfolgt. Eine weitere Abwehrmaßnahme bildet die schon vor Jahren erfolgte Uebernahmc der wichtigeren französischen Schulen in Spanien auf die Etats der Universitäten Toulouse und Bordeaux, wodurch eine stärkere finanzielle Ausstattung der Schulen auf spanischem Boden ermöglicht wird, ohne daß diese Ausgabeposten im Staatshaushalt offiziell in Erschei- nung treten. Berücksichtigt man diese finanzielle Ueberlegcnheit und V *ht man die Tatsache in Betracht, daß die deutschen Schulen aus Grund der allgemeinen Rotlage gezwungen sind, wesentlich höhere Schulgelder zu fordern als irgendeine andere ausländische Schule, so muß die steigende Auswärtsbewegung der deutschen Schulen in Spanien besondere Genugtuung er- wecken. Die Schülerzahl hat in den letzten acht Jahren um rund 50 Prozent zugenommen Von dcn rund 2300 Schülern, die die deutschen Schulen besuchen, sind über die Hälstc Richt- deutsche, darunter ein großer Prozentsatz Spanier. An der Spitze stehen die beiden großen Anstalten in Madrid und Barcelona, in denen allein je 750 Schüler unterrichtet werden. Aber auch in derProvinz arbeiten deutsche Schulen, so in Bilbao. Cadi-u Cartagena. Ma- laga, Sevilla, San Sebastian, Balencia. Vigo und in Zaragoza. Außer den Schulen »erfügen wir hier aber noch über einen weiteren wichtigen Stützpunkt zur Fruchtbarmachung der kulturellen Wechselbeziehungen Die Deutsch - spanische wissenschaftliche Arbeitsstelle (Centro de Intercambio Gcrmano-Espanol) in Madrid und die wissenschaftliche Vermittlungs st el'.e in Barcelona, die beide von Jahr zu Jahr weiter ausgebaut werden konnten. Bibliotheken, Kurse, Auskünfte, Vorträge sind cm Teil der friedlichen Waffen, die diesen Stellen zur Verfügung stehen. Die Leiter dieser Einrichtungen haben es glücklicherweise peinlichst vermieden, sich in die innerpolitischen spanischen Verhältnisse zu mischen, so daß auch nach dem politischen Umsturz die reibungslose Fortsetzung ihrer Arbeit gewährleistet war. So erhielten denn auch die neuen Führer der spanischen Geschicke, die selbst zum großen Teil in Deutschland studiert haben, bei ihren Reform arbeiten nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zahlreiche Anregungen auf kulturellem Gebiet. _ , Auf spanischer 6c tc verdienen die Bestrebungen des ersten Botschafters der spanischen Republik in Berlin, des Universitätsprofessors Castro, um die Engergestaltung der deutsch-spanischen Kulturbeziehungen besonders hervoraehoben zu werden Die Arbeitsmethoden des „Centro" aber haben insofern eine erfreuliche Modernisierung erfahren als man den Schwerpunkt von der ausgesprochen fachwissenschaftlichen Seite auf dte all- Vorerst keine Llmbilöung des Reichskabinetts. Oer Arbeitsplan des Reichskanzlers. — Erst Abschluß der sachlichen Ausgaben, dann Lösung der Personalsragen. Eine Mitteilung derReichskanzlei Berlin, 18.2Hai. (ERB ) Zu Öen zahlreichen Erörterungen unö Kombinationen in öen Blättern über öie ftabinetlsbcralungcn unö öie Besetzung der freien Ministerien, sowie öie Besprechungen, öie öer Kanzler gehabt Hal, roirö von amtlicher Stelle herauf hingewiesen, haß Reichskanzler Brüning öie feste Absicht Hal, erst hie anstehenöcn sachlichen Aufgaben zu lösen unö ö a n n erst öie Ergänzung ö e s Kabinetts oorzuneh- mcn. vor allem muh Öer Etat erledig! unö öle verschiedenen dringenden sozialpolitischen Fragen, wie Arbeitslosensrage, Siedlung- unö Arbeit-Ölen st frage abgeschlossen werden. Menn in der presse an den gestrigen (Empfang des Generals v. Schleicher und des Leipziger Oberbürgermeister» Dr. Goerdeier beim Reichs- kanzler Schlußfolgerungen über die Befehung der freien Ministerien gezogen worden find, so wird demgegenüber von amtlicher Seite betont, daß gestern nicht mit einem Wort von einem wechsel gesprochen worden ist. 3m übrigen dürste es wohl selbstverständlich sein, daß der Reichskanzler auch mit dem Lhcs des Minister- amls im Rcichswehrministerium Fühlung nimmt Den gestrigen Besprechungen des Kanzlers werden auherdem in den nächsten lagen noch eine berichtet die „Vossische Zeitung" ergänzend. daß das Kabinett jetzt übercingekommcn lei, jede Zusammenlegung der einzelnen Fursorgcartcn für die Arbeitslosen vorläufig z u vermeiden, zumal die dadurch zu erwartenden Ersparnisse im Reichsarbeitsmini, ftcrium als verhältnismäßig gering veranschlagt würden. Ferner sei es eine Tatsache, daß trotz größter Anstrengungen des Kabinetts die Be- ratungen über die entscheidenden Fragen deS ReichshauShaltes und der Arbeitslosenhilfe noch an dem Punkte stünden, wo sie seit Wochen gestanden haben, lieber dieDurch- fübrung der Siedlung führen das Oft- kommissariat (Schlange-Schöningen« und das Reichsarbeitsrninistcrium «Stegcrwald« einen heftigen Resfortkricg. ohne daß cs gelungen sei, die Frage der Zuständigkeit befriedigend zu klären, geschweige denn zu einer vernünftigen Gesetzesvorlage zu kommen Reuerdings scheinen sich auch bei der Prämienanleihe neue Schwierigkeiten ergeben zu haben. Wie dagegen die „DAZ." aus der Reichs- rcgicrung nahestehenden Kreisen erfährt, soll es bei den Kabinettsverhandlungen am Mittwoch gelungen fein, über d i e Finanzierung, die bisher unlösbare Schwierigkeiten bereitet hatte, eine grundsätzliche Einigung herbeizuführen. Es werde allerdings zugegeben, daß einige Dissorenzpunkte noch offen seien, die in den nächsten Tagen bereinigt werden sollen. Der überraschende Fortschritt vom Mittwoch werde vor allem auf zwei Ehefbesprechungen Aurüdgclübrt, die Mittwochnachmittag stattgcfun- den haben. Worin die erzielte Einigung bestehe, werde natürlich von den amtlichen Stellen vorläufig nicht gesagt Cs liege aber nahe, sie auf der Linie zu suchen, die bereits durch d i e'V o r s ch l ä g c der Gewerkschaften bekannt geworden sei Ausdehnung der Krisen Neuer und Beibehaltung der Bürger st euer DaS würde im wesentlichen eine Hilfe für die Gemeinden bedeuten, denen dafür vermutlich die Tierpflichtung auf- crlegt werden dürfte, für künftige reibungslose Abwickelung ihrer Anleihevcr- p f 1 i ch t u n g c n au sorgen. Die Restortarbeiten • ur Llusführung Der im Kabinett vereinbarten Grundsätze würden noch eine Reihe von Tagen in Anspruch nehmen Rach anderen Informationen ist. wie die ..DAZ." weiter berichtet, die am Mittwoch erzielte Einigung überhaupt nur auf einen Teil der zur Debatte stehenden Fragen beschränkt geblieben, lieber die anderen Fragen werde weiter verhandelt. Der Fortschritt vorn Mittwoch bat danach nur den Charakter eine- grundsätzliche nK o rn p r o in I s s e s. von dem aus man zu einer Lösung der Gefarnt- fragen zu gelangen hoffe. Dem Vernehmen nach feien auch Besprechungen Dr Brünings mit Vertretern der Arbeitgeber und des Handwerks vorgesehen. ganze Reihe weiterer Empfänge folgen. Rach Abschluß der sachlichen Arbeiten im Rclchs- kabinctt roirö Reichskanzler Brüning ö c m Reichs- präsiöenlen Bericht erstatten unö bei öicser Gelegenheit — aber auch erst öann — naturgemäß auch ö i e personalfrage erörtern. Reichspräsident v. Hindenburg roirö aller Voraussicht nach noch bis EnÖe des Keine Aussichten für einen Kurswechsel in Frankreich. Herriot beim Präsidenten derRepuble. - TardicuS Außenpolitik wird fortgeführt Monats in Reudeck bleiben. Ein Besuch öee Reichskanzlers roirö zweifellos : ch t flatlfin- öen, ee ist aber Denkbar. Daß Staatsse.celär Meißner inzwischen Öen üblichen bureaumäfjigcn Vortrag beim ReichspräsiÖenten halten roirö. OieArbeitdesReichskabineits Tic Finanzierung des -libeitsbeschaffungs» Programms. Berlin. 18. Mai. (ERB.) Das Reichskabi - n'c 11 hat sich in feiner heutigen Sitzung vor allem mit Der Frage öer Arbeitsbeschaffung besaht. Wie wir hören, ist Dabei Die finanzielle Seite Des Problems im großen unD ganzen geklärt roorhen. Für Den AbenD ist noch eine Ehefbesprechung vorgesehen. 3m Anschluß an Die kabinettssitzung empfing Der Reichskanzler im Beisein Der zustänDigen Ressortminister Vertreter Der Gewerkschaften zu einer längeren Aussprache. Zu den Beratungen des Rcichskabinctts. an Denen heute außer dem Oberbürgermeister Dr. Gocrdelcr auch General v. Schleicher ieilnahrn. Paris, 18. Mai. lWTB ) Präsident Lebrun hat heute nachmittag Hcrriot empfangen. Die Unterredung, die der Präsident der Republik mit dem Führer der radikalen Partei hatte, galt nach dem ..Echo de Paris" mch dcn außen- politischen, als Den inncrpoUlischen Fragen, in erster Linie der Abrüstungskonferenz und dem Rcparationsproblem. Was die innerpolitischc Frage der Bildung des neuen Kabinetts anlange, so beurteile Herriot öie Möglichkeit einer Beteiligung der Sozialisten skeptisch, habe aber dem Präsidenten der Republik noch keine bindende Antwort geben können. In der kommenden Woche werde Lebrun mit Herriot eine neue vielleicht entscheidende Besprechung haben Der Präsident der Republik hat den Wunsch, angesichts der gegenwärtigen außenpolitischen Lage das Regierungsinterregnummöglichst abzukürzen. „Daily Herold" veröffentlicht eine Unterredung mit Herriot. in der dieser erklärte, daß eine Herabsetzung der deu tf chen Tribut- zahlungen unmöglich sei, wenn sich die Vereinigten Staa ten und England nicht zu entsprechenden Herabsetzungen der Kriegsschulden bereit erklären Die Radikalsozialistische Partei beurteilt die Abrü - ft u n g als eine Frage der internationalen Sicherheit. Sic glaubt, daß die Begrenzung oder Herabsetzung der Rustuiigen nur unter der Obhut des Völkerbundes möglich ist. Diese Herabsetzung kann nurschrittweife im Verhältnis zur Gntwick 1 ung der Si- cherhcit durchgesührt werden. Sie befürworte die Organisation einer international be - wassncten Macht, die Internationalisierung der Tanks, schweren Artillerie, strategischen Eisenbahnen- und Dampfschissahrtslinien. die für die Mobilisierung von Truppen verwendet werden können. „Daily Hcrald" kommentiert diese Erklärungen Herriots dahin, daß Herriot. nachdem er die Wahlen mit Hilfe der Sozialdemokraten gewonnen habe, nunmehr seine Verbündeten über Bord werfe, und seine Regierung unter Einschluß der Tardieu-Par- t e i c n bilden wolle, gegen die sich feine ganze Propaganda bei dcn Wahlen gerichtet habe Kurz gesagt habe Herriot die Politik Tardieus in der Frage der Tribute und der Abrüstung t n jeder Beziehung übernommen. gemeine kulturelle Tätigkeit verlegt hat. was schon aus der Aendcrung des Programms der Vortragstätigkeit ersichtlich ist. Diese Richtungs- änöerung aber hot außerdem das Erfassen weiterer Kreise möglich gemocht, wodurch wiederum die Ersolgsousstchtcn gesteigert wurden. Richt zu- letzt aber sind die Erfolge dieser kulturellen Tätigkeit auch Darauf zurückzuführen, daß es die verantwortlichen deutschen Stellen in hervorragendem Maße verstanden hoben, den gerade in diesem Lande so überaus notwendigen Takt bei jeder Gelegenheit zu wahren und es fo peinlich vermieden haben, in den leider recht häufigen Fehler zu verfallen, etwa als Lehrmeister Der Spanier auftreten zu wollen. Den Spanier auf diesem Gebiete als glcichgeorDnetcn und ebenbürtigen Partner zu adten, ist aber nicht nur eine Taktfrage, sondern eine Forderung der Gerechtigkeit. So wird glücklicherweise stets Wert Darauf gelegt. Die Linie des immer cntgegenlommenDcn, hilfsbereiten Freundes einzuhalten und man scheut sich nicht, auch die kulturellen Leistungen des Gastlandes an- zuerkennen. Im Gegenteil, die deutschen Stellen werden immer bereit sein, spanische Anregungen zu empfangen und aufzunehmen, die für die deutsche Kultur wesentlich sein können. Wenn man weiß, daß die kulturellen Beziehungen eine außerordentlich wichtige Unterstützung auch auf politifchcm Gebiet bilden können — und Frankreich ist für diese Behauptung ein glänzender Beweis — dann wird man dielen unbedingten Fortschritt, den wir in Span en zu verzeichnen haben, ohne Zweifel richtig ein- schätzen und würdigen. Oer Fall pleß kommt vor den Haager Gerichtshof. Genf. 18. Mai kWTD.l Der Volker- bundsrat hat davon Kenntnis genommen, daß die deutfche Regierung wegen der Klage des Fürsten Pleß ftch an den HaagerGenchts- h o s gewandt hat Der Fall des Fürsten Pleß. Der a l s Führer der deutschen Minderheit IN p I n t 1 d) • C b c r ' d) 1 c 1 • c r feit Jahren von den polnischen Behörden auf alle mögliche Art. insbesondere durch völlig unberechtigte SteucrforDerungen. wirtschaftlich geschädigt wird, hat den Völkerbundsrat schon wiederholt beschäftigt Die polnische Regierung hat sich einer gütlichen Regelung dieser Angelegenheit stets entzogen, so daß der deutschen Regierung nichts übrig blieb als nunmehr Polen wegen Verletzung des Minderheitcnvertrages vor Dem Haager Gerichtshof zu verklagen. Die Frage ist von grundsätzlicher Bedeutung, da cs f.ch hier nicht wie sällchl chcrweife von Polen behauptet wird um eine private Steuerangelegenheit des Fürsten Pleß handelt, sondern um eine Frage des Minderheitenschutzes. Was toirö in Memel? Ter Prozctz Meyer-Vetters verichoben. K o w n o . 18. Mai. o k Lind- bergh seinerzeit aufgefordcrt hat, 25 0 0 0 Dollar Lösegeld zu hinterlassen, das von den Entsührcrn verlangt worden sei. Peacook _ sei angeblich überzeugt gewesen, daß Curtis tatsächlich mit den Entlührecn Verbindung ausgenommen habe. Curtis hat erklärt, daß ihn Dekan Peacook. der immer etwas neues über den Fall Lindbcrgh habe veröffentlichen wollen, immer weiter in Schwindeleien verstrickt habe. Ohne Peacook würde er die Schwindeleien schon längst aufgegeben haben. Folgenschwerer Streif zwischen Hausbesitzer und Mieter. In Alt-Glienicke bei Potsdam kam es »wischen dem 74 Jahre alten Hauswirt Stadelhos, einem ehemaligen Bäckermeister, seinem Sohne und dem Bäckermeister Kahl, der dort eine Bäckerei gemietet hat, in der Backstube zu schweren Streitigkeiten. Der Grund war, daß Kahl an dem Dackosen eine Reparatur ausgeführt haben wollte, mit der fich der Hauswirt nicht einverstanden erklärte. Die Auseinandersetzung wurde schließlich immer erregter, bis plötzlich Vater und Sohn über Kahl hersielen und ihn verprügelten. Der lieberfaHcnc griff z u einem Beil und verletzte den Sohn des Hauswirtes am Kopf. Im Hofe ^schoh der junge Stadelhof durch die Fensterscheibe auf den Bäckermeister, der in Brust und Rücken getroffen wurde. Trotz seiner Verletzung zog nunmeyr auch Kahl einen Revolver und schoß in den Hof hinaus. Der alte Stadelhof wurde durch einen Kopfschuß verletzt. Das lieber- fallkommando schaffte alle drei Personen in das Köpenicker Kreiskrankenhaus, wo der Bäckermeister Kahl den Verletzungen erlegen ist. Kohlenstaubexplosion in einem Dresdner Kraftwerk. Im Desllrastwerk am Wettinerplah brach in der Elektrofilteranlage im Dachgeschoß ein Kohlen- staubbrand aus. der zu einer Explosion führte. Bei den Löscharbetten erlitt ein Arbeiter schwere Brandwunden am ganzen Körper und wurde in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Durch den Brand ist großer Gebäudelchaden entstanden. Ganze Wandteile flogen heraus, Türen, viele Oberlichter und Scheiben wurden zertrümmert. In der Weser ertrunken. Drei halbwüchsige Burschen sprangen in Bremen in voller Kleidung von der Wes erdrücke in den Strom. Während zwei von ihnen das Ufer wieder erreichten, verließen den dritten nach einigen Minuten die Kräfte. Er ertrank. Man vermutet, daß die drei jungen Leute aus Uebermut ge- handelt haben. Vier Kinder beim Spielen mit einer Granate getötet. In einem Dorf bei Lemberg fanden fünf Knaben eine aus dem Weltkrieg ft am- mende Granate und spielten mit ihr. Dabei explodierte die Granate. Vier von den Jungen wurden inStückegerissen, dem fünften wurde die linke Hand weggerissen. Er mußte in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden. Kolibris „fliegen“ von Südamerika nach Deutschland. Das Luftschiff „Graf Zeppelins hat von seiner vierten Südamerikafahrt eine Sendung Kolibris mitgebracht, die für mehrere zoologische Gärten in Deutschland bestimmt sind und zweifellos die ersten fein dürften, die von Südamerika nach Deutschland „geflogen“ sind. Im Hinblick auf das zur Zeit sowohl am Bodensee, wie in Mitteldeutschland herrschende kühle Wetter sind besondere Vorkehrungen getroffen worden, damit sich die empfindlichen kleinen Luftschiffreisenden bei ihrer Landung in Friedrichshafen und bei ihrem Weitertransport mit der Anschlußmaschine der Luft-Hansa nicht erkälten. Reandertoimenschenskelette in valästina gesunden. Rach einer Mitteilung der bei Athlit in Palästina tätigen englisch amerikanischen wissenschaftlichen Expedition sind bei den dortigen Ausgrabungen drei Neandertalmenschenskelette gefunden worben. Aus Oer Provinzialhouptstadt. Gießen, den 19. Wal 1932. Das traute, deutsche Heim Unerbittlich hat die neue Sachlichkeit die Poesie au» vielen deutschen Stuben und Häusern gefegt. Früher lächelte uns die Sonne Homer» saft von jeder Wand herab. Schon gleich am Eingang fing e» an: vor der Türe log eine Matte, auf der stand „Salve!“, wahrend über dem Tor der Spruch zu lesen war: „Grüß Gott! Tritt ein! Bring Glück herein!“ Daß dicht daneben manchmal das Schild: „Achtung! Bissige Hunde!“ zu lesen war, mischte einen Wermutstropfen in diesen fröhlichen Empfang Im Wohnzimmer prangte der Spruch: „Das Haupt des Hauses ist der Mann. Das' Weib schließt sich als Krone an. Der unter einer Krone steht, ist nicht erniedrigt, ist erhöht.“ Das war dann immer ein gemiher Trost für solche Ehemänner, die im Hause nichts oder nicht viel zu sogen hatten. Es gab damals sogar noch Stiefelzieher, auf denen der Spruch zu lesen war: „Entledige dich der Schuhe Plage nach einem arbeitsreichen Tage.“ lieber dem Sorgenstuhl hing ein Deckchen in Kreuzstickerei „Noch des Tages Lost halte süße Rast.“ Und niemals fehlte die sogenannte Schlummerrolle oder irgendein Kissen, auf dem der Ruhebedürftige die meist überschrittene Mahnung fand: „Nur ein Diertelstündchen.“ Auf der Tischdecke im Eßzimmer lag ein kleine» „Milieu“ mit der nicht ungerechtsertigten Aufschrift: „Ein leckeres Mahl stillt Sorg und Dual.“ Die Brötchen lagen in einem Semmelkorb auf einem Deckchen, dos mit feinen Klöppelspitzen umrahmt war und auf dem in Straminstickerei stand: „Frische Brötchen." Das war eigentlich überflüssig, denn nur selten kam wohl einer auf den Gedanken, in den Korb Briketts zu legen. Auf der Tablettdecke aber mußte zu lesen (ein: „Wohl bekommst“ Auf der Taste stand: „Dem Hausvater!" Auf dem Kinderlatz: „Mamas Liebling!" Auf dem Klammerbeutel: „Gutes Wetter!" Auf der Markttasche: „Guter Einkauf!“ Aus dem Kofferüberzug: „Glückliche Reise!“ Auf keinem Ueberhandtuch in der Küche fehlte die Behauptung: „Des Hauses Zier ist Rein- lichkeit!“ Im Schlafzimmer hing über dem Bett der Frau dos meistens nicht beachtete Wort: „Was man früh um viere tut, , kommt uns nachts um neun zu gut.“ Während der männliche Teil mit dem wohlmei- nenben Spruch geziert war: „Schlafe ruhig ohne Sorgen froh erwache jeden Morgen.“ Richt ungerechtfertigt war auch der oft wieder- kehrende Spruch: „Behüt uns Menschen olle, daß keins in Sünden falle.“ Rein Ort im Hause war vor Sprüchen sicher. Auf dem Paradekissen in Großmutters Bett stand zu lesen: „Schlafe still die ganze Nacht Englein halten treue Wacht." Und selbst das Deckchen im Nachttisch trug die sinnige Aufschrift: „Erst zieh mich hervor, , bann Ica dich aufs Ohr.“ Womit nicht das Deckchen gemeint war, sondern das, was damals noch auf dem Deckchen stand. Und alles dieses wurde bann noch in einem richtigen Haus in bie Worte zusammengefaßt: „Trautes Heim Glück allein!“ Und dennoch soll es sich damals gemütlicher gelebt haben, als heute! M. A. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater, 19.30 bis gegen 22.10 Uhr, „Der fidele Dauer". — DHV., 20.30 Uhr, im Heim, Vortrag über „Data und sein Wirtschaftssystem". — Lichtspielhaus, Dahnhofstraße: „Cs war einmal ein Walzer". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, letztes Gasttpiel des Stadtcheaters Mainz mit der Operette „Der fidele Dauer". Die bekannte Operette von Viktor Leon mit der Musik von Leo FaU. Stadt und Land in buntem Wirbel durcheinander, vereint durch die Gabe eines guten HumorS. Die Vorstellung gilt als 31. Vorstellung im Mittw och-Abonnement zu Operettenprcifen. Dienstag- unö Freitag-Abonnenten zahlen ermäßigte Operettenpreife. Alfred von KrebS hat die Spielleitüng, Hans Lenzer die musikalische Leitung. — Morgen, Freitag, 20. Mai, zum ersten Male „Seitensprünge", vier Hebungen von Kurt Goetz. Vier Einatter um ein Thema ... ein lustiges Thema, geschrieben von Kurt Goetz, der als ausgezeichneter Schauspieler weiß, was auf die Bretter gehört. „Tobby: Taube in der Hand: Hund im Hirn, Minna Magdalena" sind' die Namen der kleinen Lustspiele. Die Vorstellung gilt als 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen Beginn 20 Uhr. Ende 22 Uhr — Samstag, 21. Mai, auf vielfachen Wunsch die unwiderruflich letzte Wiederholung deS sensationellen Erfolges „Der Hauptmann von Köpenick". Eine Ausführung zu kleinsten Preisen. Beginn 19.30 Uhr. Ende 23.30 Uhr. Freiwilliger Arbeitsdienst in Gießen. Zu unserer Anfrage an die Stadtverwaltung über die Schaffung des freiwilligen Arbeitsdienstes in Gießen („Gieß. Anz." Nr. 110 vom 12. Mai) wirb uns heute von der * "uW* Wiesbaden örankMa furl a.M. Hbf, 0HflC und jjulha. - jranfrurf a. M. W- Ijogen-Iraiienheibe am werden abgegeben in 6' bad) a.3)l. M W ' jranffurt a.M. Jbf. - am 9.110. M Warb Frankfurt a.M. ftbf, Di M Fulda und Bebra. Frankfurt a. M. ftbs. 27. 28.3uli. Fahrkarlen jranffurt a.M. fjbf., Di W, Fulda und Bebra. Die Datenangabe in fahrt. Sie Lersteueru der eigene 3n den tom Wutsch lot Hermann Will z .Aktuellen Steuerfragc lesen wir über eine 1 sprechung des Ä der Frage des D nenDohnung folg Die Feststellung de Eigentümer selbst bewol von je den Fina bchÄrutzleiten gemach wirtschaftlich so autzt werden die zum Teil se daraus sich ergebende ordentlich brüdenb err ÜÖer eines eigenen t mit Mühe überhauvt Die bisherige Recht danken aus, dah Grur Mietwertes eine angei bewerten Kapitals feil jurbe nur zugelassen, i «ttoerb oder bei der 5j( owt sonst unoorteilhasi ,fon dieser Aechtspcc^ L"unmehr abgetomnn £om 3. Februar 1932 - Lcc Deichssinanzboi ei lützoivs wilde, Adolf von Lützoi •ÖPn Professor L •ÄEXK*« btr " >aesje des S berrn ^'l aui i tiikrijL " L8: Dai siel. * ». > Äiti TS™61 MW ^"heit gJ K^ dreu n,cn Men ei aus fällt 9’M ein ilalt diese/ " -U1U)crgäni *cn, hatte I8(te ,ln Jei OlucrftA8?6 *QMet i ^lösungse '""liesoch i WfcScgi' Ot8°nt|ierM x toar ein ! . '"den Dx. / Quf}oio (nä h "9en -m, «toutbe in w ^dausenn^^r^e!" • '? toufite h feincr u? i :>n fe'tnCjl Nr.U5 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Donnerstag, 19. Mai 1952 les! Seit itzt gen i zu en von iau- bei 3564A millW* LMStag' -*• igjliil-IÄ na-b dem 6*iff' -W < Aus Oer Provinzialhauptstadt. Gießen, den 19. Wo, 1932. Oie iZenensondenzüge 1932. Bon der Reichsbafondirektion Frankfurt a. M wird mitaetcilt; auf der Ferienfonderzugkonferenz in Baden- Baden wurde jetzt dos endgültige Programm der in diesem Sommer verkehrenden Ferienionder- Züge scslgetcgl. Für den Bezirk der Reichsbahn- direktion Frankfurt a. M sind folgende Zuge von Interessen Frankfurt a. M. f)bf. — Basel, Bad. B f. Kon- stanz am 11. Juli. Fahrkarten werden ousgegeben nur in Frankfurt a. M. S)bf. Frankfurt a. M. iibf. — München Hbf. am 9.-10. Juli und 11. Juli Fahrkarten werden ausgc gcben in Frankfurt a. M. Hbf., Offenbach a.M. Hbf. und Hanau Hbf. Dassel — Fulda — Hersseld — München am 9.-10. Juli. Fahrkarten werden ousgegeben in Fulda und Hersfeld. Frankfurt a.M. Hbf.—N o r d d e i ch am 11.Juli. Fahrkarten werden ausgegeben in Frankfurt a. M. Hbf., Friedberg, Gießen Wetzlar und Dillenburg. Frankfurt a.M. Hbi Wiesbaden—Hamburg/ Bremen am 9 10. und 11/12. Juli. Fahrkarten werden ausaegeben in Frankfurt o. M. Hbf., Offen- doch a.M Hbf., Hanau Hbf., Fulda und Bebra München — Hamburg Bremen am 16/17.Juli. Fahrkarten werden ousgegeben in Fulda und Bebra Kaiserslautern — Frankfurt a. M. Hbf. — Friedberg — Hamburg Bremen am 16 /17. Juli. Fahr- karten werden ausgegeben in Frankfurt a. M. Hbf., Friedberg, Butzbach und Gießen. Wiesbaden Frankfurt o. M. Hbf. — Berlin am 11. 12. Juli. Fahrkarten werden ousgegeben in Frankfurt a. 'M. Hbf., Offenbach o. M. Hbf., Hanau Hbf und Fulda. Frankfurt o M. Hbf. — Stralsund Carls- Hagen—Trassenheide am 9 10. Juli. Fahrkarten werden austzegeben in Frankfurt a. M. Hbf , Offen- bad) a. M. chbf, Hanau Hbf., Fulda und Bebra Frankfurt a M. Hbf. — Beuthen (Oberschief.) am 9. 10. Juli. Fahrkarten werden ousgegeben in Frankfurt a. M. Hbf., Offenbach a.M. Hbf., Hanau Hbf., Fulda und Bebra Frankfurt a. M. Hbf. — Breslau Hbf. am 27. 28. Juli. Fahrkarten werden ousgegeben in Frankfurt a. M. Hbf., Offenbach a. M. Hbf., Hanau Hbf., Fulda und Bebra. Die Datenangabe in Bruchform bedeutet Nachtsohrt. Oie Versteuerung des Mietwerts der eigenen Wohnung. 3n Len vom Wirtschaftsprüfer und Bücherrevisor Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Rr. 10) lesen wir über eine Wendung der Rechtsprechung de S R e i ch s f l n a n z h o f s in der Frage des Mictwerts der eige- nenWohnung folgendes Die Feststellung des Mietwerts einer vom Eigentümer selbst bewohnten Villa oder Wohnung hat von je den Finanzämtern außerordentliche Schwierigkeiten gemacht. Gerade in der heutigen, wirtschaftlich so außerordentlich schweren Zeit werden die zum Teil sehr hohen Mietwerte und die daraus sich ergebende Einkommensteuer als außerordentlich drückend emptundeii. kann doch der Besitzer eines eigenen Hauses dieses oft nur noch mit Mühe überhaupt halten. Die bisherige Rechtsprechung ging von dem Gedanken aus. daß Grundlage für die Schätzung des Mictwertcs eine angemessene Verzinsung des investierten Kapitals sein müsse. Eine Abweichung wurde nur zugelassen, wenn der Eigentümer beim Erwerb oder bei der Herstellung übervorteilt war. oder sonst unvortcilhast abgeschnitten hatte Von dieser Rechtsprechung ist der Reichssinanz- hof nunmehr abgekommen 3n einer Entscheidung vom 3. Februar 1932 VI A 1182 31 erklärt der Reichsfinanzhof ein Abwcichen von der Verbesserungen Die ft a ö m i d) e n Anlagen sind im Besitztum der Stadl ein ‘ZUtiopoften von unbekannter, weil ide- eller Große Sie ersetzen Taufenden den Besitz des eignen Gärtchens und bringen das Wunder der 'Natur auch demjenigen naher, besten Blick durch forgenvolle Arbeit so getrübt ist. daß er auf Erholung in der freien Goitesnatur verzichten zu muffen glaubt. Die städtischen Anlagen im Blulenschmuck des ersten Frühlings sind ein Stück veredelter Natur, bei der nur einige Schönheitsfehler störend wirken. Hierher gehört vor allem das massenhafte Borkom men von Löwenzahn und Kälberkropf in den Nasenflachen. Diese Andenken an die Kriegsjahre, wo man aus Mangel an Arbeitskräften die Rasenflächen zur Wiese verwildern lasten mußte, sollten gegenwärtig, wo mehr müßige Hände vorhanden sind, als bezahlt werden können, unbedingt zum Derfchwinden kommen Ein Beispiel landschaftlicher Gartenschönheit auf kleinstem Raum unter Ausnutzung der gegebenen Verhältniste ist die Ost an läge. In der Nahe des Teiches hat man, unter Buschwerk verstreut, den Fingerhut angepslanzt. Wie wäre es, wenn man zur weiteren Belebung des Bildes auch andere Gewächse in zwangloser Anordnung anbrächte? Wir nennrn Krokus und Narzissen in Streumuster an den Han gen, Passerschwertlilien (Iris Pseudocaris und Kämpferi) am Wasser, den Gaisbart mit seinen langen, weißen Blütenrispen am Bachlauf Blumenbeete in landschaftlichem Rahmen sind vielfach wenig beliebt. Auch das kreisrunde Beet an der Brücke der Senckenbcrgftrahe, am Fuße des Silberahorns, der Zerstörungswut der Hunde preisgegcbcn, ist kein glücklicher Gedanke. Dafür könnte der -worfel des Liebigdenkmals mit einer dauerhaften Polsierftaude umgrünt, oder der fußbreite Rasenstreifen, wie er jetzt ist, alljährlich neu angesät und etwas sorgfältiger gehalten werden. Dos Denkmal würde durch Entfernen der beiden davorgepflanzten Schierlingstannen nur gewinnen. Erfreulich ist die Begrünung der sonst kahlen Böschung am Schorgraben, die durch Fortnohme non Aesten aus den Kronen der Linden bäume erreicht worden ist. Dlütenreich ist die S ü d a n I a g c ausaestattet. Hier ist bereits begonnen worden, die Wirkung auffallend schöner Blütensträucher durch Massen- pflanzung zu steigern, wie das mit Forsythia in der Rohe des Theaters und am Tempelchen mit japanischen Quitten vorgenommen wurde. Wir vermissen aber noch eine Pflanzung von Mandel» kirschen und Paeonien. Auch die sommerblühenden Gehölze wie Holodiscus, Aesculus macro. Dr Warnecke (für den Kreis Wetzlarj. Dr. Witzel (für mehrere osthefsische Ärcilc), Rektor Ziemer (Urkundliches aus Raffaus. Justizober- lefretär Welker (für Selters. Unterwesterwald- freie). Den reichsten Zuwichs aber bedeutete für uns der wissenschaftliche Rachlaß des verstorbenen Dr Walther Wagner der uns von seiner Witwe geschenkt wurde. Er umfaßt eine Orte- grammatif von Langenhain im Main-Tounus- kreis sowie laut- und wortgeographische Paulen aus dem Südtaunusgebiet, beides in Handschrift. Cs ist unS ein Bedürfnis, der Spenderin für ihre Gabe aufrichtig zu danken. Zu Dank verbunden sind wir endlich noch der Presse, die sich auch in diesem Jahr unserer Arbeit annahm Sie gab Artikeln über die Wörterbucharbeit Raum, brachte Besprechungen unterer Veröffentlichung und überließ uns nicht leiten kostenlos ihre Heimatbeilagen Dauernd im Dienst des Wörterbuchs tätig war im ab- gelaufenen Jahr die Berichterstatterin. Zeitweilige Hilfsarbeit leisteten ihr die Damen stuck. Hartmanshenn, stuck. Jagdhuhn, stuck. Kühn und die Herren Baum, Cor- vinus. Bibliotheksrat Dr. Martin. Dr. Warnecke. Unter dielen muh besonders Dr. Martins gedacht werden der von den Wort- karten der 5 Lieferung die zweite dritte und vierte bcigefteuert hat Lühows wilde, verwegene Zagt». Zu Adolf von lühows 150. Geburtstage. Bon Professor Or. Eugen Wölbe. Jmmermann hat einmal das Lühowsche Freikorps die „Poesie des Heeres" genannt, und von der Romantik, die diese Truppe verklärt, fällt auch ein gut Teil auf ihren Schöpfer, den Freiherrn Adolf von Lützow, dessen 150.Geburtstag auf den 18. Mai fiel. Lüyow ist der Typus des ritterlichen Kämpfers der Freiheitskriege geworden, kein hervorragender Geist, keine führende Persönlichkeit, aber ganz durchglüht von jener Vaterlandsliebe, die kein Opfer scheut, von jenem Freifoeitsdurst. der die Schmach der Unterdrückung nicht ertragen kann. In dem Gedanken, an dem Aufstand des Volkes durch die Gründung einer Freischar aus Richtpreußen teilzunehmen, die die Einheit ganz Deutschlands verkörpern und das ganze Vaterland zum einmütigen Kampf entflammen sollten, gipfelt seine Laufbahn, und von hier aus fällt ein unvergänglicher Glanz auf die Sc- Halt dieses märkischen Edelmannes Schon mit 13 Jahren war er in die preußische Garde cingetrc- ten, hatte 1806 tapfer in der unglücklichen Schlacht bei Auerstädt mitgefochten und schloß sich nach der Auslösung seines Regiments dem Schillschen Freikorps an. Er war ein naher Freund Schills und organisierte die Reiterei innerhalb feines Truppenverbandes. Lützow hat auch bei den entscheidenden Beratungen immer wieder zum Durchhalten in dem verzweifelten Unternehmen geraten; er wurde in der Schlacht bei Stargard verwundet und dadurch vor der Teilnahme an dem tragischen Ausgang Schills und der Seinen bewahrt. Als Major verabschiedet, suchte der an seinen Wunden kränkelnde Offizier Heilung im Bade und lernte hier die anmutige und reiche dänische Gräfin Elife von Afoleseldt kennen, die sich in den stattlichen, mit dem Orden Pour le .Mente geschmückten Mann verliebte So kam rakfo die Ehe zustande, in der der wackere Reiter dem hohen romantischen Gedankenslug seiner schöngeistigen Gattin zu folgen wußte, von ihr aber in feiner vaterländischen Begeisterung unterstützt wurde. Rachdem er 1811 wieder in die Armee eingetreten war, erhielt er am 18. Februar 1813 den Auftrag, in Schlesien ein Freikorps zu bilden, um damit auch in den andern deutschen Ländern den Anstoß zur Volkserhebung zu geben. Elife von Lützow. die ihn nach Möglich- icti auch in d-en Feldzügen begleitete, wurde die .Muse der schwarzen Schar". Wirtschaft. Oer Heichsbanlstaius Mitte Mai. Berlin, 18. Mai. Bach dem Ausweis der Rcichsbank vom 14- Mai hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 149,2 Millionen auf 3479,0 Millionen Mark verringert. 2m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln -und -schecks um 136,9 Millionen auf 3008,8 Millionen Mark, die Lombardbestände um 8,6 Millionen auf 102,4 Millionen Mark und die Bestände an Reichsschahwechseln um 3,8 Millionen auf 6,2 Millionen Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 71,7 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbank- noten um 67,9 Millionen auf 3922,9 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 3.8 Millionen auf 402,5 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 24,6 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 353,9 Millionen Mark eine Abnahme um 8,9 Millionen Mark- Die Bestände an Gold und deaungs- fähigen Devisen haben sich um 6.3 Millionen auf 990,7 Millionen Mark erhöht. Irn einzelnen haben die Goldbestände um 0,4 Millionen auf 851,5 Millionen Mark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 5,9 Millionen auf 139,2 Millionen Mark zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 25,3 Prozent, gegen 24,7 Prozent in der Borwoche. * * Chem ische Werke vorm. H. & E. Albert, Amöneburg. In der Anfang Ium stattfindenden Aufsichtsratssitzung der Chemisch^ Werke vorm H. &. E. Albert, Amöneburg, soll der Abschluß für das Geschäftsjahr 1931 vorgelegt werden. Die Ausschüttung einer Dividende ist wieder nicht zu erwarten, der erzielte Reingewinn soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die finanzielle Lage der Gesellschaft hat im abgelaufenen Jahre eine Berbesserung erfahren. Sranffurf schwächer. Frankfurt a. M.. 19.Mai. (WTD. Drahtmeldung.) Die Abgabeneigung, die bereits an der gestrigen Börse zu einem schwachen Derlauf geführt hatte, setzte sich heute in verstärktem Matze fort, so datz auch die heutige Börse in überwiegend schwächererTendenz eröffnete. Bom Publikum kam in etwas größerem Umfange Material heraus, und auch die Spekulation nahm eher Glattstellungen vor, denen kaum Aufnahmeneigung gegenüberstand. Die lehttägige Schwäche der Auslandbörsen und die verwickelte innen- und außenpolit sche Ei uation l etz keine Llnternehmungslust aufkommen. Bon Wirtschaftlichen Momenten verstimmten weiterhin die stark gesunkenen Außenhandels- z i f f e r n, sowie der Berlustabschluh bei Harpener Bergbau. Gegenüber der Abendbörse betrugen die durchschnittlichen Rückgänge bis zu 1,-5 Prozent. Die schwache Haltung einiger Spezialwerte trugen naturgemäß zur Abwärtsbewegung der Allgemeintendenz bei. So lagen besonders von Elektroaktien Licht L Kraft mit minus 3,65 Proz. und Siemens mit minus 3 Proz. schwach. Am Montanmarkt büßten Mannesmann und Harpener je 1,5 Proz., Phönix und Stahlverein je 1 Proz. ein. Don Chemieaktien verloren Farben 1,25 Proz. und Scheideanstalt 1 Proz. Reichsbank gaben 1,25 Proz. nach, von Rebenwerten gingen Südd. Zucker um 1,75 Proz. und Conti-Linoleum, Zürich um 1,25 Prozent zurück. Gut behauptet blieben dagegen Schissahrts- und andere Der- kehrsaktien, Holzmann, Daimler und Zellstoff- Aschaffenburg. Die Llmsatztätigkeit hielt sich allgemein in engen Grenzen. Am Rentenmarkt war das Hauptmerkmal die schwache Haltung oer Altbesitzanleihe und der Reichsschuldbuchforderungen, die je 1,25 Prozent einbühten. Gold- und Liquidationspfandbriefe neigten bei stillem Geschäft eher zur Schwäche, von Ausländern waren Mexikaner und Türken gehalten. Im 03erlaufe hielt die schwacheStimmung an, da erneut kleines Angebot die Kurse um 1 bis 1,5 Proz. drückte. Chadeaktien gaben 2 Mark nach. Auch Altbesih blieben offeriert und verloren nochmals 0,25 Proz., ebenso lagen Reu- besitz im gleichen Ausmaße niedriger. Berlin zurückhaltend und uneinheitlich. Berlin, 19. Mai. (WTB. Funkspruch.) Nachdem man bereits im Vormittagsverkehr mit einer schwächeren Börse gerechnet hatte, lagen die ersten Kurse erwartungsgemäß 1 bis 2 v. H. niedriger. Besonders in Bankaktien, die jetzt im reinen Kassaverkehr gehandelt werden, sowie in Elektropapieren soll etwas stärkeres Auslandangebot Vorgelegen haben. Die Spekulation bekundete demgegenüber heute so gut wie gar keine Aufnahmeneigung, da eine ganze Reihe von Momenten zur Zurückhaltung mahnte. Einerseits wird die Unternehmungslust durch die anhaltende politische Unsicherheit — die Reichsregierung berät den Etat, eine neue Notverordnung steht kurz bevor, und der Preußische Landtag wird in wenigen Tagen zufammentreten — empfindlich gelähmt. Die Vorgänge im Fernen Osten waren ebenfalls nicht dazu angetan, freundlich zu stimmen. Hinzu kam noch die flaue Veranlagung der Dessauer Gasaktien, bei denen die Dividendenhoffnungen bis auf 5 v. H. herabgestimmt sind und bei denen auch diese Ausschüttung nicht in bar, sondern in Reichsschuldbuchforderungen gezahlt werden soll. Außer diesem Papier erschienen noch Bemberg, Elektrizitätswerke Schlesien und Schief. B-Gas mit Minus-Minus-Zeichen. Die Verluste dieser Werte betrugen bis zu 5 v. H., während Dortmunder Union, Elektrische Licht & Kraft, Westeregeln, Rheinische Braunkohlen, Mannesmann, Siemens, RWE. und Süddeutsche Zucker bis zu 3,5 o. H. einbühten. Die Bank von England hat ihren Diskont heute nicht weiter ermäßigt, in Börfenkreisen hatte man die diesbezüglichen Hoffnungen aber schon heute vormittag aufgegeben. Im Verlaufe war die Tendenz bei kleinen Schwankungen und nur geringem Geschäft stark uneinheitlich. Immerhin überwogen weitere Rückgänge bis zu 1 v. H. Deutsche Anleihen tendierten schwächer, Altbesitz verloren 1,25 v. H., Neubesitz 10 Pf. Festver ° zinsliche Werte waren allgemein stärker an- geboten und im Kurse rückgängig. Reichsschuldbuch- forderungen verloren im Zusammenhang mit Dessauer Gas mehr als 1 v. H. Reichsbahn-Dorzugsaktien lagen dagegen zunächst etwas besser gehalten, gingen aber im Verlaufe gleichfalls um 1,40 v. H. gegen gestern zurück. Von Ausländern waren lediglich Mexikanische Bewässerung schwächer. Der Geldmarkt wies heute keine Veränderung auf, Tagesgeld blieb in der unteren Grenze 5,40 v. H., Mdnats- geld stellte sich auf 6 bis 8 v.H. nominell. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Mai. Auftrieb: 58 Rin- 741 Kälber, 25 Schafe, 483 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 40 bis 45 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 25 bis 34; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 35 bis 39, von etwa 160 bis 200 Pfund 33 bis 38, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 31 bis 37 Mark. — Marktverlauf: Schweine ruhig, ausverkauft, Kälber mittelmäßig, später abflauend, Schafe mittelmäßig, geräumt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Bitte an die polternerroaltung. Das am Selterstor hängende Verkehrsschild, das den Verkehr auf dem Seltersweg in Richtung Kreuzplatz sperren soll, übt seine Wirkung nur teilweise aus. Gerade die Pfingstfeiertage mit ihrem starken Autoverkehr boten reichlich Gelegenheit, zu beobachten, wie fast jeder ortsfremde Autofahrer, aus der Berlin, 18. Mai. (WTD.) Im April war die deutsche Einfuhr mit 427 Mill. Mk. wertmäßig um 63 Mill. Mk., d. f). um 17 v. H. höher als im März d. 2. Mengenmäßig beläuft sich die Zunahme sogar auf mehr als 20 v. H. Bei diesem Ansteigen der Einfuhr, das saisonmähig nicht erklärt werden kann, handelt es sich offenbar zum Teil um eine Reaktion auf die unverhältnismäßig starke Schrumpfung der Warenbezüge im Bormonat. Die Erhöhung der Einfuhr entfällt im wesentlichen aus die Gruppen Lebensmittel und Rohstoffe (plus 30 bzw. 32 Mill. Mk.), während sich die Fertigwareneinfuhr wert- und mengenmäßig kaum verändert hat. 5>ie Ausfuhr belief sich im April auf 472 Mill. Mk.; hinzu kommen Reparationssachlieferungen im Betrag von 9 (im Dormonat 11) Mill. Mark. Gegenüber März ist die Gesamtausfuhr somit um 46 Mill. Mk. gesunken. Dieser Frankfurter Straße kommend, in den Seltersweg cinfuhr, da das Schild z u h o ch angebracht ist. Die Polizei würde sich ein Verdienst erwerben und manchem Autofahrer Aerger und unnötige Strafmandate ersparen, wenn sie das Sperrschild an geeigneterer Stelle anbringt, und zwar wenn möglich a m Rande des Bürgersteigs (auf der Seite des Verkehrsbureaus) a u f und i n gleicher Höhe wie dos Schild für die Straßenbahnhaltestelle. Einer für viele. Line Bitte an die Forstpolizei. Maienzeit! Herrlich färben sich die Wälder. Eine Freude und eine Wonne empfindet der Spaziergänger, wenn er sich in des Waldes Stille an dem jungen Grün der Bäume und Sträucher er- götzen kann. Und doch sind Kräfte am Werk, die dem Spaziergänger die Freude an der Natur verekeln. Es sind dies die sog. „Späher" in den Gießener Waldungen, die man rottenweise antreffen kann, wie sie besonders jungen Ehepaaren, Liebespaaren usw. nachschleichen. Diesen „Spähern" ist keine junge Waldkultur zu schade, wenn sie merken, daß sich ein junges Paar auf eine Bank niederläßt, da geht es über Stock und Stein, über junge Saaten, mit und ohne Rad, ganz egal. Auf dem Bauche kriechend kann man sie beobachten, wie sie sich der Bank nähern, auf der ein junges Paar fitzt. Sieht man sich diese „Waldbesucher" genauer an, so sind es immer dieselben Gesichter, und am häufigsten halten sie sich im sog. „Nizza" auf, in der letzten Zeit sind sie auch im Bezirk des Anneröder Weges (Butterweg) anzutreffen. Vielleicht betrachtet sich die Forstpolizei diese Sorte Waldbesucher einmal genauer und weist sie zur Ordnung, damit die Freude der Spaziergänger nicht durch diese „Späher" vergällt wird. Oberheffen. Ziegenmarli in Lich. * L ich<^18. Mai. Gelegentlich des gestrigen Pfingstmarktes in Lich konnte auch der diesjährige Ziegenmarkt, dank der Llnterstützung durch die Stadt Lich, in der seitherigen Weife zur Durchführung gebracht werden. Es waren fast 100 Tiere zur Prämiierung gemeldet. Die aufgetriebenen älteren Böcke waren von recht guter Qualität, während die Klasse der einjährigen Böcke Wünsche offen ließ. Die Ziegenklassen waren sämtlich mit gutem Material beschickt. Besonders hervorzuheben ist die Klasse der einjährigen Ziegen, die weit über den Durchschnitt hinausragte. Der Derkauf war infolge dec wirtschaftlichen Rot und mit Rücksicht darauf, daß der Markt schon sehr zeitig obgebalten wurde, gering. 2mmerhin wurde eine Anzahl Ziegen und Böcke zu recht annehmbaren Preisen umgesetzt. Die Gewinner der Preise waren folgende: Klasse I, Böcke 2 2ahre und älter: 1. Preise: Gemeinde Hattenrod und Gemeinde Laubach; 2. Preise: Gemeinde Grotzen-Buseck und Gemeinde Lumda; 3. Preise: Gemeinde Rödgen und Ziegenzuchtverein Gießen. Klasse II, Böcke 1 2ahr alt: 2. Preis: Ziegenzuchtverein Gießen; 3. Preise: Heinrich Scheid III., Harbach und Ludwig Schäfer, Linden- struth. Klasse IN, Ziegen 3 2ahreundälter: 1. Preise: Heinrich Münster, Hattenrod; Christian Scheid Vl„ Großen»Duseck, Hch. Decker, Gießen; 2akob Lerch. Lich; Georg Schäfer. Lich; Wilhelm Wagner I.. Grotzen-Buseck. 2. Preise: K. Münster. Hattenrod: Peter Dietz. Lich; Karl Weih I., Steinberg; Heinr. Größer IV., Grotzen-Buseck. 3. Preise: Heinr. Konr. Köhler, Dettenhausen; Heinrich Har- Rückgang ist nur zu einem kleinen Teil durch die weitere Senkung der Preise zu erklären; überwiegend handelt es sich bei dieser wertmähigen Olbnahme um eine Schrumpfung der Ausfuhrmengen. Der Rückgang der Ausfuhr entfällt ausschließlich auf die Gruppe Fertigwaren, deren Ausfuhrwert um fast 11 v. H. unter dem Stand des Vormonats liegt. Die Ausfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen hat sich etwa auf Dormonatshöhe gehalten. 2n der Entwicklung der Gesamtausfuhr war vor allem die rückgängige Ausfuhr nach Großbritannien und Rußland entscheidend. Die Handelsbilanz schließt im April mit einem Ausfuhrüberschuß in Höhe von 45 (März 152) Mill. Mk. ab. Einschließlich der Reparationssachlieferungen belief sich der Ausfuhrüberschuß auf 54 Mill. Mk. Starte Schrumpfung des deutschen Außenhandels. Steigende Einfuhr. - Sinkende Ausfuhr. - Erhebliche Senkung des Ausfuhrüberschusses. Letzte Nachrichten. Gylys zum Gouverneur des Memelgebietes ernannt. fi o ro n o, 19.2Hai. (WTB. Funkspruch.) Der Prä. sidenl hat heule den litauischen Generalkonsul in London, Gylys, zum Gouverneur des Memelgebiet« ernannt. Der neue Gouver« neur tritt bereits heute seinen Posten in Diemel an. wie verlautet, soll in den nächsten Tagen das Direktorium $ imaifis zurücktreten. bach VIII.. Großen-Buseck; Wilhelm Kaiser. Bellersheim; Wilh. Wagner IX., Großen-Buseck, 2ak. Raumann, Laubach; Karl Görlach III., Eberstadt; Wilhelm Gorr, Lich und Hermann Degenhardt, Gießen. Klasse IV, Ziegen 2 2ahre alt: 1. Preise: Heinr. Rau IV-, Hattenrod, und Dalth. Pfeiffer VII., Grotzen-Buseck. 2. Preise: Wilh. Dort III., Grotzen-Buseck; August Petri, Hattenrod; Karl Stark, Ettingshausen; Ludw. Fink II., Steinberg. 3-Preise: Valentin Röhrig, Giehen; Heinrich Stengel, Laubach; Wilhelm Scheid III., Grotzen-Buseck. Klasse V, Ziegen 1 2ahr alt: 1. Preise: Ludwig Scheid V., Christoph Scheid VI.. Heinrich Harbach VIII., Grotzen-Buseck; Heinrich Rau IV., Heinrich Maul, Hattenrod. 2. Preise: Karl Peter (zweimal), Laubach; August Sieg, Heinrich Münster (zweimal), Hattenrod. 3. Preise: Karl Münster, Otto Fink, Hattenrod; Heinrich Wagenbach VI., Heinrich Scheid VII., Heinrich Seipp III., Grotzen-Buseck; Heinrich Scheid III. (dreimal), Harbach. Klasse VI, Zeitziegen: 1.Preis: Christ. Wagner VI., Grotzen-Buseck. 2. Preise: Karl Görlach III., Wilhelm Wedemann II., Eberstadt. 3. Preis: 2ohannes Roos, Witwe, Hattenrod. Landkreis Gießen. + @ rünberg, 18. Mai. Am zweitenPfingstfeiertage begingen hier die Siebzigjährigen eine Wiedersehensfeier. Die Zusammenkunft erstreckte sich auf die im Jahre 1862 geborenen, die an Pfingsten 1876 in der hiesigen Stadtkivche konfirmiert worden waren. Don den damals 47 Konfirmanden (Grünberg: 22 Knaben, 15 Mädchen; Stangenrod: 1 Knabe, 3 ZNädchen und Lehnheim: 5 Knaben, 1 Mädchen) waren noch 20 am Leben, von denen 11 an der Zusammenkunft teilnahmen. Rach dem gemeinsamen Besuch des Morgengottes- dienstes, bei dem Dekan Schmidt in seiner Predigt Bezug auf die Veranstaltung nahm, folgte ein Spaziergang durch die Stadt, anschließend sand gemeinsames Essen statt. Hierbei hielt Stabszahlmeister i. R. Haas die Begrüßungsansprache und gab bekannt, was er über die Altersgenossen und ihren Lebenslauf ermittelt hatte, während Schuhmachermeister K. Kreuder (Giehen) in seiner Ansprache treffende OZergleiche zwischen der damaligen Zeit und heute anstellte. Rach einer photographischen Aufnahme sand am Rachmittag ein Gang zur Dingmühle bei Lauter statt, um dort Kaffee zu trinken, denn am Konfirmationstage vor genau 56 2ahren war man ebenfalls auf der Dingmühle zum Kaffee versammelt gewesen, damals als Gast bei dem Mitkonfirmanden Julius Zimmer, dem verstorbenen Vater des jetzigen Desihers. Kreis Schotten. □ ßaubad), 18.Mai. Dieser Tage fand hier im „Solmser Hof" die diesjährige Generalversammlung der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Schotten statt, die von den Vorstands- und Ausschußmitgliedern der Sektionen Schotten, Gedern, Laubach und Ulrichstein gut besucht war. Der Vorsitzende, Schreinermeister O. Stang (Schotten), gab zunächst einen kurzen Ueberblid über den gegenwärtigen Stand der Kasse und wies darauf hin, daß trotz der schweren Wirtschaftskrise die Finanzen der Kasse als gut zu bezeichnen seien. Der von Geschäftsführer Kniese (Schotten) erstattete Jahresbericht von 1931 zeigte bei einer Einnahme von rund 206 000 Mark und einer Ausgabe von 210 000 Mark eine Mehrauszahlung von 4000 Mark. Nach Abgabe des Prüfungsberichtes durch L. S ch u d t (Laubach) wurde dem Rechner und Vorstand Entlastung erteilt. (D Gedern, 18. Mai. Die im Jahre 1882 in unserer Kirche Konfirmierten veranstalteten am zweiten Pfingstfeiertag zur Feier ihres goldenen Kon- firm ations - Jubiläums eine Zufatnrnen- fünft. Am Vormittag fand feierlicher Gottesdienst tatt, der erste dieser Art in unserer Gemeinde, dem ich gemeinsamer Abendmahlsgang der Konfirman- den-Iubilare anschloß. Nachmittags folgte ein Gang zum Friedhof zu den Gräbern der verstorbenen Mitkonfirmanden und des einstigen Konfirmators Hofpredigers Heinrichs. Ein gemütliches Bei- Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v.H, Lombardzinsfuß 6 v.H. Franksun a. 2)1. Äerltn Schluß-s kurs | 1-Uhr« Kurs Schlußkurs Ansang« Kurs Datum 18.5. 19.5. 18-5. 19.5. 6% Deutsche »ictdtsanlethe D. 1927 —— — 55 — 7% Deutsche Retchsanlethe d.1929 65,25 — 65,25 — 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 . Tculsche Anl.-Ablös.-Schuld mü 54 — 54 — Auslos.-Rechten....... 42.65 42,25 42,75 41,5 DeSgl. okine Auslos^Rechte . . . 8% Hess. Bolksstaat von 1929 3,5 3,35 3,45 3,35 (rückzahlb. 102%)...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 52 —- 51 — Auölos.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. 35 — — — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 38 — 38,13 — 15 unkündbar bis 1935 . . . . 7% Franks. Hpp.-Bank Goldpse unkündbar vis 1936 Serie 16 . VA% Franks. Hyp.-Bank Ligu.- Psandbrieje......... i. \\ Öberftobt De- Nientob. M. n zweiten Psingtz. °S'gi°hrigen ulammenhinfl et. geborenen, die n Stadttivche Ion- n damals 4ZÄtm- ^en, 15 Ilädchen; m und Lchnheim: wch 20 am Leben, ^kuntt teilnahmen. es Mvrgengvttcs- i dt in seinerPre- ung nahm, folgte ibt, anschließend ierbei hielt Stabt- irühungsansprachc die Altersgenossen t hatte, während e r (Gießen) in sei- eiche zwischen der teilte. Aach einer ld am Aachmittag Lauter statt, um m KonsimationS- man ebenfalls auf sammelt gewesen, i'rmanSen 3uliud later des jetzigen 1331 8 Ü 12.4*5 7,123 51.95 12.465 3,057 170.83 77.17 84.5 78- 15.45 1,018 4.209 50,09 21-67 16.60 82.34 34.67 82.72 1,31 0.317 7,423 14.09 Akld —1 3.0« 171 .Z 77.33 84 0 78.6* 15* 1.022 4.21 59 2] 11.71 16.645 82 j* 3471 62,88 1,321 0'319 "•437 ;U. tt lagt sand hier je Teneralverfamm. strantentoH« statt, biejion den ehern her eelliontn > lllrichslein gut be- Schreinemeister 0. chst einen kurzen ien Stand der Kasse her schweren ®irt* taffe als gut ZU be- ästrsührer Snieje ,cht von 1931 zeigte 206 000 Mark und stark eine MehE h Abgabe bes yru- b t (Laubach) wurde illaftung erteilt. mMre 1882 mun. nftoltcien am Zweite» goldenen fio"' NS eine jufaW ierfidjer ©otlesbunft n'crer Eemeinde,^ roM der fionfinnan- S folgte ein Son« S der oerstarbenen *n SÄ’ :jn gemütlich^ 0 ftanliu^i lO.Mt fammenfein im Kaffeehaus Oberheim, wobei Kirchen, «emeindevertreter Karl Fay III. in herzlichen War- “en die Bedeutung des Tages würdigte, beschloß die Feier. Don den 37 im Jahre 1882 Konfirmierten Poren 11 erschienen: 13 sind bereits verstorben, während die übrigen am Erscheinen verhinderi waren Auch einige in anderen Gemeinden vor 50 gahren Konfirmierte hatten sich als Gäste emge- •tttL Allgemein wurde der Wunsch geäußert, daß kiese schone, erstmals veranstaltete Feier zur dauernden Sitte werden möchte. Streie Alsfeld. H Alsseld, 18. Mai. Freiherr vonRvt»- tn a n n (Hof gut Dohelrod bei Alsfeld) veranstaltete mit einem Kammermufik-Enfemble (Quintett) (1900 ) 23,8 Sek.: 4. Thöne (ASV.). Der als 400-Meter-Mann bekannte Hocke war hier nicht zu schlagen und siegte klar. 8 00 Meter : 1 Olottbrod (ASV.) 2 04.8 Minuten: 2. Depper!ing (1900) 2:05,7 : 3. Griessel (ASV.) 2:08,6 Win.: 4. Schneider (1900). An Vottbrocks Sieg war von vornherein nicht zu zweifeln. Daß sich ater Bepperling so dicht bei- hielt, war eine sehr freudige ilcterrafdjunq. 1 5 0 0 OR c t e r . 1. Krings IASV.) 4 20,05 Minuten: 2. Zissemch (ASV ) 4:24.5: 3 Peters (1900) 4 28,2 Min.: 4. Reitz (1900V Die beiden Gießener schienen noch nicht das richtige Tempogefühl für diese Strecke zu haben und muhten die Kölner ziehen lassen. 3000 Meter: 1. Schaaf (1900) 9:33,8 Mm.: 2. Gerhardt (1900) 9:40,8; 3. Krings (ASV ). Hier machte die Spielvgg. 1900 viel Boden gut. Schaafs Zeit kann sich sehen lassen. 4 X 100 - Meter -Staffel: 1. Akad Spv. Köln (Vottbrock, Rasky, Thöne, Hocke) 45.3 ©cf.: 2. Spielvgg. 1900 45.6 Sek. Die Einheimischen wechselten reichlich schlecht und gaben nur dadurch den Sieg auS ter Hand. 4 X 8 0 0 - OHelc r -Staffel: 1. Spielvgg. 1900 (Reih, Depperling, Peters, Daumstieger) 8 34,5 Min.; 2. Akad. Sportv. Köln 8:40,6; 3. Spielvgg. 1900, 2. Mannschaft. Wohl der wertvollste Gießener Erfolg bei dem Klubkampf-l Die 1900er Mannen liefen einen Durchschnitt von 2:08,5 für die 800 Meter und übertrafen sich dabei selbst. Hochsprung: 1 Rademacher (ASV.) 1,70 Meter; 2. Drisch (ASV.) 1.65; 3. ©chlarb (1900) 1,60 Meter: 4 Felsing .1900). Schate, daß bei dem westdeutschen Meister Busch schon bei 1,65 Meter eine Fußverlctzung wieder hervortrat, die ihn zum Ausscheiden zwang. Weitsprung : 1. Rasky (ASV.) 6,50 Meter; 2. Felsing (1900) 6,06 : 3. D-ebus (ASV.) 5,92; 4. Koch II. (1900). Der Rheinbezirksmeister Rasky zeigte beachtliches Können und war nie gefährdet. Stabhochsprung: 1. Jung (1920 ) 3,30 Meter: 2. Vottbrock (ASV.) 3.00; 3. Busch (ASV.) 2,90 Meter; 4. Hopsenmüller (1900). Heini Jung wartete mit einer für Saisonteginn feinen Leistung auf. Kugelstoßen 1. Debus (ASD.) 13.78011c er; 2. Lipp (1900) 11.81; 3 Vottbrock (ASD ) 11,69; 4. Felsing (1900) 10.42 Meter. Außer Wettbewerb. Kilo (VfL. Wetzlar) 13,15 Meter. Der kleine Debus imponierte durch feine gleichmäßigen Stöße. Er ist alS ernster Anwärter für die diesjährige westdeutsche Meisterschaft anzu- fehen. Diskuswerfen: 1. Debus (ASV.) 41,53 Meter; 2 Felsing (1900) 31,21; 3. Rademacher (ASV.) 30,70; 4 Depperling (1900' 28,68 Meter. Außer OScttbetoerb: Kilo (VfL. Wetzlar) 42,72 Meter. Hier mußte sich ter Kölner durch den als Gast anwesenden und ebenfalls schon in hervorragender Form befindlichen Kilo geschlagen bekennen. Speerwerfen: 1. Debus (ASV.) 45 27 Meter; 2. Hocke (ASD.) 43,20; 3. Hopsenmüller (1900) 40,92; 4. Gräf (1900) 40,05 Meter. Die Leistungen fielen hier etwas ab. Besonders die beiten 1900er schienen noch wenig Sicherheit zu besitzen. Kreistag des Kreises Schotten. Schotten. 18. Ma:. 3m Rathaussaal fand heute unter Leitung des Krcisdtrettor» Dr 3 a n n ter diesjährige ordentliche Kreistag de» Kreise» Schotten statt. Vach Begrüßung durch den Vorsitzenden wurde die Rechnung ter Kreistage für da» Rechnungsjahr 1930 geprüft und angenommen. Sodann nahm man den VerwaltungSbericht für da» Rechnungsjahr 1930 entgegen. Darauf trat ter Kreistag in die Be- ratung deS ßrciskasievoranfchlag» für da» Rj. 1932 ein. 3m großen und ganzen weicht ter Voranschlag wenig von dem deS vorhergehenten Jahres ab. Die KreiSumlagen wurden um 7500 Mark gelenkt und aus rund 90 000 Mark festgesetzt. Die allgemeinen VerwaltungSkoften. Besoldungen. Versicherungsbeiträge, Tagegelder. Bureaukosten, Kraftfahrzeughallung. Mitglteds- teiträge sind mit 17952 Mark eingestellt Der Posten Schlachtvieh- und Fleischbeschau beziffert sich in Einnahme und Ausgabe mit 2500 Mark. Für Vahrungsmittelkontrollkoften haben die Gemeinten aufzukommen. Desinfektion und sonstige polizeiliche Zwecke verursachen etwa 1000 Mark Unkosten. Zu den gewerblichen Fortbildungsschulen in Schotten, Ulrichstein, Laubach und Getern, zur Gewerbeschule Vidda und zum Land- wirtschaftSamt Vidda leistet der Kreis einen Zuschuß von 1500 Mark Für Kunst und Wisfen- schast werten 470 Mark verausgabt. Die Dau» verwaltung erfordert 6390 Mark, die Förderung der Landwirtschaft 2900 Mark. 1500 Mark werden für Obst- und Gartenbau verwendet. Schotten und Gedern erhalten 400 Mark Zuschuß für ihre Prämiierungsmärkte. Der größte Ausgabeposten mit 89 687 Mark betrifft die soziale Fürsorge und die Wohlfahrtspflege. Der KrciS hat 150 Sozialrentner, 60 Kleinrentner, 12 Geisteskranke. 16 Sieche und mehrere Taubst«mme und Idiote zu versorgen. Der KreisauSschuß foll in Zukunft in Einzelfällen entscheiden, inwieweit sich ter KrciS an den AnstaltSkosten ter untergebrachten Personen, Geisteskranken und Siechen beteiligt. Für die Jugendfürsorge, Krüppelsür- forge, Schulgesundheitspflege sind größere Wittel vorgesehen, ebenso für die Tuberkuloseberatung und Heilbehandlung etwa 4000 Mark eingestellt. An die Krankenhäuser zu Schotten, Laubach und Getern werden 1000 Mark Zuschuß gewährt. DaS Feuerlöschwesen bedingt etwa 1400 Mark Unkosten. An die neugegrünteten Freiwilligen Wehren werten Zuschüße bewilligt. Die Kadaver- verwertungSanstalt verlangt einen Zuschuß von etwa 3 4000 Mark. Al» Betriebsmittel sind 17 000 Mark vorgesehen, in den Reservefonds find rund 8003 Mark eingestellt. Vie Ao»spfoche. Die Räume deS K r e i S a m t S sind durch Hinzunahme te» anliegenden staatlichen Gebäude» (seither Forstwohnung) erweitert worden. Die KreiSfürsorgestelle und die Paßstelle sind dort untergebracht. Die Kosten werten genehmigt. An die vier gewerblichen Fortbildungsschulen wurden je 150 Mark Zuschuß bewilligt. Die KreiSbaumschuleLau- b a ch wird im Lause te» Herbstes aufgehoben Beschwerten wurden über manae lhaf te Entschädigung bei Viehverlusten an Milz und Rauschbrand erhoben. Bei dem Ministerium soll beantragt werten, daß den Kreisärzten die schulärztliche Tätigkeit und Tuberkuloseberatung als Pflichtaufgabe gegen angemessene Aufwandsentschädigung übertragen wird. Ein Sorgenkind deS Kreise» ist die mit Unterstützung des KreiscS geschaffene Kadaver- verwertung-anstalt. Beschwerten über mangelhafte Abholung der Kadaver wurden vorgebracht. Ein neuer Vertrag mit dem Besitzer der Anstalt wurde vom Kreistag genehmigt. Der KreiSauSschuß soll die Frage ter Zukunft ter Anstalt prüfen. Ebenso wurde ter Kreisausschuß ermächtigt, die SteuerauSschlagsfätze zu bestimmen. Am Schluß ter Aussprache wurde ter Voranschlag mit 241 578 Mk. in Einnahme und Ausgabe vom Kreistag angenommen. Die Rechnung au» dem 3ahre 1930 mit einem Ueberschuh von 47 874 Mk. nahm ter Kreistag zustimmend zur Kenntnis, ebenso die Derrn ögenSübersicht nach dem Stande vom 1. Qu>ril 1932 mit einem Vermögensstand von 107 200 Mk. und einem Schultenstand von 110080 Mk. Wahlen. 3n bie KreiSkörkommission wurden die seitherigen Mitglieder Fischer (Hos-Zwiesalten), 2lltbürgermeister Diehl (Rainrod), al» Ersatz- Mitglieder Lenz (Ulfa), Ee11 ariu » (Schotten) wietergewählt. An die Tagung schloß sich ein einfaches Essen im Hessischen HauS. Dorher standen sich die zweiten Mannschaften beiter Dereine gegenüber. Hier waren die Gäste den Einheimischen bedeutend überlegen und konnten mit 4:0 Toren Sieger werden. Grohen-Duseck Schüler — Gießen Schüler 1:1. Dieseck I — Mannheim Feudenheim I 4:5. Diese Gegner standen sich auf dem Wiesecker Platz gegenüber. Wieseck konnte bereits nach wenigen Minuten die Führung übernehmen, bann gelang es Mannheim, den Ausgleich herzustellen. Dis Halbzeit gelang e» Wieseck aber, das Resultat auf 3: 1 zu stellen. Vach Seitenwechsel konnte Mannheim bald ein Tor aufholen. Ein Selbsttor des rechten Läufers brachte Mannheim billig den Ausgleich. Wenige Minuten später aus übersehenem, einwandfreiem Abseits konnte Mannheim die Führung übernehmen. Kurze Zeit später erzielte Wieseck den Ausgleich. Die wenigen Minuten bis Schluß flammte das Spiel noch einmal auf, und den Gästen gelang es, das Siegestor zu erringen. Wieseck II — Kinzenbach I 3:3. 3n der ersten Hälfte sah man ein körperliche» Spiel, bei dem die Gäste bei Halbzeit mit 1:0 Toren in Führung lagen. Vach Seitenwechsel stellte Wieseck bald den Ausgleich her. Die Gäste verursachten durch hartes Spiel eine Reihe Elfmeter. von denen zwei erfolgreich waren. Wieseck lag bis kurz vor Schluß mit 3:1 Toren in Führung. Den Gästen gelang es aber durch leichtsinnige» Spiel des Schluhtrios ter Plahbesiher, das Resultat bis ©chluh auf 3:3 zu stellen. Wiesecks 2. Jugend konnte die körperlich überlegene 2. Mannschaft von Kinzenbach mit 4:1 Toren schlagen. Heuchelheim I — Mannheim I 1:2. An neuen deutschen Flugzeugtypen finden sich die tenheim in Heuchelheim Die Heuchelheimer Mannschaft konnte zuerst die Führung übernehmen, doch stellten die Gäste bis Halbzeit das Resultat auf 1:1. Vach dem Wechsel war Mannheim leicht überlegen. Heuchelheim mußte sich mächtig wehren, doch gelang es Mannheim, das Siegestor zu schießen. Dor diesem Spiele standen sich Heuchelheims Jugend - Krofdorfs Jugend gegenüber. Hier konnten die Gastgeber mit 4:0 Toren Sieger werten. Lollar I — Mannheim I 2:3. Bereit» am Samstagabend trat Mannheim in Lollar an. Unangenehm fiel das harte, körperliche Spiel ter Plahbesiher auf, das die Gäste vorerst nicht aufkommen ließ. Ein Elfmeter brachte Lollar die Führung, die es bis Halbzeit auf 2:0 erhöhte. Vach dem Wechsel erzielten die Gäste drei Tore, womit sie den verdienten Sieg sicher- stellten. Dorher standen sich Lollars 3ugend — WiefeckS Jugend gegenüber. Die Gäste siegten verdient mit 7:0 Toren. (ßrüningen I — Ullendorf I 1:2. Der Dezirksmeister Allcndorf (Lahn) war zu einem Freundschaftsspiel am. zweiten Feiertag in Grüningen. Vur mit viel Glück gelang e» Allcndorf, knapp mit 2:1 Toren Sieger zu werten. Der Kreismeister Vaunheim stand am Samstag dem (Heuling ter Kreisklasfe Darmstad11 gegenüber. Raunheim mußte sich mit 4: 3 Toren (Halbzeit 0: 0) geschlagen bekennen. Am ersten Feiertag war Raunheim inE g e l »• bach zu Gast. Egelsbach, technisch weit belfer, konnte dem Meister mit 7:1 Toren eine schwere Vicderlage bereiten. Am zweiten Feiertag weilte Raunheim in Bürgel. Raunheim konnte mit 8.6 Toren al» Sieger den Plah verlasien. Bnefkasten der Redaktion. Briefmarke. Die in der „Illustrierten" vom 14. Mai abgebildete Briefmarke Mauritius, one Penny vom Jahre 1847 ist ziegelrot, es eristieren davon zwei ungebrauchte und elf gebrauchte Exemplare. Dos Markenbild zeigt den Kopf der Königin Viktoria mit Stirnreif (Kupferstich von I. Barnard). Die seitliche Beschriftung lautet links: Post Office (fälschlich statt Post Paid = Porto bezahlt), recht) Mauritius. Die Ecken enthalten Ornamente, die Initialen I B. bc» finden sich in mikroskopisch kleinen Buchstaben am Halsabschnitt des Kopses. Vergleiche auch: „Der deutsche Philatelist" 1920, Seite 203 und 1921, Seite 4. Gewinuauszug 2. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preutz.) Staats-Lotterte. Ohne Gewähr Nachdruck verboten 1. Ziehungstag 18. Mai 1932 In der heutigen Vormittagszlehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 »tteinnt I» 100000 W. 64559 2 »etDinne ia 6000 M. 227694 10 9*Dinn« »u 3000 TL 3132 42900 78942 264220 296678 10 Erwin»» in 2000 TL 272708 298454 24 •«pinn» in 1000 Tt. 236442 284952 322221 45710 93994 118436 2467 184863 195768 325471 360329 373142 377036 383837 386883 40 »«erinn. in 800 TL 2286 46025 64487 82469 90449 102678 110905 166210 184346 205739 219988 223106 358088 358916 362261 866184 376940 384233 384415 387366 44 e»»inn» in 600 Tt. 11108 19164 67143 87231 95367 128809 143887 166672 193148 210559 213417 235502 238467 244050 265712 308566 322708 336862 361394 378522 387832 392797 In der heutigen Nachmitlagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Mpinn» m 1OOOO TL 106916 4 ®»tmen» in 6000 TL 28626 374357 4 e-otnn» in 3000 TL 12547 318426 8 *winu m 2000 TL 31517 45066 228323 43315 81794 65260 72238 245883 18 ®«plnn» n 1000 Tt. 101174 112863 271769 279971 324874 32 e»B>tnn. in 800 Tt. 17317 29445 35038 37107 68566 104454 132419 136142 145647 150382 162919 203785 234811 268524 334076 398601 42 —w'nn. in 500 TI. 7848 67056 79689 140167 146462 148107 168036 193106 194512 219079 240020 245909 251032 257068 264119 266194 272427 294409 362720 367729 392158 ti Bäckermeister L •*. wehriten Sinne de» Worte» der ..Brotgeber*' zahl, loser Familien, denn sein schmackhaftes Brot Ist Uber die Stadtgrenze hinaus begehrt. Ole Backstube ist sein Element, und sein Beruf hat ihm sein Süßeres GeprBge gegeben. Wer kennt Ihn nicht, wenn er In seinem gepflegten Laden, vom Mehl leicht angepudert, erscheint und hier und da In seiner svelBen Backer. Meldung bedient; sie ist Ihm genau soviel wie seine gehüteten Backrezepte. „Ich bleibe" — so sagt er — „nur bei (^ Berufskleidung, denn es gibt nichts Besserest” Erhältlich bei der Fa. H. KaeB Nacht. Wilhelm Horn L Sohn Gießen, Kreuzplatz 18. 3903 a »MWMAM!" Vornan von (5ert Trothb^rg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Syaüe. 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten I Vater Dandorff beobachtete die Sache eine ganze Weile. Hatte er sich erst über das „Ge- muffel", wie er sich im Innern respektwidrig ausdrückte. geärgert, war es ihm jetzt angenehm. Die beiden Windbeutel bekamen seine Tochter und sein Geld noch lange nicht. Es war also gut so, wenn Vilma die gleiche Ansicht hegte, denn bei einer Meinungsverschiedenheit mit Frau und Tochter hätte er schließlich ja doch den kürzeren gezogen. Seine' Frau stellte sich ja doch immer auf die Seite der Tochter, und solchen Kampftruppen gegenüber hatte Papa Dandorff immer noch das Feld geräumt. Als Vilma plötzlich eine Zigarette verlangte, waren ihre beiden Verehrer selig. Hnb dann sprach sie auch mit ihnen. Schließlich wurde noch eine sehr nette Unterhaltung daraus, und Papa Dandorff, der sich schon auf ein zeitiges Rach- hausegehen gefreut hatte, sah sich enttäuscht. Vilma hotte ihre Taktik geändert. Sie sagte sich, daß in dieser Stimmung höchstens ein baldiger Aufbruch unvermeidlich sein würde. Sie könnte dann nicht wissen, wie lange Doktor Ansbrück dort oben blieb. Vielleicht hatte sie sogar noch die Genugtuung, daß sein Geschäftsfreund ihn herunterbegleitete. Also hatte Vilma plötzlich Appetit auf Sekt und ein feines, kleines Diner zu vieren. Vater Dandorff war mit dieser Lösung aber nun auch sehr zufrieden, und er lud die beiden Herren ein, seiner Tochter und ihm noch ein wenig Gesellschaft zu leisten. Die hatten von Dilmas Deobachtungsposten keine Ahnung und bezogen dieses ganze Wohlwollen nur auf sich. Als Papa Dandorff gerade mit seiner Tochter anstieß, zuckte sie zusammen. Durch die Halle schritt Mia Sollvern, die berühmte Filmschauspielerin. Wohnte sie hier im Hotel, und erwartete Doktor Ansbrück sie etwa? Vilma lachte laut und herzlich. Aber ihr Vater wußte doch ganz genau, daß es ein gekünsteltes Lachen war, das ihr nicht aus dem Herzen kam. Doch die beiden jungen Männer lachten entzückt. Vilma dachte entsetzt: Ich bin ja wahnsinnig. Ansbrück ist stets nur kühl und höflich zu mir gewesen. Wie kann ich mich so kopfüber in ihn verlieben? Dennoch — wenn er eines Tages frei wäre! Wenn das Gerücht Wahrheit würde! Vilma plauderte bezaubernd, wenn sie wollte. Hnb jetzt wollte sie. Jetzt wollte sie noch nicht von hier fort. Sie wollte noch möglichst lange hierbleiben. Es war jetzt ja alles gleich, ob Mama sich daheim um Gatten und Tochter ängstigte. Sie war auf der linken Seite gelähmt und konnte nirgends mehr mit hin. Daheim aber umsorgte sie die Ihren, als sei sie noch immer die gesunde Frau von ehemals. Sie ließ sich im Rollstuhl durch das ganze Schloß fahren und war immer dort, wo man sie nicht vermutete. Während sonst Vilma an solchen Abenden, an denen sie mit dem Vater allein zur Stadt fuhr, an die Mutter dachte und darauf bedacht war, sie nicht zu lange warten zu lassen, spielte das jetzt in ihren Gedanken gar keine Rolle mehr. Sie wußte nur. daß sie alles dransetzen wollte, daß man noch recht lange hier in dieser Ecke verblieb. Da Vater Dandorff jetzt seine Lieblingsmarke trinken konnte, hatte er auch kein großes Interesse mehr daran, vorzeitig aufzubrechen, und so blieb man eben. Oben in dem großen Zimmer saßen sich Mistreß Harrison und Doktor Ansbrück gegenüber. Ansbrück erzählte rückhaltlos alles. Und ihr verschwieg er auch nicht, daß er Aenne Ohlen liebe. Ein wehmütiges Lächeln stand in dem Gesicht der Frau. Run konnte Aenne nicht ihr Töchterchen werden, denn nun würde sie dem Manne ihrer Liebe folgen, sobald er kam und sie holte. Dies war bestimmt die beste Lösung. Dennoch dachte Mistreß Harrison daran, wie schön es fein könnte, wenn Aenne einsam und verlassen wäre. Dann hätte sie sie mitgenommen. Dieser Traum von einer süßen, blonden Tochter, die sie plötzlich drüben all ihren Bekannten und Freunden hatte vorstellen wollen, dieser Traum war nun zerronnen, noch ehe er richtig geträumt werden konnte. Es ließ sich nichts ändern daran. Siegerin Liebe feierte wieder einmal Triumphe. „Es ist mir nicht leicht gefallen, Sie zu täuschen, Mistreß Harrison. Aber es blieb mir ja nichts anderes übrig. Mir lag so viel daran, daß die Verträge so schnell als möglich unterzeichnet wurden." Sie nickte ihm zu: dann reichte sie ihm den Tee, schob fürsorglich eine silberne Platte mit den belegten Droten näher zu ihm heran. „Dedienen Sie sich, Herr Doktor. Diese.heutige Aussprache ist auch nur zwischen uns. Mein Mann wird nun überhaupt nichts davon erfahren. Wozu die überflüssigen Erörterungen? Sollten wir uns noch einmal im Leben begegnen, wird die kleine blonde Aenne bis dahin ja doch Ihre Frau geworden fein.“ Er beugte sich über die feine Hand der gütigen Frau, die die Angelegenheit mit klugem Dlick übersah und großzügig genug war, sich mit den Tatsachen abzufinden. John Harrison schien in solchen Dingen anders zu sein. Das hatte seine Gemahlin flüchtig angedeutet. „Leider kann man gar nichts tun.“ Mistreß Harrison sagte es leise, ein bißchen bedauernd. Es war auch häßlich. Ansbrücks Ehe war voll- ständig zerstört durch den unerhörten Leichtsinn der Frau. Dennoch besaß sie vor der Welt noch Rechte, die es unangebracht fein ließen, irgendwie die gütige Vermittlerin zwischen zwei Menschen, die sich liebten, zu spielen. Im Gegenteil, für diese Vermittlung, mochte sie noch so ehrenhaft gemeint sein, hätte die Welt, ja vielleicht gar das Gesetz, einen sehr häßlichen Ramen gefunden. Also war man eben machtlos! Aber sie konnte dem Mädelchen Gutes tun. Und dann hatte sie auch den ernsten, schönen Mann ins Herz geschlossen, der da, ohne das geringste dazu zu tun, in solche Kämpfe gestürzt worden war. Weil es seiner Frau zu gut gegangen war! Weil sie im plötzlich ihr zu Füßen liegenden Reichtum sich nicht mehr glücklich fühlte, sondern nach aufregenden Abenteuern verlangte! Was für eine Frau war denn das? Was für Frauen waren das überhaupt, die derart Ehre und Pflicht vergaßen? Und um sie durfte ein anderes Glück nicht erblühen? Richt eher, als bis ein zermürbender Prozeß in Szene gesetzt worden war? Doch wozu deuteln und grübeln? Gegen das Gesetz lehnte man sich umsonst auf. Alles mußte abgewartet werden. „Und — ich meine, haben Sie bereits etwas unternommen?“ fragte Mistreß Harrison nach einer Weile. „Doch! Der Tod meines Schwiegervaters wand mir zunächst die Waffe aus der Hand. Und nun glaubt man wahrscheinlich in der Familie meiner Frau, man könnte es doch noch einrenken. Ich glaube aber, meine Frau weiß am besten, daß danach all dem Geschehenen ausgeschlossen ist. Die sind der einzige Mensch, Mistreh Harrison, mit dem ich offen über alles gesprochen habe. Die Verwandten meiner Frau wissen nicht, was meine Frau sich zuschulden kommen lieh, und sie sollen und dürfen es auch nicht erfahren. Sie — hätte sonst auch diese Stühe noch verloren. Ich weiß ja, wie zum Deispiel mein Schwager Polzenhagen über solche Sachen denkt. Dei ihm aber hält sich meine Frau jetzt auf, und ich muh Sorge tragen, daß ihr dieses schützende Dach nicht auch noch verlorengeht. Also bin ich gezwungen, so schonend wie nur irgcknd möglich gegen meine Frau auch beim Gericht vorzugehen. Ich bin bereit, einen Teil der Schuld auf mich zu nehmen. Vielleicht bin ich auch wirklich nicht ganz schuldlos. Sie hat meine schwerblütige, zuweilen schroffe Art eben auch gehaßt, und sie wäre mit einem leichtsinnigen Menschen vielleicht glücklicher gewesen. Wer kann das hinterher wohl sagen, wie es hätte sein müssen, wenn es gut sein sollte. Ich weiß nur eins: Daß ich-in diese'Ehe niemals zurückgehe!“ -ü Mistreß Harrison sagte I^ife: ..Das Glück wird bestimmt mit jenem kleinen schönen Mädel zu Ihnen kommen^- ich bin davon überzeugt.“ Sie plauderten noch ein Weilchen und überhörten es, daß die Tür ging und John Harrison höchlichst erstaunt auf die zwei Menschen blickte. Da sah seine Gemahlin auf. Ein lichtes Rot stieg ihr in die Stirn: dann stand sie schnell auf, und auch Doktor Ansbrück erhob sich. Mistreß Harrison nahm die Hand ihreS Mannes. „So, da bist du also! Ich habe mir einen Kavalier bestellt, und nun kommst du!" „Ja, nun komme ich. Weiht du. Alice, wie du jung warst, hast du so^etwas nicht getan. Auf deine alten Tage wirst du mich noch in einen Zweikampf jagen.“ Sie lachte herzlich. „Rein, im Ernst. Ich wollte nämlich wirklich noch ein bihchen mit Herrn Doktor Ansbrück plaudern. Leider konnte feine Gemahlin nicht mitkommen: sie ist bei Verwandten. John Harrison wiegte bedauernd den Kopf. „Das ist sehr schade. Ich hätte Ihrer entzückenden Frau gern die Hand geküßt. Run, das läßt sich gelegentlich nachholen. Ich begreife Sie übrigens nicht, Herr Doktor, solch wunderschöne kleine Frau läht man nicht allein. Rein, man läßt sie bestimmt nicht'allein." (Forts, folgt.) Nachruf August Krauß, Lieh der bei uns seit 1925 beschäftigt war. Lieh, den 19. Mai 1932. steigern, und zwar: 3907C 3901 D Hof. 3114D Jul. Wellhöfer Telephon 2313. Wir bedauern sehr den frühen Heimgang dieses braven, gewissenhaften, tüchtigen Mitarbeiters und werden demselben stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Am 17. d. M. verschied infolge eines bedauerlichen Unglücksfalles unser Chauffeur Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, besonders Herrn Pfarrer Sattler für die trostreichen Worte, saßen wir auf diesem Weße unseren innißsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: | Gras-Versteigerung der Stadt Gießen. Die Stadt Giehen läßt Montag, den 23., Dienstag, den 24., und Mittwoch, den 25. Mai 1932, folgende Grasnutzungen für das ganze Jahr öffentlich meistbietend oer- 3919 D Brauerei Ihring-Melchior Kommanditgesellschaft, Lieh Elise Hanitsch. Wieseck, den 19. Mai 1932. SaMleunW kurzgeschnitten ver Tangen, 5—6 Ztr., 5 Mk. ans Haus.An- macliholzverWagen 7 Mk. ans Haus.Für Arbeitslose 2 Ztr. Hartholz 1 Mk. ab Höler's 1 Hederich-Pulver sofort streufertig, sicherstes Bekärnv- fungsniittel gegen Hederich und derartige Unkräuter billigst auf Lager. H. Trechsler 5teinftr.?3 lel.3581 Harnsäure und ihre Folgen? Trinkt fänder JHate Spitzenleistung v i [^25 * «nur in Originalpackg.mit nebenst. Schutzzeich.), «Su-tiÄ reineWinteremte: die wirkungsvollste Edelware, die auf internationalen und Weltausstellungen 15 X den ..GRAND PR IX“ erzielte. — Packung von —.35 an in allen Drogerien. Apotheken und Reformhäusern. Die Gemeinde Staufenberg verkauft auf dem Wege schriftlichen Angebots: Lichen-Abschnitte (schönes, reifes holz): 3 Stück 4-bhSU. = 4,10 fm 10 „ 5-H-Kl. - 11,28 „ 8 „ 6-dI-Kl. = 14,62 „ 1 „ 7-bl-Kl. - 2,54 „ Schriftliche Angebote müssen bis zum Donnerstag, dem 26. Mai 1932, mittags 12 Ahr, auf der Bürgermeisterei, nach Klassen einzeln, abgegeben sein, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben und die Angebote geöffnet werden. 39130 Bürgermeisterei. Mey e r. Achtung! Freitag, den 20. Mai, verkaufe ich im „Löwen“, Neuenweg 28: ein-, zwei- und dreitürige Kleiderschränke, Waschtische, Küchenschränke, ^Schlafzimmer, Büfetts (modern), Tische, Nähmaschinetz, Grammophone, Schreibtische, eine große Sendung Herren- und Damenräder zu staunend billigen Preisen.' 39100 Ludwig Harfmeh Neuenweg 28 — Telephon 3414 Montag, den 23. Mai 1932, vormittags 9^Uhr (Zusammenkunft an der Rodheimer Straße beim Stadt. Schlacht- Hos), die frühere Ockelsche und Haubachsche Wiese an der Rodheimer Straße in drei Abteilungen, anschließend die frühere Ho- spitalwiese auf der Hohleich in zehn Abteilungen und die städtischen Feldwege und Gräben usw. im Neustadter Feld. Dienstag, den 24. Mai 1932, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft in der Hammstraße an der Wiescckbrücke), die Grasnutzung non den Wieseckböschungen von der Hammstraße bis zur Lahn, die Böschungen an den Klaranlagen, verschiedene Klee- und Grasstücke am Leihgester- ner, Aul- und Erdkauter-, Schisfenbcrger- inb Heegstrauchsweg sowie sämtliche Feldoege und Gräben zwischen Lahn und sicher Straße. Mittwoch, den 25. Mai 1932, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft in der Licher Straße bei der Wirtschaft „Zur Stadt Lich"), die Grasnutzung von den Schneisen und Mähplatten der städtischen Waldungen, ferner zwei Grasstücke an der Licher Straße, fünf an der Sandgrube bei der Liebigshöhe und eins an der Alten Marburger Straße sowie drei Grasstücke an der Ederstraße, weiterhin sämtliche Feldwege und Gräben zwischen Licher Straße und Lahn. Gießen, den 17. Mai 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung ß, wurde am 12. Mai 1932 bei der Firma Westerwälder Tiefbohr- und Jndustric- gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen. Die Firma ist erloschen. 38990 Gießen, den 14. Mai 1932. Hessisches Amtsgericht. Giii Ws zu verkaufen. (*'*’• Weidengaffe 18. Ättio Oelegenheitelönfe 4-PS.-0pei-Zweisitz. wenig gefahren, tadelloser Wagen. Opel, Gießen Frankfurter Str. 52 Tel. 2847. 3719A Gelegenheit! Xenes Piano Marke Vaganini nur RM. 600.— Ferner 1 neues Harmonium 5Sviele, 16 Register RM. 450.— August Köpster Bahnl)of,tr.71.(E' Gebrauchte Dezimalwaage and Tafelwaage billig zu verkaufen Karl Schmidt, Löberstr. 19. (03115 Gebrauchte Fahrräder zu verkaufen. 031M E. Afomann Oftanlage 7. 1 Prismenglas (6X30) neu 1 Prismenglas (6x30)weniagebr., billig zu verkaufen. Schr.Ang. u. 03135 an deü Gieß. Anz. Kleegras-Ernte vou5Morg.amZoll- ftock (Nahe Franks. Straße) billig zu verkaufen. 03112 Nab. bei H. Heister, Lalmftrafrc 2i. | Kaufgesuche | Gin- oo. 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