Hr.91 Erstes Blatt 182. Jahrgang Dienstag, 19. April 1952 1 leisten n,ctbcn mit Geld: und der ib des Staatsbades Oie deutsche Taktik in Genf bt t unb die 'Bäbei in le ihre Gültigkeit. - Der Wahlkampf um Preußen 0 intglieberftaalei) bezsschnrl nnh eine Ergänzung i Wirtschaft. LUrbeDir^e Ruhe unb Ordnung fei ecks Verwendung in Auswciskarle finb, eine be|onbtre Gr iauheim erhallen. ungen auf ein Min - Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re» klameanuigen von 70 mm Breite 3d Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.Thyrictt; ftir den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Viehen. — im Oktober jcben Lad-Nauheim porlo- dafür entschieden hätte, schon jetzt mite in em Schlag daS Endziel der allgemeinen Abrüstung zu verwirklichen. Da diese Lösung bei der Fassung des Artikels 8 des Völker- bundspaktes und der Beschlüsse der Dölker- bundsversammlung nicht möglich ist. ist es um so notwendiger, daß. wie Botschafter Radolny sehr entschieden betonte, schon die erste Etappe eine sehr beträchtliche Herabsetzung des gegenwärtigen Büstungsstandes bringt, daß die weiteren Etappen möglich st kurz aufeinander folgen und das Endziel der allgemeinen Abrüstung möglichst schnell erreicht wird. Die äufjerst vorsichtig formulierten Ausführungen des Botschafters Radolny haben in Konferenzkreisen den Eindruck hervorgerufen, datz die deutsche Abordnung keineswegs die Absicht hat, ultimative Forderungen auf Anwendung der allgemeinen Abrüstung entsprechend den Bestimmungen der Friedensverträge zu stellen, sondern zu Verhandlungen bereit ist, falls dasHauptzielder wesentlichen und sofortigen Herabsetzung aller Rüstungen auf dieser Konferenz erreicht wird. Die Rede hat den Eindruck hinterlassen, datz die deutsche Abordnung sorgfältig jeder scharfen Auseinandersetzung mit der französischen Regierung aus allgemeinen politischen Gründen aus dem Wege zu gehen sucht und ihren Standpunkt bisher nur in vorsichtigen allgemeinen Formulierungen darlegt. Die entscheidende Auseinandersetzung zwischen der deutschen und französischen Stellung auf der Abrüstungskonferenz steht noch bevor. Die etappenweise Abrüstung. Deutschland fordert entscheidende Maßnahmen in der ersten Etappe. Genf, 18. April. (IU.) Der Hauptausschutz der Abrüstungskonferenz trat heute nach einer mehrtägigen Unterbrechung unter dem Vorsitz von Henderson zusammen. Reichskanzler Brü« ninjj und Staatssekretär Stimson nahmen an der Sitzung nicht teil. Der Hauplausjchuh ging sogleich zum ersten Punkt über, der den Grundsatz der Herabsetzung der Rüstungen behandelt, und zwar a) endgültige Herbeiführung der Abrüstung in einem einzigen Abkommen, b) Herabsetzung auf ein Mindestmatz und c) stufenweise Herabsetzung. Als erster Redner gab Botschafter Radolny folgende Erklärung ab: Der Grundsatz der Herab- S Mit der heutigen Sitzung des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz sind die Arbeiten der Konferenz in ein wichtiges neues Stadium getreten Der Verlaus der Sitzung, die den Charakter einer recht lebhaft geführten Debatte hatte, hat bereits gezeigt, datz die Konferenz aus dem Stadium der großen Reden nunmehr an dem Punkt angelangt ist. wo die konkreten prinzipiellen Fragen der Abrüstung zur Entscheidung gestellt werden. Gegenstand der heutigen Diskussion war die Frage, ob das Ziel der allgemeinen Abrüstung i n einer einzigen Konvention ober etappenweise erreicht werden soll. Die Konferenz hat. ohne datz bereits eine Abstimmung über diese prinzipielle Frage erfolgte, sich praktisch für die zweite Lösung ausgesprochen. Rachdem die Konferenz sich allo entschlossen hat, nicht den Weg sosortiger Radikallösungen zu beschreiten, war es besonders wichtig, datz vom deutschen Standpunkt nochmals klar zum Ausdruck gebracht wurde, datz die etappenweise Lösung nicht zu einer Umgebung und Verwischung des Zieles der allgemeinen Abrüstung, wie sie in Artikel 8 des Dölkerbundspaktes vorgesehen ist. führen darf. In diesem Sinne hat Botschafter R a d o l n y in seinen heutigen Ausführungen sehr stark wieder den Gedanken in den Vordergrund gestellt, datz das leitende Prinzip der künftigen Arbeiten nicht die Begrenzung, sondern die Herabsetzung der Rüstungen sein müsse. Der deutsche Vertreter hat keinen Zweifel darüber gelassen, datz die deutsche Regierung es lieber gesehen hätte, wenn die Konferenz sich Voraussetzung der Besserung der Lage des deutschen Volkes. Wenn die Rationalsozialisten siegten und durch den Druck von neuem Papiergeld das vorhandene Geld entwerteten und die Sparer beraubten, so werde es wieder so werden, wie in den Zeiten des Ruhrkampfes und der Inflation. Dann breche der deutsche Mittelstand endgültig zusammen. Das müsse vermieden werden. Dingeldey spricht in Hamburg. Auf einer volksparteilichen Kundgebung in Hamburg sprach der Führer der DVP., Dingel- d ey. Seit dem vorigen Jahre habe alle politische Tieberlegung des deutschen Volkes und seiner Führer darauf gerichtet sein müssen, die Front im Innern zu schassen, die stark genug sein würde, um den schweren Kampf um die Zerreißung der Ketten von Versailles erfolgreich durchführen zu können. Es sei eine Utopie, zu glauben, datz ein Teil des Volkes die Befreiung des ganzen Volkes erwirken könne dadurch, datz er den Futz auf den Racken des anderen Teiles letze. Die Vorstellung, datz es den Rationalsozialisten möglich wäre, im Reich und in Preußen allein und aus eigener Kraft jemals die Macht zu erringen, sei irrig. Wer in Deutschland an die Macht wolle, müsse sich mit der Tatsache abfin» den, datz das nur in loyaler Bundes- genossenschaft zu erreichen sei. Der Redner schloß mit den Worten, daß in Deutschland regiert werden forme durch die Verbindung von sachlicher Erfahrung, politischer Tefonncnheit und nationales Gesinnung. durch den Hinweis auf die Notwendigkeit einer substanziellen Herabsetzung i in c rst c n Stadium verlangte. Auch der englische Außenminister Simon erklärte, es komme aus das e r st e S t o d i u m o n, und die in der Ent- schlietzung vorgesehenen Etappen dürften keinen V'orwand zur Verschleppung sein. Der französische Delegierte Paul -Boncour, der sich ebenso wie Polen vorbehaltlos für die Em t - schlietzung erklärte, legte besonderen Wert auf die Erwähnung des Artikels 8, durch den die Be- rücksichtigung der Sicherste its. und der sonstigen Verhältnisse der einzelnen Länder gewährleistet sei. Em vom Hauptausschutz zur Ausarbeitung eines endgültigen Entschlietzungsentwurss über die abschnittweise Herabsetzung der Rüstungen eingesetzter Sonderausschuß, dem sämtliche Großmächte angehören, hat am Abend nach längeren schwierigen geheimen Verhandlungen einstimmig folgenden Entschlietzungsentwurf angenommen: „Der Hauptausschutz der Abrüstungskonferenz vertritt die Auffassung, daß die Herabsetzung der Rüstungen, so wie sie in dem Artikel 8 des Völkerbundspaktes vorgesehen jst, fortschreitend durch aufeinanderfolgende Revisionen in geeigneten Zwischenräumen durchgeführk ist, nachdem die gegenwärtige Konferenz den ersten entscheidenden Abschnitt einer all- Handelsminister Gchreiber im Wahlkampf. Unter der Tleberschrist „Der Mittelstand muß leben. - Für Ehrlichkeit, Wahrheit und Aufbau" nimmt der preußische Handelsminister Dr. Schreiber Stellung zu dem gegenwärtigen Wahlkampf. Die wirtschaftlichen Rotstände, unter denen das deutsche Volk leidet, seien zur Zeit in allen Ländern der Welt in ganz ähnlicher Weise zu beobachten. Genau wie in Deutschland betrage die Zahl der Arbeitslosen in dem reichen Amerika und in England viele Millionen. Italien, das Land des Faschismus, also des wirtschaftlichen und politischen Systems, das die Rationalsozialisten bringen wollten, leide genau so wie Deutschland unter dem _ Fluch der Arbeitslosigkeit und zahlloser geschäftlicher Zusammenbrüche, namentlich mittel- ständischer Existenzen. Die Umsatzsteuer und andere Abgaben seien in Italien noch höher. E s gebe keinen Zauberer, der in kurzer Zeit alle diese Rotstände beseitigen könnte. D i e Wahrheit zu sagen, das sei die einzige Politik, die auf die Dauer Bestand habe. Es werde erst wieder besser werden, wenn Deutfch- lanb von der Tributlast befreit werde. Die zielbewusste Arbeit der republikanischen Mitte habe Stundung der Tributleistungen seit dem 1. Juli v. I. und Befreiung des Rheinlandcs erreicht. Der Radikalismus untergrabe täglich aufs neue das Vertrauen in die deutsche Zukunft und die Unternehmungslust der deutschen 3 les. schuhen bet Oemeinbf meister ber Gerneinbc unb Klauenseuche er ;n ausgehoben. unb Klauenseuche erst aufgehoben. unb Klauenseuche er ?n aufgehoben. __ b e ft m a ß ist bereits in den deutschen Abrüstungsoorschlägen ausgesteUt worden unter Hinweis auf die von Deutschland bereits erfüllte Entwaffnung. Die deutsche Regierung hat in ihren Vorschlägen die besten Methoden zur Erreichung dieses Zieles dargeleqt. Sei5 Jahren haben die Vertreter Deutschlands nicht aufgehört, zu erklären, daß eine bedeutungslose Abrüstung oder eine Scheinabrüstung oder auch eine Stabilisierung der Rüstungen auf der augenblicklichen Hohe in keiner Weise als eine Durchführung der Aufgaben der gegenwärtigen Konferenz angesehen werden kann. Eine derartige Lösung würde im Gegensatz zu dem Geiste und Buchstaben des Artikels 8 des Lölkerbundspaktes liehen. Um gewisse Mißverständnisse zu zerstreuen, ist es notwendig, zu betonen, daß die Herabsetzung der Rüstungen selbstverständlich nicht in einer mechanischen Weise auf Staaten an- gewandt werden kann, die aus irgendwelchen Gründen eine Armee besitzen, die nicht einmal das im Artikel 8 des Völkerbundspaktes festgesetzte M i n d e ft m a ß erreichen. Rach Auffassung einzelner Abordnungen kann das Ziel des Artikels 8 nicht auf einmal, sondern nur stufenweise erreicht werden. Die deutsche Abordnung zieht jedoch unter allen Umständen vor, datz sich die Abrüstungskonferenz auf ein einziges Abrüstungsabkommen einigt. Denn man jedoch eine stufenweise Abrüstung oorzieht, so ist e» nach deutscher Auffassung notwendig, nicht nur Sie erste Etappe der Herabsetzung festzulegen, sondern auch die der weiteren Etappen und das endgültige Ziel. 3n jedem Falle müssen die einzelnen Etappen so kurz wie möglich fein, vor allem müsse die erste Etappe eine wesentliche Herabsetzung der Rüstungen mit sich bringen. Die Entwaffnung Deutschlands zeigt, bis zu welchem Grade ein Staat in sehr f u r- zer Frist abgerüstet werden kann, von dem deutschen Beispiel kann man sich jetzt leiten lassen. Deutschland erachte es für notwendig, die Gedanken «iner einfachen Beschränkung der Rüstungen auszu- ßchalten und sicht es als unerläßlich an, mit aller Energie die Rüstungen auf das mindest mögliche Maß herabzusetzen. Sobald diese Herab- ßchung beschlossen ist, muß die Durchführung i n einer möglichst kurzen Frist durchgeführt werden. Die F e ft f e ß u n g der R ü st u n g s z i f - je r n der einzelnen Staaten muß nach möglichst «infacher Methode durchgeführt werden. Nur auf diesem Wege wird die der Abrüstungskonferenz ge- fteöte Aufgabe erfüllt werden können. Oer Kampf um die erste Entschließung. Deutschland setzt wichtige Abänderungen durch. Noch der Rede des deutschen Vertreters legte der üchechoslowakische Delegierte Vieri inaer gleich- Zeitig im Namen der belgischen, dänischen, spani- shen,. estnischen, norwegischen und uruguayischen Jelegation e i n e n Entschließ ungsent- n u r f über b i e etappenweise Errei - düng des Konferenzzieles vor, der folgenden Wortlaut hat: Der Hauptausschuß glaubt, daß die Herabsetzung der Rüstungen, wie im Artikel 8 der völkerbundssahung vorgesehen ist, nur etappenweise und mit Hilfe einer Reihe von Reoifionen, die möglichst nahe aufeinanderfolgen sollten, voll verwirklicht werden kann. Der deutsche Vertreter N a d o l n y erklärte, daß befer Entwurf der deutschen Auffassung nur un> vollkommen Rechnung trage, während der russische Vertreter Litwinow die Erwähnung der - olkcrbundssatzung als unannehmbar für die Nicht- I Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilogen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle vlonatr-Bezvgrprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , «-.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechonschlüfie unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießet. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. -Jo 1 üs -- Ä in>»«ul), im es. »c_ Nrnetjmuna ^emde ©oljnun bMen- die Son® i ! Ä0Uf d'efe Uo& die Abgabe ortsansässigen fce Munslig nur »sjMkn nach bem > Wäuletn 6le Ws Ansuchen an Versauen ■ Nur für bie Ork- NMjntn unb auch Hellt werben, biese e Ortsansässigen in uach genommenem iren. e namentliche Aer- 15 Kalenberjahr, in veröffentlichen. Die ib bes Etaatsbabes SZSs * dz: sS 11 Zugangs, gemeinen Herabsetzung der Rüftun- g e n auf das mindest mögliche Maß verwirklicht hat." Die Abänderung des ursprünglichen tschechoslowakischen Antrages, in dem von einer allgemeinen Herabsetzung der Rüstungen überhaupt nicht die Rede war, erfolgte auf Grund eines amerikanischen A ntragcs, der von deutscher Seite ergänzt wurde. Insbesondere wurden von deritscher Seite die Worte „entscheidenden Abschnitt" und „m i n d e st m ö g 11 ch e Maß" verlangt. Der Entschlicßungsentwurs wird in dieser Form am Dienstagvormittag im Hauptausschutz zweifellos ohne weitere Aussprache angenommen werde», da sämtliche maßgebenden Äiächte im Sonderausschuß vertreten waren. Mit dieser Entscheidung hat sich nunmehr die Abrüstungskonferenz aus die st ufen weise Durchführung der A b r ü ft u n g f c ft g e I e g t. Hat aber gleichzeitig bestimmt, daß der erste Abschnitt ein ent scheidender Schritt in der Richtung einer Herabsetzung der Rüstungen auf das Mindestmaß darstellen muß. Zwangsläufig wird es sich daher in den weiteren Verhandlungen der Abriistungskonfe- renz um die Frage handeln, in welcher Weise der erste entscheidende Abschnitt zur Herabsetzung der Rüstungen auf ein Mindestmaß durchgeführt werden soll. Der Entwurf stellt die erste prak- rische Entschlictzung der Abrüstungskonferenz dar. Er besitzt zweifellos große Tragweite. Hugenberg-Rede in Erfurt. Der deutschnationale Parteisührer Hugen» berg forderte in Erfurt die Versammlung auf, am nächsten Sonntag der schwarzroten Koalition die entscheidende Riederlage beizubringen. Das Volk solle mit gesunder Erbitterung die Handaus» fireden nach dem, was ihm gebühre. Recht, Drdnung. Freiheit der Bewegung, Entwicklungs- Möglichkeiten, Arbeit und Zukunst für unsere Kinder. Alles das habe die schwarzrote Herrschaft uns genommen. Die Deutfchnalionalen haben nach Kräften dazu beigetracen. d.e nationalsozialistische Seele in den Rationalsozialisten stark zu machen. Wir haben es damit bezahlt, datz manche von uns zu ihnen hinübergelauten sind. Zentrum und Sozialdemokratie aber kämpften hartnäckig darum, die nationalsozialistische Seele in den Ra- lionalsoz.allsten nicht zur Entsaftung kommen zu lassen. Sie lassen sie und uns nicht an die praktische Arbeit in der Regierung, sondern tun alles, um diese praktische Arbeit zu verhindern in der Hossnung, datz schließlich die Verzweiflung sich der vor Arbeitslosigkeit und Zukunftslosigkeit stehenden Jugend bemächtigen werde und daß diese Jugend hinüberschwenken werde in das Leger des Sozialismus oder Kommunismus Klagges in Magdeburg. In einer nationalsozialistischen Wahlversammlung sprach der braunschweigische Innenminister Klagges. Wenn die SA. und die SS. die Auslösung so ruhig hingenommen hätten, sei das kein Beweis der inneren Schwäche, wie man es hingestellt habe, es fei vielmehr ein Beweis für d i e Stärke der Bewegung. Die SA. und die SS. seien nicht ein Verband, auch nicht ein Sportklub, wie ihn jetzt Herr Urocncr gründen wolle, sondern cincOrgaiiifntion politischer Kämpfer, politischer Soldaten. Indem man ihre Sonderorganisation verbiete, könne man ihnen nicht verbieten, ihren politischen Kamps init verdoppelter Energie fortzusehen. Vielleicht bedeute der Brief des Reichspräsidenten eine Art Morgendämmerung. Das deutsche Volk warte daraus, wann Dr. Groener dem Ansinnen des Reichspräsidenten, die Gesetze nach allen Seiten zur Anwendung zu bringen, nach kommen werde. Die Führer der Sozialdemokratie werde man für jedes begangene Verbrechen unbarmherzig, aber legal zur Rechenschaft ziehen. Die Weltwirtschaftskrise sei nur die Summe der Krisen der einzelnen Staaten, die es nicht verstanden hätten, ihre Volkswirtschaft gesund zu erhalten. Roch nie habe die gefährlichste Form des Kapitals, das Finanzkapital. in der Macht so hoch gestanden wie heute. Heute könne auch kein Arbeiter, fo straff er organisiert sei. von seinem wirtschaftlichen Kampfmittel, dem Streik, Gebrauch machen. Das sei der Erfolg der marxistischen Politik. Die ASDAp. zur Arauensrage. Berlin, 18. April. (ERB.) Die nationalsozialistische Frauenschast von Groß-Berlin veranstaltete zum erstenmal in der Parteigeschichte eine Frauenkundgebung, in der die Leiterin der Berliner Frauenschaft v. G u st e d t und Dr. Goebbels über die Stellung der Partei zur Frauenfrage sprachen Rach den Ausführungen der Redner soll die Frau die politische Wegbereiterin für die nationalsozialistische Idee fein. Ihr liege es ob. eine gesunde Rassen- und Familienpolitik zu betreiben. Das junge Mädchen soll in zweijähriger Qlrbcite- dienstpflicht eine einheitliche nationale Erz iehung erhalten. Oberstes Gesetz der Familie sei Reinerhaltung der arischen Rasse von artfremden Einflüssen. Die Frau habe überdas deutsche Volksvermögen zu wachen, sie sei über die Bedeutung von Einkauf und Verkauf deutscher Erzeugnisse zu belehren. Luruswaren. vor allem die fremder Länder, müsse die Frau aus ihrem Haushalt verbannen. Oeutschnationale Minister und das GA.-Derbot. (tiürtner und Tctzliügcr dementieren. Berlin, 18. April. lTU.) Rach einem Berliner Blatt soll der ReichsverkehrsministerTre- Viranus über die Frage des Verbots der SA. folgendes erklärt haben: „Datz so unzweifelhafte Deutschnationale wie die Minister Büttnerin Bayern und Schlinger in Württemberg alsRufer irnStreiteurndasSA. - Verbot aufgetreten seien, habe der Reichs- regicrung die Sache psychologisch etwas erleichtert." Hierzu läßt der Württemberg!fije Finanzmin ster Dr. Dehlinger erklären, datz sich die w ü r t - tembergische Regierung mit der Frage der SA-Auslösung überhaupt nicht befaßt hat. Ebenso erklärt der deutschnationale bayerische Iustizminister Gürtner. datz. f't« weit seine Person in Frage kommt, die Ausführungen des Reichsverkehrsministers durchaus un- zutreffend seien. Keine neue Gehaltskürzung. Berlin, 18. April. (2BIB.) Amtlich wird mitgeteilt, daß alle Behauptungen des nationalsozialistischen Abgeordneten Gregor Straffer über die Absicht der Reichsregierung auf weitere Gehaltskürzungen., insbesondere die Be- b's 18 uhr h 'Michael. pieaveg'^N: ben Mr D0|rnlerSu[: * Ein erstes Ergebnis auf der Abrüstungskonferenz. Oer Hauptausschuß legt sich auf eine stufenweise Herabsetzung der Rüstungen „auf das mindestmögliche Maß" fest. - Oie erste entscheidende Etappe muß schon die Abrüstungs- Konferenz verwirklichen. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DrMdMMÖ Verlag: vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Stehiöruderei R. Lange in Gießen. Sdjriffleitung und Geschästrftelle: Zchulltraße 7. O’ihzH ! ' 2 O 5 I» '».£< .2.5 ■v o o -> - iS- ; : o -c d<>s - 2-2 so 9 2 er"?; 7/1 / 3 $2 5 n ? 5 71 --7 S“? - 3'*•5 2s !so--o -■ 5 -• -TS«» rr» MMrpräsideni Zraun spricht in Franksmi. Sie Zerschmgsarbeit der SottlvsenbewWng. Schützt unsere Schuljugend vor den Gefahren sittlicher Verwahrlosung! Zusammenarbeiten zwischen Wohlfahrts- und Arbeitsämtern seien unerläßlich. Es gehe nicht an, die Lasten der Arbeitslosenfürsorge immer mehr vom Reich auf die Gemeinden abzuwälzen. Für die Uebergangszeit müsse der bisherige Reichs- Zuschuß ohne jede Kürzung oder Stockung fort- gezahlt und der ständig anschwellende Zufluß der Arbeitslosen in die kommunale Erwerbslosenfürsorge abgestoppt werden. die Verhältnisse im Vorkriegs-Preu- ß e n entgegen, wo das Dreiklassenwahlrecht und das Parteibuch-Beamtentum der Konservativen geherrscht habe. Der Haß der nationalen Front richte sich gegen das neue Regime auch deshalb, weil es mit dem alten Kastengeist aufgeräumt habe. Die Behauptung, daß im neuen Deutschland und Preußen alles in Grund und Boden gewirtschaftet worden sei, stehe mit den Tatsachen in Widerspruch. Das arme Preußen der Nachkriegszeit habe in kultureller und fürsorgerischer Hinsicht mehr getan als das reiche Preußen vor dem Krieg. „Ich bleibe", so erklärte Braun wörtlich, „auf meinem Posten, mit dem Bewußtsein, auf diesen wichtigen Gebieten — Kultur und Volkswohlfahrt — keinen Pfennig weiter obzubauen, als es die äußerste Notwendigkeit erheischt." Die inneren Wirtschaftsprobleme müßten jetzt mit viel größerer Energie als bisher angefaßt werden. Es sei auf die Dauer ein unhaltbarer Zustand, auf der einen Seite Menschen 8 bis 9 Stunden arbeiten zu lassen und 6 Mil- lionen zur Arbeitslosigkeit zu verdammen. hauptung, daß eine weitere Kürzung der Beamtengchalter bereits zum 1. INai 1 932 beschlossen sei und daß die entsprechenden Verordnungen und Erlasse zur Unterschrift fertig im Schreibtisch des Reichssinanzministers lägen, von Anfang bis Ende falsch sind. Es wird ausdrücklich daraus hingewiesen, daß sowohl der Herr Reichskanzler als auch der Herr Reichsminister der Finanzen wiederholt erklärt hoben, daß eine weitere Kürzung der Veamten- gehälter nicht beabsichtigt sei. Es handelt sich also um eine reine Wahllüge. Oer Lungdeutsche Orden zum Hindenburgbrief. Allgemeine Lolksdienstpfttcht das beste Gegenmittel gegen Oie Polin,icrung der Jugend. Berlin, 18. April. (TU.) Aus den Kreisen des Jungdeutschen Ordens wird mitgeteilt, daß man dort die vom Reichspräsidenten in seinem Briefe an Groener angeordnete Prüfung der Verbände durch das Reichsinnenministerium sehr begrüße. Hindenburg habe damit jeden Vorwurf der Einseitigkeit wegen des SA.-Verbots entkräftet, wie es von den Jungdeutschen von dem Gerechtigkeitsgefühl des Reichspräsidenten von vornherein erwartet worden sei. Der Jungdeutsche Orden sei stolz darauf, daß er mit dem Einsatz Zehntausender von Wahlhelfern und von mehreren hundert Lastwagen-Werbekolonnen mit jungdeutscher Besatzung an der Wahlarbeit für Hindenburg besonders aktiv habe teilnehmen können. Der Jungdeutsche Orden sei keine einseitige Kampforganisation irgend- einer Partei, brauche aber auch keine Prüfung zu scheuen. Die jungdeutsche Bewegung habe ihrer Ju- gend und ihren Erwerbslosen seit einem Jahre i n demKampffürArbeitsdienstundSied- lung ein positives Kampfziel gegeben. Etwa hundert jungdeutsche Freikorps der Arbeit seien im freiwilligen Arbeitsdienst eingesetzt. Aus den Ergebnissen sei zu schließen, daß es bei dem Kampfe gegen die parteipolitische Verhetzung der deutschen Jugend nur auf positive Gegenmaßnahmen ankomme: durch Der- bote sei eine solche positive Gegenwirkung nicht z u e r r e i ch e n. Die Reichsregierung müsse deshalb' das Wirken des freiwilligen Arbeits- d i e n st e s , der bereits 33 000 Menschen erfaßt habe, in ganzanderer Weiseunter st ützen als bisher und möglichst bald daraus die allgemeine Volksdien st pflicht der jungen Jahrgänge entstehen lassen, um ihnen einen Pol der Gemeinschaftsarbeit für die Gesa m t h e i t zu geben. Die große Aufgabe der Volksdienstpflicht sei eine mächtige Ostsiedlung als entscheidendes nationales Wiederaufbauwerk. Oer Ruin der Gemeindefinanzen. Die Forderung auf Reform der Arbeitslosenhilfe. Berlin, 16. April. (ERB.) In der letzten Dor- standssitzung «des Deutschen Städtetags wurde von allen Seiten auf die weitere Verschlechterung der Lage hingewiesen. Das Steueraufkommen unterschreite die niedrigsten Schätzungen. Die Zahl der Wohlfahrts erwerbslosen sei in den letzten sechs Monaten um mehr als 60 v. h. gediegen. Noch immer stehe die Reform der Arbeitslosenhilfe aus. In vielen deutschen Ländern seien die Staatsetats durch Aende- rung des Finanz- und Lastenaus- gleichs zu Ungunsten der Gemeinden ausgeglichen worden. Die Gemeinden und Gemeindeverbände müßten für 1932 mit einem Defizit von mindestens 750 Millionen RM. rechnen, nach- dem schon das Rechnungsjahr 1931 mit einem Fehlbetrag von wenigstens 350 Millionen RM. abschließe. In zahlreichen Industriestädten deckten die gesamten Steuereinnahmen nur noch öie Hälfte der Wohlfahrtslasten. Von einem Haushaltsausgleich sei deshalb in den meisten Städten nicht mehr die Rede. Endlich müsse die Reform der Arbeitslosenfürsorge verwirklicht werden. Eine einheitliche Finanzierung durch Zusammenfassung der verschiedenen Deckungsguellen der Arbeitslosenhilfe zu einer einheitlichen besonderen Zweck- steuer und eine Garantie für das zweckmäßige Frankfurt, 18. April. (Lpd.) In einer Versammlung der Sozialdemokratischen Partei sprach am Montagabend in der Frankfurter Festhalle der preußische Ministerpräsident D r. Braun. Die Präsidentschaftswahlen, so führte er aus, hatten gezeigt, daß der größte Teil des deutschen Volkes dem Wahnsinn der Nationalsozialismus noch nicht verfallen sei. Hitler sei schon bescheidener geworden, denn er spreche heute davon, der Kampf würde noch 10 Jahre andauern. Es frage sich nur, ob Hitlers Anhänger noch so lange zu ihm hielten und die trüben Geldguellen noch so lange für die Nationalsozialisten fließen würden. Wenn von der nationalen Front die Korruption s e r s ch e i n u n g e n der letzten Jahre als das Ergebnis einer marxistischen Wirtschaft hin- gestellt würden, so verweise er darauf, daß es sich hier um die übelsten Sumpfblüten der privatkapitalistischen Wirtschaft handele. Unter dem Schlagwort „gegen das System" könne sich jeder vorstellen was er wolle. Dieses System aber habe aus den Trümmern des Weltkrieges den neuen demokratischen Dolksstaat errichtet. Dem Ruf „Preu- ßen muß wieder preußisch werden" setzte der Redner Berlin, 18. April. (CAB.) Der Ministerial- direktor im Reichsinnenministerium Dr.Hänh- s ch e l sprach auf der Deutschen Welle über das Thema: .Was tut der Staat zum Schuhe der Religionsgesellschaften?" Der Redner führte u. a. aus: Der Kampf gegen die Kirche ist zum Bestandteil des politischen Kampses geworden. Weil man auf kirchlicher und sittlicher Grundlage beruhende Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften als Hindernis für die Entfaltung des Bolschewismus ansieht, deshalb sollen sie vernichtet werden. Um müheloser das äußere Staatsgefüge zerbrechen zu können, soll zuvor der innere auf gemeinsamer geistiger und sittlicher Heberzeugung beruhende Zusammenhalt der Ration erschüttert werden. Dann meint man, sei auch bei uns die Bahn frei für das bolschewistische Staatsexperiment. Der General st ab der Gottlosenarmee befindet sich außerhalb Deutschlands. Die deutschen Kommunisten sind nur willenlose, den ausländischen Drahtziehern geistig untergeordnete Werkzeuge Moskaus. Die Zentrale ist die sogenannte „Internationale proletarischer Freidenker". Die Stammutter der internationalen Gottlosenbewegung ist der im Jahre 1925 gegründete russische „Verband kämpfenderGottlose r". Er zählt in Rußland heute über 5 Millionen erwachsener und rund 2 Millionen jugendlicher Gottloser. Die deutsche Sektion der kommunistischen Freidenkerinternationale ist der „Verband proletarischer Freidenker Deutschlands". Mit Hilse dieses von Moskau aus geführten Verbandes fofl jetzt in Deutschland die geistige Zersetzung und Wühlarbeit gegen Gott, Kirche und Religion in die Tat umgesetzt werden. Mit großem Kostenaufwand wird eine ungeheure Propaganda durchSchrif- ten, Film und Rundfunk entwickelt, wie sie sich auf die Dauer kein Staat gefallen lassen kann. Mit im Auslande gedruckten, in deutscher Sprache erscheinenden Schriften, wie zum Beispiel der in Charkow erscheinenden Halbmonatsschrift „R e u l a n d", wird revolutionärer Atheismus nach Deutschland hineingeschmuggelt. Die vom Moskauer Gewerkschafts- s e n d e r in deutscher Sprache verbreiteten Rundfunksendungen aus der antireligiösen Universität und dem antireligiösen Museum dienen dem gleichen Zweck. Eine Rundfunffendung „Spaziergang durch das antireligiöse Museum" wurde ausgerechnet zu Weihnachten zu uns in deutscher Sprache herübergefunkt. Hand in Hand damit ging eine vom „Verband proletarischer Freidenker Deuffchlands" veranstaltete A n t i - Weihnachtskundgebung. Ein proletarischer Schallpkattenverlag gibt sogenannte kommuni st ische Weihnachtslieder wie „Der neue Stern", „Gottlosenlied" heraus. Darin werden Einrichtungen und Gebräuche dcr christlichen Kirche beschimpft. In den Arbeitervierteln der Industriestädte werden Aufklärungsabende mit Lichtbildervorträgen veranstaltet mit Themen wie „Kampf gegen die Pfaffen in der Sowjetunion", „Pfaffenhetze einst und jetzt" oder „Braucht das arbeitende Volk Religion?" Kommunistische Dühnendarsteller werden in sogenannten Agitproptruppen zusammengefaßt und bringen religionsfeindliche Stücke und rote Revuen zur Aufführung. Ein besonders trauriges Kapitel ist die antireligiöse Propaganda unter den schulpflichtigen Kindern. Die Sechs- bis Zehnjährigen werden in „Roten Jungscharen", die Aelteren in den „Roten Schulvorposten" und den „Roten Jungpionieren" zusammengefaßt. Die „Int er- nationaleArbeiterhilf e", die „Kamp f- ge meinschaft für rote S p or t a r b e i t", die „Interessengemeinschaft für Arbeiterkultur" und die „Rote Hilfe", alles Hilfsorganisationen der Kommunisten, haben sich Kindergruppen angegliedert. Es find jetzt nicht weniger als 26 000 deutsche Kinder in solchen Iugendgruppen erfaßt. Ein Blick auf die Schulaufsähe der so beeinflußten Kinder zeigt, daß hier eine f i tt* liche Verwahrlosung der Jugend sh« stematisch organisiert wird. Die Organisation der deutschen Gottlosenbewegung war ein wesentlicher Anlaß zum Erlaß der Ersten Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen im März vorigen Jahres. Durch eine weitere Verordnung wurde in das Lichtspielgesetz die Bestimmung ausgenommen, daß ein Film verboten werden kann, wenn er lebenswichtige Interessen des Staates verletzt. Auch dabei war nicht zuletzt an die alle sittlichen Fundamente des Staates untergrabende Gottlosenbewegung gedacht. Diese wenigen gesetzlichen Bestimmungen haben bereits den Erfolg gehabt, die Bewegung wesentlich einzudämmen. Die „Rote Fahne" gestand am 1. Januar ein, daß z. B. die komm uni st ischen Theater - und Revuetruppen vor der Märzverordnungzu- rückgewichen und fast völlig aus der proletarischen Öffentlichkeit verschwunden seien. Von den vor einem Jahr die Oef- fentlichkeit noch lebhaft bewegenden G o t t l o - senverfammlungen ist es still geworden. Trotzdem bleibt noch viel zu tun üb- rig. Besonders erschreckend ist die Propaganda unter den schulpflichtigen Kindern. Man wird dagegen nicht nur mit polizeilichen, sondern ebenso sehr auch mit den geistigen Mitteln der QTuf-k-lärung zu arbeiten haben. Dies wird in erster Linie Aufgabe von Schule und Kirche fein. Kirche und Schule haben die drohenden Gefahren rechtzeitig erkannt und alles darangesetzt, um ihnen zu begegnen. Maffeneinbürgerungen im Memelgebiet. Die Kownoer Regierung sorgt auf das Nachdrücklichste für eine Stärkung des litauischen Elements im Memelgebiet. Sie will unter allen Umständen erreichen, daß diesmal eine stattliche Anzahl großlitauischer Abgeordneter in den neu zu wählenden Landtag einzieht. Aus diesem Grunde hat sie das ganze Wahlgesetz über den Raufen geworfen, so daß jetzt schon ein paar hundert Stimmen genügen, um unter besonderen Umständen einem Kandidaten zum Siege zu verhelfen. Diese Maßnahmen kommen selbstverständlich nur den Litauern zugute. Dann wird aber bereits seit langem für eine systematische Einwanderung aus Litauen in das Memelgebiet gesorgt. Man hat herausgerechnet, daß in den letzten drei Wochen elftausend Litauer die msmelländische Staatsbürgerschaft und damit auch das memelländische Wahlrecht erworben haben. Es kann aber nicht ausbleiben, daß in den neuen Landtag eine recht stattliche Gruppe litauischer Abgeordneter einziehen wird. Was aber geschieht zur Verhinderung derartiger Wahlfälschungen? Nichts! Wir haben protestiert und wieder protestiert, so gut wie gar nichts ist von den Signatarmächten in die Wege geleitet worden. Daß sie den Haager Gerichtshof angerufen haben, wollen wir nicht übersehen. Aber welchen Nutzen hat ein erst in drei Monaten zu erwartet- des Urteil, wenn in der Zwischenzeit das Memelgebiet mit Gewalt in eine litauische Kolonie umgewandelt wird? Amerika und dasRußlandgeschäsl. Eine amerikanische Maschinenfirma bricht die Beziehungen zur Sowjetunion ab. Detroit, 18. April. (WTB.) Die Maschinen- und Konstruktionsfirma Albert Kahn I n c., eine der hauptsächlichsten Förderer des Fünfjahresplanes in Rußland, gibt bekannt, daß sie ihre Beziehungen zu der Sowjetunion abgebrochen hat. Den Anlaß bildete die Währungsfraae, erklärte Moritz Kahn. Die Sowjetregierung habe Mangel an Gold und wäre bereit gewesen, in russischen Rubeln zu zahlen, die aber für die Firma wertlos seien. Nach dem früheren Kontrakt, der Ende März ablief, waren die Zahlungen in Dollars erfolgt. Die Oer Wellensittich Otto. Die Geschichte einer (§he von Magda Amann. Ich muh die Leser zunächst mit Otto näher bekannt machen. Er wurde am 16. Dezember 1930 in München als zweiter von fünf Geschwistern geboren. Seine Großeltern waren von Charleville m Australien über Hamburg eingewandert. Hier werden die Leser schon behaupten, daß das eine lügenhafte Geschichte sei, indem sie aus der jüngst erlebten Weltgeschichte zu wissen glauben, daß Charleville in den Ardennen liegt und das deutsche Hauptquartier während des Krieges beherbergt habe. Ottos Urheimat, Charleville, aber liegt am Warragafluß, der aus Queensland kommt und sich durch Reu-Süd-Wales schlängelt, um bann im Großen OzeaN, ewig sich erneuernd, zu versinken. Ottos Groß-Eltern hatten die 45 Tqge lange Reise von Sidney nach Hamburg gut überstanden: waren durch ein Schicksal, auf das sie selbst keinen Eünfluh hatten, nach München verschlagen worden, hatten für ihre Aelteste einen wackeren Schwiegersohn gefunden, und als vorläufiger Abschluß dieser Familienreihe war Otto zur Welt gekommen. Seine Geschwister wurden durch die Zeitumstände in verschiedene Städte zerstreut, so daß er keine Verbindung mit ihnen mehr aufrecht hielt. Er hatte sie, wie es seine Sippe vielleicht von den Menschen gelernt haben mag, auch bald vergeffen. Otto kam mit drei anderen seiner Art als Dauergast zu mir. Bei der Auswahl der Herrschaften hatten wir darauf gesehen, daß zwei Damen und zwei Herren einzogen. Zweifellos war Otto der schönste und munterste von ihnen. Die Pracht seines grünen Gefieders, seine im zitronengelben Gesicht regelmäßig verstreuten hochblauen Flecke, sein kosendes Gezwitscher, seine ebenmäßigen Bewegungen beim Fluge, fein gewandtes Klettern, — das alles kam ihm wohl zustatten, besonders angenehm aufzufallen. Es ist notwendig, die ihnen zugewiesene Wohnung zu beschreiben: Im Stil sachlicher Reubauzimmer handelt es sich um ein Rechteck von 80 Zentimeter Länge, 50 Zentimeter Höhe und 40 Zentimeter Tiefe. In der Erwartung des in solchen Fällen üblichen Familienzuwachses wurden links und rechts Heine Anbauten in Gestalt von zwei Ristkästen angebracht, die eine kreisförmige Türe von 3 Zentimeter Breite hatten. Wie man es auch bei menschlichen Gesellschaften, bei Tanztees und andern Veranstaltungen fcmeritÄ laim. fanden sich noch kurz« Zeit in« Pärchen bald zusammen. Otto vertiefte feine Be- I geisterung für ein gewisses Fräulein Chlotilde, I während auf der andern Seite sich Emil und Hermine zusammenfanden, die im Rahmen dieser Ehegeschichte gleichfalls eine Rolle spielen werden. ilnd zwar eine in gewissem Sinne unangenehme Rolle. Es handelt sich bei diesen beiden nämlich um ein Paar, das geziert, unnatürlich, oberflächlich war und keinen Sinn für ein geordnetes Hauswesen hatte. Wan merkte ihnen an, daß sie schon mancherlei schwer nachzuprüfende Erlebnisse hinter sich hatten, denn eines Morgens lag ganz unvermittelt ein Ei in ihrem Nistkasten, nachdem sie mit einem ungeheuren Aufwand von Geschrei und Gezwitscher, von schuhplattlerähnlichen Tänzen und nimmermüdem Girren eine von vornherein unbeständig scheinende Ehe geschlossen hatten. Der Erfolg war auch am nächsten Morgen schon zu sehen: Hermine hatte das Ei aus dem Rest geworfen und Emil zeigte sich roh genug, es anzupicken und zu zerstören. Dieser Vorgang muß nun in Chlotilde ernstes Rachdenken wachgerufen haben. Sie zog sich in ihren Anbau zurück, um zu beweisen, daß Oberflächlichkeit niemals ein dauerndes Familienglück zu gründen vermag. Ihre Tage vergingen jetzt in einer verewigten Zärtlichkeit zu Otto, dessen Herz machtvoll entzündet wurde, so daß er mit Gurren, Krächzen, Zwitschern und Schwätzen vollauf beschäftigt war und manchmal sogar Töne fand, die Chlotilde wohl als Gesang empfinden mochte. Hier zeigte sich nun der wahre Charakter Her- minens: Sie versuchte nicht nur, bei jeder Gelegenheit in Chlotildens Ristkasten einzudringen, sondern zeigte sich als ein ränkevolles, zanksüchtiges Weib, das ohne jeden Anlaß tätlich gegen Chlotilde vorging und sich in nicht miß- zuverstehender Art an Otto heranmachte. Das aber gab Emil wieder Anlaß, sich auf Otto zu stürzen. Otto setzte sich zur Wehr, Hermine pickte herausfordernd an Chlotildens Nistkasten und es war ein Unfriede wie in einem menschlichen Wohnblock. Otto aber verdoppelte seine Zärtlichkeit Chlotilde gegenüber, denn sie war des Trostes wahrlich bedürfttg. Hermine hatte ihr im Kampf ein paar schöne Schwanzfedern ausgerissen. Sie sah nun etwas kümmerlich aus, und weil die Liebe des Mannes so viel von Aeußerlichkeiten abhängt, war unter Umständen mit einem Scheitern dieser Ehe zu rechnen. Otto aber verkörperte die männliche Treue und er hielt zu Chlotilde selbst bann noch, als sie wie ein gerupfter Spatz aussah. Linker diesen Llmständen mußt» ich densrichter wirken und die Parteien trennen. Ich zog durch die Mitte des Käfigs ein dünnes Drahtgitter. Von diesem Zeitpunkt ab war der Segen des Friedens zu spüren, denn nach vier Tagen schon lagen in Chlotildens Nest vier schöne, weißliche, rundliche Eier. Sie selber kam jetzt nur noch einmal am Tage, morgens, zum Vorschein, um dringlichsten Bedürfnissen nachzugehen. Das war vor vierzehn Tagen. In zwei bis sechs Tagen wird sich das kleine Wunder vollziehen und Chlotilde wird Mutter werden in einem lustigen Kinderzirnrner. Wir aber müssen uns jetzt wieder der Hauptperson dieser Geschichte, dem werdenden Vater Otto zuwenden. Mit rührender Ausdauer sitzt er den ganzen Tag vor dem Nesteingang und unterhält Chlotilde. Alle Stunde holt er Futter, zerkaut es, fliegt wieder hinauf, klopft an die Wand, worauf Dhll>ttlde kurz erscheint, ihren von mütterlichen Sorgen beschwerten Kopf vor die Tür hält und sich von Otto atzen läßt. Sie seht sich dann sofort wieder auf die Eier. Otto, heiter und liebenswürdig wie immer, kürzt ihr die Zeit erneut durch Töne, die er vielleicht Gesang nennt und würdigt die an der Trennungswand immer auf ihn wartende Hermine keines Blickes. Manchmal versucht er, in das Gemach seiner Frau zu äugen. Aber das duldet Chlotilde nicht. Sie wird abweisend und unfreundlich, und Otto bezieht wieder seine Stange und redet ihr gut zu und bittet um schönes Wetter. Heute morgen aber geschah es, daß ich an Otto irre wurde und annehmen mußte, daß auch sein Charakter durch den Umgang mit Menschen gelitten haben muß: Er hatte Chlotilde gerade das zweite Frühstück verabreicht, als er in einem plötzlichen Uobermut an das Trennungsgitter flog und mit der wartenden Hermine durch die Maschen des Drahtnetzes schnäbelte. Emils Wutgeschrei, vielleicht auch das feine Gefühl der Frau veranlaßten Chlotilde, einen Blick aus ihrer Türe auf den Durchgänger zu werfen. Sie flog nun nicht wutentbrannt auf den treulosen Gatten zu, sondern rief mit eisiger Sachlichkeit ihren Otto herbei, der mit der in solchen Fällen üblichen Geschwindigkeit gehorchte, erregt seinen Platz vor der Türe einnahm und seiner Chlotllde nun ein Alibi vorzwi sicherte. Man weih ja, welche Meister der Ueberredungskunst Männer in solchen Fällen sind. Vermutlich hat er Chlotilde erzählt, daß er sich bei der weit erfahreneren Hermine Ratschläge geholt habe für die kommenden schweren Tage. Otto aber hat mir wieder einmal gezeigt, , Hotz Hum selbst his Neuesten Männer vor Del- suchungen bewahren muß. Wir wollen aber ein abschließendes Urteil über ihn noch nicht fällen, ehe wir ihn als Vater tennengelernt haben, wo er Gelegenheit nehmen wird, seinen übereilten Seitenflug wieder gutzumachen. Tolle Welten in England. Beim Rennen von Newmarket waren die Pferde gerade beim Start, als ein Mr. Panton sich zu dem Besitzer eines der Pferde wandte und sagte: „Ich wette 1000 Guineen, daß Ihr Pferd weder als erstes noch als letztes ankommt." Die Wette wurde angenommen, und der Besitzer hatte gerade noch Zeit, dem Jockei zu befehlen, daß er. wenn er nicht gewinnen könne, der Letzte sein müsse. Das Pferd lies auch tatsächlich als letztes durchs Ziel, aber Panton wollte nun nicht zahlen, weil er erklärte, die Wette sei durch die Anweisung an den Jockei ungültig geworden. Der Jockeiklub aber bestimmte, daß der tolle Wetter die 1000 Guineen entrichten müsse. Der Spruch erregte großes Aufsehen, und man stritt sich viel über die Gründe der Wette, die dock nur darin bestehen konnten daß Panton der Ansicyt war, das Pferd sei nicht schnell genug, zu gewinnen, ober doch zu gut, um Letzter zu werden. Vor einigen Jahren setzte der Besitzer eines Pferdes namens Theodor 100 Pfund gegen einen Spazierstock, daß das Pferd beim Rennen von Doncaster nicht gewinnen würde, aber das Pferd gewann, und er mußte zahlen. Bei einem andern Rennen von Doncaster trug ein Mann einem anderen folgende Wette an: Er setze 10 Pfund, daß der Besitzer, wenn sein Pferd das Rennen gewinne, nicht imstande sein werde, zu pfeifen. Das Pferd gewann, aber der Eigentümer war so aufgeregt, daß er trotz aller Anstrengungen nicht pfeifen konnte und die 10 Pfund erlegen mußte. An tollen Wetten ist auch außerhalb des Turfs in England nie Mangel gewesen, und wie vorsichtig man sein muß. wenn solche seltsamen Angebote gemacht werden, beweisen zwei Fälle. Einmal wettete ein Lord, er werde eine bestimmte, sehr belebte Strecke im Westen Londons entlang gehen — ganz ohne jede Bekleidung. Und er tat es auch: er mietete einen Wagen, aus dem er einen Teil des Bodens heraus- nehmen ließ, sagte dem Kutscher daß er ganz langsam fahren solle und ging dann in dem Wagen, nachdem er sich in ihm ousgezogen hatte, vollkommen geschützt, die verabredete Strecke, ohne daß es bemerkt wurde. Ein Mr. Sopwith wettete 1912, er werde in der Mitte von Piccadilly, also in belebtester Gegend Lon dons. sich 10 Minuten auf die Erde legen. Er wann die Wette, denn er legte sich neben seine» Kraftwagen, als ob er daran etwas reparieren müßte. . ■ i y/w MWlOfant Bro w bcI. K-uren b-ri 0er 1,1 & «iw KU [pfen und zu ur Achen Dersuch- Kerc Geldvcrlu Aus $et Zufammenbru. Lor der Dntt Landgericht > W leute Weber und von Duchwald, d den Gcschäsissuhi standsmitglled d war, wird bejchi bis 1929 sottgesc rung und des Genossenschaft v schästsführer tzc Weber bei diesei zu haben. Treu: fortgesetzte' gesetzte Deihi warfen. Die 6ti monatiger " sammenbruch der im Oktober 1929 mehreren 2 fassen haben. Du bereits zwölf D in Görlitz. Web sich im Jahre 19 daß die Bank ei weisen werde, tt schäfte betreibe von Geschäften । des Vorstand rates erfolgten luste verursachten, mit einer Frau do einen Leonardo t Wer als Fal Dank durch Wed wurden 59 Tilde 548 000 Mark qi über klar war, i lungene D Meister Hand bestmöglichst abzi an den PrinM Millionen Mar Nachträglich stell lohe-Oehringen t sucht entmür Vergleich mit bei mögensverwaltm und der Dank e als Abstand bew Auktion, bei lombardierten T Mark erzielt tt Die 5onderschl Der Reichsarbe fung her Lohnst 'ändere Schl Jenen 5r. ^Uts-Hland: Ober: ^mer, fteuD. S u,nh Mgen Schlichte, ®u4 einen verl ftcn' 4 Uhr Händlers Ackernd ums Leben s? stände?^? der in ’ gef^^en nrm _ ftwnl mentTo?-Qttei 9en '" das^ude ru einem Aub Mrciche Pi_?'n - dA^der na anlaht auf »Svenen S1 ?nct no» besetz ss?. jerungen Mj. JWMw». 'bitt c ,ui,*,n l6b’e.t6le «Hü unter AS«, ''ne flott. ^Mdneter in ben «"HL Aus tiefem ^°fed über ben jjQU. hin? ändert befonberen Umftänben I« ju verhelfen. Diele «ftanMii nur ben ®irb ober bereits feit ' ^inroanberung "elgebiet gesorgt. Man letzten drei Wochen andifche Staatsbürger- -memellänbifche n. Es kann aber nicht en Landtag eine recht Abgeordneter einziehen >ur Verhinderung der- chls! Wir haben pro. fo gut wie gar nichi; n in die Wege geleitet Gerichtshof angerufen »ersehen. Aber welchen Monaten zu erwarten! oifchenzeit das Memel- tauische Kolonie umge- biet ? „ £5^ ie &h12?totbiuinn boten fcUn9 Qu?. ' 8ulebt i?Gat« a'ez unjLy* uüe SÄ «Hz eit bnlAw1** i« bit te“'1' ^Ipflick!;^' ääi: L WKW. Rd^tmVinna ur^otoietunion ab. iS.) DieMaschinen. rma Albert Kahn hsten Förderer bei in Rußland, gibt de- jungen zu der Sowjet- . Den Anlaß bildete bii oritz Kahn. Die Sowjet' an Gold und Mi ischen Rubeln v e Firma roertlos Kontrakt, der Ende Mar- ^jn Dollars erfolgte Dix wollen aber cir c ihn noch nicht fällen, mnengelernt toirb, feinen übereilte, rachen. in England. narket waren die M M. Panton sich zu dec wandte und fogte: ,, mferb weder als erfw Nette wurdet halle 8^ ttS-Sk SSf£“ r bestimmte, daß oer f entriß" KW sM er nichl g , .aMtn. v md aeinSfc;- DfH^SelO^' in^ i werde, 3U f 1 (o c- Eigentümer ,, pfeif-' «W”Z In <: b des ijjgüd man I i wie voraus cht»i e,nm Lieble 6t*’ fehr beleb ' o6ni... KS- daran Sirma Kohn in Moskau war hauptsächlich für ben entaurr unb bie Konstruktion bet Stalinara - b< r Trakt o r e n sab ri k mit einer jährlichen Leistung von 40 000 Maschinen verantwortlich. Das Büro in Rußland beschäftigt 1000 russische Inge- N'eure unter der Aufsich, von 24 amerifani^n Ingenieuren der Firma Kahn. Oer Streit um Ostgrönland. Norwegen hält an der Besetzung fest. O s l o 15. April. (WTB.) Zur Aufklärung der norw^ischm Oefsentlichkeit über den norwegisch- dänischen Streit, um den Besitz Ostgrönlands wurde im Rathaus eine öffentliche Kund- g e b u n a veranstaltet. Unter den zahlreichen De- suchern befanden sich der Kronprinz. Mit- alieder der Regierung unb des Stortings. Ram- hafte norwegische Rechtsgelehrte und Arktisfor- scher setzten den Streitfall auseinander, der in- folge der Besetzung eines Teiles Ostgrönlands durch Norwegen im vergangenen Sommer vor uen Internationalen Haager Ochiedsgerichtshof kam. Einer der Redner erklärte, daß hinter denen, die den Fall vor dem Haager Gerichtshof vertreten, das ganze Norwegen stehe. Die Arktisforscher wiesen auf die bedeutenden arktischen Interessen hin, die für große Teile Norwegens lebensnotwendig seien, und auf die Gefahren für Norwegen, wenn es von Ostgrönland ausgeschlossen würde. Norwegen habe seine Fähigkeit, in Ostgrönland zu leben und zu arbeiten, bewiesen, wogegen die dänischen Versuche, dort Existenzen zu gründen, schwere Geldverluste verursacht hätten. Aus aller Welt. Der Zusammenbruch der Dank für Deutsche Beamte vor Gericht. Vor der Dritten Großen Strafkammer beim Landgericht I begann der Prozeß gegen die Kaufleute Weber und Zreumann, den Makler Egon von Duchwald, den Kunstmaler Jack Kende und den Geschäftsführer Hoepfner. Weber, der Dorstandsmitglied der Dank für Deutsche Beamte war, wird beschuldigt, sich in den Jahren 1925 bis 1929 fortgesetzt der Bilanzverschleierung und des Verstoßes gegen die Zwecke der Genossenschaft vergangen zu haben. Dem Geschäftsführer Hoepfner wird zur Last gelegt, Weber bei diesen Verstößen Beihilfe geleistet zu haben. Treumann und von Duchwald wird fortgesetzter Betrug und Kende fortgesetzte Beihilfe zu diesem Betrüge vorgeworfen. Die Strafkammer wird sich in dreimonatiger Verhandlung mit dem Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte, der im Oktober 1929 mit einem Verlust von mehreren Millionen erfolgte, zu befassen haben. Die Dank besaß damals in Berlin bereits zwölf Depositenkassen und eine Filiale in Görlitz. Weber, der Hauptangeklagte, hatte sich im Jahre 1925 auf den Standpunkt gestellt, daß die Bonk erst dann eine Rentabilität aufweisen werde, toerm sie bankmäßige Geschäfte betreibe. Dabei hat Weber eine Reihe von Geschäften getätigt, die ohne Wissen des Vorstandes und des Aufsichtsrates erfolgten und der Dank erhebliche Verluste verursachten. Bei dem Dildergeschäft mit einer Frau von Schwarzenberg, die angeblich einen Leonardo da Vinci besah, der sich aber später als Fälschung herausstellte, hat die Dank durch Weber 137 000 Mark verloren. 1927 wurden 59 Dilder lombardiert und die Dank lieh 548 000 Mark aus. Als sich Weber später darüber klar war, daß es sich nur um gut gelungene Wiederholungen alter Meister handelte, versuchte man, die Dilder bestmöglichst abzusetzen. Man verkaufte die Dilder an den Prinzen H ohenlohe-Oehringen, der zwei Millionen Mark in Akzepten dafür bezahlte. Nachträglich stellte sich heraus, daß Prinz Hohen- lohe-Oehringen wegen Verschwendungssucht entmündigt war. Es kam zu einem Vergleich mit der Hohenlohe-Oehringenschen Vermögensverwaltung, die von dem Kauf zurücktrat und der Dank einen Detraa von 103 000 Mark als Abstand bezahlte. Schließlich kam es zu einer Auktion, bei der für die mit 548 000 Mark lombardierten Dilder ein Erlös von 713 0 Mark erzielt wurde. Die Sonderschlichter für die Lohnstreitigkeiten im Baugewerbe. Der Rcichsarbcitsminister hat für die Durchführung der Lohnstreitigkeiten im Baugewerbe b c • sondere Schlichter bestell 1, unb zwar die Herren Dr. Kim mich, Schlichter für Südwest- deutschland; Oberregierungs- und Gewerberat Dr. Kramer, stelloertretenber Schlichter für Schlesien unb Amtsgerichtsrat Lichtenftein, stellvertretender Schlichter für ben Bezirk Niedersachsen. In der Schlaftrunkenheit die eigene Jrau erschossen. Durch einen verhängnisvollen Irrtum ist gestern morgen, 4 älhr, die Gattin des Kolonialwaren- Händlers Ackermann aus Quierschied (Saargebiet) ums Leben gekommen. Die Frau war aufge- standen, um das Schlafzimmerfenster z u schließen. Dabei wurde ihr Ehemann wach, der in noch schlaftrunkenem Zustand glaubte, einen Einbrecher im Zimmer zu sehen. Er griff zur Waffe und schoß auf die Gestalt am Fenster. Die Frau sank tot zu Boden. Die Kugel war ihr ins Herz gedrungen. Das Ehepaar hatte ft e t s in bestem Einvernehmen gelebt. Flaggenstreit auf Portorico. Am Montag stürmten Angehörige der nationalistischen Partei von Portorico das Parlamentsgebäude in San Juan. Sie drangen in das Gebäude ein, wo es im Treppenhaus zu einem Handgemenge mit den Polizisten kam. Ein Treppengeländer brach, wobei zahlreiche Personen auf den Flur hinabstürzten. Eine Person wurde getötet und 20 schwer verletzt. Der Führer der nationalistischen Partei, Albizu, der den Sturm auf baS Parlamentsgebäude veranlaßt hatte, wurde verhaftet. Der Sturm auf das Parlament galt einem vorn Senat angenommenen Gesetz, daß die Einführung einer neuen Flagge für Portorico Vorsicht. Die Nationalisten behaupten, daß diese Zlagge ein „Wahrzeichen der Kolonisierung" sein Dürbe. Mitglieder des Senats und des Abgeordnetenhauses hatten Drohbriefe erhalten, in denen bie Zerstörung des Parlamentsgebäudes angekündigt worden war, wenn daS Gesetz zur Durchführung kommen würde. — Portor co eine der Großen Antillen Westindiens, ist seit dem spanisch-amerikanischen Kriege von 1898 eine Kolonie der Vereinigten Staaten. Die fast 9000 Quadratkilometer arohe Insel zählt 1,5 Millionen Einwohner. Ausgeiührt werden hauptsächlich Zucker, Tabak und Baumwolle. harmlose Aufklärung der Giftgaserkrankungen im Harburger Hasen. Die Giftgase, durch die am Sonntagmorgen einige Personen auf dem Dampfer „Courier" im Harburger Hafen erkrankten, sind, wie nunmehr ziemlich sicher feftsteht, auf noch nicht ganz geklärte Weise als Abgase des Schornsteins auf dem Schiff selbst entstanden. Sämtliche Betroffenen haben sich inzwischen erholt und kom- men ohne gesundheitliche Schädigung davon. Mit dieser Aufklärung fallen auch alle Schlußfolgerungen fort, die unter Hinweis auf die Hamburger Phosgenkatastrophe an ben Vorfall geknüpft worben sind. Blinbbarmopcration Erzherzog Ottos. Erzherzog Otto von Habsburg, der älteste Sohn Kaiser Karls, wurde in Brüssel von bem Seiner Universitätsprosessor Haderer unter Assistenz dreier belgischer Aerzte am Blinddarm operiert. Tlan betrachtet seinen Zustand als befriedigend. Lynchjustiz in Kansas. In Colby im Staate Kansas befand sich im Gefängnis ein Mann, der geständig war, eine noch jugendliche Schülerin vergewaltigt unb c r m o r b e t ZU haben. Eine etwa 200köpfige Menge holte ihn aus bem Gefängnis unb hängte i h n auf. Brand in einem indischen Bergwerk. In einem Glimmerbergwerk des Bezirks Ha - ?a r i b a g h brach ein Feuer aus. 14 Derg - eute erlitten den Erstickungstod, drei wurden lebend in dem einstürzenden Schacht begraben. Aus der Provinzialdouptstodt. Gießen, den 19. April 1932. Oie Strumpfnoten. Seltsam, wie die Zeit zu immer neuen Schlagworten kommt. Schlagen wir eine Zeitung, eine Zeitschrift auf, Horen wir einen Redner im Ver- sammlungssaale ober aus dem Lautsprecher, unterhalten wir uns mit den Mitmenschen über Dinge des Tages: überall hären wir das gleiche Wort, das Schlagwort, das Fragestellung, Antwort, Grund, Ursache und noch manches andere bezeichnet. Darin mag ein Vorteil liegen, daß auf diese Weise, mit einem schnell volkstümlich gewordenen Begriff, die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf ein bringen- des lagesintereffe hingelenkt wird. Aber auch seinen Nachteil hat bie Sache: das Schlagwort verwischt allzu leicht die Wichtigkeit der Angelegenheit, es macht eine äußerst dringende Aufgabe zu einer Sache, über die selbst nachzudenken nicht mehr recht lohnt, es wird zur Scheidemünze der Umgangs- spräche unb verliert damit an Wert unb Bedeutung. Grünbliche Ueberlegung wäre doch geboten, um Ad- Hilfe des beklagten liebel» zu schaffen, etwa bei bem zum Schlagwort erhobenen Begriff „Strumpfnoten". Der Reichsfinanzminister hat vor einiger Zeit wohl zum ersten Male dieses Wort ausgesprochen, um die Aufmerksamkeit auf bie Tatsache hinzulenken, daß heutzutage viele hundert Millionen Mark, schätzungsweise etwa eine Milliarde Reichsmark „gehortet" wird. Gelb liegt überall herum, in vielen haushalten, wir wissen sogar von ben fonberbaren Tresors, in denen die reichen Schätze ruhen: Dfen- lächer unb Bettsäcke, Erdlocher unb Bobenkammern, Brieftaschen unb Sparstrümpfe. Vielleicht weiß mancher aus seiner Bekanntschaft noch andere über- raschenbe Verstecke, bie alle den einen wichtigen Nachteil haben, baß sie völlig unsicher unb unzuverlässig sind. Weder vor dem frechen Zugriff des Diebes sind sie geschützt, noch vor den Gewalten der Natur: Feuer hat nicht den geringsten Respekt vor dem Wert des mit saurem Schweiße erworbenen Geldes. Was sich da in all diesen unmöglichen Verstecken findet, all die Summen unb Sümmchen, die zusammen eine runbe Milliarbe Reichsmark ausmachen, bezeichnet man schlicht unb treffenb als „Strumpfnoten". Angst unb Sorge um bie Wahrung der Schätze macht die Besitzer nervös und unsicher, sie wagen sich nicht mehr aus dem Hause, fürchten jeden Be- sucher unb lesen mit Schrecken bie Nachrichten von Verlusten, die sich aus der unzulänglichen Aufbe- Währung von selbst und zwangsmäßig ergeben. Diese persönlichen Bedrängnisse sind ihnen wichtiger als alle volkswirtschaftlichen Erwägungen, unb es ist am Ende richtiger, bie Besitzer ber „Strumpfnoten" bei ihrer Nervosität zu packen, als beim Portepee. Gewiß wäre es Ehrensache jedes Deutschen, mit seinem Besitz dazu beizutragen, daß bie arg heruntergekommene Wirtschaft wieder in Gang kommt, daß bas Gelb roieber feinen normalen Weg zur Befruchtung von-Handel unb ©anbei läuft, daß es Zinsen bringt unb Arbeit schafft. Der Durchschnitts- Engländer sieht das als selbstverständliche Pflicht an. Wir aber sprechen viel von Pflichten unb handeln dabei fo überaus töricht. Die ganze Angst unb bie Sorge um bas sorgfältig gehütete Geld, um die schön gefalteten Scheine ist unnötig, überflüssig, wenn wir den geheimen Tresor im Hause schleunigst leeren unb feinen Inhalt auf bie nächste Sparkasse bringen. Daten für Dienstag 19 April. 1560: ber Reformator Philipp Melanchthon in Wittenberg gestorben: — 1882: ber Naturforscher Charles Darwin in Down bei Beckenham gestorben: — 1906: der französische Physiker Pierre Curie, Entdecker des Radiums, in Paris gestorben. Konzert der Schülerinnen von Frau Schmidt-Wiffendorff. Es war am «Sonntag das erstemal, daß Frau Ilse Schmidt-Wissendorff ihre Schülerinnen der Oefsentlichkeit vorstellte. Man mag über Veranstaltung von Schülerabenden in Fachkreisen verschiedener Meinung fein, das eine ist an solchen Abenden pädagogisch sicher wertvoll, daß die «Schüler nach und nach an das Singen ober Spielen vor einem größeren Zuhörerkreis gewöhnt werden. Damit soll aber keineswegs der persönlichen Eitelkeit des einzelnen «Schülers das Wort geredet werden. Der Wert solcher Qkr- anftaltungen ist erst dann groß, wenn jeder beteiligte ^hülcr daraus von vornherein zu lernen beabsichtigt. Anderseits muß sich aber auch der Zuhörer darauf umstellen, daß er nicht vollendete, sondern — trotz aller Sorgfalt — doch immer noch Schülerleistungen erwarten muh. Die Aufgaben, die Frau Schmidt-Wissen- dvrff ihren Schülerinnen gestellt hatte, waren durchweg recht schwierige. Die Ausführung ließ aber den Schluß zu, daß sich die Ausbildungsweise in jeder Beziehung auf dem richtigen Wege befindet. Zieht man noch ein gewisse- Maß Aufregung ab, so boten sich Leistungen von recht erfreulichem Niveau. Gleich der Anfang, ein Quartett aus Tschaikowskys Oper »Eugen Onegin", gelungen von Frl. Drommershausen, Etzelmüller, Keit- z e r und Werner, war eine recht gute Leistung. Die rhythmischen und tonlichen Schwierigkeiten wurden in kammermusikalischer Art ausgezeichnet bewältigt. Don dem am Schlüsse ber VortragS- iolgc stehenden Terzett aus StrauS' .Roscn- kavalier" (Frl. Möller, Keitzer, Frau Schmidt-Wissendorff) gilt das gleiche. Auch hier ein Aufeinandereingehen mit sicherem musikalischen Anpassungsvermögen. Drei Lieder von Mahler fang Frl. Ilse Werner noch etwa- ängstlich, aber recht geschmackvoll. Auch Frl. Ehelmüller entledigte sich ihrer Ausgabe (zwei Lieder von d'Albert unb eins von Pfihner) mit erfreulichem Erfolg Einen guten Gesamteinbruck machten bie von Frl.Hill vorgetragenen Lieder von Ramrath, die schon ganz gutes Können verrieten. Recht eindrucksvoll war ferner die Wiedergabe dreier Grieg- Lieder durch Frl. M A l l e r. beten Stimme einen sympathischen Klang hat. Frl. Herta Schneider zeigte sich ebenfalls auf guter Stufe. Die drei Lieder, die Frl. Drommershausen fang, verrieten einen Alt von großem Umfang und weichem Klang. Frl. Tilli Keitzer gab dem Ganzen einen sehr gehaltvollen Abschluß durch drei nicht nur klanglich, sondern auch musikalisch schön vermittelte Lieder von Wolff, Behm und Marx. Der Erfolg der Veranstaltung ist jedenfalls auf grau Schmidt-Wiffendorffs Seite, die mit ber Durchführung ber Vortragsfolge gleichzeitig die Visitenkarte ihrer pädagogischen Tätigkeit abgab. Am Klavier begleitete Frau Schmidt- Wissendorff unb Frl. Irmgard Decker (Terzett aus „Rosenkavalier) mit recht guter Anpassung. Es gab am Schluß und bei den «Einzelleistungen herzlichen Beifall. B. Bornotizcn. — Tageskalender f ü r Dienstag. Stadttheater, „Der Graue", 20 bis 22.30 Uhr. — „Einhorn-Saal", 11 bis 19 Uhr, Hessische Hygiene-Ausstellung. — Haussrauen-Deratung, 20 Uhr, Hotel Hindenburg, Ausstellung und Kursus für kunstgewerbliche Bearbeitung von «Seidenkrepp. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 15.30 und 18 Uhr, „Zukünftige Ereignisse": 20.30 Uhr „Der Sieger". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute als 27. Vorstellung im Dienstag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen Erstaufführung des «Schauspiels „Der Graue" von Friedrich Forster. Eine «Schülertragödie, das Erstlingswerk eines jungen Autors. Spielleitung Peter Fassott. Die Titelrolle spielt Raimund Schelcher. Mitwirkende Damen: Koch, Walther- Lederer, Wielander: Herren: Druck, «Seiger, Hauer, Ianscheck, Kühne, Michel, Paetsch, Dolck. Beginn 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. — Mittwoch, 20. April, Wiederholung der Doppelvorstellung „Liebelei" von Arthur Schnitzler unter der Spielleitung von Karl Heyser, und „Der verwandelte Komödiant" von Stefan Zweig. Spielleitung Wolfgang Kühne. Beginn 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Gießener Wochcnmarktpreise. Gießen, 19. April. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 Pf., Canb&uttcr 120, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing (gelb) 15 bis 20 (pro Ztr. 12 bis 15 Mk.), Wirsing (grün) 25 (pro Zentner 20 bis 22 Mk.), Weißkraut 10 (pro Zentner 6 bis 6,50 Mk ), Rotkraut 12 bis 15 (pro Zentner 8 bis 9 Mk ), Kartoffeln 4,5 (pro Zentner 3,80 bis 4 Mk.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 5 bis 8, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 18 bis 20, Meerrettich 30 bis 60, «Schwarzwurzeln 25 bis 35, Dörrobst 25 bis 30, Aepfel l0bis l5, Nüsse 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 80 bis 90 Pfennig pro Pfd : Tauben 60 bis 70, Eier 6 und 7, Blumenkohl 30 bis 70, Salatgurken 50 bis 70, Salat 20 bis 25. Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Käse 5 bis 10 Pf. pro Stück: Radieschen 10 bis 15, Rettich (neue) 25 bis 30 Pf. pro Bund. * •• Eine Zeitungsanzeige i st eine Urkunde. Zu dieser Feststellung gelangte das «Schöffengericht Nordhausen in einem Urteil, durch das eine 21jährige Haustochter wegen groben Unfugs und Urkundenfälschung zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt wurde. Die Verurteilte hatte in einer Zeitung eine Todesanzeige aufgegeben, die den Namen eines anderen Mädchens, das sich bester Gesundheit erfreute, enthielt. "EineAchtundachtzigjährige. Fräulein Karoline Stumpf, wohnhaft Frankfurter Straße 9. feiert in geistiger und körperlicher Frische am morgigen Mittwoch ihren 83. Geburtstag. ' Eine Fünfundsiebzigjährige. Frau Elisabeth Keil Ww., wohnhaft Linden- platz7, feiert am morgigen Mittwoch bei guter Gesundheit ihren 75. Geburtstag. *• Einbrüche. Der heutige Polizeibericht meldet: In der Nacht zum Montag wurde in das Kurz-Sp'.elwaren-Sngrosgeschäft Margulies, Bahnhofstraße, einaebrochen und eine größere Anzahl Damenstrümpse verschiedener Farben, desgl. weiße und bunte Herrenoberhemden entwendet. — Ein weiterer Einbruch wurde in der Nacht zum Dienstag in der Wirtschaft zur „Stadt Wetzlar" verübt. Entwendet wurden zwei Aktenmappen, Zigarren und Zigaretten, ein Fernglas und der Inhalt einer Waisenbüchse, die der Täter erbrochen hat. In derselben Nacht wurde auch in Heldenbergen cm g.. crer Wäschediebstahl au> geführt. Die Ermittelungen wurden in allen Fällen sofort ausgenommen. ** Stiftung-fest de- Bauerfchen Gesangvereins. AuS Anlaß des 68. Stiftungsfestes des Bauerfchen Gesangvereins fand am Samstag im Restaurant Bürgerhof ein Festkommers statt, der sehr zahlreich besucht war. Nach alter Sitte wurden — so berichtet man unS — an diesem Tage folgende Auszeichnungen verliehen: 40 Jahre: LouiS Bell off ; 30 Jahre: Rudolf QD e b c r und Karl Heller: 20 Jahre: Heinrich Ley, Heinrich May, Karl Seiffert, Wilhelm Wehn und Heinrich Deibel: 10 Jahre: Max De tree, Fritz Reitz, Ludwig Wöll und 'Theo B o r n £. Den Sängern wurde eine silberne Nadel mit entsprechender Gravierung übergeben. 5ür fleißigen «Singstundenbesuch im abgclaufcncn Vereinsjahr wurden 43 Sänger mit der goldenen und 16 Sänger mit der silbernen Nadel ausgezeichnet. Den Sängern Heinrich Heß, Han- Bill und Karl Schmidt wurde der goldene Sängerring, eine besondere Auszeichnung für fünfjährigen ununterbrochenen Singstundenbesuch. zuteil. Hauptversammlung des Hessischen Pfarrvereins. )( Friedberg. 16. April. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz von Dekan I a u d t im hiesigen evangelischen Gemeindehaus die Hauptversammlung des Hessischen Evangelischen Pfarrvereins statt. Als Vertreter deS Landeskirchenamtes war Oberkirchenrat l). Wagner (Gießen) erschienen. Der gedruckt vorliegende Jahresbericht wurde eingehend besprochen.^ Die Mitgliederzahl hat zugenommen und beträgt zur Zeit 435. Der im Lause deS Vereins- jahres Heimgegangenen Mitglieder wurde in üblicher Weise gedacht. Die Berichte des Rechners. Dekan Röschen (Darmstadt), des Schriftleiters, Pfarrer Knodt (Offenbach), des Leiters der HilfSkasse, Pfarrer Schultheis (Großen-Lin- den), der Sterbekasse, Dekan Schmidt (Grünberg) und Pfarrer Diehl (Freienseen), fanden einmütige Annahme. Nach einer Pause schloß sich eine wissenschaftliche Tagung an. Pfarrer Marx (Darmstadt) und Professor Lic. G erst e n m a i e r (Friedberg) hielten Vorträge über neuere Gesangbücher und zeigten die Richtlinien auf, die bei der Äeuausgabe eines Gesangbuches zu berücksichtigen wären. Beide Vorträge wurden sehr beifällig ausgenommen. Rege Aussprachen schlossen sich an. Ausdrücklich wurde jedoch sowohl in den Vorträgen, als auch in der Aussprache zur Vermeidung einer unnötigen Beunruhigung unserer Gemeinden betont, daß zur Zeit nicht an die Herausgabe eines neuen Gesangbuches in Hessen gedacht sei. Totschlag im Kreise Büdingen. < Dieichenbach (Kr. Düdingen), 18. April. Heute in den frühen Morgenstunden ereignete sich in unserem Orte eine entsetzliche Bluttat, der ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Der Musilverein B.'eichenbachhatte in einer Gastwirtschaft eine gesellige Veranstaltung arrangiert, in die gegen 4 älhr ein Wanderbursche von auswärts hineinkam und alsbald durch den Ruf „Heil Moskaul" einen Zusammenstoß herbei führte, bei dem der Störenfried »erhauen wurde. Später kam es auf der Straße erneut zu einer Schlägerei zwischen hiesigen und Aulendiebacher Burschen. Dabei wurde der anfangs der 20er Jahre stehende Landwirtschaftsknecht Streum aus Aulendiebach mit dicken Holzknüppeln, sog. Wellen- beng c ln , totgeschlagen, während der etwa gleichaltrige Landwirtschaftsknecht Ku hn aus Aulendiebach auf die g eiche Weise am Schädel und an den Deinen durch Schläge so schwer verletzt wurde, daß er der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. Heute vormittag weilten die Gendarmerie, sowie der Staatsanwalt und Kriminalbeamte der Landes- kriminalpolizeistelle Gießen zur Untersuchung in unserem Orte. Unter der Beschuldigung der Täterschaft wurden der Kachelofenbauer Maid aus Dieichenbach und der Däckermeistersohn Heck aus Aulendiebach verhaftet und in das Ämtsgerichtsgefängnis zu Ortenberg eingeliefert. Die Untersuchung wird mit Nachdruck fortgesetzt. Bon anderer Seite erfahren wix auf Grund guter Informationen noch folgendes zu dem bedauerlichen Vorfall: Zwei junge Burschen aus Aulendiebach waren am Sonntagabend in der Wirtschaft von Beck in Aulendiebach eingekehrt. Es kam zu einem Streit, als ein fremder Handwerksbursche in seiner Angetrunkenheit mit dem Rufe „Heil Moskau!" und mit persönlichen Anrempelungen einige Gäste belästigte. Er bekam von einem der Burschen aus Aulendiebach eine Ohrfeige und wurde von einem jungen Mann aus Bleichenbach, der früher der kommunistischen Partei angehört hatte, in Schutz genommen. Es kam darauf zu einer Schlägerei. Als die Burschen aus Aulendiebach sich auf den Heimweg begeben hatten, wurden sie von ihrem Gegner, dem sich noch ein anderer junger Mann zugesellt hatte, verfolgt und angegriffen. Sie wurden von den beiden mit dicken Prügeln derart mißhandelt, daß der eine seinen Verletzungen erlegen ist, wäh. rend der andere in die Chirurgische Klinik geschasst werden mußte. Sie beiden Täter sind verhaftet. Sem Vernehmen nach sind sie g e ft ä n b l g. Wettervoraussage. Die neue Islandstörung dehnt sich weiter südwärts über die britischen Inseln aus, so daß der dort herrschende Hochdruckeinfluh zum «Schwinden kommt. Durch Ausläufer des Tiefs dürfte wieder ozeanische Lust nach dem Festlande gelangen, welche die Temperaturen mehr ausgleicht und zunächst Milderung bringt. Aussichten für Mittwoch: Im ganzen milder, wolkig mit Aufheiterung, keine oder nur vereinzelte Niederschläge. Aussichten für Donnerstag: Weiterhin wechselnd wolkig mit Neigung zu Aufheiterung, einzelne Niederschläge, anfänglich Temperaturen wenig verändert, jedoch später etwas auffrischend. Lufttemperaturen. Am 18. April: mittags 6,0 ®rQb, abends 5,5 Grad; am 19. April: morgens 4,0 Grad Celsius. Maximum 6,4 Grad, Minimum 1,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 18. April: abends 6,2 Grad; am 19. April: morgens 4,8 Grad Celsius. Soll Ihr Stoff recht preiswert sein, kaufen Sie bei Schmücker ein !lr. MW besseren! 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Die Trauerfeier vor der Einäscherung findet Mittwoch, den 20. April, nachmittags 3 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Mitglieder von dem Ableben unseres Ehrenmeisters und letzten Mitbegründers der Innung, Herrn Philipp Stier geziemend in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 18. April 1932. Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 20. April, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. 3055 D Familien-Drucksachen Verlobungsanzelgen _ _ ... . Ä _ Vermählungsanzeigen bei Bruhl. Schulstraße Geburtsanzeigen Dr. phil. Adam Scheurer u.Frau Dora,geb.Mamzer danken herzlichst für die anläßlich ihrer Vermahlung erwiesenen Aufmerksamfeiten Tweed Bonclä, in den modernen Farben, schöne, kräftige Qualität.. Meter Mantelfatter, besonders gute Qualität, J.B. Häuser Gießen, am Oswaldsgarten Stadttheater Gießen 3.05 D Mittwoch,20.Avril 19.30 bis geg. 22.15 27. Boxstellung im Mittwoch-Abvnn. 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SJ.-fport Westdeutsche Zußbatt-Meisterschast Borussia Julba vertritt Westdeutschland im Kampf um die Deutsche Meiste < jchaft. „Borussia Fulda nimmt als westdeutscher Vertreter an den Endspielen um die Deutsche Fußball- Meisterschaft teil", das ift_bic große Ucberraschung, die von den westdeutschen Lrchlußspielen des 17. April ^u melden ist. Im Zwischenrundenspiel um die WSB.-Meisterschaft besiegle Fulda in Staffel den Nheinbezirksmeister 5töIn-Sülz 07 mit 2:0 und quali- lizierte sich damit bereits für das Endspiel. Die beiden Teilnehmer am WSB.-Endspiel aber sind automatisch ASV.-Vertreter für die „Deutsche". Der andere Teil Nehmer für das Endspiel wird erst am nächsten Sonntag im Spiel zwischen Schalle 04 und Meide- »icher Spv. ermittelt, denn schalle griff erst an diesem Sonntag in die Endlämpse ein. Jin Vorrundenspiel konnten die „Stnappen" in Bochum den Meister non Südwestfalen, chiislen 09, nur knapp mit 2:0 (2:0) schlagen Borussia Fulda — Spvg. Köln-Sül; 07 2:0 (0:0). Das Spiel brachte für Kassel einen neuen Zu- schauerrekord, über 1b 000 Personen fanden sich auf ber Kurhessen Kampfbahn ein, um einen spannenden Kampf zu erleben. In der ersten Halbzeit hatte sülz rrcljr vom Spiel, aber sein schwacher Innensturm v rsiebte zahllose Torchancen. Nach der Paule änderte sich das Stampfbild. Der Sturm der Hessen kam plötz lich gut in Fahrt, Köln wurde zurückgedrängt^ und mt Treffern non Leugers und Kammerl stellte Fulda seinen verdienten Sieg sicher. Das zweite Zwischenrundenspiel um die westdeutsche Fußball-Meisterschaft zwischen dem FC. Scholle 04 und dem Meidericher Spielverein geht endgültig am kommenden Sonntag im Duisburger Stadion vor sich. Der Sieger bestreitet bekanntlich mit Borussia Fulda das Endspiel. Aoch keine Klärung in den süddeutschen Endspielen. Der Sonntag brachte in den süddeutschen Meisterschafts-Endspielen nicht die erwarteten Klärungen, Die einzigen Entscheidungen, die der Sonntag brachte, war die Ermittlung von je zwei Mannschaften in jeder Gruppe, von denen man weiß, daß sie allein für den ersten oder zweiten Platz in Frage kommen. In der Abteilung Bordwest hätte Eintracht granhurl durch einen Sieg in Worms ihre Meisterschaft sichern können Sie verlor aber ihr Treffen gegen Wormatia mit 5:3 (4:1) und mußte ihren ersten Platz an den Fußballsportverein Frankfurt abtreten. der sein letztes Spiel gegen den SB. Waldhos mit 3:1 (1:0) zu einem Siege gestaltete. Der Fußballsportverein hat jetzt die theoretische Chance. Meister zu werden, falls Eintracht das letzte Spiel gegen Pirmasens verlieren sollte. In diesem Falle bliebe den Eintrachtlern allerdings noch der Weg der Wiederholung des seinerzeit in Saarbrücken unter Vorbehalt ausgetragencn Spieles, das 0:0 endete. Die Spiele FK. Pirmasens - FB. Saarbrücken mit 2:0 und VfL. Neckarau — Mainz 05 mit 2:1 haben keine Bedeutung mehr. In der Abteilung Südost stehen Badern München und 1. FC. Nürnberg an der Spitze punktgleich. Beide Mannschaften fertigten am Sonntag ihre Gegner mit verdienten Siegen ab. I Die „Badern" gewannen gegen die Spielvereini-- 1 gung Fürth 2:0, während der 1. FC. Nürnberg | zu Hause gegen München 1860 3:1 siegte. Der ! ,ÄIub“_ hat jetzt seine Spiele beendet, während die Münchener Badern noch die Chance haben, durch ein unentschiedenes Ergebnis oder einen Sieg in ihrem letzten noch in Pforzheim auszutragenden Spiele Meister zu werden. In diesem Falle wäre der „Klub" Zweiter und müßte auf .dem ilmtoege über die Spiele mit dem Pokalmei- fter und dem Zweiten der Nordwestgruppe versuchen, in die Endspiele zu gelangen. Außerdem spielte noch Rastatt 4:4 gegen den KalSruher FB. und Pforzheim gewann 4:3 gegen den DfB. Stuttgart. Süddeutscher Pokalmeister wurden die Stuttgarter Kickers, die in Stuttgart vor 12 000 Zuschauern mit 4:0 (2:0) über Amicitia Viernheim gewannen. LeichtailstetiOver Sp.-Dg. 1900. Schöne Erfolge in Frankfurt a. M. j Die Paarlauf - Veranstaltung des Postsportvereins Frankfurt a. M. am Sonntag batte großen Anklang gefunden. Für die halbe Stunde waren sieben Mannschaften am Start, für die Viertelstunde traten sogar 14 an. Auch der 1500-Meter-Iugendlauf war mit 12 Mann gut beseht. In sämtlichen drei Wettbewerben schlugen sich 1900 s Vertreter ausgezeichnet. Das Halbstundenpaar Gerhardt — Schaaf erlief mit 10 092 Meter einen sicheren zweiten Platz hinter den in ausgezeichneter Verfassung befind- lichen 98ern aus Darmstadt (Habich Lindner», die es aus 10 324 Meter brachten. Dritter wurde DIK. Frankfurt mit 9866, Vierter Eintracht Frankfurt mit 5)785 Meter, lieber die Viertelstunde hatten sich die Spielvereinigungsleute Peters-Reitz zuerst etwas zuviel zugemutet und muhten die Führung im zweiten Teil des Rennens an Post- sportverein (Kaufmann-Hetzel) abgeben, die dann auch in schönem Stil mit 5165 Meter Sieger wurden. In der letzten Runde wurden die 1900er dann noch von dem Paar Gellweiler-Hübner (Darmstadt 98> auf den dritten Platz verwiesen. Leistung: 5149 bzw. 5117 Meter. Die übrigen Frankfurter Vereine endeten in geschlagenem Feld Große Aufmerksamkeit zog 1900s talentierter Iugendmittelstreckler Daumstieger über 1500 Meter auf sich. In prächtigem Stil gewann er den Lauf in der für Saisonbeginn und in An- betracht des regnerischen Wetters ausgezeichneten ■3cit von 4:29,07 Minuten. Zweiter wurde Ohly vom Veranstalter in 4:38,02, Dritter der sich immer mehr in den Vordergrund schiebende 1900er Berghöfer in 4:41,05 Minuten. Handball-Lokaltreffen. 1900 I — Mlv. I 6:7 (3:3). Außer dem Fußbatt-Lokaltreffen zwischen 1900 und VfB. tarn am Sonntag auch ein Handbatt- Lokaltreffen zum Austrag. Auf dem Mtv.-Platze am Schisfenberger Weg standen sich die ersten Mannschaften von 1900 und Mtv. gegenüber. Die Mtv.er mußten mit Ersatz antreten, daß jedoch die 1. Mannschaft nur durch drei Mann — Schorkopf. Ploch und Schüler — vertreten fein sollte, war im Programm nicht vorgesehen. Unter diesen Voraussetzungen gab man den Gastgebern nur wenige Siegesaussichten. Rach kurzem Hin und Her gingen die Gäste in Führung, doch konnten die Männerturner nach aufopfernder Arbeit des Sturmes den Ausgleich erringen. Der zweimaligen Führung der Spielvereinigung 1900 MmAMkMUMlSkN Roman von 3- Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschuh: Verlag D. Meister, Werdau. 31. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Das war ja sehr vielversprechend! Da würde es wohl nicht viel mit der Ruhe werden. Er öffnete die Tür für eine schmale Lücke und hörte feine alle Treue flüstern: „Der Herr Doktor ist eben zur Ruhe gegangen! Ja! Er war bis morgend im Dienst. — Ich werde es gewissenhaft bestellen." Herrgott, immer die alte Leier: ..Schlafen gegangen! Nachtdienst gehabt! Was ist es denn schon wieder?" Sie stand dicht vor dem Spalt, durch den er fugte, und vermochte das Riejenarrangement von 2osen und Nelken, das sie in den Händen hielt, Pa um zu umfassen. Cr griff nach dem Kuvert, das zwischen den Blüten steckte und riß es auf: „Das Pflegerinnenpersonal der Anstalt entbietet dem verehrten Chef die herzlichsten Glückwünsche." Also doch irgendeine Titelverleihung! schade, daß die Schwestern ihr Geld auf diese Weise hin- ouswarfen! Sie taten ihm ehrlich leid. Er über- kgte. wie er sie entschädigen könnte, als schon wieder die Klingel zu surren begann. Ein Dienstmaun überbrachte einen Korb auserlesener Rosen mit einer Flasche Sekt um- „Dem verehrten Chef und lieben, stets hilfsbereiten Kollegen. Die Aerzteschaft der Klinik München-West. Heiliger Gott! Wegen fo eines Titels — und er wußte noch gar nicht einmal welchen — — fo ein Aufheben zu machen! Das Telephon ließ ihn nach seinem Wohnzimmer laufen, denn es raffelte nie Feueralarm, daß es ihm ordentlich durch alle Knochen fuhr. ‘ . „Doktor Wander selbst am Apparat? rief es ihm durch das Hörrohr entgegen. „Jawohl! — Hier Doktor Wander!" „Hier Gradnitz! - Ich hoffe, daß ich Ihnen kein ilnbcfannter bin, Herr Doktor! - Allem voraus meine herzlichsten Wünsche! Ich werde mir ^cr» kuben. gegen abend bei Ihnen vorzusprechen! Für ten Augenblick ist ohnedies jeder Dritte überflüssig! Nicht wahr? — Vielleicht darf ich Sie bitten, trir den Rest des Tages zu schenken .— Ich wohne in „Königin-Hof. Jetzt will ich nicht länger fto- r m.' — Empfehlen Sie mich meiner Tochter!-- Auf Wiedersehen!" Falsch verbunden!" Wander fürchtete, wenn cs fc weiterging, kostete es ihm noch den Verstand. Weshalb, um Himmelswillen machten die Men- Iqen einen solchen Klimbim uni alles. Hub dieser Gradnitz! Direkt verrückt! Er halte den Namen in feinem Leben noch nie gehört! llnb daß er etwas von einer Tochter sagte, machte das Maß voll! Aber es war noch lange nicht das Ende! — Ununterbrochen ging draußen die Klingel! Geschenke aller Art trafen ein! „Bringen Sie mir nichts mehr ins Ziinmer!" rief er verzweifelt, als die Haushälterin wiederum einen Strauß von Rosen und Nelken auf seinen Schreibtisch legte. „Ich hab s doch eigentlich nicht verdient, Herr Doktor!" weinte sie, „daß oic'ä auch vor mir verheimlicht haben! — llnb daß" ... sie schluckte krampfhaft an ihren Tränen — „ich jetzt sozusagen die letzte bin, die Ihnen Glück wünschen kommt. Wäre ich eine Person von fünfundzwanzig Jahren, fo gäb's eine Erklärung dafür. Aber so ... weiß Gott. Herr Doktor! Ich mit meinen sünsundfochzig auf dem Buckel habe kein Auge mehr auf einen Mann!" „ Frau Rambufek. um Himmels willen, hören Sie auf! Mir steht die Glückwünscherei bis an den Hals!" rief er aufgebracht. „Mein Gott, aber fo etwas", rief sie dagegen. „Wenn ich s früher gewußt hätte, würde ich die Wohnung ein bißchen geziert und einen Kuchen gebacken und ein Willkomm an die Tür genagelt haben, und was man halt fo macht! Das Fräulein Braut kommt wohl überhaupt nicht hierher ins Haus?" .Frau Rambufek — hat Sie der Schlag gestreift!?" * „Bewahre, das werd' ich Ihnen gerade heute an tun! Aber Wunder wär's feine! — In der Zeitung hat's gestanden. Von Ihnen selber hätt' ich's doch nie erfahren!" „Zum Donnerwetter, was denn eigentlich!" Er riß ihr das Blatt aus den Händen, winkte ihr ab und sank vernichtet in den Stuhl, der ihm am nächsten war. Als Verlobte grüßen: Dr. med. Margret von Recklinhausen Dr. Hans Wander Chefarzt der Klinik München-West. Gut Recklinhausen München Pfingsten 19... Er starrte unentwegt auf die Anzeige, welche die Morgenzeitung auf der vorletzten Seite gebracht hatte. Blitzschnell reihten sich die Kombination aneinander. Irgend jemand, der ihm ober ihr feind war. hatte Kenntnis bekommen von allem, was zwischen ihnen vorgefallen war. llnb das hier war der Trumpf, den er ausspielte. — Und sie, Margret von Recklinhausen, saß wohl auf ihrem Zimmer und hatte nichts als Verachtung für ihn, von dem sie annehmen mußte, daß er der Urheber des Ganzen war. Erst g'nch sein Zustand einer Art Lähmung Sann peitschte ihn das Verlangen auf, chr wenigstens zu sagen, daß er feine Hand bei diesem Schurkenstreich nicht im Spiel gehabt hatte. Er warf sich in seinen Desuchsanzug, stieß draußen im Korridor ein Blumenarrangement zur Seite, raste die Stiege hinab und kam noch einmal zurück, da er ohne Hut und Handschuhe war. „Für so verrückt hätte ich ihn gar nicht gehalten", dachte Frau Rambufek. „Aber sag einer, daß die Männer nicht wie ein Strohfeuer brannten, wenn man ein Zündholz hineinwarf." Ihr Doktor was kein Iota besser, als die anderen. Aber es war ihr gar nicht unrecht. Das Einsiedlerleben hier mit ihm hatte lange genug gedauert. Dolle zehn Jahre, llnb zwei studierte Leute, wie bas zukünftige Ehepaar, die brauchten immer einen Dritten, der sie nicht verhungern ließ. Sie hatte ohne Zweifel auch weiterhin ihr Bleiben. Margret horchte, als draußen vor ihrer Zweizimmerwohnung die Klingel anfchlug. Das war er! Jetzt galt cs also! Sie hörte, wie ihn das Mädchen in das Empfangszimmer führte. Da konnte er gleich die Blumenarrangements in Augenschein nehmen. Ein bißchen mußte er schon warten. Er hatte es verdient, daß sie ihn ein wenig zappeln lieh. Trotz der Neugier, zu wissen, was er tun werde, ordnete sie noch ihr Haar, daß es nicht ganz so glatt, wie das sonst der Fall war, gegen Schläfen, und Ohr zurückfiel. Dann hielt sie Musterung m ihrer Garderobe. Ein bißchen Eleganz war sie der Feier des Tages Wohl schuldig. Aus einem der eingetroffenen Buketts nahm sie eine zarte Knospe und steckte sie in den Gürtel. Jetzt konnte man sich ihm also präsentieren. Als wäre sein Besuch die natürlichste Sache der Welt, kam sie auf ihn xu. „Wie nett, daß Sie sich herbemüht haben! 3d) dachte, Sie wären zu müde." Sein Gesicht war blaß, und die beiden ein- geferbten Linien, die von der Nase zum Munde herabliefen, zuckten unaufhörlich. „Ich möchte Ihnen nur sagen, daß ich keinen Teil an dieser Schurkerei eines unbekannten Dritten habe. — Aber ich verspreche Ihnen, daß ich nach dem Schuldigen fahnden und ihn zur Rechenschaft ziehen werde. — Sie erhalten Ihre Genugtuung bis ins Letzte, Fräulein von Recklinhausen." Ein abwesendes Lächeln ging über ihr Gesicht. .Finden Sie denn das Ganze so schrecklich, Herr Kollege?" Er starrte sie fassungslos an: .Sie nicht?" „Nein!" „Margret!" — Seine Stimme war heiser und kippte verdächtig über. „Wollen Sie nicht Platz nehmen?" Sie schob ihm zugleich einen Stuhl an den runden Tisch, aus welchem die Aiorgeu^ecUuig ansgeb teilet tag. Dienstag, 19. April (952 Marga von Etzdorf, die bekannte Sportfliegerin, die ohne Begleiter in einem Kleinflugzeug einen Flug bis nach Japan durchführte, ist auf der Rückreise bei einem unglücklichen Start in Siam abgestürzt. Während ihre Maschine vollkommen zertrümmert wurde, kam die Fliegerin mit leichteren Verletzungen davon. folgte jeweils der Ausgleich. Halbzeit 3:3. Das Bild änderte sich etwas in der zweiten Halbzeit. Die Gastgeber bedrängten das gegnerische Tor oft schwer und konnten ihre lleberlegenheit durch zwei Treffer ausdrücken. Doch schon nach kurzer Zeit gelang auch den 1900ern der Ausgleich: 5:5. Das sich gegen Ende des Spieles entspannende heiße Ringen um Führung und Sieg sah die Mtv.er noch zweilmal erfolgreich, während die Gäste nur noch einen Strafwurf zum Tor verwandeln konnten. So endete das jederzeit faire Spiel mit einem knappen, verdienten Sieg der Gastgeber. Hallen-Handball-Tumier der Gießener Turnerschast. Die Gießener Turnerschast veranstaltet am kam- inenden Sonntag ein großes .ßallen Handballturnier in der Volkshalle. 16 Mannschaften wurden verpflichtet. Mannschaste» der DT. und des DSB. stehen im Wettbewerb. Rachstchend seien die teilnehmendi n Vereine genannt: Polizeisportverein Butzbach, VfL. Wetzlar, Spvg. 1900 Gießen, VsB. Gießen tjamtlich DSB.), Turngemeinde Friedberg, die Turnvereine von Bad Homburg, Großen Buseck. Heuchelheim, 1860 Marburg. Pohlgons, Münchholzhausen, Slroi- dorf,Kirchgöns, 1846 Gießen und Männerturnvcrein Gießen tiamtlich DT.). Außerdem nimmt noch die Mannschaft des Gießener Bataillons teil. Die Spiele werden in zwei Gruppen ausgctragen. Die Meister werden in Vor, Zwischen und Endrunde ermittelt. Die Sieger erhalten schöne Ehrenpreise in Form von künstlerisch ausgesührten Plaketten. Ein vielseitiges Beiprogramm (Rolljchuhlaufen zweier Mitglieder d»s Gießener Eisvereins, ein Faustballspiel der Turne- rinnen von Mtv. und 1846 sowie 'Barrenturnen der Gießener Turnerschast) wird außerdem zur Unter» Haltung beitragen. Die Reichswehrkapelle konzertiert. Die Oberleitung der Veranstaltung liegt in den Han- den der Spielwarte (Mohr, Ritsert) der beiden Gießener Turnvereine. Die Gießener Trunerschast hat die Absicht, die Hallen .Handball Turniere zu einer ständigen Einrichtung zu machen. Wir kommen auf die bevorstehende Veranstaltung noch zurück. „Werdeit Sie ein Dementi in die Abendzeitung geben? — Nicht? - Dann ist es ja gut. Es kommt nämlich in alle großen Blätter", sagte sie ehrlich. „Denn, nicht wahr, fo wie es zwischen uns stand, konnte es doch nicht weitergehen. Eines von uns beiden mußte doch handeln, lind da ich vermutete, daß Sie sich wohl kein drittesmal an mich heranwagen würden, habe ich eben selbst die Sache in das richtige Geleise geschoben. — 3<6 hoffe, daß es Ihnen recht ist!" Er faß und starrte sie unentwegt an. bis ihr ein dunkles Rot die Schläfen hinaufkroch. „Sprechen Sie um Gottes Witten, nur ein einziges Wort!" Ihre Stimme vibrierte merklich. „Wenn ich ein Mädchen der alten Schule wäre, würde es mir sicher peinlich sein, so allein mit Ihnen hier in meiner Wohnung zu sitzen." Er saß noch immer ohne Regung und sah sie an. „lieber solche Kleinigkeiten bin ich aber hinaus!" fuhr sie fort. „Wenn Lenore oder meine Mutter wüßten, wie sich die Sache mit unserer Verlobung in Wirklichkeit verhält — sie würden einfach entsetzt fein! — Denn fo etwas hat noch keine Reckkinhauserin gemacht!" „Als du, mein tapferes Mädel!" Er stand jetzt vor ihr und nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände. 3m nächsten Augenblick ließ er diele wieder sinken. „Sei tapfer, Margret, bis zum letzten, damit ich den Glauben an mich selber wiederfinde." Sie legte ohne Zögern die Arme um feinen Hals und küßte ihn. Sie sprach kein Wort, als er die Stirn in ihr Haar drückte und ein kühles Nah verräterisch auf ihren Scheitel tropfte. Erst nach einer Weile hob er das Gesicht und zog das ihre behutsam empor. „Das war Rettung, vor Torschluß, Margret. — Morgen wäre es ui spät gewesen." „Warum zu spät?" Er hörte nichts als ein grenzenloses Staunen aus ihren Worten. „Mein Gesuch um Entlassung liegt bereits aus meinem Schreibtisch, ebenfalls das um Anstellung als Arzt in einer der indischen Kolonien. Glaubst du, daß es ein Beten gibt, das Erde und Himmel bezwingt?" „3a!" bekannte sie und wußte, daß er an seine Mutter dachte. „Hast du mich so lieb, Margret, daß du der Frau, die mir das Leben gab, eine Tochter sein willst, auch wenn es nur ein Weib ist, dessen Hände in Sorge und Arbeit für mich rauh und rissig geworden sind?" „Es sind die Hände, die dich behütet haben, mein Hans." „3ch danke dir. Margret! 3ch danke dir!" Er war wie ein Knabe, der, überreich beschenkt, seinem Jubel Bahn brechen muhte. Wieder und wieder streckte er die Arme nach ihr aus, die für alles, was er vorschlug, ein 3a fand. 15t>£l|eßiuig folgt.) Wirtschaft. AG.BuderuSscheEisenwerkezuWehlar Wehl ar. 18. April. (WTB.) Die Gesellschaft, die bekanntlich für 1931 dividendenlc>s bleibt (i. 03. 4 Prozent Stammaktiendividendc aus 947 332 Mark Reingewinn), erzielte 1931 einen DetriebSüberschuß von 2,98 (4,80) Mill. Mark. Anderseits beanspruchten Handlungsunkosten 1,72 (2,47) Mill. Mark: die Abschrei - bungen wurden von 1,55 i. 03. aus 1,045 Mill. Mark ermäßigt, so daß zuzüglich 0,19 (0,17) Mill. Mark Vorjahresvortrag für 1931 ein Reingewinn von 209 412 Mark verbleibt, wovon 194 412 Mark vorgetragen werden. In der Bilanz stehen Olnlagewerte mit 13,20 (14,10) Mill. Mark zu Buche, darunter die Sophienhütte mit 5,05 (5,46) Mill. Mark. Beteiligungen und Wertpapiere sind mit 3,42 (3,50) Mill. Mark etwas niedriger bewertet. Rohstoffe und Waren erscheinen mit 3,99 (4,50) Mill. Mark, Außenstände werden mit 17,08 (17,80) Mill. Mark angegeben, darunter 5,03 Bankguthaben. Anderseits betragen die Schulden 8,09 (8,84) Mill. Mark, darunter 4 Mill. Mark Bankschulden. Die im Vorjahre mit 1,03 Mill. Mark ausgewiesenen Anleihen waren am Iahresschluß größtenteils eingelöst. Der Rest von 0,37 Mill. Mark wurde unter Schulden verbucht und zum weitaus größten Teil inzwischen ebenfalls zurückgezahlt. Der .Umsatz mit Fremden belief sich auf 20,69 (33,07) Mill. Mark, so daß sich eine Abnahme um 37,4 Prozent ergibt. Die Handlungsunkosten konnten dagegen nur um 30,3 Prozent abgebaut werden. Bei Steuern und Abgaben ist die erhoffte Erleichterung nicht eingetreten, indem auf je 100 Mark Umsatz an Steuern und Abgaben im Jähre 1929: 27,82 Mark, im Jahre 1930: 50,16 Mark und im Jahre 1931: 53,33 Mark entfielen. Der im Vergleich zur Vorkriegszeit mehr aufgewandte Steuerbetrag hätte nach dem Bericht des Vorstandes die Ausschüttung eines Gewinnanteiles von 5 Prozent auf das volldividendenberechtigte AK. von 26 Mill. Mark ermöglicht. Die Eisensteinförderung ging auf 72 000 (118 000) Tonnen, d. i. um rund 39 v. H. zurück, während die Kalksteingewinnung mit 49 000 Tonnen die Vorjahresziffer um 50 v. H. unterschritt. Im Hüttenbetrieb und bei den Grauguh-Giehe- reien wurden erhebliche Einschränkungen notwendig, desgleichen im Zementwerk. * Zahlungseinstellung der Deutscher Kreditverein AG., Berlin. Die mit einem Kapital von sechs Millionen Mark ausgestattete Deutscher Kreditverein AG., Berlin, hat gestern die Zahlungen eingestellt. Die Firma hat sich an ihre Kundschaft gewandt und mitgeteilt, daß sie beabsichtige zu liquidieren, da es ihr durch die fortschreitende Krise unmöglich sei, die Außenstände in dem zur Aufrechterhaltung der Liquidität notwendigen Umfange einzu- ziehen. Es wird eine ruhige Abwickelung der Liquidation zwecks möglichster Vermeidung von Verlusten angestrebt. Berlin schwach. Berlin, 19. April. (WTB. Funkspruch.) Bei sehr ruhigem Geschäft war der heutige Effektenoerkehr auf einen schwächeren Ton gestimmt. Die anhaltend schwache Veranlagung der Auslandbörsen, insbesondere die ständigen Rückgänge der Neuyorker Aktienkurse, der schleppende Gang der Genfer Verhandlungen, die Ungewißheit über den Ausgang der Preußenwablen und endlich der heute mittag veröffentlichte Abschluß der IG.-Farbenindustrie waren Momente, die die an und für sich schon schwache Stimmung die Unternehmungslust weiter hemmten. Die bei den Banken vorliegenden Publikumsorders waren stark im Abnehmen begriffen und dürften vor der Wahl auch nicht mehr zunehmen. So mußte schon das wenige herauskommende Material verhältnismäßig große Abschläge bewirken. Unkontrollierbare Gerüchte wollten von einer neuen Bankinsolvenz wissen, doch scheint das Angebot an den einzelnen Märkten jedenfalls zum Teil mit der gestern erfolgten Zahlungseinstellung des Deutschen Kreditvereins zusammenzuhängen. Vor Beginn des amtlichen Verkehrs kam es mehrfach zu Schwankungen Dann lagen die ersten offiziellen Kurse zumeist etwa 1 Prozent unter den Schlußnotierungen von gestern. Stärker gedrückt waren Zellstoff Waldhof, Schultheiß, Kaliaktien, Lahmeyer, Deutsche Kabel, RWE. und Schuckert, die bis zu 3 Prozent einbüßten. Recht schwach logen auch Gelsenkirchen, die 31% noch 33 Prozent notierten. Hamburg-Süd erschienen später mit Minus-Minus-Zeichen, der Kurs wurde etwa 6 Prozent niedriger mit 43 taxiert. Demgegenüber fielen Akkumulatoren durch Plus-Plus-Zeichen auf, später wurde dieses Papier 5,5 Prozent festgesetzt. Im Vererlaufe war das Geschäft sehr klein; es kam an einzelnen Märkten weiter etwas Ware heraus, so daß sich überwiegend kleine Abbröckelungen ergaben. Im übrigen war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich Deutsche Anleihen im Verlause eher leicht ab- brückelnd; von Ausländern setzten 5prozentige Mexikaner schwächer ein, konnten sich jedoch später erholen. Festverzinsliche Werte, darunter Reichsschuldbuchforderungen, waren bei ruhigem Geschäft leicht abgeschwächt. Rur Kommunalobligationen blieben gefragt. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld in der unteren Grenze auf 5% bis 5%, Monatsgeld wurde wieder mit 7 Prozent und darüber genannt. Frankfurt abgeschwächt. F r a n k f u r t a. M., 19. April. (WTB. Draht- Meldung.) Da es wiederum an Anregungen und Kauforders der Kundschaft fehlte und die Auslandbörsen abermals in schwächerer Haltung schlossen, eröffnete die heutige Börse in überwiegend abgeschwächter Tendenz. Die dauernde Schwäche der Reuyorker Börse drückte hierbei besonders auf die Stimmung, ebenso ging von dem I.-G.-FarbenberichHteine gewisse Verstimmung aus, weil die Zukunftsaussichten darin wenig optimistisch beurteilt wurden. Hinzu kam die geringe Unternehmungslust der Spekulation im Hinblick auf die bevorstehenden Landtagswahlen. Das sehr kleine Geschäft beschränkte sich hauptsächlich nur auf einige Spezialpapiere. Don diesen eröffneten 2.-G. 1,5 Prozent, Siemens 1,5, Gesfürel 1,25 und Reichsbank 1 Prozent niedriger. Der Verlust- Abschluß bei Agfa-Ansco bewirkte am Kunstseidemarkt für Aku eine Abschwächung von 1,5 Prozent. Von Montanaktien gingen Gelsenkirchen und Mannesmann sowie Stahlverein je 1 Prozent zurück. Stärkere Rückgänge verzeichneten Kaliaktien, die bis zu 4 Prozent nachgaben. Etwas Interesse bestand für einige Rebenwerte, wie Zellstoff Aschaffenburg (plus 0,5 Prozent), Karstadt (plus 0,25 Prozent) und Metallgesellschaft, die unverändert waren. Von Schiffahrtswerten zogen Rorddeutsche Lloyd weiter leicht an, auch Reichsbahnvorzugsaktien lagen 0,25 Prozent freundlicher. An den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftslosigkeit. Luhmaschinen (Taxe 4 Prozent Brief) und Mainkraftwerke (Taxe 42 nach 45 Prozent Brief) erschienen wiederum mit Minus-Minus-Zeichen. Am Rentenmarkt erhielt sich einiges Interesse für Alt- und Reubesitz bei gut behaupteten Kursen. Dagegen lagen Reichsschuldbuchforderungen etwas schwächer. Gold- und Liquidationspfandbriefe waren eher etwas offeriert. Jedoch war der Markt noch unentwickelt. Industrie- Obligationen blieben gehalten. Don Auslandrenten waren Rumänen und Mexikaner gut behauptet. Im Derlaufe blieb das Geschäft bei unveränderten Kursen sehr gering. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 Prozent unverändert und leicht. Vorschußverein Grünberg. + Grünberg, 18. April. Am Samstagabend hielt der hiesige Dorschuß-Derein seine Generalversammlung ab. Der von dem Dorstandsmitglied Möller erstattete Geschäftsbericht für 1931, das 69. Geschäftsjahr, sowie der Revisionsbericht wurden zur Kenntnis genommen. Die Bilanz, die mit einer Endsumme von 675 269,45 Mark (703 614,71 Mark in 1930) abschließt, wurde genehmigt und dem Dorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. (Einen ausführlichen Bericht über die Bilanz brachte der „Gieß. Anz." in seiner Rr. 77 vom 3. April.) Der Derteilung des Reingewinns von 6 955,60 Mark (7715,13 Mark in 1930) wurde in der von der Verwaltung vorgeschlagenen Weise zugestimmt. Danach gelangen 6Prozent (8 Prozent in 193 0) Dividende auf 62700 Mark Geschäftsguthaben mit 3762 Mark zur Auszahlung. während 3193 Mark dem Reservefonds ^ugewendet werden. Die statutengemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, Schlossermeister Heinrich Schmidt II., Spenglermeister Julius Von - Eiff und Dchuhmachermeister W. Gottlieb Frank, wurden wiedergewählt. Bezüglich der Festsetzung der Höch st grenze von Kredit gemäß § 49 des Genossenschaftsgesetzes wurde eine Erhöhung dieser Grenze von 10 000 Mark auf 15 000 Mark beschlossen, und zwar in der Weise, daß feste Kredite in Form von Darlehen oder in lausender Rechnung die Summe von 10 000 Mark nicht überschreiten dürfen, darüber hinaus darf bis zu einem Betrag von 5000 Mark Kredit in Form von Geschäftswechseln oder älebcrnahme von Bürgschaft gewährt werden. Oberheffen. Bürgermeister-Protest aus dem Laubacher Be-irk. □ Laubach, 18. April. Die Bürgermeister des Bezirkes Laubach haben sich namens der von ihnen vertretenen Gemeinden dem Protest der Bezirke Nidda und Gedern hinsichtlich der geringfügigen Senkung der Beiträge für die land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft angeschlossen. Landkreis Gießen. LJ Grohen-Linden. 18. April. Der Gesangverein „Germania" veranstaltete am Sonntag einen Theaterabend, der sich eines regen Besuches erfreute. Zur Aufführung gelangte eine dreiaktige Operette, die von den Darstellern, Mitgliedern des Dereins, ausgezeichnet wiedergegeben wurde. Der Aufführung wurde lebhafter Beifall zuteil. Wesentlichen Anteil an dem Erfolg des Abends hatte auch das von Musiklehrer Heinrich Blaß, Großen-Linden, zusammenge- stellte Orchester, das die Dorgänge auf der Bühne musikalisch sehr gut illustrierte. Die Veranstaltung bedeutete für den Verein einen großen Erfolg. * Holzheim, 18. April. Vor einigen Tagen brachte ein junges Mädchen von hier heimlich ein Kind zur Welt, das es nach der Geburt in einer Aktentasche verbarg und diese in der Scheune versteckte. Da das Mädchen bei dem ganzen Vorgang völlig allein gehandelt hatte, blieb die Tat zunächst verborgen, bis eine Mitteilung von unbekannter Seite die Staatsanwaltschaft zum Eingreifen veranlaßte. Bei der Haussuchung legte das Mädchen ein Geständnis ab und gab auch sofort an, wo die Kindesleiche verborgen worden war, die daraufhin sichergestellt wurde. Das Mädchen verblieb mit Rücksicht auf sein Geständnis auf freiem Fuß. Die weitere Verfolgung der Angelegenheit liegt in den Händen der Staatsanwaltschaft. § Beuern, 18. April. An Ostern wurden nur zwei Kinder aus der hiesigen Volksschule entlassen. Da aber in den letzten Jahren sehr starke Jahrgänge aufgenommen wurden, so wurde eine halbe Schulstelle neu errichtet und diese an Schulverwalter Schäfer, seither in Heuchelheim, vergeben. • Grünberg, 18. April. 3m Auftrage des Kreisamtes Gießen überreichte Kreisfeuerw'ehr- Inspektor D i ck o r e, Gießen, im Anschluß an eine Hebung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr vier Feuerwehrleuten Feuerwehr- Ehrenzeichen. Ausgezeichnet wurden für 40jährige Dienstzeit Georg F u l d a t und Julius V o n - E i f f, für 25jährige Dienstzeit Jean S e e p e und August Ritter. Preußen. Kreis Biedenkopf. * Bieber, 17. April. Am Freitagabend veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der RSDAP. im Saale des Gastwirts Scherer eine öffentliche Kundgebung, bei welcher der Saal voll besetzt war. Reichstagsabgeordneter Lindner als Redner des Abends beschäftigte sich zunächst mit Fragen der Reichspolitik und erörterte anschließend die politischen Tagesfragen zur preußischen Landtagswahl. Die Kundgebung nahm einen durchaus ruhigen Verlauf. Briefkasten der Jteöaffion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Rach Aonaenroth. 1. Ihre Anfrage wegen der Grenzvermessung ist in ihrem Wortlaut unverständlich, zum mindesten insolange, als uns weder der Meßbrief, noch eine Zeichnung vorliegt. Möglicherweise besteht aber, wenn es sich um eine alte Hofreite handelt, für die Einfahrt ein schon vor dem Jahre 1900 exworbenes Recht, auch ein Fahrtrecht für die Dreschmaschine. Vielleicht kommt aber hinsichtlich des Grund und Bodens unter den Beteiligten eine Einigung zustande (etwa durch Kauf oder Tausch). In diesem Falle wäre der Ordnung und Rechtssicherheit halber — besonders im Interesse der früheren Rechtsnachfolger im Grundeigentum — unbedingt eine gerichtliche oder notarielle Beurkundung unter Zurücksetzung aller sonstigen Streitpunkte erforderlich. — 2. Bei Reupflanzung von Bäumen, die mehr als zwei Meter hoch find oder werden, ist ein Mindestabstand von 2 Meter von der Grenze des Rachbargrundstücks einzuhalten, von der Mittelachse des Baumes an gerechnet, dort, wo der Baum aus dem Boden heraustritt. In Berücksichtigung der künftigen Ausdehnung der Baumkrone kann, zumal bei Hochstämmen, nur entschieden geraten werden, die Grenz- entfernung erheblich größer zu wählen. Ur. 50 6t. Dem Ueberwandlungsberecytigien steht ein Gangrecht zu, wie er es immer ausgeübt hat. Ist er mit den Maßnahmen des Eigentümers des dienenden Grundstücks aber einverstanden, so ist für seine Person die Sache erledigt. Anders verhält es sich mit den Maßnahmen, die des Eigentümer des dienenden Grundstücks im übrigen getroffen hat und durch die Ihr Grundstück berührt wird. Rach §§ 908, 909 BGB. ist 2hv Rachbar für etwaigen durch Einsturz entstehenden Schaden verantwortlich, denn ein Grundstück darf nicht in der Weise vertieft werden, daß der Boden des Rachbargrundstücks die erforderliche Stühe verliert, es sei denn, daß für eine genügende anderweitige Befestigung gesorgt wird« Machen Sie 2hren Rachbar hierauf aufmerksam« Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) An die Sfabtocrroalfung. Das Bestreben den Frentbenverkehr zu heben, macht sich in Gießen immer mehr bemerkbar. Damit" sollte auch Veranlassung gegeben sein, die verschiedenen Einrichtungen der Stadt einmal auf ihre Brauchbarkeit zu untersuchen. Jedem Besucher der Stadt muß auffallen, in welch mangelhafter Weise hinsichtlich der sanitären Anlagen vorgesorgt ist, und daß die Stadt, der man sonst „Bedürfnislosigkeit" kaum zum Vorwurf machen kann, nur eine „Rückzugs- gelegenheit" am Schnittpunkt von Seltersweg und Südanlage besitzt. Daß diese Einrichtung für die stark gewachsene Stadt nicht als ausreichend angesehen werden kann, dürfte wohl ohne Meinungsverschiedenheiten feststehen. Am wenigsten ist dabei auf die Frauen Rücksicht genommen, die bei den Entfernungen, mit denen gerechnet werden muß, in die Zwangslage kommen, noch eine Tasse Kaffee mehr trinken zu müssen, um zu ihrem Ziele zu kommen. Zur Steuer der Wahrheit müßte hier zwar noch ein zweites Kabinett erwähnt werden, das sogar den Vorzug hat, ziemlich zentral zu liegen, da es in einem großen Neubau, dessen Errichtung sich durch mehrere Jahre hingezogen hat, untergebracht ist, das aber scheinbar seine Pforten nur den Wochenmarktbesuchern öffnet. Daraus mag es wohl auch zurückzuführen sein, daß Leute, die den vergeblichen Versuch gemacht hatten, an „geeigneter Stelle" anzukommen, ihre „Visitenkarten" an der Tür abgegeben hatten. Hier könnte wenigstens sofort Abhilfe geschaffen werden, die kaum Kosten verursachen würde. Wenn man zeitweilig durch Arbeitslose eine Tag. und Nachtschicht als Wächter einrichtete. Durch Beschäftigung solcher Leute könnte vielleicht noch ein weiterer Ausbau solcher „Gelegenheiten" in Betracht gezogen und, wie in anderen Städten, unterirdische Anlagen unter sog. Verkehrsinseln geschaffen werden. L. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 20. April. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Eine halbe Stunde am Dankschalter. Don Actualis. 12.00: Don München: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13.00: Konzert auf Schall- platten. 15.20 bis 16.10: Stunde der Jugend. 17.00: Don München: Unterhaltungsmusik. 18.25: Karlsruhe: „Don alten Zauberbüchern", Dortrag von Prof. Dr. K. Preisendanz. 18.50: Mannheim: „Lustiges und vorteilhaftes Rechnen", Plauderei von Dr. Karl Menninger, Heppenheim. 19.30: „Musikalische Grundbegriffe — Ihr Wesen und ihre Bedeutung", Vortrag von Hans Rosbaud. 20.00: Liederstunde. 21.00: Unbekanntes von Bekannten. Ein Essay mit Beispielen. Von Dr. Franz Leppmann. 21.40: Unterhaltungsmusik. 22.20: Zeitbericht. Irland — Englands große Sorge. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 20. April. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Donnerstag, 21., und Freitag, 22. April: Passahfest. Donnerstag: Vorabend 7.15 Uhr; morgens 8.30 Predigt. Freitag: Vorabend 7.15 Uhr; morgens 8.30. — Samstag, 23. April. Vorabend 7.15 Uhr; morgens 8.30; abends 7.40 und 8.20 Uhr. Gottesdienst der Israelitischen Religionsgesell- schast. Mittwoch, 20. April, morgens: 6.00 Uhr. — Donnerstag, 21. April, und Freitag, 2 2. April, Passahfest. l.Tag: Vorabend: 7.15 Uhr, Vormittag: 8.00 Uhr Predigt, Rach- mittag: 4.00 Uhr. 2. Tag: Vorabend: 815 Uhr, Vormittag: 8.00 Uhr. — Sabbatfeier den 23. April. Freitag abend: 7.05 Uhr. Samstag vormittag: 8.00 Uhr, nachmittag: 4.00 Uhr, Sabbatausgang: 8.20 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 6.30 Uhr. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 o.H., Lombardzinsfuß 6,5v.H. Fran,sun o. Berlin Schluß-, turs | KurS Schluß« l turS | Anfang- Kurs Datum 18.4. 19.4. 18.4. 19-4. 6% Deutsche Reichsanleihe ö. 1927 7% Deutsche ReichSanleihe v. 1929 50 — 52,5 —— 60 — 61 _ 5%% Doung-Anletbe von 1930 . 50 — 50,25 _ Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos^Rechten....... 38,25 37,13 38,25 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . . — 3,13 3,05 8% Hess. BollSstaat von 1929 irückzahlb. 102%)...... —- _ 49 Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos^Rechten....... _ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 36,5 _ 36,75 _ 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 . . . . 73 _ _ 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bU 1936 Serie 16 . 72 _ _ 4%% Franks. Hyp^Banl Liqu.- Psandbriese......... 74,5 _ _ 4%% Rhenilche Hyp.-Bank-Ltau Goldpse........... 75 _ _ 8% Pr. Landespsandbriesanstalt Psandbrtese R. 19...... 71 71 7% Pr. Landespsandbriesanstalt Bsandbriese 8t. 10 71 — — 4% Oesterreich« che Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrenle .... 4% Ungarische Staatsrente ». 1910 4>/,% deSgl. von 1913 . . 5% abgest. Goldmexikanrr von 99 4% Türkische Zollanleche von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih, Serie, . . . . . . 4% desgl. Serie II....... 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4)4%RumänHeretnh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente . «k%l. Anatolier....... 2,1 1 — 5,75 5,65 4,75 — — — — 5,75 2,05 2,05 2,15 — *— — — 9,45 — 44 — 13,25 Franlfrm u. JH. Äerlu Schluß«, flirt) | Schluß-, fürs 1 Anfang- Kurs Datum 18.4. 19.4. 18.4. 19.4. Hamvurg-Amerila Pate, . . . t — — 14,65 14,5 Hamburg-SÜdam. Dampfschif! . 0 — — Hansa Dampfschiff . 0 — — 23,25 — Norddeutscher Lloyd . 6 15,13 15,13 15 15,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. 31,25 30,25 Berliner Handelsgesellschaft 8 83 — 83 Go mm en» und Privot-Bank . Darmstädter und Nationalban 7 — 22 — 8 23,5 — 23,5 _ Deutsche Bank und DiSconto-GeseUschast. . . 6 43,5 — 43,5 — Dresdner Bank...... 6 23,5 _ 23,5 — Reichsbank ...... 12 103,5 102,75 103,25 102,13 A.E.G......... . 7 25 25,25 25,4 25,25 Bergmann........ . 9 — — ** Elekkr. LteferungSgesellschast. 10 — — 58,13 57 Licht und Kiast . . 10 60,5 — 61 60 Felten ä Guilleaume.... ey. — 34 32,25 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 9 50 48,75 50,13 48,13 . 9 60,5 60,5 Schuckert S Co..... . 11 —- — 45,5 43,5 Siemens S Halske . . . • . 14 — 95,5 97 95,5 Lahmeyer & do...... . 12 76 77 75 Buderus......... . 4 — _ 21,5 20,5 Deutsche Erdöl...... . 5 — — 54,75 53,75 Gelsenkirchener...... . 8 32,65 — 33 31,9 Harpener......... . c — — 33 33 Hoescd Eisen........ . 6 — — 26,13 25,13 Ilse Bergbau....... IC — — Klöcknerwerke....... . 6 — — — 22 stöln-Neuessen....... ey, — — ManneSmann-Röhren . . . . 6 33,5 32,75 34,25 33,25 Mansselder Bergbau . . . . 0 12,75 13 Oberschief. Kokswerke . . . . 8 — — 30,75 30,5 Phönix Bergbau...... 4V? 17 -— 17,13 16 Rheinische Braunkohlen. . . 10 154 —- 155,5 155,75 Rhetnstahl ........ 6 — ** 35,9 35,76 ...aiuur. u. 2)1. Berlin Schluß. lurS 1-llhr- flur* Schluß« für» Anfang- Kurs Datum 18.4. 19.4 18.4. 19.4. Rtebeck Montan...... 7,2 — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 4 15,65 — 15,9 14,65 Otavi Minen......1 ;»/. u—• — 11,13 11 Kaliwerke Aschersleben . . . 1C 88,5 — 89 _ Kaliwerke Westeregeln . . . 10 99,75 —— 98 95 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 — — 147 144,25 I. ®. Forben-Induftrte. . . Verein, chem. Industrie Frank- 12 86,5 85 86,65 85,4 furl a. M......... _ _ _ Scheibeanstalt....... 10 125 125,25 — _ Goldschmidt........ . 0 18 17,5 — Rulgerswerke....... . b —— 28,65 27,4 Metallgeselllchast...... . 6 28,25 28,25 Philipp Holzmonn..... Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . . . 8 31,5 — 32 31,5 . 7 . 7 42,5 44 _ _ — Watch & Freytag..... . 0 — — — Schultheis Papenhofer . . . Aku (Allgemeine Kunstseide) 15 _ 59,5 57 0 35,25 34 35,25 34 Bemberg......... 0 37 — 36,5 36 Zellstoss Woldhof..... 12 — — 30,5 28,5 Zellstoff Aschaffenburg . . . 6 — 29,5 Desfauer Ga« ... . 9 — — 79,75 78 Daimler Motoren . . . . C — — 10,25 9,5 Deutsche Linoleum . . . . 6 26,5 — 26 25,75 Orenslein & Koppel . . . . C — 22,25 21,9 Leonhard Tietz...... . t — — 52 Evensko ........ 16 _ 11 190,5 10,25 190 Cbade ....... 191 — Frankfurter Maschinen . . . . 0 14 13,75 Grlyner......... . c _ Mainkrastwerke Höchst a.M». . 6 __ sj Süddeutscher Zucker .... 91 SM Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 18. April 19. April Amtliche Jlotlerung Selb | Briet Amtliche Notierung Geld »riet Helsingfor» 7,343 49,95 7,357 7.343 7,357 Wien 50,05 49,45 50,55 Prag . . . Budapest . . 12,465 12,485 12,465 12,485 62,94 63.06 64,94 65,06 Sofia 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland 170,68 171,02 170,68 171,02 Oslo. 79,92 80,08 77,92 78,08 Kopenhagen 87,01 87,19 87,16 87,34 Stockholm 78,17 78,33 77,52 77,68 London. . Buenos Aires 15,90 15,94 15,95 15,99 1,048 1,052 1,048 1,052 Neu york 4.209 4,217 4,209 4,217 B rüffel. 59,01. 59,13 58,98 59,10 Italien . . 21,63 21,67 21,63 21,67 Paris . . 16,60 16,64 16,605 16.645 Schwei, 81,82 81,98 81,77 81,93 Spanien 32,67 32,73 33,27 33,33 Danzig 82,62 82,78 82,67 82.83 Japan . Rio de Jan.. 1,389 1,391 1,399 1,461 0,279 0,281 0,279 0.281 Jugoslawien. 7,423 7,437 7,423 7,437 Lissabon 14,49 14,51 14,54 14,56 Banknoten. Berlin, 18. April Geld SFIe? Amerikanische Note» ....... 4,20 4,22 Belgiiche Noten ........ 58,85 59,09 Dänische Noten ...... 86.83 87,17 Englisckie Noten .... 15.86 15.92 Französische Noten ..... 16,56 16,62 Holländische Noten . . . 170,31 170,99 Italienische Noten 21,76 21,84 Norwegische Noten 79,74 80,06 Deutsch-Oesterreich, * 100 Schllltua Rumänische Noten........ 2 49 2.51 Schwedische Noten........ 77,99 78,31 Schweizer Noten. ........ Spanische Noten. • ••••••<> Lngartsche Kot« ........ 81,64 3^63 y