Nr. 15 Erster Matt 182. Jahrgang Dienstag, 19. Januar 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle lHonats-Be$ng$prels: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Kentsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger »ietzeu. Postscheckkonto: $tanf1urt am Blain 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnuk »nd Verlag: vrLhl'fche UniversitSlr-vich- enö Steiwöruderei H. Lange in Sletzen. Schriftleitnng und Seschäftrftelle: SchnlNraffe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer di» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswürt, 10 Neichspfennig: für Reklameanzeigen von "70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Canqt; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Hitlers Antwort an den Reichskanzler. Warum die NSDAP. den Vorschlag Brünings ablehnte. München, 18. Ian. lEAB.) 3m Anschluß an die Verhandlungen der Reichsregierung wegen der Verlängerung der Amtszeit deS "Reichspräsidenten hat der Führer der RSDAP., Adolf Hitler, dem Reichskanzler eine Erklärung übergeben, die nunmehr veröffentlicht wird. Hitler erinnert zunächst an seine Besprechungen mit dem Reichskanzler. dem Reichsinnenminister und Staatssekretär Dr. Meißner, in welchen er seineVedenken gegen dieAbsichtder Verlängerung der Amtszeit deS Reichspräsidenten durchRechstags- befchluß vorgebracht habe, und erklärt, seinen "Bemühungen sei eS gelungen, einen Weg zu finden, der es ermöglicht haben würde, die Person deS Reichspräsidenten auS dem peinlichen Zusammenhang mit der bezeichneten Aktion zu bringen. Dr, Hitler, sei nicht in der Lage, die Aktion deS Reichskanzler- als möglich anzusehen sowohl vom rein verfassungsmäßigen Standpunkt als auch auf Grund einer politischen lieber- Prüfung. Er habe persönlich berechtigte Zweifel, daß eine parlamentarische Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten zulässig ist, wenn in der Verfassung ein wirkliches Fundament staatlichen Leben, erblickt werden soll. Sollte aber trotzdem die Auslegung, daß eine Zweidrittelmehrheit de» Reichstags entgegen den Bestimmungen der Reichsverfafsung einer Volksabstimmung gleichzusetzen fei, angenommen werden, dann müsse feines Erachtens zumindest eine selbstverständliche voraussehung erfüllt sein: Vie Zusommensehung de» Reichs- tag» müsse den augenblicklichen und wirklichen willen de» Volkes tatsächlich und erweisbar zum Ausdruck bringen. Alle sonst gegen eine Reuwahl angeführten Gründe innen» und außenpolitischer Ratur könnten niemals ein Freibrief zur Verletzung der Verfassung fein. Zu der Auffassung des Reichskanzlers, daß die schwierigen außenpolitischen Verhandlungen keine innerpoliti- fchen Wahlen vertrügen, bemerkt Hitler, daß das innerpolitische Regiment in Deutschland, dessen Gesamtverantwortlichkeit für die Lage des Reiches seit zwölf Jahren man nicht zu bestreiten vermöge, aus innerpolitischen Selbsterhaltungsgründen keine Wahlen brauchen könne, während umgekehrt aile außenpolitischen Erwägungen sie gebieterisch erforderten. Für künftige auhenpolilische Erfolge fei unvermeidliche voraussehung die innerpolitifche Ueberwindung der weltanschaulichen und parteilichen Zersehungr- arbeit, die mit dem November 1918 einst ihr Ziel erreicht und Deutschland dorthin getrieben habe, wo es sich heute befindet. Sollten Politiker in der endlich feslgcstcllten Zahlungsunfähigkeit Deutschland einen eminenten Erfolg einer klug ausgclcglen Politik erkennen können, dann bliebe höchstens d i e Slümperhastigkeit zu bemerken, die zwölf Jahre lang bedurfte, um qualvoll zu vollziehen, was geschicktere Menschen vielleicht schon in drei Jahren hätten demonstrieren tonnen. Ich zweifle keinen Augenblick, daß politische Tribute an der effektiven Zahlungsunfähigkeit, das heißt am tatsächlichen wirt- schastlichen Zusammenbruch der Ration scheitern können. Ich glaube aber nicht, daß eine solche durch Tatsachen erzwungene R i ch t e r f ü l - lang vorher unterschriebener Verträge ohne weiteres in einen gültigen Rechtszustand verwandelt wird, wenn nicht außer dem politischen Unvermögen des Schuldner» politische Zweckmäßigkeiten für den Gläubiger sichtbar werden. Daß Deutschland heule nicht mehr zahle n k a n n, ist kein politisches Verdienst irgendeiner Regierung, sondern eine durch eine unvergleichlich seh lerhasle politische Leitung herbeigesührle, mit unfaßbarem Leid und grauenhafter 71 o t verknüpfte Katastrophe. Die Tatsache, daß es gelingt, in 13 Jahren ein gesunde» Unternehmen vollständig zahlungsunfähig zu machen, ist keineswegs eine Garantie dafür, daß damit im 14. Jahr ein Wiederaufstieg beginnt, auf keinen Fall dann, wenn die Männer des Zusammenbruchs, statt mit ihm zu verschwinden, auch D i - rektoren de» Ausstieges sein möchten. Wenn heute eine Regierung die Wichtigkeit ihres Daseins in London begründe mit dem sonst drohenden Bolschewismus und in Paris mit dem ebenso schrecklichen Rationalismus, dann sei das für ihn als ebenfalls angezogencn Schrecken höchst ehrenvoll, für die deutsche Ration aber peinlich. Gr halte cs für unumgänglich notwendig, daß ein Regiment komme, dessen Existenz a u s e i g e - n e r Kraft seine Daseinsberechtigung schöpfe. Gr sehe daher in jedem Vorgang, der zur Ueberwindung des heutigenSystems führen k önne, einen außenpolitischen Gewinn Deutschlands. Gr sehe barin die einzige Möglichkeit, die deutsche Ration wieder vom Objekt des außenpolitischen Geschehen- zu einem wertvollen Mitglied der zivilisierten StaotSgemeinschast zu machen. Erst wenn Deutschland wieder etwa» zu bieten habe, werde man ihm etwa» geben. Die esfekIive Unmöglichkeit der Erfüllung bestimmter Verträge werde erst dann in einen vernünftigen Recht » zu - ft a n b verwandelt, wenn für bestimmte Mächte öle Freundschaft m i t Deutschland mehr Gewinn bringe, a I» da» Beharren aus Verträge, deren Ersülldar- keil sich al» praktisch unmöglich erwiesen habe. Somit sei die Frage der a u he n p o l i t i s ch e n Rehabilitierung Deutschland» letzten Endes eine Frage der moralischen Rehabilitierung de» Volke» im Innern und damit eine Frage der Ueberwindung eine» Systems, das in der Geschichte unzertrennlich verbunden fein werde mit der Periode der inneren und äußeren Entwertung unsere» Volkes. pari», 18. Jan. (WTL.) In einer sichtlich offiziösen Auslassung erklärt die Agentur hava» unter Hinweis aus die gegenwärtig zwischen den am Poung-Plan interessierten Mächten geführten diplomatischen Verhandlungen und insbesondere den heutigen Besuch de» deutschen Bolschasters bei Ministerpräsident Laval: wegen der Wahlen, die im Lause des Jahres in Frankreich, Deutschland und den vereinigten Staaten stattfinden sollen, verbreitet sich in den interessierten internationalen Kreisen immer mehr die Ansicht, daß man gegenwärtig unmöglich zu einer detaillierten endgültigen Lösung des Reparation »- und Kriegsschuldenpz/oblems gelangen kann. Man scheint jetzt in Parisund London darüber einig zu sein, für Deutschland das am 1. Juli 1932 ablaufende Hoover-Moratorium lediglich zu erneuern und unter gleichen Bedingungen für sechs Monate oder ein Jahr zu verlängern. Gleichzeitig würden die europäischen Schuldner der vereinigten Staaten, die Gläubigeransprüche an Deutschland haben, in einer gemeinsamen Erklärung für ihre London, 19. 3an. (WTD. Funkfpruch.) Die Pressemeldungen von heute früh betrachten es als wahrscheinlich, daß die Lausanner Konserenz hauptsächlich sich nur mit einer Verlängerung des Moratoriums für Deutschland befassen wird. Per- tinax berichtet im Daily Telegraph unter Hinweis auf die gemeldete Havasmeldung von heute nacht, es bleibe abzuwarten, ob die deutschen Minister mit einer s olchen Lösung einverstanden wären. Sollte die deutsche Regierung beabsichtigen, eigeneVor- s ch l ä g e zu unterbreiten, dann werde die Konferenz in Lausanne zusammentreten müssen. „M o r n i n g P o st" schreibt, die englisch- französischen Besprechungen in Paris seien bisher erfolglos England wünsche noch immer eine endgültige Regelung oder einen möglichst große« Fortschritt in dieser Richtung, während Frankreich ein Moratorium von zwei Jahren mit Rachprü- fung der Frage am Ende der Periode Vorschlägen würde. Macdonald werde wahrscheinlich nicht persönlich an der Konferenz teilnehmen, da sie voraussichtlich durch die Beschränkung ihres Programms viel von ihrer Bedeutung einbühen werde. — „Time s" erklärt, auf jeden Fall werde Sir John Simon am Samstag planmäßig a b r e i s e n. da die Tagung des Völkerbundsrats am gleichen Tage beginne. Im Tity°Teil der „limes" heißt es: Das Gefühl der Enttäuschung für den Fall, daß die Lausanner Konferenz vertagt werden sollte, wird wahrscheinlich bald verschwinden, da das Re parationspfoblem einer Lösung ständig näher kommt. „Morning Post" sagt in ihrem Finanzteil, die City nehme an, daß in einigen Monaten die Bedingungen für eine gründliche Prüfung des Reparations- und Schuldenproblems besser sein werden. Gleichzeitig herrsche natürlich roeaen der Lage in Deutschland e i n ige Unruhe. „News Chronicle" führt aus, es sei n i ch t r a t s a m , die französische oder die deutsche Regierung zu veranlaßen, sich in der Reparation»' Im übrigen fei cs aber auch noch eine Frage der Moral, ob es erträglich erscheine, jahrelang als Staatsseinde verfemt zu werden, um dann al- Menschen zweiter Klasse plötzlich mil dem Vorantritt bei einer Rettungsaktion beehrt zu werden, deren Wortführer anscheinend kein Gefühl für das berechtigte Erstaunen der also Bevorzugten besäßen. Auch aus dieser Empfindung heraus müsse er den Vorschlag ab lehnen. ®r behaupte nur nochmals, daß in diese Aktion zur Rettung des Systems der "Harne de - Reichspräsiden- ten einbezogen wurde, für den die Mitkämpfer des großen Krieges als den Generalfeldmarschall unserer Heere unveränderliche, ehrerbietige Dankbarkeit empfinden. Die Reichsregierung wird antworten. Berlin, 18. Jan. (IDIB.) Amtlich. Die von Herrn Adolf Hitler veröffentlichte „Denkschrift" ist dem Herrn Reichskanzler übermittelt worden. Die Reichsregierung wird nicht verfehlen, die darauf zu erteilende Antwort ebenfalls der Oeffenllidjfell bekanntzugeben. Rechnung von der amerikanischen Regierung al» Bedingung und während der Dauer des neuen Deutschland zu bewilligenden Moratoriums gleiche Behandlung fordern. Wenn die Verständigung auf biefer Grundlage zwischen den Unterzeichnern des poung-planes auf diplomatischem Wege erzielt werden kann, wird die Lausanner Konferenz vorläufig gegen st andslos werben, ba ber Kern bes Problem» nicht vor Ablauf bes Jahres von ben interessierten Regierungen erörtert werden wird. Unter diesen Umständen könnte eine Zusammenkunft von Finanzsachverständigen für die Ausarbeitung eines zwecks stillschweigender Verlängerung des lausenden Hoover-Moratoriums notwendigen Abkommens genügen. , • Rach einer Reuter-Meldung aus Washington läßt der französische Ministerpräsident Laval gegen- roärlig die Auffassung der verantwortlichen Kreise der vereinigten Staa- t e n über die Möglichkeit einer Verlängerung des Hoover-Moratoriums sondieren. frage vor ben Wahlen unwiderruflich festzu - lege n. Nach den Wahlen aber müsse eine jedermann verständliche europäische Politik zustande kommen, die das amerikanische Volk bei seinen eigenen Wahlen im November vor 2Iufl^n haben werde. Eine neue Mahnung MffoliniS. Tie Lage fordert den Mut der Besten der Nation. London, 17. Ian. (WTB) Mussolini schreibt im .Sunday Dispatch: Die Weltkrise hat den Punkt erreicht, wo sie die raschesten und wirksamsten Heilmittel erfordert. Halbe Maßnahmen haben keinen Zweck mehr. Die Lage verlangt die Energie, den Weitblick, den Mut und die Intelligenz d e r D e st e n . die jede Ration geben kann. Im Welthandel befinden wir unS in einer Zwangsjacke. Seit mehreren Monaten steht die Welt in einem wirtschaftlichen Kriegszustände Richt rn:hr lange, und dieser Zustand wirtschaftlichen Kriege- wird in Europa und in der Welt allgemein fein. Der römische Korrespondent des .Observer" schreibt: In der italienischen Hauptstadt bestehen ernste Besorgnisse wegen der europäisch e n 2 ag e in der nahen Zukunft, wenn die augenblickliche Krisis während dieses Jahres sort- bauert. In Rom ist man der Ansicht, daß d i e Völker Europas keinen Arbeitslosenwinter mehr hinnehmen und seine Rot fo ruhig ertragen werden, wie sie sie in diesem Winter erduldet haben. Diese Defürchtun- gen werden eines der Argumente Italiens f ü r Streichung derSchulden bilden, wenn die Lausanner Konferenz zusammentritt. Die italienische presse fordert radikale Streichung. Rom. 18. Ian. iWTD.s Die römische Presse unterstreicht heute wieder die Rotwendigkeit einer radikalen Lösung des ReparationSproblemes. T e - Frankreich schkäak Verlängerung des Svovmnoraloriiuns ohne Kvnserenz vor. Keine Entscheidung vor den Wahlen. - Der deutsche Botschafter spricht mit Laval. Die Auffassung in England. London kommt den französischen Wünschen entgegen. - Optimistische Stimmung. verc meint, man müsse endlich aus der Krie gSpsychose heraus . unter der mehr oder weniger noch alle leiden. Wie die berüchtigten KriegSverbrecherlisten in den Papierkorb gewandert seien, so müsse auch mit dem Widersinn der verhängniSvollenSchul- denverrechnung Schluß gemacht werden. — T r i b u n a erklärt, man könne auS dem wirtfchastlichen und finanziellen Zustand der Gegenwart nicht herauskommen ohne dieStrei- chung der unsinnigen Kriegsschulden und Reparationen. Die italienische These wolle endlich Schluß machen mit den diplomatischen Rachkriegsmethoden. Da- Problem gehe nicht mehr darum, ob. wann, wie der Boung- plan oder ein kurzlebiger neuer Reparation-plan ausgestellt werden soll: das Problem lautet ganz einfach auf Streichung der Schulden und Reparationen. Die Landtagswahlen in Preußen. Parlamentarische Vorbesprechungen. Berlin, 18. Ian. (ERB.) Wie wir au- parlamentarischen Kreisen erfahren, findet morgen eine Besprechung zwischen den Vertretern der Regierungsparteien und Mitgliedern des preußischen Kabinett- über den Termin der Wah- l e n und die Durchführung der letzten Rotverordnung bezüglich der Aenderung des Wahlquotienten statt. Bekanntlich sah die Rotverordnung vor, daß in Zukunft aus 60 000 Stimmen ein Mandat entfällt gegen bisher auf 40 000. Die bisherigen Verhandlungen haben ergeben, daß die Regierungsparteien bereit sind, sich auf einen Wahl- quotienten von 50 000 Stimmen zu einigen. AlS W a h 11 e r m i n hält man innerhalb der Regierungsparteien den 8. M a i am geeignetsten. DaS preußische Kabinett hat sich bisher mit dieser Frage noch nicht besaßt: aber eS wird wohl, soweit wir unterrichtet sind, dem 8. Mai als Termin zustimmen. Das Haushaltsdefizit. Die Parteien gegen neue Steuern. Berlin, 18. Ian. (VDZ.) Der interfraktionelle Ausschuß der preußischen Regierungsparteien hat in Gegenwart des Staatssekretär- Weißmann sowie des Innenminister- Severing und des Finanzministers Klepper über die Schwierigkeiten des Ausgleiches des preußischen Haushaltsplanes für 1932 beraten. Von einer Beschlußfassung mußte abgesehen werden, weil die Verhandlungen mit dem Reich noch nicht abgeschlossen sind. Einmütig wurde von den Regierungsparteien die Einführung einer neuen Steuer im gegenwärtigen Augenblick a 6 ge l e b n t, andererseits aber von ihnen wie von der Regierung die Rotwendigkeit unterstrichen, einen ausgeglichenen Haushaltsplan zur parlamentarischen Erledigung vorzulegen. Der Landtag wird sich auf Anfang Februar vertagen in der Hoffnung, zu diesem Zeitpunkt den preußischen Etat behandeln zu können. In preußischen Regierung-kreisen hofft man, den über 100 M illionen hinaus- gehenden Fehlbetrag am Etat für 1932, also 67 Millionen, die sogenannte Spitze des Defizits, durch weitere Abstriche und Korrekturen an den Schätzungen der Steuereinnahmen ausgleichen zu können. Dagegen sehle bisher noch jeder konkrete Plan für die Abdeckung des GrundbetragS deS Defizit- von 100 Millionen Mark. Die Idee, eine Schlacht st euer in Preußen einzuführen, stößt in Kreisen der Regierungsparteien auf erheblichen Widerstand. In parlamentarischen Kreisen wird das Gerücht verbreitet, daß eventuell mit einer ReichSsleischsteuer zu rechnen sei. Hierzu wird dem Rachrichtenbureau des VDZ. im Reichsfinanzministerium gesagt, daß von einer derartigen Absicht der Reich-regierung keine Rede sein könne. Reichskanzler Brüning habe dem preußischen Finanzminister Klepper ausdrücklich gesagt, daß neue Steuern vom Reich aus nicht eingeführt werden sollten. Die Volkspartei und Brüning. Lcharfe Hentrumskritik an den Angriffen Schlenkers. Hamm L W., 19. Ian. tERB.) Auf einer Tagung ber Westfälischen Zentrumspartei kam der Vizepräsident des Reichstages, Esser, auch aus die Angriffe Dr. Schlenkers auf der Düsseldorfer Kundgebung der DVP. zu sprechen, die er al- Torpedierungsversuch gegenüber der Stellung des Reichskabinetts und des Reichskanzlers schark zurückwies. In der gegenwärtigen Stunde, in der sich Dr. Brüning anschicke, mit Festigkeit Deutschlands Forderungen zu vertreten, stellten diese maßlosen Angriffe gegen die Stellung des Reichskanzlers als Llnterhändler auf der Lausanner Konferenz einen Dolchstoß gegen da- Reichskabinett dar. Sie müßten auf das Aus land geradezu verhängnisvoll wirken. In dieser Lage erkläre er, daß daS Zentrum geschlossen hinter Dr. Brüning stehe und die Poli- ttk des Reichskanzler- stütze. Im Hinblick aus die Lausanner Konferenz spreche eS dem Kanzler da- stärkste Vertrauen aus Die Form, den Reichspräsidenten vom Reichskanzler zu trennen, wie ei auf der Düsseldorfer Tagung der DVP. geschehen sei, weise man mit Entrüstung zurück. — Die Tagung begleitete diese Erklärungen mit stürmischem Aus aller Welt men b e ( es 2Hif Ausnahme von zwölf Säuglingen, deren -Lod nicht im Zusammenhang mit der JüHc- Pan0, und von 42 Säuglingen, die keine Schädigungen erlitten haben. falle für olle Rinöef, die gefütlert worden sind und dar- aus erkrankten oder starben. D r. Al lstaedl ordnung ab gilt das im achten Teil Kapitel 2 der vierten Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von wirtschaft und Finanzen und zum Schuhe des inneren Friedens vom 8. Dezember 1931 ausgesprochene verbot des Tragens von Abzeichen nicht mehr für Radeln. Rosetten und ähnliche kleinere Abzeichen in der Form und Gröhe, wie sie bisher bei poltlischen Vereinigungen üblicherweise ge t r a g c n wurden. AußewrdentlicheZollmaßnahmen (Smc Verordnung des Reichspräsidenten. r-?Erlin 19.3an. (WTB. Funkspruch.) Amtlich Auf Grund des Artikels 48 Absatz 2 der Reichsverfassung wird folgendes verordnet: Die Reichsregierung wird ermächtigt, im Falle I eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses 1 ^isall und nahm eine Dertrauenskundgebung für ven Reichskanzler an, die AuSsühnmgen Dr. Schlenkers mit Entrüstung zurückweist und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß dem Reichskanzler auf der Lausanner Konferenz ein Erfolg beschie- den sein möge, der den wirtschaftlichen und nationalen Interessen Deutschlands entspreche. Die Oeutschnationalen. Forderungen für die auhenpolilischen Konferenzen. Kassel. 18. Ian. (ERB.) Hier hielt der Vorsitzende der deutschnationalen Reichstagsfraktion Dr. Oberfohren eine Ansprache, in der er u. a. zur außenpolitischen Loge ausführte, daß es mit dem Worte des Reichskanzlers. Deutschland könne keine Tribute mehr zahlen, allein nicht getan sei. Das Wort müsse dadurch ergänzt werden: Wir wollen keine Tribute mehr zahlen, wir haben es auch nicht mehr nötig, denn was in der Lansing-Rote von 1918 gefordert Morden ist, hat D e u t s ch l a n d r c st l o s erfüllt: ja nach der rechtlichen und sachlichen Seite hätte Deutschland sogar das Recht, von Frankreich nicht unerhebliche Beträge zurückzuverlangen. Deutschland müsse auf die Teilnahme an der Abrüstungskonferenz verzichten, weil die mahgcbliche Forderung: Gewährung von Wehrfreiheit und Wehr- gleichhcit von der Abrüstungskonferenz nie erfüllt werden würde. Die Kriegsschuld- lüge müsse in öffentlicher Form widerrufen werden. Deutschland hat erfüllt. Tie Freien Gewerkschaften fordern das Ende der Tribute. Mark durch Versicherung gedeckt seien. Ein v.e größerer Schaden erwachse dem Zirkus aus öcr Tatsache, daßdieoerbranntenKostüme und Requls.ten nicht so schnell ersetzt werden konnten. Auch die bei Sarrasani engagierten Art.sten.hatten ihre gesamten Kostüme eingebüßt. Leider sei zu befurchten, daß w e i t e r e s e ch s E I e- f a n t e n ihren Brandverletzungen erliegen würden, so daß man insgesamt acht dieser kostbaren Tiere ihr Leben eingebußt hätten. Brand in einer Tier Handlung. In Hamburg brach in einer Tierhand- lung Feuer aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand eine große Anzahl von Tierkäfige n in Flammen. Diele Tiere waren bereits tot Die Feuerwehr mußte mehrere Giftschlangen, die durch den Brand aus ihren Terrarien befreit worden waren, töten, da die Löscharbci- ten durch sie gefährdet waren. Der Brand ist vermutlich durch eine Petroleumlampe ent ft an- den, die zur Erwärmung unter einem Schlangenbehälter angebracht war. Der Inhaber der Tierhandlung hat durch diesen Brand einen schwe- ren Verlust erlitten, der um so verhängnisvoller Jn cr kurz vorher wegen Differenzen mit dem Versicherer seine Versicherung aufgekündigt hatte die nunmehr wenige Stunden vor Ausbruch des I Vrandes abgelaufen war. ... Die Trauerfeier — _ für die verstorbene Königin-Mutter Sophie. r Sonntagabend fand auf Schloß Fried- r c ch s ho f bei Cronberg i. T. die Trauerfeier für die in Frankfurt verstorbene Königin-Mutter Sophie vonGriechenland statt. Als Vertreter des ehemaligen Kaisers nahm Prinz ™1 * Friedrich an der Trauerfeier teil I Zuch der ehemalige Kronprinz Wilhelmnebst ® b)ar erschienen. Reb-m der gesamten griechischen KonigSfamilie nahmen auch die übri- L^^.^wandten der Verstorbenen, u. a. ihre Landgräfin von Hessen M Droh Herzogspaar von Hessen und Dr°un,chw°ig?n b't 5e"c? teil. Die Leiche war tn der Vorhalle des Schlosses .^aem Baldachin aufgebahrt. Unter den zahlreichen Kränzen befand sich ein großer Lor- oeerfrartä &e« ehemaligen Kaisers. Die Einsea- welche erfolgte nach g r iechi sch . or- a emRitus durch den gricchischen Geist- ous München unter Assistenz des fl schen Archenchors in Wiesbaden unter Lei- ^'^ael Theokritoff. Das Schluhgebet 3m ^2l?fdiruRan9Crif^ Ältliche von Cronberg „w Anschluß an die Trauerfeier erfolgte die Ueberfuhrung der Leiche nach Flo^ fne • um an der Seite de?Königs Konstantin gckst ?u°Än8rie*ito-or,6Dt,D”' b°i. MMLLSL or2r J öie durch Verfehlungen sein nmnfc toir,? weiterhin die Einfüh- ©bihe^rnn^if^9crcr -Zelt von den anwaltlichen riA?^^9»t fQhDn^ borgeschlagenen, dieMög- " Amtsenthebung schaffen- Urschriften zur Rechtsanwaltordnung gefor- dert. die feit angcm als Gesetzentwurf von den fertiggestellt sind, aber auf par- bisher nicht verabschiedet werden konnten. Ihre Einführung wird wegen drohenden Gefahren im Wege der Rot Verordnung verlangt. Zwei Tote auf Karsten-Zentrum geborgen. Q3on den sieben Verschütteten auf der Karsten- 3cntcumgru&e find nunmehr nach härtester Ar- beit zwei Bergleute tot geborgen w°k' den. Einer wurde in den späten Abendstunden i des Samstags, der andere am 16-r^C f^'üelegt. Rach dem Befund der iS L °lan« toerbcn unermüdlich fortgesetz doch iC™"6 -°b-d ÄÄS Berlin 19. Ian. (TU.) Theodor L e i p a r t, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes veröffentlicht in den Presseberichten des internationalen Gewerkschaftsbundes einen Aufsatz über öie Stellung der deutschen Gewerkschaften zur Reparationsfrage. Leipart führt u. a. aus, daß die Forderung deufscherTributzahlun- gen nicht mehr berechtigt sei. Er schreibt u. a., die Kosten der W iederaufbauarbeit seien durch die von Deutschland abgelieferten Milliardenwerte bereits gedeckt. Damit sei dem Recht auf Reparationen ohne Zweifel Genüge getan. Deutschland habe die Verträge voll erfüllt. Zur Zeit sei es von /einen Verpflichtungen entbunden, nicht auf eigenen Antrag, fon- &em infolge Anregung des amerikanischen Präsidenten. Leipart erklärt dann weiter, dah ihm der Zeit punkt zur endgültigen Liquidation der Reparationszahlungen gekommen scheine. Ferner tritt er der Meinung entgegen, daß Deutschland an seiner Zahlungsunfähigkeit selbst schuld c$ wit den Auslandan eihen verschwenderisch umgegangen sei. Aus einer Aufstellung i.ber ben Zufluß und die Verwendung von Devisen in Deutschland in den Jahren 1924 bis 1930 weist er nach, daß in dieser Zeit die 10,3 Milliarden , an baren Reparationsleistungen ohne Sachliefe- rungen nur durch die A u s l a n d a n le i - Yen gezahlt werden konnten. Man könne sich auch nicht gegen den Standpunkt wenden daß ^.??^^^^uslandschulden ein iSn bOtf denTributen h b n rnüß. r tu nP ansallenden Devisen der Ausland- Sir hü* Siegerstaaten zugeflossen, ^bl^ßlich betont Leipart. daßdieDorauS- f bc8 Voungplanes nicht er- LrAnV f?lcnc:. ^ie unmittelbaren und mif- telbarenTributglaubiger hätten vie'm hrD u sch- lands Aussuhrmoglichkeitcn aufs Empfindlichste eingeschränkt. Leipart schließt: Deutschland ha tseine Verpflichtungen erfüllt I Rutsche Arbeiterschaft erwartet, daß die Di^V^^^e" das Weiche tun werden. Welt leidet unter der Fortsetzung des Welt- ilt hr-Atoirt^a^n?en Waffen. Das Elend 2Dcr däk den Zirkus Sarrasani angesleckl? 9-Ärum‘ L Sein- über !>°S bisheriae Ergebnis der Uns« uchus° »!!? ben wirklichen Schaden abzuaeben Dip o9 .unb flajtfpiel in Lüttich vorausgkgangenen beutle nh' t?hb9^Un9en Unb die ^InfünbÄ1 be5' Äffen",6 innKLXlÄVlne 2«Hung wohl als erwiesen angenom. lassssi °°°°°° MifMÄÄ nbur\'5eiooUO die Schuld zur Last, da er ihre kör- perverlehung bzw. ihren Tod ver- ursachl Hal. Lin Verschulden des Angeklagten im strafrechtlichen Sinne liegt vor. Das Verschulden des Angeklagten ist ungeheuer schwer. Ls ist ein versagen von nie dagewesener ^rt. Der Angeklagte hat gehandelt wie ein Kapitän, der ein Schiff führt, das ausgerüstet ist mit den besten wünschen, aber dessen Flagge der Ehrgeiz war und das beladen war mit großem Risiko und keine Rettungsboote führte, weil der Kapitän die lleberzeugung hatte, dieses Schiff könne nicht untergehen. Eine hohe Strafe ist am Platze. Als Mensch steht der Angeklagte unangefochten da. Er hat in gutem Glauben gehandelt und das Beste gewollt. Die größte Tragik wird für den Angeklagten aber darin liegen, daß auch eine Strafe und deren eventuelle Verbüßung ein Vergessen für ihn nicht bringen wird. Sein Name wird in der Geschichte der Medizin mit dem Blut des Todes von Lübeck belastet fein. Es wird die es Unglück em furchtbares Menetekel in der Geschichte der Medizin bleiben. ’ ’ Das Plädoyer gegen Professor Oeycke. Dann plädierte Oberstaatsanwalt Dr. Linau gegen Prof. Dr. Deycke. Cr sagte: Irn La- b°r°t°rmm l,°gi der Schlüssel zu dem ganzen Geschehen. Es kommt hier darauf an, ob in Lübeck eine Virulenzsteigerung oder eine Verwechslung ober eine Verunreinigung erfolgt ist. Rach den Gutachten von Prof. Dr. Ludwig Lange, Dr. i no4 ßaÄ "ud Dr. Hahn ist mit einer un- I bedingten Sicherheit anzunehmen, dah eine Verwechselung des DCG. mit dem Kieler Stamm borliegt. Wer ist aber für diese Verwechselung verantwortlich? Ich muß Herrn Prof. Dr. Deycke diese Schuld zuschieben, nicht, 6X11 _.€r es selbst getan hat, oder weil ich das annehme. Das liegt mir völlig fern: aber weil bei Einrichtung eines Speziallaboratoriums diese Verwechselung LT-^Jt w°rden wäre. Fahrlässigkeit sehe ich auch in der Unterlassung des Lier - P^luches Wäre im Rovember ein umfaffen- -ZP^ocht worden, so hätte man das ganze ilnglud vermeiden können. Man muh « Ä^Wung kommen, daß es sich um eme Fahrlässigkeit handelt, begangen durch eine Unterlassung. Ein ursächlicher Zusam- bpm^V9*3?1^" dieser Fahrlässigkeit und taJtVsfc' bei ben Sin- 1. bet der Einfuhr von Waren, die aus Lände r n stammen, deren Währung unter die Goldparität gesunken ist. für einzelne Waren oder Warengruppen Ausgleichzuschläge zu erheben. 2. für Waren, die aus einem Lande stammen, mit welchem das deutsche Reich nicht in °'..uem handelst) erträglichen Verhältnis steht, oder welches die deutschenWarenungunstiger be - handeltalsdieWareneinesdrit- ten Landes, erhöhte Zollsä ? feft- zusehen. Von der Erhebung der ->r,tcn 3oLIfaöe kann bis zur Dauer von " '.nenü feqjö Monaten Abstand genommen Werben wenn mit diesem Lande Handelsvertragsverhandlungen schweben oder bevorstehen Die Reichsregieruna kann bei einzelnen Waren von der Erhöhung der Zollsätze ganz oder teilweise absehen. Der Adlerschild für Geheimrat Gering. H Der Herr R e i ch s p r ä s i d e n t hat dem Uni« Geheimrat Dr. Max Seri n a Pulahl-ch der Vollendung fein es 75 Le^ ^^t^bres den Adlerschild des Reichs ver- ÄtanbeS 6CUn8 mit ,0‘9Cnbcm «°"d- -Sehr geehrter Herr Geheimrat! Zur Vollm^mg Ihres 75. Lebensjahres spreche &3Lne-‘l im,aiQmen des Reichs und auch persön- I w^ne herzlichsten Glückwünsche aus. In langer, unermüdlicher Arbeit als Forscher Lehrer und Berater und in zahlreichen t grundlegender Dedeuzunq, haben toiffen ^6rf;nbct Stelle Del Ag?ar- neue Wege gewiesen Ovalle Mitarbeit an wichtigen Maßnahmen und Gesehen zur Förderung ^"Landwirtschaft und des Sied? fü?9^ ?? wütiger Vorkämpfer °ie Erhaltung, Stärkung und Mehrung bodenständigen deutschen tretet CfüP h“ m & Unb durch Ihr mannhaftes Cin- die unveräußerlichen Lebensrechte des deutschen Volkes haben Sie sich bleibende Verdienste erworben. DCnoe J?cfo^ercn Anerkennung und dem Dank druck^ eß verleihe ich dadurch Ausdruck, daß ich Ihnen die höchste Ebru na ^r\nnC’or?rle ätsche Reich zu Ergeben ^at'nJ>ncn Adler-Schild mit der Widmung: 9 wd? L 6c»-n9< dem Führer der Agrarwisfen- emÄ'ms/^ ÄUnb€t Unb ^rderer deutschen Dau- . Mit den besten Grüßen und Wünschen für 'Yhr toeitereä Wirken und Schaffen im ^ienüp nan SoIMtum uni, s.aa. Jh° kh?7L°L (Eez.) v. Hindenburg." Gegen die UeberfüUung des Anwallsberufs & b®Mit~ m - dn! S 5^ 'drer Kenntnis fehle, beweise Cl"c "°ch d°r öie meitaus g r' ö ß Die Plädoyers im Lübecker TubeMloseprozeß Die Staatsanwaltschast zur Schuldfrage im Kalle Allstaedl. Die Arbeit des preiskommiffars. Fortschritte in der Senkunq der Werktarifc 18-tPan- (ERB. Amtlich.) Der tii \ ^un/^ch^h^^^^ VeV 4 u h handel. In der laufenden Woche werden sich daran weitere Preissenkunas- verhandungen mit den Brauereien und dem Gastwirtsgewerbe, der Farben-2^ C’ den PrivattelephongeseU - unb Umn ® unöc, x® ü n 9 e m i 11 e I f a9b r i f e n aftdroschkengewerbe an- ^/den. Auch mit den Gewerkschaften sind - das ausfirömtnbe Gas h?ir*eih- Anblick zur Entzündung brachte als öurd| bu Plötzliche Türsprengung Luft hinzu. Ein elfjähriger Försterjunge schießt einen Einbrecher nieder. 3n das Forsthaus bei M u 1 f ch e i d Kreis Adenau, drang am Samstagabend Tin fch'war- vermummter Mann ein, als nur ?wei dfiäh?inJr'cte n dreizehnjähriges Mädchen unb ein ?unv9e anwesend waren. Die vermummte Gesta t gab den erschreckten Kindern ander Teufel zu ein und forderte m \ M L?7ukb^L"Nr'fÄ^u^-> händig.- ihm der Junge mit einem Gewehr in £rnm> Unb w's ihn. Tödlich getroffen sank die Verhältnisse im Forsthaus genau Bescheidwuhte^ Erft heute Mitteilung einer schweren Lisenbahnkalaftrophe bei Moskau b-L?7m°LLg"S'W-x- Zusammenstoßes von zwei Vor^tu-i^9 san-Eifenbahn der siZ aÄ* in der Rahe der etwa 20 Kilometer östlich -wA2 NrfÄCnC" etatiDn K°Mn° ereignet btelen Lagen waren von Moskau Atoei tn einem Abstand von wenigs Nnu^ab 9- Olt XeOtomotibe geworfen hatte, ßübed^ 18. Ian. (WTD.) Im Lübecker Tu- berkulose^Prozeb begannen die Plädoyers der Staatsanwälte. Staatsanwalt Freiherr v. Beust begann mit seinem Plädoyer gegen Dr. Alt - Jtabt. Der Staatsanwalt zitierte eine große -Kotbe von warnenden Stimmen gegen die An- tocnöung des Calmette-Derfahrens, die schon 1919 Vorlagen. Es sei eine ganz eigenartige Argumentation, wenn Dr. Altstädt im Prozeß gesagt habe, das seien nur wenige Stimmen getanen, die kein namhaftes Gewicht hätten. Die rfPi “hl9 Öor8 ^etchsgesundhei tsam- te8 sei dem Angeklagten bekannt gewesen, er habe aber nicht bic abwartende Haltung eingenommen die man von dorther empfohlen habe Die Staatsanwaltschaft sieht als ^1 r s a ch e d e s Unglückes nicht eine Virulenzsteigerung an furchtbaren n" ?*aö öic Ursache dieses furchtbaren Unglücks in einer Verunreini- g u n 9 ober Verwechselung ber BCG-Kul- Stamm humaner Bazillen m U?-Crr ®lc Aufklärung der Bevölkerung war völlig unzulänglich. Ihr sei nicht qefaal toorben, daß es sich bei dem BCG. um lebende CBot aIIcm wäre es unbe- unb9tinn°»rUGnÖQ- diesen daß man alle Aerzte, I VJ1?, m erster Linie den Landeskinderarzt Prof Äa3gtcb°n i>£r ®in,ä6cun9 d°- Sollen,ng Dr. Altstaedt hätte andere Experten fragen müssen fcn herfunkbi9te sich Nicht ebenso w?e 'Dr.' Jr.Q ' °°rher 'n Paris? Die Einrichtung eines 'llaboratoriums war unbedingt er- forderlich. Tierversuche sind nicht gemacht wor- Su?rech!" ®t,aa‘5.anroaI/|d)oft halte den Standpunkt hä fpn,;rfn?n ^'^o^suchr unter allen Umstanden hatten erfolgen mu sen, unb zwar vor Beginn "Leibst wenn man von ber Un' "Erzeugt war. Dr. Aeltstaedt Ä b 9- bafur' u"b er lei dafür verantwort- hd), roe l er ein neues Verfahren zum ersten Male U hfi* 2 pn hrÖ*ICm UmJan9e einführte. Eine rin* ** .'s? eBeobach tung der gefütterten Säua. lmge hatte unbedingt erfolgen müssen. Dr. Altstaedt föhn.™" ff?Cn Fütterungen vor der offiziellen Ein. Q wirsen Menschenversudisfällen, unter allen nJ" nachgehen müssen. Zn allen diesen vier ?PA 9rnn»Hfltt eme ®*“en5, und Verstandesschuld ernpHpn npaf9tcrt DOx ^tte Dr. Altstaedt andere fnlhpr!cnt 9e^-°9t >.unb ein Speziallaboratorium ge. mmben 1 "°9 9Q"»e Unglück oermieben Da» Zugpersonal sorgte jedoch nicht für War- nuna-signale. so daß der folgende Zug mit einer Geschwindigkeit von 70 Kilometer indenerften Zug hineinfuhr. 3m selben Augenblick kam aus dem -weiten Gleis eineR eservemaschine in der Richtung Mo-kau an, die i n d e n T r ü m - merhaufen hineinfuhr. Ein sich dem Ort des Zusammenstoßes nähernder vierter Zug konnte noch rechtzeitig angehalten werden. Die Katastrophe kostete 68 Personen da» Lebe n, 128 wurden mehr oder minder schwer verletzt. 3n dem Prozeß sollen elf an dem Unglück schuldtragende Personen zur Verantwortung gezogen werden. Heber da» Unglück wurde bisher der Gepslogenheit der Sowjet» entsprechend keine Mitteilung au-gegeben. Die anarchistische Bewegung in Spanien. Reue Ausschreitungen und Airchenbrände. Madrid. 18. 3an. (DU.) 3n der Stadt Valencia und in drei Dörfern der gleichnamigen Provinz versuchten Anarchisten und Kommunisten, den Generalstreik ai.Szurufen. Sein Ausbruch konnte noch rechtzeit.g von der Polizei verhindert werden. Trotzdem gelang eS den Revolutionären, mehrere Kirchen in Drand zu steck en, Bomben zu werfen und größeren Sachschaden onzurichten. Rur da» rasche Eingreifen der Feuerwehren und die Hilfsbereitschaft de» größten Teile» der Einwohner ermöglichte e», die Kirchen vor der völligen Vernichtung zu bewahren. Auch in Sagunto kam c» zu anarchistischen Ausschreitungen, wobei 50 bewaffnete Arbeitslose einen Doppelposten der Zolltruppen Übedielen und niederschlugen, während andere Revolutionäre die Telephon- und Tele- graphenlettungen durchschnitten und einen Bombenanschlag aus die Kaserne der Guardia Eivil versuchten. Die Anarchisten verteilten Flugblätter, in denen zur Entwassnung der Guardia Eivil, zum Kloster- und Kirchen- sturm und aut Ermordung aller Geistlichen und OrdenSmitglieder ausgefordert wird. — Weitere Unruhen werden aus der Umgegend von Bilbao (Provinz Dizcaya) berichtet, wo die streikenden Arbeiter die Kirche des Dorfes Santurce tn Brand gesteckt haben. In Bilbao dauert her Generalstreik an. Da auch die Bäcker streiken, fehlt es an Brot. Die Polizei und Militär mußte mehrfach eingrciscn. Schon vorgestern waren in Bilbao während einer politifcben Versammlung vier Personen erschossen und viele verletzt worden. In der Nähe von Bilbao wurde eine Kirche von linksradikalen Elementen in Brand gesteckt. Die Kirche wurde durch das Feuer vollkommen zerstört. Aus Oer provinzialhaupistadt. Gießen, den 19. 3anuar 1931. Tarifabbau'Antrag an die Stadtverwaltung. Die Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte des Gießener Stadtrats hat unter dem 15 Januar folgenden Antrag an die Stadtverwaltung gerichtet: „Die Fraktion der ^lrbeitsgemeinfchaft der Mitte beantragt bei der Verwaltung: Der Oberbürgermeister wolle sofort veranlassen, daß der Finanzausschuß sich raschm östlichst mit dem Abbau resp Ermäßigung der städtischen Tarife befassen möge, und zwar dergestalt, daß ab 1. Februar eine 1 0 p r o • zentige Se.nkung a) des Gaspreises, b) des Strompreises für Licht und Kraft, c) des Wassergeldes eintreten soll. Gleichzeitig sollen Vorschläge für eine Verbilligung des Straßenbahntariss, Haupt- sächlich für die kurzen Strecken, gemacht werden. Begründung: Durch die Vierte Rotverordnung soll analog dem verringerten Einkommen der Gesamtbevölkerung eine weitere Verbilligung der Lebenshaltung des Einzelnen ermöglicht werden. Ein Erfolg kann aber nur dann erreicht werden, wenn auch eine wirksame Ermäßigung der Tarife für Gas. Wasser und Elektrizität damit Hand in Hand geht, zumal bei jedem Pro- dukiionSprozeß die Höhe der Kosten dieser drei Faktoren eine wesentliche Rolle spielt. Es soll »um Schluß noch daraus hingewiesen werden, daß auch hier, wie überall, die ® e f a m t b e - volkerung immer dringlicher einen Abbau der zu hohen Tarifpreise fordert. Die Fraktion behält sich geeignete Vorschläge zur teilweisen Deckung der entstehenden Ausfälle vor. Die Fraktion der Arbeitsgemeinschast der Mitte: 3. A: W.Horn." Dorniers neuester Flugzeugriese. \ i 1 ? Die neueste Konstruktion der Dornier-Werke in Friedrichshafen. daS Landslugzeug „Do K“, wurde auf dem Stuttgarter Flugplatz in Böblingen den Behörden und der Preise vorgesührt. „Do K“ ist ein außerordentlich schnelle», starke- Derkehrsslug- zeug, daS mit feinen vier Motoren — zu beiden Seiten des Rumpfes je zwei — eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 200 Kilometer in der Stunde entwickelt ES ist 16,6 Meter lang. 25 Meter breit und 4.5 Meter hoch. DaS Abflugsgewicht beträgt 6200 Kilogramm 3n der Kabine Haden zehn Personen Platz. Die Sicherheit in der Lust, die Geschwindigkeit und die Wirtschaftlichkeit zu steigern, war der leitende Gedanke beim Dau deS Flugzeuges Mit einer Reisegeschwindigkeit von 200 Kilometer werden alle heute im deutschen Lustverkehr befindlichen Flugzeuge g.mz erhebüch übertroffen. 3nfolge der angewandten KonstruktionS- prinzipien kann das Flugzeug weit billiger gclieefrt werden alS die anderen heute verwendeten mehrmotorigen deutschen Landslugzeuge. Erweiterung der Steuer-Erlasse für die Landwirtschaft. Der hessische Finanzminister hat neuerdings an das Landesfinanzamt Darmstadt ein Schreiben gerichtet, wonach der Notlage der hessischen Landwirtschaft von Amts wegen nicht nur wegen der Ernteschäden, sondern auch aus anderen Gründen durch-eine Ermäßigung der staat- lichen Grundsteuer für 19 31 Rechnung getragen werden kann. Die in Betracht kommenden Gemeinden werden von den Finanzämtern im Benehmen mit den Landwirtschaft sämtern ausgewählt. Für die früher bekanntgemachte und für die jetzige Notstandsaktion kommen zusammen etwa 450 Gemeinden in Betracht Die Stundungen im August und September hatten sich nur auf etwa 300 Ge- meinden erstreckt Mithin ist eine erhebliche Erweiterung der Steuererlässe erfolgt. Gictzcner Wochcnntarktprcisc. 'Gießen, 19.3an. Heutige Wochenmarktpreise. Butter 100 bis 110Ps. lKochbutter von SOPs.an), Matte 25 bis 30, Käse (10 Stück) 50 bis 120, Wirsing 8 bis 12 (pro Zentner 7 bis 8 Mk). Weißkraut 7 bis 8 (pro Zentner 4 bis 5 Mk ), Rotkraut 8 bis 12 (pro Zentner 7 bis 8 Mk ), Kartoffeln 4 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk ), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, llntcrfoblrabi 5 bis 6, Grünkohl 8 bis 10, Rosenkohl 15 bis 20, Feldsalat 60 bis 80, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Dörrobst 30 bis 35, Aepsel 8 bis 10, Birnen 8 bis 10, Rüsse 35 bis 40. Honig 40 bi» 50, Enten 80 bis 100, Gänse 90 bis 100, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 80 bis 90 Pfennig pro Pfund. Tauben 50 bis 60, Eier 11, Blumenkohl 30 bis 90. Endivien 10 bis 15, Salat 20 bis 25, Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bl« 15, Öberkohlrabi 8 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pf. pro Stück. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater Gießen .Hanneles Himmelfahrt", 20 bis 22 Ubr. Iungdeutsche Bewegung, 20.30 Llhr, Hotel Kohler. Staatsbürger-Abend. — Kaufrn Verein, Ortsgewcrbeverein, 20 ilbr, Reue Aulc» Froher Abend: Hans Sachs bis Ringel- nah. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. »Berge in Flammen". •• Zur Verzinsung von Steuervorauszahlungen. 3n den von dem Wirtschaftsprüfer und Steuershndikus Herrn. Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" Rr. 2 lesen wir: Vorauszahlungen sind nach der Rechtsprechung des ReichsstnanzhosS — Arntl. Sammlung Bd. 19 S. 345 — auch dann nicht zu verzinsen, wenn sie auf Grund der endgültigen niedrigeren Veranlagung zurückgezahlt werden müssen. 3eht hatte ein Steuerpflichtiger versucht, eine Verzinsung wenigsten- für den Fall durchzusetzen, m dem die Vorauszahlungen zwar geleistet, aber nachträglich gestundet waren. Auch in diesem Falle hat aber der ReichSsinanz- hos die Verzinsung-Pflicht für die Vorauszahlungen - Urteil Dom 2. Juni 1931. Steuer und Wirtschaft 1931 Rr. 1063 — verneint. •* Aufgehobene Straßensperre. DaS Polizeiamt teilt mit: Die Dauarbeiten im Tiefe n w e g sind beendet. Die angeordnete Straßensperre wird ausgehoben. " Der ilebergang von der Grundschule in die höhere Schul«. Die normale Dauer der Grundschule beträgt 4 3ahre. Doch können Schüler und Schülerinnen, deren geistige und körperliche Veranlagung und deren Schulleistungen erwarten lassen, daß sie ohne lleber- spannung ihrer Kräfte im Unterricht der Delta mit guten Schülern, die den vierjährigen Grund- schullehrgang durchlaufen haben, auf die Dauer Schritt halten können, schon nach dem dritten Grundschuljahr in die Serta der höheren Schulen ausgenommen werden. Eltern, die der Ansicht sind, daß ihre Kinder diese Bedingungen erfüllen, und deshalb von der Möglichkeit der Verkürzung der Grundschulzeit Gebrauch machen wollen, haben einen entsprechenden Antrag spätestens im Lauf des 3 a n u a r schriftlich oder mündlich beim Rektor der Grundschule zu stellen. Das Kreis- oder Stadtschulamt entscheidet über die Anträge bis spätestens zum 1. März. Dnn Erziehungsberechtigten steht das Recht der Beschwerde gegen diese Entscheidung beim Kultusministerium zu. " Eine 80jährige. Heute feiert Frau Carl Becker II., Bahnhofstraße 16, Witwe des Gerbereibesitzers E. Becker, im Kreise ihrer Kinder ihren 80. Geburtstag in guter Gesundheit und geistiger Frische. " Sterbesälle in Gießen. 3n der Zeit vom 1. bis 15. 3anuar verstorben in Gießen: 1. Heinrich Schuchardt, ohne Berus, 89 3ahre, Hinter der Kaserne 17; 3. Katharina Herbert, geb. Wickcnhoser, Wwe., 47 3ahre. Friedensstraße 35. Auguste Simon, geb. Kohler, Wwe., 69 Jahre, Grabenstraße 7; 4. Constanze Schüz, geb. Helm, 45 3ahre, Wilhelmstraße 56; 5. Katharine Kircher, geb. Steinmetz. Wwe.. 67 3ahre, Gnauthstraße 6; 9. Marie Conrad, geb. Knips, 53 3ahre, ßiebigftrafje 107; 10. Maria Werner, geb Seibert. 69 3ah re Schützenst raste 3; 3afoB Paulus, ohne Beruf. 78 3abrc. 'Burggraben 9; 15. Ernst Legler, Aniv -Buchhändler. 71 3ahr«, ScUersweg 69. " Ein Einbrecher mit Auto verhalte t. Der Polcze:ber:cht melbet: 3n der letzten Rocht wurde der vielsach vorbestroste Hermann Rohr bei einem Einbruch-Versuch in da- Rathaus von Ober-Rosboch feftgenommen. Rohr war im Besitze eine» Personenkraftwagens. den et am Abend zuvor tn Ufingen entwendet hatte. Es ist nicht ausgeschlossen, daß auch der in der Rächt Mittwoch, 27. Januar: Erles- berg-häuserberg, 10 Uhr: Straße — Lich—Nieder-Bessingen: rm Scheit- 4? Holz Buche 14, Eiche 5, Kiefer (Anmachholz) 14; Knüppel Buche 6, Fichte 4; Nutzholz: Lange, schleunige Derbstangen in Schichthau- fen; 60 rm u. 30 St., Bohnenstangen 200 St., rm Eiche-Pfosten (Wagnerholz) 2, Kiefer (2,5 Meter lang) 2. 10 7 Rabatt auf sämtliche and. Artikel, die im 10 Preise nicht besond. zurückgesetzt sind Verkauf nur gegen bar Fr. Levermann-Gießen »w Montag, 25. Januar: Schwarz. —• wald-höler, 10 Uhr: Alte Gieße- ner Straße, Waldeingang bei S Steinbach: rm Scheitholz Buche § 416, Eiche 20, Fichte 10; Knüppel Buche 273, Eiche 25, Fichte 4; Stockholz Buche 31, Eiche 7; Reis- ö Holz (Wellen) Buche 6280, Eiche 150 (dabei die besten Forstwellen des Jahres); Ruhholz: fm Schnitt- . Holz Eiche (3. und 4.) 3,24, Fichte I (2b—3b) 18,61; Stammholz Eiche (1. und 2.) 3,10, Hainbuche 1,28; rm Gartenpfosten Eiche 4, Schicht- Haufen Fichte 7; 1570 Bohnen- 5 hangen. *5 Dienstag, 26. 3anuar: Hard: <£> 10 Uhr: Waldeingang oberhalb »w Kolnhausen: rm Scheitholz Buche — 91 Eiche 4; Knüppel Buche 26, o Eiche 6, Fichte 10; Stockholz Buche e 22, Eiche 4; Reisholz Pension gewohnt hat und schreibt einen Brief an sie. Das ist der erste Baustein zu der Drücke, die sich über das Meer wölben soll, von Küste zu Küste und von Seele zu Seele. Der Brief trifft drüben nicht sehr viel später als Gloria ein. Als man ihn bringt, steht sie gerade am Fenster und schaut in den dicken, grauen, mor- § endlichen Rebel, er macht sie frösteln. Der Ham- urger Brief in ihren Händen, der sie erfreut, ist wie ein bescheidenes Flämmchcn. das ihr mit seinem sanften Schein die Finger wärmt und das Frösteln verscheucht. Zwei 3ahre baute Steffen eine Brücke von Briefen über das Meer. Er liebte Gloria immer glühender. Er konnte sie nicht vergessen, obwohl die Zeit, die sie in Hamburg gemeinsam verlebt, nur kurz gewesen. Um ihretwillen blieb er wohnen in der Pension, die ihm sonst wenig behagte, aber dort war ihm Gloria noch immer gegenwärtig. Da war die Treppe, auf der sie ihm so oft entgegenkam, war ihr Fensterplatz im Speise» la al, von dem aus sie den Vögeln Brotkrumen zuwarf, im Garten die beiden Linden, zwischen denc^n sie ihre Hängematte ausgespannt hatte. Rein, er verlieh diese» Haus nicht, das die Erinnerungen an Gloria umschloß. Die Briefe aber, btt Gloria von Steffen erhielt, erregten immer mehr ihre Bestürzung. Sie sah. daß da ein Mensch in ein« gefährliche, uferlose Sehnsucht geriet, in eine Abhängigkeit ohnegleichen. eine Anbetung, die nur ihrem 3deaÜ>ild gelten konnte, aber niemals ihrer Person, denn sie war doch nur ein sterbliches Wesen mit Fehlern und Unzulänglichkeiten. Es schien ihr: Steffen wäre sehr krank und es fei ihre Pflicht, ihn zu heilen. Eie grübelte lange darüber. Schließlich kam ihr blitzartig die Erleuchtung. „Ich schicke ihm Susanna", rief sie fröhlich und machte vor Freude über diese 3dee ein paar Tanzschritte, so daß ihr buntes seidenes Röckchen wippte und wirbelte. Steffen wußte nicht, was er mit Susanna 3incks anfangen sollte. Sie war ihm von Gloria aus England geschickt: das schützte sie davor, daß er sie geradezu abschüttelte. Aber fein Ton ihr gegenüber war von frostiger, formeller Höflichkeit. — Susanna bewohnte in seiner Pension das Zimmer, dessen Mieterin Gloria gewesen war. Das erzürnte ihn. Bisher hatten in den jjtoei Jahren dort nur Herren gewohnt. Aus- ■ffinber. wie sie in diesem Hause alle paar Monate kamen und verschwanden. Run lebte dort eine Frau. Eine Frau, die nicht Gloria war. Eine Frau, die ihn Gloria nur um so schmerzlicher vermissen ließ. Vor beiden Zimmern befanb, sich ein schmaler Balkon, getrennt durch eine dünne Holzwand. Gloria und er hatten sich hier oll getroffen, und sich vorgebeugt, um einander über die Wand anschauen zu können. 3«ht trat Steifen von seinem Balkon aus ins Zimmer zurück, wenn er nebenan die 3incks den ihren betreten hörte. Und doch war die Kleine eine anmutige Erscheinung. Richt so prangend und blühend, so feurig und phantastisch wie Gloria. Aber ihre Gestalt war von feinstem Ebenmaß, der Teint klar und von schönsten Farben, die Rase zart, die Augen voll Güte und unwahrscheinlicher Bläue, die Stimme hell wie eine kleine silberne Glocke. Es war ein sanftes, zärtliches, feelen- haftes Mädchen, das Gloria neben Steffen geschickt hatte. Doch Steffen war blind und trotzig. Kühl wie Rordwind war er gegen die Fremde. Was kümmerte ihn Susanna 3incks? Er saß und schrieb Dries um 'Brief an Gloria, um die Drücke zu bauen, die reichen sollte von Küste zu Küste und von Seele zu Seele. Es kam ein Dries aus England, bei dem Steffen Beschämung empfand. Gloria schrieb: es verstimme sie, daß sich Steffen ablehnend gegen Susann« verhalle. Er soll« nicht etwa glauben, daß sie sich über ihn beklagt habe: wenn jemand auf bet Well zu schweigen vermöge, fei es 6u- fanna. Aber sie, Gloria, ahne die Wahrheit. Sie fürchte sehr, daß Steffen Susanne zu entfliehen suche. Das bekümmere sie doppelt. Erstens darum, weil es sie schmerze, daß ihr Freund nichts von ihrer Freundin wissen wolle: aber mehr noch, weil es mit Susannens Schicksal eine traurige De- wandtnis habe. Sie wolle ihm verraten, daß Susannes Lebensjahre gezählt seien. Die Aerzte hätten ihr die furchtbare Wahrheit verschwiegen. Rur die Familie wisse darum und sie, Gloria, als Susannens Freundin. Run träfe die Enttäuschung sie bitter, daß Stessen ihren geheimen Wunsch. Sunannens letzte Lebensjahre ein wenig mit Güte und Freude zu beschenken, nicht erfülle. Sie sei sicher, es bedürfe nur dieser Offenbarung, um Steffen zu veranlassen, sich hilfreich eines Wesens anzunehmen, das wie keines sonst seiner Fürsorge bedürftig und würdig wäre. Wie wunderlich ist der Mensch! Er scheut sich nicht, diesen oder jenen mit Kühle oder Härte zu behandeln, ihn seine Abneigung fühlen zu lassen, ihn von sich zu entfernen. Doch reuevoll brennt ihn das Gewissen, wenn es ihm kund wird, der andere sei ein vom Tode Gezeichneter Was Steffen der Susanne versagt, die er für eine Lebensstarke hielt, brachte er auf offenen, verschwenderischen Händen jener entgegen, die ihm seit Glorias Brief wie ein Lichtlein im Winde erschien, das der nächste Tag oder der übernächste zum Verlöschen bringen kann. Unsäglich rührend erschien es ihm, daß die Ahnungslose mit dem Schein trügerischer Gesundheit heiter und leicht durch die Tage gehe. Er tat alle», um sie in dieser Unwissenheit, die ihr das tragische Geschick verhüllte, zu bestärken. Er gewöhnte sich daran, sie zum Mittelpunkt seiner Gedanken, seiner Fürsorge, seines Handelns zu machen. Rein, Gloria sollte sich in ihm nicht getäuscht haben. Er tat für Susanne, was er an gütigem und hilfreichem Tun nur aufzubringen vermochte. Er fühlte fich verantwortlich, daß sie nicht zu Schaden tarn. Manchmal, wenn er sich um sie mühte, schien es ihm. er täte dies alle» gat nicht um Glorias willen, sondern sein eigene» Herz triebe ihn wunderlicherweise zu derselben Susanna 3incks. der er zu ‘Beginn ihrer Bekanntschaft so energisch zu entrinnen strebte. Die Bäume haben geblüht. Frucht getragen und sich, ihrer Blätter und Säfte beraubt, dem Winter ergeben. Die Bäume haben zum zweiten Male geblüht und Frucht getragen, als dem Ehepaar Stessen und Susanna ein blühende» Kindlein geboren wurde. An dem Tag, an dem man es zur Taufe trug, schreibt Steffen einen Brief an Gloria nach England, in dem er fie um Verzeihung bittet, daß er ihr feine Ehe mit Susanna 3incks wie ein Geheimnis verschwiegen habe. Es sei ihm zu schwer geworden. Gloria zu bekennen, daß die große, glühende Liebe, die er für sie empfunden, dem Wechsel der 3ahre nicht standgehalten habe. Heute aber, an diesem heiligen Tag, da man fein Töchterchen auf den Barnen „Gloria" taufte, wolle er Lug und Trug zerreißen und ihr die Wahrheit hekennen. Steffen hat ein wenig Angst vor dem Antwortbrief aus England, wie er einst Angst gehabt' vor dem Abschiedstag. der ihn von Gloria trennen sollte. Aber mit dem Brief kommt eine Photographie, die eine junge Mutter zeigt mit einem Kinde, das gut zwei 3ahre älter fein mag als Steffen» Töchterchen. Die junge Mutter ist Gloria. Und aus ihrem Brief strahlt es ihm entgegen wie ein Lächeln, denn sic schreibt, daß sie kurz nach ihrer Ankunft in England geheiratet habe und nie den Mut gefunden, ihm diese Eh« zu gestehen. Da sei ihr der Gedanke gekommen, ihm Susanne zu schicken, die zu Stellen passe wie keine andere Frau auf der Welt zu ihm passen würde. Als er Sufanne ablehnte, habe sie zu der kleinen List gegriffen, ihm die gesunde Susanne als eine Kranke darzustellen. da sie wohl fein Herz gekannt und gewußt: nun würde er nichts mehr tun. was Susanne betrüben könne. Auch Liessen lächelt, als ihm aus diesem Briefe das Schelmenspiel offenbar wird, das Gloria liftreich und liebreich gespielt. Dann verläßt er das Zimmer, denn im Haufe ruft seine Frau seinen Barnen. Susann« rüst ihn, di« Gloria ihm geschickt hat ... dod)fd)ulnacfiri*fen. Professor Dr. Gisbert Beyerhau» in Bonn hat einen Ruf auf das Ordinariat für allgemeine neuere Geschichte an der deutschen Universität in Prag als 'Nachfolger des verstorbenen Professors Ottokar Weber erhalten. ihrer ganzen Bedeutung würdigte. Der Redner ging dann auf die gegenwärtigen Verhältnisse ein, sprach von der Bedeutung, di« heute Versailles für uns habe, schilderte das Zustandekommen des Versailler Vertrages, die damit für uns verbundenen Demütigungen, die Auswirkungen in völkischer und machtpolitischer Hinsicht unb die Aussichten für die Zukunft des deutschen Volkes. Rach einem kurzen Rückblick auf die politische Entwicklung in Deutschland und das Werden des Stahlhelms, sowie nach Darlegung des Wollens und der Ziele des Bundes schloß der Redner mit dem Wunsche, daß es in Deutschland wieder anders werden möge, daß die Kraft Wiederkehre und die Macht, die Lebensinteressen des deutschen Volkes zu wahren und zu verteidigen: er forderte die Pflege des Geistes der Wehrhaftigkeit in der Jugend und wünschte weiter, daß der 18. Januar ein Feier- * Bergmann - Elektrizitätswerke AG., Berlin. Die Verwaltung der Bergmann-Elektrizitätswerke AG., Berlin, teilt dem WTB.-Handelsdienst mit: Anfang Dezember 1931 gaben wir bekannt, daß geplant sei, einen unserer Betriebe mit gleichartigen Betrieben dritter zu vereinigen. Der Plan betrifft unser Glühlampenwerk. Die Verhandlungen sind mit den Firmen Osram und Pintsch geführt worden und jetzt zu Ende gekommen. Unser Glühlampenwerk geht später in den Glühlampenwerken von Osram und Pintsch auf. Wir beteiligen uns bei Osram, ferner fällt uns ein größerer Barbetrag zu. Außerdem behalten wir in dem Bestreben, die Fabrikation und den Vertrieb anderer elektrotechnischer Massenartikel weiter zu entwickeln, den Vertrieb von Glühlampen bei und haben uns dafür den Bezug von Osram- und Pintsch-Lam- pen gesichert. Jtinfrertnarff in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-sRuhvieh)Markt standen 696 Stück Großvieh, 59 Fresser und 150 Kälber zum Verkauf. Es kosteten Milchkühe oder hochtragende Kühe: 1. Qualität 300 bis 400 Mark, 2. Qualität 200 bis 275 Mark, 3. Qualität 100 bis 180 Mark: Schlachtkühe 50 bis 250 Mark: Rinder 1/l* bis r/ijährig 60 bis 130 Mark, 3/t» bis 2jährig 80 bis 200 Mark, tragend 180 bis 300 Mark. Kälber das Pfund Lebendgewicht 20 bis 23 Pf. Marktverlauf schleppend: kleiner Lieberstand. Frankfurt schwächer. Frankfurt a. M., 18. Jan. Der Frankfurter Effektenfreiverkehr eröffnete die neue Woche in ruhiger Haltung, da Anregungen nicht Vorlagen. Die Tendenz neigte nach den vorausgegangenen Steigerungen zur Schwäche wobei die Unge- wihheit über die Frage, ob die Lausanner Konferenz am 25. Januar zusammentritt oder nicht, eine besondere Rolle spielte. Daneben verstimmte der schwache Schluß der Reuyorker Sam^-tagsbörle. Die Spekulation bekundete starkeZurück- haltung so daß das Geschäft nur sehr gering war. Es machte sich auf den meisten Märkten gewisses Realisationsbedür nis bemerkbar, und das Kursniveau erfuhr gegen den Wochenschluß eine Abschwächung um 1 bis 2 Prozent. Relativ gut gehalten blieb der Montanmarkt. Einen verstimmenden Einfluß bere tete auch ter heute erschienene Reichsbantausweis, der, obwohl die Deckungsziffer eine leichte Besserung zeigt, einen Gold- und Devisenverlust von über 20 Millionen Mark ausweist. Auch am Rentenmarkt gab die Mehrzahl der Kurse bei st i l l e m G e f ch ä f t auf kleine Verkäufe des Publikums und der berufsmäßigen Spekulation meist um 0.5 bis 1 Prozent nach. Stärker gedrückt waren am Markt der Industrie-Obligationen Iprozentige Mainlraft, die 2 Prozent niedri- und ein Ehrentag des ganzen Volkes werden möge, wie. er es dem Stahlhelm schon ist. Im Anschluß an die sehr beifällig ausgenommen«: Ansprache wurden zwei Verse des Deutschlandliedes gesungen. 2m weiteren Verlauf des Abends nahm der Bauführer Dr. Dehner die feierliche Verpflichtung der neuaufgenommenen Stahl- Helmer vor. Mit großer Aufmerksamkeit und lebhaftem Beifall wurden die von den Jungstahlhelmern unter der Leitung von Herrn Wei- nandy dargestellten lebenden.Bilder (mit begleitenden Rezitationen) ausgenommen. Die Beförderung von Jungstahlhelmkameraden, einige Pyramiden-Vorführungen der Jungstahlhelmer und eine kurze Ansprache des Ortsgruppenführers, der allen, die zum Gelingen der Feier beitrugen, dankte, beschlossen den offiziellen Teil des Programms. Das anschließende Konzert hielt die Besucher noch einige Zeit beisammen. ger bewertet wurden. Bemerkenswert widerstandsfähig tendierten Liquidations-Pfandbriefe. Tagesgeld war wiederum etwas leichter, doch blieb der Satz 6 Prozent. Berlin ziemlich matt. B e r l i n, 19. Jan. (WTB. Funkspruch.) Nachdem schon gestern abend auf Grund der Ausland- Meldungen und im Zusammenhang mit der nachgebenden Haltung der Mart weitere Kursabschwächungen eingetreten waren, blieb die Grundstimmung auch im heutigen Freiverkehr ziemlich matt. Mit besonderem Interesse verfolgte man die aus dem Auslande vorliegenden Pressestimmen zu der Frage einer eventuellen Verschiebung der ReParationskonferenz. Während in Frankreich anscheinend weiter die Absicht besteht, am 2. Februar die Abrüstungskonferenz abzuhalten und auf dieser Konferenz das Reparationsproblem unter Hinzuziehung von Finanzsachverständigen nur durchzusprechen, will die übrige Welt wohl an Lausanne festhalten und strebt nur eine Vertagung der endgültigen Besprechungen bis zum Herbst an. Ferner tauchten in der heutigen Morgenpresse Gerüchte von einer beabsichtigten Währungskonferenz auf, wobei der Grundgedanke der ist, durch eine internationale W ä h r u n g s r e g e l u n g das Valutadumping am Weltmarkt auszuschalten, um das Risiko für die noch am Goldstandard festhaltenden Länder zu verringern. In diesem Zusammenhang kann vielleicht auch davon gesprochen werden, daß trotz der fühlbaren Konkurrenz Englands und der nordischen Berlin, 19. Jan. (WTB. Funkspruch.) Im Dezember 19 31 hat die deutsche Einfuhr von 482 auf 488 Millionen Reichsmark zugenommen. Die Ausfuhr wird mit 712 Millionen Reichsmark ausgewiesen, gegen 734 Millionen Reichsmark im Vormonat. Die Reparationssachlieferungen, die im November 14 Millionen Reichsmark betrugen, erscheinen im Dezember mit einem Betrage von 26 Millionen Reichsmark. Die Gesamtausfuhr beträgt 738 (749) Millionen Reichsmark. Die Handelsbilanz zeigt im Dezember eine Aktivität von 224 Millionen Reichsmark: einschließlich der Repara^orssachli«ferun>gen beläuft sich der A u s f u h r üb r s ch u h a u f 2 50M il- Honen Reichsmark, gegen 267 Millionen Reichsmark im November. Länder Deutschland immer noch einen Ausfuhrüberschuß von 224 Millionen und mit Reparationssachlieferungen einen solchen von 250 Millionen aufweist. Das ganze Jahr 1931 schließt mit einem Gesamtausfuhrüberschuß von 2967 Millionen gegen 1800 Millionen im Vorjahr immer noch recht zufriedenstellend ab. Trotzdem bestand im heutigen Freiverkehr überwiegend Abgabeneigung, so daß die Kurse, ohne daß das Angebot besonders groß war, weiter uni 1 bis 2 Prozent nachgaben. Es ist interessant, festzustellen, daß die Umsatz- t ä t i g k e i t bei schwächerer Grundstimmung verhältnismäßig größer ist, als bei steigenden Kursen. Gegen gestern mittag büßten Bankaktien durchschnittlich 0,5 Prozent ein, Schiffahrtswerte waren bis zu 2 Prozent gedrückt, Aku verloren etwa 4 Prozent und Bemberg etwa 2 Prozent, so daß sich beide Kurse einander angeglichen haben. Auch Elektropapiere und Kaliwerte waren bis zu 3 Prozent gedrückt, während Montanaktien, mit Ausnahme von Mannesmann, Rheinstahl und Rheinischen Braunkohlen relativ gut gehalten waren. Farben büßten etwa 3 Prozent ein. Schultheis lagen behauptet, während die übrigen Spezialwerte, wie Dessauer Gas, Deutsche Erdöl, Orenstein, Charlottenburger Wasser usw. sich der Allgemeintendenz nicht entziehen konnten. Pfandbriefe gaben bis zu 1 Prozent nach, Altbesih- anleihe war im gleichen Ausmaße gedrückt. Reichsbahnvorzugsaktien und Farbenbonds verloren sogar bis 2 Prozent. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 18. Januar 19.Januar Amtliche Notierung Weif' | Briet Amtliche Notierung Geld | Bries Helsingfoi» Wien. . Prag . . Budapeft. Sofia . . Holland . Oslo. . . Kopenhagen Stockholm London. . Buenos Aires Neu r>ort . Brüssel. . Italien. . Paris . . Schweiz . Spanien . Danzig . Japan . . Rio ve Ian. Jugoslawien Lissabon O 6,094 49,95 12,465 58.94 3,057 169,43 79,12 80,42 80,92 14,60 1,048 4,209 58,59 21,15 16,54 82,12 35,66 81,87 1,568 0,259 7,433 13,34 e gestrig 6,106 50,05 12,485 59,06 3,063 169,77 79,28 80,58 81,08 14,64 1,052 4,217 58,71 21,19 16,58 82,28 35,74 82,03 1,572 0,261 7,447 13,36 en Oev 6,194 49,95 12,465 57,94 3,057 169,53 78,67 79,72 81,02 14,46 1,043 4,209 58,64 20,98 16,56 82,12 35,66 82,07 1,548 0,259 7,443 13,24 isenmär 6,206 50,05 12,485 58,06 3,063 169,87 78,83 79,88 81,18 14,50 1,047 4,217 58,76 21,02 16,60 82,28 35,74 82,23 1,552 0,261 7,457 13,26 kie. Berlin, 18. Jan. (WTB.) An den internationalen Devisenmärkten lag die Reichsmark schwächer, wofür in der Hauptsache die Unsicherheit über Lau- Im ganzen Jahre 19 31 betrug die tatsächliche Einfuhr 6632 (im Jahre 1930: 10 200) Millionen Reichsmark, die Ausfuhr 9206 (11 329) Millionen Reichsmark. Die Reparationssachlieferungen haben sich von 707 auf 395 Millionen Reichsmark vermindert. Die Handelsbilanz im Jahre 1931 (unter Berücksichtigung der Lagerabrechnungen) schließt mit einem Ausfuhrüberschuß von rund 257 4 Millionen Reichsmark und bei Einrechnung der Reparationssachlieferungen mit einem solchen von 2967 Millionen Reichsmark ab. Gegenüber dem Vorjahre, das eine tatsächliche Aktivität von rund 1800 Millionen Reichsmark auf» wies, hat der Ausfuhrüberschuß um nicht ganz 1 2 0 0 Millionen Reichsmark zugenommen. Wirtschaft. Deutsche Außenhandelsbilanz 1931. 2574 Millionen Ausfuhrüberschuß ohne die Reparationssachlieferungen. sänne verantwortlich war. 3n Amsterdam ging sie auf 58,55 zurück und lag fast 50 Cents unter Samstag, in Zürich war sie mit 120,65 etwa 80 Cents niedriger als am Samstag, in Reuyork stellte sie sich auf 23,65 nach 23,75. Das englische Pfund tendierte ebenfalls leichter, gegen den Dollar notierte es 3,4778. gegen den Gulden 8,62, gegen Paris 88,12, Zürich 17,76 und gegen die Reichsmark 14,717s- Der Dollar schwächte sich nach vorübergehender Erholung wieder stärker ab, dagegen lag der holländische Gulden international sehr fest. Die Rord- devisen waren leicht gebessert, der französische Frank gut ge 'L-t. " " Banknoten. gerlin, 18.JoWn_______ Amerikanische Noten . ...... Belgilcke Noten ...... Dänische Noten ......... Englische Noten . ........ Französische Noten ......... Holländische Noten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch. L esterreich, » 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten ....... Schweizer Noten. ........ Spanische Noten. ........ Ungarische Noten ........ Weit» 4,20 58,43 80,24 14.56 16,50 169,06 21,06 73,94 2,48 80,74 81,94 35,53 Zrlcf 4,22 58,67 80,56 14,62 16,56 169 74 21.14 79.26 2,50 81,06 82,26 35.67 Reichsbankdiskont 7 v. £)., Lombardzinsfuh 8 o. h. Oderheffen." --- Landkreis Gießen. :/: Beuern, 18. Jan. Gestern abend veranstaltete der hiesige Kirchenchor unter Leitung seines Dirigenten Schomber im Gemeindesaal sein diesjähriges Familienfest. Der Abend bewies, daß es auch ohne pekuniäre Auslagen möglich ist, Veranstaltungen dieser Art abzuhalten. Nach einem Eingangslied des Kirchengesangvereins begrüßte Pfarrer Schmidt die Freunde und Mitglieder und hob in seiner Ansprache über. Wesen und Ziel des Chores u. a. zwei langjährige Mitglieder als treue Stützen des Chores lobend hervor, Frau Konrad Ww., die seit 40 Jahren, und Frau K. L i n d e n st r u t h , die seit 25 Jahren dem Chor angehörten. Zwei Theaterstücke, Rezitationen und Liedervorträge von Mitgliedern des Kirchengesangvereins wechselten in bunter Folge und unterhielten die Zuhörer recht gut. Mit herzlichem Dank an den Chorleiter Echomber und alle Mithelfer für das Zustandekommen dieses Abends sowie einem dreifachen Hoch auf das Wachsen und Gedeihen des Kirchengesang» vereins schloß Pfarrer Schmidt das Familienfest. (p Hattenrod, 18. Jan. In einer gut besuchten Versammlung im hiesigen Rathaussaal sprach Obstbauminspektor E n k l e r (Gießen) über das Thema „Obstbaurnschüdlinge und ihre Bekämpfung". Der lehrreiche Vortrag wurde sehr beifällig ausgenommen, und die Versammlung beschloß, den darin gegebenen Anregungen zu folgen. In der nächsten Zeit sollen alle untauglichen Bäume in der Gemarkung ent'ernt, die übrigen Bäume einer gründlichen Reinigung un-. terzogen und außerdem eine Spritzung durchgeführt werden. D Q i dj, 18. Jan. Zu der zweiten städtischen Brennholzversteigerung, bei der 1000 Raummeter Duchenscheiter zum Ausgebot kamen, hatte sich eine unübersehbare Käuferschar eingefunden. Es wurden bezahlt für Duchenscheiter 17 Mk., Eichenscheiter 8 Mk., Duchenknüppel 10 Mark, Eichenknüppel 7 Mk, Duchenstöcke 8 MV je 2 Raummeter. Buchenreisig kostete 7 Mk. und Eichendurchforstungsreisig ebenfalls 7 Mk. je 50 Stück Wellen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 U.)r, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Zch hab dir verzieh»! Vornan von Elotilde von Stegmann-Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r. Halle. 20 ForNetzung Nachdruck verboten. Cs war am Nachmittag. Dolores, die am Abend wieder zu einer Verabredung mutzte, hatte sich nach einem erfrischenden, lavendelparfümierten Bad in ihr Schlafzimmer zurückgezogen: vorher jedoch hatte sie noch einmal jenen kleinen Raum betreten, in dem Paolo gepackt hatte und zu welchem außer Dolores nur er den Schlüssel besaß. Als Paolo eine Viertelstunde später, mit einem Pelz über dem Arm, in dieses Zimmer trat, um den Mantel noch zu verpacken, muhte er zu seiner Verwunderung feststellen, daß die flache geheimnisvolle Holzkiste vom Tisch verschwunden war. „Aha", dachte er, „Madame wünscht ein Geheimnis zu hüten. Paolo aber wünscht das Geheimnis zu kennen." Mit lautlosen Schritten ging er auf feinen Gummisohlen durch die Räume, bis er in das Ankleidezimmer der Tänzerin gelangte. Es war mit eingebauten Schränken ausgestattet und nur durch dieses dünne Holz von dem Schlafgemach getrennt. Vorsichtig trat Paolo in einen der jetzt aufgeräumten Schränke und spähte durch eine winzige Spalte mit angehaltenem Atem in das Schlafzimmer. Dort kniete Dolores auf dem weichen Dmhrna- teppich. Die geheimnisvolle Kiste war geöffnet, er sah — und er konnte nur schwer einen Ruf des Erstaunens unterdrücken —, wie Dolores mit schnellen Händen, als wäre sie ein geübter Handwerker, mehrere Papierrollen in dem Gegenstand verbarg, so datz kein Auge die Veränderung bemerken konnte. Dann schloß die Tänzerin den Deckel der Kiste, die ein Schloß besah, mit einem kleinen kunstvollen Schlüssel, den sie einer Schmuckkassette entnahm. Sie reckte die Arme, ein triumphierendes Lächeln erschien auf ihrem schönen Gesicht — sie ahnte nicht, daß das gleiche triumphierende Lächeln auf dem dunklen Kreolengesicht des lauschenden Dieners lag, den sie so treu ergeben glaubte. * In dem großen Patrizierhause der Familie Sibelius war eine Unruhe eingekehrt, die hier ganz ungewohnt war. In den Kontoren steckten die jungen 'Leute die Köpfe zusammen, einer fragte den anderen. Ungewisses Flüstern hörte man überall. Was konnte geschehen sein, seit jenem Morgen, an dem der Prokurist mit bleicher Miene von einem Ferngespräch zurückgekommen war, das er geheim und dringend aus dem Chefkontor des Konsuls geführt hatte. Diesem Gespräch waren noch mehr dringende Anrufe von Stockholm gefolgt. Vielleicht war damit auch die plötzliche, unerwartete Heimkehr des Chefs in Zusammenhang zu bringen. Konsul Sibelius war an einem Abend spät mit dem staubbedeckten Auto unerwartet eingetroffen, ganz ohne sich angemeldet zu haben. Niemand auher dem Prokuristen Claassen hatte etwas von seiner vorzeitigen Rückkehr gewuht. Das Hauspersonal war in Verzweiflung geraten, als es den Herrn mitten in die Grotzreinemacherei» Cßorberei hingen hereinkommen sah: aber der Konsul, der sonst die kleinste Unordnung im Hause bemerkte und scharf zu rügen pflegte, hatte keinen Blick gehabt für die abgenommenen Gardinen und Vorhänge, die teppichlosen Fußboden, die zusammengerollten Decken und Läufer, die auf dem Dorsaal zufammengestellten Möbel. Er war wortlos, nur mit einem knappen Grutz an den erschreckten Leuten vorübergegangen. „Ein Bad", hatte er nur gesagt, „hinterher einen extra starken Kaffee ins Kontor." Bald war er im Badezimmer verschwunden, und kurze Zeit darauf hörte man ihn schon die Treppe hinunter in das Privatkontor gehen. Claassen hatte schon den ganzen Abend seit Stunden auf seinen Herrn gewartet. Der alte Mann hatte ein überwachtes und verzweifeltes Gesicht. Wit müden, schweren Schritten trat der Konsul ein. Wortlos reichte er dem treuen Mitarbeiter die Hand. Erschüttert sah Claassen in das Gesicht des verehrten Chefs. Was war aus diesem Manne geworden, der vor wenigen Wochen in so jugendlicher, froher Stimmung abgereist war? Bleich und eingefallen waren die früher so straffen Züge, die Augen lagen tief in ihren Höhlen und hatten einen Schleier der Müdigkeit und Sorge. Schweigend setzte sich der Konsul und winkte Claassen, den Stuhl gegenüber dem Schreibtisch einzunehmen. „Wie konnte das geschehen? Erzählen Sie mir alles der Reihe nach: aber beschönigen Sie nichts. Steht es wirklich so schlimm um Lund und Co.?" Claassen senkte den Kopf. „Es muh wohl so sein, Herr Konsul, denn vor einer Stunde erhielt ich die Nachricht aus Stockholm, datz sich" — feine Stimme wurde leiser — „Herr Axel Lund erschossen hat." Der Konsul stöhnte auf und bedeckte sein Gesicht mit den Händen: „Der alte, ehrliche Name Lund, der mit dem Damen Sibelius so eng verknüpft war, durch drei Generationen hindurch!" „Diese Verknüpfung ist heute unser Unglück", dachte der Prokurist Claassen: aber er hätte es nie auszusprechen gewagt, jetzt weniger denn je, angesichts des tiefen Kummers, der sich rück- ] haltlos in den Zügen des Konsuls malte. Mit einer fast hilflosen Bewegung lieh Sibelius die Hände fallen: „Lind die Gründe, Claassen? Die Gründe dieses unerklärlichen Zusammenbruchs — kennt man die?" Claassen schüttelte den Kopf: „Man ist hier zu weit fort, Herr Konsul, und nur auf Vermutungen angewiesen: aber fast sieht es aus, als wären Lund und Co. durch eine ausländische Firma ins Llnglück gerissen worden. Freilich, wäre man selbst in Stockholm, man könnte vielleicht noch etwas retten.“ Die Gestalt des Konsuls, die bisher zusammengesunken gesessen hatte, straffte sich wie in plötzlicher Energie: „Ich werde sofort abreifen und in Stockholm sehen, was aus diesem Unglück zu retten ist. Packen Sie alle Akten, die unser Interesse am Hause Lund betreffen, zusammen. Wenn ich mich beeile, kann ich den Schwedenzug um Mitternacht • noch erreichen." Claassen warf einen besorgten Blick auf die übermüdeten Züge des Chefs. „Wird es nicht zu viel für Ihre Kräfte, Herr Konsul? Sie haben eine so lange und anstrengende Fahrt hinter sich und nun sogleich wieder eine Nacht und einen Tag unterwegs? Herr Konsul brauchen doch jetzt alle Frische, um in biefetf* Katastrophe gegenüber dem zusammengebrochenen Hause klar zu sehen; Herr Konsul dürfen jetzt nicht krank werden." „Auf mich, lieber Claassen, kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen: es handelt sich auch um die Sicherheit des Hauses Sibelius. Da muh jeder das letzte hergeben, was er hat. Tun Die, wie ich Ihnen sagte: aber kein Wort an das Personal. Je weniger Menschen von dem Zusammenbruch des Hauses Lund erfahren, um so besser auch für uns und die Hoffnung auf eine günstige Lösung." Der Konsul vertiefte sich mit ernstem Gesicht in die Papiere, die vor ihm auf dem Schreibtisch angehäuft lagen. Als kurz nach Mitternacht der Schwedenzug in die Bahnhofshalle der alten Hafenstadt hereingebraust kam, stieg Konsul Sibelius in das Schlafwagenabteil, das man glücklich noch bekommen hatte. Lächelnd grüßte er ein paar alte Geschäftsfreunde, die jemanden auf dem Bahnhof erwarteten. Niemand hätte seiner heiteren Miene ansehen können, welche schwere Fahrt er anzutreten im Begriff war. Als er am kommenden Abend spät in Stockholm ankam, ging der Konsul zuerst in das Hotel, um sich von dem Reisestaub zu befreien. Die Abendzeitung, die er sich gekauft hatte und die er beim flüchtigen Imbiß durchblätterte, brachte bereits als Lleberschrift in großen Lettern die Nachricht: „Der Zusammenbruch des Hauses Lund. — Schwere Erschütterungen, des Geschäftslebens. — Kurseinbrüche, Insolvenzen im In- und Ausland als Folge des Zusammenbruchs." Dem Konsul flimmerten die Zeilen vor den ermüdeten Augen. So weit also war es schon gekommen. So weit war die Hiobsnachricht schon in aller Leute Mund. Ein Glück nur, datz man von der Bürgschaft, die er geleistet hatte, in Geschäftskreisen außerhalb der Landesbank nicht unterrichtet war, datz sein Haus ohne Wanken dastand. Wie lange freilich würde das -sein? Wenn es nicht gelang, die Gläubiger zum Warten zu bewegen, wenn man auf seine Bürgschaft Aurücf- greifen würde, dann allerdings — der Konsul faßte sich an die Brust, ein heftiger Stich in der Herzgegend lieh feinen Atem stocken —, dann war der Untergang auch seirtes Hauses besiegelt. Wieder dieser jähe Stich im Herzen — schon manchmal in den letzten Monaten hatte er diesen eigentümlichen Schmerz gefühlt, ohne ihm aber irgendwelche Beachtung zu schenken. Und plötzlich, als sollten alle schmerzlichen Ereignisse der letzten Monate in diesem Augenblick quälend in ihm lebendig werden, erinnerte er sich, datz er zum ersten Male diesen Schmerz gespürt hatte, als CBitgit ohnmächtig mit jenem unseligen anontjnhen Briefe vor sich hatte liegen sehen. Etwas schwankend stand er auf, ließ sich einen Wagen kommen und fuhr vom Hotel aus durch die erhellten Straßen zu dem großen Backstein- Hause der Gebrüder Lund & Co. Trotz der späten Abendstunde war in diesem riesigen Hause noch emsiges Leben. Depeschenboten eilten durch die Korridore. In den Kontoren arbeiteten Angestellte, mit Augen, denen man Schlaflosigkeit und durchgearbeitete Nächte ansah. Unaufhörlich schrillten die Telephone, öffneten und schlossen sich Türen, schallten erregte Stimmen aus den verschiedenen QTbteilungen. Der Konsul, der, so schnell es sein schwer schlagendes Herz vermochte, die Treppen zum Chefkabinett hinauf stieg, sah, datz sich hier alles in einem Zustand der fieberhaftesten Erregung befand. Hätte er gewußt, wie es am gleichen Morgen dieses Tages gewesen war, als die aufgeregte Menge der Kunden einen Sturm auf das Bankhaus unternommen hatte, um an den Kassen ihre Gelder zu retten, als nun, da wenigstens der Schein erfolgreicher Arbeit aufrechterhalten wurde — fein Herz hätte noch schwerer geschlagen. Und doch war es nur die Totengräberarbeit für das zusammengebrochene Unternehmen. Als ein Diener aus der Anmeldung an dem Konsul vorbeilief, stutzte der Mann einen Augenblick. Er hatte sofort den alten Geschäftsfreund und angesehenen Ratgeber des Hauses Gunb erkannt. (Fortsetzung folgt.)