S I Lt 5tbuifc °"ħEonn. ?6isch°» statt. Pai?"?°v. °0tWtanon tSc. Ä,»« ?ÄLZ nr. 272 KeübauSsabe 182. Zahrgang Freitag, 18. November 1932 Lrichernl täglich, auher Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illuslrtert» Gtegener Familienblätter Keimat;m Bild • Die Scholl» monatj öejugsprets: Mit 4 Beilagen 9111.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlöfse unter Sammelnummer 2251. Anlchrist für Drahtnach« richten- Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Franllvrt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Crrrf und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Lleindruckerei R. Lanze in Gießen. Schriftieitung und Geschäft5ste!Ie: SchnMahr 7. Annahme von Luze.gen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20*' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr Jj.Ibrjnot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undlüröenAn« zeigenteil i.D. Th.Kümmel jämtlich in (Stehen. Der Rücktritt des Reichskabinetts. Das Zentrum versagt sich papen.-Der Reichspräsident nimmt die Gesamioennssion an.-Heute Beginn der Parteiführerbesprechungen bei Hindenburg zur Herbeiführung einer nationalen Konzentration. 5ncn gaben ettoag ^ngen DieÄurlc «ttotrhing des Der- jmeitl 0,50 Pro. ft? herrschte Sr° * Äur|c Aückkauf. Wngtn M Bruch, 'wen baten. ^n.MdK Anleihen Ischen Hal- ase AeichsschM^, ibholen zu lassen, tülke werden bci- hinzu. Eine 8e= betrag alsbald an Kalendern werden Reichsversajsung r. inbgemeinben mghinMchn- Migemeinbe be- , in einer drillen hlung des Schul- ndlichen die gorb iniat- sondern die tauschoertthrs im »rfürW «L I. Dezember W£ an den Domen in Rothenburg Dermin: 21. 3°- ^Lllians-Kirche Die amtliche Mitteilung. Berlin, 17. November. (D3IB.) Der Reichskanzler erstallele heule dem Herrn Reichs- präfidenlen Bericht über das Ergebnis der Besprechungen, die er im Auftrag des Herrn Reichspräsidenten mit den Parteiführern zur Erzielung einer möglichst breiten nationalen Konzentration gepflogen hat. Während die DNVp., die D v P. und die Bayerische volkspartei auf dem Standpunkt stehen, dah sie jede solche Konzentration begrüben, welche die Arbeit der Reichs- rcgierung zu erleichtern in der Lage sein würde, hat der Führer der Zentrumspartei der Ansicht Ausdruck gegeben, daß ihm Führung und Zusammmensehung des gegenwärtigen Kabinetts nicht geeignet erscheinen, den Zufammenschluh dieser Kräfte sicher- zustcllen. Vie SPD. hat den Wunsch des Kanzlers zu einer Unterhaltung über die Mitarbeit in einer nationalen Rotgemcinschaft schroff abgelehnt. Vie NSDAP, hat mitgeteilt, daß sie nur unter gewissen Vorbedingungen zu schriftlichen Verhandlungen bereit sei, wobei sie es von vornherein a b l e h n t, das von der Reichs- regtcying in Angriff genommene politische und wirtschaftliche Programm zu unterstützen. In dieser Lage glaubt die Reichsregierung, die unter Einsatz aller ihrer Kräfte versucht hat, den ihr vom Herrn Reichspräsidenten am 1. Juni erteilten Auftrag auszuführen, in bestem vaterländischen Interesse zu handeln, wenn sie heute l h r A m t In die Hände des Herrn Reichs- Präsidenten zurückleg l. Sie handelt dabei — ohne den Grundsatz autoritärer Staatsführung preiszugebcn — nach dem von ihr schon vielfach ausgesprochenen Prinzip, datz Rücksichten auf Personen in dieser so ernsten Stunde keinen Raum haben können. Sie wünscht, dem Herrn Reichspräsidenten den weg völlig frei zu machen, damit er als der Führer der Nation und gestützt auf die hohe Autorität seines Amts die Zusammenfassung aller wahrhaft na- । tionalen Kräfte herbeiführen möge, die allein I den weg der deutschen Zukunft sichern kann. Der Herr Reichspräsident nahm die Demission der Reichsrcgierung ent- gegen und beauftragte das Kabinett mit der Weiterführung der Geschäfte. Der neue Weg. Hindenburg'übernimmt die Führung der Verhandlungen. Berlin, 17. Olcn. (ERB.) Mit der Annahme der Demission des Reichskabinctts v. Popen ist die weitere innerpolitische Entwicklung nun i n d i e Hand des Reichspräsidenten gelegt. E w rd in Besprechungen mit einer Reihe von führenden Politikern verbuchen, sobald wie mögl ch c nen Ausweg aus den außerordentlichen Schwierigkeiten der gegenwärtigen Lage zu finden. Eine Beschleunigung d eser Bemühungen ist nach Auffassung der maßgebenden Kreise schon deshalb notwendig, weil vor allem das Interesse der deutschen Wirtschaft eine möglich st baldige Beendigung des jetzt beginnenden Zw fchenstadiurns erfordert. Darum werden die ersten Besprechungen auch bereits am Freitag stattfinden, und zwar hat der Reichspräsident für Freitag die Abgeordneten Hugenberg. Kaas und Dingcldey zu sich bitten lassen. Alle drei Herren haben auch bere is zugesagt. Für Samstag sind telegraphisch Hitler und Dr. Schäffer von der Bayer scheu Volkspartei. die sich noch in München aufhalt n. e ngcladen word.m. Die Sozial- demokraten sind nichteingeladen worden. Als Begründuno dafür wird der Ton und der Inhalt der Antwort angegeben, die sie dem Re chgkanzlcr gegeben haben. Gegenstand der Besprechungen mit den Parteiführern wird nicht nur die Personenfrage, sondern a u ch das wirtschaftliche und politische Programm einer künftigen Regierungspolitik sein. Die Ber- Handlungen mit den Parteiführern werden sich in zwei Etappen vollziehen. In der ersten wird der Reichspräsident mit den oben bezeichneten Politikern einzeln verhandeln. Diese Derhandlun- gen sind als Vorbesprechungen gedacht. Es soll damit der Eindruck vermieden werden, als wolle man die Parteiführer gewissermaßen überrennen. Der Reichspräsident will zunächst ihre Ansichten hören. Er wird Wert darauf legen, dah sie v o r - läufig in Berlin bleiben und nach den Vorbesprechungen mit ihm untereinander Fühlung nehmen, so dah Anfang nächster Woche die zweite Etappe der Verhandlungen einsetzen kann, in denen sie dem Reichspräsidenten Vorschläge machen. äleber den Inhalt der einzelnen Besprechungen soll zunächst nichts bekanntgegeben wer- den. Die Parteiführer werden gebeten, nichts darüber in die Oefsentcichleit zu bringen, bis ein Ergebnis vorliegt, damit die Verhandlungen nicht durch vorzeitige Mit e lu -gen gestört w r er. Rach dem Plan des Reichspräsidenten wird damit gerechnet, dah bereits Mitte nächster W o ch e die Verhandlungen zum Abschluh gekom- men sind und der Reichspräsident dann seine Entscheidungen über die Reubildung der Rcihsregie« rung treffen kann. Von unterrichteter Seite wird ferner betont, daß der Reichspräsident auch weiter an dem Gedanken und dem Prinzip des Präsidialkabinetts f e st hält. Auch das neue Kabinett wird also ein Präsidialkabinett sein. Aus der Art, wie der Reichspräsident die Verhandlungen zu führen beabsichtigt, geht hervor, daß es sich keineswegs darum handelt, das Programm der Reg erung Papen einfach an^urehmer. Auch das Wirtschastsprogramm wird nicht als unabänderlich bezei chnet. Vielmehr sollen ja d i e Parteiführer selb st über Vorschläge beraten. Die Verhandlungen mit ihnen wird der Reichspräsident persönlich in Gegenwart des Staatssekretärs Dr. M e i h n e r führen. Wenn aber der eine oder andere Parteiführer den Wunsch äußern sollte, mit dem Reichspräsidenten unter vier Augen zu sprechen, so wird auch dem Rechnung getragen werden. Die Verailllvortung der Parteien. Eine g ofje Ctzarce Die Verhandlungen, die der Reichspräsident nun I mit den Parteiführern aufnchmen wird, werden also ein großzügiger und loyaler Versuch zu einer Verständigung mit wichtigen politischen Kräften des deutschen Volkes sein. Jedenfalls haben die Parteien eine große Chance — sie tragen aber auch eine große Verantwortung für das, was die nächste Entwicklung bringen wird. Viel wird davon abhängen, wie die N a t i o n a l s o z i a l i st e n sich einstellen. Dagegen gilt es schon jetzt als sicher, daß das Zentrum jede Präsidiallegierung unterstützen wird, an deren Spitze nicht Reichskanzler v. Popen steht, wenn dieses Kabinett auch den sozialen Notwendigkeiten Rechnung trägt und die Haltung zur Verfassung einnimmt, von der Prälat Kaas in seiner gestrigen Erklärung gesprochen hat. Man nennt auch bereits Namen, die für die Führung des neuen Kabinetts in Frage kommen, und zwar dieselben, die in der letzten Zeit immer wieder auftauchtcn, nämlich Gördeler, Bracht und G e ß l e r. Dagegen kommt ein Kabinett Schleicher schon deshalb nicht in Frage, weil General Schleicher keine Neigung hat, das 'Reichskanzleramt zu übernehmen. Allerdings rechnet man mit feinem Verbleiben als Reichswehrmini st er mit derselben Selbstverständlichkeit, mit der Freiherr v. Neurath auch als Außenminister bezeichnet wird. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß auch einige andere Mitglieder des Kabinetts Popen in einer neuen Konstellation wiederkehren werden. Die Nennung von Kandidaten für das Kanzleramt dürfte allerdings vorläufig noch verfrüht sein, da man zunächst einmal abwarten muß, wie sich die wichtigere Frage des sachlichen Programms in den bevorstehenden Verhandlungen entwickelt. Die (Stellung der Deutschnationalen. Berlin, 17. Nov. (TU.) Von deutschnationaler Seite wird zu den Ereignissen des 17. November wie folgt Stellung genommen: „Die von interessierter Seite künstlich geschaffene und planmäßig gesteigerte Erregung ist unnötig. Eine Krise der Parteien, die im Wahlkampf gegen die Regierung Popen und gegen das von der DNVP. verfochtene -antiparlamentarische Prinzip standen, ist in eine Krise der R e - gierung umgefö Ischt worden. Das Angebot der Gesamtdemission de.s Kabinetts war nicht erforderlich. Es Handelle und handelt sich um die Schaffung eines einheitlichen Wirt- schaflsprogramms und die zu seiner Durchsetzung notwendigen, im Rahmen des Kabinetts lösbaren Personalmaßnahmen. Das schwere Geschütz der Gesamtdemission brauchte für diesen Zweck um so weniger aufgefahren zu werden, als die gegen eine antiparlamentarische Staatsführung stehenden Kräfte nur in d e r Verneinung einig sind und weder in den großen politischen, noch in den brennenden wirtschaftlichen Fragen den Beweis der Einigung und der Leistung erbracht haben. Sie werden ihn auch nicht erbringen. Wir sehen in dem Feldmarschall von Hin- d e n b u r g den Garanten dafür, daß der gegen den Versailler Druck 'und den Weimarer Mehrheitswahn beschrittene Weg über alle Kabinettstaktik hinweg zum Siege geführt wird." Die Bayerische Volkspartei. München. 17. Rov. (ERD.) Lieber die Stellungnahme der Bayerischen Volkspariei zur Frage der nationalen Konzentration orientiert ein parteiamtlicher Artikel im offiziellen Organ der Bayerischen Volkspartei. Dort heißt es u. a., dah die Partei den Wunsch des Reichspräsidenten bejahe, zu einer Konzentration aller arbeitsfähigen und arbeitswilligen politischen Kräfte der Ration zu kommen aus vollster Ueberzeugung. Ein gedeihliches Weiterführen der Regierungsgeschästc in der Isolierung, in welche die Regierung Popen geraten sei, müsse als ausgeschlossen betrachtet werden. Der Zweck der Demission Papens und seines Kabinetts müßte zunächst darin bestehen, es dem Reichspräsidenten zu ermöglichen, einen Mann seines Vertrauens mit der Ausgabe zu betrauen, die Frage nach der Möglichkeit einer sogenannten nationalen Konzentration in ehrlichster Weise zu prüfen und mit den Parteien zu verhandeln. Die Bayerische Volkspartei lege den größten Wert darauf, daß bei diesen Verhandlungen unter allen Umständen beachtet werde, daß der Derhandlungsführer eine präsidiale Aufgabe zu erfüllen habe. So werde es vor allem nicht Sache der Parteien, sondern Ausgabe der präsidialen Seite sein, die Personen zu nennen, die für eine neue Regierung in Frage kommen sollen. Die Bayerische Volkspartei werde daran festhalten, daß in eine wirkliche nationale Konzentration auch die sozialdemokratische Partei eingeschlossen werden müsse. Goebbels fordert die Berufung Hitlers. Berlin, 17. Rov. (TU.) 3m „Angriff" schreibt Dr. Goebbels u. a. zur Lage: Bevor man überhaupt an eine Lösung der großen deutschen Krise herantreten kann, muß der Reichskanzler beisciletreten und jenen politischen Kräften das Feld freigeben, die befugt sind, im R a m e n der Ration zu reden und zu handeln. An dieser unbezweifelbaren Tatsache wird auch der Herr Reichspräsident nicht vorbeikommen können. Die nationalsozialistische Bewegung ist, selbst nach der Einbuße vom 6. Rovember allen anderen Parteien so weit voraus, daß sie für sich die F ü hr un g de r d e u t s ch e n P o l i- t i k nicht nur beanspruchen kann, sondern auch beanspruchen muß. Man verstehe uns nicht falsch. Wenn die nationalsozialistische Bewegung in der Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme auch die Pflicht sieht, ein gleiches oder doch wenigstens entsprechendes Maß an Macht zu fordern, so entspringt das etwa nicht parteipolitischer Willkür, die sich bedenkenlos über politische Begebenheiten Hinwegzusehen versucht. Man kann eine Bewegung, wie Die unsere, nicht unter das kaudinische Joch der Verantwortung beugen, ohne ihr zugleich auch die Macht und die Kraft zu Sben. dieses Joch zu tragen. Wo gibt es einen usweg aus diesen! Dilemma? Jeder englische König würde in dieser Situation Adolf Hitler rufen und ihm die Bildung einer neuen im Volle verankerten Regierung in die Hand legen. Sollte das, 'was in England selbstverständlich ist, in Deutschland uninög'.ich sein? Und hier liegt auch der einzige Weg, der aus der Krise herausführt und neue Zukunftsmöglichkeiten eröffnet. Englands Abrüstungsvorschläge in Genf. Simon erkennt das deutsche Verlangen nach Gleichberechtigung an und wünscht ihm zu entsprechen. Genf, 17. Rov. (WTB.) Sic John Simon hielt im Bureau der Abrüstungskonferenz die angekündigte Rede über den Standpunkt der englischen Reg'erung zur Abrüstungsfrage. Sir John Simon gab seine Erklärungen ausdrücklich im Rainen der englischen Regierung ab. Sehr ausführlich beschäftigte sich Simon mit der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung. Di: e Frage müsse unbedingt geklärt werden, da s.e die wichtigste Vorbedingung für die weiteren Arbeiten der Konferenz 'ei. Die englische Regierung ^ist der Meinung, daß ihre Erklärung mit die er Schwierigkeit aufräumt und eine Lage wiederherstellt, die es allen Mitgliedern der Konferenz ermöglicht, auf einer allseits befriedigenden Basis einen konkreten Plan für internationale Abrüstung zusammen auszuarbeiten. Sir John Simon behandelte sodann die Frage unter vier Gesichtspunkten: 1. Der Versailler Vertrag sei ein bindendes Dokument. Gleich anderen Verträgen könne er nicht durch einseitige Handlungen beiseite geschoben werden. Er könne nur mit gegenseitiger Zustimmung geändert werden. Eine Veränderung der Stbrüftungsbeftimmungen des Versailler Vertrags könnte nur durch gegenseitigen guten Millen und allgemeine Zustimmung erreicht werden. Der französische plan enthalte in der Tat einen Vorschlag für die Rekrutierung s- methode der fiontinenfatarmee, der eine Aenderung der Bestimmungen des V. Teils des Versailler Vertrags mit sich bringe, und der auf eine Anwendung des Prinzips der Gleichberechtigung hinziele. 2. Aus der Präambel zum Teil V des Vertrags und Elcmcnceaus gleichzeitiger Erklärung im Namen der Alliierten ergebe sich ohne Zweifel. daß die Deutschland auferlegte Abrüstung z u dem Zweck beabsichtigt und ausgesprochen wurde, um ein wesentliches Maß der allgemeinen Abrüstung einzuleiten. 3. Ohne gewisse Abrüstungsmahnahmen anderer Staaten unterschätzen zu wollen, bleibe die Tatsache bestehen, dah, während Deutschland den Beschränkungen des Friedensoertrages unterworfen ist, andere Nationen der Welt noch nicht gegenseitigen bindenden Verpflichtungen zur Begrenzung und Herabsetzung ihrer Rüstungen unterstehen, abgesehen von den Flottenoerträgen in Washington und London. Eine weitere Tatsache sei. dah andere N a t i o - nen sich noch biejenigen Waffen erlauben, die durch den Friedensvertrag Deutschland verboten sind. 4. Inzwischen sei Deutschland ein vollberechtigtes Mitglied des Völkerbundes geworden, und es habe das unbestreitbare Recht erlangt, eine gleiche Stellung einzunehmen. Ohne Deutschland kein Fortschritt in Genf. Wenn man sich noch nicht geeinigt habe, so erkläre sich dieses Zögern nicht daraus, daß man Deutschland in einem immerwährenden Zustande minderen Rechts erhalten wolle, sondern dieses Zögern gehe aus der Sorge hervor, welcher praktische Gebrauch von der neuen Lage gemacht werden könnte, und aus der Furcht vor Gefahren, die die Ruhe Europas bedrohen könnten. Diese Ueberlegung stehe in direkter Beziehung zur Abrüstungskonferenz, die in ihrem Hauptzweck daraus abziele, einen dauernden und sicheren Frieden zu erreichen. Die Erklärungen, die er bereits im Unterhaus abgegeben habe, seien die Grundbedingungen, durch deren Erfüllung dte durch die Forderung nach Gleichberechtigung entstandene Frage gelöst werden könne. Die englische Regierung schlage vor: 1. Alle europäischen Staaten sollten sich i n einer feierlichen Erklärung z u - sammenfinden, dah sie unter keinen Umständen versuchen werden, irgendwelche gegenwärtigen oder künftigen Streitigkeiten unter sich mit Gewalt zu lösen. 2. Die Beschränkung der deutschen Rüstungen soll in der gleichen Abrüstungskonvention enthalten sein, die auch die Rüstungsbegrenzungen der anderen Staaten bestimmen wird. 3. Deutschlands Rüstungsbegrenzungen sollten für dieselbe Zeit gelten und den gleichen Revisionsmethoden unterliegen, die für die anderen Staaten gelten. 4. Deutschland habe erklärt, dah es nicht die Absicht habe, aufzurüsten, sondern gefordert, dah das Prinzip anerkannt werde, die Rüstungssorten. die den anderen Staaten erlaubt sind, dürften i h m nicht oerbofen bleiben. Es verstehe sich von selbst, erklärte Sir John Simon hierzu, dah es sich jetzt nur um die Waffenarten und nicht um die Zahlen handele. Vie Frage der Zahlen muffe später und getrennt behandelt roercr.i. Denn die Gleichheit des Status gewährt werden solle, so müsse das Prinzip der qualitativen Gleichheit anerkannt werden, und die englische Regierung erlläre ihre Bereitwilligkeit, in Zusammenarbeit mit den anderen Staaten der Abrüstungskonferenz dieses Prinzu, in die neue Konvention aufzunehmen. Durch welche Wittel und durch welche Stufen dieses Prinzip angewendet werden kann, müsse der Gegenstand von besonderen und Einzelerörterun- gen hier in Genf sein. Es ist wesentlich, so fuhr Simon fort, dah Deutschland daran teilnimmt. Abrüstung in Etappen. Sir John Simon erklärte sodann, die englische Regierung lege den Rachdruck auf zwei Punkte: 1. sei es die Aufgabe der Abrüstungskonferenz, ein Maximum positiver Abrüstung unter i l gemeiner Zu't mmung zu erreiche, nicht unter Berufung auf die Gleichheit die Lüftungen zu erhöhen. 2. köime die praktische Verwirklichung des Prinzips der Gleichberechtigung nicht auf einmal erreicht werden. Das Vertrauen in die weitere Anwendung des Prinzips werde zunehmen, wenn sich ergebe, dah der Frieden der Welt durch einen er st en Schritt stärker gesichert worden sei, den man unternommen habe. Die englische Regierung halte ein etappenweises Programm praktischer Maßnahmen für notwendig. Zum Schluß legte der Minister dem Büro Vorschläge der englischen Regierung vor. Sie sollen nach der Ansicht der englischen Regierung i n der er st en Etappe verwirklicht werden. Sie seien unter dem Gesichtspunkt der Berücksichtigung der deutschen Gleichberechtigung aufgestellt. Zur See. Die englische Regierung sei augenblicklich im Begriff, zu einem älebereinkommen mit den Hauptseemächten über eine wesentliche Herabsetzung der Gröhe der Linienschiffe zu gelangen. Das Deutschland zu gewahrende Prinzip der Gleichberechtigung verlange, dah Deutschland die Erlaubnis erhalte, Schiffe von dem gleichen Typ zu bauen, auf den sich die großen Flottenmächte einigen werden. Es habe sich bereits gezeigt, dah eine Herabsetzung der Schiffsgröhe auf 10 000 Tonnen nicht allgemein angenommen werde. Jeder Schiffbau, den Deutschland unternehme, dürfe aber nicht die Gesamttonnage in irgendeiner der ihm zugestandenen Kategorien erhöhen. England sei bereit, seine Kreuzer auf die Grenze herabzusetzen, die Deutschland erlaubt sei. England sei ferner zu einer vollständigen Abschaffung der Llntersee- boote bereit, d e Deutschland ja auch verboten seien. Dies sei der beste Weg, um in diesen Waffenkategor.en den Anspruch Deutschlands auf Gleichberechtigung zu e."füllen. Die Landrüstung. Auf dem Gebiete der Landrüstungen schlage England die Abschaffung der schweren Tanks über eine bestimmte Grenze vor. Die Zulassung des Grundsatzes gleicher Behandlung mache es unmöglich, im Prinzip Deutschland das Recht zum Besitze einer beschränkten Anzahl solcher Tanks abzu sprech en, die allgemein zugelassen werden sollen. Aber die Frage der p r a k - tischen Verwirklichung dieses Grundsatzes. insbesondere der Zahl, hänge davon ab. zu welchem Zweck die Tanks in den einzelnen Armeen gebaut werden sollen. Um auf dem Gebiete der schweren Artillerie der deutschen Gleichberechtigungs,orderung entgegenzukommen, sei es am besten, die Herabsetzung derKaliber auf das Deutsch land gewährte Maß zu erstreben. Die Luftflotte. Auf dem Gebiete der Lustrüstung wäre England zu einer Abschaffung der Militär-. See- und Bombenflugzeuge und gleichzeitig zu einer internationalen Kontrolle der Zivilluftfahrt bereit. Ausgeschlossen von den Verbot der Bomben lugzeuge sollen lediglich solche Maschinen fein, die für Polizeizwecke in entfernteren Gegenden gebraucht werden. England schlage vorläufig vor: 1. die sofortige Herabsetzung der Luftstreitkräste der Hauptmächte auf das Riveau der englischen Luftmacht, 2. nachdem dies geschehen ist, eine Herabsetzung des Riveaus um ein Drittel mit Einschluß Englands, 3. Begrenzung des Leergewichts der Militärslug- zeuge auf eine möglichst niedrige Grenze. Die eng- Schuller im Glück. Lon Hans Fallada (Alle Rechte im Rowohlt-Berlag, Berlin.) Es ist ein flaches Land, Bäume, kein Haus weit und breit und durch diese reine Natur, so ländlich wie nur möglich, wandert verdrossen ein städtisch gekleideter junger Mann. Dieser junge Mann ist ein Schneidergesell aus der alten Stadt Halle an der Saale. Aber nicht rechtliche Wanderschaft hat ihn in diese sch inen pommerischen Wälder geführt, sondern cs ist schon lange, daß Willi Schuller sich auf die liederliche Seite gelegt hat. Und nun sind die Greifer hinter ihm her und abseits jeder Eisenbahn, jedes manierlichen Menschen, jeder gsiick- bringenden Aussicht wandert er ziellos dahin, ohne Geld, mit Kohldampf. Der Wald will nicht enden und der Magen nicht schweigen, immer dunkler wird das Gesicht des Willi Schuller — nun stolpert er auch noch über eine Wurzel und mit einem Fluch setzt er sich in das Waldmoos. Aber es ist, als hätte dieser Fluch eine Antwort gefunden, ein melancholisches Muh ertönt, nun knackt es in den Zweigen, der Wanderer springt auf, durch das Haselgebüsch schiebt sich ein weißstirniger Kopf, und Kuh und Wandersmann sehen einander an. „Muhtsche", bricht zuerst der Schuller das Schweigen. „Komm, meine gute Muhtsche! Komm, meine liebe Muhtsche!" „Muh" sagt die Kuh und kommt. Warum dieses Rindvieh hier allein wie er im großen Wald spatzieren geht, sieht der Schuller nun auch, sic ist irgendwo durchgebrannt, der Strick hängt zerrissen. Doch er sieht noch etwas anderes: dah das Euter prall voll ist, und wenn er auch der neuen Freundin noch nicht so weit traut, dah er sich direkt unter sie legt, auch in einen Filzhut kann man melken. Und so strippt und strullt er sich denn nach bestem Kannen eine kräftige Mahlzeit in den Hut. Die Kuh steht ftiU, der Magen sagt ja zu der Mahlzeit und cka capo. Das läßt sich machen, auch die zweite Mahlzeit wird verdrückt und plötzlich sieht die Welt ganz anders aus: der Wald ist nett, und die Bogel sind nett, und der stille Weg ist eigentlich auch nett. Besser jedenfalls, als gingen Gendarmen darauf. Willi Schuller sieht die Kuh etwas zweifelhaft an. Bann schwenkt er den Hut, dah die letzten Milch- tropfen spritzen, sagt lustig-verlegen: „Guten Tag und Danke schön, Muhtsche^ und nimmt feinen Weg nneber unter die Fähe. Die Kuh antwortet „Muh? uud hat denselben Weg. Schuller bleibt stehen: „Gehst du weg, Muhtsche!" Die Kuh sieht ihn an. 2119 er weitergeht, streckt sie ihm gleich den Kopf lifche Regierung sei der Meinung, daß Deutschland während der Verhandlungen hierüber keine Forderung nach Militär- und Seeflugzeugen erheben solle. Rach der Red« Simons nahmen mehrere Redner das Wort. Llebereinstimmend wurde von ihnen der Hoffnung und dem Wunsche nach Rückkehr Deutschlands zur Abrü- stungskonferenz Ausdruck gegeben. Henderson erklärt«, daß es unmöglich fei, ohne Deutschland zu Ergebnissen zu gelangen. Seine baldmöglichste Teilnahme werde die Verhandlungen sehr erleichtern. Der italienische Vertreter Rosso wies darauf hin, daß Mussolini stets auf der Anerkennung der Gleichberechtigung Deutschlands bestanden habe. Die englischen Vorschläge seien ein praktischer Weg zur Verwirklichung dieses Anspruches. Der französische Vertreter Massigst schloß sich den von Henderson ausgesprochenen Hoffnungen an. Der Vertreter der Vereinigten (S aaten, Rorman Davis, gab der Hoffnung auf Rückkehr Deutschlands in warmen Worten Ausdruck. Der Klepper-Llntersuchungs- ausschuß aufgeflogen. Der Zeuge Klepper erscheint auf der Ministerbank. Berlin, 17. Rov. (Täl.) Der Klepper-Tlnter- suchungsausschuh des Preußischen Landtages nahm am Donnerstag feine Verhandlungen zur Fortsetzung der Zeugenvernehmung zur Frage des Ankaufs von Aktien der Kölner Görreshpus AG. (?Kölnische Volkszeitung") durch die Preußenkasse wieder auf. Ta Finanzminister Klepper, der als Zeuge geladen war, am Tisch des Regierungsvertreters Platz genommen hatte, forderten die Rationalsozialisten, daß Klepper den Saal verlasse, da er doch eigentlich der Angeklagte in diesem Ausschuß fei und die anderen Zeugenaussagen nicht mitanhören dürfe. Zur Behandlung dieser Frage wurde sofort eine nichtöffentliche Sitzung angesetzt. die die Vertreter der Rationalsvzialistischen Fraktion gleich nach Beginn geschlossen verließen. Rach einiger Zeit verließ auch der Abgeordnete Steuer (Dn.) die nichtöffentliche Sitzung. Da zwei Kommunisten fehlten, waren jetzt nur noch 15 Ausschuhmitglieder im Saal, so daß der Ausschuß gerade noch beschlußfähig war. Als dann eine Einigung darüber, ob Minister Klepper als Vertreter der Regierung an den weiteren Verhandlungen des Ausschusses teilnehmen könne, nicht zustande kam, beschloß der Ausschuß angesichts des Auszuges der Rationalsozialisten und des deulschnationalen Abgeordneten Steuer die Verhandlungen auf Antrag des Abgeordneten Hamburger (Soz ) vorläufig abzubrechen. Die nächste Sitzung des Aulshusses soll erst am 25. Januar 1933 stattfinden. Für die Sitzung war die A u s s a ge g en e h- migung des Staalsministeriums lediglich zu einer formulierten Erklärung gegeben worden. Eine darüber hinau2gehrnde Es) nehmigung wurde aus staatspolitischen Gründen weder für die Minister, noch für die übrigen in Frage kommenden Beamten und Angeställwn erteilt. In der Erklärung, di« Minister Klepper abgeben svlble, hieh es u. a., es seien auf dem W:ge über das Konto A Aufwendungen gemacht worden, die zur Verteidigung der agrar - und kredil politischen Grundhaltung der Preußenkasse gegenüber bestimmten Angriffen notwendig gewesen seien. Insbesondere seien der deutschen Rachrichten- und Korrespondenz-G. m. b. H. in Zusammenhang mit der HerauttgabL der agrarpolitischen Korre- spondenz „Grüne Blätter" Beihilfen gewährt worden. Das g'efdje sei gegenüber der „L a n dw i r ts ch a s t shi l f e" geschehen. Auf dem Konto A seien ferner Mittel zmn Zwecke der Bekämpfung von solchen gesetzwidrigen Vorgängen und Bestrebungen gewäh.t worden, die geeignet gewesen seien, d i e öffentliche Ruhe, Sicherheit und Ordnung über die Schulter, daß sie auch in Kontakt bleiben. Und weil das lästig ist, faßt er sie beim Strick und denkt bei sich: „Vielleicht verdiene ich mir als Finderlohn Mittagessen und ein Nachtquartier." Nach einer Weile Wanderschaft lichtet sich der Wald, Schuller nebst Kuh sehen Felder vor sich, Wiesen, ein Flüßchen zwischen Weiden und Pappeln und rechter Hand einen Bauernhof. Auf einer Wiese am Weg steht der Bauer und mäht. Schuller ist es nicht ganz gemütlich, mit der Kuh am Strick beim Bauern vorbeizugehen, er läßt den Strick so lang, wie es geht, als hätte er nichts mit dem Rindvieh zu tun, murmelt hastig „Guten Tag" und will weiter. „He", ruft der Bauer. Schuller marschiert eilig weiter. „Holla", ruft der Bauer. „Sie Da!, das ist doch die schwarze Bläß vom Müller?" „Ja?" sagt Schuller dämlich und muß stehenbleiben, denn die Kuh ist stehengeblieben. „Will er sie nun doch verkaufen?" fragt der Bauer. „Bringst du sie auf den Markt nach Pyritz?" „Ja" sagt Schuller. „Du bist wohl der neue Müllerbursche, was will er denn dafür haben?" „Dreihundert" sagt Schuller und schwitzt. „Der Esel! Der Dickkopf!" sch mpft der Bauer. „Und mir hat er sie dafür nicht lassen wollen!" „Guten Tag", sagt Schuller und zieht an dem Strick. „He!", ruft der Bauer wieder. „Holla! Für dreihundert nehme ich die schwarze Bläß auch, und du sparst den Weg auf Pyritz. Und ein Schwanzgeld kriegst du obendrein." „Wieviel?" fragt Schuller. „Zehn", sagt der Bauer. „Fünfzehn", verlangt Schuller. „Ist gemacht", sagt der Bauer, und sie geben sich die Hand. Nachher, in der Bauernstube, nachdem der Schuller die Dreihundertfünfzehn in Empfang genommen hat, steht der Bauer nachdenklich und dreht. ein Fünfmarkstück in der Hand. „Du", sagt er zögernd. Der Schuller schweigt. „Du sparst doch den Weg auf Pyritz, ja?" fragt der Bauer. „Ja", sagt der Schneider. „Du könntest mir einen Gefallen tun, und ich geb’ dir fünf Mark. Ich hab' meinen Braunen an den Bauern Scheel in Puttgarten verkauft — möchtest du ihm den nicht hinbringen?" „Ja...", meint Schuller zögernd. „Es ist knapp eine Stunde Weg. Du mußt nur aufpassen, daß der Müller dich nicht sieht. Weil er doch denkt, du bist auf dem Markt..." „Meinetwegen", läßt sich Schuller erweichen. „Ja — und pah auf, daß der Müller dich nicht sieht. Der wollte auch gerne den Braunen kaufen, aber der Scheel zahlt dreihundertfünfzig." „3d) laß mich nicht sehen", sagt Schuller und reitet ab. Wie er in den Wald reitet, fängt er an zu pfeifen, dreihundert- zwanzig Eier in der Tasche und von Schusters Rappen auf den Braunen gekommen. Der Magen falt, der Beutel satt — es ist eine vergnügliche und di« Aufrechterhaltung einer ordnungsmäßigen Kredi-twirtschaft zu gefährden. Für parteipolitische Zwecke oder zur Bereicherung irgendwelcher Personen seien Zuwendungen nicht erfolgt. Oer Zwang zur Verwaliungsreform. Freiherr v. Gayl fordert A f abenbepren» zung von Reich, Lände.n und Gemeind:». Berlin, 17. Rov. (ERB.) Der Vierte Zeitungsfachliche Fortbildungskursus wurde im Deutschen Institut für Zeitungskunde durch den Reichsminister des Innern Freiherrn v. Gayl mit Darlegungen über die beabsichtigte Reform der Reichsverwaltung eröffnet. Der Minister wies auf die Rotwendigkeit einer Reichsreform hin und fuhr dann fort: Daß die Verwaltung „aufgebläht" ist, bedarf keines Beweises. Man muß die Zuständigkeit zwischen Reich, Ländern und Gemeinden regeln und die Erzbergersche Reichsfinanzreform ändern. Ich bin der Lieberzeugung, daß z. D. das Reichsministerium des Innern mit zwei Dritteln feines Apparats auskommen könnte, wenn das Hineinarbeiten in die Angelegenheiten der Länder aufhören würde. Die Folge dieser ungeheueren Aufblähung des Derwaltungsapparats ist naturgemäß die K o st e n st e i g e r u n g. die weil über die Kräfte der deutschen Wirtschaft hinausgeht. Heute stehen wir vor einer Entwicklung, in der sich nur mühsam der Haushalt für Reich, Länder und Gemeinden aufrechter halten läßt. Tlm einen Ausweg zu finden, halte ich die Verwaltungsreform — jedoch ohne Aenderung der Verfassung —für dringend notwendig. Es kommt darauf an, daß von Grund auf Ordnung geschaffen und das Steuer herumgelegt wird. Damit eine doppelte Bearbeitung vieler Dinge vermieden wird, haben diese Aufgaben wieder di« Länder und Gemeinden zu übernehmen. Dazu gehören die Arbeitslvsenversorgung und ein Teil der Finanzverwaltung. Ein gesunder Finanzausgleich muß wieder Platz greifen. Dringend notwendig find auch der Abbau der R e i ch s ze n t r a l b e h ö r d en sowie eine Durchprüfung der Reichsverwaltung nach Verbilligung und Vereinfachung. Entscheidung und Verantwortung müssen wieder dort liegen, wo die Kenntnis der Menschen und Qkr- hältnisse vorhanden ist. Sehr wichtig ist, daß dasReichundPreutzenwiederineine organische Verbindung kommen. Alle Vorschläge, die verfassungsändernd wirken, müs- sen zunächst zurückgestellt werden. Richt theoretisieren, sondern handeln mutz die zukünftige Parole sein. I :en F''* I '«rnöeriW I, ncunzel I < läge ö Laie: -L«l°dezu Aus aller Welt. Gronau und feine Mitflieger als Ehrengäste im Reichsverkehrsministerium. Der Reichsverkehrsminister gab zu Ehren des Weltfliegers d. Gronau und feiner Flugkameraden v. Roth, Albrecht und Hack ein Frühstück. In einem Trinkspruch begrüßte der Reichsverkehrsminister Gronau als den ersten Deutschen, der den gesamten Erdball umflogen hat. Der Minister schloß mit dem Wunsch, dah i/ie Besatzung erfolgreich ihres Amtes als Lehrer des deutschen Fliegernachwuchses walten möge. — Gronau dankte herzlich für die Begrüßung und gedachte der Tlnterstützung, die sein Plan int Reichsverkch:sministerium gesunden habe. Dieser Plan sei gewesen, unabhängig von allen finanziellen Fragen, die Flagge des deutschen Flugwesens auf dem ganzen Erdenrund zu zeigen. Der Erfolg war größer, als man erwarten konnte. Gronau fil/oß mit der Feststellung, daß im Ausland das Vertrauen zur deutschen Tüchtigkeit unvermindert bestehe. Am Rönlgcnapparat tödlich verunglückt. Der frühere Oberer,,t am Offenbacher Krankenhaus, Dr. Eberle, ist bei einer Röntgenaufnahme im Kantonalen Krankenhaus in Münsterlingen am Bodensee tödlich verunglückt. Dr. Eberle, der im 52. Lebensjahre stand, war über zehn Jahre Oberarzt am Offenbacher Stadtkrankenhaus und genoß als Chirurg einen über die Grenzen Offenbachs weit hinausgehenden Ruf. Drei Räuber in Polen Hingerichtei. Drei polnische Räuber, die in Wolkowysk auf frischer Tat beim Plündern und Totschlag ertappt wurden, sind im summarischen Gerich.soer- fahren zum Tode verurteilt und nach Ablehnung ihres Gnadengesuchs h i n g e r i ch t e t worden. Orkan über Nord-Rorwegen. Nord-Nordwegen ist von einem furchtbaren Orkan heimgesucht worden,' der große Verheerungen angerichtet hat. In Helnäs auf der Magerö sind alle Gebäude durch den Sturm zerstört worden. 15 Fischerboote find abgetrieben worden und zerschellt. Von den großen Gebäuden des Ortes steht nur noch das Wohnhaus des Kaufmannes und die Telephonstation. Auch das Postamt ist umgeweht. Noch schlimmer ist es in dem Hasen Okseoaag ergangen. Die gesamte Fischereiflotte dieses Oertchens, die vor Anker lag, ist zerschellt. Die meisten Flscherfamilien haben alles, was sie besaßen, dadurch verloren. Auch an den Gebäuden ist großer Schaden angerichtet worden. Die norwegische Regierung wird wahrscheinlich eine Hilfsaktion für die notleidende Bevölkerung in die Wege leiten müssen. 40 japanische Fischerboote vermißt. — 250 Maou ertrunken. Seit dorn Wirbelsturm, der die Pazifische Küste Japans heimsuchte, werden 40 Fischerboote vermißt, die zu einer auf der Höhe von Taira arbeitenden Fischerflytte gehören. Man befürchtet,' daß alle 40 Schiffe, von denen kein« Spur zu sehen ist, in dem Sturm gesunken und die Besatzungen, insgesamt 250 Scann, ums Leben gekommen sind. Ferner sind 36 Matrosen des Dampfers „Gentschu Maru", der auf der Höhe der Halbinsel Jzu in den Sturm geriet, e r - trunken. Auch von allen Punkten der Dfttüfte gehen Nachrichten ein, wonach viele Fischerboote ober Fischdampfer im Sturm gekentert sind. Nach den letzten tmitlichen Mitteilungen beläuft sich die Zahl der Toten auf 59, die der Vermißten auf 62. Kunst und Wiffenschast. Adelungs Glückwunsch an Gerhart Hauptmann. Staatspräsident Dr. h- c. Adelung hat an Gerhart Hauptmann zu dessen 70. (Geburtstag ein hcrzl.ches Glückwunschschreiben gerichtet, in dem es u. a. hecht: „In feierlicher Erinnerung an eine in biblische Ferne gerückte Stunde, die dem deutschen Volke den Dichter Gerhart Hauptmann schenkte, gedenke ich Ihrer, de? Dichters und des Menschen, mit den besten Wünschen und in aufrichtige. Verbundenheit. Sie werden in diesen festlichen Tagen eine Fülle von Beweisen der Verehrung erfahren. Eine große Welle des Dankes, privaten und offiziellen Dankes wird das Bekenntnis eines ganzen Dolles zu Ihrem Schaffen zu Ihnen tragen. Einer der größten Gedanken, de den modernen Llaat geformt haben, der Gedanke der Humanität, ist einem wesentlichen Teil durch Ihr Schaffen in dem öffentl chen Bewußtsein so stark geworden, daß er sich in dem Aufbau und in der Ordnung des deutschen Gemeinwesens durchsetzen konnte. Das Gefühl der Verantwortung für d e Schwachen und Leidenden unter den Volksgenossen, das Erwachen des sozialen Gewissens, ist sehr viel mehr das Ergebnis dichterisch geformten Und in Erschütterung erlebten Mitgefühls, als das polit'schen Kämpfens. Ihnen hierfür den Dank e nes deutschen Landes zum Ausdruck zu bringen, ist mir ein besonderes Bedürfnis " Welt. Aber dann hört Schuller wieder mit Pfeifen auf, der Braune macht behutsam Bein für Bein Trapp-Trapp, und Schuller denkt nach. Eine Weile später kommt der Kreuzweg, wo es zur Wassermühle links und nach Puttgarten zum Scheel rechts geht. Schuller reitet links ab. Es kommt ein Wiesen- tälchcn im Wald, wieder sieht der Schneider das Flüßchen mit seinen Weiden und Pappeln, und da ist auch schon das rote Dach der Mühle. Schuller steigt ab, klopft gegen ein Fenster und ruft: „Hallo!" Die Tür tut sich auf, und der Müller kommt heraus. „Na?" fragt er und betrachtet sich Roß und Reitersmann. „Guten Tag" sagt Schuller und läßt dem Müller alle Zeit, sich den Gaul gründlich anzusehen. „Wie kommt denn Vossens Brauner zu dem Reiter?" fragt der Müller. „Ich bin Schneider", sagt Schuller und lügt einmal nicht. „So", sagt der Müller. „Ich bin aus der Ver- wandtsch..ft von Voß", sagt Schuller und gerät dabei wieder in sein richtiges Lügen-Fahrwasser. „So", sagt der Müller wieder. „Und was hat der Braune damit zu tun?" „Mein Onkel muß eilig was haben", erzählt Schuller. „Und da läßt er fragen, ob Sie den Braunen jetzt für Dreihundert wollen?" „Naja", sagt der Müller und denkt nach. Er denkt lange nach, bann sagt er: „Zweihundertfünfzig". Schuller sagt nur „Nein" und macht Anstalten, wieder auf den Gaul zu kraxeln. ,3)alt!" ruft der Müller. „Wo willst bu denn nun hin?" „Zum Scheel nach Puttgarten", sagt der Schuller bloß. „So, also zum Scheel. Na also, dreihundert, meinet- halben, aber ein Schwanzacld kriegst du nicht." „Aber..." sagt Schuller. „Kriegst du nicht", sagt der Müller. „Bind den Gaul an und komm rein, daß ich dir das Geld gebe." Schuller hat sein Geld eingestrichen und trinkt mit dem Müller einen Schnaps, da hörte er draußen vor dem Haus Weibergeschrei und Gekreisch, und eine dicke rote Frau kommt in die Stube gestürzt und weint: „Oh, Badding, Vadding! Use Kauh is weg! Use Bläß is weg!" Dem Schneider wird es heiß und kalt. „O verdammt!" schreit der Müller. „Hast du doch keinen neuen Tüderstrick genommen?! Da soll doch der Henker —! Unsere beste Kuh —!" Die Frau meint, der Müller flucht, da sagt Schuller: „Ihre Kuh ist weg? Ich weiß, wo die ist." „Was...?" sagen die beiden und sperren Nase und Mund auf. „In Onkel Doßens Klee hat sie gestanden", berichtet Schuller. „Da hat sie der Onkel gepfändet wegen dem Feldschaden." „Meine Bläß gepfändet!" schreit der Müller. „Der olle düsige Boß und meine Bläh pfänden! Da soll doch das Wetter...!" Stürzt aus dem Haus, springt auf den Braunen, klappert die Straße runter, schreit zum Schuller: „Du kommst gleich nach, bu! Du bist Zeuge.. 2)#r Schuller ist lieber nicht npchgekommen. In einer Walbecke yat er die „Marie" gezählt, und vor Lachen hat er sich immer wieder verzählt, wenn er sich ausgemalt hat, wie Müller und Bauer sich wegen Kuh und Pferd auseinandergesetzt hoben... Muller mit Voßens Braunem, Bauer mit Müllers Bläß, und so rechtlich beide bezahlt... Schuller lachte noch lange. Später aber, vorm Richter, der auch hat lachen müssen, hat der Schuller wieder gesagt: „Es ist alles von selbst gekommen, Herr Richter, ich hab' nichts dazu getan. Man muß nur das Genie haben, dann hat man auch einen glücklichen Tag. Getan hab' ich nichts dazu..." Der Richter ist leider anderer Meinung gewesen. Linkshänder. Daß tr.e Linkshändigkeit nicht etwa auf- einen Erziehungsfehler beruht und „abgewöhnt" werden kann, sondern daß sie auf eine innere Veranlagung zurückzuführen ist. steht heute fest. Interessant sind die Unter'uchungen der Stuttgarter Aerztin M. Schüler, über die in der Leipziger ,2llustrirten Zeitung' berietet wird. Sie fand, daß von 7651 Kindern, die sie eingehend beobachtete, 7,8 Prozent Linkshänder waren. Bei den Knaben ist dieser Prozentsatz mit 10 bedeutend höher als bei den Mädchen, bei denen Linkshändigkeit nur in 6,6 Prozent auftrat. Es «fanden sich cauch „Linksfüher" und zwar in einer 3cf>[ von 1 Prozent. Das sind Kinder, die beim Ballspielen, Springen usw. den linken Fuß bevorzugen. Auch Frau Dr. Schiller erkannte deutlich den Zusammenhang zwischen Linkshändigkeit und Sprachstörungen. Die Hälfte aller Kinder, die stotterten oder sonst nicht gut sprechen konnten, erwiesen sich als linkshändig, während umgekehrt von stotternden Kindern 36.6 Prozent ganz oder teilweise linkshändig waren. Es scheint also, daß irgend welche älngewöhnlichkeiten des Sprachzentrums zu der Bevorzugung der linken Hand in Bezick^ng stehen. Des weiteren zeigte sich, daß die Linkshändigkeit überwiegend erblich bedingt ist. Die Stuttgarter Aerztin warnt vor allen Versuchen, die linkshändigen Kinder durch Zwang beeinflussen zu woUen. Auch di« Erziehung zur Deidhändigkeit. d. h. zum gleich- mcchigen Gebrauch beider Hände, hält sie für unzweckmäßig. jt Eingabe -Mr-che , nähme c Mraße ilt in der i$en Ell° stverkek ilt >nU lenach - i werden V paehende Wgen < einem ZU Itz li» heutige kiger Pau knüDcrte C teilte es fid fca Monat« tag? Arb Lz für dr Tea pfni des Ir ji alle § Lug des se Mst bei d ltaes schlurr k 't aller 1 R über bet uchftiche »geS Arbe Mm erweck Wstigun; ^reichende itm yum ! la es sich bt 'Taxierung W1 wfer bai iptscheiden I sein. (5 pwsend: L Milcher Feier X Kleber des F Eintritt Mt-milglie F Antrags, für jet M Mark ?*ung auf *iX gcfor -fofoi her E TO werden. *Nimniun Sei tonn Don fl ei», ’M m nn immer f * ir °°"kre Ge, ? Saat ■Wa aui; S Kl ^chen Sy ou« TO ihr "t-ach. ' etun * rtz-K s* slelch £lf*ln ge. ÄftßÄ Ä~g Zs-H ör wichtig??; "bieder "ng tom^ejä I mu^ i>»e jutun^gJ ‘ ?ne Hilf^ktiotz 9 m die Wege [eilen W - 250 M°n bie PaziM ’* " Fächer. 7" bet Höhe I'btti ytjoren. Man •H«. Don denen feint 1 ?^L«lLNktIl init 2dO ÜHnnn, umi Ferner sind 36 Ma- m Vorn', der ouj der en Sturm geriet, er. Punkten der Dfllüjtt "ch fiele M'cherboote 'in gekentert M Heilungen beläuft sich I, bie der DernMr« iffenschatt. Snharl haapImMN. Adelung ha! an Wien 70. CebuitSlag ifchschreiben gc« t: „In feierlicher Er« l.fche Ferne gerückte \ A^lke den Lichter te, gedenke ich Ihrer, ifchen. mit den besten v Verbundenheit. Sie ?3gen eine Fülle von tfaljr.'n. Sine große und offijielleni San» ganzen Tollte ju ka^A. T-E der mvdrE S/iaa'. ge» mt tzurnamtät, ist )U ,tch Ihr Schasten in n so stark geworden, und in der Ordnung 13 durchfetzen tonnte, rtung für d e Schwa« t den Doll.geno^en, n Gewissens, ist fehl dichterisch gesomten btci Mitgefühl«, als Ihnen hieM den 7s zum Ausdruck za r^Bcbürfni^^ ^fSTsrm.«. schreit zum e-chuüer. ' M bist Me... t ^chietommen. fiJfyFÄ yier und oauer juj £ Ä? Aji LeipzT- bie m W 6;e fllIlh, )tet vcob« sie eEp'7„ Der Mnder ^ Lenif^® ii denen Aadchelb lt. 3n der Mädchenklas'e wurden beachtliche Fortschritte verzeichnet. Zu nennen sind hier Gretl Guth. Margret Losch, Roly Lippert und Lotti Diehl. Bei den Frauen kam Fräulein Gerda Hublitz gegen Ende der Saison sehr stark auf. Fräulein Luh machte int Kugelstoßen Fortschritte, Fräulein Etzelmüller im 8L0-Meter-Lauf. Beide kamen auf ihre bisherigen Bestleistungen. Beide konnten sich in ihren bisherigen Leistungen verbessern. Fräulein R i ck e ll qualifizierte sich in verschiedenen leichtathletischen Wettbewerben. Die Spielvereinigung 1900 kann auf ihre Leichtathletik-Abteilung stolz fein. Die Aussichten auch für das kommende Jahr sind nicht schlecht. Man darf hoffen, daß sich die Spieloereinigung ihre Spitzenstellung in der Leichtathletik be» Bezirkes Hessen-Hannover hält. Großer Verdienst an den Erfolgen gebührt neben Herrn Richtberg, der die oft sehr umfang- reichen organisatorischen Arbeiten übernommen hatte, besonders auch Herrn Willi Schmidt, der als Trainer die Mannschaften voran brachte. Aus Anlaß der Siegesfeier, die die Leich-tath- lethik-Abteilung vor kurzem veranstaltete, konnten den beiden Herren besondere Auszeichnungen übermittelt werden. Die Betätigung, die in diesem Rückblick in den wesentlichsten Punkt rn gestreift wurde, ist ein deutlicher Beweis dafür, daß die Spielvereinigung auch im vergangenen Jahre wieder eine erfolgreiche Breitenarbeit geleistet hat, ohne die Förderung der Spitzenleistungen zu vernachlässigen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Riederweisel I — Spo. 1920 I 2:5 (1:3). Die 1. Mannschaft des Sportvereins 1920 weilte vergangenen Sonntag in Riederweisel, um gegen die dortige 1. Elf das fällige Berbandsspiel auszutragen. Die Gäste-Mannschaft, die einige Umstellungen vorgenommen hatte, legte von Anfang an mächtig los und kotrnte bereits in der zweiten Minute das erste Tor schießen, dem kurz darauf der Ausgleich von Riederweisel folgte. Bis zur Pause verwandelte Riederweisel weitere zwei Bälle, betten die Platzmannschaft nichts entgegensetzen konnte. Rach Halbzeit ging Riederweisel mächtig aus sich heraus, konnte jedoch dank der vorzüglichen Abwehr der Gäste nur ein Tor erzielen, während des Gastgebers fchußfreudiger Sturm noch zweimal zum Erfolg kam. ein einfaches und gesundes Leben auf bauen zu können. Die Ahelsberger Grotte als Zoologischer Garten. 3n einem Teil der .,Adelsberger Grotte", der vielbesuchten Tropfsteinhöhle im Karst bei Triest, wurde der erste unterirdische Zoologische Garten eingerichtet. 3n einer Seitengrotte wurde diese höhlenwissenschaftliche Station geschaffen. Man stellte in drei natürlichen Sälen zahlreiche steinerne Decken und gläserne Kästen als Aquarien und Terrarien auf. Der eine Raum wurde den Höhlenpflanzen, ein anderer den Höhlentieren überlassen. Wenn diese unterirdischen Lebewesen auch gefangen sind, so finden sie doch hier ihre eigentlichen Lebensbedingungen: echte Höhlenluft, echtes Höhlenwasser und eine gleichbleibende Temperatur. Die Arbeit in den dunklen Räumen wird durch eine Beleuchtung von rotem Licht erleichtert. Es gibt hier merkwürdige Käfer, Tausendfüßler und Spinnen zu sehen, aber am seltsamsten ist Wohl der Grottenolm, ein aalglatter, beinahe farbloser Lurch, der nur in den unterirdischen Gewässern des Karstes zu finden ist. Die dritte Abteilung der Erperimentalstation soll dazu dienen, Tiere und Pflanzen der Oberwelt den Bedingungen der Höhlenwelt auszusehen und die Veränderung ihrer Organe und Farben zu beobachten. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12 30 Uhr, 16 bi» 17 Uhr. Sametog nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Buntes Allerlei. Amtsgericht Gießen. Arn Schluß einer am 7. 3uli d. 3. im Safe abgehaltenen nationals ozialistischen Bersanrm hing nahmen sowohl die Polizei, als auch th größere Anzahl SS.-Leute infolge von Ao: gäugen, die sich vorher auf der Straße abgespicl hatten. Veranlassung, Dersammlungste lnehmck namentlich soweit sie in geschlossenem Zuge ihr« Heimweg über den Kirchenplatz und den Mark, Platz antraten, gemeinschaftlich unter ihren S5ul zu nehmen, indem sie ihnen in bestimmten QL ständen zur Seite gingen. Unter den SS.-Leute, befand sich auch der Angeklagte. Als dieser sah daß ganz in seiner Rähe ein anderer -^5 -lKanj von Zuschauern, die offensichtlich politische Ocgnr- von ihnen waren, heftig angegriffen wurde uni in eine größere Bedrängnis geriet, sprang ? seinem Gesinnungsfreund zu Hilfe, zog aus be; Rocktasche einen geladenen Revolver, nckhm dielen um ihn besser als Schlagwerkzeug handhabet zu können, verkehrt und schlug um sich. Wen 21 traf und ob er überhaupt jemanden traf, we, nicht festzustellen. Durch die Erschütterung enlluf sich der Revolver, und der Schuh ging einen Zuschauer in die Brust. Lebensgefährlich war di, Verletzung indessen nicht. Gleichzeitig verletzt, der Angeklagte sich selbst am Mittelfinger infolg, des nämlichen Schusses. Er ist für diesen ücC verantwortlich, hat aber nicht vorsätzlich, sondern — allerdings in hohem Grade — fahrlässi- gehandelt. Der Angeklagte hat sich dieserhall einer fahrlässigen Körperverletzung schuldig ge< macht. Dazu kommt, daß er, ganz abgesehen vor der Entladung deS Revolvers, sich schon durij die bloße Benutzung der Schußwaffe auf GrunI des § 25 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über di, Schußwaffen und Munition vom 12. April 19A strafbar gemacht hat. Er durste danach ohm Erlaubnis überhaupt keinen Revolver tragen um sich damit auszurüsten Rotwehr lag nich vor, ebensowenig, soweit das Tragen einer Schub- Waffe in Betracht kommt, ein Rotstand. Es mag richtig sein, daß dem Angeklagten schon öftere wenn auch nicht gerade in letzter Zeit, vor polit:schen Gegnern arg mitgespielt worden ifi das berechtigt ihn aber noch nicht, ohne weiteret eine Ausnahmestellung zu beanspruchen. Dei unbestrafte Angeklagte, der im großen und ganz« geständig war und ein offenes Wesen zur Schar trug, erhielt wegen der beiden Vergehen ein: Gefängnisstrafe von drei Monaten weniger um deswillen nicht, weil er es nur einer Zufall zu verdanken hat, daß der in die Meng, abgegebene Schuß nicht weit schlimmere Folgen gehabt hat. Schußwaffe und Munition tourber eingezogen. irischafi. • Umtausch preußischer Schatzan- Weisungen. Wie WTD.-Handelsdienst hört wird in den nächsten Tagen ein Umtauschangebv des preußischen Staates auf seine am 20. 3araiai 1933 mit 102 Prozent rückzahlbaren 130 Mill. Ml 6Prozentigen preußischen Schatzanweisungen erfolgen. Die Rückzahlung der neuen Schatzanweisungen wird je zur Hälfte des Rennwertes an 20. 3anuar 1935 mit 100 Prozent, und am 20. Januar 1936 mit 102 Prozent erfolgen. Die neuen Schatzanweisungen werden beim Umtausch zum Kurse von 94 Prozent angerechnet. 3um gleichen Kurse werden die Schatzanweisungen auf dem Wege des freihändigen Verkaufs an Reuerwerbei abgegeben. Voigt & Haeffner AG., Frankfurt am Main. Die gestrige Generalversammlung der Voigt & Haeffner AG-, Frankfurt a. M genehmigte einstimmig den Abschluß für das Geschäftsjahr 1931, der nach Auslösung der gesey- lichen Reserve von 1 240 000 Mk. einen Verlusl von 2 130 000 (260 000) Mk. ausweift. Der Verlust wird e nstweilen borgetragen, eine Zusammenlegung deS Aktienkapitals wurde zurückgestellt bis wieder mit sicheren Bewertungsgrundlagen zu rechnen sei. Snmffurter Abenhbörse abwartend. Frankfurt a.M., 17. Rov. 3n Anbetrach! der noch ungeklärten innerpolitischen Lage verhielt sich die Spekulation an der Abendbörke abwartend, so daß daS Geschäft nur ein gar» geringes Ausmaß annahm. Die Stimmung tixu aber nicht als unfreundlich >u bezeichnen, zumal die festeren Reuhorker Eröffnungskurse eine gr- wisse Anregung boten. 3®.-Sorben konnten gegen den Berliner Schluhkurs 0,25 v. H. anziehen, uv- auch an den anderen Marktgebieten nannte man meist leicht gebesserte Kurse. Am Rentenmarkt sanden in Altbesih- anleihe und Reichsschuldbuchforderungen fleint Umsätze zu unveränderten Kursen statt. Reubesitz 6,40. Altb^itz 54.60, Rcichsbank 126, Klöcknerwerkc 35,90, WanneSmann 52, AEG. 31,25. 3G.-Farben 94,25, Licht Ä Kraft 94,5. Siemens 117,5. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dioid.nde an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 8 v.H. Oatum 6 '0 Xrundie zKeiMajuetiic v. isr. <■% ehem. 7%Tt9iet66^% B»ung-Änleibe von 1030 . Deutsche Änt.-Ablos.-Lchuld mH Au«lo,.-Rechten...... Tcdfll. ohne AuSlol.-Rechte . . 6% ebem 8%€>dj. BoUeftaat 1989 irücUahlb. iO2%)...... c verheilen Provinz-Anleihe mti Ausl oi,-Rechten . . . . Srutidic Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 6% ehem. 8% ntanff. Hyp.-Banl Goidvl". 15 unkündbar bis 1935 6°o ebem. 7% itranft Hhp.-Banl Ävlov- 16 unkündbar bi« 1936 ebem 4ft% ^canls.Hyp.- Ban! t'lnu Piondbriese ebem. (. ■Berlin Schluß, für« Schlußk, Abend- bSrse Schluß« htrt Echlußk. JJIlttag» bSrse Oatum 15-11. 17-11. 15.11. 17-11. yamDutg-'Antctua Pate . 1 16,9 16,5 17,9 16,25 Hamburg.Züdam. Dampfschisi . 0 Hania Dampfschisi . . . 1 — —V 26 - Norddeutscher Lloyd .... L.G. für Berkebrewesen Mi. 18,13 17.4 17.4 . 0 39.5 38,25 40 38,5 Berliner Handelsgesellschaft . 4 90 90 90,75 89.65 Commerz- und Privat-Bank . Darmstädter und Nationalban c 53.5 53.5 53,5 53,5 c Deutsche Bank und Disconio-Sesellschast. . . 0 75 75 75 75 Dresdner Banl...... 0 61,75 61,75 61,75 61,75 Reichsbank........ 1: 126 126 126,75 126,25 A.C.G.......... . 0 32,5 31,25 32,65 31,4 Bergmann........ . 0 — - — — Bektr. LieserungSgelellschaft. 5 68 67,5 — 67,5 Licht und Krall...... 6 92 94,5 92,65 94.5 ffelten & Guilleaume.... Gesellschaft sür Elektrische 0 54 53 54,25 53,25 Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 4 70,4 70,75 70,5 70,5 SB 73,5 — — —- Schuckerl & Go..... . Ci 70,75 71 70.25 70.4 Siemens & Halile ..... v 117 117.5 U7.5 117.5 Lahmeoer L Lo....... IO 109,25 109 109 109 Buderus......... 4 39,25 39 39 39 Deutsche Erdöl...... 6 74 72.75 74 ; 73 Gelsenkirchener...... 8 37,5 37 37,75 37 Harpeoer......... 0 74 72,5 73,6 73 Hoesch Eisen........ 6 37.13 36,65 .11 lr Bergbau....... IC 129 — Ilse Bergbau Genüsse . . . 97 95,5 95,5 Hludncciuerir ...... 6 36,25 35,9 35,75 35,5 ManneSmann-Rührrn . . . 6 52.75 52 53.9 52 ManSseldrr Bergbau .... 0 20,5 Lberschlel. Koktwerke . . . 8 _ 39,9 39,4 Phönix Bergbau...... 26.5 26,75 26.75 26.75 Rheinische Braunkohle, . . . Rheinstahl........ 10 6 172 66,5 176 66 66 176 66,75 Frankfurt a.M. Serkin Schluß- kurt «chlußi. Abend- bSrf- Schluß, furt «chlußk. M'llag. bSre Oatum 15-11. 17-11. 15.11. 17-11- Strebect Montan .... 1,. — _ Bereinigte Stahlwerk« . . . . 0 23,5 23 23.75 23,4 Ltavi Minen....... Kaliwerke ölschereleben . . . O 17,13 17,5 17 17,13 6 101 101 | 101,5 Kaliwerke Westeregeln . . . « 106 108 108 108 Kaliwerke SaUdelntrih . . . 9 164 162 162 163,5 3- ®. Farben-gnbutzri« . . . 7 94,5 94,25 94,75 94 Echeidcansialt...... 10 141 139.5 Goldschmidt........ RütgcrS werke....... . 0 . O 27,25 39 26,75 39 39 27 39 Metallgesellschaft...... . o| 34 33 BHUivv Hofmann..... Zementwerk Heidelberg. . . Zementwerk Karlstadt. . . . 53 51,5 52,5 92 . 4 . O 46 52 45 50 80aö6 ä Rrehtag..... 4,65 4,9 —- — Schultheis Patzenhoser . . . 2llu (Allgemeine kunAeibe) 0 0 — 56,75 35 58,131 57 96 55,25 Bemberg . . 0 61,5 58,5 61,25 51,13 Zeüsioss Waldhos .... 0 43 43.5 42.75 42.5 Zcllstojs Aschassenkmra . . 0 28 28,25 — Dessauer Gas . . . 7 - 93,75 91,75 Daimler Motoren .... . O 70,25 18 20,75 18 Deutsche Linoleum .... . 0 43.65 42.25 43,9 42 Orenstein & Koppel . . 0 34.13 33.25 Leonbard Tietz ...... . 6 44 43 44 43,4 Svens ka ...... 0 — — Sbaüe .......... 13 — 158.5 198,151 158 frankfurter Mwchi«» . . , Äritzner . ........ Wamkrastwerke HSchg' a. BL' . O - - . 0 . 4 » 25 54 25 25,5 Süddeutscher Zucker . . . . . 8 134,5 134 134 — veolsenmarkl Berlin — frankfur« a. ZIL 15-7kovember 17-Rovemter «miliche Kollerung »rlh | 3rie Awlliche «eld JlelltruM e Helsinskor, . Kien. . . . 6.084 51.95 6,096 52,05 6,054 51.95 6,066 52,05 Prag . . . BudapeS. . 12.465 12.485 12,465 12,485 — W Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3.063 Cito016 * ’ 169,13 71.18 169,47 71,32 169,18 70,53 169.52 70,67 Kopenhagen. 72,98 73,12 72 23 72,37 Stockholm 74,18 74,32 73,53 73,67 London. . . 14,04 14.08 13.88 13.92 Buenol Lire» 0,908 0,912 0.908 0,912 Reuyorl . . 4,209 4,217 4.209 4,217 Brüssel. . . 58.39 58,51 58.37 58,49 Italien. . . 21.55 21,59 21,56 21,60 Pari» . . . 16,49 16,53 16.495 16,535 Schweiz . . 80,97 81.13 80,97 81,13 Svant« . . 34,39 34.45 34.39 34,45 Danzig. . . 81,77 81.93 81,82 81.98 Japan . . . Rio de Ja».. 0.879 0.294 0.881 0,29 > 0,849 0/.94 0,851 0,296. Jugoslawien. Wabon . . 5.634 12.77 5.646 12,79 5.634 12,76 5,64t 12,78 Banknoten. Serlln, l7.Hovembrr SelL Srtes ckmertkanische Roten....... 4.20 4,22 Belgische Roten......... 58,21 58.45 Dänische Roten......... 71,86 72.14 Englische Roten......... 13.84 13,90 iZranzösische Roten........ 16,45 16,51 Holländische Roten........ 168,81 169,49 Norwegische Roten........ 70,36 70,64 Deutsch.Oesterreich, 1 100 B-hllltag Rumänische Norm,........ 2,47 2,4» Noten........ Schweizer Noten......... 80J9 81,11 Gpanische Noten. ........ Lngartiche Rote» ........