Samstag, 18. Juni (952 (82. Zahrgang nr.(4( Srübausgabe Nachmittagssitzung sprachen dann (Japan). Dentin ('Belgien), In der u^enminifter *21 u ft r a l i e n s, der Finanzmini- Blick auf die Reparationskonferenz in Lausanne; im Hintergrund links die deutschen Vertreter. Wiesbaden Wnlilerftaßr 6 noch der in b.M versöhnlichen Ton und die offenbaren Begebungen, ju einer vernünftigen (Einigung ju gelangen, offensichtlich sehr günffig beeindruckt. Man beachtet besonders die rein sachliche Art der Verhandlungen zwischen den Führern der deutschen und alliierten Delegationen. Man weift daraus hin, bah Hoover auf der Pressekonferenz im vergangenen November die Bedingungen barlegte, unter denen Amerika mit Europa über die Frage der Kriegsschulden verhandeln könne. Erstens individuelle Anträge der Schuldncrregie- rungen, zweitens Prüfung der Zahlungsfähigkeit de» betreffenden Schuldnerstaates. Man gibt der optimistischen Aussasiung Ausdruck, bah sich auf diesem Dege ein gütliche» Kompromiß werde schließen lassen. die einen auf Kosten der anderen b e - günstigen. ; Gehen LudtchsiraßeN : Lausanne, 17. 3uni. (TU. Funkspruch.) In Konscrenzkreisen besteht übereinstimmend der Eindruck, daß die französische Regierung ihre Zustimmung zu jeder endgültigen Reparationsregelung davon abhängig macht, dah Deutschland sowohl eine Abschlagszahlung für die Reparationen als auch neue politische Sicherheitsgarantien leistet. Einen entsprechenden französischen Vorschlag an Deutschland erwartet man bereits in den nächsten Tagen. Aus deutscher Seite wird nach wir vor eine eindeutige Trennung der Reparations - und Abrüstungsfrage verlangt, die nach deutscher Aussasiung in keinem sachlichen Zusammenhang stehen. Versuche, die deutsche Regierung für das mögliche Scheitern der Lausanner Konferenz bei Ablehnung der politischen Sichcrheiissorderung Frankreichs verantwortlich zu machen, müssen mit aller Deutlichkeit zurückgcwiesen »erben. Der Ton der Rede Herriots und die eindeutige Abiassung der französischen Wünsche werden als eine Erschwerung der Konferenzarbeiten ausgefaßt. Der Sicherheitsvorschlag der englischen Regierung durch den eine gleichzeitige Lösung des Abrüstung-- und des Reparationsproblems ermöglicht werden sott, ist in den lebten Unterredungen zwischen den Ministern eingehend erörtert worden. Die englische Regierung strebt eine Art von den Hauptmächten in Lausanne abzuschliesiende feierliche Erklä- runq an nach der die Mächte Übereinkommen. Annahme von Anzeige» für die lagcsnutnmer bi» zum Wadi mittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzemcn von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Retd)spienmg; für 'Re- klamea» eigen von 70 nun Brett« 35 Ne.chspfennig, Plotzvvrschnst 2u , mehr, ilhefrebakteur Dr Frieär Wilh. Lange. Derantworilich für Dobtih Dr Fr IBilb. Lange; <ür Feuilleton Dr H.Tbnnot; für den übrigen Teil tarnst Vlumschein unb für >en Anzeigenteil Mar Filter, lämtlid) tn Giri,en Lausanne, 17. Juni. (WTV. Funkspruch.) In der ixrtraulichen Sitzung der Konferenz ergriff nach dem Reichstanz.er der französische Ministerpräsident Herriot das Wort. Er erklärte. et sei mit größtem Interesse den Darlegungen de»; Reichskanzlers gefolgt und könne feftftellen, daß d e französische Delegation, wenn sie auch die entschiedene Ausgabe Hobe, die ihr anoertrauten Interessen zu verteidigen, doch nicht gleichgültig gegenüber den Schwierigkeiten anderer Mächte sein könne Er habe dem deutschen Volk zu verstehen zu geben, daß er für das allgemeine Wohl und für den gemeinsamen Frieden arbeite. Der Basler Bericht, so fuhr Herriot fort, ist dir Grundlage und die Richtschnur der kon- ferenzarbeiien. Dir nehmen alfo vorbehaltlos seine ersten Schlußfolgerungen an, wonach die gegenwärtige Dirtfchastskrlse in ihrem Umfang Jene verhältnismäßig kurze Depression über- schreitet, mit der der Poungplan gerechnet hat. wir nehmen auch die Feststellung an, daß b i e finanziellen Schwierigkeiten Deutschland» in erheblichem Maße ber Grund ber Krediterschlafsung sinb, bie In ber Dell herrscht, unb baß fie eine gemeinsame Aktion nölig macht, bie nur bie Regierungen unternehmen können. Wir freuen uns. daß die Lausanner Konferenz schon den unbestreitbaren Grundsatz anerkannt hat wonach eine europäische Regelung nur im RahmeneinerWeltregelung durch« geführt werden kann. Herriot meinte aber, daß nach den Gesetzen per Geschichte jede Depresfionvperiode von einer Blüte- poriode abgeloft werde. Man könne also nicht einer Dcucrrcgdung eine Periode ausnahmsweifer Blüte oder ausnahmsweiser Depression zugrunde legen. Die Anwendung de» Hoover-Moratorium» für ein einziges Jahr habe dem französischen Budget ein Defizit von ungefähr 1 800 Millionen Frank» gebracht, das mit fcharsen Maßnahmen ausgeglichen werden müsse. Die Belastung ber deutschen Eisenbahnen sei mit 660 Millionen Mark nicht übertrieben, wenn bie Reparations- laftcn in Zukunft wegfielen, so würde bie Kapltalschuib der deutschen Eisenbahnen auf etwa 10 Milliarden Franks zurückgehen, wäh- renb die französischen 65 unb bie englischen 100 Milliarden Franks betragen. Line solche Begünstigung würde den deutschen Eisenbahnen wesentliche Tariserrnäßigungen gestatten, die den Be t la u s v p r ei» für gewisse Schwergüter um 15 bi» 25 v. H. uer- billigen würden. Line Annulierung würde Frankreich ungerechte Opfer auferlegen |es Angebot ar auerwerten! »der beste dkÄ _ 160 230 Generaldebatte in Lausanne. Herriot will nicht verzichten. — Die Angst vor dem deutschen Wettbewerb . nach einer Streichung der Tribute. D a f h i n g t o n , 17. 3uni. (111.) Präsident Hoover hat auf die Nachricht über da» Fünf- mächteabkommen in Lausanne hin, das eine vorläufige Einstellung ber Zahlungen aus ben politischen Schulbenabkornmen unb den Reparationsabmachvngen Vorsicht, ben Führern der europäischen Mächte bie Mitteilung zukommen lassen, bafj bie R c g i e r u n g b e r B e r e i n i g t e n Staaten gewillt sei, auch ihrerseits mit ben europäischen Schulbnermächten verhanbiungen über Zahiungserleich- lerungen aufzunehmen, falls bie europäischen Cänber untereinander eine annehmbare Reparationsregelung erzielen sollten. Da» Staatöbepartement verfolgt bie Berichte aus Lausanne mit großem Interesse unb ist burch ben ul brauch' stuch, teils MS..... Auch Amerika stellt Zahlungserleichterungen in Aussicht Günstiges Echo der Verhandlungen von Lausanne. Frankreich fordert Abschlagszahlung und neue politische Garantien. Starke Belastum der Konferenz. - Sin englischer Friedenspaktvorschlag. istuch. sss ...... Das Problem der Reparationen sei nicht nur ein deutsch französisches, sondern würde für Zahlreiche Lander Konsequenzen nach sich ziehen. Das Repara- tionsproblem rolle also das gesamte europäische Wirtschaflsproblem auf, auch Deutschland könne nach den Worten der Baseler Experten einer Krise rund um sein Gebiet nicht widerstehen. Es bedürfe also der Wiederherstellung von ganz Europa. Es et em Irrtum anzunehmen, daß eine noch so radikale Befestigung der Reparationen die Wiederherstellung des Gleichgewichts zur Folge hätte._ Dazu bedürfe es einer Verbesserung ber 6 t ch e r h e 11 ein Grundsatz, den er besonders Hervorhede. „Es gibt, so legte Herriot weiter dar. „keinen politischen Rieben ohne einen wirtschaftlichen, ober auch keinen wirtschaftlichen ohne einen politischen. Das mutz der Leitstern unserer Arbeit sein." Aus diesen Gründen müsse das Stiftern der abgeschlossenen Wirtschafts- gebiete geändert werden: denn eine Abschwächung der Beschränkungen erreiche dos viel sicherer als Gewaltmaßnahmen Schluß der Aussprach«. Chamberlain unterstreicht den deutschen Siandvni kt. Der britische Schatzkanzler Reville Ehamber- Iain erklärte, es sei klar, daß Berhaltnisie entstanden seien, die e s D e u t { ch U n d unmöglich machten, im nächsten Monat die dann fällig werdenden Zahlungen wieder aufzunehmen Die; Erfahrung habe gezeigt, daß Zahlungen aus solchen großen zwischenstaatlichen Bcrpflidjtungen ohne öic entsprechenden Gegenleistungen in Waren oder D i e n st l e ist un gen nicht ohne verhängnisvolle Folgerungen für das ganze wirtschaftliche Leden und die Zimlifa. tion möglich seien. Es sei kein Lichtes »n erfangen, den Anspruch für die großen cummen^jugeben. die England zustehen, aber es et so überzeugt da von, daß n u r d u r ch ra d . k a l e Matz na hm en da s 23 ert rauen wiederhergestellt werden könne, daß es bereit fei, keinen Anteil an emer all- gemeinen Auslöschung ber schulden zu tragen vorausgesetzt, daß alle anderen Regierungen das ^Är italienische Finanzminister M o ^ c o n i gab ein Bild der Entwicklung der Krise, die sonders seit Sommer 1931 plötzlich akut geworden fa. Man fter Portugals, Marinko witsch (Jugoslawien), der Finanzminister Rumäniens und Michalakopulos (Griechenland). 5ZSI *6’ r-r-A otr u lullen. Cu ' buxihn- c, 4 aumc erfolgt 8 Halse, Döhrel E'cg.^ Diestr Mair üem opvit unb (eint .Eignet, sie um br Erlegung zu bring« IW" Wochen über- "eher sehen würde? Gereiztheit durch feine Art urt toufltc doch, wie leb- I tvar. Unb wenn di- 6le eines LageS ei- nb was würde banr i? folgt.) müsse sich fragen, ob die bisher befolgten Methoden genügen, um aus dem Engpaß herauszukommen. Bos hi da (Japan», in den die Welt geraten sei Er glaube das nicht. Außenminister A u st Eine Lösung muß allen Völkern nutzen und nicht Erneuter Zwischenfall im Bayrischen Landtag. 3ivanfl0ivci r Au-westung der natwnlUiozialist'fchen -ibsicardnctcn. München, 17. Juni. (WTB Funtspr ) Rach ein. tündiger Unterbrechung wurde die Sitzung Irn La ndtag um 10.15 Uhr wieder aufgenommen Präsident Stang erklärte, daß nach den Brst nimungeii d> r Geschäftsordnung die sämtlichen nationalsozialifti- scheu Abgeordneten aus die Dauer i> o n a ch t lagen automatisch ausgeschlossen seien. Die Erklärung verursachte st ii r m i s ch e I a r- mende Unterbrechungen Der nationalsozialistische Fraktionsführer Ada. Dr. Butt- mann verlangte das Wort zur Geschäftsordnung. Der Präsident erklärte aber, er habe kein Recht, zur Geschäftsordnung zu sprechen, weil er aus ber Sitzung ausgewiesen sei und forderte die Nationalsozialisten nochmals auf, den Saal zu erlassen, wobei erneuter Lärm und stürmische Zurufe der Nationalsozialisten einsetzten. Da sich her Präsident bei dem Lärm nicht mehr verständlich machen konnte, erklärte er die Sitzung neuer- dings für unterbrochen Die Rational- sozialisten blieben wiederum im Saal. Die meisten von ihnen hatten inzwischen die bürgerliche Klei- düng angelegt. Kurze Zeit daraus erschienen P o - l i 3 e i b c a m t e im Sitzungssaal Sie forderten die nationalsozialistischen Abgeordneten auf den Saal zu verlassen. Dr. Suttmann erklärte, daß die Nationalsozialisten nur bei G e w a 11 w e i- d) e n würden, sie riefen: „Deutschland erwache", brachten Heilrufe auf Hitler aus und stimmten Weber an. Hierauf würbe jeber einzelne der nationalsozialistischen Abgeorbneten burch K r.i m i n albe a m t c aus dem Saal geleitet. Der nationalsozialistische Vizepräsident, der urger Bürgermeister Schwede, ber nicht sofort ber Aus- forberung, mitzukommen, Folge leistete, würbe mit Gewalt aus bem Saale entfernt. Der Lanbtag trat nach Veenbigung ber Tuii'uli- szenen um 11.30 Uhr wieder in die Tag> eordn ing ein. Zunächst entschied das Haus mit allen (Stimmen. dem Verlangen der natimuilL zialistilchen Fraktion, anstelle ber Bayerischen Volkspars äußerste Rechte bes Sitzungssaales eingcräui erhalten, nicht taitzu Hon. in der die Regierut . u1.™* sie feit Monaten bie der 5 l a b t p e r pffW t u n g Coburg znstehenbe Ausü l'^^M der Polizeigewalt selber vorne bemerkte 3mw nminiftc r nähme erst nach gründlicher Prüfung b-er hältniffe unb nachdem keine andere Vrögl mehr bestand, den Anforderungen ber offen! Sicherheit in Coburg Rechmtng zu tragen, g __ fen wurde. Bayrisches LintsormverbiM- bis 30. September. München, 17. Juni. (WTB. Funkspruch.) Amt- I lich wird mitgetcilt: „Der Herr Reichsprösi- 1 bcni ist bei der Aufhebung de 1 ■ 1 formoerbots von ber Erwartung ausgegangen, daß ■ der politische Meinungskampf in Deutschland künstig । n ruhigeren ? or 11 (c n werde unb baß Gewaltlosigkeiten unterbleiben. I Die bayrische Staat r giei Wartung von vornherein n i d) t teilen. Die Staatsregierung loolltc aber bie Entwicklung erst abwar len unb sich nur vorbehalten, zur Vermei- ■ bung von Ausschreitungen beschrankende Vorschriften ■ über bas Uniformtragen für bestimmte Anlasse ins ■ Auge zu fassen. Die heutigen empörenden V o r - W gange im Lanbtag, bie sich unmittelbar gegen ben Fortbestand der verfassungsmäßigen Einrichtungen unb das Derfassungsleben in Bayern richten, zwingen aber die Staatsrcgicrung, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die A u s r e ch t e r h a l- t u n g der Sicherheit und Ordnung im Londe zu gewährleisten. Sie hat sich deshalb entschlossen. auf Grund des Landespolizeirechts das Tragen von Parteiunisormen bis zum 3 0. September d.F. für das ganze Land B a y e r n 3 u d e r I Bor. ber f Bevölkerung wird erwartet, baß sie die Bemühungen der Staatsregierung um Sicherstellung des inneren Friedens mit allen Kräften unterstützt ' — Bis zum Ablauf des 30. September 1932 ist ferner das Tragen einheitlicher Abzeichen verboten, die dazu bestimmt ober geeignet sinb, bie Zugehörigkeit zu politischen Vereinigungen äußerlich zu kennzeichnen. Eine Erklärung Bvtimanns. Protest gegen die gewaltsame Entfernung der NSDAP. München, 17.3uni. (TU 1 Der Führer der nationalsozialistischen Landtag 'raktion. Adgeord- ncter Dr. Luttmann, erklärte zu dem heutigen Zwischenfall im bayerischen Parlament, daß der Landtagsvräsident Dr Stang nach Aul» fossung der Rational'oziaUsten nicht berechtigt war. auf Grund c-nes früheren Landtagsbeschlusses die Fraktion wegen des Tragens der Hirler-Unikorm aus der Sitzung auszuschließen. Die Fraktion protestiert ferner aufs entschiedenste dagegen, daß ber Landtagspräsident durch ein Heberfallkommando der Dcreitschaftspolizei und Kriminalbeamte die Mitglieder der nationalsozialifti- schen Fraktion zum Verlassen des Sitzun^ifaales auffordern ließ. Die nationalsozialistische Fraktion sei von den Kriminalbeamten m i t G e w a l t aus dem Saale entfernt worden. Einzelne Abgeord- ihre bisherigen Streitigkeiten den allgemeinen Interessen unterzuordnen, sich allen Handlungen zu entyalten. die die bisherigen Streitigkeiten wieder aufleben lassen könnten oder die bestehenden Vereinbarungen in das Gebiet unmittelbarer Meinungsverschiedenheiten bringen könnten. Ferner sollen die Machte sich verpflichten, aus alle Handlungen zu verzichten, die die guten Beziehungen zwischen den Staaten trüben könnten. Da die gegenwärtige Wirtschafts,'r se bereits zu einem fortgesetzten und freundschaftlichen Meinungsaustausch zwischen den Mächten geführt habe, sollen die Mächte, um -diese . Verständigung" zu stärken, diesem persönlichen Meinungsaustausch eine noch größere und methodischere Entwicklung geben. Zu diesem Zweck sollen sie vereinbaren, sich innerhalb bestimmter wiederkehrender Zeiträume zu einem direkten Gedankenaustausch über alle bedeutungsvollen Fragen zu treffen. Es kann angenommen werden, daß die deutsche Regierung einen derartigen Vorschlag in einigen Punkten nicht für annehmbar anfehen wird, da darin eine neue Anerkennung der bestehenden internationalen Verträge sowie ein allgemeiner R e v i s i 0 n s v e r z i ch t liegen würde. Dagegen dürfte der Vorschlag einer regelmäßigen Zusammenkunft zwischen den Mächten zur Behandlung aller bedeutungsvollen Fragen für Deutschland annehmbar erscheinen, weil sich damit für Deutschland eine neue Möglichkeit bietet, die dringendsten deutschen Sorgen und Fragen zur Verhandlung zu bringen. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vn'6 vnd Verlag: vrühl'fche UniDfiniüt$=Bn und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Sdfrtftleitnng und Geschäftsstelle: Zchuistraßc 7. 6r|d)einl täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte (Btepener Famtlienblatler Heimat m Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: MU 4 Beilagen RM l 95 Ohne Illustrierte , 1.80 Iustellgebuhi . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Sernlorechanfcblüfle enter Sammelnummer 2251 Anlchryt für Drahtnachrichten Anzeiger Giefjen. Postscheckkonto: Lronkstirt am Main 11686. nete seien mit gekreuzten Hänben verhaftet aus dem Saal geführt worden. Mit Entrüstung protestiert die Fraktion insbesondere dagegen, daß der Erste Vizepräsident des bayerischen Landtages, der nationalsozialistische Ab- geordnete Schwede mit besonders roher Gewalt unter Stößen und Püffen zu dem Ausgang befördert worden sei. DieVational- sozialisten hätten in keiner Weise die Absicht gehabt, die Ruhe und Ordnung des Hauses zu stören. Sie wollten lediglich von dem durch die Aufhebung des Aniformverbotes für das ganze Reichsgebiet ihnen zustehenden Recht, das Braunhemd zu trägen, Gebrauch machen. Tie Fraktion habe wegen der Ausschließung Berufung an den Landtag und gleichzeitig Klage zum bayerischen Staatsgerichtshof wegen Verfassungsbruches erhoben. Oie RGOAp. protestiert beim Reichspräsidenten. München, 17. Juni. (ERB.) Die RSDAP. hat an den Reichspräsidenten und an den Reichsinnenminister folgende Telegramme gesandt: Die Reichsleitung der RSDAP. erhebt schärfsten Protest gegen die Versuche der bayerischen und badischen Staatsregierung, i m Verordnungswege die in der politischen Rotverocdnung des Herrn Reichspräsidenten vom 14. Juni 1932 erfolgte Aufhebung d e s 11 n i- formverbotes zu sabotieren. Die Partei erblicke, so wird weiter gesagt, in diesen Maßnahmen eine Fortsetzung jener Verfolgungskampagne, die verfassungswidrig sei und durch den Reichspräsidenten durch den Erlaß der letzten Rotverordnung im Interesse des deutschen Volkes habe beendet werden sollen. Die Reichsleitung der RSDAP. fordert die sofortige reichsaufsichtliche Aufhebung dieser neuerlichen durch Bayern und Baden erlassenen Uniforrnverbote. Stabschef Röhm erklärte, es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß mit der Aufhebung des SA.-Derbots auch das bayerische -Uniform- und Aufmarschverbot aufgehoben worden sei. Die Reichsverordnung stellt grundsätzlich die Demonstrationsfreiheit, damit also auch Auszüge und Propagandafahrten in vollem Umfange wieder her. Infolgedessen steht die amtliche bayerische Auffassung, als bleibe das Totalaufmarschverbot der bayerischen Regierung davon unberührt, inkrassemWiderspruch zum Willen der Reichsregierung. Cs wird nun Sache der Reichsregierung sein, ihren Standpunkt gegenüber derartigen Durchkreuzungsversuchen bayerischer oder anderer Regierungsbehörden zur Geltung zu bringen. lieber die Reuorganisatkon der SA. und SS. äußerte sich Röhm dahin, daß der bisherige Organisationsaufbau in den Grundzügen übernorn- men werde. Die oberste SA.-Führung werde ausgebaut. Da damit zu rechnen sei, daß in der nächsten Zeit die Stärke der SA. durch Reuzugänge k? bedeutend zu nehmen werde, sei auch eine entsprechende Vermehrung der Formatio- nen vorgesehen. Die Dienstvorschriften werden k- demnächst in neuer Form erscheinen. ■ Das Reichsbanner f stellt die Schufo erneut auf. Berlin, 17.Juni. (CNB.) Die Bundesleitung «es Reichsbanners hat die N e u a u f ft e l l u n g de S ch u tz f o r m a t i o n e n angcordnet. Bis zum 25. Juni müsse überall im Reich der Stand l>om -I3. März 1932 wiederhergestellt und jede For- n.gation zur Uebernahme neuer Aufgaben bereit sein. 5)Be crm 8. Mai angeordnete Mitgliedersperre wurde mA-stU>oben. In einem Aufruf des Reichsbanners cs u. a.: „Wir sind und bleiben Gegner jeder Art von Privatarmeen. Unser Ziel war und bleibt: Die Autorität der deutschen Republik nach außen und iinnen zu stärken und zu festigen. Wir nehmen alle Mochte in Anspruch, die irgendeiner anderen politischen Gruppe gegeben werden." Der Aufruf schiebt der Reichsregierung die Verantwortung für alle Gefahren zu, die die Aufhebung des SA.-Ver- . botes mit sich bringen könnte. ’ Aus meinem fröhlichen Rucksack. Von Peter Purzelbaum. Line Regenpartie und die vier Temperamente. Der Melancholiker: „Aller Jammer und nichts V wie Unheil sind mir schon in die Wiege gelegt wor- den. Selbstverständlich gießt es, wenn ich etwas oorhabe." Der Sanguiniker: „Quatsch! Du hast ja gar keine Ahnung, wie schön so ein Regen ift: Jeber Tropfen ein Diamant — und dann das viele Geld, das man spart, weil man nun nicht mehr zu baden braucht." Der Choleriker: „So eine Gemeinheit! Ich möchte Euch allen eine 'runter hauen, weil Ihr, als die Sonne schien, so lange getrödelt habt, bis dieser Regenguß gekommen ist!" Der Phlegmatiker: „Laß man, Wilhelm — einmal wird ja das Gepladder aufhören." Zweifel. Das dreijährige Mariechen fährt mit ihren Eltern zum ersten Male im Schlafwagen. Da ihr die Umstände ungewohnt, will fie trotz allen Versicherungen und Versprechungen nicht einschlafen. „Papa, bist du da? Mama, bist du da?" fragt sie andauernd, und mit rührender Engelgeduld antworten die Eltern dann jedesmal: „Ja, mein Liebling, wir sind da — schlaf' recht schön, der liebe Gott wacht und behütet dich." Als Mariechen nun zum hundertsten Male quakt: „Papa, bist du da? Mama, bist du da?" ertönt plötzlich eine sonore Stimme im Nachbarabteil: „Zum Donnerwetter noch mal! Papa ist da, Mama ist da, Onkel und Tante sind auch da ... und jetzt halt endlich die Klappe!" Einen Augenblick tiefes Schweigen. Dann Ma- riechens Stimme: „Mama — war das der liebe Gott?" Wenn die Bremsen versagen. Im Aussichtswagen der Bergbahn saß eine Dame. Anscheinend war sie etwas ängstlich, denn immer wieder fragte sie den Begleitschaffner: „Ist das hier auch wirklich sicher?" „Seien Sie ganz unbesorgt, liebe Frau, der Zug hat eine starke Luftdruckbremse." „Aber wenn die mal versagt? Was dann? „Dann sind in allen Wagen Handbremsen vorhanden." Gegenrevolution in Chile. Oie sozialistische Regierung von Bürgerlichen gestürzt. — Kommunistische Unruhen befürchtet. R e u h o r k, 17. Juni. (211.) Rach amerikanischen Dlätterrneldungen aus Santiago de Chile ist dort am Donnerstagabend eine Gegenrevolution ausgebrochen. Der Aufstand begann, als eine Offiziersabordnung den Regierungspalast betrat, um den Regierungschef Grove zu sprechen. Grove hatte das Regierungsgebäude bereits vorher mit Maschinenge- wchrabteilungen, Kavallerie und Infanterie besetzen lassen. Als Infanterie arcs San Bernardo in Santiago eintraf, kam es zu den ersten blutigen Zusammenstößen. Gegen Mitternacht machte die Stadt den Eindruck eines Kampffeldes. Maschinengewehrgeknatter versetzte die Bevölkerung in große Aufregung. Zahlreiche Leuchtkugeln wurden abgeschossen. Durch die Straßen zogen große Kommuni st entrupps, ohne daß sich feststellen ließ, ob sie für oder gegen die Regierung eintreten. Truppen aus Rord- und Südchile sind im Anmarsch. Der Hauptangriff auf die Stadt wird aus Süden erwartet. Es heißt, daß Teile der Garnison vonSan- tiago zu den Aufständischen übergegangen seien. Die direkte Rachrichtenmitteilung ist unterbrochen. Weitere Meldungen kommen nur noch telephonisch über Buenos Aires. Rach einer dieser Meldungen soll die Junta mit Grove an der Spitze bereits zurückgetreten fein. Die bürgerlichen Gegenrevolutionäre standen unter der Führung von Ibanez und Montero. Ihre Truppen hatten unter dem Befehl des Generals Saenz den Regierungspalgst umstellt und erobert. Eine Gruppe von Offizieren sei in das Innere eingedrungen und habe O b e r st Grove verhaftet. Der General Bravo habe der sozialistischen Junta ein Ultimatum gestellt, worauf diese zurücktrat. Die Truppen der sozialistischen Junta, die in Stärke von rund 1000 Mann den Palast bewachten, hätten in> Laufe der Kämpfe größtenteils ihre Posten verlassen, so daß zuletzt nur noch 80 Mann übrig waren, die auf die Nachricht von dem Rücktritt ihrer» Führer den Kampf aufgegeben hätten. Die Führer der früheren Junta wurden gefangengesetzt. Die Führer der Gegenrevolution, die übrigens trotz zahlreicher Schießereien ziemlich unblutig verlief, erklären, das Hauptziel der neuen Junta fei die schärfste B e - kämpfung des Kommunismus sowie die Entpolitisierung des Heeres . In Buenos Aires betrachtet man die Lage in Chile als noch völlig ungeklärt. Eine weitere verstärkte Tätigkeit der Kommunisten mit dem Ziel der Errichtung eines Sowjetstaates wird vorausgesagt. Die jetzige Regierung wurde voraussichtlich unfähig sein, die wirtschaftliche Lage des Landes zu verbessern und die Kupfer- und Salpeterpreise zu erhöhen. Unter diesen Umständen dürfe die heutige Revolution als Vorgängerin unheilvoller Ereignisse anzusehen sein. Sechs Jahre schweren Kerkers für Matuschka. Wien, 17. Juni. (TU.) Den Höhepunkt der heutigen Aussagen bildet die Vernehmung von F r a u M a t u s ch k a, die in atemloser Stille des Publikums vorgerufen wird. Sicher und gefaßt tritt sie vor den Richtertifch. Sie erzählt, wie fia Matuschka kennengelernt hat und schildert seine Eltern. Die weitere Zeugenaussage dreht sich hauptsächlich um die angeblichen Erfindungen ihres Mannes. Sie erzählt von einem Zusammentreffen, das Matuschka als sie mit ihm am Plattensee weilte, mit einem Telepathen namens Leo gehabt hat. Er hätte auch einmal erklärt, er werde diesen Leo im Leben nie vergessen. Er besucht auch gern und oft Hypnotiseur-Vorstellungen. Matuschka, der bisher ziemlich interesselos der Vernehmung zugehört hat, springt plötzlich auf und macht seiner Frau eine Liebeserklärung: „Du warst die Erste, die mich geliebt hat", .sagt er, „nur Du allein bist auch heute noch in meinem Herzen. Das soll die ganze Welt wissen." Er ergreift ihre Rechte, die er küßt, worauf sie ihm mit der Hand weinend über das Gesicht streicht. Frauen im Zuschauerraum weinen. Der Gerichtshof hindert entgegen aller Gepflogenheit diesen Abschied nicht. Nach dem Verlassen des Gerichtssaales erlitt Frau Matuschka einen Ohnmachtsanfall. Sie wurde im Geschworenenzimmer von Aerzten mit herzstärkenden Mitteln behandelt. Bei Wiederaufnahme der Verhandlungen zeigte der Vorsitzende Bilder, die Matuschka in der Haft angefertigt hat und verlas Bruchstücke aus einem Tonfilm- manuftript des Angeklagten. Die psychiatrischen Sachverständigen erklärten, daß Matuschka ein vollkommen gesunder Simulant sei. Bei den angeblichen Geisterscheinungen handele es sich nicht um Halluzinationen. Auf die Frage der Verteidigung, ob M. bei Ansbach i n einem magischen Zustand gehandelt habe, wurde von den Sachverständigen mit voller Sicherheit verneint. Der Staatsanwalt führte in seinem Plai- doyer aus, die Triebfeder bei den Taten Matusch- kas seien großes materielles Interesse und unleugbare Sensationsgier gewesen. Er schilderte Matuschka als Schieber der Nachkriegszeit, der als Jnflationshyäne nach Wien kam und hier Häuser kaufte in Erwartung von Zinserhöhungen. Vielleicht wäre Matuschka kein Attentäter geworden, wenn er weiter materielle Erfolge gehabt hätte. Der Staatsanwalt ersuchte, eine entsprechende Strafe ohne Rücksicht auf diejenige zu verhängen, die Matuschka in Ungarn er- warte. Der Verteidiger führte aus, daß man Mastcschkas Tat nur mit G e i st e s k r a n k h e i t erklären könne. In diesem Sinne schließt er mit den Worten: „An die Seite Matuschkas gehört der Arzt und nicht der Gefängniswärter." Dann trat Matuschka neuer- lief) an die Barriere und beteuerte: „Hoher Gerichts- Hof! Das ist Wahrheit, was ich gesagt habe!" — Der Gerichtshof zog sich darauf zur Ürteilsverkün- düng zurück. Ilm 20.20 Uhr verkündete das Gericht das Urteil. Matuschka erhält sechs Jahre schweren Kerker, verschärft durch einenFast- tag undhartesLageran jedem 31. Dezem- ber und 30. Januar. Rach abgebützter Strafe wird er des Landes verwiesen. Die Prozeßkosten hat er zu ersehen, sowie einen Schadenersatz in Höhe von 4199 Schilling 72 Groschen an die österreichische Bundesbahn zu zahlen. Zur Begründung führt der Vorsitzende u. a. aus: Matuschka habe seine Handlungen zweifellos vorsätzlich verübt. Er selbst habe zugegeben, daß es ihm auf xtoei oder drei Tote nicht angekommen sei. Das Ängeheuerliche seiner Tat verleite zur Annahme einer Unzurechnungsfähigkeit, doch widerspreche dem das klcre v'nd eindeutige Gutachten der Sachverständigen. M. sei mit großem Raffinement bei der Veruschu.ng und der Spuren- verwischung zu Werke gegangen. Das Gericht vertrete ebenso wie die Psychiater den Standpunkt, daß er simuliere. Das Motiv feiner Taten fei zweifellos ein materielles. Er habe durch feine Anschläge die Eisenbahnen veranlassen wollen, seine Erfindung zur Verhütung von Eifenbahnunfällen zu kaufen. Erschwerend für die Beurteilung sei die Wiederholung der Attentate. Das Geständnis, die Unbescholtenheit und der Umstand, daß bei den Ansbacher Attentaten, die allein zur Anklage stünden, keine Verletzten vorhanden ge- „Aber wenn die ebenfalls versagen? Was dann?" „Ja, liebe Frau," sagte der Schaffner, „dann kommt es ganz darauf an, was für ein Leben Sie bisher geführt haben." Die komische Kirche. Settfeld liegt in Franken, ist ein reizender, kleiner Flecken und besitzt eine recht hübsche, allerdings nicht gerade große Kirche. Ein durchreisendes Auto hatte in Settfeld Panne. Während der Schaden in einer Schmiede behoben wurde, besah sich — da er nichts besseres zu tun wußte — der Autobesitzer den Ort und kam dabei auch natürlich zu jener Kirche. Er hielt einen Settfelder Bürger an. „Sagen Sie mal, ist denn Ihre Kirche nicht viel zu klein für den Ort?" „Na, Herr," gab der Mann zur Antwort, „zu kloa is sie net. Dös is nämlich aa komische Kerch. Schaun's: gehn's alle nei, dann gehn's net alle nei und gehn's net alle nei, dann gehn's alle nei — es gehn's aber net alle nei." Tanke Agathe bei Tukanchamon. Tante Agathe hatte in der Lotterie gewonnen und war mit einer Reisegesellschaft nach Aegypten gefahren. Sie wollte sich, wie sie meinte, auf ihre alten Tage noch einen Jugendwunsch erfüllen So kam sie mit der Reiseherde auch nach Kairo und bestaunte pflichtschuldigst die im dortigen Museum bewahrten Schätze, die jüngst ausgegraben wurden. Der Führer erklärte, daß jene Goldarbeiten und bte anderen Slücke, die in den Glaskästen lägen, über fünftausend Jahre alt wären. „Wunderbar!" meinte Tante Agathe. „Wunderbar! Und wie sich das alles gehalten hat! Besonders der Samt!" Die Wog. 3n der Bahnhofshalle steht eine automatische Waage. Der Vater geht mit dem kleinen Karlchen daran vorüber., Da sagt Karlchen: „Kieck, Vater — die schöne Wog!" „Karlchen," sagt der Vater, „das heißt nicht Wog, sondern Waage." „Ach, Vater, roaag mich mal!" „Das heißt nicht, roaag mich mal, sondern wiege mich mal," verbessert der Vater. Underdessen ist Karlchen auf die Platte geklettert, der Vater hat einen Groschen in den Schlitz ge- steckt, und nun sagt der Junge: „Ach, Vater, das war fein gewiegt." „Das heißt nicht gewiegt, sondern gewogen — merk dir.das, Karlchen!" „Kiek, Vater — da hinten steht schon wieder eine Wog." Oie Krise. Von Marie Amelie Freim von Godin. Ich nachtmahle im Hofbräuhaus, in der Schwemme, d. h. also zu ebener Erde, in dem köstlichen Gewölbe, mit den vielen ungedeckten Holztischen und den lehnenlosen Bänken, wo die Gäste sich selber die bewappelten Bierkrügel vom Faß holen, und, wenn der Durst nach einer zweiten Maß verlangt, vor dem Neuauffüllen am Brunnen aus- schwaiben gehen, dort, wo ehedem brüderlich des Königs Oberzeremonienmeister neben dem Droschkenkutscher saß und mit ihm Lebensweisheit tauschte. Neben mir sitzt ein Dienstmann — Packträger nennt man den hierzulande. Ich erkenne ihn an der Messingschildkappe. Nr. 17 ist's, den hab ich schon oft an der Hauptpost auf Kundschaft warten sehen. Ich bestelle Salami. Die Kellnerin bringt eine Riesenplatte voll der appetitlichen schwarzroten Wurstscheibchen daher. Nein, so viel werde ich allein nicht futtern können. Ich sehe mich nach Hilfe um. Der Dienstmann nebenan will Leberknödel essen. Gerade bekömmt er die dampfende Schüssel mit sechs Riesenknödeln drin. „Sie, Herr Nachbar", sage ich, „machen wir einen Handel. Sie geben mir zwei Knödel, und ich geb’ Ihnen die Hälfte von mei'm Salami?" Der Nachbar ist höchst einverstanden, und wir kommen ins Gespräch. „Wie geht denn nacha 's Geschäft?" erkundige ich mich. - „O mei!" sagt er, „schlecht halt, ganz miferabüg, was geht denn gut in dera breefaten Zeit? Dös is was, heutigentags! An ganzen Tag stehst rum, wie stch's ghört, aber fana will dir mehr an Packträger haben. Die allermehran schleppen dir ihra Sach selber ober schiabns auf am Karin baher, baß 's a Schanb is. Unb was a Liebespaar is, mit bene is a nimmer ber Reb jpert. Balls nix habn, nacha telephonierns, habn 's was, nacha wollns aufbrahn! Wenn bene nur a Markt im Sack bimmelt, is ihnen der Packträger nimmt» gut gnug!" wesen seien, sowie seine psychopatische VAnöev» Wertigkeit und die Bereitwilligkeit zur Schadens« gutmachung wurden als strafmildernd angenommen. Die Gefährlichkeit dieses Individuums ließen einen weiteren Aufenthalt in Oesterreich nicht angebracht erscheinen. Aufrufe an E>A.,E>G. und Hitlerjugend. München, 17. Juni. (TU.) Der Chef des Stabes der SA., Hauptmann a. D. Röhm, erläßt einen Aufruf, in dem er u. a. mitteilt, daß er durch das Vertrauen Adolf Hitlers wieder als Chef des Stabes berufen und mit der Reu« auf stellung der SA.° und SS. - Glieder u n g e n b,e a u f t r a g t worden sei. In dem Aufruf heißt es' dann weiter: „Die Braune Front steht wieder. Voll Hoffnung und Vertrauen blicken Millionen der besten Deutschen auf Euch. Wahrt das Vermächtnis Eurer toten Kameraden. Euer Opfermut, Eure Treue zum Führer und Eure Disziplin, seit Jahren bewährt, verbürgen den Sieg und dieser Sieg wird Deutschlands Schicksal entscheiden. Die alten Stürme, Sturmbanner und Standarten, marschieren." — Auch der ReichsführerderSS., Himmle r, gibt in einem Aufruf seine Wiederbetrau- ung bekannt und ruft den Leuten der Schutzstaffeln zu: ..SS.-Mann, deine Ehre heißt Treue." Weiter erläßt der Chef des Kraftfahr« wesens der SA. und stellvertretende Korpsführer Hühnlein einen Aufruf, worin das nationalsozialistische Kraftfahrerkorps und die Motorstürme und Staffeln der SA. und SS. zu neuem Einsatz aufgefordert werden. Endlich erläßt noch der Reichsjugendführer Baldur von S ch i r a ch einen Aufruf an die Hitlerjugend, worin es heißt: „Das Verbot der Hitlerjugend ist gefallen, weil es unmöglich war, den Geist dieser Jugend zu verbieten. Hitlerjugend marschiert! Für den deutschen Sozialismus! Für Blut und Ehre der werdenden Ration I" Buntes Allerlei. Oie Stadt im Bahnhof. Der älteste Bahnhof des europäischen Kontinentes, die Gare St. Lazare in Paris, ist durchaus nicht rückständig, sondern hat sich jetzt ein eigenes Kino zugelegt, in dem Vorstellungen ununterbrochen von elf llhr vormittags bis Mitternacht stattfinden und die Reifenden, die auf ihren Zug warten müssen, sich die Langeweile vertreiben können. Dafür, daß sie ihren Zug nicht versäumen, ist gesorgt, denn mitten im Film taucht plötzlich eine leuchtende Schrift auf, die mit der höflichen Bitte um Verzeihung für die Störung ankündigt, daß der Zug 5.16 Uhr nach Dieppe in fünf Minuten abgeht oder daß der Schnellzug nach London eben eingelaufen ist. Eine Eigenart dieses Bahnhofkinos ist auch die sich selbst öffnende Tür. Sobald man an eine der Türen des Kinos auf eine Entfernung von vier Fuß herantritt, öffnet sie sich automatisch, da der Körper eine elektrische Vorrichtung ausgelöst hat. Doch nicht nur im Kino erfährt man zur rechten Zeit, wann man abfahren muß, sondern auch Lautsprecher verkünden mit weithin tönender Stimme die Abfahrtzeiten in französischer und englischer Sprache. Ueberhaupt ist für den Reisenden auf diesem Bahnhof, der eine kleine Stadt für sich darstellt, in jeder erdenklichen Weise gesorgt. Man kann zu jeder Tages- und Rachtzeit in dem Bankbureau einen Scheck vorlegen, man kann Besorgungen machen, da die elegantesten Pariser Geschäfte hier Auslagen haben, in denen man die neuesten Toiletten und Hüte, Pelze und Schmuckfachen, Schuhe und Schönheitsmittel bewundern darf. Wer Zahnschmerzen hat, -findet einen Zahnarzt, der ihn rasch von dem Quälgeist befreit; wer seine Augen untersuchen lassen will, kann den hier praktizierenden Augenarzt besuchen. Alle möglichen Dinge kann man hier cin- kaufen, ebensogut Kaviar wie eine Mausefalle. Damen finden die beste Bedienung in einem eleganten Frisiersalon; man kann ein Diner von zehn Gängen einnehmen und die Rächt im einem bequemen Bett verbringen. Auch für den, der sich seine Kleider reinigen lassen, seine Schuhe aus- bessern oder Besuchskarten drucken lassen will, ist gesorgt. Er seufzt, unb bann sagt er voll Hohn: „An roten Radler schickens umananb mit ihrana Siebes« bofumenter. An roten Radler! I kann an meiner Ecken derweil die Haxen in ’n Boden wachsen lassen un berf froh sein, ball i um zwölf amal gnug beinanber hab für bie Halbe beim Franziskaner. Na, bös is nix mehr auf dera Welt!" Oer Affenmensch von Java - eine Iran Der sogenannte Affenmensch von Java, ber von dem niederländischen Gelehrten Dr. Dubois 1892 entdeckt wurde unb als „Pithecanthropus ereclus" in bie Wissenschaft eingeführt wurde, hat für die Erforschung der vorgeschichtlichen Menschenrassen eine große Bedeutung besessen unb spielt noch immer in ben Versuchen, den Stammbaum des Menschen in seiner vorgeschichtlichen Entwicklung feft- zustellen, eine wichtige Rolle. Soviel sich auch die Gelehrten mit dieser affenähnlichen, rundschultri« gen und langarmigen Erscheinung beschäftigt und so genau sie die Einzelheiten des Fundes nachgeprüft haben, so hatte man doch bisher diesen Ur- ahnen des Menschengeschlechtes stets für ein männliches Wesen gehalten. Nun aber tritt der bekannte Anthropologe Dr. Alexander Hrdlicka, der eine neue und sehr eingehende Untersuchung ber Ueberrefte vorgenommen hat, mit ber Behauptung hervor, daß „bie Schäbelbecke bes Affenmenschen von Java deutlich anzeigt, baß bieses Jnbivibuum weiblichen Geschlechtes war unb in mittleren Jahren gewesen sein muß." Es ist also eine Stamm-Mutter der Menschheit, bie wir hier vor uns haben, unb zwar eine recht stattliche, benn bie Körpergröße muß sich nach ben Berechnungen Hrblickas auf 165 Zentimeter belaufen haben. Der Gelehrte geht aber nicht so weit, zu behaupten, baß biefe „Affenmenschin" etwa Abams Schwiegermutter gewesen sei, benn sie lebte auf Erben etwa 500 000 Jahre ober noch mehr, bevor bas Parabies blühte unb grünte. Eine Newyorker Zeitung bemerkt dazu philosophisch: „Abam hatte gewiß feine Kümmernisse, aber biefe vorgeschichtliche alte Dame gehörte nicht zu ben Sorgen, bie ihn bebrüeften/ Hrblicka glaubt, baß biefe ferne Urahnin ber Menschenrasse von einem Krokobil getötet wurde, denn bie Spuren von ben Zähnen eines solchen Tieres lassen sich noch am Schenkel erkennen. z^altm crung bet 6X «mpörtn e > ( schmerzen hat, findet rasch von dem Quäl’ gen untersuchen lallen. elenden Augenarzt be- ge kann man hier ein- ‘ wie eine Wausesalle. ibienung in einem elr-, inn ein Diner von -ehr. e Rächt im einem be-; Auch für den, der sich .n, seine Schuhe aut- drucken lassen tollt ist il er voll Hohn: „3" and mit ihrana 2iebt$- erl I konn an mein* n Boden wachsen um Wölf amal M be beim Franziskaner, ta Well!' Utz ÄAtz an &***' 'ySS Ltlerz « ^ntit be<1 und Horden M J1*»- ■ -Dk x$n be> I *n XTM £!*4 s *3“ÄÄ? .^rden. Endlich “n die Hi»,.. Mot der ^"möglich toar,bn pn'fl? ^^Ugend ? ^rmlttmus! Zür den Ration!" »Teit- ter belauskn t^-, je lebt- M cn,# Urnbn|n * yH Kr> serkenneiu nsch von 3M d" A Hrv ?* icn und iPieu''u L(B, xrLZ it. Soviel P^ltn- lahnliche". u-j cn be5..S bUfen Ur‘ doch b'sher dwi lies f‘«er beten-:: ober tritt otl-ne neu f r firbluf«»u^ern’Ji öRunb 15000 Zuhörer in des Vokkshalle und auf dem Trieb. — Großer Aufmarsch der GA be» Opfern», wenn man nicht an die Zukunft Dionen ergriffen hat. n zur Geltung, bi« ein«n neuen Dv- Hitler in der Volkshalle der klang H größter H--16,5 Stof Der Hess' la.Dlooemb trug nicht Stirn. Die Umsturzes Koalition > Opposition keine Mehr dnmals sche Partei angi hörige Dpp> gierung ZU damaligen t bürgerlichen den frühere! gegen die $ rung, die |u stützte, kann gelang, ei und Wat Versuch 6a; haben proc die zwar nii zeugten, at» bei 'ernstem gen und fchli Dabei spielt Rolle, die einzigen po sollten nach der ihrigen neutrale un| Aber in bei kommen doc beiden Pari tionalsozialis tabinett in für Hessens? Jnftruktion, bedingten l corgegangei Koalitionsn So blieb Rechten trol damit ganz Msmilfons fangel/alten Volk. Denn Ähr dauern! den Kabinett! lchen Leben- halben Mahr Rückwirkung moral in alle aeiigewählte läge für pofn Regierung ur Plattform fü geben. Man schmetternden dem Zentrum e- im Sinne diese verhäng gen seiner Ei »m eine Ben arbeit im Stc 'sich damals sc Zelnen ßänbei gesammelt ho «keine Rück 'M nicht me gung zeigt, s mzialismus «ayern und Wenigstens ki °enn zuftand uas Zentrum den und kon l'smus den 1 r oerantw, Jj}f e,ner ! ?a,9 überno k'egsjahren Sach b' von -'"Z insolge he tjernfpf fiiterSflmn" S'schrist < ndflen: AN poltfi Wat JS* andere, Tn ober n hechten! AS; Nicht t ^n ö äreZ^A bet *i mit o?!ct h- ’W*1 Ä fr!*'1"1 ^nn*fl95 -ellaae"' Sietzener Heimat Dlonal5; jjlit 4 5e* OhneJllu 9 1,15 5,25 5,5 4,75 5,13 2,25 2,25 9,25 7 3,4 16 M.1,95 monatlich kostet der Gießener Anzeiger mit seinen sämtlichen Be lagen M.1,80 monatlich kostet der Gießener Anzeiger ohne die 16seitige Jllustrierte Die Zustellgebühr beträgt 25 Pf. monatlich Neubesteller erhalten den Gießener Anzeiger biszum Monatsschluß kostenlos ■ r»'k Zrankfurter Abendbörse sehr still. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. TU. Berlin Fran.iur a. 3)1. Echlußl. ,Ä.|I|61 Schluß! Sch'uß' Abend. (^!“6 Mittag. h,rt börlc 'ur- bgrfe furt 16 6 Dalum 116 6 i 17 6 116 6 91,65 91,75 34,25 31,5 31,5 4,25 Wayß & Freytag Banknoten. Berlin, 17. Juni 48 3,75 77 75,25 68 16 o 0 133,5 16 32 24,75 76,25 75,13 135 16,25 32 25 31,5 38,5 14.75 48 100 16 10,5 84,5 94 31,5 38,5 4,25 16,13 31,25 26 50 225 33 32 26,25 79,75 11,75 29 22,5 55 178 16,65 81 91 145 16 10,9 84,5 92,5 146 14,5 100 frag? und etwa 0.5 Pi war daS Geschäft wie- :r. 3m übrigen r ft ft i II; der 9 1,05 5,13 5,75 4,75 5,13 2,25 2,25 2,25 iKtcbcd fllontan . . . Bereinigte Stahlwerk Otavi Mine» .... Kaliwerke AsckerSleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth .0 ■ ■- . 0 lfc,65 2,4 2,75 2,45 7,4 3,25 15,9 formationen! So wandert man lieber hinauf in die Stadt, zum Marktplatz an der Universität, mit seinem bunten'Treiben, und mit feinen langen Düchertischen an einer Seite. Da graben die Professoren und die Studenten gemeinsam nach billigen Schätzen, man stellt sich daneben und taxiert, was dem Nachbarn wohl gefallen mag. Natürlich, die Studentin nebenan greift nach „Striane"! Das ist zu einfach, zu selbstverständlich, das ist lächerlich, so primitiv und übersehbar sollte das Seelenleben dieser jungen Dame nicht sein. Ich schlendere weiter, gehe über mächtige Drücken, die über tiefer gelegene Stadtteile führen, und trete in die strenge Kathedrale, in der vor 403 Jahren Calvin für die Reformation sprach, durchdrungen von seiner 3dce, kampfbereit und siegessicher. Wer unter den Staatsmännern in Ouchy hielte den Vergleich aus? Wer ist ein Reformator? werten Aku auf festere Amsterdamer Kurse gefragt und 1,5 Prozent höher, 3G.-Farben gingen : dagegen später wieder um 0,5 Prozent zurück. ' -,21 yi Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen Speerwerfen. B-Klasse: 100 Meter, Weitsprung, Kugel« stoßen, 4 mal 100 Meterstaffel. T-Klasse: 100 Meter, Weitsprung, Schlag- konnte sich nicht einigen. Aber man mutzte sich einigen! Am 23. April setzten sich die Staatsmänner wieder um den Verhandlungstisch im Speisesaal, sie zogen sich zu vertraulichen De- 'vrcchungen in die Erkerzimmer zurück, und jetzt liest man auf einer Gedenktafel in der Hotelhalle: „Die Konferenz von Lausanne für den Frieden im Olafen Orient tagte hier vom 15. November 1922 bis zum 28. Juli 1923. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Rumänien, die Türkei, Jugoslawien, Vulgarien und Rußland haben daran teilgenommen und den Vertrag unterzeichnet." Warum gerade im Schloßhotel? Es gibt doch prunkvollere Gebäude, prächtigere Luxushotels in Ouchy und in Lausanne. Doch wie man behauptet, daß der Verbrecher von einem eigentümlichen Zwang getrieben wird, immer wieder an Stätten des Verbrechens zurückzukehren, so haben die Staatsmänner offenbar die Neigung, immer dort zu verhandeln, wo s ch o n f r ü h e r e i n m a l G eschichte gemacht wurde. Das Schloßhotel wurde an der Stelle gebaut, wo einst das alte Dischofsschloß gestanden hat. 3m 3ahre 1170 wurde der Bischofssitz errichtet ,und bald darauf wurde er von Thomas von Savoyen niedergebrannt. 3ni 13. Jahrhundert schufen sich die Bischöfe dort einen neuen Palast, von dem jetzt nur noch ein Turm steht, ilnö vor 60 Jahren wurde um diesen alten Turm das Hotel gebaut, in jenem gotischen Stil, den die Architekten in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts liebten, mit Türmen und Erkern, winklig und unübersichtlich. Schön oder nicht; der Platz ist historisch und daher geeignet für neue historische Versuche. Die Konferenz ist die große Hoffnung der Hotelbesitzer. Die Frühjahrssaison war so schlecht wie nie. Das größte Hotel von Ouchy, Beau R i - vage-Palaee, mußte sich mit ein paar vor- nehmen indischen Gästen und ähnlichen Außenseitern begnügen, da die Deutschen und die Engländer. wie auch sonst in der Schweiz, diesmal fortgeblieben sind, was die Schweizer persönlich Übelnehmen. 3etzt wird Beau Rivage seinen Festsaal für ein paar große Sitzungen der Konferenz öffnen, an denen auch die Presse teilnimmt, die im Schlohhotel keinen Platz findet. Die englische Delegation wohnt im mondänen Beau Rivage, dicyt am See, von dem der Hotel-Palast nur durch einen herrlichen großen Park getrennt ist. Sie hat sich den schönsten Standort ausge.ucht. Inoffizielle Beobachter haben Zimmer im Hotel D' Angleterre bestellt, dicht neben dem Chateau. Auch dies ist ein historischer Platz, hier hat Lord Byron im Jahre 1816 gewohnt als Ouchy noch ein bescheidener Flecken war, und dementsprechend hieß das Haus damals nur Gasthof zum Anker. Byron schrieb dort sein Gedicht: „Der Gefangene von Chillon". Die P r e s s e hat ein anderes Standquartier erhalten. Eine Drahtseilbahn führt hinauf nach Lausanne, man kann auch mit der Straßenbahn hinaufsahren, zum Palaee-Hotel, das abseits vom größten Trubel der Altstadt, nahe dem Iustizpalast, liegt. Dort hat man einen herrlichen Blick über den Genfer See, es gibt wunderschöne Terrassen, und dort residieren die Journalisten. So bequem wie in Gens haben sie es nicht. 3m Völkerbund gibt es elektrische Lichtsignale von den verschiedenen Konferenzräumen zum Pressezimmer: rate Lampen flammen auf, wenn ein Delegierter spricht, grüne, wenn der Lieber scher das Wort hat. Aber auch in Lausanne kann sich die Presse nicht beklagen, es wurde so gut wie möglich für sie gesorgt. Dort oben wohnen auch die Italiener und die Franzosen, während Verhandlungen, an denen jeder Bürger teilnehmen zwischen Ouchy und Lausanne, untergebracht ist. So wird die ganze Stadt zum Schauplatz der die deutsche Delegation auf halber Höhe, möchte. „Wenn ich zu sagen hätte... !" erklärt mir der Besitzer des kleinen Reiseburcaus neben dem Beau Rivage, und der Blumenhändler stellt sich dazu, und dann wird der französische Standpunkt entwickelt, konsequenter als in Paris, unnachgiebig, unbarmherzig. 3n Lausanne ist man französischer a l s in Frankreich. Das war auch früher so, am Ende des Krieges, als man sich in der Schweiz das Witzwort erzählte: „Paris würde ganz gern Frieden schließen, aber Lausanne erlaubt es nicht". Die Lausanner Kleinbürger sprudeln offen hervor, was man aus dem zurückhaltenden Franzosen, der nicht verletzen will, erst herausfragen muß: daß die Deutschen an Rußland Maschinen verkaufen, daß sie heimlich mit der Sowjetunion verbündet sind, daß sie zahlen könnten, wenn sie besser wirtschaften würden, und daß Frankreich den Grundsatz der eigenen Sicherheit niemals aufgeben kann. „Oder glauben Sie etwa an die Narren in Genf? An die Abrüstungskonferenz?" Da ist nichts zu machen, die Lausanner Kleinbürger kennen sich aus in der Politik, sie lassen sich nicht überzeugen, sie haben ihre eigenen In- Umsatz beschränkte sich nur auf einige Spezialwerte und war selbst in diesen Werten ohne 53 59,5 56,65 37,5 3,3 «-ch'uß- AbÄ' *6' 9 1,15 5,2 5,9 4,95 2,35 2,65 2,35 4,05 7,3 3,4 16,13 53 58,5 57,13 37,5 3,4 46,5 36,5 34,25 67,5 I. G. Farben-Industric. . . Berel», diem. Industrie Frankfurt a. M......... Sckeideanstalt Goldschmidt Rütgerswerke Melallgefellfckaft 6% Seim die »leicksameihe v.192, 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1029 5y2% Doung-Anlcihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mll Auslos.-Rechten ... Sesfll- ohne Auslos^Rechte . 8% Hell. Bolksslaai von 1929 (ruckzahlb. 102%) Cterheilen Provinz-Anleihe mil AuSlos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 .... 8% Franks. Hhv.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 7% Frankl. Hyp.-Bonk Goldpse unkündbar vis 1936 Serie 16 4Yz% Franks. Hhp.-Bank 8lqu.- Pfandbriefe. . - • 4'/.% Rheinische Hhp.«Bank-Ligu. Goldpie. 8% Pr. LandeSpsandbriesanstolt, Pfandbriefe R. 19 7% Pr. Landespsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Aus öer Pryvmrmlduuptstodr Gießen, den 18. Juni 1932. Oie Blumenuhr in der Natur. Der große Naturforscher Linnö, dem wir ein interessantes Pflanzensystem zur Namenbcstimmung der Kinder der Ceres verdanken, ordnete die blühenden Gewächse nicht nur in Klassen ein, sondern machte sich diese auch praktisch nutzbar. So beob- 6 >O Philipp Holzmann 81 Zementwerk Heidelberg. . . • 7 Cementwerk Karlstadt. .... 7 ^riei 4,22 58,57 83,97 15,365 16,55 170,54 21,66 74,90 2,JI 78,71 82,11 34,67 15,9 10,75 82 91 I 148 I 9,25 1,1 4,95 5,9 Amerikanische Noten...... Belgische Noten......... Dänische Noten Englische Noten .... Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deichch'Oesterreich, 1 1OO Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten........ 53 । 59 | 56 37,7 3,35 46,5 36,5 34.5 66 Schultheis Payenhofer . . . Mu (Allgemeine Kunstseide) Bemberg. . . .... Zellstoff Waldhof Zellstoff Asciiassenburg . . . Dessauer Gas....... Daimler Motoren..... Deutsche Linoleum . . . . Lrenstein & Koppel . . . . Leonhard Tietz Svenöka Chadc Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 o.H, Lombardzinsfuß 6 v.H. 4% Oesterreich»che Goldrente . 4,20% Oesterreichische Eiiberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staaksrente v. 1910 4'/,% desgl. von 1913 ... 6% abnett Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlcihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I 4% desgl. Serie II....... 5% Runiän. oereinh. Rente v. 1903 4^r°/oRumün.vereinh.Reniev.l913 4% Rumänische verelnh. Rente . >y4% i- Dlnatolict...... achtete und verzeichnete er die Zeiten des Erwachens und des Schlafengehens verschiedener Blu men. Die Verläßlichsten pflanze er in der Reihenfolge ihres Aufstehens nebeneinander und übertraf somit an Alter und an Vielgestaltigkeit die Sonnen- und Monduhren. . Der Frühaufsteher unserer Flora ist der zur Zeit blühende Wiesenbocksbart, welcher seine gelben Köpfchen gegen 3.30 Uhr entfaltet, sie aber auch schon gegen 10 Uhr wieder schließt. Ihm folgt um 4 Uhr der gelbe Löwenzahn, der das allmähliche Erwachen seiner Geschwister anzeigt. Um 4.30 Uhr runden die wilden Rosen ihre duftigen Schalen. Um 6 Uhr wirft die himmelblaue Zichorie oder Wegwarte ihre himmelblauen Räder. Fetzt öffnet sich die duftige rosarote Zaunwinde und die Salatstaude. Gegen 7 Uhr prangen die Kartoffelblüten in der Morgensonne. Ihr schließen sich an die Storchschnäbel, Gänsedisteln und die ganze Familie der Winden. Vom längst schon munteren Wasserhuhn geweckt, tauchen See- und Teichrose aus der schiwmmenden tiefgrünen Wasserfläche auf. Um 9.15 Uhr erst füllen Ehrenpreis und Gentian den Blumenflor unserer Wiesen. Zu den Spätaufstehern gehören Sckaf- garbe und Tausendgüldenkraut, das erst um 11 Uhr seine rosenroten Kronen ausbreitet und im August Wiesen- und Waldblößen füllt. Um 12 Uhr erst stehen Fingerkraut, Ackerdänsedistel und die Mittagsblume auf. Sie alle konkurrieren mit der uralten Sonnenuhr im Anzeigen der Gezeiten des Sonnentages. Die Mittagsstunden werden markiert durch die Frühschläfer im Pflanzenreich, die bereits nach zwölf Uhr mit ihrem Mittagsschlummer beginnen. Zwischen 13 und 14 Uhr schließen das Habichtskraut und die Gänsedistel ihre Köpfchen. Um 15 Uhr folgen die Wegwarte und die Kartoffelblüte. Eine halbe Stunde später träumt schon der Sommerklee, dem gegen 17 Uhr einige Ehrenpreisarten, Gentianen und Krokus folgen. Zwischen 18 und 19 Uhr geht das Leberblümchen schlafen, und eine halbe Stunde später ist die Pracht der weißen See- und Teichrosen verschwunden. Außer den tagblühenden Blumen gibt es auch Nachblüter. Zwischen 18 und 19 Uhr öffnen sich die Essen als Chefarzt des dortigen Elisabeth-Krankenhauses angenommen. Die von Pros. Dr. Düttmann an der Chirurgischen Klinik bekleidete Oberarztstelle wurde von Dr. Dieterich übernommen. ** Unerschrockene T a t eines Oberprimaners der Oberrealschule. In der Woche vor Pfingsten hat der Oberprimaner der Obcrrealschule Wilhelm Wolf, Sohn des hiesigen Straßenbahnführers Hermann Wolf, durch fein unerschrockenes und mutiges Eingreifen ein großes Unglück verhindert. Auf seinem Wege von dem Oberrealschulgebäude nach dem Turnplatz des Männer-Turnvereins begegnete ihm in der Dis- marckstraße an der Universitätsbibliothek ein herrenloser, mit zwei Pferden bespannter Wagen, der in rasendem Tempo dahergerannt kam und die Sicherheit auf der Straße gefährdete. Dem Wagen entgegen fuhr ein Personenauto, mit dem zweifellos das Pferdegespann in gefährliche Kollision geraten wäre, wenn nicht Wolf, die große Gefahr erkennend, dem führerlosen Wagen unerschrocken entgegengesprungen wäre. Es gelang ihm unter Einsetzung seines ganzen Mutes und mit großer Gewandtheit, den Wagen zu erklettern und sich der Zügel zu bemächtigen. Als das Auto vorbeifuhr, hatte er bereits die Pferde in feiner Gewalt, so daß ein Zusammenstoß verhütet wurde, und am Hof des Real-Gymnasiums brachte er sie zum Stillestehen. Der ganze Vorgang spielte sich im Laufe von wenigen Sekunden ab. Der Herr Kultusminister hat nunmehr in einem Schreiben an die Direktion der Oberrealschule Wolf die wärmste Anerkennung für feine edle Handlungsweise ausgesprochen. Reichsschuldbuchforderungen unverändert. Von .Holdpfandbriefen waren Frankfurter Hyp.- Dpnik nach der Steigerung im Mittagsverkehr an» gö^tM Mnö 0,5 Prozent niedriger, ebenso gaben 5,ÄpirC'V . Frankfurter Hyp.-Liquid. 0,5 Prozent ^übrenb die übrigen Werte eher.gesucht Jußbalikampf 1900-20. Das ist g^htfe das reizvolle an diesem bevorstehenden Lokalderby, daß es mit dem besten Willen nicht vorauszusehen ist, wer den Sieger stellen wird. Gewinnen wird diese Marrpschaft, die die besseren Nerven beweist, den größeren Kampfgeist zeigt, geschickter, besser spielt und die bessere. „Tagesform" (wie man seit Nürnberg sagt) und außerdem etwas mehr Glück als der Gegner aufzuwetsen—hat. All das zeigt sich erst während des Spieles und Wetten im voraus abzuschließen, wäre in jedem Falle gewagt. Man verliert außerdem nahezu jede Orientierung, wenn man die beiden Mannschaftsaufstellungen sieht, die bestimmt noch nicht das Beste darstellen, was die beiden Vereine in das Feld stellen könnten. Vielleicht tritt auch kurz vor dem Spiel noch diese ober jene Veränderung in der Aufstellung ein, die jede innere Disposition des Zuschauers (und wer sinnierte nicht vorher über die Chancen der ihm sympathischen Mannschaften?) über den Hausen wirft und ihn damit vor eine völlig veränderte Situation stellt. Sicherlich wird es auf der einen Seite bedauert werden, daß H e i l m a n n , der sonst das Rückgrat seiner Mannschaft ist, nicht mit dabei ist, weil er (der einige Pechvogel!) schon wieder an einer Verletzung laboriert. Die Chancen der Mannschaft'werden dadurch naturgemäß etwas beeinträchligt. Außerdem fehlt Goebel, der im Sturm immer sehr aktiv war und gute Erfolge erzielte. Gar noch ist Lippert nicht aufgestellt, der doch eigentlich mit der Mannschaft viel enger verbunden ist, als es Lüft ober Christ je sein können. (Christ spielt erst das zweitemal in der Liga der Blauweißen.) Sowie bei 1900 das Fehlen Heilmanns, so ist bei VfB. der voraussichtliche'Ausfall Seipels bedauerlich. Vielleicht tritt er doch noch mit an. Der Mannschaft würde es nur zum Vorteil gereichen. Haupt als Sturmführer ist bestimmt nicht schlecht, er ist seit Jahren ein brillanter Techniker, aber es zeigte sich immer wieder, daß er eben nicht hart I genug ist. Der stärkste Mannschaftsteil ist die Verteidigung mit Singel und Leutheuser, während bet 1900 sicherlich die Läuferreihe der hervorragendste Mannschaftsteil sein dürfte. Obwohl sich K n a u s in der letzten Zeit ausgezeichnet entwickelt hat, und auch Feuster sehr flink und geschickt zu maniy^ lieren weiß, sind die VfBer in der Läuferreihe doch nicht so routiniert wie der Gegner. Die Stürme beider Mannschaften sind bei solchen Lokaltreffen immer wieder unbeschriebene Blätter und man wird sich auf eine erkleckliche Anzahl verpaßter Gelegen- heiten, sowie auf Pfosten und „Ausschüsse verlassen können. Mag dem nun sein, wie es will: das Gießener Fußballpublikum wird es sich nicht nehmen lassen, dem Kampf den geeigneten Rahmen zu verschaffen. Von den Spielern aber erwartet man eo ipso, daß sie ihr ganzes Können einsetzen, nicht nur, um der Ehre des Vereins willen, sondern auch, um dem Publikum zu zeigen, was ein Fußballspiel ist. Eine Enttäuschung darf das Spiel nicht bringen. Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900. Nachdem die Aktiven bereits einen Klubkampf hinter sich haben, treten nun auch die Jugendlichen am Svnntagnachmittag auf den Plan. Der Nachwuchs der Spielvereinigung hat die in Frankfurt mit als die leistungsfähigste geltende leichtathletische Jugend von Frankfurt 1880 auf eigenem Platze zu Gast. Die Einheimischen werden sich in diesem Wettbewerb von der besten Seite her zeigen müssen, wenn sie ehrenvoll bestehen wollen. Der Klubkainps wird in drei Klassen (A-Jahrgang 14-15, B-Jahrgang 16-17, C-Jahrgang 18 und jünger) ausgdra« gen. Zu den einzelnen Disziplinen stellt jede» «er« I ein zwei Teilnehmer bzw. je eine Staffel. 'Jas Programm sieht folgende Wettkämpfe vor: A - K l a s s e: 100, 400, 1500 Meter, 4 mal 100 Meter, Hochsprung, Diskuswerfen, ÄugelftPBen, 17.6 51,5 58 57,13 37,25 3,4 . 0 . 5 j Schlupf. Mittaw börfc' 17.6 turd 16 6 Oer neue Hektor der Landesuniversität Von der Pressestelle der Universität Gießqn wird mitgeteilt: Zum Rektor der Universität Gießen für die Zeit vom 1. September 1932 bis 31. August 1933 wurde der ordentliche Professor für Augenheilkunde Dr. Adolf Lfeß gewählt. "* Ernennung an der helsjs ch. e riÄM - desuniversität. Bon M Pi:eMtelle der Universität Gießen, wird mitgeteilt: Privat- Lozsnt Dr. Dö t ti chrr: ist auf den von ihm seit längerer Zeit ßertretenen Lehrstuhl für Bürgerliches, Zivilpro^''ünd Arbeitsrecht an der Landesuniversität Gießen berufen und mit Wirkung vom 1. April d. I. zum etatsmäßigen außerordentlichen Professor ernannt worden. ** Klinik-Personalie. Der Oberarzt der Chirurgischen Klinik an unserer Landesuniversität, Prof. Dr. Düttmann, hat eine Berufung nach Frankfurter Maschinen . . Aritzner . . . Mainkraslmerke Hochs! a. Mi Süddeutscher Zucker . . Geld 4,20 58,33 83,63 15,305 16,49 169,86 21,58 74^60 2,49 78,39 81,79 34,53 börs- 17 6 51 32,25 31,5 26,4 17,25 78,65 11,5 30,5 21,75 54,5 6.5 180,5 Kelche der Nachtkerze. Mit den Sternen steht die violette Nachtviole auf. Im Mondschein «rblühen in den Gewächshäusern und Blumentöpfen ■ die Fackeldisteln, die Königinnen unserer Nacht, die den verschwiegenen Lichtern des Mondes ihre lebhaft1 Bedeutung. Im Verlaufe waren von Kunstseide^ roten Bluten zukehren. tnorfon Dlhi mif festere Amsterdamer Kurse oe. So zeigt die Natur in sinniger Weise der Sqmief und des Mondes Stunden an, in vielgestaltigem iyu>. beachtlichem Weben in Feld, Wald, Flur und Garten.- Oalum . . 7^ . ... 4 . . 16'/. . . . 10 . . . 10 Frankfurt a.M.. 17. Juni. An der Abend- börfe beurteilte man die Lausanner Konferenz auch für den weiteren Verlauf etwas opti- m i st i s ch e r. Diese Auffassung kam denn auch in verschiedenen Kurserholungen zum Ausdruck. So Aoaen IG.-Farben gegen den Berliner Schluß , ~ ----- , - - - - -■- . .- etwa 1 Prozent und Rhein. Braunkohlen 1.25 ballroeitmurf, 4 mal 100 Meter. - AAemcin wird Prozent an. Auch Mannesmann waren etwas ge- l eine 10 mal eine halbe Rundenstaffel gelaufen. vranT-ur a. .0, Berlin Schluß« fürs Schluvi. Abend» börl Schluß« »kure Schluss. Dlilag« bör!e Dalum 16 6 17.6 16.6 17 G Hamburg-Amenla Pale. t 11 11,25 11 11,65 Hamburg-Sübam. Dampfschisi 0 — — 11,5 40 Hansa Dampsschifs ■ ■ 0 — — — 19,25 Norddeutscher Lloyd .... 6 12 12,13 12 12,75 A.G. sür Verkehrswesen Ml. — 26 >7.13 26 Berliner HandelSgescllschasl . 8 86,5 86,5 87 86,5 Commerz, und Privat-Bank . 7 16 16 16 16 Darmslädler und Nallonalbank 8 18,5 18,5 18,5 18,5 Deutsche Bank und 30 TiSconlo-Gesellschast. . . 6 dO 30 30 Dresdner Bonk...... 6 18,5 18,5 18,5 18.5 ReichSbank........ 12 124,25 124 124 123,75 A.E.G........... . 7 20 20 19,9 20,13 Bergmann........ . 9 — —— 18,4 18 »75 Elektr. Lleserungsgesellschast. 10 — —- 62.75 60,5 Lickt und Krasl . . 10 67,5 68,25 67 68 Fellen & Guilleaume.... 6'/r 36 36,5 36 37,13 Gcsellsckasl für ILIcklrische 52,25 Unternehmungen .... 9 2,5 52,25 52 Rheinische Elektrizität . . . . 9 65 65 64,5 64,25 Schucken & (So....... 11 >7,5 57 55,4 56,5 Siemens & Halske..... 14 116 117 116,25 116,75 Lahmeyer & Eo....... 12 77,5 77 77 77 Buderus......... . 4 — — 25,75 25,75 Deutsche Erdöl...... . 6 — — 63,75 63,75 Gelsenkirchener...... . 8 — 43 42.75 42,75 Haryener . ...... . 0 — — 45,75 45,65 Voesch Eilen........ 6 — — 27,5 27 Ilse Bergbau....... Klöcknerwerke....... 1( — — 124 — . f — 24 23,13 23,65 Köln-Neuessen....... ey, — — — Manneüniann-Röhren ... . ( 40,25 40,25 39,5 39,5 Mansselder Bergbau .... . 0 14 13,75 14 Lberschiel. Nokvwerke . . . . 8 — 32 75 33 Phönix Bergbau .... «y. 17,75 17,5 18 17,4 Rheinische Braunkohlen. . . 10 159,75 161,5 158,5 Rhetnstahl........ . — 42 41,25 42,25 16. Juni 17 Juni Amllickc Nolicruna Amllicke Nolieruno Geld Srie Geld Srir Helsingfor- . Wien. . . 7.143 51.95 7,153 52,05 7,123 51,95 7,137 52.05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest . . — — — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 170,43 170,77 170,23 170,57 Oslo . . . . 75,52 75,68 74,78 74,92 Kopenhagen. 84,17 84,33 83,82 83,98 Stockholm 78,87 79,03 78.57 78,73 London. . . 15,415 15,455 15,345 15,385 Buenos Aires 9,948 0,952 0.948 0,952 Neunork . . 4.209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,59 58,71 58,49 58.61 Italien. . . 21,53 21,57 21,50 21,54 Paris . . . 16,55 16,59 16,53 16,57 Sckwctz . . 82,07 82,23 81.97 82,13 Spanien . . 34,67 34,73 34.67 34,73 Danzig. . . 82,37 82,53 82,22 82,38 Japan . . . 1.309 1,311 1,299 1,301 Rio de Ian.. 0,325 0,327 0,325 0,327 Jugoslawien. 6,393 7,007 6.993 7,007 Lissabon . 14,05 14,07 14.01 14,03