Samstag, ^.Dezemberfyz 182. Jahrgang nr.297 AVüH auSsabe Annahme von Unze.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm tföl)c für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 irm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. I-nedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein und lür den Anzeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Giezen. Ericheint täglich, außer Lonniags und feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Bienenet Familienblätter Heimat m Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Lranlfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vri'S vnd Verlag: Vrühl'sche Univerfitäls-Vuch- und Ztemdruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftleltung und Geschaftrftelle: Zchnlftraße 7. Landnöten. Sehnlicher noch als in anderen Jahren wartet diesmal der Handel auf eine Belebung des Geschäftsgangs durch erhöhten Weihnachtsabsah. Das reguläre Geschäft hat vielfach einen Tiefstand erreicht, der kaum mehr unterschritten werden tonn. Ein gewisser Trost mag darin liegen, daß nun wirklich nach allgemeiner Ueberzeugung der Tiefpunkt der Krisenentwicklung erreicht ist. Die llmsahstatistik des Einzelhandels zeigte in den letzten Monaten endlich keine sinkenden Ziffern mehr. Dort, wo in der Industrie schon umfangreichere Reueinstellungen von Arbeitskräften stattgefun- dcn haben, macht sich auch im Einzelhandel e:n leichtes Anziehen der Umsätze bemerkbar. Aber den entscheidenden Umschwung der Wirtschaftskurve soll erst das Weih nachts- g e s ch ä f t bringen. Bielfach werden in diesem Weihnachtsmonat wohl die letzten Ersparnis'e mobil gemacht werden müssen, um Einkäufe, zu tätigen, die immer wieder hinausgeschoben wurden. nun ober dringlich geworden sind. Wan darf daher hoffen, dost mancher lange angestaute Bedarf stürmisch nach Befriedigung drängen wird, wenn erst einmal überall die Uebcrzeugung durch- gedrungen ist, dast es wieder aufwärts geht, und dast auch diejenigen endlich Aussicht haben, wieder Arbeit und Berdienst zu bekommen, die so lange zum Feiern gezwungen waren. Aber die Kauflust allein, für die auch der Tiefstand der Preise einen kräftigen Anreiz bildet, tut es freilich nicht. Auch die Frage nach der Kaufkraft der Konsumenten muh oufgeworfen werden, wenn man sich über die Aussichten des Weihnachtsgeschäfts im Einzelhandel einigermasten klar werden will. Hier bleibt leider noch gar vieles zu bessern. Den Reuein- stellungen in manchen Industrien, durch die dem Einzelhandel' zweifellos manche neuen Käufer zugcführt werden, die notwendigsten Bedarf zu befriedigen haben, steht eine saisonmäßige Zunahme der Arbeitslosigkeit gegenüber, d:e man- cben, der aus die immer stärker gekürzte Unterstützung angewiesen ist, aus dem Weihnachtsgeschäft ousschaltet. Hat man aber wenigstens alles getan, um Beunruhigungen zu beseitigen, die vielleicht auch viele Kaufkräftige zur Zurückhaltung veranlassen? Was die Politik anbetrifft, so must man wohl hoffen, dost eine stabile Regierung Deutschlands Wirtschaft über den harten Winter ohne neue Katastrophen hinwegbringt. R e - gierung und Reichstag müssen sich sagen, dast ein unbefriedigendes Weihnachtsgeschäft alle Aussichten auf eine Belebung der Gcsamtwirt- schaft auf lange Zeit hinaus zerstören mühte. Werden die Lager des Einzelhandels zu Weih- nachten nicht geräumt, so können die Fabriken in den folgenden Monaten keine ausreichenden Reuaufträge erhalten: der ganze Warenumlauf must dann ins Stocken kommen, und alle Bemühungen um Arbeitsbeschaffung werden sich als vergeblich erweisen. Der Weihnachtsabsatz bildet oll» jährlich den stärksten Motor, der den Güterumlauf in schnellere Bewegung seht. Dresen Motor must die Reichsregierung so kräftig wie möglich ankurbeln, wenn sie das Wirtschaftsgetriebe im kommenden Frühjahr wieder in Gang bringen will. Die Boraussetzungen hierzu find in mancher Hinsicht günstig. Die Dorratsläger z. D. sind sowohl beim Handel wie bei der Industrie so gering wie kaum jemals früher. Wenn also nach Weihnachten beim Einzelhandel, dem letzten Glied der Kette des Warenumlaufs, keine neuen Läger angehäuft werden, so müssen der Industrie bedeutende Reu aufträge zufl-.e- hen. Hierauf warten aber die Fabriken offenbar nur noch, um in größerer Zahl Arbeitskräfte einzustellen. Bermchrte Aufträge sind hierzu wirksamer als Einftellungs'räm'en und Steuergutscheine. Denn Kapital und Kredit können d.e Wirtschaft nur dann beleben, wenn genügend Absatz vorhanden ist. Damit freilich das diesjährige Weihnachtsgeschäft diesen Absatz erzeugen kann, müssen alle Gefahren von ihm ferngehalten werden. Es must daher jetzt eine der dringendsten Sorgen der verantwortlichen Re.chs- leitung sein, den austerordentlich wichtigen Wirt- schaftsmotor vorallenStörungenzube- wahren. Oie Einigung auf die Genfer Formel hat das nachgerade übliche Nachspiel gehabt, daß die Franzosen an dem Wortlaut so lange herum- do'.tern, bis sie ihn glücklich in das Gegenteil verkehrt und die ganze Verständigung wieder auseinandergeredet haben. Diesmal hat es nur wenige Tage, kaum eine Woche gebauert, bis sich sogar der offiziöse Apparat einmischte und eine halbamtliche „Verlautbarung" aus Paris in die Welt schickte, die eigentlich alles wieder wegleugnet, was von deutscher Seite in der Genfer Uebereinkui^t als Fortschritt ausgelegt werden konnte. Uns überrascht das nicht. Wir haben von vornherein nichts anderes erwartet und haben deshalb rechtzeitig vor jeder Ueberjchästung gewarnt. Tatsächlich be- g.nnt ja der eigentliche Kampf um die Durchsetzung der Abrüstung erst, wenn die Konferenz ihre Arbeiten wieder aufnimmt. Aber ganz so einfach, wie die Franzosen sich das jetzt vorstellen, liegen die Dinge doch nicht. Sie können nun einmal nicht aus der Welt schaffen, dast nach dem Wortlaut die Gleichberechtigung einer der leitenden Grundsätze der Konferenz sein soll, also im P rin- Oie Parteien und das Kabinett Schleicher. Bayerische Bedenken zur Kanzierrede. Die Finanznot der Länder. München, 16. Dez. CSU.) Zur Rundfunkrede des Reichskanzlers bemerkt die „Bayerische Bolksparteikorresponden z", ein Manko der Rede Schleichers sei es, dast der Kanzler kein Wort für dieBedeutung einer Zusammenarbeit der Länder mit dem Reiche gefunden habe. Hier mache sich Schleicher die Sache wirtlich zu leicht. Bayern müsse aus dem Standpunkt beharren, dast mit der für Preußen getroffenen Regelung eine tiefgreifende Gleichgewichtsverschiebung ein» getreten sei, zu deren Behebung ein gesunder Ausgleich für die außerpreustischen Länder unerlästlich sei. Es wäre dringend erwünscht, dast der Reichskanzler möglichst bald Klarheit auf diesem Gebiete schaffen würde. Die vom Kanzler angeführte Tatsache, dast das Reich ohne neue Steuern und auch ohne neue Kürzun gen im Personaletot auskomme, könne nur dann als tatsächlicher Fortschritt anerkannt werden, wenn für die Länder und Gemeindefinanzen das Gleiche gelte. Solange Länder und Gemeinden aber gezwungen seien, ihren Beamten weitere Opfer, wie z. B. das Rollsystem, aufzuerlegen, während das Reich großzügig den Trotgeber spiele, sei die Finanzpolitik des Reiches gewiß nicht in Ordnung. Die Einlösung der Zusage an die Länder wegen finanzieller Hilfe könne gar nicht rasch genug erfolgen. Hitler zur Schleicher-Bede. Bor der Prcutzcnfraktion der NSDAP. Berlin, 16. Dez. (VDZ.) Die preußische Lond- tagsfrattion_ber NSDAP, hielt am Freitogvormit- tag eine Sitzung im Hause des Reichs- tagsprasidenten Goering ab, in der der Parteiführer Adolf Hitler der Fraktion die Richtlinien für ihr weiteres Verhalten gab. Parteiamtlich wird darüber u. a. folgendes mitgeteilt: Hitler stellte sich einleitend vor den greifen General Litzmann, dem Sieger von Brcezny, den der Reichskanzler, General v. Schleicher, wegen seiner Mahnung an den Reichspräsidenten in seiner gestrigen Rundfunkrede anzugreifen für richtig befunden hat. Er versicherte unter stürmischer Zustimmung General Litzmann der Liebe und Verehrung der ganzen nationalsozialistischen Bewegung, mit der der greise General und Alterspräsident zweier Parlamente in .Kameradschaft, Ehre und Treue auf immer verbunden ist. Der Führer kam bann auf die politischen und wirtschaftlichen Auslassungen des Reichskanzlers v. S ch l e i ch e r zu sprechen, die man vom Standpunkt nationalsozialistischen Wollens und Wirkens für das deutsche Volk nur durch die Frage charakterisieren könne: Ist das alles? Schleicher offenbarte einzig, sich für eine hoffentlich nur kurze Rotzeit als Kanzler und politischer Sachwalter zu sehen: dies scheine erkennen zu lassen, daß er aus dem Schicksal der Borgänger seiner Regierung Lehren gezogen habe. Die Aera Schleicher werde ebenso wie die vorhergehenden eine kurze Episode für die Ration sein. Auch dieser Kanzler glaube, von den Ideen, die der Rationalsozialismus in dreizehnjährigem Kampf populär gemacht habe, leben za können. In Wirklichkeit eigne man sich Begriffe, deren Inhalt man selbst nicht zu verwirklichen, sondern nur zu zerstören imstande sei, lediglich zum Schein an, um das Gedankengut der RSDAP. durch Mißbrauch zu diskredi- ttieren und seine Verwirklichung dem Bolk vor- zucnthalten. Gewisse Hdsfnungen bestimmter Kreise auf einen Zwiespalt in der RSDAP. seien bitter enttäuscht worden. Bielleicht hätten die Ereignisse der letzten Tage im Gegenteil gerade das Gute gehabt, der Wilhelmstraße zu zeigen und den endgültigen Beweis zu erbringen, dast die RSDAP. durch nichts zu erschüttern sei, daß sich bei uns kein Treviranus finde, daß niemand in der Partei es billiger mache als ihr Führer und daß man die Bewegung so nehmen müsse, wie sie ist. Die Klärung der letzten Tage habe der Wilhelmstraße wohl endgültig die Erkenntnis gebracht, daß auf dem Wege innerer Zerspaltung der deutschen Freiheitsbewegung nicht beizukommen sei. In das Iahr 1933 werde die RSDAP., die sich in den 12 Wahlkämpfen des vergangenen Iahres wunderbar geschlagen habe, als eine kampferprobte und kampfkräftige Armee geschlossen hineinmarschieren. Riemals werde sie sich von ihrem Ziel abbringen lassen. Sie habe die deutsche Iugend, sie habe den größeren Mut, den stärkeren Willen und die stärkere Fähigkeit, was könne ihr da vom Siege noch fehlen! Hugenberg zur Politischenlage DieDcutschnatimialen sordein.Hilfe für den Mittelstand in Stadt und Land. Berlin, 16. Dez. (VDZ.) Der deutsch- nationale P a r t e i vo r st a nd freit am Freitag im Reichstage eine Sitzung ab, in der zunächst der Parteiführer Geheimrat Hugenberg einen längeren Bericht über die gesamte politische Loge erstattete. Er zog aus den politischen Borgängen der letzten Wochen, wie die Pressestelle der DRBP. mitteilt, die Folgerung für die Haltung der DRBP. Anschließend ging Berlin, 16. Dez. 3m Preußischen Landtag, richtete der nationalsozialistische Fraktionsvorsitzende Kube heftige Angriffe gegen den Reichskanzler von Schleicher. Er erklärte u. a.: Der General von Schleicher habe Bemerkungen gegen den verehrungswürdigen Alterspräsidenten, General Litzmann, gemacht, die auf das schärfste zurückgewiesen werden müßten. Wenn auch die historische Persönlichkeit Lilstnonns weit über derartigen Angriffen stehe, bleibe es doch tief bedauerlich, daß ein unbekannter Major des Weltkrieges mit diesen Angriffen nicht nur gegen den Alterspräsidenten, sondern auch gegen den weit älteren und oer- ehrungswürdigeren Kameraden und seinen ihm weit überlegenen militärischen Führer Stellung ge^ nommen höbe. Wenn der Reichskanzler das Wort „Kameradschaftlichkeit" gebraucht habe, müsse man ihn fragen, ob er bei diesem Appell an die Kameradschaftlichkeit vielleicht daran dachte, wie er den Generalobersten v. e c e cf t unter Wasser torpedierte, wie er den späteren Reichswehrminister G e ß l e r kameradschaftlich zur Strecke brachte, ebenso den Reichswehrminister Groener, Den Reichskan'ler Brüning und den Reichskanzler v. Popen. (.Händeklatschen bei den Nationalsozialisten.) Herr v. Schleicher sei der Allerletzte, der — u* inuim»».in.mM— iiT3wnsm.il Hi—Iiir» Dr. Hugenberg auf die wirtschaftspolitische Lage ein und zog dabei folgenden Schluß: Wenn wir jetzt unsere Landwirtschaft nicht in Ordnung bringen, wird sie einfach zur Verzweiflung g.trieben: sie wird polit sch rabiat und gibt den Ausschlag zugunsten derjenigen Mächte, die den deutschen Staat zerstören wollen. Es ist das oberste politische Gebot, die von Haus aus rührigste und staatstreueste Bevölkerungsschicht, d i c Bauern, nicht in das Stadium besinnungsloser Wut kommen zu lassen. Dazu ist vor allem eine Absatz- und P r e i s b e s s e r u n g der sogenannten bäuerlichen Beredelungs- erzeugnisse notwendig. Auch die Kredit- und Steuerfragen der Landwirtschaft müs- scn endlich aelöst werden. Die steuerliche und wirtschaftspolitische Mißhandlung des städtischen Mittelstandes muß gleichermaßen aufhören Haie die des ländlichen. Ohne starken Mittelstand gibt es keine starke Wirtschaft und keinen' starken Staat. Die dritte drängende Augenblicksfrage, die E i n d ä m m u n g derAr- beitslosigkeit, kann nicht mit künstlicher Arbeitsschöpfung, sondern nur durch Beseitigung der Hemmnisse gelöst werden, die einer echten Wirtschaftsbelebung im Wege stehen. Dazu gehören als erstes die Regclungder Scyuldcnsrage und eine bessere Ordnung unseres Kreditwesens. Kommunale Arbeitsschöpfung ist kein Heilmittel. Im Anschluß an diesen Bortrag Dr. Hugen- beros wurde von feiten der Parteileitung ein ausführliches Wirtschafts-, finanz- und handelspolitisches Programm vorgetragen, das auf den Vorschlägen Dr. Hugenbergs auf dem un Iuli verkündeten Freiheitsprogramm aufbaut und, alle Teile des deutschen Wirtschaftslebens um- faßt. Dieses Programm wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. über den Begriff der Komeradfchaftlichk.it Anschauungsunterricht zu erteilen vermöge. Vielleicht verleite'die Kameradschaftlichkeit Herrn o. Schleicher dazu, mangels anderer Objekte für feine Unter* wassertorpedierungen sich nun selbst zu torpedieren. Dieser Beweis von Kameradschaftlichkeit würde von den Nationalsozialisten mit Befriedigung zur Kennis genommen wenden. (Erneuter Beifall bei den Nationalsozialisten.) - Rie und nimmer, so fayrt Kube fort, wird die RSDAP. es dulden, daß Preußen zum Reichsland gemacht oder anders beurteilt und behandelt wird als die süddeutschen Länder. Wir werden den Komps um Preußen nicht auf* geben, weil die Deichskommssarverordnung nicht zurückgezogen wird. Mit derselben Erbitterung und Konsequenz, mit der wir um Preußen nut den Sozialdemokraten gerungen haben, werden wir, Herr Reichskanzler v. Schleicher, mit jedem ringen, der es wagt, sich zwischen uns und den preußischen Staat zu stellen. (Händeklatschen bei den Rationalsozialisten.) Die Machtposition Preußens darf nicht dadurch zum Stillstand kommen, weil man hofft, im Reiche zu einem Kuhhandel zu kommen. Wir wollen kein Scheinministerium in Preußen haben, wir find bereit, den Reichskom- ErngteAusspracheimpnoMenchmdtag Scharfe nationalsozialistische Angriffe gegen den Reichskanzler. zip jetzt bereits anerkannt ist. Wenn die Franzosen die Durchführung abhängig machen wollen von ihrem etwas nebelhaften Sicherheitssystem, so ist das ihre Sache. Möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, daß daran die Konferenz schließlich scheitert. Aber auch dann bleibt die Tatsache bestehen, daß die Franzosen den Grundsatz der Gleichberechtigung anerkannt haben und daß sich daraus dann für Deutschland se'bst- verstündliche Folgerungen ergeben, die in ir; \0= einer Form auf die Aufkündigung wenn nicht unserer Zugehörigkeit zum Dölkerbund, so doch mindestens des Teiles V des Versailler Vertrages hinauslaufen müssen. Indessen hat es wohl keinen rechten Sinn, sich heute schon über die Möglichkeiten den Kopf zu zerbrechen, die frühestens in einem halben spruchreif werden. Wir nehmen deshalb an französischen Stilübungen nur zur Kenntni zu wissen, was uns in Genf noch erwarten : Herr Hcrriot hat sich offenbar etwas zu weit vorgewagt und fürchtet nun, daß die französischen Vasallenstaaten, die ihren Widerspruch ja sofort angemeldet haben, unbequem werden können. Richt ganz ausgeschlossen sogar, daß er e i n Spiel mit verteilten Rollen spielt, daß also Frankreich an sich zu weiteren Zugeständnissen bereit sein würde, aber gleichzeitig dafür sorgt, daß die Polen oder Tschechen Einspruch erheben, um d a r a n dann die praktische Durchführung der deutschen Gleichberechtigung scheitern zu lassen. Zuzutrauen wäre der französischen Diplomatie eine solche Taktik schon. Sie ist aber so kompliziert, daß sie sich nachher sehr leicht selbst widerletzt. Einstweilen muß Frankreich ja noch nach verschiedenen Fronten sprechen und die Aufrollung des Schuldenproblems muß eigentlich dazu führen, daß der Gegensatz zu den Vereinigten Staaten sich weiter zuspitzt. Niemand wird behaupt ten können, ob in einem halben Jahr Frankreichs Stellung noch stark genug ist, um sich einem gemeinsamen Druck einer ganzen nach Frieden hungernden Welt in den Weg werfen zu können. Die Wirtschaftskrise, die so ungeheuer viel An- heil hervorgerufen hat, wirkt auf manchem ®o biete auch nützlich. Es gibt ja überhaupt in der Welt kein liebel, dem man nicht von irgendeinem Standpunkt aus auch eine vorteilhafte Seite abgewinnen könnte. Man hat mit Recht in den Jahrzehnten der Entwicklung Deutschlands zum Industriestaat die „Verstädterung", d. h. die zunehmende Anhäufung der Bevölkerung in den Großstädten für ein großes sozial» hygienisches Hebel gehalten. Aber man hat nichts Wirksames dagegen tun können. Die Abwanderung vom Lande nach den Großstädten wurde als eine unheilbare soziale Krankheit angesehen. Die Wirt'chastsnot und die ungeheuer große Ar» beidslosigkeit haben diesen Zuzug auf einmalz um Stocken gebracht, lind nun ze.gt > ch. daß ohne dcn Zuwanderungsgewinn aus dem Lande die Großstädte nicht nur an Einwohnerzahl zu» zunehmen aufhören, -ondern sogar kleiner werden. Der natürliche Bevölkerungszuwachs durch den lieber-chuß an Geburten über die S'erbefälle fehlt in den Großstädten, und die Folge davon ist, daß sie allmählich aussterben müßten, wenn sie dauernd keinen Zuzug mehr erhalten würden. Eine Statistik über die Bevölkerungsbewegung in 98 deutschen Städten von mehr als 50 000 Einwohnern zeigt, daß die Gesamteinwohnerzahl im ersten Halbjahr 1932 von 23,09 auf 23,03 Millionen zurückgegeangen ist. Es ist also eine Slbnafyme der Einwohnerzahl um rund 60000 sestzustellen. De* tatsächliche Rückgang der Bevölkerung ist sogar noch etwas größer, weil drei stabte, nämlich München, Rostock und Lübeck, in der fraglichen Zeit Gebietserweiterungen Dorgenommen und hierdurch an Einwohnerzahl zu- genommen haben. Ohne diese künstliche Zunahme würde die Verminderung der Großstadtbevölkerung fast 70 000 in einem halben Jahr betragen haben. Der Rückgang der Einwohnerzahl der Großstädte kann auf zwei Ursachen zurückzuiühren sein. Es wäre möglich, baß sie überhaupt keinen natürlichen Bevölkerungszuwachs mehr haben, daß also die Sterbefälle die Geburten an Zahl übertreffen. Daß freilich bas natürliche Aussterben ber Großstädte allein die Abnahme um beinahe 70 000 Einwohner verursacht habe, ist nicht anzunehmen. Es muß also auch eine Rückwan - berung aus ber Großstadt nach bem flachen Lande und nach den kleinen Städten vorhanden seien. Tatlachlch ist in den mei sten deutschen Großstädten eine solche Abwanderung festzustellen, die größer ist als die Zuwanderung. So hat z.B. Ber.in im ersten Halbjahr 1932 mehr als 32 000 Einwohner durch Mehrabwanderung verloren. Da Berlins Bevölkerungszahl in dieser Zeit um insgesamt 38 300 Köpfe abgenommen hat, muß außer dem Abwanderungsüberschuß auch em beträchtlicher Ueberschuß ber Sterbefälle über die Geburten aufzuwei'en gewe'en fein. Andere Großstädte haben verhältnismäßig größere Abwande- rungsverluste als Berlin gehabt. Im allgemeinen gilt aber die Regel, daß je größer die Stadt, desto größer auch die prozentuale Abnahme der Bevölkerung gewesen ist. Dom kommunalpvliti'chen Standpunkt aus wird die Abwanderung zunächst nicht ungern gesehen. Sie vermindert häufig die Schul- und Armenlasten. Ungerecht ist es freilich, daß hierdurch wiederum d'e Lasten des flachen Landes und der Kleinstädte in manchen Fällen erhöht werden. Im übrigen aber ist die Abnahme ber Bevölkerung in den Großstädten und der Zuwachs, den dadurch das Land gewinn,, zu begrüßen. Denn Deutschlands Zukunft beruh, auf der ständigen Erneuerung, die es der größeren Bevölkerungszunahme auf dem Lande verdankt. missar, den wir nicht mit Brachialgewalt entfernen können, zum Anlast zu nehmen, eine Regierung in Preußen zu wählen. Wie dann der Kampf mit dem Reichslommissar ausfällt, ist eine Sache der besseren Ausdauer und der besseren Nerven. Der Redner kritisiert dann die Personalpolitik des Reichskommijsars und erwähnt u. a., dast auch jetzt noch der Sozialdemokrat R o s k e Ober« Prä,ident sei. Besonders scharf nimmt er gegen den Rektor der Breslauer Universität Stellung, der bewustt oder unbewustt die Interessen des Polentums und nicht die des Grenzlanddeutschtums vertrete und ein nationaler Schädling sei. (Beifall bei den Nationalsozialisten.) Weder Papen noch Schleicher hätten eine aktivere Austenpolitik betrieben als etwa Stresemann. Die gewaltigen Ansätze, die sich in den letzten Jahren für die Aktivierung öer Außenpolitik im Anwachsen der nationalsozialistischen Bewegung ergaben, seien durch die sogenannten nationalen Regierungen erstickt worden. X Abg. Moller (Soz.) erklärt, ein Teil der Rede des Herrn Kube sei zu betrachten als ein Zwickel für bestimmte innerparteipolitische Vorgänge in der NSDAP, und Vorgänge in den Koalitionsverhandlungen. Wenn die Nationalsozialisten beantragen, den bedrängten Sudetendeutschen auf Wunsch sofort die preußische Staatsangehörigkeit zuzuerkennen, so müsse man fragen, warum sie nicht eine gleiche Forderung auch für die 230000 Deutschen in SüdtiroI ausstellten. Sie täten das wohl nicht, weil sie den Iudasverrat an Südtirol begangen hätten. (Große Anruhe bei den Nationalsozialisten. — Abgeordneter Meyer Quadel (Nat.-Soz.) geht auf das Rednerpult zu und ruft: Sie sind ein ganz frecher Schwindler!! — Vizepräsident H a a k e ersucht Dr. Meyer, sich zu mäßigen. — Zuruf bei den Nationalsozialisten: Ihr habt ja das ganze deutsche Volk verraten, ihr Lümmel!" — Anhaltende Anruhe.) Abg. Graf v. G a l e n (Z.) betont, das Zentrum stehe auf dem Standpunkt, daß die Sittlichkeit nicht allein mit dem Polizeiknüppel her^ gestellt werden könne. Der Staat habe aber die Pflicht, die Ansittlichkeit dort, wo sie als Aerger- nis oder als Verhetzung der Jugend auftritt, auch mit Ordnungsmaßnahmen zu bekämpfen. In diesem Sinne begrüße das Zentrum die Badeverordnung, weil sie der Versuch eines kräftigen Eingreifens sei. Deutschland habe sich keinen großen Ruhm dadurch geschaffen, dast es mit dem Badeunwesen und mit der Nacktkultur an der Spitze der europäischen Völker marschiere. Es sei zu wünschen, dast auch die schamlosen Moden in der Gesellschaft unter ähnliche Vorschriften gestellt würden. Gegen 17.45 Ahr vertagt sich das Haus auf den 17. Januar. Der Präsident behält sich vor, den Landtag vorher einzuberufen, wenn es die politischen Verhältnisse erfordern. Verheerende Vrandkatnstrophe in Tokio. Gchreckensszenen im brennenden Warenhaus. - Schwierige Rettungsarbeiten. Einsah von ^luazeuaen H Mx ■i Die Front des Warenhauses Schirokiya in Tokio Die die »Nachtausgabe" aus Tokio meidet, find bei dem in einem Teil der gestrigen Ausgabe bereits gemeldeten Darenhausbrand 14 Personen 3 u Tode gekommen. Das Jeuer fand reichliä^ Nahrung in einer Abteilung, die mit großen Ornamenten aus Zelluloid versehen war. Als die Feuerwehrsignale ertönten, ballten sich die Massen der Flüchtenden an den Ausgängen zu einem unentwirrbaren Knäuel zusammen. Alle Treppenaufgänge waren bald in undurchdringlichen Qualm gehüllt, was ditz» Panik der Flüchtenden noch erhöhte, hinzu kam dos Gebrüll von Löwen und Bären, die auf dem Dach des Warenhauses in einem Zoologischen Garten, einer Sehenswürdigkeit Tokios, untergebracht sind. 3m zweiten Stock sprangen einige Käufer in ihrer Todesangst aus den Fenstern und erlitten schwere Brüche und innere Verletzungen. Die Bekämpfung des Brandes wurde durch Mangel an Leitern schwer behindert. Auch erwies sich der Wasserdruck als ungenügend, so dast man nicht bis in die höheren Stockwerke Wasser geben konnte.^ Als die Katastrophe immer größere Ausmaße annahm, wurden Flugzeuge eingesetzt, die Seile und Schaumlöschapparate an Bord nahmen. Unter Einsatz ihres Lebens warfen die Flugzeugbefahungen den Feuerwehrleuten, die sich durch die ungeheure Hitze mit Gasmasken und feuerfesten Anzügen einen Weg auf das Dach gebahnt hatten, die Seile und Löschgeräte zu. Ls war die höchste Zeit, denn auf dem Dach hatten sich Hunderte von Menschen vor den- Flammen geflüchtet, da ihnen der Weg auf die Straße durch Qualm und Flammen versperrt war. Einige wurden vor Ang st wahnsinnig und sprangen in die Tiefe, wo sie mit zerschmetterten Gliedern liegen blieben. Die Besonnenen liehen sich mit Hilfe der von den Flugzeugen abgeworfenen Seile vom Dach herunter und retteten so ihr Leben. 3n der Umgebung des Warenhauses halten sich Tausende von Zuschauern eingefunden. Zur Absperrung waren mehrere Kompanien Militär zur Verstärkung der Polizei eingesetzt worden. Nach über dreistündigen Bemühungen der Feuerwehr war der Brand auf seinen Herd beschränkt. Eigenartigerweise gelang es, alle Tiere des Zoologischen Gartens des Warenhauses zu retten. Das Feuer war, wie weiter mitgeteilt wird, in den höheren Stockwerken des Warenhauses ausgebrochen und verbreitete jid) mit solcher Geschwindigkeit, daß die Tokioer Feuerwehr nach der Ankunft bereits ein gro hes Flammenmeer vorfand, das nur schwer bekämpfte werden konnte. 3n den oberen Stockwerken des Hauses waren insge- samt 1 3 0 0 Angestellte und mehrere hundert Käufer. Das Schicksal zahlreicher Frauen und Kinder, denen im ersten Stock gleich unter dem Dach der Rückzug versperrt war, ist noch unbekannt. 110 Personen, die teils B r a ndwunden , teils son- I stige Verletzungen erlitten, wurden ins Kran- I kenhaus befördert. 5,3 Millionen Mark Fehlbetrag im hessischen Etat für 1932. Minister Kirnberger erläutert die Zmanziage im Landtagsausschuß. WHP. Darmstadt, 16. Dez. Im Finanzausschuß gab Finanzminister Kirnberger Aufklärungen über die Finanz- und Kassenlage des Landes. Die Ausgabenseite des Voranschlages für 1932 habe bisher gehalten, was man erwarten konnte. In allen Verwaltungszweigen ist g r ö st t e Sparsamkeit geübt worden. Die in Kapitel 16 eingestellte summarische Einsparung von 1,9 Millionen wird in vollem Maste erreicht werden. Vielleicht können darüber hinaus noch we i t e re M i n d e r u n ge n de r Ausgaben erzielt werden. Infolge des Sinkens des Zinsfußes ergebe sich bei Kapitel 110 eine größere Einsparung, so dast selbst unter Berücksichtigung der Mehraufwendungen in Kapitel 10 (Mietzuschüsse) noch im ganzen mit einer Ausgabenverminderung von 500 000 Mark gerechnet werden könne Auf der Einnahme feite werde durch die Konjunkturabgleitung nach den neuesten Feststellungen der Reichsregierung bei den Reichssteuerüberweisungen sich ein Ausfall von 4,7 bis 4,8Millkonenfür Hessen ergeben. Die Landessteuern hätten bis jetzt nur eine verhältnismäßig geringe Einbuße gezeigt. Immerhin werde auch hier, zumal da der Not der Zeit Rechnung tragend, weitgehender Steuererlah erfolgt sei, mit einem Ausfall von über 100 000 Mark zu rechnen sein. Die So gk um die Landwirtschaft habe die Regierung weiter veranlaßt, weitgehend P a ch t Nachlässe zu gewähren, die das Ähr 1932 mit 260 000 Mark belasteten Die Regierung fei bereit, in gewissem Umfange den Pächtern auch Pachtland käuflich zu Überlassen, soweit dies Land für den Staat entbehrlich sei Die Erträgnisse des werbenden Vermögens hätten eine rückläufige Bewegung gezeigt Die Einnahmen aus den Forstdomänen ließen einen Rückgang von 200 000 Mark erwarten Allerdings scheine der Tiefpunkt der Kon- i junktur in der Forstwirtschaft überwunden zu sein. Es bestehe tn diesem Winter eine lebhaftere Nachfrage nach Holz, und die Preise feien leicht angezogen. Ob und inwieweit die Verwaltungsgebühren, Beiträge ju den einzelnen staatlichen Errichtungen usw. Ausfälle brihgen würden, lasse sich mit Sicherheit noch nicht sagen. Man werde jedenfalls mit einer Verschlechterung von etwa 500 000 Mark rechnen können Die inzwischen eingeführte Schlacht st euer werde eine Mehreinnahme von 2,5 Millionen erbringen. Für den Rest des laufenden Haushaltsjahres könne mit einer Einnahme von 800 000 Mark gerechnet werden. Der Minister kam zu einem Fehlbetrag von 5,36 Millionen Mark für das laufende Etatsjahr. Schließlich betonte er, daß sowohl der Haushalt als auch die Kassenlage des Landes ungünstig beeinflußt würden dadurch, daß viele Gemeinden infolge ihrer schweren sinanz'ellen Bedrängnis nicht in der Lage seien, ihre dem Lande schuldigen Verpflichtungen rechtzeitig abzutragen. Nach dem Staatsvoranschlag seien von den Gemeinden rund 1) Millionen Einnahmen zu leisten, von denen bisher nur ein verhältnismäßig sehr gering erTeil eingegangen sei, während die Leistungen des Staates gegenüber den Gemeinden in der gleichen Zeit i n höherem Maße a b g ej>e d t worden seien. An den Reichsfinanzminister sei die dringende Forderung gestellt worden, den Ländern die für die Aufrechterhaltung ihres Staatshaushaltes erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stel'en, zumal von dem Niedergang der Reichssteüern die Länder in viel größerem Maste betroffen worden seien als das Reich selbst. Ein nationalsozialistischer Antrag, daß das ortsansässige Handwerk bei der Vergebung von gewerblichen Arbeiten in staatlichen Anstalten so weit als möglich mit herangezogen werden soll, wurde einstimmig angenommen; ebenso ein Antrag des Zentrums, wonach die Stammbeiträge zurHandwerkstamme r entweder generell gesenkt oder eine Sta fe- lung der Beiträge nach der Größe des Handwerksbetriebes eineeführt werden sollen. Die Regierung soll eine Aufstellung, über die Bürgschaften der Handwerkskammer und die Rückbürgschalten des Landes gegenüber der Handwerkskammer vorlegen. Kleine politische Nachrichten. Der national,oziali st ische Fraktionsführer im Hessischen Landtag, Karl Lenz, der, wie schon gemeldet, krankheiishaiöer von der Gauleitung zurückgetreten ist, hat dech. Landtagsamt mitgeteilt, dast' er krankheitshalber auf sein Mandat verzichte. Als Nachfolger tritt Rechtsanwalt Klein-Darmstadt in den Landtag ein. * _ Der Aeltestenrat desReichstagesist für Montagnachmittag 16 Ähr einberufen worden, um über den Antrag der Kommun ist en zu entscheiden, der den sofortigen Zusammentritt des Reichstags fordert. Fünf Millionen Pinguine. Bericht von einer einsamen Insel. Wer je bei Hagenbeck in Stellingen — der unseres Wissens unter allen zoologischen Gärten in Deutschland über die schönste und vollständigste Sammlung von Pinguinen verfügt — vor dem Gehege der wunder.ichen, phantastisch menschenähnlichen Geschöpfe stand und sich nicht losreißen konnte von ihrem Anblick: der wird dieses Buch* mit genießerischem Entzücken lesen. Wer noch nie in seinem Leben einen Pinguin zu Gesicht bekommen hat, wird sich in diesem Buch mit Staunen, Heiterkeit und Rührung in eine Welt versetzt finden, die bei allem Reiz exotischer Ferne und Fremdartigkeit oft genug wie ein ins Tier para dies übertragenes, groteskes Abbild unseres eigenen Daseins anmutet. Der englische Naturforscher und Reisende Cherry Kea r ton hat mit seiner Frau ein halbes Jahr auf einer einsamen, kleinen Insel im Atlantik, wie der Riese Gulliver bei den Zwergen, unter Millionen von Vögeln zugebracht, die das Eiland beröltern: Taucher, Kormorane, Möwen, Ibisse und vor allem die unübersehbaren Heerscharen der Schmarzfuß-Pmguine. Stearton hat hier, nach feinen eigenen Worten, das achte Weltwunder entdeckt. Das Ergebnis des monatelangen Aufenthaltes auf der Vogel-Insel ist das vorliegende Buch: es schildert seine Beobachtungen, Erlebnisse und Abenteuer; es ist ganz und gar den Pinguinen gewidmet, aber außerdem auch sehr charakteristisch für den Verfasser, ftearton gibt nämlich, obwohl er fast nur von der Insel und von den Pinguinen erzählt, zwischen den Zeilen ein Bild feiner eigenen Persönlichkeit: er spricht 3um Leser als Engländer, als Sportsmann und Gentleman, als ein Meiych von scharfer Beobachtungsgabe, Geduld und erfrischendem Humor, erfüllt von zärtlicher und respektvoller Liebe zu den sonderbaren Geschöpfen der Insel. Kearton beschreibt — klar und ungemein anschaulich — das Leben der Pinguine vorn Ei bis Zum Tode; er schildert ihre Gewohnheiten und Eigentümlichkeiten, ihre Ehe und ihre soziale Gemeinschaft, ihre Stampfe, ihre Leiden, ihre Freuden und Spiele; er entwirft ein Charakterbild dieser kleinen, überaus sympathischen Gesch ipfe, er erzählt von ihrer Häuslichkeit, ihrer ehelichen Zarte lichkeit, ihrer Kinderliebe, ihrem Mut. auch von * Cherry Kearton: DieInfelderfünf Millionen Pinguine. Einzig berechtigte Ukbersetzung aus dem Englischen von TOagta Kahn. 188 Seiten. Mit 29 Bildern nach Photos und einer Karte. Brosch 3 Mark, kart. 3,50 Mark, Seinen 4,80 Mark. I. Engelhoms Nacht Stuttgart. — (486.) ihrem Spieltrieb, ihrer Eitelkeit und ihrer unglaublichen Neugier Slearton hat es fertigbekommen, aus der unübersehbar verwirrenden Fülle dieses Vogelparadieses (die beigegebenen Photos vermitteln eine Überzeugende Vorstellung davon) — aus der wimmelnden Masse von drollig aufrechtgehenden, schmor,zbefrackten, weißbäuchigen und kurzbeinigen Wesen die ausgeprägtesten Individualitäten und Temperamente herauszufinden, denen seine besondere Zuneigung gilt Was anderen Tierbüchern vielfach, und n.cht immer mit Unrecht, zum Vorwurf gemacht worden ift — die ganz vom menschlichen Standpunkt aus angelegte und auf ihn zurückbe- Zogene Art der Schilderung — scheint hier nicht nur gerechtfertigt, sondern geradezu sich aufzudrängen. Das wird jeder begreifen, der sich einmal in den Anblick von Pinguinen, wenn auch nur in Gefangenschaft, ein wenig hat vertiefen können und sich darüber amüsiert hat. Auch Keartons Buch ist überwiegend heiter und wahrhaft ergötzlich zu lesen, und er erzählt selbst daß er oft in diesen Monaten auf der Insel herzlich habe lachen müssen, aber er fügt hinzu, daß die Pinguine keineswegs immer und überall komisch wirken, sondern daß'sich in ihrem Dasein nicht einmal selten kleine Tragödien ereignen, von denen niemand etwas geahnt hätte, und wovon jedermann mit Rührung und Ergriffenheit hier die Beispiele überliefert findet. Keartons Bericht ist mit Photographien geschmückt, die jeden Tierfreund begeistern werden Wer in Verlegenheit ift, was für ein Buch er zu Weihnachten verschenken soll, dem sei „Die Insel der fünf Millionen Pinguine" empfohlen: sie wird dem Beschenkten ungetrübte Freude bereiten. —y— Gießener Konzertverein. £ubfa und Chrisija Kolesia. Die Eindrücke,' die L u b E a Kolessa hinterließ. als sie sich vor nunmehr fast sechs Jahren mit Chopins L-Moll-Konzert in Gießen einführte, haben sich bei ihrem hiesigen Auftreten von Mal zu Mal verstärkt, und die höchsten Erwartungen, die man auf die Entwicklung der Künstlerin setzen konnte, sind bei weitem noch übertroffen worden. Die Entwcklungsphase, die sich im Vorjahre bemerkbar machte, hat zu einer neuen Stufe der Ausreifung geführt, die sich in einer besonderen inneren Ausgeglichenheit und Abgeklärtheit ihres Spiels zeigt So wurde Bachs Orgeltoccata und Fuge in D-Moll (in Ar Bearbeitung von Tanfig) zu^einem Zeugnis großer Gestaltungsfähigkeit Die Toccata war ebenso von stärlstem persönlichen Impuls getragen und klar, sachgemäß gegliedert in ihrem Aufbau, wie die Fuge in den einzelnen Durchführungen plastisch profitiert erwuchs und sich zu einem gewaltigen Klanggewölbe in der Wucht der organisch bedingten Steigerungen erhob Demjenigen, oer jich mit der Stlaoierbearbeitung eines ursprünglich für die Orgel bestimmten Werkes nicht völlig einverstanden erklären konnte, gab Lubka Kolessa reichliche Entschädigung mit Chopins Allegro de Concert, op. 46, dessen Thematik sie ebenso energievoll und markant ausprägte, wie sie in Gegensätzlichkeit die Kantilene mit hingebungsvoller Wärme und Weichheit aus- ftrömen ließ. Die ungemein differenzierte Nuancierung des Anschlags, die perlende Ausgeglichenheit der Passagen mußte man immer wieder aufs Neue bewundern. Grandiose Steigerungen wuchsen zu triumphalen Klangevolutionen aus Mit einem besonderen Interesse begegnete man C h r i st j a Kolessa, einer noch jugendlichen Künstlerin, die rein instrumental zu sehr beachtlichen Höchstleistungen fähig ist, denn das Technische ihres Instruments beherrscht sie souverän. Eine geradezu ideale Lockerung des Muskelspiels im rechten Arm ermöglicht ihr faszinierende Bogenkunst, die linke Hand arbeitet mit erstaunlicher Griffsicherheit und Klangreinheit in den höchsten Lagen und in den Doppelgriffen; das Passagenwerk gelingt ihr mit der Leichtigkeit einer aufs höchste gesteigerten Violin- technik. Alle diese Vorzüge kamen ihr sehr zustatten in Locatellis v-Dur -Sonate, deren ersten Satz sie ins Galante weisen ließ; dem zweiten gab sie eine schmiegsame Kantilene; in den Cadenzen ließ sie staunend aufhorchen; Flageolettspiel und geistvolle Pointierung kennzeichneten die weitere Durchführung dieses anmutigen Werkes. Ließ sich hier schon nicht einwandfrei feststellen, wie weit Christja Kolessa noch unter dem Einfluß der absolvierten Schule steht und wie weit sie in Anbetracht ihrer Jugend Eigenes zu geben imstande ist, so zeigte die Solosuite (D-Moll) von Johann Sebastian Bach, daß sie mit diesem Werk dem augenblicklichen Stande ihrer Entwicklung etwas voraus geeilt war. Die beiden Menuettsätze lagen ihr noch am nächsten; auch die Sarabande gestaltete sie tonschön, wenn auch stellenweise etwas überdehnt. In den anderen Sätzen, zumal im Präludium und in der Allemande hätte weniger große Freiheit in der Abwandlung des Tempos dem Werke mehr gedient wie auch eine schärfere Artikulation erwünscht gewesen märe. Es läßt sich schwer eine Prognose für die weitere Entwicklung Christia Kolessas stellen. Mit dem Ausreisen ihrer Persönlichkeit wird sie sicher das Schulgemäße abftreifen und zu eigener, in= dividuell gefertigter Auffassung des Kunstwerkes gelangen müssen. Die Zukunft wird auch ihrem Ton jenes Maß an innerer Wärme verleihen, das gerade dem Celloklang einen besonderen Vorzug gibt. An Stelle der größten Teils virtuos eingestellten Solostücke von Popper hätte sich leicht eine andere, treffendere Auswahl ermöglichen lassen; denn das Gebiet der Originalcelloliteratur sowohl der vorklassischen wie auch der klassischen Zeit ist durchaus nicht so beschränkt, wie es nach den Programmen der meisten Cellisten erscheint; es gibt da noch viele, wenig begangene Wege und manche, selten gehobene Schätze. Angesichts der starken musikalischen Potenz Lubka Kolessas hätte ihr die Dortragsfolge eine noch stärkere Auswirlungsmöglichieit einräumen müssen; denn das künstle.ische älebergewicht war durchaus auf ihrer Seite. Ihr Mitschaffen als Begleiterin am Flügel konnte man nicht als gleichwertigen Ausgleich dafür ansehen. Beide Künstlerinnen wurden von dem trotz der Nähe des Weihnachtsfestes gut besuchten Hause stürmisch gefeiert. Dr. H. Das beliebteste „Versatzstück" von heute. In früheren Zeiten waren es hauptsächlich die goldenen älhren, die ins Leihhaus wanderten, wenn einmal das Kleingeld ausgegangen war. Heutzutage aber hat dieses Versatzstück seine Beliebtheit eingebüßt und ist durch ein anderes ersetzt worden, wenigstens in Paris; doch" sind in anderen Großstädten die Verhältnisse ähnlich. Die Pariser Städtischen Leihhäuser, die mit dem Kosenamen „meine Tante" bezeichnet werden, haben heute nicht mehr so viele goldene älhren aufzuweisen wie in früheren Jahren. Auch Schmuckstücke werden viel seltener der Obhut der „Tante" anvertraut. Dagegen ist geradezu eine äleberflutung der Leihhäuser mit Kraftwagen sestzustellen. Da man in diesen schweren Zeiten das Auto, besonders während der Winterszeit, am ehesten entbehren kann und dadurch auch die großen Abgaben spart, so verseht man es, um bafür eine dringend gebrauchte Summe in die Hand zu bekommen. Don den elegantesten Lurus- autos bis zu den einfachsten Kleinwagen sind alle Arten in reicher Auswahl vertreten, und der Ansturm war so groß, daß die Leihhäuser für öiepe umfangreichen Versatzstücke keinen Platz aufwiesen. Das Städtische Leihamt von Paris hat sich daher entschließen müssen, eine gewaltige Garage zu bauen, die 2'00 Wagen au'ninmt. Die Leih-Garage befindet sich in der Rue Du- ranti und wird 10 Stocrmerke hoch sein. Für die Pflege und Erhaltung der Wagen wird hier aufs Beste gesorgt, so daß sie in gutem Zustande fein werden, wenn sie toieber eingelöst werden ober wenn sie verkauft werben müssen, falls sie verfallen. ®«. “, 5 ausqe. o, S 7°- 3n be ” ins9e. en °nd gin. 2Qd) Gekonnt, ho "• 'eils |on. '" 'Nb Km. 132. g, dch das bei der Der^e- l'taatliten An« ingezogen »er« ivmmen. eben, wonach die werislam« >r e ne öta fees Handwerks« Tie Degierung irgschaUen iückbürgschalten rkskammer vvr- -.hlbetraa **r das Ifluc 'to Haushalt mgünftig be° 1 Gemeinden Bedrängnis 'm Lande > r-chPtig Wag se:en a Einnahmen r verhäitnis- qeianien sei, taatesge- Hen Zeit in vorden seien, e dringende ndern die für aus^altes er« ;u stellen. zu- chssteüern die trvssen worden hrichten. sche Stab lanbtag, -W ankhe.'.shaioer n \V W chrnr. iraniheitshalber te. 211b M- Darmstadt in den ichstagesist berufen Worten, om mun ist en [ Zusammentritt Aus der Provi'nzi'alhauptstadt. Deutsche Gärten. Lin Vortrag von Professor Dr. Küster. Die hiesige Loge .Hassia" vom Deutschen Guttemplerorden hatte für Mittwoch zu einem Licht- biLder-Vortrag eingeladen, der gut besucht war. Nachdem der Vorsitzende mit wenigen Worten auf das Wollen des Guttemplerordens h ngewicsen hatte, begann der Vortragende, Unioersitäteprofessor Dr. Küster, seine Führung durch die deutschen Gärten in den Zeiten des 15. und 16. Jahrhunderts, aus denen keine Monumente überliefert sind und nur Gemälde, Stiche, Holzschnitte usw. belehren (Himmelsgärt.ein in Frankfurt a. TL, Stiche des Meisters N. 2. Breviarium Grimani). Gärten von ausgesprochener Individualität schuf das Zeitalter der deutschen Renaissance (,.Der schöne Garten", heute Grollenhöfchen der Residenz zu München, die längst verschwundene Eremitage der Marburg zu München, das ehemalige Lusychloß in Stuttgart). Hervorragende Gartenbauherren waren Wallenstein (Tilschin, Prag) und Moritz von Nassau (Kleve). Von allen diesen Gärten ist nichts, oder fast nichts mehr erhalten. Der Vortragende wandte sich sodann der ausführlichen Behandlung derjenigen Gärten zu, die das große Vorbild Ludwigs XIV an den Höfen weltlicher und geistlicher Fürsten entstehen ließ, und jenen, die aus ita ienischen Anregungen entstanden. Die Gärten von Hannover (Herrenhausen — aus- | gesprochen französische Arbeit), von Kassel (Wil- helmshöhe — ausgesprochen italienischer Stil) und ’ von München (Schleißheim und Nymphenburg) zog der Redner in den Kreis seiner Betrachtungen. Der । Rhein zeigte an Gärten nicht so viel, wie man es bei dem Machtumfang 'er Kunst" zum letzten Male geöffnet. Die Verlosung der ausge- * setzten Gewinne für die Mitglieder des Kunstvereins hat stattgefunden. Es sind 23 Gewinne von mehr als 500 Mark verteilt worden. Die Gewinne selbst und die genaue Liste der Empfänger liegen Sonntag in der Ausstellung zur Einsicht auf. Der Verkauf von Arbeiten ter Künstler hat in diesem Jahre ein günstigeres Ergebnis gehabt, als im vorigen Jahre. Wahrend auf der Weihnachtsausstellung 1931 Arbeiten im Gesamtwerte von etwas mehr als 1000 Mark verkauft wurden, konnten bisher bei der diesjährigen Kunstlerhilse Arbeiten im Gesamtwerte von über 13-0 Mark c^b- gesetzt werden. Es sei denn, daß dieses vorläufige Ergebnis sich nicht noch verbessert dadurch, daß die Mitglieder und Freunde des Vereins, die sich bisher verhältnismäßig wenig an den An- kaufen beteiligt haben, sich doch noch entschließen sollten, diese oder jene Arbeit zu erwerben. Spenden für die Winternothilfe. Don der Geschäftsstelle der Gießener Winternothilfe werden uns folgende neue Spenden mitgeteilt: Gebr. D ä r, Bettenfabrik, Marktstr. 29, einen Posten Textilwaren. Theodor Loos, Kirchenplatz 13, einen Posten Textilwaren als 2. Date. ^Weitere Spenden werden mit Dank angenommen. Vornottzcn. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Sonntag, 15 Uhr, zum ersten Mal in dieser Spielzeit unser diesjähr.ges Weihnachtsmärchen: „Aschenbrödel" oder „Der gläserne Pantoffel", ein Märchenspiel mit Gesang und Tanz in sechs Bildern von C. A. (Börner; Spielleitung dieser in neuer Inszenierung und Ausstattung gespielten Weihnachtsgefch.chte hat Karl V o l ck. Ende 17.30 Uhr. Besondere Märchenpreise. 19 Uhr außer Abonnement zu ermäß glen Preisen als Fremdenvovstellung das deutsche Kriegsstück: „Die endlose Straße", ein Frontstück von Graff und Hintze; Spielleitung der Intendant. Ende gegen 22 Uhr. Wegen des zeitigen Endes der Vorstellung werden vor allem die auswärtigen Besucher auf diese Vorstellung aufmerksam gemacht. — Zum letzten Male kommt am Dienstag, 20. Dezember, als 12. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Grillparzers Lustspiel „Weh' dem, der lügt" unter Karl Heys ers Regie zur Aufführung. Von 20 bis 22.15 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Eine Wiederholung des Weihnachtsmärchens findet am Mittwoch, 21. Dezember, statt. Von 15.45 bis 18.15 Uhr „Aschenbrödel", Spielleitung Karl V o l ck. Märchenpreise. Die Schlageroperette „Peppina" von Robert Stolz wird am Mittwoch als 11. Vorstellung der Mittwoch-Abonnenten zum letzten Mal aufgeführt. Spielleitung Paul Wrede. Operetten- pre.se. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Freitag, 23. und Samstag. 24. Dezember, bleibt das Theater geschlossen. Dem ernsten Charakter des ersten Feiertages entsprechend, sieht der Spielplan für die Weihnachtstage am Sonntag, 25. Dezember, eine Aufführung des Frontstückes „Die endlose Straße" vor. Außer Abonnement, ermäßigte Preise, Fremdenvorstellung. Spieldauer von 18.30 bis 21.30 Uhr. Für den zweiten Feiertag, Montag, 26. Dezember, 15 Uhr in neuer Inszenierung und Ausstattung das Weihnachtsmärchen „Aschenbrä- M", Spielleitung Karl V o l ck. Ende 17.30 Uhr. Zum ersten Mal findet um 19 Uhr als Fremden Vorstellung außer Abonnement zu ermäßigten Operettenpreisen die Aufführung „5m weißen Rößl" statt. Die Operette wurde von Hans Müller frei nach dem gleichnamigen Schwank von Blumenthal und Kadelburg umgearbeitet, mit Gesangs- texten von Ralph Gilbert und, einer originellen, melodiösen Musik von Ralph Benatzky ausgcstattet. Spielleitung hat Heinrich Hub. Ende 22 Ühr. Rundfunkprogramm. »per hätte sich iusioahl ermoz- r Original* i wie auch der t so beschränkt. Men Misten emg begangene ’ne öchähe. Men Potenz tragsfolge eine einräumen s’rgrwicht war Nitschafstn als nan nicht als beute. ; harHtfächl'-ch ?;s£ *£& i viele ^ud) Vä* nd Zetten ,flf man ewe 9C, inmL -gen aJL W x der Aue , w-rd y e de lute^/merden NSÄ ^lls inüsl^' Sonntag, 18. Dezember. 6.15 Uhr: Don Hamburg: Hafenkon^rrt. 8.30: , Morgenfeier. Veranstaltet von der freireligiösen 'Gemeinde Offenbach a. M. 9.33: Stunde des Chor- igesangs. 11: „Weihnachtsgespräch". Don Wally sD-aumarm und O. W. Studtmann. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung: Kantate von Fohann Sebastian Dach. 12: Schlohplatz Stuttgart: Mittaaskonzert l. 13: Mittagskonzert II. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurovche- sters. 18: „Aus dem Buch Hiob", vorgelesen von Hugo Firmbach. 18.25: "Vergnügliches Zwischenspiel. 18.45: „Die heilige Dacht und die Tiere". Ein Weihnachtsspiel ton Rudolf Dillinger. 19.40: Konzert. 23.45: Von Wien: Reichssendung: Heimat Oesterreich Wien. 22: Das Märchen von der Rachtigall. Ein Melodram von Arnold Winter- nih. 22.45 bis 24: Wien: Abendkonzert des Orchesters 3ofef Holzer. Montag, 19. Dezember. 7.20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonxert l auf Schallplatlen. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: „Mutter Erde", Vortrag von Derta Schröder. 17: Freiburg: Selten gehörte Weihnachtsmusik. 18.25: Vortrag. 18.50: Engli- scher Sprachunterricht. 19.2 : We hr.achls atgeber für den Dück>ermarkt. Von der Literarischen Abteilung. 19.35: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 21.20: Die Jagd nach dem Gold des Kapitän Kid. Eine abenteuerli che Geschichte von Rud. Schneider- Schelde, (4. Test). 22.45 bis 21: Kammermusik. Dienstag, 20. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert l. 13.30: Mittagskonzert II. 1523 bis 15.50: Hausfrauen-Rachmittag. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: Zeitfragen. 18.53: ..Serben und Deutsche — "Beziehungen zwischen Völkern", Vortrog von Dr. Hermann Wendel. 19.20: „Wer ist es ?" Literarisches Rätsel. Aufgegcben von Wolfgang Wehrauch. 19/5: Ilse Faber spricht über ihr Duch: „Herr Poehl- I mann reist ". 20:' Von Derlin: Konzert der Ver- liner Philharmoniker. 21: Kleine Liebe in der großen Stadt. Hörspiel von Hans Ricklisch und Lothar Weiß. 22: Konzert auf Schallplatten. 22.45 bis 24: Rachtmusik. Alte Tänze der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 21. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Musikalische Kinderspiele. 12: Mittagskonzert I des Rundfunk-Orchesters. 13.30: Mittagskonzert Ii auf Schallplatten. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 17: Rachmittagskonzert. Kapelle des Jos. Schwarzschen Orchesters. 18.25: »Der faustische Mensch". Vortrag von Dr. Eugen Türster. 18.50: Zeitfunk. 19 23: „Meihnachtsrat- geber für den Büchermarkt"'. Von der Literarischen Abteilung. 19.25: Operettenkonzert des Rundfunk-Orchesters. 21: Timon von Athen. Trauerspiel in fünf Aufzügen von Shakespeare. 22.45 bis 24: Rachtmusik. Donnerstag, 22. Dezember. 7.20 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Derufs- musiker. 12: Mittagskonzert l erwerbsloser De- rrlfsmusiker. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16.30 (M bis 16): Stunde der Jugend. 17: Rachmittagskonzert. 18.25: „Die akademische Terufs- not", Vortrag von Dr. Reinhold Schairer. 18.50: „Derufsständische Selbstverwaltung", Vortrag von Dr. Fritz Meskc. 19.20: „Reues aus aller Welt". Don Professor Dr. Waller Bchrmann. 19.20: Ernst junger spricht über sein Buch. 19.45: „Wer ist es?" Literarisches Rätsel. Aufgee.eben von Wolfgang Weyrauch. 23: Von Königsberg: Aus Dan- W Vergangenheit. Hörbild. 23.30: Klavierübung, 3- Teil. Von Johann Sebastian Bach. Freitag, 23. Dezember. 7 20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Greiners Großgaststätten im Hindenburgbau: Mittagskonzert I der Kapelle Edith Heinemann. 13.30: Mittagswnzert II auf Schallvlatten. 17: Nachmit- tagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.50: Aerzte- «ortrag: „Frostschäden und ihre Verhütung". 19.30: Mannheim: Christnacht. Ein deutsches Weihnackts- liederspiel, von Jos. Haas. 20.45: Unbekanntes Europa II. Die Napoleoninseln: Korsika und Elba. Zuiammengestellt von Josef Eberle und Karl Kosten. 21.30: K aviermusik. Gespielt von Hubert Giesen. 22.45 b.s 24: Don Berlin: Nachtmusik. Samstag, 24. Dezember. 7.20 Uhr: Orgelkonzert. 12: Mittagskonzert I. 13.30 bis 14 40: Mittagskonzert II. 14 20: Priefter- leminar Fulda: Weihnachtsfeierstunde im Bischöflichen Priesterseminar zu Fulda. 15: Stunde der Jugend. 16: Weihnachtschöre (Schallplattenkonzert). 16 30: Zur Be'cherung. Konzert des Rundfunk- Orchesters. 18: Weihnachtslieder. 18.30: Weihnachten in den Alpen. Von Anton Maria Top.tz. 19: „Heilige Nacht". Von Ludwig Thoma. Sprecher: Ben Spanier. 20: Vom amerikanischen Rundfunk: Uebertragung aus Bethlehem. 20.15: Zwei Weih- nachts-Ehöre. Weihnachts-Oratorium. 21: Deutschlands Weihnachtsglocken. 21.45: Konzert. 22 30: Orgelkonzert. 23: Weihnachten eines Sonderlings. Don Erwin Guido Ko.benheyer. 23.30: Dillingen: Kuhreigen. Ein alter Weihnachtsbrauch in Dillingen im Schwarzwald. 22.45: Aus Amerika: Deutsche Weihnachten im Ausland. 24: Weingarten: Um Mitternach in der Klosterkirche zu Weingarten. ** E i n Siebzigjähriger. Am heutigen Samstag kann Herr F.anz Rentmeister, Asterweg 25 wohnhaft, bei guter Gesundheit seinen 70. Geburtstag begehen. ** Besuchszeiten in den Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß, das Dölker- mufeum, sowie die städtische Gemäldesammlung und das Kriegsmuseum im Neuen Schloß sind am Sonntag zw schen 11 und 13 Uhr geöffnet. R i n. e r m a rk t i r G . e h e n. A,r nä hsten Dienstag findet in Gießen Rindv'.ehmarkt statt. ** SterbefälleinGiehen. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember: 2.: Anna Steinhaus, geb. Schmidt, Witwe, 60 Jahre, Frankfurter Straße 177; 3.: Felix Dut- kiewicz, technischer Direktor, 34 Jahre, Körnerstraße 8; Georg Fuchs, Steuer assi st ent, 49 Jahre, Licbigstraße 101; Anna Martiny, geb. Bicrel- haupt, Witwe, 52 (Zähre, Schillerstraße 11; 7.; Joseph Reitbcrger, Mehgergeselle, 41 (Zahrc, Grabenstraße 10; 8.: Karl Scharmann, Derwal- tungsobersekrctär, 29 Jahre, Am Kugelberg 14; 9.: Pauline Christ, geb. Golz, Witwe, 69 Jahre, Ostanlagr 12; 11.: Christiane Driske, ohne Beruf, 82 Jahre, Wetzlarer Weg 11; 13.: Margaret- Wehrheim, geb. Stahl, Witwe, 78 Jahre, Stcin- strahe 51; Franziska Tippel, ohne Beruf, 66 Jahre, Ederstrahe 2; 14.: Katharina Roth, geb. Mandler, Witwe, 85 Jahre, Druchstrahe 8; 15.: Ludwig Kraft, Bahnhofsverwalter t R., 81 Jahre, Bleichstraße 25; Adolf Kallmann, Zollaufseher t R., 83 Jahre, Bahnhofstraße 29. Das moderne Theater als Spiegel der Kulturgeschichte. Vortrag des Intendanten Or.prasch in der Gießener Hochschulgesellschast. Auf Einladung der Gießener Hochschul- gesell schäft hielt Intendant Dr. Pro sch gestern abend im Studentenhaus einen Dortrag über das Thema „Da s moderne Theater als Spiegel der Kulturgefchichte". Im Namen der Hochschulgesellschaft hieß zuvor Provinzialdirektor Graef die Erschienenen herzlich willkommen und betonte, daß er gerade im Jahre des Stadttheater-Jubiläums einen stärkeren Besuch und ein allgemeineres Interesse für das Thema des Abends erwartet habe; er dankte dann dem Vortragenden und bat ihn, das Wort zu ergreifen. Intendant Dr. Prasch führte ungefähr folgendes aus: Keine Kunst ist so zeitverbunden wie das Theater. Das wird zumal in unserer Gegenwart besonders ^deutlich. Die latente Krisis des deutschen Theaters und in der deutschen Dramatik ist durch den Krieg nur beschieunigt worden. Das Theater vor dem Kriege konnte als vollendeter Ausdruck der wilhelminischen Aera gelten. Die rasende politische Entwicklung der letzten vierzehn Jahre hat nicht nur den lauten Umsturz, sondern auch einen inneren Umbruch in Ständen und Familien mit sich gebracht. In unserer raschlebigen Zeit ist die Dichtkunst dem beschleunigten Wandel der Erscheinungen gefolgt; doch blieb die Entwicklung vorwiegend geistig und verstandesmäßig; im Scelischen ist die Kluft zwischen den Jahrtausenden zum Händereichen schmal. Aber nur im Seelischen prägen sich Ewigkeitswerte aus. Zieht man die künstlerische Bilanz der letzten vierzehn Jahre, so ist zu sagen, daß nur die Architektur bisher als Stil den Ausdruck der Zeit konsequent verwirklicht hat. Die Dramatik hat einen Rekord an Quantität ciufzuweisen, ist aber sonst woit im Rückstand geblieben. Kaum einer der deutschen Dramatiker hatte b-en Zusammenhang mit seiner Zeit gefunden. Das letzte^sahrzehnt hat eine Fülle von Stoffen zutage gefördert. Es entstand der Typus des fuge nannten Ze:tstücks.»„Krankheit der Jugend" und „Revolte im Erziehungshaus" sind charakteristische Be-ispiele dafür. Es galt als mutig, gewagte Themen auf die Bühne zu bringen. Aber es war bald kein Wagnis mehr, sondern nur noch Konjunktur. Mangel an Erfindung und Phantasie sollte durch Gesinnung und Reklame ersetzt werden. Die Affären um Bruckner (Taggerll Sind- balb und Sampel sind symptomatisch. Unsere Zeit fordert klare Wege und Ziele; aber welche Wirrnis herrschte im Drama, welche Verwirrung der Stilbegriffe. Don den Fvrtissimo-Stücken des Expressionismus (Bronnen, Stramm) führte die Entwicklung zur Neuen Sachlichkeit und zum Zeittheater. Die Probleme werde^ aktuMsiert und politisiert; Partei, Gesinnung, Tendenz und Kampfansage beherrschen die Bühne. Die Stoffe liegen sozusagen in der Luft; aber das Sensationsbedürfnis ist bald von der Gesinnung nicht mehr zu unterscheiden. Piscator, Wolf und Brecht sind einige der typischsten Vertreter dieser Richtung. Die Mehrzahl der Autoren kommt nicht aus innerer Notwendigkeit an den Stoff heran. Das Zeittheater wird reines Geschäftstheater. Das gleiche Thema wird fast gleichzeitig von mehreren Schriftstellern dramatisiert (Crede, Rehfisch, Wolf: gegen den Paragraphen 218; Bruno Frank, von Arx, Möller: Geschichte des schweizerischen Generals Suter). Aber ein Stück aus der Zeit wird erst bann wichtig, wenn d e Entzündung des Schriftstellers an seinem Stoff sich um- setzt in Wort, Gestalt und Atmosphäre. Erst durch die dichterische Vision wird der aktuelle Stoffe gültig und wahrhaft existent. Denken wir an Beispiele klassischer und nachklassischer Epochen: „Kabale und Liebe", „Dantons Tod", „Die Weber" — welch ein Abstand nicht nur im Können, sondern auch in der Gesinnung vom heutigen Drama. Aus den Erfolgen ist leicht zu sehen, welche Stücke das Publikum bejaht und zu sehen wünscht. (Als Beispiele: „Die andere Seite", „Grabmal des unbekannten Soldaten", „Hauptmann von Köpenick", „Die endlose Straße".) Der Kernpunkt des Theaterproblems: die Bühne muß zur Heimstätte aller geistig Wachen gemacht werden. Das Theater ist Spiegel der Zeit und moralische Anstalt im tiefsten Sinne des Wortes von Aischylos bis zur Gegenwart. Alle Kunst, auch die des Theaters, ist organisch, nie loszulösen von der allgemeinen Kultur, sondern völlig von ihr abhängrg und bedingt. — Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Prooinzialdirektor Graef dankte dem Redner herzlich im Namen aller Anwesenden und wies in einem kurzen Schlußwort darauf hin, daß es heute, nach so vielen und 'schweren Verlusten, um die Erhaltung unserer Kultur gehe. Ein Intendant habe es nicht leicht, den Ausgleich zwischen Dualität und Publikumsgeschmack zu finden. Das Gießener Theater habe in den letzten vier Jahren einen bedeutenden Aufschwung genommen. Der Stadt Gießen sei zu wünschen, daß sie bei der Besetzung des Intendantenpostens stets eine so glückliche Hand habe wie bei der Berufung des Intendanten Dr. Prasch. Geschichten aus aller Welt. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tommy und der Schn .rrbart. (g) London. Dem König Georg von England sehen seine Soldaten, insbesondere die seiner Garde, nicht martialisch genug aus. Weil sie, die Offiziere mit einbegriffen, glatt rasiert umherlausen. Rur unter den englischen Generälen gibt es noch einige wenige. die einen kräftigen, mannhaften Schnurrbart besitzen, — alles andere aber ist um dis Mundpartie völlig kahl. Der König hat daher, wenn auch nicht den Befehl erlassen, so doch seinem Wunsche unmißverständlichen Ausdruck gegeben, daß seine „horse- guardsK den natürlichen männlichen Zierrat, den mir die Willkür beseitigt hat, wieder wachsen lassen, damit sie sozusagen vom Scheitel bis zur Sohle einen kriegerischen Eindruck machen. Der König hat dieser Versügung handschriftlich hinzugefügt: „Ich hoffe, daß mein Wunsch in der kürzestmöglichen Zeit erfüllt wird, und daß die Soldaten meiner übrigen Regimenter diesem Dorbilde ihrer Kameraden von der Garde bald Nachfolgen werden! Den Soldaten Seiner Majestät wird deirmach nichts anderes übrigbleiben, als sich jetzt wieder die Haare unter der Rase wachsen zu lassen. Mit höchster Spannung jedoch wartet man in englischen militärischen Kreisen, und darüber hinaus auch innerhalb der zivilistischen Menschheit, wie sich der Prinz von Wales zu diesem Wunsche seines Herrn Vaters verhalten wird, — der Prinz von Wales, der bisher der unbestrittene Lehrer und Meister für alles das gewesen ist, was mit männlicher Kleidung, Haltung, Borttracht usw. zu tun hat. Wird er sich das „Schnurrbart-Äktat" gefallen lassen? Ein unheimliches Datum. v. G. PariL. Jährlich am 5. Dezember findet vor der Kirche des Heiligen Ricolas von Port eine Prozession statt, die die vor fast 703 Jahren erfolgte wunderbare Errettung des Herrn von Rechicourt aus den Händen der Araber feiert. Cs geschah damals, wie die Legende erzählt, daß besagter Kreuzritter von den Ungläubigen in einem dunklen Verlieh an Ketten gelegt wurde, nachdem er trotz tapferer Gegenwehr der Uebermacht erlegen war. Herr von Rechicourt sandte aus dieser verzweifelten Lage eine inbrünstige Bitte an den Schutzheiligen seiner Heimat. Und der Heilige Ricolas erschien und befreite den Ritter. Die Legende besagt, daß er de>7 Herrn des Hauses von Linange durch die Luft bis vor die Tore seiner Kirche in Port beförderte. Diese wundersame Begebenheit wird nun Jahr für Jahr feierlich begangen. Aber seit drei Jahren ist die Prozession mit eigenartigen Vorgängen verknüpft. 1930 fiel der Glöckner, der sich anschickte, die Gläubigen von fern und nah zur Feier zu rufen, vom Glockenturm und brach sich das Genick. 3m darauffolgenden Jahr wurde ein goldener Arm und der wertvolle Schmuck des Heiligen Ricolas, die am 5. Dezember 1S05 auf geheimnisvolle Weise gestohlen worden waren, wieder unbemerkt dem Eigentümer zurückgegeben. Und in diesem Jahre brach der älteste Chorherr der ehrwürdigen Kirche tot zusammen, als sich die Prozession in Bewegung setzen wollte. Alt und jung sucht vergeblich nach einer Deutung dieser seltsamen Verkoppelung verhängnisvoller Ereignisse. Erziehung. w. — Reuhvrk. „8 West 42, Straße... Ueberfall!" Das Telephon des Polizeireviers flog nieder auf die Gabel. Anweisungen — Lichtsignale — und eine knappe Minute später sauste der Ueber- fallwagen nach der Stelle, an der ihn eine hohe, schrille Stimme eben gerufen hatte. Mit entsicherten Revolvern sprangen die Männer die Stufen hinauf... „Polizei... öffnen Sie... im Ramen des Gesetzes ..." Krachend flog die schwere Tür auf... Welcher Anblick bot sich den unerschrockenen Männern der Reuyorker Polizei? Cs waren lauter abgebrühte Burschen, diese sechs Mann. Sie waren, alle sechs, abgehärtet durch unzählige Verfolgungsjagden über die Dächer der Wolkenkratzer... ... die sie. alle sechs, in ebenso unzähligen Detektivschmökern in ihren freien Dienststunden sich zu Gemüte geführt hatten. Also, wenn ich bitten darf, — was erblickten sie? In der geräumigen Halle eines wohlhabenden Wohnhauses kauerte ein kleiner Junge auf den» Teppich. Sein Ohr befand sich in der linken Hand einer gefährlich dreinblickenden, aber sonst elegant gekleideten Frau — augenscheinlich seiner Mutter. Diese Frau sagte gerade: „Warte nur, du Schlingel." Der kleine Junge heulte nur vor sich hin. Als aber die sechs harten Männer vom lieber«= fallkomrnando vor ihm standen, ging ein Ruck durch den jungen Mann. Er stand auf (ober hatte feine Mutter ihn an seinem Ohr in die Höhe gezogen?) — wies mit der einen Hand aus die Polizisten, machte der erbosten Dame mit der anderen eine lange Rase und sprach — relativ gefaßt: „Siehst du, Mama... die hier habe ich hergerufen, weil du mir eine Ohrfeige gegeben hast. Wenn du dich noch einmal an mir vergreifst, werde ich die Feuerwehr alarmieren.. Schlaff sank der Arm der Dame herunter. Entgeistert standen die mit allen Wassern gewaschenen sechs Polizisten, als der junge Mann zu ihnen sprach: „Dielen Dank... gehen Sie bitte noch nicht fort. In Daters Bibliothek steht eine Nasche guter Whisky. Dielleicht nehmen Sie einen Schluck...?" S.Jl.-'fpori Zußbatt: Llniverssiät-VfB. Heute nachmittag treffen sich die Fußballrnann- fchaften der Universität und eine kombinierte Mannschaft des VfB. Gießen auf dem Unioersitätssport- platz zu einem Freundschaftsspiel. Die Grümveißcn bestreiten das Spiel mit einer Els, die sich aus M tgliedern der 1., wie auch der 3. Mannschaft rekrutiert, die Elf der Studenten steht noch nicht fest. Die VfBer sollten auf Grund ihrer zweifellos reicheren Spielerfahrung den Kampf für sich entscheiden können. Spielvereinigung 1900 Giehen Die 1. Mannschaft der Spielvekeinigung empfängt morgen die Liga von Union-Niederrod. Die Begegnung wurde bereits eingehend gewürdigt. Außer diesem Spiel sind noch verschiedene Spiele der unteren Mannschaften vorgesehen. Die 2. Mannschaft tritt vor dem Spiel der 1. Elf gegen die 1. Elf des Sportvereins Heuchelheim an. Heuchelheim hot außcrordenllich an Spielstärke gewonnen und wird kein leichter Gegner sein, zudein -die 1900er voraussichtlich mit Ersatz antreten müssen. Die 3. Mannschaft fährt zum Sportverein Garbenteich und hat dort nicht sehr günstige Aussichten. Die 4. Mannschaft empfängt auf eigenem Platze die 2. von Steinbach. Es sollte nicht schwer sein, einen Sieg sicherzustellen. Die 5. Mannschaft empfangt die 1. von Klein-Linden. Das Vorspiel wurde verloren. Man hofft diesmal auf ein besseres Abschneiden. Die Jugend ist spielfrei. Handball im Gau Hessen (D.T.) Die 1. Hondballmannschaft des Mto. Gießen trägt in Butzbach gegen die 1. Handballelf des PSV. Butzbach ein Freundschaftsspiel aus. Die 2. und 1. Jugendmannfchaft tritt dagegen einer Kombination der 1. Mannfchasl des Tv. Großen-Linden, ebenfalls im Freundschaftsspiele, aus eigenem Platz am Schifsenberger Weg gegenüber. Die Gäste sind sehr spielstark (Gruppenboster der A-Klasse). Die Gießener werden sich anzustrengen haben, wenn sie ein günstiges Ergebnis erzielen wollen. Handball im Latin - Oünsderg Gan Der kommende Sonntag bringt in der Gauklasse den entscheidenden Spielsonntag zur Ermittlung des Meisters in dem Spiel Aliendorf — Atzboch. Allen- dorf benötigt zur Sicherung der Meisterschaft noch zwei Punkte, die es sich aus diesem Kampfe unbedingt holen muß, wenn die Meisterschaft mit Erfolg verteidigt werden soll. Auch die Gäste haben bei einem Punktgewinn noch Aussicht, auf den dritten Tabellenplatz zu kommen. Man rechnet mit einem knappen Sieg der Allendorfer. Dorlar erledigt das letzte Lpiel in Lollar und steht vor einer schweren Ausgabe. Gelingt es der Monnschast, die Gastgeber zu besiegen, so hat sie mit Londorf zusammen die zweite Stelle erreicht. Das Spiel sollte einen knappen Sieg der Platzbesitzer bringen. Im 1. Bezirk ist am Sonntag mit dem Spiel Launsbach — Garbenheim die Meisterschaft zugunsten Garbenheim entschieden worden. Die Spiele am Sonntag bringen in Wißmar die Platzmannschaft und Erda zusammen. Gewinnt die Platzmannschaft, was zu erwarten ist, so io steht sie an 2. stelle. Rodheim erwartet auf eignem Platz die Mannschaft von Waldgirmes und wird schwer zu kämpfen haben. Am 2. Bezirk spielt Allertshausen — Mainzlar. Der Sieger sollte erst mit dem Sckftußpfift des Schiedsrichters feststehen. Allcndorf II tritt die Reise nach Ruttershausen an. Dio Mannschaften sind gleichwertig. Im 3. Bezirk trägt Beuern aus eignem Platz noch ein rückständiges Spiel gegen Burkhardsfelden aus. Die Platzbesitzer sollten, wenn sie den Vorteil des eignen Platzes auszunutzen verstehen, den Kampf knapp für sich entscheiden. Arbeiter Turn- und (Svorfbunh Am kommen-den Sonntag finden die Kreisklassenspiele, mit Ausnahme von zwei Spielen, die am ersten Weihnachtsfeiertag zum Austrag kommen, ihr Ende. Aus dem Platz Wieseck stehen sich am Sonntag Wieseck I und Gießen I gegenüber. Im Vorspiel konnte Gießen mit knappen Ergebnis Sieger werden. Der bevorstehende Kampf hat zwar keinen großen Einfluß auf den Tabellenstand, man erwartet aber trotzdem einen interessanten Verlauf des Spieles, dessen Ausgang nicht vorherzusagen ist. Vor diesem Spiel stehen sich Wieseck II und Launsbach I im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Platzbesitzer haben die besseren Aussichten. Heuchelheim I muß zum letzten Spiele in Nieder- Wöllstadt antreten und wird schwerlich eine Niederlage und den Abstieg aus der Kreisklasse ver- hinde?n können. Naunheim I. tritt in Erbstadt an. Das Spiel hat für Naunheim besondere Bedeutung. Gelingt es Naunheim, gegen die Gastgeber einen Sieg ,$u erringen, so dürfte der Mannschaft die Gruppen- meisterschaft der 1. Gruppe auch in diesem Jahre nicht mehr zu nehmen sein. Auf den Ausgang des Treffens darf man gespannt sein. Um die Bezirksmeisterschaft der 1. Bezirksklasse stehen sich am Sonntag in Lollar Lollar I und Naunheim II gegenüber. Man erwartet auch hier eine spannende Begegnung. Um die Meisterschaft der 2. Bezirksklasie ist Wieseck III im Vorspiel am Sonntag in Fron Hausen zu Gast und wird schwer zu kämpfen haben. Im Rückspiel stehen sich bereits Heuchelheim II und Waldgirmes I in Heuchelheim gegenüber. Der Gastgeber wird als Sieger erwartet. In Grüningen stehen sich die Gruppenmeister Grüningen I und Grünberg I im Rückspiel gegenüber. Ob es den Gästen gelingt, auch dieses Spiel für sich zu entscheiden, ist fraglich. Oie deutschen Gki-Meisterschasten. Für die vom 16. bis 20. Februar in Freudenstadt Baiersbronn zum Austrag gelangenden deutschen Ski-Meisterschaften sind jetzt die Ausschreibungen erschienen. Eröffnet werden die Kämpfe am Freitag, 17. Februar, mit dem 18-Kilometer-Lang- lauf. Am nächsten Tage, Samstag, kommt der 40- Kilometer-Staffellauf zur Durchführung, an den sich nachmittags der Jungmannensprunglauf anschließt. Der Sonntag bringt mit dem Damen-Ab- fahrtslauf, dem eprunglaüf und der Siegerverkündigung den Höhepunkt der Veranstaltung. Abgeschlossen werden die Meisterschaften am Montag, 20. Februar, mit dem 50-Kilometer-Dauerlauf. Wenn auch in diesem Jahre die Reichswehr-Meisterschaften nicht mit den Bundes-Meisterschaften zusammenfallen, so wird die Armee doch stark, vor allem bei dem 40-Kilometer-Staffel- und dem 18-Kilometer- Langlauf vertreten sein. Für die Sprungläufe stehen allein vier gut angelegte Schanzen zur Verfügung, so daß also für einen reibungslosen Verlauf gesorgt ist. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Abgesehen von geringfügigen Schwankungen verkehrte die Frankfurter Getreidebörse in der abgelaufenen Woche in ziemlich stetiger Haltung. Das Geschäft war allerdings gleich Aull. Der Mehlkonsum war nach wie vor schlecht. Der Tlmstand, daß der Frost einstweilen nicht so stark ist, wie man zunächst befürchtet hatte, und die wenig günstigen Ziffern der Dorratserhebung des Deutschen Landwirtschastsrots, haben vorübergehend etwas stärkeres Abgebot an den Markt gelangen lassen, und die Preise gingen etwas zurück. Am Drotgetreidemarkt war Weizen zunächst etwas höher, später wieder schwächer. Die Aotiz blieb mit 205,00—204,00 Mk. für die Tonne unverändert, ebenso lag Doggen mit 162,50 Mk. behauptet. In Braugerste erfolgten kaum Arnsätze, der Preis blieb zu 180,00—185,00 Mk. unverändert, während Industrie- und Futtergerste unter dem Einfluß der schwachen Marktlage für Hafer ebenfalls abbröckelte. Der Haferpreis senkte sich zwar nur um eine halbe Mark, die Verfassung dieses Marktes ist aber sehr schlecht. Die Aotiz stellte sich auf 132—137 Mk. je Tonne. Obwohl am Futtermittelmarkt das Angebot von Kleie infolge des geringen Anfalls nur sehr klein war, bröckelten die Preise weiter um etwa 0,10—0,20 Mk. ab. Auch Kraftfuttermittel hatten bei uneinheitlicher Preisbildung nur sehr geringes Geschäft: während Soyaschrot weiter nachgab, konnte sich Erdnuhkuchen um etwa 0,50 Marl befestigen, Palmkuchen lag unverändert. Je 100 Kilogramm notierten: Weizenkleie 7,75, Rog- genkleie 8,25, Soyaschrot 10,75—10,85, Palm- kuchen 8,75—9,00, Erdnuhkuchen 12,75—13,00 Mk. Die Mehlpreise bröckelten um 0,25—0,50 Mark je 100 Kilogramm ab und stellten sich wie folgt: Weizenmehl südd. 28,50—29,25, desgl. nie» derrhein. 28,2b- 28,75, Aoggenmehl 60prozentig 22,75—24.00. Wochenbericht vom frankfurter Schlacktviebmarkt. Die bevorstehenden Feiertage drückten sich am Frankfurter Schlachtviehmarkt in bereits zum Teil wesentlich erhöhten Auftriebsziffern aus, denen etwas bessere Rachfrage, besonders vom Export, gegenüberstand. Zwar haben die Preise keine Besserung erfahren, doch hielten sich die Rückgänge im enbflültia aetretrfe SviklvMerschatlen. Nach einer amtlichen Veröffentlichung der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik, Handball und Sommerspiele ist nun nicht mehr damit zu rechnen, daß sich 1933 ein geeigneter Weg findet, um gemeinsame Titelkämpfe in den Sommerspielen und im Handball durchzuführen. Man wird vielleicht überhaupt damit rechnen können, daß die „deutschen" Meisterschaften in den Sommerspielen und im Handball 1932 die letzten ihrer Art gewesen sind. Die vorerwähnte DSB.-Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Die Deutsche Turnerschaft lehnte es aus grundsätzlichen Erwägungen ab, beim Deutschen Turnfest 1933 in Stuttgart (21. bis 30. Juli) die im Vertrag vorgesehenen Endspiels und damit die Deutschen Meisterschaften im Handball und in den Sommerspielen auszutragen. Die Deutsche Sportbehörde sieht sich daher gezwungen, im Jahre 1933 eigene Spielreihen in den Sommer- spielen durchzuführen und auch das Hand- ballendjpiel auszutragen. Eine Verlegung der Deutschen Meisterschaft im Handball — wie von der D. T. gewünscht wird — in den Herbst, kommt aus verständlichen technischen Gründen nicht in Frage. Die deutsche Meisterschaft soll doch die Krönung der Spielreihen bilden, deshalb muß die Meisterschaft im Anschluß an die Endspiele der Verbände und nicht erst zwei Monate nachher aus- getragen werden. Im August beginnen bereits die Spielreihen 1933/34. Der' 1. August ist weiterhin Stichtag für Vereinswechsel." Italien will Leichtathleiikkampf mit Deutschland. Der Italienische Leichtathletik-Verband hat in einem herzlich gehaltenen Schreiben an die DSB. angeregt, einen regelmäßigen Leichtathletik-Länder- kampf Italien — Deutschland cinzuführen. Der erste Kampf soll 1933 in Rom, der Rückkampf 1935 in Deutschland stattfinden. Die DSB. ist nicht abgeneigt, dem Projekt näherzutreten, will aber durchsetzen, daß der erste Kamps auf deutschem Boden stattfindet, da die drei nächstjährigen Länderkämpfe, die bisher abgeschlossen wurden, sämllich im Ausland stattfinden. Rahmen von etwa 1 Mark. 3m allgemeinen bestand die Beschickung aus mittlerem Vieh, während beste Qualitäten nur ganz vereinzelt vorhanden waren und über Aotiz bezahlt wurden. Der Handel war zunächst meist etwas lebhafter, später flaute das Geschäft jedoch wieder merklich ab. Am Rindermarkt stellte sich der Auftrieb mit 1657 um 150 Stück stärker. Das Geschäft war schleppend, doch verblieb nur geringer ileber- stand. Infolge der nur mittleren Qualitäten gaben Ochsen und Färsen, obwohl für diese Gattungen der Auftrieb nicht groß war, um je 1 Mark nach: Bullen und Kühe blieben unverändert. Ochsen Al 26 bis 29, A2 23.bis 25. Bl 20 bis 22; Bullen A 24 bis 27, B 20 bis 23; Kühe A 23 bis 25. B 20 bis 22, C 17 bis 19, D 12 bis 16; Färsen, A 27 bis 29, B 24 bis 26, C 20 bis 23. Trotz der enormen Beschickung von 1937 (plus 421) blieben die Preise für Kälber behauptet. Aach anfangs mittelmäßigem, später schleppendem Handel wurde ausverkauft. Kälber B 33 bis 36, C 29 bis 32. D 24 bis 28. Bei Schafen betrug der Mehrauftrieb 151 Stück (®efamtauftrieb 549 Stück). Bei mittelmäßigem Handel blieben die Preise unverändert. Am Schweine markt setzten sich zunächst bei mittelmäßigen Umsätzen kleine Besserungen durch, später gingen diese jedoch wieder verloren, darüber hinaus trat ein Verlust von 1 Mark ein. Der Geschäftsgang nahm schleppende Formen an. Die Beschickung war mit 5558 um 105 Stück geringer. Schweine B 37 bis 39, C 36 bis 39, D 35 bis 38, E, F und G gestrichen. * ■ Adam O pel AG., Rüsselsheim. Die Gesellschaft teilt mit, daß ab 1. Dezember in der Fahrradabteilung wieder voll gearbeitet wird. Die Zahl der vorliegenden Aufträge ermöglicht es, die fecf>6tägige Arbeitswoche auch den Winter über beizubehalten. Die neuen Modelle mit Dop- Pel-Rohr-Rahmen werden der Händlerschaft zur Zeit vorgeführt Und finden sehr günstige Aufnahme. Zur besseren Ausnutzung der Produktionskapazität und um die Garantie für einwandfreies Material zu haben, ist Opel nunmehr auch zur erweiterten Fabrikation von Einzelteilen, wie rostfreien Ketten. Speichen, Felgen usw. übergegangen. Da Opel das im Preise niedrigste Äkarkenrad Deutschlands liefert, kann auch auf längere Zeit mit einer gleichmäßigen Beschäftigung gerechnet werden. Wirtschaft. * Deutsches Bier nach Amerika. Die Aktienbrauerei zum Löwenbräu in München hat von einem großen Chikagoer Hotel ein Telegramm erhalten, in dem sie gebeten wird, 20 000 Fässer Bier vorzubereiten, damit nach Aushebung der Prohibition der Versand durchgeführt werden kann. frankfurter Abendbörse still. Frankfurt a. M., 16.Dez. Die Abendbörse hatte mir sehr kleines Geschäft zu verzeichnen, da man nach den Rückschlägen im Mittagsverkehr Zurückhaltung bekundete, zumal von den nur wenig veränderten Auslandbörsen keine Anregung ausging und auch Kundeuorders kaum Vorgelegen haben. Die Kurse waren im großen und ganzen gegenüber dem Berliner Schluß ziemlich unverändert, nur Gesfürel schwächten sich um 1 Prozent auf 72,5 Prozent ab. Auch im Verlaufe ergaben sich keine Veränderungen von Belang. Am Rentenmarkt hielt die Geschäfts- stille an. Deutsche Anleihen und Reichsschuld- buchforderungen waren behauptet. Von Industrie- Obligationen waren Salzmann, Kassel, gesucht, eine Aotiz kam nicht zustande, die Taxe stellte sich auf 64 Prozent (plus 1 Prozent). Aeubesitzanleihe 6,40, Altbesihanleihe 58,38, Schuhgebietsanleihe 5,60, Reichsbank 130, Gelsenkirchen 49, Mannesmann 60,50, Rheinstahl 74,50, Stahlverein 35, Aku 51. AEG. 29, Scheideanstalt 149,75, IG.°Farben 94,88, Gesfürel 72,50, Holzmann 57,25, Schuckert 77,75, Reichsbahn-DA. 92,50. Kalender für 1933. — Deutscher Reichsbahn-Kalender 19 3 3. Herausgeber Dr.-Jng. Dr. rer. pol. Hans Baumann. (Konkordia-Verlag Leipzig Goethestraße Nr. 6. Preis 3,60 RM.) — (519) — jum siebentem mal ist jetzt der „Deutsche Reichsbahn-Kalender" erschienen. Es handell sich bei diesen Kalendern in Abreißform um Kunstwerke, die in ansprechender Form durch Wort und Bild das deutsche Vaterland von Grund aus kennenlernen lassen und dabei in unaufdringlicher Form die Einrichtungen der Reichsbahn vor Augen führen. Verfasser ist der als Leiter des Pressedienstes der Reichsbahn und als Publizist bekannte Dr. Dr. Baumann. Im Güterverkehr wie im Personenverkehr wird gezeigt, welche Anstrengungen die Reichsbahn macht, um den Wünschen der Verfrachter und Reisenden gerecht zu werden. Die Blätter aus dem Verkehr und Betrieb sühren die mannigfaltigen Einrichtungen der Reichsbahn zugunsten der Güterbeförderung vor Augen, und bei den Blättern mit dem Motto „Reisedienst der Reichs bahn" wird manch einem erst zum Bewußtsein kommen, welche Fürsorge für das reisende Publikum die Reichsbahn in ihren Beförderungseinrich« tungen und mit ihren Fahrpreisvergünstigungen treibt. Das vorliegende Kalender-Kunstwerk — ein solches Lob wird schon beim Durchblättern rückhaltlos gezollt werden können — wird den Kreis der Freunde des Reichsbahn-Kalenders erweitern.^Her- ausgeber und Verlag verdienen Anerkennung für die Ausstattung dieses Kalenders. — Deutscher Reichspo st- Kalender 1 9 3 3. Herausgegeben mit Unterstützung des Reichspostministeriums. (Konkordia-Verlag, Leipzig C 1, Goethestr. 6. Preis 3,60 Mk.) — 485 — Der Deutsche Reichspost-Kalender ist im fünften Jahrgang erschienen. Es gibt, wie seine Vorgänger, in gemeinverständlicher Form einen Ueberblid über die neueste Entwicklung der Reichspost und die ihr int Wirtschaftsleben zu- fallenden Aufgaben, weist auf ihre vielseitigen, auch die weniger bekannten Einrichtungen hm und erläutert deren zweckmäßigste und wohlfeilste Benutzung. Der Kcllender zeigt ferner, welche Maßnahmen und technischen Hilfsmittel die Deutsche Reichspost zu einer reibungslosen und schnellen Abwicklung ihres vielgestaltigen Betriebsdienstes benötigt. Auf dem 157 Blättern werden durch gute Bilder und Zeichnungen in Verbindung mit knappen und klaren Texten zahlreiche Einzelheiten aus dem weltumspannenden Arbeitsgebiet der Reichspost volkstümlich und anschaulich behandelt. In seiner äußeren Aufmachung und mit dem reichhaltigen und schönen Blldschmuck stellt auch dieser Kalender eine hervorragende Leistung dar. Der Kalender sei zur Anschaffung empfohlen. — Phönix-Kalender für d i e deutsche Jugend 1933/34. Führer durch das Jahr 1933 für Knaben und Mädchen. Neu bearbeitet von Dr. Karl Hellwig; mit 16 Kunstbeilagen und über 150 'Abbildungen im Text. 380 Seiten mit zwei Preisausschreiben und einem Preisrätsel. (Geb. 1,25 Mark. Phönix-Verlag Carl S i w i n n a , Berlin SW 11.) — (301) — Die seit dem vorigen Jahre erscheinende Neuausgabe des „Phönix-Kalenders für die deutsche Jugend" liegt für das Jahr 1933/34 vor. Wo es irgend möglich war, diesen vortrefflichen Juaendkalender noch zu verbessern, ist es mit Erfolg geschehen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzi beschloßenen Divid nde an — Reichsbankdiskoni 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. Ul Serin. Schluß«! fürs Schluß!. Abend« böri Schluß« lurt Schluß!. Mittag« b8rfe •. lamm '5-12 । 16.12- 15.12. । 16.12. 6% Deupche Retchsanleide v. lS2i 76,5 — 76,5 76,5 6% efjem.7% Dl. Nefcfieanl.ü. 1929 94,25 93,25 93,5 94 5\'i% Doung.AnIeihe von 1930 .. 76,5 76 76,5 75.5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mb Auslos.-Rechten ........... 58,5 58,4 58,5 58,8 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6,55 6,4 6.5 6.5 6% ebcm.8% Hess. BoUSstaat 1929 (rürftafjlb. 102%) ............ „,5 71 71.25 72 Lbcrhelsen Provinz-Anleihe mii AuÄoi.-Rechten ............ — 53,25 — — Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Gerte 1 mit Auelos.-Rechten •>4,9 53.75 54,65 54,5 6% ehem. 8% »Zranks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar biä 1935 82,5 82,13 — — 6% ehem. 7% Franks. Hhp.-Ban! Goldpse. Iß unkündbar bis 1936 8.,5 81.65 — 571% ebem. 4V2% Franks. Hyp. Bank-Liou.-Psandbriefe ..... 84,5 84.25 — — 6/i% ehem. 4>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liou.-Goldpse. ... 85,75 85,13 —r 6% ehem. 8% Pr San des Pfand briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 79,75 79,25 79 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand btiefanftalt. Pfandbriefe R. K> 79,5 80 4% Oesterretchische Goldrente... * — 8,3 - 4,20% L österreichische Silberrente 1 1 1,05 ,05 4% Ungarische Goldrente...... 5.65 5,5 5,65 5,7 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5,3 5,45 -.25 4>/z% deegl. von 1913 ....... — 5,3 5% abgeft. Goldmerikaner von 99 — 6,5 4% Türkische Zollanleihe von 1911 -.35 3.85 1.75 1,7 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1 .............. 4 4 4,1 4,1 4% deSgl. Serie N ........... 4 4 4,15 6% Rumän. verein h. Reute v. 1903 ,65 5,75 — 4'/s%Rumän.veretnh.Reniev.191Ä 4% Rumänische vereinh. Renke .. 9,15 9 4.4 1 4.4 4,55 Anatolier..... । 1 RS >an. ui <öeri. . Schlußkurs Sch ußk. Abend« bö'le Schlußkurs Schluß!. Mittag- börfe Datum 15.12. 16.12. 15.12. 16.12. Hamvurg-Ämerika.Pakel ..... ( '8.25 — 18,65 18.13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 32,75 32 Hansa Tampsschifs........... 0 — — 25.5 25,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 19 — 19,25 19,13 '21.«. für Verkehrswesen Akt. .. 0 46 — 44,75 46,25 Berliner Handelsgeiellschaft.... 4 88,5 88 88,5 88,25 Commerz, und Privat-Bonk ... Deutsche Bank und Disconto- 0 53,5 53,5 53.5 53.5 Gesellschaft................ 0 75 75 75 75 Dresdner Bank............. 0 61,75 61,75 61,75 61,75 NetchSbank ................. 1 131 130 130.9 130.25 A.E.G...................... <1 31,85 29 31,65 33 Eleklr. Ltefernngsgesellschaft ... ft 73,75 — 73.25 74,75 Licht und Kraft ............. 6 94,65 94 94,25 93,4 Kelten & Guilleaume ........ Gesellschaft für Elektrische Unter- ii 54,5 54,5 55.25 55 nehmungen............... 4 75 72,5 75,13 74,4 Rheinische Elektrizität ........ 6 89 — 89 85,5 Schuckert & (So.............. 0 80,75 77,75 80,25 77,75 Siemens & Halske........... O 127 122,5 127,5 125,9 Lahmever & Co.............. 10 H4,5 114,25 114 113.75 Buderus ................... 0 46 45 45,75 45,25 Deutsche Erdöl ............. 4 84,25 —— 84 83.13 Gelsenkirchener.............. 0 50,5 49 50,25 48 Harpener................... 0 85 84 85.5 •<3,5 Hoesch Eilen—Köin-Neuessen.. 0 — — 52.65 52 Ilse Bergbau ............... 7 — — — 32,5 alle Bergbau Genüsse........ 7 01.25 99 101.25 100,5 Möcknerwerke .............. 0 49 — 48,5 17,9 Mannesmann-Möhren ........ 0 62,9 o0,5 61.75 60 Mansselder Bergbau......... 0 25,5 —- 24.5 25 Lberschlef. Rofüröerte......... ; Phönir Bergbau............. 0 — — 45,13 44,5 0 16,75 36,25 36 34,4 Rheinische Braunkohlen ...... IO 189.5 192 189 183 ^betnstabl ............ 41 76,25 f /4,5 76.13 74.4 Zranttun a.Ul Berlin Schlußkurs Schluß,. Abend« börf Sch uß- kurs Schluß!, ml lag. böre Datum 15-12. 16.12. 15.12- 16.12. Bereinigte Stahlwerke..... ... u 35 35 34,65 32 Otavl Minen ............ ... 0 15 16 15 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 HO 110 HO 109 flalirocrfe Westeregeln..... ... 6 115,5 >16 116 H4,5 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 9 170 171 — 3 G. Zarben.Industrie .... 97 94,9 97 96,65 Scheideanstalt............ ...10 149,25 149,75 — — Goldschmidt ............. ... 0 29 29 29,75 29 Rütgerswerke ............ ... O 43,9 42,75 43,65 42,9 Metallgesellschaft.......... ... 0 33-75 33,65 33,5 — Philipp Hotzmann........ 57,75 46.5 58,5 57,25 46,5 58,5 52,65 57^5 Zementwers Heidelberg ... Lementwerk Karlstadt...... ... 4 ... 0 Wayß & Rretitag ......... ... O 4.6 4.75 — — Schultheis Payenhoser..... ... O 100 98 Atu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 53,5 51 54,13 55 Bemberg ............. ... 0 61 60 62 60,5 Zellstofs Waldhos ......... ... 0 47,25 47 46,25 47 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 30.75 31,25 29,5 -.8,5 Dessauer GaS ............ ... 7 — >00,4 39,75 Daimler Motoren......... ... O 19 19 19,4 19,4 Deutsche Linoleum ....... ... O 45 44 4,75 14.25 Lrenstetn L Koppe! _______ ... O 37,5 37 Leonhard Tietz........... ... 6 40 40,13 41,5 Lhade................... ...12 >52 150 151 '54.75 Gritzner................. -y 29 2S.75 30 Mainkraftwerte Höchst a.M. ... 4 55 54 Süddeutscher Zucker ...... ... 8 - 150,5 152 Deoifenmarfl Berlin - Frankfurt a M 15.Dezember 16.Dezembei Amtlich, ,'lotieruna Amtlichk »oherun, »ei' I Srle Geld ?rlr Hellingtors. 6,074 6,086 6,084 6,096 Wien...... 51,95 52,05 51,95 52.0 Prag...... '2.465 12,485 12.465 12,485 Budapest ... — — — Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... i69,28 169,62 169,28 169,62 Csüj ...... 71,13 71,27 71,67 71,43 71,93 71,57 72.07 Kopenhagen Stockholm... 71,53 75.32 75,48 75,67 75.83 London ..... 13,82 13,86 13,89 13,93 Buenos Aires 0,858 0,862 0,858 0,862 Neunork.... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel .... 58,24 58,36 58,22 58.34 Italien----- 21,53 21,57 21,54 21,58 Paris..... 6,425 '6,465 16.425 16,465 Schweiz ... 80,92 81,08 80,92 81 08 Spanten... 34,35 34,41 34,35 34.41 Danzig.... 81,69 81,85 81,69 81.85 Japan ..... 0,879 0,881 0,879 0,881 Rio de Ian. 0,269 0,27: 0,269 0,271 Jugoslawien Lissabon ... 5,614 5,626 5,604 5.616 12.76 12.78 12,76 '2,78 Bantnoten Berlin, 16. Dezember Äei5 Arles Amerikanische Noten.............. 4,20 4,22 Belgische Noten.................. 58,06 58,30 Dänische Noten ................. 71,56 13,85 71,84 Englische Noten ................. 13,91 stranzöstsche Noten............... .6.385 16,445 168,91 21,48 169.59 21,56 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich. L 1OO Schilling 71,26 71,54 — Rumänische Noten............... 2,46 2,48 Schwedische Noten........ ..... 75,50 75,80 Schweizer Noten................. 80,74 81.06 Spanische Noten................. 34.21 34.35 Ungarische Noten ................